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Full text of "Archiv fu?r die naturwissenschaftliche Landesdurchforschung von Bo?hmen / herausgegeben von den Beiden Comite?s fu?r die Landesdurchforschung."

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HARVARD UNIVERSITY 


LIBRARY 


OF THE 


MUSEUM OF COMPARATIVE ZOÖLOGY 


PROSPECT. 


ARCHIV 


für die naturwissenschaftliche 


LANDESDURCHFORSCHUNG 


von 


BÖHMEN 


herausgegeben von den 


BEIDEN COMITÉS FÜR DIE LANDESDURCHFORSCHUNG, 


unter der Redaktion 


von 


PROF. Dr. CARL KORISTKA und PROF. J. KREJČÍ. 


Erster Band. 


Mit 13 chrom. lithogr. Abbildungen, 106 Holzschnitten, 2 kleinen und 
1 grossen Karte. 


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PRAG. 


Commissions-Verlag von Fr. Rivnä£. 


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Wohl kein Land in Mittel-Europa vereiniget in so engen und scharf bezeich- 
neten Gränzen so viele lehrreiche und interessante Eigenthümlichkeiten, wie 
Böhmen. Der Naturforscher findet in dem höchst merkwürdigen Gebirgsbau, in 
dem Reichthume der im Schoosse der Felsenschichten begrabenen vorweltlichen 
Fauna und Flora, sowie in den lebenden Organismen, deren verschiedene weit- 
reichende Verbreitungsbezirke auf dem malerisch coupirten Terrain Böhmens zu- 
sammenstossen, ein reichgegliedertes, und doch durch seine orographische Gestal- 
tung sowohl, als seine spezifische Besonderheit abgegränztes Gebiet der natur- 
wissenschaftlichen Untersuchung. 

Ein solches Object musste von jeher auf den Wissendrang der Naturforscher 
in hohem Grade einwirken, und dies um so mehr, als mitten im Lande die Wissen- 
schaft eine der ältesten Pflegestätten gefunden. In der That beschäftigten sich eine 
grosse Zahl von Männern mit dem Studium einzelner Fragen, wie solche eben der 
jeweilige Zustand der Naturwissenschaften aufstellte, und wir finden unter den- 
selben Namen, welche sich durch ihre Leistungen einen bleibenden Platz in der 
Geschichte der Naturwissenschaften errungen haben. 

Indess betrafen diese Arbeiten immer nur einzelne Gebiete der Naturgeschichte, 
einzelne Gebiete des Landes, und es stellte sich je länger um so mehr das Be- 
dürfniss heraus, das ganze Land in Beziehung auf alle wichtigere naturgeschicht- 
liche Fragen einer ausgedehnten Untersuchung zu unterwerfen, und die Ergebnisse 
derselben bekannt zu machen. Schon im Beginne dieses Decenniums traten mehrere 
Freunde der Naturwissenschaften zu Besprechungen. zusammen, um die Verwirk- 
lichung einer so umfassenden Arbeit vorzubereiten. Im Jahre 1864 gelang es diesen 
Männern, das Interesse der Gesellschaft des böhmischen Landes-Museums, sowie 
der k. k. patriotisch-ökonomischen Gesellschaft an derselben wachzurufen, ‘welche 
beide Gesellschaften aus ihrer Mitte zwei gemeinschaftlich wirkende Comité’s (ein ad- 
ministratives und ein wissenschaftliches) bildeten, und diesen Comité’s eine bestimmte 
Jahressubvention verliehen mit dem Auftrage, dieselbe zur naturwissenschaftlichen 
Durchforschung von Böhmen zu verwenden. Später trat auch der h. böhmische 
Landtag, dann das Erz- und Riesengebirgs-Comité, endlich der böhmische Forst- 
verein diesem Unternehmen durch Subventionen bei. 

Durch diese materiellen Unterstützungen in den Stand gesetzt, arbeitet das 
wissenschaftliche Comité seit dem Jahre 1864 in den Sommer- und Herbstmonaten 
unausgesetzt nach einem bestimmten Plane an der naturwissenschaftlichen Durch- 
forschung des Landes. Die bisherigen Resultate dieser Arbeiten sind nun in dem 
„Archiv für die naturwissenschaftliche Landesdurchforschung von 
Böhmen“, dessen I. Band soeben erscheint, und dessen Commissions-Verlag der 
Unterzeichnete übernommen hat, niedergelegt. 

Es enthält dieser Band, welcher aus etwa 61 Bogen Text in gr. Lexikon- 
format (Druck und Format, wie dieser Prospectus), 13 chromolithographirten An- 
sichten (aus der artist. Anstalt von G. Haase Söhne in Prag), 106 Holzschnitten 
und 1 grossen und 2 kleinen Karten (aus der geograph. Anstalt v. F. Köcke 
in Wien) besteht, und welcher in zwei verschiedenen Ausgaben, einer mit deut- 
schem und einer mit böhmischem Texte veröffentlicht wird, eine Reihe von grösseren 
Aufsätzen, aus dem Gebiete der Terrainkunde, der Höhenverhältnisse, der geologischen, 
paläontologischen, zoologischen und botanischen Verhältnisse von Böhmen durchge- 


mation im Leitmeritzer Mittelgebirge — südlich vom Eger- und Elbeflusse — zwischen dem 

Mittelgebirge, dem Iserthale und der nördlichen Landesgriinze — östlich der Iser bis Mähren 

— im Braunauer Gebiete und in der Grafschaft Glatz — die Hebungslinien im Gebiete der ү 

Kreideformation.) 

c) Paläontologische Untersuchungen in den einzelnen Schichten der böhm. 
Kreideformation von Dr. Anton Frič. 103 Seiten Text, 4chromolith. Tafeln. 9 Holz- 
Schnitte. (Schichtenfacies. — Beschreibung der Petrefakten Fundorte — Eozoon bohemicum 
— Petrefakten aus dem körnigen Kalke von Pankrac — tertiire Süsswasserkalkschichten — 
Heuschrecke aus der Braunkohle — Alluvialbildungen.) 

d) Die Steinkohlenbecken von Radnic, vom Hüttenmeister Carl Feistmantel. 
120 Seiten Text, 40 Holzschnitte, 2 Karten der Steinkohlenbecken von Radnic und Bias. 
(Geologische Verhältnisse — Bergmännische Verhältnisse — Lagerung der Steinkohle usw. 

III. Botanische Abtheilung. Dieselbe enthält: 

Prodromus der Flora von Böhmen von Dr. Ladislav Čelakovský. 104 Seiten 

Text. (Sporophyten — Spermophyten und zwar Gymnospermen — Monocotylen — die Fort- 
setzung der übrigen Classen folgt im nächsten Bande.) 

IV. Zoologische Abtheilung. Dieselbe enthält 

a) Verzeichniss der Käfer Böhmens vom Conservator Em. Lokaj. 78 Seiten a 
Text (das Verzeichniss ist nach dem Catalogus coleopterorum Europ® von Dr. Schaum ge- 
ordnet und enthält 2867 in Böhmen bisher bekannte Arten.) 

b) Monographie der Land- und Süsswassermollusken Böhmens vom Assi- 
stenten Alfred Slavik. 54 Seiten Text und 5 chromolith. Tafeln. (Das Verzeichniss 
enthält 107 Spezies. Die 5 Tafeln enthalten 190 Abbildungen von Mollusken in naturge- 
treuem Farbendruck.) 

€) Verzeichniss der Spinnen des nördlichen Böhmen vom Real-Lehrer 
Emanuel Barta. 10 Seiten Text. (64 Gattungen und 185 Arten.) 

V. Chemische Abtheilung. Dieselbe enthält: 

Analytische Untersuchungen von Prof. Dr. Hoffmann. 16 Seiten Text. (Analysen 
von Koprolithen — Diatomaceen-Ablagerungen — Eozoon — Dolomitische Kalke usw.) 

Es kann das Werk sowohl im Ganzen, wie auch in den fünf angeführten 
Hauptabtheilungen, deren jede ein für sich abgeschlossenes Ganzes bildet, bezogen 
werden. Da jedoch wegen der grossen Kosten der artistischen Beilagen die Auf- 
lage nur eine verhältnissmässig kleine ist, so ist auch der Unterzeichnete nicht 
in der Lage, eine zahlreiche und allgemeine Versendung des Werkes zur Ansicht 
zu bewirken, sondern muss ersuchen, wo möglich feste Bestellungen zu machen, 
welche bei sämmtlichen Buchhandlungen angenommen werden. 


Der Preis des ganzen I. Bandes beträgt 9 fl. — kr. in ó. W. 6 Thlr. — Ser. 


5 der I. Abtheilung „ E Zare y 5 LH O 
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Der Preis der grossen Karte aus Abth. I 

einzeln, schwarz 1 , 90 „ M one ane? Mh 

a » » mit farbigen Schichten 1 , 60 ^ iv AED GET 


Auf Leinwand gezogen, zum Zusammenlegen eingerichtet, 80 kr. mehr. 


Fr. Rivnác. 


Commissions-Verlag in Prag (Museum). | 


Druck von Dr. Ed, Grégr in Prag 1969. 


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ARCHIV 


für die naturwissenschaftliche 


LANDESDURCHFORSCHUNG 


von 
BOHMEN 
herausgegeben von den 


BEIDEN COMITES FÜR DIE LANDESDURCHFORSCHUNG, 


unter der Redaction 


von 


PROF. Dr. €. KORISTKA und PROF. J. KREJCÍ. 


Erster Band. 


Mit 13 chromolithographischen Abbildungen, 106 Holzschnitten, 2 kleinen und 1 grossen Karte. 


PRAG. 


Commissions-Verlag von Franz Rivnáč. 


1869, 


d. Grégr tn Prag 1869. 


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Druck von Dr. K 


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lande, welche sich eingehend mit einzelnen Zweigen der Naturkunde beschäftigten, 
und deren Namen sich einen bleibenden Platz in der Geschichte der Wissenschaften 
errungen haben. 


Allein fast alle diese grossen und verdienstlichen Arbeiten betreffen spezielle 
Fragen, einzelne Gebiete des Landes, einzelne besonders auffällige und interessante 
Verhältnisse. Die Männer, welche sie unternahmen, sie griffen hinein in die volle 
Urne, und zogen sich glücklich eine Frage, deren Lösung sie ihre Arbeit, einen 
Theil ihres Lebens widmeten. Und so liegen in jener Urne noch viele nicht gezogene 
Fragen, über die wir, trotzdem wir täglich auf sie stossen, gleichwohl nur eine 
unvollständige oder gar keine Antwort zu geben wissen. Je länger je mehr stellte 
sich aber das Bedürfniss heraus, das ganze Land in seiner natürlichen Beschaffen- 
heit kennen zu lernen. Denn es ist eines der schönsten Merkmale unserer Zeit, dass 
sich die gebildeten Völker: immer mehr in sich selbst vertiefen, ihrem häuslichen 
Leben einen grösseren Werth beilegen, und daher auch ihrem eigenen Herd und 
Wohnplatz eine grössere Aufmerksamkeit widmen. Und dies mit Recht, denn in 
dem Grund und Boden, den ein Volk bewohnt, liegt mit ein Theil der Kraft und 
Bedeutung, die dasselbe hat, und die es noch erreichen kann. 


Wollen wir aber die naturwissenschaftlichen Verhältnisse unseres Vater- 
landes ganz und vollständig kennen lernen, so dürfen wir ein Verfahren, wie es 
oben angedeutet wurde, nicht befolgen, wir dürfen nicht weiter bloss. die augen- 
blicklich interessanten Fragen aufgreifen und bearbeiten, denn die Untersuchung nur 
des Auffälligen und Hevorragenden würde uns. sehr langsam, . vielleicht nie zum 
Ziele führen. Vielmehr müssen wir nach einem bestimmten Systeme alle Theile 
des Landes in allen ihren natürlichen Beziehungen untersuchen, weil sehr oft die 
Natur des Ganzen durch die Summe der minder auffälligen Erscheinungen weit 
mehr bedingt wird, als durch einzelnes besonders Hervorragendes und Ungewöhn- 
liches. Es wird so kein Theil übergangen, denn in dem Unscheinbarsten kann die 
Lösung einer wichtigen Frage gefunden werden, und es wird nur auf diesem zwar 
langsam aber sicher zum Ziele führenden Wege ein klarer Überblick der Gesammt- 
resultute, und ein harmonisches, naturwahres Bild des Details erlangt. 


Solche und ähnliche Reflexionen bewogen schon seit mehr als einem De- 
cennium einen zwar kleinen aber rührigen Kreis von Freunden der vaterländischen 
Naturkunde in Prag, deren Mittelpunkt das böhmische Landesmuseum war, zu dem Ver- 
suche, die nöthigen Kräfte und unentbehrlichen Geldmittel zu Stande zu bringen, um 
eine Erforschung der natürlichen Verhältnisse Böhmens möglich zu machen. Anfangs 
sollte sich dieselbe bloss auf die Höhen- und geologischen Verhältnisse beschränken. 
Ein in dieser Richtung im J. 1861 im böhmischen Landtage gestellter Antrag hatte 
nicht den gehofften Erfolg. Aber sonderbar, je weniger sich auch von anderer Seite 
her eine günstige Aussicht auf die nöthige materielle Unterstützung zeigte, desto 
energischer wurde das Project betrieben, und eine desto grössere Ausdehnung wurde 
demselben gegeben, bis sich endlich in der Sitzung der naturwissenschaftlichen 
Section des Landesmuseums am 28. November 1862 ein Comité constituirte, be- 
stehend aus den Herren Celakovsk ý) Frit, Kotistka Kwrejéí, Lokaj 
und Zenger, welches einen Plan über eine systematische Landesdurchforschung 


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von Böhmen zu berathen und die nöthigen Schritte zum Beginne der Vorarbeiten 
einzuleiten hatte. Den Bemühungen desselben einerseits, sowie der Unterstützung 
und dem Entgegenkommen der beiden grossen vaterländischen Gesellschaften, näm- 
lich der k. k. patriotisch-ökonomischen Gesellschaft, sowie jener 
des Landesmuseums andererseits ist es zu danken, dass im Laufe der Jahre 1863 
und 1864 eine solide materielle Basis für die Unternehmung gewonnen wurde, indem 
beide Gesellschaften erklärten, die ganze Angelegenheit in eigene Hand zu nehmen, 
derselben eine nahmhafte Unterstützung und zwar die ökonomische Gesellschaft von 
2000 fl., die des Museums von 1000 fl. jährlich zu gewähren, zur Leitung derselben 
aber gemeinschaftlich zwei Comités zu bestellen *), welche vor allem Anderen ein 
Organisationsstatut ausarbeiteten, und sich in einer von den damaligen Präsidenten 
der beiden genannten Gesellschaften 8. E. E. dem Herrn Grafen Albert Nostitz und 
Grafen Heinrich Clam-Martinitz selbst überreichten Eingabe um eine Subvention 
an den böhmischen Landtag wendeten, welcher in seiner Sitzung vom 11. Mai 
1864 beschloss, der Unternehmung für das Jahr 1865 eine Subvention von 3000 fl. 
zu gewähren, welche auch von diesem Jahre ab bis heute alljährlich erneuert wurde. 
Auch das Erz- und Riesengebirgs-Comité anerkannte die Wichtigkeit 
dieser Unternehmung durch eine jährliche Subvention von 250 fl., während der 
böhmische Forstverein demselben eine solche von 700 fl. gewährte. 


So war denn schon im Jahre 1864 eine Summe von 3000 fl., in den nächst 
folgenden Jahren aber von mehr als 6000 fl. verfügbar, daher auch schon im Jahre 
1864 die Arbeiten beginnen konnten. 


Die Grundzüge der Organisation der beiden Comites aber sind 
folgende: 


Die patriotisch-ökonomische Gesellschaft und das Museum des Königreiches 
Böhmen haben beschlossen, eine naturwissenschaftliche Durchforschung von Böhmen 
einzuleiten und durchzuführen, und zwar soll sich die Durchforschung befassen : 


a) mit der Erhebung der Terrain- und Höhenverhältnisse (Topographische Ab- 
theilung), 


b) mit der Erforschung der geologischen Beschaffenheit (Geologische Ab- 
theilung), 


c) mit dem Studium der botanischen (Botanische Abtheilung) und 


d) mit dem Studium der zoologischen Verhältnisse des Landes (Zoologische 
Abtheilung), 


e) mit der Erhebung meteorologischer Daten zum Behufe der Aufstellung 
einer Klimatologie (Meteorologische Ahtheilung), 


*) Eine ausführliche Geschichte der Verhandlungen und Vorarbeiten, welche zu diesem und 
den folgenden Resultaten führten, ist in dem „Ersten und zweiten Jahresbericht über die 
Wirksamkeit der beiden Comités für die naturwissenschaftliche Durchforschung von 
Böhmen im Jahre 1864, dann im Jahre 1865 und 1866, Prag 1865 u. Prag 1867* enthalten. 


f) mit der Erforschung der chemischen Bodenbeschaffenheit (Chemische Ab- 
theilung), 


g) mit der Zusammenstellung und Darstellung aller jener Momente. der eben 
genannten Zweige, welche für die Land- und Forstwirtschaft von Wichtig- 
keit sind (Land- und Forstwirtschaftliche Abtheilung). 


Die Resultate dieser Untersuchungen sind periodisch in Berichten und ent- 
sprechenden Karten niederzulegen und in beiden Landessprachen zu veröffentlichen. 


Zur Durchführung dieses Unternehmens besteht ein Directions- oder ad- 
ministratives und ein wissenschaftliches oder. Durchforschungs-Comité. 


Das Directions-Comité wird aus dem Präsidenten der patriotisch- 
ökonomischen Gesellschaft und drei Mitgliedern ihres Central-Ausschusses, dann 
aus dem Präsidenten des böhmischen Museums, und aus drei Mitgliedern des Ver- 
waltungsausschusses des letzteren gebildet. Dieses Comité führt die Oberleitung 
des ganzen Unternehmens, repräsentirt dasselbe nach Aussen und verwaltet nament- 
lich die Cassa der Landesdurchforschung. 


Das Durchforschungs- oder wissenschaftliche Comité entwirft 
alljährlich den Operationsplan, wählt die zur Ausführung geeigneten Persónlich- 
keiten, beantragt beim Directions-Comité die zur Durchführung der Arbeiten nóthigen 
Geldmittel, überwacht die richtige Verwendung derselben, beräth und beschliesst 
über alle Fragen, welche auf den wissenschaftlichen Theil der Aufgabe Bezug haben. 
Dasselbe wühlt aus seiner Mitte eine Redaction für die Derichte, sowie für die 
kartographischen Arbeiten. Es besteht aus 12 Mitgliedern, von diesen tritt alljáhr- 
lich ein Dritttheil aus, und werden die leer gewordenen Stellen über Vorschlag dieses 
Comités von dem Directions-Comité wieder besetzt. 


Am Schlusse jedes Jahres hat eine gemeinschaftliche Sitzung beider Comités 
zu dem Behufe stattzufinden, um die Berichte über die Arbeiten der einzelnen 
Abtheilungen unmittelbar entgegenzunehmen. 


Das Präliminare wird für jedes Jahr nach Antrag des Durchforschungs- 
Comité vom Directions-Comité festgesetzt. Bei einer normalen Einnahme von 6000 fl. 
betrugen die jährlichen normalen Ausgaben im Durchschnitte für die Durchforschungs- 
Arbeiten 3600 fL, für die Zeichnung der Karten, Redactions- und Correspondenz- 
Auslagen 800 fl., für Drucklegung des Hauptberichtes und der Karten 1600 fl. Leider 
musste der Betrag auf die Durchforschungs-Arbeiten im letzten Jahre auf 2700 fl. 
herabgemindert werden, da die patriotisch-ökonomische Gesellschaft in Folge des 
Umstandes, dass ihr vom böhmischen Landtage ein nahmhafter Betrag der bisher ge- 
währten Subvention entzogen wurde, ihren bisherigen Unterstützungsbeitrag von 
2000 fl. auf 600 fl. herabsetzen musste, der böhmische Forstverein aber dieselbe 
ganz einstellte. 


Was die Kosten der Durchforschungsarbeiten betrifft, so konnte bei den 
verhältnissmässig geringen Beträgen, welche auf jede der sieben Abtheilungen ent- 
fallen, von einer Besoldung oder Hono:irung Derjenigen, welche dieselbe vornehmen, 


keine Rede sein, weshalb die Einrichtung getroffen ist, einzelne Männer der Wissen- 
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Schaft, welche ihre vollständige Befähigung zur Ausführung ähnlicher Arbeiten 

bereits bethätiget haben, einzuladen, jenen Theil des Jahres, welchen ihr ordentli- 
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cher Beruf ihnen zur freien Verfügung übrig lässt, diesen Untersuchungen zu widmen 

unter Zusicherung der factischen Auslagen der nóthigen Bereisung. Die Unterneh- 

mung verdankt ihren bisherigen Erfolg und Fortgang vorzugsweise dem glücklichen 

Umstande, dass sich in Prag und in Böhmen die nothwendigen Persönlichkeiten zu 

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diesen Arbeiten vorfanden, und in höchst uneigennütziger und patriotischer Weise 
bereit waren, denselben einen grossen Theil ihrer Zeit zu widmen. 


Was den Plan anbelangt, nach welchem die Durchforschungsarbeiten vorge- 
nommen werden sollten, wurde von den Comités ein von dem Geschäftsleiter 
Vorgelegter Antrag angenommen, nach welchem ganz Böhmen in 10 Districte oder 
Sectionen getheilt wurde, in welchen die verschiedenen Untersuchungen nach und 
nach vorzunehmen und durchzuführen wären. In zweien dieser Sectionen, nämlich 
in der in beiliegender Höhenkarte vorliegenden II. Section, dann in der östlich 
daran stossenden, das Riesengebirge enthaltenden III. Section, sowie in einem Theile 
der VI. Seetion *) sind die orographisch - hypsometrischen, sowie die geologischen 
Arbeiten theils ganz, theils nahezu vollendet, während die übrigen Abtheilungen sich 
Weniger an diese Eintheilung halten, und daher nach Bedarf ihre Arbeiten auch 
auf andere Theile Böhmens ausdehnten. 


Die bei diesen Untersuchungen erzielten Resultate, insoferne selbe als ab- 
geschlossene und definitive: betrachtet werden können, übergeben hiemit die beiden 
Comités für Landesdurchforschung, in diesem ersten Bande gesammelt, der Oeffent- 
lichkeit, und es muss hiebei die gefertigte Redaction, welche mit der Publication 
betraut wurde, die verzögerte Herausgabe derselben um beinahe ein Jahr damit 
entschuldigen, dass einmal bei der Veröffentlichung von Arbeiten, in welchen eine 
definitive Entscheidung über mehrere bisher sehr zweifelhafte und strittige Fragen 
gefällt wird, nur mit zögernder und jeden Schritt gründlich erwägender Vorsicht 
zu Werke gegangen werden musste, und dass zweitens das unter unseren Händen 
anwachsende Material von mehr als 60 Druckbogen grössten Lexikonformates, die 
Herausgabe in beiden Landessprachen, endlich die zahlreichen artistischen Beilagen 
zu ihrer Vollendung einen Zeitraum von mehr als zwei Jahren in Anspruch nahmen. 


Es sollen diese Arbeiten, deren Veröffentlichung nun, nachdem die ersten 
Schwierigkeiten überwunden sind, rascher auf einander folgen wird, die Bausteine, 
und zwar wie wir und unsere verehrten Arbeitsgenossen glauben, Bausteine aus 
Sutem, festem Materiale bilden, aus welchen dereinst in Verbindung mit den bereits 
vorhandenen vortrefflichen früheren Leistungen ein vollständiges und wahres Bild 
der Naturverhältnisse unseres Vaterlandes wird aufgebaut werden können. 


Manches unserer Resultate wird später vielleicht modifizirt, manche der 
hier ausgesprochenen Ansichten wird durch den Fortschritt der Wissenschaft viel- 


*) Siehe den oben eitirten „Ersten Jahresbericht über die Wirksamkeit u. s. w.“ Seite 16 
und 21, welchem ein Kärtchen von Böhmen mit der berührten Sectionseintheilung bei- 


gegeben ist. 


leicht geändert werden. Dennoch aber übergeben wir unsere Arbeit getrost der 
Oeffentlichkeit und der Kritik der Wissenschaft, denn wir sind überzeugt, dass 
man wenigstens unserem ehrlichen Willen, die natürlichen Verhältnisse Böhmens 
und die wahre Ursache derselben zu ergründen, sowie unserem Eifer, mit den 
gegebenen, bescheidenen Mitteln das Möglichste zu erreichen, wird Gerechtigkeit 
widerfahren lassen. 


Die Redaktion : 


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Dr. C. Kořistka. Joh. Krejčí. 


Personalstand 


der beiden Comités für die Landesdurchforschung von Böhmen 


am 1. Jänner 1869. 


I. Directions-Comité. 


Erster Präsident: Carl Fürst zu Schwarzenberg, Herzog von Krumman, Präsident der k. К. 
patr. ökonom. Gesellsch. von Bóhmen. *) 

Zweiter Präsident: Heinrich Graf Clam-Martinitz, Exc., Präsident des Museums des König- 
reiches Böhmen. 

Geschäftsleiter: Prof. Dr. Carl Kořistka. 

Mitglieder und zwar 

von Seite der patr. ókonom. Gesellschaft : | von Seite der Gesellschaft des Museums: 
Carl Fürst zu Schwarzenberg als Präsid. | Heinrich GrafClam-Martinitz, als Präs. 
l^ PHOT Dr. Carl Koristka. 


Dr. Johann Kiemann, Landesadyokat. * 


Anton Komers, Domänenrath. Prof Dr. Johann Purkyné.**) 
Dr. Josef Edler von Lumbe, kais. Rath. Prof. Wenzel Tomek. 


Von Seite des bohm, Forstvereines: Ferd. Tschuppik, k. k. Forstmeister. 


II. Durchforschungs-Comité. 


Vorsitzender: Prof. Dr. Johann Purkyně. 
Stellvertreter desselben: Domänenrath Anton Komers, 
Schriftführer: Museums-Custos Dr. Anton Frič. 
Mitglieder: Dr. Ladislav Gelakovsky, Museums-Custos, Vorstand der botan. Abth. 
Max. Ritter vonDormitzer, Prüsident der Handelskammer, als Vertreter des Erz- 
und Riesengebirgs-Comité. 
Dr. Anton Frič, Museums-Custos, Vorstand der zoolog. Abth. 
Dr. Robert Hoffmann, Prof., Vorstand der chemischen Abth. 
Dr. Eberhardt Jonäk, Professor. T) 
Anton Komers, Domänenrath, Vorstand der landw. Abth. 
Dr. Carl Koristka, Prof, Vorstand der topograph. Abth. 
Dr. Vinz. Kosteletzky, Professor. 
Johann Krejčí, Prof, Vorstand d. geologischen Abth. 
Dr. Johann Palacký, Gutsbesitzer. 
Dr. Johann Purkyné, Professor. 
Ludwig Schmidl, Oberforstmeister. 
Jarl Zenger, Prof, Vorstand der meteorol, Abth. 


III. Redaction der Beriehte und kartograph. Arbeiten: 


Prof, Dr. Carl Kořistka und Prof. Johann Krejčí. 


*) Bei Gründung des Comité fungirte als erster Präsident desselben von 1864 bis 1867 
Sr. Exc. Albert Graf von Nostitz-Rhinek, К. К. w. geh. Rath u. s., w. 
**) Seither ausgetreten. An dessen Stelle wurde Reichsgraf Otokar von Cernin-Chu- 
denitz, und als Ersatzmann Prof. Dr. Johann Lam bl gewählt. 
t) Seither leider mit Tod abgegangen, an dessen Stelle wurde Prof, Krejčí gewählt. 
+) Seither ausgetreten, an dessen Stelle wurde Prof. Dr. Eman. Boricky gewählt. 


Inhalt des ersten Bandes des Archives. 


Einleitende Vorbemerkungen. 
Personalstand der beiden Comités für die Landesdurchforschung. 
Die Arbeiten der topographischen Abtheilung (IL) enthaltend: 
1. Das Terrain und die Höhenverhältnisse des Mittelgebirges, dea Sandstein- und des Schiefer- 
gebirges im nördlichen Böhmen von Prof. Dr. Koristka. 
2. Erste Serie gemessener Höhenpunkte in Böhmen von demselben. 
3. Höhenkarte mit 25 Meter Schichten von demselben. 
Die Arbeiten der geologischen Section (IL) enthaltend: 
1. Vorbemerkungen oder allgemeine geologische Verhältnisse des nördlichen Böhmen von 
Prof. Johann Krejčí. 
2, Studien im Gebiete der böhmischen Kreideformation von demselben. | 
3. Paläontologische Untersuchungen in den Schichten der böhmischen Kreideformation von | 
Dr. Anton Frič. | 
t. Paläont. geolog. Notizen betreffend einige Fundorte in dem Gebiete der metamorphischen, 
tertiären und quaternären Formationen. 
5. Die Steinkohlenbecken von Radnic vom Hüttenmeister Carl Feistmantel. 
Die Arbeiten der botanischen Section (IIL) enthaltend: 
1. Allgemeine Einleitung von Dr. Ladislav Čelakovský. 
2. Prodromus der Flora von Bóhmen von demselben. 
Die Arbeiten der zoologischen Section (IV.) enthaltend: 
1. Verzeichniss der Käfer Bóhmens vom Conseryator Em. Lokaj. | 
2. Monographie der Land- und Süsswassermollusken Böhmens vom Assistenten Alfred Slavik. | 
3. Verzeichniss der Spinnen des nördlichen Böhmen vom Reallehrer Emanuel Barta. | 
Die Arbeiten der chemischen Section (VI.) enthaltend: 
1. Analytische Untersuchungen von Prof. Dr, Robert Hoffmann. 


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_Landesdurchforschung von Böhmen. Section I. 


Topographische 
Abtheilung. 


DIE ARBEITEN 
topographischen Abtheilung 


DER 


LANDESDURCHFORSCHUNG VON BÖHMEN 


in den Jahren 1864—1866 


enthaltend 


DIE TERRAINVERHÄLTNISSE, EIN HÖHENVERZEICHNISS UND EINE HÖHENKARTE DES 
MITTELGEBIRGES, DANN DES SANDSTEIN- UND SCHIEFERGEBIRGES 
IM NÖRDLICHEN BÖHMEN. 


Verfasst von 


Prof. Dr. CARL KORISTKA, 


о. M, " , 
d. k. Ges. d Wiss. In Prag und c. М, d. kals. Acad. d Wiss. in Wien, Geschäftsleiter des Dir. Comités für die 
Landesdurchforschung und Vorstand der topographischen Abtheilung. 


Mit 2 ehromolith. Ansichten, 11 Holzsehn., 1 Profiltafel und 1 Hóhenkarte. 


(Archiv der naturw. Landesdurchforschung von Böhmen. I. Band I. Abtheilung.) 


LEER 
PRAG. 


In Commissions-Verlag bei Fr. Rivnáé. 
1869, 


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Vorwort. 


In den nachfolgenden drei Arbeiten übergebe ich die wichtigsten jener 
Resultate der Öffentlichkeit, welche theils durch die Messungen der topographischen 
Abtheilung der Landesdurchforschung von Böhmen direct erzielt, theils aus der 
Benützung derselben abgeleitet wurden, und zwar soweit dieselben die zweite Section 
des in zehn Sectionen getheilten Landes betreffen, welche zum grösstentheile durch 
das böhmische Mittelgebirge, dann das nordböhmische Sandstein- und Schiefer- 
Bebirge gebildet wird. 

Die Messungen selbst fallen, wie in der zweiten Arbeit des Weiteren aus- 
einandergesetzt, grösstentheils schon in die Jahre 1864 und 1865. Allein theils der 
Umstand, dass meine beiden äusserst eifrigen und thitigen Mitarbeiter bei den 
Messungen bald nach Beendigung der letzteren eine andere Bestimmung erhielten, 
welche ihre Zeit so in Anspruch nahm, dass ich die Bearbeitung der Endresultate 
Zum grossen Theile, namentlich aber die Zeichnung der Schichtenkarte ganz allein 
durchführen musste, da ein organisirtes Bureau von Rechnern oder Zeichnern mir 
nicht, zur Verfügung steht, — theils aber auch die geringen Mittel, über welche 
das Comité verfügt, haben die Publikazion dieser Arbeiten so lange verzögert. Ja 
selbst jetzt, wo dieselbe erfolgt, musste ich mich bei der Zusammenstellung der gemes- 
Senen Punkte auf die wichtigeren beschränken, und von der Mittheilung der gemes- 
Senen, Factoren, aus denen die Seehöhen berechnet wurden, ganz absehen, weil sonst 
die Zahl der Bogen, und somit auch der Druckkosten sich wohl verdreifacht hätte. 
Indess habe ich bei der Mittheilung. der Hóhenzahlen die Einrichtung getroffen, 
dass Jedermann, der in die Sache nähere Einsicht gewinnen will, die betreffenden 
Factoren in unseren Vermessungsbüchern leicht finden kann. 

Die erzielten Resultate habe ich in zwei Abtheilungen gesondert, und ge- 
denke auch bei den nächsten Publikazionen in derselben Weise vorzugehen. 

Die erste Abtheilung enthält eine Beschreibung des: Terrains, und hier 
ausnahmsweise in der Einleitung auch einige Bemerkungen über den Zweck der 
ganzen. Arbeit. Ich habe dabei jedem Terrainabschnitt, welcher in dem bearbeiteten 
District enthalten ist, jene Aufmerksamkeit gewidmet, welche derselbe nach seiner 
Ausdehnung und seiner Wichtigkeit verdient. Dabei habe ich mich bemüht, die 


Formen des Terrains möglichst getreu, wie sie in der Natur vorkommen, und mit 
Vermeidung jedes poetischen Beigeschmackes zu schildern, welchen der phantasie- 
reiche Leser sich leicht selbst wird hinzudenken können. Es hat sich dadurch 
der Natur der Sache nach in der Terrainbeschreibung häufig eine gewisse Einför- 
migkeit und Wiederholungen geltend gemacht, welche letztere bei vergleichenden 
Betrachtungen nicht vermieden werden können. Eine besondere Aufmerksamkeit 
habe ich dabei den Thalwegen und den Sattelpunkten gewidmet, welche für den 
Charakter des Terrains so bezeichnend, und für seine Benützung so wichtig sind. 

Behufs Veranschaulichung einiger besonders charakteristischer Terrainformen 
sind der Arbeit zwei landschaftliche Ansichten im Farbendrucke, und eilf im Holz- 
schnitte beigegeben. Ich hätte gewünscht, dass auch die letzteren, sowie die beiden 
ersteren von Künstlerhand gezeichnet worden wären. Da dies jedoch nicht aus- 
führbar war, habe ich geglaubt, aus meinem Skizzenbuche wenigstens einige wich- 
tigere Formen hier aufnehmen zu sollen, wobei der Leser allerdings sich mit der 
möglichst naturgetreuen Wiedergabe der Conturen des Terrains begnügen muss, da 
ich mich nicht entschliessen konnte, meine einfachen Skizzen, wie dies wohl sonst 
üblich, einer. künstlerischen Bearbeitung und Durchführung zu übergeben. Die 
am Schlusse beigegebene Profiltafel soll einen raschen Überblick über die Terrain- 
verhältnisse, sowie über das Gefälle der wichtigeren Thaler geben. 

Die zweite Abtheilung (Seite 141) enthält die erste Serie der in der 
zweiten. Section gemachten Höhenmessungen, oder vielmehr nur einen Auszug aus 


denselben, bei Hinweglassung der minder wichtigeren, sowie der direct gemessenen: 


Factoren aus den bereits oben angeführten Gründen. Die Höhen über der Meeres- 
fläche sind in Meter und in Wiener Fussen , ebenso auch der Autor der Messung 
überall angegeben. Zur leichteren Auffindung sind die gemessenen Punkte in 63 
Vierecken zusammengestellt, welche Anordnung sich für das praktische Bedürfniss 
besonders empfehlen dürfte. Die Zahl der hier angeführten Punkte beträgt 3688 
die Zahl der in diesem Gebiete wirklich gemessenen hingegen über 5000. 

Der dritte Theil dieser Mittheilung besteht in der beigegebenen Schichten- 
karte der IL. Section von Böhmen, welches im Ganzen aus 10 solchen Blättern 
bestehen soll. Die Karte enthält die Situation aller bewohnten Orte, einzelner 
Schlösser, Kirchen, Ruinen, Jägerhäuser, Mühlen, Bergwerke, alle Flüsse, Bäche 
und grösseren Teiche, die Eisenbahnen, Reichs-, Landes- und Bezirkstrassen und 
alle wiehtigeren Feldwege. Die Hinzeichnung der neuen Bezirksstrassen gelang 
dem Verfasser erst nach einer weitläufigen Correspondenz mit den Bezirksautori- 
täten, und es enthält das vorliegende Blatt etwa 30 Meilen mehr solcher Strassen, 
als auf den besten und neuesten offiziellen Publikazionen sich vorfinden. 

Das wichtigste Moment in dieser Karte aber ist die, soweit dies durch den 
Druck möglich ist, graphisch-plastische Darstellung der Höhenverhältnisse und des 
Reliefs des Bodens. Auf Grund der Höhenmessungen hat der Verfasser über das 
ganze Terrain Schichtenlinien, und zwar in den tieferen Lagen bis zu 1200° von 
25 zu 25 Meter (d. i. etwa 79 Fuss), in den höheren Lagen über 1200” von 50 
zu 50 Meter gezogen, welche, und zwar die ganzen Hunderte durch stärkere mit 
Ziffern versehene Linien, die halben" Hunderte durch punktirte, die Viertel aber 
durch feine rothe Linien angezeigt sind, so dass mit Hilfe dieser Linien die Höhen- 


| 
| 
| 
| 
| 
| 
| 


| 
H 
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{ 
I 
| 
| 
f 
| 
| 


lage jedes Ortes, ja jeder Häusergruppe sofort erkannt werden kann. Die ganzen 
Hunderte sind überdies der besseren Übersicht wegen mit verschiedenen Farben- 
tönen überdruckt worden. Die Hóhenskale auf dem östlichen Rande der Karte 
enthält den Schlüssel zur Ablesung der Höhenverhältnisse. Um aber theils ein 
Srösseres Detail im Terrain anzeigen zu können, theils aber auch das Relief des 
Bodens in kräftigeren Zügen hervortreten zu lassen, habe ich das Terrain in Kreide- 
Manier, bei, schiefer. Beleuchtung angedeutet, und es dürfte nicht nur der Kartograph, 
Sondern auch der Geologe in dieser Darstellung deutlich die Formen der: Basalt- 
und Phonolithkegel des Mittelgebirges, von den eckigen, prismatischen Bildungen 
des Sandsteingebirges, von den dachfórmigen Rücken des Schiefergebirges und von 
den. flachgewölbten diluvialen Formen unterscheiden. Es ist meines Wissens das 
erstemal, dass diese Methode auf einer grösseren Karte in Anwendung kommt, da 
namentlich auch die technische Ausführung mancherlei Schwierigkeiten bietet. Ohne 
Zweifel werden sowohl bezüglich der Farbenwahl, wie auch wegen der schiefen 
Beleuchtung manche Einwürfe dagegen erhoben werden. Wenn man aber die An- 
forderungen erwägt, welche alle diese Karte allein mittelst eines einzigen Blattes 
erfüllen soll, nämlich Vollständigkeit der Situation, Deutlichkeit der Schrift bis in’s 
Hochgebirge, möglichst plastischer Ausdruck des Terrains, so dürfte diese Methode 
Demjenigen, der nicht blos Kartograph, sondern auch mit der technischen Aus- 
führung der Karten bekannt ist, wohl als die am meisten praktische erscheinen. Herr 
Köke, welehem das Landesdurchforschungs-Comit6 die Ausführung dieser Karte an- 
vertraute, hat sich redlich und mit grossem Verständniss für die Sache bemüht, 
Meine Wünsche zu erfüllen, und alle technischen Hilfsmittel seiner Anstalt für die 
Herstellung dieser Karte möglichst auszunützen. 

Was die Orthographie der Ortsnamen betrifft, so habe ich mit Rücksicht 
auf das praktische Bedürfniss bei jedem Orte jene gewählt, welche von den Be- 
Wohnern desselben selbst angewendet wird, mit Ausnahme der grösseren Städte, 
Wo im Falle eines wesentlichen Unterschiedes, die Namen in beiden Landessprachen 
angeführt erscheinen. 

An dem zweiten Blatte dieser hypsometrischen Karte von Böhmen, welche 
das ganze Riesengebirge, sowie die südlichen Ausläufer desselben bis südlich von 
Jitin und Josefstadt enthalten soll, wird bereits gearbeitet, da die Messungen in 
diesem Terrain in den Jahren 1867 und 1868 durchgeführt und beendet wurden. 

Zum Schlusse erübriget dem Verfasser nur noch die angenehme Pflicht 
allen Jenen, welche dieser Arbeit ihre Unterstützung geliehen, seinen Dank auszu- 
Sprechen. Vor allem gebührt derselbe seinen beiden Mitarbeitern bei den Ver- 
Messungen der Jahre 1864 und 1865, nämlich seinem ehemaligen Assistenten Herrn 
Josef Krist en, gegenw. fürstl. Auersperg’schen Bau-Ingenieur, und dem Ingenieur 
Herm Carl Freiherrn von Callo t, welche beide in uneigenniitzigster Weise 
einen grossen Theil ihrer Zeit den Hóhenmessungen gewidmet haben; ferner dem 
hohen k. К. Kriegsministerium, sowie dem Direktor des k. k. milit.-geograph. 
Institutes in Wien, Herm. Feldmarschallieutenant von Fligely, durch 
dessen Verwendung und Interesse an unserer Arbeit das h. Kriegsministerium sich 
veranlasst sah, dem Landesdurchforschungs-Comité zu seinen Arbeiten die photo- 
Sraphischen Copien der k k Mappirung um den Erzeugungspreis zu bewilligen 


aus welchen die Distanzen für die trigonometrische Berechnung genommen werden 
konnten, Nicht minder muss der Gefertigte seinen besonderen Dank sagen dem 
hohen königl. sächsischen Finanzministerium, welches ihm die Be- 
willigung. ertheilte, die Höhenmessungen in der Vermessungsabtheilung des sáchs. 
Katasters in Dresden durchzusehen und zu benützen, sowie den Directionen jener 
Eisenbahnen, deren Tragen in das hier beschriebene Gebiet fallen, insbesondere der 
k. k. Staatseisenbahngesellschaft und der Südnorddeutschen Ver- 
bindungsbahn, welche letztere ihm nicht blos ihre Profile zur Disposition stellten, 
sondern zum Behufe der Vermessungsreisen auch freie Fahrt auf ihren: Strecken 
gewährten. Besondere Beiträge endlich erhielt der Verfasser auch noch von den 
Herren Guiden-Lieutenant Johann Brückner in Dresden, Forstmeister D un d 
in Böhm. Kamnitz und Prof. Hackel in Leipa, wie auf S. 145 u. 8. w: ausge- 
führt ist. 


Prag, Ende September 1869. 


Carl Koristka, 
Vorstand der topographischen Abtheilung 
der Landesdurchforschung von Böhmen, 


INHALT. 


ERSTE ABTHEILUNG. 


Das Terrain und die Höhenverhältnisse des Mittelgebirges dann des Sand- 
Stein- u. Schiefergebirges im nördl. Böhmen. (Sectionsblatt IT der Landesdurchforschung.) 


\ Seite. Seite. 
rb т о a TAAR nv ORL Bach, Der östliche Flügel des nordb. Sand- 
2 Allgemeine Uebersicht . . . so «g H ВЕСОВ uu d a doe dE 
B Á s лы кү S "T M $ 13. Die südl. Auslüufer des Lausitzer 
Bey Nor Flügel des Mittelgebirges . P CSS t bela os xo t E 
9 6. Nordinin i б e d bi 8.14. Das Jeschkengebirge ^. . . . . . . 98 
$^ r. Dae Düker ond das Teplitz- "Karbitzer & 15. Das Isersandsteinplateau zwischen 
Becken . |. 58 | Auscha, Weisswasser und Liebenau . 107 
{ н he o ips Flügel des Erzgebirges Ké | & 16. Die nordöstl. Ausläufer des Zbän- 
| . )öhmische Sandsteingebirge 66 | Waldes ‚айай, ea 1 
| $. 10. Der westliche Flügel des nordb. Sand- | 3 
| steingebirges . . . " 69 | $..17, Allgem. Schlussbetrachtungen (ого- 
| $. 11. Die Centralgruppe dés neci. Sands | graphisch, hydrographisch, strategisch 
| BOING OMED M, PRAG «к, , n. . 89 | und taktischrodwome W. e «+ +. + 199 
| Ansichten und Skizzen zur ersten Abtheilung. 
| 1, Dag Elbethal am Schreckenstein im Farbendruck. Titelbild. Seite. 
| " Der grosse und der kleine Bösig „ i ай. SdMesodor| A BEWA. e. . v . 129 
| 3. Die Mileschauer Gruppe vom Teplitzer Schlossberg im HolgiehnietioddoplQU sn. . « . HS 
| ^. Der Biliner Stein oder Bořen vom Herrenhübel » ” EC Ee 
| 5. Sattel zwischen Erz- und Mittelgeb. bei Königswald „ » mue 52 
6. Der Tetschner Schneeberg mit seinen Ausliufern |; | VOU Dai sd TEN 
| 7. Der Rosenberg von den Höhen bei Schemmel » » Sus cM OE. 
| 8. Der Felsenkessel von Dittersbach vom Tonsberg * ^ EUER NR A 
| 9. Das Jeschkengebirge von den Reichenberger Höhen ,, T SCARE 
| 10. Das Plateau von Weisswasser von Brejlow " » i sU E а ШШ 
11. Durchbruch der Iser bei Kleinskal von Lab » " T Eu peciit 
| 12. Die Ränder des Iserthales bei Münchengrätz » » a te eaten Mr 
| 13. Das Platenu des Rip oder Georgsberges » ie уи 127 
14, General-Ansicht des Leitmeritzer Mittelgebirges in Stelndruck v es eel) MRNA Schlusstafel 
Längen- und Querprofile durch das hier beschriebene Terrain. . . . М AN | 
Längenprofile der wichtigsten Thäler " » E A K ” " 


| 
n 
i 


ZWEITE ABTHEILUNG. 


Erste Serie gemessener Höhenpunkte in Böhmen (Sectionsblatt II der Landesdurchf.) 


Einleitung А 
1. Umgebung von Ha 
ckenau . 


Seite. 
KANN AE, ole LA 

uinspach und Schlu- 
. 149 


2. Umgebung v. Nixdorf und Zeidler , . 150 
3. Umgeb. v. Rumburg u. Alt-Georgswalde 152 


4. Umgebung v. Enge 


Isdorf u. Friedland. 155 


5. Umgebung v. Herrenskretschen . . . . 157 


6, " » Dittersbach u. Kreibitz . 158 
7. e » Schoénlinde u.Georgenthal,161 
8. " „ Zittau (Sachsen) ... . . 109 
9. è » Grottau ц; Reichenau ... 164 
10, 4 » Linsiedel u, Raspenau. .. 166 
11, " „Retour id AG.) 168 
pas К » Tetschner-Schneeberg . . 168 
18, м OSTEN 1» 1217 3 (170 
14. » „ BolmKamt.*...179 
15. d » Hayda u Zwickau . . 174 
16. я » Gabel. + s e 8990490), 176 
17, » » Kraigülowrsddosol se „1478 
18. " s, NERA DOLE «ero cer 480 
19. T » Niklasberg u. Zinnwald . 183 
20. Я » Graupen u. Karbitz . :.: ..184 
2L " » B.-Kahn u. Nestersitz . . 186 
22. » » Reichen u. Dengen . . 188 
98. y » Sandau п. Politz . .'; . 190 
24. p » B.-Leipa u. Reichstadt . 191 
25. ” » ‚Wartenberglosinlat pup , 194 
26. m » Oschitz u. Jeschkenberg . 195 
By, & » Langenbruck u. Liebenau 197 
28. e » Dux m: Тер vn va 800 
99. ^ » Schönau u. Türmitz . . . 908 
30. a » Aussig u. Proboscht |... 205 
31. iy » Geltschberg п. Wernstadt 208 


HÖHRNKARTE 


mit 25 Meter Schichtenhöhe im Maassstabe von 1 


32. Umgebung v. 


33. 


Auscha u. Graber . 
Habstein . 


Niemes п. Hühnerwasser 
‚ 214 


10 


Gablonz u. B.-Aicha 
Turnau u. Lastiboric 


Bilin hu 
Mileschau TN h 
Lobositz u. Leitmeritz 


Ruschowan u. Liebeschitz 
290 


., 228 


Hrobitsch u. Tuhan . 
Dauba u, Hirschberg — 
Schlossbisig u, 
ТИРЕШ Sst o Y ais 
Miinchengriitz 
Mužský u. Vysker 


Hochpetsch и, Liebhausen 


ДОКИ EE, ie qum 
Chotěšov u. Doxan 
Raudnitz u. Gastorf ... 
Wegstüdtl u. Medenost 
Widim u. Mšeno. 

Kl. ‚Bösig u. Skalsko 
Kosmanos u, Backofen 


Fürstenbruck u. Sobotka 


Postelberg u. Тап... 
. 255 
. 256 
. 267 
. 869 
. 261 


4 203 


Slavétin u. Dee. 
Libochovic u. Budyn 
Georggberg oder Rip ` 
Beikovic u. Mélník . 
Nebuzel u. Repin . 
Vtelno u. Bezno `... 


Jungbunzlau. u. Dobravic 


Březno: u. Rokytan 


200.000, 


(Sectionsblatt IT der Landesdurehforschung.) 


Weiss- 


Seite. 
210 
NN 


218 


. 219 
. 221 


. 223 


99D 
Aat 


231 


. 234 


> 
‚ 286 


238 
240 


. 242 


243 


. 244 
. 246 
„248 
e 249 


251 


253 


264 


266 


DAS TERRAIN 


DIE HÖHENVERHÄLTNISSE 
Mittelgebirges, des Sandstein- und des 
Schielergebirges 


IM NÖRDLICHEN BÖHMEN. 


Sectionsblatt II der Landesdurchforschung. 


§. 1 Einleitung. 


4 Die Aufgabe, deren Lösung mir das Comité für die naturwissenschaftliche 
Durchforschung von Böhmen übertragen hat, besteht darin, dureh eine möglichst 
grosse Zahl zweckmässig vertheilter Höhenmessungen und Nivellements eine richtige 
Kenntniss der Höhenverhältnisse des Landes zu erhalten ; und es hat diese Aufgabe 
zunächst eine praktische Bedeutung, insoferne von der Höhenlage des Bodens zum 
Theile sein Werth, seine Bonität in land- und forstwirthschaftlicher Hinsicht, von 
dem Steigungsverhältniss der Flüsse und Bäche die für industrielle Unternehmungen 
verfügbare Wasserkraft, von dem Ansteigen der Thäler und ‚von der relativen Höhe 
der Sättel die Richtung: der Communieationslinien abhängt. 
Aber sowie jede grössere Summe beobachteter und sichergestellter That- 
Sachen oder Eigenschaften eines Naturobjectes zu weiteren ursprünglich nicht ge- 
Suchten Schliissen und Folgerungen führen kann und muss, so ist auch im vor- 
„senden Falle die grosse Zahl der auf einem verhältnissmässig wenig ausgedehnten 
Frain gemachten Messungen ein viel zu anregendes Material, als dass man sich 
nicht versucht fühlen sollte, dasselbe, abgesehen von seinem praktischen. Werthe, 
unter einem höheren, allgemeineren Gesichtspunkte zu ordnen und aufzufassen. 
Und dieser allgemeinere Standpunkt ist hier jener der äusseren Form der 
Bodenoberfläche oder des Terrains, im wissenschaftlichen Sinne dieses Wortes 
Senommen. So sonderbar es vielleicht Manchem klingen mag, so ist es doch nicht 
Minder 8ewiss, dass wir im Verhältnisse zu anderen natürlichen Gebilden z. B. den 
| Jemen, den Pflanzen, die verschiedenen Formen der Bodenoberfläche noch immer 
Nur Wenig kennen; und dass dies insbesondere mit unserem Vaterlande 
öhmen der Fall ist, davon werde ich noch weiter unten sprechen. Zwar besitzen 


Wir di ul, | d | i 
li die vorzüglichen Aufnahmen unseres geographischen Corps, allein trotzdem 
eg : і { \ А ) 

selben zu den besten Leistungen ihrer Zeit gehören, so leiden sie doch an dem 


SeMeinschaftlichen Mangel dieser Arbeiten, nämlich dass die Ausdehnung in die 
d nur für zwei ganz nahe liegende Punkte beilüufig erkannt werden kann, dass 
; Jedoch nieht im Stande ist, einen richtigen Ueberblick eines grösseren Terrain- 
mitten, und des mit der relativen Höhenlage seiner Glieder wechselnden Cha- 
ACCEL 


derselben zu erlangen. 
Die Schuld an diesem Uebel ist vorzüglich in dem Mangel einer hinrei- 
n Anzahl gleichmässig vertheilter Hóhenmessungen zu suchen, welchen man 


1 


chende 


2 I. 


allerdings in neuester Zeit bereits erkannt hat, und auch bei den jetzigen topo- 
graphischen Aufnahmen fast allerorts, und auch bei uns zu verbessern sucht. Allein 
diese Einsicht rührt erst von gestern her, und es können von derselben daher auch 
nur die jetzt ausgeführten Arbeiten Gewinn ziehen. 

Man suchte diesen Mangel dadurch zu beseitigen oder weniger fühlbar zu 
machen, dass man verschiedene Hypothesen über die Bildung der äusseren Formen 
der Erdoberfläche, wie sich uns dieselbe jetzt darstellt, aufstellte, indem man bei 
Annahme einer solchen Hypothese immer auch indireet gewisse Schlüsse über die 
Höhenverhältnisse der einzelnen Terrainglieder machen konnte. So entstand “(lie 
Abspülungstheorie, die Ueberfluthungstheorie, die Hebungstheorie , die Einsturz- 
theorie u. s. w. Ohne Zweifel hatten dieselben alle eine gewisse Berechtigung; 
insoferne die Verfasser Gegenden vor Augen hatten, wo die vorausgesetzte Bildungs- 
weise vorherrschend vorhanden war. Allein indem sie ihre Ansichten auf die pil- 
dung der Oberfläche der ganzen Erde übertrugen , verschlossen sie ihr Auge vol 
den unzähligen Fällen, wo die Natur denselben widersprach, oder veränderten die 
Naturformen in ihrer Weise, was sie eine Verbesserung oder Correction nannten, 
und täuschten so sich selbst, sowie alle Jene, welche sich um diesen Gegenstand 
interessirten , was um so leichter gelingen musste, als die einzige wirkliche Con- 
trole, die Kenntniss der relativen Höhenverhältnisse, überall fast gänzlich fehlte. 

So haben wir nun heutzutage ein wahres Chaos in der Terrainlehre vor 
uns, aus welchen uns nur eine streng geometrische Auffassung der Frage heraus“ 
führen kann; denn nicht darum handelt es sich für uns, wie das Terrain gebildet 
wurde, was eine zum grossen Theile nur von den Geologen zu beantwortende Frage ist, 
sondern darum, wie das Terrain überhaupt beschaffen ist, welche Formen als be 
stimmende, als Characterformen, welche als Neben- als abgeleitete Formen zu be 
trachten sind, welche Uebergänge und Beziehungen zwischen denselben wirklich 
vorkommen, oder doch vorkommen können. Denn dass Alles dies nicht etwas blos 
Zufälliges ist, sondern auch hier bestimmte Bildungsgesetze , wie überall in del 
Natur herrschen, bezweifelt kaum Jemand, der mit empfänglichem Blicke für Forme! 
und Grössenverhältnisse verschiedene Linder bereist und kennen gelernt hat. 

Freilich wohl ist die empfohlene Methode eine mühevolle und nur langsam 
zum Ziele führende, und es wird immerhin noch Vielen bequemer erscheinen, am 
Schreibtische von Anderen gemachte Terrainaufnahmen zu corrigiren , anstatl 
Monate, ja Jahrelang von Kuppe zu Kuppe zu steigen, und Tausende von Mes 
sungen zu machen und zu berechnen, die Natur aber uncorrigirt zu lassen. Allein 
in den anderen Naturwissenschaften hat man diesen Weg der Beobachtung , de! 
Messung längst eingeschlagen, und er hat auch dem Ziele immer näher und 
nüher geführt. 

Bóhmen ist, wie nicht leicht ein anderes Land in Europa, ein in Bezuß 
un? 


auf sein Terrain so abgeschlossenes Ganzes, und zeigt andererseits, wie wir 
auch schon aus den in den folgenden Blättern beschriebenen Terraingebieten über“ 
zeugen werden, in seinem Inneren eine so mannigfache und reiche Gliederung seine! 
Formen, dass eine in der oben angedeuteten Richtung ausgeführte Detailaufnahm" 
ein gewiss beachtenswerthes Material zu einer besseren Begründung einer rationelle” | 
Terrainlehre liefern dürfte, und dies ist die rein theoretische, die wissenschaftlich 


І 3 


Bedeutung der mir von der Landesdurchforschung übertragenen Arbeiten, auf welche 
hinzuweisen und zurückzukommen mir noch später Gelegenheit geboten werden wird, 

Allein der unmittelbare Zweck dieser Arbeit bleibt doch, wie eingangs 
bemerkt, die Verwerthung des praktischen Momentes derselben, als welche ich im 


Allg 
ihre 
Und 
Sein 


emeinen die richtigere Erkenntniss der Terrainverhältnisse des Landes, und 
Ausnützung im Interesse und zum Wohle seiner Bevölkerung bezeichnen möchte. 
m dieser Richtung etwas Nützliches zu leisten, dürfte weit weniger schwierig 
als in jener; denn so vorgeschritten unser Land in mancher anderer Bezie- 
hung ist, eine richtige Vorstellung von der Oberflächen-Gestaltung desselben be- 
Sitzen leider und zum erossen Nachtheile des Landes, ja des ganzen Staates nur 
sehr Wenige. 
] Trotz seiner bedeutenden Industrie ist Böhmen noch immer ein vorherrschend 
КАШ Land. Von seiner gesammten Bodenfläche von 909:9 ‚österr. Quadrat- 
po erde 399 Nahen MET nahe 50 Sen zu Ackern , 9d Q.-M. (12:5 
di^ 5 Wiesen, 61 Q.-Meilen (8 më E Weiden und 281 Q.-Meilen (also nahe 
24 als Wald verwendet. In allen Seehöhen finden wir die productive Boden- 
äche vertheilt, von dem 400—500/ über dem Meere befindlichen fetten Weizen- 
oden des breiten Elbthales bis zu der kümmerlichen Hafer- und Kartoffel-V ege- 
tation der Abhänge des Riesengebirges und des Böhmerwaldes, welche man noch 
rs Seehöhen bis 3000° und darüber antrifft. Ebenso finden wir in Böhmen den 
Segen die Wechsel der Seehöhe weniger empfindlichen Wald in allen Höhen bis 
über 4000 vertreten, 

Nun weiss aber jeder Land- und Forstwirth, dass unter übrigens gleichen 
Umständen in höherer Lage für die Vegetation im Allgemeinen ungünstigere Ver- 
Yältnisse herrschen, was bekanntlich hauptsächlich davon herrührt, dass sowohl die 
Luft- als auch die Bodenwärme umsomehr abnehmen, in einer je grösseren Seehöhe 
Man sich befindet. 

Nach den Berechnungen des Meteorologen C. Fritsch beträgt die Abnahme 
yii, етеп Jahres-Temperatur im mittleren Böhmen für eine Erhebung von 10 

m. Klafter 0:056 Grad Reaum. Dies giebt für eine Erhebung von 100 Meter 


03 (ai nigga 1 1 i AU 1 
U or R., somit für den in Böhmen zwischen dem tiefsten Punkte bei Herrns- 


kretse A ү i 

letschen und der Schneekoppe stattfindenden Höhenunterschied von 1500. Meter 
eu rm "T i. M і An M . . 

| 1¢ Temperaturdifferenz von 45 Gr. R. Nimmt man nach Fritsch für die mitt- 
ere 


ur Jahrestemperatur von Prag + 7:66 Gr. R. bei einer Seehöhe von 198 Metern 
De W. Fuss, so ist man im Stande nach der Formel: 166 "n h X 0:003 die 
Mere Jahrestemperatur für jeden der im nachfolgenden Verzeichnisse angege- 
ii nepunkte Au berechnen, wenn anstatt h der Höhenunterschied gegen Prag 
ern gesetzt wird. Jedoch ist zu bemerken, dass nicht die Seehöhe allein, 
Sondern 


auch die Formen des Terrains, die Configuration des Bodens auf die mitt- 
ere 


 Jahrestemperatur von nicht unbedeutendem Einflusse ist, so dass «dieselbe auf 
wl"? Bergen oder in gegen die kalten Winde ungeschützter Lage etwas nie- 
"Tiger, hingegen auf ausgedehnten Plateaus, oder in geschützten Lagen etwas grösser 
sem Wird, als dies die obige Formel angibt. 

b Auch der mittlere jährliche Niederschlag hängt zum Theile von der Erhe 
ung des Bodens über die Meerestläche ab, indem jener mit dieser zu- und ab- 


1 * 


4 I. 


nimmt, auf Grund welcher Betrachtungen sich der praktische Werth der nachfol- 
genden Arbeit für die Land- und Forstwirthschaft bewrtheilen lässt. 

Das nächst wichtige Moment ist das industrielle und commerzielle unseres 
Landes. Böhmen produzirt jährlich nahe an 50 Millionen Centner Stein- und 
Braunkohlen, also die Hälfte dessen, was die gesammte austro-ungarische Monarchie 
erzeugt. Der grösste Theil davon bleibt im Lande und dient den vielen industriellen 
Unternehmungen zur Erzeugung der Dampfkraft, zugleich einen Maasstab abgebend, 
auf welch’ hoher Stufe sich die Industrie in Böhmen befindet. Nur um jene Kohlen- 
massen aus den fünf Kohlendistrieten des Landes in die Industrie-Bezirke zu bringen, 
ist ein ausgedehntes Communicationssystem wünschenswerth und nothwendig. Wie 
erst, wenn man die grossartige Bewegung der anderen Roh- sowie der Industrie- 
producte berücksichtigt, von denen die böhmischen der Qualität nach den ersten 
Rang unter allen Ländern der Monarchie einnehmen, einige wie z. D. die Bier- 
production ein Drittheil, andere wie die Zuckerfabrication sogar die Hälfte der 
gesammten Erzeugung, Ungarn mitgerechnet, betragen. 

An guten Strassen fehlt es zwar in Böhmen nicht, denn es besitzt mehr 
als 2500 Meilen solcher Kunststrassen in gutem, fahrbarem Zustande , allein die- 
selben sind sehr ungleich im Lande vertheilt, und es unterliegt keinem Zweifel, 
dass, wie dies auch fortwährend geschieht, in bisher in dieser Richtung vernach- 
lässigten Gegenden noch sehr viele Strassenzüge werden in’s Leben gerufen werden. 
Noch mehr gilt dies von den Eisenbahnen, in deren ursprünglicher vor 2 Decen- 
nien erfolgten Anlage man so unverzeihliche handelspolitische und strategische 
Fehler nicht nur gegen Böhmen sondern gegen den Gesammtstaat begangen hat. 

Erst in neuester Zeit beginnt man, obwohl leider mit der bei uns gewöhn- 
lichen Schwerfälligkeit, diese alten Sünden einigermassen zu corrigiren, und die 
Bahnen in den von der Natur und den commerziellen Interessen vorgeschriebenen Rich- 
tungen zu bauen. Aber wir sind hier erst am Anfange der Dinge, denn in dieser 
Beziehung hat Böhmen eine grosse Zukunft, da es im Mittelpunkte einer grossen 
Zahl europäischer Hauptverkehrslinien liegt, die durch den Bau von Eisenbahnen an 
sich zu ziehen in seiner Macht liegt. Verbinden wir die Punkte 1. Bremen, Leipzig; 
Pest, Bukarest, 2. Hamburg und Wien, 3. Kopenhagen, Berlin, Graz, Fiume, 
4. Stettin, Triest, 5. Warschau, Breslau, Regensburg, Genf und Lyon, 6. Krakau, 
Frankfurt, Paris, durch gerade Linien, so gehen dieselben alle durch Prag oder 
nahe bei Prag vorbei, und man erhält so sechs Hauptverkehrslinien, welche in’s 
Leben zu rufen, und dem Lande zu sichern, nur eine Frage der Zeit ist. Somit 
sind wir mit dem Ausbau unserer Communicationslinien lange noch nicht fertig, 
und es wird sich daher noch eine lange Reihe von Jahren darım handeln, zwischen 
verschiedenen Punkten im Lande die dem Terrain angemessensten, daher auch 
billigsten und zweckmässigsten Linien zu ermitteln. In dieser Beziehung aber 
bietet eine Schichtenkarte, und die Kenntniss der Höhenlage der Thäler, namentlich 


aber der Sattelpunkte die besten, ja die einzigen Anhaltspunkte der Beurtheilung 
der besten Richtung dort, wo mehre Fälle möglich sind. So wie aus der beilie- 
genden Tafel, welche die Längenprofile der wichtigeren Thäler des nördlichen Böh- 
mens gibt, es möglich wird, sich sogleich das Gefälle derselben an jedem beliebigen 
Punkte in Prozenten zu bestimmen, so wird man mit Hilfe der Schichtenkarte in 


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Terrains, welche nach ihrem natürlichen Zusammenhange zu dem nächsten Blatte 
gehören, auch dem Texte desselben vorzubehalten. 


Freilich werden wir dadurch kein abgerundetes Bild des ganzen Landes 
erhalten ; natürlich zusammenhängende Theile desselben werden nicht immer zusammen- 
hängend behandelt werden können. Allein dies ist auch nicht der Zweck der vor- 
liegenden Arbeit. Vielmehr soll diese nur das Materiale, die Bausteine, gleichsam 
ein Archiv der natürlichen Beschreibung Böhmens bilden, aus welchem später 
nach seinem Abschlusse es unschwer sein wird, ein richtiges und klares Gesammt- 
bild zusammenzustellen, 


Und so möge es mir nun gleich gestattet sein, einen kurzen Ueberblick 
des Gebietes zu geben, dessen Behandlung durch die in den ersten beiden Jahren 
1564 und 1865 der Landesdurchforschung ausgeführten Arbeiten möglich wird, 
und dessen Gränzen in der beiliegenden Karte enthalten sind, wobei ich wohl 
mit Recht bei dem Leser die allgemeine Bekanntschaft mit den Hauptgebirgen 
des Landes voraussetzen kann. 


Dieses ganze, sowohl durch den pittoresken Bau seiner Gebirge, die reiche 
Gliederung und die landschaftlichen Reize seines Terrains, wie auch durch die 
geologische Structur seines Bodens hochinteressante Gebiet des nördlichen Böhmens 
erstreckt sich, wenn man die unmittelbar angränzenden Landstriche hinzurechnet, 
über eine Fläche von etwa 134 österr. Q.-Meilen. Ein Blick auf dieses Gebiet 
zeigt uns 

1, ein im Südwesten zwischen Laun und Bilin beginnendes, und in einem 
sanften Bogen nach Nordost bis über Bensen und Sandau hinaus sich fortziehendes 
Gebirge, welches nur in seinem Centrum einen engen Durchbruch zeigt, und dessen 
Gipfel sich durch ihre kegelförmigen Kuppen weit am Horizonte abzeichnen. Es 
ist das böhmische Mittelgebirge, von den Geologen auch das Leitmeritzer Mittel- 
gebirge zum Unterschiede vom Duppauer genannt. Von diesem zumeist aus 
Basalt und Phonolith bestehenden imposanten Gebirgszug, dessen zusammenhängende 
Rücken eine Meereshöhe von nahezu 1600 Fuss, und dessen höchste Gipfel 2000 
bis 2600° Seehöhe besitzen, wollen wir zuerst sprechen; denn er gibt dem ganzen 
Gebiete seinen Character, und selbst dort, wo seine eigenthümlichen Formen 
nicht unmittelbar sichtbar sind, erkennt man seinen Einfluss in den allenthalben 
wahrnehmbaren Störungen, (theils Hebungen, theils Senkungen und Dislocationen) 
der ursprünglichen Lagerung der angränzenden Terraintheile. Auch sendet derselbe 
seine Vorposten, isolirte kegelförmige Berge, strahlenförmig nach allen Richtungen, 
aus, und dieselben durchbrechen ebenso die Gneise des Erzgebirges, wie die Granite 
des Lausitzer Rückens, und sitzen im Osten und Süden allenthalben auf den Sand- 
steinplateaus auf, deren höchste Platten sie vor der gänzlichen Abspülung gerettet 
und festgehalten haben. Dieses Gebirge hängt nur an seinem nördlichen Ende 
mit den böhmischen Gränzgebirgen einigermassen zusammen, obwohl man vom 
orographischen Standpunkte auch hier dasselbe durch eine Tiefenlinie, nämlich jene 
des Polzenthales zwischen Bensen und Leipa abgränzen könnte, auf allen anderen 
Seiten wird das Mittelgebirge theils von breiten Thälern wie auf der Nordost- 
und der Südseite, theils von niedrigem Plateauland wie auf der Ostseite um- 


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schlossen. Erst hinter diesem niedrigen Terrain ragen auf der Nordwest-, Nord- 
und Nordostseite die nordböhmischen Grünzgebirge empor. 

2. Von diesen ist, wenn wir im Westen beginnen, zuerst das nordöstliche 
Ende des E zgebirges zu bemerken, welches zwischen Klostergrab und Kónigswald 
steil aus dem Thale emporsteigt, einen langgezogenen, flachen etwa 2500° hohen, 
nach Nordwest, gegen Sachsen sehr sanft abfallenden, zumeist aus krystallinischen 
Schiefern bestehenden Rücken bildet, und bei Tyssa unmittelber mit dem nord- 
böhmischen Sandsteingebirge in Verbindung steht. Zwischen diesem und dem 
Mittelgebirge befindet sich eine 1 bis IL Meilen breite Thalfurche, wegen ihrer 
Braunkohlenlager das Teplitz-Karbitzer Becken genannt. 

3. Auf der Nordseite ist es zuvörderst das Sandsteingebirge, im Westen 
Aus älteren, im östlichen Theile aus jüngeren Sandsteinen und Plänern der Kreide- 
formation gebildet, welches durch seine in mehreren Stufen aufsteigenden, lang- 
se40genen Wände, durch seine engen, vielfach gebrochenen Thäler, seine malerischen 
l'elsengruppirungen dem Terrain einen ganz besonderen Character verleiht, welcher 
bereits an den Tyssaer Wänden und dem hohen Schneeberg bei Tetschen sich be- 
merkbar macht, obwohl dieser Theil von manchen Geographen noch zu dem Erz- 
Bebirge gezählt wird. Von hier aus in einem grossen Bogen, die süchsisch-bóhmische 
Schweiz bildend, dann die Lausche, den Oywin und den Hochwald einschliessend, 
zieht sich das Sandsteingebirge bis an den Fuss des Jeschkengebirges, dessen 
Südwestliche Ausläufer dasselbe, immer niedriger werdend, in mehreren Parallel- 
Rücken bildet. 

4. Dieses hohe Sandsteingebirge lehnt sich im Norden an das Lausitzer 
Granitgebirge, im Nordosten aber an das in einem schmalen bis 3000’ sich erhe- 
benden Rücken des von Nordwest nach Südost streichenden Thonschiefergebirges 
des Jeschken an. 

5. Im Südosten des ganzen Gebirges finden wir einen 1000 bis 1200 
hohen etwa 1 bis 2 Meilen breiten plateauförmigen Rücken zwischen Liebenau 
"nd Mšeno, welcher vom Jeschkengebirge parallel zum Mittel und Erzgebirge sich 
abzweigt, meist aus Sandsteinen der mittleren Stufe der Kreideformation gebildet 
ist, bei Mšeno aber unter einem rechten Winkel sich nach Nordost wendet und 
bei Bleiswedel mit dem Mittelgebirge zusammenhängt. Von dieser Bodenanschwellung 
einerseits, von dem Mittel- und dem nördlichen Sandsteingebirge andererseits wird 
eine ausgedehnte beckenförmige Vertiefung, das Becken von Hirschberg-Leipa, ein- 
geschlossen. 

6. Die eben bemerkte langgestrekte Plateaubildung wird im Südwesten 
dureh das tiefe und breite Elbthal, im Osten durch das Iserthal unterbrochen, setzt 


Jedoch auf dem entgegengesetzten Thalabhang der Elbe fort, und bildet hier in 


drei zu einander parallelen, naeh Südwest streichenden Streifen die südöstlichen 
Abfälle des Mittelgebirges gegen die Eger, ferner die plateauförmigen Rücken des 
Zban- Waldes, endlich das Plateau des Rip oder Georgsberges. 

7. Auch östlich von der Iser erhebt sich das Terrain bald wieder und 
bildet im nördlichen Theile die aus den jüngeren Schichten der Kreideformation 
bestehenden, durch fast senkrechte Felswände abgegrünzten Plateaus von Gross- 
Skál, Vysker und Mužský, im südlichen Theile jedoch den flachgewölbten Rücken 


10 d 


von Chlomek, Kopanina und Sobotka. Noch fällt auf die Karte das obere Neisse- 
und Wittig-Thal, sowie der nordwestliche Flügel des Isergebirges zwischen Reichen- 
berg und Friedland. Allein dies Terrain gehört schon mehr zu dem Gebiete des 
Riesengebirges und will ich dasselbe daher auch passender bei diesen behandeln. 
Die ebengenannten Erhebungen und Vertiefungen des Bodens prägen dem 
ganzen Gebiete, von welchen gesprochen werden soll, seinen eigenthümlichen Character 
auf, und dieselben sollen daher auch, etwa in derselben Ordnung, wie sie eben 
aufgezühlt wurden, besprochen werden; und zwar in der Weise, dass jedesmal 
vorerst die Grundform, der Hauptrücken, sein Relief, sein Zusammenhang mit den 
anderen Hauptformen beschrieben, hierauf seine innere Gliederung, die Richtung, 
Verbindung jedes Gliedes, die Höhen- und die Tiefenlinien (Quer-Rücken und Quer- 
ег) auseinandergesetzt werden soll. In agricoler Beziehung wird dabei die 
mittlere Erhebung des Bodens über das Meer und die Böschungswinkel desselben, 
in technischer Beziehung werden die Wasserscheidelinien und die Sättel von beson- 
derem Interesse sein. 

Bei der Aufzählung der verschiedenen characteristischen Hauptformen 
habe ich auch die (Gesteine, aus welchen sie gebildet sind, genannt. Dies veran- 
lasst mich, noch einige Worte über das Verhältniss zu sagen, in welchem ich mir 
die Terrainlehre zur Geologie denke. Insoferne die erstere blos die äusseren 
Formen der Bodenoberfläche, die letztere hingegen den inneren Bau, die Zusammen- 
setzung desselben zum Gegenstande ihrer Forschung macht, sind beide selbständige 
Zweige der Erdkunde; insofern jedoch die letzteren Momente auf die äusseren 
Formen von Einfluss sind, und daher auch umgekehrt aus diesen in manchen 
Füllen auf jene geschlossen werden kann, hängen beide Wissenszweige mit ein- 
ander zusammen, und erscheint daher auch eine gegenseitige Berücksichti- 
gung geboten. 

Wir betreten hier ein sehr strittiges Feld, und ich muss befürchten, dass 
meine Ansichten über diese Frage weder den vollen Beifall der reinen Terrain- 
lehrer, noch jenen der Geologen erringen werden. Um so mehr muss ich dieselben 
kurz darlegen. 

Die Terrainformenlehre als solche kann sich mit der trockenen Beschreibung 
der wirklich aufgenommener Formen nicht begnügen, wenn dies auch ihre erste 
Aufgabe ist, sie muss vielmehr die Abhängigkeit der Gliederung bis zum Terrain- 
elemente hinab von gewissen Grundformen aufsuchen und feststellen, denn nur 
dann wird die Aufgabe der Terrainlehre erreicht sein, wenn man aus dem Vorhanden- 
sein gewisser Merkmale, oder Eigenschaften sichtbarer Formen auf die unbekannten 
oder nicht sichtbaren mit diesen jedoch zusammenhängenden wird schliessen können. 
Dies führt uns aber nothwendig auf die Bildungsursachen der Formen selbst zurück, 
welche zum Theile geologischer Natur (das Wort Geologie hier im engsten Sinne 
als Stratigraphie verstanden) sind. Diese Bildungsursachen können wir abtheilen 
in primäre (Ablagerung, Hebung oder Senkung in einer bestimmten Richtung) und 
secundire (Verwitterung, Abspülung, Ueberfluthung). Die Wirkung der secundären 
Ursachen aber hängt nicht von der Formation, von dem Alter der Gesteine ab, 
daher es eine ganz überflüssige Sache ist, wenn in vielen Lehrbüchern der Terrain- 
lehre aus der Geologie nichts weiter als eine Tabelle mit der Aufzählung der ver- 


12 I. 


der Mitte 3'/, Meilen besitzt. Als die beiden äussersten Endpunkte der Längen- 
ausdehnung móchte ich im Südwesten die drei Gruppen des Millayer, Rannayer und 
Hoblíkberges, im Nordosten aber den Kamnitzer Schlossberg und den Kleisberg 
bei Hayda bezeichnen. Als natürliche Begrünzung des Mittelgebirges können wir 
folgende Tiefenlinien betrachten: Im Norden das Eulauer Thal dann die von West nach 
Ost ziehende Bodeneinsenkung von Ohlisch über B.-Kamnitz bis Falkenau, im Westen 
das Karbitz-Teplitzer Becken und den Bielafluss, im Süden von Laun an die Eger, 
im Osten die Eger, den Atter-, Munker- und Bieberbach, dann die Einsenkung von 
Neuschloss über Leipa bis Hayda. Diese das Mittelgebirge rings umgebende Tiefen- 
linie ist nur an der Südostseite bei Bleiswedel durch einen sich an das Mittel- 
gebirge anschliessenden plateauförmigen Rücken, dem Schlusse des Sandsteinplateaus 
von Mseno und Weisswasser unterbrochen, während auf der Nordwest-Seite die 
Verbindung mit dem Erzgebirge durch einen breiten, sattelfórmig eingetieften 
Rücken zwischen Klein-Kahn und Saara vermittelt wird, im Nordosten jedoch hängt 
das Mittelgebirge bei Blottendorf mit dem Sandsteingebirge mittelst eines beinahe 
2000' hohen Rückens unmittelbar zusammen, Innerhalb dieser Gränzen bedeckt 
dasselbe eine: Fläche von etwa 19—20 Quadratmeilen. 

Obwohl der Kern des ganzen Gebirges Basalt ist, so ist doch die Physio- 
gnomie desselben nicht überall dieselbe, und man kann daher auch dasselbe jenach 
diesem verschiedenen äusseren Character in drei grosse Gruppen abtheilen, deren 
Gränzen ziemlich gut durch zwei Tiefenlinien, nämlich die Spalte des Elbthales 
zwischen Lobositz und Tetschen, und die Thallinie des Biela-Flusses bei Aussig, 
angegeben werden. Diese drei Gruppen sind demnach die südwestliche mit dem 
Centralpunkte des Mileschauer, die nordöstliche mit mehreren Centralpunkten wie 
dem Tambusch, dem Geltsch, dem Zinckenstein, und endlich die nordwestliche 
Gruppe mit dem Ohrner oder Lerchenberg als Knotenpunkt. Das Gemeinschaft- 
liche dieser drei Gruppen sind die grossen, isolirten kegel- und domförmigen 
Kuppen, meist aus Phonolith und Klingstein bestehend, welche auf die rückenför- 
mige Basaltmasse aufgesetzt sind. Das Unterscheidende aber ist, dass in der süd- 
westlichen Gruppe dieser Basaltrücken lang gezogen und verhältnissmässig ziemlich 
schmal ist, während in den beiden anderen Gruppen die Basaltmasse breite hohe 
Plateau’s bildet, so jedoch, dass dieselbe in der nordöstlichen Gruppe mannigfach 
durch Tiefenlinien zerschnitten und gegliedert erscheint, während die nordwestliche 
Gruppe ein ziemlich einfaches, compactes Ganzes darstellt. Von der obigen Gesammt- 
fläche von 20 Q.-Meilen entfallen auf den südwestlichen Theil 8, auf den nordöstlichen 
95 und auf den nordwestlichen Theil 2:5 Q.-Meilen. Die Hauptrichtung der Rücken- 
linie bei allen drei Gruppen streicht von SW nach NO, daher sind die diesem 
Gebirge eigenthümlichen Querthäler senkrecht darauf, d. h. im Allgemeinen von 
NW nach SO oder umgekehrt gerichtet. Auf der am Schlusse dieses Aufsatzes 
enthaltenen Tafel von verschiedenen Profilen findet sich auch eine von mir vom 
Ripberge gezeichnete Skizze des Mittelberges vom Hoblík bis zum Geltschberg 
gehend, welche ein ziemlich richtiges Bild der Bodenerhebung geben, und auch 
schon hinreichend deutlich den verschiedenen Character der ersten ynd zweiten 
Gruppe zeigen dürfte. Es möge nun die Beschreibung dieser drei Hauptzweige 
des Mittelgebirges folgen. 


14 T. 


säulenförmige Structur zeigt, nur die höheren kegelfórmigen Kuppen, wie der Mile- 
schauer, Kletschen, Franz-Berg, Boren u. s. w. bestehen aus Klingstein (Phonolith). 
Uebrigens findet man ziemlich bedeutende Massen tertiärer Gebilde , namentlich 
tertiären Sandstein hoch oben in den muldenförmigen Vertiefungen des Basaltes *). 
Der Fuss des ganzen Terraingebietes, aus welchem die Basaltmassen unter sehr 
steilem Winkel ohne Uebergang emporsteigen, wird auf der südöstlichen und west- 
lichen Seite durch ein sehr sanft ansteigendes wellenförmiges Terrain von j bis 
11 Meilen Breite, das in schmalen, niedrigen von Nordwest nach Südost streichenden 
Querrücken sich zum Egerthal herabsenkt, auf der nordwestlichen Seite aber durch 
eine kaum 4 Meile breite etwas höhere Stufe gebildet, welche ebenfalls in 
schmalen, aber kurzen Querrücken von entgegengesetzter Richtung ziemlich Steil 
in das Bielathal abfallen. Auf der Südostseite besteht der Boden aus sandigen 
Mergeln (Pläner, und zwar einem oberen Gliede der Kreideformation), über welchen 
sich jedoch an den Gehängen des Rosticer und Solaner Baches, auf dem Plateau 
zwischen Chotěboř und Vrbiéan, sowie in der Niederung zwischen Brozan und Lo- 
bositz diluviale Gebilde in grosser Ausdehnung ausbreiten. Die Gränze des ganzen 
Terraingebietes bildet hier der Egerfluss, welcher in einem etwa '/, Meile breiten 
Flussthale in vielfachen Windungen sich fortschlängelnd, von Postelberg bis Doxan 
eine Richtung von WSW nach ONO, von hier aber bis zu seiner Mündung 
in die Elbe bei Leitmeritz eine Richtung nach Nord einschlägt, so dass die allge- 
meine Hauptriehtung des Egerthales von Postelberg bis zu seiner Mündung in 
die Elbe dem Mittel- und dem Erzgebirge parallel geht, somit ein Haupt- oder 
Längenthal genannt werden muss. Seine Seehöhe am Beginne bei Leitmeritz 
beträgt etwa 450‘, und bei Laun etwa 530° sein, Gefälle ist somit, wenn man 
von den Windungen des Flussbettes absieht 1 : 1200 bis 1300 der Thallinge, 
Das linke Thalgehünge, welches den südöstlichen Fuss des Mittelgebirges 
bildet, erhebt sich fast überall in einer niedrigen, etwa 30—50 hohen Stufe meist 
ziemlich steil aus dem eigentlichen Thalweg, und zieht sich nach Nordwest allmälig 
bis zur Seehöhe von 850° bis 900° gegen die von Lobositz nach Liebhausen führende 
Chaussee, hinter welcher der Hauptrücken des Mittelgebirges unmittelbar empor- 
steigt, hat somit eine durchschnittliche Breite von 1} Meile, und ein mittleres Ge- 
fälle gegen das Hauptthal von etwa 1:60. Der Boden besteht, wie bereits bemerkt, 
aus jüngeren Plänergebilden (meist in dünnen Platten horizontal geschichteter 
Mergelkalk) an einzelnen Stellen, wie bei Dlazkowie mit granatenführenden Dilu- 
vien bedeckt. Sprünge und noch mehr Faltungen im Terrain, welche bei dem 
Emporsteigen des Basaltes senkrecht auf die Hebungsrichtung des letzteren entstanden, 
haben hier wie an so vielen anderen Orten zuerst den Niederschlagswässern 
gewisse gemeinschaftliche Abflussrichtungen gegeben, welche sich bei der verhält- 
nissmässigen Festigkeit des Bodens zu meist flachen muldenfómigen Thälern aus- 
tieften, die nur an ihren Mündungen in das Egerthal enger werden und steilere 
Uferwände erhalten, wo auch eine ältere Plänerbildung zu Tage tritt. Das Terrain 


*) Die ausführliche und genanere Schilderung der geologischen Verhältnisse enthält die I1. 
eologische Abtheilunp) des Arch ves der Landesdurchforschung. 
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ist, da in Wirklichkeit durch die Unterbrechung der Böschungslinie durch das Biela- 
Thal dieselbe an den meisten Stellen wohl doppelt so gross angenommen werden muss. 

Auf der östlichen Seite ist der Zusammenhang dieses Zweiges des Mittel- 
gebirges mit dem nordöstlichen nur durch die kaum 500 Klafter breite, tiefe 
Spalte des Elbthales unterbrochen, und kann daher hier von einem Fusse des 
Gebirges keine Rede sein. 

Betrachten wir nun den centralen, bereits oben bezeichneten Hauptrücken, 
welcher sich über das eben beschriebene Terrain erhebt, näher. In der Seehöhe 
von 850° bis 900° wird das Terrain rings gegen das Gebirge bedeutend steiler, 
und erhebt sich plötzlich unter einem Winkel von 15 bis 25 Graden, also mit 
einem Ste igungsverhältniss von 1 : 3, zu einer Seehöhe von 1200—1500, wo die 
Steigung abnimmt, und das Terrain in den etwa 2 Meilen langen plateauförmigen 
Hauptrücken übergeht, dessen Breite mehreremale zwischen 400 bis 3000 Klafter 
Wechselt. Auf der Südontueite bilden die Nebengruppen des Lobosch, Suttom und 
Kostial, dann des Werschetin, der Diakova und der Rissuter Berge eine Vorstufe 
des Hauptrückens, da sich hier das Terrain von 850° bis 1200° erhebt, dann aber 
nach dem Hauptrücken (NW.) zu auf eine grosse Strecke entweder in gleicher 
Höhe bleibt, oder sich sogar wieder etwas senkt, wie dies beim Lobosch und Suttom 
der Fall ist. Von dieser Stufe erst erhebt sich in der Linie von Boschney über 
Mileschau bis Starray die zweite Stufe oder der eigentliche Hauptrücken zur See- 
höhe von 1500—1600.. Auf der. Nordwestseite, deren interessantesten Theil man 
auf der beiliegenden Skizze der Mileschauer Gruppe überblickt, findet dies Verhältniss 
Nicht statt: vielmehr erhebt sich hier der Hauptrücken ohne merklichen Absatz 
unmittelbar zu der zulezt bezeichneten Seehöhe. 

Nunmehr können wir zur näheren Betrachtung der bereits oben angeführten 
Berggruppen übergehen, welche auf diesen Rücken aufgesetzt sind, und um welche 
herum sich natürlicherweise auch der Rücken in die Breite ausdehnt, während 
zwischen denselben sich die Einsen kungen, die Sattel- oder Uebergangspunkte 
befinden. 

Die hervorragendste von allen ist die schöne Centralgruppe des Mileschauer 
oder Donnersberges. Dieselbe bedeckt ein Terrain von einer halben Quadratmeile 
dessen Mittelpunkt der genannte Berg ist, und welches man sich durch eine über 
die Orte Pras kowitz, Roschulka, Mileschau, Palitsch, Lukow, Kostenblatt, Borislau 
Und Schiema geführte Linie begränzt denken kann, Aus dem Thale des Mileschauer 
Baches beim Kirchdorfe Mileschau und ebenso auf der entgegengesetzten Seite von 
der Hochfläche zwischen Borislau und Kostenblatt, erhebt sich aus einer Seehöhe 
‚von etwa 1100° in steilem Abhang ein basaltischer Bergrücken zu 1500° bis 1600" 
Seehöhe, Aus der Mitte dieser Basaltmasse steigt ein allseitig isolirter Bergkegel, 
aus Phonolith bestehend, bis zur Seehöhe von 2645 (855 Meter) mit einer an den 
steileren Stellen bis zu 30 Grad gehenden Böschungsfläche empor, der Grosse 

ileschauer oder Donnersberg genannt, welcher eine Zierde des ganzen Mittelgebirges 
bildet, und von dem aus eine der herrlichsten Rundsichten in Böhmen dem entzückten 
Auge des Besuchers sich eröffnet. Mehrere Wege führen hinauf, der bequemste und 
Sewühnlich benützte vom Dorfe Pilkau. Der eigentliche оова) hat eine vertikale 
Hohe von mehr als 900/ über dem Rücken, ist oben abgerundet, und daher dom- 


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18 P 


förmig, gegen Nord und gegen Ost verflacht er sanfter, am steilsten gegen Süd 
und Südost. Dieser ausgezeichnete Punkt war bei allen Vermessungen Böhmens 
einer der festen Hauptpunkte, und befindet sich auf seiner Kuppe ein älteres, 
und ein neueres Signalzeichen. Der obere steile Theil des Kegels ist mit Phonolith- 
Trümmern und mit spärlichem, niedrigem Baumwuchs bedeckt, welcher letztere 
erst hinabzu dichter und kräftiger wird. Nach Osten zu senkt sich der Haupt- 
rücken ziemlich flach gegen den Sattel ,Paschkopole^ und zwar bis zur Seehöhe 
von nur 1488° (470 Meter), worauf jedoch das Terrain sogleich wieder ansteigt, 
um sich zu dem 2226° (704 M.) hohen ebenfalls phonolithischen Kletschen-Berg, 
dessen Form die eines nach oben spitzen, nach seiner Basis zu flacheren Kegels 
ist, der mit einigen kolossalen Felsblöcken gekrönt ist. Von da zieht sich das 
Terrain am Rücken mit 1300’ Seehöhe gegen die Elbe, wo es sanft ansteigend 
zwei Kuppen „die Kubacka“ (1704‘) bildet, von wo aus dasselbe plötzlich in zwei 
Absätzen, einem oberen steileren mit etwa 20 Grad Böschung bis zur Seehöhe von 
1000% und von da ab einen flacheren mit etwa 10 Grad Neigung bis zum Elbe- 
Niveau bei Praskowitz (420%) sich herabsenkt. Der südwestliche Theil dieser Gruppe 
ist vom Mileschauer-Berg durch den Sattel von Tschentschitz (1700^) getrennt und 
bildet am Hauptrücken ein kleines Plateau, aus welchem sich ein domförmiger 
isolirter Berg, der grosse Franz-Berg zu 2094“ (662 M.) Seehöhe erhebt. Von dieser 
ganzen Berggruppe laufen nach Nordost und nach Südost mehrere kurze parallele 
Querrücken bis zu 1200’ Seehöhe herab aus, welche an ihren Enden häufig kleine 
Kuppen tragen, und dann steil in’s Thal hinabfallen, wie der Köhler, der Pilger 
und der Pilkauer Berg auf der Nordwest-, der Kamaiéka-Berg auf der Südostseite. 

Die zweite Gruppe ist das Brezina-Plateau. Dasselbe schliesst sich süd- 
westlich an die Mileschauer Gruppe an, von welcher es durch den Sattel von Kosten- 
blatt (1800 Seehöhe) getrennt ist, und bildet ein breites polyganales mit dichtem 
Walde bestocktes, gegen seine Mitte vertieftes basaltisches Plateau von 1900—2000/ 
Seehöhe und etwa 0:26 Meilen Fläche, auf welchem sich das Drezina-Jügerhaus be- 
findet, und dessen Ränder sich nachallen Seiten etwas erheben und mit phonolitischen 
Bergkuppen gekrönt sind, von denen ich auf der Westseite dem Sukoslav mit 
der Ruine Kosten mit 1806‘, den grossen Klotzberg mit 2322’ (734 М.) und den 
Stépaner-Derg mit 1962’ (620 M.), und auf der Ostseite den kleinen Klotzberg 
mit 2118’ (670 M.) Seehöhe anführe. Von der nächsten nach SSW. anschliessenden 
Gruppe des Hauptrückens ist die Březina durch die wichtige Einsattelung von 
Lukow mit 1683’ (532 M.) Seehöhe getrennt. 

Die dritte Gruppe ist jene des Radelstein, welche sich als ein in seiner 
Grundform zwar viereckiges, jedoch auf den Seiten durch zahlreich auslaufende 
Querrücken vielgegliedertes Plateau von 1580'—1700' Seehöhe zeigt, das jedoch 
nicht wie das vorige nach Innen zu eine Vertiefung, sondern im Gegentheil in seinem 
nördlichen Theile eine massige basaltische Bergkuppe den  Radelstein (23809 
enthält, von welcher aus zwei unter sich, und dem Hauptrücken fast parallele (also 
von NO. nach SW. streichende Bergkümme ziehen, der nördliche oder Ziegen- 
rücken, dessen aufeinander folgende abgerundete Kuppen etwa 1700'—1800' See- 
höhe erreichen, während der südlich davon befindliche kantige Rücken in der schönen 
Felsspitze des Wostrej- Berges mit 2262' (715 M.) Seehöhe endiget. Als ein Zwischen- 


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glied zwischen der Radelsteingruppe und der Březina können zwei kurze Bergrücken 
betrachtet werden, beide über 2000’ hoch. von denen der eine mehrere von West 
nach Ost gerichtete sehr flache Berykegel „In den Bergeln“ genannt zeigt, der 
andere rechtwinklig daran anschliessend, und von Süd nach Nord gerichtet in 
eine flach abgerundeten Kuppe „der Тайна“ (2060°) ausläuft. Unter den Gliedern 
dieser Gruppe ist am bemerkenswerthesten der von der Talina von West nach Ost 
Streichende basaltische abgerundete Rücken von Palitsch, welcher sich ostwärts 
bis gegen Welemin zieht, eine mittlere Seehöhe von 1400—1450° besitzt, und mit 
zwei 150— 900^ sich über denselben erhebenden Bergkegeln dem Honigzitzberg 
und der Ruine Wostrej gekrönt ist; ferner der vom Radelstein selbst nach OSO 
Streichende breite Bergrücken des Langen-Berges (2027), welcher mit dem 
nach West. Süd und Ost schroff abfallenden mit den Ueberresten einer alten 
Burg gekrönten Hradek-Berg oder der ,Diakowa^ mit 1764’ (558 M.) Seehöhe 
endiget. Auf der Südseite sind auf dem sich hier weniger steil herabsenkenden 
Rücken mehre theils kegelfórmige, theils domförmige isolirte Berge, fast durchgehends 
Basaltkuppen aufgesetzt, welche die sich hier hoch hinauf bis zum Ziegenrücken 
ziehenden tertiären Bildungen zwischen Meronitz, Roth-Aujezd und Rissut durch- 
brechen, wie der Leskajer oder Zirbitzberg (1752’), der Hradisko (17045, der 
Liskeberg (1674^, der Wranek (1518), und der Kreuzberg (1410^) bei Liebhausen, 
eiter gegen Südwest und West gehören auch hieher die Gruppen des Dlouhy 
(1548^ und des Dobsch-Berges (1638^ welche durch den Sattel von Horenz (1100% 
zum Theile vom Hauptrücken getrennt sind, dann die Kuppe von Twrdina ( (1590) 
bei Merlitz und der Sinker-Berg (1808) bei Rasitz. 
Е Wenden wir uns nun nach Norden, so kommen wir zur vierten oder letzten 
Gruppe des Hauptrückens, nämlich dem Padloschiner- Plateau, wenn man nicht 
dieses schon unter die Nebengruppen zählen will, was zwar wegen der tiefen Terrain- 
Senkung, welehe zwischen dieser Gruppe und jener des Mileschauer besteht, nämlich 
Jener von Dubitz nach Radzin, die nur etwa 1100’ Seehöhe hat, anzunehmen sehr 
verlockend sein dürfte, jedoch nicht orographisch gerechtfertiget wäre, da der nur 
durch die enge Elbe-Spalte zwischen Salesel und Schreckenstein unterbrochene 
Zusammenh: ang mit dem nordöstlichen Hauptzuge des Mittelgebirges allzu augen- 
Scheinlich ist. In dem Dreiec ke, welches von der Elbe-Spalte, der Biela-Furche 
von Staditz bis Aussig, und der Tiefenlinie des Staditz-Habrowaner-Thales gebildet 
Wird, somit von einer Basis, deren mittlere Seehöhe weniger als 500° beträgt, 
erhebt sich nur im Südwesten sanft, weil hier mit dem Hauptrücken zusammen- 
hüngend, von allen übrigen Seiten steil, von jener der Elbe schroff ansteigend eine 
basaltische Bergmasse 700° über diese Basis, also zur Seehöhe von 1200° und 
bildet ein Plateau von etwas mehr als einer Q.-Meile Ausdehnung, welches an 
Seiner Oberfläche einige theils von Nord nach Südwest, theils von Nord nach 
Südost gehende Faltungen und Erhebungen zeigt, die sich in der nördlichen 
Hälfte des Plateaus zwischen den Orten Ellbogen und Padloschin zu einer flachen 
abgerundeten Kuppe, dem Glaber-Berg mit 1610 (509 M.) Seehöhe vereinigen. 
Auf der nordöstlichen Seite des Glaber-Berges befindet sich jener schroffe Absturz 
Segen die Elbe bei Wanow, welcher sowohl wegen der höchst interessanten radialen 
Absonderung der Basaltsäulen am Wrkot oder Ziegenrücken gegenüber dem 


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Schreckensteinfelsen , sowie 
wegen der merkwürdigen 
Wechsellagerung des Basal- 
tes und des Kreidesand- 
steines den Geologen wohl 
bekannt ist. Die diesem 
Buche beigegebene Ansicht 
der Gegend vom Schrecken- 
stein zeigt den östlichen Theil 
des eben beschriebenen Pla- 
teaus. 

Rings um den ganzen 
Hauptrücken treten aus dem 
den Fuss desselben, bilden- 
den Terrain und in verschie- 
dener Entfernung von jenem 
bald einzelne Bergkegel, bald 
ganze Gruppen derselben 
empor, welche man übrigens 
auch noch in sehr grosser 
Entfernung vom  Mittelge- 
birge im nórdlichen Bóhmen 
allenthalben antrifft, obwohl 
wir uns für jetzt nur auf die 
dem eigentlichen ` Mittelge- 
birge angehörenden und 
dichter beisammenstehenden 
Bodenerhebungen dieser Art 
beschränken wollen. Begin- 
nen wir wieder auf der süd- 
westlichen Seite, so können 
wir hier folgende Erhebun- 
gen als besonders bemerkens- 
жее Nebengruppen be- 
zeichnen. 

Unmittelbar vom Elbe- 
niveau zwischen Lobositz und 
Kl.-Öernosek erhebt sich aus 
einer im Grundrisse nahezu 
elliptischen Bodenanschwel- 
lung in steilem Abhange der 
Lobosch, bestehend aus ei- 
nem kurzen dem Hauptrücken 
parallelen kantigen Rücken, 
dessen südwestliches Ende 


n 21 


ein schöner, abgerundeter Bergkegel von 1802 (569 m.) Seehöhe abschliesst. Die 
Form des Lobosch , welche in der beigegebenen Total-Ansicht des Mittelgebirges 
leicht aufgefunden werden kann, ist eine für viele Berge des Mittelgebirges äusserst 
Charakteristische Form; die kegelförmige oder domfórmige Bildung characterisirt 
meist den Klingstein oder Phonolith, die kurzen kantigen Rücken und die kleinen 
Plateaus meist den Basalt. Beide Bildungen und Formen vereinigt sehen wir deutlich 
Im Loboschberge. Eine andere solche Gruppe bildet der Suttomer Berg (15904, 
welcher auf einem mit dem Palitscher zusammenhängenden plateauförmigen Rücken 
von 1100—1200" Seehöhe aufgesetzt ist, auf dessen südlichem Ende sich der thurm- 
Sekrónte steilabstürzende Košťál (1548^, am östlichen hingegen der Wowein Berg 
(14107) befindet. Weiter westlich finden wir den Wrsetin Berg (13507), und südöst- 
lieh davon am äussersten Rande des Fusses des ganzen Gebirges auf einer beinahe 
kreisförmigen Bodenanschwellung von 900° Seehöhe, die kühn emporstrebenden 
Basaltsäulen der Hasenburg (1308‘) bei Klapý. 

Am südwestlichen Ende des Hauptrückens gibt es eine Menge von kleinen 
Und grösseren theils kegelförmigen, theils kantig rückenförmigen Bergen, welche 
entweder isolirt, wie der Aosow (1122), der Rannaye r-Berg (nahe an 1300’) und 
der Wolepschitz-Berg (1068), oder in Gruppen vereinigt, wie die Hoblik-Gruppe 
(15967) und die Millayer Gruppe (ebenfalls 15964, oder endlich in linearer Reihe 
8¢ordnet, wie die Gallnitzer Bergeln (mit etwa 1000’) Seehöhe vorkommen. 

Am westlichen Rande des Hauptriickens erheben sich bei Bilin mehrere 
bedeutende Basaltmassen, aus welchen eine oder mehrere theils domförmige theils 
flach gerundete Phonolithkuppen hervorragen. Die imposanteste von allen ist un- 
streitig der durch seine scharfen eckigen Formen, sowie durch seine Höhe auffal- 
ende Boren oder Biliner-Stein. Südlich von den letzten Häusern von Bilin am 
rechten Ufer des Bielaflusses steigt der Boden aus der Thalsohle von 600° Seehöhe 
ziemlich rasch zur Höhe von 1000’, und von hier aus noch steiler zur Seehöhe 
von 1200°, wo sich ein schmaler felsiger Rücken bildet, an dessen süd- 
Westlichem Ende sich die thurmförmige, gegen den Bielafluss steil abstürzende, 
vielfach zerrissene phonolitische Felsmasse des Boren, oben in eine scharf ausge- 
zackte Felsplatte endigend, zu 1693’ (534 M.) Seehöhe erhebt, welche der ganzen 
Gegend zwischen dem Erz- und Mittelgebirge weithin als Wahrzeichen dient. Durch 
die kleine Schlucht des Liebschitzer Backes von dieser getrennt findet man siid- 
westlich davon eine Gruppe von Basalt- und Phonolithbergen, welche wir nach dem 
ochsten die Schladnig-Gruppe mit 1638/ (518 m.) Seehöhe nennen, und dieser gegenüber 
Auf der linken Seite des Biela-Thales die grosse unförmliche Masse des Schaufer- 
’erges mit 1369’ (432 M.) Seehöhe. In einem gegen Westen gekehrten Halbkreis 
Steht man bis gegen Brüx sich ziehend mehrere niedrigere Kuppen aus dem wellen- 
Ormigen Terrain hervorragen, welche als die äussersten Ausläufer des Mittelgebirges 
nile Richtung zu betrachten sind, deren letzter der Rösselberg bei Brüx 

` 1290' Seehöhe nicht übersehen werden kann. 
ii Endlich als nordwestliche Nebengruppen haben wir noch zu bezeichnen die 
elden Bodenanschwellungen bei Teplitz, und zwar südlich davon die flache Höhe 
des Wachholderberges (12024), und östlich davon die aus einem breiten , nur etwa 
^ hohen Basaltrücken hervorragende phonolitische Felsmasse des Teplitzer Schloss- 


22 I 


berges mit 1264’ Seehöhe. Von diesem Berge zieht sich der genannte niedrige 
Basaltrücken beinahe eine Meile weit nach Osten, in seiner Mitte zwei niedrige 
Kuppen, nämlich den Weschen-Derg (1013) und den kegelformigen Jedowen-.Berg 
(1087) mit der mithin glänzenden Kapelle enthaltend, während das östliche Ende 
desselben sich zu der von allen Seiten steil emporstrebenden, oben flach gewölbten 
Rabney Kuppe (1206) erhebt, welche nur durch die hier enge Spalte des Biela- 
Thales von Padloschiner Plateau getrennt ist. 

Die Tiefenlinien liegen entweder auf der südwestlichen oder auf der nord- 
westlichen Seite des Hauptriickens oder genauer seiner. Wasserscheide, daher es 
nothwendig wird, vorher diese für das ganze Communicationssystem wichtige Haupt- 
wasserscheide in ihren Höhenverhältnissen, ihrer Ausdehnung und Richtung kennen 
zu lernen. Nachfolgend sind die wichtigsten Höhen und Tiefenpunkte derselben in 
ihrer Aufeinanderfolge von Südwest nach Nordost angegeben und zwar im Fussmasse: 


Sechöhe In Entfernung z, 
W.-F. nächsten Punkt Richtung 


in Meilen, 

1. Von Potscherad südlich flacher Rücken . . . . 892 `. . 0:27, SW—NO 
2... Wollepsehitz-Berg,.. südóstlicher Abfall; `, 948.5 . Ql saa WHO 
3. Feldweg von Weberschan nach Hochpetsch (Sattelp.) 854.1: 038 .SW—NO 
4. МШауег, Вере, «ade 1119091996 1 014. S-N 
5. Feldweg von Wodolitz. nach Wollepschitz (Sattelp.) 1074 ,11:0:09 BN 
 Bieloschitzer; Rücken, ‚östliche Seite snio aadatow 12025 awa 0:28 -W0 
7. Strasse von Laun, nach Sedlitz (Sattelp.) . . s Af (918.4 IO ANNO 
Bn Don Wiel ОГ awed moupioo uhr onion ieee ifia 
9. Strasse von Liebhausen nach Sedlitz (Sattelp.). . . 1237 O14 8—N 
10. Kuppe oberm Heger . . . tab «мов LADD Rs 005. W- 

11. Strasse von Kosel nach Mirescho wits (аб ер)! mr 118% 40018. Me 
12, Meronitr, Huer am Rücken . «оь -rolom 20785: 020 WO 
Lë Mradisko-Berg bet, Meronitgs), aen onimoto 70б stirs OOM 199-0 
14. Feldweg von Rissut nach Meronitz (Sattelp.) or 1423: ».0:3388W NNO 
5, MOSTE Б adaa: аб вә. CAM bin COAT. 89609 = SW—NO 
10. Radelstein-Berg . . . Р M 398208 Q22. WO 
17, Feldweg von Lhota each оњ (Sattelp:) e 17405-0120» SW—NO 
LS eh, Tallina BENE his жле et bon -tigra .2000... OO 9 № 
19. Feldweg von Mileschau eeh, Lukow oder Luko- 

wer, Pasg, (абірае. gery sib. valod’h-cto it 23985991 Bel 

E ;BiezmaecbDlateateo „гл. neuen шоп rtf iid 91615 er) ОЛА SO. —NW 
б.н Оо Ве CH etus 2822 ... « 0°23) SW—NO 
DNA Sne von Mileschau Sr Ketten, (Sattelp. ) «os deg)9Qod boa: teal 
y Bu Gr Fraz Ве. val ' 08920 ws wirt 0718 45WBp- Q 
24. dioi Mileschau nach Tschenischitz. (Sattelp.)-. e 1770 Old WO 
25, ‚Mileschauer-Bargn wire add осно otog049/ott vin Or Bb. W NO 
20. Strasse von Welemin nach Borislau oder Pasch- 


kopole-Pass: (Sattelp.).-. sib navel) Зай. ben. 09011488. AOSTA SHO 
Zro Kletschen-Bergn melt! ог оона риот QQ aodoiriiQidi (Ser NO 


2, 23 


Seehöhe Entfernung z. 
in W.-F. nächsten Punkt 
in Meilen. Richtung 
28; Feldweg von Praskowitz nach Sehiema (Sattelp.) . . 1075. O28 HN 
29, Strasse von Dubitz nach Radzein (Sattelp.) . . . . 1013 017  S—N 
30. Kuppe SO von Suchey 4. W ТЕЕ "NR O13  S—N 
31. Feldweg von Stóben nach Suchey (Sattelp.) . . . . 1304 O21 S—N 
32. Glaber-Berg am Padloschiner Plateau . . . . . 1610 wa. 0:699 BREEN 
38. Ferdinandshöhe bei:Áussig «xs S 648 


Aus dieser Tabelle sieht man deutlich das Ansteigen der Sättel auf der 
Südwest, und ihr Fallen auf der Nordostseite. Auch ist der manigfache Wechsel in der 
Richtung der Hauptwasserscheide auffallend, wodurch dieselbe eine so vielfach 
gekrümmte und gebrochene Linie wird, dass ihre wirkliche Länge 6:28 Meilen 
beträgt. 

Von den hier angeführten 14 Sattelpunkten können nur der von Lhota- 
Lukow, Mileschau-Lukow, Mileschau-Kostenblatt, Mileschau-Tschentschitz, und 
Welemin-Borislau als wirkliche Sättel betrachtet werden insoferne, als hier der 
Hauptrücken von schmalen, dureh die spätere Abspülung erbreiteten Einsenkungen 
unterbrochen ist, die eine deutliche Fortsetzung der auf beiden Seiten des Haupt- 
rückens auftretenden Quertkäler bilden. Sie befinden sich alle in der Seehöhe von 
1500 bis 1800 Fuss, haben eine Breite von 300 (Paschkopole-Pass) bis 600 Klafter 
(Lukower-Pass), und eine Länge am Rüchen, welche seiner an diesen Stellen 
natürlich engsten Breite entspricht und zwischen 350 (Tschentschitzer-Pass) bis 
900. Klafter (Mileschau-Kostenblatt) wechselt. Das unmittelbar vor dem Sattel 
auf beiden Seiten befindliche Gefälle der Communicationslinie ist auf der nord- 
westlichen Seite geringer, als auf der südöstlichen, indess ist dasselbe auch hier 
für Fusseänger und Wagen keineswegs besonders beschwerlich. Die Wichtigkeit 
dieser Sattelpunkte in strategischer und taktischer Beziehung ist eine bedeutende, 
Und soll später noch davon gesprochen werden. Die übrigen Sattelpunkte entstanden 
dadurch, dass auf der plateaufórmigen Bodenanschwellung, auf welcher der Haupt- 
rücken sich befindet, isolirte Bergkegel, oder Berggruppen sich emporheben, wie 
namentlich auf der Südostseite, und die zwischen denselben. befindlichen tieferen 
Flächen nun als wneigentliche Sättel erscheinen. Unter denselben sind besonders 
jene von Laun-Sedlitz und Kosel-Mireschowitz, sowie die selbe verbindende Linie, 
an deren Verlängerung Laun und Bilin liegt, wichtig. Sie befinden sich alle in der 
Seehöhe von 800 bis 1200 Fuss. 

Wir kommen nun zur Beschreibung der Tiefenlinien oder Thäler des ganzen 
Terraingebietes, das wir vor uns haben. Insoferne die Haupttaxe des Mittelgebirges 
Im Allgemeinen von Südwest nach Nordost gerichtet ist, müssen wir jene Thallinien, 
Welche dieser Richtung nahezu parallel laufen als Haupt oder Längenthäler, jene, 
Welche auf denselben senkrecht stehen, also die von Nordwest nach Südost als 
Quer oder Nebenthäler betrachten. Der ersten Richtung folgen zum grossen Theile 
das Eger und das Biela-Thal, der zweiten alle die eigentlichen kleinen Mittelgebirgs- 
ег, Es gibt aber ausser diesen beiden Hauptrichtungen der Gebirgsbildung 


Tabelle über die Thalwege um und in dem südwestlichen Flügel des Mittelgebirges. 


Thalweg des 


1. Elbe-Thales . 


2. Eger-Thales 


3. Biela-Thales . 


4. Mileschauer-Th. 


5. Trebnitzer-Th. . 


6. Sedletz- und 
Klapy-Th, 


LJ 


bier КД | 
| 


ү. Laun bis z. Mündg.|. . 
Brüx .. M { ^ 666 
Obernitz e : 648 
Bilin. f : 606 
| Hostomitz . е А 582 
| Welboth . ` d | 510 
Staditz d i 1 480 
'Türmitz i y T 432 
| Aussig d Р 494 
у. Brüx bis Anssig 

Lukower Pass 1683 
Mileschau 1080 
Welemin ; 1 | 960 
| Kl. Cernosek i ‚|+ 426 
|v Lukow. bis Cernosek 
Oberh. Nedweditsch | 1202 


bei Lippaj (Gabelung) 960 
Teplaj we P 


Trebnitz  , e (yh 000 
Chodolitz (Wiesen M.)| 552 
Lobositz . 433 


v. Nedw. bis Lobositz |. . 


bei Plóschen i ‚| 1484 
Trebnitzer Chaussée , | 

| Klapy b * T 1.1616 
| Radovéstec 


| v. Plöschen bis Radov. |. 


Seehóhe der 
genannt. Orte 


jim W.-F. in Metern 
í | 
| 
Lobositz . à $ 438 | 1384 
Salesl 1 d ? 426 | 1347 
Aussig : , d 420 | 1828 
v. Lobos. bis Aussig . 
Laun, Brücke . $ 522 | 1650 
Kfesejna  . " lh 480 | 151°7 
Libochovic . e н 469 1480 
Budyň k ; 1 | 462 | 1460 
Doxan i 4 ‚|| 466 | 144 1 
Münd. bei Leitmeritz. | 444 | 140°3 


210'5 
204'8 
191°5 
1840 
| 161'2 
1517 
136'5 


134'0 


532'0 
3414 
3034 
1347 


3800 
3034 
250'3 
212.4 
1745 
1370 


4533 
| 3008 | 
| 195:0 
15070 


Höhendillz, | 
von . 
bis . 
in Metern | 


190°6 
380 
168'7 


3973 


76:6 
581 
379 
379 
375 
2430 | 


152'5 
105.8 
45*0 


H. Distanz 
LESE 
bis 

in Kilometer. 


303'3 


Gefälle 
vo. 
bis , 


= 


2838 
4421 


13375 


11323 
11405 
:2900 
:3684 
:2287 


1:1781 


1: 752 
1: 740 
1 720 
1: 438 
1. 737 
1: 336 
1:1680 
1: 589 


1 17 
1; 68 
177700 
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(ем А! 
i: Sei 
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1: LOW 
1: 307 
1: 100 


1: 76 
1: Va 
1:456 


Richtung 
des 
Thalweges. 
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7. 'Triblic- Ko&ti- | Oberhalb Skalitz 1524 14817 = ш i 
cer Thal Tiiblic. . „7901 2500... 2917 GT d: a kee 
Loukorany 648 | 204°8 ae de : 97 e e 
Kostie 510 |1612 en van] 1320 3 
von Skalitz bis Kostic | 3205 145 |t: 47 |NW-SO 
| | 
8. Suchý-Thal Unterm Wostrej 1423 | 450°0 ; i 
Schellkowitz (Strasse) | 1114 | 352°0 bech) To 1: 29 N—S 
Décany 690 |918 1 1339 48 11: 36 |NW+—SO 
Kostie Pg 510 | 1612 56'9 5'8 1:102 | NNW—SS0 
von Wostrej bis Кое! . 2888 1934 |1: 46 | NW—SO 
9: Liebhausen-We-, Unterm Hradisko 1423 | 450°0 | 4 
berschan-Thal. | Liebhausen 934 | 295°0 1000 | Br "^ = NO-BW 
Hrädek 778 |946:0 jy: M us "rs 
Weberschan . 632 | 200°0 ur А u А 
S 564 |178:8 217 45 1:207 |NW—SO 
. Hradisko b. Leneseh. 2717 191 1:180 $1? 
10. Meronitz- Lu-| Unt. Radelstein 1898 | 600:0 
d iz - Lu-| "ET ; E am: 9: : —~—§ 
schitzer-Thal. Mühle ober Meronitz | 1465 | 463 0 SÉ? = 1: = NO-8W 
Meronitz 1158 | 3660 Mis H Г = DW 
Luschitz 776 |245 0 10-8 51 Ll DEW 
Obernitz 684 | 204:8 d : Hee 
v. Radelstein b. Obernitz| . 395'2 147 1:137 | OW 
11. Lukow-Dehor.| Unterm Tallina-Berg . | 1740 | 550°0 ive gd ; vid 
GEN Der; Oberhalb Stépánov 1290 | 4077 1425 19 1 14 9 d 
'hken-Thal, . ; A TEE 1277 BO FA an BUN WY 
Radowesitz 886 | 2800 Kai 47 Br 
Bilin 619 1994 | 866 pon yore н 
v. Tallina bis Bilin 356:6 10°: 1: 29 | 080—WNW 
12. Schallaner-T rh., Т hi 26 g 
Schallaner-Th.| Unterh. Tschentschitz | 1265 | 400°0 | Мр 1 
"a CZ 170°0 2'5 1: 15 S—N 
bei Starosedl .| 728 | 9800 | 1709 ^ S on | ESO NNI 
Hertine TETTE 3777. 7677 a, 
Tschentsch. b. Hert.) . 945'7 | 46 1: 19 S—N 
13. Habrowaner-Th. Radzein 870 |275°0 "n v2 [1:25 |SO—NW 
Habrowan 720 | 2276 Hb 34 1: 11 5 
Sedis à 480 | 151:7 AA Жы 
. Radzein bis Staditz | 193:3 43 1: 35 | SO—NW 
| 
14. Saubarh.t Y a 918: 
tbach-Thal | Sc hönau 690 ‚2181 99:8 3:5 1:154 |NW—SO 
Wisterschan . 618 | 1958 398 24 1: 60 
| Wellboth 492 | 155'5 | YN aiig пори 
62:6 59 |1: 94 |NW—SO 


v, Schönau bis Wellboth, ola. | ‹ 


| 


26 I. 


nicht nur hier, sondern in ganz Böhmen noch eine dritte, welche nahezu mit 
der Richtung des Meridians also von Nord nach Süd läuft, und dieser Richtung 
gehört auf der einen östlichen Seite die begränzende Spalte des Elbethales, auf der 
anderen ein Theil des Biela- und Serpinathales an. Ks liegt in der Entstehungsursache 
der Thalfurchen der letzteren Richtung, dass in der Nähe derselben die hinein- 
mündenden Tiefenlinien von der nordwestlichen oder südöstlichen Richtung eine 
Ablenkung senkrecht auf jene, nämlich in die westöstliche oder ostwestliche Richtung 
erfahren, wie dies bei dem Biela-, Mileschauer-, Model- und zum Theile beim 
Eger-Thale der Fall ist, welches letztere übrigens an seiner Mündung sogar die 
Richtung der Elbefurche (NS.) annimt. 

In der vorstehenden Tabelle habe ich die wichtigsten Thalwege zusammen- 
gestellt, welche den südwestlichen Flügel des Mittelgebirges theils umgeben, theils 
durchkreuzen, mit deren Hilfe es möglich sein wird, eine Vergleichung namentlich 
der wichtigen Neigungsverhältnisse anzustellen. Ich verstehe dabei unter Thalweg 
jene Linie, welche durch die Richtung der natürlichen Bodenoberfläche des Thal- 
grundes, und nicht des Fluss- oder Bachbettes, welches fortwährenden Veränderungen 
unterworfen ist, gegeben wird. Die in der Tabelle enthaltenen Columnen bedürfen 
wohl kaum einer weiteren Erklärung *), und ich bemerke nur, dass die Rubrik 
Gefälle, wie gewöhnlich, die Angabe enthält, auf wie viele Einheiten der horizontalen 
Entfernung die Höhe um eine Einheit zunimmt, dass daher, wenn wir die in der 
Rubrik H. Distanz enthaltene Entfernungszahl mit d bezeichnen, dieses d gleich 
ist der Cotangente des Böschungswinkels des Thalweges, der somit aus den 
trigonometrischen Tafeln mit Hilfe dieser Zahl direet, genommen werden kann. 
Das Metermaass für den Höhenunterschied und die Distanz habe ich hier benützt, 
da es eine viel klarere Einsicht in die Natur der Böschungsverhältnisse gewährt, 
als unser bisheriges Maass, sowie auch, da jenen, welche allenfalls diese Tabellen 
zu technischen Zwecken benützen wollten, ohnedies dasselbe geläufig ist. 

Nun mögen die wichtigsten Tiefenlinien folgen. Dieselben sind die das Gebirge 
von seiner Fortsetzung nach Nordosten abschneidende Elbespalte von Lobositz bis 
Aussig, und die beiden dasselbe am südöstlichen und am nordwestlichen Fusse 
einsäumenden beiden Hauptthäler der Eger und der Biela, die Eger nur von Laun 
bis zu ihrer Mündung genommen. Diese zwei Thallinien characterisiren sich auch 
schon durch ihr sehr geringes Gefälle als Längen- oder Hauptthäler. Da jedoch 
von allen drei genannten nur das Biela-Thal ganz auf unser Gebiet fällt, von den 
anderen aber nur kleine Stücke derselben, so kann von einer Vergleichung unter- 
einander auch noch keine Rede sein. Dafür aber haben wir 11 Quer- oder Neben- 


* Hier, sowie auch vorher und nachher habe ich mich bei Angabe der Scehöhen und 
der Distanzen sowohl des Wiener-Fuss und Meilenmasses, sowie des französischen Metermasses 
bedient, aus Grüngen, welche in der zweiten Abtheilung dieser Schrift noch näher gerechtfertiget 
werden sollen. Vorläufig möge behufs der Vergleichung nur angeführt werden, dass überall 
folgende Verhältnisszahlen angenommen wurden: 1 Wien. Klafter = 6 W. Fuss 1'8965 Meter, 
1 Oest. Postmeile — 4000 W. Klafter — 7'586 Kilometr, 1 Meter == 0'5273 Wien. Klafter = 
31638 W; Fuss, 1 Kilometer = 0'132 (oder nahezu !/ ) dst. Postmeilen- 


E 
І 
E 
D 


seme we as tmv op ast er A — 


I. 21 


thüler mit Ausnahme eines einzigen in ihrem ganzen Verlaufe vor uns. Davon 
befinden sich sechs nämlich das Mileschawer, Trebnitzer, Triblic-Klapyer, Triblic- 
Kosticer, Suchy- und das Liebhausen-Weberschaner-Thal auf der südöstlichen Seite, 
fünf andere, nämlich das Serpina, Lukow-Deberschken, Schallaner, Habrowaner 
und das Saubach-Thal auf der nordwestlichen Seite des Hauptrückens und seiner 
Wasserscheide. Nur zwei der oben genannten Querthäler das Serpinathal am westlichen, 
und das Mileschauer-Thal am östlichen Ende des Hauptrückens haben eine vor- 
herrschende Richtung von West nach Ost, die übrigen neun aber sind alle mehr 
weniger von Nordwest nach Südost gerichtet. Jene 'Thäler, welche von NW. 
nach SO oder WNW nach OSO gerichtet sind, haben ein geringeres 
mittleres Gefälle, als jene, welche umgekehrt von SO. nach NW. oder von OSO 
nach WNW. streichen. Bei den ersteren yariirt dasselbe innerhalb der 


Grenzen 1 : 108 bis 1: 32, bei den рр aber zwischen 1 : 48 bis 1 : 19. 
Die Entwickelung des Thalweges, d. h. das Verhältniss derkürzesten Entfernung 


des Anfangs- und Endpunktes des mat zu seiner wirklichen Lünge, ist nur bei 
Zwei Thälern, nämlich bei dem Trebnitzer und bei dem Liebhausen-W eberschaner 
bedeutend, welche beide ihre Dichtung mehrfach ändern, indem sie bei dem ersteren 
і: 2:55; ar dem letzteren 1 : 1°47 beträgt, bei allen anderen ist die Entwickelung 
eine sehr geringe, und bewegt sich innerhalb der Verhältnisszahlen 1: 1:28 (Triblie- 
Kosticer), und 1 : 1:12 (Suchythal), daher auch für die Entwickelung der Communi- 
'ationslinien kein grosser Spielraum vorhanden ist. 
| Es sollen nun die einzelnen Tiefenlinien näher characterisirt, dabei jedoch 
die Elbe und Egerlinie einem späteren $. aufbewahrt werden, da man hier doch 
nur ein allzu kleines Stück derselben beschreiben könnte, 

Das JMileschawer- Thal beginnt unmittelbar östlich hinter dem Lukower 
Pass in einer Seehöhe von etwa 1600%, wo sich der Sattel mit nicht sehr steilem 
Abhang in eine nach Ost gerichtete muldenförmige V ertiefung mit Anfangs steilem, 
bei Palitsch aber sehon flacherem Gehänge und mit einem Gefälle von etwa LHS 
herabsenkt, Nördlich von den waldbedeekten steilen Abfällen des Brezina-Plateau’s 
und südlich von jenen des Tallina-Berges eingesäumt, theilt sich der Feldweg, 
der anfänglich der Bachlinie folgt oberhalb dem Dorfe Palitsch in einen am nördlichen 
Nachen Abhange nach Mileschau und in einen am südlichen steileren Abhange 
theils durch das Dorf Palitsch über den Palitscher-Rücken Nedwieditsch, theils 
längs desselben Abhanges um den Honigzitzberg führenden Feldweg, während 


| 1 m а у e ^ ^ 8 > ^ i А uw 

| die Thalfurche in einer Breite von 15 bis 25 Klafter und mit einem Gefälle 
I" etwa 1 : 30 nach Osten nach dem Dorfe Leinsitz bei Mileschau zieht. Von 

| Her aus in einer Seehöhe von 1080‘ erbreitet sich das Thal zu 80 bis 100 Klafter, 


Nördlich von den sanft geneigten Abhängen des Mileschauer-Berges, südlich von 
jenen des Wostrej eingeschlossen mit einem Gefälle von 1 : 68 bis unterhalb 
Welemin Bei Mileschau und Welemin ist die Breite des Thales mehrmals durch 
Алпе geschlossen, um den Bach zur Bildung von Mühl- und Fisch-Teichen zu 
benützen, von deren einem zum anderen sich das Wasser auf sumpfigem Wiesen- 
nds in vielfacher Krümmung weiter bewegt. Zwei llauptstrassen, jene von 
Soss nach Kostenblatt am Damme der Wiesengrundmühle bei Mileschau, und 
Jene von Lobositz nach Teplitz im Dorfe Welemin überschreiten das Thal in diesem 


Í 
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| 
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28 I. 


Abschnitte. Unterhalb Welemin in einer Seehöhe von etwa 940° ändert das Thal 
seinen Character. In einer engen, selten über 20 häufig aber weniger als 10 Klafter 
Breite betragenden, mehrere Krümmungen zeigenden Spalte, zieht die Thalfurche 
fortwährend mit der allgemeinen Richtung von West nach Ost, und nördlich von 
den 120—160° hohen steilen Abhängen des Kletschen und Kubacka-Berges, südlich 
von den ebenso steilen noch höheren Abfällen des Lobosch eingesäumt, mit einem 
Gefälle von 1 : 40 bis zu dem Dorfe Kl. Cernosek (430° Seeh.), wo dieselbe am 
Elbethale endet, während der Bach durch die von ihm selbst gegen den Elbefluss 
abgesezten Schuttmassen etwas nach Norden abgelenkt wird, und mit geringem 
Gefälle in die Elbe mündet. Dieses Thal hat zwei wichtige Seitenthäler, das eine 
obere beginnt am Sattel von Tschentschitz in etwa 1700’ Höhe, und zieht von 
NW. nach SO. in einer engen Rinnenform und mit einem Gefälle von 1 : 16 
bis 1 : 18 nach Mileschau herab. Das andere beginnt am Paschkopole-Pass in 
1480’ Seehöhe, und zieht sich mit NNW-—SSOlicher Richtung, und einem Gefälle 
von 1: 21 bis Welemin, wo es in das Mileschauer-Thal mündet. Die Entwickelung 
des ganzen Thales steht in dem Verhältniss wie 1 : 1:15 ist also sehr gering. 
Im Basaltboden an seinem oberen Ende beginnend, läuft die Thalfurche von 
Palitsch bis unterhalb Welemin im älteren Mergelterrain der Kreideformation, und 
tritt, wo der letzte untere Abschnitt beginnt, in offenen Gneisfels ein. 

Das Trebnitzer- oder Modelbach-Thal beginnt oberhalb Nedwieditsch in 
einer Schlucht, die sich zwischen dem Tallina-Berge und dem Palitscher-Rücken 
fast bis zum Lukower-Passe mit einem Gefälle von 1 : 15 hinaufzieht in einer See- 
höhe von etwa 1200—1300', streicht dann mit der Richtung NW--SO von 
Nedwieditsch an in einer offenen zwar sehr schmalen, aber auf beiden Seiten 
von sanft geneigten Abhängen eingeschlossenen Rinne mit einem Gefälle von 1 : 43 
bis zu den unteren Ziegelöfen, wo von Norden her das Kotzauer, von Südwesten 
das Lippayer-Thal einmündet (bei 960° Seeh), und zieht hierauf, bei Watislaw 
durch eine enge Schlucht sich hindurchwindend, bei Teplay aber wieder in offenes 
Terrain tretend, und eine Breite von 100 bis 150 Klafter annehmend, an dem 
Kostal-Felsen vorüber bis Trebnitz (672' Seeh.) Das Gefälle ist unterhalb der 
Ziegelöfen etwa 1 : 50 oberhalb Trebnitz aber nur 1 : 80. Von Nedwieditsch 
bis Trebnitz zieht dem Thale entlang eine gute Strasse, welche bei lezterem Orte 
in die Chaussée mündet. Von Trebnitz aus fliesst der Bach des Thales, der hier 
den Namen Modelbach erhält in einer Furche, welche nur am rechten Ufer von 
einem sanften Abhange begleitet ist, dagegen am linken Ufer eine kaum merkliche 
Bodenanschwellung zeigt, vorerst noch in derselben Hauptrichtung (NW—SO) bis 
unterhalb der Wiesenmühle zwischen Chodolic und Oppolau (552'Seeh.) mit einem 
Gefälle von 1 : 100, biegt hier unter einem fast rechten Winkel nach NO, welcher 
dem Hauptrücken parallelen Richtung er, durch die Ausläufer des Hahnberges 
gezwungen, bis in die nächste Nähe von Lobositz treu bleibt, wo derselbe seinen 
eigenen Schuttanhäufungen ausweichend abermals nach SO umbiegt, und endlich 
vom Dorfe Lukawetz in entgegengesezter Richtung nach Lobositz zurückfliessend, 
bei dem lezteren Orte in die Elbe mündet (433° Seeh.). Das Gefälle auf der 
lezten Strecke von der Wiesenmühle an beträgt 1 : 300. Die Entwickelung der 
Bachlinie auf dieser verhält sich wie 1: 2°11, während die Entwickelung des ganzen 


Ї. 29 


beschriebenen Thalweges, welcher eine zurückkehrende Polygonallinie beschreibt 
noch grösser ist, nämlich 1 : 2°55 beträgt. Die Thalfurche befindet sich blos in 
dem obersten Abschnitt in Basaltterrain, der grösste Theil derselben ist im Pläner- 
mergel ausgewaschen, der unterste im eigenen Alluvium. 

Das Sedletzer und Klapyer-Thal. Es sind dies zwei Thalfurchen, welche 
mit NW—SOlicher Richtung in unbedeutender Entfernung von und parallel zu einander 
fortstreichen, durch die Bodenanschwellung der Hasenburg bei Klapy aber gezwungen 
in zwei grossen Bögen auseinander gehen, um sich bald darauf in eine einzige 
Tiefenlinie zu vereinen. Die längere und bedeutendere ist jene von Klapy, nach- 
dem sie den Solaner-Bach aufgenommen, die andere jene von Sedlec. Die erstere 
beginnt oberhalb Plöschen in einer engen Schlucht in 1434° Seeh. unterm Langen 
Berge, streicht bis zur Trebnitzer Chaussée (952° Seeh.) nach SO mit einem 
Gefälle von 1 : 15, von hier im breiten, sehr flachen Thale über Klapý (616° Seeh.) 
mit einem Gefälle von 1 : 76, und weiter mit dem mittleren Gefälle von 1 : 173 
Nach Radovöstee (476° Seeh.) an der Eger. Die '[hallinie wird durch sehr viele 
Feldwege gekreuzt, längs derselben gibt es jedoch keine bemerkenswerthe Communi- 
Cationslinie. Die Entwickelung des Klapyer-Thales ist 1 : 1:21 

Das Triblic- Kosticer- Thal. Der Rücken des Radelstein und Wostrej im Nord- 
Westen dann die beiden davon auslaufenden Rücken, und zwar der Lange-Berg 
im Nordosten und die lange Rusch im Südwesten schliessen die muldenförmige 
Vertiefung von Drefce und Skalitz (1524^ Seeh.) ein, in welcher mehrere von den 
Senannten Rücken, namentlich aber vom Radelstein herabkommende Schluchten sich 
Vereinen, um dann in einer rinnenfórmigen anfangs von steilen waldigen später von 
flachen Abhängen eingeschlossenen Thalfurche mit dem Gefälle von 1:15 bis 1:30 
Unter dem Namen Kusower-Bach bis Triblie (790 Seeh.) sich herabzuziehen. 
Die bisherige SSOliche Richtung verändernd, wendet sich diese Tiefenlinie unterhalb 
Тре nach Osten, geht in einem etwa 40—50 Klafter breiten von sehr flachem 
Gehänge eingesäumten Thale über Solan nach Loukoran mit einem Gefälle von 

: 97, auf welchem Wege dieselbe dem oberen Ende des Solanerbachthales bis 
auf 150 Klafter Entfernung nahe kömmt, so dass auf den meisten Karten hier 
eine Gabelung der beiden Bachlinien eingezeichnet ist. Von Loukoran (648° Seeh.) 
ändert Sich abermals die Richtung, indem sie eine beinahe nordsüdliche wird ; 
Auch der Character des Thales wird ein anderer, indem dasselbe unterhalb Gr. Vunic 
von 100 bis 120° hohen steilen Abhängen eingeschlossen erscheint. Mit einem 
Mittleren Gefälle von 1 : 119 zieht sich die Thalfurehe bis Kostie, wo selbe in 
emer Sech, von 510° in die Eger mündet. Die Entwickelung dieses Thales ist 
1: 1:21 wie bei dem vorhergehenden. Auch die geologischen Verhältnisse der 
eiden zuletzt geschilderten Thalrichtungen sind sehr ähnlich, indem die Thalfurchen 
Oben im Basalt beginnen, weiter aber fast durchgehends in den obersten Schichten 
a Plänermergels sich eingegraben haben, an dem Durchschnitte mit der Trebnitzer 
laussée jedoch durch granatenführendes Diluvium (die Granatengruben) ziehen. 
Bei Gross-Vunic mündet in dasselbe Thal das Swehy-Bach- (Trockener Bach) Thal, 
Welches in einer engen Schlucht unter dem Wostrej-Berg in 1423/ Seeh. entspringt, 
big Schelkowitz die Trebnitzer Chaussée kreuzt, und mit der ebenbeschriebenen 
halfurche fast parallel laufend, auch einen derselben sehr ähnlichen Character zeigt. 


30 k 


Das Thal von Liebhausen-Hrddek besitzt in den oberen drei Viertheile seines 
Laufes eine dem Hauptrücken parallele Richtung, wendet bei Weberschan unter 
einem rechten Winkel, und mündet als Querthal bei Leneschitz in die Eger. Das- 
selbe beginnt am Sattel zwischen dem Hradisko und Liska-Berg (in 1423’ Seeh.) 
zieht in einer fortwährend von sehr flachem Gehinge eingeschlossenen Rinne, 
anfangs mit dem Gefälle von 1 : 16 bis Liebhausen (034^ 8.) von da in mulden- 
fórmiger Vertiefung mit dem mittl. Gefälle von 1 : 190 bis Hrádek (778^ 8.), wo 
sich der Character des Thales ändert, indem das Gefälle sich bis 1 : 65 vergróssert 
und der Bach sich in den Pliner eine tiefe, enge, von 60—80^ hohen Felswänden 
eingeschlossene Rinne eingegraben hat. Diesen Character behält das Thal bis Weber- 
schan (632^ 8.), von wo aus das Thalgehinge wieder flacher wird, und das Gefälle 
sich im Mittel bis Leneschitz auf 1:207 stellt. Die ganze Furche wird nur in dem 
unteren Viertheil als Communicationslinie benüzt. Die Entwickelung des ganzen 
Thales beträgt 1 : 1°47, was von der grossen Wendung bei Weberschan herrührt. 

Das Biela-Thal, soweit dasselbe unser Terrain berührt, ist als ein Längen- 
thal zu betrachten, da es dem Hauptrücken parallel nämlich von SW— NO streicht, 
wenn auch an vielen Stellen die Hauptrichtung durch Querspalten auf kurze Strecken 
unterbrochen wird. Der Biela-Fluss kommt als kleiner Bach vom Erzgebirge 
bei Platten aus einer Seehöhe von mehr als 2000’ herab, tritt bei Görkau (950% 8.) 
in die Niederung zwischen dem Erz- und dem Mittelgebirge, und bei Seestadtl 
ia das Becken der sogenannten Seewiese. Bei Brüx verlässt er dasselbe und tritt 
unterhalb dem genannten Orte bei Obernitz in unser Terrain und in die eben 
zu beschreibende Thalfurche. Die letztere ändert öfter ihren Character. Einzelne 
Strecken namentlich jene, welche in der Hauptrichtung liegen, haben eine oft 100 
bis 200 Klafter breite, ebene Basis wie die Strecken von Obernitz bis Sellnita 
von Bilin bis Hostomitz, von Welboth bis Staditz, diese haben auch ein geringeres 
Gefälle, das dann 1 : 700 bis 1 : 750 beträgt, während hingegen das Thal 
an anderen Stellen, namentlich, wo es die Hauptrichtung verlässt und entweder 
die Richtung nach NW, oder nach N einsehlügt, sehr enge, und rinnenfómig wird, 
und ein bedeutend grösseres Gefälle besitzt, als vorhin, nämlich 1 : 300 bis t : 450, 
so auf den Strecken von Hostomitz bis Welboth, dann Staditz bis Türmitz. ‘Das 
Thalgehänge ist überall durch ziemlich steile Abhänge gebildet, jedoch sind die- 
selben in den ersten Fällen weniger hoch, gewöhnlich nicht viel über 80 bis 100% 
als in den letzten, wo sie häufig 200 bis 300^ überschreiten. Nur wenige Thaler 
unseres Terrains zeigen auf so kurzen Strecken einen so raschen Wechsel in der 
Thalbreite und im Gefälle, wie das Biela-Thal in seinem unteren Verlaufe, welcher 
bei anderen Thälern ein ziemlich gleichförmiger, namentlich bezüglich des Gefälles 
zu sein pflegt. Längs des ganzen Thalgrundes befinden sich brauchbare, mitunter 
auch sehr gute Communicationslinien, ausserdem wird derselbe auch von der Habro- 
wan-Hlinayer , Lobositz-Teplitzer, Kostenblatt-Krzemuscher, und Laun-Biliner Strasse 
durchschnitten. Die Entwickelung des Thales von Brüx bis Aussig beträgt 1 : 140. 
Das Gefälle und die Seehöhe dieses Thales sind in der obigen Tabelle übersichtlich 
zusammengestellt. Die Thalfurche durchzieht von Obernitz bis Sellnitz tertiàren 
Sandboden, von Sellnitz bis Bilin Gneis, von da bis Hostomitz abermals tertiäre 
Gebilde, worauf sie in das Basaltterrain eintritt, welches sie erst bei Wellboth 


en Qi дун i mom gt s n ee 


I. 31 


wieder verlässt, um abermals im tertiären Terrain, und schliesslich von Kosten 
an im Alluvium fortzusetzen. Alle nachfolgenden Thäler münden in das Biela-Thal. 

Das Serpina-Thal ist eine 400 bis 500 Klafter breite etwa 1'/, Meile 
lange Niederung, welche von flachen Abhängen eingeschlossen von Potscherad 
(690° Seeh.) bis Obernitz (648^ mit einem Gefälle von 1 : 1000 in der Richtung 
von Süd nach Nord streicht, und. die westliche Gränze des Leitmeritzer Mittel- 
Sebirges bildet, Erst kurz vor der Mündung in die Biela bei Böhm. Slatnik 
treten. die Abhänge näher, und verengt sich das Thal. 


| Das Meronitz-Luschitzer Thal beginnt in der Schlucht zwischen dem Radel- 
stein und dem Ziegenrücken in 1898^ Seeh. zieht dem Hauptrücken parallel von 
NO~sw in einer tief eingeschnittenen Gebirgsschlucht bis Meronitz, und zwar 
bis zur oberen Mühle (1465^) mit einem Gefälle von 1 : 15, von da bis Meronitz 
(Thal 1158% mit einem Gefälle von 1 : 26. Hier wendet die Thalfurche unter 
“mem rechten Winkel nach NW, wird also ein Querthal, wird an der Basis etwas, 
отам mit einem Gefälle von 1 ; 43 nach Luschitz (116°), wo sie in das 
| athal mündet, welches von der Bachlinie quer durchschnitten wird. Die 
Entwickelung dieses Thales ist 1 : 1'21. Das Thal wird von der Laun-Biliner- 
Strasse unterhalb Meronitz durchschnitten, unterhalb welchem dasselbe durch die 
Opalführenden Tuffe von Luschitz zieht; sonst befindet sich die Thalfurche theils 
"n Basalt, theils im tertiären Boden. Das Liebschitzer und das Hrobschitzer-Thal 
Sind minder wichtig, und wir wenden uns daher gleich zum 
i Lukow-Deberschken- Thal welches als eine Fortsetzung der Mileschauer Thal- 
urche auf der anderen Seite des Hauptrückens betrachtet werden kann. Dasselbe be- 
nee unterm Tallina-Berg (1740) in einer sehr engen Waldschlucht, — 
"mée Si den steilen Abfällen des Radelsteines und des ee и Der Cha- 
Radars K hales, eine tiefe Rinne, mit der Richtung von SO nach N W bleibt bis 
trägt wi B90) derselbe, nur wird das Gefälle, welches — 1: 10 bis 1: 14 be- 
Th l те geringer und fällt bis 1:30 oder 1:40. Von Radowesitz an nimmt das 
"mg Ee von O nach W an, bleibt zwar noch immer sehr elige und von 
Tiefe "sw eingeschlossen, jedoch treten die hohen Berge zurück, und die 
. e der Thalfurche beträgt nicht mehr als 100—120’ unter dem begleitenden 
d Bilin mündet das Thal in jenes der Biela, das mittlere Gefälle von 
n AR e dahin beträgt 1 d 54, пе Enitsickelung der ganzen Tiefenlinie 
Ch Gär SE ag ee en sind am Grunde des Thales wegen Ke geringen 
gegen эчә wohl apen begleiten dasselbe auf beiden Abklingeh — bis 
und "aec ene Das hal ‚befindet sich in seinem AE ТИ im I honolith 
Gneisgeb errain, im mittleren im Plüner, und im unteren Theile bei Bilin im 

ssebiete, 


Das Thal von Schallan-Hertine, sowie auch jenes von Habrowan-Staditz 
; Beide haben als Querthäler die nordwestliche Richtung, beide 
eme kleine Entwickelung, beide befinden sich im Basaltgebiete, sind in 
und enge Thalrinnen eingeschnitten und haben ein grosses Gefälle, wie aus 
eite des = i ist. БӨР Thaler gibt es auf der nordwestlichen 

Hauptrückens noch mehrere von ganz gleichem Character, wie z. B. 


ISt sehr kurz. 
haben 
tiefe, 
der obigen Tafel 


32 I. 
das von Stirbitz, das von Weberschan u. s. w. Die Entwickelung der Thalfurche 
ist meist eine sehr geringe und übersteigt nicht das Verhältniss 1 : 1°15. 


Noch haben wir jene Thäler zu erwähnen, welche von den ausserhalb 
des Hauptrückens auf der nordwestlichen Seite desselben befindlichen Nebengruppen 
eingeschlossen sind. Das wichtigste davon ist das Wäisterschaner- oder Saubach- 
thal, welches hoch oben am Erzgebirge unterhalb Zinnwa!d in einer Seehóhe von 
9400' beginnt, bei Eichwald in das Teplitzer Becken eintritt und dasselbe bei 
Schönau 690° wieder verlässt, um von NW nach SO in einer Thalturche, die von 
den Abhängen des Teplitzer Schlossberges und des Wachholderberges eingeschlossen, 
und etwa 200° tief in das umgebende Terrain versenkt ist, mit einem Gefälle von 
1:100 im Mittel oberhalb Welboth in das Bielathal zu münden. Das Thal ist von 
Teplitz bis Neuhof im Grunde etwa 80—100 Klafter breit, verengt sich jedoch 
gegen seine Mündung zu einer engen Rinne, weshalb die dem Thale entlang zie- 
hende Teplitz-Lobositzer Chaussée nur im oberen Theile den linken Thalgrund, im 
untern jedoch den rechten Thalabhang benützt. 


In Bezug auf die Vegetation ist das Terrain bis zur Schichte von 300 
Meter Seehöhe fast durchgehends fruchtbares Ackerland, mit Ausnahme des Wiesen- 
grundes in den übrigens selten breiten Thälern. Von 300 Metern aufwärts beginnt 
in kleineren Flächen bereits der Waldgrund, mit 400 Metern dominirt derselbe 
bereits und über 500 Meter ist mit wenig Ausnahmen nur mehr Wald und Weide 
anzutreffen. 


Es wird den Leser zum Schlusse dieses Abschnittes vielleicht noch interes- 
siren, die Terrainflächen, welche sich in den verschiedenen Seehöhen befinden, ihrer 
Ausdehnung nach zu kennen. Ich habe zu diesem Behufe dieselben aus der bei- 
liegenden Schichtenkarte berechnet*), und lasse sofort die erhaltenen Resultate 
folgen. Jedoch bemerke ich hiebei, dass die Ausdehnung des südwestlichen Zwei- 
ges des Mittelgebirges hier grösser erscheint, als ich oben angegeben, weil ich es 
zu diesem Zwecke vorgezogen habe, den ganzen Abschnitt durch natürliche Grenzen 
einzuschliessen, und somit auf der Siidostseite ein Theil mit einbezogen wurde, 
nämlich das nördliche Gelände der Eger, der strenge genommen nicht mehr zum 
Mittelgebirge gehört. Die Grenzlinien, durch welche ich mir hier den Terrain- 
abschnitt eingeschlossen denke, sind: die Eger von Postelberg bis zu ihrer Mündung, 
die Elbe von Leitmeritz bis Aussig, die Biela von da bis Türmitz, dann der 
Modlauer-Bach bis Modlau, von dort der Weg, welcher um den Teplitzer-Schloss- 
berg nach Schönau führt, der Weg vom Teplitzer-Schlosse über Hundorf nach 
dem Riesenbache, der Riesenbach bis zu seiner Mündung in die Biela, diese bis 
Kutterschitz, dann der Ujester-Bach bis zum Kartenrand, endlich dieser letztere 
selbst. Ich erhielt folgende Resultate: 


*) Die Flächeninhalte der Schichten wurden von mir mit einem guten Amsler'schen 
Planimeter durch Umfahren der Schichtenlinie nach der bekannten Methode gemessen, und auf 
die Ausdehnung des Papieres die möglichste Rücksicht genommen. 


34 1. 


vertheilt erhöht dieselbe um z = 0'02358 Meilen = 94:32 Klafter = 178'9 Meter = 
566 W. Fusse. Da wir die unterste Schichte zu 100 Meter Seehöhe angenommen 
haben, so würde somit, wenn man die ganze Bergmasse des südwestlichen Flügels 
des Mittelgebirges auf das eben beschriebene Terrain gleichmässig vertheilen 
könnte, dasselbe eine Seehöhe von 278'9 Meter oder 882 W. Fuss besitzen. 


$. 5. Nordöstlicher Flügel des Mittelgebirges. 


Diesem Theile des Mittelgebirges können wir nicht, wie dem vorhin beschrie- 
benen, einen von einem hervorragenden Gipfel genommenen gemeinschaftlichen Namen 
geben. Vielmehr besteht derselbe aus mehreren Bergmassen, welche entweder 
nur durch niedrige Rücken mit einander verbunden oder durch "Tiefenlinien von 
einander getrennt sind. Eine Haupttrennungslinie bildet das Polzen-Thal, welches 
den ganzen Zug zwischen Tetschen und B. Leipa quer durchsehneidet, wodurch 
derselbe in einen grösseren südwestlich von dieser Linie und in einen kleineren 
nordöstlich von derselben liegenden getheilt wird. 

Der grössere südwestliche Theil zeigt drei Haupterhebungen , welche auf 
einer gemeinschaftlichen 1200’ Seeh. besitzenden polygonalen Basis aufruhen. Die 
südwestlichste derselben besteht in einem breiten von NNW nach 550 nämlich von 
Kramel gegenüber von Aussig nach Schüttenitz bei Leitmeritz streichenden plateau- 
förmigen Rücken (1800* Seeh.) dessen höchster Punkt der Tannbusch-Berg zwischen 
Pohorz und Nemtschen ist; weiter östlich finden wir als Mittelpunkt einer bedeu- 
tenden Bodenanschwellung einen kurzen scharfkantigen Rücken den Geltschberg 
bei Liebeschitz (2214*) mit derselben Richtung, welche sieh zwar sehr rasch zu 
1400° herabsenkt, dessen Fortsetzung jedoch später in einem über Tauberwitz bis 
gegen Gross-Priesen fortlaufenden, und am Matzenstein endigenden schmalen Rücken 
von 1500 bis 1800° Seehöhe deutlich wieder erkennbar ist. Diese beiden Erhe- 
bungen bilden etwa die Hälfte des südwestlichen Theiles, die ganze andere Hälfte 
gegen Nordost ist ein breites Plateau von 1500—1600^ Seehöhe, welches wir das 
Plateau von Munker nnd Reichen nennen können, und dessen höchster Punkt der 
Zinkenstein bei Biebersdorf ist. Einen Ausläufer dieses Plateaus nach Osten bildet 
der Kolben- und Koselberg bei Drumm. 

Der kleinere nordöstlich vom vorigen fortsetzende Theil ist von jenem durch 
das Polzenthal, dessen Seehöhe hier zwischen 450 bis 700° schwankt, getrennt, und 
zerfällt selbst wieder in mehrere Gruppen, deren wichtigste das Plateau von Gün- 
tersdorf, der Rücken von Bocken, und der Rücken von Blottendorf, sämmtlich mit 
einer Seehöhe von 1500—1800/ und vorherrschend mit einem Streichen von SSW 
nach NNO. Der letzte Rücken schliest sich unmittelbar an das nordböhmische 
Sandsteingebirge an. 

Dieses Gebirge hat eine dem vorigen sehr analoge geologische Zusammen- 
setzung. Die grossen Plateaus, und die hohen breiten Rücken bestehen aus Basalt, 
und zwar die tieferen meist ebenen Lagen, so wie die Thaler aus Strombasalt, 
Basalttuff und Basalteonglomerat, die höheren, namentlich rückenförmigen Partien, 
sowie einzelne Kuppen aus gang- und stockförmig den Tuff durchbrechenden festen 
Basalt. Die domförmigen und kegelfórmigen Bergkuppen auf denselben gehören 


i 
|! 


36 


Auf der nordwestlichen Seite finden wir durchaus sehr kurze, sehr steile 
von SO nach NW gerichtete Abfälle, während an der westlichen Grenzlinie der 
Elbe die Richtung von NO nach SW vorherrscht. 

In der Seehöhe von 90010004: beginnt fast wm den ganzen nordöstlichen 
Flügel des Mittelgebirges herum ein rascheres Ansteigen, ein grösserer Böschungs- 
winkel des Terrains, welcher in der Seehöhe von 1200° wieder abnimint, von hier 
an weiter aufwärts breite flache Rücken oder auch Terrassen von grosser Ausdeh- 
nung bildend, auf welche die höheren Parthien des Gebirges aufgesetzt erscheinen. 
Diese letzteren wollen wir nun etwas näher betrachten. 

Der Rücken von Nemtschen und Babina ist ein von NNW. nach SSO 
streichender vielfach nach W und O gegliederter flacher Rücken zwischen Krammel 
und Schüttenitz von 14 Meilen Länge, und sehr wechselnder Breite, im nördlichen 
Theile schmäler von etwa 200—300 Klafter Breite, in der südlichen Hälfte aber 
sich oft, wie namentlich bei Babina, Welbine , bei Hliney u. a. О. beekenfomig 
bis über 1000 Klafter ausbreitend. Die höchsten Punkte sind hier der: Tannbuseh, 
ein von W nach О zwischen Pohorz und Nemtschen streichender Rücken, an beiden 
Enden in eine Kuppe auslaufend, deren westliche 2046 (6467 M.) die ‚östliche 
2124 (6714 M.) Seehöhe besitzt, daran südlich anschliessend, und mit N—Slicher 
Richtung der Tschersinker- Berg mit 20764 (6562 M.) davon rechtwinklich fort- 
setzend der Babina-Berg mit 1992/ (629:6 M.), und endlich von diesem gabelförmig 
auslaufend zwei Rücken, von denen der westliche in der steil nach Süden abfallenden 
Radiske-Kuppe (1716) endiget, während der. östliche einen von. NNW SSO 
streichenden ?/, Meilen langen flachabgerundeten Rücken darstellt der Lange- berg 
oder Kreuzberg genannt, welcher mit einer 2034 hohen Kuppe beginnt, und im 
Süden oberhalb Pohorzan mit einem steilen Abfall von 1860" Seehöhe | endiget. 
Auf diesem Rücken befindet sich die Felskuppe des Jungfranenstemes von 19084 
(6031 M.) Seeh. Dieser hohe meist, waldbedeekte Rücken, der im Bezug auf die 
Hauptrichtung des ganzen Gebirges als ein Querrüeken bezeichnet werden muss, 
sendet seine Ausläufer nach allen Richtungen. Nach Norden sendet er vier Joche, 
von denen das westlichste, zugleich das rechte Elbeufer bildende mit dem Wostrej- 
Berg mit 1845° (583°1 M. Seeh.) und dem Schreckenstein mit 768’ Seeh. (der 
Felsen hat eine Höhe von 345° über dem Elbspiegel, siehe die beiliegende Ansicht) 
der bedeutendste ist. Die anderen Rücken fallen gegen Norden (gegen, die Elbe) 
allmälig bis auf 900^ Seehöhe, und endigen dann in einem steilen Abfall zwischen 
Krammel und Waltire in. das Elbthal (450° Seehöhe). Die Ausläufer nach West 
von Schreekenstein bis Kolleben sind noch kürzer und. steiler gegen ‘das Elbthal 
gerichtet, da der jähe Abfall bereits in 1200" Seehöhe beginnt. Oberhalb Kolleben 
aber ziehen sich zwei lange Rücken. fast. parallel. zu einander (also von OW) 
gegen die Elbe; der nördliche der Kubabergriicken, mit dem gleichnamigen höchsten 
Punkte! von 20194 zweigt sich vom. nördlichen Ende des» Langen-Berges ab, der 
südliehe längere mit zwei ‚bedeutenden Erhebungen, nämlich dem Jordan-Berg 
mit 1614’ und der durch einen tiefen Pass mit nur 912/Seeh. vom Ganzen getrennten 
schönen Waldkuppe des Deblik mit 1441’ Seehöhe gegenüber. von Salesl kann 
als eine Abzweigung des Radiske-Rückens betrachtet werden, Auch nach Südwest 
zieht sich ein niedriger Rücken, welcher zwar nur durch den Kamajkfelsen (1164) 


38 Y 

die bedeutendere die plateaufórmige Rownaj- Höhe bei Ritschen (19202, der Panna- 
Berg bei Rübendórfel (1878^) und der Kelchberg bei Triebsch (1686) die erste 
und letzte Phonolith-, die mittlere eine Basaltkuppe, angeführt werden sollen. 

Das Plateau von Munker und Reichen schliesst sich als dritte Haupt- 
gruppe an jene des Geltschberges, mit derselben durch den 1400‘ Seehöhe besitzenden 
Rücken von Loschnitz verbunden an. Dasselbe bildet ein Plateau von 1500 — 1800* 
Seehöhe. dessen Längenaxe in einer Ausdehnung von 1'/, Meilen von NW—SO 
und dessen Breitenausdehnung von etwa ?/, Meilen von SW—NO gerichtet ist. 
Dasselbe ist durch eine steil aufgerichtete Randlinie, welche wir durch die Orte 
Hundorf, Munker, Ob.-Rebite, Alt-Hummel, Reichen Schneppendorf, und Raben- 
stein bezeichnen können, characterisirt, von welcher Randlinie das Terrain ringsum 
gegen die Mitte, gegen das Innere des Plateaus sanft abfällt, in welchem dadurch 
eine muldenförmige Tiefenlinie, das Thal von Wernstadt gebildet wird, welche 
den grössten Theil der Wässer des Plateaus aufnehmend, dieselben in einer der 
Längenaxe desselben entsprechenden Richtung von NW nach SO in das Leipaer 
Becken hinabführt. Am bedeutendsten ist die Erhebung des Plateaus auf der 
Nordwestseite, wo dieselbe in einen kantigen Rücken ausläuft , welcher schroff 
gegen das Elbthal abfällt, und dessen höchster Punkt der schöne Aussichtspunkt 
des Zinkensteines oberhalb Klein-Priesen (2155 oder 680'8 M. Sech, und 1758’ 
über dem ‚Elbspiegel) ist. Von diesem bisher nur selten besuchten obwohl von 
Kl. Priesen über Wittine sehr bequem zu ersteigenden Punkte erhält man eine 
sehr interessante Übersicht des Terrains vom nordwestlichen mit dem Erzgebirge 
zusammenhängenden Flügel des Mittelgebirges, sowie von den nordwestlichen 
Abfällen der ebenbeschriebenen Theile desselben. Der Rücken des Zinkensteines 
besteht eigentlich aus zwei Rücken, welche am Zinkenstein unter einem rechten 
Winkel zusammentreffen, von denen der von hier nach NO ziehende mit der 
Kirche von Reichen (1920) und dem Kronhübel (1978) die Haupterhebungslinie 
des Mittelgebirges, der andere nach SO ziehende mit der Kuppe des Matzelig 
(2110^) die Richtung der Querrücken desselben trefflich bezeichnet. Am südlichen 
Rand bei Munker finden wir den Beile-Berg (1899), und am nordöstlichen die 
kegelförmige Felskuppe des Hutberges bei Rabenstein (1900^) als höchste Kuppen 
der Randlinie. Die Gliederung dieses Plateaus an seinen Rändern ist nach jeder 
Hauptrichtung eine andere. Nach Südwest und Nordwest, nämlich gegen das 
Saubernitz und Elbthal zweigen sich eine Menge sehr kurzer steil abfallender 
Rücken ab. Nach Nord und Nordost hingegen finden wir lange, plateauförmige 
Rücken, welche alle von 1500 bis zu {000° Seehöhe sanft gegen das Pulsnitz-Thal 
sich hinabsenken, dann aber plötzlich in sehr steiler Böschung in das genannte 
Thal, dessen mittlere Seehöhe hier 500— 600' beträgt, hinabfallen. Wir können 
von diesen die nach Norden streichende hohe Leite von Gross-Wóhlen (16714, 
welche mit der Kickelswand hei Kollmen (1386)  endiget, dann die nach Nord- 
ost ziehenden Rücken des Krohberges oder Hannbusches nordwestlich v. Algers- 
dorf (18549, und jenen des Stein- oder Eichberges bei Mertendorf (1680) als die 
bedeutendsten nennen. Nach Osten senkt sich das Plateau bei Hermsdorf zu 
einem schmalen Rücken bis auf 1300° Seehöhe herab, über welchen die Haupt- 
strasse von Graber nach Politz und Sandau führt, worauf sich jedoch dieser Rücken 


40 L 


Mittel 1300' Seehöhe besitzender Bergrücken, welcher nach West ziemlich steil 
abfällt, nach Ost jedoch mit geringer Böschung in die Thallinien sich herabsenkt. 
Seine höchsten Punkte sind der Bockenberg (14044) in der Mitte, während das 
südliche Ende der Fuchsberg (1320^), das nördliche die Höhe von Freudenhain 
(1446°) bezeichnet. 

Endlich haben wir als bedeutendste von allen Gruppen eine mächtige 
Bodenanschwellung zu nennen, den Rücken von Blottendorf, ein 1'/, Meile langer 
', Meile breiter, im Mittel 1650’ Seehöhe besitzender von SW nach NO streichender 
Bergrücken, welcher nordöstlich unmittelbar an das Nordböhmische Sandsteingebirge 
anschliesst. Derselbe fällt nach SO und S sehr steil hinab und löst sich dabei 
in zahlreiche kurze und schmale Parallelrücken auf. Über diesen Rücken führt 
die Chaussee von Kamnitz nach Hayda bei Steinschönau und Parchen, ebenso 
die Strasse von Steinschónau nach Leipa. Auf diesem breiten Rücken sind lang- 
gezogene, die Hauptrichtung einhaltende Bergwälle aufgesezt, von denen hier der 
Sonnenberg (2028) bei Parchen, der Kammberg (1950) bei Schelten, und der 
Blottendorfer-Berg (1978) bei Blottendorf genannt werden sollen. Die Verbindung 
dieses Rückens mit dem Sandsteingebirge folgt hier unmittelbar, und ist das Ende 
des Mittelgebirges durch einen schönen kegelfórmigen Berg den Kleisberg (2404 
oder 7599 Meter Seehöhe) bezeichnet, welcher im ganzen nordböhmischen Becken, 
und darüber hinaus weithin als Wahrzeichen dient. Dieser Rücken sendet mehrere 
Ausläufer nach West und nach Südwest, von denen die wichtigeren die Gruppe 
zahlreicher Bergkuppen um Böhm. Kamnitz, worunter der Schlossberg (mit 1698’ 
Seeh.), der Rücken des Forstberges (1650° bei Meistersdorf, und die isolirten 
massigen Kuppen des Hofberges (1656) bei Sandau, und des Schossen-Berges 
(1584’) bei Straussnitz, ferner auf der südöstlichen Seite die kegelfórmigen Berge: 
der bóhmische Berg (1530) und der Kottowite-Berg (152^) sich befinden. 

Es möge nun, als für das Communicationswesen besonders wichtig, die 
Beschreibung der Hauptwasserscheide folgen, deren Natur man am besten aus 
einer Zusammenstellung der aufeinander folgenden Hóhen und Tiefen- oder Sattel- 
punkte erkennen kann. Ich bemerke dabei, dass die Richtung der Hauptwasser- 
scheide des ganzen nordóstlichen Flügels des Mittelgebirges zwar im Allgemeinen 
auch die Richtung von SW nach NO hat, dass jedoch diese Richtung im Detail 
sehr häufig in die darauf senkrechte oder Querrichtung abgelenkt wird, so dass 
sie bald einem Längen- bald einem Querrücken folgt. Namentlich geschieht dies 
zweimal am Plateau von Munker und Reichen, wo die Wasserscheide zuerst bei 
Munker auf eine grosse Strecke nach Nordwest abgelenkt dem südwestlichen 
Rande, und hierauf bei Reichen, wo sie auf eine mehr als doppelt so grosse 
Entfernung wieder in die entgegengesezte Richtung, nämlich von Nordwest nach 
Südost abgelenkt, dem nordöstlichen Rande des Plateaus folgt. 

Die wichtigeren Punkte der Hauptwasserscheide aber sind nach unseren 
Messungen folgende : 


Seehöhe 
in W.-F. 

1. Niveau der Elbe bei Czalositz . 438 
2. Radobyl Berg . 1954 ka 
3. Fahrweg von 1a nac ^ Кай (Sattelp.) . 1038 
4. Jordan Berg . : . 1614 M 
5, Strasse von Leitmeritz nach Ellie; (Sattelp.) . 1260 
6. Radiske (Hradisko) Berg . “б шз 
1. Fahrweg von Welbine nach Kundratitz (Sattelp.) . . 1500 
8. Langer Berg (nördl. Ende) . ` 084 

9. Strasse von Stankowitz nach Pohorz bei der 

Schäferei (Sattelp.) RL, 

10. Rownaj Höhe bei Ritschen . 4 < LIU 
déi Fahrweg von Wscheratsch nach Rzettaun (Sattelp.) . 1440 
12. Panna Berg bei Rübendörfel . layer age 
13. Fahrweg von Rübendörfel nach Haslitz (Sattelp.) . . 1452 
14. Sababsch Berg . < 000 та 
15. Weg von Sababsch nach Haslitz (Sattelp.) i . 1506 
16. Hóhe von Lupitz . | NRE 94 
17. Weg von Tenzel nach Neudör fel (Sattelp.) . 1453 
18. Strasse von Lewin nach Munker, südl. bei Munker 1600 
19, Matzelig Berg . 2110 
20. Zinkenstein bei Alt- irme . 2155 
E Wachtberg bei Reichen Odgers 
» Strasse von Wernstadt nach Algetodous (Sattelp.) . 1662 
E Steinhübel oberhalb Mertendorf . . 1860 
24. Gross-Jober i Ia Uer, aan MERI 
5%, Strasse von Graber nach Politz (Sattelp.) e -1265 
26. Hammerberg . . e | |; > 1 
Es Lobetanz (Sattelp.) i . . 1560 
w Se EE bei Petersdorf . 1792 
* ee bei Waltersdorf Ji OO Are 
Bl Н Ober-Politz, Thalgrund des Polzenthales 132 
E ofberg bei Sandau . ‚ 1656 
"^. Fahrweg von Wolfersdorf M ‘Karisthal 
TWO (Sattelp.) н In 
au aper Berg bei Karlsthal i . 1518 

" Strasse von Wolfersdorf nach Meistersdorf 
Eu (Sattelp.) . . 1380 
» dhe von Ulrichsthal . ‚ 1609 
po Parchen, Strasse von Wolfersdorf Ge? Stein- 
bn Schónau (am Rücken) . . 1884 
b. "Pelr: pent östlich von Steinschönau ‚1896 ads 
^ "asse von Hayda nach Steinschónau (Sattelp. . 1716 


41 
nächsten Punkt 
in Meilen. Richtung 
0.13 S—N 
0:34 и 
019 i 
018 W—O 
0'07 SW—NO 
0:15 S—N 
0:87 SW—NO 
012 P 
012 : 
018 WO 
008 l 
007 SW—NO 
012 NW—SO 
013 SW—NO 
010 " 


0.35 WSW—ONO 
058 SW—NO 


051 SO—NW 
025 m 
026 SW—NO 
0:55 WNW—OSO 
028 W—O 
0:16 WNW—OSO 
030 NW—SO 
021 W—O 
011 5 
015 т 
0'35 S-—N 
0:27 » 
0:30 ў 
032 i 
0:08 " 
0:08 SW—NO 
0'18 » 
021 | W—O 
011 SW—NO 
0:03 б 
020 К 


Seehöhe in Entfernung z. 
W.-F. nächsten Punkt Richtung 
. in Meilen. 


) Kammberg bei Schelten . . . . VAM QUEM Aur DARE 016. SW—NO 
m Weg von Blottendorf nach Tannenberg (Sattelp.) 4,1866. Ali " 
. Blottendorfer Berg... . . SERIES a TUS Loc cid 025 » 


"i Weg von Blottendorf nach F кеда? (Sattelp.) Neo Ens 


Man sieht hier deutlich, dass dieses Terraingebiet sich. vom vorigen durch 
seine Plateauform unterscheidet, denn auf der ganzen weiten Strecke von Punkt 
1 bis 30 ergibt sich nur ein sehr geringer Wechsel in der Seehöhe der Sattel- 
bildung. Die Sättel selbst haben ebenfalls das charakteristische Merkmal der 
Plateaubildung an sich; denn beinahe alle sind sehr breit und zeigen auf 100—200 
Klafter nach beiden Seiten ein geringes Ansteigen des Terrains. Ausgenommen 
hievon sind die engeren Finsenkungen, welche auf dem Rücken sich befinden, der 
die Babina-Gruppe mit der Geltschberggruppe verbindet, und die aus dem Pitschkowitzer 
und Triebscher-Thal in jenes von Pohorz und Gross-Priesen führen. 

Nun übergehe ich zur Beschreibung der Tiefenlinien dieses Terraingebietes. 
In der folgenden Tabelle habe ich abermals wie im vorigen $. die wichtigeren 
derselben zusammengestellt, und haben die Columnen dieser Tabelle dieselbe 


Tabelle über die Thalwege um und in dem nordöstlichen Flügel des Mittelgebirges 


| Wühendiffz, | H. Distanz | 


j 
) 
| 


Wat Gefälle | — Richtung » 
Thalweg des | genannt. Orte | YOu. . | WI, indc vidit ds 
| bis | bis . . | bis | bis he 
| in W.-F. in Metern in Metern jin Kilometer. | bo adiu 
| | E 
| | | | [ 
| | = 
1. Elbe-Thales . . | Nuénic : > .| 456 |1441 i : ai | 
Leitmeritz . .  .| 444 |1403 Wi ah iu QW | 
Lobositz зат: .. «|| 488 1884 Sé 199! ЖҮН ӨПТҮ 
Add: 7. 7. VIC "NR а = 22 ea мир 
Gross-Priesen . — .| 405 1280 VE 94 | 4:1893 wn. et 
Neschwitz . |.  .| 386 |1921 er AR nil 
Tetschen . 7 - .876 | 1187 94 T | 11858 BAN 
v. Nuénic bis Tetschen! REIN o 254 569 "aan SN 
ә. Triebsch-Pitsch-| Oberh. Rübendórfel . | 1404 | 443'8 bn N | d 
kowitzer oder | Triebsch ; 4 | 1020 | 3224 AT | i hii Ge Gett op 
Luha-Thales . | Pitschkowitz ` . | 600 1896 ith |. 005 ltd А 
Trebautic 450 | 142'2 j | PN E. Ш d 
|v. Riibendf. b. Trebaut. NM RENNER 1. 12:1 1:40 |, NS 
| 
| | | 
3. Munker-Auscha | Munker `... | 1600 | 506:0 T ial "MANN ei i 
o.Alter-Thales. | Nied. Eicht .  .| 870 |2780 | 2810 69 1798 NW—SO 
| atta урен 62'6 51.) den 62) NS 
| Auscha ; e i | 672 | 212°4 308 | gt. TC 800 
|Drahobus . " „| 516 |18271 zd er keen ho? 
KO | 458 14p1 | 380 SET agp р 
v. Munker bis Nuénic |. . .|. | 3619 288 |i: 78| N—S 


44 L 


Bedeutung wie oben. Von den angeführten 10 Thalfurchen haben 7 eine Dm Allge- 
meinen nach West, Nordwest oder Südwest gehende Richtung, 2 eine Richtung 
nach Ost und nur eine die Richtung nach Nord. Im Detail aber folgt beinahe 
jedes Thal mehreren Richtungen, welche als Spalten sich im Terrain vorfanden, 
und durch Erosion oder spätere Spaltungen mit einander verbunden wurden. Die 
am meisten vorherrschende Richtung ist wieder die zur Hauptrichtung des Gebirges 
parallel von SW nach NO streichende, und die darauf senkrechte von. NW—SO 
ziehende. Seltener, obwohl häufiger als im südwestlichen Flügel des Gebirges, 
kommt die reine Nordsüdrichtung, und die darauf senkrechte vor. Betrachten 
wir die einzelnen dieser Tiefenlinien genauer. 

Vorerst haben wir als die wichtigste jene des Klbthales vor uns, welche 
wir hier, wo wir den ganzen Verlauf derselben im Mittelgebirge zu verfolgen im 
Stande sind, nicht wie vorhin übergehen wollen. Die Richtung dieser wichtigen, 
das Mittelgebirge in drei grosse Gebiete spaltenden Thalfurche ist in der Strecke 
zwischen Nuénic und Tetschen eine sehr mannigfache. Vorherrschend ist zwar 
die Richtung von S—N, und zwar in den Strecken von Lobositz bis Aussig mit 
dem geringsten vorkommenden Gefälle von 1 : 3158 und in der Strecke von 
Tichlowitz bis Tetschen mit dem Gefälle von nahezu 1 : 2000, es bilden diese 
beiden Strecken nahezu die Hälfte der ganzen Länge von Nuénic. bis Tetschen, 
Die andere grössere Hälfte derselben vertheilt sich wieder zur einen Hälfte auf 
die Richtung von SW—NO oder WSW- ONO zwischen Aussig und Tichlowitz 
mit einem Gefälle von etwa 1 : 1700, zur anderen auf die Richtung von O—W 
in die Strecke von Nuénic bis Lobositz mit 1 : 2105 Gefälle: Jene, nämlich die 
Richtung von SW — NO ist deutlich als eine Fortsetzung der grossen Spalte zu 
erkennen, in welcher der Biela-Fluss von Obernitz bis Aussig zum grossen Theile 
seinen Lauf hat, und welche der Hauptrichtung des ganzen Mittelgebirges parallel 
ist. Die auf diese. senkrechte Richtung, welche die eigentlichen Querthäler des 
Mittelgebirges charakterisirt, kommt auf der ganzen Strecke nur zweimal in sehr 
geringer Ausdehnung, nämlich zwischen Birnay und Wanow, und zwischen Waltiie 
und Gr,-Priesen vor. Ein Zusammenhang der Grösse des Gefülles mit der Thal- 
richtung ist insoferne vorhanden, als die Richtung von N nach S das geringste 
Gefälle zeigt, jedoch hängt "dies hier nicht so sehr von dem Charakter dieser 
Thalrichtung selbst, als vielmehr von dem localen Umstande ab, dass in beiden 
oben bezeichneten Fällen diese Richtung unter einem nahezu rechten Winkel 
auf den mächtigen Bielafluss, und weiter unten auf den Polzenfluss stösst, welche 
durch die plötzliche Abnahme ihrer Geschwindigkeit. an ihrer Mündung in die 
Elbe hier mächtige Dämme von Geröllen und grobem Sand abgelagert haben und 
noch fortwährend ablagern, wodurch das Niveau der Elbe oberhalb dieser Ablagerung 
gestaut wird, und ihr Gefälle daher oberhalb abnehmen muss. Der Charakter des 
ganzen Thales von Nuénie bis Tetschen ist ebenfalls ein sehr verschiedener. Auf 
der obersten Strecke zwischen Nuénic (456^) und Lobositz (4444, ist dasselbe 
sehr breit, und nach S und SW ganz offen. Hier befindet sich das ehemalige 
Delta der Eger, welches zwar durch die Regulirung der Figermündung nicht deutlich 
mehr sichtbar ist, dessen Spuren aber im Terrain und. auf der Höhenschichten- 
karte noch jezt verfolgt werden können. In der Mitte desselben sehen wir eine 


46 I. 


dem gröberen Gerölle derselben bedeutende Bänke, welche wie Barrieren sich oft 
von einem Ufer des Flusses bis zum anderen erstrecken und der Flussschifffahrt 
sehr hinderlich sind. Einbaue, um diese bei starken Regengüssen hoch anschwel- 
lenden Bergwässer, bei ihrem Eintritte in den Fluss parallel zu diesem abzulenken, 
dürften das einzige Mittel sein, um der hier so sehr gefährdeten Schifffahrt die 
nóthige Tiefe und Breite des Wassers zu verschaffen. Die Krümmungen des Thales 
von Nutnic bis Tetschen sind sehr bedeutend, denn die gerade Verbindungslinie 
zwischen beiden Punkten verhält sich zur wirklichen Thallänge (Entwickelung) 
wie 1 : 1:84. 

Das Triebsch- Pitschkowitzer, auch Luha-Thal genannt, ist das erste jener 
kleine Thäler, welche auf der Süd- und Südostseite des Gebirges in ihrem oberen 
Theile eine nordsüdliche Richtung haben, und erst in der Nähe ihrer Mündung in die 
Elbe nach SW umbiegen, und der Hauptgebirgsrichtung parallel laufen. In jedes 
dieser Thäler münden aber an einer Stelle, welche verbunden mit derselben Stelle des 
nächsten Thales eine von SW nach NO gerichtete Linie gibt, kleinere Nebenthäler 
mit derselben Richtung, wie in das Triebscher-Thal bei Gr. Aujezd das Rzepscher- 
Thal, in das Alter-Thal bei Auscha das Simmern-Thal u. s. w. so dass dadurch 
eine auch in der Schichtenkarte längs dem südöstlichen Rande dieses Mittelgebirgs- 
zuges bemerkbare deutliche Einsenkungslinie entsteht, eine Fortsetzung derselben 
bereits im vorigen $. erwähnten Linie auf der Südostseite des südwestlichen Zuges. 
Das Triebscher-Thal beginnt unter dem Sattel von Sababsch oberhalb Rübendörfel, 
wo sich eine in das Basaltterrain tief eingeschnittene Bergschlucht nach Süden 
öffnet, in einer Seehöhe von etwa 1400’, zieht in dieser Schlucht mit einem Gefälle 
von 1 : 14 bis unterhalb Triebsch (1020°), wo das Thal verschiedene Wendungen 
macht, in’s obere Plänerterrain eintritt, immer aber in einer engen rinnenförmigen 
Furche nach Süden bis Pitschkowitz (600^ mit einem Gefälle von 1 : 27 fortstreicht. 
Wegen des engen Thalgrundes, der auf beiden Seiten von 200° hohen steilen 
Abhängen eingeschlossen ist, befindet sich auch auf demselben keine Communications- 
linie, wohl aber begleitet den linken oberen Thalrand von Tenzel an ein Strassen- 
zug. Auch unterhalb Pitschkowitz behält das Thal seinen Charakter bis zur Leitmeritz- 
Auscha Chaussee, wo der Thalgrund sich auf eine Strecke erweitert, bald darauf 
aber gegen Zahofan zu, wieder ebenso enge wird, wie oben und endlich mit dem 
Gefälle von etwa 1 : 120 bei Trebautie (450°) in das Elbthal mündet. Die Thal- 
entwickelung ist 1 : 1:25. Der untere Theil dieser Tiefenlinie führt den Namen 
Luha-Thal. 

Das Munker-Auschaer oder das Alter-Thal ist ein über 3'/, Meilen 
langes Thal, das unterhalb des Plateau von Munker, oberhalb dem Dorfe Trzebine 
in einer engen Schlucht und in etwa 1600° Seehöhe beginnt, und mit grössten- 
theils nordsüdlicher Richtung fortstreicht. Es behält den Charakter eines engen 
rinnenfórmigen Thales über Ficht (870%) bis Luka (810%, und besizt auf dieser 
Strecke ein Gefälle von 1 : 20 bis 1:35. Hier wendet sich das Thal nach SW 
und behält bis Auscha die Richtung eines Längenthales, auf welcher Strecke das- 
selbe die südöstliche Grenze jener schönen Mulde von Auscha bildet, die sich 
ebenfalls in jener Richtung ausbreitet. Nach Nordwest ist hier das Thal breit 
und offen, und an seinem flachen rechten Abhang zieht die Chaussee von Auscha 


48 L 


mehr eine Fortsetzung des Hirschberger-Thales. Der Thalgrund in den unteren Theilen 
besteht zum grössten Theil aus den eigenen Alluvien, in der lezten Strecke ist 
er in die Sandsteine der Kreideformation eingegraben. 

Das Polzen- oder Pulsnitz- Thal durchschneidet hier in seinen unteren Theilen 
in einer anfangs und am Ende breiten, in der Mitte aber sehr engen Querspalte das 
Mittelgebirge. Die Spalte hat im Allgemeinen eine Richtung von OSO nach WNW, 
obwohl sie viele davon abweichende Krümmungen macht. In dieselbe münden 
zahlreiche Tiefenlinien senkrecht auf ihre Richtung, also von WSW---ONO oder 
SW-—NO, in der Richtung des Hauptrückens fortziehend, der Thalgrund ist, wie 
bemerkt im Beginne, wo er aus dem Leitmeritzer Becken tritt, 200—300 Klafter 
breit, verengt sich unterhalb Politz auf 60—100 Klafter, und wird endlich zwischen 
Ulgersdorf und Neuland oberhalb Bensen so schmal, dass neben dem  Flussbette 
nur die Leipa-Tetschner Chaussee, welche im ganzen Thalgrund von Straussnitz 
bis Tetschen sich fortzieht, noch Platz findet. Von Bensen an wird der Thalgrund 
wieder breiter bis 200 Klafter, und tritt endlich unterhalb Birkigt in das offene 
Terrain von Tetschen. Das Gefälle nimmt allmälig von oben nach abwärts zu, 
denn während dasselbe auf der Strecke von Leipa (756) bis Ob. Politz (732%) 
nur 1 : 1474 beträgt, steigt es von hier bis Bensen (573) auf 1 : 211. und von 
da bis Tetschen (376^) sogar bis 1 : 155. Das Thal ist auf beiden Seiten von 
Abhängen begleitet, welche auf der Südwestseite in zwei Stufen zu je 200—300’ 
steil sich erheben, während das rechte Thalgehänge oder die Nordostseite mit 
Ausnahme der oben genannten schmalen Strecke mit viel geringerem Böschungs- 
winkel ansteigen. Wir werden auf das Polzenthal in seinem oberen Verlaufe noch 
zurückkommen. Hier möge nur erwähnt werden, dass dasselbe auf dieser Strecke 
die geringe Entwiekelung von 1 : 1°25 zeigt. 

Das Blottendorf- Hayda-Thal beginnt unter dem Blottendorf-Falkenauer 
Sattel in der Seehöhe von 1800’ in einer von steilen 200° hohen Bergwiinden 
eingeschlossenen rinnenförmiger Furche, welche sich jedoch schon bei Arnsdorf 
wannenförmig erweitert, und in einer NW—SOlichen Richtung bis Hayda (11287) 
mit dem mittleren Gefälle von 1 : 17 bis 1 : 25 fortstreicht. Hier im mehr 
offenen Terrain wendet sich das breite Thal nach SSW, und der Bach arbeitet 
sich zwischen den oberen Quadersandsteinen, welche den Fuss des Kottowitz 
und böhmischen Berges bedecken, eine enge Rinne aus, durch welche er bei Langenau 
(1002°) in das vom Sommerdörfel herabkommende breite Thal mit dem mittleren 
Gefälle von 1 : 73 eintritt. Von hier aus zieht sich das Thal viermal seine 
Richtung in die entgegengesezte ändernd, und zwar jedesmal im Sinne eines 
Querthales mit breitem wannenförmigen Thalgrunde über Jügersdorf (810^) bis 
zum Polzenthale, in das es gegenüber von Eicha (750%) mündet. Das Gefälle 
auf der Strecke von Langenau abwärts nimmt von 1 : 100 bis 1 : 500 ab. 

Das Markersdorfer-Thal ändert dreimal seine Richtung. Von seinem 
Ursprung bis unterhalb der Brücke von Meistersdorf ist es die NO—SW, dann 
bis zur Kirche von Markensdorf die SO-—NOliche also auf die frühere senkrechte, 
endlich vom lezteren Orte bis Bensen abermals die NO—S Wliche Richtung, welche 
das Thal einhält, somit streicht dasselbe in zwei Abschnitten mit dem Hauptgebirge 
parallel, im mittleren Theile jedoch gegen dasselbe senkrecht als Querthal. Das- 


L 49 


selbe beginnt unterm Forstberg in 1446’ Sech, in einer ziemlich breiten Furche, 
zieht mit dem Gefälle von 1 : 25 durch Meistersdorf zur Strassenbrücke (11709, 
von hier am rechten Ufer begleitet vom Strassenzuge nach B.-Kamnitz mit dem 
Gefälle von 1 : 58 bis Gersdorf (905%), und dann in einer engeren Rinne über 
Freudenberg bis zur Kirche von Markersdorf (816^. Von dem lezteren Punkte 
an wird das Thal sehr breit, wannenfórmig, an seinem Grunde zieht in vielfacher 
Windune der Bach, neben demselben bald an seinem rechten bald am linken Ufer 
die Strasse von Markersdorf nach Bensen und an dem sanften rechten Thalabhang 
die Eisenbahnlinie der böhmischen Nordbahn. Der Thalgrund ist vollständig von 
den Häusern der zusammenhängenden Dorfschaften Markersdorf, Ober- und Nieder- 
Ebersdorf und Kronagdorf bedeckt. Das mittlere Gefälle auf dieser lezten Strecke 
beträgt 1 : 99, die Thalentwickelung 1 : 1:57. Das Thal befindet sich beinahe 
Sanz im tertiären und diluvialen Terrain, welches zwischen den Basaltbergen von 
Meistersdorf, Bocken und Dobern eingeschlossen ist. 

Das Mertendorfer- oder Tiibschbach-Thal beginnt unterhalb Reichen (in 
1740; Seeh.), und zieht sich parallel zum Bieberbachthale, und mit demselben 
Offenen, flachen Character wie jenes, nur im Allgemeinen um etwa 150° tiefer über 
Schneppendorf (Seeh. 1488’, und mittl. Gefälle 1 : 38) nach Osten bis zu den 
oberen Häusern von Mertendorf, begleitet am linken 'Thalabhang von der Strasse, 
die durch Mertendorf zum Polzenthale hinabführt. Hier wendet das Thal nach NO, 
und verengt sich immer mehr zu einer rinnenförmigen Furche, während das 
Gefälle zunimmt, so dass dasselbe unterhalb der Kirche von Mertendorf kaum 
1:95 beträgt. Erst oberhalb Schokau beim Eintritte in das Polzenthal, wo auch 
das Tha] breiter wird, nimmt dasselbe wieder bis etwa 1 : 60 ab. Die Thal- 
entwiekelung beträgt 1 : 1:28. Das Thal wird in seinem oberen Laufe unterhalb, 
Schneppendorf von der Strasse von Wernstadt nach Algersdorf durchschnitten 
und der Thalgrund besteht im oberen Theile aus Basalttuffen, in der unteren 
Hälfte aus tertiären und diluvialen Bildungen. Diesem Thal in seiner unteren 
lülfte ganz ähnlich sind die Parallel-Thäler von Algersdorf, Blankersdorf und 

oitsdorf, welche sämmtlich am Basaltplateau von Reichen ihren Ursprung haben, 
Und in der Richtung der Hauptgebirgslinie in das Polzenthal münden. 

Das Saubernitz- Thal und das Binowe-Thal sollen hier noch als Beispiele, 
nd zugleich als die wichtigsten jener Querthäler angeführt werden, welche von 
dem Hauptrücken des nordöstlichen Mittelgebirgszuges, und zwar auf dessen nord- 
West licher Seite herabkommen. Beide diese Thäler haben die Richtung von SO—NW, 

eide haben einen sehr engen rinnenförmigen Thalgrund, so dass neben dem Bach- 


T kaum hinreichend Raum für die beiden Strassenzüge, nämlich im Saubernitz- 
„ale für jenen, der theils von Munker herab, theils von der anderen Seite von 


“lebeschity heraufkommt, und im Binowe-Thale für jenen von Triebsch und Probost 


übrig bleibt. Das Gefälle ist bedeutend und hat im Mittel das Verhültniss 1 : 90 
" Pha 80, Da auch die Entwickelung der beiden Thäler eine geringe ist, (Saubernitz- 
Thal l : 1:26 und Binowe-Thal 1 : 1:34), und die Thalwände von sehr steil an- 
steigenden bis 1000° über den Thalgrund sich erhebenden Bergrücken gebildet 
Kam hs dürfte die Anlage einer Eisenbahnlinie durch eines dieser Thüler, welche 
 "Hi8€n Jahren angestrebt wird, um eine directe Verlängerung der Teplitz- 

4 


50 Į. 


Aussigerbahn nach den nordböhmischen Industriebezirken zu bewirken, mit nicht 
unbedeutenden Schwierigkeiten zu kämpfen haben. 

Was die Vegetationsverhältnisse betrifft, so nimmt der Wald mit der See- 
höhe nicht in jenem Verhältnisse zu, wie in dem südwestlichen Flügel des Mittel- 
gebirges. Vielmehr beschränkt sich derselbe hier auf die steileren Abhänge der 
Тһе, auf die oberen Theile der Bergkuppen, und auf einige kurze kantige Berg- 
rücken, Der grössere Theil der höchsten artie des Terrains, namentlich die 
erossen hier befindlichen Plateaus sind nur wenig mit Wald bedeckt, und enthalten 
bis 1800’ Seehöhe vorherrschend Acker und Wiesen. 

Nun soll noch das Verhältniss dargestellt werden, in welchem sich die 
Terrainflächen von verschiedener Seehöhe in diesem Gebiete zu einander befinden, 
wie dies bereits auf Seite 32 für den südwestlichen Theil des Mittelgebirges geschehen 
ist. Die Grenzlinien, durch welche ich mir hier das geschilderte Gebiet einge- 
schlossen denke sind: Der Elbefluss von der Mündung des Polzen bei Tetschen 
bis hinauf nach Nuénic an der Mündung des Alterbaches, dann diesem entlang 
über Auscha bis Luka, von da längs der Chaussée bis Graber, dann längs dem 
Bieberbach bis zum Gr.-Herrnser-Teich, an dessen westlichem Ufer bis zu seinem 
Ausflusse bei Herrnsen, von da längs dem ache bis zur Mündung in den Polzen- 
Fluss, diesem entlang hinauf bis zum Blottendorf-Haydaer Bach, an diesem Bache 
aufwärts. bis Schasslowitz, von hier gerade zur Chaussée nach Pihl, längs derselben 
nach Hayda, von da im Thale nach Blottendorf, dann über den Rücken nach 
Falkenau, längs des Falkenauer-Daches nach Böhm.-Kamnitz, Johnsbach, dann im 
Nebenthale hinauf nach Alt-Ohlisch, von hier am Feldwege nördlich um den Poppen- 
Berg herum nach Loosdorf, hierauf an die Chaussée nach Tetschen und längs 
dieser zum Polzenflusse und seiner Mündung in die Elbe. Ich erhielt hiebei 


folgende Resultate : 
ITectaren öst. Joch 


1. Gesammtes Terrain innerhalb der oben bezeichneten Grenze 81418 oder 141,480 
o Terrain ober der Schichtenlinie von 200 Meter oder 633 W.-F. 73,920 „ 128,450 


E En А Ие: ND Р" DONO S 88,121 
E we hen qiu с ry weu meon ad > ar ls) BP ie 
En PU ~ "h Bog! чував т, 11204' ," 19,562 
NP S also: gis L zeen vm gees epus ^95 21021 
en ы MONA TOL ҥе) Б 9 


Daraus folgt für die Ausdehnung Чез Terrains in den einzelnen Schichten 


und zwar: 
in Proz. des 
ganzen Terrain- 


Meter W.-Fuss Hectaren öst. Joch abschnittes 
Zwischen 100—900 oder 317— 633 liegen 7,498 oder 13,050 oder 92% 
Si 1 200—300 030-7 940... „ Vas aids, ra litro 28D u 
A de 300—400 , 949—1265 y V AP. irs Zeg SOL ITD y 


7 


4. d 400-2500 ' "19661688 „ 11,088, „ 29,508 „ 209, 
b. d 600-000 МАК "1597... 8,089 „ „10,041 118ы 
6. i 600—100 on 1897--2214 logi mp ln к 
"r^ ADET TO ay AA (с дабы ug os atti 00, 


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52 


keit unterbrochen, nämlich zwischen Böhm. -Neudörfel und Kleische, wo sich im 
steilen Abfalle gegen Südwest ein kurzer wellenförmiger Rücken, der Süfizowitzer 


Berg (1074) erhebt, welcher 
Gebirgsfuss herabsenkt. 


' Strizowitzer 


овет nach Nordost allmälig sich wieder gegen den 
Rücken bildet eine wichtige Position 


gegenüber dem Defilé von werten dessen Ausgang von demseselben ganz be- 


herrscht wird, wovon noch später. 


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usw 


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In der nördlichen Ecke dieses Terrains befindet 


sich die isolirte kammförmige 
Kuppe des basaltischen Zan- 
nichberges (1212). Auf der 
südöstlichen Seite hat der 
Fuss des Gebirges, wenn man 
überhaupt von einem solchen 
hier sprechen kann, nur eine 
sehr geringe Ausdehnung, 
da er nur durch den linken 
schmalen Uferrand des Elb- 
thales gebildet wird. Erst 
weiter östlich von Malschwitz 
an wird derselbe wieder brei- 
ter, und besteht aus einer 
Reihe kurzer, flacher Paral- 
lelrücken, welche senkrecht 
mit einem Gefälle von 1:5 
bis 1:10 gegen das Elbthal 
herabziehen,, und an ihrer 
unteren Basis eine Seehöhe 
von 400^ am oberen Ende 
von 700—800’ besitzen. Der 
nördliche Fuss wird ganz vom 
rechten Thalgehänge des Eu- 
lauer Baches gebildet, und 
besteht in dem unteren Theile 
aus einer steil abfallenden 
etwa 100° hohen Stufe wäh- 
rend im oberen Theile das 
Terrain ohne Absatz allmälig 


zum Plateau ansteigt. Auf 


der nordwestlichen Seite zwi- 
schen Königswald und Zuk- 
mantel steigen die beider- 
seitigen Tiefenfurchen, wel- 
che diesen Theil des Mittel- 
eebirges umgeben und seinen 
Fuss bilden, rasch bis zu 
1200’ Seehöhe an, und ver- 


jaara zu einem breiten, sehr 


oc 


einigen sich zwischen den Orten Klein-Kahn und € 
1332’ Seehöhe an seinem höch- 


wenig geneigten, daher sumpfigen Sattel von etwa 
sten Punkte, Dieser Sattel, von welchem ich eine Skizze hier beilege, vermittelt 
die directe Verbindung des Teplitz-Karbitzer Kohlenbeckens mit dem Bulauer Thale 
und mit Tetschen-Bodenbach, hat somit eine grosse Bedeutung für das Communi- 
Cationssystem dieses Theiles von Böhmen. Aber auch in physikalisch-geographischer 
Beziehung ist derselbe wichtig, da er die Meinung der älteren Geographen von einem 
ununterbrochenen Zusammenhang des Erzgebirges mit dem Mittelgebirge an dieser 
Stelle wiederlegt; denn nicht nur erhebt sich auf der westlichen Seite dieses Sat- 
tels das Erzgebirge in steilem, langgestreektem Abhange unmittelbar zur Nollen- 
dorfer Höhe (2214), sondern auch auf der Ostseite steigt sofort dus Mittelgebirge, 
Wenn auch nicht so bedeutend, so doch als ein zusammenhängendes Ganzes deutlich 
Qusgeprägt, in einer Reihe von Kuppen (Kahnberg 1596‘) empor. 


Das Plateau selbst erhebt sich nun aus dem oberen Rande seines oben- 
beschriebenen Fusses beinahe auf allen Seiten unter sehr steilem Böschungswinkel 
(20 bis 25 Grad) bis zu 1400’ Seehöhe, ist nach Innen zu ziemlich eben, indem 
Nur der Mittelpunkt desselben die Windmühle westl. von Spannsdorf (1614) einen 
flachen von Nord nach Süd gerichteten Rücken bildet, von welchem aus nach allen 
Seiten sanft geneigte Tiefenlinien gegen den Rand des Plateaus ziehen. An den 
Rändern desselben aber befinden sich theils einzelne höhere Kuppen, theils kurze 
höhere Rücken, welche die Thalfurchen durchbrechen müssen ; insbesondere ist der 
Stidwestliche und der nordöstliche Rand in dieser Weise erhöht, eine Erscheinung, 
Welche man auch bei dem Plateau von Munker und Reichen im vorigen §. be- 
merkt. Diese Höhenpunkte sind am südwestlichen Rande der Gatschken Berg 
(1734 Fuss oder 5481 Meter) und der Arnsdorfer Rücken (14824, auf der nord- 
westlichen Seite der Kahnberg (15964 und die Hutberge von Königswald (1674 
Oder 529-1 M.). Der nordöstliche Rand wird durch einen langegezogenen von 
NNW— S50 gerichteten Rücken von 1600/ mittlerer Höhe gebildet, dessen südöst- 
liches Ende mit dem höchsten Punkte des Plateaus, dem flachgewölbten Lerchen- 
berg, westlich von Ohren (1944° oder 615 M.) endiget. Auf der Südostseite'endlieh 
haben wir die Phonolithkuppe des Blankensteinberges mit seiner Ruine (1680). 


Von diesem Plateau zweigen sich am nordöstlichen Ende vom Lerchenberg 
’Wei breite Rücken ab. Der eine behält die Richtung nach Nordost, Шей sich 
n mehrere Glieder, und bildet an seinen Enden die drei malerischen bewaldeten 
Felskuppen des Hopfenberges (auf den Karten gewöhnlich „Koppenberg“, 1620"), 
des Hutberges bei Schönborn (1578), und des Pfaffenberges (1110). Der andere 
vom Dorfe Ohren ausgehend, wendet nach Südost um, und zieht unter dem Namen 
der »Steben-Berge*® gegen Barken. Mehrere kegelfórmige Berge, in linearer Reihe 
unter einander geordnet, (der höchste am südlichen Ende mit 1368’ Seehöhe) sind 
auf demselben aufgesetzt. Auch auf der Südostseite trennen sich zwei Glieder von 


(le i " " | Bi. Й " 
lem Plateau, welehe jedoeh beide nach OSO, also parallel zu einander bis zu 


Albe fortstreichen. Das eine nördlichere ist der breite Rücken von Leissen, welch 
1r —Ó H m And d 1 

. den flachen Bergkegel des Marre Berges (1566) endiget, das südlichere bildet 
Men schmalen Rücken, welcher von der Blankensteinburg über Mörkau nach Mei- 


54 I. 


sehlowitz zieht, und unterhalb dieses Ortes in die schroffe Felswand des Ziegen- 
berges (1188’) ausläuft, welche sich 780° über das Elbeniveau erhebt. 

Als Hauptwasserscheide wollen wir uns hier wieder jene Wasserscheidelinie 
denken, welche im Allgemeinen die Richtung von SW nach NO hat, und daher der 
Haupterhebungslinie parallel läuft, und welche zugleich den südöstlichen Theil vom 
nordwestlichen scheidet. In letzterer Beziehung müssen wir den Marienberg bei 
Aussig als den einen und den Pfäffenberg bei Bodenbach als den anderen Endpunkt 
der ganzen Linie betrachten, wodurch dieselbe im Anfange eine mehr von Süd nach 
Nord gerichtete Lage erhält. Auch können wir in diese Linie den Strizowitzer 
Berg, sowie den wichtigen Sattel desselben gegen den Tannichberg auf der Chausée 
oberhalb Schöberitz, dessen Seehöhe 834° beträgt, nicht einbeziehen, da selbe dureh 
die Thalfurche von Gartitz von der Hauptgebirgsmasse abgeschnitten sind. Dem- 
nach erhalten wir die Hauptpunkte jener Wasserscheide wie folgt: 


Seehöhe Entfernung z. 
in W.-F, nächsten Punkt 
in Meilen, Richtung 


1. Aussig, Elbufer unterm Marienberg ...... 46 007 SW—NO 
Sir, Marion berg АПШЕ "would dantis ee ee 0°29 S—N 
Kr Gaschken Ве o 12 in УАН m pb oe AMOR ЛП 014 W—O 
4. Feldweg v. Seesitz nach Gr. Kaudern (Sattelp.) . . 1272013 S—N 
Eu, ` reegen. Deng ine енун dat (et, Жалт АЧФ ^ 0:35 S—N 
6. Feldweg von Lieben nach Arnsdorf (Sattelp.) . . 1392 O17 W—O 
т. Windmühle westlich von Spansdorf . . . „дош O11 SW—NO 
8. Feldweg v. Spansdorf n. Leuckersdorf (Sattelp.) . . 1434 035 Wu 
9... Lemhébbergoss ie vive: aise et rn zer PS ae и ОФУ + 047 SW—NO 
Wer Schönborner Kuppe Laced GA wily Ins Phar) LBRO ЧҮ 013 SW—NO 
11. Hutberg von Merzdorf MI SA Р ЯМИ 013 W—O 


12. Feldweg v. Schónborn n. Ulgersdorf (Sattelp.) . 918414012. (WO 
` a TTT TTT idi eot peel tovs AME dl (030 W—O 
Lé: Bodenbach, Elbüfer, | uos NM vi "gi schie vielen" @ 


Von den drei in diesem Verzeichnisse enthaltenen Sattelpunkten Nr. 4, 6 
und & ist nur der erste zwischen Seesitz und Kaudern enge und von steilen Ab- 
hängen eingeschlossen, daher auch etwas schwieriger zu passieren, die beiden an- 
deren sind nur. geringe Einsenkungen auf flachen, freien Dergrücken. Dieselben 
haben aber auch keine besondere Bedeutung, da die über dieselben führenden 
Communicationslinien einerseits in dem engen Elbthale, andererseits am Fusse des 
Erzgebirges endigen, ohne dass eine natürliche oder künstliche Verlängerung der- 
selben in der einen oder der anderen Richtung vorhanden wäre. Ueberdies ist 


das ganze eben beschriebene Terraingebiet rings um seinen Fuss durch gute Strassen- ` 


züge, theilweise auch Eisenbahnlinien eingesäumt. 

Was die Tiefenlinien betrifft, so sind es ausser jener der Elbe, welche das 
Gebiet gegen Süd und Ost abgränzen, noch zwei, welche eine grössere Bedeutung 
haben, nämlich das Kulm-Karbitzer Thal, welches seine südwestliche, und das 


|. 
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| 
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| 
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d. 55 


Kónigswald-Eulauer Thal, das seine nördliche Gränze bildet. Innerhalb des Ge- 
bietes selbst befinden sich mehrere meist kurze Thaler mit vorherrschend NW—SO 
lichem Laufe. In der nachstehenden Tabelle sind die wiehtigeren dieser Tiefen- 
linien übersichtlich zusammengestellt, und ich will dieselben auch sofort näher be- 


schreiben. 


Tabelle über die Thalwege um und in dem nordöstlichen Flügel des Mittelgebirges. 


mme mr Im Tun | Lee | 
| | Seehöhe der | Мен, | M. Distanz | Gefälle | , Richtung 
V | Gefälle | 
n T ORADA, ООВ "ol voe; TOM RE e 
Thalweg des 8 d | bis La ron ORG И 
DA OR: | n fpes: bis. Thalveges 
lin WR fin Metern in Metern in Kilometer, | | $51 
Ш | | 
1 | 
| mias | 
1. Kulm-Karbitzer| Arbesau . \ 792 | 250°3 | М | 13 4. 4 
Thales. Kulm, obere Mühle . | 666 | 2105 | 519 2:5 1: md N 
Karbitz . | 504 | 1698 |, ‚on.g E ‘99 ы) 
Mündung in die Biela | 438 | 138°4 | WÉI Mia 1:297, NW -80 
Von Arbesau bis zur Mündung, { у | 111'9 9:8 1: 88 NW HO 
| | | 
| | 
| | | 
| | | 
2. Kleischbach-Th.| Kl. Kahn... puilor 1844 авар "ag Tas Wes 
Troschig . " „000 30374 | 758 8:611] V Ae 
Pokau d | Ce MEY DITT OTA 39 | 1: 35 NW 80 
Aussig, Mündung d 432. |,186'5 |. iA | 1; 35 NV ( 
Von Kahn bis Aussig i d | 288:3 | 112, | de 39, N—S 
| prassi | 
3. Luschowitzer | Unterhalb Slabisch . 1404 4438 | 1100 | 3-0 1:97 NW-so0 
Thales. Luschowitz ў ў 1056 3338 3049 m ү, " 
l'ómmerle 408 198'9 1119 | 1 » n 
V. Slabisch b. Pömmerle аи «и | 3149 74 Lë EN DO 
| | 
| | 
| | 
4. Königswald-Eu- | Königswald oberes Ende, 1948 | 3945 | 68:8 94 Jux доо 
lauer-Thales. Königswald, Kirche . 1032 | 3262 | тә 1-4 1:63... Wa 
Kulau, Kirche . 4 810 2560 узев 8:5 1: 82 
Bodenbach, Elbufer . | 378 | 1195 | : | » 
, m 
ү. Königsw. b. Bodenb|. . . |. . |. 2750 | 1066 1: 61) W.-O 
| | | 
| | | 
| | | 


Das Kulm-Karbitzer Thal soll hier blos in seinem mittleren Tana unteren 
Laufe betrachtet werden, da der obere Lauf dem Erzgebirge angehört. Bei Vorder- 
Tellnitz tritt das bisher von engen steilen Abhängen eingeschlossene Thal aus dem 
Erzgebirge heraus in ein offenes, sehr wenig geneigtes, nur mit sanften Boden- 
anschwellungen bedecktes Terrain, so dass der Bach zu einer Reihe von Teichen 
von Arbesau bis unterhalb Kulm angeschwellt werden kann. Bis Karbitz, bis 


6 


wohin das mittlere Gefälle 1 : 49 beträgt, behält das Thal seine von NNO nach 
SSW gehende Richtung, von Karbitz an (507%) ändert das Thal seine Richtung 
beinahe rechtwinklich nach SO, der Thalgrund wird rinnenfórmig, obwohl die Bóschung 
der Thalwánde constant sehr gering bleibt, und das Gefälle nimmt bis auf 1:300 
ab. Unterhalb Prödlitz (450%) mündet dasselbe in das Biela-Thal. Von Kulm 
an zieht bald am linken, bald am rechten Ufer eine gute Strasse fort, welche 
dreimal, nämlich unterhalb der unteren Mühle bei Kulm, dann bei der oberen 
Vorstadt von Karbitz, endlich bei Pródlitz den Bach überschreitet. Die Entwickelung 
des Thales auf dieser Strecke beträgt 1 : 1°60. 

Das Kleischbach- Thal beginnt auf dem Sattel zwischen dem Erz- und 
Mittelgebirge bei Klein-Kahn (1344’), wo in den sehr sanft geneigten Wiesengrund 
mittelst eines Grabens ein Theil des Nollendorfer-Baches geleitet wird, dessen 
anderer Theil in das Thal von Königswald und Eulau fliesst. Das über die 
tieferen Theile dieses breiten, sumpfigen Grundes sich ausbreitende Wasser heisst hier 
Katzbach, und fällt bei Saara in eine tiefe, enge Thalschlucht, in welcher es, von 
sehr steilem Berggehänge auf beiden Seiten eingeschlossen, und über Troschig 
(960^), und Postitz (780%) sich fortwindend, mit dem mittleren Gefälle von 1 : 40 
bis Pockau (720°) fortzieht. Wegen der geringen Breite des Thalgrundes zieht 
die neue Strasse von Kninic und Zuckmantel am niedrigen Rücken oberhalb dem 
rechten Thalgehänge fort. Bei Pockau wendet das Thal nach Südost, der Thal- 
grund wird breiter, die denselben begleitenden Abhänge werden flacher und es 
tritt die Aussig-Nollendorfer Chaussée in dasselbe, welche den Bach unterhalb des 
Ziegelofens überschreitet, während der Kleischbach- in das Biela-Thal mit dem mittl. 
Gefälle von 1 : 39 mündet. Die Entwickelung des Thales beträgt 1 : 1°23. 

Das Luschowitzer- Thal möge hier als das wichtigste jener kleinen Quer- 
thäler angeführt werden, welche auf der südlichen und östlichen Seite des Plateaus 
von Spannsdorf beginnen, und in vorherrschend südöstlicher Richtung in das Elbthal 
münden. Den oberen Anfang dieses Thales bildet eine breite Mulde unterhalb 


„Slabisch (14047), welche sich nach unten zu einem engeren rinnenfórmigen Thale 


zusammenzieht, alsbald aber auf der ersten unteren Stufe des Plateaus, hier bei 
der Luschowitzer-Mühle (1056) wieder bedeutend erweitert. Von hier aus aber 
ist das schluchtförmige Thal in eine enge Rinne eingeschlossen, und von sehr steilen 
oft felsigen Abhängen auf beiden Seiten bis nahe zu seiner Mündung bei Pömmerle 
(408°) begleitet. Das Gefälle ist in der oberen Hälfte bis Luschowitz etwas geringer 
(1: 27), als in der unteren (1 : 21) Die Mntwickelung desselben ist gering, 
nämlich wie 1 : 1:19. Communicationslinien begleiten das Thal nur in der oberen 
Hälfte. Einen ganz ähnlichen Character haben auch die kürzeren Thäler von 
Nestomitz, Prosseln, Bohmen und Schönborn. 

Das Thal von Königswald-Eulau. Dieses ist von allen das wichtigste, 
sowohl wegen seiner Länge und Breite, als auch wegen seiner Richtung, die es 
zur Hauptverbindungslinie des nördlich vom Polzenthale gelegenen Landes mit 
dem Teplitzer Kohlenbecken, sowie auch mit dem sächsischen Erzgebirge macht, 
so dass diesem bis jetzt so stillen Thale noch ein sehr lebhafter Verkehr vorher- 
gesagt werden kann. Ich berücksichtige hier wiedet nur den mittleren und unteren 
Theil desselben, da der obere, von Nollendorf bis Königswald dem Erzgebirge 


I 
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E 


A 57 


angehört.: Bei den oberen Häusern von Königswald tritt das Nollendorfer-Thal 
aus einer engen Bergschlucht heraus auf die nördliche Seite des Sattels zwischen 
dem Erz- und dem Mittelgebirge, der sich hier in dieses Thal hinabsenkt, und 
streicht mit der Richtung nach NO mit breitem Thalgrund, von sanften Abhängen 
eingeschlossen und mit einem Gefälle von 1 : 40, bis zur Kónigswalder Kirche 
(10324. Hier wendet dasselbe nach Ost, der Thalgrund verengt sich mehr und 
mehr, das linke Thalgehänge behält zwar bis zur Seehöhe von 1100° und bis zu 
den ersten Häusern von Merzdorf eine ziemlich geringe Böschung, denn erst von 
dieser Seehöhe steigt der Boden bedeutender an, und erhebt sich endlich zu den 
schroffen Felswänden des Schneeberges, — auf dem rechten Gehänge beginnt 
schon bei Riegersdorf eine steile das Thal begränzende Stufe von etwa 100—150“, 
welche dasselbe auf dieser Seite bis Nied.-Ulgersdorf begleitet. Auf der linken 
Thalseite wird eine solche Stufe bei Merzdorf und Gesteinigt bemerklich, und die 
Thalfurche zieht sich von hier zwischen den steilen Abhängen dieser beiden Terrassen 
eingeengt mit einem ziemlich constanten mittleren Gefälle von 1 : 61 bis Nieder- 
Ulgersdorf, von wo aus die rechte Thalseite sich öffnet, und endlich das Ganze 
bei Bodenbach (378°) in das Elbthal mündet Im Thalgrunde zieht bald am 
rechten bald am linken Ufer die Chaussee von Bodenbach über Königswald nach 
Kulm und nach Peterswald. Die Thalentwickelung des beschriebenen Theiles 
ist 1 : 1:13, daher sehr gering. 

Die Vegetation hat viele Ähnlichkeit mit jener des nordöstlichen Theiles 
des Mittelgebirges. Am Plateau selbst findet sich verhältnissmässig wenig Wald, meist 
nur kleinere Flächen auf den steileren Lehnen sind damit bedeckt, alles Übrige 
wird als Ackerland benützt. Dagegen herrscht an den Rändern des Plateau namentlich 
gegen Nord, Ost und Süd der Wald vor, der sich hier überall bis in die umge- 
benden Thäler hinabzieht. In diesen wieder, namentlich auf dem Südabhange gegen 
die Elbe ist der Obstbau von grosser Ausdehnung und Bedeutung. 

Die Ausdehmung der Bodenfläche in verschiedener Seehöhe ist die nach- 
folgende, wobei als Gränze des ganzen Gebietes die bereits oben angegebenen Li- 


Nien gelten mögen: 

Hectaren ` öst. Joch. 
1. Gesammtes Terrain innerhalb der bezeichneten Gränze . . . 20,916 oder 36,347 
2. ober der Schichte von 200 Met. oder 633 F. 13,818 oder 24,012 


” ” 
З, ij A wih si " 4::900 el) 42949 5,0: 9,560 4, 00,591 
4, ii К аі : uod ww 210066: 1 5508 o 45:19,008 
SU da, я o obs из 500 4155, OR 00:040, scc (801 


Daraus folgt für die Ausdehnung des Terrains in den einzelnen Schichten, 
und zwar: 


in Proz. des 
ganzen Terrain- 


Meter W.-Fuss Hectaren öst. Joch abschnittes 
l. Zwischen 100—200 oder 316— 632 liegen 7,098 oder 12,335 oder 34:0 5, 
2, " 200—300 +, 632— 949. REN (lët 595 009b 
3. CG 300-4001 ш 949—12605 ,,. 4,048.4, 1084... 19°34, 
4, b 400—500, 1265-1583 ,, 5042 , 8,069 , 941, 


pU Uber’ gn — 15883- — , #1, UT 


58 I. 


Auch hier ist wie bei dem nordöstlichen Abschnitt deutlich der Character des 
Plateaus ausgesprochen. 

Um die mittlere Seehöhe zu erhalten, welche das ganze Terraingebiet 
haben würde, wenn man alles über die Höhe von 100 Metern gehobene Land 
gleichmässig auf die ganze Fläche vertheilen würde, erhalten wir als Kubikinhalt, 
dieser Masse aus den vorstehenden Zahlen V = 0090112 Kubikmeilen. Dies 
gibt auf die Fläche von 3°64 Quadratmeilen vertheilt, eine Höhe von 002476 
Meilen = 187'9 Meter = 594 W. Fuss. Dazu die Seehöhe von 100 Meter oder 
316^, gibt die mittlere Seehöhe der ganzen Masse = 2879 Meter = 910 W. Fuss. 

Wir können nun auch die mittlere Erhebung des ganzen Bodens berechnen, 
welchen das Mittelgebirge in seiner Total- Ausdehnung, nämlich in seinen drei 
Haupttheilen, dem südwestlichen, nordöstlichen, und nordwestlichen, bedeckt. Das 
Volum des dieses Terrain über der Schichte von 100 Meter bedeckenden Bodens 
enthält 0:01825 Kubikmeilen. welches auf die Gesammtfläche von 82°78 Quadrat- 
meilen vertheilt, eine mittlere Höhe von 2125 Meter = 672 W. Fuss gibt, um 
welche das ganze Terrain über die Schichte von 100 Meter gehoben werden würde 
Dasselbe würde somit eine mittlere Seehöhe von 312°5 Meter — 988 W. Fuss besitzen. 


8. 7. Das Duxer und das Teplitz-Karbitzer Becken. 


Nordwestlich vom Mileschauer-Zuge und südwestlich von dem soeben be- 
schriebenen Theile des Mittelgebirges begränzt das letztere eine etwa 3 Meilen 
lange Tiefenfläche von öfter wechselnder Breite von einer halben bis über eine 
Meile, auf welcher zugleich der südöstliche Fuss des Erzgebirges, soweit dasselbe 
in das Gebiet unserer Karte fällt, ruht. Die Gränze dieser Tiefenfläche möchte 
ich durch den Bruchner- oder Ujester Bach von Liquitz bis zur Mündung, dann 
durch den Bielafluss bis Hostomitz, durch den Riesenbach, und von hier durch die 
bereits auf Seite 32 von da ab gegen Nordost näher bezeichnete Gränze des Mittel- 
gebirges, dann durch das Karbitzer-Thal bis Arbesau, und von hier durch eine 
Linie, welche man sich über Kulm, Straden, Rosenthal bei Graupen, und Tischau 
bis Osseg etwa in der Seehöhe von 300 Meter gezogen denkt, bezeichnen. 

Diese ganze Tiefenfläche neigt sich sehr sanft vom Fusse des Erzgebirges, 
also von NW nach SO gegen das Mittelgebirge, und in dieser Richtung ziehen auch 
sämmtliche Tiefenlinien dieses Terraingebietes. Die letzteren bilden durchaus sehr 
flach wannenfórmige Thäler, welche zu einander parallel laufen, und durch eben so 
flach abgerundete, breite Rücken von einander getrennt sind. Das Ganze. stellt 
uns somit eine von SW nach NO gerichtete Tiefenfläche dar, deren Seehöhe am 
nordwestlichen Rande etwa 900° am südöstlichen 500—600“ beträgt, welche durch 
wellenförmige zu einander parallel ziehende Bodenanschwellungen, deren Rückenlinie 
sich über die sie einschliessenden Tiefenlinien in der Regel nicht mehr als 100—150/ 
erhebt, quer durchfurcht ist. An zwei Stellen steigen diese flachen Rücken alsbald 
wieder zu den nordwestlichen Vorlagen des Mittelgebirges hinan. Es geschieht 
dies einmal westlich von Teplitz, wo der von Strahl herabkommende Rücken bei 
Ullersdorf sich bis zur Seehöhe von 779° herabsenkt, hierauf aber allmälig zum 


I. 59 


Herrenhübel (858^) ansteigt, um von da sich an den Wachholderbach (1202^ an- 
zuschliessen. Das zweitemal findet sich eine solche sattelfórmige Einsenkung nord- 
östlich von Teplitz, und südlich von Probstau am Angerteiche, wo ebenfalls ein 
vom EM und zwar von Pihanken herabkommender Rücken sich bis zur 
Seehöhe von 752° herabzieht, um sodann allmälig bis zum Teplitzer Schlossberge 
(12649) ciis Über beide diese Sattelpunkte führt die Aussig — Teplitzer 
Bahn und ihre Verlängerung. An allen anderen Stellen senken sich diese Quer- 
rücken ununterbrochen bis zum Biela-Thale hinab. 

Auf einige der eben beschriebenen, wellenförmigen Bodenanschwellungen 
sind ebenso flache, langgezogene Kuppen aufgesetzt, welche jedoch wegen der geringen 
Böschung nur wenig bemerkbar sind, und auf keinen Fall das oben angedeutete 
Relief des Terrains wesentlich verändern. Solche Anhöhen sind der Weissfeld-Berg 
bei Liquitz (852^, der bereits erwähnte Herrenhiibel bei Ullersdorf (858^, die 
Teplitzer-Höhe westlich von Teplitz (828^, die Modlaner-Höhe nördlich von Modlan 
(678^, und der Bihana Berg bei Schönfeld (660%). 

Der Boden dieser ganzen Fläche ist mit Tertiärbildungen, meist Thonen, 
Schieferthonen und Sandsteinen, bedeckt, welche auf mächtigen Braunkohlenflötzen 
aufruhen, deren Abbau eine der Hauptbeschäftigungen der Bewohner dieses Gebietes 
bildet, indem hier jährlich an 18 his 19 Millionen Centner dieses Brennstoffes 
gewonnen werden. Ай einer Stelle besteht der Boden aus Felsit-Porphyr, welcher 
in einem schmalen Streifen sich vom Herrenhiibel über Settenz bis Teplitz zieht. 
Diese Felsit-Parthie ist auf ihrer südlichen und östlichen Seite von unteren Pläner- 
mergeln umgeben, welche zum Theile auch noch in dieses Gebiet fallen, aber keine 
grosse Ausdehnung haben. 

Die Tiefenlinien ziehen, wie bereits bemerkt, sämmtlich mehr oder weniger 
von NW—SO. Es sind dies durchgehends Verlängerungen von Thilern des Erz- 
gebirges, und daher sollen dieselben ihrem ganzen Verlaufe nach erst bei dem 
Erzgebirge betrachtet werden. Die wichtigeren dieser Thäler sind das Riesenbach- 
Thal, das Schénau-Wisterschaner-Thal, das Senselnbachthal, und das theilweise 
bereits oben besprochene Tellnitz-Karbitzer-Thal. Wenn wir diese Thäler erst 
von da an betrachten, wo sie in das Teplitzer Becken eintreten, also wo sie in 
die Schichte von 300 Meter gelangen, so können wir bezüglich des Gefälles bei 
allen diesen Thälern zwei Abschnitte unterscheiden, den mittleren und unteren 
Verlauf derselben. Auf ihrem Wege von NW nach SO zeigen die Bachlinien 
innerhalb der Seehöhe von etwa 1000° bis 600° herab durchgehends ein mittleres 
Gefälle von 1 : 45 bis 1 : 55, sowie dieselben aber aus der Schichte von 200 
Meter in die nächst tiefere eintreten, nimmt das Gefälle sehr bedeutend ab, und 
bewegt sich meist zwischen 1 : 100 bis 1 : 200. Die Thalsohlen sind zwar nicht 
breit, jedoch von so sanft geneigten Thalwänden eingeschlossen, dass dieselben 
überall für Communicationslinien Raum bieten. Auch die Verbindung dieser Tiefen- 
linien untereinander ist, da die dieselben begleitenden wellenförmigen, breiten Rücken 
selten mehr als 50-60’ höher liegen, als die Thalsohle, durch Querstrassen eine 
vollständige und ohne alle Schwierigkeiten. Der bedeutenden Industrie (Braunkohle, 
Kalkbrennereien und Fabriken) wegen, sowie in Folge der starken Frequenz des 
berühmten Kurortes Teplitz ist dieses Terraingebiet, dessen nächste Umgebungen 


60 


auch sehr viele landschaftliche Reize bieten, ein dicht bevölkertes und sehr be- 
lebtes. Zahlreiche Communicationslinien durchschneiden dasselbe nach allen 
Richtungen, darunter zuerst die Eisenbahnlinie, welehe von Aussig nordwestlich 
an Türmitz, und südlich an Karbitz vorbei im Senselnbachthale über Soboch- 
leben und Turn nach Teplitz, und von da quer die anderen Thäler durchschneidend 
über Janegg nach Dux führt, von wo aus an der Verlängerung derselben über 
Preschen nach Brüx bereits gearbeitet wird. Dann die grosse Strasse von Briix, 
welche von dort, einerseits als Fortsetzung der Carlsbader, andererseits als Fort- 
setzung der Saazer-Strasse, die beide sich in Brüx vereinigen, durch die ganze 
Länge des Teplitzer Beckens zwischen dem Erz- und Mittelgebirge fortzieht, nach- 
dem sie bei Teplitz sich noch mit der Laun-Biliner Strasse vereiniget, und 
welche schliesslich über den Sattel von Kahn in das Eulau-Bodenbacher Thal übergeht. 
Diese Strasse zieht parallel zum Erzgebirge in der Seehöhe von etwa 700° ohne 
besonders bedeutende Steigungen fort, und hat wegen ihrer Richtung und der 
Knotenpunkte Arbesau und Teplitz eine grosse strategische, sowie wegen der vielen 
parallelen Terrainwellen, welche sie durchschneidet, auch eine tactische Bedeutung. 
Die Erzgebirgs-Strassen treffen alle die eben erwähnte nahezu senkrecht; dieselben 
halten sich jedoch durchaus nicht an die Querthäler derselben Richtung, da die 
seiten-Dóschungen derselben zu gering sind, als dass der Vortheil der möglichst 
geraden Richtung deshalb aufgegeben werden müsste. Solche Strassen sind die 
von Hundorf an Klostergrab vorbei nach Niklasberg ziehende, dann die Strasse 
von Teplitz über Eichwald nach Zinnwald, jene von Türmitz über Graupen nach 
dem Mückenberg, endlich von Arbesau über Nollendorf nach Peterswald gerichtete, 
die beiden ersten führen direct nach Dresden, die beiden letzten nach Pirna in 
Sachsen. Sie folgen, sobald sie den Fuss des Brzgebirges erreichen, den tief 
eingeschnittenen Thälern desselben, 

Der Boden dieses Terraingebietes ist mit sehr geringer Ausnahme sehr 
fruchtbares Ackerland, der Untergrund meist thonig und daher wasserhaltend. 
Nur zwischen Kosten und Zuckmantel, dann bei Probstau finden sich grössere 
Waldparthien. 

Das gesammte Terrain dieses Gebietes beträgt innerhalb der bereits oben 
beschriebenen Gränzen 12500 Hectaren — 21,721 Joch, davon entfällt 
auf die Seehöhe von 100 bis 200 Meter 1997 Пес. od. 3551 Joch oder 16 Wa, 
und auf die Schichte von 200 bis 300 Met. 10,503 Hect. od. 18,170 Joch od. 84:0°/,,. 

Die ganze oberhalb der Schichte von 100 Meter liegende Erdmasse 
beträgt 003828 Kubikmeilen, und repräsentirt folglich auf die Fläche von 
217 Quadratmeilen reduzirt, eine mittlere Höhe von 493 Fuss = 133'8, Meter. 
Daher hätte bei gleichmässiger Vertheilung der ganzen Masse auf die ganze 

ii 


әәә 


\ 
Fläche, die Oberfläche derselben eine Seehöhe von 739 W. Fuss = 92358 Meter. 


— 


I. 61 


$. 8. Der nordöstliche Flügel des Erzgebirges. 


Nördlich von Falkenau bei Ellbogen beginnend, zieht sich in vielfacher 
Windung jedoch immer mit ausgesprochener Richtung von SW nach NO, also 
parallel zum Mittelgebirge aus der Seehöhe von etwa 900 bis 1000 Fuss steil bis 
zu 2000—2500 Fuss emporsteigend ein Bergwall von mehr als 14 Meilen Länge, 
welcher nach SO, also nach Böhmen steil abfällt, oben aber sich in ein 2—4 
Meilen breites Plateau ausbreitet, das sich mit sehr geringem Neigungswinkel 
nach NW, also nach Sachsen zu, in das norddeutsche Tiefland der Elbe hinab- 
senkt. Die Wasserscheide läuft daher sehr nahe am südöstlichen Rande hin, 
etwas weiter etwa '/, bis '/, Meile nordwestlich, also am Abhang gegen Sachsen, 
zieht sich, häufig parallel zur Wasserschiede, die politische Grenze zwischen Böhmen 
und Sachsen. Dieser mächtige Gebirgsrücken ist das Erzgebirge, welches die 
natürliche nordwestliche Grenze Böhmens bildet. Auf seiner ganzen Längen- 
erstreckung zeigt dasselbe, wenigstens was den in Böhmen liegenden Theil betrifft, 
ein ziemlich gleichförmiges Aussehen. Ein wenig fruchtbares, zum Theile dicht 
bewaldetes Hochplateau, über welches sich nur flach abgerundete Kuppen sanft 
erheben, das sich gegen Nordwest allmälig abdacht, und dort von tief eingeschnittenen 
viele Meilen weit oft parallel sich fortziehenden Thälern durchfurcht ist, während 
der südöstliche Abfall sich in unzählige, schmale, kurze Querrücken mit eben solchen 
schluchtenförmigen Thälern gliedert, welche erstere in einer nur wenig gewundenen 
von SW nach NO gerichteten Linie in der Seehöhe von 1000 bis 1200 Fuss, 
plötzlich steil abbrechen, und unmittelbar in eine beinahe den ganzen südöstlichen 
Fuss des Erzgebirges umgebende Tiefenfläche sich herabsenken. 

. Man kann das ganze Erzgebirge in einen südwestlichen, mittleren und 
nordóstlichen Theil theilen. Der grösste Theil desselben fällt ausserhalb des Terrains. 
dessen Bearbeitung hier vorliegt, und ist das Studium seiner Höhenverhältnisse 
einer späteren Zeit vorbehalten, wo dann das ganze Gebirge eine zusammenhängende 
Darstellung erhalten soll. Auf unser Terrain fällt blos der nordöstliche Flügel, 
und dieser soll daher auch, soweit dies für das Verständniss des Ganzen noth- 
wendig ist, sofort beschrieben werden. Ich begränze dieses Terraingebiet westlich 
dureh das Niklasberg- Riesenbach-Thal, südöstlich durch die Linie, welche vorhin 
als nordwestliche Gränze des Teplitz-Karbitzer Beckens aufgestellt wurde, und 
näher dnrch die Schichtenlinie von 300 Meter bezeichnet ist; nordöstlich durch 
das Thal von Tyssa und Raitza bei Peterswald, nordwestlich durch die politische 
Gränze. Was die nordöstliche Abgränzung betrifft, so zählen die meisten Geographen 
auch noch den Tetsehner-Schneeberg zum Erzgebirge, und verlegen daher die 
nordöstliche Grenze bis zur Elbe zwischen Tetschen und dem Königstein. Allein 
aus denselben Gründen, welche bereits früher beim nordöstlichen Flügel des Mittel- 
gebirges erörtert wurden, und nach denen als Eintheilungsgrund der Gebirge, 
hauptsächlich der physiognomische Character, das Relief gelten sollen, glaube ich, 
dass man den Schneeberg bereits zum nordböhmischen Sandsteingebirge zählen müsse. 

Dieses Relief des Gebirges wurde im Allgemeinen schon angedeutet, und es 
erübriget uns nur noch, einige Detailausführungen zu machen. Sowie das Plateau 


р 63 


gelangt ist, am Grunde zwar etwas erbreitet, dafür aber sehr steile Seitenwände 
und nun meist den Character jener Thäler erhält, welche in den Sandsteinen 
der Kreideformation ausgewaschen sind. 

Was aber die südöstliche Gränze des Plateau betrifft, so fällt dasselbe in 
drei steilen deutlich wahrnehmbaren Absätzen uach Böhmen zu in das Teplitz- 
Karbitzer Becken. Meist nur einige hundert Schritte südöstlich von der Wasser- 
scheide, also in der Höhe von 2400° bis 2100° finden wir den ersten steilen Ab- 
fall, der etwa 300° tief ist, und sich bis zur Seehöhe von 2100 bis 1800’, wenn man 
eine Linie von SW nach NO gezogen denkt, erstreckt. Hier wird die Böschung 
geringer. Der Abfall gliedert sich in zahlreiche, schmale Querrücken, welche sich 
hier von einander absondern, 600— 1000 Klafter parallel zu einander mit geringem 
Gefälle fortziehen, und endlich in einzelne Kuppen auslaufen. Solche Kuppen, 
welche die zweite oder mittlere Stufe bezeichnen, sind der Galgenberg bei Niklasberg 
(20645, der Buschmiillerhau-Berg unterhalb Zinnwald (2118^, der Kesselteich-Berg 
ober der Geiersburg (21307), Auf dem Kamm unterhalb Nollendorf (1900) und 
mehrere andere. Von diesen Punkten hinab ist die Böschung wieder auf der ganzen 
Linie eine sehr steile bis zur Seehöhe von 1500—1300, von wo aus abermals die 
Rücken sich sanfter gegen SO ziehen. Auch in dieser Stufe laufen die Rücken 
Meist in Kuppen und zwar von 1100—1200° Seehöhe aus, wie der Rehberg bei Kichwald 
(13385, der Jiidendorfer-Berg (1206^), die Rosenburg bei Graupen (1122°), die Geiers- 
burg bei Hohenstein (1446^. Von der durch diese Punkte bezeichneten Linie 
fällt endlich das Gebirge mit sehr steiler Böschung direct in das flache Terrain 
des Teplitz-Karbitzer Beckens herab. 

Die geologische Zusammensetzung des ganzen Gebirgszuges ist ziemlich 
einfach. Die Hauptmasse des Gesteines bilden krystallinische Schiefer, welche 
von Niklasberg nach Westen, sowie von Graupen und Mückenberg nach Osten 
überall vorherrschen. Unterbrochen ist diese Masse durch einen breiten Streifen 
von Felsitporphyr, aus welchem der Boden zwischen Niklasberg, Zinnwald, Mücken- 
berg und Eichwald besteht, und durch mehrere kleinere Granitmassen zwischen 
Müglitz und Adolfsgrün, bei Streckenwald, Tellnitz u. s. w. sowie durch die Basalt- 
kuppe des Spitzberges bei Schönwald. 

Die Tiefenlinien des südöstlichen Abfalles des Erzgebirges befinden sich 
zwischen jenen kurzen Querrücken, in welche sich dieser Abfall auflöst. Sie setzen 
sich zum Theile auch noch in das Teplitz-Karbitzer Becken fort, und ich habe 
den Verlauf der wichtigsten derselben in der nebenstehenden Tabelle dargestellt. 
Es wurden diese sämmtlichen Thäler, nämlich das Riesenbach-, Schönau-Wister- 
Schaner-, Senselnbach- und das Tellnitz-Karbitzer Thal in ihrem mittleren und 
unteren Lauf bereits oben besprochen, und es erübriget hier nur noch die Schil- 
derung des oberen Verlaufes derselben, der bei allen einen sehr ähnlichen Character 
zeigt. Der Anfang dieser Thäler muss überall hoch hinauf unmittelbar unter den 
ersten obersten Absatz des südöstlichen Gebirgsabfalles gelegt werden, wo sich 
derselbe durch das Zusammenstossen zweier oder mehrerer Schluchten bildet, 
deren Gewässer nun in einer vereinigten, tief in das Gebirge eingeschnittenen, 
und von steilen Bergwänden eingeschlossenen Rinne in einer. in der Regel nur 


Tabelle über die Thalwege am südöstlichen Abhange des Erzgebirges. 


| 


d | ESR nn | 
| Seehöhe der | Möhendiffz. | M. Distanz ‘efille | Richtung 
Von.. Gefälle 
Thalweg des | | genannten Orte | VON. . | hh ОИ cc des 
g his | bis I MIN Vol bis Thalwee 
| in ЖАТ Metern in Metern jin Kilometer, NA ME 
| z | | | | | 
1. Riesenbach-Th. | Niklasl | 1800 | 568-9 | | | 
. Riesenbach-Th.'| Niklasberg . . . .| DOS Ur ТС? da У WHT ep 
| Mittlere Grundmühle b. | ad Co | l; dd (Ee ` | 
| Klostergrab „-. || 1082 | 326'2 | | | | 
(ei Di Tm. | 100:5 49 1: 49 | 
Riesenmühle bei Janegg| 714 | 2257 H А | yd. | 
| D0 H H H D „© 
| Hostomitz . ИШИ 582. 18470 | uii Jia | 1:108 Ур A 
| Von Niklasberg bis Ho- | | | { 
stomitz Nt | 3849 15'6 |1: 41 | NNW—S80 | 
| | | | 
Е | | 
2 Tëlee itor Seegrundmühle — | | | 
schaner od. Sau-| Zinnwald . ... 2484 | 786-1 dhe Р [ne wu de | 
bach-Thales | Oberste Sägem. am | | | AOL (| 49 | 1: 17 wn mu | 
|, Flössbache . . .| 1588 | 5020| weg | a i | lead at | 
| Eichwald am Bache . | 1080.) 341°4 | non | LA | Bs 19 NW —80 | 
| Schönau ` ; 690 | 2181 148 ба f s INO. A | 
Welboth rar 3555, 976 | rt ta IRD | 
D Von Seegrundmühle bis | | | 
| | Welbon оаа.) eme | 197 rn NW-80 | 
Wi | | 1 I 
[Al | | | | | 
| ‹ ЕР elt Жл. | түт n с | noQ! | Í 
3. Senselnbach-Th.| Obe r-Graupen 2100 | 6638| орз. 97 |t 7| ng 
| Unter-Graupen 888 | 2807. од. Ke | 1: 53 |WNW—0so 
А Benen: 0 Иов 185°9 | Ka 90 | » ke TM 
1 | Türmitz ol. ee tud ym non | 
| Von Ober-Graupen bis || | | | | 
К TEC: eee Ty 6278 188 | 1: 26| NW—SO 
4. Tellnitz-Karhitz. Oberh. Hinter-Tellnitz | 1800 | 568:9 257-9 89 1: 15 WNW—oso 
Thales . . . | Vorder-Tellnitz . . .| 984 | 3110 ^ - wr ‘ 
Bude | 1517 Bëe, LES 
|Karbitz . . Sg 504 | 159:8 90:9 54 1:258 | WNW.—080 
| Mündung in d. Biela . | 438 | 1384 pu Si j 
4 | Von H. Tellnitz bis z) 
| СОЕ РТИ c "РЫЛА 16:1 | 1: 37 | NW—SO 
| | 
| | | 
| 
wenig gekrümmten Linie dem Fusse des Gebirges zueilen. Das Gefälle ist stets | 


ein bedeutendes, und vom Beginn des Thales bis zu seinem Austritt aus dem 
Gebirge sich nur wenig änderndes, das im Mittel 1 : 10 bis 1 : 20 beträgt. Die 
Entwickelung der Thäler ist eine geringe und schwankt von 1: 114 (Riesen- 
bach und Senselnbach) bis 1 : 1:30 (Schönauer und Tellnitzer Bach). Solange die 
Thallinien im Gebirge bleiben, münden nur wenig kleinere oder Nebenthäler in 
dieselben, da die zahlreichen hier nicht genannten Nebenthäler alle, so lange sie 


| 


I. 65 


im Gebirge sind, zu einander parallel laufen, und ‚erst nach ihrem Austritte aus 
demselben sich im Teplitzer Becken zu gemeinschaftlichem Wege vereinigen. Durch 
alle die genannten Thäler führen Communicationslinien aus dem Teplitzer Tieflande 
hinauf auf das Erzgebirge und zwar durch die drei erstgenannten Chausséen. 

Die Vegetation wurde bereits oben im Allgemeinen erwähnt. Hier werde 
nur noch hinzugefügt, dass die südöstlichen Abfälle und Querrücken durcheehends 
mit dichtem Hochwald bestockt sind. 

Die Ausdehnung der Schichten in den verschiedenen Sechühen ist folgende: 


ITectaren öst. Joch 

l. Gesammtes Terrain innerhalb der oben bezeichneten Grünze 
oberhalb 300 Meter oder 22.281, oder 38,718 
2. Terrain ober der Schichtenlinie von 400 0 »; 1265 W.-F. 18,845 „ .32.747 
3. м тира s nia ` mid omn KORB ма 16,174 ©, 28,107 
4. ^ nome mail Uso нкт. 159 бааа 12.050 а 20.905 
б. ә M — ^ a ШШ. iatan nel y 0s cas 12,847 
6. м nét vv e ds АШ. мыл А P OO ba 4,648 
(in a "geg e DT ж ыд e ЖЩ 40 


Daraus folgt für die Ausdehnung des Terrains in den einzelnen | Schichten 
Und zwar: 


in Proz. des 
ganzen Terrain- 
Meter W.-Fuss Hectaren öst. Joch || absehnittes 


l. Zwischen 300—400 oder 949 —1865 liegen. 3,436 oder 5,971. oder 15:49, 


2. " 400-1500 mu 4985 ne afe @ ла man 29:00 
, "2 AN 500—600... ABEE, оніо: ell nn 8:6, 
4. е BOO 200. 1887-2912. ie BEL 
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OO y- 20817-9847 yar tie de 48S әр» йә 
ДИГ, „00 о сул аы `" Gm Ф, noh Qiiod 


Diese Zahlen geben das deutlichste Bild von dem Character des in Böhmen 
befindlichen Theiles dieses Abschnittes des Erzgebirges. 54 Prozent des ganzen 
Terrains liegen in einer Seehöhe von mehr als 1897 W, Fusss oder 600 Meter. 
Für die mittlere Höhe des Ganzen erhalten wir, mit Benützung der. gefundenen 
Zahlen, das Ergebniss, dass die ganze Masse der über der Schichte von. 300 Meter 
befindlichen Bodenmasse 0:15620 Kubikmeilen betrage. Diese auf die Grundfläche 
von 3:87 Quadratmeilen gleichmüssig vertheilt, gibt eine mittlere Höhe yon 1614 
Klafter — 361:1 Meter = 969 W. Fuss. Шели die Seehöhe. der untersten Schichte 
von 300 Meter, ergibt für die mittlere Seehöhe des ganzen soeben beschriebenen 
Terrains 606:1 Meter oder 1918 W. Fuss. 


66 I. 
§. 9. Das nordböhmische Sandsteingebirge. 


Neben dem Mittelgebirge spielt auf dem Terrain des nördlichen Böhmen, 
welches die beiliegende Höhenschichtenkarte darstellt, das nordböhmische Sand- 
steingebirge eine ebenso wichtige Rolle wie jenes. Wollte man die ganze Boden- 
fläche, welche hier von Sandstein und Plänergebilden der Kreideformation bedeckt 
ist, unter dem Titel dieses $. zusammenfassen, dann würde wohl mehr als з der 
ganzen Fläche der Karte dazu gerechnet werden müssen. Allein ich fasse die 
Bezeichnung „nordböhmisches Sandsteingebirge hier nicht im allgemein geologischen, 
sondern im engeren, orographischen Sinne auf, und verstehe darunter blos jenen 
Theil des Sandsteingebirges im nördlichen Böhmen, welcher als ein beinahe zusam- 
menhängender, auf der westlichen Seite plateauförmiger, auf der östlichen mehr 
kammförmiger in zwei bis drei Parallel-Stufen aufsteigender Rücken dem Auge des 
Beobachters sich darstelt, und der hier die natürliche nördliche Gränze des König- 
reiches gegen Sachsen bildet. Die Gränze dieses Gebirges gegen Böhmen lässt 
sich an einigen Stellen ziemlich scharf ziehen; so im Westen durch die von der 
Königswalder Kirche nach Tyssa hinauf, und von Raitza nach Hellendorf in Sachsen 
wieder hinabziehenden Thalfurchen, dann nach Süden zu von Königswald durch 
das Eulauer Thal bis Bodenbach, von Tetschen an der Quaderberg, der obere Theil 
des Loosdorfer Thales, dann die Tiefenlinien von Ohlisch über Böhm. Kamnitz bis 
Falkenau. Zwischen Falkenau und Hayda befindet sich der hohe Rücken von 
Blottendorf, mittelst welchem das Sandsteingebirge mit dem nordöstlichen Flügel 
des Mittelgebirges unmittelbar zusammenhängt. Von Hayda aus nach Súden lässt 
sich die Gränze durch keine orographische Linie scharf angeben. Es dürfte der 
Natur der Sache am meisten entsprechen, die steil und hoch emporgerichteten 
Ausläufer der von dem Grenzgebirge nach Süden herabziehenden flachen Rücken, 
wie das Svojka-Gebirge mit dem Slavíček-Berg, den Bruns-Berg und den Tolz-Berg 
als solche Grenzpunkte zu bezeichnen. Als natürliche Begränzungslinie zur Be- 
rechnung des Flächeninhaltes wollen wir jedoch hier von Böhm.-Leipa bis Warten- 
berg den Polzen-Fluss annehmen. Nach Osten haben wir dann als natürliche 
Gränze das Thal zwischen Wartenberg und Johnsdorf, und von letzterem Orte an 
die Einsenkung zum Jungfern-Bache, von hier endlich über die Gabel-Kratzauer- 
Chausée hinüber in dem von Norden herabkommenden Thale zu dem Sattelpunkte 
Dorf Pass unterm Passer-Kamm, und dann im Spittelgrunder-Thale hinab bis zur 
Neisse. Im Norden grünzt das Sandsteingebirge fast überall an das granitische 
Lausitzergebirge, erstreckt sich somit weit über die Landesgrünze nach Sachsen 
hinein, nur in die Bezirke Rumburg, Schluckenau und Hainspach reicht das Lau- 
sitzer Granitgebirge nach Böhmen herein, und wir können hier als natürliche 
Gränzlinie zwischen beiden das von Khaa nach Schönlinde ziehende Thal, dann 
das Teichplateau bei Kreibitz, Neudörfel und das Thal des Lausche-Baches zwischen 
Georgenthal und Gross-Schönau annehmen. 

Das ganze Gebirge beschreibt auf diesem Terrain einen von West nach 


Ost ziehenden, gegen Norden convexen Bogen von 7'8 Meilen Länge und hat auf 


der Westseite, soweit dasselbe nach Böhmen gehört eine Breite von */, bis 1 M., 
auf der Ostseite von 1'/, bis über 2 Meilen. 


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I. 61 


Man kann das ganze Gebirge in drei grosse, orographisch zusammengehó- 
rende Theile sondern, und zwar in den westlichen, den centralen, und den öst- 
lichen Theil, 

Der westliche Flügel umfasst den Tetschner Schneeberg und die Dittersbacher 
Heide auch bihmische Schweiz genannt. Derselbe wird durch das Elbthal, dann 
durch das Kamnitzthal in drei Theile getheilt, welche eben durch die beiden obigen 
Namen und durch ein kleines Plateau, das von Binsdorf bezeichnet sind. Seine 
Östliche Gränze geht von Böhm.-Kamnitz nördlich in den Sattel zwischen dem Otten- 
und Kaltenberg hindurch in das Daubitzer Thal, und folgt hier der Strasse nach 
Langengrund und Schnauhübel. Nach Nordwest und Nord zieht sich derselbe 
weit nach Sachsen, und gehört zu ihm auch die ganze sächsische Schweiz. In 
diesem Terrain herrschen übereinander sich erhebende Terrassenformen mit fast 
senkrecht abstürzenden wild zerrissenen Seitenwänden vor. Die Rücken sind aus- 
Sedehnte Plateaus, welche jedoch durch schmale tief eingeschnittene Erosionsthäler 
nach allen Richtungen zerrissen erscheinen. Kleine Basaltkuppen ragen häufig 
hervor. Die Plateaus gehören in der unteren Stufe den Sandsteinen und dem 
Pläner der Weissenberger Schichten, (also der unteren Abtheilung), und in der 
oberen Stufe dem Isersandsteine (also der mittleren Abtheilung) der Kreideformation 
an, welche von einander meist durch eine Schichte grünlich gefärbten Sandsteines 
(den Grünsandstein oder die Malnitzer Schichten) getrennt sind. Die durchschnit- 
liche Seehöhe des Rückens ist 1300—1400', mit Ausnahme des Schneeberges, wel- 
cher, unmittelbar auf dem Erzgebirge ruhend über 2000' gehoben erscheint. 

Die Centralgruppe könnte man am besten den Tannenberg- und Lausche- 
Rücken nennen. Sie besteht aus zwei flach gewölbten hohen Rücken, welche sich 
auf der Antonienhöhe nordöstlich von Falkenau beinahe rechtwinkelig durchkreuzen, 
Und eine mittlere Seehöhe von etwa 1600° besitzen. Diese Rücken sind meist aus 
feinkörnigen, lichten Sandsteinen, und aus Mergeln, welche der obersten (jüngsten) 
Stufe der Kreideformation angehören (Priesener und Chlomeker Schichten) zusamen- 
gesetzt. Auf diesen Rücken erheben sich zahlreiche domförmige Phonolithkuppen bis 
zur Höhe von 2200—2500. Diese Gruppe gränzt sich gegen den östlichen Theil 
durch das vom Sattel der Lausche nach Süden ziehende Thal von Mergenthal und 
Kummersdorf bis Lindenau, von hier aber durch eine Bodeneinsenkung , welche 
Sich nach Westen über Bürgstein und Pihl bis Schasslowitz verfolgen lässt, ab. 

Der östliche Flügel endlich besteht aus zwei Theilen, einem schmalen von 
NW nach Südost gerichteten Rücken, den Rücken von Oywin und Hochwald mit 
14— 1500’ Seehöhe, und dann aus drei von diesen Rücken rechtwinklig nach Süden 
Auslaufenden sehr breiten, flachen und niedrigen Rücken mit einer mittleren See- 
höhe von 1000—1100', aus welchen zahlreiche isolirte Basaltkuppen hervorragen. 
Auch in diesem Terrain gehören die den Boden bildenden Sandsteine vorherrschend, 
wie in dem centralen Theile den Priesener und Chlomeker Schichten (also der obersten 
Stufe der Kreideformation) an, bilden jedoch hier an mehreren Orten, wie am 
Svojkagebirge, am Ojwin u. a. O. steile wildzerrissene Felswünde, ähnlich jenen 
der bóhmischen Schweiz. 

Was die Richtung der Höhen und Tiefenlinien betrifft, so herrscht unver- 
kennbar eine sich mehr der N—Slichen und W—Olichen nähernde, anstatt der im 


j* 


^ 


Tyssa-Wande. Hut-B rg Schneeberg-Plateau. Die Dreiberge. Bodenbach. Tetschen. Lachen -Berg. 


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E ааа МӘ 


Der Tetschner Schneeberg mit seinen Ausläufern, vom Dorfe Kollmen gesehen. 


tie 69 


Mittel- und Erzgebirge dominirenden NW—SOlichen und SW—NOlichen vor. Ob 
dies die Folge des Umstandes sei, dass in dieser Gegend die verlängerten Erhebungs- 
linien des Erz- und des Riesengebirges zusammentreffen würden, als deren Resul- 
tirende dann die obigen Richtungen zu betrachten wären, will ich vorderhand nicht 
entscheiden. 

Es sollen nun diese drei Theile des nordböhmischen Sandsteingebirges 
näher betrachtet werden. 


8. 10. Der westliche Flügel des nordböhm. Sandsteingebirges. 
(Der Schneeberg und die Dittersbacher Heide.) 


Das allgemeine Relief dieses Theiles wurde bereits oben charakterisirt und 
zugleich gesagt, dass derselbe durch zwei Thalfurchen in drei Gruppen zerfällt. 
Jede dieser Gruppen zeigt einen in einer orographischen Beziehung eigenthüm- 
lichen Charakter, wenn auch die geologische Beschaffenheit derselben nicht wesent- 
lich verschieden ist. 

Der hohe Schneeberg. Westlich von der tiefen Elbspalte zwischen Te- 
tschen und Herrnskretschen erhebt sich ein mächtiger Bergstock etwa 900-—1000* 
über das Niveau der Elbe, und breitet, sich somit in der Seehöhe von 13—1400° 
zu einem ausgedehnten dicht bewaldeten Plateau von mehr als einer Quadrat- 
meile aus, das im Westen mit dem breiten Rücken des Erzgebirges unmittelbar 
zusammenhängt. Das ganze Plateau neigt sich sanft gegen N und NNW und steigt 
Segen S und SSW an. Inmitten dieses Plateaus zieht sich von Ost gegen 
West ein sanft gewölbter sehr flacher Rücken, der grosse Daum genannt, welcher 
beim Jügerkreuz eine Seehöhe von 151% hat, und von welchem nach NNW 
und SSO zahlreiche flach gewölbte Rücken mit eben solchen Thälern parallel zu 
einander auslaufen. Auf einem dieser Rücken liegt das Christianenburger Jäger- 
haus (1536); auf der östlichen Verlängerung des grossen Daums die Scheibenkoppe 
ebenso hoch (1536^, auf der südöstlichen Verlängerung der Lachen-Berg (1888). 
In Westen endiget jener von Ost nach West ziehende Rücken beim Zeischken- 
hügel, welchem gegenüber sich in zwei scharf abgeschnittenen Stufen eine von SW 
nach NO gestreckte "Terrasse, der eigentliche hohe Schneeberg oder auch Tetschner 
Schneeberg genannt, erhebt. Die untere nach allen Seiten abgegränzte Stufe be- 
ginnt im Niveau von 1500° mit einem steilen Abfall von etwa 25 Graden und er- 
reicht eine Seehöhe von 1800% Auf dieser befindet sich eine zweite Stufe mit 
beinahe nach allen Seiten steil abfallenden zerrissenen Felsenwänden des Isersand- 
Steines, und bildet in der Seehöhe von 2000—2100" eine unregelmässig viereckige, 
langgestreckte Platte von 1000 Klafter Länge und 300 Klafter Breite, welche 
ebenfalls sowie das ganze Plateau gegen SW allmälig ansteigt, In der südwest- 
lichen Ecke befindet sich daher auch der höchste Punkt, durch einen alten Signal- 
Stein bezeichnet, dessen Seehöhe 2289 W. Fuss oder 72377 M. beträgt. Der Signal- 
Dunkt der neuen Triangulirung und zugleich der mitteleuropäischen Gradmessung 
befindet, sich etwa 220 Klafter nordóstlich von jenem, und besitzt der Signalstein 
auf seiner oberen Fläche eine Seehöhe von 9277^' Unmittelbar neben diesem letz- 
ten Punkte wurde von dem Besitzer der Domaine Tetschen, Herrn Franz Grafen 


I. 


Thun Hohenstein mit grossen Kosten ein massiver Thurm von Stein erbaut, welcher 

von seiner Basis bis zur Zinne eine Höhe von 104°5 Fuss besitzt, und von dessen 

Balkon (Seehöhe 2325^ oder noch besser von der Zinne (Seehöhe 2370’) man eine 

herrliche Rundsicht über die nordwestliche Seite des Mittelgebirges, die sächsische 

Schweiz und weit nach Sachsen hinein geniesst, dessen reizender Hauptstadt Thürme 

sich am fernen Horizont scharf abzeichnen. Westlich unterhalb dieser Platte be- 

findet sich das Dorf Schneeberg mit einer stabilen meteorologischen Station (Seeh. 

derselben im Forsthause 1851^ und weiter gegen West steigt der Doden wieder 

allmälig an, erhebt sich endlich auf dem südwestlichen Rande zu einem scharfen . 
Rücken, der sogenannten „Wand“, welche am Zeischkenstein (1904^) beginnt, ober- 

halb dem Matterhaus seine grösste Höhe mit 1956 erreicht, dann unter einem 

stumpfen Winkel nach Nordwest wendet, und in dieser Richtung zuerst unter dem 

Namen Bärschlitzer Wand, hierauf Vogelwand (1727) über '/, Meile weit fort- 

zieht. Dieser Rücken führt auch den allgemeineren Namen der Tyssaer- Wände, 

und sendet bei dem Dorfe Tyssa ein zweimal rechtwinkelig umgebogenes scharf- 

kantiges Glied nach Westen. Er besteht aus mächtigen Bänken von Quadersand- 

stein, den Weissenberger Schichten oder der unteren Stufe der Kreideformation 

angehörend, und zeigt an seinem südlichen und westlichen Abfalle eine */, Meile 

lange durch Erosion und Verwitterung gebildete, ununterbrochene Reihe von Fels- 

wünden von 180—200/ senkrechter Höhe in den wildesten und malerische- 

sten Formen. 

Das ganze Schneeberg-Plateau senkt sich, wie bereits bemerkt, allmälig 

nach Norden (Sachsen) gegen das Elbthal hinab. Das Gefälle vom südwestlichen 

Rande desselben nach Norden genommen beträgt 1:40 oder etwa 1 Grad 30 Min. 

Ähnliche Erscheinungen, wie die oben geschilderten, wiederholen sich auf dem 

Plateau auch in seinem nördlichen Verlaufe. Felsplatten von ziemlicher Ausdeh- 

nung, von senkrechten Felswänden abgegränzt, die 300—400^ hoch sich über das 

Plateau erheben, und bestehend aus denselben Sandsteinen wie die Felsplatte des 

Schneeberges, nämlich aus den Isersandsteinen, findet man in diesem ganzen Ter- 

rain theils einzeln, theils in Gruppen zu mehreren beisammen, $0 2. В. den zu- 
nächst der Grünze befindlichen grossen Zschirmstein (1816) und den kleinen 
Zschirmstein (1510), welche beide dicht nebeneinanderstehende Platten durch eine 
tiefe Schlucht von 1314’ Seehöhe getrennt sind, die Pabststeine (1368), der König- 
stein (1153) u. s. w. Von diesen übrig gebliebenen Überresten der mittleren 

Quadersandsteinformation, welche dem Terrain einen eigenthümlichen Charakter 
verleihen, sind schon bei dem oberflächlichen Anblick deutlich zu unterscheiden 
die kegel- und domförmigen Basalt- und Phonolithkuppen , welche ebenfalls auf 
diesem Plateau sich vorfinden, wie der Spitzberg, der Wolfsberg u. оз. w. 

Was nun die Abfälle dieses grossen Plateaus und seine Tiefenlinien betrifft, 
so wurde bereits oben bemerkt, dass dasselbe auf der Westseite blos durch die 
unterhalb der Tyssaer Felswände sich befindende Bodeneinsenkung vom Erzgebirge 
getrennt ist. Gegen Süden sind jedoch diese Abfälle sehr steil, da das Plateau 
hier von dem tief eingeschnittenen Eulauer Thale begrenzt wird. Das mittlere 
Gefälle vom obersten Rande des Plateaus ist zwar nur 1:6 bis 1 : 5 also etwa 
10—12 Grad, Allein dasselbe vertheilt sich auf drei sich um den ganzen südlichen 


I. 71 


Rand herumziehende Stufen, von denen die tiefste etwa in 1000', die zweite in 
1200', die dritte in 1600° Seehöhe sich befindet. Sonst ist der Abfall auf der 
Südseite eine ziemlich einfórmige Flüche mit wenigen nicht tief eingeschnittenen 
kurzen Tiefenlinien. An der Südostseite ändert sich dieser Charakter. Hier gliedert 
Sich der Abfall in mehrere von NW nach SO gerichtete Rücken, welche jedoch in 
der Richtung der oben erwähnten zwei Stufen steil an der Stirnseite abfallen, um 
in grösserer Tiefe weiter zu ziehen und welche sehr schmal und scharfkantig 
береп das Elbethal auslaufen. So bezeichnen der Rabenstein (1096), der 
Spiteberg (10464), die Sehdferwand (895^ solche Stufen. Diese letzte Stufe 
ist eigentlich eine kurze vierte, welche im Eulauer Thale bei Merzdorf bei der 
Froschmühle beginnt. Auf der Südostseite werden auch die Tiefenlinien bedeu- 
tender. Die wichtigste derselben ist" hier diejenige, welche oberhalb Maxdorf 
(1360^) in einer breiten muldenfórmigen Vertiefung beginnt, unterhalb dieses Dorfes 
bei den Teichen aber sich in zwei Zweige theilt. Der westliche wendet sich nach 
Süd, und zieht in einer von steilen Felswänden eingeschlossenen Rinne mit dem 
Gefälle von 1 : 13 nach Biela, von da mit mehr östlicher Richtung und mit etwas 
breiterem Thalgrunde mit dem Gefälle von 1 :.97 nach Hinterweiher, wo er in 
das Eulauer Thal mündet. Der östliche Zweig (Straussbach) zieht in einem von 
Wenig steilen Abfällen eingeschlossenen Thale mit einem nahezu gleichförmigen 
Gefälle von 1 : 20 in südöstlieher Richtung nach Peiperz zur Elbe. 

Auf der Ostseite wird das Plateau durch die schroff abfallenden Felswände 
des Elbethales begränzt. Die Gewässer der Elbe haben sich in einer ehemaligen Spalte, 
Welche das Schneeberger Plateau von dem Binsdorfer trennte, einen engen Weg ausge- 

Waschen, (wobei auf der Strecke zwischen Czirte und Niedergrund auch das Granit- und 
Thonschiefergebirge blosgelegt wurde), in welchem Wege gerade nur für den Fluss 
Platz ist, so dass die Rampe für die Eisenbahn zum Theile schon in die Felsen 
des linken 1 Ufers eingesprengt werden musste. Der Thalgrund, welcher ganz vom 
Flussbette eingenommen wird, hat selten mehr als 100 Klafter Breite. Dio oberen 
Ränder der beiden dureh das Thal getrennten Plateaus sind nicht mehr als 400 bis 
600 Klafter von einander entfernt. Die mittlere Seehöhe des Flussniveaus beträgt 
368°, jene der Felswände, welche den oberen Rand bezeichnen der Kulischkenfels 
bei Niededge und und gegenüber die Rasselkoppe bei Rasseln) betragen 1080’, somit 
fallen die Thalründer beinahe 700' hoch steil herab zur Elbe. d ganze Strecke 
dieses engen Thales auf bóhmischem Boden hat eine Länge von 1%, Meilen. Die 
Richtung innerhalb Böhmens geht von S nach N, erst an der Ин wendet 
Sich dieselbe nach NW, dabei bleibt der Charakter dieses Thales noch weit nach 
Sachsen derselbe mit dem einzigen Unterschiede, dass die Höhe der Thalwände 
Nach NW allmälig abnimmt. Das Gefälle auf der Strecke von Tetschen (Niveau 
der Elbe bei normalem Wasserstande 376’) bis Niedergrund (364^ beträgt 1:2460, 
von hier bis zur Landesgrünze unterhalb Herrnskretschen (Elbeniveau 360° Seeh.) 
in 3475, im Mittel zwischen Tetschen und dem letzteren Punkte 1 : 2709. 

Auf der Nordseite endlich haben die Tiefenlinien alle einerlei Charakter. Sie 
beginnen am Plateau des Weissenberger Pläners am Schneeberge, nördlich vom Rücken 
des grossen Daum, der Schneeberg-Platte und den Tyssaer Wänden, und zwar mit 
Sehr fl: achen, beiten und wenig tiefen Einsenkungen des Bodens und mit geringem 


Rosenberg (2006‘). Kl.-Kamnitzer Sägeraühl-Schlucht (800^. 


Platesu von Binsdorf (1200"). 


n bei Schemmel gesehen. 


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Der Rosenberg, von den Höh 


теў 


I 13 


Gefälle. So wie diese Einsenkungen eine gewisse Seehöhe (nämlich die Sandsteine) 
erreichen (von 1200‘ bis 1400° von Ost gegen West genommen) tritt eine Verände- 
rung im Gefälle ein, dasselbe wird auf eine kurze Strecke sehr bedeutend, und der 
Bach der Tiefenfurche stürzt sich in ein enges rinnenförmiges, von hohen Sand- 
Steinwänden eingeschlossenes Thal, in welchem derselbe dann wieder mit geringerem 
Gefälle nach Nord und Nordwest auf sächsischem Boden fortzieht. An den oben 
bemerkten Brechungspunkten des Gefälles findet in der Regel eine Vereinigung 
mehrerer Wasserlinien statt, so dass an diesen Stellen sich oft kesselfórmige Thal- 
auswaschungen vorfinden, wie in dem schönen, von 500—600 hohen felsigen Ab- 
hängen ringsum eingesäumten, Thalkessel von Eiland an der sächsischen Gränze 
(Seehöhe des Thalbodens 11409). , 

Trotz der bedeutenden Höhe dieses Plateaus und seiner äusserst steilen 
Abfälle nach Süd und Ost, ist dasselbe durch mehre gute Communicationslinien 
mit dem umgebenden Tieflande verbunden. Drei Strassenzüge gehen in fast ge- 
rader Richtung von Süd nach Nord, und zwar von der Kirche von Königswald 
über Tyssa theils direct nach Sachsen, theils nach Peterswald, von Eulau über das 
Dorf Schneeberg nach Rosenthal in Sachsen, endlich von Peiperz über Maxdorf 
nach Kl. Giesshübel und Königstein. Beinahe senkrecht auf diese Richtung, also 
von West nach Ost läuft am südlichen Fusse des Plateaus die Königswald-Eulauer 
Strasse, welche das Teplitzer Becken mit Bodenbach verbindet und am Plateau 
selbst eine Strasse vom Schneeberger Zollhaus über den grossen Daum zur Pei- 
perzer Strasse (die eigentlich sogenannte Schneeberger Strasse). Ausserdem gibt 
es noch kürzere Strassenzüge von Hinter-Weiher nach Alt-Biela, von da nach Kalm- 
wiese und Neu-Biela. Die von Süd nach Nord ziehenden Strassen haben alle auf 
böhmischem Boden eine bedeutende Steigung, bevor sie aus dem Eulauer und Elb- 
thal auf das Schneeberger Plateau gelangen. Obwohl vorherrschend im Walde 
befindlich, liegen sie doch auf den Abhängen gegen das Eulauer Thal auf grosse 
Strecken frei, und können von den gegenüberstehenden Höhen des Hege-, Lotten- 
und Hutberges bestrichen werden. Vom Plateau gegen Sachsen zu haben diese Strassen 
nur das geringe Gefälle des Plateaus selbst, auf welchem sie weit nach Sachsen 
hinein fortziehen. 

Das Binsdorfer Plateau. So können wir am zwe ckmässigsten jenes Terrain 
bezeichnen, welches westlich von der vorhin beschriebenen Spalte des Elbthales, 
nördlich von dem tief eingeschnittenen Kreibitz-Kamnitzbach-Thal, östlich von der 
Einsenkung zwischen dem Kalten- und dem Ottenberg, und südlich von der Tiefen- 
linie, die von Böhm.-Kamnitz über Ohlisch und Loosdorf nach Tetschen zieht, 
begränzt wird. Dasselbe bildet einen natürlichen Übergang, eine Vermittelung 
zwischen dem Schneebergplateau und der Dittersbacher Heide; denn einestheils 
ist dasselbe als eine. durch die Elbspalte getrennte Vorstufe des ersteren zu be- 
trachten, andererseits hängt es wegen seiner geologischen Zusammensetzung, welche 
Vorherrschend den Sandsteinen des Mittelquaders (den sogenannten Iserschichten) 
entspricht, mit dieser zusammen. Es besteht dieses Plateau eigentlich aus zwei 
Theilen. Der westliche Theil zeigt eine unregelmässig viereckige Hochfläche von 
1} Meilen Länge und 3 Meilen Breite, und einer mittleren Seehöhe von 1100", 
und ist von dem östlichen durch den engen felsigen Thalgrund von Wind-Kamnitz 


I. 75 


von Nied.-Kreibitz über Daubitz nach Schnauhübel führt und einer Einsenkungs- 
linie entspricht, gebildet. 

Die Grundform des ganzen Terrains ist ein breiter, oft plateauförmiger 
und ebener Rücken, welcher sich, am Schramm-Stein südöstlich von Schandau 
beginnend in der Richtung von WNW nach OSO bis Dittersbach fortzieht, wo 
mit demselben unter einem rechten Winkel ein zweiter ebenso geformter, nur 
breiterer Rücken, aus NNO nach SSW, nämlich von Wolfsberg bis Dittersbach, 
ziehend zusammentrifft. Dieser Rücken hat in seinem ganzen Verlaufe eine Länge 
von 3 Meilen und eine Breite von ? bis 1 Meile. Derselbe baut sich in zwei 
Terrassen auf. Die untere, welche zugleich seinen Fuss bildet, hat eine Seehöhe 
von 800 bis 900%, und bildet auf der Süd-Südost- und auf der Nordseite eine 
ziemlich breite Vorstufe, welche im Süden durch das K amnitz-, im Westen durch 
das Elb- und im Norden dureh das Kirnseht-Thal steil und 300—400" tief ab- 
geschnitten wird. Auf dieser Terrasse befinden sich auf der Südseite die unteren 
Häuser von Hohenleipe (918^), das Forsthaus von Reinwiese (874%), Stimmersdorf 
(9485, die Höhe östlich von Herrenskretschen (910^), auf der Nordseite gehört 
hierher die breite, vielgliederige, dicht bewaldete Stufe, welche sich unmittelbar 
aus dem Kirnseht-Thale erhebt. Die zweite Terrasse bildet den eigentlichen Rücken. 
Sie erhebt sich überall sehr steil, entweder in mehreren sehr schmalen parallel 
fortziehenden Stufen, oder in hohen senkrechten Wänden 400—500’ über die 
unterste Terrasse, so dass sie eine Seehöhe von 1300°—1400° und darüber erreicht. 
Diese zweite Terrasse zeigt jene europäisch berühmten Formen, wegen deren 
diese Gegend jährlich von Tausenden von Reisenden besucht wird. Auf ihrer 
Oberfläche ist sie beinahe eben, und zeigt nur wenige wellenförmige Einsenkungen. 
Ihr gehört die Rennersdorfer-Höhe (1294 oder 4088 M.), das Raubschloss (1297 
oder 4097 M.) der ‚Hohenleiper-Schlossberg (1231), das Prebischthor (obere 
Wölbung 1402’) an. Auf dieser Terrasse erheben sich noch zahlreiche isolirte 
Platten, sowie auch kurze, scharfe Rücken und Kuppen, deren Vorhandensein stets 
auf Basaltdurehbrüche an diesen Stellen hindeutet, indem der Basalt entweder 
offen zu Tage tritt, wie am grossen Winterberg (1757‘ oder 555-4 M.), am kleinen 
Winterberg (15209, am Rauschberg (1418^) am Suppigen-Berg (1536) u. s. w. oder 
mit Grund daselbst vermuthet werden kann, da er es allein ist, welcher diese 
Parthien durch die grössere Wiederstandsfähigkeit, die er ihnen gab, vor der 
Abschwemmung schützte. 

Der Boden des ganzen Gebietes gehört der mittleren Quadersandstein- 
stufe (dem sogenannten Isersandstein) an, nur in den tiefen Thaleinschnitten tritt 
der untere Quader zu Tage. 

Betrachten wir die hier herrschenden Formen etwas genauer, so zeigen 
sowohl die Tiefenlinien, wie auch die Höhenlinien und endlich auch das in dem 
Terrain vorherrschende Gestein gewisse Eigenthümlichkeiten, welche dem ganzen 
in diesem Abschnitte beschriebenen Gebiete seinen besonderen Charakter geben. 

Die Tiefenlinien sind durchaus Thaler mit zwar engem aber ebenem 
Thalgrunde, so jedoch dass die Bachbreite selten den ganzen Thalgrund einnimmt, 
die Thalgehänge werden von steilen, fast vertical emporstrebenden Felswänden 
gebildet. Zwischen Thalgrund und Thalwand befindet sich kein Übergang, kein 


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I. 77 


Gebiete verbreiteten Basaltes entstanden. Die Klüfte der ersten Art müssen sich, 
da die Zusammenziehung um einzelne verticale Axen stattfand, netzförmig durch- 
kreuzen, was sie auch wirklich und zwar meist rechtwinklig thun; jedoch ist die 
Richtung, bei diesen Klüften keine so bestimmt ausgesprochene, sie haben auch 
eine meist nur kurze Erstreckung in die Länge; und es ist nun klar, wie die 
Schichtenflichen und die darauf senkrecht stehenden Klüfte das Gestein quader- 
förmig theilen und trennen müssen, und demselben sein Aussehen und seinen 
Namen geben. Die verticalen Absonderungen der zweiten Art, obwohl häufig 
unterbrochen und abgelenkt durch jene der ersten Art, sind doch an ihrer constanten, 
dem Hauptrücken stets parallelen Richtung an ihrer grösseren Länge und Breite 
bald zu erkennen. Leicht erklären sich nun auch die übrigen Erscheinungen, 
auf welche wir hier so "häufig stossen, wenn wir hier noch die Zerstörbarkeit 
des Sandsteines durch Verwitterung und Erosion mit in Betracht ziehen, und be- 
denken, dass das ganze unter Wasser gebildete Terrain nur allmälig sich über 
das Meeresniveau emporhob, worauf die geringe Störung in den wagerechten 
Schichten hindeutet, und dass während dieser Periode durch das abrinnende 
Regenwasser, sowie durch die Strömungen im Meere die einzelnen Klüfte und 
Spalten immer mehr erweitert, und die Felsmassen in den verschiedenen Horizonten, 
Wo Pausen im Zurücktreten des Meeres stattfanden, unterwaschen wurden, so dass 
in grossen Höhen über den jetzigen Thalsohlen Felsenüberhänge, wie z. B. im 
Kirnschthale sehr zahlreich, dann grosse Öffnungen, wie das Prebischthor, auch 
Höhlen u. s. w. angetroffen werden. Neben diesen Erscheinungen findet man sehr 
häufig an den glatten Sandsteinwänden grössere und kleinere Löcher von meist 
elliptischer Form, und zwar immer in einer nach der Örtlichkeit wechselnden 
bestimmten Höhe über dem Boden. Man ist geneigt, dieselben als das Resultat 
eines Verwitterungsprozeses zu betrachten, indem man annimmt, dass in diesen 
Schichten das Bindemittel des Sandsteines sehr thonig ist, daher dasselbe begierig 
die wässerigen Niederschläge aufnimmt, und von demselben mechanisch aufgeweicht 
und ausgeführt wird. 

Kehren wir nun wieder zur speziellen Beschreibung dieses interessanten 
Terrains zurück, so bemerken wir, wenn wir von West nach Ost gehen, und von 
Herrenskretschen (Elbeuferhöhe 3764, der tief eingeschnittenen nordöstlichen Thal- 
richtung auf der Strasse nach Reinwiese folgen, oberhalb der fünften Sägemühle 
die Gabelung mehrerer Thäler, ein paar Hundert Schritte höher befinden wir uns 
am Fusse des Prebischthor-Berges (608^, und um das Prebischthor zu erreichen, 
Muss man hier links in eine Schlucht ablenken und am Ende der Schlucht eine 
Holztreppe emporsteigen. Nachdem man sich auf diese Weise über 700° über 
den Fuss des Berges erhoben, erreicht man die Basis des berühmten Predischthores 
(Basis d. Thores 1328’, Seehöhe der natürlichen Brücke über der Thorwölbung 
1404°, Höhe der inneren Thorwölbung 65’). Von der Brücke des Prebischthores 
hat man nur wenige Schritte bis zur Landesgrünze. Man befindet sich hier auf 
einem flachen, fast ebenen Sandsteinrücken, welcher nach allen Seiten eine freie 
Aussicht, gewührt, und auf dessen nordwestlicher Seite ein kurzer, kantiger Basalt- 
rücken, der „Grosse Winterberg“ (1757) emporragt. Nach Osten zieht dieser 
Rücken an der Landesgrünze fort (Auf dem Flügel 14899, senkt sich nordwestl. 


Т. 79 


von Reinwiese zu einem Sattel von 1100’ Seehöhe, über welchen die Strasse von 
Reinwiese nach Sebnitz führt, erhebt sich hierauf zu einer breiten Hochfläche von 
1300° Seehöhe, auf welche die kurzen Rücken der hohen Schlichte (1459) und 
deg Rauschberges (1418) aufgesetzt sind, während die Hochfläche selbst durch 
tief eingesehnittene Thalschluchten von SW nach NO in mehrere parallele Glieder 
getheilt wird. Die mittelst dieser Schluchten benützten Übergänge aus dem Kamnitz- 
thale in das Kirnschtthal erheben sich jedoch meist bis zur Seehöhe von 19200*. 

Weiter östlich bei Dittersbach ist der Wendepunkt der zweiten Terrasse 
oder des Hauptriickens. Da hier die beiden Hauptrichtungen der Höhen und 
Tiefenlinien sich kreuzen, so entstand jenes grossartige Felsentheater, welches 
weit und breit seines Gleichen sucht. Denn durch die sich kreuzenden Klüfte 
und Spalten wurden die sonst plattenförmigen Sandsteinrücken in eine erosse 
Zahl isolirter Felsmassen zerrissen, welche durch den Process der Verwitterung 
und der Erosion die groteskesten und abenteuerlichsten Formen annahmen. Die 
beiliegende Skizze gibt nur ein schwaches Bild einer dieser Parthien, welche unter 
dem Namen des Felsenkessels oder Felsenthales von Dittersbach am meisten bekannt 
186. Wir sehen im Mittelgrunde die Kirche von Dittersbach (739^, von welcher 
Sich ein kleiner Abhang in ein Nebenthal der Kamnitz senkt, dessen Sohle ganz 
von den Häusern von Dittersbach besetzt ist. Diese Fläche, auf welcher die Kirche 
Steht, breitet sich kreisförmig mit einem geringen Ansteigen nach allen Seiten aus 
Und dürfte einen Durchmesser von 500—600 Klafter haben. Auf derselben sind 
blos zwei bedeutende Erhöhungen, darunter links die Felsensäule der Katzen- 
arche. Die ganze Fläche wird kesselförmig von zusammenhängenden abgestuften 
Sandsteinwiinden eingeschlossen, welche bis zur Seehöhe von 1000—1150 hinauf 
reichen, von hier aber aufwärts in einzelne höchst malerische Felsgruppen sich 
Sondern, von denen die schroff abstürzende Wilhelminenwand (1387%), der pracht- 
Volle spitzige Felskegel Maricnfels (1857, das in kolossale Platten gespaltene 
l'elsenprisma des Rabensteines (1928^), endlich die abgestumpfte Pyramide des 
Fal vensteines (1194’)besonders bemerkenswerth sind. An der Katzenkirche und am 
Fusse deg ( rolischtberges vorüber führt ein steiler Waldweg hinauf auf den Rücken, auf 
Welchem man als dominirenden Punkt alsbald die Kuppe des Rudolfsteines (1555°) be- 
merkt, von welchem leicht zu ersteigenden Punkte man einen Überbliek des nördlichen 
Theiles der Dittersbacher Heide erhält. Man sieht hier, dass das ganze Terrain ehemals 
ein ebenes Plateau war, welches jedoch durch die Erosion der zahlreichen Klüfte 
und Spalten jezt von unzähligen schluchtenförmigen Thälern rechtwinklig und zwar 
Mit der hier vorherrschenden Richtung N—S und W—O durchschnitten ist Über 
dieses Plateau ragen mehre theils platten-, theils rückenfórmige Erhóhungen empor, 
80 südwestl. der Golischt (1534/ oder 4848 M.), östlich der kegelfórmige Suppige 
Berg (15365, dann die Sandsteinbünke der Schranne oder des Schrannensteins 
(14409), nordöstlich der Tannigt-Berg (14914, von wo aus ebenfalls eine äusserst 
lehrreiche Aussicht gegen den Ziegenrücken und Hinter-Dittersbach sich dem Auge 
darbietet, Der Tannigt ist nicht nur wegen den vielen wechselnden Fernsichten, 
Welche verschiedene Punkte seines breiten Plateaus darbieten, sondern noch mehr 
Wegen der wilden und romantischen Felsenparthien seiner nächsten Umgebung: wie 
der hohen Wand, der Theodoren-Halle, der Gnomen Kluft, des Pferdestalles u. s. w: 


| 
| 
| 


80 1. 


ein viel besuchter Punkt. Ein guter Ruhepunkt am Fusse des Tannigt ist die Balzhiitte, 
deren Seehöhe (1258‘) der mittleren Seehöhe des grossen plattenförmigen Haupt- 
rückens, welcher sich vom Golischt bis zum Hemmhübel bei Khaa (SW—NO) 
fortzieht, nahezu entspricht. Vom Hemmhübel (1398) sendet der Rücken unter 
einem rechten Winkel ein Glied nach NW, das unter dem Namen Ziegenriicken 
bekannt ist, eine mittlere Rückenhóhe von 1350 hat, und an dessen nordwestlichem 
Ende sich die schöne Martinswand (1344’) befindet. Nach Norden zu verlieren 
sich nun allmälig die eckigen und pittoresken Formen des Sandsteines, welche 
nur noch auf kurze Strecken in den oberen Zuflüssen des Kirnschtbaches, wie 
im Lange Horn Wasser und im Wolfsbach zu bemerken sind, die Sandsteine hören 
plötzlich ganz auf, und in den Thälern erscheinen die flach abgerundeten Formen 
des Lausitzer Granitgebirges, von welchem später gesprochen werden soll. 

Die Tiefenlinien des Terrains der Dittersbacher Heide sind, so wie die 
wichtigeren des Binsdorfer und des Schneeberg Plateaus in Bezug auf ihre Höhen- 
verhältnisse und ihr Gefälle in der nebenstehenden Tabelle zusammengestellt, 
und es mögen hier nur noch folgende Bemerkungen hinzugefügt werden. Ganz auf 
böhmischem Boden befindet sich eigentlich nur eine Haupttiefenlinie, das Kamnitz- 
thal, welche von WNW nach OSO streicht, bei Hohenleipe eine scharfe Wendung 
nach Süd macht, und auf diesem Laufe sich zweimal in zwei zu einander beinahe 
parallele Richtungen, welche yon W nach О ziehen, theilt, so dass der untere 
Kamnitzbach sich aus zwei ebenfalls den Namen Kamnitz führenden Bächen zusammen- 
setzt, von denen wir den nördlichen den Kreibitz-Kamnitzer, den südlichen den 
Falkenau-Kamnitzer-Bach nennen wollen. 

Das Kreibitz-Kamnitzer-Thal beginnt auf der Nordseite des wichtigen 
Sattels zwischen dem Hanfkuchen und dem Eibenberg in einer Gabelung zweier 
Mulden bei den sogenannten Tannteichen in 1668’ Seehöhe, zieht von hier als 
rinnenfórmige Tiefenlinie mit einem Gefälle von 1 : 36 nach Kreibitz (1080) in 
der Richtung SO--NW. An der südlichen Thalwand befindet sich in bedeutender 
Höhe über der Thalsohle die Eisenbahn nach Rumburg und Warnsdorf. Bei Kreibitz 
(Stadt) erweitert sich der Thalgrund, auf welchem nunmehr die Strasse von Ober- 
Kreibitz fortzieht. Bis hieher und noch etwas unterhalb (bis Nieder-Kreibitz) 
befindet sich das Thal ganz in dem centralen Theile des Sandsteingebirges, welcher 
im nächsten $. behandelt wird. Nun aber tritt dasselbe in das Dittersbacher 
Terrain, was sich auch sofort an dem zwar meist engen, aber ebenen Thalgrund, 
an den steilen denselben einschliessenden Felswänden, und an den scharfen, recht- 
winkligen Wendungen des Thales zu erkennen gibt. Unterhalb Rennersdorf ver- 
engt sich das Thal so sehr, dass weder eine Mühle noch ein Weg auf dem Thal- 
grunde Platz findet. Am unteren Ende dieser Enge, welche eine Menge von hóhlen- 
förmigen Auswaschungen an ihren. Sandsteinwünden zeigt, befindet sich die so- 
genannte Najadenhöhle (in 919" Seeh.), unmittelbar vor der Grieselmühle, von wo 
an sich der Thalgrund erweitert, so dass das nicht unbedeutende Dorf Schemmel 
(650°) mit seinen Häusern und eine Strasse in demselben Platz findet. Bei der 
Sügemühle von Wind-Kamnitz (630^) vereiniget sich dieses Thal mit dem Falkenau- 
Kamnitzer und ändert in scharfer Wendung seine Richtung. Bis hieher beträgt 
das Gefälle 1 : 86. Von hier an ändert sich wieder der Character des Thales 


I. 81 


indem es in seinem ganzen unteren Verlaufe gegen die Elbe, in die es bei Herrens- 
kretschen mündet, von 300° hohen, zerklüfteten Felswänden so eng eingeschlossen wird, 
dass mit Ausnahme eines einzigen Punktes weder ein Weg noch ein Haus in dem 
wilden Thalgrunde Platz findet. Dieser Punkt ist die sogenammte Grundmühle 
unterhalb Hohenleipe (618%), wo das Dittersbacher-Thal einmündet, und eine kessel- 
förmige Thalerweiterung entsteht, in deren Mitte eine isolirt e, überall unterwaschene, 
kolossale Felsmasse sich befindet. Das mittlere Gefälle von der Grundmühle bis 
Herrenskretschen beträgt 1: 110, die Thalentwiekelung von den Tannteichen bis 
Herrengkretsehen 1 : 121. 

Das Kalkenau-Kamnitzer-Thal beginnt unterhalb der Antonienhöhe bei 
der Falkenauer Glasfabrik auf der Südseite des Sattels zwischen dem Hanfkuchen und 
Eibenberg, Auch dieses Thal befindet sich bis Falkenau ganz, bis Böhm.-Kamnitz 
auf der nördlichen Seite im Terrain des centralen Theiles des Sandsteingebirges, 
Seine Abhänge reichen hoch hinauf auf Rücken von 1600° Seehöhe, die sich 300—400/ 
über die Thalsohle erheben, allein die Abhänge sind nicht besonders steil, und 
der Thalgrund ist weit genug, um für die Eisenbahnlinie, eine gute Strasse, und 
die an beiden Ufern des Baches fortlaufenden Häuser einer Reihe zusammenhängender 
Ortschaften (Falkenau, Kittlitz, Hillemühl) Raum zu gewähren. Bis Kamnitz 
beträgt das mittlere Thalgefülle 1:40 bis 1:50. Erst unterhalb Böhm.-Kamnitz (919^) 
tritt das Thal in das Gebiet des Isersandsteines, und nimmt auch alsbald den durch 
dieses Gestein bedingten, und schon wiederholt hervorgehobenen Charakter an. Bis 
zur Wind.-Kamnitzer Sägemühle bleibt der Thalgrund ziemlich breit, ist von einer 
Suten Strasse durchzogen, und mit den Häusern von Johnsbach und Windisch- 
Kamnitz besetzt. Das Gefälle beträgt hier 1 : 110; die Thalrichtung ist im all- 
gemeinen eine von O nach W ziehende, im letzten Abschnitte, nämlich im Bereiche 
von Wind.-Kamnitz eine von S nach N gerichtete, Bei der Sägemühle von Wind.- 
Kamnitz vereiniget sich das Thal mit dem Kreibitz-Kamnitzer und hat hier auch 
den bereits oben geschilderten Verlauf. Die ganze Thalentwickelung von der 
Falkenauer Glasfabrik bis Herrenskretschen beträgt 1 : 1°30. 

Das Kirnscht- oder Kirnitsch-Thal befindet sich nur in seinem kleineren 
Theile, nämlich von Schönlinde bis Hinter-Daubitz (finsterer Grund) ganz auf böhmi- 
Schem Boden, von da bis Hinter-Dittersbach bildet das Kirnscht-Thal die Landes- 
Sränze gegen Sachsen, von Н. Dittersbach an aber zieht das Kirnscht-Thal ganz 
auf sächsischem Grund weiter. Das Thal beginnt in einer breiten Mulde unter 
dem Schanzenberg im sogenannten Waldried bei Schönborn (in 1668’), und zieht 
von da in einer engen Rinne nach Schénlinde. In Schónlinde wird der Thalgrund 
80 breit, dass die doppelte und dreifache Häuserreihe dieses bedeutenden Ortes 
auf demselben Raum findet. Vom Marktplatze an (1338^ nach NW verengt sich 
der Thalgrund etwas, und auch die Thalabhänge werden steiler. Das Thal windet 
Sich hier im Granitterrain des Lausitzer Gebirges bald nach NW bald nach SW, 
bis es unterhalb Khaa, wo ein schmaler Streifen von Juraschichten blos gelegt ist 


in das Terrain des Quadersandsteines eintritt, und sofort den wilden Charakter 
Seiner Thäler annimmt. Das Gefälle von Schönlinde nach dem finsteren Grunde 
beträgt 1 : 76. Später wird dasselbe geringer, bleibt jedoch auf der ganzen bei- 
Nahe 21, Meile langen Strecke von Hinter-Daubitz bis zur Heidemühle ziemlich 
` 6 


82 I. 


constant nahezu 1 : 130, erst von da bis Schandau nimmt dasselbe bis auf 1 : 281 
ab. Auf der Strecke vom finsteren Grunde bis zur Heidemühle ist das Thal 
äusserst wild, schluchtenförmig, und von zerklüfteten und ausgewaschenen Fels- 
wänden so eingeengt, dass nur an wenigen Punkten Mühlen oder einzelne Häuser, 
und nur auf sehr kurze Strecken gangbare Wege im Thalgrunde Raum finden. 
Erst von der Heidemühle an ist der Thalgrund so breit, dass auf demselben ein 
Fahrweg bis Schandau angelegt werden konnte. Die Entwickelung des Thalweges 
ist nicht unbedeutend, da derselbe vielfache Krümmungen, sowohl im Granit, wie 
im Sandsteingebirge macht, und beträgt 1 : 1'44. 

Von den Communicationslinien, welche im Sandsteinterrain sich befinden, 
ist zu bemerken, dass nur die chausséeartig angelegten Strassen, deren Unterbau 
aus anderem festen Gestein besteht, zu jeder Jahreszeit ohne Schwierigkeit zu 
passiren sind. Bei den Landstrassen und den Feldwegen ist dies jedoch nur dann 
der Fall, wenn feuchte Witterung etwas anhält, weil nur dann der Sand die nöthige 
Consistenz gewinnt, die überflüssige Feuchtigkeit aber sich in demselben verliert. 
Bei anhaltend trockenem Wetter, besonders im Spätsommer bilden diese Fahrwege 
weiche, tiefe Sandstreifen im Lande, in welchem das Fortkommen für schweres 
Fuhrwerk nicht leicht ist. 

Was die Vegetation betrifft, so ist der grösste Theil des Bodens mit 
Wald bedeckt. Wegen des mageren Sand- und mit Heidekraut grösstentheils 
überwucherten Bodens herrschen im Dittersbacher Terrain die Fóhren. (Kiefern) 
vor. Im Schneeberger Terrain findet man in den tieferen Lagen, und wo thonige 
und kalkige Mergelschichten den Boden bedecken, auch Laubholz, Buchen, Eichen, 
in den höheren Lagen Fichten und Tannen. Am Binsdorfer Plateau ist der grössere 
Theil des Bodens Ackerland. 

Die Ausdehnung der Bodenfläche für den ganzen hier geschilderten westlichen 
Flügel des Sandsteingebirges nach der bereits oben angegebenen Begränzungs- 
linie, in welcher somit alle drei Gruppen dieses Flügels, nämlich das Schneeberg- 
Plateau, das Binsdorf-Plateau und die Dittersbacher Heide einbezogen sind, ist die 
nachfolgende: 


Hectaren öst. Joch 
1. Gesammtes Terrain innerhalb der bezeichneten Gränze . . 26,857 oder 46,670 
2. Terrain ober der Schichtenlinie von 200 Meter oder 633 W.-F. 25,034 ,, 43,502 
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Daraus folgt für die Ausdehnung des Terrains in den einzelnen Schichten 
und zwar: 


1. 88 


in Proz. des 
ganzen Terrain- 
Meter W.-Fuss ITectaren öst. Joch ` abschnittes 


1. Zwischen 100—900 oder 316— 633 liegen 1,823 oder 3,168 oder 68%, 


2. V 200-809 14,7.089--.949 BOLT BOIS. .. IST. 
3. d 300—400 :,.  949—12605 ., 10,154 |,  110645.., 378, 
4. А 400-500 a ` 1200--1089  ,. 17,367 |, 19,809 - .. 974 
5 F 500—600 „ 1583—1897, 1,9982 dE om а а 
6. уз 600—700 ,, 1897—2214. , е го i CR 
E Get E ton. Te Й 98, DO LUE 


| Wir sehen, wie deutlich hier der plateauförmige Charakter ausgesprochen 
ist, namentlich aber ersieht man aus dem geringen Prozentsatz der Schichten von 
100—300 Meter, wie gering die Breite der in diesen Schichten liegenden Thäler ist. 

Noch auffälliger tritt dies hervor, wenn wir mit Hilfe der genommenen Zahlen 
die mittlere Höhe des ganzen Terraingebietes berechnen, Es beträgt nämlich die 
Sanze Masse, welche über der untersten Schichte von 100 Metern sich befindet 
V = 016394 Kubikmeilen. Dies durch die ganze Grundfläche von 4'67 Meilen 
dividiert, gibt eine mittlere Höhe von 140°12 Klafter oder 2657 Meter oder 84! 
W. Fuss, um welche das ganze Terrain über die Schichte von 100 Meter bei 
Sleichmiissiger Vertheilung der Bodenerhebung erhöht werden würde. Dasselbe 
Würde somit eine mittlere Seehöhe von 365'7 Metern oder 1157 W. Fuss besitzen. 


$. 11. Die Centralgruppe des nordböhm. Sandsteingebirges. 
(Der Tannenberg- und der Lausche-Rücken, auch das Falkenauer Gebirge genannt.) 


Die Begränzungslinien dieser Gruppe wurden bereits auf S. 67 genannt 
Und näher bezeichnet. 

Das Relief zeigt uns eine ausgedehnte massige Bodenerhebung, deren 
Mittelpunkt sich östlich von der Falkenauer Glasfabrik auf der Antonienhöhe 
befindet, da die beiden grossen, breiten Hauptrücken, sowie auch die kleineren 
Nebenrücken sich an dieser Stelle kreuzen, oder wenn man will, von derselben 
strahlen fórmig ausgehen. Von den beiden Hauptrücken streicht der eine von Nord 
nach Süd, und hat eine Länge von 2 Meilen, der andere nahezu von West nach 
Ost. in einer Länge von 2%, Meilen. Dieselben haben in der Seehöhe von 1500‘ 
Noch eine mittlere Breite von einer halben Meile, wölben sich von hier aus nach 
Oben sehr flach, so dass die Rückenlinie eine mittlere Seehöhe von 1700 hat; 
doch erheben sich auf diesen Riicken mehrere domförmige Kuppen bis zu 2200— 9400*. 
Die nach Norden ziehende Rückenlinie biegt nach Nordwest, die nach Süden 
“chende nach Südwest um, und hängt die letztere mit dem Blottendorfer-Rücken 
(8. 40) unmittelbar zusammen. Auf der Ostseite aber löst sich noch ein kleinerer 
Rücken mit der Richtung nach Südost von der Centralmasse ab. In den nach- 
folgenden Zeilen will ich versuchen, die einzelnen Glieder näher zu schildern, 

6* 


84 I. 


und dabei auf Rücken und Tiefenlinien zugleich Bedacht nehmen, da eine besondere 
Beschreibung der in diesem Terrain befindlichen Thäler und zwar der westlichen 
bereits in dem vorhergehenden $., der östlichen aber in dem nachfolgenden 
Abschnitt enthalten ist. 

Mehrere flach abgerundete, dicht bewaldete Höhen, worunter der Hanfkuchen 
(2046^ der bedeutendste, bilden den Mittelpunht des hier geschilderten Terrains, 
von welchem aus Höhenzüge nach allen Richtungen auslaufen, und zwischen welchen 
Höhen sich breite Einsenkungen oder Sättel von 1600—1700' Seehöhe befinden, 
über welche wichtige Strassenzüge und Eisenbahnlinien aus Böhmen nach Sachsen 
führen. Der Unterschied gegen den westlichen Flügel tritt in den Formen des 
Bodens überall hervor. Nirgends finden wir hier jene die Thalwände bildenden 
senkrechten Wände, nirgends die rechtwinklig umbiegenden Thiler, nirgends die 
grotesken Felsenthürme, welche die Dittersbacher Heide auszeichnen. Es scheint, 
als ob dieses Terrain in einer viel früheren Epoche als das angränzende aus dem 
Bereiche der erodirenden Meeresfluthen emporgehoben, und so seine weiche Sand- 
stein und Plünerdeeke zum grossen Theile erhalten worden wäre. Das Querprofil 
durch das Falkenauer Gebirge auf der beiliegenden Tafel stellt die hier herrschenden 
Höhenverhältnisse graphisch dar. Der wichtigste von jenen Sätteln ist die Antonten- 
höhe (1146^ oder 551:9 M.). Die alte Heerstrasse, sowie jetzt die Eisenbahnlinie von 
Böhm.-Leipa nach Rumburg geht über denselben. Der Sattel bildet eine ziemlich 
grosse ebene Fläche, welche von den sanften Abhängen des Hanfkuchens nördlich 
und des Buchberges südlich eingesäumt ist, und auf welcher sich ein Wirthsgebäude, 
sowie jedoch schon auf dem westlichen Abhange die Häuser der Falkenauer Glas- 
fabrik befinden. Die Eisenbahnlinie überschreitet den Sattel hier, die Strasse 
hingegen, welche hoch auf dem Ostabhange des Buchberges mit nur geringer 
Steigung bis hieher geführt ist, überschreitet den Sattel nicht an dieser Stelle, 
sondern zieht am Ostabhange des Hanfkuchens fortwührend mit geringem Steigen 
weiter, und geht erst in der Einsenkung zwischen dem Hanfkuchen und der Finken- 
Kuppe (1920^ von der Südseite auf die Nordseite des Gebirg /'srückens, Etwa } Meile 
westlich unter der Antonienhöhe befindet sich ein dritter wichtiger Sattelpunkt, 
welcher den Übergang aus dem Falkenauer in das Kreibitzer Thal vermittelt, und 
nach dem jezt dort befindlichen Eisenbahnstationsgebäude Tannenberg (1704) 
genannt werden kann. Hier befindet sich der Knotenpunkt der böhmischen Nord- 
bahn, indem von hier aus eine nördliche Linie über Kreibitz nach Rumburg und 
Warnsdorf, eine westliche über Böhm.-Kamnitz nach Tetschen-Bodenbach, und 
eine südliche über Leipa nach Bakov und Prag führt. 

Von diesem Terrainpunkt zieht anfangs gegen Norden ein breiter Rücken, 


aus welchem sich in der Mitte die grosse domförmige Phonolithkuppe des Zannen- 


berges (2466/ oder 779'5 M.), am östlichen Rande die mit einer Schlossruine ge- 
krönte Felsspitze des Tollensteines (2122^ oder 670'8 M.), am westlichen Abhange 
hingegen das Felsplateau des Schöber-Berges (2010' oder 635'3 M.) erheben. Von 
hier wendet der Rücken gegen Nordwest, senkt sich zu dem Sattel der Dachslöcher 
(1548°), bildet hierauf zwei Kuppen, den Plissen-Berg (1920*) und den Fladen- 
Berg (1950), senkt sich abermals zu dem wichtigen Übergangspunkte von Kreöbite- ` 
Neudörfel (1488") und endiget mit einer ausgedehnten Bodenerhebung von elliptischer 


L 85 


Grundform von 1800— 19004 Seehöhe mit flachgerundeten bewaldeten Hóhen, auf 
deren Abhüngen die Orte Neu-Daubitz (11707), Neu-Forstewalde (1302^) und Falken- 
hain (1452^) sieh befinden. Die Abhünge dieses Rückens auf der Nord und 
Nordostseite sind in der Seehöhe von 1500'—1600^ ziemlich steil, endigen aber 
in der Höhe von 1450° in eine ziemlich ebene breite Fläche, welche sich längs 
ihrem Fusse hinzieht, und das Sandsteingebirge orographisch von dem Lausitzer 
Granit-Gebirge trennt. Westlich und südwestlich fallen die Abhänge in verhältniss- 
mässig enge Thäler, nämlich in das obere Daubitzer und das Kreibitzer -Thal, welche 
bereits im vorigen $. beschrieben wurden. 

Ein zweiter breiter Rücken zweigt sich westlich von dem Centralpunkte 
der Antonienhöhe ab. Unmittelbar westlich von der Station Tannenberg erheben 
Sich zwei massige abgerundete und waldbedeckte Bergkuppen der Mittelberg 
(9004; auf den Gen. Stabskarten fälschlich als Grosser Eibenberg bezeichnet) 
und der Grosse Eibenberg (2184), ihre steilen Abhänge nach Nord und nach Süd 
gerichtet. Von hier aus zieht der | Meile breite Rücken mit einer Seehöhe von 
1700 weiter gegen West. Die Kuppen des Hackels- Berges (21064), des Sehindet- 
hengst- -Berges (2064^) und des Grossen Ahren-Berges (2196) ragen über denselben 
empor. Westlich von den beiden leztgenannten Kuppen senkt sich das Terrain 
sanft und bildet einen breiten, flachen Sattel, welcher beim Jägerhause „zur Kreuz- 
buche“ (1710°) seine grösste Seehöhe besitzt, und über welchen die Chaussée von 
B.-Kamnitz und Steinschónau nach Kreibitz und Rumburg führt Von hier steigt 
das Terrain rasch empor, bildet einen mehrgliederigen schmalen mit einigen Kegel- 
bergen besetzten Rücken und endiget in der schönen, eine dankbare Fernsicht 
gewährenden Bergkuppe des Kaltenberges (2328' oder 735'8 M.) bei Hasel. 

Nach Süden zieht ein Rücken mit demselben Relief wie die beiden vor- 
genannten, auf welchem sich die Kuppen des Gr. Buchberges (23289, des Kl. 
Buchberges (21309 und des Baarhitbels (21905, dann der prachtvolle kegelformige 
Kleisberg (2404^ oder 7599 M.), der leztere gleichsam als Eckstein des Mittel- 
gebirges erheben. Eine unbedeutende Einsenkung westlich von den beiden zuletzt 
genannten Punkten bei Blottendorf bildet eine Scheidungs- und zugleich, insoferne 
Sich dieselbe oben am Rücken befindet, eine Verbindungslinie mit dem nordöstlichen 
Theile des Mittelgebirges. Auf der Süd- und Südostseite füllt dieser Rücken bei 
Röhrsdorf und Arnsdorf von 16004 rasch und steil auf 1400 Seehöhe herab, bildet 
hier eine sanft nach Südost geneigte breite Stufe, auf welcher die Chausse e, sowie 
die Eisenbahnlinie von Leipa nach der Antonienhöhe fortziehen, und löst sich in 
der Seehöhe von 1200° in mehre flache nach Südost gerichtete Rücken auf, die 
hie und da mit kleinen kegelförmigen Phonolithkuppen besetzt sind, wie z. В. 
dem Ortelsberg (1746) bei Lindenau. Die breiten und flachen Thaler, welche 
Zwischen diesem Rücken eingeschlossen sind, sind vom ihrem oberen Beginn bis 
hinab dicht mit Häuserreihen der aneinander stossenden Ortschaften bedeckt, und 
sollen im nächsten $. näher beschrieben werden. Hier nenne ich von diesen Orten 
nur Röhrsdorf (15904, Zwickau (1146) und Hayda (О): 

' Noch haben wir zwei Glieder’ zu erwähnen, welche von der Ostseite des 
Gebirges theils nach Südost, theils nach Nordost streichen. Östlich vom Central- 
Punkte des Gebirges, und mit demselben unmittelbar zusammenhängend, befindet 


D 


86 


sich eine ausgedehnte, einförmige Bodenerhebung von elliptischer Grundform, und 
mit einer mittleren Seehöhe von 1800’, welche mit zwei Kuppen gekrönt ist. 
Die Längenausdehnung derselben beträgt über eine halbe Meile. Ihre Oberfläche 
ist mit dichtem Walde bedeckt, und das Terrain derselben führt den Namen des 
Lichtenwalder Reviers. Die nördliche flache Kuppe ist die Finkenkuppe (2532 
oder 800'3 M.), die südliche steilere Kuppe ist der Grosse Friederichs- Berg (2244° 
oder 709:3 M.). Von dem letzteren Berge nun zieht sich ein breiter flachgerundeter 
Rücken mit den Kuppen Dürrer-Berg (2004*), Glasert- Berg (1312^ und Grüner- 
Berg (1854^) nach Südosten, die mittlere Höhe desselben sinkt bald auf 1300' 
herab, nimmt aber an Breite zu, und verliert sich endlich in einigen Bodenan- 
schwellungen des Thales von Kunnersdorf. Von der Finkenkuppe hingegen streicht 
ein schmaler Rücken zuerst nach Nordost, hierauf nach Ost und Südost, und bildet 
hier eine grosse, isolirte Bergkuppe, die Luwsche (2520° oder 796°5 M.) ein viel- 
gerühmter Aussichts-, und von jeher ein wichtiger Triangulirungspunkt. Hart an 
der sächsischen Gränze theilt sich der Rücken, indem ein breiterer Theil desselben 
nach Süd ziehend, die Kuppen des Nesselberges (2004^) und des Steinberges (18367) 
bildet, während ein schmälerer Theil sich nach Nordost wendet die Kuppen des 
Sonnenberges (2058), und Buchberges (2070*) trägt, und hier mit dem östlichen 
Flügel des Sandsteingebirges unmittelbar zusammenhängt. In der Wendung dieses 
Rückens an seinem nördlichsten Punkte ist ein langer schmaler Rücken, der Ziegen- 
rücken (2262°) vorgeschoben, über welchen, sowie über die Lausche die Landes- 
gränze zieht. Zwischen der Lausche und dem Sonnenberg befindet sich eine schmale, 
tiefe Bodeneinsenkung, der Lausche- Pass (18114, über welchen die wichtige Strasse 
von Kunnersdorf nach Waltersdorf in Sachsen führt. 

Von den Communicationslinien, welche dieses Terrain bedecken, wurden 
bereits die wichtigeren erwähnt, und es sei nur noch hinzugefügt, dass sie alle 
im Allgemeinen eine Richtung von Süd nach Nord haben, indem sie aus dem 
Leipaer Becken, beziehungsweise aus dem Polzenthal in das sächsische Neisse-Thal 
führen. Die Übergangspunkte liegen alle auf Sätteln von 1600 bis 1800 Seehöhe, 
indess ist die Steigung nur am Lausche-Passe bedeutend, an den anderen Punkten 
lassen die langgestreckten Rücken und ihre Abhänge eine hinreichende Entwiekelung 
und daher langsame Steigung der Trace zu. Nur am nördlichen Fusse des Gebirges 
zieht eine Strasse, sowie eine Eisenbahnlinie von West nach Ost (von Kreibitz 
nach Warnsdorf). 

Der Boden besteht in seinen obersten Schichten, soweit selbe die flach- 
gewölbten Rücken bedecken, aus den jüngsten Bildungen der Kreideformation, 
nämlich den weichen Sandsteinen und Mergeln der Chlomeker und Priesener Schichten. 
Die auf diesen Rücken zahlreich, und in massiven Kuppen emportretenden Boden- 
erhebungen bestehen fast durchgehends aus Phonolith. 

Die Ausdehnung der Schichten in den verschiedenen Seehöhen ist folgende : 


Hectaren öst. Joch. 
1. Gesammtes Terrain innerhalb der bezeichneten Gränze . . . 21,350 oder 37,101 


2. ii i4 ober der Schichte von 300 Met. oder 949 F. 20,675 oder 35,922 
ài М {] spinel, y |, dornua А, ВБ $1950 51 26.158 
4 , R чао en „500 ,  , 1589, 8,000 , 18,902 
5. x y yua » 40600 112,897 702,915» gra ORO 
6 id bó Bey " aiT vib rd 240014 417 
1 |; Т іч h BBO goni DIOL Ay 7 


Daraus folgt für die Ausdehnung des Terrains in den einzelnen Schichten, 
und zwar: 
in Proz. des 
ganzen Terrain- 
Meter W.-Fuss Hectaren öst. Joch abschnittes 


1. Zwischen 200-300 oder 633— 949 liegen 675 oder 1,179 oder 32 9j, 
2. A 300—400  ,, 949-1966, 4... 0:890 9/400. 250/5868: 
3. Р 499-500: 1,2 ee Aë rd ei ug 
4. у 500—600 ,, · 1583—1897  , 0:085 9,879 7°, ^ 266 
5 1 00-7001", :c038912:2814/0,/^ OT 035 7108,06 00, - 099. V 
6. i 700—800 , 2214—2581  , 286 ч MIO ИЕ 
T/" Über 9002 — /,. 2891— —' y Ф. qah Те 


Man sieht aus den Prozentzahlen, wie gross der Unterschied zwischen 
dieser Centralgruppe und dem westlichen Flügel des Sandsteingebirges ist. Während 
dort nur 36'7"/, des Bodens ober der Schichte von 400 Meter liegen, fallen hier 
über 70°), oberhalb dieser Region. 

Für die mittlere Höhe des Ganzen erhalten wir mit Benützung der ge- 
fundenen Zahlen das Ergebniss, dass das Volumen des ganzen über der Schichte 
von 900 Meter erhobenen Bodens V == 0131296 Kubikmeilen betrage. Diese 
auf die Grundfläche von 3'71 Quadratmeilen gleichmässig vertheilt, gibt eine mittlere 
Höhe von 141:56 Klafter = 268-4 = 849 W. Fuss. Hiezu die Seehöhe der untersten 
Schichte von 200 Meter, ergibt für die mittlere Seehöhe des ganzen soeben be- 
Schriebenen Terrains 468'4 Me'er oder 1482 W. Fuss. 


$. 12. Der östliche Flügel des nordbóhm. Sandsteingebirges. 


(Der Hochwaldrücken und seine südlichen Ausläufer.) 


Die Gränze dieses Theiles des Sandsteingebirges bildet westlich der Mergen- 
thaler-Bach von der Lausche bis Zwitte, von da die Einsenkungslinie, welche west- 
wärts nach Bürgstein, dann weiter über Pihl nach Schaslowitz führt, von hier 
der Langenauer-Bach bis zur Mündung in den Polzen-Fluss. Südlich können wir 
den Polzenfluss als Gränze betrachten, und zwar von Dörfel bei Leipa bis Warten- 
berg. Östlich begränzt das Terrain der Johnsdorfer-Bach, dann von Ringelshain 
bis zu den Feldhäusern der Jungfern-Bach, dann die Einsenkungslinie östlich vom 


88 


Passerkamm bis Grottau an der Neisse. Die natürliche nördliche Gränzlinie 
bildet der Neissefluss von Grottau bis Zittau und von da aufwärts der Mandau- 
Bach, während die politische Landesgränze nahezu der höchsten Rückenlinie folgt. 

Das Relief wurde im Allgemeinen bereits oben charakterisirt, indem das Ter- 
rain aus einem Längenrücken, der Fortsetzung des Hauptrückens, und mehreren von 
demselben rechtwinklig nach Süd und nach Nord auslaufenden Neben- oder Quer- 
rücken besteht. Auch hier ist die geologische Bodenbeschaffenheit jener der Central- 
gruppe analog, indem die jüngsten Bildungen der Kreideformation, Ober-Quader 
und Ober-Pläner überall den Boden bedecken, nur unterbrochen von den einzelnen, 
mitunter sehr bedeutenden Phonolith- und Basaltkuppen. Das Relief ist jedoch 
ein von dem vorigen sehr verschiedenes, wie wir bei den einzelnen Beschreibungen 
sehen werden. 

Der Hauptrücken hat eine Länge von 1?/, Meilen, und erstreckt sich vom 
Sonnenberg bis zum Dorfe Pass unterm Passerkamm. Er bildet hier die natürliche 
Landesgränze. Seine Richtung geht von WNW nach OSO. Auf der südlichen 
oder böhmischen Seite wird derselbe durch eine Vorstufe nahezu verdeckt, welche 
eine Reihe von Basalt- und Phonolithbergen bilden, durch welche das ganze Terrain 
auf 1200—1300 Seehöhe gehoben erscheint, während diese Kuppen noch höher empor- 
ragen, wie der Kutich- Berg (1146^) bei Krombach, der Schlossberg (16997) bei Klein- 
mergenthal, der Falkenberg (2022°) bei Petersdorf u. m. A. Von dieser nicht sehr 
breiten welligen Stufe erhebt sich mit starker Böschung der eigentliche Hauptrücken, 
dessen mittlere Seehöhe im Westen, wo er mit der Centralgruppe zusammenhängt, 
grösser ist, und etwa 1600—1700' beträgt, während sie gegen Ost bis auf 1400 
bis 1500° fällt. Auf der Nordseite steigt der Rücken aus dem Zittauer Thale in 
einer geraden Linie in steilen Wänden auf, und sieht daher auch von der säch- 
sischen Seite viel imposanter aus. Oben ist derselbe 400—800 Klafter breit, ziem- 
lich flach, trägt jedoch an mehreren Stellen, wo er sich dann auch in der Grund- 
fläche mehr ausdehnt, schöne domförmige Phonolithkuppen. Die bedeutenderen 
derselben sind der Mühlstein (1794) und der Johnsberg (2040) bei Johnsdorf in 
Sachsen, die grosse Kuppe des Hochwald-Berges (2378' oder (515 M.) hart an 
der Landesgränze bei Herrnsdorf, von dem aus sich dem Auge eine schöne Rund- 
sicht nach Böhmen und nach Sachsen eröffnet, das Raubschloss (1680/), der Fuchs- 
Berg (Vi34^) und der Wels-Berg (1722) bei Finkendorf, endlich der Pfaffenstein 
(1788^ bei Spittelgrund. Während die südlichen Abfälle des Hauptrückens zwar 
steile, aber abgerundete und einförmige Abhänge zeigen, und auch die Tiefenlinien 
hier diesen Charakter haben, ist dies auf der Nordseite anders. Hier haben sich 
die Gewässer durch die vorderen steilen Thalwáude nach rückwärts bis zum Haupt- 
rücken tief eingeschnittene Thäler ausgewaschen , welche senkrechte, zerklüftete 
und wild zerrissene Thalwände, einen ebenen Thalgrund und überhaupt eine ähn- 
liche Physiognomie zeigen, wie die Thäler der sächsisch-böhmischen Schweiz, so 
gilt dies namentlich von dem auf sächsischem Boden liegenden vielbesuchten Thale 
von Oywin. 

Von den Querrücken führe ich zuerst den am meisten westlich liegenden 
Kumersdorfer-Rücken an. Derselbe erstreckt sich von  Gross-Morgenthal 2'/, 
Meilen von Nord nach Süd, hat eine mittlere Breite von '/, Meile, und eine 


I. 89 


mittlere Seehóhe, welche man in dem Terrain zwischen Gross-Mergenthal und 
Herrnsdorf, dort wo er den Fuss des Hauptrückens bildet, auf 1100° ansetzen 
kann, welche jedoch nach Süden zu allmälig abnimmt, so dass sie bei Niemes 
nur 900—1000° beträgt. Dieser Rücken zeigt auf: seiner Oberfläche durchaus 
flache, wellige Formen, seine Abhänge gegen die ihn auf beiden Seiten einsäumenden 
Tiefenlien sind zwar steil, aber selten mehr als 50—60^ hoch. Derselbe ist durchaus 
mit fruchtbarem Ackerlande, jüngstem Plänerboden, und mit zerstreuten Häuser- 
gruppen bedeckt, welche zu den in den Thiilern befindlichen Ortschaften gehören. 
An einzelnen Stellen jedoch finden sich auf diesem Rücken bedeutende Boden- 
anschwellungen, hervorgebracht durch phonolithische oder basaltische Durchbriiche, 
welche hier kegelförmige oder domförmige Kuppen bilden. Eine solche ausge- 
dehnte Bodenerhebung befindet sich gleich am nördlichen Anfange dieses Quer- 
rückens, wo er sich vom Hauptrücken ablóst, bei Kleinmergenthal. Hier sieht 
man eine mit ihrer Längenaxe von NW—SO gerichtete aus dem plateauförmigen 
Rücken 200° hoch sich steil erhebende Stufe von elliptischer Form, aus welcher die 
waldbedeckte, domförmige Kuppe des Limberges (2100° oder 663:8 M.) emporsteigt. 
Weiter südlich bemerken wir in analoger Weise den Schmiede-Berg (1794) bei 
Kunnersdorf, den Lauf-Berg (1536*) bei Brims, den Kammitz-Berg (1476) östlich 
von Reichstadt, u. m. a. 

Südwestlich von diesem flachen Rücken finden wir noch zwei bedeutendere 
Bodenanschwellungen, welche zwar durch Tiefenlinien von demselben getrennt sind, 
doch aber wegen ihrer geologischen und orographischen Beschaffenheit als eine 
Fortsetzung desselben betrachtet werden können. Aus einem ziemlich niedrigen 
Lande von 800° Seehöhe erhebt sich nämlich hier südöstlich von Bürgstein eine 
ausgedehnte Sandsteinplatte mit senkrechten, wild zerklüfteten Felswänden das 
Sogenannte Schwojkagebirge zu 1400° Seehöhe, aus dessen ebenem Plateau mehrere 
Basaltgänge und Basaltkuppen hervorragen, darunter der S/avicek-Berg (1692°, 
Slavicek bedeutet eine kleine Nachtigall, und dürfte diese Benennung von dem 
interessanten Umstande herrühren, dass bei einer gewissen Windrichtung besonders 
des Abends sich hier deutlich und laut Klänge ähnlich denen einer Orgel ver- 
nehmen lassen, was wohl in der eigenthümlichen Zerklüftung der Sandsteinfelsen 
Seinen Grund hat). Gegenüber dieser Platte befindet sich eine zweite Bodenan- 
Schwellung nördlich von Bóhm.-Leipa mit dem eine schöne Rundsicht gewährenden 
Basaltkegel des Spitzberges (14102). 

Von den anderen Querrücken ist als der bedeutendste noch der Lämberg- 
Waldauer Rücken anzuführen. Derselbe erstreckt sich von Ringelshain 1?/, Meilen 
von Nord nach Süd bis Neuland, ist zwar vom Hauptrücken durch eine enge aus- 
Sewaschene Tiefenlinie getrennt, gehört aber offenbar noch zu dem System dieses 
Sandsteingebirges. Seine Terrain- und Höhenverhältnisse sind denen des Kunners- 
dorfer Rückens ganz analog, und bedürfen daher keiner weiteren Beschreibung. 


m " à à Au ` ч 
Nur von den Kuppen, welche sich über den plateauförmigen Rücken erheben, 


Müssen noch hervorgehoben werden die Kuppe des Lämberges (13209, und im 
Südwesten die imposante, kegelformige Felsspitze des Tolzberges (1890) bei Tolzbach. 
| Die Tüefenlinien, welche dieses Terrain durchschneiden, haben zwei Haupt- 
richtungen. Die eine geht von West nach Ost, und bildet zugleich die südliche 


ete ааа u 


D. 
j 
|| 


90 P 


natürliche Begränzung, nämlich das Polzen-Thal. Die anderen streichen in ihrer 
Hauptrichtung von Nord nach Süd, parallel zu den Querrücken, sind also Quer- 
thäler. Allein diese beiden Hauptrichtungen sind auf den einzelnen Strecken nur 
selten zu finden. Vielmehr setzen sich dieselben als Resultirende zweier anderen 
im nördlichen Böhmen vorherrschenden Richtungen, derjenigen von NW—SO und 
der von SW—NO zusammen, so dass die Тһе” in häufiger und fortwährender 
Abwechslung bald der einen bald der anderen dieser letzteren Richtungen folgen, 
woraus sich dann als Resultirende die zuerst angeführten zwei Hauptrichtungen 
zusammensetzen. 

Die wichtigste von allen Tiefenlinien ist das Polzen oder Pulsnitz- Thal. 
In dasselbe münden alle Querthäler des ganzen Terraingebietes, Es beginnt am 


Tabelle der Thalwege um und in dem östlichen Flügel des nordbóhm. Sandsteingebirges. 


1 | 
u.) | Seehöhe der | Höhendifz. | H. Distanz | cou, | Richtung 
Thalweg des | genannten Orte | VO. . | von... |yon.. des 
bis bis | Dib... nie (SCH? 
in W.-F. in Metern) in Metern [in Kilometer, ENIM LLL 
ы | | 
| 
1. Polzen-Thales , | Urspr. unterm Jeschken| 2400 | 758'6 | opg m | , 
Ober-Paseky . . . | 1746 | 5519 pode | zl qn = Lan gg ens 
|Oschitz . . . . . | 1206 EX rM qas 
| Wartenberg | 948 | 299'6 | SUE 11:0 1: 185) O-W 
| Niemen | 894 | 989°6 | DU!) THE" LY 009 TN Oe ye 
Mies dpi ` ` | Tee (amo woe aka |: 482 0m 
Et ono RR nen 
Bensen . | 573 |1811 ХЕ | pr RR aa m 
'Tetschen ` | s76 1197 | 924 9m "fënd ortos 
| Vom Urspr. b. Tetschen| . .|. . .| 6899 802  1:125| 0—W 
| | 
2.Doberner-Baches Urspr. unterm Kleisberg| 1800 | 5689 pr ү ; 
| Rodowia ro aia A TEE 
Bokven, unt Mühle. 798 | 2522 9:5 59 11. ae NNW S80 
| Schiessnig, Miindung 768 | 242°7 à Sir Wë? 
T 0.12, МИД o», VI, TIPP "8202 169 1: 52| N—S 
3. Mergenthal- | Urspr. unt. Lansche-Pass| 1680 | 531'0 ? 4 D i 
Zwitte-Baches | Gr, Mergent, b. St. Magdalena) 1218 | 385'0 | ra Li - on E an 
'Zwitte . . 918 20092. 928 rar dy wc 
| Mündung bei Brenn. 792 | 260°3 | <39" of d wi 
^ Urspr. b. z. Mündg.| . pon jM | 280°7 82:1. . e Déi <В 
| 
4. Jungfernbach- | Pankraz oberste Häuser) 1680 |531°0 | Pis | д, M: 
Thales viyos GUN ALL V usb а | 990 | 812°9 | GA | н К кл 
Joachimsdorf . . . | 936 E D | 4 m id leo e 
Niemes . . | 894 2826 | 19? Roth Oa NOTE 
Von Pankraz b. Niemes ЖГ Let äi ROR dae [0980 EIS NOW 
| | | | | 


I 91 


südwestlichen Abhange des Jeschkenberges, oberhalb dem Dorfe Ober-Paseky in 
einer engen tief eingeschnittenen Schlucht in etwa 2400’ Seehöhe, gehört also in 
seinem oberen Laufe dem Jeschkengebirge an. Gegen Oschitz öffnet sich das Thal 
etwas, die Böschung der Thalwände wird geringer, und eine Reihe von Teichen 
sowie der ganze Markt Oschitz (1206) findet am Thalgrunde Platz; das mittlere 
Gefälle ist hier 1 : 20, Aber schon unterhalb Krása, wo das Thal nach NW wendet, 
wird dasselbe wieder enge und von steilen, hohen Abhängen eingeschlossen. Bei 
Merzdorf wendet die Tiefenlinie nach West, und nun öffnet ‘sich das Thal immer 
weiter, fast auf seinem Grunde den grossen Horka-Teich bei Wartenberg . (948°) 
und wird hier gegen 800 Klafter breit. Eine reizende Landschaft eröffnet sich 
auf der ganzen weiten Strecke von hier bis Niemes dem Auge des Wanderers. 
Breite üppige Wiesengründe durchschnitten von den zahllosen Windungen des 
klaren Polzen-Wassers, und häufig unterbrochen von dem Schimmer ausgedehnter 
Teichflàchen, rechts und links das niedrige Wiesengelände von halmreichen grossen 
Getreideflächen eingesäumt, noch weiter vom Ufer entfernt, die 200° sich über das 
Tiefland erhebende Stufe des Quadersandsteins auf beiden Seiten; und endlich 
aus dieser letzteren die in kühnen Linien hochemporstrebenden Basaltkegel des 
Rollberges, des kleinen Lim, des Tolz-, und im Hintergrunde des Brims- und des 
Kamnitz-Berges, Das Gefälle sinkt zwischen Oschitz und Wartenberg auf..1:185, 
zwischen Wartenberg und Niemes auf 1 : 558. Das Polzenthal, welches von Neu- 
land an seine Richtung in eine nordsüdliche ändert, behält von nun an eine ziemliche 
Breite, ist bald am rechten, bald am linken Ufer von steilen, jedoch selten mehr 
als 50—60° hohen Sandstein- und Plänerwänden abgegränzt, das umgebende Hinter- 
land ist niedrig, und zeigt einen flachen, welligen Boden. Das Gefälle von Niemes 
(894^ bis Bóhm.-Leipa (756^ beträgt 1 : 482. Der weitere Verlauf dieses wichtig- 
sten Thales im nordböhmischen Sandsteingebirge wurde bereits auf S. 48 geschildert, 
und es sei hier nur noch bemerkt, dass die Entwickelung des gesammten Thales 
zur graden Verbindungslinie zwischen Ursprung und Mündung sich verhält wie 
1 : 150. Zahlreiche Landstrassen und gemeine Fahrwege zieben sich längs dem 
ganzen Thalwege fort. Hauptcommunicationslinien oder Chausséen folgen demselben 
Jedoch wegen seiner zahlreichen Umbiegungen, da das anliegende Terrain ohne- 
dies sehr flach und eben ist, nur wenige auf kurze Strecken, so von Leipa östlich bis 
Dobern, von Niemes nach Wartenberg, und von hier über Merzdorf in der Richtung 
Nach Oschitz. 

Das Doberner- Thal beginnt unterm Kleisberg in einer an seinem südlichen 
Abhange befindlichen Schlucht, in 1800/ Seehöhe, ist bis Rodowitz (924°) sehr 
enge und von steilen, hohen Abfällen eingeschlossen, und hat in dieser Strecke 
ein mittleres Gefälle von 1 : 12. Von Rodowitz an treten die Thalabhünge zurück, 
die Thalsohle wird breiter, und die Tiefenlinie zieht sich in den mannigfaltigsten 
Krümmungen, bald der NO—SW, bald der NW—SO Richtung folgend, mit dem 
Gefälle von 1 : 151 bis Bokven (798), und von da mit dem Gefälle von 1 : 621 
bis zur Mündung in den Polzenfluss gegenüber von Schiessnig (768%. Das Thal 
zeigt in seinem mittleren und unteren Laufe einen etwa 100—200 Klafter breiten 
Thalgrund, welcher: fortlaufend von den Häusern der zusammenhängenden Ort- 
schaften: Rodowitz, Bürgstein (870^, Pihl, Bokven, Pissing und Dobern (780%) 


92 Т. 


besetzt ist. Die Thalabhänge sind nicht steil und kaum 50—60' hoch. Die Thal- 
entwickelung beträgt 1 : 1°46. 

Das Thal von Mergenthal und des Zwitte-Baches ist sowie das vorige 
ein Querthal. Seine Hauptrichtung geht ebenfalls von Nord nach Süd, die Richtung 
der einzelnen kleinen Strecken ist jedoch durchgehends bald die NO—SW, bald 
NW—SOliche. Ausserdem zeigt die am Thalgrunde sich fortschlängelnde Bach- 
linie ununterbrochen die mannigfaltigsten Windungen. Das Thal beginnt unter 
dem Lausche-Passe, an seinem südöstlichen Abhange in 1680’ Seehöhe, und streicht 
hier in’ einer ziemlich engen Thalrinne eingeschlossen gerade nach Süden bis 
Gr.-Mergenthal (1218) mit dem Gefälle von 1 : 42. Von hier an wird die 
Thalsohle gegen Süden zu immer breiter, so dass anfangs die einfachen, später 
hin auch die doppel- und dreifachen Häuserreihen der zusammenhängenden Ort- 
schaften von Lichtenwald (13025, Gr.-Mergenthal (1230%, Kl.-Mergenthal (1205), 
Kunnersdorf (1038^, Lindenau (972%), Zwitte (918°), Wellnitz (880°), Reichstadt (9407) 
und Götzdorf (820°) auf derselben Raum finden. Das Gefälle nimmt natürlich nach 
unten zu ab, indem es auf der Strecke von Mergenthal bis Zwitte 1:122, von da bis 
Brenn bei der Mündung in den Polzenfluss 1:361 beträgt. Die Thalgehänge sind auf 
beiden Seiten im allgemeinen steiler und höher, als bei dem vorgehenden. Die 
wichtigeren Communicationslinien treten erst im oberen Theile in das Thal, wo 
die Thalwände für dieselben zu steil und die begleitenden Rücken zu hoch und 
zu uneben sind. Die Entwickelung der Thallinie beträgt 1 : 1:57. 

Das Jungfernbachthal beginnt unterm Kalkberg, oberhalb Pankrac, in einer 
engen Schlucht in 1680° Seehöhe. Seine Richtung ist vom Beginn bis Gabel eine 
ostwestliche, von Gabel bis Niemes eine nordsüdliche. In seinem oberen Laufe ist 
die Thalsohle enge, rinnenförmig, und bis zum Schlosse Lämberg auf der Südseite 
von steilen 100—200° hohen Uferwänden eingeschlossen. Die Nordseite ist offener, 
indem die Abhänge sanfter gegen den Hauptrücken des Sandsteingebirges ansteigen. 
Das Gefälle bis Gabel (990°), beträgt im Mittel 1 : 55. Von Gabel wendet das 
Thal nach Süden, und hat nun ganz denselben Charakter, wie jenes von Mergen- 
thal-Zwitte in seinem mittleren und unteren Laufe. Auch hier finden wir am Thal- 
grunde von Gabel abwärts die Häuser von mehreren zusammenhängenden grösseren 
Ortschaften, wie Tótzeldorf (950°), Tolzbach (940°), Joachimsdorf (936^, Schnecken- 
dorf, Grünau , Barzdorf, und Niemes (894^. Das Gefälle beträgt von Gabel bis 
Joachimsdorf 1 : 497, von da bis Niemes 1 : 561. Die Entwickelung ist 1 : 1°60, 
bezüglich der Communicationslinien gilt dasselbe, was bezüglich des Zwittebach- 
Thales gesagt wurde. 

Was die Communicationslinien im ganzen Gebiete betrifft, so sind dieselben 
sehr zahlreich, und folgen im Allgemeinen zwei Richtungen. Die eine geht von 
Süd nach Nord, und dieser gehören jene Strassenzüge an, welche aus Mittel- 
Böhmen nach Sachsen führen. Die andere streicht von West nach Ost, und ver- 
bindet das nördliche oder untere Elbegebiet theils mit dem Reichenberger Gebiet, 
Iser und Riesengebirge durch Ueberschreitung des Jeschkengebirges, theils mit dem 
östlichen Sandsteingebirge bei Liebenau und Turnau durch Umgehung des letzteren 
Gebirges. Der wichtigste Knotenpunkt für die Hauptstrassen ist Gabel, denn dort 
kreuzt sich die Jungbunzlau-Niemes-Zittauer Strasse mit jener, die von B.-Kamnitz 


I. 93 


über Zwickau und Kratzau nach Reichenberg führt, während ausserdem noch mehrere 
guterhaltene Strassen von Gabel nach NW, NO und SO theils nach Sachsen, 
theils zum südwestlichen Fusse des Jeschkengebirges führen, so dass der Punkt 
Gabel auch eine grosse strategische Bedeutung hat. Die Strassen und Chausséen 
in dem Gebiete der Querrücken befinden sich selten auf den Sohlen der Thäler, 
sondern meist auf den niedrigen plateauförmigen Rücken selbst, da ihre Anlagen 
auf denselben mannigfache Vortheile gegen jene in den Thalsohlen gewährt. Erst 
nördlich von der Linie Zwickau-Gabel-Kratzau folgen sie mehr den Thilern, da 
hier die Beschaffenheit der Rücken, und deren raschwechselnde Formen und Bö- 
schungsverhältnisse eine Weiterführung auf den Rücken nicht gestatten. Die Stei- 
Sungsverhältnisse der Strassen sind geringe, und nur dort, wo sie auf den Haupt- 
rücken hinansteigen, werden jene Verhältnisse grösser. Die Uebergangspunkte über 
den Hauptrücken befinden sich in den sehr flachen Einsenkungen desselben, und 
hat unter ihnen nur der Lausche-Pass, weicher eigentlich noch zu dem vorher- 
gehenden Terrainabschnitt gehört, den Charakter eines Sattels. Die wichtigsten 


dieser Übergangspunkte oder Sättel sind von West nach Ost folgende: 
W. Fuss. 
1. Lausche-Pass, höchster Punkt der Strasse v. Gr. Mergenthal n. Walthersdorf 1812 
2. Krombacher Sattel, hóchster Punkt der Strasse von Krombach n. Johnsdorf 1674 
3. Hayn-Sattel, höchster Punkt des Weges von Krombach nach Oywin . . . 1836 
4. Lückendorfer-Sattel, (in Sachsen) hóchster Punkt der Strasse von Peters- 
dorf nach Oywin . . . 1644 
5. Sommer-Berg-Sattel, (in Sachsen), hóchster Punkt der Chaussée von Peters- 
dorf nach Zittau . . . 1530 
6. Passerkamm-Sattel, höchster Punkt des Weges v. Pankrae n. Spittelgrund 1464 


Diese Sattelpunkte sind zugleich die niedrigsten Punkte der Haupt- 
wasserscheide. 

Was die Vegetation betrifft, so ist der Hauptrücken vorherrschend mit 
Wald (meist Fóhren) bedeckt, die Querrücken zeigen mit Ausnahme jener hervor- 
ragenden Kuppen, welche durch das Empordringen des Dasaltes und Phonolithes 
gebildet erscheinen, eine Decke von gutem Ackerboden. Diese Kuppen aber sowie 
die anliegenden Theile des Terrains mit grösseren Böschungen sind waldbedeckt, 
sowie der grösste Theil des Hauptrückens. 

Die Ausdehnung der Bodenflüche in verschiedener Seehöhe ist mit Rücksicht 
auf die bereits oben angeführte Begrünzung die nachfolgende: 

Hectaren öst. Joch. 

1. Gesammtes Terrain innerhalb der bezeichneten Grünze . . . 28,530 oder 49,577 


2. W d ober der Schichte von 300 Met. oder 949 F. 19,510 , 33,908 
3. " " ihre " 00 cea: ate, RER. che MORO oy ot O 
4. » 4 "ETT „1500, soos JB. a. BE gyi, „894 
5, á d mada e à. BOQ em a DU » 104 


6. ine аЙ. it gl сша 14 


94 1. 


Daraus folgt für die Ausdehnung des Terrains in den einzelnen Schichten 


und zwar: 
in Proz. des 


ganzen Terrain- 


Meter W.-Fuss Hectaren öst. Joch abschnittes 
1. Zwischen 200—300 oder 633— 949 liegen 9,020 oder 15,674 oder 317 Жү; 
2. ^ 300—400 ,„ 9049—1965 tem ‚10,400 „ . 20,848 „ 042, 
$i м 400—500 „ 1265-1585"... 0,200 u aes Е у 
4. й 500—600 , 1583—1897 , WO A КАША lar ls ME 
5. " 600—100 _ , 1897—2214  , DA. x WU o LU UMP RI 
6. ‚Über .100— — wu 2714— — e sm Е ЗЕКЕ 


Wir sehen, welche geringe Prozentzahl, etwa nur 10%, auf den eigentlichen 
Hochrücken entfällt. Weit aus der grösste Theil des Terrains entfällt auf die nie- 
drigen Querrücken unter 400 Meter Seehöhe. 

Für die mittlere Höhe des Ganzen erhalten wir, mit Benützung der gefun- 
über der Schichte von 


denen Zahlen, das Ergebniss, dass das ganze Volum der 
Diese auf die 


200 Meter befindlichen Bodenmasse 0'09108 Kubikmeilen betrage. 
Grundfläche von 4:96 Quadratmeilen gleichmässig vertheilt, gibt eine mittlere Höhe 
von 13:48 W. Klafter = 1393 Meter = 441 №. Fuss. Hiezu die Seehöhe der 
untersten Schichte von 200 Meter, ergiebt für die mittlere Seehöhe des ganzen 
soeben beschriebenen Terrains 339:3 Meter oder 1074 W. Fuss. 


$. 13. Die südlichen Ausläufer des Lausitzer Gebirges. 


Indem ich in den folgenden beiden SS. die Widerlager beschreiben will, 
© 3 


D 
an welche sich das nordböhmische Sandsteingebirge im Norden und Nordosten 


anlehnt, betreten wir das Terrain jenes wichtigen und ausgedehnten Gebirgssystemes, 
das unter dem Namen der Sudeten das böhmisch-mährische Terrassen und Mittel- 
gebirgsland von der norddeutschen Tiefebene scheidet, und die Hauptwasserscheide- 
linie zwischen dem oberen Lauf der Elbe, Oder und March, und somit auch der 
Nordsee, der Ostsee und dem schwarzen Meere bildet. Bekanntlich erstreckt 
sich das ganze System von der mittleren Elbe bis zur oberen Oder, hat im All- 
gemeinen ein Streichen von NW nach SO, besteht aus mehreren theils parallel zu 
einander, theils hintereinander streichenden, selbstständigen Gebirgsrücken, welche 
selbst wieder vielfach und mannigfach gegliedert sind, und vorherrschend aus krystallini- 
schen Schiefern, Thon und Grauwacken-Schiefern, Graniten und Syeniten zusammenge- 
setzt sind. Zu diesem sudetischen Systeme gehören nebst anderen das Riesengebirge, 
das Isergebirge, das Schwarzbrunngebirge, das Jeschkengebirge und endlich das 
Lausitzer-Gebirge, welche alle entweder ganz oder zum Theile in Böhmen liegen. 
Es ist hier nicht der Ort, zu einer genauen systematischen Sonderung der Haupt- 
glieder des sudetischen Systemes, da ohne dies nur die westlichen Ausläufer des- 
selben auf das hier behandelte Terrain fallen, vielmehr wird dies die Aufgabe 
des nächsten Bandes bilden. Hier sollen blos die zuletzt genannten zwei Glieder 


P 95 


das Lausitzer- und das Jeschkengebirge näher beschrieben werden, weil diese mit 
dem nordböhmischen Sandsteingebirge so zusammenhängen, dass zum Verständniss 
der orographischen Verhältnisse des lezteren eine Schilderung der ersteren un- 
bedingt nothwendig ist. Dagegen soll die Beschreibung des Isergebirges , von 
welchem ein grosser Theil auf die beiliegende Karte entfällt, dem nächsten Bande 
vorbehalten bleiben. 

Nördlich von dem in den vorigen $$. beschriebenen Sandsteingebirge, 
und zwar insbesondere nördlich von einer von Hint.-Hermsdorf (Sachsen) über 
Schnauhübel, Schönlinde, Kreibitz-Neudörfel, Katharinenthal bis Gross-Schönau in 
Sachsen gezogenen Linie erhebt sich ein Hochland, dessen Boden vorherrschend 
theils aus Granit, theils aus Syenit besteht, an welchen der Quadersandstein der 
Kreideformation theils angelehnt, theils aber von den letzteren auch überlagert 
erscheint durch eine Überschiebung beim Empordringen, wobei an vielen Stellen 
die Gränzlinie zwischen beiden Formationen durch Schichten von Jurakalk, welche 
beim Empordringen des Granites aus der Tiefe mitgenommen wurden, bezeichnet 
ist. Dieses Hochland bildet den Rand des Lausitzer Granitgebirges, und fallen in 
das Terrain desselben die Umgebungen von Hainspach, Schluckenau, Nixdorf, 
Rumburg, Warnsdorf und zum Theile von Schönlinde. 

Der grösste Theil dieses in Böhmen liegenden Terrains hat eine Seehöhe 
von mehr als 1200’, und steigt gegen Südwest und Süd noch mehr an, so dass 
das Gebirge an seinem südwestlichen Rande am höchsten ist, wo es eine durch- 
Schnittliche Seehöhe von 1500° und darüber erreicht. Dieser südliche und süd- 
westliche Rand charakterisirt sich als ein flachgewölbter breiter, zum grossen Theile 
mit Wald bedeckter Rücken, welcher vom Tanzplan-Berge östlich von Sebnitz 
anfangs und zwar bis zum Lichtenberge nach Ost, von da an nach Südost bis 
zum Schanzenberge fortzieht und eine Längenerstreckung von nahezu 3 Meilen 
besitzt. Aus diesem flachen Rücken ragen einzelne Kuppen, meist basaltischer 
oder phonolithischer Natur hervor, von denen ich hier nur den Zanzplan (1890' 
oder 597-4 M.), den Hanl-Berg (1596 oder 504.5 M.) südlich von Nixdorf, den 
Plissen- Berg (1872° oder 591'7 M.) bei Alt-Grafenwalde, den Lichtenberg (1784' 
oder 564 M.) bei Zeidler, den Wolfsberg (1866’ oder 589:8 M.) einen besonders 
schönen isolirten Basaltkegel bei Gärten, endlich den Schangenberg (1716° oder 
042'4 M.) nennen will. Von diesem Rücken kann jedoch blos die von NW—SO 
gerichtete Strecke, nämlich vom Lichtenberg bis zum Schanzenberg als Hauptrücken 
bezeichnet werden, und setzt dieser vom Lichtenberg an noch weiter nach NW 
fort, indem er die prächtige, ganz isolirte und auf allen Seiten in steilen Wänden 
sich erhebende, oben domförmig abgeschlossene Kuppe des Botzen-Berges (1704 
oder 538'6 M.) bei Kaiserswalde bildet, sich hierauf bei Neu-Grafenwalde zu 
"nom Sattel (1262/, zugleich der tiefste Punkt am ganzen Rücken) herabsenkt, 
dann aber wieder mit breitgewölbter Fläche an der Landesgränze bis über Hilgers- 
dorf hinaus fortzieht. Auch in diesem weiteren Zuge sind auf den 1300—1400/ 
hohen Rücken mehrere Kuppen aufgesetzt, so der Sp?tzberg (1519^) bei Neu-Grafen- 
Walde, der Joachimsberg (1489^) bei Röhrsdorf u. a. 
is Von diesem hier beschriebenen, durchschnittlich 1. bis */, Meilen breiten 
Hauptrücken laufen theils grössere theils kleinere Querrücken aus, welche die 


96 I. 


Richtung von NO--SW oder umgekehrt haben und denselben Charakter wie 
der Hauptrücken, nämlich Abfälle von geringer Boschung, breite flachgewölbte 
Rückenflächen und breite, wannenförmige Thäler zeigen. Solche kleinere Quer- 
rücken mit der Richtung NO—SW sind der Rücken von Ludwigsdérfel (an der 
Strasse im Sattel 1347’), der Rücken zwischen Hainspach und Lobendau, welcher 
bei der St.-Annakapelle an der Strasse eine Seehöhe von 1302° besitzt, und in 
der breiten Kuppe des Gerstenberges (1607‘) seine grösste Höhe erreicht, endlich der 
Rücken zwischen Lobendau und Neustadt, welcher mit der mittleren Seehöhe von 
1350’ an der Landesgrünze fortstreicht, und aus welchem der spitze Kegel des 
Spiteberges (1440) bei Margarethendorf hervorragt. 

Ein grósserer und wichtigerer Querrücken löst sich vom Hauptrücken 
auf der Ostseite desselben beim Lichtenberge los. Von hier aus streicht ein 
plateaufórmiger Rücken mit der Seehöhe von 1400° nach NO, senkt sich etwas 
bei Waldecke an der Chaussée von Rumburg nach Schluckenau (1365) und Шеп 
sich hierauf in zwei Arme, welche parallel zum Riesengebirgs-Hauptstreichen, 
nämlich von NW—SO fortziehen. Der nordwestliche Zweig erreicht im Jüttelberg 
(1617) bei Königswalde seine grösste Höhe, der südöstliche Zweig theilt sich 


jedoch wieder in mehrere Glieder, von denen das bedeutendste gegen Gersdorf 


(in Sachsen, österr. Zollhaus 1451’ Seeh.) zieht, sich bei Leutersdorf auf 1200/ 
herabsenkt, aber zwischen Alt-Warnsdorf und Spitz-Kunnersdorf sich zu einer 
1400’ hohen langgestreckten Platte erhebt, aus welcher der kegelfórmige Spiteberg 
(1716^) hervorragt. 

Die Hauptwasserscheide dieses Terrains zieht dem Hauptrücken entlang 
von NW nach SO. Die Gewässer auf der Südwestseite, wie der Lobendauer, 
Hainspacher, Schónauer und Nixdorfer-Bach fliessen der Elbe zu, während jene 
auf der Nordostseite theils in die Spree, wie der Schluckenauer- und der Georgs- 
walder-Bach, theils in die Neisse, wie der Rumburger und Lausche-Bach, sich 
ergiessen. Die Wasserscheide hat im nordwestlichen Theile bis Neugrafenwalde 
eine mittlere Seehöhe von 1420’, im mittleren und südöstlichen Theile von 1500‘. 
Die wichtigsten Übergangspunkte befinden sich bei Neu-Grafenwalde (Sattel 
1262‘) zwischen dem Wölmsbache (Elbe) und dem oberen Spreebache, dann bei 
Zeidler (Sattel 1340°) zwischen dem Kirnscht- und dem Rumburger-Bache, endlich 
bei Kreibitz-Neudörfel (1488) zwischen dem Kamnitz- und dem Lausche-Fluss. 
Alle diese Übergangspunkte sind sehr flache Einsenkungen im Hauptrücken, welche 
eine grosse Breite haben. 

Die Tiefenlinien haben, wie bereits bemerkt, sehr verschiedene Richtungen. 
Wir wollen hier nur die zwei wichtigsten herausheben, nämlich jene des Schönauer- 
oder Wölmsbaches, dessen Hauptrichtung nach SW, und jene des Rumburger- 
baches, dessen Richtung nach SO geht. Voranstellen wollen wir noch eine über- 
sichtliche Tabelle. 


L 97 | 


| Tabolle über die Thalwege im böhmischen Antheile des Lausitzer Granitgebirges: 


= 
| Seehühe der Móhendiffz, | H. Distanz ae Richtung 


| | ОЛЧОП e | NOR, a S 
Thalweg des | ‚genannt. Orte Tony. des | 


ER n g DISMAS bis his " 
| in W.-P. in Metern in Metern (їп Kilometer. ` + | Thalweges 
1. Gr. Schónauer (Quellen bei Neu-Grafen- 
o. Wölmsbaches wald . А à 1960 | 3988 Н ' ў ii 
Gr. Schönau b. d. Kirche| 1176 | 3717 ran 2 "s NO—8W | 
Einsiedel, b. d. Brücke] 966 | 305:3 Iv 6" SV d » 
V. Grafenw. b. Einsiedel| . . . |. . 93:0 10°6 1:114 | NO—SW 


2.Rumburg-Warns- Quellen b. Herrenwalde| 1320 | 417-2 


| dorfer-Baches. |Rumburg, obere Mühle) 1188 | 375:5 hn em іе 
Warnsdorf, b. Bahnhofe| 1056 | 333:8 1 :266 -i 
V. Herrenw. b. Матла... . 834 17:6 1:911 | NW--SO 


Das @r.-Schönaner oder Wólmsbach- Thal beginnt auf den sumpfigen Wiesen 
im Sattel von Neu-Grafenwalde, NW von Sehluckenau in 1260 Seehöhe und streicht 
in einer sehr flachen, breiten von sanften Abhängen eingeschlossenen Furche mit 
dem für diese Höhe geringen Gefälle von 1 : 158 nach Gr.-Schönau (1176%. Von 
hier an wird das Thal enger, schneidet sich tiefer in das Gebirge ein, und hat 
auch ein grösseres Gefälle bis Einsiedel, so dass die Strasse, welche im oberen 
Theile auf der Thalsohle fortzieht, hier auf der rechten Thalwand theilweise hoch 
über der Thalsohle angelegt werden musste. 

Das Rumburg- Warnsdorfer- Thal schneidet das vorige in seiner Hauptrich- 
tung unter einem rechten Winkel, indem die eigene Richtung von NW nach SO 
geht. Dasselbe beginnt unterhalb Herrenwalde im Sattel von Zeidler in 1320‘ 
Seehöhe, zieht von hier mit östlicher Richtung als eine ziemlich flache, am linken 
Ufer von steilen, am rechten von sanften Abhängen eingesäumte, breite Thalfurche, 
welche die Häuser der langgestreckten Orte Alt- und Nieder-Ehrenberg bedecken 
mit einem Gefälle von 1 : 156 nach Rumburg (1188), wo die Tiefenlinie nach SO 
wendet, und diese Richtung bis sächsisch Gr. Schönau beibehält. Auch auf dieser 
Strecke ist das Thal breit und flach, nur an wenigen Stellen namentlich in Alt- 
Warnsdorf ist dasselbe von etwas höheren, steilen Uferwänden eingeschlossen. Eine 
Chausée folgt der Thalsohle ununterbrochen. Das Gefälle nimmt nach unten be- 
deutend ab, und beträgt auf der Strecke Rumburg-Warnsdorf nur 1 : 266. 

In diesem Terrain finden sich allenthalben in den Thälern gute Communi- 
cationslinien nach allen Richtungen. Die Hauptschaussee streicht von OSO nach 
WNW von Warnsdorf über Rumburg, Schluckenau, Hainspach und schliesst an die 
sächsische Chaussée von Neustadt und Stolpen an. Sie kreuzt den Hauptrücken 
| bei Kaiserswalde nordöstlich vom Bolzen-Berge unter einem sehr spitzigen Winkel. 
| r 


98 T 


Von diesem Strassenzuge gehen in alle Thäler gute Verbindungen theils 
nach SW, theils nach NO. 

Die Vegetation besteht auf den langgezogenen, breiten Rücken meist aus 
guten Weiden und Wäldern, in den Thälern, und auf den flachen Abhängen der- 
selben aus Getreide- und Knollengewüchsen. 

Die Ausdehnung der Bodenfläche in verschiedener Seehöhe ist mit Rück- 
sicht auf die oben angegebene Begränzungslinie folgende: 

Hectaren öst. Joch. 


1. Gesammtes Terrain innerhalb der bezeichneten Gränze . . . 26,500 oder 46,050 


p. Ў, 3 ober der Schichte von 300 Met. oder 949 FK. 26,350 , 45,790 
д ` я E j w 400% A 126545117,840 * "80/180 
4 ; Р олан dé ыз на) "др Усу вдо: d: dol 


Daraus folgt für die Ausdehnung des Terrains in den einzelnen Schichten 


und zwar: 
in Proz. des 


ganzen Terrain 


Meter W.-Fuss Hectaren öst. Joch abschnittes 
1. Zwischen 200-—300 oder 633— 949 liegen 150 oder 260 ходе: 0:523 
р. $ 300400 „+: 9492-1965: „9,010: , 15,000 ^, 340; 
8. j 400—500 , jorag 0nd E SAO: INHER: sigh 09:8 
4. т 500— — , 1588— — , 15600 y 01919 07720, 


Diese Zahlen zeigen uns ganz deutlich den Charakter des Hochlandes, da 
mehr als 65%, des ganzen Bodens eine Seehöhe von mehr als 1265! besizt. 

Die mittlere Seehöhe ergibt sich aus diesen Zahlen, wie folgt. Die ganze 
Masse, welche über der untersten Schichte von 200 Metern sich befindet, beträgt 
0131912 Kubik-Meilen. Dies durch die Grundfläche von 4°61 Q.-Meilen dividirt, 
gibt eine mittlere Bodenerhebung von 11459 Kl. = 2173 Met. = 688 W. Fussen. 
Addirt man die unterste Schichte von 200 Meter Seehöhe hinzu, so würde, die 
ganze Gehirgsmasse gleichmässig über die ganze Grundfläche vertheilt, ihre Ober- 
fläche eine mittlere Seehöhe von 417'3 Meter oder 1321 W. Fuss besitzen. 


§. 14. Das Jeschken-Gebirge. 


Wenn man von den Höhen bei Böhm.-Leipa den Blick nach Osten wendet, 
so sieht man, wie der Hintergrund der anmuthigen Landschaft, welche durch die 
parallel vom Hochwald herabkommenden niedrigen und flachen Rücken und die 
zahlreichen in den verschiedensten Formen aus denselben sich erhebenden Basalt- 
und Phonolithkegel gebildet wird, durch einen in blauer Ferne sich erhebenden, von 
Nordwest nach Südost in fast gerader Linie fortziehenden Bergwall geschlossen 
wird, welcher von seinem nordwestlichen Ende an langsam sich erhebt, in der 
Mitte eine grössere scharf gezeichnete Kuppe zeigt, und gegen Südost ebenso 
allmälig wieder herabsinkt, wo er sich in den nordwestlich vom Iserthale sich er- 


b 99 


hebenden Sandsteinplateau allmälig verliert. Es ist dies das Jeschkengebirge, dessen 
Contouren man noch viel deutlicher unterscheidet, wenn man auf der entgegen- 
gesetzten Seite sich auf die Anhöhen von Reichenberg begibt, von wo aus auch 
die nebenstehende Skizze gezeichnet ist. Von hier aus kann man schon die Umrisse 
dieses schönen Gebirges genauer wahrnehmen und auch theilweise die Gliederung 
desselben unterscheiden. Man findet einen von NW nach SO streichenden kantig 
abgestutzten, etwa 3'/, Meilen langen Rücken. welcher sich nahezu in seiner Mitte 
zu seiner grössten Höhe erhebt, indem hier eine kolossale Felsplatte in der Form 
eines etwas geneigten dreiseitigen Prisma aufgesezt ist. Von diesem Punkte aus 
streicht die nordwestliche Hälfte des Gebirges in zwei parallelen Rücken nach 
Nordwest, während gegen Südosten der Rücken einfach fortzieht, und, wie bereits 
bemerkt, zum Sandsteinplateau sich herabsenkt. 

Der Central- und zugleich höchste Punkt, des ganzen Gebirges, nämlich 
Jenes schöne Felsenprisma „der Jeschken“ genannt, erhebt sich auf der breitesten 
Stelle des Hauptrückens aus einem sumpfigen Waldgrunde 375° hoch über den- 
selben, und erreicht somit, da der hier flach abgerundete Rücken eine Seehöhe 
von 2830° besizt, auf seinem höchsten Punkte, am Signalstein unweit des eisernen 
Kreuzes eine Höhe von 3206’ oder 10132 M. über dem Meere. Eine herrliche 
Rundsicht sowohl in das Leipaer Becken, wie aueh in das industriereiche, dicht 
bevölkerte Reichenberger-Thal, und weiterhin in das norddeutsche Tiefland lohnt 
zehnfach die leichte Ersteigung dieses interessanten Punktes. Der breite Rücken 
auf dem die Jeschkenplatte aufsizt zieht sich auf der Nordwestseite enger zusammen, 
und senkt sich zu einem 2395° Seehöhe besitzenden Sattel herab (Auerhahn- 
Sattel), über welchen die neue Strasse von Reichenberg und Hanichen nach Kries- 
dorf und Gabel führt. Von hier steigt der Rücken wieder an, und: theilt sich in 
wei fast parallel laufende Züge. Der westliche, zugleich längere Zug bildet einen 
Rücken, welcher in wellenförmiger Höhenlinie und in einem gegen Südwest etwas 
Convexen Bogen nach Nordwest zieht. Seine mittlere Seehöhe beträgt nahe am 
Centralpunkt 1900’, sinkt aber gegen Nordwest immer mehr, so dass sie am Ende 
des ganzen Gebirgsrückens am Passerkamme, nur mehr 1400/ ausmacht. Der Rücken 
fällt auf der Südwest- sowie auf der Nordost-Seite sehr steil, machmal mit 25--30 
Grad Böschung ab, und zwar hat dieser Abfall eine Höhe von 300—400. Erst 
von dem unteren Abfalle desselben beginnen die Querrücken sich abzuzweigen. 
Weiter unten habe ich die Höhenpunkte, sowie die Sättel des gesammten Rückens 
übersichtlich zusammengestellt, und ich kann mich daher hier darauf beschränken, 
Sur der besonders hervorragenden zwei grossen Kuppen zu erwähnen, welche sich 
Zwischen Pankraz und Christophgrund aus der plateauförmigen Hochfläche erheben, 
Se welchem sich der Jeschkenrücken an dieser Stelle ausdehnt, und welches 
atean selbst wieder durch zwei in der Richtung des Hauptrückens gehende 
tief eingeschnittene Thäler in zwei Theile zerschnitten wird. Die westliche dieser 
Nachgerundeten Kuppen ist der Kalkberg (2493 oder 7878 Meilen) die östliche 
161886 der Lange-Berg (2370° oder 7491 Meilen). Man kann dieselbe auch 
als eine Verlängerung des zweiten östlichen Parallelzuges betrachten , welche 
durch das Thal von Christophgrund von demselbem abgeschnitten ist, Nordwest- 
Ich vom Kalkberg senkt sich der Rücken abermals zu einem wichtigen Sattel 


7* 


Lubokaj Berg. Jeschken-Berg. A uerhahn-Sattel. Schwarzer Berg. 


Ansicht des Jcschkengebirges von den Anhöhen östl. von Reichenberg. 


І. 101 


(dem Sattel von Pankraz mit 1392’ Seehöhe), und streicht dann nordwestlich bis 
zum Passerkamm (1692) wo derselbe in den östlichen Flügel des Sandsteingebirges 
übergeht. Der östliche der beiden vom Jeschken nach Nordwest auslaufenden 
Parallel-Züge bildet einen kurzen breiten Rücken, auf welchem sich zunächst 
dem Jeschken der Schwarze Berg (2910° oder 919:8 M.), und weiter von diesem 
durch den Pass zwischen Neuland und Karlswald (2262^) getrennt, der massige Drei- 
klafter-Berg (2622') erhebt. Der Nordwestabhang dieses Berges fällt steil in das enge 
Thal von Christophgrund ab, als Fortsetzung desselben erscheinen aufder entgegen- 
gesetzten Thalseite die südöstlichen Abhänge des oben genannten Langen-Berges. 

Der vom Jeschkenberge nach Südost ziehende Flügel zeigt keine solche 
Manigfaltigkeit, wie der eben geschilderte nordwestliche. In einem schmalen bei- 
nahe geradlinigen Streifen, oben ziemlich flach abgestutzt zieht er fort, anfangs 
mit der mittleren Höhe von 1900', welche jedoch stetig gegen Südosten bis auf 
1400’ Seehöhe abnimmt. Sehr flache Kuppen, wie der Lubokaj-Berg (richtiger 
„Hluboka-Berg“ 2712’ oder.8572 MJ, und der Jaberlich- Berg (UNO: oder 6857 
M.) bei den gleichnamigen Dörfern ragen wellenförmig über die geneigte, einfórmig 
nach Südost hinabziehende Rückenlinie empor, welche unterhalb dem Jaberlich 
bei Zaskal von der tief eingeschnittenen Thallinie von Reichenau durchbrochen 
wird, sofort aber auf der anderen Seite des Thales sich wieder erhebt, um mit 
einer mittleren Seehöhe von 1600 Fuss gegen Klein-Skal weiter zustreichen, wo 
dieselbe am Durchbruch der Iser ihr Ende erreicht. Der höchste Punkt in 
diesem Gliede ist der Kopain-Berg (2082). Dieser südöstliche Flügel des 
Jeschkengebirges ist jedoch an zwei Stellen durch Querrücken unmittelbar mit 
dem Schwarzbrunngebirge, und mittelbar mit dem Isergebirge verbunden. Einer 
dieser Querrücken zieht vom Jaberlich nach ONO, ist breit und flach gewölbt, 
und trennt, indem er bei Seidenschwanz mit dem Schwarzbrunngebirge sich ver- 
bindet, das Reichenberger- oder Neisse-Thal vom Iserthale. Auf demselben be- 
findet sich der niedrigste Übergangspunkt aus einem dieser Thäler in das andere 
bei Langenbruck (Eisenbahnstation 1587° oder 501°6 M.) und somit einer der 
wichtigsten Übergangspunkte in Bóhmen überhaupt, dessen strategische sowie 
tactische Bedeutung bisher von unserer Seite noch viel zu wenig erkannt zu sein 
Scheint. Eine Chaussee, sowie die Eisenbahn von Turnau (Prag und Wien) nach 
Reichenberg (Zittau und Görlitz) führt hier über diesen Rücken, welcher an dieser 
Stelle eine zur Entwickelung hinreichende Breite und eine nur geringe Einsenkung 
zeigt, welche von beiden Seiten, vom Jaberlich und vom Kaiserstein, gedeckt 
werden kann, 

Von dem Hauptrücken lösen sich auf der Südwest, sowie auf der Nord- 
Ostseite Querrücken ab, nur bestehen die ersteren aus wenigen breiten einfórmigen 
Massen, welche sich sehr allmälig in das breite obere Polzenthal hinabsenken, 
während die Querrücken, welche vom Hauptriicken nach Nordost ziehen, sehr 
zahlreich, kurz und von geringer Breite sind. Zu jenen gehört der Rücken von 
Drausendorf zwischen dem Polzen und dem Jeschkenbache, welcher unterm Jeschken- 
berge bei Ober-Paseky in einer Höhe von 1600° beginnt, sich bei Drausendorf in 
Zwei plateaufórmige Glieder theilt, welche beide, nach Westen fortstreichend, sich 
Immer mehr ausbreiten, und in der Seehöhe von 1100° mit kurzem, aber steilem 


102 I 


Abhange in das Jescken- und Polzenthal abfallen. Das Ende desselben kurz vor dem 
letzten Abfalle wird durch zwei schöne Basaltkuppen: den Silberstein (1626) bei 
Seifersdorf und den Spitzberg (15 8’) bei Merzdorf gekrönt. Der zweite bedeutende 
Querrücken auf der Südwestseite ist jener von Pankraz und Schönbach, welcher 
zwischen den genannten Orten unter dem Kalkberg in einer Seehöhe von 1500 
beginnt, zuerst gegen West zieht, und bei Ringelshain sich in zwei niedrige, flache, 
nach Süden ziehende Rücken von 1100—1200' Seehöhe theilt, von denen ich den 
westlichen, den Lämbergrücken (S. 89.) noch zum Sandsteingebirge gezählt habe. 
Übrigens hängt das Jeschkengebirge auf der Südwestseite durch den breiten Rücken 
der Teufelsmauer mit dem in dem nächstfolgenden $. geschilderten Plateau von 
Weisswasser zusammen. — Auf der Nordostseite vom Passerkamm bis Christoph- 
grund fällt der Hauptrücken unmittelbar sehr steil zur Neisse herab, erst von 
Karlswald an erhält der Fuss des Gebirges eine solche Breite, dass sich zahlreiche, 
jedoch sehr kurze zu einander parallele Querrücken entwickeln können, welche 
sich alsbald verflachen, und mit geringer Böschung am Neissebache endigen. 

Um uns nun von den Föhenverhältnissen des Hauptrückens ein übersicht- 
liches Bild zu machen, wollen wir die Höhen und Tiefenpunkte der Wasser- 
scheidelinie desselben hier folgen lassen. 


Seehöhe Entfernung 2. 
in W.-F. nächsten Punkt 
in Meilen. Richtung 

1. Passerkamm-Berg , südwestlich vom Dorfe Pass . 1692 . . 007 NW-—SO 
2. Passerkamm-Sattel, м ч b f 1464 0°26 NW—SO 
3. Trögels-Berg, Kuppe í m. 1506 . . 008 NW—SO 
4. Pankraz Sattel, zwischen Pankraz und Kratzau . . . 1392 0:86 NW—SO 
5. Grosser Kalkberg, óstlich vom Pankraz . ‚24908 (024 N—S 
6. Spitz-Berg, nordöstlich von Schönbach . . T NA M V UIS INN SU 
7. Kleiner Kalkberg, óstl. von Schönbach . . . 2178 . . 024 NW—SO 
8. Neuland-Sattel, óstl. vom Christophberge zwi- 

schen Neuland und Kriesdorf A PE EN. dS UL NY OU 
9. Moseskuppe, nördlich von Kriesdorf . . . . . 2808 , . 084 | W—O 
10. Auerhahn-Sattel, zwischen Kriesdorf und Ober- 

eredorf dr Ger EK en. 2098 ОТЕ. NWN 0 
|i. Jeschken-Rücken, am Füsse der Felskuppe. ... 2859 . . 0:08 NW—SO 
12. Jeschken, Felskuppe, höchster Punkt EEE BON WS 
[S Loboka]-DBetp, bei UO... vs a cele) |. 0290 WNW О О 
14. Schimsdorf, Häuser am Jeschkenrücken . . . . 2286 ... 019 WNW—OSO 
15. Raschen-Sattel beim Dorfe Raschen Ti » . « 1920 088. WNW— OSO 
16. Jaberlich-Berg "äi D OR TUE NE LN AS e DUNS S—N 
17. Langenbruck-Sattel, Eisenbahnstation . . . а" 1587 QAO SW NG) 
18. Kaiserstein-Derg bei Kohlstadt . . . . ... . ..208 


Man ersieht hieraus, dass die gesammte Länge der Hauptwasserscheide 
des eigentlichen Jeschkengebirges 3'84 Meilen, seine mittlere Gipfelhóhe 2343’, die 
mittlere Sattelhóhe 1761‘, daher die mittlere Rückenhóhe des Gebirges 205 ^ be- 


I. 103 


trägt. Die Sättel liegen daher im Vergleiche zur Gipfelhöhe ziemlich hoch, indem 
sie im Durchschnitte nur 580^ unter den Gipfelpunkten sieh befinden. 

Die Tiefenlinien haben im Allgemeinen, je nachdem sie auf der einen oder 
anderen Seite dieses Gebirges sich befinden, entweder die Richtung von ONO nach 
WSW, oder umgekehrt von SW nach NO. Zu den wichtigeren ersten gehören das 
Johnsdorfer-, das Jeschken-, und das Polzenbachthal, zu den zweiten das Christoph- 
grunder-, das Bergdorfer- und das Minkendorfer-Thal. Wir wollen aus denselben 
nur als besonders charakteristische Beispiele das Jeschken- und das Christoph- 
erunder-Thal herausheben, da diese die wichtigsten von allen sind, der Polzenbach 
aber in seinem oberen Laufe ohnedies schon geschildert wurde. 

Das Jeschkenbaehthal beginnt in dem sumpfigen Waldgrunde des Auerhahn- 
Sattels in 2395’ Seehöhe, schneidet sich alsbald in eine rinnenfórmige Furche tief 
ein, und zieht von steilen Thalwünden eingeschlossen mit der Richtung von Ost 
nach West und mit dem Gefälle von 1 : 15 bis zur Kriesdorfer Kirche (11767), 
wo das Thal sich bedeutend erbreitet, die Thalwinde viel flacher werden, das Thal 
aber noch immer in derselben Richtung gegen West bis zur Kirche von Seifersdorf 
(1050); nun aber nur mit dem Gefälle von 1 : 101 fortzieht. Die Häuserreihen 
der beiden grossen Orte Kriesdorf und Seifersdorf bedecken am Auerhahn-Sattel be- 
ginnend, auf eine Strecke von 1'/, Meile beinahe ohne Unterbrechung den Thal- 
boden. Bei den letzten Häusern von Seifersdorf wendet sich der Thalweg unter 
einem rechten Winkel nach Süden, und mündet, fortwährend eingeschlossen von 
den flachen und niedrigen Ausläufern des Schönbacher und Drausendorfer Rückens 
mit einem mittleren Gefälle von 1: 187 bei Wartenberg (948^) in den Polzenbach. 
Die Thalentwickelung verhält sich, wie 1 : 1°34. Vom oberen Beginn des Thales 
bis zu den letzten Häusern von Seifersdorf zieht am Thalgrunde die neue gute 
Strasse fort, welche von Gabel über den Auerhahn-Sattel nach Reichenberg führt. 
In Kriesdorf wird sie von der Strasse von Aicha nach Grottau durchschnitten. 


Tabelle der Thalwege im Jeschkengebirge. 


| ғ P кат 
| Seehöhe der | Höhendiflo. | М. Distanz Gefälle | Richtung 
Thalweg des | genannten Orte 3% ‘8 ENG 4 
Hau. | J^ Spo m 
lin W.-P.lin Metern) in Metern jin Kilometer. 
| 


von.. des 


018 ..\ Thalweges. 


1. Jeschkenbaches | Quellen am Auerhahn- 
| 


Sattel ' . . | 9895 | 7570 | "s x АК 
Kriesdorf unt. d. Kirche) 1176 | 3717 | rt Ri li ae Өтү, 
| Ме М 39°8 jo! үңү 
| Seifersdorf, u. d. Kirche! 1050 | 381:9 30-8 og 1487 | №6 
| Wartenberg, Mündung| 948 | 299'6 д OU FEE | à 
V.d, Quellenb. Wartenb.|| ; „|... | 4974 16:5 1: 36 |ONO—WSW 


| 
| 


2. Christophgrundes Quellen u. Sehwarzenb.| 2100 663'8 


| g 3224 42 . 
Christophgrund u. d. К.) 1080 | 3414 | fpi ae 4 | 
Hammerstein, Mündung 990 ‚3129 | 2879 28 98 |SW—NO 
V. d. Quel. b. Hammerst.| е E TO 1:20 | S-N 


| | 
| | 


104 T 


Das Christophgrund-Thal ist ein zwar kleines, aber sehr interessantes 
Thal, dessen Quellen unter dem Sattel zwischen dem Schwarzen- und Dreiklafter- 
Berg in einer Höhe von 2100’ liegen, und welches von hier in einer von 
waldigen, sehr steilen Hängen eingeschlossenen Rinne zuerst nach West bis Neu- 
land, von da, indem sich der Thalgrund erweitert, nach Nordwest bis zur Kirche 
von Christophgrund (1080^) mit einem mittleren Gefälle von 1 : 15 fortstreicht. 
Hier ändert sich die Richtung rechtwinklig, die Häuser von Christophgrund und 
die neue Strasse des Thales, welche bis Neuland führt, haben kaum Raum neben 
dem wilden Bache am Thalgrunde, welcher bis zu seiner Mündung in das Neisse- 
Thal bei der Burgruine Hammerstein (990^ von hohen steilen Thalwänden einge- 
schlossen bleibt, obgleich das mittlere Gefälle des Thalgrundes in dem unteren 
Abschnitt nur 1 : 98 beträgt. Die Entwickelung ist wegen der starken Umbiegung 
des Thalweges eine beträchtliche und beträgt 1 : 2:06. 

Das Neisse- Thal umsäumt das Jeschkengebirge auf der Nordseite und bildet 
dort seine natürliche Gränze gegen das Isergebirge, in welchem es auch beginnt. 
Ich werde dasselbe in der nächsten Abtheilung, wo das Iser- und Riesengebirge 
näher beschrieben werden wird, ausführlicher behandeln, und erwähne daher hier 
nur, dass dasselbe, soweit es zugleich das Jeschkengebirge begränzt, eine Richtung 
von SO nach NW, also parallel zu demselben hat, dass der Thalgrund eine sehr 
abwechselnde Breite besitzt, von steilen aber niedrigen (nur 50-60’ hohen) Abfällen 
eingeschlossen ist, in welche die flachen Ausläufer sowohl des Jeschken-, wie des 
Isergebirges, welche das Thal bilden, endigen, und dass endlich sein mittleres Ge- 
fälle zwischen Reichenberg (1122° Seehöhe) und Kratzau (822° Seehöhe) etwa 
1 : 100 beträgt. 

Was die geologische Zusammensetzung betrifft, so besteht das ganze Jeschken- 
gebirge aus krystallinischen Schiefergesteinen und Gneis. Vorherrschend darunter 
ist der Urthonschiefer oder Phyllit, besonders in der Mitte und im südlichen Theile 
des Rückens. Im nördlichen Theile, namentlich im Engelsberger Revier (Kalkberg 
und Langerberg) folgen auf den Phyllit-Dachschiefer, welche namentlich bei Chri- 
stophgrund, sowie auch noch südöstlich bei Reichenau zu Tage gehen, und grau- 
wackenartige Schiefergesteine, welche sich über die Freudenhöhe bis Pass verfolgen 
lassen. Im Nordosten, im Weisskirchner Reviere, so wie überhaupt am linken 
Thalgehänge der Neisse zwischen Kratzau und Grottau herrscht Gneis vor. Ein- 
gelagert sowohl im Phyllit als in der Grauwacke erscheinen körnige Kalksteine, 
Quarzitschiefer (Jeschkenkuppe) und Amphibolgesteine. Die Lagerungsverhältnisse 
sind ziemlich compliziert, da die Thonschiefer in verschiedenen geologischen Epochen 
Hebungen und Störungen erlitten. Im Streichen und Verflächen machen sich zwei 
vorherrschende Richtungen bemerklich, in der Mitte des Gebirges und nach Süden 
bis zum Jaberlich herrscht eine ONOliche Streichungsrichtung und ein NNWliches 
Verflächen, dagegen in dem südöstlichen Theile eine WNWliche Streichungsrichtung 
und ein SSWliches Verflächen vor. Die erste Richtung entspricht jener des Erz- 
gebirges, die letztere der sudetischen oder Riesengebirgsrichtung. Am südwestlichen 
Fusse sind den Thonschiefern überall zuerst in einem schmalen Streifen untere 
Quader- und Plänersandsteine, hierauf in grossen ausgedehnten Massen die Iser- 


n 105 


sandsteine der Kreideformation aufgelagert. Nur in der Gegend von Liebenau 
findet sich ein schmaler Streifen von Gebilden des Rothliegenden. 

Die Communicationslinien wurden zum Theile bereits bei den einzelnen 
Thalwegen besprochen, insoferne aber denselben für dieses Gebiet eine ganz be- 
sondere strategische Wichtigkeit zukommt, will ich sie noch kurz übersichtlich 
zusammenstellen. Das weite Reichenberger Thalbecken der Neisse hängt unmittelbar 
mit dem norddeutschen Tieflande zusammen. Die sächsischen und preussischen 
Eisenbahnlinien eoncentrieren sich in Zittau, und dringen mit einem Schienen- 
strange in das Reichenberger-Thal ein, in welchem der letztere aufwärts geht, um 
über den Sattel von Langenbruck nach Turnau, einen wichtigen Knotenpunkt 
des böhmischen Eisenbahnnetzes, den Schlüssel zum unteren Iserthal, herabzu- 
ziehen. Demnächst dürfte eine zweite Eisenbahnlinie sich von Reichenberg nach 
Osten abzweigen, um über den Pass von Wiesenthal nach Morchenstern, und von 
da nach Tannwald zu gehen, wodurch das nordöstliche Böhmen und somit das obere 
Iserthal mit Zittau direct verbunden würde. Ausserdem führen von Preussen 
und Sachsen zahlreiche, gute Strassen in das obere Neissethal, welche sich theils 
schon bei Kratzau, theils bei Reichenberg strahlenfórmig vereinigen. Man sieht, 
dass das Reichenberger-Thal wie eine Bucht des norddeutschen Gebietes nach 
Böhmen hereinreicht. Um so wichtiger sind die Verbindungslinien, welche aus 
dem eigentlichen Böhmen in diese Bucht führen, denn der Weg dahin ist durch 
einen Gebirgswall verlegt, dessen Sattelpunkte zwischen 1400° bis 2300° hoch 
liegen, gute Positionen gewähren und leicht vertheidiget werden können. Die 
wichtigsten der Strassenzüge, welche über das Jeschkengebirge führen, sind die 
Strasse von Turnau über Langenbruck (1587% nach Reichenberg, uud östlich davon 
parallel mit derselben jene von Klein-Skal über Mukařov und Seidenschwanz 
(1800^ nach Gablonz, westlich davon ebenfalls parallel mit der ersten jene von 
Münchengrätz über Böhm. Aicha und Světla nach Reichenberg, welche jedoch 
noch nieht ausgebaut ist. Diese drei Züge haben die Richtung von Süd nach 
Nord. Die anderen Strassen haben mit Ausnahme der leztangeführten eine W—O 
liche Riehtung, und zwar insbesondere die Strasse von Gabel über Seifersdorf, 
Kriesdorf und den Auerhahn-Sattel (9795^ nach Reichenberg, dann voa Gabel 
über Pankraz und den Pankraz-Sattel (13924 nach Kratzau. Endlich als letzte 
wichtige Communicationslinie mit der Richtung von S nach N muss die Strasse 
angeführt werden, welche von Böhm.-Aicha am westlichen Fusse des Jeschken- 
gebirges über Oschitz, Kriesdorf bis Pankraz zieht, und von hier aus am Passer- 
kamm-Sattel (1464°) den Jeschkenrücken überschreitet, und bei Grottau in das 
Neissethal herabsteiet. Alle diese Strassen sind gut gebaut und bieten keine 
besonderen Schwierigkeiten bei Überschreitung des Rückens dar. 

Die Vegetation betreffend, sind die hohen Rücken des Jeschkengebirges 
durehaus mit dichtem, hochstämmigem Walde, in den höheren Lagen vorherrschend 
Fichten und Tannen, in den tieferen auch Buchen und anderes Laubholz bedeckt, 
Nur an einigen. Stellen bei Schimsdorf und Jaberlich sind dieselben kahl, und dienen 
blos als Weiden. Auf der Ostseite reicht der Wald bis zu 1300—1400° Seehöhe 
herab, worauf auf den flachen gegen das Neissethal geneigten Abhängen gutes 
Ackerland beginnt. Dasselbe Verhältniss zeigt sich auf der Westseite. 


106 I. 


Die Ausdehnung der Dodenfläche im Jeschkengebirge innerhalb der ver- 
schiedenen Seehöhen kann nun zusammengestellt werden. Als Begränzungslinien 
nehme ich gegen Westen die bereits als Ostgrünze des Sandsteingebirges be- 
zeichnete Linie, welche die Orte Spittelgrund, Passer, Ringelshain, Johnsdorf, 
Wartenberg berührt, gegen Süden von Wartenberg an den Polzenbach bis Oschitz, 
von da eine Einsenkungslinie über Sobakov, Alt-Aicha, Vléetin, Petrosovie, Liebenau, 
Bösching, Friedstein bis an die Iser an. Gegen Nordost und Nordwest kann als 
natürliche Begränzung eine Linie angenommen werden, welche von der Iser, über 
Mukařov, Reichenau, Jermanitz, und von hier längs dem Neisseflusse über Reichen- 
berg, und Kratzau bis Döhnis fortzieht. 

Hectaren öst. Joch. 
1. Gesammtes Terrain innerhalb der bezeichneten Grünze. . . 25,825 oder 44,877 
ed ober der Schichte von 300 Met. oder 949 F. 25,245 ,, 43,869 


3 А à c 2 „200 5.4.1265 „17,848: 31,015 
L 4 v HR CR qe NUR ыык meo og 
5. 4 e au. Pu comida УТ he 
6 и Р REAR lili. ac ы Е EN 
7 : 5 EEE eT U Sen 440 
8. e ^ ergeet MEE `" we u. 49 
9. % ^ ак diu co `" 7 en "Wi 10 


Daraus folgt für die Ausdehnung des Terrains in den einzelnen Schichten, 


und zwar: 
in Proz. des 
ganzen Terrain- 


Meter W.-Fuss Hectaren öst. Joch abschnittes 
1. Zwischen 200 —300 oder 633— 949 liegen 580 oder 1,008 oder 22%, 
2. Wr 300—400. — 949—1260.. us VIDE. iia TP BD Au ая 
9. е 100—500  ,, 1260-—1583 a 10,128. м, 17,091 DE 
4. e 500—600 ,و‎ ai ENK DS 8-100 Ls ЖАШ. a ЖШ» 
E Á 600—100 .,, 1897—2914 „159° „ Zus. и ER, 
6. e 700—800. zu... 2214—2531... ,, 643 ., ТА cB 
L i 800—900 „ 2531—2847  , 2E Y tm EE u Ud 
8. " 900—1000 , 2847—3164 , PPAR DU. ا‎ UL us 
9. Uber 1000— — ,. 3164— — jr зери TCI un ооп 


Man ersieht aus diesen Zahlen den rückenfórmigen Charakter des’ Gebirges ; 
denn auf den Hochrücken über 1600’ entfallen etwa 30 Prozent, ebenso viel auf 
den Fuss des Gebirges, während auf die in der Schichte von 400—500 Meter lie- 
senden Abfälle desselben auf beiden Seiten etwa 40 Prozent kommen. 

Für die mittlere Höhe des Ganzen erhalten wir mit Benützung der ge- 
fundenen Zahlen das Ergebniss, dass das Volumen des ganzen über der Schichte 


von 200 Meter erhobenen Bodens V = 0153924 Kubikmeilen betrage. Diese auf 
die Grundfläche von 4°49 Quadratmeilen gleichmässig vertheilt, gibt eine mittlere 
Höhe von 137161 Klafter = 260'1 Meter = 823 М. Fuss. Hiezu die Seehöhe 


der untersten Schichte von 200 Meter, ergibt für die mittlere Seehöhe des ganzen 
soeben beschriebenen Terrains 460:1 Meter oder 1456 W. Fuss. 


I, 107 


$. 15. Das Isersandstein-Plateau zwischen Auscha, Weisswasser 
und Liebenau. 


Zwischen den Orten Auscha und Liebenau breitet sich in einem nach Süd- 
ost, gerichteten Bogen ein Sandsteinplateau aus, welches etwa 7'/,—8 Meilen lang, 
3—4 Meilen breit ist, in seiner Mitte in der Gegend von Weisswasser etwa 1000“, 
an seinen beiden Enden jedoch 1200--1400° mittleren Seehöhe besitzt. An dem 
westlichen Ende bei Bleiswedel hängt dasselbe unmittelbar mit dem nordöstlichen 
Flügel des Mittelgebirges, an dem östlichen Ende bei Liebenau und Böhm.-Aicha 
mit dem Jeschkengebirge zusammen. Die westliche und nordöstliche Gränze sind 
daher durch die bei den genannten Gebirgszügen bereits angeführte Linie bezeichnet. 
Die südwestliche und südliche Gränze bildet von Nuénic bis Tousim die Elbe, 
die östliche und südöstliche von da bis Klein-Skal der Iser-Fluss. Nördlich bildet 
die breite Einsenkung des Polzenthales eine natürliche Begränzung. 

Dieses ausgedehnte Terrain von mehr als 29 Quadratmeilen zeigt aber, 
obwohl es sich unseren Blicken im Allgemeinen als eine grosse, einheitliche Masse 
darstellt, doch gewisse Verschiedenheiten in seiner Oberflächenform und in seinen 
Höhenverhältnissen, die es möglich machen, dasselbe in einzelne natürliche Gebiete 
zu trennen. 

Beginnen wir, an das Jeschkengebirge anschliessend, im Norden, so breitet 
sich am südwestlichen Fusse desselben von Oschitz und Liebenau nach West und 
Südwest eine waldbedeckte Hügellandschaft aus, welche hier die oberste Terrasse 
des grossen Sandsteinplateaus bildet, eine mittlere Höhe von 1400 besitzt, im 
Süden mit dem Sichrower-Thal, den Höhen von Hlawitz und Halbehaupt ab- 
schliesst, und im Westen den imposanten Rollberg zur Gränzenmarke hat. Man 
kann dieses Gebiet passend das Hügelland von Aicha und Schwabite nennen. 

Von hier weiter nach Südwesten haben wir die eigentliche Hochebene vor 
uns, ein sanft gewelltes Plateau von 1000—1100* Seehöhe, welches sich in der 
Gegend zwischen Hühnerwasser, Weisswasser und Mseno in besonders charakteri- 
stischer Weise ausdehnt, und mit den schönen Zwillingsbergen der Bösige gegen 
Nordost abschliesst. Ich will dasselbe das Plateau von Weisswasser nennen. 

Endlich finden wir, dass der westliche Theil des ganzen Terrains sich 
wieder zu steileren, in scharf ausgeprägten, plattenförmigen Rücken sich charakteri- 
sirenden Terrassen von 1300 bis 1400° Seehöhe emporhebt, aus denen mehr- 
fach basaltische und phonolitische Kuppen hervorragen, und welche ich mit dem 
allgemeinen Namen der Daubaer-Gebirge bezeichnen will. 

Von diesen drei zusammenhängenden, und zu einem grossen Bogen mit 
einander verbundenen Gliedern wird auf der Nordwestseite derselben eine Niederung 
von 800—850* Seehöhe eingeschlossen, welche von den Ausläufern des nordbóhmischen 
Sandsteingebirges und des nordöstlichen Mittelgebirgszuges zu einem vollständigen 
ausgedehnten Becken, durch die Orte Leipa, Habstein und Hirschberg bezeichnet, 
abgeschlossen erscheint, aus dessen Mitte sich ein se harfgezeichneter, isolirter 
Rücken, der Thiergarten- Wald von Hirschberg bis 1200° emporhebt. 

Geologische Verhältnisse. In diesem ganzen so ausgedehnten Terrain 
besteht der Boden der Hochflächen vorherrschend aus jenem Quadersandstein, 


108 d 


welcher der mittleren Stufe der Kreideformation angehört, und welchen unsere 
Geologen neustens mit dem Namen Isersandstein bezeichnet haben. Es sind dies 
Sandsteine mit kalkigen Zonen, welche eine grosse Mächtigkeit, oft 200—300“, 
besitzen, und welche wir bereits am hohen Schneeberg, und in der sächsisch- 
böhmischen Schweiz (Herrenskretschen — Dittersbach) kennen gelernt haben. Nur 
auf einem Theile des Thiergartenwaldes, dann in der Gegend von Dauba findet 
man jüngere der Kreideformation angehórende Sandsteinschichten. Die zahlreichen 
Kegel und domförmigen Kuppen, sowie einige scharfkantige, langgezogene Rücken, 
welche aus diesen Sandsteinen hervorragen, bestehen aus Phonolith oder Basalt, 
In der Niederung von Habstein und Hirschberg, auf den Höhen von Lastiboric, Sovinka, 
Chorusie u. A. findet man mächtige Diluvial-Ablagerungen. 

Das Hügelland von Aicha und Schwabite mit dem Rollberg. Dieses 
Gebiet gränzt im Nordosten und Norden an das Jeschkengebirge, mit dem es auch 
durch den Rücken von Rostan unmittelbar zusammenhängt, und umgibt den süd- 
westlichen Fuss des Jeschkengebirges in einer Zone, welche im Mittel 2'/, Meile 
lang und etwa 1 Meile breit ist. Jener Rücken hat eine Seehöhe von 1400^ 
und ragen aus demselben mehrere kleine kegelförmige basaltiche Kuppen empor. 
Östlich davon die bedeutende „Husovd horka“ (1818°), eine waldbedeckte, voll- 
kommen kegelförmige Kuppe, welche 500° über das umliegende Hochplateau sich 
erhebt. Nach Südwest und nach West breitet sich jener Rücken von Rostan all- 
seitig und immer innerhalb der Seehöhe von 1200—1300' aus, und ist diese 
plateauförmige Fläche von zahlreichen flachen Sandsteinkuppen bedeckt, und dem- 
gemäss auch nach allen Richtungen von kurzen, rinnenfórmig eingeschnittenen, 
manigfach sich windenden Thälern durchfurcht. Selten haben die Kuppen eine 
grössere Seehöhe als 1400—1500'. Was aber diesen centralen Theil des Terrains 
besonders charakterisirt, das sind zwei schmale, scharfkantige Parallelrücken 
aus festem Basalt, welche dasselbe in der Gegend von Sabert, Kosel und Sobaken 
zwischen Oschitz und B.-Aicha in der Richtung von SW nach NO wie zwei viel- 
fach durchbrochene Mauern von 1200 Klafter Länge durchkreuzen, eine Rücken- 
höhe von über 1500° haben, und unter dem Namen der „Teufelsmauern“ bekannt 
sind. Der höchste Punkt derselben bei Sobaken besitzt 1632’ Seeh. Nach Westen 
zu verflacht das Terrain, und fällt bis auf 1150’ Seehöhe ар ; jedoch erheben sich 
alsbald zwischen dem Döviner Jägerhause und dem Dorfe Schwarzwald die platten- 
‘formig geschichteten Isersandsteine zu einer mächtigen Hügelreihe, welche von 
SSO nach NNO streicht, und am Hammerteiche (1020^) mit dem Ruinen gekrönten 
Devinfelsen (1380) endiget. Hinter dieser Hügelreihe folgt westlich davon die 
zweite zu ihr parallele des Hörschberges (1506), worauf das Terrain sich nochmals 
bis auf 1080’ herabsenkt, und in dieser Seehöhe eine ausgedehnte kreisförmige 
Vorstufe bildet, von welcher der Boden allseitig sehr steil in das breite Polzenthal 
(900° Sech.) abfällt. Auf dieser Vorstufe, dem äussersten Ausläufer des beschriebenen 
Hiigellandes, erhebt sich eine zweite ebenfalls kreisfórmige Stufe von etwa 1200 
Klafter Durchmesser und 1300° Seehöhe, aus welcher schliesslich die imposante 
Basaltkuppe des Rollberges emporstrebt. Dieser schöne, waldbedeckte und ruinen- 
vekrönte Bergkoloss besitzt eine Seehöhe von 2202 W. Fuss oder 696:1 Meter, 
vewährt, da er ganz isolirt da steht, eine umfassende Aussicht auf das nordböhmische 


I. 109 


Sandstein und auf das Jeschkengebirge und bildet überhaupt ein Wahr- und Orien- 
tirungszeichen für das Gebiet der oberen Pulsnitz. Auf die landschaftliche Schön- 
heit des den Rollberg umgebenden Gebietes wurde bereits auf S. 91 hingewiesen. 
Die geologische Beschaffenheit desselben ist in der geologischen Abtheilung dieses 
L Bandes auf S. 117 und 118 von Prof. Krejčí ausführlich beschrieben. Auch 
versinnlicht eine unserem Hauptbericht beigegebene von dem trefflichen Land- 
schafter Bubák von der Teufelsmauer ausgezeichnete Ansicht den Charakter dieses 
hochinteressanten Terrains. 

Gegen Süden und Südosten übergeht das Hügelland allmälig in jene 
Hochebene, welche ich sofort schildern will und verliert meist den Charakter der 
Hügellandschaft, zu welcher man höchstens noch die Höhen nordwestlich von 
Halbehaupt (1368), nördlich von Hlawitz (13144, östlich von Böhm.-Aicha (1320%) 
und westlich von Liebenau (1452^) zählen kann. 

Die Tiefenlinien dieses Terrains sind in den Sandstein meist rinnenförmig 
oder auch schluchtenförmig eingeschnitten, durchaus sehr enge und manigfach 
gekrümmt ohne bestimmt ausgesprochene vorherrschende Richtung. Eine Ausnahme 
hievon bilden die drei man kann beinahe sagen in die Breite gezogenen Thalmulden 
von Böhm.-Aicha, Petro&ovie und Liebenau, welche breite flache Einsenkungen, 
und eine nordsüdliche Richtung haben und welche alle drei in der grossen Einsenkungs- 
linie liegen, welche sich am Fusse des Jeschkengebirges von Javornfk an nach 
Südosten bis zur Iser (Vranovä) zieht. Alle diese Tiefenlinien sind die oberen Anfänge 
der Thallinien, welche das später zu beschreibende Terrain durchfurchen und werden 
daher auch später beschrieben werden. 

Das Plateau von Weisswasser mit dem Bösig. Wie bereits vorhin bemerkt, 
verflacht sich das hügelige Terrassenland in der Richtung von Libenau, Aicha 
und Halbehaupt nach Süden und Südosten immer mehr und mehr, während gleich- 
zeitig die Seehöhe desselben abnimmt, bis wir endlich eine einförmige, ausgedehnte, 
im nordöstlichen Theile mit Wald dicht bedeckte, im mittleren und südwestlichen 
Theile aber weite Ackerflichen zeigende Hochfläche vor uns haben, welche in der 
Richtung von Hühnerwasser über Weisswasser bis Mseno sich ausbreitet, und in 
dieser von NO nach SW streichenden Richtung eine Länge von 4 Meilen und 
eine Breite von mehr als 2 Meilen besizt. Diese Fläche wird im Südosten von 
dem Iserthale, im Nordwesten von der sumpfigen zwischen Hirschberg und dem 
Dorfe Kummer befindlichen Teichniederung begränzt, während sie im Nordosten an 
das vorhin beschriebene Hügelland, im Westen aber an die Daubaer-Gebirge sich 
unmittelbar anschliesst. 

Der höchste Theil dieses Plateaus zugleich die Wasserscheide desselben 
befindet sich an seinem nordwestlichen Rande, und man wird sich die beste Vor- 
stellung von der Höhenlage machen, wenn ich hier gleich die wichtigsten Höhen- 
und Tiefenpunkte (Sättel) der Wasserscheidelinie angebe, so wie sich dieselbe von 
NO nach SW hinzieht. Dieselben sind folgende: 


Entfernung 
Sechöhe z. nächst, Punkt 
in W.-F. in Meilen. Richtung 


1. Proschwitz, höchste Häuser im Orte .. . . . . .1960 . . 044 NO—SW 
2. ’Sthregel’ höchstes FIAn tm. Sattel, 181 Поло JPIMESUPHTODS. OO у 
3. Von Schiedel westlicher Hóhenpunkt . . . . . . .1182 . . 041 NNO-SSW 
4, Hühnerwasser, Sattelpunkt auf d. Chaussee n. Kloster . . 1068 026 O—W 
5. Von Hühnerwasser westlicher Hóhenpunkt . . . . 112 . 065 NO—SW 
6. In der Balz, Sattelpunkt, nördlich v. d. Neuschänke ` .' 972034 , —', 
1. Bósig-Berg,' "Phonohthkuüppé  . 27:7 7. 1 gg IE 0:84" N—S 
8. Eisenbahnstation Bósig (Sattelpunkt) . .'. . . . . . 996 0:50 NO—SW 
9. Von Zdiar südöstlich, Hóhenpunkt DUM. "pii. Тр" A5 OMG OSOUW NW 
I0. Zdiar, Hauser Im. (Satie! 20 AGA UMA EGY AMU FORT O88 JQIDC 
11. Thein bei Porim, Rückenpunkt im Anschlusse an 

die Daubaer-Gebirge  . Lk EOE 


Lassen wir von diesen Punkten den grossen Bösig hinweg, welcher als 
isolirter Phonolithkegel auf die mittlere Plateauhöhe nur einen geringen Einfluss 
hat, so erhalten wir aus den 5 Höhen und 5 Sattelpunkten, die mittlere Höhe der 
Höhenpunkte der Wasserscheide zu 1158, und der Sattelpunkte zu 10194 Seehöhe, 
daher die mittlere Höhe der ganzen Wasserscheide 1089 W. Fuss oder 344°3 Meter. 

Den höchsten und zugleich Centralpunkt des ganzen Plateaus nehmen zwei 
unmittelbar neben einander stehende Phonolithkegel, der grosse Dösig mit der 
gleichnamigen schönen Schlossruine (1899^ oder 600:2 Meter, höchster natürlicher, 
Felsboden an der Basis des hohen Thurmes, dessen Plattform von uns zu 2019' 
bestimmt wurde), dann der kleine Bösig oder Neuberg (1820^) ein, welche beide 
von einander durch einen engen Sattel von 1524’ Seehöhe getrennt sind. Diese 
vielbesuchten, eine herrliche Rundsicht gewährenden Zwillingsberge haben doch 
auf die allgemeine Erhebung des Plateaus in ihrer Nähe keinen Einfluss, vielmehr 
sieht man, dass gerade die beiden nächsten Sattelpunkte die tiefsten am ganzen 
Plateau sind. Eine Zeichnung der beiden Bergkegel von der Südseite vom Maler 
Bubäk liegt bei, auf welcher links eine der vielen Quadersandsteinplatten mit 
ihrer ungestörten horizontalen Schichtung trotz der Nähe des phonolitischen Durch- 
bruches zu sehen ist. Ich selbst habe eine kleine Skizze des Weisswasserplateaus 
in seinem centralen Theile und zwar vom Dorfe Brejlov bei Kosmanos gezeichnet, 
aus weleher die charakteristischen Eigenthümlichkeiten des Weisswasser-Plateaus 
ersehen werden können. Von der eben beschriebenen Wasserscheide senkt sich 
nun die Hochfläche ziemlich regelmässig nach SO mit dem geringen Gefälle von 
1 : 174 bis 1 : 115 d. h. von 20 bis 30 Minuten Böschung bis zum Rande des 
Iserthales, wo derselbe noch durchschnittlich 800^ Seehöhe besitzt, fällt aber hier 
in fast senkrechten Felswänden 150° zum Thalboden der Iser (bei Jungbunzlau 
650°) herab. Diese Hochfläche setzt sich nordöstlich in einem vom nördlichen 
Hügellande durch das Mohelkathal abgetrennten Stücke bis Jenišovice und Roudné fort. 

Dieser südöstliche Abhang der Hochfläche ist dureh zahlreiche zu einander 
parallel von NW nach SO streichende Thallinien durehfurcht, welche zum grossen 
Theile unweit der Wasserscheidelinie in ziemlich flachen Bodenfaltungen ihren 


Josefsthal. Dalesic. Tacha Berg. Weisswasser. Kl. a. Gr.-Bösig. Zvitetic. 


Das Plateau von Weisswasser, von den Brejlover Hohen gesehen. 


112 I. 


Anfang nehmen, alsbald aber durch die so angesammelten Gewässer in den leicht 
zerstörbaren Sandstein sich tief einschneidend, enge, von steilen, felsigen Abhängen 
eingeschlossene Thalgründe bilden, welche in das Iserthal münden. Aber auch 
senkrecht auf die angeführte südóstliche Richtung finden sich Tiefenlinien, welche 
mit der Làngenaxe des Plateaus und mit dem Iserthale parallel ziehen, deren am 
südlichsten gelegene, nämlich jene von Susno und Vrutic einige der kleineren 
Thäler aufnimmt und selbe der Elbe zuführt. 

Im nordöstlichen Theile, von Mohelnic beginnend, wird die südöstliche 
Thalrichtung eine mehr südliche, und ebenso die darauf senkrechte nordöstliche 
eine mehr östliche, Die wichtigeren Thallinien werden am Schlusse des $. zusammen 
besprochen werden. 

Wegen der geringen Breite der Thalgründe finden sich fast alle bedeutenderen 
Orte auf der Hochfläche, deren Abfall nach SO wir am besten bezeichnen, wenn 
wir die Seehöhe einiger dieser Orte nach unseren Messungen angeben, und zwar: 
Jenisovie (Kirche Basis 1260‘), Sychrov (Maierhof beim Schlosse 12184, Lastiboréc 
(Kirche, Basis 11954, Mukařov (oberste Häuser 990^, Hühnerwasser (südwestliche 
Häuser 1044‘), Dorf Schloss-Bösig (Kirche, Basis 1288), Weisswasser (Marktplatz 
östliche Ecke 912’), Klein-Bösig (Kirche, Basis 1152’), Bukovno (nördliche Häuser 
918^, Kovan (Kirche, Basis 996’), Bezno (mittl. Höhe 900%, Repin (Schloss, 942°) 
NebuZel (obere Häuser 984^, Mšeno (oberer Marktplatz 11352). 

Der Abfall des Plateaus nach der Nordwestseite ist viel schmäler, daher 
auch steiler, jedoch ist er kein so tiefer, da der Fuss desselben, die Hirschberger 
Niederung nämlich, bereits eine Seebóhe von 800—850" besizt. 

Die Daubaer Gebirge Westlich von der Linie Zdiar-M$eno tritt eine 
rechtwinklige Wendung in der soeben beschriebenen Hochfläche und damit auch 
eine nicht unbedeutende Veränderung ihres Charakters ein. Die Richtung über- 
geht nämlich aus der vorigen nunmehr in die von SO nach NW, welcher auch 
die Hauptwasserscheide folgt. Die Hochfläche von 1000—1100" Seehöhe erscheint 
zwar auch hier wieder als Haupttypus des Ganzen. Allein einmal ist dieselbe 
durch unzählige kleine Erosionsthälchen nach allen Richtungen und ganz analog 
dem Terrain in der Dittersbacher Heide zerrissen, und zweitens erscheinen auf 
der Hochfläche an mehreren Orten langgezogene Sandstein-Terrassen oder besser 
plattenförmige Sandstein-Rücken, welche sich noch 300—400^ über die Hochfläche 
selbst erheben, und meist in einem basaltischen oder phonolitischen Kernpunkt 
ihre grösste Höhe erreichen. Was für dieses Terrain noch charakteristisch ist, 
ist der Umstand, dass die Haupttiefenlinien weder die südöstliche noch die nord- 
westliche Richtung haben, sondern gerade sowie in den unter demselben Meridiane 
liegenden Theilen des nordböhmischen Sandsteingebirges der nordsüdlichen und 
westöstlichen Richtung folgen, wobei aber in die Hauptthäler zahlreiche kurze 
Querthüler münden, welche SO oder SW Richtung zeigen. Das lange Thal von 
Chudolas scheidet das ganze hieher gehörende Terrain, welches in der Form eines 
unregelmässigen Viereckes eine Fläche von etwa 3'/, Meilen Länge und 9!/,-—3 
Meilen Breite bedeckt, in zwei nahezu gleiche Theile, einen südöstlichen und 
einen nordwestlichen. 

Der südöstliche Theil liegt zwischen dem Kokofiner und dem Chudolaser- 


ind der kleine dos 


L 113 


Thal. In sanften Wellenlinien erhebt sich aus dem nordöstlich von Melnik sich 
hinziehenden breiten Thalgrund des Vrutie-Kokoriner-Baches (556^) der Boden zur 
Chlomeker-Hohe (Johanniskirche, Basis 895‘), an deren oberem Rande das Terrain 
etwas steiler wird. Von hier nach Norden breitet sich die Fläche in der erreichten 
Höhe fast horizontal zwischen den oben bemerkten Thallinien über '/ Meile weit 
aus, bis sie oberhalb Strednie und Straänie sich zu einer zweiten Stufe emporhebt, 
welche in der Linie von Vysokd—Strdénic-Berg (1026% beginnt, und sehr sanft 
ansteigend, sich beinahe eine Meile weit nach Norden ausdehnt. Als Centralpunkte 
dieser zweiten Stufe können wir Ober- Widim (1098°) und Jesti'eb?e (1092^) betrachten, 
Nördlich und nordöstlich von diesen beiden Orten endlich finden wir die dritte 
Stufe; zu' welcher sich das Terrain hier erhebt, und zwar zeigt sich dieselbe 
іп Form mehrerer kurzer abgeplatteter Rücken von 1200—1400' Seehöhe, welche 
theils in der Richtung von SW nach NO, theils in jener von NW nach SO auf 
dem Plateau fortziehen. Die erstere Richtung hält der unter dem Namen „das 
Gebirge“ von Neu-Vosnatie bis Vlkov sich erstreckende Zug , dessen höchster 
Punkt 1363° Seehöhe besitzt, dann der zu demselben parallele Nedoweska-Rücken 
mit dem gleichnamigen Orte (höchste gleichnamige Bergkuppe nordwestlich vom 
Orte 1496) ein. Der zweiten darauf senkrechten Richtung folgt der Pořimer- 
Rücken mit dem Grossen serge (15147), dann das Hauska-Gebirge (Schloss Hauska, 
Basis 1374), das sich bis zur Windmühle von Nosadel (19197) erstreckt. Wie 
bereits bemerkt, ist das ganze Terrain von zahlreichen rechtwinkelig einander 
durchkreuzenden, kurzen Querthälern durchfurcht, weche einen engen, ebenen aber 
von fast senkrechten stark zerklüfteten Felswänden eingeschlossenen Thalgrund zeigen. 

Im nordwestlichen Theile lässt sich genau dieselbe Stufenfolge nachweisen, 
wie in dem ebenbeschriebenen, derselbe wird im Allgemeinen. vom Chudolas- und 
vom Munkerbach oder Alter-Thal begränzt. Jedoch zeigt hier die erste oder unterste 
Stufe kein sanftes Ansteigen, sondern dieselbe füllt von den Höhen bei Stratschen 
unweit Weestiidtl (Spitzberg daselbst 8887), welche sich in einem zuerst nach Norden, 
dann nach Westen gerichteten Bogen bis nach Brzanken und Kischkowitz ziehen, 
äusserst. steil in das Elbthal (460°) herab. Die zweite Stufe können wir durch die 
Orte Fyöhlichsdorf (1026), Lummel (11049 und Hrobitsch (1074 bezeichnen. 
Auch hier haben wir als dritte Stufe einen 1200—1400’ hohen vielfach gegliederten 
Plattenförmigen Rücken, welchen wir das Skalken und Tschirgebirge nennen wollen, 
der mit dem Langen-Berge (1506) bei Skalken beginnt, von hier beinahe eine 
Meile weit nach OSO zieht und mit dem Tschörberg (1332‘) bei Welhütta und dem 
Tsehappkewle-Berg (1260^ bei Pawlitschka endiget. Die von diesem Rücken aus- 
laufenden sleichhohen Glieder schliessen äusserst wilde, von zerrissenen Felswänden 
gebildete und mit herabgestürzten Felsblöcken bedeckte Thalgriinde ein. 

Die beiden bisher geschilderten Theile befinden sich fast ganz auf der 
südwestlichen Seite der Hauptwasserscheide, da dieselbe auch hier sich nahe am 
Nordöstlichen Rande des Plateau's befindet. Den Lauf dieser Wasserscheide können 
ei durch folgende Höhen- und Tiefen-Punkte bezeichnen, wenn wir an Thein (Siehe 
Seite 110) anschliessen. 


114 D 


Seehöhe Entfernung z. 
in W.-F. nächsten Punkt 
in Mellen; Richtung 


1.. Thein, oberste Häuser am Rücken pros ssl e odori 1104.10 0:21 SO—NW 


2, ‚Sirtsch, ‚oberste Häuser am Rücken «oj... «001146. hr 0721, S80—NW 
3. Sattelpunkt im. Sirtschergrund — — da ebe таай 109 AH wrod 
4, Kortschen-Berg südöstlich von Kortse be hersa AAO Jecke DnS ONN N. 
5. Kortschen-Dorf, (Sattelpunkt) `, «eos аан 5041082: OO 8O—NW 
6. Alt-Perstein, Ruine auf der Felskuppe +, . «14876 o uox) OBS Lars 
1. Chaussée von Dauba nach. Podlitz, (Sattelpunkt) y naisolibaéj9'4843:9 93 
8.. Richberg., bei Neuhof. A . нуна моор В МОЛУ 
9, Weg von Sattey nach Wellhütta (Sattelpunkt) Pi gel 1144, 0:34. O—W 

10, Rücken. des. Tsehirberges, seor ator 219193361 000012909106 1591985 Ri An М 
11. Langer-Berg UN sie MIS daer WER 1506 RN: 

12. Skalken, hóchste fissar. im Orte Er aqaa "al LR н Du Зеу 
13. Bleiswedel, Häuser im Sattel u, saio ‘ve "T 1164 0:22 SO—NW 


14. Chaussée v. Auscha n. Graber, höchst. Punkt ch selben 1188 


Aus diesen Zahlen erhalten wir als Mittel der Höhenpunkte 1284‘, als 
Mittel der Tiefen- oder Sattelpunkte 1122’, und folglich als mittlere Hóhe der 
ganzen Wasserscheidelinie 1203‘, also wie wir sehen, durchgehends um mehr als 
100° höher als jene am Plateau von Weisswasser. 

Sowohl südlich von dem eben beschriebenen Daubaer Terrain, sowie süd- 
westlich vom Weisswasser-Plateau verflacht sich der. Boden nicht allmälig und 
ununterbrochen gegen den von der Iser und Elbe daselbst gebildeten | Winkel, 
sondern es finden sich auf demselben zahlreiche nicht unbedeutende, wellenfórmige 
Erhebungen und abgerundete Rücken, welche meist parallel zur Elberichtung 
streichen, und von denen der Rücken von Zurbovite (744°) und yon Melnik (Pfarr- 
kirche, Basis 705°), welcher auf seiner südwestlichen Seite steil zur Elbe herab- 
fällt (480^ der bedeutendste ist. (Ich werde diese Vorlagen in dem Dreieck 
zwischen Tousim, Melnik und Benatek bei einer späteren Arbeit ausführlicher рех 
sprechen.) 
Von der vorhin geschilderten Hauptwasserscheide nordöstlich senkt sich 
das Terrain rascher, daher steiler nach der Hirschberger Teichniederung hinab, in- 
dem es sich zugleich in zahlreiche, von tief eingeschnittenen Thälern durchfurchte 
kurze Rücken auflöst. Hier aber ragen mehrere theils dom- theils, kegelfórmige: 
isolirte Kuppen basaltischer oder phonolithischer Natur aus dem ‚Plateau hervor, 
von denen ich nur den Tacha- Berg (15749, den auf der Wasserscheide befindlichen 
Alt-Perstein (14879, den Settina-Berg (1506), den Maschwite-Berg (1603), endlich 
die schöne bereits oben (Seite 39) erwähnte waldige Kuppe des Wilhoscht-Berges 
(1937°) nennen will. 

Die Hirschberger Niederung und der Thiergartenwald. Von dem eben 
beschriebenen Terrain, nämlich den nordwestlichen Abfällen des Weisswasser- 
Plateau’s, dem nordöstlichen Abhang der Daubaer Gebirge, endlich im Norden von 
den Ausläufern des nordböhmischen Sandsteingebirges und im Westen vom nord- 


I. 115 


östlichen "Flügel des Mittelgebirges eingeschlossen, finden wir nahezu in der Mitte 
des auf unserer! Karte enthaltenen Terrains’ eine beekenfórmige Niederung, deren 
Ausdehintüng wir dureh die Orte ёа (1605), Retehstadt (840^), Niemes (894^) auf 
der nördlichen; dann! Hohlen (804^, Habsteiw (8165, Hirschberg (846^) auf der 
südlichen! Seite “bezeichnen können, in welcher dieselbe 2!/, Meilen lang, und' 1%, 
МеПе breit ist. "Ihre" Länge streicht von NW nach SO, also’ in der sudetischen 
Richtung! Diese Niederung hat an ihrem tiefsten Punkte' westlich" von Léipa eine 
Seehöhe von 750% Der erósste Theil des Bodens ist theils ganz eben, theils-von sanften 
Tervainwellen, die eine Richtung von NW nach SO Haben, durchzogen und erhebt 
мерат vesen SO, wo er unweit dem Jägerhaus im 'Dórrholz seine grösste 
Seehöhe von 888° erreicht; Aus diesem Terrain erhebt’ sich in seiner Mitte ein 
1y Meilen langer, ebenfalls von NW nach SO streichender mit ‘dichtem Wald 
bedsektar' Sandstein! Rücken von 11001200" Seehöhe, dessen nordéstliche Seite 
den jimesten, die’ südwestliche aber den’ mittleren 'Gliedern der Kreideformation 
gehört, und aus dessen Riickenlinie zahlreiche Basaltbildungen, theils als Kuppen, 
theils: als lünggezogene Klippen hervorragen, während die beiden Abhänge sich in 
kurze Querriicken auflösen und in “steilen 100-120“ hohen Wänden gegen! die 
Niederung" abfallen! Diesen ausgezeichneten, ganz isolirten Rücken wollen wir nach 
der am meisten üblichen Bezeichnung den Thiergartenwald oder auch das Kummerer- 
Revier nennen! Seine höchsten Punkte sind der Lange-Berg (1818 am nord- 
westlichen Ende, der Hichberg (1480) in der Mitte, und der Grosse Petzberg 
(Мобу ap seinem südöstlichen Ende. Am nordwestlichen Ende ‘verflacht sich ‘der 
Rücken etwas in der Richtung gegen Dólim.-Leipa, und es treten dann aus der so 
Sebildeten Hochfläche in der Gegend zwischen Mückenhahn und Wesseln zahlreiche 
Basaltklippen und kleine kegelförmige Basaltkuppen hervor, welche unter dem 
Namen der Mückenhahner Steine bekannt sind, und dem Terrain ein charakteristisches 
Aussehen geben. 

Zwischen «dem südwestlichen Abfall dieses eben geschilderten’ Rückens 


"nd dem nordöstlichen; Abhange, der Daubaer Gebirge befindet sich die Hirsch- 


Werger Niederung, welche einen Theil des grossen soeben beschriebenen Leipaer 
Beckens bildet. Sie wird zum Theile durch eine Reihe ausgedehnter see-artiger 
Nasserbassins ausgefüllt, von denen ich hier nur das bedeutendste, den Gross- Teich 
bei Hirschberg "(840° Seehöhe des Wasserniveaus), ‚welcher eine Fläche von mehr 
ls 600 Joch bedeckt, nennen will. Auch aus dieser Niederung, steigen mächtige, 
DOT und waldbedeckte Berg- und Velskuppen empor, wie der ruinengekrönte 
Maleriséhe ‘Sandsteinfels Habichtstein (1091) bei Habstein, die domförmige Basalt- 
Хирре deg Bornay-Berges (1404) am Gross-Teich, der Phonolithkegel des Mühl- 
lerges am Heideteich, die Dasaltmasse, des Grossen. Buchber ges (1501°) bei Strass- 
dor, Die &rossen Wasserbecken, "umsäumt von. üppigen: Wiesengründen und 
"eimdliehen Ortschaften, um welche sieh edle Bergformen malerisch gruppiren, im 
отого Де ringsum von den dunklen, dieht bewaldeten Abhängen des Kummerer 
Wes Revieres abgese hlossen, geben der Hirschberger Niederung einen eigen- 
en landschaftlichen Reiz, wie ihn nur ‚wenige andere Gegenden Böhmens 
ШШ haben. 


i 


8* 


116 I. 


Die Wasserscheide, wurde. bereits bei den, ‚einzelnen Gebieten angeführt. 
Es erübriget, daher hier nur noch die Tiefenlinien zu besprechen. Dieselben haben 
eine dreifache. Richtung: entweder jene von NW nach SO und umgekehrt, und 
zwar gehören hierher das Elbethal, der obere Theil des Klokocbach-Thales bis 
Sovinka, das. Skalskybach-Thal, das Weisswasserbach- oder Weissbach-Thal und 
das Hirschberger-Thal; — oder sie haben. eine Richtung yon NO—SW wie der 
grösste, Theil des Iserthales von Vranovä an bis zur Mündung und. der untere 
Theil des. Kloko&bach-Thales ` — oder endlich sie haben eine von beiden genannten 
entschieden abweichende Richtung von N--S wie das Mohelkabach-Thal in, seinem 
grössten Theile, das Kokoriner-Thal und das Thal yon Chudolas. Von den genannten 
Thälern: befinden sich mit Ausnahme der Elbe und des oberen Mohelkabach-Thales 
alle; übrigen im Sandsteingebiete. Diese letzteren haben eine nahezu gleiche Be- 
schaffenheit. des Thalgrundes, der Thalabfülle und des Gefülles. Nirgend | finden 
wir im oberen Beginne des Thales jenes grosse Gefälle, welches die Gebirgsbáche 
sonst auszeichnet, überall ist dasselbe kleiner als 1 : 100, häufig kleiner als 1: 150. 
Alsbald vermindert. sich dasselbe auf 1 : 200 bis 1 : 300 und mündet mit 1 : 350 
bis 1.: 400 gewöhnlich. in den Hauptfluss. Рег Thalboden ist. eben, aber. meist 
yon so geringer Breite, dass die Ortschaften sich auf demselben. nicht , entwickeln 
können, besonders da die Abhänge in der Regel steil abfallende Sandsteinwände 
sind.. Daher. finden wir auch die meisten. Ortschaften mit Ausnahme der Mahl- 
und Brettmühlen und der Wirthshäuser, welche sich. an den die Thäler durch- 
ziehenden Strassen finden, am Plateau. Nur das Iserthal und das Thal von Chudolas, 
welche einen hinreichend breiten Thalgrund haben, machen hievon eine Ausnahme. 


Tabelle über die Thalwege in und um das Isersandstein-Plateau. 


e o -— 
| Von | Seehöhe der Höhendillz. | H. Distanz | Gefälle Richtung 
Thalweg des | ‚genannt. Orte ХоД. ТЕР des 
| | Det, at, у bis . bis bie | d 
| in W.-H. in Metern in Metern |in Kilometer. 710 | ми 
| | 
i. Elbethales . . Toušim, Isermündung . | 564 |1788 | 96: MA coach 
Melnik’, Vereinig. der 26:6 348 1:1290 80:70 W 
| Moldau und Elbe . | 480 1517 i 
| d | 3:8 15/6 |1:4105) , 
Vg dr HP О is: 11479 | ав 290 |1:5785 080 —WMN 
iNuénie (siehe Seite 42)| 456 1441 
Von Tousim bis Nucnic| «++ ceis . | \ 342 719 11:2102 | SO—NW 
2. Iserthales ۴ 
Vranová, bei Klein-Skal| 864 2731 xl А К | 4 
Turnau, "Thalsohle . .| 786 |2484 Su | Ka ii 05 No-si 
'Mohelnice, ` — | 720 | 227°6 9:5 tald tits NO--SW 
Bakov | 690 |9181 däin illi ka we, 
| 1 | | ond: 133 11:4 1: 867 NNO—SSW 
Jungbunzlau „ | 048 | 2048 T6 11:0 ua! N-S 
Brodee „m LAT 239 |1:1264 | NNO SSW 
Tousim, Mündung in d. 
Юе ич. ioi. 11664 en ' | 
Von Үгапоуй b. Tousim| lee 94:8 85'5 1: 902 | NNO—SSW 
| | | | | 
| | nus gäier 
| | | | | | 


L 117 


Thalweg des“ | 


3, Mohelka-Baches|Gutbrunn bei Seiden- 


schwanz BAU 
Reichenau, , Thalsohle 
Liebenau, ý 


Libič, ү 

Mohelnic, Mündung in 
die Iser sos DIRE 

Von Gutbrunn bis Mo- 
helnic;; «ole 


4. Weisswasser- od. Oberhalb d, Neuschänke 

Weissbaches Weisswasser, Thalgrund 
Schubert-Mühle , 

Bakov, Mündg. in d, Iser 

V. Neuschänke b: Bakov 


5. Skalský ~ Baches|Thein, nordöstl. Abhang 
Skalsko, Thalgrund 
Unter Cetno » 

Pod. Krnsko y 

V. Thein b. Pod Krnsko 


6. Klokoc-Baches |Máeno, beim Teiche . 

Véelis, Thalgrund, . 

Vrutic, K 

bei Neratovic, Mündg. 
in d. Elbe ale 

V. Mšeno b. Neratovic 


T. Kokofin-Vruticer Thein, unterm. Hopfen- 
Thales BADO N ribs ia 
Albertsthal, Thalgrund 
Lhotka, dà 
Sopka, Miindg. i. d, Elbe 
Von Thein bis Sopka 


8. Chudolas-Libo- |Oberhalb Rodeland, 
cher-Thales , . | Quellen... «+ 
Töschen, Thalgrund . 
Jhudolas, d 
ILiboch, Mündg. i. d. Elbe 
V. Rodeland b. Liboch 


А | 
9. Hirschberger-Th. Bösig, Graben, Quellen 
Hirschberg; Thalgrund 
Herrnsen, am Teiche 
Ne Bösig Graben bi 
|! ТНегїйвеп! ee 


EE 


Sé, dE aula A 

| Seehöhe der | Höhendiffz. | M. Distanz | qii, | Richtung 
| genannten Orte von, 4 Hy ak d 

D OG RRR de se 
jin W.-F.lin Metern) in Metern jin Kilometer. 5. | Thalweges. 


| 


| 1986 | 627-7 | ow | 

| 1418 \.4476 |... 150.1 53 |1:29|NO—8W 
"VOU B7 T oot OMBRE шо тиара 

sur caes Biol 1447010; 01480 BB SW 
879 ,| .112, | E3290. NS 


720 | 2276 


364 |1:91|N0-—8W 


960 | 303:4 | 
810 | 256'0 
738 | 233:3 
690 | 2181 


175 | NW-—80 
W—O0 


:213 | WNW — 080 


91'0 
171 


22'8 


E Se a 130°9 


140 1:354 | NW—80 
38 1:222 | L da 
63 | .1:276, cun 


| 
241 1:185 | NW--80 


1032 | 3262 | | 
Gë оке 159 | 118 | L155|NW-—S0 
654 | 909 | 456 | 0:410) Higér NALS 
| 358 178 | 1:497 NO7 DW 
541 | 1709 | 
Tee |, 1853 410 | 1:204 p 
1020 | 329 
ac si 159 өд RN 
654 | 2067. |, 2 RN EAM DI 
480 | 151-7 55'0 137” 1:249 0—W 
йоне, DIMOY ggg зр oba 
008 | 318 | 
WË төзврв oa la: gl ag 
ee BB | 1:195 |,1,N+S 
468 | 147:9 45:5 | CH | азге: uds oe 
ume NO | 258 | 1138| NS 
996 | 314'8 | | | 
846 -| 29a 477 98 | 1:207, $0—NW 
798 | 252.2 | 152 191 БӘ, Жш 
| pies 
. | 626 219 | 1:850 | S0—NW 


118 Ij 


j Es möge nun eine kurze Schilderung einiger der wichtigsten dieser Tiefen-. 
леп’ folgen ; | 

Das Klbthal würde in seinem Laufe von Nuénic (456°) bis an.die.Landes-: 
granze bei Herrenskretschen auf Seite 44 verfolgt. Hier möge sich noch die 
Beschreibung desselben bis Melnik (480°), wo das Moldauthal einmündet anschliessen, 
da der Abschnitt von Melnik nach aufwärts bis zur Isermündung schon einem 
anderen Terraingebiet angehört, und daher auch in einer späteren Abtheilung 
dieser Arbeit behandelt werden soll... Von, Melnik abwärts aber ist der Charakter 
sehr analog jenem des Elbthales zwischen’ Nutnie und Leitmeritz. Der ebene 
Thalgrund, welcher bei normalem Wasserstande 15—20 Fuss über dem Flussniveau 
sich befindet, ist !/, bis 1. Meile breit, bildet! bei Wegstiidth Mnd bei Raudnitz 
zwei grosse halbkreisfórmige Biegungen, und) ist, dieser Thalgrund auf beiden 
Seiten von einem 130 bis 140: Fuss höheren -Plateau eingeschlossen, welches in 
steilem Absturze und in scharf markirter Linie gegen denselben abfällt. Von Weg- 
städl bis Kyskovic drängt sich der Fluss bis hart an die rechte Seite, von RaudnitZ 
bis KL.-Nuénie an die linke Seite dieses Thalsaumes. : Das Gefälle’ der Thalsohle 
auf dieser Strecke ist ein ungewöhnlich niedriges, indem "dasselbe nur 1 : 4000 
bis..1 5,5000 beträgt, also der Thalgrund fast, horizontal. ist, Am linken Ufer 
zieht die Eisenbahnlinie von Prag nach Theresienstadt und weiter ins Elbthal hinab; 
am rechten eine Strasse von Melnik nach Liboch, Wegstädtl und Gastorf ebenso 
yon. Raudnitz , über , Chodom, nach | Liebeschitz.^ Regelmässige" Überführen - finden 
sich bei Melnik, Liboch, Podéap, Wegstädtel, Zaluzi, Каці, Zidovie, Cernoves 
und Nucnic. Eine feste Brücke abet ist’ auf dieser Strecke nieht. vorhanden. 

Der Thalgrund ist aus mächtigen Diluvialmassen gebildet, die denselben 
einsäumendem steilen Abhänge gehören meist dem unteren Pliner an. | 

Die nächstwichtige Tiefenlinie dieses Gebietes, ist das, Iserthal, welches 
yon Klein-Skal bis Tousim „dasselbe auf der Ost und Südostseite begränzt. Auch 
hier wollen wir nur den Abschnitt von dem .erstgenannten Punkte bis Brodeó 
betrachten, welcher auf unsere Karte fällt. Man kani'dás"Iserthal auf dieser 
Strecke in folgende drei Abschnitte theilen. Den obersten bildet die Streckd 
yon Kl.-Skal oder besser Vranová bis Turnau. Etwas oberhalb dieser Stelle durch? 
bricht nämlich die Iser das Melaphyr- und. krystallinisthe Glimmerschiefergebirge, 
und arbeitet sich durch den "schmalen, kantigen. Sandsteinriicken von vita ete 
und Lab einen schmalen Weg durch. Dieser Durchbruch der ве, den die beit 
liegende Skizze von dor Südseite gesehen darstellt, ist eine der; malerischesten, ай 
landschaftlichem Reiz so reichen Partien des Iserthales. Der von Nordwest in 
das Thal herabkommende Querrücken erscheint... Мек inii; zahlreiche ; thurm+, und 
mauerartige kolossale Blócke.zerklüftet, und stürzt bei Lab "steil zur Tor hinab, 
Der Thalgrund, dessen Seehöhe hier:864 beträgt, gewährt daselbst gerade nur Raum 
für die Iser, dann für die Eisenbahn und die Strassenlitite; welche dicht zusammen+ 
gedrängt diesen Engpass durchziehen. Beinahe 1'/, Meile weit windet sich die 
Iser in diesem oberen Abschnitte durch ‚eine enge, von ihr etwas erweiterte Spalte, 
welche von 600—700* hohen Sandsteinfelsen eingeschlossen: ist... Das Gefälle beträgt 
auf dieser Strecke 1 : 405. Wenn hier auch im Allgemeinen die Richtung NO —SW 


ivorherrscht, so ist. dies doch An den kleineren "Thelen. de ` Thales, welches oft 


| 
| 
| 


нЕ ЕЕ‏ .س 


Lab. Vranova. 


GFF 


КҮ ГҮ ern Rn en NINH ISIN TORTE 


120 I. 


| sogar in die entgegengesetzte Richtung wie bei Loucky umsetzt, nicht der Fall. 
Die Eisenbahnlinie befindet sich von Skal bis Loucky, wo dieselbe mittelst eines 


Tunnels den schmalen in das Thal vorgeschobenen Rücken des Zbiroh-Berges | 
durchbricht, auf dem linken, von Loučky bis Turnau hart am rechten Ufer des | 


Flusses. Der Strassenzug folgt nicht überall dem Thalgrunde, sondern steigt 
| zweimal bei Kobylka und bei Rohozee auf die Höhen, befindet sich übrigens durch- 
| | e gehends am rechten Ufer. — Bei Turnau (786%) erweitert sich das Thal bis auf 
!/, Meile, die noch steilen aber nur mehr 60—100 Fuss hohen Abhänge treten 
zurück, und umsäumen dasselbe in grossen Bogenlinien zuerst von Turnau bis 
Břehy am linken, sodann bis Mohelnie (720%) am rechten Ufer, wo auf der linken 
Seite eine ausgedehnte Bodenerhebung mit einem kurzen, auf den Abhängen be- 
waldeten oben aber kahlen Rücken aus dem breiten Thalboden sich emporhebt, 
den Thalweg dadurch in zwei Theile Шеш, deren linker zwischen Březina und 
Münchengrätz wohl schon viele Jahrtausende trocken gelegt ist, während der rechte 
(nordwestliche) gegen das Mohelnicer Thal gedrängt wird. Dieser Rücken führt 
von dem auf seinem östlichen Abhange befindlichen Роме den Namen Podol-Berg 


| (1110^. Derselbe hat eine grosse militärische Wichtigkeit, da er die Ausgänge 
| aus dem Mohelnicer-Thale, das Plateau von Svijan, die Strasse und Eisenbahn von 
I Turnau und Jungbunzlau, ja theilweise auch die Strasse von Hühnerwasser beherrscht, 
| seine Front durch das hier tief eingesehnittene Iserthal und einen steilen felsigen 
| Abhang gedeckt ist, der Rücken aber durch bequeme Wege von rückwärts erreicht 


werden kann. Wir finden von hier ab nach Süden auf dem linken Ufer mehrere 
ähnliche Höhen, welche eine analoge Bedeutung haben, da sie auf der linken 
oder östlichen Seite des Iserplateaus sich befindend, die rechte Seite vollkommen 
dominiren, und welche mit einander in Verbindung gebracht eine vortreffliche 
Vertheidigungslinie und für eine grosse Armee eine feste Position, die sogenannte 
Iserstellung, abgeben. (Siehe die nebenstehende Skizze). Solche Punkte sind der Horka- 
Berg (984^) südóstl. von Münchengrütz, die Bradlover-Höhe (978°) bei Kosmonos u. A. 
Noch ', Meile weiter östlich von diesen Punkten steigen wall- und mauerartig die hö- 
heren Terrassen dieses Plateaus, namentlich die Terrasse von Vysker (1470^), jene des 
Muésky-Berges (1470), dann im Süden der waldige Chlomek-Rücken (1122^) empor, 
und decken die Rückzugslinien aus der vorgenannten Stellung. Doch will ich diesen 
Terrainabschnitt am linken Ufer erst in einem späteren Theile, zugleich mit den 
Höhen um Jičín besprechen, mit denen derselbe in unmittelbarem Zusammenhange 
steht. Der dritte Abschnitt des Iserthales reicht von Mohelnic über Jungbunzlau | 
bis Benatek. Wir haben hier ein in seiner Breite von 200—950 Klafter sich | 
gleich bleibendes, in gebrochenen Linien mit der Hauptrichtung NNO—SSW fort- | 
ziehendes Thal vor uns, welches fast überall von äusserst steilen, felsigen Thal- 
wänden eingeschlossen, einen ebenen Thalgrund in obiger Breite zeigt, und in 
| einer Hauptfurche des Iserplateaus 100—150 Fuss. tief eingeschnitten ist. Das 
N Gefälle des Thalbodens wechselt ‚öfter, am grössten ist es zwischen Backofen 
(Backov) (690^) und Jungbunzlau (6489, wo es 1.: 857 beträgt, am geringsten 
zwischen dem letzten Orte und Brodec (624^), wo es auf 1 : 1447 herabsinkt- 
Von Communicationslinien findet man im Thale die Eisenbahnlinie Kralup-Turnau, 
welche unterhalb Stranov hoch oben auf der westlichen Thallehne in's Iserthal ein- 


i 
| 

| 
| 


Kloster. Jeschken. Münchengrätz. Podol-B. ` Jaberlich-B. Isergebirge. Bosyny. -Muzsky-B. 


Die Rànder des Iserthales bei Münchengrátz. 


Tél 


122 L 


tritt, sich an dieser Lehne bis Zvífetic fortzieht, dort sich in zwei Zweige theilt, 
von denen der östliche den Fluss und das Thal quer übersezt, und sodann auf 
dem Boden der ehemaligen zweiten Iserfurche über Münchengrätz, Březina bis 
Podol zieht, wo sie abermals den Fluss übersetzt, und nun am nordwestlichen Ufer 
bis Turnau bleibt. Von den Hauptstrassenzügen geht nur einer dem Thale parallel, 
jedoch nicht im Thalgrunde, sondern auf dem östlich dasselbe einschliessenden 
Plateau, es ist dies die Chaussee, welche einerseits von Prag, andererseits von 
Kolin kommend und sich südlich von Jungbunzlau in einer Linie vereinigend, über 
den genannten Ort, dann Münchengrätz gegen Turnau und Reichenberg zieht. Um 
so mehr wird aber das Iserthal von Strassenzügen übersetzt, welche meist die 
Richtung O—W oder SO—NW haben, so bei Stränov die Chaussée von Jung- 
bunzlau nach Melnik, bei Debf die Chaussee von Jungbunzlau nach Weisswasser 
und Hirschberg, oder Hühnerwasser, bei Kloster die Chaussée von Münchengrätz 
nach Hühnerwasser und Niemes. — Die Entwickelung des Thalweges von Vranová 
bis zur Mündung in die Elbe beträgt 1 : 1°39. 

Das Mohelka-Bach-Thal gehört in seinem oberen Abschnitt bis Liebenau 
dem Schiefergebirge des Jeschken, in seinem mittleren und unteren Abschnitte 
dem Isersandstein-Plateau an. In seinem oberen Abschnitte ändert dasselbe drei- 
mal seine Richtung, zuerst ist sie eine NO—SWliche, von Reichenau an eine 
O—Wliche, von Burschen bis Sedlovic eine N--Sliche. Das Thal hat hier die 
charakteristischen Kennzeichen eines Gebirgsthales, grosses Gefälle von den Quellen 
bei Gutbrunn (1986) bis Reichenau (1416) 1 : 29, von da bis Liebenau (1182‘) 
1 : 80, und einen engen, rinnenförmigen, von steilen waldigen Abfällen eingesäumten 
Thalgrund, welcher sich jedoch bei Liebenau beckenfórmig erweitert. Bald nach 
seinem Fintritte in das Sandsteinterrain ändert das Thal seine Richtung plötzlich 
von O nach W, und behält dieselbe auf eine Strecke von beinahe 2 Meilen bis 
Libié (840%) bei. Der Thalboden wird hier etwas breiter und eben, die Thalabhänge 
niedriger, aber steiler, das Gefälle nimmt jedoch nur wenig nämlich bis auf 1 : 130 
ab. Erst im unteren Abschnitte von Libié bis Mohelnice (720%) wird das Gefälle 
bedeutend geringer, nämlich 1 : 296, und das Thal zeigt nun vollständig den bereits 
oben wiederholt hervorgehobenen Charakter der Thäler (Seite 80 u. f.) des Sand- 
steingebirges. Seine Richtung ist hier eine N—Sliche. Von Communicationslinien 
durchzogen dieses Thaler früher nur einfache, bei Hochwasser in Ermangelung 
von Brücken schwer passirbare Feldwege. Neuestens aber wurde in dem Thalgrunde 
von Mohelnic an eine gute Strasse angelegt, welche von Münchengrütz über Libic 
nach Böhm. -Aicha führt. Vor Sichrov mündet durch einen langen Tunnel die 
Reichenberger-Turnauer Eisenbahn in das Thal, und folgt demselben bis Reichenau. 
Die Entwickelung des ganzen Thales von Gutbrunn bis Mohelnic beträgt 1 : 168. 

Die anderen Thäler des Isersandstein-Plateaus, welche einen NW—SO, 
oder einen N--Slichen Lauf haben, können wir in zwei Gruppen theilen, welche 
übrigens viele Momente miteinander gemeinschaftlich haben. So ist der Beginn 
dieser sämmtlichen Thäler in die Seehöhe von 960/'—1 020° zu setzen, so ist die 
Beschaffenheit des Thalgrundes und der Thalabhänge bei allen dieselbe, ebenso 
lässt sich das Gefälle bei allen in drei Abschnitte theilen. Zu der einen Gruppe 
gehört das Weisswasser, Skalskybach, und das Klokoébach-Thal in seinem oberen 


L 123 


und mittleren Lante, zur zweiten, das ‚Klokocbach-Thalin seinem unteren, ferner das 
Kokorinenz unda das, Chudolas-Thal... Wir wollen als Repräsentanten der ersten 
Gruppe das; Weissbach-Thak als jenen. det: zweiten; Gruppe das Thal von Chudolas 
nähen beschreiben. 

Das Meissbach- oder Weisswasser- Thal ‚Dasselbe beginnt in einer engen 
schluchtenförmigen, | Rinne, unterhalb der Neuschänke am / östlichen | Abhange йез 
Bösig in der Seehöhe von 960%, zieht sich von-hierziierst: nach Ost, hierauf; nach 
Südost; mit, fortwührend engem, vinnenförmigem Thalerund, einem Gefülle von 1: 175, 
undi eingeschlossen! von stark gebosehten waldigen Abhängen, welche! sich £50. bis 
200% ‚üben die; Thalsohle, erheben, Oberhalb. Weisswasser (810%, erweitert sich der 
Thalgrund, „und, wird ‚eben; die Commtnieationslinien, welche den Thalzuge parallel 
аш dem. Höhen folgten, senken. sich, in) den -"Phalgrund: /herab азо: Gefälle nimmt 
bis, 1. - 203 ab, die Thalabhinge werden steiler; hleiben! aber, meist noch bewaldet. 
Bust, im. unteren, | Abschnitte verliert; sich, die Bewaldung wegen der grossen, Steil+ 
heit. der; Thalwande, оро: еве еш jetzt, niedriger werden, der 1 halgıund selbst 
hoch breiten, wird, und das | Gefälle sich bis auf Lo: 349.-vermindert) — Bei den 
beiden, anderen ает dieser, Gruppe beträgt das Gefilleimoberen Abschnitte 
1: 154 und 1 : 155, im mittleren 1 : 222: wndot hio Did =ч гизе der 
Thalwege An ‚dieser, Gruppe Jet, die folgende : Weissbach-Ehal shi: 1583; Skalskybach 
Thal A — LU). Klokotbach-Thalı 14:200, wasioffenbanı von der grossen vechtwinke- 
ligen: Umbiegung herrührt, mit. welcher.dieser Thalweg seine NW--SOliche Rich- 
tung oberhalb. Susno in, eine; NQ-—8W. umündert. 

Das, dhal von Chudolas. ist sowohh wegen seiner Richtung wie: auch wegen 
seinen, Grösse) eines der wichtigsten unter den Thilern dieses) Terraingebietes, wenn 
es auch nicht jene wildromantische Schönheit, jene. Abgeschiedenheity und ; Stille 
besitzt, wie das benachbarte Kokoriner Thal, mit welchem es übrigens vieles Ge- 
meinsehaftlicherhät!!! Man kann den Anfang desselben in eine oberhalb Rodeland 
Ө der Chaussed von Daüba nach Habstein beginnende Thalfurche m etwa 1008° 
Seehöhe setzen, vumm wo die letztere init Мене Richtung bis in" die "Gegend 
Уой Hérrendorf herabzieht. " Hier erweitert! sich der Thalgrund stellenweise, «das 
Thal wendet Voll O—W, in welcher Richtüng dasselbe bis über. Töschen (750% 
hinhus- fortziehtl Das Gefallé'àuf dieser ‘oberen Strecke: beträgt 1 : 88, und 
Muss bemerkt werden, dass lay Plateau, welches mit einem Rande von etwa 1000’ 
Seehöhe rings um das Thal einschliesst, auf der westlichen Seite hier in einem 
8lossen, Bogen zwrückweicht, und @ine untere Stute bildet; auf! welcher die Stadt 
Dauba (822^) erbaut ist. Von Sakschen an erhält der Thalweg eine constant 
N — Sliche Richtung, der Thalgrund wird allmälig breiter, die denselben einschlies- 
senden"stellen Abhänge, welche sich bei Buckholz noch 400-—500/ über den Thal- 
grund erheben, werden allmälig, niedriger, bis, das Thal endlich. bei Liboch (468%) 
in. daa Elbthaleinmündet. Interessant ist die Thatsache,, dass die! beiden: Тех, 
welche die N4 »biche Richtang haben, nämlich das: Chudolaser , sowie das Koko- 
Niner Thal, incihrem; Се елен, wie dies sonst Regel ist есет unteres Ende 
zu] ee sondern dass:das-geringste: Gefiille bei beiden) in ihrem mittleren 
Abschnitte liegt; wie aus der obigen Tabelle zu ersehen. isty) was vielleicht einer 
inoder Seehöhe von 650— 700" befindlichen-Sandsteinschichte von besonders geringer 


| 
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124 I. 


Cohärenz zugeschrieben werden könnte. Die Wichtigkeit des Chudolaser Thales 
aber ergibt sich aus seiner Lage und Richtung, da dasselbe die natürlichste und 
kürzeste Communicationslinie zwischen Mittelböhmen und dem industriellen Gebiet 
der Leipaer Niederung und des nordböhmischen Sandsteingebirges bildet, daher 
auch längst schon eine gute Strasse das ganze Thal durchzieht (von Liboch über 
Dauba nach Habstein, Neuschloss und Leipa), und gewiss in nicht ferner Zeit die 
Lokomotive dasselbe durcheilen wird. 

Was die Vegetation dieses ganzen Gebietes betrifft, so ist zu bemerken, 
dass die Hochflüchen und die Rücken des Hügellandes von Aicha und Schwabitz, 
dann die nordöstlichen Theile des Weisswasser-Plateau's, endlich die plattenfórmigen 
Rücken der Daubaer Gebirge zum grossen Theile mit dichtem Walde besetzt sind, 
dasselbe ist auch mit den Abhängen der zahlreichen Трег namentlich in ihrem 
oberen Abschnitte der Fall. Dagegen ist die Mitte so wie der ganze südwestliche 
Theil des Weisswasser Plateaus als Ackerland verwendet. In den Thalgriinden 
finden sich meist ausgedehnte Wiesen und Weiden mit Ausnahme der Daubaer 
Gebirge, wo die Thiler mit grossem Vortheile fast durchaus dem einträglichen 
Hopfenbaue gewidmet sind. Insbesondere gilt dies von den vielfach gebrochenen 
kurzen "Тһе in der Gegend von Widim. 

Bezüglich der Communicationslinien verweise ich auf das, was bereits bei 
den Thälern, namentlich jenem der Elbe, der Iser und von Chudolas gesagt wurde. 

Zum Schlusse dieses Abschnittes will ich noch, wie dies bei den früheren 
88. geschehen, auch hier die Ausdehnung der Bodenoberfläche innerhalb der ver- 
schiedenen Seehöhen anführen. Die Begränzung ist bereits auf S. 107 angegeben. 
Das ganze Iser Sandstein-Plateau enthält eine. Fläche von 29°14 Quadratmeilen 
oder 167,700 Hectaren. Dieselben vertheilen sich, wie folgt: 


Hectaren ost. Joch 
1. Gesammtes Terrain innerhalb der bezeichneten Gränze . . 167,700 oder 291,420 
2. Terrain ober der Schichtenlinie von 200 Meter oder 633 W.-F. 158,500 „ 275,430 


ои eon " do OQ ara res‘ 
dote gud » " b. A00, 15). BR чоо 
De D 3 a1000 oath and BB tec 348... 605 
د‎ ie" gi "RE 30... 52 


Daraus folgt für die Ausdehnung des Terrains in den einzelnen Schichten 
und zwar: 


in Proz. des 
ganzen Terrain- 
Meter W.-Fuss Hectaren öst. Joch abschnittes 


1. Zwischen 100—200 oder 316— 633 liegen 9,200 oder 15,990 oder 559, 
2. apb 0:200—309:10111)-888 1949/0. eg 181950 “yi 45:87 
3. дийп 1300-400 7949-1265 ," 73,000 ,, 127980 , 439, 
Фото 400 2:500» bin]! 1651458971: уи ya Тага . 144896. 00 ond ry 
5) ji 500—600 . , 1588-1897 © ,, 818»^ i 568). A 02, 
Bari Über: GO eg "fen "Sat choy, 807; БИЛЕК ИТ! 


L 195 


Wie man aus den in der letzten Columne enthaltenen Prozentzahlen ersieht, 
befindet sich der grösste Theil der gesammten Bodenoberfläche, nämlich 89°% in 
der Seehóhe von 200—400 Meter oder von 633 bis 1265 Fuss. Es wurde aber 
oben angeführt, dass dieses ausgedehnte Gebiet sich in vier Unterabtheilungen 
natürlich gliedern lasse, und wenn man die Vertheilung des Bodens in diesen vier 
Abtheilungen für sich betrachtet, so findet man sofort die Unterschiede heraus, 
durch welche dieselben gekennzeichnet sind. Ich habe die kleine Mühe nicht ge- 
scheut, und für jeden dieser vier Terrainabschnitte die Prozentzahl seiner Boden- 
fläche in den verschiedenen Seehöhen für sich berechnet, wobei ich nur bemerke, 
dass ich für die Begränzungen folgende Linien angenommen habe: für das Hügel- 
land von Aicha und Schwabite nördlich den Polzenbach von Niemes bis Oschitz, 
von da eine Linie über Sobakov, Vléetin bis Liebenau, von da östlich und südlich 
den Mohelka-Bach bis Libi@, dann eine Linie über Hlavie, Halbehaupt bis Höflitz 
und westlich wieder den Polzenbach ` für das Plateau von Weisswasser nördlich 
die zuletzt genannte Linie, südöstlich den Iserfluss von Vranová bei Kl.-Skal bis 
Brodec, dann südlich den Kartenrand, westlich den Vrutic-Kokoriner- Bach bis 
Riboch, von da eine Linie über Nosadel, Kreh bis Ždiar, von hier an die Schichten- 
linie von 300 Meter bis Höflitz; für die Daubaer-Gebirge südwestlich die Elbe 
bis Nuönie, westlich den Munker-Bach bis Luka, dann die Chaussée bis Graber, 
endlich nördlich von Graber den Bieberbach bis Regersdorf, von da die Schichten- 
linie von 300 Meter bis Ždiar; endlich bleibt uns für die Hörschberger Niederung 
sammt dem Thiergartenwald nur noch als westliche Gränze der Bieberbach von 
Herrnsen bis Eicha, und als nördliche Gränze der Polzenfluss von Richa bei Leipa 
bis Plauschnitz zu bezeichnen übrig. Innerhalb dieser Begrünzungslinien habe ich 
folgende Zahlen erhalten. 


Hügelland v. — Plateau. v. Daubaner Hirsch herger 
B.-Aicha. — Weisswasser. (Gebirge. Niederung. 


Das gesammte Terrain in den vier Abschnitten enthält 27 Q.-M. 141 Q.-M. 95 Q.-M. 2:89 Q.-M. 
Hievon entfällt in jedem einzelnen dieser Abschnitte in Prozenten und zwar: 


auf die Schichte von 100—200 Meter 0'0%, (bn, 14*69], 00° 
P d GL Buet, 19:98 0 492 s 38:0 , 8611, 
КАГЫ К us) BOON Mp A 474, 48:65 132 „ 

MN Ud ^ „400—500 Wie MN 1 36, pm 
7 " KEEN OM 0%, 00, 
ober die Schichte von 600-- — , 02, 0:0 „ 00, 00, 


Diese Zahlen drücken besser als jede noch so weitläufige Erklärung die 
hypsometrischen Verhältnisse in jedem einzelnen dieser vier Abschnitte aus. 

Für die mittlere Höhe des gesammten hier behandelten Terraingebietes 
erhalten wir mit Benützung der gefundenen Zahlen das Ergebnis, dass das Volumen 
des ganzen über der Schichte von 100 Meter erhobenen Bodens Ү = 0:766744 
Kubikmeilen betrage. Diese auf die Grundfläche von 29:14 Quadratmeilen gleich- 
mässig vertheilt, gibt eine mittlere Höhe von 10524 Klafter = 199:1 Meter = 631 


W. Fuss. Hiezu die Seehöhe der untersten Schichte von 100 Meter, ergibt für 


die mittlere Seehöhe des ganzen soeben beschriebenen Terrains 2995 Meter oder 
947 W. Fuss. 


126 D 


$. 16. Die nordöstlichen Ausläufer des "Zbán- Waldes: 


Y. 


(Das Plateau von Регис und vom: Georgsbere oder) Rip.) 


Wenn man. in Prag (600/).die das linke, Moldauufer,. einschliessenden., und 
die. Stadt. beherrschenden, Höhen. besucht, und namentlich den hinter, dem Strahovers 
'Thore: gelegenen, durch seine kolossalen Sandsteinbrüche, bekannten. Sandberg,(1110/) 
ersteigt, so erkennt man bald, dass, man, sich auf, einem. plateauförmigen, Rücken 
befindet, weleher, indem, er. nach Nordwesten über den-Weissen:berg. (1200 meilen+ 
weit: fortzieht, nach, Südwest. ziemlich. steil abfällt, nach, Nordost aber, sieh immer 
mehr, ausbreitet, bis er, endlich! ein, ausgedehntes,, Plateau, bildet, «das: mut nach 
SSW. steil abfallendem Rande, nach, NNO, NO, and, ONO zahlreiche | zu einander 
fast. parallele Rücken, aussendet, dic, theils gegen das untere Eger, Фе gegen 
das еа. zwischen ` Leitmeritz und), Melnfk allmiilig) sich .abdachen;, Dieses 
Plateau: ist zum, grossen. Theile mit ausgedehnten, dichten; Waldungen bedeckt. und 
erreicht am Zbdn-Berge (1669, eigentlich einer, weiten Hochfläche, seine, grösste 
Hohe. Man kann diesen centralen: Theil des, Plateaus, welches; in ‚seiner ganzen 
Ausdehnung wohl eine Länge. von 89 Meilen und eine halb an. grosso; Breite 
haben dürfte den Zbdn-Wald pennen, | Dasselbe fällt. zum grössten. Theil; ausser- 
halb des Terrains der beiliegenden Кате nämlich in die Section: N und. wird 
daher auch bei der Vorlage der betreffenden: Karte erst eine ausführliche: Besprechung 
Für jezt willich nur wegen der nothwendigen Abrundung unseves Tervambildes- erfahren. 
vom nördlichen Böhmen eines Ausläufers dieses, Plateaus kurz erwähnen, welcher 
unsere Karte. gegen Südwesten: zu. abschliesst. Dieser Ausläufer, ist) das Plateau 
von Perue und vom Rip oder Georgsberg. 

Das Plateau von Peruc. Vom Zbán-Wald zweigt sich zwischen Pochvalov 
und: Dučic ein schmaler plattenförmiger Rücken nach Nordost ab, und breitet sich 
bei Dor, wo er den Namen, „Tynicky les‘ d. bh, Teinitzer, Wald führt: nach, West 
und Ost zu einer Hochfläche aus, welche, nördlich, vom Sichovecer;Jügerhause bei 
der Waldstelle „U: třech dubti* (beio drei’ Bichen)! ihre grösste Seehöhe (13624 
erreicht, und von da allmälig sich gegen Norden und Nordosten «zur Eger herab- 
senkt. Diese Hochfläche wird auf der Westseite vom Pochvalover oder Smolniker- 
‚Bach, auf der Südostseite vom Bakover, und Rothen-Bache bis Welvarn begrünzt, 
während, dieselbe, ‚von der, Nord und, Ostseite. das; еа] der Zippelbach, und 
eine von Vodochod nach Welwarn ziehende Tiefenlinie einschliesst. Die Längen- 
achse der Hochfläche ist im Allgemeinen: von SW naeh NO) gerichtet) ilte Ober- 
fläche zeigt durchaus’ flache, wellige ` Kommen, welche nachi Osten ‘gerichtet sind 
und in dieser Richtung sich zu breiten, sanft "gewölbten, "zu "einander | parallel 
laufentlen Rücken: ausbilden. Als wichtigere Hohenpunkte auf diesem! Plateau! bet 
zeichnen: wir nebst: den bereits genannten: Vrbno am’ Walde (Kirche Basis'1062%)} 
Pere (obere Häuser 10869, Vrané! (Schloss 996/). Nach! Norden! und! Nordosten 
nimmt die Seehöhe des Plateaus allmälig’ ab; wie Sfradon?e^ (obere Hauser 954%); 
Kwan (888°), Vrbie (822) und бт Radosin (804), und fällt "dam im Norden 
mit steiler Boschung zum" Egerthal herab Radonic (Kirche 5945, Libochovie Cher: 
fluss 468^, Budyn Marktplatz 4989, während nordöstlich und östlich” &ieh/ der 


Boden nur bis auf 700^ ате 
herabsenkt, um hierauf sich wieder 
zu einem zweiten Plateau zu er- 
heben. 

Dieses zweite Plateau ist das 
des Georgsberges oder Rip. Es 
kann als eine’ Fortsetzung des 
Perucer Plateaus in östlicher und 
nordöstlicher Riehtung betrachtet 
werden. Von der Tiefenlinie zwi- 
schen Kleneé und Vodochod be- 
ginnend erhebt sich dasselbe all- 
malig gegen Osten und Nordosten 
zu einer Seehöhe von 900", von 
welcher dasselbe in einer scharf 
gezeichneten Linie, welche in 
bogenförmigen Krümmungen (lie 
Orte Jenoves, Ob.-Berkovie, Radic 
u. s. w. berührt, sehr steil in das 
breite Alluvialthal der Moldau und 
Elbe, dessen mittlere Seehóhe hier 
zu 500° angenommen werden kann, 
herabfällt. Aus dieser Hochfläche, 
deren Charakter ich in der bei- 
liegenden Skizze auszudrücken 
versucht habe, erhebt sich bei 
Rovné (930%) eine ellipsoidische, 
ganz isolirte Basaltmasse, welche 
auf allen Seiten unter Böschungs- 
winkeln von 30—40 Grad und 
darüber sich 400^ über die Hoch- 
fläche erhebt, und oben mit einer 
flach gewölbten Kuppe abschliesst, 
deren höchster Punkt mit dem 
Georgskirchlein gekrönt ist. Diese 
in ganz Mittelböhmen weithin 
sichtbare, charakteristische Basalt- 
kuppe ist der sagenreiche Rip 
oder Georgsberg, dessen höchster 
Punkt unmittelbar bei der Kirche 
eine Seehöhe von 1438’ oder 4546 
Met. besitzt. Nach Nordwest sendet 
das Plateau einen schmalen platten- 
förmigen Rücken, welcher sich 
bei Raudnite bis ‘auf 600° Seeh. 


von Cernou&ek. 


au 


Plate 


gl 


rasber 


Rip (Geor 


} 
f 


Vestce. 


sse von Krabsie. 
Rovné. 


Terra: 


Moldau-Thal. 


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gsberges.x 


Das Plateau des Ríp oder Geor 


128 I. 


herabsenkt, sich aber ‚hierauf wieder etwas erhebt und ausbreitet:, Rohatee (684°) 
und nun auf seiner Ostseite in einer langgezogener steilen- Wand zu, dem. seinen 
Fuss bespülenden Niveau der Elbe (470^) herabfällt, auf der Westseite: aber sich 
in sanften Wellenlinien in das breite Egerthal zwischen Doxan und Theresienstadt 
herabsenkt. 

Die Tiefenlinien dieser beiden Plateaus sind einmal die | zwei. grossen, 
breiten Thalwege, welche dieselben auf der Nordwest und auf der, Nordostseite 
einschliessen, nämlich das Egerthal, und das Elbethal, von, denen, das; letztere, 
soweit es das auf unserer Karte enthaltene Terrain betrifft, bereits auf, Seite 118. 
beschrieben wurde. Eine Uebersicht der Höhen und. Gefälls-Verhältnisse dor Eger 
von Laun bis Leitmeritz ist in der Tabelle auf Seite 24i enthalten, und. ich, will 
hier nur noch hinzufügen, dass dieser Thalweg, welcher auf der genannten Strecke 
von Laun (522°) bis Leitmeritz (444^) ein mittleres ‚Gefälle von. 1,; 1781.hat, eine 
sehr verschiedene Breite, welche von 150 bis 700, Klafter ‚abwechselt, besitzt, und 
dass die mannigfachen Krümmungen seines Flussbettes bald. von steilen, bald von 
flachen Abhängen, welche jedoch durchschnittlich die Höhe, von. 50/ über, die Thal- 
sohle nicht überschreiten, eingeschlossen werden. . Die übrigen, Tiefenlinien haben, 
soweit sie sich in dem Terrain der beiliegenden Karte befinden, eine ‚Richtung, welche 
vorherrschend von SSW nach NNO zieht, kurz vor ihrer Einmündung, їп die Eger 
aber aus der Richtung NNO unter einem ziemlich. scharfen ‚Winkel, nach NNW 
umbiegen. Es sind dies mit Ausnahme des ersten, lauter kleine, kurze. Thaler; 
nämlich das Pochvalovsky-Thal, das Perucer-Thal, das Budiner-Thal, endlich das 
Zippelbach-Thal. Alle diese Thaler sind in ihrem ‚oberen Beginn enge, gutt: 
förmige, von steilen Abhängen eingeschlossene Furchen, welche sich, erst, kurz ‚vor 
ihrer Mündung in die Eger ausbreiten, nur das letztgenannte Hracholusker oder 
Zippelbach-Thal macht hievon eine Ausnahme, da der Thalgrund.bis hinauf breiter, 
und die denselben einschliessenden Abhänge flacher sind, ‚als bei, den, ‚anderen, 
Übrigens wird in einer späteren Section dieser Unternehmung, dort nämlich, wo 
der Zbánwald hineinfällt, und daher auch diese Ausläufer: desselben hingehören, 
dieser Thalwege noch ausführlicher Erwähnung geschehen, 

Die geologischen Verhältnisse dieser beiden; Plateau's sind in der in diesem 
Bande enthaltenen Abhandlung von Prof. Krejčí, betreffend das Žbán- und das. Říp- 
Plateau ausführlich beschrieben, und es sei hier nur bemerkt, dass der ganze , die 
Hochfläche bildende Untergrund aus den unteren, Gliedern, der Kreideformation, 
nämlich den Sandsteinen und Mergeln der Perucer, Korycaner, und Weissenberger 
Schichten besteht, welche selbst auf rothen, permischen, Sandsteinen aufruhen,, die 
in den tief eingeschnittenen Thalgriinden häufig zu Tage treten, während die Kreide- 
schiehten wieder an ihrer Oberfläche häufig mit mächtig entwickelten Schichten 
von Diluviallehm oder Schotter bedeckt sind. 

Die Communicationslinien in diesem Gebiete; sind), sehr wichtig, , da, sie 
unmittelbar mit dem Centralpunkte des Landes, mit, Prag, zusammenhängen. Die 
Eisenbahnlinie von Prag nach Lobositz schmiegt sich, an den östlichen und nördlichen 
Fuss des Plateaus an, von wo aus drei Chausséen, zwei, mit nördlicher, die , dritte 
mit nordwestlicher Richtung gegen das Plateau von Peruc und vom Rip zu ziehen. 
Die ersteren beiden sind Parallelstrassen, von denen die westliche am linken, die 


I. 129 


östliche aber bis Weltrus am rechten Moldauufer gegen Raudnitz und Theresien- 
stadt zieht. Beide überschreiten das Plateau in der Seehöhe von 720—760° mit 
nur geringer Steigung, und Kreuzen sich unterhalb Ratinoves am nördlichen Abhang 
desselben. Die nordwestlich ziehende Chaussée theilt sich in Sehlan sternfórmig 
in mehrere Zweige, von denen die nach West und Ost gerichteten die Verbindung 
mit der alten Karlsbader Strasse, sowie mit den beiden ebengenannten Chausséen 
herstellen, während eine Linie gerade nach Norden zieht, oberhalb Budenic das 
Plateau mit 780° Seehöhe übersteigt, und bei Budyn in’s Egerthal einmündet, eine 
andere jedoch die ursprüngliche nordwestliche Richtung von Prag beibehält, ober- 
halb Jungfer-Teinitz in 1170° Seehöhe das Perucer Plateau überschreitet, und sich 
dann in’s Egerthal bei Laun herabsenkt. 

Die Oberfläche des Bodens besteht fast durchaus aus gutem fruchtbarem 
Ackerland, Waldgrund ist in dem auf der Karte enthaltenden Theile des ganzen 
Terraingebietes nur spärlich vorhanden, erst südwestlich am Zbän-Plateau tritt der 
Wald in grösserer Ausdehnung auf. 

Die mittlere Erhebung des Bodens kann erst später im Zusammenhange 
mit dem Hauptplateau gegeben werden. Soweit das Terrain auf die beiliegende 
Karte fällt, dürften von der ganzen Bodenoberfläche etwa 20 Prozent zwischen 
150 bis 200 Meter, mehr als 70 Prozent zwischen 200 bis 300 Meter, und kaum 
10 Prozent zwischen 300 bis 400 Meter Seehöhe liegen, so dass die mittlere See- 
höhe auf etwa 241 Meter oder 762 Fuss zu setzen wäre 


$. 17. Allgemeine Schluss-Betrachtungen. 


Zum Schlusse wird es gut sein, eine Übersicht und Vergleichung der in 
den vorhergehenden Abschnitten gewonnenen Resultate zu geben, und zwar nach 
den Hauptmomenten, durch welche die geschilderten Formen der Oberfläche besonders 
Charakterisirt sind; denn wenn auch eine solche Zusammenstellung schon jezt uns 
Dur ein unvollständiges Bild des nördlichen Böhmen geben wird, da als Material 
Nur die in dem Gebiete der beiliegenden Karte enthaltenen Höhenmessungen benüzt 
Werden konnten, so wird der aufmerksame Leser sich doch dadurch schon auf einen 
allgemeineren, höheren Standpunkt erhoben fühlen, als ihn die Betrachtung eines blos 
einzelnen. Gebirgszuges gewährt, besonders wenn man bedenkt, dass das hier be- 
Sprochene "Terrain einen Flüchenraum von mehr als 130 Quadratmeilen umfasst. 
Ich werde dabei, wo dies angeht, wieder die Tabellenform wählen, da dieselbe 
die beste Übersicht gewährt. Als besonders interessant und eines Vergleiches 
Werth erscheinen die Höhenlinien, die Tiefenlinien und die Flächenausdehnung 
des Bodens in verschiedener Höhe. Daran sollen noch einige Bemerkungen über 
die Communicationslinien und die damit zusammenhängenden strategisch-taetischen 
Verhältnisse des besprochenen Terrains geknüpft werden. 

Die wichtigsten Höhenlinien des Terrains sind in nachstehender Tabelle 
Ausammengestellt. Es ist dabei selbstverständlich immer nur der Hauptrücken 
senommen. Von den Gipfelpunkten ist der absolut höchste angeführt, wenn der- 
Selbe auch ausserhalb der Wasserscheide liegt. 


9 


H 
К 
E 


> a Mittlere Sattelpunkte \ 
Hauptaxe Höchster Gipfelpunkt ` "tere. — ——— 
Nas Rücken- Hóchster Niedrigster 
3 Länge | Seehöhe höhe- in "NT Seehöhe | 
Richtuns > Name z Seehöhe + Seehöhe | 
Se Heilen W.-Fuss |W.-Fuss. Name W.-Fuss Name W.-Fuss | 
1. Mittelgebirge: 
a. Südwestl. Flügel . = SW—NO! 30 Mileschauer-Berg . | 2642 | 1550 [Kostenblatt 1800 Hochpetsch 854 
b. Nordost Flügel . SW—NO, 40 Geltsch-Berg 2277 | 1600 jAlgersdorf 1662 Kamajk 1038 
e. Nordwestl. Flügel SW—NO. 1:7 Lerchen-Berg 1944 | 1400 |Leuckersdorf . 1434 |Ulgersdorf 918 
2. Erzgebirge, nordöstl. Flügel SW—NO 35 Zinnwald-Berg 2754 | 2200 |Zinnwald 2730 Tyssa-Brache 1780 
3. Nordböhm. Sandsteingeb. 
a. Westlicher Flügel : W—O 40 Schnee-Berg 2289 | 1400 [Dorf Schneeberg 1851 Reinwiese 1100 
b. Centraleruppe . à W—O 2'3 |Finkenkuppe . 2532 | 1700 [Am Hanfkuchen 1920 Antonienhéhe 1746 
c. Oestlicher Flügel WXW—6080, 1'8 Hochwald-Berg . 2318 | 1500 |Hayn-Sattel 1836 Passerkamm 1461 
4. Lausitzer Gebirge WAW—080 | 2:0 Tanzplan 1890 | 1300 }Kreib. Neudörfl . 1488 N. Grafenwald 1262 
5. Jeschken Gebirge, NW-—SO, 80 Jeschken-Berg 3206 | 1850 {Auerhahn-Sattel 2395 Pankraz 1392 
6. Isersandstein-Plateau 
a. Hügell. v. Aicha NO-SW 15 Roll-Berg 2202 + 1350 |Rostan 1392 Neuland 1200 
b. Weisswasser-Plateau NO—SW 3:6 'Bösig-Berg 1899 1100 |Hühnerwasser 1068 In d. Balz . 972 
c. Daubaer Gebirge NW—SO 32 Wilhoscht-Berg . 1968 | 1200 jBleiswedel . 1164 Sirtschengrund 1092 


I. 131 


Aus dieser Vergleichung ist ersichtlich, dass die mittlere Rückenhóhe von 
der grössten Gipfelhóhe ganz unabhängig ist, denn während mit Ausnahme des 
Mileschauer, des Zinwald-B., der Finkenkuppe und des Jeschken, die übrigen gróssten 
Gipfelhóhen keine grossen Differenzen gegen einander zeigen, ist dies bei den 
zugehörigen Rückenhóhen doch der Fall, und zwar oft in gerade umgekehrter 
Weise, was übrigens darin seine Ursachen hat, dass mit Ausnahme des Jeschken 
und des Zinnwald-Berges alle anderen Gipfelpunkte phonolitischer oder basaltischer 
Natur sind, oder wenigstens einen solchen Kern vermuthen lassen, da sie meist 
isolirt als domförmige oder kegelfórmige Kuppen über die Rücken emporragen. 

Es mögen nun die wichtigsten Tiefenlinien oder Thalwege des Terrains 
folgen, und zwar nur in den Hauptresultaten, um eine Übersicht zu ermöglichen 
da das Detail ohne dies bereits in den vorhergehenden Abschnitten enthalten ist. 


See in wa Hihenditf, | Liago des ШШ Ge- ES 
Thalweg des : KC ‚Thalweges in S ves Richtung тіске 
Т am An- а | Thalweges Weile ganzen Thal- lung, 
? am Unde) . elen, dA 
fange. ۳ W.-Fuss. мерев, | 
1. Elbe-Thales: von Melnik b. | Den anon 
4000 Ж, 7 eo HAO 488 | 42 6'80 1:3886 | SO— 
von Lobositz bis Tetschen . | 438 | 376 | 62 5'51 1:2142 | SSW—NNO 
von Tetschen bis zur Griinze| 376 360 | 16 1°75 1:2809 S—N di) 
vou Melnik bis zur Gränze) 480 ecl 124 14:06 1:2732 | SSO—NNW | 1:69 
2. Iserthales: von Kl.-Skal b.| | 
zur Mündung . 864 564 300 11:25 1: 902 | NNO—SSW | 1:39 
8. Mohelka-Thales . . . .| 1986 720 1266 4.80 USCH N—S | 1°68 
4. Weissbach-Thales . . .| 960 | 690 | ` 270 2:40 1: 213 | NW—SO | 1:38 
5. Skalskybach-Thales . | 1050 | 636 414 3:18 1: 185 | NW—80 | 1:11 
6. Kokoriner-Thales . . . . . | 1020 480 540 4°45 1: 207 | N-S 176 
T. Ohudolas-Thales . . . . . 1008 | 468 || 540 3:01 LAMBS NAN PPT 
8. Munker- Altersb. (Auscha) Th. 1600 | 458 | 1142 8:52 d'Sait N—S | 172 
9 Egerthales: von Laun bis 
zur Mündung ‚| 522 444 78 5'81 1:1781 SW—NO 1:50 
10. Klapy-Thales . . . . ‚| 1484 | 416 | 958 2°40 it. 50 |NW—$80| 1:21 
11. Triblie-Kosticer-Thales . | 1524 510 1014 1:91 1: 47 | NW—SO! 121 
12, Trebnitzer-Thales . . . , 1202 188 | 769 3:19 1: 100 | WNW—080 | 2:55 
13. Mileschauer-Thales . . . . ! 1688 426 | 1257 170 1:89 W—O 1'15 
14. Biela-Thales: von Brix b. | : | 
zur Mündung. .| 666 420 | 246 5:95 1: 589 SW—NO | 1'40 
15. Lukov-Deberschken-Thal| 1740 | 612 1198 | 1°33 1; 0 | 080 —WNW 1'14 
16. Schónauer o. Saubach-Th.| 2484 492 | 1992 | 2°60 1: 31 | NW— БО | 1:30 
17. Karbitzer-Thales . . .| 1800 | 438 | 1362 | 248 w 19 8. (NW -80 | 1°30 
18. Saubernitz-Thales . . . . . | 1584 395 1189 | 1°45 | IN 0 lam d 1:26 
19. Polzen oder Pulsnitz-Th. 2400 | 376 | 2024 | 10°57 1: 125 VW 00 
20. Jeschken-Thales. . . .| 2895 | 948 | 1347 | 218 1: 36 | ONO—WSW) 1:34 
21. Zwittebach-Thales . . .| 1680 | 792 | 888 238 | 1:114 | N—S | 187 
22. Bieberbach- Thales . 1 1020.1, 160 | ШҮ 414 ie 6G W—O | 1:69 
23. Markersdorfer-Thales . | 1446 | 573 | 873 | 330 и ВЮ NO 97 
24. Königswald-Eulauer-Thales . | 1248 | 378 | 870 206 | 1: el | W—O | 118 
25. Falkenau-Kamnitzer-Thales . 1.4776. I 804 | 1415 | 410 iy o mM -WNW | 1:30 
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WESEN 


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132 I. 


In der vorstehenden Tabelle wurden die bedeutendsten Thäler, und zwar 
in der Aufeinanderfolge ihrer Mündungen in das grössere Thal von oben nach 
unten zusammengestellt, wodurch zugleich das System und der Zusammenhang 
der gesammten Tiefenlinien ersichtlich wird. Die Zahl in der ersten Ziffern-Columne 
bedeutet die Seehöhe im oberen Beginne des Thales nahe dem Sattel, jene in der 
zweiten Columne des unteren Endes bei der Mündung des Thales. Daher zeigt die 
dritte Columne, welche Hóhe zwischen den beiden Endpunkten des Thales herrscht, 
und die fünfte Columne, mit welcher mittleren Steigung von der Mündung des 
Thales bis zu seinem oberen Ende gelangt werden kann. Zieht man sich durch 
Böhm.-Leipa eine Meridianlinie, so findet man, dass unmittelbar an derselben 
westlich und östlich in den Tiefenlinien der Karte ein Streichen von S nach N, 
und von W nach O vorherrscht, weiter gegen den westlichen Rand des Terrains erhalten 
die Längenthäler ein von SW nach NO, die Querthäler ein von NW nach SO 
gerichtetes Streichen, auf der Ostseite von dieser Meridianlinie herrscht bezüglich 
der Längen und Quertháler das umgekehrte Verhältniss vor. Man sieht, dass 
dort das Krzgebirgssystem, hier das Riesengebirgssystem, in der Mitte die Resultirende 
yon beiden in der Richtung der Thäler sich ausprägt. 

Ein weiteres interessantes Moment der Vergleichung ist die perzentuale 
Flächenausdehnung in den verschiedenen Schichten oder Seehöhen, welche ich in 
nebenstehender Tabelle folgen lasse; wobei die Seehöhen von 100 zu 100 Meter 
(316 Fuss) angenommen sind. 

Man ersieht hieraus, dass die grössten Prozentzahlen für die tiefste 
Bodenlage zwischen 100—200 Meter der südwestliche und der nordwestliche Flügel 
des Mittelgebirges, die grössten Zahlen für die mittlere Höhe von 300—400 Meter 
die-ersten drei Glieder des Isersandstein-Plateau's, und die grössten Prozentzahlen 
für Höhen über 500 Meter die Centralgruppe des nordbóhm. Sandsteingebirges, 
das Jeschken und das Erzgebirge nachweisen. 


Zwischen | Zwischen | Zwischen | Zwischen | Zwischen | Zwischen | Zwischen | Zwischen | Zwischen | Zwischen! 
Gauze | 100 m. | 200 m. | 300 m. | 400 m. 500 m. | 600 m. | 700 m. | 800 m. | 900 m. | 1000 m, 


de Fläche | (316) | (633) | (949^ | (1265) | (1583) | (1897) | (2214) | (2531*) | (28479 | (81647) 
E und und und und und und und und und und | 
in 0.-М. | 200 m. 300 m. 400 m. 500 m. | 600 m. | 700 m. | 800 m. | 900 m. 1000 1000 | 
E (633°) , (949%) (1265) (1583) | (1897) | (2214^ | (2531) | (2847) (3164) (3480°) 
1. Mittelgebirge: : з о ZA of UA 9, A о JA 
a. Südwestl Flügel . . | 1499 | 918 | 445 213 8-1 31 11 01 = ET 2: 
b. Nordöstl. Flügel . . 1415 9:3 28:5 21:5 20:9 1rs 37 0*0 — — — 
c. Nordwestl. Flügel . . 3:64 34:0 204 193 24:1 2:9 = = - = = 
2. Duxerund Karbitzer Becken 2-17 16:0 84:0 E = ZI = = = = ge 
3. Erzgebirge, nordöstl. Flügel . 3°87 -— = 154 12:0 186 221 19:9 11:9 01 ЗЕ 5 
4. Nordbóhm. Sandsteingebirge 2 
a. Westlicher Flügel `. 4-67 6:8 18:7 37-8 274 TA 15 0-4 ЕЕ = — 
b. Centraleruppe . . 7. 3°71 — 32 263 331 26:6 97 11 0:0 — — 
c. Östlicher Flügel . . 4:96 = 13°7 54-2 11-2 9-7 02 0-0 E. E t 
| 5. Laußitzger Gebirge =. .=. 461 — 0:5 340 59:8 57 — — == == 2 
Ge Jeschkengebirge- = 2.“ 4-49 — 2:9 287 392 2075 5:9 25 0:9 01 0-0 
т. Isersandstein- Plateau 
a. Hügelland v. Aicha. 272 — 78 58:5 32°6 09 0:2 =s = - z 
b. Weisswasser-Plateau . 14°12 1:5 49:3 ATA 17 01 — EE = = = 
c. Daubauer Gebirge _. 9:51 14-6 380 43:6 976 0:2 Q9 2 ^^. = -S Aa 
d. Hirschberger Niederung)! 2:80 — 86:1 13:3 0*7 — = = = — — oe 


[t 


DURO RI wrt a 


134 I. 


Schliesslich erübriget mir noch, einige Bemerkungen über die Communications- 
linien des hier beschriebenen Terrains zu machen. 

Die Communicationslinien haben erstens eine grosse Bedeutung für den 
Handel und die Industrie in jedem Lande. In dieser Beziehung ist das vorliegende 
Terrain eines derjenigen in Böhmen, welches mit Verbindungslinien jeder Art am 
reichsten bedacht ist. Ein nach allen Richtungen ausgedehntes, jeden irgend 
bedeutenderen Ort berührendes Netz von Reichs-, Landes und Bezirksstrassen bedeckt, 
dasselbe und das Eisenbahnnetz wurde in dem letzten Dezennium durch drei wichtige 
Linien vervollständiget. Nur die Flussschifffahrt auf der Elbe von Melnik abwärts 
bedarf noch ausgiebiger und systematischer Nachhilfe, und auf die Regulirung der Eger 
und der Iser, und ihre Benützbarkeit zu einer ausgedehnteren Flösserei wird zu 
wenig Rücksicht genommen, wie denn überhaupt die Regulirung der Flüsse eine 
jener Fragen ist, welcher in Böhmen eine viel zu geringe Aufmerksamkeit geschenkt 
wird. — Trotz des verhältnissmässigen Reichthumes an Verkehrslinien in diesem 
Landstrich ist jedoch eine Vermehrung derselben schon in nächster Zeit mit Sicher- 
heit zu erwarten, und können wir hier als Richtungen, in denen die Legung eiserner 
Schienenwege sich sowohl durch die commerziellen wie industriellen Interessen 
empfiehlt, und das Terrain ihrer Ausführung keine bedeutenden Schwierigkeiten 
in den Weg legt, besonders folgende bezeichnen: Die directe Verbindung des Duxer 
und Brüxer Braunkohlen-Beckens über den Sattel von Königswald mit Bodenbach, — 
die Verbindung von Leipa mit Bensen durch das Polzenthal, — die Verbindung 
von Leipa über Habstein, Dauba durch das Chudolaser-Thal und Liboch mit Berkovic ; 
ferner als Flügelbahnen eine Verbindung von Kratzau mit Friedland, eine Verbindung 
von Leipa mit Niemes und Gabel, — eine Verbindung von Bakov mit Jičín. Mehr 
aus strategischem als aus commerziellen Interesse dürfte sich die Herstellung einer 
Bahn am rechten Eger-Ufer von Saaz über Laun nach Raudnitz, sowie eines Flügels 
von Laun nach Bilin-Dux empfehlen. Wir sind überzeugt, dass bei dem regen 
Unternehmungsgeist, welcher in den hier beschriebenen Gegenden unseres Vater- 
landes herrscht, in nicht ferner Zeit ein grosser Theil dieser Richtungen mit der 
Locomotive befahren werden wird. 

Die Communicationslinien haben aber in Verbindung mit der Beschaffenheit 
des Terrains auch noch eine grosse Bedeutung für die Webrhaftigkeit und Ver- 
theidigungskraft des Landes, also um im Kunstausdruck zu sprechen 2n strategischer 
und tactischer Hinsicht. 

Selbstverständlich handelt es sich hier nicht darum, ein System in der 
Benützung gewisser Operationslinien, oder irgend einer Operationsbasis in dem 
hier behandelten Terrain aufzustellen, denn einmal ist der betrachtete Landstrich 
in Bezug auf den grossen Krieg von zu geringer Ausdehnung, und nur ein kleiner 
Bruchtheil des zu einem so schönen natürlichen Ganzen abgerundeten Landes, 
und zweitens wäre es jedenfalls, um ein solches System aufstellen zu können, noth- 
wendig, gewisse politische Suppositionen in Beziehung auf den eventuellen Gegner, 
seine Macht, Operationslinie u. 8. w. zu machen, ein Beginnen, welches weder 
in dem Bereiche unserer Thütigkeit liegt, noch sich überhaupt bei der gegenwärtigen 
Mannigfaltigkeit möglicher Combinationen vollständig lösen liesse. Aus diesem 
Grunde haben es daher auch schon die tüchtigsten strategischen Schriftsteller 


| 
| 
| 


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I. 135 


aufeegeben, feste Systeme aufzustellen, da in der Praxis die in der Theorie gemachto 
künstliche Combination von Suppositionen sehr selten eintrifft, und sie beschränken 
sich meist darauf, die zur Verfügung stehenden Mittel zu. behandeln und zu prüfen 
deren richtige Benützung zur Erreichung des Zieles führen muss. Diese Mittel, 
soweit sie in den Bereich der Terrainlehre gehören, sind bereits in den vorher: 
gehenden $$. enthalten, und es ist denselben besonders in dem Abschnitte über 
die Sättel, Wasserscheiden und Communicationslinien in jedem 8. die entsprechende 
Aufmerksamkeit, gewidmet worden. 

Hier móge mir daher nur gestattet werden, nochmals kurz, alle. jene 
Momente, welche von strategischer Bedeutung sein können, zu berühren. Die Mehr- 
zahl aller Communieationslinien hat eine nach dem Mittelpunkte , des Landes zu- 
laufende, oder von diesem ausgehende radiale Richtung. Dass daher dieser Punkt, 
nämlich die Landeshauptstadt, wenn es sich um die Behauptung des Landes handelt, 
als Mittelpunkt aller Operationen zu betrachten ist, dürfte wohl. kiinftighin nicht 
mehr unter die blos möglichen Voraussetzungen zu zählen sein. Die Hauptverbin- 
dungslinien in dem beschriebenen Theile Böhmens haben somit im westlichen Theile ` 
die Richtung nach NNW, im mittleren, welcher unterm Meridian yon Prag liegt 
nach N und im östlichen theils nach NNO, theils wieder nach NW, welche letztere 
Richtung als eine Verlängerung der Verbindungen mit Wien zu betrachten ist, 
daher auch nur für diese eine Bedeutung hat. Mehrere Linien verbinden. trans- 
versal die eben genannten Communicationen. Als die wichtigsten der radialen 
Strassenzüge können hier bezeichnet werden: die Strasse von Prag über Schlan 
nach Laun, und von da nach Bilin, Teplitz, Niklasberg oder Altenberg. in Sachsen, 
und ferner die in derselben Richtung von Prag über Welwarn, Budyn und Lobositz, 
nach Teplitz und von da nach Nollendorf ziehende Strasse. Zu beiden. diesen 
Strassen laufen zahlreiche Wege zweiter Kathegorie parallel, und sind dieselben 
auch unter sich durch Transversallinien gut verbunden. Auf. der Ostseite begleitet 
sie die Eisenbahnlinie, und ist ausserdem diese Richtung daselbst, durch die sie 
begleitende Elbelinie gut gedeckt. Dieselbe geht direct auf die Hauptstadt Sachsens 
zu, und haben deshalb auch bekanntlich die erstgenannten Communicationslinien 
sowohl im siebenjührigen Kriege, sowie im Kriege von 1813 eine grosse holle ge- 
Spielt. Von Prag aus befinden sich auf denselben mehrere vortreffliche Positionen, 
wie die Egerstellung auf dem Plateau von Peruc, und bei Dusnik, welehe. letztere 
an Theresienstadt; einen wichtigen Stützpunkt hat, dessen weit reichende Bedeutung 
im letzten Kriege erst recht klar wurde. Im weiteren Verlaufe gegen, ‚Nordwest 
führt die Strasse von Laun, wo ein wichtiger Strassenknotenpunkt ist, mit sehr 
sanfter Steigung in das Biela-Thal und nach Bilin, während der östliche Strassen- 
zug die etwas schwierigen Defileen des Paschkopole, des Klostergraber und des 
Lukower Sattels passiren muss. (Seite 22 und 23.) Beide Strassenzüge gelangen 
nun in die sich von Dux über Teplitz, Kulm bis Arbesau ausdehnende Niederung, 
Welche sich längs des Fusses des ganzen Erzgebirges fortzieht, in welche die bz: 
gebirgsstrassen herabführen, und welche aus jenem diesen Strassen parallel laufenden 
wellenfórmigen Terrain besteht, welches die jedem Feinde gegenüber, der aus den 
schwierigen Eirzgebirgsdefileen in diese Niederung herausdebouchiren will, so ver- 
derblichen Flankenstellungen gestattet (Kulm 1813). 


136 I. 


Eine Bewegung von Prag direct nach Norden trifft auf keinen strategischen 
Zielpunkt, noch weniger aber ist diese Richtung für grössere Truppenbewegungen 
geeignet, da sie meist durch schmale, von steilen Felswänden eingeschlossene, 
wenig bewohnte Thäler führt, zahlreiche, hohe Sättel zu überschreiten hat, und 


nirgends eine Entwickelung gestattet. Nur die Strasse von Leipa über Dauba 


nach Liboch dürfte hier eine Berücksichtigung verdienen. 

Wichtiger ist die Riehtung nach NNO, die sogenannte Iserlinie, welehe nach 
Norden fortgesetzt nach Görlitz führt. Es wurde über die strategische Bedeutung 
dieser Linie bereits Einiges gesagt (Seite 105 und 120), insoferne in den Operations- 
bereich derselben auch das wichtige Reichenberger-Thal gehört. Indess muss be- 
merkt werden, dass eine in dieser Richtung begonnene feindliche Operation unter 
den gegenwärtigen politischen Verhältnissen ihren Zielpunkt nicht in Prag, sondern 
in Wien suchen wird. Sehr wichtig sind in dieser Richtung als Knotenpunkte 
Jungbunzlau, Münchengrätz und Turnau mit ihren vortrefflichen Positionen, für die 
innere Iserlinie, wenn dieselben auch für grosse Massen nur Frontal-Aufstellungen 
erlauben, und auch in ihren taetischen Verhältnissen Manches zu wünschen übrig 
lassen. Für die äussere Iserlinie ist das Plateau westlich und östlich vom Bösig 
bis Hühnerwasser, dann die Höhe Jilové bei Liebenau, welche das Defilé von Langen- 
bruck beherrscht, besonders wichtig. Übrigens hängt die Bedeutung dieser Operations- 
richtung mit jener von Jičín so enge zusammen, dass später bei der Deschreibung 
des Jieiner Terrains nochmals auf dieselbe zurückgekommen werden wird. 

Was nun endlich noch die tactischen Verhältnisse betrifft, so wird wohl 
Niemand fordern, dass hier im Detail auf dieselben eingegangen werden solle, 
vielmehr müssen diejenigen, welche sich für dieselben interessiren, sie aus der 
vorhergehenden Beschreibung der einzelnen grösseren Terraingebiete abstrahiren. 
Hier kann es sich nur um eine kurze Recapitulation gewisser Hauptmomente 
handeln. Folgen wir den eben beschriebenen strategischen Hauptlinien, so erhalten 
wir folgende kurze Charakteristik, wobei ich nur bemerke, dass die dabei betonte 
’assirbarkeit sich nicht auf die Chausséen erster Klasse bezieht, welche meist bei 


jedem Wetter passirbar sind, sondern auf die Feldwege und den Boden überhaupt. 


Das Perucer und Georgsberger Plateau enthält ausgedehnte, offene und reine, 
sanft geneigte Flächen, durchschnitten von nicht sehr tiefen, in dem oberen Beginnen 
derselben ziemlich flachen Thalfurchen, welche meist eine gegen die supponirte 
Operationslinie senkrechte Richtung haben, daher sehr gut decken und verdecken. 
Der Boden (Plänermergel) ist im trockenem Zustand fest, auch im Regen ziemlich 
gangbar, nur bei Peruc, Bifza, dann östlich von Krabsic und Lipkovie wegen der 
ausgedehnten Lagen von diluvialem Lehm bei nasser Witterung schwer passirbar, 

Das Egerthal ist breit, eben, durchschnitten und bedeckt, bei Postelberg, 
Laun, Vršovic, Radonic, Libochovic, Radovéstec, Budyn und Theresienstadt führen 
feste Brücken über den Fluss, welcher übrigens hier nicht tief ist und ein geringes 
Gefälle hat. Das Thal ist theilweise mit sumpfigen Wiesen und Auen bedeckt, 
durch die zahllosen Flusskriimmungen und einmiindenden Bäche durchschnitten, 
und bei anhaltend nassem Wetter nicht ohne Mühe passirbar. 

Von dem südöstlichen Fusse des Mileschauer Zuges im Mittelgebirge | gilt 
dieselbe Charakteristik, wie von dem Perucer Plateau, nur ist das Terrain, dessen 


| 


L 137 


Oberfläche mit jüngeren Mergeln und Diluviallehm bedeckt ist, bei nassem Wetter 
nicht so leicht passirbar. Der Rücken desselben aber ist waldbedecktes Terrain 
mit steilen Abfällen, der Boden fest und bei jeder Witterung ziemlich gangbar 
(Basalt und Basalttuffe, Phonolithe). Sehr wichtig sind die Sattelpunkte (8.1593. 
u. 23). Der nordwestliche Fuss gegen die Biela ist weniger bedeckt als der 
Rücken, aber mehr durchschnitten als der  südöstliche Fuss. Die Tiefenlinien 
ziehen vorherrschend parallel zu den wahrscheinlichen Operationslinien, sind auf 
der südöstlichen Seite ziemlich flach, auf der nordwestlichen jedoch tief eingeschnitten 
und gestatten keine Entwickelung. 

Das Biela-Thal (S. 30) ist ein enges, von ziemlich steilen hohen Abfällen 
eingeschlossenes Thal, hat auf der Strecke von Obernitz bis Aussig 13 feste, meist 
hölzerne Brücken (nahezu bei jedem am Flusse befindlichen Orte), und kann als 
ein Terrainabschnitt betrachtet werden, welcher von einen von Teplitz eingeleiteten 
Rückzug auf die Egerlinie gut zu decken vermag. Besonders wenn man dabei 
die am linken Ufer der Biela befindlichen guten Positionen, den Wachholder-Berg 
und die Höhen von Jedowin, zu benützen versteht, welche die Teplitz-Karbitzer 
Niederung beherrschen. 

Die Teplitz-Karbitzer Niederung, welche sich von Dux bis Arbesau erstreckt, 
ist bereits oben bei den strategischen Verhältnissen berührt worden. + Dieselbe ist 
in tactischer Beziehung ein mit kleinen Wäldchen, zahlreichen Orten und einzelnen 
industriellen Etablisements, sowie zerstreuten Gehöften bedecktes, von zahlreichen 
Bächen, Teichen und sumpfigen Wiesen durchschnittenes Terrain, welches aus vielen, 
breiten, flachgewólbten von NW nach SO gerichteten Terrainwellen besteht, die 
gute Deckung gewähren, wena die südöstlich die Niederung beherrschenden Höhen 
in unserer Gewalt sind. Die vielen zerstreuten grossen Schachtgebäude der Kohlen- 
Sruben können als gute Stützpunkte dienen. Das ganze Terrain ist als Ausgang 
der Kirzgebirgsdefileen äusserst wichtig. 

Das Erzgebirge auf seinem südöstlichen Abhange ist sehr steil, waldbedeckt, 
Nur auf den wenigen, oben angeführten Strassen passirbar, der plateaufórmige 
Rücken dagegen ist mehr offen und wenig durchschnitten, fällt allmälig gegen 
Sachsen ab, und gestattet an vielen Orten eine freie Entwickelung bedeutender 
Kräfte. Die Zeit für die Kirsteigung des Erzgebirgs-Plateau aus der Teplitzer 
Niederung, über welche sich dasselbe 12 bis 1500° hoch erhebt, ist für Fussgeher 
auf den verschiedenen Wegen sehr verschieden, auf der Zinnwalder Strasse etwa 
2 Stunden, auf der Mückenberger Strasse etwa 1 Stunde, auf jener von Nollendorf 
ri Stunden; die Wege sind. bei jeder. Witterung passirbar. 

Gehen wir nun in den Bereich der zweiten Operationsrichtung, so finden 
Wir hier dag Weisswasser-Plateau, den östlichen Flügel des nordbóhm. Sandstein- 
Sebirges und das Jeschkengebirgo. 

Das Weisswasser-Plateau überhóht auf dem rechten (westlichen) Iser-Ufer 
Wit seinen steilen Abfällen das gegenüber liegende linke Ufer, welcher Nachtheil 
Nur durch einzelne kurze, flache Rücken, die sich dort befinden, wieder paraly- 
sirt wird (S. 120). Das Terrain am Plateau selbst ist in der Mitte (Weisswasser) 
und im südwestlichen Theile (Mseno) offen, im nordöstlichen (Hühnerwasser) mit 
dichtem Wald bedeckt, der östliche Theil (Sychrov) ist wieder offener. Die Hoch- 


138 I. 


fläche besteht aus flach gekrümmten Wellen, welche sich von NW nach SO oder 
von NNW nach SSO ziehen, und deren zwei bis drei immer einen Terrainabschnitt 
bilden, welcher durch ein tief eingeschnittenes, enges, in derselben Richtung ziehendes 
Thal von den anderen ähnlichen Abschnitten des Plateaus getrennt wird (S. 109). 
Nahe an der Wasserscheide finden sich auch Querwellen im Terrain, welche 
senkrecht auf der Operationslinie stehen, indem sie von SW nach NO streichen, 
und daher tactisch vortheilhaft benützt werden können. Vom südöstlichen Rande 
des Plateaus bis zur Wasserscheide, auf welcher Strecke ein allmäliges Ansteigen 
stattfindet, beträgt die Entfernung etwa 2 Meilen. Der nordwestliche Abhang des 
Plateaus hat eine geringe allmälige Böschung, mit welcher er in die Hirschberger 
Niederung und in das Polzenthal übergeht. Das Terrain ist hier mit dichtem 
Wald bedeckt, durch Gräben, und Moorboden vielfach durchsehnitten. Die Ober- 
fläche des Bodens ist sehr sandig (Mittlerer Quadersandstein,) daher bei nasser 
Witterung fest und gut passirbar, bei trockener Witterung hingegen sehr locker, 
und besonders für Wagen und Pferde weniger gut gangbar. 

Der östliche Flügel des nordböhmischen Sandsteingebirges ist in seinen 
südlichen Ausläufern flach gekrümmt, niedrig, offen, wenig durchschnitten, einzelne 
waldige Basaltkegel als brauchbare Stützpunkte enthaltend. Der nördliche Theil 
ist waldbedeckt, der Zugang zum Hauptrücken steiler (8. 88), die Übergänge über 
denselben sind ziemlich breit und eben, senken sich aber auf der Nordseite sehr 
steil hinab. Daher sind die Zugänge hier leicht zu vertheidigen. Über die Gang- 
barkeit des Terrains gilt dasselbe, was bereits von dem  Weisswasser-Plateau 
gesagt wurde. 

Das Jeschkengebirge ist ein natürlicher, wallformiger Rücken, welcher 
den Eintritt nach Böhmen aus dem oberen Neissethale (Reichenberg) hindert. Der- 
selbe (8. 99 und 101) hat gegenwärtig drei bedeutendere Übergangslinien : Pankraz, 
Auerhahn-Sattel und Langenbruck. Der erste ist der am wenigsten schwierige, 
der mittlere der am wenigsten praktische. Der letzte von Langenbruck ist durch 
die Höhen von Jilové bedroht. Die Abhänge auf beiden Seiten sind sehr steil, 
waldbedeckt, gestatten nirgend eine grössere Entwickelung. 

Der grosse Raum in der Mitte unseres Blattes, im Norden die sächsisch- 
böhmische Schweiz, im Süden die Daubaer-Gebirge enthaltend, eignet sich weniger 
für den grossen Krieg, und dürfte nur für den Parteigängerkampf von Werth sein. 
Denn das Terrain besteht hier zum grossen Theile aus ebenen plateaufórmigen, 
waldbedeckten Rücken, welche durch eine Unzahl grösserer und kleinerer Thal- 
gründe durchschnitten sind. Diese Thalgründe (S. V5 und 111) sind tief in die 
Rücken eingeschnitten, mit Wald, Hopfengärten dicht bedeckt, und erlauben theils 
deshalb, theils wegen des tiefgründig sandigen Bodens keine Bewegung ` erósserer 
Massen. Dagegen sind dieselben für den kleinen Krieg von Vortheil, welcher 
unter zweekmässiger, des Terrains kundiger Leitung auch grössere Erfolge er- 
zielen könnte. 


nt 


| 
| 
| 
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E 
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I. 139 | 
Nachtrag zu Seite 80. Zeile 15 von oben: | 
Tabelle über die Thalwege in und um den westlichen Flügel des nordböhm. Sand- | 
steingebirges. | 
| 
| | eg лш | | 
Von | Seehöhe der шей, | И. Distanz ` Gefälle | Richtung | 
Thalweg des | WEE DM | VOM x = TTE k a N a des | 
| bis | bis . | bis bis ay | 
L W.-F. in Metern, in Metern in Kilometer. | Thalweges | 
| | | 
| | | | 
| | 
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1. Elbe-Thales . | Tetschen, Niveau des | | 

| КӨӨ аи 870. , 1187 sid : ERSTE 

| Niedergrund in 364 | 1150 io | 4 : С | 2 А 
| Landesgränze, Flussniv|| 360 | 113°8 SCH EE ER | 
| V. Tetschen b. z. Landes-| | 
ИШӘ o u lee 49 138 11:2709| S—N | 
| | l 
| 
2. Kreibitz - Kam- | Die Tanntciche .  .| 1668 | 5272 | ius uet й | 
nitzer-Thales . | Kreibitz, Stadt «| 1080 B414 d | SA E a ER | 
Mühle unterh. Hohen-| й | kid dee Geer nu) 
EIER RAA ar" A 618 | 1958 : k | | TUM 
| Herrenskretschen . 361 | 1142 Sai 89 f1; 110 U | 
| Von d. |Tannteichen b. | 
Herrenskretschen| . TRUM 413:0 281 1: 638, O—W | 

| 
| 

3. Falkenau- Kam- | Falkenau, Glashütte . || 1776 | 5614 | : REN e 

nitzer-Thales . | Kitlitz ү бє» FT 1446») 46711 stb са * i Mmm 
| Bóhm.-Kamnitz . . .| 912 | 288'8 BLA e Re | 
` Mühle unterh. Hohen- "S Sa отаи | 
leipe . al eler TN, in Ge ў " ; | 
Herrenskretschen . . 361 1142 811 99 ri ipiis ken nu | 
V. Falkenau b. Herrens- | 
kretschen . . ee uA 81:1 1: 70 | 080—WNW | 
| | 
| | 
| 4. Kirnischt-Thales | Schónlinde, Marktplatz 1338 | 42279 | de RUNS 7 | 
| Hinter-Daubitz .. .| 942 | 8977) 1252 i un | 
| Hinter-Dittersbach . .| 797 | 9ht9| on. m : 190 80—NW | 
| Heidemühle . . . . . || 490 | 1550 2 | Gr ^ e 0\0 WSW | 
| Sobandau ое a» -j 400. 1080 ie Ue al | — | 
Von Schénlinde bis | | | 
Ebene vele 294:9 857. |1: 121) O—W | 

| | | 


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ERSTE SERIE 


GEMESSENER HÖHENPUNKTE | 


in | 

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" 

BOHMEN. | 

| 

| 

Sectionsblatt IL. der Landesdurchforschung, | 
enthaltend 

die Umgebungen | 

| 

| 


nördlich von Niklasberg — Tetschen — Friedland bis 
südlich von Laun — Melnik — Jungbunzlau. 


| 
| 
| 
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Einleitung. 


Indem ich in den nachfolgenden Blättern das erste Verzeichniss der von 
der topografischen Section der. Landesdurchforschung von Böhmen gemessenen 
Höhenpunkte, vermehrt noch durch einige ältere verlässliche Messungen, der 
Offentlichkeit übergebe, wird es nothwendig sein, einige kurze Bemerkungen über 
den Gang und die Methoden der Messung, über die daran betheiligten Personen, 
endlich über die Genauigkeit dieser Bestimmungen zu machen. Es enthält dieses 
Verzeichniss blos solche Punkte, welche auf dem Terrain der diesem Vorzeichnisse 
beigegebenen Schichtenkarte (Section IL) enthalten sind, und welche zum grössten 
Theile, soweit selbe durch die Landesdurchforschung bewirkt wurden, in den Jahren 
1864 und 1865 ausgeführt worden sind. 

Bereits in der Einleitung zu dem vorhergehenden Abschnitte (Seite 1) 
wurde als Zweck der dem Verfasser gestellten Aufgabe bezeichnet, durch eine 
möglichst grosse Zahl zweckmissig vertheilter Höhenmessungen und Nivellements 
eine richtige Kenntniss der Höhenverhältnisse des Landes zu erhalten. Es sollte 
dieser Zweck dadurch erreicht werden, dass nach der von dem Verfasser zuerst in 
Mähren in grösserer Ausdehnung, nach ihm aber auch von Anderen angewendeten 
Methode, deren Wesen den Fachmännern durch das bereits oben (Seite 33, zweite 
Anmerkung) eitirte Buch hinlänglich bekannt ist, und welche man in neuester Zeit 
die halbtrigonometrische Methode nennt, also mit Hilfe eines sogenannten Universal- 
Nivellirierinstrumentes von zweckmässig gewählten Standpunkten aus die Höhen- 
winkel aller sichtbaren Orte, und anderer wichtiger Terrainpunkte direct gemessen 
werden, Die horizontalen Entfernungen werden aus guten Terrainkarten entnommen, 
und daraus nach den: gewöhnlichen. Formeln mit Berücksichtigung aller praktisch 
wichtigen. Correctionen die Höhenunterschiede dieser Punkte gegen den Standpunkt 
berechnet. Als Standpunkt wird entweder einer jener Punkte gewählt, welcher 
bei der vor dreissig Jahren begonnenen Katastral-Vermessung des Landes als ein 
Hauptdreieckpunkt (Triangulirungspunkt) diente, und dessen Hóhe über der Meeres- 
fläche daher bekannt ist, oder ein solcher, von dem aus mehrere solche Triangulirungs- 
Punkte sichtbar sind, so dass also die Seehöhe aller übrigen Punkte leicht daraus 
abgeleitet werden kann. Die horizontalen Entfernungen der pointirten Terrain- 
punkte werden aus den Original-Mappirungen des k. k. militärisch-geographischen 
Institutes im Maassstabe von 1 Zoll = 400 Klafter oder 1 : 28,800, deren 
Photographische Copirung für die Zwecke der Landesdurchforschung von dem h. 


144 1, 


к. к. Kriegsministerium gütigst gestattet wurde, entnommen. Die gleich bei Beginn 
dieser Arbeiten aufgestellte Instrucktion für die Mitarbeiter *) enthält eine Prücisirung 
der Grundsátze, nach denen bei diesen Messungen vorzugehen ist. Die überwiegend 
grösste Zahl der im nachfolgenden Verzeichnisse enthaltenen Messungen ist nach 
dieser Methode ausgeführt. 

a) Die in den Jahren 1864 und 1865 in dem Terrain der Section IL aus- 
geführten Arbeiten wurden so vertheilt, dass im Jahre 1864 Herr Jos. Kristen, 
Assistent am Landespolytechnikum, die Messungen im südwestlichen Flügel des 
Mittelgebirges, am Perucer und Georgsberger-Plateau, dann in dem Gebiete zwischen 
Auscha und Gastorf, der Verfasser aber, welchem zugleich die Oberleitung 
der orographisch-hypsometrischen ` Arbeiten übertragen ist, die Messungen im 
östlichen Flügel des Erzgebirges, im Teplitz-Karbitzer Becken, im nordwestlichen 
und nordöstlichen Flügel des Mittelgebirges, dass ferner im Jahre 1865 der Ingeniuer 
Herr Carl Baron Callot die Bearbeitung der auf der Karte enthaltenen Umgebungen 
des Iserthales auf beiden Seiten des Flusses, des Weisswasser-Plateau's, sowie 
eines Theiles der Hirschberger Niederung, Herr Kristen des Jeschken- und Iser- 
gebirges, sowie des östlichen Flügels des nordböhmischen Sandsteingebirges, der 
Verfasser aber die Bearbeitung der Daubaer-Gebirge, des centralen und west- 
lichen "Theiles des nordbóhm. Sandsteingebirges und des Lausitzer Gebirges über- 
nahm. Auch begieng der letztere behufs Verfassung der Schichtenkarte die von 
den beiden Mitarbeitern Callot und Kristen bearbeiteten Gebiete theils im J. 1865 
theils im J. 1867 und 1868, wobei derselbe ebenfalls einige Messungen daselbst 
machte. In dieser Weise wurden auf einem "Terrain von etwa 1928 Quadrat- 
meilen in den Jahren 1864 und 1865 cirea 5000 Punkte, darunter mehrere doppelt 
und mehrfach bestimmt. Alle diese Punkte in das nachfolgende Verzeichniss auf- 
zunehmen war unmöglich, noch weniger aber war es möglich, die gemessenen 
Elemente und die Hauptphasen der Rechnung hier mitzutheilen, weil dadurch 
der beanspruchte Raum, somit auch die Kosten des Druckes wohl verdreifacht 
worden wären. Vielmehr habe ich mich begnügt, aus unseren Messungen nur die 
wichtigeren und eharakteristischen Punkte herauszuheben, und dabei nur die 
Resultate (nämlich die Seehöhe in Meter und W. Fuss) mitzutheilen, da denjenigen, 
welche es wünschen, in die von uns geführten Vermessungs- und Berechnungsjournale 
gerne eine beliebige Einsicht gewährt werden wird, dieselben auch schliesslich 


? 


geordnet dem Museum übergeben werden sollen. Zu diesem Behufe ist in dem 


folgenden Verzeiehnisse bei jedem gemessenen Punkte nicht blos der Autor, son- 
dern auch das Jahr und die Methode der Messung näher bezeichnet. Bezüglich 
der Methode der Messung muss noch bemerkt werden, dass in solchem Terrain, 
welches keine Aussicht und Verbindung mit anderen Punkten gewährte, auch das 
jarometer, und zwar sowohl das Quecksilber, wie auch das Aneroid-Barometr von 
mir benützt wurde. 


*) Erster Jahresbericht über die Wirksamkeit der beiden Comités der Landesdurchforschung 
von Böhmen Prag 1865, auf Seite 24: Instruction für die Mitarbeiter der Section für Hypso- 
metrie u. 8. w. 


I. 145 


Neben diesen durch Mitglieder und auf Kosten der Landesdurchforschung 
ausgeführten Bestimmungen habe ich der Vollständigkeit wegen in das nachfolgende 
Verzeichniss noch folgende Messungen aufgenommen : 

b) Die unter dem Namen „Messungen des Generalstabes von der 1 l'riangu- 
lirungsabtheilung des w. k. milit. geographischen Institutes ausgeführten Bestimmungen 
der ойнор eer der letzten Vermessung des Königreiches Böhmen, welche 
noch niemals publizirt, mir aber über mein Ansuchen durch die besondere Libera- 
lität und Güte S. E. des Herrn Feldmarschalllieutenents von Fligely, Directors 
des k. k. milit. geogr. Institutes, schon vor längerer Zeit in Abschrift mitgetheilt 
wurden. Diese Punkte bilden die Grundlage unserer Arbeiten, wir haben dieselben 
durch zahlreiche Pointirungen abermals unter sich verbunden, und sind. daher 
auch in der Lage, im Falle in Folge der mitteleuropüischen Gradmessung eine 
für die Praxis merkliche Veränderung in den bisherigen Höhenzahlen Platz greifen 
müsste, ohneweiters die entsprechende Correction an unsere eigenen Hóhenmessungen 
anzubringen. Auch haben wir nicht versäumt, unsere Standpunkte, wo dies nur 
Möglich war, mit den sichtbaren Hauptpunkten der mitteleuropäischen Gradmessung 
in diesem Terrain (wie z. B. Tetschner. Schneeberg, Lausche, Jeschken, Bösig, 
Mileschauer u. s. w.) direct zu verbinden. 

c) Weiters habe ieh die Hauptpunkte mehrerer mir freundlichst mitgetheikien 
Nivellements von ‚Eisenbahnen, und zwar insbesondere das der k. kı Staatseisen- 
bahngesellschaft, der Stdnorddeutschen Verbindungsbahn (Reichenberg-Pardubitz), 
der böhmischen Nordbahn, der Kralup-Turnauer-Bahn, endlich das J'lussnivellement 
der Elbe der k. k. Landes Baudirection aufgenommen. Jedoch war ich genóthiget, 
an die Coten der Längenprofile dieser Bahnen, welche durchaus die, Seehéhen in 
W. Klafter angeben, sehr bedeutende Correetionen anzubringen, da die Seehöhe 
des Prager Staatsbahnhofes noch immer zu 94:0 anstatt zu 101:23, der Reichen- 
berger Bahnhof zu 187°96 anstatt zu 19963, und der Kraluper Bahnhof. zu, 82:00 
anstatt zu 92-00 angenommen wird. Daher habe ich, an den Coten der nördl. Staats- 
bahn eine Correction von 7:93, an denen der Bóhm.-Nordbahn ebenfalls von 7:23, 
> denen der Kralup-Turnauer-Bahn von 10°00, endlich an denen der Reichenberg- 
Pardubitzer-Bahn von 11°68 Klafter im positiven Sinne anbringen, müssen. 

d) Ebenso erscheinen in dem Verzeichnisse einige wichtige. Resultate, aus 
der Schrift von Herrn Carl Baron Callot „Beiträge zur Höhenkunde des König- 
reiches Böhmen, Prag 1863“, dessen Bemühungen um die Hypsometrie von Böhmen 
seiner Zeit leider nicht die verdiente Unterstützung fanden. 

e) Einige mir von Herrn Johann Brückner, Lieutenant im К. sächs. Guiden- 
Corps (topographischen Corps) in Dresden freundlichst mitgetheilte , halbtrigono- 
Metrische Höhenmessungen auf sächsischem Boden, namentl, in der Gegend von Zittau, 
Welche ich vortrefflich zur Vervollständigung meiner Schichtenkarte auf sächsischem 
Boden, Wo unsere Messungen natürlich sehr lückenhaft waren, benützen: konnte ; 
bei welcher Gelegenheit ich bemerken muss. dass Herr Brückner sich mit, der An- 
fertieung einer auf Grund eigener vieljähriger Messungen  construirten Schichten- 
karte von Sachsen beschäftiget, welche vorzügliche Arbeit nahezu vollendet ist. 

f) Von barometrischen Messungen habe ich die bisher noch  unedirten 
Messungen des Herrn Forstmeister Bund in Böhm.-Kamnitz aufgenommen, welche 


10 


146 I 


sich auf das Terrain der böhmischen Schweiz beziehen, und mir von ‚Herrn Bund 
über mein Ansuchen  bereitwilligst mitgetheilt wurden. 

g) Endlich schien es mir nach meinen Vergleichungen, dass auch die baro- 
metrischen Messungen des verstorbenen k sächs. Vermessungsdirectors Lohrmann, 
sowie die des ehem, Secretürs im К. süchs. Kriegsministerium Wiemann Höhenbe 
stimmungen, deren Excerpierung mir die kónigl. sächs. Behörden in Dresden mit 
grösster Liberalität gestatteten, mit solcher Sorgfalt angestellt wurden, dass ihre 
theilweise Aufnahme in mein Verzeichniss, sowie auch ihre Benützung zur Verfas- 
sung der Schichtenkarte  gerechtfertiget erscheinen dürfte. Sowohl an den Mes- 
sungen von Bund, wie an jenen von Lohrmann und Wiemann habe ich die nöthigen 
Correctionen wegen veränderter Seehóhe des Standbarometers angebracht. 

Trotz dieser vielen unter b) bis g) angeführten fremden Messungen be- 
tragen dieselben doch noch kaum den zehnten Theil derjenigen Bestimmungen, welche 
aus Veranlassung der Arbeiten der Landesdurchforschung von den drot sub a) ger 
nannten Mitarbeitern derselben ausgeführt wurden, 

Das Maass, in denen die Höhen berechnet, wurden, war ursprünglich, da 
die Distanzen in Klaftermaass abgelesen werden | mussten, | ebenfalls die. Wiener 
Klafter. Der Umstand jedoch, dass man sich allgemein angewöhnt hat, die Höhen- 
lage im Fussmaasse anzugeben, sowie die bei uns bereits vorbereitete demnächstige 
gesetzliche Einführung des Metermaasses, wodurch: schon der nächsten Generation 
unser Klafter und Fussmaass unverständlich oder mindestens unbequem. werden 
dürfte, haben mich veranlasst, sümmtliche im Klaftermaasse bereits, berechnete 
Höhenbestimmungen auf das Meter und Fussmaass zu reduzieren. In der. diesem 
Verzeichniss vorhergehenden Terrainbeschreibung habe ich Fussmaass und Metermaass, 
sowie Meilen und Kilometer häufig und absichtlich: neben | einander gestellt, ‚weil 
in dem Ubergangsstadium, in welchem wir uns eben befinden, es nur durch häufige 
Nebeneinanderstellung und Vergleichung möglich wird, von dem neuen Maasse eine 
richtige Vorstellung zu gewinnen. In der beiliegenden Karte, welche das, erste 
Blatt eines Atlases bildet, der vor Ablauf eines Dezenniums ‚kaum vollendet werden 
dürfte, war es um so mehr angezeigt, überall das neu-franzósische oder Metermaass, 
sowohl bei den. einzelnen Höhen, wie auch bei Ziehung der Schiehtenlinien zu 
wühlen, wenn man denselben einen dauernden: Werth und: ‚praktische: Brauchbar- 
keit auch für die Zukunft sichern wollte. == » Ich setze. der. besseren Übersicht 
wegen nochmals die Verhältnisszahlen hier an, nach welchen ich die Reduction, aus- 
geführt habe: 

1 Wien. Klafter = 6 W. Fuss = 18965 Meter, 

1 Meter = 05273 Wien. Klafter = 31638 W. Fuss, 

1 Ost. Postmeile = 4000 W. Klafter = 7586 Kilometer, 
1 Kilometer = 0:132 (nahezu !/,) dst. Postmeile, 

Die Anordnung dieses Verzeichnisses verfolgt den Zweck, dem Leser 
Auffindung der Punkte zu erleichtern. Eine blos alphabetische Anführung, der 


die 


Punkte, oder eine solche nach der Zeitfolge der Messung hätte dies sehr erschwert; 
und és musste eine Abtheilung der Punkte in kleinere Bezirke erfolgen. Es lag 
dabei der Gedanke паре, entweder eine. natürliche 
gebieten, oder Gebirgszügen, oder aber die politische Hintheilung | der 


Eintheilung etwa nach Fluss- 
Bezirke zu 


I. 147 


wählen, Nach genauer Erwägung aller Umstände habe ich Jedoch keine dieser 
Kintheilungen gewählt, denn die Eintheilung nach dem natürlichen Terrain, so 
passend dieselbe bei allgemeinen Betrachtungen ist, beruht in der Detailabgränzung 
häufig nur auf subjektiven Anschauungen , und die politische Dezirkseintheilung 
Wurde bei uns in den letzten zwei Dezennien so häufig geündert, dass sie wohl 
am. allerwenigsten als dauerhafte Grundlage eines Nachschlagebuches, dessen Brauch- 
barkeit nicht blos für Monate berechnet ist, tauglich sein dürfte. Ich habe 
mich somit entschlossen, als Kintheilungsgrund die auf der beiliegenden Karte 
angezeigten Linien für die geographische Länge und für die geographische Breite 
zu wählen, so zwar, dass bezüglich der Länge die Meridianlinien von 10 zu 10 
Minuten, bezüglich der Breite die Parallellinien von 5 zu 5 Minuten als Theilungs- 
linien gewählt wurden, welche sich Jedermann, wenn er für irgend eine Gegend 
die Móhenpunkte sucht, entweder wirklich mit dem Stifte, oder in Gedanken 
auf der Karte ziehen kann. Мар erhält auf diese Weise etwas über 60 Vierecke, 
welche mit fortlaufenden Nummern von West nach Ost, und von Nord nach Süd, 
ferner mit dem’ Namen der bedeutendsten in dem Vierecke befindlichen Orte þe- 
zeichnet sind. Da die mittlere Länge eines solchen Viereckes 6130, die Breite 
4810 W. Klafter betrügt, so ist in jedem solchen vollen Vierecke eine Fläche von 
etwa 16000 Joch oder 1:60 Quadratmeilen, oder 9200 Hectaren enthalten. 

Um eine Uebersicht der Vertheilung des Bodens in den verschiedenen 
Höhenlagen zu erhalten, habe ich mit Hilfe der Schichtenkarte und des Planimeters 
für jedes Viereck den Prozenttheil des Bodens in den Schichten von 100 zu 100 
Meter bestimmen lassen, welcher Arbeit sich mein gegenwärtiger Assistent, Herr 
Gabriel Hendrich, bereitwilligst unterzog. Es sind diese Prozentzahlen in dem 
Nachfolgenden Verzeichnisse jedem Vierecke vorangesetzt, und kann mit Hilfe der- 
selben, sowie der obigen Grundfläche jedes Viereckes leicht ermittelt werden, welche 
Wirkliche Bodenfläche sich in jeder der Höhenlagen befindet. 


Erklärung der Abkürzungen, 


Bei jenen Punkten, wo nicht ausdrücklich etwas Anderes angegeben ist, bezieht 
d Höhe auf den natürlichen Boden, bei bewohnten Orten auf jene Häusergruppe, 
elche die mittlere Höhenlage des Ortes bezeichnet, 


Sich die 


In den Klammern (. ...) ist der Name Desjenigen angegeben, welcher die 

"oi: „usführte, oder von welchem sie wenigstens, wenn der Autor unbekannt ist, 
erfasser mitgetheilt wurde, Und zwar bedeuten insbesondere 

Kor, 

Kri, 

Call, 


Messung 


Оне а Die so bezeichneten Punkte wurden von den genannten Mitgliedern 
= Kristen der Landesdurchforschung unter Leitung des Verfassers gemessen, 
= Callot Von den ersten diesen Namen folgenden Zahlen bedentet die 

erste das Jahr der Messung abgekürzt, die zweite die Nummer 

des Standpunktes, die dritte die Nummer der Visur, bei Call. 

bedeutet die zweite Zahl die fortlaufende Nummer der Messung. 

Alle die so bezeichneten Messungen sind nach der halbtrigono- 

metrischen Methode ausgeführt, mit Ausnahme jener, wo das Wörtchen 

„Bar.“ eine barometrische Messung bezeichnet. So z. B. (Kor, 65, 
ШО" 


148 I. 


15. 31.) bedeutet: gemessen von Kofistka im Jahre 1865, Stand- 
punkt 15, No. 31. des Vermessungsprotokolles. 


(Oest. Triang.) — Die Bestimmungen der k. k. österr. Triangulirung (sogenannte General- 
stabsmessungen) bei Gelegenheit der Vermessung von Böhmen. 

(Call? Beitr.) = Carl Baron Callot: Beiträge zur Höhenkunde des Königreiches Böhmen 
Prag 1863. 

(Lohrm,) = Lohrmann’s weil. Vorstandes des sächs. Katasters, barometrische Messungen 
(Manuscript in Dresden). 

(Wiem.) —  Wiemann's, Secretärs im  süchs. Kriegsminist. barometrische Messungen 
(Manuscript in Dresden) 

(Bund) — des Forstmeister's Ferd. Bund in Böhm.-Kamnitz barom. Messungen (mir 


im Manuscript mitgetheilt, und von mir wegen Correetion des Moldau- 
spiegels um 18'8 W. Fuss vermehrt). 

(Back) ==, ‚Prof, Hackel’s barom. Messungen in B.-Leipa. 

(Brück.) = Guiden-Lieutenant Johann Brückner in Dresden, enthalten theils halbtrigono- 
metrische, theils barometrische Messungen, welehe mir von dem Ge- 
nannten freundlichst mitgetheilt wurden. 


(E. N. d. St, E. G.) = Eisenbahn-Nivellement. der Staats Eisenbahn Gesellschaft. 

(Е. №. d. 8. №. D. V) = e " „ Süd-Norddeutschen Verbindungsbahn. 
(Pardubitz —Reichenberg.) 

RO AN, dS. "Ze Be ^ " » Kralup-Turnauer Bahn, 


(E. N. d. B. N. B.) = "à Ў Böhmischen Nordbahn 

Die Direetionen der genannten Eisenbahnen theilten mir mit grösster Bereit- 
willigkeit die. Längenprofile mit, aus welehen ich die wichtigeren Punkte, nachdem ich 
selbe auf eine gemeinschaftliche Seehöhe reduzirte, hier mittheile. 

Die übrigen Abkürzungen bedürfen kaum einer weiteren Erklärung. 

In jedem Vierecke ist zuerst die Umgebung des Ortes, nach welchem dasselbe 
benannt ist, mitgetheilt, hierauf wird gewöhnlich im Westen begonnen, und mit den 
Punkten über Nord, Ost nach Süd gegangen, wenn nicht locale Verhältnisse z. B. eine 
ausgezeichnete Thallinie eine andere Ordnung wünschenswerth machen. In den Gränz- 
vierecken sind in dieselben auch immer noch die ihnen zunächst liegenden Orte des 
Nachbarlandes (Sachsens) einbezogen. Die Vierecke sind nach der geogr. Breite von 5 
zu 5 Minuten von Nord nach Süd, und nach der geogr. Länge von 10—10 Min. von 
West nach Ost fortlaufend geordnet. 


| 
| 
[ 
| 


1. Hainspach und Schluckenau. (Hiezu die westlich und östlich angränz. Theile.) 


Geogr. Breite: 51° 5° bis 51° 0/ 
Geogr. Länge: 32° 0’ bis 32° 10" 
Von der Bodenfläche dieses Viereckes in Böhmen liegen 
in der Seehöhe von 200—300 Meter 3:2 Procent. 
ОШОО > HP oe oe 


” » H » 
"EN " NORE NOS O 
Seehöhe in Metern. W. Puss, 
1. Hainspach, Thalsohle unter der Kirche (Kor. 65. Baeble о е Т 
2. ў Basis der Kirche (Kor. Op. Bar) andei baia ш seem АЧ „4201 
3, ў Kirchthurmspitze, (Oest. Triang.) . . мй E, o Laon 
4. T Wirthshaus an der Strasse von diesem Orte nach 
Lobendau zum Waldschlösschen, (Kor. 65. BAR ибо. v v дай 
5, ý Von diesem östlich, am Kreuzungspunkt der Strasse 
v. Schluckenau mit dem Wege zur Kirche (Kor. 65. Bar.) 4076. . . 1289 
6. Joachimsberg, Einsattlung zwischen diesem und dem Gerstenberg 
an der Strasse. (Kor. 65. Dar) . . S94. < . 1248 
T. d 500 Klafter südwestlich von Röhrsdorf. (ое st, Triang.) LOTO фу 
8. St. Anna-Kapelle, an der Strasse von weis nach Lobendau. 
5 (Kft. "ODL" But)". inge . 1805 
9. Jokelsberg, Einsattlung westlich von demselben . (Kor. 65. 18. 39.) ЭО. doy 


10. Lobendau, Basis der Kirche, (Kor. 65. Bar.) . BO70 . 1132 


11. Von Lobendau westlich, Zollhaus an der Strasse (sächs. Gränze) 


(Brück.) . . (as MAD... Mond 
12. Ober-Hilgersdorf, Haus an der Gabelung der “Thaler (Kor. 65. Bar.) 40658 4). 2487 
13. Spitzberg, südwestlich von Lobendau (Briick.) . . 1:55:03. 1489 
14. Höchster Punkt des okay von diesem Orte nach Wölms- 
: dorf am Gerstenberg (Kor. 65. Bar) . 4613. . +1460 
15, Gersten-Berg, 700 Klafter ECH, von Lobe ndan. (Oest. ' Triang!) DUAL. + 1007 
16, Raupen-Borg, Gränzberg, 400 Klafter nördlich von Nendörfel 
(Oest. Triang.) . . (maus QU MUN. . ov 1400 
^ Dorings-Berg, südlich von Neustadt (Sachsen). ( (Brück.) , ell юу 823090 7140 1026 
E Hoher Hahn, Bergkuppe an der sachs. Gränze, (Brück.) . . . DSTO qu P9 11680 
m Sebnitz, am westlichen Ende der Stadt (Sachsen). (Lohrm.) . 269'0. . . 851 
- Pieke, von diesem Orte westliche bewaldete Kuppe. (Sachsen 
| rew Mittel'aus zwei Messungen. Kor. 65. 15. 81.) . . . 4841. . . 1532 
or ч ehrsdorf, Thalpunkt bei der Kirche (Sachsen). (Brück.) yl leurs Dos I2 
98, ugau, Kire he Basis (Sachsen). (Drück.) . tie h 180: Qire beggi 
3. Neu- -Grafenwald, eisernes Kreuz am unteren Ende dos Ortes. (Kor. 
| 94 65. 18. 40.) 4 i 338.91, 0-1 1072 
| : » oberstes einzelnes Haus am ; Waldrande. (Koi. 
| 66.19.86): «(м 39. Дей) сетін, hun, 18988 , . . 1202 


25. Spitz-Berg, Gränzberg, 700 Klafter westlich von Neu- Grafenwalde, 
(Oest. Triang.)) . аа У 
26. Jokelsberg, Waldkuppe nördlich von Grafenwalde. (Kor. 65. 18. 38.) 415'6 . 
27. Taubenberg, an der sächsischen Grenze, Waldkuppe. (Kor. 65. 18. 2.) 4518 . 
28. Breiter Busch, Waldkuppe nördlich von Schluckenau, beiläufige 
Mone. GRUSS. OY Loree GBR, 
29. Rosenhain, Häuschen auf der östlichen Berglehne oberhalb der 
юше au Er, 
30. Schluckenau, Basis der Häuser am Kirchenplatze. (Коў. 65. 18. 14.) 3424 . 
oi » Kirchthurmknopf. Mittel aus 2 Messungen. (Kor. 
Бева) m TT V. A aie Osi ce 
82. ‚ Oestlicher Teich am Damme, (Kok. 265.118, 2.) BOT O, 
88. m Zwirnfabrik der Н. Н. Dittrich. (Kor, 65. 18. 5.) 3219 . 
34. y Von diesem Orte nördlich am Judenberge bei der 
Windmühle. Mittel aus 6 Messungen. (Kor. 65. 18. 0.) 874'8 
35. e Einsattlung nahe am Wege von diesem Orte nach 
Neusalza unterm Buchberg am westlichen Wald- 
" гапо: онеро ae TOTUM ODE 
36. Kaiserswalde, Höhe der Chaussée am westlichen Ende des Ortes. 
POL OO 15) D Y s 3268 . 
37. Botzen-Berg, Strasse am nördlichen Fusse desselben, (Kor. 65 18. 30.) TIT 5. 
38. " Waldkuppe, beiläufige Höhe derselben. (Kor. 65. 18. 99.) 1086. 
39. Königswalde, tiefste Häuser, Strasse an der Brücke. (Kor. 65. 18, 9.) 3307 . 
40. i Basis des Kirchthurmes. (Kor. 65. 18. 10) OOD "OR 
41. К Kirchthürmkmop£ “(Kote OO T8, ^ Tag ИННО 8095 
42. b Von diesem Orte nordöstlich, Kreuzstationen , höchst. 
PERSE АО. LO Л PEEL у" Us nep TE JSTOR 
2. Nixdorf und Zeidler. (Hiezu die wesl. sächs. Gebiete.) 
Geogr. Breite 51° ON bis 50° (55, 
Geogr, Länge 31° 50° bis 829. 10° 
Von der gesammten Bodenfläche dieses Viereckes liegen 
in der Scehöhe von 200-300 Meter 12°2 Procent, 
v : ann: a 
an e s 400—800. „„ „4795 „ 
сс и : "500-6007. абл 
Seehöhe in Metern. 
1. Finkenberg, südwestlich von Einsiedel (Sachsen). (Brück)... 4130. 
2. Herlingswalde, obere östliche Häuser (Sachsen), (Lidhumm.)oquuds 19089411 
3. Wolmsdorf, beim Kreuze am Fusswege von diesem Orte nach 
Lobendau am südlichen Abfalle des  Gerstenberges. 
(Kol. 65, Bat)s 21.88.00. одита М ions enol BOB), 
4, Lilienstein, östliche Ecke des Plateaus (Sachsen). (Brück)! . . . 4040. 


л 


б, 


. Schandau, Mündung des Kirnschtbaches in die Elbe. (Bund.) ©.) 1131. 
" Stadt, mittlere: Höhe; (Sachsen). (Brück.) ue, 11981014 
Einsiedel, Strassenhóhe an der sächsischen Grünze. (Drück.) ^. 3060., 

Wölmsdorf, an der Brücke, Gabelung der Strassen nach Nix- 
dorf.und Hainspach, (Kof..08. Bar). «(OC BI £0, 888'5, 


Seehöhe in Metern. 


W.-F. 


< LIOGO 
. 1083 


1235 
1066 


. 1018 


. 1186 


‚ 1209 


1094 
1302 


. 1704 
. 1046 
ELOY 
«1290 


W.F. 


011808 
01057 


| 
| 
| 
| 
| 


ee ot ee oe 


Seehöhe in Metern. W.-F. 


9. Gross-Nixdorf, Strassenhöhe gegenüber der Stahlwaarenfabrik des 


| Herrn, Rössler, (Kor, "Bb. ent, Tag prar eet Sr ou T °з AE 
| Ilres? ^ obere Mühle unweit Ka Kirche. (Kor. 65. Bar} 4000 . .*.1282 
bla, » e Gasthaus zur Post, 1, Stock. Mittel aus 4 Mes- 
sungen. (Kor, 65 E ab oue n. Wo o NM 
zar, " eisernes Kreuz am Wege von der Kirche in 


diesem Orte nach Klein-Nixdorf. (Kor. 65. Dar.) 4645. .,. 1469 
3. Klein-Nixdorf, bei der Johannessäule. (Rot, 65. Bar.) . . ..., 4461. . . 1411 
d Sattelhóhe zwischen diesem Orte und Salmsdorf 
OD pA cj gn Rg EEE. PUE quida I n albeit ir: iU 
15. Leopoldsruh, Thalpunkt am Damme eines chem tigen Teiches süd- 

lich v. diesem Orte bei Gross-Schönau. (Kor. 65. Bar.) 4089. . . 1278 
16. Gross-Schönau, Basis der Kirche, etwa 8—4 Klafter höher als 


A D d 


die Thalsohle. (Kor, 65.,Bar.) |... rcp COCO ty LOU 
17. Ludwigsdörfel, oberste Häuser an der Vereinigung beider Strassen 
von Schluckenau und von Nixdorf. (Kor. 65. Ваг.) 4258. . . 1347 
18. Tanzplan, waldige Berghöhe 620 Klafter nordwestlich von 
Thomasdorf. (Oest. Triang.).. . psp ee, а ny let 


19. Thomasdorf, Strassenhöhe (Sattel) an der siichs. Grünze. Ое Оо v v done 
20. Nieder-Kretschen, Plateau zwischen hier und Himbeer-Grund 
(Sachsen), (Brück.) |... 4 О ШО Е 
£L Lause-Horn, Plateau östl,, von. Prossen (Sachsen). (Brück.) н ERO. Ee 
22. Hinter-Hermsdorf, tiefster Punkt der Strasse im Orte unterhalb 
$ der Kirche (Sachsen). (Kor, 65. Bar.). . . 9363:5. . . 1150 
23. Hermsdorf, höchster Punkt des direkten Weges von diesem 
Orte nach Hinter-Dittersbach im Walde. (Kor. 65, Bar.) 409'3 ... . 1295 

. Neudorf, bei Hinter-Hermsdorf in Sachsen, obere Häuser. 

(Kor. 65. 20. 25.) . ei S| 


25. Hanl-Be 'g, freie Anhöhe. 800 Klafter südüstl. der Kirche von Gr. 
Ji Nistor (OCS, INOUE] ra kino diruta 5049. 
26. Nixdorf, Grenzstein zwischen Böhmen und Sachsen am Wege von 

diesem Orte nach Hermsdorf. (Kor. 65. Bar). . . . 4297. . . 1360 


27. Kirnschtthal, an der Einmündung des Saupsdorfes-Baches. (Lohrm.) 1878. . . 594 


сл 
> 
-1 


28. Schluckenau, Kreuzberg, südlich davon Kirchlein, Basis, 

99 IE BA IW IE dni. * E A s. P EE 
E » von diesem Orte südlich, letztes Kreuz am Wege 

| nach Kunnersdorf. Basis. (Kof. 65. 18. 16.) . . 3840. .. 1215 
30, Basis des Kreuzes am Wege von diesem Orte nach 


” 


31. K; Fürstenwalde. (Kor. 65. 18. 26.) aid чи. "б, o A4 0913. 1406 
21. Kaiserswalde, oberste Häuser am südl. Ende (Kor. 65. 18. 27.) 4144. . . 1810 
Kunnersdorf, Thalpunkt am halben Wege von diesem Orte nach 
38. K P aer o EG ceni Г OO RB nan 3799. . . 1202 
34 d sdorfer-Berg, Waldkuppe östl. v. Kunnersd. (Kor. 65. 18. 22.) 4462. . . 1412 

, grafenwald, oberstes Haus. (КЛ 60, DUNS Mos ewe ШҮ, . LORD 


35. p ürstenwalde, BT Häuser am Wege von Schluckenau. 
| ATE (Kot. 165, 18.25.) 61, b ; er занати 1529 
| ^ Pirsken, waldige Ren 400 Klafter östlich von "Fürstenwalde. 
| 37. plis (Oost. Triang.) о. «rid eto otf ix es Bar, 21D 
| ' tussen, waldige Bergkuppe 850. Klafter östlich vom oberen Ende 
| SAS von Gr.-Nixdorf, (Oest. Triangle ЭВО сте 
| : #eidler, höchster Punkt der Strasse zwischen diesem Orte und 
| Nixdorf nnterm ‚Plissen-Berg. (Kor. 65. Dar.) ... . . 5220. . . 1652 


! » Basis der Kirche. (Kor, 65. 20. БЕ on WA) оина T. : 1096 


152 


Seehöhe in Metern. W.-F. 


% 
„ Zeidler, Kirchthurmknopf (Kor. 65. 20. ott ПРА HOO, 
* Hàu-ergruppe beim Förster am Waldrande. (Коў, 65. 16.18) 519°0 . 
a von diesem Orte südlich, Häuschen neben der Ruine 
der alten Windmühle b. Jägerhause. (Kor. 65. 20. 32.) 441°6 . 
. Herrenwalde, Kreuz an der Strasse von diesem Orte nach Zeidler, 


. . 1440 
. 1642 


. 1397 


Б ipl ODE AZUL. MB lag SA el 1172 4009, . 1449 
44. Lichten-Berg, Waldkuppe nordóstl. von Zeidler. (Kor. 65. 1.21.) 0040, ‚1764 
45. Sternberg, Jagdschloss, Basis, südlich у. Zeidler. (Kor. 65. 20. 26.) 416°5. ¢ vole 
46. Mühlsteinrücken, Waldkuppe. (Kor, 65. 20. 29.) . . 4732. . 1497 
47, Am Kühkopf, Waldplateau nördlich v. Raubschloss, (Kor. 65. 20. 38) 1459 . ‚1411 
48. Waldseite, nordöstlich von Neu-Ehrenberg, Waldplateau. (Kor. 


N en nen er Ce OO. 


9. Neu-Ehrenberg, von diesem Orte südwestlich, Basis des alten 


wn Oe 


Windmühlengebäudes. (Kor. 65. 16. 22.) . 4214. . 1333 
au; » oberste Häuser an der Strasse nach Schluckenau 
ЁШ ҮПТЕ," (Or. 60, Li ail se Een, . 1548 
51. Alt.-Ehrenberg, Kirchthurmknopf. (Kor. 65. 16. 28.) .... 4665. „ФО 
52. Wolfs-Berg, bewaldete Felsenkuppe 400 Klafter nördlich vom 
DOLIO SV Us pela Cost. LEME er, d eer DOO Li. . 1865 
58 P Dorf, Häuser am höchsten Punkt der Chaussée im 
Sattel zwischen Wolfsb. u. Stein-Berg. (Kor. 65. 20. 17.) 4763 . : 2007 
54 3 Jügerhaus ünterm Steinberg. (Kor. 65. 20. I8) . 4995, . 1580 
55 Б tiefster Punkt der Strasse zwischen diesem und 
EM. TRO ОО RT etuer da d 4. UE ES c + 1960 
56. Gärten, oberste Häuser am Plateau, (Kor. VOL UE penis AI 2 TOTO 
57. Schönbüchel, am Punkte wo die Strasse nach Zeidler das Thal 
Veri SEU ТЕО. OO, DUM) Mos RU a ЧООР, 1071 
58. Schnauhübel, Basis der Kirche. (Kor. 65. 20, 10) inis ne . 44838. 1418 
59. Hinter- Daubitz, höchste kegelfórmige Felsenspitze östlich von 
diesem Orte. Кой 0057; 20, ӘЛ NT. 1: 891-0). 1237 
60. Langengrund, Fabriksgebäude des Н, Anton Friedrich an dir 
Strasse. (Kor. 65, 20. 12.) 702 1171 
З. Rumburg und Alt-Georgswalde. (Hiezu die östl. sächs. Gebiete.) 
Geogr. Dreite Dino be 50% 55! 
Geogr? Länge 32° .10^ bis. 828.9 1207 
Von der gesammten Bodenfläche dieses Viereckes liegen 
in der Seehöhe von 300—400 Meter 41:2 Procent, 
MM " n5 40025009. peu ЕЙ Ән луи 
Seehöhe in Metern. W.-F. 
1. Rumburg, Strassen- icai an der steinernen Mariensäule am Platze 
(Kof. 0i Bar) 1 до; qaod ORBITING, 21188 
p 2 Axe des Zifferblattes der Раат, (Kor- 65, 15. 4.) 400°0 . . 14265 
8. же Thurmknopf der Pfarrkirche. (Оеѕё, Triang.) . . . 4238. 41339 
4, d Ecke des Stracheschen Hauses, Basis desselben. (Kor. 
05, TOMBE IO, проно, woityelyis geg, 39b, РОСТ 1998058 , . 1203 
5. Ln Basis der protestantischen Kirche am Wege nach 
Schonlinde. (Kor: 6% ID “O0 Ho). out A 79) 8898 . 1232 


e ети 


153 


Seehöhe in Metern. W.-F. 


6. Rumburg, Eisenbahn-Stationsplatz, Schienen der Bahn. (E. N. d. 

| Bree BO SCO ^V (лай. 30 ar 98814219 «1100218 
| T. a Grosses Restaurationsgebäude am südöstlichen Ende 
der Stadt, an der Strasse nach Warnsdorf (Koristka 

65. 144BI wre abroad. ba ol nen OB Datei 101 
8. d Isolirte Kirche am Berge, nordöstlich von der Stadt 


Basis. (Кой 565. 114.084.) oe vod iod lung lad T. 14210012 51411382 
Ziegelófen, westlich von diesem Orte, Basis. (Kor. 
65. 1Badbdu)2) oot oth Amt оваа ob ал. "daer 197976:48-204(0 201 
10. Schónborner Seiten, Strassenhöhe über den obersten Häusern. 
(Kok) GBA ASB) ат, „оше 11082018 411. 092880 
11. Huttung, Wirthshaus an e Strasse von Rumburg nach Schön- 
linde. (Koro бонат) гош. nv ‚ 4006... 1267 
12. Rumburg, Eisernes Kreuz am Fusswege von diesem Orte nach 
den ey auchberghäuseln oberhalb der Ziegelöfen. (Koř. 
ОБРЫВ Ви) ае, 9 90 abeng 8943... . „1207 
13. Rauchberghäusel, Basis des Kreuzes nördlı di won. . (Kok. 65. 18, 10.) 468'4 1.11. 1482 
14. Rauchberg, oberste Felsenspitze im Walde. (Kor. 65. Bar) . . 5164. . . 1634 
15. Rumburg, Strasse von diesem Orte nach Schönlinde, am Plateau 


» 


d südlich vom Schiesshause. (Kor. 65. 15. 12.) я 4151. . 1999 
16. Rauchberg-Wald, niedrigster Punkt des Weges von Gärten nach 
den Rauchberghäuseln. (Kor. 65. Bar.) . . 4362. . 1380 


17. Schönlinde, von hier nördlich Kreuz, bei den Bauroden, am 
Plateau am Fusswege von den Rauchberghäuseln 


nach Gärten, Mittel aus 4 Messungen. (Kor. 651160.) 4608 . . . 1458 
18, " Münzels Bleiche, oberes Haus an der Strasse nach 

Rumburg. (Kor. 65. 16.5.) . . {чей pr ob, ir 1422 
19. S Kreuz an der Strasse zwischen Münzels Bleiche 

und Sehönlinde. (Коў. 65. 16. 25.) . . r 4522141111431 
20. Kreuz am Plateau nördlich von dinto m Orte am Wege 


nach Alt-Ehrenberg. (Kor. 65. 16. 14) 22. . 6 4451. . . 1408 
21. Nieder-Ehrenberg, Einmündung der Chaussée nach Schluckenau. 
(Kok 056..18/ 96) . (09 AL 160,9) . 8790... . 1199 
Häuser an der Strasse nach Alt-Ehrenberg 
| unweit dem Kreuze. (Kot. 65. 15. 26.) . 238834... 1213 
| 23. Waldecke, Haus am südöstlichen Ende an der Strasse. (Коў. 
| 68; 018.0 97D) ‚cn Aa) (йа; | Hab, METER 


” 


kc Jüttel-Berg, 450 Klafter nördlich von Königswalde. (Oest. Triang.) 8088. . . 1039 
25, Wüstegut, grösserer Teich ober der Mühle bei den obersten Häusern, 
96 Niveau des Wassers, (Kor. 65. 15. 23.) . . . . 4005. . . 1270 
e » oberstes Haus am  Waldrande, nordöstlich im Orte, 
97 Basis. Roron GUST 24)! basib N qui ogqud ,00082:4:1,:1011299 
| “f. Von Rumburg nördlich der Teich im Thale gegen Gersdorf. 
| gs (КОЕ. 67, Bar.) 204) дию {ыд рө. Aer, 8892... : 1937 


‚ Aloisburg, östlich. davon Chaussée nach Rumburg an der Ueber- 
setzung der Eisenbahn. (E. N. d. p. N. Bawaba, MES'4. + . 1808 


aT E Gersdorf westlich, freie Anhöhe. (Kor 67. Bar.) . . . . 4413 . . 1396 

"^ Königswalde, oberste Häuser an der Strasse nach Alt-Georgs- 

31 walde? (КО. 0953000, .59ydon4 ni TuibeiongaA, nyen 4001 . . 120b 
N » hóchster Punkt der Strasse von diesem Orte nach 

39 Alt-Georgswalde, (Кой, 65. 19. 6.) 2. 000,005 4481; 50 1402 


- Kumpfen- -Berg, östlich von Königswalde. (Kor, 65. 15, 29.) . . 455'8 . . 1440 


154 


Seehöhe in Metern. 


Von Alt-Georgswalde westlich, Strasse nach Schluckenau, Anhöhe 
4245 


beim eisernen Kreuze. (Kor. 67. Bar.) . 


ED: 


34, Alt-Georgswalde, Strasse unter der Pfarrkiviche, (Kor. 67. Bar.) 361 
35. Neu-Georgswalde, obere Mühle. (Kor, 67. Bar.) . 398 71918 
36, Zwischen Alt-Georgswalde und Spreedorf, flacher Rite ken östl, 
von der Kirche v. Georgswald. (Kor. 67. Bar.) . 3741 
37. Unter-Spreedorf, Thalpunkt bei dem Hause Nro. 969/ 371 (8: здн), 
i O70 Bary O J ? 3641 
38. Ober-Spreedorf, Brücke an der Strasse über die Spree (Si ichsen). 
(KoR/97.:Bár)ydo oh odi odie’. 1801188116 
39. Von Philippsdorf südöstlich, kleine Waldkuppe. (Kor. 67. Bar.) 4157 
40. Johannesthal, obere Häuser beim oberen Teiche. (Kor. 67. Dar.) 3954 
41. Gersdorf, Basis des österreichischen Zollhauses in diesem Orte. 
(Kor. (655 10:020) 04 "rr дил. Sg). аот 018 
2 Haus am! höchsten Punkte im Orte, an der Strasse 
nach Seifhennersdorf. (Kof. 65. 15. 21.) . 4165'6 
43. Kottmarberg, bei Walddorf, Basis der Hütte daselbst. (Sachsen) 
(Kok. GOES.) WH) gta od эдип] rt, 
44. Schlechte Berg, Waldkuppe östlich von Alt-Georgswalde. (Kor. 
65. 14 88). его mov (14896 
45. Hetzwalda, Windmühle westlich von diene Orte, Basis. (Sachsen.) 
(оё. 65. el 647p Au дното HANE 1997 
46. Eybau, Basis der Kirche, (Sachsen.) (Kor. 65.14: 28.) ; 448 
17. Nieder-Leutersdorf, obere: Häuser unter dem Plateau, südöstl. 
vom Jägerhaus Neuwald (Sachsen). (Kor. 65. 14. 27.) ı1398°8 
18. Wiesenthal, Windmühle (Sachsen). (Kot, 65. 14. 24.) 5199871 
49. Pelz-Berg, Basis der Hütte daselbst (Sachsen). (Коў, 65. 14. 29.) 584'9 
50. Nieder-Oderwitz, Basis: der. Kirche (Sachsen). (Kor. 65. 14. 22) 296'7 
51. Spitz-Berg, westlich von Mittel- а oberste  Felsenplatte 
(Sachsen.) (Kor. ‘65: 23.) ve‘ „5081 
52. Grosse-Stein, obere Felsenkante bhia (Kor. 65:14. 25.) 4624 
53. Spitz-Kunnersdorf, Höhe der Häuser südöstlich d. Kirche. (Sachsen) 
(Kok. 65. 14, 20.) . Lët ; D) . 3492 
54. Buttervorwerk, Haus am Plateau in Sachsen. (Kor. on, bái 19.) 3551 
55. Floriansdorf, oberstes Haus an der Strasse nach Scifhennersdorf. 
(Koko 265. Dwat.) + йа mp 907979 
56. Seifhennersdorf, Basis der Kirche. (Sachse n) (Kot. KO? 141 86.) 18 D^ 
57. ji Thurmspitze der Kirche. (Oest. Triang.) lA dib'9 
58, " höchster Punkt des Weges von diesem ‚Orte 
nach Spitz-Kunnersd. (Sachsen), (Kor. 65. 14. 39.) 41375 
59. Finkenberg, östl. v. Seifhennersdorf, (Sachsen.) (Kor, 65. 14 38.) 485'5 
60, Spitz-Berg, freie Kuppe am Waldrande 1300 Klafter | nordóstl. 
der Kirche von Alt-Warnsdorf, (Oest: Triang.) 54212 
61. ii am Fusse desselben, Beginn des Waldplateau (Kor. 
66, Rent oh. и» und дора азгын aoynh .d42p:9 
62 i am südlichen Abfall. desselben, oberstes Haus, am 
Waldrande. (Коў. ën. Dar) . ‚ойу .doitias90918 
63. Neu-Warnsdorf, höchster Punkt der. Strasse von. diesem | Orte 
nach Kunnersdorf in Sachsen, (Коў, 65. 14. 18.) 4166 
64. Worbs-Berg, bei Floriansdorf. (Kor. 65. 14. A02). 012145879 
65, Lind-Derg in Sachsen, Waldkuppe östlich: von  Franzenthal. 
1.614 


(Kor, op oke ki 


W.-F. 


1848 
1144 
1200 


1184 


1207 
1815 
1251 
1421 
1473 
1840 
1530 


1568 
1091 


1262 
1244 
1850 

939 


1607 
1463 


1105 
1124 


1199 


1129 
1314 


1460 


Geogr, Breite DI 0^. bis 50° 55‘ 


1 155 
4. Engelsdorf und Friedland. (Hiezu die westlich und nördlich angränz. Gebiete.) 
| 
Geogr, Lange: 329 40^ bis 32? 50° | 


Von der gesammten Bodenfläche dieses Viereckes liegen 
in der Seehöhe von 200—300 Meter 22°0 Procent, 
Bonny похмуро o 


9, Göhe, Basis des Hauses; Nro. 44. (Kri.165...20.,8 untl ale 28014 Lies) 908 
10. Góhe-Berg, Gränzberg 200 Klafter westl. v. Góhe, (Oest. meng) rier). . . 940 
LI. Engelsdorf, Mitte des ‚Uhrzifferblattes am, Kirchthurm, (Кїї, | 


| 
| 
29 » % » | 
i $5 400 — 500 " 6*9 ^ | 
| 
Sechöhe in. Metern. W.-F. | 
1. Wiese, Wittigfluss an) der; sáchs, Gränze, ,(BERCE,) Joi srs «#1200 8 о Н әнәй 68 | 
2 e Boden deg. Pfarrhauses. (Kri. 65. 20. 18.)(.g . ap aa ELS . . .. 770 Il 
vium Nordseite das ‚Meierhofes. (Kri, 165, 20. h7)yad » 9:40:40209*6 10 1os0j1 695 | 
| m Knopfodes Kirchthurmes, (Kria be St. AG inatt 3006 . . . 840 ll 
D. Tschernhaus, ‚oberer Knopf des Schlossthurmes, (nt, 65.20, 12) 2851. . 902 | 
6. Seidenberg, Kirchthurmknopf.; (Sachsen) (і, „653 20, 6:) 4.11 2864.5.) no? 905 | 
7. Ebersdorf, Hüusergruppe ‚westlich der Strasse, (Kri, 6р. 20..18.).2819 . . . 73; | | 
8. e Kirghthurmknopf, (Kri. 65; dB 17.) an il). "oes. 290190 . traben T 908 | 
| 
| 


Gor 20. Or. nn 7 avii id. ae Sbigwtodo2 980 
12, Я Kirchthurmspitze. (Oest. Triang Y Aid йон, TOR Il 
, | 
13 fj Punkt des langen Rückens von Südwesten nach Nord- | 


osten bei diesem Orte. (Kri, 65. 16, 123.) GECKEGE 070 | 
14. Bunzendört, oberste Häuser, (Ku. „65,6 2015250 икон mm ps T9O « . ° 864 | 
15. Lohn-Berg, 750 Klafter südlich von Engelsdorf. (Oest.. Triang.) 878°0 . . . 1196 I 
16. Lautsche, obere Häuser; (Kris 605, 21.44 Bert: AT tri Bl rar 999 | 
V7. Zahne, Basis der östlichen Häuser am Nordabhang. (Kri. 65, Обу 280b . EC 
18. Ostritz, Thalpunkt östlich von, der Stadt. (Sachsen. (Lohrm,) 196:6 . . . 622 | 
Pridlanz, Häuser im ‚Thale, südlich am unteren Wegen (Kri. | 


9 


TU, 
6 Аб ЫШ биби Revier UNO. GG age ае EE a RM | 
20. "| Meierhof Südseite am Hange, On, op. 16. 12.) oil AAO Orodes 854 | 
21. Berzdorf, freie ‚Anhöhe, 300 Klafter nördlich vom Meierhof von | 
BerzdorfiO ast, ТА). iT viam ah t eneth Lët ur adulesio 091 
22, Neu-Berzdorf, obore o Hauser) (Kr 65. ШОУ, “os op gp a BAL . . . 1017 | 
23. Ober-Berzdorf, Basis des ‚obersten Hauses. (Kri oi, 14. 6.).. 28272 olarai 893 | 
24 a Punkt des Plateaus im Nordosten an der „Kirche | 
N disses Өн (Kriy Gop) TO А УДИ ante con 1089 | 
49. T Kuppe westlich von diesem Orte, ‚südöstlich von | 
Tschernhaus. (Kri. ‚65. .14., 19.) ү 946:1 . 1095 | 
26. Weigsdorf, Häuser am Ostende, des Ortes, (Kri. 65. 16. 18.) 28678. 749 
27, n Kivehthurmknopt EIN 68. 21. 2.) . . „АЮ . 832 
28, Wüstung, Wäldehen, vor. der Mühle südlich von ER, Orte. 


QUSS DDR ZUR DUCES aes en cae cm IV. 2000 v se и E 


29. Arnsdorf, Basis der, Kirché, (Koi «05, 144 Bio noct OS). 21189970 rain? 946 
30, ^ Kirchheim len ШК MOOI By OS). Sm oe 1028 

| ot. Н Thalsolile westlich, von diesem Orte. (Or, op, 14..,7.), 27576 ..1..111:4::1879 

| 92, Bullendorf, Basis der Kirche. (Kri. 65. 13. 29.) Юта o os TORD 
99, "n Kirchthntmknopf, (Kr, $95, 13.285 ov ° зуу Bb Olan ene 1098 | 
54. D Meierhof, Einfahrtsthor, (Kri, 68, 19,07 +) stout erlag 4048 | 
35. T obersto Häusergruppe, (Krk 60.19. 194 pr. un. 4060. . . 1285 | 


36. Dörfel, Mitte der Häusergruppe mitten im Thale. (Kri. 65. 16.9.) 2692 . , . 851 


156 


37. Kunnersdorf, nordóstl. Häuser v. der Kirche im Thale (Kri. 65.16. 8.) 298°9 . 
38. * Zollhaus an der Strasse in diesem Orte. (Kri. 
65. 18. 44) . LEE ENGEREN HDD AG 
39. Türchau, Kirche, (Sachsen). (Lohrm.) . 3 na e de, 
40. Ringenhain, unterstes Haus neben der Strasse. (Kri. 65. 13. 5.) 3125. 
41. Friedland, Gasthaus zum schwarzen Adler am meet Erd- 
geschoss. (Kof. 67. Bar. Mittel aus 4 Arco d 283'3 . 
42. em Axe der Uhr am Schlossthurm. (Kri. 65. 2). Gros, 
43. 6 Schloss, Spitze des Thurmes. (Oest. Triang. u. p^ 656.) 3957 . 
44. $, Hügel östlich der Schlossschenke. (Kri. 65. 13. 41.) 3871 . 
45. Rösselberg, oberstes Haus, unter demselben nórdl v. Friedland. 
(ШЛУ GS Fern rp RER D.C Ue HD унн ОКУ, 
46. Rösselsberg, theilweise bewaldete Anhöhe 170 Klafter südlich 
von Jäckelsthal. (Kn op 16. 2.) . . 0989919"; 
47. ` Waldkuppe westlich v. diesem Orte. (Kri. 65.16. 97.) 4267. 
48. Von Lusdorf westlich Waldecke unweit dem Lomnitz-Bache auf 
Mein WORAN ROTER OT Barly ero eet eT OD Zr, 
49. Lusdorf, untere Häuser. (Kri: 65. 13. 15.) . . 420°8 . 
50. Hegewald, Basis der Häuser nordwestlich von der Fabrik. (Kri. 
65; 152681) 1:90) 4 ABTA . 
51 » unterstes, westlichstes Bak Basis. (Kri! 65. 17. 21) "Ty". 
52. Schönwald, Fasanerie bei diesem Orte. (Kri. 65. 16. 19.) . . 3204. 
58! » südostlicher Meierhof: (EM 65. 18.776.) .', . . 8484 . 
54. ^ Thurmspitze "der Pfarrkirche. (Kril. 65. 14. 8.) . . 390. 
GOP Rückersdorf, "obere Mimer (EIT б 16/920.) P7 Bins. "ge ert . 
56. ү Punkt am Plateau nördlich davon bei der Statue. 
(Kei. OBIT Ат ра 493:5 
57. Jäkelsthal, Haus im Thale dieses Ortes geben Artlädbhf, zwisctied 
dem Walde. (Kri. 65. 14. 12.) . 3046 . 
58. " Haus im Sattel unfern vom Walde, (Кн. 65 um 18.) 864"0 ; 
59. á bewaldeter Rücken, westlich der ШШШ Ortes, 
(ek 65, 14 8) ; reu te", 
60. Krüzersberg, nórdlich von Schónwald, Dewachsene Kuppe. (Kri, 
ODIT рр; ИГА н 
61. Neuschönwald, Haus an der Strasse nach Arnsdorf. (кїї, 65. 
14, 30) 5i 007099 ER, 
62. Bärnsdorf, obere Häuser, bet der КЁ (Kri. Coe Lor 210 poe 0 
63. " Spitze dés Kirchthürmės. (Kri. O0. TAS.) 1 1 V 4102 1 
64. P Strasse am Plateau bei diesem Orte, (Kri. 65. 17. 9.) 42176 +, 
65. ep Punkt der Wasserscheide am Wege von diesem Orte 
nach Wünschendorf, (Kri, 65. 18. 5.) . . 403'2 . 
66. Damerich, Anhöhe 650 Klafter nördlich von Rückersdorf. бе 
Runge е; 439'5 ; 
67. Hummerichberg, Ostkuppe des kleinen Plateau, (Kri. "65. 
Da QM Dec Ае OO a A 
68. Steinberg, Anhöhe 480 Klafter östlich von "Bullendorf. (Oest. 
танау. ОДО, 
69, Buchberg, an der sächsischen” опий, bewaldéte Anhöhe. (Kri. 
oe DOC Мал г, POLLO 
70. Weisse-Stein, nordwestlich von Wünschendorf, (Kri. 65 18. 8.) 424°6 . 
71. Schindelbrandwald, höchste Kuppe südlich von Ullersdorf. (Kri. 


Seehöhe in Metern. W.-F. 


И AA AR MER, o 


946 


. 1033 


713 
989 


896 


1194 
. 1252 
A 1225 


d de) 


H FPP 


v 12665 
. 1350 


. 1250 
. 1831 


. 1384 
aa H il 
г TORS 
. 1086 
. 1290 
. Ф190 


. 1340 


964 


. 1152 
Ga la HN, 
1 1904 
‚ 1087 
| 1242 


‚ 1814 
‚ 1884 


I. 157 


| 

| 

| 

Seehöhe in Metern, W.-F. | 

72. Ullersdorf, Einsattelung am Plateau gegen Gerlachsheim. (Kri, 
65, 19. 2) . i-a) (00:98 MD. à DO 

| 

| 

| 

| 

| 

| 

| 

| 

| 

i 

| 

| 

| 

I 


73, ў Basis der Ostseite der Kirche. Cat, 655 4195 49.1874'4 . г... 118b 

74. Wachberg, Sattelpunkt der Strasse nórdl. v. Tee a e | 
иб 7199018.) ла ; gege), 12807 

75. i Grünzberg oberste Kuppe nördlich von Ullersdorf. | 
rr бб, DB ^om an о TO. OO 


5. Herrenskretschen. (Hiezu die angränzenden süchs. Gebiete.) 


Geogr. Breite 50° 55^ bis 50° 50%. 
Geogr. Länge 31° 50° bis 32° oi. 


Von der gesammten Bodenfliiche dieses Viereckes liegen 
in der Seehöhe von 100—200 Meter 14:2 Procent, 
200—300 „ 362 Y 
900—400. 8 ohare? ng 
400—500 „ 150 h 
500—600 , 2:5 V 


| 
Seehöhe in Metern, W.-F, | 


1. Kleiner Zschirm-Stein (Sachsen) (Brück.) . . ЧЫ)... (LOO 
2. Sattel zwischen dem Grossen und dem Kleinen Zschirm- Stein 
(Sachsen), (БОЕ E, Шы аап v 91 | 
3. Grosser Zschirmstein, oberste südliche F elsenkante (Koi. 64, 27, 3.) оп. . -1519 | 
4. is Plateau am Fusse desselben, südlich (Kor. | 
Аар)". а ct LD е ои | 
5. Schöna, oberste Häuser (Sachsen). (Brüc K) : Vider. IUS rr ep dd 
6. Zirkelstein, südlich von Schöna (Sachsen). (Brüc к) н RO е И | 
7. Josefsruh, Plateau im Niedergrunder Revier (Kor. 64. 27. 8.) 4227 . . . 1337 I 


8. Herrenskretschen, Nieveau der Elbe, nördlich von diesem Orte d 
unterh. des grossen Landesgränzsteines. Tiefster | 


Punkt: von Böhmen, (Kor. 66. 28. 4.) . .. 1125". . . 355 | 
9. б Von diesem Orte nördlich, Gränzstein am | 
rechten Elbeufer, zwischen Böhmen und Sach- | 
sen. Sockel desselben (Kor. 65. 98. 8). . 1216. . . 884 | 
10. " Niveau der Elbe am (eeh (Kor. 65. | 
ay Vv ege mg, Шр... И | 
11. A Grosser Gasthof. am Elbenfer, “Basis (Kor. | 
@ HR (б), эы ы. nx MEN. л | 
(К. k. Land. Baudirk.) src EU NUS... BES | 
| Ша, Niedergrund, Eisenbahnschienen an der Gränzbrücke. (E. Nic d | 
| | BEA GJ р | 00 +910088110090) .: 408 | 
13. á Haltepunkt der Bisenbähn (Е. N 1 "e St. E. Gs) saatto . 409 | 
| 14. » Elbe-Pegel-Nullpunkt (K. K. Land. Baudirk.). TELO v. vu EN | 
| 15. Oberste Häuser (Kor. 65. 25. 6.) . . Seo SUC css a RD | 
| 16. Herrenskretschen. Auf der Strasse von Reinwiese nach Herrens, | 
| kretschen oberste Ур A östlich vom \ 
А letzteren Orte (Kor. 65. Bar.) . . . D. лро | 

17. " Auf der Strasse nach Reinwiese am südlie ben 


Fusse des Prebischthorberges (Kor. 65. Bar.) 1925 . . . 608 | 


Inc a A EE 


158 


Lir AI s A apea u ала wm mc ل‎ 


Seehöhe in 


Prebischthor. Basis des Häuschens auf der Südseite (Kor. 
64. 36.26: ) E eet, d 
F Kë ober demselben (Kf. 4. 36. әт.) 


t Winterberg, Höhe des Plateaus, oberster Felsen hee (Kok. 


64. 36. 4 d 


. Grosser Winterberg, die Höhe der енене am ТЇЙ Ө (Kor 


64. 36.3. 


. Sattel zwischen dem grossen und dem kleinen Winterberg 


(Sachsen). (Brück.) . “line So Nar Dama «ea АКК OE 


. Kleiner Winterberg (Sachsen). (B rück. Mittel: aus; 2. Angab.) . 


Auf den Flügeln. Felswiinde östlich von Prebischthor (Kor. 
64. 90. 28.) "s 

Die hohe Schlichte (Koi. САРРО: 290 ‚бор sid ‘Oe HCH, 

Kirnscht. Am Weg von der ны} nach Reinwiese. Sattel 

zwischen der hohen. Schlichte und dem Rücken des 

Altarsteines' (Kor. 65. Bar.) 

Am Wege von hier nach Reinwiese am ЖШ hen Ft usse 

der hohen Schliehte (Kor. 65. Bar.) . 

heinwiese, Basis des Forsthauses (Kor. 65.) Bar.) 


n 


. Stimmersdorf, oberste Häuser (Kor. 64. 36. 25.). 


Elbleiten. Letzte östliche Häuser am Felde. Mittel aus 2 Mes- 
sungen (Kor. 65. 21.) ; C UMEN 
x Plateau, südöstlich von demselben am oberen “Wald- 
rande (Kor, 64. .36.,.22. 


. Arnsdorf, mittlere Höhe in der Nähe der Kirche (Kor, n 


SOLL I UI onn! EN 
ý Kirchthurmspitze (Oost. Triang.) 
Rosenberg. Kuppe (Kor. 64. 27. 6.). nen, 
Hut-Berg, 320 Klafter östlich von tosbndort (Oest, ang. 
Rosendorf. Unterstes Haus an der östlichen Seite des. Plateaus 
кыы O vac eo МЧА 
M Kirchthurm, Fensterstock des obersten T Beien 
(atio HE oa ar VI e 


. Neudórfel, bei Rosendorf am östlichen Ende des Ortes (Kok, 


64. 36. oui," Н EN 
Johnsdorf. Windmühle (Kor. 64. 36. 9g 


0. Olars-Berg, Spitze 10 bis 12 Meter hoher Waldbüume Kor, 
p 


64. 36, 21) ", : , 
Kamnitzleiten, Schulhaus, Ba! (Kok. "64. 90; 16.) 


6. Dittersbach und Kreibitz 
Geogr. Breite; 50° 55° bis 509.50 


Geogr) Linge: 329? 0^ bis B2° 10! 
g 


Von der gesammten Bodenfläche dieses, Viereckes liegen 


Metern, 


АЛД... 


4484 


555.5 


5692 


4380 . 
508570. . 


470:5 


L61:0... 


8811 


ZUG U. v 


2765 
299°6 


2481 


994'8 . 


6335 . 


4004 


9047 


J409 


in der Seehöhe von 200-—500' Meter 220 Prócent, 


800-2400 71,00. RON 
än. pop: ols) 38962109) 
500221600 ^, DAP ШЕ 
600 4700, iu: aid 


W.-F. 


1301 


1385 
1599 


1489 
1459 
1205 
937 
875 
948 
1069 
1066 


1101 
1249 


2004 


1267 


964 


1015 


959 
990 


1126 
954 


Seehöhe in Metern. Wb. 
1, Dittersbach. Häuser im Thale an der Strasse, ‘südwestlich von 


| 
18 | 
| 
i 


der Kirche (Koh; 64:48619, hia or AE: 931 4 7 
2, у Basis der Kirche (Kor. 64.82.0181.) аена: 40592 738 
Be a Katzenkirche, Felskuppe (Kor. 64. 35. 3.) RP: de 1034 
A. Falkenstein, Felskuppe nordöstlich ‚von. Dittersbach (Bund.) ni 193454 i 1194 
9. Rabenstein, Felsenkante (1£01.:064,,93.,.8.)4. asies mee 19258539 6 1228 | 
6. Marienfels, Basis des Felsenkegels am Plateau (Kor. 64. 86.11.) 3777 1195 | 


b2 
oo 


135% 


9 
1388 


ү, A Höchster Punkt des Felsenkegels (Kor. 64, 36.10.) 


4 
8. Wilhelminenwand, Basis des Gloriettes (Kor. 64. 32. 16.).( 4 
9. Tonsberg, südwestlich von. Dittersbach. Spitze hoher Wald- 


| 
| 
| 
bäume. (Koi. 64, Ap. 4... e ШАН AADAT “enh Ae ADR | 
10. Grieselmühle, Felswand im Südwesten vor "derselben bei Ditters- | 
bach (Kot, 641 35,,2.).. Kl лайли ONO 2er EC 069 | 
11. Najadenhöhle bei der Grieselmühle ( jund.) . è ЖКО ES 0 912 | 
12. Mühlschner Kreuz, südlich von der Grieselmühle (Bund.) Ltogr BOB asia LAO li 
bo. Windischkamnitzer Sügemühle (Bund.) s» nm anu agangen HAT: Atum. 642 | 
14. Limpäch, mittlere Oetebühe, Band, KA agebett ator? aan N ouis 09 Rioteitobniil 268 I 
15. Grundmühle, Brücke oberhalb derselhen über den Kamnitz- | 
bach am Wege von Dittersbach nach Kamnitz- Ii 
leiten (Kok 04. 9. 8.) омори uray. doilteobrord Ptr niam T 681 | 
16. Rennersdorf,- Basis des Forsthauses (Koh 64, A8. 1A) m 4,9589 «iie sil 138 | 
17. Eberschaar, südwestliches Ende von. Rennersdorf (Bund) |... 9755 p . «1188 d 
18. Rennersdorfer Höhe, freie Anhöhe mit einem ‚Kreuze im Dorfe | 
Rennersdont ‚(Vest ТАЛАП уу nq tot OA Н 284 
19. Kreibitzer Schranne bei Rennersdorf (Kor. 64. 33. Orani 45519... 6.1440 
20. Auberg, Sattelpunkt zwischen diesem und dem Kaltenberg (Kri. 
WE WU a E C ME 


21. Kaltenbach, ‚Häuser mitten im Orte am Wege nach Kreibitz I 
(Kor. 64. 82. 12.) (ng oe pa ich) моа oe Soldoedanst O88 | 
22. Kaltenberg, Kuppe 450 Klafter nordwestlich der nördlichsten | 
Häuser von Haasel, (Oeste Triang.), a ноу ds npe 
28. Breiter Berg, östlich von Kaltenbach (Коў. 64. 33. 12.) .... 0763... <a . 1823 
24. Grosser Ahrenberg, Kuppe. nordwestlich von Falkenau, (Kor. | 
65. BR, 110), n хапе ШҮ kandi 69019. A tum REH l 
Punkt am Sattel zwisc hen diesem und dem АЕРА 
hengstherg (Kri. 65. 40. TJ Chum) petit oti yiten Bis, A url 999 


26. Lindenhübel, südlich von Kreibitz (Bund) . . seo ge wy: OPT Som tat 298 


» | 
Lk Br tag 9 29 | 
| 
| 


27. Himpelberg, Kuppe südöstlich von Kreibitz (Kri: Ca eh al 

28. Schönfeld, Basis der Fabrik im Orte (Kri. 65. 41. 32.) ap ., 4047 . . . 1281 

29. Kreibitz, Stadt. (Bund.) . Cat 600519908. « 139 | 

30. 4 mittlere Höhe nahe: bei der Kirche (Kor, 64. 33. LO.) nd DS. prints 146 | 

31. » Kirchthurmknopf (Kris 65. 41. 14)... BME S bo DU | 

32. » nordöstl. davon Eisenbahn WE | Voberschreitung "der : | 
| Rumburger Chausée (Е. N. d. В. N. B2 ARI Eae P E Ad i | 
| 33. Neu-Kreibitz (Bund.) . . FUA QNT ТУТАШ | 

34. Nieder-Kreibitz bei der Sügemühle (Bund.). VE Qs Vo MNA y ЛЕ лае ТЫП | 

35. a Kuppe des. Kegels westlich. ,. davon ` (Kri. | 

M 65. 41. 11 9 "sw V UR SIT Ua v rip М, ME ОО | 

36. Fuchsbleiche, nordwestlich yon КЕИ (Band) Be ur ика [on y nt el | 

37, Steingeschütt, Höhe (Bund.) - НОО О 0, 

38. Plissenberg, südöstlich von T Brod itt (Bund). AR O О 

39. Alt-Daubitz, Kirchenfensterstócke (Koi. 64. 32. 18) . . . 3910. . . 1237 


40. Daubitz, obere Häuser am Wege von Kreibitz (Kot. 60. 2UFL O 


SE E 


k I. 
| 
^ Seehóhe in Metern. W.-F. 
\ 41. » Neu-Daubitz, die Pleschkenhäuser (Bund.) . . LU | 
| 49. Irig-Berg, 160 Klafter südwestlich von den Plöschkenhänsern | 
| von Neu-Daubitz (Oest. Triang.) . 00200 . ж. 1088 
43. 5 Basis der Bleiche unter demselben (Kri. 65. 41. 21 ) б le, LITO 
44. Limpberg oder Lim-Berg, westlich von Alt-Daubitz (Bund.) . 5083... 1608 
45. Hohenleipe, Häuser am östlichen Fusse des Berges Nol 
64. sb) gy. 9 у] b Oates 
46. ` Felsen bei diesem Orte, Schlossberg (Kor. ou 
83. 20-19! ` ‚вече Aag 
47. Thal bei der Grundmühle, südlich” von Hohenleipe (Bund.) КОЛКО «ИИО 
48. Auf den Folgen, Basis des Kreuzes am Wege nach Schemmel 
in der Nähe eines Bauernhofes (Kor. 64. 36.14) 2888. . . 914 
49. Rausch - Berg, 950 Klafter nordnordwestlich von Hohenleipe 
(Ooth: Trang or hi RER INNEREN ELUCET 
50. Golischt, felsige Waldspitze. (Kor. 64. 33.6.) . . . . . 4848. . . 1534 
51. Suppige Berg, Feuerwache (Kor. 64. 33. 7.) . . QUO PUn БТ 


52. Rudolfstein, felsige Kuppe mit Gloriette 680 Klafter stidbst- 
lich von der Balzhütte am Tannigt (Kor. im Mittel 


aus 4° Mess.) . АМ Ж е ДА... ‚ 1525 


ee 
| 53. Tannigt-Berg, nordöstlich vom Rudolfstein (Kor. 64. SEN ПОНТЕ р, cc e 
54. Balzhütte, unterm Tannigtberg (Коў. 64 34. 1.) SH halite didnt il E 
55. Wespen-Berg, Bergkuppe 800 Klafter nordwestlich der Balz- 
hütte am Tannigt (Oest. Triang) . . -* . ' d Ug onion 
56. Ziegenrücken, östliche Kuppe (Kof. 65. 20. 24). . . . . 4407. . . 1394 
57. Martinswand, am Ziegenrücken (Bund.) . . 424'8 . 777/1344 
58. Mühlen- Höhe, felsige Waldkuppe, höchste Felswand (Ror 
Жобс, Mus ШО, ‚01000 
59. Hühnerstein, südliche Felskante (Kor. 64. 34. ey ша DEER OS 
60. Raubschloss, höchste Felsen (Kof. 64. 36 30. . . . . . 4098. . . 1297 i 
61. Kramerhorn, nordwestlich vom Tannigtberg (Bund) . . . . 4210. . . 1332 | 
62. Lagerhorn, nordwestlich vom Таш ЧЕ (Dung ДЕУ, HOT EO D. re MODE | 
63. Hinter-Dittersbach, Brücke über den Kirnschtbach (Коў. 65. Bar.) 2519. . * 797 | 
64. Rabenstein, Felswand bei Hinter-Dittersbach (Kor. 64. 34. Зубов, TPTY 081 | 
65. Kirnschtbach, im finsteren Grund bei Hinter-Daubitz (Bund.) 2977. . . 942 d 
66. Zeidlerhübel, westlich von Khaa (Bund) . . . . . . - 4814. . . 1428 | 
67. Bürwinkelkoppe, westlich von Khaa (Bm), „OR, ED ил) PRPS. . 1448 | 
68. Bittler-Berg (Kof. 65. 20. 22) . . "UOS Su UN ee NN | 
69. Belingshorn, Kuppe zwischen diesem und Aen ‘Bittler - Berg | 
| (Kor. 65. 20. 23.) . But Aga 195, Magier шошо онд | 
70. Hengst-Berg, südwestlich von Khaa (Bund;) à 490 g^ OL DES | 
71. Rehheidel, Waldkuppe zwieschen diesem Orte and Hemmhiübel 
südwestlich von Kkaa (Kor. 65. 20. 16.) . . . 49398. . . 1391 
72: Khaaer Hemmhübel, südwestl. von Khaa (Bund) . . . . . 4419. . . 1398 
73. Khaa, mittlere Höhe des Ortes (Bund). . . . . . . . 93584. . . 1194 
74  , Obere Häuser an der Strasse nach Daubitz (Kor. | 
CE RTOS i ET RN NE EL NUMOS ЗЯ | 
75. „  Sehmiedscheide, kahler Hügel westlich von diesem Orte | 
(Kor. 65. 20. 14) . . il 094086... 184 


76. Oberer Karlstein, südlich von Khaa (Ваа) TE UU. ROMP aL E ia 


| 
| 
| 
| 


1 


| | 
| lh 161 | 
| | 
| || 
| 7. Schönlinde und, Georgenthal. H 
| 
Geogr. Breite: 50°) 55! bis 50° 50° | 
Geogr. Länge: 32°) 10° bis 329 20/ | 
| 
Von der gesammten Bodenfläche dieses Viereckes liegen | 
in der Seehöhe von 800—400 Meter 27'8: Procent, | 
400—800. , (38906 4 | 
60022600: ^4. 9515 1 | 
600--700 A 8:2 d i 
70022-8005! yepoitmiQ-eulody 
800—900. e (11.0 A, 
Seehóhe in Metern. W.-F. | 
1. Schönlinde. ‚Au der Brücke, mitten am Рабле; (Kat 65, Bar.) 4284." . . 1341 | 
2, " Viebichteich, Niveau am Dammn GH Deg rg Bole tone v s ODL | 
3. $ Fahrweg am. tiefsten Punkte unter der, Eisenbahn- | 
brücke, am oberen Ende des Ortes 6. ad pude EC reet ийиди ниет уто | 
4. Eisenbahn - Stationsplatz, Schienen der Bahn (М. | 
i А AE BÄREN Аа gr ^ c v © | 
5. a Nordwestliches Ende, , Häuser am Plateau (Kor. | 
А н босафо ee E ee ` | 
6, М KIrchrnurmknont KON. 00, ZU De) u un aa е Оне › ОАО | 
7. Ober-Schönlinde, Kreuz am. Fusswege von Ober ~ Schönlinde | 
nach aR IR SIR, (Kor, Gb. LO. Lil nu. dum 400.8... % EDO | 
8. Neu-Schönlinde , na daselbst Wa DO. LO DU) erue dea А ge у | 
9, Hampels-Bleiche POURS. s,s conta, Ma a M I 
10. Kirnschtbach,, Quelle ; desselben bei "Schönlind6 (Вапа) е СЧА | 
11. Schanzen - Berg, freie. Anhöhe mitten im Dorfe Schönborn | 
(Oost. Triang) . BA. ШО, | 
Ly. Schönborn, óstliches, Haus, , etw: 990 E ldftatn, vom ASIN | 
HOU AUC BS NOD OO. dd. due pp san АТ ГЫ." . «1970 | 
13. e Basis dez, Windmühle, (Коў 65, 14. A3.)\, an 159955 лл мыт 1853 | 
| Lichtenberg, Teich, Wasserspiegel (Kri. 65, 39. I8.)-.. ыны 4918 . . 1996 | 
sc) 15, Falkenhain, Bisenbahn .am höchsten Punkte im Einschnitte. (E. | 
IN M OBI NEBL TO. оАо, METER EU ED оша I 
16 $ Von diesem. Orte westlich am Waldrande, ein; | 
zelnes Haus, Ziegelöfen (Kor, 69. 10. 19) ni... ДОВ. : . 1504 | 
17, Kreibitz, Neudörfel Strassenkreuzung, (Кој. 65,42. 14)... „4412... 1396 | 
18. Kreibitz-Neudörfel, Eisenbahn-Stationsplatz, Schienen d. Bahn | 
ORUM M NN. QJ een ee tae NAME LAN E ТАО | 
19, Kreibitz, höchster Punkt am. Sattel der Strasse, Brücke (Kri, | 
: Badio, fn alate). DR CH. ані лы innta Т М озере i MAS | 
| A Kreibitz-Neudürtel, Ж ОТБА (Bunde, vain inne tan T" 47441 ,. . . 1000 | 
| 2m Neu-Kroibitzer Borg; Kuppe Gaa le ZU un ДОН. үү... E | 
m Teichstatt Bund.) a BE aa АШИНА. "o d TENE | 
"d. Bernsdorf, Teich daselbst, Südostufer (Ки: e. ба LGD). ЖЕЙ VK ét vc be oy ЧИ | 
T Georgenthal, südliche Häuser. an der Strasse (Kri. 65. 39,,,93.) ‚469° . . . 1486 | 
ч D Kirchthurmknopf, (Кгі. Op. 20. 2.) . DONDE co C R | 
40 Kreuzwegberg, bewaldete Kuppe südlich yon Goorgenthal (Kor. | 
3? Bb, Bea, An tac OWES. | 
af Lichtenstein, untere Mühle an der Eisenbahn (E. N d ie B, N. B) 489m. ТО | 
| 
| 
| 


162 Ё 


Seehöhe in Metern. W.-F. 


28. Lichtenstein, oberste Mühle unterm Bernsdorfer Teiche, unweit 
der Eisenbahn (Е. N. d. B. N. B). . . 
29. É höchste Häuser an dem Walde (Kri. 65. 39. 10.) 
30. Obergrund, Häuser am Wege hinter der Mühle (Kri. 65. 39. 14.) 
31. Katharinenthal, Eisenbahn- da anie gem Schienen 
d, Вай (Enti Nit Boule Bio Terror (or 
32. M oberstes Haus an der Strasse, Basis (Кїї, 
65. 39017.) .. 
33. Niedergrund, Häuser an der Mündung der Strasse von Warns- 
dorf (Kor, 65. 14. 51.) 
34. 8 Eisenbahn - Stationsplatz, Schienen der "Bahn (к. 
N. dg ВОВ.) * 
35. Alt-Warnsdorf, een Stationsplatz, Schienen der Bahn (Е. 
№ «BN D.) ; 


36. A mu^ der Kirche (Kof. 65. | 49.). 7 

di, М Thurmspitze der Pfarrkirche бшу A7 A 

38. Posthaus (Коў. 65. Bar.). . ^ 

39. ‚Alt- Franzensthal, Basis des Jägerhauses (Kor. 6b, 46.) 

40. Karlsdorf, Mitte des Ortes, grosses Haus am We Bech (Kri. 
Bb. 299 AA. vos ; 

41. * oberstes Haus gegen Lichtenhain z zu (Kor. 65. 1. KL 47) 


42. Finkenhübel, Anhöhe, südöstlich von Warnsdorf (Kri. 65. 3 ), 14.) 
43. Gross Schönau, Basis der Kirche (Sachsen). (Kor. 65. 14. 6.) 
kpl (Kot, 65. Ada? dn, un оран to < ga 
ME, Matin Niedrige kasten t nördlich von der Kirche (Kor. 
65. 14. 
46. Neuschönau, Häuser am Ташен», Mitte "des Ortes (Sachsen) 
(Kri. 65. 39. 32.). : 
47. Alt-Waltersdorf, Basis der Kirche (Sac sen). (Kor. 769 14. 19.) 
48, Sonne-Berg, Waldkuppe, östlich von der Lausc he (Sachsen). 
(Kof. 65. 14. 18.) и 
49. Ziegenrücken, höchster Punkt östlich von РЕР (Kri. 
05.69.70 
50. Lausche, Sattel östlich davon anf der вш ы videl Vë Wal- 
tersdorf (Kri. 65. 28. 10.). 


51. » Basis der Häuser unter der Kuppe (Kor. 65. 14. 2) 

52. e Basis der Restauration (Kri. 65. 28. 6.) 

53. " ausgezeichneter Grünzberg, 850 Klafter ШАД? von 
.Lichtenwalde (Oest. Triang.) CAE 

54. " Plattform des Aussichtsthurmes (к. 65. 32. 9) 

55. У Einsattelung zwischen diesem Berge und dem Ziegen- 


rücken (Kor. 65. 14. 11.) . Té 
56. Jägerdörfel, Häuser, mittlere Höhe (Kri. KE 17.) ИУ, 
57. Finkenkuppe, Langer breiter Rücken, höchster Punkt, westlich 
der Lausche (Kri. 65. aus 3. Mess.) . 
58. Nesselberg, bewachsene Kuppe (Kri. 65. 31. 18.). 
59, Hanfkuchenberg, mittlere Kuppe e bag. Зоны Ze $ 
60. Tollenstein Dorf, unterste Häuser, Basis (Kri. 65. 39. ТӨ, › 
61. ^ obere Häuser am ШЙ (Kri. 65. 37. 31.) 
62. 9 Ruine am Felsen südlich von Georgensthal, 
obere Kante (Kor. 65. 20. 2.) . 
63. Tannendörfel, unterste Häuser am Wege. Basis (Kri. 68. 39, 28.) 
64. 4 obere Häuser (Bund.) ^ 


4461 


5017781. 
403:0 . 


4009 ; 
430'7 . 
346.9 . 
9864-6 . 
8388:6.. 
000.8 . 


889':2- 
940'2.. 


3723 


DUUM. 
3644 . 
4094 . 
kou 


209.0 , 


3814 . 


3064 . 
09050, 


6244 


LORD: + 


DATO 
DINO ри 
9250 r 


796: . 
800'4 . 


647'4 . 
0496 \ 


796'0 . 
082.0 , 
002 Q , 
454'0 '. 
DUET. 


UST 
5272. 


5781 


1411 


. 1668 
) 1275 


1288 


. 1363 


1097 


1154 


1055 
1056 


"1281 


1092 
1181 


1110 
1158 
1295 


‚ 1014 


1188 


Pan pun 


970 


1254 
Deag, 


. 2269 


1829 


122408 
2007. 


„2020 
"2592 


. 2048 
49000 


(25179 
9002 
.- 2084 


1436 


| 1955 


"2122 
. 1668 


1829 


] 
a 
k 
|. 
|. 
|| 


hb 163 


Seehöhe in Metern. W.-F. 
65. Tannenberg, waldige Bergkuppe, 350 Klafter westlich vom Jäger- 


hause von Tannendörfl (Oest. Triang.) |. if 0.0793 . . . 2465 
66. Tannenberger Forsthaus (Bund.) . . 658 009402084 
67. Vom Tannenberger Forsthaus etwa 200 Klafter shdwestlic h Qua 
der-Sandsteiibrach c(Bundi)) ari woth aow dolled 6448. . . 2040 
68. Tannteich, grosseri(Bpndawise sob abani aus. "ent odaie 5867 s . . 1608 
69. - kleiner (Bund.) . . à Melieh vod CRAMER DO у, Lo 
70. Tannenberg, Eisenbahn- ‚Stationsplaz ` Schienen der Bahn (Е. 
een We 8. hl ro: . . 1708 
71. Kibenberg, grosser, e Kuppe (Bund.) . 065 oss) «usado9 100 wioduist2186 
(Kri..654540/588.180872 «Messı)näll. marado sob. sieste rdhanıloinaV2196 
GOR «Eibenberg;: kleiner. (Bond)... dcs. hc (41 408 ode ,/0889'8 . . . 1866 
79. Fladenberg (Bund) . . . 28% 20) tA) adouE. ob. gehel trobanlol 949 
74. " Sattel zwischen die sem und dem nördlichen Aus- 
läufer des Schöberberges (Kri. 65. 41, 28.) viis 4858. . .1587 
75. Schöberberg, südwestlich vom Tannenberg (Bund.) . . . . 6353. . .2010 
76. Plissenberg, Binsattlung zwischen diesem und dem. Fladen- 
berg, nordöstlich von Kreibitz (Kri. 65. 41. 89))ybI4UE T7 . . .. 1577 
77. Schindelhengst, Bergkuppe 580 Klafter südlich von Schönfeld 
(Goss. Erlangen. westlich wow diesem Ao CE) . . 2080 
78. Ober-Kreibitz, Basis der Häuser vor der Busehmühle (Kri. 
65. 54:1 .080:)0 Дей у рева ив Me quio d. Патонове цохив 1306 
79. . Glashütte (Bud) guden were sob 06 86905 aiwq 01189 
80. Schönfeld, oberste südliche Häuser, Basis (Кїї. 65. 42. 11.) ai 4351 . . . 1377 
81. ` Forsthaus (Bund) . . . 468r] .„. 1482 
82. h Eisenbahn- T dieses "Namens, 'Schien nen ‚der 
Bahn (Е. d. B. М. BS оо, CH: 501) овој sr BOBHU arcet T1 08S 
| 8. Zittau (Sachsen). 
Geogr. Breite: 50° 55’ bis 50° 50° 
Geogr. Länge: 32° 20° bis 82° 30/ 
Von der gesammten Bodenfläche dieses Viereckes liegen 
in der Seehöhe von 200—300 Meter 43°6 Procent, 
ООУ nn 
400—500 ,» 88 4 
tror o a ee 
600—700  , 1*8 » 
Seehöhe in Metern. W.-F. 
1. Zittau, am Mühlbache (Sachsen). (Kor. 65. Bar). . . , . 2465 780 
2. », am Plätze, beimoRathhauso (korea Mgr VV. Ue c UOTIS 755 
9. qam nördlichen Stadtthon (Kom OOF Bus) VE e BOO‘: 826 
4. » Bahnhof (E. №. d. S. N. D. V). . . 2661 . 842 
9. Neu-Hörnitz, höchster Punkt der Strasse westlieh von diesem 
Orte (Sachsen). (Kot. 65. Bar) . . .,..... 8402. . . 1092 
6. Herwigsdorf, Kirchthurmknopf (Sachsen). (Kri. 65. 29. 17.) . 3233. . . 102% 
E Haynewalde, bei der Kirche (Sachsen). (Lohrm.) . . ОШО у, 


. Spitzeberg, östlich von der Kirche von Haynewalde in Sachsen 
ОИ ое ADU CANT И er NC C DNE S е о ите. 


| 11% 


SRI ATTI ЛУ. ни ERO ie nun чы Denn ran; eee s se 


| 164 | 
h Seehöhe in Metern. W.-F. | 
| 9, Breite-Berg in Sachsen, Waldkuppe östlich von Gross-Schönau | 
1 (Kit; . 65,:14,.8. пт, iGO) Robel пру 940080570... .. . 1600 | 
10. Breiteberg, bewaldete Kuppe, (Kri. 65. 29. 13.) bont) . . Bla. 0, 1621 
11, Gross-Schönau, höchster Punkt der Strasse unterm Breite-Berg, 
östlich von diesem Orte (Kot, 65. Bar.) . . 9776 . . . 1195 
12. " östliche Häuser am Ende der Strasso (Kri. 
65. 30. 9.) £n get, ratos AANRAND (V TORO 
13. Bertsdorf, oberste Häuser an dor Strasse nach Sahlendort, 
Suthsen (Kor. 65. 1452)... coo Abu, ОБ, oL DU 
14, Steinberg in Sachsen (Kri. 65. 29. 14.) uu, 881773150 qodj 1 8BB 


15! Neujohnsdorf, Basis der oberen . Häuser am "Sattel (Sachsen). 


гы, GB, 180.010.) ... ABS All: 390 


| 16. Johnsdorf, Basis der Kirche (Кїї. 65. 29.12.) . .. .. .. . 74850: m 1376 
17. e Kirchtharhknopf:(Kri; 651291711) siodpetys 1014701 . ү. 1487 
18. Buch-Berg, Waldkuppe óstl. von der Lausche (Kor. 65. 14. high, . . 2041 
19. Mühlsteinberg, westlich von Johnsdorf (nt, 65, 29. 10.) . 667:6.5u19dóoroct 796 


20. Johnsberg, Sattelpunkt im Südosten von diesem Berge, am 
Waldwége (Kri 68.199 43) 11 now Voile, 5847 o . . 1700 

21. Sattel auf der Strasse von Johnsdorf nach  Sehanzendorf 
(БН. 24). nun nes ereere re ien BEAT AAL БООН EE 
92, Strasse von Johnsdorf nach Schanzendorf an der Gränze (Briick.) 468:0 14. 1480 
23. Schanzendorf, Strasse nördlich beim Mauthause (Kri. 65. 29. 33.) 1508'8 , . . 1610 
24. Oywin, Häuser an der Strasse, nordöstlich (nt, 65. 30. (85/0 IBD e. . 1221 
2b. M Strasse im Orte unweit der Kirche (Drück.) . . 2. 398350 lol 1091248 


BHI .,. Bergahkichste. Kuppe (Bruck) .. .. iwr., (bünt). «049910 . a . 1518 
27. „  Gesimskante^ der: Ruine (Kris 65.030) Шеп! ір. «w . 1686 
28. ` Haxen, Häuser am. Plateau (Kri 65..30. 20.). bo ave 49) BAR... 1800 

29. „ -kleine Bergkuppe westlich von diesem Orte (Kri. 65. 
Ahir, Base der Kan ирин. AMOR Q9. 1%, EK) GOMES, ‚ТОП 

30. Plissenberg, höchste Kuppe nordwestlich von Krombach (Kri. 
ШИ. АТР МЮ. can una un АОИ > LU 

31. Sattelpunkt der Zittau-Gabler-Strasse bei, Lückendorf, (Kri, 
ETW WET O NR ee tem cs .; 
32. Lückendorf, oberste Häuser (Kri. 65. 31. 9.). 1255079 77 N) 


33. Strasse von Eichgraben nach Liickendorf, Sattelpunkt (Brück,) 483:0 so% . 1528 
34. Strasse von Oywin nach Lückendorf, Sattelpunkt (Brück.) .. . 5200. ; . 1645 


35. Töpferberg, Sandsteinplatéau (Kri. 05, 29, 9.) . . . . . . 5967. , . 1888 
36. Spitzberg, westlich von Spittelsgrund, Kuppe (Kri. 65. 27. Bm OUI о E 


* $37, Pferdeberg, östl. von Oywin, oberster Punkt (Kri. 65. 29. 82.) GETEN e 1859 


9. Grottau und Reichenau (Sachsen). 


Geogr. ‚Breite: 50° 55° bis 50° 50/ 
беору. Länge: 32° 30° bis, 82° 40; 


Von der gesammten Bodenfläche dieses Viereckes, liegen 


in der Seehöhe von 200—300. Meter 60:0, Procent, 
ШИШ, э Ин 
ee) ali 
Re л 


1 165 


| 

| 1 Seehöhe in Metern, W.-F. | 

| 1. (Олобо егез Oftshöhe (Бейек. J rren. (Ko WMI 9v OOOO En | 

| 2. b Bahnhof (E. N. diS: Ne D. У) sa. 9093 bid sna 08 2609941. 19095) 884 | 

3. Ketten, Häuser bei der Pappelallee (Kri. 68:525£d laji Oh «98974051. 1090 878 | 

4. Grafenstein, Meierhof, Ostseite, Basis (Kri. 65. 25. 28.) . . 83202. . , 1018 | 

5. d oberer Knopf des runden hohen Thurmes (Kri. | 

ВоВ а. one: «diee hop tens TRE a ss 11841 | 

6, Stenker, waldige Anhöhe (660 Klafter ‚östlich, von Schloss | 

Grafenstein (Oest. Triang.) . . LRT 016900 у C 2008 | 

7. Wetzwalde, Basis der nórdlichen Windmühle (rei. BB 2020) 93/70. . 1006 | 

9, ý oberste Häuser, am Zusammenstoss zweier Ein- | 

schnitte (Kri. 65, 25. 10)... ПИ г темя | 

9. a nördlichste Häuser in der Ausbiegung, nordwestlich | 

von der Kirche (Kri. 66. 20:09). өө « G01. ДО | 

10. Zu sieben Fichten, freie Anhöhe 750 Klafter östlich von | 

Beckenhain (Oest. Triang.) . . ө, , а NEN | 

11. Beckenhain, Plateaupunkt westlich von diesem Orte, westnord- | 

westlich von Weisskirchen (Kri. 65. 27. 12.). . 3526. . . 1115 | 

12. ^ Plateaupunkt westlich, nordnordöstlich von Weiss- | 

kiohen edv 001097 ls) EE ORS e TP | 

13, Hoheneck, Rückenpunkt des Hanges, westlich von  diéséin Orte | 

(ri; 080 MAE. BSR! ` юч 3200 1000 а | 

14, Hohendorf, Basis der südlichsten Häuser (Kri, 68: 94. BR BGR TS 04 1009 | 

15. Neundorf, Basis der Kirche, Ostseite ES 609 34129, 01589. UNIUS А ORD | 

16, ^ Kirchthurmknopf (Kri. 65. 2472) ." . 0000. «< 1160 | 

17, Nieder-Wittig, Bach, Thalsohle bici der Mühle (к. 5. | 

25. 9.) : | 908 2.295511 100 | 

18. Ober-Wittig, oberstes nördliches Haus, Basis (Kri 65, 95. 8) BRO асое ВОИ | 

19, " Basis der Windmühle am Sattel (Kri. 65. 26. 24.) ^ 495'0 ;, . ‚1566 | 

20. Hohenwald, höchster Punkt der Felder des Plateaus (Kri. 65. | 

Bue Qe бө, PALO PREPS ESO „оо 2000 | 

21. Hermsdorf, mittlere Häusergruppe, (їн, op, 26. 8j. MUN 20641290191915/18806 | 

22. Von Kunnersdorf südwestlich, Strasse nach Reichenau an der | 

sächs. Gränze (Brück) | . CULO... r. 907 | 

23. Gickels-Berg, waldige Bergkuppe 250 Klafter von Ober- Wittig | 

(Оев Triang.) “S WSA BEE 590907 PARRA Oe GO | 

(Kri: 65. aus 3 Mess.) i 67058 ... . 1810 | 

24, Kohlige, obere östliche Häuser an der Үү; TN (Кїї. 6D. | 

29.2050) NP ДА o HORUM JEN. TIGEN | 

25, Lubtin, Häuser bei der Kirche (Kri. 65. 26. 15) pers ORO V. o V RH | 

26. Ober- ег АН Haus am Wege von Kohlige Sp ae? (Kri. | 

05: 99.11 у EE, Ce der ed Ak CL | 

27. Ullersdorf, freie Anhöhe 230 Klafter " hordwestlith vom Meter, | 

hofe von Ullersdorf in Sachsen (Oest. Triang) | 3142 ... . 994 | 

28, Sommeran, nördliche, ‘unterste Häuser (Sachsen). (Lohrm.). 2512. . . 795 | 

29. ^ südliché obere Häuser (Ent. 0657 95, 27)) сло, ToL Sosqesrp MODE | 
30. Oppelsdorf, Basis der Mühle des Dorfes wey e (Kri. 65. 


96. 25.) . 3601 . ... 1189 
, Klein-Schönau, Kirchtliurmknopf (Sachsen): (ga. 65. 35. 98.) OLAY 21200913996 


| 
| 
| 
| 


"utr BEREIT EE cn rn, ~ 


166 I. 


| 10. Einsiedel und Raspenau. 
Geogr. Breite 509 55° bis 50° 50° | 
Geogr. Lünge 329 40° bis 82° 50° | 
Von der gesammten Bodenfläche dieses Viereckes liegen 


i in der Seehöhe von 200— 300 Metter 2°5 Prozent, 
| 8002/1000 19325. gg эг, 
доо 500 ^^, ли ы d 


N POOL GA imon E тдин 
: Bug 4 eni 
700— 800 OF reo dm 


800— 900 M 2'5 » 
900 —1000-** , rv ise 
über 1000 i 0:2 m 


Seehöhe in Metern. W.-F. 


1. Ringenhain. Oberstes Haus. (Kri. 65. 13, 4.) . . САА E AC 
2. Steimerichberg, bewaldete Kuppe westlich von Ringenhain. (Kri. 
0D ul. Mut и А6, нањ EO 
3. Hermsdorf bei Dittersbach, östliche. letzte Häuser K Thale, Basins 
&Кїї. Gbe 10e 245). jr мае Ман ne o Eutr dio T M 
4. Dittersbach, Fabrik, Basis. (Kri. 65. 16. Réi gin Lh SOTO. ohan A 294 
D, Strassenabzweigung unterhalb dieses Ortes, nach 
Friedland. (Kri. 65. 16. 29.) . ns AO Uy ыа 79 
6. Im Haage. Westliches Haus östlich von Dittersbach. (Kri 68. 
16. 28.) War 07 RENT CC 
7. Zu Friedland. Meierhof, Südwestecke. (Kri. op, 22. 6). ор АА... 900 
8. "t Schlossschenke, Pflaster der Strasse vor dem 
Amtshause. (Кгі. 65. 18. 12.) . . « ene 98958. . . 1062 
9. Kapellenberg. bei Friedland. (Kri. 65.22. 21). . . + + © 9294/04. pene [OHA 
10. Raspenau. Wittigfluss unterhalb der Kirche. (Kri. 65. 22. 4.) a nent anv 14 
Xd, " Nordöstliche Häuser, Basis. (Kri. 65. 13. 61.) . . 3363. . . 1064 
12. і Kirchthurmknopf. (Kri. 65. 13. 60.) o=- 866;8, «r4. 44:169. 
13. Hofmanns-Berg, Anhóhe 1100 Klafter westlich von Haspenau. 
(Oest. Triang,)...y- vM. «c. JU 
14. Hegershaus bei der Wiesenschenke. (Kri. 65. 22. hm va bt el HS, зил? 
15. Haindorf. Häuser nördlich der Kirche am Platze. (Kri. 65. 
, 29 ipli.) iu. E gef OLR Bua air 1999 


16. “ Westlicher Kirchthurmknopf. (Kri. 65. 19. 21). cornet DIEMQUE VET 
17. Ferdinandsthal. Thalpunkt beim Walde. (Kri. 65. 22. 17.) 3244. . . 1026 


18. ө Basis der einstóckigen Mühle. (Kri. 65. 13. 19) 4069... 1287 
19: i Torfstich westlich von diesem Orte südlich von 
Mildeneichen (Кїї. 65. 22. 5.) . . BOAO ie erga 9 


20; Weissbach. Häuser bei der Seitenthalmiindung. (Kri. 65. 99, 10.) EG v . € LAM 
21. Liebwerda Kuppe südlich von diesem Orte. (Kri. 65. 22. Bd .481 83... 1,045909 


22: У Badhaus, Kursgang. (Kor. 67. Bar.) . En UB Lu n Шуа 

23, Eichberg. Westlich von Liebwerda, höchster bewaldeter Theil 
(Bi 65 93.9). . REN. Së, . , 1208 

24. Höllberg. Nördlich von Aildencichen , lünglicher bewaldeter 
Rücken, (Kri. 65.18. 11.) o « A908... ОВА 

25, Karolinthal. Südwestlicher Aen Dasis der Hüuser am Rücken 
nördlich von Liebwerda. (Er M5, 19. 294) ^. . 4048. . . 1405 


| 
А | 
| 
I. 167 | 
Seehöhe in Metern. W.-F. 
| 26. Überschaar. Obere Häuser dieses Ortes. (Kri. 65. 17. 28.) 54740. . 1732 | 
| 27. Lusdorf, freie Anhöhe 370 Klafter südwestlich der Kirche von | 
Lusdörf. (Oest. Triang.) (ИП. 20 Jog) A esadnodunl 4819... 1525 | 
28.0% , Südliche obere Häuser, (Kri 65.113. 97.) циа) ABBBialeyetti M1545 | 
29, Hoho Наше bewaldet: (Kiri @ DO. 8) u. We A IDG Е ВОЯ | 
30. KR Sattelpunkt ostsüdöstlich von diesem Berge, | 
Waldanfang. (Kris Bb, 22) pp s. . 9402 . . . 1092 | 
91. Hohenwald, Basis der Windmühle. (EM: 65. 13. 46.) . . . 6210. . . 1965 
32. M freie Anhöhe am westlichen Ende des Dorfes Ho- | 
henwald. (Oest. Triang.) . 1 Odo ER д, D | 
33. Steinberg. Norwestlich von Mühlscheibe, Plauteauhdhe, (Кї 66. | 
Беа р Gd Gey. .. 19898 | 
34. Olbersdorf. Sattelpunkt auf der Strasse Reichenberg- Friedland. | 
(Кой, oT Bard) OE OD Mh... 11765 | 
35. P Kuppe, bei der Windmühle, Plateau: ки 65. 93. 20.) BUSH... ..... 212909 | 
36. y Basis des Wirthshauses an. der Strasse, (Kri. 65. | 
15 450.) Dade 6868... .. 022108 | 
87. A Häuser im Thale nördlich ‘der Ssschbfegung ^ von 
Mühlscheibe. (Kri. 65. 28. 17.) . . 4399 31999 
38. Philippsberg. Oberste Häuser, Mitte des Ortes. (ки, 65. 23. 16.) AROS... ООА | 
39. Einsiedel, Einmündung der Strasse von Busch - Ullersdorf. | 
Кавове Ва) но (а и). (hi A (Тү на GOP tem bn ЕЧ? | 
Шу, An py, Basis der Kirche. On, op, 28. 14,) en 9928 11110242 | 
41. r Kinohthurmknopf (Kn, 65) 28108.) . . . va 4544958 . . .. 11846 | 
42. Busch-Ullersdorf, Strasse an der Mündung des Gersbaches, | 
Brücke (Rot, 68. Bar) ... 40619 1... 2298 | 
43. Philippsgrund, Jägerhaus am oberen Ende des Ortes. (Kok, 68. Bar.) D od а MD | 
44. Gersbach. Mitte der Häuser. bei der Brettmühle. (Kri. 65. | 
10548601015 EXAM ... 10004 | 
45. Schwarzerberg nordöstlich von Olbersdorf im » Tsorgebirge. (Kri. i 
DORIS 20M)» 0 х КВИ d. = | 
46. Scheibeberg. Kuppe im Isergebirge. (Kri. 65. 13. 33.) ch. nen ОВОМ pe, ett ога! | 
47. Spitzberg. Scharfer Kegel im Isergebirge, nördlich von Philipps- | 
реаби ори) car. MODS е 24217 
48. Grünzbuche im. Sattel zwischen . dem Grubheng ünd Spitzberg, 
nördlich von Philippsgrund. (Kri. 65. 13. 25.). . 35964. . . 1887 
49. Grubberg bewaldet am Isergebirge, Kuppe. (Kri. 65. aus 2 Mess.) 7036 . . . 2226 
90. Teufelsloch, nördliche Ausläufer mit Felspartien. (Kri. 65. 13, 35.) 6497 . . . 2055 
51. Zwischen Philippsgrund und Raspenau, höchster Punkt der Strasse 
im Sattel beim Hegerhause (Kor. 68. Bar.) 479'8 . . . 1518 
(Kri. 05... 59,92.) 48807 ss 1 B80 
$2, Scharflahneberg, höchste Kuppe, östlich von Phillippsgrund. 
7 (Kg... 65. 18.810 ют Ode ы ay GT ug 
53. Pferdekopfberg nördlichster Rücken, im Isergebirge. (kri. op. 
` 8. On ane A Date cog dr OUS 
54. Mittagsberg, waldige Bergkuppe im Isergebirge, 2000 Klafter 


| 

| 

| 

| 

| 

| 

| 

| 

| 

| 

| 

| 

| A südlich von Mildeichen. (Oest. Triang.) `, 8595... . 2719 | 
"A Saukuppenberg höchster Punkt. (Kri. 65. 13. 20.) . . . . 4492. . . 1421 | 
56. Vogelkuppen. Punkt des Isergebirges südlich von Haindorf. | 
| 

| 

| 

| 

| 

| 

| 


(Erni, 65, RHP ROMS Jonrnoedel. NL . .d00065 . . . 8874 
97. Taubenhaus, waldige Höhe im Isergebirge, 2050 Klafter von 
der Haindorfer Kirche (Oest. Triang) . . . . 10700 . '; . 8885 


| 
| 
| 
| 


168 I. 


Seehöhe in Metern. 


58. Von Weissbäehi südlich, | Sattel am Reitsteg zwischen dem 
Schwarzbach und Kamnitzbach sidéstl von 
Taubenhaus В." (Kot. 68. Bar.) (цип 90) DOll 

59. Mittagssteinberg. Durchschnittliche Hohe.) (kt, 65.518. 59.) 959162 


11. Peterswald. 
Geogr. Breite.50° 50’ bis 50° 45° 
Geogr. Linge 21. 20: Ms 319 40° 
Von der gesammten Bodenflitche dieses Viereckes liegen 


in der Seehöhe von 300—400 Meter etw» 16 ‚Prozent, 


AO OO te ba soii 
500—600; 4, weu së? AA, 
600—700... ии) " 
700—800. тоў bröa Sed T» 


Seehöhe‘ in Meter, 


Т. Liebenau, oberster "Teich" Tas Her) (diem ^m T, аин DT UD 
ЕЧ ара ИЛО. (бй Дей (ШОШ uu e ier. Aer ect geiert A e 
3. Breitenau in Sachsen, mittl Höhe der Häuser bei der Kirche. 

UXU T Bd deri ut, "nid r 


4. Von Schönwald nordwestl. Strasse", am "Gu шш (Br ück;) 1 AO 
5. Schönwald, Kirche natürl. Boden. (Lohrm. u. Brück. Mittel) 5864 . 
6 Untere Dachkante des Schlosses. (Kor. 64. 47. 4.) 6277. 
7 


” 
. Spitzberg. Kuppe 720 Klafter von den nördlichsten Häusern von 
Schönwald.‘ (Oest.. Triang.) , . TOT. 
8. Schlösserberg, Anhöhe 400 Klafter westlich von ОУК 
(Vest, Triang.). ‘. D ЛА ОООО 
9. Berggiesshübel, unweit der Kirche (Sachsen). (ТШ) б 3094 
10. Hellendorf, an der Strasse von Peterswald, Thalpunkt (Sachsen) 
ida akin: d ia irae "UOUN 
11. Peterswald, Strasse an der siche, Gi ränze. P (Britek.) hE ШЕЮЦО 
Ni > Kirche natürl. Boden. (Lohrm.) ç AUE 
Lab. т Hiesige Ziegelöfen an der Strasse nel SEIT 
(HOOK, WE doo AR) er en a 
14. Hirschhöheflur südöstlich von Peterswald, höchkter Punkt der 
БЕЙНЕН, (ЖОТО "RON PIS К. m foo 471 OUI 
15. Jungferndorf. Letzte Häuser an der Strasse gegen Peterswald, 
(Ко ОЕР OS vor BOL 2 
16. Keiblerberg, Anhöhe 560 Klafter nordiestlich - von лепог, 
(Oest. Triang.) : TIU 8. 
17. Schiesshaushöhe Berg, 600. Klafter N. Wr von "Nollendorf, St rasse 
nach, Schönwald. (Gab BET) . 01 50. 99 7200; 
LS. Oberwald Dorr. Untere. Häuserz (Kor, 04, 40, 5.) 02 4e т 018°2 . 


12. Tetschner Schneeberg. 


Geogr. Breite 50° 50° bis 50° 45‘ 
Geogr. Länge 31° 40° bis 31° 50° 


W.-F. 


"8110 


3036 


W.-F. 
1855 
1145 


1872 


. 1664 


1854 
1986 


. 2281 


1898 
979 


. 1236 


1871 
1744 


. 1983 


1927 


“3002 


2277 


2298 
1940 


ч 169 | 


| 
| 

| 

4 | 
| Von der gesammten Bodenfläche dieses Viereckes liegen | 
| | 
| in der Seehöhe von 100—200 Meter 1:0 Prozent, | 
| 200—300  , Go $ | 
OD) E | 


AGO DUO, алалы О in | 
ШК nn: pun | 
600—700 , Ord й | 
БӨ COD era 1:5 e 


Seehöhe sin Metern... W,-F. 


1. Königstein, Elbespiegel (Sachsen). (Brück)... mi wloGiew temo 11910047. ube 7 AB | 
2, A Stadt, ‚Strasser (Saghsen)!) (ВШ) иі wh todd Rf: . . 895 | 
3. М Plateau mittlere Höhe der Festung (Sachsen). (Вгіек:) 858-0. 11189 | 
4. Kegelsteine, östlich von Langhennersdorf. (Sachsen). (Brück) .418'0-....... 1322 | 
5. Brausenstein (Wildmann) in Sachsen, (Brück.) . iniata Snt BED. ... 1218 | 
6. Schweizer Mühle, nördlich vom Schneeberg in Sachsen: (Br ück.) BET Ooi 21014007 | 
7. Eyland, Häuser am Bielabache. (Briick.). . 06901. ohne ELO 
8. Auf der Harthen bei der Schweizermühle in Sachi (Brück, 438001) » » 1860 
9. Rosenthal, bei der Kirche (Sachsen); (Lohrm,)... — scho Al Золоо Зда 
10; Katzstein, südlich von Kunnersdorf (Sachsen). (Lohrm:) tid oO AL. 1479 | 
11, Lehmhübel вә, von Katzenstein (Sachsen), (Brück.) `, ..:40270 0.141469 | 
12, Kunnersdorf, bei der Kirche (Sachsen), (Lohn). лоп 22408 . . . 764 | 
13, Kuppelberg, östlich von Pabstdorf: (Sachsen). (Briick.) „1 389007. pant 4231 | 
14.1 Pabststein bei Pabstdorf (Sachsen) (Lohrm.) . . 4928. . . 1431 | 
15. Klein-Gieshübel, mitten im. Orte an der Kreuzung den Strassen | 
(Sachsen) (Brück.) . . ‚мю О > у ЧЕ? | 
16, Christianenburg: Untere Dachkante des Бий (Коў, 64. | 
29180yn, Кир ‚ Ww б. OD | 
17. Kahnhügel im Bünauburger Revier, (Kor. 64. 19. 6.) бл OL O Noe A | 
18. Am Daumkamm, höchster Punkt. CO, ved LBS (QU. OR, ISO a ШОТА | 
19. Schneeberg Dorf. Basis des unteren Wirthshauses. (Kor. 64. | 
88. Ais : „09. 40.934 E990. . . 1908 | 
20. Forsthaus, Basis. (Kor. 64. 98, oy UNE. COE, -13097 1951 | 
21. Mühlbrunnquelle am südwestl. Abhange der Sclinecbereplatte, | 
T. ober dem Forsthause (Kor. 64. Bar.) . . 02430... е 1910 | 
22. Hoher Schneeberg (auch Tetschner Schneeberg). Puss des F elsens | 
am Ende des, unteren Plateaus. (Коў. 64. 
“= 19554: B.) BA... 210% | 
43, " Anhóhe 740 Klafter östlich. von Köhlerhan, | 
(höchster Punkt des natürl. ‚Bodens, alter | 
24 Signalstein)y-«Oest. THAN 4qdj « « .« « 7287. . . 2289 | 
Pe # neuer Signalstein beim Thurme. жола 64. | 
el Ago. (Bol. 04, 28.3 : Ken MESS vov v SN | 
| "t ^ Thurm, Gallerie. (Kor, 64. эт. Du I MEAN. + 2085 | 
a Nordöstlicher Abhang am Pferds "bien (Kor. | 
ТУШЕ gucia hoy.. ВРЕМЕ, A rer DOO. . 1 QUIS | 
М . Czeisehkenstein im Schneeberger Revier. (Ко. ei 19. SO PO I ON TESER DE | 
8. Auf der Vogelwand. Am westlichen Ende derselben, nordöstlich | 
99% ХОА ИО TOM” ДОСТ) ИИА У ЧОРА, OO O. ATT | 
30, р yssaer Wände. Mittlere Felskantenhöhe. (Kor. 64. 45. 8.) 015'4'. 7 71947 | 
97, Tyssaberg, Anhöhe 290 Klafter südöstlich von Brache. (Oest. | 
4 Triang.) ©. t АЛ ic PME E Ee 


. Кайла, Obere Häuser. (Kor! 64. 16. 9) fe РИМИ ert РОКС | een OO 


. 1836 


1789 
1679 
1070 


1356 


1582 
919 


800 
1095 
139 
704 
594 


1227 


1623 
903 


170 I. 
Seehöhe in Metern. W.-F. 
39. Schönstein bei Tyssa, obere Häuser, (Kor. 64. 28. 9.). . . 5805. 
33. Tyssa, untere Häuser an der Einfahrt der Strasse. (Kor. 64. 
48; Bt Joubeshafis JC Rot. 58. at gael ann» ORT. 
34 „ letztes östliches oberes Haus. (Kor. 64. 284.030. RO. 
35. Königswalder Meierhof, Basis. (Kor. 64. 19. Eu л meg evt DERE 
36. Hutberge. Unterer Waldrand nördlich unter ihnen. (Kor. 64. 
39510) o б, ee, ect A222. 
37. Hutberg, Kuppe, 780 Klafter südwestlich der südlichsten Häuser 
von Ober-Ulgersdorf. (Oest. Triang.) E 
38. Riegersdorf, Meierhof, an der Strasse. (Коў. 64. 19. 11.) . . 2904. 
39, Eulau. Schloss, Fensterstócke im ersten Stocke, dieselben sind 
5:65 Meter über der Thürsehwelle. (Коў. 64. 19. 14.) 2527 . 
40. Rübendörfel, südóstlich von Eulau. (Kor. 64. 19. 15.) . . . 3462. 
At. Merzdorf. Steinhof, Basis. (Kor. 64. 19.19) «iv. cu 2728395 5 
42. y Strasse unterm. Steinhof, (Коў, 64.119. 20.) . 2224, 
43\0Biela Kirche; Basis, (Кой. 64.277 10.) soo ‚шоу vog EOE 1 
44. Neudorf, Haus N. 142 am Fusswege. zum Schneeberge 
(IB) (PONTE) en att mg Senge Res EN BETO, 
45. Hopfenberg. Kopenbg. Baumspitzen auf der Kuppe, etwa 8—10 
Meter höher als der Boden. (Kor. 64. 19. 1.). . 51590. 
46. Schönborn, Kirche, Basis. (Kor. 64. 17. 120. yiptagospn d, пот „1380802419, 
4T. m Oberste Häuser im Dorfe. (Kof. 64. 16. 3.) ^. . 39898. 


мо cue 


. Bohmen, Sattel zwischen diesem und Schönborn. (Kor. 64. 


ТӘ 45%. 5). 35759 1 


. Lotterberg. Spitze der Bäume, Basis etwa 6 Meter niedriger. 


3) 620°3 . 


(Kók. 64..19. 17.).. ·. -. 


Krippenwand. (Oest. АЕ APIA 
'zirtenborn, Quelle nordwestlich von der Hirschheide (Коў, 64. B.) ui ТВ 
Schneeberger Strasse, Höhe am Steinberg. bei der Tanne. östlich 


vom Rabenstein: (Коў. 64.,19. 26.) 1.51 mer + 9465. 
Maxdorf, neues Forsthaus, Basis. (Kor. 64. Bar.) QE nant. Al: Pur 
Lachen-Berg, höchster. Punkt im Walde. (Kor. 64. Baty) oec iit H se 


Kalmwiese, mitten im Orte. (Коў. 64. 27. 115) 2659 . 


Hinter-Weyer, Weg an der Cichorien Fabrik. (Hor. 64. LO, 25.)..446:04e 


„1233 


1132 


. 1646 


1682 


Hegeberg, höchste freie Anhöhe. (Коў. 64. 19. 19jylont] 939110 Bänn 
13. Tetschen. 
Geogr. Breite 51° 50° bis 50° 45‘ 
Geogr. Länge 31° 50’. bis 32°. 0/ 
Von der gesammten Bodenfliche dieses Viereckes liegen 
in der Seehöhe von 100—200 Meter 18°4 Prozent, 
200—300 - , 194 Je 
3002-00020 22105001 9 
HOD HOG sob H то; 
über 500 b 30 2 
Seehöhe in Metern. W.-F. 
. Scheiben-Koppe. Berg - Kuppe 500 Klafter nordöstlich уоп 


1557 


1197 


1096 


. 1360 
1489? 


841 
464 


I, 171 | 


Seehóhe in Metern. W.-F. | 


8. Kehlborn, Quelle unterm Lachenberg, nordöstlich von Peiperz. | 
(Kor, 64. Bar.) . . von rer ehr О | 

| 9. Schüferswand. Höchster Punkt des Rückens. (ot, 64.16.08) 2, 2BA rat TS | 
10. Bodenbach, von der gräfl. Thunschen Spiritusfabrik von der | 
Ecke östlich am Fusswege 90 Schritte, (Kor. 64. | 

бигуи, чолоо | 

11, Graf Thunsches F orstamtsgebäude, untere Queck- | 
| 


silberfläche des Standbarometers im Erdgeschosse. 

(Көй, 04. 26. 2.). .ү не spe Jet sok) етого od neoin TAQ 
12. b Eisenbahn-Stationsplatz. (Е, N. d. St. Е. G.) ‘sds Mä, T420 
13. Bicla. Mahlmühle N. 18. (Call. Beitr.) . . . . . - (4,1098. . . 487 
14. Kreglitzer Schüferei. (Kor. 64. 16. se ee oberer 
15. Pfaffen-Berg, südwestlich von Tetschen. (Kor. 64. 15. 0.) . . 3500. . . 1107 


16. Wenzelsdorf, oberste Häuser, (Kor. 64. 16. Us me 266° кучон; 1942 
17. Hopfengarten. Obere Häuser am nördlichen Ende gegen Krochwitz. 
(Koh 964,017.48.) ву: rods db OL Ouen hes acodi Ж 
18. Mittelgrund, Eisenbahn Schienen. (E. N. d. "st, Е. 8.) . dash nat fy la Г. rea тето 
19. obere Häuser südlich. (Коў. 64. 16. 13.) . . . 19018. . . 607 | 
20. I Lübels Wand, oberste Felsenkante. (Kor. 65. 24. 5.) . - A94, soos ad | 
| 


21. Kulischken-Fels am Lindenhübel, oberer Rand. (Kor. 64. 16. 14.) DAL A nn nt at О 
22. Rasselkoppe, äusserste Felswand gegen die Elbe. (Kor. 65. | 


25. Quader-Berg bei Tetschen, Standpunkt, "etwa 8 Meter unter 
| der höchsten Kuppe. (Kor. 64. 16. 0), . . . 2950. . . 933 
26. Loosdorf, grosses, altes Wirthshaus. (Kor. 64. 17. 16.) . . 2822. . . 892 l 


| 94. 6)... ИЧИР 
| 23. Laube, Dorf, Elbeufer. (k. k. Land- Baudirekz.) TA HOP CHRIS ei | 
| 4411 , Bei den letzten nördlichen Häusern am östlichen Ab- | 
hange an der Grenze des. Waldes. Mittel aus zwei | 
Messungen. (Kor. 65. 24.) . Ina оз. DH | 
| 
| 
| 


35 Josefsbad bei Tetschen, Badhaus, Basis. (Kor. 64. 16. 11.) 1419. . . 449 
87. I Liebwerda, Meierhof, untere Dachkante. (Korg TIDE day), 1884 © . .. 488 


27. » Strasse zwischen diesem Orte und Güntersdorf, Kreuz. | 
А (Koreas 18. 7) ош { Leer Re LOOO | 
28. Tetschen, Nullpunkt des Tetschner Pegels. (Kok. 65. 26. 3.) TO QN T... 890 | 
29. — , ' Schiesshaus, Elbe-Ufer. (k. К. Land-Baudirekz) . . 1249. . . 396 | 
30. 3 Kettenbrücke, Fahrbahn. (Kor. 64. 26. 3.) . ШИ Ө, cos 34 | 
31. " alte Kirche, an der Nordseite d. Stadt. Basis. (Kor. EI | 
a T5010" ^m BE. ger cp MUS | 
32. » Schleppbahn den bohm. "огде, hei der Ketten, 
85 brücke. (E. N. d. B. N. Bi, 1949. . . ." MB | 
33. » "isenbahn-Stationsplatz, Schienen d Bahr (E. N. d. 
і Б. N Bi) Suns IO eg, ОШ | 
34. » Gräfl. Thunsches Schloss, Parapet "des Logegürtohens. | 
M (Коў. 64. 26. 5) . . A n WEN S. . AN | 
d Schlossthurmknopf. (Kor. 64, 26. is | wu au.202 0. .. 090 | 
ё | 
a Gomplitz, Basis des Meierhofes. (Kor. 64. 15. 15.) . . . - tow. 1^. Aut | 
1р. Mirabell, Meierhof. (Кой. 64. 15. 12.) < 2 EUER Rog o. MEE | 
e Altstadt, Dorf, Elbeufer. (k. k. Land- Вапа.) ИИ LS ER, ul t АСО | 
di Rosawitz, Kirche Basis beim Thurm, (КОТ. 64. 17. 10.) . . 1238. . .. 392 

|; ” Kirche, nördlicher Kirehthurm, Thurmspitze. (Oest. 

Triang.) . pr Ind. ae. a р 


43. Kolmen, Häuser im Sattel. (Kok. 64. Egeter aod dor одон a 


| 
| 


| 

| 772 I. 

| 

| Seehöhe in Metern. W.-F. 

| 44. "Kolmér Scheibe, Walaa KEN BETH "ОДА MAH MITA оппо 995 | 
| 45. Ober, Birkigt, obere Häuser. (Kor. 64. 15. 13.) ПАРО ое al | 


| 46. Unter-Bachelsdorf, Eisenbahnschienen an’ der КУЖАТТА 
| Kp. pgs BRIG, OUR Пла, 790 MEO Hse TINO 508 
| 


47. Dobernol Operste: Enis er Cok 93/2990 97) S9 WEEU Иа HONEY OVO. >. c. 1890 
E Dobernerbord Kupper (or. 64:94-29:07, 29900, А T VU S901. . . 1677 
| 49. Habendorf} 'untéreteg PEs ЭТТИ. Bae oaks ЛИЕ ^. SEIL "REH, cw c. "891 
| 50. Ohmsberg, Spitze hoher Waldbiiume. (Kor! Comer lis eae one, vel. LOTO 
| BY) Parlosa, Dorf“dbere Häuser. (Kor. 64. 24) 98.) >. Gr et 7480-0 . . .. 1521 
| 53, Parlosa-Berg, Anhöhe 300 Klafter nördlich von Parlosa (Oest: 
| Triang.) . QU vor ep Lia dis D) ET e oe nisi 588 
| 59. Güntersdorf, oberste Häuser im Sattel. (Kor. 64: 22.” 10.) 4388 1387 
54)! Falkendorf’ tterstes BAdèrihaus: (KO GC 15. 16.) / "7177277280" 791 
| 55. Falkenberg Anhöhe 640 Klafter östlich von Falkendorf. (Oest. 
| Triang.) . ou bT nedbtibaón mg ropa odgore santal] 596 
56. Poppendörfel, mittlere Höhe: (Kor 164, 157 18.) 6 AT... 1224 
ЭТ. Poppen-Berg. Waldkuppe. (Kor. 64: 15.17.) PHONIC TI qunm 696 
58. Alt-Ohliseh, ‘drei Denksäulen nördlich davon, die“ mittlere, 
br. BO ОА нир PIOUS [OBEY тоду OM 
59. Heidenstein, grösstes einstöckiges Haus, mittlere Höhe des Ortes. 
(Kor. dd) yl.) 910 позов, busnzlol piepesgBgugod]»c 062 
60. Heinhübl; Berg-Kuppe 400- Klafter südwestlich ‘von Binsdorf, 
| (Vest: Isiang): lei SATB DA, at.) 911994511305. 2011864 | 
| 61, Binsdorf, mitlere Hóhe dés Ortes. (KOPF gaapgopybión MIs 8000911. « 11] | 
62. Am Huthberg, dstlich von Binsdorf, Waldplateau: (Kof.64:30.5.) “869% . . 1169 
14. Bóhm.-Kamnitz. 
Geogr. Breite: 50° 50° bis 50° 45’ 
Geogra. Länge: 291 oi ‚bis 32". 10° 
Von, der gesammten Bodenflüche dieses ‚Viereckes liegen | 
in der Seehöhe уоп 200-300) Meter! 20°0 Prozent, 
M dia a 5 „ ° 900—400 ¥ 45:0 » 
yo MA ў, Ш. Lagos d, 179 ү 
EA, M „ © D00— 600 hy 14:1 А 
. er / „IBook rO iios X8 T 
| wel, j dë über 700.. „ 0:2 э 
| Seehöhe- in’ Metern, W.-F. 
1. Windisch-Kamuitz, untere Dachkante der Kirche. (Kor. 64. 18.8.) 2515... , 796 
| 2. » HONS UD US СВАО, at tise d е ОО a ОИ 
3. Philippsdorf, im Thale bei der. Mahlmühle. (Buna) | LP MENU Ge + ы 27 (71 
4, ei oberste Häuser im Sattel. (Kor. 64. 30. ҸИ In о ср POR ШОШ 
5. Huttenberg, oberste Felsen. (Kor. 64, ,30.,7.) . dh gek Orr a о 0-7. 
6. Rabstein, Eisenbahn-Stationsplatz, Schienen d. Bahn. (8. en 
Бие аа + BA an i ее ` 
7..Kamnitz-Neudörfel, Häuser an der Strasse, E gam] 1098 
8. Sattelsberg, südwestlich von Böhm.-Kamnitz. (Bund. ., ., . .. 422:9., .. e 1338 
9, Vogelberg, westlich von Kamnitz, (Kor. 64. 30. 3.) . . Jr CC E o TOU 


k 173 | 


Seehöhe in Metern W.-F. 


| 10. Rechenberg, im ‚Südwesten von Johnsbach oberste Felsenspitze, 


| Ө ТУ 6L. 52, 805 у у ул.» ә лр TEC йа. ERO. c. REND | 
| bin Markersdonfyg Kirche, „Basis (ої: f4 8240-8) 9 dO dor Holby th D piano 848 | 
12. "d Kisenbahn-Stationsplatz,, Schienen, d. Bahn, (E.. N. | 

d, (Ber Nae Bi) : "nad P Oa. ara ORE 


8, Hachensberg, ‚südwestlich von Bóhm.-Kamnitz, (Вид), enad d81:8) h 1048 
i Freudenhain, oberste: үзер Ко 64.8289 sop» ipt tnt Anis) Lg 
5. Eiskeller-Revier, Plateau, westlich von Freudenhain. (Kor, 64, 

ORUM wk! éd weg ic n. рео Sos 2607008... «LEE | 
L6, Bóhm,-Kamnitz, Marktplatz, (Kot. 64; 30. 6.) ..... di BO lode 984 | 


* 


17. » Pfapr-Kirche, Basis, (KoX..64..90,.0 i) ep. videte DÉI ngaol 998 | 
18. h Eisenbahn-Stationsplatz, Schienen der Bahn. : (1. | 
Ns AB Nur о 68. Oia ees DET det vns pL UM | 
19, js am nördlichen Abhange des. Schlossberges. «bei | 
diesem Orte, am unteren Waldrande, Standpunkt, | 
(Kar Be DAD чип me eunt Arno‘ | 
20. Ober-Kamnitz, Basis der Papiermühle, (Коў. 64 »80p¢165);..51). 9284 1039 | 
21. Р nordóstl, Felsenwand, südwestlich von, der Wald- | 
kuppe bei Fisehberg. (Kor. 68 90. Lbs) iat он eine 289 | 
22. Nadelberg, bei Bóhm,-Kamnitz, Felsen mit einer eisernen Kahne. | 
la gf б S0, 10. Fb ahs Sa suk жазайн date OS i, «eal | 
23. ‚Schlossberg, Kuppe,. 520 kKlafter | südlich von: .Ober-Kamnitz, | 
(ORS апаа рев оо: mn ләп PORNO a tele QP | 
24. Walddörfel, Ziegelöfen östlich davon an der Strasse. (Kot. 64, | 
RO. 4) елйн ҮС. Peni’ sai ooh amit exo BIOS n DT | 
25, Wachberg, Spitzen junger 2—3  Klafter hoher, Bäume. (Kor, | 
10 Bann (Kr ee ae Whiti aoe OPN. <, LM | 
ae Henne, oberes Wirthshaus, im Sattel auf d, Strasse. (Kor, 64. 31..6.)1 82657 4,40... (108d: 
nt l'reudenberg, obere Hüuser im Phelan. Bund.) en feel SE DEE E scant l dozen OE | 
Set Gersdorf, ‚unweit der Kirche: im Thale; (Bund Arero. ор viet, 2902 0051500 918 | 
nee m Chaussée bei den obersten Häusern des Ortes an der | 
| З Brake... (Койу QU Mar ан еН, GG 961 | 
| E Meistersdorf, untere Häuser, е, OD E ONE ео | 
| ш T Kirche, Bas ER ARE es AIS, BABE UA ү... 4498. . . 1404 | 
22. „Wüste Schloss“ oder „Fredewald‘“ östlich von B.-Kamnitz. (Bund.) 436'2. . . 1380 | 
98, Die Fichtelschänke am Forstberg, Basis. (Kor. 64. 341. 2) 204 40870 2090 1467 | 
34. Dor Forst, bewaldeter Berg, westlich von Steinschönau.! (ri, | 
ag VE BOO ae lU Be AM VOD ro. * E A A a сои | 
SH Schiefer-Berg, östlich von B.-Kamnitz, (Bund.) bod nalmmease, ABID, . . 1548 | 
E Höllengrund op der; Strasse, (Bund), ap mm noe abe artnet. oos 1100 | 
37, Kunersdorf, unterste Häusergruppe an der Strasse nach Kamnitz, 
| MOOV OS UL EU. А me. о. OMG о. ОИ | 
38, Ober-Kunersdorf, Sattel zwischen diesem Orte und Schemmel an | 
39 der Strasse über den Ottenberg. (Kor. 64. 32. Eis NUON, < < 1208 | 


» Ottenberg, bei Bóhm,-Kamnitz, Standpunkt ; höchste Felsenspitze. 

(Kot, 64. Mittel aus 3 Mess.) е т Bap aro "E Le 
Kaltenberg, Sattel zwisch. diesem u. dem Au-Berg, (Kor. 64. 30,12.) 6244 , . . 1975 
; Fiseliberg, Sattel zwischen diesem und dem Auberg, nordöstlich | 
Wohl. Hasel, (Kri; 65. (361004, упрвадицпиц (90, ni, ап у „Полйацат оюу | 


49 Ki 0 d 20 D э р с У » 

m Fisehbergkuppe, E'elspastie CK rb: 65H 183 WE LEN по onhtégsgrgos922819069 

ui Haasel; obere Huser) Basis; (Kril. 05, 38. 16.) | 007 Biel 170101884 | 
h » Sattel zwischen diesem und Kunersdorf, (Kor, 64,32, 10.) 366:6 . . . 1160 


174 T. 
Seehóhe in Metern, W.-F. 
45, Haasel, Sattel zwischen diesem Orte, Limpach und Kaltenbach. 


(KO GSO. 15, OR. 1406 


. Schieferberg, nördlich von Ober-Preschkau, (Kri, 65. 38, e dr ad tel deg gi 062 


46 
47, Mittenberg, Kuppe nordöstlich von Preschkau. (Kri. 65. 36. 13.) 663-0 . . . 2097 
48. Auberg, bewaldete Kuppe nordöstlich von Hasel. (Kri. 65. 36. HUS UE A 2169 
49. Grosser-Ahrenberg, bewachsene Felskuppe. (Кїї, 65. 40, 13.) DG HEH DHSS 
50. Klein-Ahrenberg, Punkt der Strasse unter demselben. (Kri. 65. 
BOO MN н алкан ET EK EH OD 190 nelN TOP 
51. d bewaldete Kuppe, (Kri? 65. 36. 18.) . . e 6197 ... 1960 
59. Hillemühle, Häuser an der Wegabzweigung Basis. (Kri. 65. 38. M DIO ade tes 999 
53. Falkenau, Eisenbahn-Stationsplatz, Schienen der Bahn, (E. N, d. 
BOUND REO SPP «РУ RTT UPS UMOR i DEE 017 2T 
БХ. 'Nieder-Preséhkau (Bund) аа (98858 e 1229 
55. " Basis der östlichsten Mühle, nórdl. v, Schónauer- 
pen Repas; RN vss 1477 
56. Ober-Preschkau, Häuser am Plateau, südwestlich vom Schäferberg, 
CUNO SSR ER: Te ee 14486!89 54 7190 3 590 
57- Schónauerberg, westliche Kuppe. (Kri. 65° 36. 4) . . ..- 688.1 v... . "200b 
58. Steinschónau, tiefste Häuser des Ortes. (Bund) . ..... gr. ЖШ 
DU" ji ME КЕШЕ ТИМ N EAN err N dom ena zee 
60. i höchste Häuser des Ortes. (Bund) . . . .. . 8991. ,.. 1674 
61. hj Dachsaum des Kirchthurmes. (Kri, 65. 38. GE Ge CA Br 1681 
62. Schelten, obere Häuser am Rücken, nördlich von der Strasse. 
CENGO be NE O E, 25099 11292 2 
63. Parchen, mittlere Höhe des Ortes (Bund) . .. .... 9964 2... 1760 
64. Basis б ЛЕТ (Kril 60; OMe e Bug 12! D^ 1799 
65. T Kirchthurmknopf. (Eri 65. 36:9.) 2... DUR . . 1907 
66. Emanuelsberg, Kuppe südöstlich von Parchen. (Kri. 65. 34. diy S80 T 9,277 7 1000 
67. Sonnenberg, Kuppe 1840 Klafter westl. v Langenau. (Oest. Thang. OORO VE 2029 
68. Obersonnenberg Basis des Forsthauses. (Kri. 65. 34. 45.) . . 4469 . . . 1414 
15. Hayda und Zwickau. 
Geogr. Breite 50° 50° bis 509 45/ 
Geogr. Länge 32°, 10, bis 32° 20° 
Von der gesammten Bodenfläche dieses Viereckes liegen 
in der Seehöhe von 200—300 Meter 1'2 Prozent, 
300—400 К^ 40V e 
400—500  , 27:8 » 
50.809. (ool aote 
MODUM. UO 
ODER 000 y 0'5 М 
Seehöhe in Metern, W.-F. 
1. Bilsbach, Mündung in den Kamnitzbach. (Bund.) . . . . 4l 4646. . . 1470 
2. Hackelsberg, nördlich von Falkenau, (Kri. 65. 38. 7.) lol 00000 d IZ LO? 
3, Grosser Eibenberg, bewachsene Kuppe, südöstlich von Schönfeld 
(Bri. «65. 37,27.) еони Alu изо» made O IODA . . 2185 
4. Kamnitzbach, Quelle ober der Glas-Fabrik. (Bund) . . . . 5784. . . 1890 


« SE 175 


Seehöhe in Metern W.-F. 


| . 5. Buchberg, bewaldete Kuppe östlich von Falkenau. (Кїї. 65. 
| BRAT.) 220 sol yon, BIETER. IMOG o. ~ 9080 
| 6. Aschberg, östlich von Falkenau, westliche kahle Kuppe. (Kri. 
GUB Gd eet, BAHS, ARE cec. FOX. gt) UO... . .. 2068 
7. Falkenau, Forsthausl(Bahdı)ail. "ob айн олио оя doin LO (долу 20 60. 
8. b liggt Kol 656400198... {OE TE. GOEN.. . М8 
9. Tannenberg, nérdlichstes Haus am Sattel. Fórsterei-Basis. (Кїї, 
65. Әби.) ИБ, ‘« -~ LOUR 
10. Schäferberg, Plateaupunkt südwestlich ‚davon; (Kri. 65. 38. 27.) BR 7 1010 
11. Kammberg. Östlich von demselben, Plateaupunkt am Waldrande. 
(Eis) 66.. 80... 2991 Ek Jal GHD. ..„... TITE 
12. Schaiba, Bach unter без Hisenbahnbrüc ien (Е: N " B. N. B) 88 T4854 12010101068 
18. ` Westliche Häusergruppe. Basis. (Kri. .65. 354.10.) .394'10 . . . 1247 
14. Haida, Piaristen Collegium, Allee. (Hack)... ilteow 99856 "Butler HIE 
15.1 , Risenbahn-Stationsplatz, Schienen d. Balin, @. N d. 
В. NB) Жу и { фано О п... 1168 
ën Kirchthurmknopf, (Kri. 65. 36. 2). AL... =, 11982 
17. з Strasse von hier nach Röhrsdorf, erster Binschnitt, nörd- 
lich von der Brücke. (Кїї. 65. = GAJI ац ABG. 10250101486 
18, Arnsdorf, obere nördliche ‘Häuser am Ende des Ortes. (Kri. 
BB d HOS. WM... — ME 
19. Blottendorf, Вав der Kirche. (Kri. 65. 37. ho». Oe oov ORGO. c. x. MO 
20. " Kirchthurmknopf. Ort, 65..37..5.) . . DIS. e. 2.310000 
21. Blottendorfer Berg, Kuppe, 200 Klafter nordwestlich von n Blot- 
tendorf. (Oest. Triang.) . 62512). ., (BOG 
22. Rodowitz, Basis des Korsthauses nördlich davon. (Кїї, 65. 37. 12) Boy, е ОШО 
23. » Kirchthurmknopf. (Kri. 65. 35. 13.) °. SATO, ^. 30901 
24. Hutberg, Sattelpunkt zwischen diesem und dem Ortelsberg, 
(КВО, ӨТ, 412) 01 A TET Тез, МОДА, E ALE 


25. W Kuppe östlich von Rodowitay (Kri. 65.086. IA) /dndec ONO ne >. . 1555 
26. Staarsteinberg östlich von Rodowitz. Kuppe. (rt, 65. 37. 67.) 365'9. . . 1158 
27. Ortelsberg, Kuppe, 730 Klafter westlich von Lindenau (Oest. 


| Triang. . Ooh EEN, ae er BOR. >. ve. 
28. Zwickau, untere Vor stadt, Thalsohle bei den untersten Häusern. 

is (ЖИ Lë ONES BOCH, «(e MOTO 
49. » Schiessstätte südlich битой, Bakis) (Ki. 65. 37. 40.) 898 9.4.07, INNO 
30, » Kirche, Thurmspitze. (Oest. Triang.) . = «+ «+, 4004 „, .. . 1267 
51, Kleissberg, Kuppe beim Kreuze. (Kri 65. 28. DU РОТ 
32, Röhrsdorf, Eisenbahn-Stationsplatz, Schienen der Bahn, (E. 

Ze WRAN БЕ ARC d EN roe rq o ES oed 
98, » Strassenbrücke ‚vor Xottlichs Gasthaus. (Kri. 65. 

34 By dd.) VM V Nou Rly LOO 


. Antonien Höhe, bei der Glashtitte, nordöstll, von n Falkenau, höchster 
Punkt der Eisenbahn. (E. N. d. B. №. B.) .,. 5505. . . 1742 

. Barhübel, bewaldete Keck östlich von Blottendorf. Kri. 65. 
| | дб б.) ROTAS, с. с^ О 
36, Hamrichberg, nördlich. von Röhrädorf, (Kii. 65. 37, 33). (009 Quid 1 2082 

97. Kletzerberg, bewaldete Kuppe, südöstlich von Antonienhühe. 


38 Dam OOO PED TUS LL UTERE eee 
98. Hoffnung, Thalpunkt der westlichen Häuser gegen den Muhistein, 
39 (Lohrm.) | . Aen or PE ио 


» Forsthaus daselbst, Basis. (Kri 65. 44. T Vu wi CPU to OL 


176 I. 
| Seehóhe in Metern, W.-F. 
| 40. Morgenthau, Fabrik) am Südende.. Sohle des Thales am Wege. | 
| Eiri. Gë, 377 90.) jv» ек e P OM eec ТААМ ‚уу, ATA | 
| 41. $ Kuppe lo rdwegt Hic һ von der Fabrik am. Südende 
| des Ortes. (Кїї. 64. 37. — ‘ A452)... . 1405 
] 42. Kalvarienberg, nördlich von Zwickau. Basis der Kapelle: (Kri: 
Boa 91900) TE. Зоок... 1308 
| 43. Kleingrün, nordwestliche ` Häuser, Basis, (Kri. 68: 8 200101886: Rraduocns' TH 109 
| 44. К Sandsteinfelsplateau nordwestlich und oberhalb dieses 
| Ortes. (Kit. 65..32.112)) п, dsikenwbiia Ylanqusstd2drdiadıatüdol348 
| 45, Gläsert, erste Kapelle mt vom Orte am Feldwego. (Lohrm,) Au, 1297 


46. T Nördlichstes Haus. Basis. (Кїї. 65. 44. 150): i ОЛОО о д 
AT. Grüner Berg, im Nordosten von Zwickau, bewaldete Kuppe. (Kri. 


| 65. 9281330. илал; UBOU . ... 1866 

| 48; Dürreberg, Kuppe. westlich von Hammet, (Kris 65. 21. 20.) 6336 shink200b 

| 49. Juliusthal, mittlere; Ortshöhe. (Кї. 65. 44022.) solganim HIE, 1305 
| 50. m Hammermühle nördlich von. Hoffnung. Basis. (Kri. 

8544,98.) 5.5.2... DE 69 i) Лани оі... 196 

51. Steinberg, bewachseno:Kuppe. (Kris 65) 44. 14.) donn taid отво. о. 1897 


52, !Grosser Friedrichsberg, Kuppe bewaldet, südlich. von. der Fin- 
kenkuppé. (Koil 65; 37.417) ovoid 000805 110 ‚12242 


16. Gabel. 


| Geogr, Breite - 000,004 bis, 50° An 
| Geogr, Länge: 32° 20° bis 329, 30% 


Von der gesammten Bodenfläche dieses Viereckes liegen 


in ‘der Seehöhe von 300—400 Metter 581 Prozent, 


4002L5001402] 531889507 пу 
500—600 ^, TOGA / 
COD: FOO up 1P TA PRAE 
über 700. 04 { 


Seehöhe in Metern. W.F. 
1. Klein Mergenthal, Jásis des Hauses bei der Kapelle. (Kri. 65. 
l 


А dl Yos sis а Вид d Po EIER 
2, " Dasis der Kapelle. "tss. (ER ELS uibs s n E 
o: " Knopf der "Kapelle. (Ktj. 65. 44. 19,7... "3707... 1189 
1. Gross Mergenthal, Häusergruppe vor der Abbiegung des Thales. 
(005. 66: РОИ" om е O Ша 
A Д Basis des Portals der Kirche. (кї, H? 44. 4 ойу NT ui 
6. " Kirchthurmknopf. (Kri, 65. 31. 25.) . .. 12575... 1341 
pP » Basis der St. Magdalena-Kapelle, Get УЫ, 
DIA } Haar... 1880 
| 8. 5 St. Magdalena- Kapelle. пове derselben. 
PRE 108. ат, tg Тот же tant me e 1426 
9. Krombach, bei der Kirche, (Lohtm.) . . era iy «Vir SGO, РИН. a 
10. á Oberste Häuser im Sattel. (Kri. 68. Den AR ОТОНА ert 1819 


| ii. Kullichberg bei Krombach,’ Bewaldete Kuppe. (Kui. 65. 57. 40158945 . . . 1749 
| 12. Olbenberg, bewaldete Kuppe bei Krombach. Chin 60. 4%. Oy "ROW T , г. 1532 


i 177 


Seehöhe in Metern. W.-F. 


13. Schlossberg. Kuppe desselben, östl. von Mergenthal. (Kri. 65. 29.8.) 535 . . . 1693 
14. Geräumigt. Kuppe südlich davon, östlich von Klein Mergenthal. 

(Kiri sr AL «АШ А, ШУ, Aale ce BET PLEBE 340271 586 
15. Eichstein. Oestliche Feldhäuser. Basis des obersten. (Kri. 65. 


48.148.) ©. p, огоњ, побэніих, 1913505834. .. . 1208 | 

16. Kunnersdorf. Basis der Kirche. (Kri. 65. e dn 92890 eO DITLOSG | 
17, b Mitte der Zifferblätter der Thurmuhr. (Kri. op | 
BA ER A). орнады 4 HS so 100904134 | 

18. Т Sandsteinwand, Ende des Plateaus dordwentlieh | 
davon. (Kri. 65. 37. 53.) y oujaow OG QUANT oe. . 1299 | 

19. Sehmiedeberg. Kuppe. (Kri. 65. 98. 35.) sop bun I ROT... s. 179b | 
20. Forstberg. Nordwestlich von Rosenthal. (Kri. 65. 43. 27. J 5668 uos o DEN | 


no 


. Gross-Walten. Strassteich bei diesem Orte. Wasserspiegel. (Kri. 


65. 43. 11.) TT: D Y ERE 8968 ... ИМБ | 
22. Klein-Walten. Häuser beim Teiche. Basis. s 65. 43. 10.) UOS ие | 
23. Bauerberg. Bewaldete Kuppe, westlich von Gabel. (Kri, 65.43.17.) , 4944 , . . 1374 | 
24. Lerchenberg. Kuppe nördlich vom Bauerberg. (Kri. 65. 43. КУ LOW e nm DROW | 
25. Gabel, Marktplatz. (Lohrm.) if dew VE DOT V. Ni WO DEM | 
26. »  Thiergarten bei der Statue. (Kri. o5I«gB. duse. wb 8003 . . . 1966 | 
d »  Friedhofskapelle. Basis. (Kri. 65. 37. Muda ОИ У ОДД «-« MID | 
29) » Knopf der Kirchenkuppel. (Kri 65. 37. 70.) ООо, . . ERON 
29. Laden. Untere Mahlmühle. (Kri. 65. 28. 38.) i L0. A DUO V сд DM | 
30, i Mitte des Ortes. Basis der Häuser. (Кїї. 65. 43. 42.) 3387. . . 1072 | 
31. Hermsdorf. Strassenpunkt im Sattel, östlich von Mergenthal. | 
i (mt: 6D, 44. 000) и: er эл Milan ELMO u s 1012 
22. » Kuppe nordwestlich davon! nordöstlich von Gross- 

mergenthal (K9/65..44. IE) v4 ү. Ауыз . . 4797. . . 1517 


33. Hochwald. Bergkuppe, 260 Klafter südöstlich der óstlichsten 
Häuser von Krombach. (Oest. Triang.) 


ў nul. OWATOLO Шог | 
34. Falkenberg. Kuppe südöstlich vom Hochwald. (Kri. 65. 28. 16.) 6391 . 
) 


. 2022 


35, Petersdorf, Basis der Kirche. (Kris 60e 285 413, dere omi SWE 2 O cone 1186 | 
36. » Kuppe oberhalb. des. Petersdorfer Forsthauses, (Kri. | 
By "Www sr MD T 66:48 ED... ое | 
ME Fuchsberg, Kuppe östlich von Petersdorf. (Kri. 65, 28. Li aaa Oe үш оноо | 
D Finkendorf, Häuser in der Mitte des. Ortes. (Kri. 65. 55. 21.) APES ‘seve 1217 
99. в Kuppe südöstlich davon, nördlich von Ringelshain. 
(Kai, 05. 500.30.) . (oe ee. aa H3) "Mendes 4395 enrian 80 
40, Grosshirndorf. Häuser am Osthange. (Kri. 65, 28. 30.) | . . 8407. . . 1078 
tk » am oberen Ende des Ortes auf der Gabler Strasse 
ко neben dem Teiche, (Lohrm) Hild н. 3496 . 1106 
ha ‚ckertsberg. Kuppe östlich von Grosshirndorf, (Кїї, 65. 31. 15.) ART ort 
a Keen, OberstesyHans, (bm Bb 55,373). өлөлү -odvilte BAND art d Spp 
de \unewald bei Lämberg, nordöstliches Haus, Basis, (Kri. 65. 55. 39.) 4017 a Rem ce | 
Fé Ken Bergkuppe nordöstlich davon. (Ri, ën ән AN decd od aldol 
. Limberg. Ziegelofen, südöstlich davon, nördlich von Johnsdorf. 
47 Basis. (Kri. 65. 43. 324), . 4) oho 1998 8 . . . 1249 
48. М; » Sehlossthurmknopf, (Kri. 65. 28. 14.) » AER) oa? 398:9 kat ADE 
49. Raa H Teich, Wasserspiegel östlich. (Kri. 65. 43,40.) Ap, 995 
Ba aldau. Basis der Häuser am Westende. (Кїї. 65. 43. 37.) 382:1 . . . 1209 
1 ort. Nordwestliche Häuser am Hange, Basis, (Kri. 65. A si) „Bund, 2 LZEE 
59 ingelshain. Südende im Thale, Waldanfang. (Kri; 65. 28. 28.) 3478. . . 1100 


» Kirchthurmknopf. (Кгі. 65. 28. 27.) trol «1...2 1.8728. : . 1180 
12 


53, Welsberg. Kuppe, 680 Klafter nördöstlich von Finkendorf. 
| (Oest. Triang.) É b doilbüs ‚э ЧИО» 
| 54. Schwarzeberg. Kuppe nordöstlich vom Fuchsberg g, am Rücken. 
li (Kri, 65::55. 36.) ZE? thin cote: » 
| 55. Sattel zwischen diesem und Welsberg. „Си 4 24 OB 
| 56. Raubschlossberg. Kuppe. (Kri. 65. 31. 6.) . 2 . . . 5477. 
A 57.:Passer Kamm. Koppe, Zi, 495. aer E, It, оон: sob. 6119449. . 
| 58, Sommerberg. Kuppe südöstlich von Lückendorf. (Kri. 65. Alaa 4178. 
4 59. Spittelgrund. Häuser im Thale. (Kri. 65, 25. 15.) . 8030.. 
| 60. А Felsenkuppe westlich von diesem Orte. (Kri. 65. 
| Pri 05) ieee noon icons GAB CAR. Ыт). equ йо б ЙГ» 
| 17. Kratzau. 
| Geogr. Breite: 50° 50° bis 50° 45° 
Geogr. Länge: 32° 30° bis 32° 40° 
Von der gesammten Bodenfläche dieses Viereckes liegen 
| in der Seehöhe von 200—300 Meter 6:8 Prozent, 
| 500-400 суу 3832 alitis 
400—500 |, 368  , 
A 500-=600 (51552 1424 udi 
| 600700: + yi COR Ede 
| 700—800 уы 1.919... 
| über (800 14,80 OME) A 
| Seehöhe in Metern. 
1. Nieder-Berzdorf, oberste Häuser, Basis. (Kri. 65. 25. 20.) . . 4092 
| 2! ‘Pass, Ort,» “Mittlere -Orishbhey: (EIN Gos 267 189 Pia, 19 P8848. 
3. Freudenhóhe, am Berghange unter diesem Punkte, Waldanfang. 
UP 60,7 НЬ у at con a үк AY BDO 
4. Trögelsberg, Kuppe nördlich von Pankraz, (Kri. 65. 45. 42.) . 475'8 
5, Pankraz, Sattel auf der Strasse Kratzau-Gabel ; nordöstlich von 
Pünkraz (EOR OF, Bar. mn. MUT SN P ERAT] 
Go Pankraz у 'Eitehthurmimopt, (Kri.: 06, 48. Eo V cb Ies" oT 
n" á oberste Häuser, (Kri. 65. 55. 26 6) f Det КОЯ 
d 8, Kirchberg, Sattelpunkt, südlich von Pankraz. (Lohrm.) . ARUM. 0976 
| 9, b Kuppe bei Pankraz, (Kri. 65. 56. 6.) . . 486:6 
10. Sandberg, östlich von Ringelshain. Westkuppe. (Kri. 65. 65. 29.) 483:3 
11. Buchberg, nordwestliche bewaldete Kuppe, südöstlich von Neu- 
вотке, (Ка, '05, 00 AOD SNE OMEN ODE" 
19. Schónbach, Kirchthurmknopf. (Kri. 65. 56. 7) KURSE 1. 4442 
13, » oberste Häuser nördlich im Zusammenstoss zweier 
"les. Boden: (Rri; 00, 45, 4M" SE е VA DID 
| 14. Lodeberg, Kahle Kuppe.: (Kri. 65. 56. 9.) . . 456:6 
k: 15. Neuland, Plateau am Wege von diesem Orte nac A Sc hwarzwald. 
| (ООДАРА RD, A ТОРОТУ IRA, чн, ТОШ 
| 16. ie oberste Häuser im Sattel, (Eri 100: "бр, 20) поречие 
Er, 9 Kuppe westlich vom Pass von Neuland, oberhalb der 
il Онто Kapelle, (Eri 605 OO m) ТИ НРО aeg. 


178 


Seehóhe in Metern, W.-F. 


411729 


1721 


1566 


1733 
1724 
1512 
1117 


1786 


W.-F. 


1295 
1374 


1378 
1505 


1396 
1394 
1635 
1434 
1539 
1529 


1553 
1408 


1711 
1444 


1353 
1711 


‚ШЕ 


I. 179 | 


Seehöhe in Metern. W.-F. 
18. Christophs-Kapelle, Kuppe östlich davon, nördlich von Neuland. 
КИР OD O0. Lo e OOOD у. 1107 


19. Kleiner-Kalkberg, Bergkuppe nordwestl. von der. C hnistophskapelle 
Ausläufer des kleinen Kalkb. (Kri. 65.55. 16.) 686 6 ep, . 2172 


20, Spitzberg bei Schönbach, (Kri. 65. 45. 69.) . . $0. 4209050 ее RO RETN 
21. Grosser Kalkberg, bewaldete Kuppe. (Kri. 65. BB! 14.) RAR roe Pr. 2,2096 | 
22, Schwammberg am Jeschkenrücken, TE Bunkt,(Kri.65.,15.47.),000'0 . . . 2088 | 
28. Hölleberg, Rückenpunht;"(Kri. 65. @ф 1b) . . . . 54 0004 '". X v BUTS 
24. Frauenberg, TE der Häuser am Südostende des Ortes. (кїї. 
601 Tov dM. QU 7029715 es а | 
25. Engelsberg, südlich von Kratzau, Eisenbahnschienen, beim Wächter- | 
haus oberhalb der Fabrik, (Kri. 65. 27. 5.). . 3008 . . . 952 | 
26, M Südende des Ortes, Basis der Häuser, (Kri. 65.15.19.) 309'6 . . . 980 | 
27. Langeberg, höchste Kuppe. (Kri. 65. 1. b) 28.) ; „© б, ТӨӨ... a ROON 
28. Christophgrund, Sattelpunkt beim Kreuze an i Kuppe südlich 
у. diesem Orte, Basis der Statue, (Kri. 65.15.29.) 5891 . . . 1864 
29. n Häuser nahe der Kirche. (Kor. 65. Bar.) . . 389'8. ., . 1056 
30. Brandstein, Sattel zwischen diesem und dem Dreiklafterberg. 
(71.00: AO, 100 кле DIU Ogle, Acc S EIU 
öl, " Kuppe westlich vom Dreikl afterberg. (Кїї, 65 WË DIES S. e MEN 
| 32, Sauplatscheberg, (Kri. 65. 55. 13.) . VEDO M eee 
9 33. Dreiklafterberg, waldige Kuppe zwischen Christophgrund u. Ob.- 
ЕТИ Ое шан QUU + © ДОАО 
34. Danstein-Berg, Kuppe. (Kri. 65. 55. 12.) . a PS e a RD 
35. Karlswalde, südlich von Machendorf obere Häuser am Rücken. 
"Cu... dO d cds fe SPI RP M ek мы Cid E 
36. » Sattel oberhalb der östlichen Häuser dieses Ortes. 
(KT BO: Bard Шш, ЧӨ o N MIU 
37, Hammerstein, Punkt des Bergrückens н von "dies sem Orte 
nördlich von Christophsgrund. (Ort, 65. 3. 21.) 6960 . . . 2202 | 
38. Machendorf, Spinnfabrik daselbst, (Kri. 65. 3. 23.) . . Ca HO Meed AL | 
39. Schafberg, bei Machendorf, der höchste Punkt bewachsen. (Kri. | 
ale OR 30.) 7. d EE б® ©. эщ ee, 
| 40. Friedrichshain, höchster Punkt der Strasse. (Kri. Dh, до. 33.) his on ne э | 
| 41, Я östliche Häuser. Basis. (Kri. 65, 55. 34.) . „3761. . . 1190 
42. Kratzau, Mitte des le a AE wisi (slat el, Geh Mech ТЇ 
43, IY MELLE E i audits qiii! PEE: qus NER 
44. $* Felspartie, MEN östlich der Walke nördlich 
v. diesem Orte, an der Strassenwendung. (Kri 65. 24.12.) 3234 . , . 1023 
45. Kirche, Thurmspitze. (Oest. Triang.) . . „рл, geht | 
46, Weisskirchen, stidéstliche Häuser am Westhange ne ben der B alin | 
E А nn a аю 5 | оя ууа р 
4T. nm Fabriksgebaude, im Thale. (Kri. 65. 25, 18.). 2930 . an 929 
48. mg Kirchthurmknopt, (RM. 65.27. BEER ER < * s ДОДО 
49, Spitzberg, Bergkuppe westlich von Kratzau, Felspartic. (Kri. 
Me LU. LT и D UP D v I 


50, Strauchmühle, Strasse oberhalb der Str SO AER "westlich von 
Kratzau, Brückenpflaster.. (Kn, 65. 27. 15.)..., 38269. . . 1084 


12* 


180 


18. Reichenberg. 


Geogr. Breite: 50° 50° bis 50° 45’ 
Geogr. Länge: 32° 40’ bis 32° 50/ 


Von der gesammten Bodenfläche dieses Viereckes liegen 


in der Seehöhe von 300—400 Meter 36°0 Procent, 


400-500 4 19:0 
500—600 ^, LR "e 
600-700. ЧОКУ door a 
700—800 ^, 150 ., 

809 „то Bulle 


Seehöhe in Metern. W.-F. 


. Zwischen Einsiedel und Blochmühle, hóchster Punkt der Strasse 


am Plateau. (Kof. 68. Dar.) 


. Zu Einsiedel, östliches einzelnes Haus am Scharfberg. n 


65. 3. 17.) 


. Neudörfel, unterste Häuser unter der Fabrik. (Kri. 65. 24. 4) 


Häuser am Nordabhange, das 4. von oben. (Kri. 65. 
15. 44.) 


. Neudörfel-Berg. Kuppe, 360 Klafter südöstlich der südlichsten 


Häuser von Neudörfel. (Oest. Triang.) 


. Scharfeberg, bewaldeter Kegel nordwestlich von den zu Ein- 


siedel gehörigen Häusern. (Kri. 65. 3. 13.) 
Voigtsbach, Häuser im Thale des Scharfberges. (Kri. 65. 23. 8.) 
» Oberste Häuser an der Nordlehne. (Kri. 65. 15. 41.) 


. Drachenberg, südlich von Voigtsbach, hóchste Kuppe. (Kri. 65. 


23. 22.) 


. Lange Farbe, Berg, Kuppe 1100 Klafter nördöstfich der óstlich- 


sten Häuser von Voigtsbach. (Oest. Triang.) 


. Schwarzeberg, südöstlich vom Taubenhaus. (Kri. 65. 12. 22.) 
. Neuwiese, mittlere Häusergruppe, (Коў. 68. 7. 23.) . à 
. Von Neuwiese südlich, Strasse nach Friedrichswald über den 


rothen Bach. (Kor. 68. Bar.) 


. Auf der Schwarte, Felsenplateau unterm schwarzen Berge Hörd- 


lich von Christiansthal. (Kor. 68. Bar.) 


. Christiansthal, Glashütte, Basis, (Kor. 68. Dar.) ud 
. Friedrichswald, Strasse im Thale bei der EISEN (Kri. 


65. 60. 8.) 
Häuser ober der Sigemühle am tiefsten Punkt 


» 
der Strasse Neuwiese-Rudolfsthal. (Kor. 68. Bar.) 


. Blattney, Sägemühle und Teich an der Strasse nach Friedrichs- 


wald. (Kok. 68. Bar.) 


. Von Friedrichswald westlich, höchster Punkt der Strasse von 


hier nach Buschdorf. (Kof. 68, Bar.) 


. Friedrichswald. Nördlichste Häuser. Basis. (Kri. 65. 60. 7.) 


g nördlich, höchster Punkt der Strasse zwischen 
hier und dem rothen Bache. (Koř. 68. Bar.) 
P nordwestliche Kuppe, bewaldet óstlich von der 


Fabrik bei Rudolfsthal. (Kri. 65. 3. 19.) 
. Grafendorf, nordwestliche Häuser. Basis. (Kri. 65. 61. 5.) 


008'0 . 
499'7 . 
D140 . 


6761 


"OS. 
924'5“. 


SUE A 


OR V 


СОЕ 


POLY 


6141 


TAQ'O. 


Af LOTES 


7997. 


8087 . 
1990. + 


1337 


1565 
1041 


Bis ui 


1617 


1707 


1500 
1627 


. 2199 
PARTIE 
2920 
. 2540 
‚201% 


‚ 2745 
. 2503 


I. 181 


Seehöhe in Metern. W.-F. 
| 24. Maxdorf-Berg, Anhöhe, 580 Klafter nordöstlich von Maxdorf. 


| [Ое КОЛДАДЫ.) s GE ee „., и 
25. y Kuppe des Rückens nördlich ‘davon, südlich von 
Grarendort (KIN POL LANA A SUSY . 4 O 
26. Bramberg, östlich von Lautschney, bewachsene Kuppe. (Kri. o. 
12. 34.) 4 УТ OD: ED 
27. Gränzendorf, obere Häuser, Шш. "(Kr 65. 12 13.) ОИЕ ЧОНОЕ О. а. 1929 
28. Johannesberg. Kirchthyrmknopf, (Kri, 65. 19. 28,)°. ^. i! 6027 . . < 1907 
29. * Bergkuppe östlich von der Kirche dieses Ortes. 
(Kri. 65..12. 35.) 2”. ff tort) aor бопе... 9897 
30. y Revier, Kuppe in demselben. "RP COLPU TOD O ; «- . TOE 
31. Hoher Kammberg, langer Rücken, höchster Punkt. (Kri. 65. 
н, ДО Ve ek Solel Wë det a ictal a О.га. DOE 
32. Himbeerberg, höchste bewachsene Kuppe) (Kri. Cor Mama's ¢ x . 2008 
33. Hoher Berg, Ge: von Ruppersdorf bewachsene Kuppe. (Kri. 
65. BO)" BOL otv, 2878 
34, Schmiedtberg, iil Kuppe, ordre von Reichenberg, 
Boden, (Kri. 65. 1b. 58.) . DON « |. 1789 


35. Ruppersdorf. Basis der Häuser im Thaleinschnitte südlich von 
diesem Orte, nordwestlich von den Siebenhäusern. 
P Eris 02. 2500040» With ug Nr ОМАН qo ATTERT 
36. У Oberes Haus am Rücken, südlich von Rudolfsthal. 
(Kri. 65. 2. 16.) eiut eter RO a. ДИДЙ 
37. Rudolfsthal. Basis der obersten Fabrik. (Kr. 6 65. 3. 18) :7880:09003:0511884 
38. Katharinenberg, mittlere Häusergruppe, Basis. (Kri. 65. 2. 13.) 4316 . . . 1365 
39. 3 bewachsene Kuppe, nördlich von diesem Orte, 
östlich von Neuland. (Kri. 65. 2. 19.) . .'. 6892. . . 2022 
40. Ratschendorf, unterstes Haus, Südeck. (Кїї. 65. 3. 11.) . . B646 . . 1154 


4l. 4 Sattelpunkt bei den obersten östlichen Häusern am 
Wege, Basis. (Кїї. 65. 1b. 62.) . 4550. . . 1489 
42. Schónborn. Unterstes Haus, am Wege von Alt- Habendorf. a 
CONT NEN BRAM 5115/01236 
43. ý Oberhalb, der höchste Punkt des "Sattels an der 
Strasse. (Koi. 85. @ dd os biet, '. , 1844 
44. Alt-Habendorf, Wehre im Neisseflusse oberhalb des Ortes. (кї 
Com Berd Quan GE HK а ee ht 
45. » Wirthshaus östlich der "Kirche. (кч. 65. 9. vi 35813010х1.11-3 4194 | 
46. Kirchthurmknopf. (Kri. 65. 3. 4.) . . . 3932. . . 1244 
47. Neu- Habendorf, oberste Häuser neben der Strasse am Plateau. 
(Kirt eo ging yo, шон ЧЛ, жупн 118868. . . 1294 
18. Berzdorf, unterstes Haus. (Kri. 65. 3. 5.) RI qoh us 99608; . . 1110 


ч, Blechmühle, nördlich von Paulsdorf, Brücke. (Kok. 68. Bar.) 3489 . . . 1108 
90. Neu-Paulsdorf, Strasse naeh Friedland an der Brücke. (Kor. 


k 68 Bar.) bU b ssa ee BR 7 Il 
51. Zwischen Neu- Paulsdorf und Blechmühle, Strasse am Plateau. 
n (Коў. 68. Bar)  . Nw OOO: ЛЕО 
02. Reichenberg, Gasanstaltsgebiude , Beamtenwohnung, Nordseite, 
Br (Кгі. 65. 1b. 66.) . . N BOO'D: v. woo NN 
AM » Unterer Stadttheil | Ziegering" am Ufer des CS 
54 flusses. (Kor. 60. Bar.) . . . ‹ 849 Tiu. v ORE 


» Eingangsthor in den Bahnhof. (Kok. 65. 18. в.) р о ШОЕ 


182 


Seehöhe in Metern. 


. Reichenberg, Bahnhof | der. südnorddeutschen Verbindungsbahn, 


Schienen der Bahn, aus nachfolgenden Messungen 
im Mittel bestimmt: (Коў. 65. 13. 19... 9775 m.) 
(Krist. 65, 1. b. 33. 36... 3812) 
(Nivellm. d. 8. N. V. В.... 3764) 
(Nivellm. d. Sächs. B. . . . 8794) 
Gasthof zur Eiche in der böhm. Gasse. (Kor. 
68. Bar.) wo UE E. ILLUS Me > a a 
Rathhaus, natürl. 3oden im Mittel aus den Mes- 
sungen von (Prof. Wiede und Kor.) 
Liebigshöhe, Basis der Beamtenwohnung Gi CG 
selben. (Kri. 65. 1b. 66.) . á 
Klosterkirehthurmknopf. (Kri. 65. 1a. Ex: Л 
Standbarometer des Prof. Wiede, böhm, Gasse, Haus 
No. 15, im 3. Stocke, im Mittel aus der Bereehnung 
der (Meteorol. Centr. Anst. in Wien...407:0 M. 
Eisenbahn-Nivellm. ... 4020 M.) . . | 
Knopf des Dekanatkirchthurmes. (Kri. 65. 18. Kä 
Höchster Punkt des grüflich Clam'schen Thier- 
gartens. (Kri. 65. 1b. 63.) 
Keilsberg bei Reichenberg. (Kri. BD MID HA ANI was 
. Galgenberg bei Reichenberg, höchster Punkt desselben, (Kri, 
65. 1b, 84) . 


n 


” 


35. Franzendorf, unterstes Haus, Basis. (Kri. 65. 1a. 16). 


Windmühle am Rücken westlich davon, Basis (Kri, 
65. 19507.) | 
e Basis des obersten Hauses, (Kri. 65. 1a. 15.) 
Johannesthal, Basis der Häuser östlich von der Kapelle. (Kri, 
GE. SW E пойон rata: gah. led. sianal 

» mittlere Fabrik am Walde, (Кїї. 65, 1b. 18.) 
Neissebach bei den unteren Häusern v. Röchlitz. (Kri. 65. 1b. 35.) 


” 


. Röchlitz, Kirchthurmknopf. (Kri. 65. 1a. 6.) . « 
. Neurode, mittlere Höhe der Häuschen am Plateau. (En, 65, 


Led). i 
Kunnersdorf, oberste Häuser an der Strasse, Basis. (ки, 65, 
tb, 58.) 


. Alt-Harzdorf, Haus No, 140. am gem, Ende des Thales an 


der Strasse nach Reichenberg. (Kor. 68. Ваг.) 
Jasis der oberen Häuser. (Kri, 65. lb. 54.) 
am Messsteinberg Abzweigung des alten Fuhr- 
weges auf der Berglehne. (Kor. 68. Bar.) 
Schafberglahne, Hiinser an derselben, südlich beim Sandstein- 
bruche nördlich von Alt-Harzdorf. (Kri. 65. 
6M. Iu een nos 


” 


” 


8786. 


385۰0 . 


2802 . 


9994 . 
402:2 . 


Z04"*D. > 
408'8 . 


4101 
Bo T's 


415'4 


3704 . 


37102 . 
480'6 . 


403'4 . 
414" . 
3938 , 
4242 . 


450:8 . 


4589 . 


490'4 


498'6.. 


6610 . 


4531 


W.-F. 


. 110 


1262 
1272 


280 
1292 


1298 


« 1220 


. 1314 


1172 


. 1200 
. 1520 


. 1270 
1091 
mao 


1342 


. 1426 


1452 


. 1602 
‚ 1562 


PARED. 


‚ 1485 


1. Altenberg, in der Nähe der Kirche (Sachsen). (Lohrm.) . d, 
2. Pr Untere Dachkante der Pfarrkirche. (Kor. 64. 48. 6.) . DO d 
3. Kahle-Berg (Sachsen), südwestlich von Altenberg. (Brück.) . . . 8950. 
4. Lauenstein, Marktplatz. (Sachsen.) (Brück) . Ка, ДШ 
5. Der grosse Lugstein, westlich von Zinnwald. (Call. Beitr.) Ba tic): Г, 


20. Grundlahne-Berg, Felsenkuppe. (Kor. 64. 41. 98.) ANNUM, 
21. Fuchswarte, Jügerhaus. (Kor. 64. 41. 30.) . . .4607' 5. 
22. Zinnwald, freie Anhóhe 300 Klafter westlich von Vorder- Zinnwald. 
(Oost. Triang.) . . CR bao ut SOLAMEN К zl (iO ate 
23, ‘i öchster Punkt der Strasse von Eichwald. (Kor. 64. 
Bhar, rv! 9 йй, томи" 49029 
24, » Birche, natürl. Boden. (Kor, 64, Bar.) Ny 8231. 
25. " Seegrundmühle beim Mauthhäuschen an der Zinnwalder 
Strasse. (Kor. 64. Bar.) à . 7851 
26. Vorder-Zinnwald, obere Häuser beim Kreuz, Basis. (Koi. 64. 48, 5,).829'2 . 
27. " Untere östliche Häuser nahe der Mahlmühle. (Kor. 
64.48. 4) . que ened ter ВВ е 
28. Kappel-Berg bei Zinnwald. (Kor. GC? 12.) i 7447 
29. E lkas-Ruhe, Waldkuppe im Thiergarten oberhalb diesen ; Ories, 


19. Niklasberg und Zinnwald. 


teogr. Breite: 50° 45^ bis 50° 40° 
Geogr. Länge: 31° 20^ bis 31° 80° 


Von der gesammten Bodenfläche dieses Viereckes liegen 


in der Seehóhe von 200—300 Meter 2:4 Procent, 
Rüdiger, TEN, 
400—500  , 8:9nhamg 
500—600 й 7*0 i 
600-4 700) угит 689/065) 
700—800 „ 0 W 
80044900414 Br A 
über 900 , 0:5 " 


183 


Seehóhe in Metern. W.-F. 


}. Altes bohm. Zollhaus, nördlich von: Neustadt an der Grünze. (Brück.) 785°0 . 
. Walter-Berg, nordwestlich von Neustadt. (Oest. Triang.) . . . . 8743. 
. Neustadt, bei Niklasberg, oberstes Haus am Plateau. (Kor. 65. 3. 4. )808:9 . 
A Forsthaus. (Wiem.) . en Ue Os 
у wilde Weiseritz unter der Brücke. (Wiem.) Loft M enc ЖОШО 
. Stürmer-Berg, westlich von Niklasberg. (Oest. ical VATIC 09608187, 
. Dreiherren-Stein. (Коў. 65. 2. 16.) . . (OD 
- Todtenhau-Berg, nördlich von Klostergrab. (Kor. 68. 2. ip. . 601:3 
|. Niklas-Berg, oberstes Haus im Orte. (Wiem.) . . . 640: 5 . 
Kirche im oberen östlichen Theile der Stadt. (Wiem.) 5174. 
unteres Gasthaus. (Wiem.) . 4098; 
s Bornhau, Berg, 600 Klftr. NNO. von Niklasberg, (Oest. "Triang.) . 8229". 


H 


$ Jügerhaus im Jagdhäuser-Revier östlich von Niklas- 


berg unterm Bornhau. (Kor. 64. 41. 81). . . . 7529. 
. Jagdhäuser-Forstrevier, südöstlich vom Jügerhaus eine Waldblósse. 
(BOL OL Ww TRU USOS. VS VA. иие 


(Kone БИИ dd) iul VRAC ORT. эшн А. 8178 


. 2363 
. 2391 
. 2831 
. 1654 
. 2829 
. 2483 
. 2766 
. 2559 
. 2300 
. 2218 
. 2736 
. 2897 
. 1902 
. 1710 
. 1637 
‚1295 
. 2603 


. 2730 
. 2604 


. 2484 


2623 


„2889 
. 2856 


. 1954 


184 5 


Seehöhe in Metern. W.-F. 
30. Schweissjägerhaus, Basis desselben nördlich yon Bichwald. (Kor. 


64, M9. mn. aus пеше à . 451'8 . 1427 
31, Rehberg, am Kuhtanz, Waldkuppe. (Kor, 64. 42. 7.) . rn. 1880 
32. Fürstenau, Basis der Kirche, (Kor. 64. 49. 17.) nat. 2802 


33. Siebengiebel, Forsthaus, Dachkante. . . BAT Ө кз ee, 
34. Im Vogelgrunde, Waldkuppe nördl. von Jüdendorf, (Kor. o 3 oi OOOO. «2409 
35. Luisen-Berg, niedrige Kane bei der Mühle östlich von Judendorf, 


(Kof. 65. 8:6.) . en DD S. DONE 
36. Strahl, untere Dachkante d. Forstamtsgebänden (Kor 64. 42 bubo) (OIN S s co MOI 
SH cn obere Häuser, (Rot, 64. 41.,29.)1« BOTA w s UND 
38. Eichwald, unteres Gasthaus unweit = Mauth. (коё. - 64. Bar.) 350°8 ‚1110 
39. untere Häuser‘ an der Strasse. (Kor. 64. 50. 11.) . 35114 v DAR 
40. i Sägemühle unterm Eisenhammer auf der Strasse nach 
Zinnwald, .. (Rep 64. Bardot. modu", û dum o 2008. LEES 
41. » oberste Sügemühle am Flóssbache auf der Zinnwalder 
Strasse, (Kor. 64. Bar.) . . ER М... OOO cu v OU 
42. Pihanken, Basis des obersten Hauses au d. Strasse. (Kok. ( 64. 42.11.), 9773 „1198 
43, Wistritz, mittlere Ortshöhe, (Kor. 64. 50. 10.). . .......2993. . . 947 
44, Jüdendorf, obere Häuser, Basis. (Kor. 64. 50. 7.) . . . . . 920383. . . 1013 
45, ^ До йин, e, (CO. BEN Gs p cn dean RE. AER 
46. Jüdenberg, östlich von Jüdendorf, Basis, Kuppe. (Call, Beitr.) . 381°9 . . . 1208 
47, Dreihunken, mittlere Ortshóhe. (Кой. 64. 42, 12). . . . . 2881. . . 911 
48, Probstau, obere Häuser. (Kor. 64. 50. 9.) . - denar ag OO Т}. |, 
49. 7: Brücke über den Probstauer Bach bei Stat, 160, Bahn- 
schienen. (Eisenb.-Nivellt.) . . . . . . . 2.2820... 734 
50. " Brücke über den Probstauer Bach, Stat. 160, Bach- 


sohle. (Eisenb.-Nivell) . . . + ++ + + + 2208, . и, 716 
20. Graupen und Karbitz. 


Geogr. Breite 509 45° bis 50° 40‘ 
Geogr. Länge 31° 30° bis 31° 40° 


Von der gesammten Bodenfläche dieses Viereckes liegen 
in der Seehöhe von 100—200 Meter 7'2 Procent, 
200—300, .28:5 ^ 
SOU ЖАД 715: dep 
SOOO ОБ? Ve 
500—600 ., UD Я 
600—700 „ 140  , 
DOD QU! DT. ui. Ale, u 
Seehühe in Metern. W.-F. 


1. Voitsdorf, obere Häuser an der Einmündung der Strasse von 


Mariaschein, (Kor. 64. 49. 16.) . . vii en oA , . 2248 
2. Ebersdorf, Häuser am unteren Ende des Ortes. (Koi. 64, AQ LAs) 2714 :8 . 2252 
5: A untere Dachkante der Kirche, zugleich Höhe der obersten 


Häuser. (Kor. 64. 49. 13.) . . аата, odo DARN- 10r T4 L9 
Adolfsgrün, mittlere Ortshöhe, (Kor. 64. AT. N) ala оН. 7499, . . 2378 
Streckenwald, oberstes Haus an der Strasse. (Kor. 64. Af. буд TOST, u. 2580 
Nollendorf, Kirche, Basis. (Кой. 64; 28.7.) „йл Zeus DIE, 2138 
oberste Häuser, (Kor. 64. 45. 11.) . . aquiiblgW808uT-o0412108 


” 


exe Se 


Nollendorfer-Berg, Anhöhe 180 Klafter südlich von Nollendorf. 
(Qe TEM) „уз уез. in SS , 2217 


T. 185 


Seehóhe in Metern. W.-F. 
9. Die Wand, Sandsteinfelsen unter Nollendorf. (Kor. 64. 50. px BODEN Т2 
10. Liesdorf, am Erzgebirge, mittlere Höhe an der Strasse. (Kot. ( 


IND.) EON d ОЧА E 
11. Schauplatz - Berg, Kuppe 220 Klafter, silosi von  Elbérsüorf. 
(Oest. Triang.) . . .T89:6. . 7 2498 
12, Zechberg, Anhöhe 310 Klafter, südóstl. v. Adolfsgrüh. (Oost, Triang ) 7090. ОШУ 
| 13. Bei den drei Buchen, Kuppe. (Kor, 64, 45, 10.) . . 6000 9 "TOS OU 
| 14. Vogelhäusel-Berg, südöstlich unterm ЫЕНЕН Kreuz. (Kor. 64, 4% ER GeO LT IO 
| 15. Mückenberg, Mückenthurm, auf der Spitze des Müc Бей i uss- 
| boden der Gallerie im 1. Stocke. (Call. Beitr.) . . 8070. . . 2553 
(Kor. 64. 49. 1—3.) , 8066 , . . 2552 
16 y Mückenthurm, auf der Spitze des Mückenberges, Basis 
| an der 8, O. Ecke. (Call. BENIS  . et SUMA >. DID 
| Em Basis des Jägerhauses. (Kor. 64. 49. 10) SANG SANE ee, i 
| ys. Sots Wolfgang, Kapelle, nördlich von Graupen, Basis. (Call. Beitr.) 768'1 . . . 2430 
| 19. Knötl, Be Häuser, nordöstlich von Graupen. (Kor. 65. 3. 17.) 4682. . . 1481 
20. ,  Waldkuppe nordöstlich von diesem Orte an der Georgszeche. 
(Кой бог OM DON ea Sr a AA 
21. Ober-Graupen, Grosse Halde bei “den ‘obersten Häusern. (Kor. 64. 
ODD d MOO. „=. АЕО 
22. Dörfel, Waldkuppe westlich von dies sem Orte. (Kor. 65. 3. 8.) 5999... BORG 
| P АШЫ Häusergruppe, ober Graupen. (Kot. 64. 50. 6.) . . . .5188... 1625 
| 24. Graupen, oberhalb n pe bei diesem Orte, Thalpunkt in der 
| Schlucht. (Kor. E cS v {See eT BESSERE. wm MART 
| 25, " Pfarrkirche, nan Dachkante. (Kor. 64. 50. ОСОРИ. a. AER 
26. » Bergstadt, Pfarrkirche Maria-Himmelfahrt, Sanctus Thürm- 
| chen, Basis, (Call. Beitr.) . oh ean oe tee, ие, ШОО 
| 27. 4 Friedhofkirche, Basis. (Kor. 64. 50. 15.) — MP MEINT i BE 
| 28. Rosenburg Ruine, Gloriette. (Kor. 64, 50. 1: d RE. . 4" END 
29. Wilhelmshöhe, Pavillon, Basis. (Call. Beitr.) . . E ОО (s Oe 
30. Geiersburg, Ruine, oberste Felsen. (Kor. 64. 50. 18). Ое , .". 1420 
31, Set. Prokop, Kirche, südlich von GET Basis östlich am Felde. 
(Call. Beitr.) . . WEASI ct. 2 408 
| 32. Sobochleben, mittlere Ortshóhe an der Strasse nach Kuln. (Kor 
| Dus ава) s OP MOT. ә, c £a 
| 33, g Steinsäule W. vom Dorfe, Sockel. (Call. Beitr.) "web a T 
| 34. Mariaschein, Stationsplatz, Bahnschienen. (вепр. Nivellt.) . Goes POOR 
| 35, у Kloster, Basis, SO. Ecke der Gartenmauer. (Call. Beitr: ) Rund... erh 
(Kor. 64. 50. 19.) 2434: . . 770 
36. j Pfarrkir che zur Mutter Gottes südl. Kirchthurm-Knopf. 
(ОЗН ERDE) ere, IR E Tika ы ee) 
37. Hohenstein, obere Häuser. (Kot. 64. 43. 16.) . o . . . + + . 2660. . . 842 
38, Straden, mittlere Ortshöhe. (Kor. 64. 43. 17.) . . «> e EC, 
39. Priesten, Russisches Monument in der Nähe, Basisplatte. yos 
64, 48. 14). ALS UR Ae O 
40. " Häuser, nordöstlich. an der Strasse, Basis. (Коў. 64. 43 BER ZTO + . б 
41. Kulm, obere Mühle am Teiche. (Kor. 64. 43. 8.) . . Ое е EE 
42. „höchster Punkt der Strasse im Süden. pi 64. 43. 12.)4220'0.,.. а DEN 
аве Aë Kirche Basis. (Kor. 64. 10. BIL (04 ў еру И о И 
44. ,,  Preussisches Monument. (Kor. 64. 44. KI uo o cB o , NE 
406. Ep Österreichisches Monument. (Kor. 64. didi TD ae wid 


46. Horka, Berg bei Kulm, Spitze des ED EE (Oest. Triang,) Billa 5.999 


186 


54. Auschine, mittlere Höhe des Ortes. (Kor. 64. 10. 7.) ee 
55. Raudney, untere Häuser am Wege nach Kulm. (Kor. 64. 48. 3.) 2307. 


. Arbesau, Posthaus, Basis. (Call. Beitr.) . 


51. Augustushöhe, Basis des Jägerhauses. (Kor. 64. 44, vies 
. Tannich-Berg, Strasse am Fusse desselben. (Kor. 64. 44. 10.) i 


Seehöhe in Metern. 
. Horka-Berg bei Kulm, Basis der Kapelle auf dieser Bergkuppe. 

* оо ДҮ, 
42888. , 
Ke em ERR 
. Vorder-Tellnitz, Dorf an der Strasse nach Nollendorf, mittlere 
4809... 
48:2 a 
oU. s. 
HOTET i 
1,200194, 


(KOL UT ынет 
* Häuser an der Chaussée. (Kor. 64. 44. 5.) 


Ortshóhe. (Call. Beitr.) j 


Waldkuppe. (Kof. 64. aus 2 Mess.) 


” 


56. Neudörfel, nordöstlich davon AP AR natürlicher Boden des- 


61. y 1984. 
(of, 04.48.90) „ LOB Or. 

62. m Eisernes Kreuz, südl. von Karbitz , untere Stufe, Basis 
(ORI BONET S Bu 

63. М Eisenbahn-Stationsplatz, Bahnschienen. (Eisenb. Nivellt.) 183:8 

64. is Wasserhebmaschine der Saxonia südl. v. Karbitz, Thor- 
schwelle, östliche Basis. (Call, Beitr.) . S тез. 

65. b Steinkreuz an der Strasse von Karbitz nach Kulm, Stufe, 
Basis, (Call. Beitr.) . .184'9. 

66. " Fördermaschine der Saxonia, ube dlich ү, "Karbitz, Dach- 
saum des Gebäudes. (Call. Beitr.) . "ATTO 
64. Ziegelhütte, östl. уоп Karbitz, Dachsaum, (Call. Beitr.) . 186:8 . 
68. Set. М, Kirche, östl. v. Karbitz, Basis, Thorschwelle (Call. Beitr.) 177°2. 
69. m» Kirche óstl, von Karbitz, Thurmknopf, (Call. Beitr.) 1879 . 
70. Stfisowitz-Berg, Plateau 900° nürdl. v. Prödlitz. (Den TAGEN 889'4. 
71. e Häuser am Plateau. (Коў, 64. 7. 5.). я eure . 
72. Herbitz, Basis des Set. Laurenzkirchleins (Kor. 64. 7. H OT O 
73. Schöberitz, Basis der Kirche. (Kor. 64. 5. a PT EE E 
74. » Dorf, Küche, Thurmknopt. (Call, Beitr ое ANEN . 
75. Tillisch, die untersten Hauser. HOD. On: LU, LO) va ‚20006. 
76. Kamnitz, im Sattel. (Kor. 64. 10. 12.) Ga 2000. 


. Kninitz, unterstes Wirthshaus. (Kor. 64. 28. 8.) . 


selben (Kof. 64. 5. 20.) 


48,4). oun 
М Kohlenschacht östlich davon. (Koi. 64. 10. 6.) 


59. Böhmisch-Neudörfel, mittlere Höhe. (Kor. 64. 43. 7.) 
. Karbitz, Häuser an der Strasse nach Wiklitz, mittlere Ortshóhe. 


(Kok. 64, 43.11). . 
Pfarrkirche zu Maria- Geburt, Thurmknopf. (Call. Beitr.) , 


. Bohna, unterste Häuser. (Lohrm.). 
. Zum Morgenstern, Gasthaus an der Stras se v. Kulm “nach Königs- 


wald, im Sattel zwischen Erz- und Mittelge- 
birge. (Kor, 64. Mittel an 2 Mess.) . 


y abeunte НЕШЕ. (ПОШ ys au ле. 


21. Böhm.-Kahn und Nestritz 


Geogr. Breite: 50° 45’ bis 50° 40/ 
Geogr. Länge: 31° 40° bis 31° 50/ 


Zr 0870, 
. Deutsch-Neudörfel, Basis der e Häuser im Thale, (ко 64. 
. 2266. 
2628. 


. 116 


y AOT, 


. 2851. 


. 400'7 . 
. 4869. 
. 0209 , 


W.-F. 


905 
912 
789 


. 1963 
. 1378 


986 


. 1196 


149 
730 


834 


719 
831 
574 


510 
628 
614 


593 
581 


565 
585 


559 
589 
561 
594 
‚ 1073 
907 
592 
788 
875 
758 
919 
902 


. 1268 
. 1382 
. 1648 


I. 187 


Von der gesammten Bodenfläche dieses Viereckes liegen 


in der Seehöhe von 100—200 Meter 7:4 Prozent. 
900-4800 - cht : 1, 
300—400 We SE 5 
400-2609 | d а тр 
500-600-191. Suë 890, 
Uer CUO’ TOTO ў 


Sechöhe in Metern. W.-F. 
L., Kleif,-Kahn, tiefste Häuser, (Kor. 64, 12, бу « En inah не Lid "Имао 1364 
2. Böhmisch-Kahn, Kirche, Basis. (Коў. 64. 12. 4.) . . Aal. . . 1944 
3. Deutsch-Kahn, kleine Kapelle, südöstlich v. Orte. (Kor. 64. 12. EY BOW Ar. ау dd 
4. Kahnberg, Anhühe 960 Klafter nordöstlich von Böhmisch-Kahn. 
(Oest. Triang.) . E ннн, bent) VO de t Hor ОШ 
5. Saara, obere Häuser. (Kor. 64. 98. 10). APA a cris Nok a aig IT 
6. Troschig, mittlere Ortshöhe. (Kor, 64. 45.6). . . . . . 8074. . . 973 
7. Рови, obere Häuser, (Kot. 64. 10. 9). о SATO. . . TES 
8. Garditz, Kirche, Basis. (ROOM 10/08) HAI "PES, , . 2426 . ^. . 767 
9. Pokan, mittlere Höhe des Ortes. (Kor, 64. 6. 21) . . . . . 2010. . . 794 
10. Zieberling, mitt, Höhe des Ortes. (Коў. 64. 5. 23.) . . . . 2654. . . 839 
11. Gatschken, Dorf, mittlere Ortshóhe. (Call. Beitr.) . . . . . 3880. . . 1069 
12. A oberste Häusergruppe vor Kaudern. (Kor. 64. 10. 15.) 3474 . . . 1099 
| 13. T Waldkuppe östlich davon, nordwestlich von GE 
| (Kof. 64. 5. 24). . Beet — — Фф 
| 14. Gross-Kaudern, das obere Schankhaus. (Kot. -64. 10. te V OOD es „ДОШ 
15. Klein-Kaudern, untere Häuser. (Kor. 64. 10. 13.) . . "2531 ee 1980 
| 16. St. Antonssäule, am Wege у. Aussign. Doppitz, Basis. (Call. Beitr. ) DES Y o v чо) 
| 17. Doppitz, neues Wirthshaus, unterstes Haus am Wege n. Zibernik, 
| DU E eese р с; LENS сг 
18. n Dorf, Kapellenthurm, Thurmknopf. (Call. Beitr.) . . 3498. . . 1106 
19. Doppitzer-Berg, Waldkuppe. (Kof. 64. 11. 18.) . . . . . 4514. . . 1428 
20. Leinisch, mittlere Höhe, (Kor, 04 18. 8). . . sic. .8142. . . EN 
21. Seesitz, Dorf, Kirche, Thurmknopf. (Call Beitr) . . . Bän, . . 1224 
| 22, Soblitz, obere, Hauser. (Kot, 64.. 11.5 16) 423.109). steel Sb. cy 1437 
| 23. Gratschen, mittlere Höhe des Ortes. (Коў. 64. 11. 18.) . . . 4743 . . . 1501 
| 24. d Sattel zwischen diesem und Seesitz. (Коў. 64. 11. 15.) 4546 . . . 1438 
25. Gratschen-Berg, Kuppe 1000 Klafter westlich von Gratschen. 
(Oost. Triang.) +... ONT aA 04968 ^. . 1788 
26. München, Windmühle, Basis, am Plateau. (Kor. 64. 1121491 
aus 2 Mess.) . 5085 11.101608 
27. Arnsdorf, bei Böhmisch- Kahn, Basis der Kirche. (Kor. 64 . 98. 11) 440:01: oi 1392 
28, Leukersdorf, Häuser bei der Kirche, (Kor. 64. 28. 12.) . . . 4089 . . . 1294 
29, Spansdorf, untere Häuser. (Kor. 64. 11. 20.) . . . . « «4191. . . 1326 
30. Slabisch, untere Häuser. (Kof. 64. 11. 19.) . . {144604 ны AANG 
31. Blankenstein, Dorf, mittlere Höhe des Ortes. (Kor. "64. 11. 17.) 4646,7 . „ 1488 
32. T Berg, 1000 Klafter südlich von Blankenstein. 
(Oest. Triang.) . . „ad лб... 17б 
33, Mörkau, untere Häuser des Ortes. (Kok. 64. 18. B. vidiga HORE estt Ql 
34. Leissen, mittlere Höhe des Ortes. (Коў, 64. 13. 8). . AMON . , 1892 
35. Meischlowitz, grösstes, einstöckiges Bauernhaus. (Kor. 64. 13, 10.) S0024. `. 1100 
36. Böhmisch-Bockau, Basis der Kirche. (Kot, 64. 13. 11.) . . . 3880. . . 1228 


37. Harre-Berg, Anhöhe 260 Klafter nordöstlich von Meischlowitz. 
est, Triang) . Go A, во 300 Dl vun, . 1508 


188 


38. 


39. 
40. 
41. 
42. 


43. 
44. 
45. 
46. 
4T. 
48. 
49. 


. Karlitz, Eisenbahn-Schienen. (Е. N. d. St. Е. G.) 


Seehöhe in Metern, W.-I 


Ohren, grosses einstöckiges Haus oben im Orte, Basis. (Kol. 


64. 20. di. мен u... ДАВ ч 
Lerchenberg, Anhöhe 630 Klafter westlich M Ohren, (Qest. Triang.) 6149 ; 


Alt-Bohmen, oberste Häuser. (Kat, 64. 19. 16)... . . . . 3184 


Malschwitz, mittlere Höhe des Ortes. (ot 64. 17, 5.) . . . 1967. 
Nestrsitz, Basis des Stationsgebäudes im Bahnhof, (Kor. 64. 20. 6.) 140:5 . 
(E. N. d. St. E. &.) 1894 . 


Reindlitz, unterste Häuser. (Kor, dag Do, DEO. 4.45 10.) . 278% 


MOSern, BUCO NERE GRON OA: TA Ta) ee ВТШ 


Priesnitz, am Keller. (Kor. 64. ^ 5.) vcra ust 5, 98 aldea ы ДОР 
"i Schloss, Thurmknopf am 8, 0. Thurrne. (Call. Beitr.) 165°9 , 
Waltife, Dorf, Fahrweg unter der Kirche. (К. k. Land, Baudirk.) 134:5 . 
Gross-Priesen, Dorf, Uferdecke. (kk Land.-Baud.) . . 129°4 
Klein-Priesen, Dorf, Brücke über den Bach. (k. k. Land. -Baudirk. ) 128'7 


29. Reichen und Bensen. 


Geogr. Breite 50° 45' bis 509 40, 
Geogr. Länge 319.50^ bis 82° 0%. 


Von der gesammten Bodenflüche dieses Viereckes liegen 
in der Seehöhe von 100—200 Meter 17.0 Procent, 
200—300 PRO IA 
300—400 e Syn А 


400-6007. I 
50022600 ^, OD Tt 
ШӨТ -UUU у 45 iy 


1412 
1945 
1007 
622 
445 
441 
871 
498 
484 
525 
425 
410 
408 


Seehöhe in Metern, W.-F, 


. Rongstock, Dorf, Elbe-Wasserspiegel. (k. k. Landes - Baudirk). 1247 . 

ý Hürdhe, Basis. .(Kof.. 64. 202 5.3 BQ, ApH) „weni aeroty 
Sperlingsstein, oberster Telsengipfel. (Kor. 64. 15. 41) ойо 97989970 U 
Tichlowitz, Meierhof daselbst. (Kor. 64. 15. 6.) . . . . .1857. 
Neschwitz, Dorf, Wasserspiegel. (К. к. Land.-Baudirk.) |. . . 1278 . 


^ a Elbe-Ufer. (к. К. Land.-Baudirk) ^. . . i 1984 


Basis der Kirche. (Kof. 64. 15. 7.) . . .138'6. 
Politz bei Neschwitz, oberste Häuser. (Kor. 64. 15. 8.) . . . 1847 . 
Barken, obere Häuser, (Kof. 64. 17. 6) ^. ai; . 2466 . 
. Sieben Berge, die höchste abgewaldete Kuppe hordwestlich | von 


Barken. (Kor, 64..11.09.).11.,29 1921) mau, oap 
Lé 
1 


o Dorf, Elbeufer. (k. k. Land. - Baudirk.) 


. Czihadl-Berg, Rücken, westlich von Bensen auf demselben. 
M. 4.29. 0). . . VT, Jap amo T . 
. Bensen, Baumwollspinnerci, westlich davon, (ког. 64. 34. SÄI) 181361, 


" enen -Stationsplatz, Schienen d. Bahn. E N 
BENIBIOL I.1 а ДЕ: 
к Stadtplatz, altes Schloss, Fensterstöc ke deg у; Stockes. 


(Коў. 645949 doyio М, цо. déit Alen rogati. 099, ovid Тап, 
» Friedhofskirche, Basis. (Koi. 64. 24. 2.) . „url 9168. 


d { 


395 

462 
1268 
429 

386 

391 

qui^ Ag 
584 
780 


1366 
427 
410 


1489 
574 


608 


680 
686 


I. 189 


Seehöhe in Metern. W.-F. 
| 18. Gross-Wóhlen, oberste Häuser im Orte. (Kor. 64. 22. 3.) . . 4158. . . 1815 


| L9, » oberer Waldrand im Nordosten, an der Terrasse, 
| oberhalb Klein-Wöhlen. (Коў. 64. 22. 4.) . . 408 1291 
20. M Sattel zwischen diesem Orte und Hortau.: Wo 
(ar ао) ох 4849 . 1584 
21. Tannbusch, Anhöhe 540 Klafter Hordwerttich‘ von "GHEY GRIN. 
EE ТОРО Te EE 1671 
22. Steinbach, Untere. ШИМ) COL, 104. LODO a aa a ct BIg . 1049 
28, e die Buschmühle, nördlich von Hortau. (Lohrm.) 3 DEOS. 1023 
24. Hortau, oberste südliche "Hätser,«(Lohrm.) .". а. 4884. 1387 
25. Plaute, Berg zwischen Hortau und Schmoda. (Kor. 64. 15. 5.) 483'3 . 1529 


| 
| 
| 26. Pschura, Waldkuppe südlich davon, nordwestlich von Wittine. 
| (Kor. 090. 7.) . . 10 nca! O T T 
| 27. Alt-Hummel, Dorf, am südlichen Abhange des Berges Zinken- 
| stein, mittl, Ortshóhe. (Call. Beitr.) .:0060:045:010404. e, 1709 


28, e oberste Häuser. (Коў. 64. 20. DI, «5659. 789 
29, Zinkenstein, Berg, Anhöhe 550 Klafter westlich der westlichaten 
| Häuser von Biebersdorf. (Oest. Triang) sov. . . 0810 . . . 2155 
(Коў, „04: 20..0:0.0899 ." |. 2154 
30. Biebersdorf, oberste Häuser an der Thalsohle. (Kor. 64.121. 5.) 59775 . . . 1890 
81. Gottesberg bei Wernstadt, Basis der Kirche. (Kot; 04..91.:.8.) 552-1 . . . 1747 
89. N Kirche, Thurmspitze , 600 Klafter nordwestlich von 
Wornstadts,:.(Oesto drinng Johann). soh Aland. ots fe 1808 
33, Sehneppendorf, Strasse an den untersten Häusern. (Kor, 65. 
DAB) ди ouod. ма Men. OVO ° <. 1089 
34, Wachtberg, Kuppe, südlich von Heichen, (Kor. oL wl 0 ADCEM . , . AIME 
35. Reichen, Basis der Kirche; (оў. 64) 18. 27 Mittel). 50:41 60679 ovora 1920 
| 36 » Kirchthurmgpitzeo (Kor. n Bé, Bit, Lëck sob tian чепа. .. . 1994 
| 37. Krohnhübel, Anhöhe $800 Klafter südöstlich der südliehsten 
| Hikuser vom Мойваох х (Oest ; Triang Jonia sondi 6252 . e 1978 
88, :Blankersdorf;; Haus des Ortsrichters. (Kor. 64. 22. 6.). > (.24680. . . 1481 
89. Voitsdorf, westliche Waldkuppe. (Kor. 64. 24. 6.) 20. 56. 46009... 1458 
40. Hermersdorf, Häuser unweit der Oehlmühle. (Kor. 64. 24. ge оа. 2 АШ 
| 41. Josefswille, Häuser auf dem Plateau. (Kor. 64. 22, 7.) . 92854. maiba 1039 
42, Hannbüsch, Anhöhe 560 Klafter westlich von Algerstorf. (Oest. 
ТИ A GE eu Sei „6886084 . . 1845 
43. Algersdorf, Basis der Kirche beim Thurme. (Kor, 65. 97, 97.) 44/8! Toho’. ail 4,02 
44. d Thurmknopf, (Kors | 68, 99. AB riod el de коф 41485751101. 15/0536 
45, б, oberste Häuser im Sattel. (Kor. 64. 24, 116 .78. 4801... 1519 
46, i Waldkuppe, südöstlich yon der Kirche dieses Ortes. 
(Rok. 057: 50995) ) 50 mowih-noy leilteowbir,oggbM40 . ¢ . 1886 
Eat " Mertendorf, Kreuz am Wege von diesem Orte nach 
Ашен, (ЖОК 00. 27. DUI) o eraa e e ARCUP vx.» 199: 
48, A Strasse beim obersten Hause, (Kor. 65. 27. 31. hirdi Vie oral 1426 
| 49. i Basis des Grubenhauses bei der Lorenz-Zeche. (Kor. 
| #5. 21, (abbas 2822! , modu 525 
50. " Plateau zwischen diese m ‚Orte ПИЙ Werte ult stidlic h 


von ı8teinhübel. «(Kor 604,27. 36s) um хаттї vous 60218 rodo “1907 


190 I. 


6 3471 
7. 5 Höchster Punkt der Chaussée zwischen diesem Orte 
und Gross-Bocken. (Kof, 65. Bar.) . 972:2 
8. й меле Häuser am Wege nach Klein- Bocken. (Ko, 64. 
14.) | йз, Mt dogm d 
9) rosa Ba Chaussée an der Brücke, " (Kor. 65. Bar. d «801 2 
10. » hóchster Punkt der Strasse zwischen diesem Orte und 
Sandau. (Kor. 65 . Bar.) . . 3083 . 
11. » grosses Haus mitten im Ort mit Ziegelbedach. (Kor. 64. 
95512) . . | 82656 . 
12. Hofberg, Kuppe 600 Klafter westlich v. Schossendorf (Oest. Triang.) 5 023:74 
098. .„ Dorf, Basis der Windmühle. (Kor. 65. 27. 23.) . 9625 , 
14. Sandau, An der Brücke, (Kor. 65. Bar.) . Lp VH, TEMA DADO 
UM Am Marktplatz, Basis der oberen nördlichen Häuser. 
(er, °@...27. 08) ..... 2481. 
16. Klein-Schockau, bei der Mühle an der Strasse. (Kor. op 27, 41.) 2877») 
17. Ober Politz, Basis des Schlosses beim westlichen Hauptthor. (Kor. 
85, 27. ШЫ Ar | 9802 . 
18. М Untere Dachkante der Kirche, (Kor. 64. 25 298314 2611. 
19; Kuppe, südwestlich von diesem Orte. (Kor. 65. 27. 35.) 29670 . 
20. 


21. 
22. 
23. 
24. 
25. 


26. 


27. 
28. 


. Klein-Bocken, Kirche, Basis. (Kor. 64. 23. 4.) 


23. Sandau und Politz. 


Geogr. Breite 509 45° bis 50° 40’ 
Geogr. Länge 32° 0° bis 32° 10° 


Von der gesammten Bodenfläche dieses Viereckes liegen 


in der Seehöhe von 200—300 Meter 27:8 Procent, 
800—400 ia, 447 i 
400—500 astra LOA rs 
500—600: , 103 ., 
über 600- j, WO r1 үө 


Sechöhe in Metern. 
; 4825380); 
4000 


“ Kirchthurmknopf. (Коў. 64. 24. 15.) 


. Bocken-Berg, Anhöhe 440 Klafter südwestlich von Klein- Bocken, 


(Oest. Triang.) . 


35. 0.) . 


. Kahle-Berg, Kuppe 740 Klafter nordwestlich der - nórdlichsten 


Häuser von Wolfersdorf. (Oest. Triang.) 


. Karlsthal, Chaussée in Karlsthal an der Brücke. (Kor. 65. Bar.) . : 


Eichberg, östlich bei иды Kuppe, hohe Waldbäume, T 
64. 94. 8) . 
Algersdorf, unterste Hauser ; am Tübsch- Bache. (Lohrm.) . 
Mertendorf, Basis der Kirche, (Коў. 65. 27. 42.) Ў 
Hutberg, bei Mertendorf, höchste Kuppe (Kor. 64. 24. 9.) 
Stidlich von Rabenstein, südliches, freies Plateau. (Kor. 65. 27. 5.) 
Gr.-Jober. Hölzernes Kreuz im Sattel am Wege von diesem Orte 
nach Schönau. (Kor. 65. 27. 40.) a yes 
Rabenstein , unterstes Bauernhaus, Basis. (Kor. 65. 27. 7.) 
Neugrund, Forsthaus, Basis. (Kor. 65. Bar.) 
Waldek, unterste Häuser. (Kor. 65. 27. 17.) . 


JOULE, äu n0 ag 
. Fuchsberg, südwestlich von Bockenberg, freie‘ Kuppe. (Kor. 64. 


.530:2. 
8119, 
LOL, 
. 4420 . 

582°0 . 


e OLOT a 
‚4988. 
. 921'0. 
. 26064. 


W.-F. 


. 1368 
. 1434 


. 1401 


. 1324 


1515 


) 1098 
Vlde 


. 1272 


953 


976 


. 1033 
. 1657 


987 
1297 


(LOS 
. 1841 


. 1635 
. 1578 
. 1016 


843 


I. 191 


Seehöhe in Metern. W.-F. 


29. Waldek, Dorf, oberste Häuser. (Kof. op 27916) 00.0000 2 314720. 995 
30. Neustadtl, mittlere Höhe der Häuser an der Strasse nächst der 


Kirche. (Kor. 65. 2” 18.). . yh мэй OMB eS: o UNAL i 

| 31. > Kirchthurmknopf. (Koř. 65. 27. 19). DI UC PQA ORR. 869 h 
| 32. Ertelsberg, oberer Waldrand am Abhange am Wege von diesem | 
| Orte nach Waltersdorf. (Kor. 65. 27. Б, Dus dëss) . .1057 

33. ai höchste Felskante. (Kor. 65. 12. 28.) . WR... . RG 
| 34. Kühnels-Berg, Waldkuppe. (Коў. 65. 12.27). . . DOI 2 4 . UU 
| 35. Waltersdorf, grosses einstóckiges Haus, (Kor. 64. 25. DE ‚add... . 1082 
| 86, ч Basis des Schlosses. (Kot. 65. 27. 9.) . . 26508... . 1046 


37. Petersdorf, mittlere Höhe der Häuser am Hauptwege im Orte. 
EBENE. Zi aan RBB. АЫЛ) 40002 . . . 1601 


38. Tiefendorf, (Schlössel). (Hack. Dis UL «OIA 5092 7*6 261091099 
39. P letztes Haus am Wege nach Eicha. ` (Kor. 65. Bar.) 8624. . . 1147 | 
40, Puschina, Bauernhütten unterm Koselberg. (Kor. 65. Bar.) 1050469279 Oy LABS 


| 41. Puschbauer, Plateau westlich von demselben unterm Koselberg 
| 4 Klafter unterm Waldanfang. (Kor. 65. Bar) . 3343. . . 1058 
| 49. Schönborn, östliches Bauernhaus, oberer Weg. (Kor. 65, Bar). . 2744. . . 868 


| 43. Mühlberg, bei Schönborn. (Kor. 65. 12. 23.) . . "LED. „ BOOT il 
44, Straussnitz, Mühle, südwestlich unterm Mühlberg. (Kor. 65. par.) 1855. « . 745 | 
45. d Strasse unweit der Kirche. (Kor. 65. 12. 25.) 2363. . . 748 H 
46, дк alte kleine Kirche. (Wiem.) . VBS. m. 000 D 
47, À östl. Ende, Häuser am ng (Kor, 65.12 /24/)02(80* 6.20 4M 768 n 
48. Oberliebich, Basis der Kirche. (Kri. 65. 34. 32.) . ина BOT 079110018658 I 
49. ii Knopf der Thurmdachspitze, (Kri. 65. 34. 33.) REH, SOLO 
50. к Plateau am Wege von hier nach Straussnitz. (Коў, 

БАШ, 202). b. а е КОЧОКИ ENEE, бо \| 

51. Se re bewaldete Kuppe, südöstlich davon im Straussnitzer | 
Walde, ` (Kr1.:88. 84507.) іои oar дой 4404. . 1898 i 

52. Bolond; obere Häuser unterm Hofberg am Wege nach i 
Wolfersdorf. (np, op gx: 29), ban, oel 8456 . . . 1093 | 


53. Wolfersdorf, Basis der Kirche. (Kri. 65. 34. 35.)). . . . . 3318. . .1048 


54. » Kirchthurmknopf. (Kri. 65. 34. 84.) . . . mt SOTO . 1161 | 
| 55, T südlich davon bewaldete Kuppe. (Kri. 65. 34. 38.) 3848. . . 1217 | 
E 56. Steinberg, bewaldete Kuppe nördl. v. Wolfersdorf. (Kri. 65. 34. 39.) 5225. . . 1653 
| 57. Nieder-Sonnenberg, Basis der Kirche. (Kri. 65. 84. 42.) . . . 8821. . . 1209 
| 58. Kirchthurmknopf,. t (Krae BA о) 9 1017007 "6710001071290 
| 59. Sonnenberg, Basis der Schule. (Kri. 65. 35. 5.) . . . pok .4192. . . 1307 

60, "T Biorschaus ke (Hack) abate s eT Ju op vru К ouam 6i lOO SFE 


24. Bóhm.-Leipa und Reichstadt. 


Geogr. Breite: 50° 45^ bis 509 40° 
Geogr. Länge: 32° 10' bis 32° 20° 


| Von der gesammten Bodenfläche dieses Viereckes liegen 


in der Seehöhe von 200—300 Meter 65'8 Procent, 


E CHEN Ca dE 
400—500 (4 4 T8" ^ 
über 500 02 


n D 


192 


Seehöhe in Metern. 


1. Josephsdorf, Bach unter der Eisenbahnbrücke. (E. N. d. B. N. B.) 


Br» 


3. Bürgstein, Teich bei der Brettmühle. (Kri. 65. 37. 59.) . 


£ Schwoyka, mittlere Ortshóhe. (Kri. ep, 34. 22) vo. « 


südöstl. davon schmaler Bergrücken ober dem Ein- 
schnitte der Eisenbahn. (E; N. d. B..N. B). 


” 


. Langenau, Brücke über den Bach am Südende. (Kri. 65. 35 31.) 


Strasse nach diesem Orte, tiefster Punkt im Ein- 


^ 
schnitt, südöstl. v. Torfstich bei Pihl. (Кїї, 65. 35. 37.) 
3s Kisenbahn-Stationsplatz, Schienen der Bahn. (E. N 
BN NUM S, A йә od voqqmibla 
P Basis der Kirche, (Kri. 651) 8621. Jonitoiitiewio eon 
ч Kirchthurmknopf, (Bris 65.(36.123.) nmoldn®. vol 
e Sattelpunkt stl, davon zwischen dem Böhm- u Kamm- 


ees, (Ru. 88.86.22)... EE ER 
Böhmische-Berg, Kuppe, 160 Klafter östlich von Langenau. 
(Oest, Triang.) a) 

Kammberg, Hügelhöhe, südöstlich v. demselben. (Koi. 65. 85,12.) 
Kottowitzberg, bewaldete Kuppe. (Kri. 65. 35. 11.) . 
Johannesdorf, Háuser am Plateau, (Kri. 65. 35. 20.) 
Basis des Schlosses. (Kri. 65, 35. 17.) . < 
Basis der Gruftkapelle. (Kri. 65. 38. 3.) 2. . A 


ө 


” 
"i Kirchthurmknopf, (Kii) 65. 35. 18.) .. .. a 
ü Sandsteinplateau. Westende. (Kri. 65. 37. 65.) 


. Maxdorf, südliche Häuser. Basis. (Kri. 65. 35. у i 
. Schieferberg, Sattelpunkt der Strasse zwischen diesem und dëi 


Ortelsberge.. (Kris 06% 27. 58.) ов; 

Kuppe des Riickens nördlich von Bürgstein. (Kri. 
po BS 0) ie OT E 
Slawitzek-Berg, Kuppe, 600 Klafter‘ stidöstlich der siidlichsten 
Häuser von Burgstein. (Оез Triang) . . . 
mittlere ‘Höhe des Sandsteinplateaus zwischen 
Plesse und Sohr. (Kor. 65. Bar.) і 
Sohr, Häuser ат Plateau. Nordende des Ortes. (Kri. 65. 37. 57.) 


” 


” 


4. Pihl, Torfstich im Busche, südlich der Baustellen. (Kri. 65. 35. 36.) 


Basis der Mühle, nordwestlich vom einzelnstehenden Berge 
(Krit 65. 35. 23.) , ‚жп онт, эй 
Baustellen. Basis der Kapelle, (Kri. op, 37. 60.) 


” 
" 


Basis des Schlosses. (Kri. 65. 34. 17.) . 


» 


. Bockwen, Basis der Häuser an d, Thaleinmündung. (Kri. 65. 34, 23.) 
. Spitzberg, Berg-Kuppe, nördlich von v IN (Oest. 


Triang.) stie s qi, os к 
Sehasslowitz, südóstliche Häuser, Basis, (Ки, 65. Ab 88.) 
Manisch, Ostende der Häuser im Thale. Basis. (Kri. 65. 35. 32.) 
Nieder-Liebich, Sanders Wirthshaus, mittlere Höhe. (Kor. 65. 


99 9 
QUO, 9.) 


Dasis des Schlosses. (Kri. "65. 84. 98.) i 


” 


. Bohmisch-Leipa, Töpfergasse am südlichen Ende, Kapelle beim 


Schiesshause an der Ecke der Grafschen Allee, 


(Kor, BD.a-18. 102) D poy Höhen ‹ 
» Visenbahn-Stationsplatz, Schienen der Bahn. 
(N сев. N. Bi i s 
" Friedhofmauer hinter der Kreuzkirche, (Kot. 


и HA I es 


279'4 


629800 . 
277A . 


2858 


82184 
SEKR 
360°0 . 


8460 , 


483°7 


2.) 4194 . 
DAIT Aos 
J7290'4. . 
12937 0s 
2906 у 
3249. 
. 9940 . 


395'4 
908'9 


289 6 . 


481'8 . 


630. 


4160 . 


448:8 


267'0 . 


2688. 
3065, 
ОС 
3700. 
260'8 . 


UIS ^; 
eae a 
VOU. 9 


s E T T 


OLT S 


W.-F. 
884 


927 
878 


904 


[018 
1023 
1189 


1095 


1530 
b 
514 
ў 19 
929 
948 


‚1028 


1058 
1251 
962 
916 
1524 
1697 
1506 
1420 
845 


850 
970 


. 1195 


110 
825 
1409 


788 
793 


781 
TOT 


761 


Seehöhe in Metern. W.-F. | 
38. Böhmisch-Leipa, Augustinerkloster. 1. Stock. (Kor, 65. 12, 4.) 2535 , . . 802 1 


39. m Gasthaus zum schwarzen Ross, am Markt. (Kor, || 
бо (aech, ПЕ BE V vov 709009 Vu. HN | 
| 40. A nordwestl. davon, Kreuzung der Eisenbahn mit | 
| der Strasse nach Oberliebich. (E. N. dp N.B.) 2694... 852 | 
| 41. » Gasthaus zur goldenen Krone am nórdl. Ende H 
be: ll (оос ae sy 19808 ... . 888 
| 42. 5 Knopf des Klosterkirchthurmes, (Кті, 65. 34.7.) 29872 . . . 908 
| 43. Kapelle am Wege von diesem Orte nach Pissing 
| amu PNGA (КО 00,12, IE) u Ce EN ERR 
| 44. Ly KN e der Kreuzkirche, (Kor. 65. 12.8.) 2904. . . 919 H 
| 45 м Liebfrauenkirche, Thurmdachkante. (Kor. 65. it 
fare eee УДК EE et aS | 
| 46. E Liebfrauenkirche. Kirchthurmkhopf. ` (Eri. 65. | 
| баги), ОЧОК (uo и S | 


47. Polzenfluss, oberhalb Alt- Leipa it in der Krümmung, (Кїї, 65. 34.1 BU BDO Va HOLD 
48. Kahlenberg, Kuppe bei Leipa, wüstes Kirchlein. (Kor. 65. 12. 19.) 2941... . 930 
49. Schwora, Mitte des Ortsplatzes. Strasse. (Kri. 65. 34. Py БО tl BROKER QE cla 


50. Horka, Sandsteinkuppe. (Kor. 65. 12. 12.) . à о DA i cag DUE | 
91. Schiessnig, Häuser am Plateau. Ost- Ende. (Kri, 65. 33. 19.) $ BOOM NE. ll 
52. Zu Leskenthal, oberste nordóstl. Häuser, Basis. (Kri. 65. 33. 9.) SE, con v DAE H 


53. Dobernerbach, Einmündung desselben in d. Polzen. (Kri. 65. 34. 10.) 4029. uu 800 
54. Dobern, südöstliche Häuser am Rücken. DOE ОГТ d nun c E 


| Sir» Küiebihhrnikoopf, (Kei. 65. 98, 10) ni Avo D MIN 
| 56, Israelsberg, Kuppe nordwestlich von Weinberg. (Kri, 65. 3.21 ) geb vov OD 
| 57, Pissing, nördliche Häuser im Thale. (dO Bd im) i ‘ari OSO, TE бр 


58, » Plateaupunkt nordóstl. davon b, Kreuze. (Kri. 65.34. 26.) 322°4 . . . 1020 
59. Neuschiedl, Plateaupunkt siidistl, davon, beim Walde. (Kri, 


| B a uu. és ples ME d ИЕ 
| 60, Altschiedl, Basis der Häuser an der östlichen Abdachung bei 

| der Strasse, (Kri, 65. 84, 21) , ts an den UD 
| 61. Т östlich davon, höchster Punkt des Waldplateaus. (Kri. 

| щи; о: у Tu d A ar, LEM 
| 62, Reichstadt, Weinberg dabei. Von diesem östlich, Übergang. der 
| Strasse dureh die projektirte Eisenbahn. (Kri, 65. 

| Җ Be. udis one a cette н aloe шыг 
| 63. s Strasse, 20 Klafter westlich von den Schlossscheunen, 

| ЖЕ БАШРОӨШ, (КИД GU. (phe ped Geel OP Vo . * 392 

| 64. ` Det der dA DEM. ES. Bé RK s mu ans ARR D 1 BIA 

| 65. Kirchthurmknopf. (Kri. 65. 45. 2.) . C eH eL NO DR. we OS 
66, Götzdorf, östl. Häuserbasis unweit dem Zwittebach. Mitte des 

Ошен. (BIN 00,782, Ot.) ys CARP Ee ar RE 

67. Weinberg, Anhöhe 700° südwestl, v. Reichsst: nat, (Oost, ТОЕ BUND, sy a. 2 UAR 

68. Klemensdorf, Basis der Schule. (Kri, 65. 34. 16.) .; aae ..342'0 . . . 1082 

69, Steinschüttberg, bewaldete Kuppe. (Kri. 65. 82. 17.). . .,, 4044. . .1280 
70. Weiberberg, bewaldete Kuppe, nordwestlich von Wellnitz, (Kri. 

| Ob. ep И л ag OUS... d la 

71. Zwitte, Basis der Häuser am Nordwestabhang. (Кїї, шо 29.) а 17. 2 DEED 

72, Lindenai, BASIS er Kirche, (Rei On DS PES wae obras NULL. а LOU 

; 18. „ Fabriksgebäude, nördl. im Orte. Basis. (Kri. 65. 32 a 1 ) шол... M 

74. » Kırchthurmknond, (Kris 00, d eu Ae) sr ney ORO les aL BUR 


13 


194 


25. Wartenberg. 


Geogr. Breite 519 45° bis 50° 40° 
Geogr. Länge 32° 20° bis 329 30° 
Von der gesammten Bodenfläche dieses Viereckes liegen 


in der Seehöhe‘ von 200—300 Meter 140 Prozent, 
8004-400 jonga тх, 
400—500 `, 45 i 
500-600, 098 7, 
über 600^, 0:2 fi 


Seehóhe in Metern. 
. Joachimsdorf, westliche Häuser, Basis, Wegwendung nach Süden. 


(Kui, 65. 43. 20.) 


. Voitsberg, Plateaupunkt südlich von Joachimsdorf. (Kri. . 65. 


48 92.) 


3. Tótzeldorf, Obere Häuser, Basis. (Kri. 65, 43. 04.) 


Tolzbachér Meierhof, Basis. (Kri. 65. 43. 15.) 


5, Tolzberg, bewaldete Kuppe, südlich von Gabel, (Kri. 65. 33. 2) 
. Postrum, Nordostende. (Kri 65. 28. 25.). 


7. Rosenthal, Ortsmitte, Basis der Häuser, (Kri, 65. 43. 16.) 


, Rollberg, Fuss des Basaltkegels am Berge, (Kri. 65. 49. 


Plateaupunkt am Abfall, westlich davon, Sandstein- 
wand. (Kri, 65. 48, 20.).. 


» 


| Gróss-Walten, Basis der Kirche. (Кїї, 65. 43. 12.) . 


^ Knopf des Kirchthürmchens. (Kri. 65. 43. 13.) 
p Basis der Kapelle. (Кїї. 65. 28. 24.) .. 
А Mühle’ im Nordwesten. (Kri. 65. 28. 26.) 


Brims, Thurmdachsaum der Kirche. (Kri. 65. 43. 19.) . 
„ Kirche, Thurmspitze. (Oost. Triang.) 


. Laufberg, westlich von Brims, bewaldete Kuppe.  (Kri. 65. 


32. 42.) 


. Sandberg, Anhöhe, 460 Klafter östlich von Brims. (Oest. Triang. 
‚ Luh, Ortsplatz, Basis der Pfarrei. (Kri. 65. 45. 13.) 


„` Meierhof daselbst, Basis der Südseite. (Kri: 45. 56. 15.) 
. Luher-Berg, Anhöhe, 460 Klafter südlich von Luh. (Oest. Triang.) 
. Grünau, Basis der Fabrik. (Br 00v 55,212. ^ £N T. 
. Holicka, Waldberg, Kuppe östlich von Grünau. (Kri. 65. dc Ha) 
Kamnitzberg, Punkt des Rückens, südöstlich davon, südsüdöstlich 
von Katnnitz. `(Кїї. "98. 88, 28.) < 
Anhöhe‘ 400 Klafter südlich von Kamnitz (cst. 
Triang.) . 


D 


. Voitsdorf, óstliches Haus am Rücken hes "Raläg äi. (&ri. 


65. 33. 15.) a See 
Barzdorf, Häuser an der Schlucht, Boch ОН у-у ШЫ 
. Wach-Berg, Anhöhe 300 Klafter westlich von Bergdorf. (Oest. 


Triang.) re Bei Me а 
. Rehwasser, Häuser an der Thi 80е, Weim p ach. (Kri. 65. 45. 71.) 
| 


| 
er 


a höchste Kuppe des Berges. (Oest. Triang.) 
Neuland, Meierhof, Schüttboden, nordöstlich von Niemes. (Kri 
вд, 48. 28.) 


. Limberg,' Felskuppe, “südwestlich von Wärtenderg, östlich von 
Neuland. (Kri, 65. 45. 16.) 


996°3 


3235 . 
UM O a 
2926. 
OU ek 
Do ag 


2971 


К» МАР 


DU d fs 


324.1 
326.8 


DOE al re 
9202,» 


3900'S . 


484'8 ', 
SAI. 


3061 


8524 . 


345'4 


SIN O. v 
099.9; 


Lu) e 
2009 . 


DUT 


4 Т 


362:5 . 
2199 
5683 . 


6961 


20459 o 


508'4 . 


WP. 


938 


1024 
1041 

932 
1867 


1050 


940 


1128 
961 
1025 
1034 


1116 


1032 


1046 


1534 
1106 

970 
1115 
1093 
1007 
1076 


. 1006 


1474 


1002 
929 


. 1147 


876 
170% 


.. 2202 


931 


1593 


Seehöhe in Metern. 


32. Unter-Wartenberg, südwestl. Häuser, Basis. (Kri. 65. 43. 9.) 


33. Г Jeschkenbach und Polzenfluss vereiniget bei 
der Brücke. (Kri. 65. 45, 26.) . . ^. 

т i Basis des Schlosses, (Kri. 65. 45. 25.) 

35. ch Basis der Kapelle am Berge. (Kri. 65. 50.5. 

36, Kirchthurmknopf. (Oest. Triang.) . 


37. Hirschberg, Kuppe nórdlieh von demselben, südóstlich von ‘den n 
14. Nothhelfern. (Kri. 65. 50. 61.) 

38. à Fels beim Kreuze, nördlich svon! Sehwabitz. 

; (Кті.165) 48:60). ig «Шото » dediee 

39. Hennersdorf, südliche Häusergruppe, Basis. . (Kri. 65. 45. 23.) 


40, D Plateaupunkt westlich. davon beim SH Boden. 
(Kri. 65. 45. 18.) V t 

41, a Kirchthurmknopf. (Kri. 65. AD. Ers ‘A 

42, Punkt am Plateau beim Kreuze östlich von Hen- 


nersdorf. (Kri; 65.. 45. 21.) Has A 
- Donnerberg, Waldrand M Plateau westlich von Honnersdbrfs 
(Kri. 65. 39.) УГ 4 
Neuhof, Meierhof, zéie: ewer Un von Postram. (К; 65. 
48:88.) BB eur WM 29m 
. Felden, südwestliche Hanser, asis. (Kr 65. 48. 36.) . 


4 


eo 


44, 


pou 


4 


e 


26. Oschitz und Jeschkenberg. 


Geogr. Breite: 50° 45’ bis 50° 40" 
Geogr. Länge: 32° 30° bis 32° 40° 


Von der gesammten Bodenfläche dieses Viereckes liegen 


307.9 . 
2996 . 
329.1... 
343.5 . 
355.4. 


5133. 
EREM 


362:3 . 
3681. 


450:8 À 


BAD’ 6^ 


322.61. 
320'8 . 


in der Seehöhe von 300- 100 Meter 41'4 Procent, 


400— 500 15 °° 896 "y 
500— 600 DOO bita, 
600—. 700 . , 40E 
TOO i 8O0 у Bhai Leo y 
800-900 y IB doy 
900— 1000 А, 0:3 " 
über 1000  , те 


DH 


195 


W.-F. 


974 


948 


. 1041 
ei HOST 
810124. 


1479 


. 1624 


995 


1146 
1165 


. 1426 


in 1178 


«01024. 


1015 


Seehöhe in Metern. W.-F. 


1. Seifersdorf, Häuser bei der Einmündung des Schönbaches. 
(Kri. 65. 55. BL.) NEC AES 
» Kirchthurmknopf. (Kri. 65. 55. 8.) ge: 
9. Rabstein, nordwestlich von Kriesdorf. Plateauanfang. (Kri. 65. 
EN. S. uU s aiii ай aA CN E qa. ew AD 
. Lode-Berg, Kuppe, 520 Klafter nördlich von Seifersdorf. 
(Oest. Triang.) i 
9. Kriesdorf, Kirchthurmknopf. (Kri. eB: Bo. 11. P "e 
» Häuser bei der Kirche, Thalboden. (Kri. 65. 55. 10.) 
7. » südwestlicher Waldrand am Rücken zwischen diesem 
Orte und Drausendorf, (Kri. 65. 45. 38.) : 
Silbersteinberg, die höchste der 3 Felszacken. (Kri. 65. 45. 31.) 


= 


309'D 


Об, 
457 
02:01, 


429.0.. 
3840 . 


006'3 . 
у и и 
18% 


1119 
1239 


1446 
1464 
1.357 


1215 


1601 
1630 


196 


Seehöhe in Metern. W.-F. 


. Spitzberg, bewachsene Kuppe nordöstlich v. TE m 


Triang.) . 


. Merzdorf, Meierhof, Schafstallgebäude. (Kri. 6B. 45. 27). 


10 

11. Krassa, Meierhofgebáude. (Kri, 65. 50. 57.) j enti. 

12. Krassa-Wald, höchste Kuppe in demselben. (Kri, 65 56. 181) 

13. Drausendorf, Basis des Meierhofes. Kri. (65. 57. 7) : 

14, " Flurgrünze zwischen diesem Orte und Kriesdorf 

bei der Martersüule. (Kri. 65. 57. 8.) . 

b. oberste Häuser. Basis, (Kri. 65. Ap. 82). . 

16. Oschitz, Mühle daselbst, . nördlich am ‚Polzenfluss. (Кїї. 65, 
Bly ait) LEL Coen), 

17. » Kirchtbumknont, (кї, 65. 50. 56.) . ten 

18. » Häuser oberhalb der Kirche, natürl. Boden derselben, 
(КНБ, 50. 5.) GRE 228 o) gogo 

19. 9 Kuppe südlich davon, nördlich vom schwarzen Kópl. 
(K#i:068. 51. 15) . е" d 

20. Kuhthal bei Oschitz. Mittlere Hohe, (Kri. 65. 50. 60.) 

21. Katzenberg, südlich уоп. Kuhthal. höchste. Kuppe. ar 65. 

56. 20.) grand vov, (1 

22. Hammer, Ruine. Basis. (Кгі, 65. Mittel aus 48. 8. u. 45 ‘im 49.) 

23. d Brettintihle, Basis.( (Kri,6 60.065,98.) irst „тзн 9 

24. Hammerteich, westlicher Damm bei den Häusern. (Kri. 65, 


45. 29.) 


25. Struhanka, Bergkuppe südlich von de Ruine Hammer. (Kri. 


09, 45. 507) 


26. Schwarzwald, Basis der obersten Häuser. (kret, 65. 56, 19.) 
. Sperning, Meierhof östlich von Schwabitz. (Kri. 65. 45. 58.) 
. Mednay, Meierhof westlich von Nahlau am Abhange des Pla- 


teaus. (Kri. 65. 45. 61.) 


. Hultschken, Feldplateaupunkt südwestlich davon. (Кїї. 75. 


51. 19.) 8: god 
Sabert, oberste östliche Huser am | Hange. KZ 00. Oils: dea) 
Waldrücken südlieh davon, nordöstlich von Wlachey. 
(КТІ. 65. 51,20) 


. Kóssl, untere nordwestliche Häuser. Basis. (Kri. 65. 50. 33.) 


bewaldeter Rücken südwestlich davon. (Kri. 65. 50. 48.) 


” 


. Am schwarzen Koppel, südlich von Oschitz, westnordwestlich 


von Sabert, im Ostausliufer des be- 
waldeten Rückens. (Kri. 65. 51.) 


‚ Teufelsmauer, Strasse von Böhmisch Aicha nach Kössl im Sattel. 


(Kn. 66, 84.) MN Mund pd SUN UN deu 
Rücken derselben, nordwestlich von Le 
(Kri. 65, 52. 33.) Fina 
nordöstliche Kuppe, westlich von 'Sobaken. (Kri, 
65. 50. 34.) 


” 


. Johannesthal, oberste östliche Häuser, Basis. (Kri. 65. 45, 55.) 


e Bergkuppe nordöstlich davon. (Kri, 65. 50, 31.) 


. Javorník, nördliche Häuser. (Kri. 65. 6. 18.) 
. Sobuken, östliche Häuser. Basis. (Кїї, 65. 50. 24.) : 
. Smr2ov, unterste südöstliche Häuser, (Kri, 65. 58. 5.). 


kahle Kuppe oberhalb dieses Ortes. (Kri. 65, 54. 3.) 


n 


4992 , 
328'6 . 


3591 


4697 . 
4400 . 


467°1 
507'4 


3824 


408'0 . 
9819 . 


443:2 . 


362251 


[кә 
bo 


160'8 . 


1614 


= 
co 


16866, 


1878 


1579 
1040 
1136 


1435 


1392 


1478 
1605 


1210 
1291 


1208 


1402 
1146 


1600 
1370 
1012 
1020 
1474 
1409 
1278 
1272 


1106 
1297 


1458 


. 1460 


. 1580 


1629 
1554 
1313 
1209 
1346 
1483 


| 
| 
| 
| 


I 
| 
| 
I 


Seehöhe in Metern. 
. Klein-Aicha, Plateau westlich davon, beim Wäldchen. (Kri. 65. 


50...47.) А 
45. Alt-Aicha, Meierhof. Basis. (Kri. 65. 58. 9.) : bos 
46. ў mittlere Höhe der Häuser am Westabhange. (Kri. 
qi. SUME (UR Peer Së 
47. " Kuppen beim Sandsteinbruch wes stlich davon. Die 
östliche Küppe. (Kri. 65. 50. Al.) . ZER 
48, $ Kuppen beim f Sandateinbrach;, westlich атой, Die 


NC OUR 20.) 94 УЧ d 5768, 
61, Unter- -Paseka, e nördlich, oberhalb dieses Ortes. (кч. 65, 
i 50. 26.) 5578. 
62. Ober- Passek, oberste östliche Hanser. ‘Basis’ (Kris 65. 45. 56.) 6110. 
63. Jeschken, nördlicher Abhang desselben im Vogelhau, Waldplateau, 
6 (Kor, 65. Bar.) 8 86:6 . 
4, » nördl. Abhang desselben am Fusse der Felsktippg, 
m bei der Quelle. (Kor. 65. Bar.) SI 9036. 
Te » höchster Punkt beim Signalstein. (Oest. Triang. '-1019'2"i 
i » Spitze der Holz-Pyramide. (Kri, 65. 15, 1.) . 10181 
. Moses Kuppe, Sattel zwischen dieser und dem Danstein. (Кї. 
68 GOW Oa Gy) , , 701:7 
; » ues Kuppe am “Jeschkenriicken: (Kri. 05. 
69. $99.) . ‘ M ` b ‘ " 759:8 
Auerhahnberg, MES über donselben i im Sattel. (Kot. 65118 2.) 197572 


westliche Kuppe. (Kri. 65. 50. 42.) 


. Domaschlowitzer Thal, Basis des einzelnen Hauses nordöstlich 


von Altha, (Ki. "65, 80.7229) 


). Domaschlowitz, Basis der Mühle. (Kri. 65. 50. 20). 
- Modlibov, Punkt des Hóhenzuges von diesem Orte nach Ja: 


vornfk. Östlich von Modlibov. (Kri. 65. 50. 40.) 


‚ Husová Horka, Spitze des Kegelberges südlich von Jiřičkov. 


(Oest. Triang.) . 


. Rostan, Basis des Glockenthürmchens (Kri. 65. 50. 64) . 


9 oberstes Haus. Basis. (Kri. 65. 50. 29.) . 


d Jifickov, unterstes Haus am Wassergraben. (Kri. 65. 50. 65.) 


Vereinigung zweier Thalschluchten oberhalb dieses Ortes. 
(Ей, 60 OO 7) 


” 


. Světlá, Kirche Thurmspitze. (Oest. Triang.) 


" Häuser südlich von der Kirche. Basis. (Kri, 65. 50. 8.) 


7. Wesetz, südliche Häuser bei der neuen Strasse, Basis. (Kri. 


Rb DU, QV TRUTH USED he a sa Му hs, i ASW SE 
Hodek, кетүү des Jeschken. Oberstes nördliches Haus, 


Schwarzeberg, bewaldete Kuppe im Jeschkenrücken. (Kri. 65. 
56.۰14). 


27. Langenbruck und Liebenau. 


Geogr. Breite: 50° 45’ bis 50° 40° 
Geogr. Länge: 32" 40° bis 32° 50° 


Von der gesammten Bodenfläche dieses Viereckes 


Kine. 
3403 . 


504.9, 


442.1 


4939 . 


8255 . 
3060 . 


4204 -; 
5746 . 


425'8 . 
489'8 . 


446'0 


5389 . 
5752. 
542'4 , 


5025, 


liegen 


ТӨТ 


W.-F. 


. 1820 
2070 


« 1123 


1399 


. 1562 


. 1030 
» 1168 


1330 


v 1818 


1347 
1548 


. 1411 


‚ 1706 
. 1820 
. 1716 


1589 


. 1825 


+ 1760 
#1988 


2880 


ı 12859 
. 3206 
. 9222 
. 2220 


. 2402 


2395 


. 2551 


198 


12. 
13. 


in der Seehöhe von 300—400 Meter 13'8 Prozent, 


ПТ CHAR CIS 
500—600 ,, 28'{ " 
600—700 `y 80 N 
700—800. ,„ 10 ch 
über 800, 0*4 


Maffersdorf, Thalsohle, Westende, tiefster Punkt des Ortes, 
(Kri. 685; 15, DR. iari it 
Hüuser südlich von der ре, (Kri. 65 $a i S Gn) 


n 
» Kirchthurmknopf. (Oest. Triang.) 
М Basis des Hauses am Rücken, neben dem Wege. 


(11.65.10: ATO oe йй” ДҮЙ), nh 
Signal-Berg, Kuppe nordwestlich v, Maffersdorf. (Oest. Triang.) 
Dörfel, Basis des Fabriksgebüudes. (Kri. 65. 1а. (inm 6 
Nieder-Hannichen, Basis der Nordseite des untersten Hauses. 

(Kri. 65. 1a. 14.) и, ш» 
Ober-Hannichen, Basis E Fabrik, ehemalige Mühle. (Kri ep. 
ta. 12.) 
oberstes Haus am Fi usse des Jeschken. (Kor. 
65. Bar.) 
an der Thalschlucht, Vere einigung zweier УГУ.” 
läufe, Weganfang. (Kri 65. lb. 15.) . . 


» 


. Eichicht, Basis d. Wohnung d. Fabriksdirektors. (Kri. 65. 1b. 50.) 


А Basis der Mühle dieses Ortes. (Kri. 65. 1b. 16.) 

Heinersdorf, Nordseite des untersten östlichen Bauernhofes, 
Basises Eria Obits Wwhiowd® goen: 29h: 
Spitzberg, oberhalb Dörfel, westl. v. Eichicht. (Kri, 65. 1b. 11.) 
Jefmanitzer Wald, Kuppe in demselben östlich vom Spitzberge. 
(Kri. 65. 5. 36.) 

Minkendorf, Mühle westlich von diesem Orte, an der Mündung 
des Lubokaybaches, Basis. (Kri. 65. 1b. 48.) 
Fabrik unterhalb des Eisenbahndurchlasses. (Kri. 
65. Іра: 95 К 
Fuchsberg, bewaldete Kuppe im Jermanitzer Wald, (Kri. 65. "3b, 8.) 
Langenbruck, Basis der Häuser. 150 Klafter östlich von der 
‚Kirche. (Kri: 65. 1b. 10.) 4 
Häuser am Rücken d. Plateau. (Kri. 65. 1a `8) 
Bahnlinie unweit der Kirche. (Kri. 65. 4, 0.) . 
Eisenbahnstationsplatz. (E. N. d, S. N. e V.) 
Kirchenthurmknopf. (Oest. Triang.) 


” 


H 
” 


” 


A, Kaiserstein, obere Fläche des Steines b. Kreuze. (Kri. 65. 4. 4.) 
5. Kohlstadt, Basis des Hauses am Beginne des Terraineinschnit- 


tes.» (Kri, 65. 4. 5.) . 
obere Hüuser, Basis. (Bri. 65. Kä 8.) 


» dv 
. Jaberlich, Sattel zwischen diesem Berge und demRücken von 


Raschen. (Kri, 65. 1b. 13.) . . v cns 
mittlere Ortshöhe. (Kri. 65. 1b. 9.) QUESTI 
Basis der Kapelle im Sattel, westlich von diesem 
Orte, (Kei, 60. 5..28) wor ^08 sid M 
Jaberlichberg, Triangulationssignal. (Kri, 65. 10, 3.) 

höchste Kuppe, ein kleiner Steinhaufen, am öst- 
lichen Ende des plateaufórmigen Rückens. (Oest. 
Triang.) 


n 


” 


n 


” 
Seehöhe in Metern. 


оомо 
446'9 . 
552'6 .. 
668:8 . 
383:91 
4884 . 


481:7:: 
463'4, 


459'7 


414:6 . 


4932 


603:2 . 


411:2 . 
4850 . 


491°1 


DUT + 
5378. 
DER, 


5871 
6051 


578'5 


0790р. 


6598/2. 
6854. 


6857 


W.-F. 


. 1162 


1220 


11820 


1344 


211898 
. 11907 


1199 


. 1414 
. 1748 


. 9100 


1214 
1545 


1366 


` 1466 
1454 
. 1812 


. 18 
. 1908 


1301 


1536 


1554 


` 1587 
i 1702 
` 1993 


. 1857 
. 1914 


‚ 1814 
. 1833 


. 2066 
. 2168 


. 91790 


| 
| 


I. 199 


Sechöhe in Metern. W.-F. 
32. Raschen-Dorf, untere Häuser in der Schlucht. (Kri. 65.6.45.) gn. 1864 


دن 
co‏ 


б oberstes Haus, Basis, am Jeschkenrücken. (Кїї. 
DOOM A a А ые ыы «д а N e ae 
34. Schimsdorf, am Stidhange d. Jeschkenrückens, unterste Häuser- 
Biuppejus(Krij4650 Goda wow, би 3190, .328009:4 u. . 2265 
35. Proseč, südliche Häuser, Basis. (Kri 65, 50. 14) ;- Jb, 4000. "1969 
90, „ obere Häuser am Abhang des Rückens. Basis. (Кїї, 
06.850. X90 „0. «00 | DD, Ц TIURI OA `, м, 1706 
37, ні höchste Kuppe östlich von ёсе Orte, westlich von 
| Raschen. «(Kri. 65:5 6.:99.))| un „oO ощ Boy , dugqgos imn gl 
| 38. „Na trhovee*, Häuser südöstlich v. Prosed, (Kri. 65. 50. 15.) 4146. . 1312 
39. Bisträ, Kuppe, nordöstlich von diesem Orte. (Кт1.. 60, 0093004 396593.. . . 1789 
| 40. Vitetin, südwestlicher Theil des Ortes. (Kt, 0D. 50/0 09/61) 0Bggig roue] 194 | 
| le m Rückenpunkt südlich davon. (Kri. 65. 50. 7) . . 3996. . . 1264 | 
| | 


42. " nördliche Häuser am Wege. (Kri. 65. 6. MOD 4186 . . 1394 
43. Luhov, östliche Häuser. Basis. (Kri. 65. 50. 18) ^. . . 3816 . . 1907 
44. Bohdankov, südóstl. untere Häuser am Wege. (kr 65.06.10.) 3926 . . . 1242 
45. Billai (Béla), südwestliches, höchstes Haus. (Kril 65. 6. 14.) 8912 . . . 1297 
46. Liebenau, Blaschke’s Fabrik, Hauptgebäude im Thale. Südwest- 


seite. Basis. (Kri. 65. 6. 21). . 10189858... ИЯ, 
47, А Eisenbahn-Stationspl., Schienen. (Kri. 6516: T). M^. Әйе ROCA TIL 
48. » Häuser am nordwestl. Ende d. Stadt. (Kor. 65. Bar.) 421:0. . . 1382 
49. 5 Kirchthurmknopf. (Kri. 65. 10. 2.) . ES LERNEN OO 
50, e Station, nördlich davon eine freie Felsspitze, ‘ostlich 
vom Wächterhause. (Ил BOE SN тун ШОО ОНТО AL ON 
| 51. Radonowitz, höchster Punkt des Rücken, südlich von diesem 
| Orten WKri 65/15, холун, 4014. = . 1400 
| 52. Ridwalditz, Bergkuppe nördlich von diesem Orte, hordwestlich 
von Pelkowitz. . (Kor: 00.78. . 900) 211 @159. , 1948 
53. Záskal, südliche Häuser an der Strasse nach Liebenau. (Kri. 
бо: (6009) C LI 81 S XR Over быз oS 
| 54. » westlich davon der scharfe Tee ‘beim р grossen ‚Stein. 
| (Kl: 65. 6: 41) 21 D Ao event AN 
55, » Kuppe, östlich von diesem Orte. een 65. 6. 20.) hee uM а LS 
56. Radel, Basis der Kirche beim Thurm. (Kri. 5.13.) . . . 544d . . .1722 
of, 5, ‚Berg, Ruckemi (Кї 66. Miva jodie «quio «b Мао gar jai sg 
Pä) Kirchtharmknopt... (Kri 65. 6. BL. rA AE 24,00 DAB... 1785 
59. Reichenau, Basis der Kirche. (Kri. 65. 11. ane ER IW ER DDR. €. 1498 
60. " Spitze des Kirchthurmes. GC Wi ale ee ei... . Logd 
| 61. m Eisenbahnstationsplatz. (E. N. d. 8. m Nes оов и оо LD 
| 62. Dallese shitz, Basis der südlichen Häuser. dat 65 Os ао A 
| 63. Dalleschitz berg, südöstlich von Kuckau.. (Kri. 65. ^ "TER HOME Ancona . 2124 
64. » Kuppe 500 Klafter nordöstlich v. Dalleschitz. 
(Oest, Triang,).. 1, DEO. ... 2100 
65. Klitschney, oberstes östl. Haus an der Strasse, (Kri. 65. 11. 10.) BOOS. „ ded 
66. » Punkt des Sattels östlich von diesem Orte, Weg 
l zwischen zwer Hauser. ORIS H5. O BOO ea (0704... .. . 1805 
07. Mukařov, Basis des obersten Hauses. um OD 12, 01). . MES. . m 
68. Skuhrov, oberste Häuser. RN. OD ile к, 406:8... Тее 
59. » Mitte der Häuser am Ostabhang. (Kri. 65. 11. EN О о оО 
70, Tschischkowitz, östliche Häusergruppe, Basis der Südseite. (Kri. 
ЮО О v4 ‚© э v DEDE < RU | 
7. Schumburg, Basis der Kirche. (Kri. `6, 60. 32 ) E О о OR | 


| 
| 


200 


72. Schumburg, Kirche, Thurmspitze. (Oest. Triang.) 1 
73. Marschowitz, SEN am Westhange neben der Strasse. (Kri. 
65. 14.) nor 
TA i аа oberhalb dieses Or tes, (Kui 65 » 12, ВШ)? 
15. e ausgez. Berg nördl. davon Kuppe. (Oest. Triang.) 
76. Kukau, Punkt in der Schlucht östlich von diesem Orte, nórd- 
liches Haus. (Kri. 65. 11. 6.) дї. nur wont 
IT. РА Basis der Häuser an der Strasse. (Kri. 65.. 5. We 

Te m Basis des Kirchleins. (Kri. 65. 5. 15.) 
79. Gutbrum, östlich von diesem Orte, am Rücken des Plate aus 
am Feldrain, 40 Schritte westlich von dem Felsen mit 
dem Kreuze. <u. aO ш ш. 1168. 1219.005) 
80. Schwarzbrum, unterste. Häuser des Ortes. «(Kri. 654127 187) 
81. Seidenschwanz; Ort, südlich von Gablouz, am Rücken des Sat- 
tels; . (Kris 655 12» 3891) — 

82. Gablonz, Mühle unterhalb dieses Ortes im Neissethale, (Кїї, 
65. 12. 37.) bam АН. өтөш 
88. Я Basis der Kirche. (Kri, 65. 12. 2.) dl + Haag 
84. P" Knopf des Thurmes der alten Kirche. (Kri. 68. 5112) 
85, Knopf der neuen Kirche mit Spitzdach, (Кїї. 65. 5. 10.) 
86, Gablonz- -Berg, Anhöhe 240 Klafter nördlich von Gablonz. 


92. 


97. 


Seehöhe in Metern. 
6948I . 


(Oest, Triang.) v Deo ten) и, 
Neissebach, westlich von Gablonz, bei der ‘Spinnfabrik. (Kri. 
06. Brith) + 


. Proschwitz, Basis der Häuser im Zussmmenetopy KC Kis Thal- 


Sinnen, (Kri;66.115.108.) malo anut йә} 
Basis der nordöstlichen Häuser am Platean, Weg 
nach Gablonz. (Kri. 65. 1b. 67.) . 
^ kegelförmige Kuppe. (Kri. 65. 6. 23.) 


LU 


. Proschwitzer Kamm.  Hóchster Punkt. (Kri. 66. 12. 19.) 


Reinowitz, obere Häusergruppe des Ortes, (Kri. 65. 12. 11.) 


3. Luxdorf, oberstes Haus, (Kri. 65. 12. 9.). 


Grünwald, Basis der Südseite d. Spinnfabrik. (Kri. 65. 12, 12.) 
Kuppe nordöstlich dieses Ortes. (Kri. 65. 12. 32.) 


3 


j, Hennersdorf. Mahlmühle in diesem Orte. (Kri. 65. 12. 8.) 


Wiesenthal, | Punkt des Rückens östlich von diesem Orte. 
(Kris 06, 49.186). -onk 
Häuser, nordwestl. am Plateau. (Kri, 65, 12, 30.) 


» 


28. Dux und Teplitz. 


Geogr. Breite: 50° 40' bis 50° 35° 
Geogr. Länge: 31° 20° bis 31° 30° 


DOS Oi 
6976 . 
(45:0 . 


5210. 
6282. 
5380 . 


6340 1 


6971 


6151d:. 


ART: Bra 
496:8 . 
53518 u 


546°3 


53919 . 


480'2 . 


4004 . 


456.8 . 
610°9 . 
B90! 2119 
509'2.. 
5412. 
493'4.. 
619:8. 4 


499'7 


458'9 . 
5893 


Von der gesammten Bodenfläche dieses Viereckes liegen 
in der Seehöhe von 100—200 Meter 3°6 Procent, 


“ООЛО "^ P TS 
1 SS ii o Menn 
400—500  , 2:2 » 
Boo gent 7А re 
BUOY DP 7 vd 
100—800 ` , 0'8 » 
über 800 » 1'8 » 


W.-F. 


12197 


1704 


‚2207 


1648 


Sak Ac? 
re, 


2006 


1/2208 


. 1946 


“11491 


1570 


. 1695 


1728 


1708 


. 1008 
011267 


. 1443 


1948 


» 1869 


1613 


‚ 1708 
. 1561 


1959 


. 1581 


1452 


. 1864 


I. 201 


Seehöhe in Metern. W.-F. 
| 1. Klostergrab, untere Häuser, (Kor. 64. 41. 23.) . WISE. 6) 0115109 


2. d Pfarrkirche Set. Barbara, Basis. (Lohr!) -. i Возот ү 1397 
3. ^ Pfarrkirche Sct. Barbara, Thurmknopf. (Call. Beitr.) Sowa < 1009 
4. i östlich davon Wirthshaus an der Grundmühle an 
der Mündung des Niklasberger Thales. (Kor. 65. 
BU), n 0. ve «(0 8% bo Лоу мота асе... UD | 
5, " Glasfabrik an der Strasse zwischen Klostergrab i| 
und Kosten, Basis, Strasse; (Call. Beitr) ' „0, 11.01836°8 „10011111064 | 
6. Kirnsdorf, mittlere).Ortslibhé.- (Kor.064. 411/91) ЛАД O8b lütten ul Ob a 
Tg A felsige Waldkuppe nordwestlich von. diesem ‚Orte, | 
(Kor. 65. 24 U2.) rt, EN ДОЙ) au sch tad gobod San, Вазора gols 
8, o kahler Abhang unter dem Dreiherren-Stein, nord- 
westlich von diesem Orte. (Kor. 65. 2. 15.) una PESO"... un, 2404 
9. Königshügel, Gloriette westlich von Klostergrab, Basis. (Call. 
BEIDE), iu ZEN S. v. 1806 
| 10. Strobnitz-Berg, 1900 Klaftor d W. v. v. Kloster grab. (Ocst. тиш) 54056“, 109/2020 9598 
| ll. Deutzendorf, mittlere Höhe. (Kor. 65. D 9201 «pio; #64. u. 1009 
| 12. Wernsdorf, unterste Häuser. (Kot 64 24.) «(WOR qim) MB, .. 866 


13. Katzendorf, mittlere Hóhe des Ortes. 1 64. 131) 2000047117 IEB HO ауф 
14. Hegeholz, mittlere Höhe des Ortes. (Kor. 64. 41. 19[) . . 92738. non 866 


15, Haan, südliche Häuser Basis. (Кїї. 64. 26. 88.) (OF, SA bu, 102897 . . | 768 
16, Ober-Haan, Dorf, Jügerhaus, Basis. (Call. Beitr! jos . . . 1/8808 .-. . 1406 
| (Kor, 65. 22.) n. SR OO, OWN OBS 
| 17. Ossegg, Cisterzienserstift natürl. Boden des Stiftsgebäudes. | 
| (Kol 0D 2, Lk o „д. iad). <4 27812019 già | 
| 18, ў Cisterzienserstift, Uhrthurm, Knopf, Т пй, Punkt. 
| (дее Triang.). . .. ( 4149/8479 . . . 1098 
| 19. s Knopf des östlichen Stadtthurmes, (Kri. 64. 26. 660)90887'%1 .«. . 1226 
| 20. Neundorf, westliche Häuser, Basis. (Kri. 64. 26. 34) . . . 21832. . . 675 


21. Herrlich, östliche Häuser, Basis. (Kri. 64. 26. 33.) . . be ore as INA 744 
22. Liptitz, beim Meierhof, südliches Ende. (Kri 64. 26. 31) AROG а o» e 004 
23. Dux, Steinsäule südlich vom Barbarateich,an der Strasse nach 


Schellenken, Basis, (Call. Beitr.) 221°2), 700 
24, „  Riesenbad, Basis beim Thurm. (Call. Beitr.) 2266. 717 
25. Stadt-Kirche, südlicher Kirchenthurm, Spitze. (Oest. Triang 265'l. 807 
26, ,  Wegsüule an der Ausüstung der Duxer und Biliner Strasse, 
Basis, Chaussée vor dem Mauthause. (Call. Beitr.) . . 9324, . . 736 
| 27. Sterbina, Basis der nördlichen Häuser. (Кїї. 64. 26. 53.) . . 2484. . . 786 
| 28. Wschechlab, Ortshöhe, Ostende beim Meierhof. (Km 64) 26952) 4)Q90'5". . . 698 
| 29, Sobrusan, natürl. Boden beim Mühlteichdamm. (Kri. 64. 96040011088, .«. 611 
| 30. " Dorf, Pfarrkirche Sct. Simon und Judas Thurm, 
Spitze. (Call. Beitr.) .. . jus ЩИ, .«. 740 


31. Schellenken, Südostende, Boden. (Kri. 64. 26. AT.) os eC Oe S с 620 


| 32. Ladowitz, Meierhof, Südseite der Scheune. (Kri. 64. 26. ROUTE. ... 647 

33. Hostomitz, nördliche Häuser, Basis. (Kri: 64. 26. 58) . . . 1985. . . 698 

34, à Strasse nordöstlich am, Rücken..(Kri..64. 26. .77.) 28170. . . 733 

35. Kremusch, Boden beim Schlosse. (Kri. 64. 26. 63.) . . YOUU at QU BD 
36. i östliches Plateau, höchster Punkt am Thurme, (Kok. 

046€90/ 10) C 7: Ke нк OMEN (OE ТОВА 

37. Kniebischken, Südende der Häuser, (Krii 64, 26. 56.) Ong EUROMA, Sw. TSE 

| 38. Kradrob, Meierhof, südliche Basis. (Kri. 64. 26. 55.) . 200)". < "857 
| 39. , Punkt der Strasse am Sattel oberhalb Kradrob. (Kri. 


бойу Kate, Qr 2699 11..1.. s ИУ С 077 


202 


Seehöhe in Metern, 
. Straka, Nordostende des Ortes. (Kri. 64. 26. 54.) 2532", 


. Wachholder-Berg, Anhöhe 420 Klafter nordwestlich von Kradrob, 


südlich von Teplitz. (Oest. Triang.) 
Wilhemshóhe, am südwestlichenAbhange des Wachölderberges 
am Ende des Galgenbusches, bei der Ruine eines 
Thurmes. (Kof. 64. 42. 0.) 
. Loosch, Ortsmitte. (Kri. 64. 26. 44.) 


. Hundorf, mittlere Höhe. (Kri. 64. 26. 50.) 

. Herrenhübel, Anhöhe 480 Klafter südöstl. von Ullersdorf, (Oost; 
Triang.) 

. Janegg, natiirl, Boden bei der Kirche (Kot. 64. CA 


(ebenso Kri. on 26. 49.) 
ge Kirche, Thurmspitze. (Oest. Triang.) 


. Ullersdorf, Dachkante der "REM mitten im Orte. (Kor. 64, 


42. 13.) 


. Kosten, Basis der Kirche. (Kor. 65. 26.) 


» Fürstl, Lobkowitz'sches en nördlich : von 
Kosten. (Call. Beitr.) 


. Tischau, mittlere Ortshöhe. (Kor. 64. 42. 9.) . ROL, 91 
. Zuckmantel, untere Dachkante der ad mitten: im Ort. 


(Kof. 64. 42, 10,) (25 + А 
"i Kapelle, Thurmknopf. (Call. Beitr.) А 


54. Unweit dem Zechhäusel, an der Strassenkreuzung der Teplitz- 


Eichwalder Strasse. (Kor. 64. Bar.) . 


. Weisskirchlitz, obere Häuser im Orte. (Коў. 64. 50. 8.) . 


i Glashütte S. W. von Weisskirchlitz , Basis. 
(Call. Beitr.) 
" beim Kuhbusch abb der Strasse’ von | Teplitz nach 


Eichwald (Kor. 64. Bar.) 


. Anger-Teich, bei Teplitz Eisenbahn am Anget-Teiche, Wasser- 


scheide. (Eisenb, Nivellt.) . 


. Teplitz, Bahnhofsstrasse, unterstes Haus an der Brücke, Basis, 


(Call, Beitr.) . pd. 
de Protestantische Kirche, Basis , "Kante der Terrasse 
(Gall; (Вей Т. 32.0). iA доош, 
" Dreifaltigkeitssäule am Schlossplatze, oberste Stufe, 
südl. Kante. (gegen das Schloss.) (Call. Beitr.) 
e Schloss, Fensterstócke des ersten Stockes, nordöstliche 
Ecke. (Kor. 64. 49. 5.) do i19d,5Dg9120. „a 
m Dechanteikirche Set, Johann Baptist, Thurmknopf. 
(Call. Beitr.) Sg E ado ter 
й Rathhausthurm am Marktplatze, Thurmknopf. (Oest, 
riang.) XI „эһ 
e Neue Schule, Perron, oberste Stufe. (Call. Beitr.) . 
» Bahnhof, Hauptportal gegen Teplitz oberste Stufe, (Kor. 
64. 50. 3.) „9, ФЪН) панова арра 
(Call, Beitr.) 


m Mont de Ligne Pavillon, oberste Terrasse, Kante. (Call. 
Beitr.) 

» Königshöhe, F riedrich Wilhelms Monument, "untere Stufe. 
(Call. Beitr.) . i d аре, 

is Bella vista, Perrron, Kante der obersten ‚Stufe. (Call. 


Beitr.) . 


5801 


348'1 . 
216'6 . 
247'9 . 


BTI 
247:0 . 
2460 . 
26017, 


2526. 
280°5 . 


348:9 ', 
291'0 . 


FOP, 
915:9^/ 


2864 . 
2490 . 


2758. 


246'5 


2379. 


21g! pu; 


228-85 


224:8 . 


280'8 . 


2626 


256'6 . 


282'4 .. 


226'8 . 
2258. 


2305 . 
2497 . 


2568. 


W.-F. 


801 


. 1202 


‘ol LOA 


685 
785 


860 
783 
783 
907 


7,99 
887 


1088 
920 


973 


‚ 1000 


906 
788 


872 
780 
752 
685 


721 


) 
| 


I 


70. Teplitz, 


I. 205 


Seehöhe in Metern. W.-F. 


die Schlackenburg, Basis, N. W. Ecke. (Call. Beitr.) 126181. . . 828 


71. is die Bergschinke, natürl, Boden. (Kor. 64. 41. 35.) . 3287. . . 1040 
72, Vou Teplitz nordwestlich beim Weingärtel, wem E 
Bay BUES OE TOR kA MOD à ^ oa BR 
29. Schönau und Türmitz. 
Geogr. 40! bis 509 85' 
Geogr. 90' Dis. S19 407 
Von der gesammten Bodenfläche dieses Viereckes liegen 
in der Seehöhe von 100—200 Meter 31'4 Procent, 
JOB лой) Bn `, 
über 300  , 145 $ 
Seehöhe in Metern. W.-F. 
1. Soborten, M. NO. von Soborten, an der Strasse nach 
Graupen! "Basis, (ОЕ Ве т „л Мө. 1 UU 
9, Turn, Durchfahrt, Eisenbahnschinen, (Hisenb. Nivellt.) . Sua Lo мыт ЧА 
3. Schónau, faa Te Basis. (Коў. 64. 49. 00.) . . EOD ls. erg ОЮ 
4. " Terasse im 1. Stock, Gelünderholm. ' (Call. 
"dai Zl dg е o 92D 
5, Meierhof am nördlichen Fusse des Schlossberges. (Kok. 64. 
i (NC RS о MER T Ve cora GOD 
6. Set. Adalbertssäule am N. Fusse des Teplitzer Schlossberges, 
Stufe, Basis. (Call. Beitr.) . NEE a» бут 
7. Schlossberg, Kuppe 440 Klafter südwestlich von Diakowa, "östlich 
von “ке höchster Punkt des Felsens. Senn 
{ BuO Ors n. pep 
8. W östlich von Teplitz, N. 0. "Ecke des "Walles, Terrain 
(Call. Beitr.) ^: . о ИРДИИР d 
9, " Basis der Ruine auf demselben, Südwestseite bei 
Teplitz. (Kri. 64. 26. 81.). . BOO. «wy ma Рр 
10. ^ oberstes Plateau, beim Thurme. (Kor. 64. 4. oi 8896," . . 1293 
Edi h obere Kante des östlichen Thurmes der Ruine. 
(Co gé 7, 71) ^... ALL. ans niu 
12. Zwettnitz, mu zwischen diesem Orte und Pittling. (Kot. 64. 
i UN d CARI EEUU A T xr Жн 
18; ү et Haus. (Koi. 64. 39. 94.) ius rhon coc pn el es В 
14, Dollanken, Basis der unteren Häuser. (Kor. 64, 39, 16) Lar Aes . OS 
15. Ratsch, Basis der Kirche. (Kor. od UM nv i OMIM. e o UR 
16. Webeschan, Ziegelofen oben im Orte. (Kor. 64. 39. 19.) . ug ЖОШ, о WEM. 
17. Webeschan-Berg, Anhöhe 560 Klafter nordöstlich von Webe- 
schan. (Oest. Triang.) . MEN ДОО aia 
18. Welboth, Dorf, Niveau der Biela. (Call. Beitr.) . а AEDEM. a NEN 
19. Welbine, Mittlere Häuser. (Kor. 64. 89. 21) . .,... . 2815. 732 
20.) Liesnitz, Häuser im Thale. (Kof. 64. 39. 18) . , . . . 1714... up OC 
21. Malhostitz, Meierhof, Schüttboden, Basis, (Kor, 64. 38. 10. 1746. . . 554 


22. 
23. 


Hertine, Fensterstócke der Kirche. (Kor. 64. 88. 9.) . . . 1667. . , 528 
Sensemitz, mittere Höhe, (Kor 04. 88. 7.) ^|. . . . ...1906 ' . . 608 


Seehöhe in Metern, 
24. Hliney, Basis des Schlosses. (Kor. 64. 39. 30. ООУ. 
y 


25. Nechwalitz, үү Kohlenschacht , nördlich davon. (Kor. 64. 


10.) . 


. Schichlitz, e Höhe des Ortes. (Kor. ou JU. 29.) 


27. Suchey, nördlich von Schichlitz. (Kor. 64. 39. 28.) 


. Neuhof, Basis des Meierhofes. (Kor. 64. 41. 9.) ML 
. Wisterschan, Basis des Hauses am Bache. (ot, 64. 41. 8.) 
. Quickau, Dorf, Haus N. 17, an der Strasse am 8. О, Ende 


des Ortes. (Oall Beitr.) 


. Habrzi, mittlere Höhe des Ortes. (Kor. 64. 38. 11.) 
2. Weschen, Dorf, Meierhof, Dachsaum. (Call. Beitr.) . quet 
3. Weschen-Berg, Anhöhe 260 Klafter südöstlich von Weschen. 


(Oest. Triang.) bad og 
ch Kapelle, Basis. (Call. Beitr.) Aro йо 
(Кої, géi 86104.) . . 4 


. Jedowin-Berg, Kuppe, 480 Klafter nordwestlich von He 


ШОО,  (Vost, LOUD “u 
т Sattel zwischen diesem und dem Weschen- “Berge. 
(Kok. 64. 7. 8.) 


. Lochtschitz, mittlere Höhe des Ortes, bei der Kirche. - (Kok, 


64. 7. 9) 


. Drakowa, Dorf, mittlere Ortshóhe. (C all. Beitr.) 
. Serbitz, Dorf, Kapellenthurm, Dachsaum. — (Call. Beitr.) 
. Modlan, Windmühle, Basis. (Call. Beitr.) . 


4 Mittlere Höhe nahe an der Kirche. (Kor. 64. 44. 8) 


2. Raudnig, Häuser nahe an der Kirche. (Kor, 64. 49. eo 
‚ Hottöwitz, Schifetet,” Basis: (Kor. B4. 8.4) aa ws 
. Schonfeld, Dorf, Filialkirche Set. Martin, Thurmkreuz, ы? 


balken,', (Call. Beitr.) . . 
М Stationsgebäude, Bahnschienen. (Eisenb. Nivellt.) 
grosse Häuser neben d. Kirche, Basis. (Kor. 64. 8. 3.) 


» 
. Senseln, Dorf, Meierhof, Fenstersohle im 1. Stocke. (Call. Beitr.) 
. Herbitz, Fórdermaschine der Saxonia. Basis. (Call. Beitr.) 
. Bihana-Berg, Anhöhe 840 Klafter südwestlich von -Prödlitz. 


(Oest. Triang.) . 


. Prödlitz, Pródlitzbach, Brücke, Bächsohle. (Eisenb. Nivelit.) 


e Schloss, Fönstersohle im ersten Stocke. (Call. Beitr.) 
Meierhof, Basis. "KON, 64, T ov 


” 


. Türmitz, neues Schlossgebäude, Basis. (Kor. 64. 7. 14) . 


ge Elisabethschacht, Basis. (Kor. 64. 7. 13.) g^ 

» Stationsgebäude, Basis am Perron. (Call. Beitr.) . 

» Fórdermaschine der Franz-Josefs-Zeche, Hochschlott, 
Sockel. (Call. Beitr.) . d Aula 

" Fördermaschine der. Franz- УЕ Zeche, Hochschlakt, 
oberste Kante. (Call. Beitr.) 


. Rabney-Berg, Waldkuppe, siidwestl. v. Türmitz. (Kor. 64. 7. и) 
. Staditz, Pfemysl-Monument, Basis. (Kor, 64. 39. 85.) 

. Frauschile, mittlere Hohe. (Kor. 64. 38. Kä 

. Prosanken, Basis der Kirche. (Kor, 64. 124 4 

2. Tschoc hauer Kreuz, am Wege von Basis nach, Sc ета, 


(Kor. 64..39., 37.). 


. Schallan, obere Häuser im Orte. (Kor. 64. 39. 23.) 


2.10.01, 
2365 . 
2606 . 
2001 5 
LOTA 


8204. 
334'8 . 
335'6 . 
343'6 . 


26750 , 


232'4 


2469 . 
208:6 . 
212: . 
Li Od ^ 
486,7 . 
79:01, 


1864 . 
1688. 
ap CH". 
192:2 . 
AA O 


210'4 . 
140'7 . 
1493. 
L65'3 . 
143°9 . 


15337 


1505/5 . 


1565 


180 RAM 
DOU S 


161° 
281: 


=з 


LOLO . 


AEN Sg 
236:0 . 


DD 


W.-F. 


522 


857 


‚ 1014 
1059 
1061 


$ ORT, 
845 


„1 785 
781 
661 
671 
569 
591 
568 


590 
594 
500 
608 
610 


665 
445 
412 
491 
455 
486 
492 


495 


569 
1205 
511 
731 
».1 6141 


. 1007 
746 


I. 205° || 
64. Schiema untere Kirchdachkante. (Kor. 64. 39. 31) . . . 8512. w 1111 
65. Radzein, Basis des grössten Hauses mitten im. Orte. (Kor. 
64.089. OO -+ v. юй, MAIN TR 
66. Habrowan, mittlere Höhe des Ortes. (Koi. CA. Bde ... 169 
67. Suchey, nördlich v. Habrowan, unterstes Haus, (Kor. 64, 89, 36.) 338:3 . 1070 


30. Aussig und Proboscht. 


Geogr. Breite 50° 40^ bis 500 35" 
Geogr. Länge 31° 40, bis 31° 50° 


Von der gesammten Bodenfläche dieses Viereckes liegen 


in der Seehöhe von 100—200 Meter 22:2 Prozent, 
200—300 ii 16:6 


” | 
800-400 а 5], | 
400—500 .,. 171 -, | 
500—600 4; 11*6 $ | 
600-2400. ogun W Andr hoy | 
über 700, 03, 
| | 
| Seehöhe in Metern. W,-F. q 
| 1. Aussig, eh Niveau o. der Staats-Eisenbahn-Brücke. li 
(ДЕК ША ae TR а | 
| 2 y edi der k. fi Bdidirékzton UT Marie ient || 
| Nullpunkt. (к. k. Land. Baudik.) . . . No Pee Оона EN || 
| оо Hochwasser der Elbe daselbst im Jahre 1845 Wel n 
| Land -Bandit rn urn ST E wet ш LOU EH 
4. $ Fabrik chemischer Produkte, W. von Aussig, Dasis : 
des mittlern Pfeilers am Hauptthor. ROO BEIDE.) fey MAU. ОО 
5. ^ Erste Stationskapelle w. von Aussig, 17 Klftr südl. 


denn LECH. BUSES CURE DO EQ TS E nt жее MM 
6. A Maschinenwerktstätte, Schlott, Basis. (Call. Beitr.) . 1410, . . 446 | 
Ti j Eisenbahn-Stationsplätz. (E. N. d. St. E. G.) 4... АТВ . 1. 444 | 
8 


| i T Dechantei-Kirche zu Mariahimmelfahrt, Basis, Stadt- | 
| pflaster am unt. Vorsprunge. (Call. Ber) E еле ROMINA og NO M | 
| 9. V Bahnhof Betriebsgobüude, Basis. (Call. Beitr.) SU AEN TD 1 icio vu 0 
| 10. N Zweite Stationskapelle, 62 Klftr. südl. der A. T. Eisen- 
| bahn, Basis. (Call. Beitr.) . . рр анса | 
LT. b am Platze, steinerner Brunnen Sockelsteiie, (Kor, 64. | 
| Ot VAY) UNS AER, 5 UP ы a E МУР ЫЛДЫ, б 
| 12, N Bahnhof, Schienen. ‘Ror: o 1 UT T By Кыч Id eur ОО 
| 18: ^ Pródlitzbach-Brücke, Bahnschienen. (Eisenbalin. Nivellt. ) [48:1 169 
44. М Steinsäule an der Chanssé se nach Arbesau, Ausästung 
des Weges nach Kohlbruch, Basis. (Call. Beitr.) ое, e IDE 
15, d Maschinenwerkstütte, Schlott, oberste Kante. СЕПКЕ D, oto Rn 
STU AUS Seer ОИНА Ee, ANE AS SCH Loc CP BURN, o 
16. $ kk Bezirks-Amt-Gebäude, Achse der Uhrzeiger am 
Zifferblatte. (Call. Beitr.) ^ ." : 166°9 , O26 
17. y Vogelschiessstange, südl. des bürgerlichen Schiesshauses, 
ШИШ COUN MMOL aM Sv CE eigen an 


206 


18. 
19. 
20. 
21, 
22. 
28. 
24. 
25. 
26. 
Sé 
28. 


29. 
30. 


Seehóhe in Metern. 


Aussig, Jechautri Kirche zu Mariahimmelfahrt, Thurmknopf 
Mitte, (Call. Beitr.) ‘ 

Kristussäule am Wege von Adeele nach Doppitz, 
Basis. (Call. Beitr.) h 

südlich davon Ferdinandhöhe Basis des Gasthauses. 
(Mok. 064. 5.12) .. . 

Marienberg, nordöstl. v. Aussig, höchster "Punkt hinter d. Kirche 

(Babe 95. 5 2.). 


" Kapelle, Basis, südl. T hürschwelle. (Call. Beitr) 

b Mariensüule, Basis (Call. Beitr.) 

۶ Kapelle nördlich bei — 'Thurmspitze. ` (Oest. 
Triang.) 


Kleische, Ziegelfabrik nordöstlich davon. (Kor. 64. 5. 18.) . 
» Meierhof Basis. SE: 644 dil Te 
Priesnitz, Schloss. (Kor. 4.) AB uo. v e a 
Neuschenke, östlich von Kee TE KR ed 
Bau. Direk.) . " 
Aujesl, untere Häuser. (Kor. 64. 7. 15) о , m 
Wannow, SteinsáuJe nördlich von Wannow, Basis. (Call. Beitr.) 


31 Ellbogen, Oberste Häuser am Wege nach Padloschin. (Kor. 


32. 


33. 
34. 
35. 


36. 
37. 


38. 
39. 
40. 
41. 
42. 


43. 


44. 
45. 


46. 
4T. 


48. 
49. 
50° 


51. 
52. 
58. 
54 


64. 9. 5.) 


Glaber-Berg, Anhóhe 640 Klafter nordöstlich von Stöben. 


(Oest. Triang.) SEED. 
Stóben, Sattel zwischen diesem und ‘Suchey. (Kor. 64, 9. 6,) 
N Axe des Zifferblattes der Thurmuhr. (Kor, 64. 9. 4.) 
Suehey, Waldkuppe östlich davon, beim schwarzen Busche. 
(Коў, 64, 9. 7.) " ри 
Morawan, mittlere Hóhe des Ortes. (Kor. ‘64. Ke ay) n 
» Waldkuppe nordwestlich davon, südlich von Stóben. 
О E A 
Qualen, mittl. Höhe des Ortes. (Kof. 64. 2. 18.) . . 
Zalesl, Eisenbahn-Stationsplatz. (E. N. d. St. E. G.) 
Dubitz, mittlere Hóhe des Mts (Kor. iade. 3, Bei 


Zirkowitz, Elbespiegel. (Kri. 20,675) 1j 

» kleine Kuppe all Deblik südlich davon. (Kor, 
O ON KEE oe 

Sebusein, Kuppe östlich davon, westlich vom Kuba- Berg. (Kot 


OE Ow. LON 2 
Kolleben, bei Sebusein, mittl. Höhe des Ortes. (Kor. 65 4. 4) 


Kuba-Berg, Kuppe 740 Klaftor südwestlich von Tschersink. 


(Oest. Triang.) e 
Winterberg, Waldkuppe, westlich. davon. (Kor. 64. 3. 16.) 


Langenberg, südsüdwestlich von der Schäferei, bewaldet. (Kri. 


н LA 


Stankowitz, mittlere, Örtshöhe. ` (Kri. "8b. 2. 10.) 
" oberste Häuser, nordwestlich. (Kri. 64. 6. 9.) 
P Kuppe westlich von diesem Orte, am "HERE 


DS Om», Ke, i 

Babina, nórdlich von Wolbine, oberite Häuser, (Lohrm.) * 
Ritschen, östliche Häusergruppe. (Kri, 64. 2. 34.) 

ы westliehe Häuser, (Kri. 64. 2, 11.) 3 Р 

Ritschenberg, Einsattlung östlich von demselben, südlich von 

Rzettatn. (Kt, 64. 2; 41.) . os o n 


182:8 . 
2009: 
UDO 
2667 . 


261'1.. 
2621; 


426'0 . 


DOO . 
410'8 . 
414 5.. 


449'8 . 
3141. 


450:1 


S02 Ur. 
1464. 
828.5... 
127:8,. 


273'8.. 


508'1.. 
уб Pole AR 


638'3 . 
628 7.. 


5730. 
389:65. 
394'5;. 


642:0 . 
5614. 


W.-F. 


577 


639 


651 


844 
826 
829 


865 
581 
593 
450 


406 
648 
450 


‚ 1846 


‚ 1611 
, 1800 


1312 


. 1429 


994 


. 1424 


1114 
463 


. 1024 


404 


807 


. 1608 


543 


. 2019 
ën: hg. 


. 1813 
. 1282 


1242 


. 2031 
„Жар 


1255 


1277 


. 1441 


I. 207 
| Seehóhe in Metern. W.-F. 
| 55, Tehersink, Sattel westlich davon, am Wege nach der Sieber- ' | 
Mühle, (Kor. 64. 3. L7) . . ott, 909 . « .. 199 | 
56. " Waldkuppe westlich vom Wege von Tc her sink nach 
Nemtschen. (Kor. Od» dA TOI e ds e ug. EH, с 
57. Birnay, Häuser mitten im Ort. (Kof. 64. 4.5.) . ESSE. ООВ 
58. „  Gabelung der Schlucht oberhalb Prutschel bei Birnay. 
(Kor. 64. 4. 9.) . ‚‹ EM ° 
59. Nemtschen, Dorf, Basis der ersten Häuser. (Call. Beitr.) (OOS Бер 4454401884 
60, К südöstlich vom Schreckenstein bei Aussig, obere 


ШЕШ. (ОГО OL Оа ей жопе peel ОВЕ: wi. «Lode 
61. Malsehem Neues wirthaus, (Kot, 64 11.4) sao 5. v DIO. c 10048 
62, ^ Windmühle, „Basis, «(Kot 0H. «dapi hb )d oif robot , a9) miggose 19b „по, 1706 


63. PohorZ. mittlere Höhe des Ortes. (Kof. 64. 11, 6) . .. . 5142. . .1627 | 
64. Sedl, unterm Wostrej, oberstes Haus. (Kor. 64. 11, 10[). . 4855. . . 1536 | 
GO... Dorfy Gasthaus, DACHAU a (RII Werte jet na. Minnie, 4O10, .' . 100b | 
66. Wostrey, waldigen MUGEN. CROP, GO; Dual. ans oa a OROT o Re 


67. Wostrey.Berg, Anhöhe 440 Klafter südöstlich yon Neudörfl. 
СОР Е I "E 
68. Schreckenstein, Haus am Fusse des Schreckensteins, Basis. 
(S. ЮАШ ОШ o SIS ecw vw 408 T E 


69. i SONT Bass (Walls. Dom) . . . . . 2000. . „enden 
70. d Basis des Hauptthurmes der Ruine. (Kor. 64. | 
| 5С.01).05 BADER 177] | 
| 71. » Schloss, Gallerie, Fussboden, (Call, Beitr.) VIREG aimo BO) | 
| 72. » Schloss, Thurmknopf. (Call. Beitr.) quu MBH 
| 73. Krammel, Dorf. Elbestrand, oberbalb. (Call. Beitr.) T. . . 18178. . . 418 
| 74. РА Anhöhe östlich von Krammel. (Call. Beitr.) . . 190067, up 1601 
| 75. Wolfschlinge-Berg, nördlich von Ober-Sedlitz, östliche Kuppe. 
| (Call. Beitr) ..£4 vin Goll) „0 mi пони ОТВ 8011101806 
| 76. Ober-Sedlitz, untere Häuser, (Kor. 64. 5. 8.) . „1100920979911 опр 1940 
| at, » Dorf, Kapelle, Thurmknopf. (Call. Beitr) (0129170 BONT . . 689 
| 78. Neudörfel, obere Häuser. (Коў. 64. 5. 7.) 4088 510109 1277 
| 79, И" kahle Waldkuppe östlich davon, westlich von Kojetie, 
(Коў. 84116005.)noi de anal somno ләй! pg HAS 
80. Schwaden, Kirche Basis. (Kor. 64. 6. 7.) endis (990. . 181 
81. h Dorf, Kirche Set. Jakob, Achse des ` Ziflerblattes. 
(Gall.. Beitri)" 1..1 prodo „AMBIT, a2 
82, Waldschnitz, Dorf, mittlere Ortshöhe. (Gall. Beitr.) 9 шә ЛОВИ . » 700 
83. Gross-Priesen, Fensterstöcke des ersten Stockes im alten 
Schldssen(Wok, £64212OdIL81)do qon Shield, Хш АДӨ 
84. Presey, untere Häuser gt der. Strasse von Gross-Priesen, 
(Kor. 64. 8) (Eb. Шу dolq918688l30bpodi т 50 
85. Kojetitz, mittlere Höhe A ties, (Kor. 64. nm BO iho пега . „. . 1000 
86. Binowe, Mittelmundloch des Kreuzerhöhungsstollens daselbst 
(КО 64, , 140, vk Dial 12 Leila W 7.977 
87. Brand, zwei Hauser, oberhalb Binowe. (Kot. 64. 139123) 9q4q0826'2 . ... . 1082 
88, Sulloditz, Häuser mitten im Ort. (Kor. 64. 18. 17.) 2° . . 38961. . . 1258 
89. Sales], bei Proboscht, obere Häuser. (Kor. 64. 13.22) .l 3660. . . 1158 


90. Marschney-Berg, Felsen, nordöstlich von Salesl im Gross- 
| priessnero Grunt. (Kote 64018.) ivit nig! 48939. „эро [681 
| 91. Proboscht, untere Häuser. (Brück.) ЛД) ei ba. ^... Ө 


> 


һо N 


D 


tL 


. Proboscht, Höchster Punkt der Einsattelung östlich von der 
Kuppe südlich von Proboscht. (Kri. 64. 2. 39.) 
e Schäferei, neben der Strasse nach diesem Orte, 
(Kri. et joy RW oT ioh 


31. Geltschberg und Wernstadt. 


Geogr. Breite 50° 40° bis 50° 35° 
Geogr. Länge 319 DUT bis 929. 0° 


Von der gesammten Bodenfläche dieses Viereckes liegen 
e 


in der Seehöhe von 100— 200 Metier 1'4 Prozent, 
OOS PUO д oy cpi 
ОЮ ei d QI. EN 

400—-. 500 pa 392 

500— 600 20:9 » 

800-7005 те 

über 700 is 0:2 ei 


46511. 


486°8 


+ 1472 ` 


1540 


Seehöhe in Metern, W.-F. 


. Fibischhäuseln, Plateau im Südwesten davon. Kor. 64. 20. 11.) 
Leschtine, Ziegelhütte westlich davon. (Kor. 64. 20. 14.) . 

. Matzenstein-Berg, Kuppe 650 Klafter nördlich von Sulloditz. 
(Oest. Triang.) . Hal 
. Plan, Sattel bei demselben über den Matzenstein. (Коў. 64 Ид.) 
. Saubernitz, Kirche, Basis. (Kof. 64. 20. 12.) . . 

Babina, Häuser, mitten im Ort. (Kor. 64: 13. 16.) 

. Plahof, tiefster Punkt im Sattel. (Kof. 64. 18. 18.) 

0 Plateau oberhalb dieses Ortes. (Kri. 64. 6. 27.) 

9. Wellhotta, unterstes Haus am Bache. (Kor. 64. 13. 21.) 

. Hummel, Kirche, obere Dachkante. (Коў. 64. 13. 20.) . 4 
Alt-Hummel Ausläufer eines Rückens südlich davon, nördlich 
von Leschtina. (Kor. 64. 20. 10.) 

Tauscherschin, Kirche, Basis. (Kor. 64. 20. 16.) . 


3. Hasslitz, Jägerhaus, obere Dachkante. (Kor. 64. 13, 19.) 


T Strasse auf dem Sattel nach diesem Orte. (Kri. 64. 6. 7.) 
Sababsch, oberste Шййвеги (Kri 042 7.8) 20. oer Lernen 
j. Luppitz, Wasserscheide, Rücken oberhalb dieses Ortes. (Kri. 


64. 0, 2109511 zent 
. Rübendörfl, mittlere Höhe. (Kri. 64. 7 8.) i 
5 Strasse beim, Kreuze. (Kei, 64. 6. 6.) 


$ Forsthaus, Basis. (Kri. 64. 2. 40.) 


20. Wscheratsch, mittlere Höhe. (Kri. 64. 2. 35.) 


o Kuppe südlich von diesem Orte. (Kri. 64. 20 86») 


22. Kelchberg, Einsattlung zwischen diesem und dem Mühlberg. 


(Kri. 64. 9. 50.) D 
: » höchste Kuppe. (Kri. 64. 2. 13.) 
. Triebsch, Boden bein Kreuze vor dem Schlosse. (Kri. 64. 6. 48.) 
M Basis des Kirchthurmes. (Kri. 64. 6. 47.) 
p Kirche, Thurmspitze. (Oest, Triang.) . 


3250. 
2695 . 


59818,1: 
550.0 . 
268'4. 
451'6., 
490'7 . 
0009 . 
3003 . 
4018. 


421° 91% 
411'0 . 


346'5 


4594/4 
4390, 


543 6. 


2991 


41279 2 
AWT. . 
3.760) . 
4086. 


GK 
BBD Di 
0100. 
387'4 . 
3664 . 


1028 
852 


1847 
1740 
849 


. 1499 


1553 


. 1748 


950 
1271 


1355 
1300 
1096 
1455 
1389 


1720 
947 


. 1306 


1416 
1190 


1293 


2 1957 


1684 
1009 
1067 


о Ф009 


| 
| 


L 209 
| Seehöhe in Metern. W.-F. |) 
27. Dreiberg, GER freie Kuppe, nördlich von Kudeslawitz. (Kri, | 
44.) a eer a E | 
28. 3 Cal Kuppe, Fuss des Kreuzes. ube pr ga PO he RO a е, | 
Bo. Eu. miblBre Ornon. (Rib Od. E. DO) уул une aaa E О | 
30. Laibischkuppe, oberhalb Kuttlitz. (Kri. 64. 6. 41.) . . . . 4911. . . 1553 | 
31. Nieder-Tenzel, mittlere Ortshöhe. (Kr, 64. 2. 54) . . . . 8494. . .1105 
32. Ober-Tenzel, mittlere Ortshóhe. (Kri. 64. 2. 51.) . . E E d it, 
33 Mühlberg, Sattel zwischen diesem ‚Berge und der Laibigchknppe. 
NU ee н. у EE 
34. p höchste, östliche Kuppe, nordwestlich von Ober-Tenzel. 
(Kri. 64. 2. 53. „СЕ aid M). "v8. "ent боз: 1092 
35. Neuhäusel, mittlere Ortshöhe. (Kri. 64. 6. RE ieee er NS 9 y(t PORE 
36. Geltsehberg, Sattel zwischen dem kleinen und grossen Geltschberg 
nördlich von Pókel. (Kris 64. 6. 32.).... ATO ГО 
37. T höchster Punkt des Rückens stidwestlich von Zierde. 
| (Qest. Triang.). . UTERE ui D oh Sa TN 
| 38. Zierde, mittlere Ortshöhe. (Kri. 64, Nh DEINEN BM До 
39. Haber, Kirche, Basis. (Kri. 64. 9. omg E ER Su О E OO 
40. E Knopf der Kirche im Orte. (Kri. 64. 10. "Ak E ue тео. | 
41. Gründorf, südliches Haus, Boden, Б Oc DULZUD ee Сога Ное | 
42, Nieder-Wessig, Ortshóhe. (Kri. 64. 9. 38.) . . Se u рит ЖШ с у TE | 
43. Ober-Wessig, Ortshühe. "(Kn 64..9. 37.) .". . . . JEMSD. te a véi KE | 
44, Mutzke, mittlere Ortshöhe. (Kri. 64. 10. 41) . . . . . ... 4242. . .1942 
15. Alt-Thein, Mitte dés Ortes. (Kri. 64. 9. 25): „NT, L7 900 T LODS 951 | 
46. "Neu-Thein, Ortsmitte. (Kr, 64, 10. 19.) . . . . cn BAe 8 urn 10-10, | 
Ar. Tirzovitz,’ Ortsmitte, (Kril. 64. 10. Ey U DD P T. мн Dl | 
48. Lewin, Strasse beim Badehaus, (Kri. 64. 9. 35.) кшк dea UR 1481 
49, ә Süulenhalle im Badehaus, Fussboden. (Kri. 64. 10.6). ärt, ..1199 
50. ¢, ` Marktplatzpflaster. (Кїї, 64. 10. 8.) 1800119829471 981 
| 51. ,,  Kirchenthurmknopf, (Кгі. 64. 6. 87.) DNA ШОУ ET OO T4209 
52. „  Glockenthurm am Berge, Mitte der Glockenfensterhöhe. 
| болыны E УСШ, E ET wer сен dics T oc Sa E 
59. Loschwitz, oberste Häuser. (Kor. 64. 20, был е РИ. te OO PTT ee 
54. Neudörfl, Mitte des Ortes. (Kri. 64. 6. 22.7, I LUNES TL 8 i DOMO | 
55. Gügel, Boden der Kapelle in diesem Orte. (Kri. 64. Drm re erat, ar E | 
56. Gügel-Berg, Anhöhe 200 Klafter nördlich von Gügel. (Oest. 
Triang.). e AN re PONE у e ch 
57, Petrowitz, Mitte des Ort tes. (Kii. E S Egi uro rj de teta TE e hr 
58. Naschowitz, mittlere Häuser. (Kri, 64. 9. 19.) . . . . . , . DDR, а. „1742 
59, Kninitz, oberste Häuser. (Kri. 64. 20. 17.) . . . TM POM co EE 
60. Ober-Rebire, oberste Häuser, (Kor. 64. 20. 18.) , PORI SE 
61. Gross-Zinken, Dorf, am S. Abhang des Аена” Basis der 
untersten Hiluser..(Call! Beitr). a e OURO *^ .1906 
62. d Онеш Ref One dag aepo E 290. OPES, ч . 1906 
63, Matzelig-Berg, Anhöhe 460 Klafter südlich von Biebers-Dorf. 
i (Oest, Triang.) . . "hag 0 ac: е 
04. Wernstadt, am südöstlichen Ende del Марей: (t, окна) айат ОО 
65, И Grosse Kattunfabrik, südlich von der Kirche, (Kor. 
| : ak UR ey ies: Pe ret EE Pte TE 
| 66. T Prarrthurminope (Kor. 04: 2] 40.) o ee „= 000 O y # 2007 
| 


210 ip 


Seehöhe in Metern, 
67. Munker, Glockenthurm, Dachsaum. (Kri, 64. 10. 11.) . . . . 5232. 
68. 5 westlichastes Hans, Basis.. (Kri. 64. 9. 12.) ..'. . .,. 6645. 
69. Beile-Derg, Anhóhe, Kuppe, 610 Klafter nordwestlich von Weiss- 
Epoke.. (Oest. ТОИ, у Can Mer A erm, aa CONO y 


32. Auscha und Graber. 


Geogr. Breite: 50° 40' bis 50° 35° 
Geogr. Länge: 32" 0° bis 32° 10° 


Von der gesammten Bodenfläche dieses Viereckes liegen 


in der Seehöhe von 200—300 Meter 33:2 Procent, 
sooo ^25 dad! 1") 
400—500 д. ФТТ, 
500—800! ^ OAT 
über 600 `, 0'1 Fi 


Seehöhe in Metern, 


1, Morgendorf, Ort östlich von Grossendorf, Mitte der Häuser. 


OE OE 1128 het op «фаз өй pw. Ge bad C) ORA e 
2, Hammer-Berg, — Waldkuppe , bei Hermsdorf. (Kor. 65. 
л} MF а PINE OE ДКК feia 
3. Sorge, mittlere Hóhe der oberen Häuserreihe. (K01..60,.27. 8.7.) OL; . 
4. Grossendorf, Strasse am Südende. (Kri. 64. 12. 16.) . . . . 8176. 
5. Hundorf, ‚südliche Häuser, Boden, (Kri. 64. 10. 17.) .. . . . 551:8 
6. Kessel-Berg, Waldkuppe zwischen diesem und dem Hutberg, 
westlich vom Blauen-Berge. (Kor. 65. 27.39.) . 523:6 
7. Weisskirehen, о Tharmknopis (Eri 64...12. йл Gode noe vd oft Ad lo, 
Bee Rodeland, «Haus: an "der Strasse. (тїї. 64.12.17.) 2 h vo 3366 . 
9. Konojed, Meierhof deselbst, Westecke. (Kri. 64. 9. 27) . . 3193. 
10. » Knopf des Kirchthurms, (Kris 64. 41.3) 200.0 1... 49/025 
11. Litschnitz, mittlere Ortshóhe. (Kri. 64. 10. 14.) . Wess aA EA e 
12. Eichberg, bewaldete höchste südliche Kuppe, freie Westseite. 
BL Ж кже. dhal, Bi. Les She Og M . 
13. Dleiswedel, Basis der südlichen Häuser. (Kri. 64. 12a. 6.). . 3618. 
14. " Dachsaum des Kirehthurmes. (Кїї. 64. 9. 4) . . 8760, 
15. Niederplatte, Anhöhe 580 Klafter nordwestlich von Bleiswedel. 
(Dest, Triang) . И o MES Cian Ad ТЕМ 
16. Ronberg, am Fusse der Felskuppe. (Koi, 04. Bar) oa... neh OO Orie 
17. я Basis. des.obersten, Felsen, (Kot), 65. 9.. BA, soe 589.5 . 
18. » Zinne des höchsten Eckthurmes. (Kri. 64. 12, 0.) . . 5540. 
19% am höchsten "Thurm, Pyramide. (Oest. Triang.) . . 5550. 
20. Stran, Ortshóhe beim Teiche. (Kn, 64. 12a. 10.) . i 329'8 . 
21. Hohe-Heide, höchster Punkt der bewaldeten Kuppe derselben. 
(Kri. 64. 10. 85.) . . 406:9 


22, Auscha, Westende, Strasse beim letzten Haus, (Еті. 64. 10, 22.) 2628. 
да i Stadtkirche, Thurmuhrmittelpunkt. (Kri. 64. 12. 1. . 2738. 
24 Budineberg, südöstl. v. Auscha am Feldraine. (Oest. IMANE BLEI. 
25. Neuland, mittlere Ortshöho. (frie 6410.83.) . ..... , 3456 . 
М nördlicher Kirchthurmknopf. (Kri. 64, 11. 1.) .. . 8998. 


26. 


W.-F. 


. 1655 
. 1786 


899 


W.-F. 


‚ 1017 


‚1668 
‚ 1625 
‚ 1005 


1746 


. 1657 
. 1395 
. 1065 
ОШО 
v 110 


875 


. 1454 
. 1145 
p pO 


. 1185 
. 1590 
LAU d 
‚Лр 


1746 


. 1043 


1288 
832 
866 


. 1005 
; 1098 


1263 


1. 211 | 


Seehöhe in Metern. W.-F. 


27. Skalken, mittlere Ortshöhe. (Kri. 64. 12a. 1.) . . Dr Ne TUM MERE 
28. Langeberg, hóchster Punkt im Zuge des Rückens. (Kri. 64. 15. idi 4002, KE | 
29, Sterndorf, Ortshöhe. (Kri. ds ыл OD UMP MU HUN MODI aT OE | 
90. Litnitz, Ortsmitte. (En, 64. 12. 21.). . i ша o DE | 
| 31. Wilhoscht, östlicher Abhang, Wee unweit dem ШО: (Kor. i 
| em TOC TE Pow EÛ. en 1400 | 
32, d Waldkuppe südwestlich von ` Hohlen. (Kot. 65. 9. 6) GIUE. . LU | 
33, Ober-Hirschmantel, oberstes Haus am südwestlichen Ende, (Kor. 
VOR Aha A a a Fall Oe ey SLND | 
34. Lauben, Häuser am nördlichen Ende am Plateau. (Коў. 65. | 
10, МЫ ere ЛКЫ АРАЛА ANE aa co bv dta ТОЛЫ 
35. Rain, Mitte des Ortes. (Kri. 64. 19: ‚ 9), orsa E Sa ш, 
36, Hohlen, Kirchthurmknopf. (Kor. +, 10. ОБИ) ОТРС m UU 
= Niveau des Teiches unter der Kirche. (Kor. 65. 10. 16.) 1084. Qu 809 
38, Graber, Kirche, Basis der Nordseite. URON Con KLUG). АО ОУБ oa GUM 
39, M am Platze vor der nördlichen Strassengasse. (Kri. 64. 
Тао Hr a Er SN зү a ВИТОКИ ДОСТ: | 


40. Von Graber nördlich, Sattelpunkt der Strasse nach Ober-Politz 
bei der Gränzsäule der Domänen, unweit 


Hermsdorf. (Ingen. A. Posival.) . . JU BOW, "7 11285 | 
41. Johnsdorf, Häuser am untern Ende des Dorfes. (Коў, 65. 10. 32.) ООО Sw DD | 
42. Lobet tanz, mittlere Höhe der Häuser an der Kreuzung der Wege. | 
(А. 6б ИЛАШ) з, leie eg SE ы АКК ДООШ 
| 43. Kolben-Berg, östlich vom Jägerhause (Koi. BOX IQ, АТ) we DOLORE ете 
| 44, Kolben, Dorf, ohorsto Mauser, (Mob 00. LO. 28) u. nn. CORIO. u 
| 45. Drumm, Strassenhöhe am östlichen Ende des Ortes. (Rot, 65. 
| Тога). TOME SRC” И Ce tnt ART ОТОО ТЕ 
| 16. Я Kirche, natürlicher Boden. (Wiem.) . quii s OEE DRO ue et tans gO QU 
| AT. " Kirchthurmknopf. (Kri. 64. 12, 23.) . Sud ОШ ZU UO An TET gan 
| 48, Rossteich, Waldecke am Plateau nördlich ober diesem Orte. 
| (Hole, GULO Oe re, 10300950272 XO MT TE Oe 
| 49, Hogpitz;^ mittlere Onshihe (Kor. (65; 105: 8b.) а a ios "ШӨ... 8009 
| 00, Storchhöfe, Basis des nördlichen Hauses. (Kor. 65. 10. 36. . 2661. . . 842 
| 51. Quitkau, mitten im Orte beim Kreuz, neben der Kirche. (Коў, 
| ARTE VE RATE o St 
52, Kosel, Dorf, unterstes Haus. (кої. 65. 10, = EIUS ш QUE d ‚ 1114 
I y ‚oberstes Haus. (Kri. 64. 12. 9.) . gus EN AVOID ‚ 1461 | 
94, Koselberg, Bergkuppe oberhalb "oy (Oest. ange) c орке head marge bo} | 
95. Robitzer Meierhof, nordöstliche Ecke, Basis. (Kor, 65. 12. 18.) 2477. . . 784 | 


33. Habstein. 


Geogr. Breite: 50° 40° bis 50° 35° 
Geogr. Länge: 32° 10° bis 32° 20° 


Von der gesammten Bodenfläche dieses Viereckes liegen 


| in der Seehöhe von 200—300 Meter 79:6 Prozent, 
| о оор TOD Sa 
über $00 y Л" a 


14* 


212 


Seehöhe in Metern, W.-F. 


, Künast, mittlere Höhe der Felsenmauern hinter diesem ‚Orte. 


(Коб „65; 12,172 aod ntl vale aka vind nod ett” 
Aschendorf, WC RE beim Wichterhause Nr. 39. 
falis AN. de Nea) vf Wo Shan QUE 
RK der westlichen Häuser. (Kri. 65. 32. 35.) 
Haydewald, höchster Punkt des scharfen Rückens. 
(Aot, Ge Mi, HABE + да noy Машайак 
Neuhof, Basis der westlichen, Seite. (Kor. 65. 11. 4.) 
Ramschen, Meierhof bei diesem Orte an der Strasse. nach 

Leipa. .(Kof,-65. Ban); bun онеки Y 
Neuschloss, Basis der nordwestlichen Ecke des Schlosses. 
(Kor. 65. 11. 6.) OE ROLE ARI e 
Lattenhübl, Anhöhe, 600 Klafter südwestlich von Neugarten. 
(Oest. Triang.) ү ЧАН М lh ерая 
Küh-Berg, Anhöhe 440. Klafter nordwestlich von Rehdörfel. 
(Vest. TORO. аон An Mab «04 
Rehdörfel, Kisenb.-Stationsplatz „Reichstadt-Niemes“, Schienen 
der Bahn, «E. N, d BR N. Bo), 


n 


н Häuser. westlich an der Strasse. (Kri. бб. 34. 15.) 
Herrnsen, Häuser an der Strasse von Habstein nach sili 
(Kot. 68... Вет.) дә . 


Qn 


Regersdorf, Basis des westlichen Dont Des. ХОГ; 10. 9 
, d 


‚ ZiZka-Derg, mittlere Höhe der waldigen Kuppe. (Kor. 65, 10. 20. 


Pablowitz, Basis der Kirche. (Kor 65. 10. 10.) Mag 
a" Anhöhe 640 Klafter südwestlich von Pablowitz. 
(Oest. Трапе»). .. 
Podlitz, an der Strasse von Dauba nach Habstein, Thalpunkt. 
Regen EE окы m N ee ie sn 
Poppeln, mittlere Höhe der Häuser im Orte. (Коў, 65. 10. 7.) 
Ujest, tiefste Häuser an der Strasse. (Кой, 65. Bar.) 
Habstein, а Е Stetionsplatz, Schienen der Bahn, (Е. 
N Bs. xri 
am Wende punkt der Daubaer “Strasse iach Böhmisch, 


d 

Leipa. Bea, Dë. Bat), sects man 
e Ruine, Fuss d. überhängenden Felsens. (Call. 65 BRACH 
a Ruine. Mauerkante, Mittel aus 2 Messungen. (Call. 


28 o ee 
Langer-Berg, Kuppe, Kante des nördlichen Felsens, (Call. 
En.) лп ee 
Dammühle, südliche Сао тае (Call. 65. 420.) 
Gross-Teich, am Fusse des Schraubenberges, Wasserspiegel, 
(€ JB, 60. 314. py ` . . D 
Schraubenberg, Dammühle am Fusae, "TÉ ah Anette (С all. 65. 328.) 
А bewaldete Kuppe. (Call. 65. 313.) SEN 
Bornay-Berg, Kuppe 1060° östl. v, Dammühl. (Oest. Triang.) 
Eichberg, südl. Jägerhaus östlich v. Tennlósig. (Call. 65. 326.) 


. Grosser Kichberg, im Thiergarten, Kuppe, Mittel aus zwei 


Messungen. (Call. 65. 265.) Sach 

Unter-Mückenhahn, nordwestliches Haus gegen den Teich. 

Basis. (Call. 65. 1062.) TRA 

Mückenhahn. Jägerhaus im Orte am Langen-Berge. Basis. 
(Calli. 65, 1069.) 


995:8 
2741 


296°7, 


260°8 


263°6 
269:3 
3868 
443'6 
244 


451'9 
259'5 


884'5 


860 


816 
851 


847 
807 
976 
1098 


1126 
947 
1069 
889 
810 


848 
985 


1021 


1318 
865 


834 
852 
1223 
1403 
868 
1430 
821 


1058 


| 


Sechöhe in Metern. W.-F 
34. Meichelberg, Sattel zwischen diesem und dem Kahlensteinberg. 


(Kri. 65. 32. MODE a e е еа 352'2 1114 

95. W Kuppe östlich von Rehdörfel. (Kri. 65. 32. 28.) 3897 1295 
36. Wesseln, südwestlicho Häuser. Basis. (Kri. 65. 33. 23.) 274° 868 | 
87. Brenn, Kirchthurmknopf. (Kri. 65. 84. 2.) . . . . . . 1040 | 
38. Hermsdorf, Punkt am Höhenzuge südöstlich von Hermsdorf, | 
nördlich von der Gussmühle. (Kri. 65. 88. 25.) 2884 912 | 
39. e Basis der Häuser südlich von Birkenthal beim i 
€. "eg: 1. NU NE NUT УШ eunte "ast a ae 802 d 
40. Wolfsthal, Plateau südlich davon. Waldrand. (Kri. 65, 32, 38.) 2641 836 | 

41. e östliche Häuser im Zwittethale. (Kri. 65. 32. 34.) 2840 898 
34. Niemes und Hühnerwasser. | 


Geogr. Breite: 509 40° bis 50° 35' | 
Geogr. Länge: 32° 20° bis 32° 30° 
Von der gesammten Bodenfläche dieses Vierockes liegen 


in der Seehöhe von 200—300 Meter 38'0 Procent, 
300—400 60'6 iiy 


) 
über 400 1 1° ^ 
| Scehöhe in Metern, W.-F. | 
| 1. Niemes, Stadtplatz. Häuser an der Westseite. (Kri. 65, 46. 6.)11,284:9 903 | 

| 2. Tm Strassenpunkt westlich vom Meierhof im Hohlwege. 
| (Кїї, Gt 891.6.) р itt we 958 

| ju. r Terrainerhöhung bei den Scheuern ‚östlich von die sem 
Orte. (Ent, ep, A7. 8). Mea TE vao 940 
4. Kirche, Thurmspitze. (Oest. 7 Triang.) ior dea de ESQ. . 1006 
9. Rabendorf, Basis der Kapelle. (Kri, 65. 47. Siu Gh £67) WS... MS 

6. Haidedörfel, Anhöhe, 300 Klafter südöstlich der südlichsten 
| Häuser von Haidedörfel. (Oest. ` ap i ATA е 
| Т. » Basis des Forsthauses. (Kri. 65. 46. 8) M Bomi. 956 
| 8. Neubrücken, Sägemühle. Basis. (Кїї. 65. 46. 4). . . . 282%. 893 
| 9. Zweihäusel, Chaluppe. Basis. (Call. 65. 269) . . . . . 2721 0. 861 
10. Kummer, Haus in der Mitte des Dorfes. (Call. 65. 565.) DET OTKOS 847 

M. " im Thiergarten am Waldrand.  Sehluchtausmündung. 
(Call. 65. 568) . . E202. , 895 

12. Bei der alten Schanze im Kummer "Thiergarten, höchster Punkt. 
(Call. 65. 563.) . . " ВОС... 1130 
13. Wawrauschke, Jiigerhaus. Südostecke. Daehsaum. ` (Call. 65. 267.) Za . . , 1888 
14. Grosser Petzberg, Waldkuppe. (Call. 65. 271.) . . 448°9 . . 1420 
15. "я Waldrand am Fusse. Basis. (Call. 65. 419.) agde. . 932 

16. Grosser Buchberg, Kuppe, 900 Klafter nordöstlich von Strass- 
dorf, (Oest. Triangs) Zo, ТАЮ! bela 501 

l7. Kleiner Buchberg, Basis der Gloriette. Mittel aus 5 Messungen. 
(SEE ror NI) 12670 . 1348 


| 18. Strassdorf, Waldbereiters Wohnung.  Linstóckiges Haus. Süd- 
| ostecke, Basis, Mittelaus3 Messng. (Call. 65.270.) 285'6.. . . 897 


214 I, 


Seehöhe in Metern. W.-F. 
9. Hühnerwasser, Schlossthiirmchen, Scheinbare Basis. (Call. 


OU. DIS м), SEA 1 o o a AS 
20. " Gasthaus an der Chaussée ni nach Niemes, nord- 
westlich von der Stadt. Hofmauer an der 
Chaussee. Basis. (Call. 65. 579.) |. ху Bad ` aert D 
21. is Weisse Steinsäule 240 Schrit tte östlich von der 
SHAG. Das. (Cal, 00, BED m. sioe ААН "H... 1087 
| 22. e Schlossthurmknopf. (Call. 65. 578.) . . . 3538. . . 1120 
T 23, S westlich davon an einem Feldeckrain beim 
Ti Pechofen, östlich von der Thiergartenplanke. 
{ eer КОШУЛ EE АТМА Act ОВ e e dA 
T 24. a Strasse von da nach Weisswasser im Walde. 
| Damm u. Brücke. Oberfläche. (Call. 65. 216.) 345'6. . . 1093 
LI 25. Gruppej, Waldecke am Meierhofe nach den Buschbauern. Cun 
| 65. 209.) 14994 9UON «1, 1107 
We 26. Hemmer, Kreuzung des Waldweges von ‘der Hemmer und von 
| der alten Glashütte. (Call. 65. 1034.) O01, Too: . 995 
27. Alte Glashütte, westliches Haus. Basis. (Call. 65. 10: 37.) ROT Tiyo +. 942 
28. Schiedl, Kapellensäule am Wege von diesem Orte nach Hühner- 
| wasser. Scheinbare Basis. (0a1L.00.:230.)...... 1,8588 . . . 1125 
|i 29. m Haus gegenüber dem Gruppejer Meierh f am Plateau. 
| Batis, (Callo65. 211.14 .0NE-OUE ооу, ooo, 180800 . . . 1158 
30. Plauschnitz, Brückenbahn über den Fluss. (Kri. 65. 46. 8.) . 2997. . . 948 | 
31. Höflitz, Häuser am Wege. (Kri 65. 46. 11.) . . . Ш оо MEM | 
32. Neuhof, westlich v. Schwabitz. Basis der Kapelle. (Kri. 65. 48. 2.) оо... POM | 
33. ^ a Thurmknopf d, Kap. (Кгі. 65.48.3.) 3148. . . 996 | 
F 34. Schwabitz, Basis der Kirche. Qui 96 40, 09) . . „ . $100. . . 1000 | 
35. e Kirchthurmknopf, (RA. 05. 48! 600) AE лош. cadran og | 
36. уў Basis der südwestlichen Häuser. (Kri. 65. 48. T.) 529 0^ . 1000 | 
37. Schwabitzer-Berg, Plateaupunkt, südlich von demselben. Wald- | 
Bere. RAR as pro, mm) 90005. . ~ 0M | 
38. Eiehberg, nordwestlich von Schwabitz, Bewaldete Kuppe. (Kri. | 
UOS; UR Ma ge? ; p. sone... E Am | 


35. Gablonz und Bóhm.-Aicha. 


| Geogr. Breite 50" 40° bis 50° 35° 
T Geogr. Länge 329 30° bis 32° 40° 


(7 Von der gesammten Bodenfläche dieses Viereckes liegen 
` in der Seehöhe von 200—300 Meter 86 Procent, 
800—400... Cu ër 
400—500 „ 171 , 
über 500 ` ur 


Seehöhe in Metern. W.-F. 


1. Neuland, Kirchthurmknopf. (Kri. 65. 59. Bi 1.0.0, MOD 4197. . . 1828 
^ Schwabitzer Spitzberg, Kuppe. (Kri. 65. 58. 17.) soh. . . 493910. . 1370 
. Nahlau, Kuppe nordwestlich davon, südöstlich von Hultschken. 
in (Kri. 65, Gh haet ui дланом orale nobet 


4, "n Nordwestliche Häuser, Basis. (Kri, 65.) 45; Bea ‚Hl. .. .. 1296 


36. Klein-Lesnov, Häusergruppe südöstlich am Plateau. (Kri. 65. 

BILLS 2 ове NI bile titel hte 

- Schellwitz, östliche Häuser. Ortsmitte. (Kri. 65. 52. 8.) i 

. Nad Borkem, Plateaupunkt nördl. von Bzovey. (Kri. 65. 52. 19.) 

Bzovey, Dorf, Scheune am Ostende, scheinbare Basis. (Cal. 65. 
1506.) 


215 


Seehóhe in Metern, W.-F. 


Halbehaupt, Plateau nórdlich davon, Ein steilabfallender Fels. 
(Kat POPU Nee, e ADM Tal 
Oestliche Häuser, unterste im Südwestausläufer des 
Thales. (Kri. 65. 58. 5.) 


» 


. Auf der Teufelsmauer, Kuppe nordwestlich vom Jelinkaberg 


fir], 765. BOs 29.) Zen E 


. Dolanken, Thalsohle östlich von der Teufelsmauer, unterhalb 


der Häuser. (Kri. 65. 58. 15.) . 


. Cihadlo bei Budikov, Häuser im Sattel am Kreuzwege. Kri. 
7 Gel 


65. 52. 9.) 


. Budikov, unterste südliche Häuser. (Kri. 65. 029/209 . d 
. Wlachey, Häuser am Westhange des Berges davon gegen Dolan- 


ken, nördl. über d. Kuppe v. Nahlau. (Kri, 65. 59. 12.) 


. Teschen, östliche Häuser in der Thalsohle, westlich von Zetten. 


(Kri. 05. 088. 10%) NEBEN Re. Kee nalen 
Auf dem Plateau, Häuser westl. von der Denksäule. 
(Kri 60.58, 12.) 


” 


. Kridey, in der Vereinigung der Thaler von diesem Orte, Halbe- 


haupt und Väpno. (Kri. 65. 58. 13.) 


. Na konéinách, Haus. Basis. (Kri. 65. 49. 13.) 

. Hlavie, Basis der Kirche. (Kri. 65. 52. 5.) . . . 

. Vapno, oberste nordöstliche Häuser. (Kri. 65. 49. 9). . . 
. Kammberg, Kuppe 220 Klft. westl. von Kridey. (Oest. Triang.) 
. Wolschen, Häuser nördlich beim’ Kreuze. (Kri. 65. 58. 8.) 

. Woken, Dorf, südliches Haus. Gartenmauer. (Call. 65. 621.) 
. Kratzdorf, Wirthshaus, das westliche Haus. Dasis. (Call. 65. 605.) 
. Gablonz, Sügemühle im Thale östlich. (Call. 65. 657.) 


H 


Kirchthurmknopf. Mittel aus 5 Messungen. (Call. 
65. 610.) ; 


. Schiedl, Dorf, letztes nördliches Haus im Thale. Basis. 


(Call. 65. 600.) BU Dmb'rsmoTos8S « 
" Am Wege davon nach Kratzdorf. Höchster Punkt. 
Wasserscheide. (Call. 65. 603.) » nn 
Meierhof, Siidostecke, Scheinbare Basis. (Call. 65. 207.) 


. Schiedel-Berg, Kuppe 300 KI, östl. v. Schiedl (Oest. Triang.) 
. Ober-Gruppaj, Haus unter dem Meierhof im Thale etwa 4 Kft. 


über der Thalsohle. Basis. (Call. 65. 588.) . 


. Viemanov , Dorf, Haus in der Mitte der Nordseite. Basis. 


(Call. 65. 651.) 


. Prositschka, Berg, Kuppe 570 Klafter südlich von Gablonz. 


(Oest. Triang.) . 


. Chlum, Haus in der Mitte des Dorfes. Basis. (Call. 65. 617.) 
. Strazist, Dorf, nördliches Haus, Basis. (Call. 65. 663.) 

3. Kozmie, Dorf, Haus in der Mitte der Westseite. (Call. 65. 626.) 
. Malsic, Gabelung des Thales westl. davon. (Kri. 65. 52. 37.) 


Waldrücken, südöstlich davon, südwestlich von Bzowey 
(Kri. 65. 52. 16.) 


” 


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‚11841 
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. 1418 
~ 1008 


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‹ 1920 


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. 1134 
. 1031 

. 1126 
. 1145 
. 1206 
. 1004 
. 1141 
. 1294 
. 1084 
Де 
(1492 
. 1085 
. 1901 
. 1206 
. 1229 
. 1308 


1166 


Seehöhe in Metern. W.-F. 
. Neswacil, Dorf, südliches Haus. Basis. (Call 65. 1003.), . . 383-1 1212 
УКУ , Haus in der Mitte des Ortes, Байа, (Call, 65.641.) 4100. ~ v r297 
Liska, Hays im Thale, schembare Basis. (Call. ‚65. 1505.) . 8855... . 1055 
fd. Pribislavie, westliche “Hanser, Basis. (Call; 0D. 648.) 7.” . 5086... 4. 1185 
44, Chlistov, Niveau der Mohelka bei diesem Orte. (Call. 05.1499.) 2451. . . 716 
15. Autsch, Kapellenthürmehen, scheinbare Basis. (Call. 65. 1487.) 8797 . . .. 1201 
rothes Holzkreuz in der Mitte des Dorfes, STE 
(call. 65. 649.) . . Darme e. „д 
16. Rozkov, Dorf, yes: der Mitte au on eel (Call. 65. 664.) DONG a e ХОИ, 
17. Sovinka, Berg, Anhöhe 840 Klafter nordwestlich von Drahotic. 
(Oost. [s ny hr) ad Beat M NE A nua а bM n 
18. Buda, Haus am südlichen Ende des Ortes. Basis. (Call. 65, 980.) 
19. Mohelka-Thal, am Rande des Mohelkathales, nordwestlich von 
Buda, südwestlich vom Bezirksgränzstein. (Call. 


” 


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UD am eas 7 и 


TA MINE Qe d aA SN o Adres, NEM CT 
QU ROE, шш ОШ CELUM QU. Oo. 0.) — arr aA. ublL NC co LAU 
Ol. " Meierhofgebäude westlich von Böhmisch-Aicha. (Kri. 
GU. ДЇ, 62.) * Ч Анана d dI ue v ТОИ 
52. Bohmisch-Aicha, Schmidt’s Fı brik, 3asis,, (Kri. 65, 53 oy Оне ы 
98, м nördliche Häuser im Thale. Basis het’ Fabrik | 
YOO АИДА TER ОО NL carr CORO > LL | 
54, " am Rücken nördlich davon, beim Kreuze am 
WORS СКР, GU dua Zi] dii pate OR a t en a 1 
55. ^ SEH sri ro dh a ll s f SU I RU Nt ne O ODI nC o n, 
56. Kněžic, Hügel zwischen diesem Orte und Rovné. SAIL OD DO s Dr x CE M 
57. Jelinka- Berg. Kuppe 380 Klafter | westlich von Budikov, 
(Vest, Шап) P. as Saal eet OE ле) 
36. Turnau und Lastiboric. 
Geogr. Breite 50° 40° bis 50° 35° 
Geogr. Länge 399 40° bis 32° 50° 
Von der gesammten Bodenfläche dieses Viereckes liegen 
in der Seehöhe von 200—300 Meter 24:3 Procent, 
300-400 „ Bi: 5 a 
dt BO. „214 d 
500—600  , op dant 
über 600 " 0g " 
Seehöhe in. Metern. W.-F. 
1. Letafowic, Basis dervKitthe (Kri)68b162.011) оо, доно Вей, va, 1148 
Йй, м Hiréhthurmknopf, (Kri, 05. 62..10.) COT EC 08 3р0, ‚1251 
3. Račan, Haus am Plateau: südlich davon, (Kri. 65) gä 14)) Dë. 1192 


1. Schafs berg: südlich. von Böhmisch-Aicha. (Kri. 65. 52. 40) . "4166. . 1318 
5. Bélá, höchster Punkt am Rücken des Zuges, südlich von diesem 
Orte, nördlich von dem Kreuze, (Kril 65. 6. 85.) . 14988 0841 
6. Kohoutovic, oberstes Haus am Wege an der Lehne. (Kri. 65. 
den Go cacti rat e a np e EU DE. . 1106 


I. 217 | 


Seehöhe in Metern. W.-F. | 

. Petro$ovie, höchster Punkt des Plateaurückens nordwestlich 
166662012068: СК ODOR 87) „ui BOMBEN. ADB. c. ROT 

8. Vrchovina, Ortshóhe der nördlichen Häuser am Plateau südlich 


-1 


won Mie DEBA i (KaL. 166. 0, AO e. 2.0086 4900... . . 1,549 
9, Kirchberg, Anhöhe: 260 Klafter nördlich von МО тШ: (Oest. 
TRED. CTAR <O La), ABAR, ode ЭМ Ө... 1404 


10. Dechtary, nordwestliche Häuser auf d. Wiese. (Kri. 65. seid. .. 984 


TI ^ nördlicher Plateaurand, südlich von diesem Orte. (Кїї. | 
65. 6. 84.)(.ї T join an. ... 1908 | 

12, Chvaléovic, mittlere Orts hohe. (Kri GDE 6. 32) Jil cob. 8050 0217810991268 
13. Jivina, Plateau westlich davon, südlich von Dechtar. (Kri. 6562.) 413:4. . . 1308 | 
14, Öervenic, Steinsäule auf der Höhe bei diesem Orte, Basis. (Call. | 
em 18800 10, 1ч pde dore ПАЧКА GOO T, . . 1265 | 
15. Slavikov, Mithle, Basis. (Kri. `65 168: Ane "oh ug pusl, lalpl92887 дити 898 | 
Ip Jilové, Wirthshaus, südlich vom ‘Meiorhof, Basie (Kripési'6l 19) 18722 . . . 1178 | 


17. Liebenau, Plateau südlich. von diesem Orte, östlich beim Wächter- | 
haüse am Eisenbahneinschnitt. (Kri Op. 5. 22). ur 8160. . . 1000 | 
18. Bösching, Fabriksgebiude, Basis. (Kri. 65. 5.19.) 2.22.8981 vun 1289 


i9. * scharfer Kegel, bewaldete Kuppe im Osten von diesem 
| Orte nordöstlich von Sestronovie. (Kn. 60. 5. 17.) . 56928. . . 1874 | 
| 20. Sestronovio, Basis der nördlichen Häuser. en 65.502126.) 428'9 . ... 1841 | 
| 21.Kopain, oberes südlichstes Haus oben am Sattel. (bm, 65. 10, 13.) 68502. a. 2010 
| 22. Kopainer Berg, bewaldete Kuppe. (Oest. Thang. озо qmupaitte5e'B . ... 2088 


23. Bobov, südliche Hüüser,'Bhsis, (сіе, LOO.) (m: оро 451919115, 501648 
24; Friedstein, Dorf, untere Häuser am Wege. (Kri. 65. 6. 25.) |. 4822. . . 1526 


25, у Ruine,» mittlere)Basisy)(Callin65vi1 807) 1.00 0000500715, 5051» 1562 
26, i Ruine, oberste Kante des Thurmes. (Kn, 65.6. 24.) 5155. . . 163 
27. » Kuppe nördlich von diesem Orte unter dem Berge 
Kopainda(Kniis6501690880)17, oliows ‚шр , eG 2107, AMO 987 
28, Semmelberg, 'Triangulirungspunkt, Spitze des Steines. (Oest. 
Triang. 48 i HOY Sa WIM „sol pi ampli CABS br] 01544. 
39. Zdarek, nordwestliche Häuser südlich vom Semmelberg. Basis. 
(Koi 65. 6. 22.) . e [XA MS). JUL mf SH] PIII 325 
30. ji hóchster Punkt der Str 1880 nördlich davon. Qi. 65, | 
6.830.) .. - oil nov. RT. 1860 
31. Kaskovie, östliche Häuser, Basis: (Krii a. 9. туч Jig Ф107" „1010011808 
33. Raudne, obere Häuser, Basis: (Kri. 65. E Иб 4, Fanon 146. zur 312 
933. Goldenstern, Basis der westlichen Häuser. (Kri. 65. 9. 7.) . . 83877. . .1226 
94.' Sychrov, Risenbahnstationsplatz. (E; N. d: S N. D. V). 2 . . 3995. . . 1074 
35. a Schloss, ‚scheinbare Basis: (Call. 08 „1..1. 00 000188401215 
36. К Meierhof auf der Südseite des Schlosses. Scheinbare 
Basis, (Call. 65. 908... „ Cu ROMEO N 1218 
37. " Schloss, Gesimskante unter dor Gallerie. (Kris 65. 62/4.) 409612, 1296 
38. " Schloss, runder Thurm, Knopfmitte, (Call. 65.) . . . . 4152. . .1313 
39. Husa, einstöckiges Haus am nördlichen Ende des Dorfes, Basis. 
(Call; 165. 18. 66.) $a d NUM M Вабо LIE 
40. Lastibotie, Glockenthurm, scheinbare Basis. (Call. 65. 1362.) STT ONAL 
HM. U hanky, zwei einzelne Häuser, Basis. (Call. 65. 893.) . . 902'6 . ‚114% 


42. Vorklebic , an der Ecke eines Feldraines am Fahrwege westlich 
von diesem Orte, circa 25 Klafter östlich des ehe- 
maligen Signalsteines, (Call, 65. (1488.) | üi [) 054009: . . 1268 


Seehöhe in Metern. 
3. Topolina-Berg, Anhöhe 260  Klafter von Vorklebic. —(Oest. 


Triang.) 


4. Hablovie, Dorf, nördliches eitizeln stoherides Haus; Basis (Call. 


2 
„Репо, 


65. 9806.).. 


. Sezemic , grosses einstöckiges Haus | im | nordöstlichen Theile des 


Dorfes. Scheinbare Basis. (Call. 65. 983.) 

Kirchthurm, Knopfmitte. (Call. 65. 882.) ; 
Schulhaus, Basis. (Call. 65. 906.) Блато s 
Steinsäule südwestlich davon, Basis (€ all. 65. 907.) . 


9. Sebeslavic, Haus in der Mitte des Dorfes, Basis. (Call. 65. 987.) 
. Albrechtie, Haus „na Čičava“, Basis. (Call. 65. 904.) . . 
. Potoéek-Berg, Anhöhe 600 Klafter nördlich von Pfeper. (Oost. 


Triang.) . 


. Turnau, das westlichste Haus an der Strasse und an der her 


unweit der Brücke, Basis. (Call. 65 831.) ja „an 
| 53. e Brücke über den Steben - Bach, au der Strasse nach 
T Wartenberg. (КОЁ, 65. Bar.) . 2a. 00. 
| 54. s Eisenbahnstationsplatz. (E. N. d. S. N. D. V). 
I 55. ы Ziegelofen nordöstlich vom Bahnhofe, Trockenscheuer, 
Ha Basis. (Call. 65. 912.) or Ai 
Ip 56. » Franziskaner Kirche, scheinbare Basis. (Call. 65. 830) 
h 57. e Thurmknopf des Rathhauses. (Oest. Triang.) . 
dch 530% —— Pfarrthurm, Knopfmitte, (Call. 65. 829.) u 
Ty 59. Nad chlumkem, Chaluppe zu Turnau gehörig, südlich, Basis, 
Di (Call. 65. 1342.) 
Tr 60. Zelená cesta, Anhóhe 600 Klafter nordöstlich der nordöstlichsten 
| Häuser von Turnau. (Oest. Triang.) . ; la. 9 
Th 61. LaZan, Dorf, Südostseite, Mitte, Haus, Basis. (Call. 65. 1365.) . 
il 62. Doubí, von diesem Orte nórdlich, zweite Kreuzung der Eisenbahn 
ү mit der Chaussée, Wächterhaus. (Call. 65. 900.) 
63. Daliměřic, Dorf, Haus in der Mitte, Basis. (Call. 65. 1324.) . 
64. Chudnovka, Dorf, westliches Haus, Basis. (Call. 65. 1334.) 
65. Biela, Haus im Thale, Basis. (Call. 65. 1479.) . . 
66. Bukovina, Johannessäule an der alten Eisenbroder Strasse ‘nord- 
westlich von diesem Orte, (Call. 65. 1879,) 
67. Hrusic, Kirche, scheinbare Basis. (Call 65. 832.) . 
68. Gross-Rohosetz, Schlossthurm, Knopfmitte. (Call. 65. 914.) 
T 69. Klein-Rohosetz, Haus in der Mitte, Basis, (Call. 65. 1326.) 
dl , 70. Patertic, Dorf, Haus in der Mitte Basis. (Call. 65.919.) . 
hn 71. Jenisovic, nordwestliche Häuser. (Kri. 65. 9. 5.) . 
du 72. А Kirchthurmknopf, Mitte. (Kri. 65. 9. 4.) Mittel aus 
| 3 Messungen dÉ Р 
Th 73. Vondrekovitz, óstliches Haus, Basis. (Call. 65. 4384) 
ү 74. Voderad, nordöstliche Häuser. (Kri. 65. 9. 11.). i5 ban. 
d 75. Р Quadersandsteinberg, oberhalb dieses Ortes. (Kri. 65. 


77. " 
H 78. » 
| i 19. 


Оа кА,» Gea, et. BIN MAL ee „609 el 
76. Klein-Skal ^ aiat Eisenbahnstationsplatz. (E. N. d. S. N. D. V.) 
Schloss, südöstliche Ecke, Mansarden, Dachsaum. (Call. 
65. 1381.) . 

Knopf des T harmes geg Kapelle auf den. Klein- Skaler 
Felsen. (Kri. 65.. 10.12) . | , wis. aon 
höchste Spitze der Sandsteinfelsen. (Kri. 65. 9. 22.) 


3972. 
8818. 
2921. 
3283. 
2614 . 
2702 . 
352.1 . 
38570 . 
28172. 
2497 . 


2562. 
2652. 


2662. 


2778 


8027 , 


3117 


2750. 
2714. 
8759 , 
280°0 . 


3683 . 
BiT 85i 
3159 . 
326'4.. 
326'6 . 
386'0. 
48977. 
9442. 


410:1 . 


467'6 . 


2735 


335'4 . 


W.-F. 


. 1257 


. 1048 


924 


. 1023 


827 
855 


; 1114 


1218 


890 


790 


811 
839 


842 
879 
958 
986 


979 


. 1080 


877 


870 
859 


1.1189, 


886 


. 1165 
. 1006 
. 1000 
. 1033 
. 1034 
. 1221 


. 1872 
. 1089 
e 1298 


. 1480 


865 


. 1061 


‚1214 
‚ 1654 


d 219 


Seehöhe in Metern. W.-F. | 

80. Libentin, Häuser am Rücken, zwischen den scharfen Felsen. (Kri. 
OSLO) ers к. 580... . 1164 
81. Vranovä, Häuser nördlich am Wege "und an der Bahn im Thale. | 
СКОБ BM E E ГАМ Ор rd Т | 
82. Sokolberg, Kuppe 500 Klafter südöstlich von Vranová. (Oest. 


rang. Va PAO UON КОРАК. oS TIS | 
83. Besedic, das höchste nör dliche Н: ws am ` Abhange des Sokol- | 
berges, Basis. (Call- GO 1474) "1, 4 BO WOO 0035/04] Вей | 


84. Zbiroh-Berg, thurmförmiger Sandsteinfelsen in ziemlich gleiche | 
Höhe mit der Kuppe, Felsenkante, (Call. 65. 1828.) 5084. . . 1593 | 
85. Michovka, Dorf, obere nordwestliche Häuser, Basis. (Call. 65. | 


МТ) Pe АШАР ООА. ООРТ GEET, on 1307 | 
86. Kobilka, Dorf, Haus im nördlichen Theile des Ortes, Basis. (Call. | 
Oba ages hse ee КАЛА AE OTE | 


| 37. Bilin. 

| 
Geogr. Breite: 50° 35° bis 50° 304 | 
Geogr. Länge: 319 20° bis 31° 30° | 
Von der gesammten Bodenfläche dieses Viereckes liegen | 


in der Seehöhe von 100—200 Meter 6'0 Procent, 


200—300 , Dë aos 
800—400 (AS, 988 iT 


ijo9-590.obiz. To! y 


Wer" 500 7, 0:3 n | 


Seehöhe in Metern. W.-F. 


1. Biela-Fluss, unterhalb des Südendes у. Ujest. (Kri. 64. 26. 24.) 01:0 iT. ett 090 
2. Bilin, Ringplatz, Basis der südlichen Häuser. (Kri. 64. 26. 23. LITE онзи 
З. Bilin, Punkt westlich von der Teplitzer Vorstadt von Bilin. 

(Кт. fdr, 26, 125.) (p п AH) anunn T cob mengo s, «vos LLB 
for „ Thurmknopf der Stadtkirche; (Кїї. 64. 26. 22.) Mittel 

aus 2 Messungen. en pb T bone 
5. » der Sauerbrunnen, südwestlich, (Lohrm.) “ож db Häer bad ОЗ" sonia 044 


D „  Fabrikind. Teplitzer Vorstadt, Schlott, Basis. (Call.Beitr.) 1971. . . 693 
l. a Wendung der Biliner Strasse gege. Prohn, Basis der 


Barriöre-Säule, (ШОЛА äu appe ee. ne Lp CH ud ira TOT | 
9. ew Niveau der Biel... (Katagiri arm.) my since голох 19008 1 619 
Фе Briesen, Sadwyeathtuser,. (Kiri. 64) 26) 20.) jv oL aii 2059... . 659 
10. Bielabach unterhalb Kutterschitz (Beni Ва то edax LOB iai ik 099 
11. Am Fusse des Biliner Steines. (ШОШ ыл . OL S sss bao 
12. Boren- Berg (Biliner-Stein), Kuppe 840 Klafter südwestlich ‘der 
: südlichsten ‚Häuser ‚von, Bilin... (Oest. Triang) ji ...585':0.. ui rti. 1693 
13, Chlumberg, höchster Punkt am Ricken. (Kri 604. 27.4. ... 291:0 . . . 990 
| 14, St, Gallus-Kirche, südlich von Hrobschitz, Basis derselben. 
| ` are абу DOAN ir. кисне nean) 90083. . 90 
15, Hasenberg, ‚südöstlich von Rasitz;.. (Kri 64.26.18.) 2... 401°2......... 1269 


6. Hettau, Wasserscheide südwestl. v. diesem Orte, beim Kreuze 
amgan gener GNU OA, 209, 1. 5086 "ge ha < OTO i 1380 


220 


Wë 


18. 
19. 
. Krupai, mittlere Ortshóhe. (Kri. 64. 26. 62.) 


bho bo b2 Љо bo bo ND в 
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Or‏ 


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TUO 


3. Prohn, Basis des Kirchleins am Ortsplatze. (Kri. 64. 28. 2: 
4, Preschen, mittlere Ortshóhe bei der Kapelle. (Kri. 64, 26. 2 
. Poratschberg, obere Thurmkante. (Kri. 68.26. 68.) 


Seehöhe in Metern. W.-F. 


Hrobschitz, nördliche Häuser an der Strasse nach Bilin, (Kri. 
64. 27, 16.) ER, 

h Boden. beim Meierhofe, Nördlich. (Kri. 64. 27. 17.) 

Halliken, Mühle, östlich von Rasitz, Basis. (Kri. 64. 27.14.) 


» Kuppe östlich davon, Basis d. Gloriettes. (Kri. 64. 26. 64.) 
Kuttowenka, südwestliches Haus, Basis. (Kri, 64, 27. 6) 
Kutterschitz, Ortsplatz, Boden östlich. (Kri. 64. 26. 76.) 
Kutschlin, Nordwesthäuser, Basis. (Kri. 64. 27. 20.) 

á nórdliche Häuser, Basis. (Kr, 64. 26. 15.) 
Kautz, Mitte des Ortsplatzes. (Kri..64. 28..8.) „ацан eo 
Punkt der Strasse nach diesem Orte, beim Kreuze. 
(Kri. 64:18 y LE, ker . опар ээй i 
Khan, Häuser an der Strasse. Basis. (Kri. 64. 29. : 3). , 
Libschitz, Mühle zwisch. diesem Orte u. Selnitz. (Kri. 64. 28. 26.) 
Luschitz, Basis d. Kirche ohne Thurm. Westseite. (Kri. 64. 28,11) 
Liskowitz, nördliche Häuser, Basis. (Kri. 64. 27. b. 
Meřlitz, südliche Kuppe im Metlitzer Dusche. (Kri. 64. 26. 72.) 

^ Basis der Kirche. (Kri. 64. 26. 17.) 

Mireschovitz, Basis der Kapelle nórdlich von diesem Orte) anf 
einer Anhöhe. (Kri. 64. 27. 21.) . 

» Basis der Pfarrei. (Kri. 64. 28. 10.) 

» Basis der Kirche, (Kri, 64. 24. 11.) 
Kirchthurmknopf. (Kri. 64. 24. 10.). . 


» 


n 


. Nouliinder-Berg, höchster Punkt des Plateaus südlich von Bilin, 


(Kri. 640927. 24.) pace 
Neuhofer Meierhof, Basis der Südostecke. (Eri. 64. 26. 30.) 


. Poratsch-Berg, Kuppe 220 Klafter nordwestlich von Poratsch. 


(Oest. Triang.) . 


. Obernitz, Ortsplatz, Boden der Kapelle, ` (Kri. 64..29. 4.) 


Pattogrö, Meierhof, südwestliche Basis. (Kri. 64. 28. 19.) 


) 
) 


= Rc 


» Basis des Thurmes. (Kri. 64. 26. 66.). 


. Rasitz. Mitte des Ortes. (Kri. 64. 26. 13.) 


Ortsplatz, Boden bei der Statue. (Kri. 64. 27. 15.) 


H 


. Rother Berg, nordwestlich von Prohn. Mitte des Rückens v. 


Süd nach Nord. (Kri. 64. 28. 21.) 


. Radowesitz, Meierhof Schüttkasten. (Kri. 64. 27. 8.) . 
. Schladnig, Westkuppe. (Kri. 64. 28. 20.). Panis ЛОТ 
3. Schladnig-Berg, Winzerei westlich von demselben am rechten 


Bielaufer. (Kri. 64. 28. 53.) 


3. Schladnig-Berg, Kuppe 750 Klafter südwestlich von Sellnitz. 


(Oest. Triang.) 


4. Sellnitzer-Berg, Kuppe. (Kri. 64. 26. бё. 
. Sellnitz, Basis der Kirche. (Kri. 64. 28, 24 3 Mittel aus 2 2 Mess. 


Knopf des Kirchthurmes. (Kn, 64. 28.23) . . . 


4 


. Schaufer-Berg , Anhöhe 520 Klafter nördlich von Sellnitz. 
(Oest. Triang.) na M ote” te 

. Sauerbrunn, Basis des Badhauses. (Kri. 64. 26. 215 É 
. Schwindschitz, Punkt der Wasserscheide oberhalb dieses Ortes. 
(Kri. 64. 28. 52. 


PSHR 
АЕ 
35610, . 
252:2 . 
34816: . 
286'8 . 
Lud... 
260'8.. 
241°7 . 
260'8 . 


83144. 
3649. 
207:0 . 
2580 . 
2788 . 
4830 . 
38508 . 


BIETE 
3300 . 
S0 hm 
3654 . 


422'8 . 
2491 . 


423°9 . 
2091. 


243°5 


289:2 ; 


212:8 


428'0 . 
416'6 . 
OIA U 
321'4 . 


3643 


296'6 . 
OTO 


909 
882 


«d 1 di 


198 
1087 
905 
608 
825 
764 
825 


995 


LOS 


655 
816 
872 


‚1589 


122] 


1201 


. 1044 
. 1078 
‚ 1156 


1387 
788 


. 1841 


662 
771 
915 
675 
1357 


. 1818 


1053 


1017 


ИО 


988 


‚ 1641 


987 


‚ 1058 


A 
Seehöhe in Metern. 
60. Schwatz, Boden bei der Kirche. (Kri. 64. 26. 6%) ^. . . 19394. 
Biz P südostliche Häuser, Basis. (Kri. 64. 26. 61.) . . 2257 


62. Sehenkert, Anhöhe 660° nördl. v. Kutterschitz, (Oest. Triang.) 2209 . 
63. Stürbitzerberg, Kuppe östlich von demselben, westlich von 


Kostennlapper (МЇ Cae Zur ame cen ape: 
64. Sinkerberg, Kuppe, südwestlich von Tfinka, (Kri. 64. 26. 11.) 412'6 . 
65. Trinka, Nordosthäuser, Basis. (Кїї. 64. 27. 11.) ". 7.108095", 
66. Twrdina, mittlere Ortshöhe, ` (Kn, 64. 20,14.) өг т 719 1186472 
67. Ujest, Boden bei der Kirche. (Kri. 64. 26. 20.) . . . . 210'6 
68.  ,  Kirchthurmknopt. ^(Kri 64 2077260) "| Ws JOSS Ун 
69. o Basis der Häuser östl. beim Meierhof. (Kri. 64. 26:9704)218*7 . 
70. Werzise-Berg, kahle Kuppe. (Kri. 64. 26. 70) . . . . . 4518. 
71. Bóhm.-Slatnik, mittlere Ortshóhe. (Brück.) , ARAM B OTR IC 181917] TOR 


38. Mileschau. 


Geogr. Breite 50° 35^ bis 50° 30 
Geogr, Länge 31° 30° bis 319 40° 


Von der gesammten Bodenfläche dieses Viereckes liegen 


in der Seehöhe von 200— 300 Meter 8:0 Procent, 
3002-400 . ^3, :F0450*9 dde 
400 —500 3119015 А 
500—600 a (do 74 " 
BOT . , Ce 
100—800 O'Bloxiny 
über 800 ў 0'2 н" 


Seehöhe in Metern. 


1. Welhenitz, obere Häuser auf der nordwestlichen Seite. (Kor. 64. 


ny cnm sS cA PM cu MEN. 
2. Bukowitz, oberste Häuser. (Kor. 64. 414,12.) о. а. HDD, 
9. Lettowa, obere Häuser, untere Dachkante, (Kor. 64. 39. 22.) . 29670. 
4. Poratsch-Dorf, mittlere Höhe. (Kor. 64. 39. 9.) . . . . . 9759. 
5. Poratsch-Berg, óstlich von Schwatz, Weg (Call. Beitr Ketti Lëä, 
6. Lintschen, mittlere Höhe. (Kor. 64. 1), чол) 412'8.. 


7. Kostenblatt, Schloss, Basis der Ch Ee Seite des Hauptgebi indes, 


(Kor. 64. 41. 15.) 4198. 

8. Kostenblatt-Dorf, Pfarrkirche Sct, Laurenz, Basis. (Katastr. Ver т.) 12312... 
9 Kostenblatt, Ruine, Dasis des nórdlichen Thurmes. KE Ode 411 61) 5089. . 
10. Stürbitz, Dorf, mittlere Ortshóhe. (Lohrm.) . "Try Rc idc E 
116 Stürbitzer- Berg, Spitze des Gloriettdaches. (Kri. "64. 26. 69) . 4740. 
12, ‚Werzise, Kuppe. (Ктір‹64: 27,7.) «ts 4 ce 
13, Klomkaberg, ostnordöstlich von Radowesitz, (Kri, 64. 26. 10.) ‘aL. i 
14. Stöpanow, südliche Häuser, Basis. (Kri. 64. 25. 11.) . . . * 4536. 
15. Stépanower-Berg, Westende des Plateaus., (Кїї. 64,4125. 7.).. 620:3 
16. Lukow, Bachsohle zwischen diesem Orte und $Stépanov. (Kri. 

RB, 12) . . KE рма ож. NR. 
17, N südwestliche Häuser, Basis, (Kri. 645 2541.93) ai Vr xA DROG А 


a8; Hettan, Ortemitte, (Кїї 64. 27. 12) or, LN roh kai aah ЗӨ ° 


221 


W.-F. 
612 
714 
699 


SOD 


1306 
979 
1152 
666 
766 
676 
1429 


557 


ANE. 


976 
934 


937 


. 1189 


1317 


. 1806 


. 1806 
«11999 
г ШОШО 
1009 
. 1499 
‚1412 
. 1522 
. 1485 
41963 


1292 


. 1641 


1263 


Seehöhe in Metern. W.F. 


| 19. Muckow, Basis der Kirche. (Kri. 64. 26. 12.) . 1.1, DOM vo ow 151 604 
| 20. Radelstein, Plateau, südliches Ende, Terrasse. (Kri. 64. 29. 17.) 486... 2878 
| 21. In den Bergeln, Kuppe westlich vom Horaberg. (Kri, 64. 21. 21.) 608'3 . . . 1924 


22. Horaberg, höchste Kuppe. (Kri. 64. 25. 4.) rop ейел saqu 08608. . . 2178 
23. Lhotta, südwestliche Häuser, Basis. (Eri. 64. 21. 14.) 14... 461'4. . . 1460 
24. Lippai, Boden bei der Kirche. (Kri, 64. 21. DI, . 3799. . 1202 
25. Lischenzberg, Kuppe. (Kri. 64. 21. 80). iray . 1.1. аи DEET ne 1726 
26. Meräkles-Dorf, mittlere Ortshöhe. (Lohrm.) eg iim HHA GES anihi LLAS 
27. Suttom, Ortshöhe, Boden bei der Kirche, (Kri. 64. a. AO aA н 299 
28. Suttomer-Berg. Sattel zwischen diesem und dem Jesserkenberg. 
(Kri, 64: 204093), 1 eat Shee. . . 1849 
29. o höchste bewaldete Kuppe. (Kri. 64. E 58.) Vr QUAND cot or POO 
30. Boretz, Boden beim Schlóschen. (Kri. 64. 20. 57.) . GAH 20. wit Opp 
31. Billinka, Strasse 50 Klafter westlich vom Orie. (Kri. 64. 20. 82) DOO en. so PD 
32. Wawtinberg, kahle Kuppe. (Kri. 64. 20. 55.) . . . . . MD а + OS 
33. Kahle-Berg, Kuppe. (Kri. 64. 20. 59.) А о M MITT DU, е LAIT 
34. Nedwieditsch, poem Häuser, beim Meierhof, Basis. (Kri. 64. 
11.) ; QV OO a ce mw ОШО | 
35. Nedwieditsch, Geng des Kirchleins. (Krk 64. 20. 61) OGON, . 1266 | 
36. Priesen, mittlere Ortshóhe. (Kri. 64. 20. 68.) . . PIE oankg249090, . 1026 
37. Wostrey, Bergruine, S. O. von Mileschau, oberste Mauerkante. 
(Call Beitr.) . * RO. A DUIS 
38. Honigzitzberg, hóchste bewaldete ‚Kuppe. (Krii 64. 20. 16.) РЭО, + leu 
39. Palitsch, mittlere Ortshöhe. (Kri. 64. 20. 63.) . . . 449'0.,.. . 1422 
40. Tallinaberg, Sattel zwischen diesem und dem Flonigaitzberg. am 
Wege nordwestlich von Nedwieditsch. (Kri. 64. 
2150995). e ens, von 2 ойна, 4009. . 1409 
41. ў Sattel zwischen diesem und dem  Klotzberg. (Kri. 
64. 26, 8.) Oi hob. «420002, ^. | 1009 
49. Tallina-Berg, 700 Klftr. S. W. von Palitse Ti, ` (Call. ТАР ABV 
43. Klotzberg, 1100 Klftr. westl. von Mileschau. (Kor. 64. 39. T) FOTO OU V tv + 2008 
44. Bfezina, untere Dachkante des Jügerhanses. (Kor. 64. 39. 6.) 66865... 211$ | 
45, Suboslaw, Thurmdach der Ruine. (Kri. 64. 27. 10.) . . . . 5946. . 1881 | 
26. Wolkenhübel,; Kuppe. (Kr. 62:96: 9) -. +: m e hs OTOT s 2150 | 
47. Grosser Franzberg, oberster Felsen. (Kor. 64. 39. 8.) . He MO BEA ORDA OS | 
48, Tschentschitz, Kapelle im Dorfe, Basis. (Kof. 64. 39. 12.) . . 4629. . .1465 
49. Forsthaus, Basis des Thores. (Kor. 64. 39. 11.) 5689... 1800 
| ‚ШО Kühler- "Berg, Felskuppe. (Kof. 64. 39. 20.) Lg: , 45120 BRAIN 660 
| 51. Borislau, Basis der Kirche. (Kof. 64. 39. 26.) . . . . . 3578... 1132 
52. Pilger-Berg, Boden der Waldkuppe. (Kor. 64. 39. 25.) . . . 500 q./119)20/1 788 
53. Pilkau, Basis der obersten Häuser. (Кой. 64. 39. 27.) . . . 4807... 1521 
54, Pilkauer-Berg, nordöstlich von Pilkau, höchste МОЕ (Kor. 
64.89. 84) ). D Org (10504676 
55. Mileschauer Berg (Donnersberg). Kuppé 840 Klafter nor pawastin 
von Mileschau. (Oest. Triang.) 83511. . . 2642 
56. Mileschau, Ortshöhe, Boden bei der Schule, (Kri. 64. 20. PO, 9098 3591319 } 1206 
57. » Dorf, Vereinigung der Bäche im untern Dorfe. (1, OPH 108 gt 098 
58. ` Schloss, Basis der Terrassenmauer. (Kri. 64. 20. 18.) 3924. . . 1241 
59. Mileschauer Berg, Sattel zwischen diesem Berge und Kletschen, 
an der Mündung des Weges von Schiema in 
die Strasse. (Коў. 64. 39. 38) ...°. . . 4496. . . 1422 
60. Leinitz, Basis der Wiesenmühle. (Kri. 64, 20. 21.) 1 en. л . 1064 
Wir "y Basis der Kirche: (Kri. 64.:20. 96) 79,59 114) Ани 0519 2 179 


I. 223 


Seehóhe in Metern. W.-F. | 


62. Wellemin, mittlere Ortshöhe, (Kr 64. 20. 28.) . . . . . 92887. . , 913 | 
| 68. a Kirche, Thurmspitze. (Oest. Triang.) . os ORE AE H oe LO 
| 64. Weissaujezd, mittlere Ortshöhe. (Kri. 64. 20. 27.) (ma 89:4: a WORD 
65. Kottomif, Basis des Meierhofsgebäudes. (Kri. 64. 20. 65.) 142538 ‚neun 809 

66. Roschulka, Mitte des Ortes. (Kri. 64. 20. 26.) . . . 8461. . .1095 | 

67. Kletschen, Dorf, mittlere Höhe des Ortes. (Kor. 64. 8; 9.) (9608 T: maot 489 | | 

68. ^ Berg, Kuppe 400 Klafter südwestlich von Kletschen. | 

(Oest. Triang.) . `. 708'4. . . 2225 | 


69. Sahorz, am Kletschenberg, mittlere Ortshühe. (Kor. 64 49. 11.) DI0:04 1 20106 


39, Lobositz und Leitmeritz. 


Geogr. Breite: 50° 35° bis 50° 30° 
Geogr. Länge: 31° 40° bis 31° 50° 


| Von der gesammten Bodenfläche dieses Viereckes liegen 


in der Seehöhe von 100—200 Meter 46:8. Prozent. 
200-800" лор 98:851, 
800%4400® yf AB O.cizei 
460-4560. 110) «ани 
50026009773] tige эши) 
über 600 A 0:8 ^ 


Seehöhe in Metern. W.-F. 


1. Kubatka-Berg, oberster steiler Abhang am Plateau. (Kor. 64. 3.11.) 4685. . . 1466 
2. d Waldkuppe, höchster Punkt. (Коў. 64. 8. 10.) . 5411. .,.1712 | 
3. Praskowitz, Elbespiegel bei der Ueberfuhr. (Kri. 64. 20. 33.) . 1245. . . 394 | 
4. s mittlere Höher Ces Ortes, (Kor, 64; 3.13.) е Теона ОИ | 
ö. Rzepnitz, mittlere Höhe des Ortes. (Kor, 64. 89, Om wags 1902. . . 602 


6. Libochowan, Boden bei dem Schlosse.. (Kri. 64. 20. 32.) . . 1246. . . 394 
7. Lichtowitz, Dorf, erstes südliches Haus an der Elbe, Basis. (k. k. 


Land.-Baudir.) . . A ым” ea Pa ee 
8. Dubkowitz, Boden neben der Kapelle. (Kri 04.,20..609 7, осе HE 
9. Hradek, am Fusse des Berges, Wasserspiegel. (k. К. Land.-Baud.) 135° 6 ee 100] 
10, » Berg, höchster waldfreier Punkt am Plateau. (Kri. 64. 1. 10.) 251'3. . . 795 
11. Wopparn, mittlere Ortshöhe. (Кїї. 64. 20. 82[) . . . . . 297 1 „К. ОШ) 
12. Klein-Czernosek, östlich vom Schlosse, Basis des RAR 
Hauses. (Kri. 64. 1. 45.) . lg...‘ MOD 
13. Gross-Ozernosek, mittlere Ortshöhe. (Kri. 64. 20. 35.) У ar casey ОШ 
14. Thurmknopf. (Kri. 64. 20. Geh nu ELIO... DA 
{ I9. I Lobosch- Berg, Kuppe 670 Klafter nordöstlich v. Dillinka. (Oest. 
Triang.) . Pus» 0094" . . 1809 
16. Welhotta , Eisenbahnwe egübersetzung. (Ки, ga, E 42) Op Ee, Ji 
17, Basis nördlicher: Häuser am Wege. , (і. 64. 1. 43.) 1541. . . 487 
18. Radositz, Basis der nördlichen Häuser. (Kri. 64. 20. TR n. AME C ss as | 
19. Wehinitz, Höhe der nordöstlichen Häuser. (Kri. 64. 20. 84.) . 2111... . 668 | 
20. Lobositz, Landungsplatz an der Elbe. (k. k. Шап, = Баха.) о. ВО, , . АП | 
21. Lobositz, Modelbach, Niveau an й. Eisenbahn-Brücke. (E. N | 
Bhd ON Mia aiu. ea Өлө мышны a ЧМО | 


909 


NNN в 
ين ي‎ њ о> 


bd 
=з 


DD 
so D 


D 
jt 


Seehóhe in Metern. 


Lobositz, Gasse vor der Kirche bei den Stufen. (Kr, Gi. 20; 41.) 1423: 
Eisenbahn-Stationsplatz. (E. N. d. St. E. G.) 


” 
” 


„ Pi&tian, 


Pfarrkirchthurmknopf. (Kri. 64. 20. 
südwestliches grosses Haus, Strasse. 


Lukawetz, Boden bei den östlichen Häusern, 


. Prosmik, 


HI 


. Deutsch- 


» 


n 


Böhmisch-Kopist, mittlere Ortshöhe. (Kri 64. 
. Mlikojed, Kirchthurmknopf. (Kri. 64. 1. 41.) 
з. Ozalositz am Platze, unterm Radobyl. (Kri. 


. Leitmeritz, Elbepegel, Nullpunkt. (Katast. Verm.) . . 


Basis der Fabrik. (Kri. 64. 20. 88, 


Dorf, Kapelle Set. Franziskus, Basis, 


Kopist, vor dem Thore der östlichen 
(Kris Gg b ON), 04 01b 


. Theresienstadt, Eisenbahn-Stationspl. b. Bausov. 


40.) erri 

(kr, 64, 20. 36 
(Kr, 644) 20. 3 
) 


0:3 
) 


902. 
18476 . 


821814 
IALO 


(kiki Land.-Baud,) 1442 . 


Häuser am Wego 


(E.N. d. St. E. G 


J IOS. 


Schlusssteinkante des nordwestlichen Thores der 


Festung. (Kri, 64. 1. 24.) 
Chaussée, Kreuzung derselben, 
nach Leitmeritz. (Kri. 64. 


Garnisonkirche, Thurmspitze. (Oest, Triang.) 


Sohle der Mühle. (К. Е. Land.-Baı 


nO 07. 
64. 1. 39). 


id.) 


östl. Vorstadt, Ende auf der Strasse. (ті, 64. i 60. 
Schiesshaus, Basis... (k. k. Land.-Daud.) Aa n 


Kettenbrückenfahrbahn. (Kri. 64 


1. 21.) 


Pflaster am Ringe beim Krebs. (Ke p4. 1. 19.) 
jischöfliche Kirche, | Dachthürmchen, Spitze. (Oest. 


Triang.) 


Thurmknopf, St. "Stephan. (Kris 64,0, 61.) ‘ 
bh, von, der Stadt. 


Oberhalb der Ziegelhütten westlic 
(Kri. 64. 1. 64.) 


Pokratitz, am Wege, wo das Dorf sich theilt, 


Radobyl- 


9. Michelsberg, 


n 


. Kamajk, 


” 


» 


. Tlutzen, 


” 


. Gaubehof, Einfahrtsthor. (Кїї. 64. 1. 62. 


„и gt 9, 


von diesem Orte 


1. 22.) 


149'6 . 


\ 


HORO: 


) 1469 . 


),229'4 '. 


Berg, Kuppe 1050 Klafter südwestlich von Leitmeritz. 


(Oest. Triang.) 


mittlere Höhe vor dem Gasthanse. (Kit! 64. 1, 46, 


) 247-9. 


Kuppe nordöstlich von demselben, Ost-Nord-Ost, von 
Gross-Ozernosek. (Kri. 64. 1. 47.) . 


. Kobloschka, mittlere Höhe. (Kri. 64. 1. 49.) 
2, Mirzowit 


z, mittlere Ortshöbe. (Кїї, 64. 1. 51,). 


oberste Häuser unterm Schlosse. (L 
Berg, Ruine auf der Kuppe, östliche 

©з H 
r 


dem kleinen Kegel südl. davon. 

kleiner isolirter Hügel südl. 

(Kof. 641,8, 

Anhöhe 300 Klafter südöstl. V. mi 
Teichhäuseln. (Kor. 64, 2. 6.) 
oberste Häuser am Waldrande. (Kor. 


Triang.) 


ohrm.) 


5 POT D. 
RII 


Mauerreste. , (Кїї, 


Jordan-Berg, waldige Kuppe (Kor. 64. 2. B) T OMEN Etpe 
56. Radiske-Berg, tiefster Punkt des Sattels zwischen Radiske uni 


„41948 


(Ko 64. 1. 4 


(3907 J 
; Ddoe 
1 


vom Radiske-Berg, 


oe, (Oost. Triang. 


61.8. 5) 


Drabice-Berg, Sattel zwise hei АШЫ u. De plik. (Kok. € 64. 4: 2, 


” 


Waldkuppe südlich von Sebusein. 


(Kot. 64. 2. 4.) 


) 5381. 
./316:0 . 
359:5 . 


"1. Deblik-Derg, Kuppe 700 Klafter südöstlich von Zirkowitz. (Oest. 


&55'6`. 
290'0 `. 
433°6 


W.-F. 
455 
475 
584 
444 
420 
446 
456 


581 
484 


68. 
69, 


70, 


Seehöhe in Metern. 
. Hliney, Kohlenschacht aut der Strasse nach Венвен Schacht- 


haus.. (Kor. 64. ligu e.c 3843 
- hóchster Punkt + Sattels АӨ Badiske; u. Jordan: 

Berg auf der Strasse von Leitmeritz nach Hliney. 

(ofa d. did) (1. brit y сло sob Ghee er. 
m Schulhaus mit einem Thürmchen. (Kof;,64. 2.193) sah 400;8 . 
^ Weg von demselben nach Kundratie, höchster Punkt am 


Rücken... (Kot. 64i (ärch. kan, ми) гоч О. anb oda bein 
Welbine, ті. Höhe des Ortes. (ot, 64. 2. 11.) . . . .489:6 


m waldiger Rücken nördlich davon, südlich von Babina. 
(Kor. 64. 2. 10.) wie ok aint). alu 


Kreuzberg, südl. Kuppe, Basis des Kreuzes, (Кїї, 640.00 1,бь)}089‹8 


71. Jungfrauenstein, höchste Kuppe. (Kris, 64. 2, 5)... 4 GO40 . 
72: Skalitz, mitt, Hohe des Ortes. Oo Gi 2115.) 1.04 11.325018... 
78, im Walde, Basis des Kirchleins. | Kri. 164...1.1155.) . 385°6, , 
74. Pohorzan, mittlere Höhe. (Kri. 64. 1.57.) Hort 
75, St. Lauretta, Kapelle, Basis. ` (Kri. 64. 2. 69) . уу. омнезч 0940 ew 
76. Eulen-Berg, oberste Kuppe, (nt, 64. 1. 58.) ar bunden 1011127812 u 
77, Schüttenitz, Basis der Kirche. (On. 64. 1.56.) . кидин 2268 . 
78, ү Brüubaushofpflaster.. (Kri: 64. 2. 68b.) 14.00.2686 . 
40. Ruschowan und Liebeschitz. 
Geogr. Breite : 50° 35° bis 50° 30/ 
Geogr, Länge: 31° 50’ bis 32° oi 
Von der gesammten Bodenflüche dieses Viereckes liegen 
in der Seehöhe von 100—200 Meter 30'0. Procent, 
200--800 7). 52° (.6g 
300-4400  .5t116'8nill, 
400-—500.ig t. atro gy 
über 500 4, ^ br oly 
Seehöhe in Metern. 
1. Tfebautitz, Bachsohle an der Mündung, (Kri. 64. 19. 32. . 1814. 
2. м Häuser an der Strasse südlich, (Kri. 64. 19. 31.) 1558. 
З. Trnowan, mittlere Höhe beim Wirthshaus. (Kri. 64. 1. 59.) . 1908. 
4, " hóchster Punkt der Strasse von Trnowan naeh Liebe- 
y КОШУЛ ong Cia E ee an 
p » Meierhofsschüttboden, Sockel. (Кї, 64. 2. 26.) . 2124 
6. Gross-Anjezd, Meierhofswohngebäude, westliche Dachkante. (Kri. 
VEU IT LO IET. 
Т, » Plateaukuppe har EUM Bhlos. (Eri. 64, 
RE dae mom Pep. d 
8. Luhabach, bei Gross- Aujezd, Brücke di hs (EM H 
SUUM ие T MUN A ROS LE RM v. ay DOC ge 
9. Maschkowitz, Mitte des Ortes. ifla eit C RP dg Bee) Loo 
in Pohorzan, mittlere Ortshöhe. (Kri, 64. 2. 70) , . . 294: 5^ 


. Ploschkowitz, Brückenpflaster auf der Strasse von diesem Orte 


EU U DAR, CAN Od D. PO ei s oi vk Ce 


15 


225 


W.-F. 


. 1216 


1263 


.,1297 


‚1497 


1549 


. 2008 
. 1865 


1911 


108d 
«1220 


948 
977 
880 
717 
834 


W.-F. 
416 
493 
602 


199 
672 


593 
736 
476 
844 
932 


685 


Seehöhe in Metern. W.-F. 


` Schlossthurmknopf. (Kri. 64. 3. 2.) Mittel aus 3 Mess. 


. Goldberg, Kuppe 170 Klafter südwestlich von Michzen, 


Triang.) . 


. Techobusitz, Mitte des Ortes. (Kri. 64. 2. 72.) 

. Michzen, Mitte des Ortes. (Kri. 64. 2, 73.) . . 

. Kudeslawitz, Forsthaus, Basis. (Kri. 64. 2. 46.) . . 
. Winnay, mittlere Höhe des Ortes. (Kri. 64. Ze 7%) 
. Neu-Lenzel, Ortshóhe im Thale. (Kri. 64. = $ 
. Ober- Nössel, mittlere Ortshöhe. (Kri. 64. 2. 57.) 
91. Nieder-Nössel, mittlere Ortshöhe. (Kri. 64. 9. 58) 
. Pitschkowitz, mittlere Ortshóhe. (Kri. 64. 2. 63.) . 


(Oest. 


Thurmknopf. (Kri. 64. 5. 1.) Mittel aus 5 Mess. 


ү Kirehthurmknopf. (Kri. 64. 3. nz 
Schloss thurmspitze. (Kri. 64. 2. 21.) 


(Oest. Triang.) 


2, Nieder-Enzowan, südliche Häuser, ikisi (Kri. 64. 
. Křeschitz, Strasse bei der Kirche. ure б4 T9. es 


" Thurmknopf. (Kri. 64. 4. 5.) 


2. 25) 
b nordwestliche Friedhofecke, "Boden. (Kri. 64 
" südliche Häuser am Wege. (Kri. 64. 19. 


К Mitte des Zifferblattes der Kirchthurmuhr. 


64. 2. 23.) 


9. Travéic, westliche Häuser. Basis. (Kri. 64. 19. 8.) . 
. Klein-Nuénie, südwestlicher Meierhof. (Kri. 64. 19. 
. Gross-Nutnic, mittlere Ortshöhe. (Kri. 64. 19. 12.) 
. Wocken, Mühle, Thalsohle. (Kri. 64. 19. 13.) 

Pols, ОНЕ Kr, 04, 19/14) ^ v: e 
. Webrutz, Ortshóhe bei der Kirche. (Kri. 64. 14. 44.) 
. Malschen, Hüuser am Platze südlich, Basis. (Kri, 64. 


x Kirche, Thurmspitze. (Oest. Triang.) . 
Drahobus, Boden beim Schlosse. (Kri. 64. 13. 10.) 
Ruschowan, Ortshóhe bei der Kirche. (Kri. 64. 19, 
Trnowey, mittlere Hóhe. (Kri, 64. 13. 15.) 


? 
d Wiesenmühle, bei Ploschkovitz, südlich, Basis. (Kri. 64. 3. М 
. Ober-Rzepsch, mittlere Höhe. Gem 64. 9. 15.) Лев 
96. Sisslischenke, Boden. (Kri. 64. 3. 23.) . . 
. Selz, mittlere Ortshóhe, (Kri. 64. B4 oly 
. Zahorzan, Meierhofsgebüude u. Brüuerei, Basis. (Kri. 64. 2. 22) 


. Krzemin-Berg, Kuppe 360 Klafter südwestlich von Zahorzan. 


17.) 


. Podéapel, Elbeufer, Wasserspiegel e der Ueberfuhr, к 64. 
i 24.) 
(Kri. 


11) 


14. 55.) 


16.) . 


St. Wenzel, Basis des Kirchleins nordwestlich von Wel 


(gn. ТОЈ ET DN 
Liebenken, nördliche Häuser. (Kri. 64. 13. 14.) 


. Giesdorf, mittlere Ortshöhe, (Kri. 64. 13. 18.) 6 
. Hollay-Berg, Plateaukuppe bei Zahorzan. (Кїї. 64. 
. Skalkenberg, Höhe der Kuppe bei Enzowan. (Kri. 64. 2. 
. Horziglberg, südöstl. von Kuttendorf. (Oest. Triang.) 
` Kuttendorf, mittlere Ortshóhe. (Kri. 64. 4. 8.) ; 

. Mladey, Mitte des Ortes. (Kri. 64. 9. 29.) 

. Sobenitz, mittlere Ortshóhe. (Kri. 64. 2. 60.) 


Kirche, Thurmspitze. (Oest. Triang.) 


” 


3. 6.) 


16.) 


. Ploschkowitz, Meierhof, Hofraum, Pflaster. (Kri. 64. 2. 65.) 2371. 
2580. 


4344 . 
241°3 . 
3236. 
3074. 
2633. 


2363 


8129 . 
2847 . 
201:3 . 
286'0 ч 
20TH, 
SEW 
2447 1; 
23441 
164:5 . 


17311 


190:2 . 


289'0 . 
10982... 
1421. 
1408 


TOI, 
141°6 . 
1485 . 


165:5 


I48'0.. 
1470 
144 f. 
143'6 . 
1907... 
1 
2840. 


Zia 


LOI 
Tao 
292,8 . 


910% 
2738 . 
2689. 
2998 . 
3409 . 
3704 . 
359:9 . 
386:2 . 
309°7 . 
3458 . 


750 
816 


. 1374 


763 


. 1024 


973 
832 
748 
990 
901 
637 
747 
657 
783 
774 
742 
520 
548 
602 


758 
501 
450 
556 


443 
454 


594 
468 
467 
458 
455 
493 
508 
740 
872 
610 
589 
7891 


796 
866 
835 
949 


` 1079 
11177 


1117 


` 1064 


980 


` 1094 


I, 221 


Seehöhe in Metern. W.-F, 


60. Mühlberg, Kuppe nordwestlich von Sobenitz. (Кїї. 64. 3. 26.) 471°3 1.20.1576 
61. Trnobrand, mittlere Ortshóhe. (Kris 64. 19.) 32.) JordoW Meddo .. .. ..1091 | 
62. Ober-Koblitz, Mitte des Ortes. (Rei, PERSON BON. Läb, BOSD . O68 | 
63. Nieder-Koblitz, Ortsmitte, (Kri. Gin au), Aën, 889 | 
64. Simmern, Dorf, Ortsmitte, (Kri.64, 9. 24) 202 25. 196900 20851 | 
65, Liebeschitz, Stadtkirche, Thotmknopt (rin 64.40/38!) "ie deiere), — 740 | 
66. $ östliche Vorstadt an der Strasse, (Kri. 64. 4. 9.) 2685 йз 850 | 


97. Olhotten, Ortsmitte. (Kri. 64. 10. 24.) . puni NEE E EE 
68. Laden, Dorf, südwestlich vom Triangulirungspunkt, Boden der 


nordwestlichen Hausen | (Karis 64 ohOw Rp miodiotipe ВИ B1Lwobondo69 00 

69; Pfehof, mittlere Ortshöhe, (1107264. 189118) ил. тэат xob. 91201120. „Темпо. 16 907 
70. Straschnitz, Boden beim Osteingang in die Kirche. (Kri. 64. 

[OH 2/0005. (АФ. ROC ае sero d EE MAU 


41. Hrobitsch und Tuhan. 


xeogr. Breite 509 35° bis 50° 30° 
Geogr. Länge 32° 0 bis 82° 10° 


Von der gesammten Bodenfliiche ‘dieses Viereckes liegen 


in der Seehöhe von 100—- 200 Metter 2°5 Prozent, 
Moe OI diii ` v он 
aA RAUM 5. SAACH, 
über 400  , e QM 


Seehóhe in Metern. W,-F. 


Ir Tetschendorf, mittlere Ortshöhe. (Kris, 164105129) . 008 . 91911009881 628 
2, Roche, im Thale mittlere Höhe. (Kri. 64. 10. Je pitt au90918. . 624 
З. Wedlitz, mittlere Höhe. (Кїї, 64. 13. 12.) .. able 602 | 
4. Julienau, südlichste Häuser, Basis. (Kri. 64. 15, Fr d'H TrA 861 


| 5. Kalwitz, Boden bei den südlichen Häusern beim Kreuze. (Kri, | 
| : GALS 1 Kon) Müssen. (KO Bis ORG U etr UO MI so ucc. MINE 
| 6. Sandhöhe, Anhöhe 500 Klafter südwestlich von Raschowitz. 

| (Oust. Brand) Won bh, Hansen [Боз Ao ud 213 Sellos 0 NEQU 


Т, Hradek, Ruine nordwestl. v. Raschowitz, Gesimsvorsprung, am 
Thurio oben ил. 641109 ә... о OBOE. < . 1087 | 
E Schönborn, Dorfhóhe. (Kri. 64. ani 8b De al “Pi On ndëgb-gaoat) , 1228 
9. Domaschitz, üntere Huüüser. (Kor. 60. Vr 24.) tie OL, ^b CONO Capo. 1001 | 
10, » тетя oberhalb dieses Ortes. (Kri. 64. | 
11 16, 8.) A. E LO, т. 1088 | 
. Wobrok, kahle Kuppe östlich von diesem. Orte. (Kor. 64. | 
18A 9, Wem MW BEL TER: COO т LOT 
2, Tuhan, Knopf des Thürmehens auf adar KA (Koř. 65. 
15 g. Spr piaui im Ore ame Kremna uN dreier 817.9. . . 1004 
E n Bergrücken, nordwestlich der Kirche in Tuhan. (Kri. 
14 CL RIO OD) REMO СЕ aM Seu RC 894... .. . 1027 
. Maschnitz, nördliche Häuser, mittlere Höhe des Weges. (Kor. | 
B ^ 8559. 18) u, Kiwi, Aude?) (соевое... 810 | 
i осие, nördliche Häuser, Basis. (Poo PLOY. op od 281'9 T5 va. EES | 
? Urobitsch, Kirche, Thurmspitze. (Oost! THANE. AMY i90. Beano CS TOTAM | 


| 15* 


228 I: 


Seehöhe in Metern. 


17. Hrobitsch, ein Sandsteinplateau nordöstlich von diesem ws 
oberhalb Wobrok östlich von Domaschitz. (Kri. 
uou En iy 405: 
18. Sukohrad, Basis des Se hüttbodengebitudes. (кї. 64. 15. 19.) 254121 
19. Hubina, Mühle, Thalsohle des Gablovkabaches. (Kri. 64. 15. 25:):0 228 
Dorf, nördlichste Häuser am Wege. (Kri. 64. 15. 26:) 272" 


20. d 

91. Wachberg, Kuppe. ` (Kri. 64. 151,28.) 5017.100 пл Мито А B19'l. 
92. StfiZowitz, südliche Häuser im Thale. (Kri. 64. 18. 407). .9Mi291/0 , 
23. Auf der Hore, Punkt auf dem. Plateau. (Кгі. 64. 15; 27.) .^ 3100 . 


24. Schnedowitz, Thalsohle beim Meierhofsgebäude. (Kri. 64. 18. Qh) oi 2351810, 
25. Lummel, Ortshöhe der Häuser am Plateau. (Ктіл6и. 1V75:9))O 3228 


26. M Berg, Anhöhe 260 Klafter westlich von Stracht, 
(OR Tiang). IE DAL, б. Lé MOO MONO RER 358:5 
27. Stracht, westliche Häuser, Basis. (Kri. 64. 15. 22.) . . . 949'0 . 
28. Spitzberg bei Medenost, Basis des Thurmes. (Kor. 00 9, 16.) "90011 . 
29. d Thurmhnopf. AR "65. 8. (Bien py» 963°8 . 
30. Pokolitz, an der Strasse nach Dauba. (Kof. 65. Dar)  . . 21873 
31. Wallach, obere Häuser, (Kor. 65. 9. 17.) .. . . . on 9073 
32, Sakschen, an der Strasse nach Dauba. (Kor. 65. Dar) . . 2294 
33. » Thal an der rechtwinkligen Wendung zwischen diesem 
Orte und Pawlitschka, (Kor. 65. 9. 25) . . . 2521. 
34. Sattey, Basis der Häuser nächst der Kapelle. (Ko 68,09, 397j998:99 
35. Eichberg, Ort, am Südabhange. (Kri. 64, 15. ré TURIN Ke ВО, 
36. Welhütta, hóchster Punkt des Weges zwischen diesem Orte 
und Sattey, Mittel aus 2 Messungen. (Kor. 65. 
MOL.) War uper Leber. Be. DA... JOLO . 
37. Pawlitschka, Kapelle im Dorfe, Basis. (NOT. бо, 9, 22) . ^. 106076. 
38. Auf der Tschapkeule, südlicher Felsenabsatz, unteres Ende des 
Plateau‘ (Жой, 68, 8429). ` ei 385°9 . 
39. Tschir-Berg, Anhöhe 800 Klafter nordwestlich von Sattey. 
(Oest. Triang.) ^ Л), PROG, IIIT NPO QUI 


40. Schlossberg, bewaldete höchste Kuppe; nördlich von Wobrok, 
nordwestlich von Tschirberg. (Kri. 64. 15. 10.) 4327 
41. Sebitsch, Basis der oberen Häuser. (Kot. 65. 10, 13.) . . 23594. 


42. Dauba und Hirschberg. 


Geogr. Breite: 50° 35° bis 50° 30‘ 
Geogr. Länge: 32" 10° bis 32° 20° 


Von der gesammten Bodenfläche dieses Viereckes liegen 


in der Seehöhe von 200—300 Meter 24:1. Prozent, 
300-400 7, 781, 
400500 ` iss 
über 500 "T 05 


” ” 


Seehöhe in Metern. 


1. Töschen, Basis des, grossen. Gasthauses neben der Kirche an 


dex, Strasse. (Kor. 65. 9. 9.) .. apr. 02999 . 
д; o Quelle an der Strasse von diesem Orte mäch Mikeno 


Westabhang bei Kluk: (Kot 65. Bar.) ee, 2567. 


Wee 


il 299 


| Seehóhe in Metern. W.-F. 


| 9, Töschen, Kirththurmknopf.’ (Kor. 65. 9. 10.) I Jg тоос gas 
4. 5 höchster Punkt der Strasse von diesem Orte nach 
ШАШ КШ uy IBN EE T EU. Vou ru An et E 
5. Schönau, oberste Häuser unterm irossen-Berg. (Kor. 65. 
Ge, OEY aa St i bodie a "saei Mé 
6. Höchster Punkt des Wages | von Dauba nach Mšeno, östlich 
VOU WIKOW om ИЕ EON ODE DU won wa no bla ^. LOOO 
7. Herrendorf, Häuser am Plateau. Or Qua emu, гас, 
8. Engerstein, Kuppe zwischen diesem Orte und dem schwarzen 
Kreuz sumo von Danbu' (Kote Bo Dam) foc soe ^L. 789% 
9. Dauba, bei der hosspresse, Brücke über den Bach. (Kor. 
05. В Pm. Vite a NES 
10, h Strasse von hier nich Habstein "ШЕ vom Thi punks 
bel ROUENU “(Kor OO Bary you. m Dr epo Ges, esse lab 
11, a südlich beim schwarzen Kreuz. (Kor. 65. Bar.) Ban Dol Li A i OY 
12. ү Gasthaus zum Herrenhaus, im 1. Stocke, Mittel aus 
о NOT ТУ SOS TREE Ce ek MOOS И 
18. » Pfarrkirche, Schwelle des nördlichen hores. (Kor. 
' Og ШР, у, М; COO UN ыу OY 
ШЕК, Pfarrkirche, Spitze des mittleren Giebeldaches derselben 
(Kor. 65.9; 48.) Ee a Ei Ni Al. A) A 
15: ” Strasse von diesem Orte nach Habstein im Thalpunkt 
bei Rodeland. (Kor. 65. Bar.) . o ROSA MT ‚ 1021 
16. Alt-Perstein, Ruine. Scheinbare Basis. (Call. 65. 94.) . : 7092 alday 
17, » Ruine. Oberste Mauerkante, Mittel aus 6 Mes- 
BUN BEN.“ (Ое dO, BEA) Autors з, Bet t dU o DUM 
18. " бое Тн ЕЕ" (WOR “Old. (ET WED,» Lom) 
19. Buttler Kapelle, Waldkuppe bei derselben. (Kor. 65. 9. 46.) 3540. . . 1120 
20, Wrehhaben, mittlere Höhe bei der Kapelle. (Kor. 65. 9. AON O00. « 1080 
21. » Knopf des Kapellenthurmes. Mittel aus 3 Mes- 
99 sungen. ` (Call: 65. 840.)..°. TOL Odo ee MODE 
al K höchstes Haus am Berge, unter Alt- Pa ЖЫ Basis. 
| Al 95,7929) 999) 90 vue ii OROUA a a ШШ 
28. Kortschen, Waldrand südwestlich von deng Orte. (Kot. 65. 
ou RER il tea Wil (CO QM AUNT АИДА E deeg: Ml ОЗИ 
de. Rodeland, Basis der Häuser, COMO OR Aw. ns MAT АТО а s. OLB 
быу Neuhof, Basis des Hatises, "(Kor.’65.'9.38.) aosa SAI. шалады ләсе г 
26. Ober- Eichberg, Basis’ des westlichen Hauses. (Kor, 65. 9. 21.) "841-7... . 1081 
27, Eichberg, Anhöhe 120 Klafter südöstlich von Ober-Kichberg, 
Opis west von еш. (Ооң. (Тир ee N^. a. 12b] 
28, Rodisch, bei Dürchel unterste Häuser im "Thale. TKON, O0, 
9c LOM bo ER CAP: mss suey TUNER DCH 
9, Klum, mittlere Höhe der н in der Nähe der Kirche. 
30 (KEES OO: uf viene, i Ме Өй: YS 3301 ш. „з. dU 
31 » ` Kirehthurmknopf. (Kor. 65. v 39.) мер no. . =, 110% 
. Maschwitz, oberer Waldrand westlich von diesem Orte. (Kor, 
39 0,5,:,0. ТИШ) МАР (ër ЧӨЙ «MUT SEH ie ho en > 
ү n Häuser mitten im Orte - am | sKreozungspunkt dreier 
m Wege. ROY. N EPG quib, pnmo HIE PROB, « — 1984 
Н D Berg, Einsattlung zwischen den beiden östlichen 
| 34 Kuppen, (Call. 65. 509.) UN UP Wohl CM Vue d eu OG i. 10280 
| н » Berg, die zweite östliche Kuppe, Spitze. (Call. 
VOM DER OUR NT О, пру. Жир STROBE МИНА ee Тате 


Seehöhe in Metern. 
4760 . 
ДАДА, 
3091 . 


. Settiner-Berg, bewaldete Kuppe. (Call. 65, 322.) . . . 
. Neu-Kalken, neue. östliche Kapellensäule. (Call. 65. 424.) 
. Alt-Kalken, Haus am Westende. Basis. (Call. 65. 511.) à 
. Kalken-Berg, Kuppe 760 Klafter südwestlich von Hirschberg. 


(Oest. Triang.) 


. Stederej , halbbewachsene Kuppe. (Call. 65. 452.) . . 0. « 
. Binai, Nordostende des Dorfes an der Strasse nach Dauba. 


Basis... С бо, 885), e 
Joerg, up di н Kuppo, Son Mittel aus 2 9 Mes- 
sungen, (Call. БОШ pe ah Ar н › 


. Horka, Dorf, Чул” hóc m Haus, Son (Call. 65 . 502.) 
3. Kortschen, Kalvarienberg, Einsattlung "zwischen diesem und 


Schneideberg am Fahrwege nach Sirtsch. (Call. 
65. 520.) ry е ME 
Dorf, grosser Bauernhof in der Mitte, sasis. (Call. 
65. 490.) 

Berg, Kuppe 180 Klafter "shadstlich von Sich hen. 
(Oest. Triang ) 


3. Kahlenberg, östliche halbkahle GE (Gall. 65. 500.) 
. Aspenkamm, hahle Felskuppe. (Call. 65. 497.) 


Grosser-Berg, Quelle unter diesem im Thale an der Strasse. 
(Kor, 65. Bar.) . 
" westliche vorspringende Felskuppe, Kante, (С all. 
65. 498.) . 


. Peschkaben, Jügerhaus, Ecke des Schuppen, Basis. (Gut. 


65. 1082) 


. Sachey-Berg, westl. von A. Perstein, (Kor, 65. 9 43.) í 
52, Gauten-Berg, oberes Thalende am. Fusse desselben, (Kor, 65. 


Bar.) fer Aë vini Ht NA 
ж untere Terrase am Weee Geh Töschen. (Kor. 

65. Bar.) Site 

höchster kahler Punkt. (Kor. 65. 9. 12.) 


5. Ratsch- Berg, Plateau südwestlich von Téschen, (Kor. 65, 9. 14.) 


56. Nedoweska, untere Häuser. (Kor. 65. 9. 53. 


* jerg. (Oost. Triang.) iN 
Draschen, mittlere Höhe, obere Häuser, (Koi. 65. 9. 52.) 


. Ober-Wlkow, am Wege nach Schedowitz, bei dem t 


Оше... (Коў. 65. Bar.) 


30. Gross-Blatzen, östlicher Ziegelofen im Thale. Haus, Basis, (Call. 


65. 556. ) e * qa 
m Haus in der Mitte des Ortes, Basis. (Gall, 65, 554.) 


. Klein-Blatzen, Meierhof, scheinbare Basis. (Call. 65. 544.) 
3. PorZim, Basis des Kirchthurmes. Mittel aus 3 Magnae (Call. 


65,. 18) + 
»  Kirchthurm, Spitze. Basis des "Kreuzes, Сш, 65. 18.) 
» Nach Angabe der Oest. Triang. 


. Sirtsch, nordwestliche Kapelle an der Weatheiung. Basis. (Call. 


BDO RR ey + 
" Gasthaus zum grünen Baum. Scheinbare Basis, (Call. 
je ee 


7. Thein, im Thale südlich bei Thein, etwa. 15 Vini" von der 


Trennung des Weges nach Hauska. (Call. 65. 535.) . 
»  Meierhof, scheinbare Basis, (Call. 65. 457.) «96 


8721 


380:4 . 
2904 4 


3888 . 
3490 . 


3340 . 
8451. 


BDO da. 
3610. 
420%. 


bU.» 
4094 . 
DP Û. 
401°5,,. 
4510 . 
3797 Is 


302:0 . 
3218 . 
8508 . 


9/59 


89674,17 
399'2 . 


3452 


3621. 


3214 . 
3494 . 


WF. 
1506 


. 1000 


978 


миы! 


1204 
919 


1280 


; 1104 


. 1057 
‚ 1091 
‚ Al 


‚ 1142 
‚ 1884 


168 
1497 


1068 


' 1101 


891 


981 


. 1295 


1239 


„1270 
. 1445 
. 1201 


. 1108 


956 


. 1018 
I 


. 1189 
. 1258 
..1263 
. 1092 
. 1145 


. 1017 
. 1105 


| 
| 
| 
| 
| 
| 
| 


| 
| 
| 


Т. 231 | 


Seehöhe in Meter, W.-F. 
69. Luken, einstöckiges steinernes Haus in der Mitte des Dorfes. 


| Seheiubane ‘Basis, (Call. 65. 302.) ........C A. . € 293885... .. 1055 
70. Tacha, Dorf, > unterste westliche Haus, Gartenzaun, Basis. |! 
| (Call. 65. 494) . . ball Gh. 42 58:.25..0) 88 RE < «1000 |! 
| "h. , Berg, bob 280 Klafter- südöstlich der östlichsten ul 
| Häuser von Tacha. (Oest. Triang.). . bm49 v T. . . 1504 |! 
72. Posel, Mühle, jetzt Jügerhaus, Basis. Mittel aus 2 Messungen. M 
(Call. 65. 435.) . 9719 . . . 860 ll 
73. Hirschberg, Eisenbahn- Stationsplatz, Se Menen à Baki, GN ill 
Da giu. (Balt. G6, ire à БВ... . RES UI 
74. " Knopf des Kirchthurmes. * (Call. 65. 312) . расо ddt T . . 999 
75. » Ziegelei am nordóstlichen T'usse es Kalkenberges, |! 
Basis der Trockenscheuer. (Call. 65. 333.) . . 305:8. . . 968 | 
T6. " Schlossthurmknopf. Mittel aus 6 Messungen. (Call. | 
65. 310.), ebenso nach Angabe der Oest. Triang.) 3172. . . 1004 ll 
77. Klatschken, bewaldeter Hügel östlich vom Grossteiche. (Call. || 
89899) «sous & ena den «Homar .. . 1008 Il 
48. Schloss Bósig und Weisswasser. 
Geogr. Breite 50° 35/ bis 50? 30° | 
Geogr. Länge 329 20° bis 32" 30° | 


Von der gesammten Bodenfläche dieses Viereckes liegen | 


in der Seehöhe von 200—300 ,„ 347 ^ | 
800—400 ^, 688 " | 
400—500 , TW d | 
über 500 , 0:3 E 


Seehöhe in Metern. Wb, | 
| 1. Kuhbrücke, Hausgiebel. (Call. 65. 428.) . . EUIS 0 05 
| 2. Heidemühl, Basis des Jügerhauses. (Call. 65. 497) . ERO (o6 Meu DISTR 


| 3. Flössel, Jügerhaus, von diesem südöstlich etwa 200 Meter am 


Marienweg. (Call. 65. 562.) . . 289 9 we OD 
4. ^ Basalthügel südlich vom Jügerhause. (Call. 65. 561.) d MET E 
5. Schattenberg, Spitze des Basaltkegels. Oberste Kante. Mittel 
NUS 2 MOEREN: TORI UU. DAS Ta e TO a Ко TOU | 
6. Bösig, Eisenbahn-Stationsplatz, Schienen der Bahn. (E. N. d. I 
Bi NC m TENE ЧИ li 
7. Schlossbösig, Dorf, Kirche, Basis. (Call. 65. 21). ; OGY ^f" 21298 
8. y Kire hthurmknopf. Mittel aus : 3 Messungen. (Call. 
War, mu 4308 . *. . 1368 || 
9. " das oberste nordóstl. Haus am m Berge. (Gall. 65. эз.) аро о LEO Il 
10. Grosser Bösig, Berg, das mittlere Hauptthor auf dem halben Il 
Bergê. Basis (Call; 65, Ol is CIS. vo pU 
11. » Kuppe, 300 Klafter nördlich von Unter- Bosig. 
(Oeste "ПАШ ) ТО e tua ros t, d v 2 MDO E LIO 
12. » Brustwehr der Plattform des liohen набав 


Кт. БЕЗ. ISO gene, 5 DICH Oe. ue 


` арн рин EE 


| Seehöhe in Metern. W.-F. 
n 13. Grosser Bósig, Spitze der Pyramide am hóchsten Thurme. (Kof. 
H ёш OB ens) (8209 EN UH) Глен Aude / -2027 
H 14. A Schlossruine. Nördliche Basis an der Kirche: 
i (Call... 65, B.) i DEN DECH, EOD. ER ER ОЗЕ ОВА ie (LB BO 
| 15. 5 Schlossruine, obere "Mauerkante des hohen Thur- 
mes, ‚Mittel aus 30 Messungen. -(Oall. .65162.)00:685'9]! . |. 2012 
16. » Einsattelung zwischen diesem und dem kleinen 
bosig. Llermter.Punkt. (Call. 66...85.) .. COSA 888080), +, 1527 
17. Kl. Bósig oder Neuberg, en an demselben. Basis. (Gall. 
| RE ABREU. Si, cen Aa, ВОО... 1986 
| 18. n Felsenspitze an dér Kappe: 7 ‘all. 65. Bé «pb az... 1820 
| 19. Wobern, Torfstich «dabei; Nordende. (Cal. ep: dät, иф 1450700. . . 857 
20. M Chaussee am ersten. Hausei'(Call.:65./848.)^ ^i! 25» «979:0 , . . 886 
21. Wocken, Eisenbahn-Stationsplatz, Schienen der Bahn. (E. N. d. 
BIN Boss OR E 1, 874 
22. is Basis des Rirchthurnies; (« ‘all. ep 346.) BUA, 3919049809122. NO 210) Л. 89% 
29. mg Kirchthurmknopf,. Mittel aus 3 Messungen. (Call. 
60. VA NINE Eos o E ЖМИ ee SONO 
24. Zdiar, Jügerhaus. Schuppen. Basis. (Call. 65, 460) . . . «AOD . . 908 
25. ., Mitte des Dorfes, Basis, (@all,,.65...2999) oad rf 9028/9. Iv AE 
26. , Berg, Anhöhe 225 Klafter nordöstlich von Zdiar. (Oest. 
Triang.) «ap andan! ata. 1090 
27. Pankraz, Jägerhaus. Scheinbare- Basis. (Call. 65. 80.) Ao RIOT una 1001 


28. Hlinowischt, südwestlich davon beim Jägerhaus „u Engel“, 
Thor im, Thiergarten. : Tiefe der Schlucht, (Call. 


008 D IDEM. SOBRE P... 944 
29. y Jügerhaus „u Engel, Basis, (C all. 65. 444.) b 08006 M «070 
30. N an der Chaussée nordöstlich davon. Tiefe vor der 
Brücke. (Call, 65, 262s)... (0982409 uo LOR 
31. " Kreuz in der Mitte des Dorfes, Basis. (Call. ¢ 
29255. Dur. 0040 V. « vw ШОИ 
32. Weisswasser, Thal. Am Teiche éberbialb. ie Papiermihle "bei 
der Ausästung des Weges zum weissen Kreuz. 
(Qai 05354005) A, ve d'a bas Өр! A nar acre TO. 
Ba. и Eisenbahn-St: stionsplatz, Schienen der Bahn, (E. 
BN. OLB ХВИ © «12 V onn "aa MART DT deo 
84. y Chaussée v. hier nach Hrdlotez, nächst der Wald- 
ecke beim Jügerhaus Hola. Oberflüche. (Call. 65. 
OTI ni KI She sige ae 
А 35. " Thurmknopf der Pfarrkirche. (0 all. 65. att BLO Cr wh. ay EU 
36, " Thurmknopf der Augustinerkirche, Mittel aus 7 
Messungen. (Call. 65. 4.) . ‘ apa or, ~ 1004 
| 37. » südlich, Alkoholfabrik im Thale. Stidostecke, Ba- 
| sis. Mittel aus 2 Messungen. (Call. op, 62,).1...2495 . . . 790 
b 38. e Schloss, Schemtbare Basis. (бай OO. 79 . Terre Aw 899 
|! 39. T Schloss. Nordwestecke. Fenster der meteorologi- 


schen Station im 2. Stock. Mittel aus 3 Messun- 
EPICURI OO Wee E an DOE 


40. h Schlossthurmknopf. Mittel aus A Messungen. 
(Call. 65. Bela ie 10 ie e OP Ur aia me ID DE MN E DOY 
41. d Thurm des К. К. Bezirksamtsgebäudes. Thurm- 


knopf. Mittel aus 3 Messungen. (Call 65. 3. „83314. . . 1045 


I. 283 


Seehöhe in Metern. W.-F. 
42. Weisswasser, Gasthof „zum schwarzen Adler? , Nordostecke des 


Marktplatzes. (Call. 65. 356.) . din, 985:9/3090 , 916 || 
48. ^ südlich davon Kapellonsäule südwestlich am Wege |! 
nach Bfezinka. Basis. (Call. 65. 43.) . . QUUD. . . S59 || 
44, ý Kalvarienberg, das mittlere Rolain: Solsinhare Il 
Basis. Mittel aus 2 Messungen. (Call 65. 40) 2305:8. . . 968 
45. nordöstlicher Basaltbruch am Wege nach dem 


Fetter alu О. (БОЛИ ОТОУ). лала) с. 9819 4 .. ., .996 


46. m Nördlicher Basaltbruch am Waldrande. Oberster | 
Rend: (Call. 60/499 wey 9181 9... -. 1008 | 
4T. ^ An der Chaussée von diesem Orte nach Hirsch- | 
berg. Ausästung der Strasse nach Schloss. Bösig. il 
Ae D. DR, О г SED tttm 7... о Cs O iij 
48. Biela - Berg, Kuppe 480 Klafter nördlich von Weisswasser. | 
(Oest. Triang.). . 341:9 . . . 1082 | 
49, Wazatka, Kapellensäule südlich davon. Scheinbare Basis, (Call. 
BS UR Joris 398-2 ., „1. „1109 
50, b nordwestlich davon am Wege nach Neuschünke, Ka- 
pellensaule, (Call, 68.201.) o-oo es a nn DOSE APRES LORD 
51. Neudorf, Haus in der Mitte des Ortes Nro. 15. Südostecke. M 
Basis. (Call. 65. 15.) ү te AD <, uS || 
52, r Teichabfluss. Dammkante. (Gall. 65. 14) Aue. OOS... . BOO | 
58. d Haus Nro. 56, Scheinbare Basis, (Call, 65. 173.) , 2744 ., ., 867 | 
54, N Basis der Glockenkapelle in der Mitte der Ostseite || 
(Call. GDA pi ТВ. sur are S10 


55, Neuschänke, Dorf, Platz vor dem Thgerhause, (Call, 65. 196.) 29030 9 >, ^. OOS 
56. Basalthügel, östlich vom Schlosse Bösig, am Wege nach Neu- 

schänke. Mittel aus 2 Messungen. (Call. 65. 440.), 3873 . . . 1225 
57. Lissaj-Berg, Chaussdebrücke südlich von demselben und vom 

Dörrholz. (Call. 65. 100.) , . a 28859 V ., ., -GIS 
58, ^ Kuppe 600 Klafter nordöstlich der nördlichsten 

Häuser von Neudorf. (Oest. Triang.) . 1 9009 9 ^. ~ LIOR 


59. In der Balz, im Sattel von Neuschünke auf der SUE ныд; 
(Call. 65. 192.) . . Чу о OTL || 
60. Im Marienwege, Weathoilang, in der Balz, (Gall. 65. 186.) e APU wg HEN | 
Olan, » in der Sauerwiese auf der Brücke. 3 65. 
SEO Bidat UM T UT NET e 
62. " im Dörrholz auf. der Wasserscheide. (Call. | 
i 65. 180.) N A OIM Zo. e CL | 
63. Eierbrunn, Brücke am veniri share. dito, АШИ | 
sohle. (€ all. als prm E АЗДЫ sees ee OG | 


64. Jesowey, Haus in der Mitte des Ortes am südlichen Thalrande. 
Gartenzaun. Nordwesteck. Basis. (Call. 65. 221.). . 8984... ...1039 


65. „ Вавіз der Windmühle. (Call. 65. 226.) . . - dét". "gës 
66. M Berg, Kuppe 860 Klafter südöstlich von Hühnerwasser. 
(Qest. Triang.) . . BODEN: D. a 0 \{ 


67. Dörrholz, Jügerhaus bei Neudorf. Scheinbare Basis. (Call. "65, D) 
AE E ert а ON O e PORE, ed ke Ole 


— 


a Eee nun 


44. Münchengrätz. 


Geogr. Breite: 50° 35° bis 50° 30 
Geogr. Länge: 32° 30° bis 32" 40° 


Von der gesammten Bodenflüche dieses Viereckes liegen 


in der Seehöhe von 200—300 Meter 69:8. Procent, 


800—400 ua" 800, з 
über 400, 0:2 " 


Seehöhe in Metern, 


. Ober-Gruppey, Kapellensäule im Dorfe. Basis. (Call. 65, 1028. 2888 . 


2. Nieder-Gruppey, östliches Steinkreuz zwischen zwei grossen 


u. sehr alten Akazienbäumen. (Call. 65. 467.) 
Jügerhaus. Scheinbare Basis. Mittel aus 2 Mes- 
sungen. (Call. 65. 219.) 


” 


‚ Horka-Berg, Waldrand an demselben, östlich von Ober- mmm 


(Call, 65. 224.) . 


. Ober-Rokytey, grosses Haus mit Giebel in det Mitte des Ortes. 


Basis. (Call. 65. 470.) 
nordöstliche weisse Steinsäule. Basis, (Call. e 
469.) Ma d. 
Nieder-Rokytey, einstöckiges Haus mit "Giebel, am östlichen 
Thalgehänge. Scheinbare Basis. (Call. 65. 471.) 
Нгайёќоу, Berg, westlich davon im Marienwege. Kreuzung mit 
dem Brandwege. (Call. 65. 120.) . . 
Jügerhaus südöstlich unter demselben. Schein. 
bare Basis. (Call. 65. 64.) . 
Kuppe 920 Klafter südwestlich von Nieder- 
Gruppey. (Oest. Triang.) 


” 


” 


” 


. Beim grünen Lusthaus. Nordseite. 8 Fuss vom ШЫ Bande 


entfernt. (Call. 65. 258.) . 


. Marienweg im Thiergarten, Wegkreuzung ШҮН dem angen 


Graben am Rücken. (Call. 65, 250.) . . 
Im weissen Sand, am Marienweg. Kreuzweg vor dem Thier- 
garten, (Call. 65. 246.) . . 
Beim weissen Kreuz. Hegerhaus, Basis, (Call. 65. 1022.) 


5. Schubertmühle, Jägerhaus bei derselben. Basis. Mittel aus 2 


Messungen. (Col, "Op, 366.) . . . 
Gihadky, Haus in der Mitte. Basis. (Call. 65. 1212.) 
Klein-Ptyrov, westliches Haus. Basis. (Call. 65. 959.) 
Gross-Ptyrov, grosses einstöckiges Haus. Basis. (Call. 65. 1211) 
Maikovic, Wald- und Thiergartenecke südlich davon. Basis. 
(Call. 65. 1240.) |. . 
Thiergarten. Hegerhaus. Basis: (Call. 65. 1308). 


$ Haškov , Basis des Meierhofes. (Call. 65. 1241.) . 
. Lhotie, Meierhof, Basis. (Call. 65. 1925.) ; 
. Horka, Berg, Anhöhe 860 Klafter südöstlich von Münchengr ‘ita, 


(Oest. Triang.) . e 
Marien-Ruhe, Hügel westlich von Lhotie. (Call. 65. 1243.) 


. Pfestavik, Basis des Meierhofes, (Call. 65. 926.) . 


Münchengrätz, Iserbrücke. Wasserspiegel. (Call. 65. 958.) . 


911'4 '. 


2U0 ' 


9914. 


320'2 . 


n pA SR 


80078 . 


3102. 


3507 . 


4000 . 


2188 . 


2676 . 


TO 
2663 . 


240:9 . 
289.0 . 
220 li 
2314. 


2483. 
2763. 
2294. 


2595 


OLO.» 
UL ү 
245'3 . 
SIb, 


W.-F. 
914 


985 


936 


. 1238 


v VOTO 


. 1075 


950 


982 


ann 
28. 


29. 


30 


31. 
32. 


98 
34, 
85. 
36. 
B 


38. 
39. 


40. 


45. 
46. 


Seehöhe in Metern. 
291-9": 


Münchengrätz, Iserbrücke, Fahrbahn, Mitte. (Call. 65 958.) 
Kisenbahn-Stations-Gebüude, Scheinbare Basis. 
Mittel aus 2 Messungen. (Call. 65. 840.) 
Bee ical Basis des Thurmes. (Call 65. 
925.) i WS vertat 
Р Schlossthurm. Scheinbare Basis. (с all. 5 OT) 
Schlossthurmknopf. Mittel aus 8 Messungen. 
(Call. 65. 279. ebenso laut Oest. Triang.) 
Iser, Mag d an der APIS жү der kleinen Iser. (Call. 
65. 1318.) 

Haber, Habl, scheinbare Basis. (C ‘all E? 1210.). 
Kloster, altes Schloss. Basis. (Call. 65. 930.) . 
Brüuhaus, Hochschlott, Basis. (Call. 65.) 
Meierhof, Nordwestecke. Basis. (Call. 65. 962 Pi 
Obstdórrhaus an der Strasse, nórdlich davon. Basis. 
(Oan O57. LOO PN Шод aal Wén ARE, 

m HMirchthurmknopiva (alli 65) ОО) А van v SLM 
Weissteim, Jügerhaus südwestlieh davon.  Nordostecke. Basis. 

(Call. 65. 1016.) NER MIO 
Christianhof, Meierhof in Ober-Bukovina. Südostecke. Dach- 
saum. (Call. 65. 259.) 


» 
H 
” 


. Unter-Bukovina, südliches Haus im Thale. Mühle. Basis. (Call. 


65. 1008.) . 

östlicher Rand des. kleinen "Iserbach-Thales, 
Vorsprung am Fahrwege. Nördlich von diesem 
Orte. (Call. 65. 1006.) 


3. Jivina, Dorf, westliche Seite. Gartenmauer. Basis. (Call. 


65. 674.) 


. Mohelnic. Von diesem Orte nordwestlich E 1200 Meter, 


Iserfluss, Wasserspiegel. (Call. 65. 996.) 


» Kirchthurm, ` Knopfmitte, (Call. 65. 997.) 

‘i Meierhof, scheinbare Basis. (Call. 65. 976.) 

N eisernes Kreuz, westnordwestlich davon an der 
Wegtheilung nach Neveklovic und Jivina. . (Call. 
659099). Lian " 


:8. Mukařov, Brücke über die kleine Teor. an p Ve ereinigang der 


Bäche. Brückenoberfläche. (Call. 65. 679.) . 
A das tiefste südöstliche Haus, Basis. (Call. 65. 670.) 
Kirche, Thürmchen, Knopfmitte. Mittel aus 2 Mes- 
sungen. (Call. 65. 666.) 


” 


51. Neveklovic, einstöckiges Wirthshaus an der Strasse, Basis. 


(Call. 65. 1512.) 


. Podhora, Dorf, südliches Haus an der Strasse. ‘Basis. (Call. 


65:99690)0001.40. 1 


3. Drahotic, einstöckiges Haus іп ‘der Mitte des Dorfes. ‘Basis, 


(Call. 65. 978.) К at. 
Kochovic, Kirchthurm, scheinbare Basis; (Call. 65. 915.) " 


. Meicena-Berg, Basis des Holzkreuzes an demselben. ` (Call. 


65. 1005.) 


. Sovenic, Dorf, Westende. Gartenzaun. Basis. (Call. 65. 981.) 
. Podol, die südlichsten Häuser. Basis. (Call. 65. 877.) . 


» Berg, Anhöhe 310? nordwestl. von Podol. (Oest. Triang.) 


all, 


241:8 


242'3 . 
SD. + 
2105. 
258:'8 . 
2445. 
2451. 
2545.. 


2698 . 
2749. 


2472. 
304'5 . 


240'3 . 


2785 


3088 . 


220:0 . 
253:8: 


280:6 


3154 . 


240'4. 
2712. 


318'6... 
3330 . 
23751| 


293:01. 
299:6. 


309:6. 
27918. 
829°7 
3514 „ 


235 


WR, 


702 


731 


763 
767 


884 
666 
819 
773 
746 
805 


854 
869 


782 


964 


760 


881 
977 
696 
803 
887 
998 


760 
858 


. 1008 


. 1055 


236 im 


Seehöhe in Metern. 


59. Zäsada, Ruine am Rande der steilen Lehne gegen die Iser bei 
Sychrası..Basıs (all. O LOUD , ar о мазын? >. 
60. Neusitz, Meierhof, östliche Fronte, Basis. (Call. 65. 932.) „2590 . 
61. Hoskovic, Dorf, Haus am Platze. Scheinbare Basis. (Call. 
DR E E a ыбыр SME OV 


Ap Muzsky und Vysker. 


Geogr. Breite: 50° .35* bis 50° 30" 
Geogr. Länge: 32° 40/ bis 329 50° 


Von der gesammten Bodenflüche' dieses Viereckes liegen 


in der Seehöhe von 200—300 Meter 68'1 Prozent, 
300-400 "30-9 y 
DO. sou, Sree e 
über 500 ,, (99M «6 


Seehöhe ‚in. Metern. 


1. Koryto, Dorf, Haus am Nordende an der Gabelung der beiden 
Schluchten, (Calli 65.988.) 7: „йв eumiqe0/. 24892. 


9; Loukovec , Meierhof, Basis. (Call. 65. 879.) | 969'0. 
3. " Kirchthurmspitze. | Mittel aus! 2 Messtingon. (Call. 
65: 878) ~ 302:6 . 
4. Swijan, Eisenbahnbrücke über die Iver, linker E Kante) 
(CalNs65, .887.).. (98E o. 6 987:5, . 
5. , . Sehlossthürmchen. ` Scheiubare Basis, (Call. 6 65. 885.) 25/6 . 
6. H Jügerhaus südwestlich davon. ` Scheinbare: Basis; gam 
65. 890.)15b ‚пя, apap. dites 269:8 . 
TES p Schlossthürmchen. Knopfmitte. (Call. 65. 885.) ulisu19808'4 . 
80 PHÉovic,. (Melérhof, .Basis. (Call, 65..899.) .. . . (RE 9824. 
9. Pfepef, Kirche, Dachsaum, (Call. 65. 894.niabl wih. 19/1 .51:26470 y 


10. Nadvojovie, Schüttboden d. Meierhofes. Basis. (Call. 65. 911.) 2446. 
11. Podhaj, östliches Haus an der Strasse, Basis. (Call. 65. 1 886-)1 256'5 . 


12. Mokrá, Haus, Basis. ' (Calli op, 897.) . ; PERS. 
19. Pohof, Dorf, mit Schiefer gedecktes Haus. Basis, (Call. 6B. 852.) 9870:0 . 
14. Loukov, Basis des Kirchthurmes, (Call. 65. 883.) . . . 24690. 
15: " Kirchthurm, Knopfmitte, Mitte aus.2 Messungen. 

(Call. 65: 883.) «1. 94 | ug gtt apdoilbus 2880, 


16. Hradec, Dorf, Haus. in der Mitte des Ortes. Jasis. (Call. 65. 990.) 0263°3 . 
17. Dateie, Meierhof, Basis.)!1(Oallje650/884.)ioh лі eunki гозо @41°8 „ 
18; Biezina, hölzerner. "Thurm. Scheinbare Basis. Mittel. aus 2.Mes- 


sungen. (Call. 65.0953). end atediiosoz sami BT, 
19,5 Zë hölzerner. Thurm,  Knopfmitte. Mittel aus 2 Mess. 

GENS Ah Lom m orm ee ok ae ae RMON, OM AULA ER 
20. Bauda, Chaluppe, ` Basis. (Call. 65: 992.) un. o 28801 vid 


21, Kurovodic, Meierhof, Nordwestecke. ` Вавів, (Call 65. 995:)2119665"911 
22. Doubrav, Dorf, Haus an der Chaussée. Basis. Mittel aus 
2 Messungen. (Call 66. 888.) . . : . . . . 2510. 


W.-F. 


843 
820 


761 


W.F. 


770 
851 


237 


Seehöhe in Metern. W.-F. 


23. Olesnic, Haus, südöstl. Seite, Basis. (Call. 65, 1424,) 
24. Zehrov, Dorf, ‚Haus am südl. Ende an der Strasse. Basis, 
т (Call. 65. BAD). ‘ 2 Bon Oe Er cade 
25. Zehrover Bach, an der Zehrover Bach Thallehne , , gegenüber 
der, Kapelle. von ‚Vysker unter einem Sandstein- 
bruch etwa 12 Klafter ober dem Fahnwege. 
(Call, 65. 1590.) 
26. Skokov, mittlere Höhe des Ortes. 
E p davon östlich Mühle am. Zehrover Bach. Basis. (Call. 
65. 844.) 
28., Mužský, Set. Nepomuk-Säule , "südlich davon, am Thalnande, 
Scheinbare Basis. (Gall. Boalt повече Т wieda 
29; д Dorf, Haus in der Mitte des Ortes, ‚'IThorweg: Basis, 
(Call OOLEESD. rn татай +. aralt- воно ие 
30; м Felsen am nordwestlichen Plateaurande des. Berges, 
südlich von. Volsina,, nordöstlich, von Dneboch;, (Call. 
65.0924.) а wA) annt T sob:oaminott seusdowe 
31 ы Berg, Tonne 250 , Klafter, mordéstlich,, von,. Mužský. 


(Oest. Triang.) . 


. Vol$ina, Dorf, Haus, in der Mitte... ‚Scheinbare Basis, |, (Call. 


65. 994.) 


. Dneboch, „Proti hadu“. Basis des Hauses, , (Call, 65. 1244.) 


a Nordende,  Gartenzaun, Basis. (Call. 65,945.) 


. Zasadka, Gloc kensäule im Dorfe, Knopfmitte.. , (Call, 65. 824.) 
© Valesov, Meierhof, einstöckiges Wohngebäude. | Scheinbare 


Basis. (Call. 65.,,827.) nu dimi. 1912194]. 

м Ruine, Thurm, mittlere Basis. (Call. 65. 828.) 
Branzez, Haus im, Thale, Basis. (Call, 65.866.),. ۲ эл, 
Boseň, südwestliches Haus an der Strasse nach Lhota.:; Basis. 

(Call. gp. 821.) V Poh. dais E 
Ў asis des Kirchthurmes..sı (Call... 603 50) Mitane 
М Kirchthurmspitze. Mittel aus 3 Mess. (Call. 65. 65;) 


2. Neudorf, „Jägerhaus im Thale. Basis. (Call: 65. 867.) 
3. Srbsko, das westliche, Haus, Basis. (Сап, 65.1600.) 
4. Lhota rytífová, einstöckiges Haus, Südostseite, Basis... (Call. 


65. 1545.) 


. Semin, Basis des Meierhofes, (Call. 65. 859.) Ms 

j. LaZan, neuer Meierhof, scheinbare Basis. (Call. 65. 857.) 
IV. Kfekovie, Dorf, Haus am westl. Ende. Basis, (Call. 65. NN 
. Stadlo, Haus, Basis. (Call. 65. 856.) х 

9. Pod-Vyskef, Mühle, Basis, (Call. 65. 1522.) DE 
. Vyskef, Dorf, das» oberste i nórdl. ` Hans am ` Here, Basis. 


(Call. 65. 834.) 


51 i Dorf, Kirchthurm, Knopfmitte, . (Call. 65. 921.) 
52 М St. Anna-Kapelle bei diesem Orte, westliche Seite 
eine halbe Klafter von der Mauer, Basis mit der 
Thürschwelle gleich. (Call. 65. 1416.) Wu 
53. Sermová, Haus in der Mitte des Ortes, Basis. (Call. 65. 1423.) 
54. Za Hürou, Haus am Südostende. ие ЖЕ (Call, 


65. 853. D t; 1 6 79 

09. Gross-Skal, am Fusse der Felsen lids Sclilossed, Rat, E? Bar.) 

, Schloss,: steinerne Brustwehr der Schlossbrücke, 
(Kor. \65. Ват.)'! 


281'8,.. 


204-8. ; 


274,9 ° 


248;4 


245;9 . 


259,8, . 


3881. 


40074 


4640 . 


2,1208 


2395 . 


260/8 


240. 


2909. 
0226. 
3309 . 


2664 


2838 . 


3064 
259°5 
RENG 


BOO'D. i 
3285 

3749. 
3605 . 
dl. 
241-0. 


SIN AE 


4077 


465:8 . 
370°4 . 


3989 & 
SORY 


3928", 


892 


806 


860 
786 


778 


1137 


1229 


1267 


1466 


863 
758 
824 
1025 


920 
1021 
1047 


843 
898 
969 
821 
865 


1075 


1009 


1186 
1141 
1209 

765 


238 


97. 
58. 
53. 
60. 
61. 
62. 
63. 


64. 
65. 


67. 


> OO 


u, man eoe RR 


Seehóhe in Metern. W.-F. 
. 1944 


Gross-Skal. Schlossthurm, Giebelspitze. (Call. 65. 1351a.) 
Mladostov, Glockenthürmchen, seheinb. Basis. (Call. 65. 1422.) 
Radeč, Kapellen-Säule auf der. Höhe von Radeč, scheinbare 
Basis. (OA. 0521488.) ^00), 
Vrchy, Gabelung der Thäler zwischen Vrehy und Bande 
(Call, 65. 1519.) 


a Haus am oberen Ende des Thales ; daneben eine 
Quelle. (Kor, 65. Bar.) VON mme a: 
" höchster Punkt des Weges von diesem Orte nach 


Turnau, bei der Denksäule am Kreuzungspunkt von 

4 Wegen. (Kot. 65. Bar.) } 

oberstes Haus im Thiergarten am Plateau. (ко 65. Bar. ) 
Waldstein - Schlösschen Terasse, Kante. (Call. 65. 1322.) 
Pelegan, Dorf. Oestliches Haus, am oberen Wege vom Wald- 

steinschlössel. Basis. (Call. 65. 1341.) A 
Karlovic, Dorf, Haus in der Mitte, Basis. (Call. 65. 1352.) 
Bukovina, Häuser am oberen Beginne des Thales. (Kor. 65. Bar.) 
Strasse von diesem Orte nach Mos d am Plateau. 
(Ror. 65. Bar) :-. +, 
Strasse von diesem Orte nach Vroliy am steitiernen 
Wegzeiger, wo sich der Weg nach Waldsteinschloss 
abzweigt. (Kor. 65. Bar.) Jud ad dem odi 
Horensko, Meierhof, scheinbare Basis. (Call. 65, 1344.) 
höchster Punkt der Strasse von Turnau nach Bad 
Wartenberg. (Kor. 65. Bar.) \ tery 
Wartenberg, Badeort, tiefster Punkt unter der Brücke. (Kor. 


” 


65. Bar.) 

» Strasse nach diesem Or te am n Waldstein - - Meierhof, 
Cor ROV Bante, бап, ORR UU А, SM 

d unteres Wohnhaus. (Kor. 65. Bar.) . Av: 

^ Badeanstalt, nördliches Gebäude, Basis, (Call. 65 
1843) . 

^ Gasthof. (Koi. ep Bar.) 

N Strasse von diesem Orte nach Gróss- Skal bei den 


Felsen. (Kor. 65. Bar.) 


46. Hochpetsch und Liebhausen. 


Geogr. Breite 50° 30’ bis 50° 25° 
Geogr. Länge 31° 20° bis 31° 30° 


Von der gesammten Bodenfläche dieses Viereckes liegen 


in der Seehöhe von 200—300 Meter 54'3 Prozent, 
SUgéb4bo A BF „пт 
400—500 `, 7'5 ^ 
über 500 ., 0:9 n 


Seehöhe in Metern. 

. Stranitz, östliche unterste Häuser, Basis. (Kri. 64. 28. 18.) | 
" Kirchthurmknopf. (Kri. 64. 28. 17.) 

Saidschitz, östliche Häuser, Basis. (Kri. 64. 28. 27). or 

: „ Kollosoruk, östliche Häuser an der Strasse, (Kri. 64. 28. 15,) 


3931. 
4265. 


on 
ex 


3210. 
BOT Ls. 


388'5 


9099 5 
843°5°. 
340'4 . 


3804 . 


4036 


2640 . 
2847 . 
250'5 . 


ZOU UN? 
OS 0 


269'0 ^, 
ZTU'S i 


2841, 


2118 . 
240 8... 
2314 . 
222'9 . 


1349 


. 1324 


871 


941 


. 1016 


M EPA 
. 1229 


971 


. 1087 


D 


LOTT 


. 1204 


"uz 


835 
901 
793 


810 
851 


851 
x 


899 


| 


239 


Seehöhe in Metern. W.-F. 


5. Sedlitz, Mitte des Ortsplatzes. (Kri. 64. 28. aw 
6. Luschitz, westliche Häuser, Basis, (Kri, 64. aan 
7 a Anfang des Plateaus, südöstl. v. Orte. Ed 64, 28. 47.) 


. Johannesberg. kahle Kuppe des Rückens westlich v. Dobschitz. 


(Kri. 64. 28. 46.) 


. Dobschitz, Basis der nördlichen Häuser am “Ph ze. (Kri. 64. 


38, 13.) 


. Dobschberg, Kuppe 300 Klafter nordöstlich von Dobschitz. 


(Oest. Triang.) 


. Schichhof, nordwestliche Häuser, Basis. (Kri. 64, 24. 12.) 
. Kramitz, Schloss u. Meierhofsgebäude, Südseite (Kri. 64. 30. 6.) 


Skirschin, nördliche Häuser, Basis des Sehüttkastens. (Kri. 
64. 28. 38.) 


. Kosel, Strasse bei den Häusern bei der Kirche, (Kri. 64. 


28, EDHON Kc ен Mak P 
Kirchthurmknopf. Mittel aus 2 Mess. (Kri. 64. 28, 89.) 


” 


. Diouby-Berg, Sattel zwischen diesem und dem nördl. Rücken 


oberhalb der Windmühle. (Kri. 64. 28. 49.). 
^ Kuppe . 340 Klafter südwestlich von | Jablonitz. 
(Oest. Triang.) 


. HorZenz, Mitte des Ortes. (Kri, 64. 22. 31.) 


^ Berg, Kuppe, (Kri., Gi 22. 


34.) 


j "m 
i o Mitte des Ortes. (Кїї. 64. 22, 30.) 
. Synutz, Boden bei der Kapelle, (Kri, 64. 30. 25.) ш, 
2. Schwetz, Basis des Kirchleins am Friedhofe, (Кїї, 64. 30. 27.) 
23. Hochpetsch, Basis der Kirche, (Kri. 64. 28, 41.) 


» Kirche, Thurmspitze, (Oest. Triang.) 


25, Bielauschberg, Mitte des langen Rückens. (Kri. 64. 28. 30.) 
. Bieloschitz, Basis des Schlosses. (Kri. 64. 24, 13.) à 


T südliche Häuser, Basis. (Kri. 64. 28. 29.) 


.. Wodolitz, ‚Meierhofsgebäude, östliche Basis, (Kri. 64. 31. 15.) 


29. Schusterberg, höchste Kuppe ,  westnordwestlich von. Millay. 


(Кї, 645,804.80.) 


30. Millay, Ortshöhe, nördliche Кү (АП, { oi. 31. 14.) А 
31. Millayer-Berg, Kuppe 320 Klafter nordöstlich v. iam (Oest. 
Triang.) Ke Vic 
32. Potscherad, Ortshóhe. (Кїї, 64. bone Poser oda E 
33. m Knopf des A Mer AN (Кїї, 64. З 
34. Zellberg, höchste Kuppe des Rückens von West nach Ost, nord- 


westlich von Hradek. (Kri. 64. 31. 37.) 


. Miniehhof, Mitte des Ortsweges. , (Kri, 64. 30. 16.) 

. Charwatz, Mitte des Ortes, Strasse. | (Kri. 64. 30, 14.).. 

. Charwatzer Bergeln, mittlere Kuppe. (Kri. 64. 22. 51.) р. 
. Liebhausen, nördliche. Häuserreihe am Platze, Mitte... (Kri. 


üd. 22/00) $ V RUNE ER 
alte Mühle bei diesem Orte, Basis, (Kri. 64. 30. 12.) 


» 


" Punkt der Strasse von hier nach Kosel im Sattel, 
nordwestlich vom Horenzerberg. (Кїї. 64, 22, 153) 

1. Jablonitz, Ortshóhe, (Kri. 64. 22, 32.) 

2. Meronitz, Basis der Kirche. (Kri. 64. 98, 44.) Mittel aus 

2 Messungen Cue. i mm 3 

»  Kirehthurmknopf. (Kri, 64. 30. 10.) 

" südöstliche obere Häuser. (Kri. 64. 30. 9.) 


229'0 . 
29897, 
3966 . 
8110. 
3654. 
ALS, 
3664. 
364'0 . 
981:8.; 


Sot, 
BE, 


440:7 . 
469, s 


3878. 
4807 .. 


3235 


3604 . 
322.8 1. 
O Û 
3082 . 
410:3.. 
3155. 

3216... 


286: cM 


3608 . 
3443 . 


504.0 . 
219,8... 
9871. 


308:6, . 
3210 . 


286'2 


9698 , 


902'7.. 
2824. 


392:7 . 
363:6 . 


727 
708 


. 1065 


984 


. L156 
. 1641 
alla) ИШ 
ая. 
. 1049 


. 1126 


1208 


. 1894 


975 


„11288 


998 


. 1036 


907 


..1140 


1089 


1594 
692 
750 


| xU 
‚1018 


905 
1170 


958 
898 


1242 


se 11900 


1270 


41235 
= LUUD 


240 


rs nenn eii Ria e nu sn. > 


47. Trebnitz. 


Geogr. Breite 50° 30° bis 50° 25‘ 
Geogr, Länge 31° 30° bis 31° 40° 


Von der gesammten Bodenfliche dieses Viereckes liegen 


in der Seehöhe von 100—200 Meter 3'0 Procent, 
200—300 ., 51:8 н 
300—400 ,„ 2671 
400—500. ., . 12'1 » 
500—600 ., 61 " 
600—700 OA ire 4 
über 700 5 011 


Seehöhe in Metern. 


1. Lahovic, Boden am Dorfplatz. (Kri, 64. 22. 29) . . UU C 
2. Liskeberg, Fuss desselben aus der ^M wt aufsteigend, (Kri. 

GE 29..079". © 2702. 
3, ^ Kuppe nordwestlich ^ von TAHOE (Кїч. 64. 22, 15) 528'8 . 
4. Rissut, Spitze des Thurmdaches.  (Kri. 64. 22. 27. ^. . ., 4389. 
5. Schöppenthal, mittlere Höhe. (Kri 64. 22. 25.) . . . . 9913. 


. Hradiskeberg, Nordostende des Rückens. (Kri, 64. 22. KÉN, 59770 , 


Leskay, Mitte des Ortes. (Kri. 64. 28. 9.) .. , ... 404.4. 


. Rothaujezd, untere Häuser, Basis. (Kri. 64, 30. 11.) . . . 5054. 
. Wostreyberg, Sattelpunkt nordöstlich vom Wostreyberg im 


Schlange, - (Kri 4.23, 19.) л 10h. equa adipe: 


10. Kuppe, Mitte, (Bil 04.21, 19.) 1720 5, ооду, 
iiie Drzefze, Ortshöhe. (En, 64. 28. 7.) . . Жеб IE DATOS 
12. Skalitz, südwestliche Häuser an der Thalsohle des Granaten- 

baches. (Kri. 64. 23, Gei ^ dn AL 
13. Langeberg, Westkuppe. (Kri. 21. 17) "bir iud Jae dcr d Os 


. Rutscheberg, Kuppe westlich von ha (Kri. 64. 21. TOUR S. 
. Diakowa, Burgruine, südl. von Meikles, oberste Mauerkante. 


LEO, Beitr.) ЖМ TERN me ee, MN MEE P. Т, e 


3, Watislaw, Dorf, Strassenbrücke. (Call BOT J VN e VAM DON > 


17. Skalken, Meierhofsgebäude an der Strasse. (Kri. 64. 21. 66.) 8012 . 
18. Jesserkenberg, bewaldete nördliche Kuppe. (Kri. 64. 20. 54.) 4819. 
19. Kostial, Basis der nordwestlichen Häuser. (Kri. 64. 21. 57.) 2933. 
А Berg, Basis der Ruine auf der nördlichen eis 
UN as SU) з”; d : 4894 . 
21, Teplai, am Wege bei der Schinidde, ' (кїї, oi 91. 81 ) De, MEDIO 
22, Werschetin, Berg, Kuppe 530 Klafter südwestlich von Teplai. 
(Oest: Triang.) . - PAT US 
23. » Punkt der Wassersc heidé Westliäh % von "diesem Orte, 
östlich von Netluk. (Kri. 64. 21. 82) . . . 2907. 
24. Woborzitz, Weg im Orte beim Glockenthürmchen. (Kri. 64. 
DL TM er, Mui ME rie ato ot aua dL TAPER 
25. Krasnay, Basis der nordéstlichen Häuser. (Kri. 64. 21. 68.) . 9438. 
26. Netluk, Schlossgebäude. (Kri. 64. 21. 69.) . Jo M on EP 
e, " Basis der nördlichen Häuser. (Kri. 64. 21. 70.) E op Cam 
28. Chrastian, mittlere Ortshóhe. (Kri. 64. 21. GEO vil uer eid uice 


9. Plöschen, mittlere Ortshóhe. (Kri. 64. 22, 20)  . . . . 4272. 


W.-F. 


BR.) 


855 


1673 


. 1889 
. 1048 
LOU 
"1279 
(718599 


. 2066 
. 2261 


1765 


1518 


. 9006 
. 1490 


‚1741 


882 


958 


. 1525 


928 


1548 
795 


21951 


920 


1004 


I 1087 


988 


| 1148 


‚ 1098 


‚ 1952 


30. Plöschnerberg, höchster. Punkt; (Kn: 6722/19) OO . . 5149. 
31, Skt.-Johannkirche, Basis, nördlich von Trzemschitz. (Kri. 64. 

PR 46.) Kri 94:934 
EI н nördlich von Trzemschitz, Kirebthitinkddpf, 


Uri, 64,21,45.) Mittel, аңа 2 Mess. . 3986 . 
Gënz" Irzemschitz,„mittlane Овоо е (Kimi 64. 21544.) CY A, 8952. 
34. Granaten-Wirthshaus,, Brücke, bei demselben. (Kri. 64. 22. 24.) 2848. 
35. Třiblic, Boden beim Meierhofgebüude. (Kini. 64. 21. 38.) со FORO. 


36. Kirehthurmkngpf, (Kri 646 21.73%)... i BOL. 
37. Schelkowitz, mittlere Ortshöhe, (Kn, 64.21.43.) . . . . 8191. 
38, ii Knopf des Kirchthürmchens. (Kri. 64. 21. 41.) 3558 . 
39. Skt. Jakob-Kirche östlich von Liebhausen. (pl. 04, 23..10,).889'8. . 


40. Kreuz-Berg, Kuppe 630 Klafter nordöstlich von Liebhausen. 

(ен Diana. lt Ма ee ek ТОО ч 
i, Schiedowit,,ortsplatz. (Kri. 04.99, di) ZZ оосор. 
42, Hnoynic, Ortsplatz. (Kri. 64. 22. 03.) .. DE sur Lots А 
43. Stein-Teinitz, mittlere Ortshöhe. (Kri. 64. 22. 38) NEN NINE 
44. Krendorf, Meierhof, südliche Basis. (Kri. 64. 39. 7.) . . . 1889. 
45, d Mitte des Ontos ВА Ва e Lor.) 1998 , 
46. Děčan, Boden in der Mitte des Ortes. (Kri. 64. 21. 48.) '. 2220 . 
47. Semeé, nördliche Häuser, Basis. (Kri. 64. 22. 61) . . ^. . 2468! 
48. Baba-Berg, Kuppe 360 Klafter südöstlich von Semel, (Oest. 


ОДЕЛЕ), ed TA 

49. Klein - Vunie, Boden südlich beith “Meierhof, am Wege (Kri. 
64.` 92. 8.) PRO ët e ord 

50. Gross-Vunie, Mitte des Ortes. (Kri. 64. 99, 59.) 2v ЛШ,» 
51. Loukoran, Ortshöhe, (Rr O EID д re ng 
52, Solan, eg der Häuser östlich von der Kirche. (Kri. 64. 

SUM, E eh a RIT Le EUN. 
UD y Sieten E GR 64. 91. RO UD obe MEE 99879 1 


54, Welkan (kan), Pd is Häuser bei der Brücke, Dasis. 
(Kri. 64. QU. TUS am 208'8 . 
d 


55. Kvytelberg, Kuppe, оао цо von Solan. (Кїї. 64. 29. | 3 J 382'2.. 
56. Podsedic , Ostende wo die Strasse nach Dlazkovie abzweigt. 

(Um Gay 27)" dw RES TELS 

57, Dlaikovie, Mitte des Ortes auf der Strasse. (kri He, аеру 201 91. 

58, : Basis des Schlosses, (Кїї. 64. 43. 63)... . . 2648. 
59, Kolloletsch, Häuser westlich an der SEATA Basis. (Kri 64. 

me CON". SE eh a DU ios 


60. Ziegenbergel, stidlich von Kolloletseh. (sut ct АТ; SED 122920 2 
61. Chodolie, Wiesenmühle, östlich vom Orte. (АМ бе Po o AE O. 


62, a Mitte des Ortsplatzes. (Kn, 64, 21. 62.) '. .,. 1953 
63. Trebnitz, Pflaster am Hug, Südseite, (RA 64. 21. 80. ] 4. . 210.1 


64, M ЖАШНЫ UU. aly 40) vu к үү ROO 


16 


Seehóhe in Metern. 


241 


W.-F. 


. 1629 


1186 


1261 


. 1060 


899 
831 
954 


1010 


i LEO 


о TOS 


+ 1410 


874 
787 
892 
597 
608 
702 
781 


632 
644 
620 


715 
803 


200098 
ОБД 


862 
TIT 
838 


v ТЯ 
1032 
552 
618 
674 
818 


242 I. 


48. ChotieSov und Doxan. 
Geogr. Breite 50° 30° bis 50° 25° 
Geogr. Länge 31° 40° bis 31° 50° 
Von der gesammten Bodenfläche dieses Viereckes liegen 


in der Seehöhe von 100—200 Meter 67'0 Procent, 
200—300 32'4 ch 
560-2400 9D: Gin 


Sun 


über 400° „ у A 
if Seehöhe in Metern. W.-F. 
| 1. Sullowitz, Basis des Fabriksgebiüudes. (Kri. 64. 20. 44.) "HI T rs 506 
li 2, Я Kirchthurmknopf.’ (Eri 64. /20, 48) xa вум оороо OPP 
Sie » nordöstliche Häuser im Thale, Anfang der Mauer, 
WE d.d BAe en tn an A ота ` 
4. Tschischkowitz, Ortshöhe am Platz. (Kri. 64. 20, 46)... . 1777 e 562 
5. 5 Kirche, Thurmspitze, (0680, Jong. wur ont AAO roe o ADAR 
E 6. Jentschitz, nordöstliche Häuser, Basis. (Kri. 64, 20. 47.) . . 2458. . ., 778 
| 7. Schifowitz, Basis der Kirche, (Kri. 64. 43. 6.) . . LERB. ton mn OM 
8. » Dorf, óstlich vou Trebnitz, Filialkirehe Set. Barthol - 
{ mp, Thurmknont, (West. baD) дл. on 44 Comet.» < OL 
l 9. i südüstliche oberste Hauser. (En 64. 1. 32. |. 195:3 . . ., 618 
10..Zelkovic, nördliche; Hauser, Basis. (її. 64. 90. 49.) / & «p. ODO . . 11524 
L1: Sedlec.. mittlere, Ortshöhe. (Iria Gd, 20. Bänk ol odi: nri rinnen) 089 
19. P Häuser am ` Dacho; Basis. (Kris ga. 21. BA.) ey * orb neta sr 
18, Oppolau, Mitte deg. Ortes, (Kri..64..21. 59.) em unit OA nate 529 
i, 14. Hasenburg, Basis des östlichen Thurmes. (Kri. 64. 1. 5.) . 4024... 1273 
| 15, e Fels-Kuppe 300 Klafter nordöstlich von Klapay. 
| (Oest. Triang.) +... Ville o cari a и ОШ vr iod 
| 16. ^ Basis der Ruine auf der höchsten Kuppe, zugleich 
| oberste Kante des östlichen Thurmes.: (Kri, 64.1.4.) 42772 . .. . 1355 
| 17. Klapay, Basis der Kirche. Mittel aus 2. Mess. (Kri, 64. 21) .. 28271 „an 737 
| 18, " stidöstliche Häuser, Basis, (Кїї, 64, 22. Oak. pe an 20050. s уд 
| 19, А Kirchtburmkuopf,. „ХЕЙ, 64.201,27.) «eso aah ЗДО осто ЭШ 
n 20. Slatina, Basis der Kirche. (Kri. 64. 43. 11.) . . . КО. c JM 
21. Černiv, Mitte des Ortes, Basis des Hauses. (Kri. 64. 48. 8.) 9019, ` My DEM 
| . 22, Chotiesov, Ortshöhe westlich von der Kirche. (Kri, 64. 20. 81.) 1938. . . 613 
Up 29, » Thurmdachpyramide, Basis. (Kri. 64. 43. 10.) . . 2110... . 668 
24. Prubon-Berg, Anhöhe 240 Klafter südwestlich von Rochov. 
(Obst, TEM вас nac ome и oh WEN S con 156 
25. Rochov, Orishühe, Westseite. a (Kri. 64, 20..79.).... ee os 1944 ei 614 
26, Vrbican, Häuser an der Strasse nach TH Basis, ` (Kri, 
DEN ZU. D Ate ee gn Mr ge oo йз ШЫ 
27, М Basis der Westseite des Schlosses. (Ru. 04.49 KIK ong . ae | 
| 28. Keblie , Basis der Kapelle. (Kri. 64. 1. 29.) i wy. Cl 481 | 
o 29, Hahnberg, Anhöhe 520 Klafter nordwestlich von Керне, (Oest. 
hu Triang.) GC “КТҮҮ T e и АОВ. з а 
li 3‘, Bausovie, Egerfluss, Niveau, bei normalem Stande unter der 
` Ede IE N.4 Be EG). eus on d ee IP 
[ 81. " Ortshóhe, Basis 8 südöstlichen Häuser, (Kri. 64. 
i 23.) Dae четен л dee d уу ee Се EE 
E 


5. Skt, Clemens, Basis des Hauses. (Kri. 64. 45. ров), 
). Hostinie, Basis des Meierhofes am Abhang. (Kri. 64. 45. 25.) 
. Pist, südliche Häuser, Schüttboden. (Kri. 64. 46. 6.) . { 
. Na Rakanech, Ausläufer des Rückens oberhalb. (Kri. 64. 


Seehöhe in 


2. Bausovie, Bahnhof, Basis der Stationsgebüude, (Kri. 64. 1. 26.) 


Pfarrkirchthurmknopf. (Kri. 64. 1. 25.) 


» 


. Hrdly, Basis des Schlosses. (Kri. 64. 19. 24.) . . . 


Brnian, mittlere Ortshóhe. (Kri. 64. 20. 74.) . . . 
Dolanky. Boden neben der Kirche. (Kri. 64. 20. 73.) 

" Dachthurm der Kirche, Knopf. (Kri, 64. 20. 72.) . 
Doxan, Thalsohle bei diesem Orte beim Meierhofsgebäude. 
(Kri. 64. 20. 77.) . pia 14b. n 
St, Peter und Paulskirche nördlich ‘davon, Basis. (Кїї, 
Ө МОЕ Н qn, TOSS. uode eT UA. a1, BORRA 
А St. Peter und Paulskirche nördlich davon, Kirchthurm- 
KOPIN? (Kail 164.145. 18.) («Фо С) auto 
Schloss (ehemaliges Kloster), Basis. (Katast. Verm.) . 
unterer Knopf des östlichen Stadtkirchthurmes. (Oest. 
Triang.) Did fa ae vs ek ad 
3rozan, Basis des Schlosses. (Kri. 64. 45. 24.) 


,  Ortshdhe, südliche Häuser, (Kri. 64. 2 


Ag, бухора y 


49. Raudnitz und Gastorf. 


Geogr. Breite: 50° 30' bis 50° 25° 
Geogr. Länge: 31" 50° bis 82" 0' 


Von der gesammten Bodenfläche dieses Viereckes liegen 


1020 4, 
1897097. 
1554 

747°1:% 
ONY ; 


171"2 
146°3 . 
LOTS, 


188'1 
LONG . 


201.671 
147°8 , 
14946 
LOTY ; 
14250 x 
1610. 


2180 . 


in der Seehöhe von 100—200 Meter 89°5 Procent, 


übpri2005.) 4 105 e 


Seehöhe in Metern. 


. Mrhovy kopec, Anhöhe 825 Klafter nordwestlich von Liboténic, 


(Oest. Triang.) . 


. St.-Katharina bei Liboténic, Basis der "Kirche, Wer Da Pro En Ж) 

Kirehthurmknopf. (Kri. 64. 19. 9.) 
Woleschko (Olesek), südöstliche Häuser, Basis. (Kri. 64. 55. 12.) 
Liboténic, Eisenbahn beim Wächterhaus N 207. Cli. New Cone Ge u 00) 


a südliche Häuser, Basis. (Kn, 64. 55. 11.) 


. Skala, südöstlich von Dolanek, südliche Häuser, Basis. (Kri, 64. 


45. 21.) 


. Rohatee, untere Häuser. (Kri. 64. 45. 17.) 


» mittlere Ortshóhe. (Kri. 64. 20, 71.). 


. Na horách, Anhöhe 560 Klafter südöstlich von Rohatec. (Oest, 


Triang.) 


|, Neuhof, mittlere westliche Häuser, Basis; (Kri, 64. 43. 49.) 
4. Zidovie, Mitte der Häuser beim Wasser, Basis. (Kri. 64. 55. 9.) 
. Chwalin, Basis des Kirchleins. (Kri. 64. 45. 10.) . 


Dusnik, Ortshöhe, (Kri. 64. 45. 19.) . 


109'4', 
2006 . 
216:8 . 


2189 . 
16 ^a 
152 2:0 
Loo . 
AEA 

16* 


Metern, 


248 


W.-F. 


481 
575 
491 
466 
509 
542 


647 
468 
454 
500 
546 
509 


674 


W.-F. 


658 
466 
550 
502 

197 
505 


504 
635 
684 


693 
529 
182 
516 


680 


Seehöhe in Metern. 


3.) 


d 


15. Dusnik, Punkt der Strasse südöstlich davon, Kreuzung mit dem 
Wege nach Podlusk. (Kri. 64. 46. 12.) 

16 » Meierhof, Thürmchen, Spitze. (Oest. Triang.) i 

17. Neumühle, südöstlich von Chwalin Basis, a 64 45,1:94)3 

18. Podlusky, Basis der westlichen Häuser. (Kri. 64. 45. 8.) . 

19, Raudnitz, Höhe der Strasse unter der Kirche. (Kri, 64.14. 8.) 

20. " Stationsplatz der Eisenbahn. (E. N. d. St. E. G.) 

21. ^ Häuser an der südwestlichen Strasse. (Kri. 64. 14. 8: 

22 » Knopf des Pfarrkirchthurms. (Kri. 64. 18. 86.) Mittel 
aus 3 Messungen Ай ДӨЙ Ga 

23. Bezdékov, östliche Häuser, Basis, (Kri. 64. 14. 32.) 

24. Kalechov, Nordwestende. (Kri. 64. 14. 30.) 

25. Pfedonin, mittlere Ortshóhe.  (Kri. 64. 14: 29.) . 

26. Zåluž, Ortshóhe. (Кгі, 64. 14. 24.) ^ 

27. Elbespiegel, bei ZáluZ. (Kri. 64. 14, 20.). i 

28. Kozlowic, mittlere Ortshóhe. (Kri. 64. 14. 41.) . vano lilo gi 

29. Dobfin, östliche Häuser an der Strasse, Basis. (Kri, 64. 14. 31.) 

30. Védomic, mittlere Ortshéhe. (Кїї, 64. 14. 34.) . ; 

31. Kyékovie, westlichste Hauser. Basis. (Kri. 64. 14. 55.) . voh 

32. Cernoves, Wasserspiegel der Elbe bei diesem Orte. (Kri. 64. 
BSE) > wo Sale. era. deb astutia 

33. " natürlicher Boden beim Kirchlein. (Kri. 64. 14: 35.) 

34. Chodouny, Strasse bei den südlichen Häusern. (Kri. 64. 14. 37.) 

35. Lounky, Elbespiegel. (Kri. 64. 19. 20.). 

36. ^, mittlere Ortshöhe, , (Kri. 64, 19. 19.) Séi 

Өт, ^ Ortshóhe bei der Kirche. (Kri. 64. 14. 39.) E 

38. d Knopf des Dachthürmchens der Kirche. (Kri. 64. 14. 38.) 

39. Zahor&er Mühle am Gastdorfer Bach. (Kri. 64. 14 50.). 

40. Schwarzenitz, westliche Häuser, Basis. (Kri. 64. 14. 45.) 

41. Gastorf, Häuser bei der Kirche. (Еті, 64. 14. 15.). 

42, ^ Pfarrkirchthurmknopf. (Кїї. 64. 14. 13.) . Wow ur 

43. "ric r aes oet höchster Theil. (Kri. 64. 

54. : Du NEE E ceris 

44. biet, er von Gastorf. URN. OD dE. 19). 

45, Elbe, Bergrücken zwischen dieser und Gastorf. (Kri. 64. 14. 57 

46. Mastifowitz, Ortshóhe bei der Kirche. (Kri. 64. 14. 46.) . 

47. n Bergrücken zwischen u. nordöstlich von diesem Orte 

und Sehwarzenitz. (Kri. 64. 14. 56.) . 

48, Wetlá, Boden bei der Kirche. | (Kri; 64. 19, 18.).. 

49. .,  Bergrücken südlich von hier, am Walde. (Кі. 64. 14a. 4. ) 

50. Sowitz, Plateau unter der Winzerei. (Kri. 64. 18. 37.) 

51, Berg, Plateau 450 Klafter südöstlich von Wetlä. (Оез. 


DI 


Trig.) . 


52, Brzanky, mittlere Ortshóhe. (Eri. 64 18. ZU.» 


50. Wegstädtl und Medenost. 


Geogr. Breite: 50° 30° bis 50° 25° 
Geogr. Linge: 32° .1.0°. bis 299 104 


15076 . 
13358 . 


2047 


1668. 
1689/73. 
11:92. 
Läd, 
1448 . 
1922 . 
1569. 
1591. 
1509 ss 


143:9 
150'3 
152'5 


12480. 
1464 . 
TOIT. 
ЛОЛА 
1510; 


170°3 


LSO o. 
217'4. 


806:8 . 
LO D s 
UO + 


LS A. 


212:8 . 


119.8 


205'4., 
199:0 , 


E 


е, 
í 


„m 
or 


4. 
50'8., 


W.-F. 


708 
742 
520 
541 

402 
489 
580 


647 

58 

600 
544 
490 
458 
482 
497 
499 


556 


455 
476 
485 
452 
462 
480 
538 
АТ. 
539 
569 
688 


969 
550 
673 
570 


673 
550 


І. 945 |, 


| 
| 

` : H e | 

Von der gesammten Bodenfläche dieses Viereckes liegen |! 


in der Seehöhe von 100—200 Meter 26°2 Procent, | 
9002280077 ив зба! wh Il 
über 300 * 9'8 i 
Seehóhe in Metern, W.-F. | 
1. Welleschitz, Ortshöhe. (Kri. 64. 14. 51.) iw iban dt Sd QUSS 7 EM | 
2. Klumpenberg, Anhöhe 260 Klafter südwestlich von Tschakowitz. | 
(Oest, Triang.) .. . о ШО 777 | 
9. Tschakowitz, nordöstliche Häuser, Baste. (Kri. Са. ci ry : 2020 639 | 
4. Kfeschov, Häuser ап der Anhöhe. (Kri, 64. 18. 22.) 2328 737 ll 
5. Aujezd, Ortshóhe. (Kri. 64. 17. 4.) M ot a ai diio! ЖЕШ... er D | 
6. Fröhlichsdorf, Ortshühe. (Kri. 64. 17. 5.) a 323°6 . 1024 
7. Zebus, im Nebenthale von Fröhlichsdorf, nordöstlich von diese m | 
Onion: (Kite Odo Шо О E уш» ig а e HODE | 
8. вахи Häuser: bei der Kirche, Basis. (Kri. 64. 18. 30) Hh MOM...» BAD 
9. , . Kirche, Thurmspitze;. (est. Triang,) +. der ВО oe TOME 
10. Radaun, westliche Häuser, Boden. (Kri. 64. 18. 24.) . SC, 2067 «a. ys МӨ 
Lil), b Punkt am Wege von hier nach Liboch, unterhalb de 
үйд (АШИ. 28,29). nu). 4 s eoe oc 28616... BUR 
12. Brotzen, südwestliche Ortshöhe. (Кгі. 64. 18. 29.) . . . . 3001... 950 
13 y Punkt am Plateau, oberhalb dieses Ortes. (Kri. 64. 17.11.) 3234. . . 1023 
14. Klein-Hofitz, Anhöhe 720  Klafter südöstlich von  Brotzen. | 
(@е SLADENIE oc Ce ener MOP TRNA SOO, s o MED | 
15. Bohrawald, Plateau. (Kri. 64 18. 33.) edo 2072, 0 1990 ul 
16. Spitzberg, Anhöhe 445 Klafter nordöstlich von Stratscl hen. - (Oest. | 
Dong. Julie (Cas FON e, wed ic EE vdd | 
17. Wegstädtl, nordöstliche Hanser. Boden, (Bal, 64.18.06.) «. .2.. 15017. . CESED || 
18. d Alluvium am linken Ufer der Elbe unter diesem Orte. | 
(En. get 18518) 7)... 1549 . . . 400 
19; m Bahnhof d. Staatseisenbahn, S denen. (E. N. d. St. = OI LTE. , 7 1008 
20. k Kirchthurmknopf. Mittel aus 2 Mess. (Кїї, 64. 1 e [ST s DO 
21. Elbespiegel bei Wegstüdtl. (Кїї. 64. 14. 25.) . . . - 14518 W 5450 401 
22, Stratschenp Ortshóbe» (Коой Вот) вао тичо V. ца BOSQUE cows: D 
23. Radic, Eisenbahnschienen beim Wächterhaus unter Кайе. (Kris . 
64,14. 593 \ ie nit fr BER тони Ф617 
24. „mittlere Ortshöhe. (Kri. ВИТЕБ у гира ло 102'D . . . 404 
25. Wechelsky, höchster Punkt des Waldes. (Kri. 64. 18. 18.)od oda A Bebe, too gi ORO 
26. Hnövie, Mitte des Ortsplatzes, Strasse, (Kri. 64. 18.8) .. . 1565... 195 
27. Gluéck-Berg, Kuppe, unterhalb Pfedonin. (Kri. 64. 14. 27. ..2093. .. 662 
28. Podéap, Weg bei der Scheune und zur Ueberfuhr. (Kri. 64. 
POEs) Cad, ei obt dàn эла и.д Stahl DOE a . 1508 
29. Podscheplitz, mittlere Ortshühe. (Каі: 264. Biwi) ABsUbonoto9 7 .,. . 005 
| 30. Schelesen, Thalsohle am südlichen Ende des en (Kor. 65. Ban) ИТО, a 098 
| 31. Teschno-Wald, oberste Kante der Sandsteinfelsen bei Schelesen. 
| (Жой, (Qo 8. O). . йд. 160) оомо... . 1 78a 
32. 0 höchster Punkt, 5 Signalbiume; ` (Koi. eoe. d. BEAD 5454! 995 
33. Tupadl, Thalsohle am südlichen Einde des Dorfes. (Koi. 65. Bat): LABS siinil 096 
34. Slavin od. Walhalla bei Tupadl, Basis d. Hauptgeb. (Kor. 65.8.1 00) „9088 T6 
| Өй hj ү d d , obere Kante der Mauer des Ge- 
| i biudes (Kot Вб 14/)) онь 598605 . . . 812 
| "E v.i " » 5» Galler, d. Thurmes. (ot, 65.8.13.) 2724. . . 862 


T 
P! 
WM 
| 


ue 


or 


10. 
Ll. 


. Slavin, 
. Ohudolas, Mühle an der Strasse südlich. (Kor. 65. Bar.) 


Seehóhe in Metern. 


oder Wahalla bei Тарай. Thurmknopf. (Kor. 65. 8. 12.) 


Medenost, unter der Kirche an der Strasse. (Kor. 65. Bar,) 


» 


oberer Rand des Waldplateaus, nórdlich von diesem 
Orte, (AOL, QUO U, LON, 


. Neu-Wosualitz, im  Wosnalitzer Thale unterhalb dieses Ortes. 


(Kof. 65. Bar.) 


Wosnalitzer Thal, Mündung der Nedoveska- Se id ht in GERETS 


” 


(Kor. 65. Bar.) 
das obere Th. an der Mündang ded Woe ges über 
den Gauten-Berg. (Kor. 65. Bar.) 


» 


. Gross-Wosnalitz, nördliches Ende des Dorfes am Wege, Ver- 


einigung beider Thäler. (Kor. 65. Bar.) 


Й höchster Punkt des Fussweges von diesem Orte 


nach Tóschen. (Kof. 65. Bar.) Т 
Die lezten 5 Punkte liegen an der Gränze der Vierec кё 42, 50 


51. Widim und Mšeno. 


Geogr. Breite 50° 30° bis 50° 25‘ 
Geogr. Länge 829 10° bis 32° 20° 


LoL 
194°9 . 


208°6 


BOL 2 


und 51, 


Von der gesammten Bodenfläche dieses Viereckes liegen 


in der Seehöhe von 200--300 Meter 21°6 Procent, 
ООШ ЕДИ, Lem dÉ E 
400—500 , 948 e 
über 500  ,, QUA. n 


» 


Seehóhe 


Ober-Widim, Kirche, Thurmspitze. (Oest. Triang.) . 


” 


Thal, Vereinigungsstelle desselben mit dem Wostiad 
litzer Thale. (Kor. 65. Bar.) 


Unter-Widim, ا‎ Punkt des Weges in diesem | Orte. (Kor. 


» 


H 


. Wlkow, 


Rabney, 


65. Bar.) 


. Signal-Berg, Anhöhe 680 Klafter südwestlich von Ober-Widim; 


(Oest. Triang.) 


. Schedowitz, SCH zwischen diesem Orte und Dobiin, (Kor. 


;5. Bar.) ой ләр. in 
pion Häuser am Wege n nac h Dibin: (Kor, 65. Bar.) 
von diesem Orte westlich kleine Waldkuppe. (Koř. 
65. Bar.) . А 
Fussweg von diesem Orte aach Schedowitz, oberes Ende 
der Schlucht. (Kor. 65. Bar.) . elk. Rd 
Haus in der Mitte des Ortes. Basis. (Call. 65. 548.) 


Dübus, Haus in der Mitte des Ortes. Basis. (Call. 65. 547.) 


Dobrin, 


be: Mündung desselben in das Widimerthal. (Kor. 
5. Bar.) 

adi Thalterrasse von diesen Orte nac ch Widim. (Kor. 

65. Bar.) 


in Metern. 


383:0 . 


2321. 


2750. 


347'4 . 


340'4 . 
3687. 


93944... 


882'2 . 
09:0, 


320'7 


W.-F. 
894 
617 
660 


W.-F. 


924 


I. 247 | 


Seehöhe in Metern. W.-F. 


| 13. Dobřín, mittlere Höhe des Ortes am Wege nach Widim. (Kor. | 
Qi Ват)... die РИ Bla... 1088 | 
14, К Forsthaus, (Kor. "65, Bar.) oh asdado dob ai? чәр. dood OF | 
15. Konradstbal, Gasthaus, Basis. (Call. 65. 1095.) . . . . . 2780... 868 ||| 
16. Pfeiffenberg, mittlere Höhe. (Call. 65, 534 al wih OBS. "tts SOAs W138 1. 
17. Woleschno, Dorf, nördliches, hölzernes Haus. Scheinbare Basis. 
(Call. 65. 746.) . np sera ur 
18, Jestřebic, Haus in der Mitte des. Dorfes. Basis. (Call. 651/546.) «13480 . 22:180101 
19. Semanovie, Basis der Kirche. (Коў. 65. 7. 9.) 1. а. 8409. . . 1082 
20, A Kirche, Tburmspitze. (Oost Triang) . . . . . 3709. . .1174 
91. Březinka, obere Hauser, (Kor. BENT. Зоде 0. olam hyo 20259". ..., LOST, 
29, Zittnay, Basis der oberen Häuser. (Kor. 65. 7. "y view uy SEDI. с... 10422 
23. Truskavná, untere Häuser am südlichen Ende. (Kor. 65. 7. bi8000... ,. 999 
24 js oberste Häuser. (Kot. 65. 7. 6.) |... 89917"... . 1040 
25. Bosyn, Einsattelung am Wege von diesen Orte nach Johohneg- 
Dorf. (Kor. 65. Bar.) ү оч 4 821/860 oda HOTS 
26. Johannesdorf od. Zavadilka, mittlere Ortshóhe. (Kor. 65. Di 25.) BOT... ITA 
27. " Remise westlich von diesem Orte, oberes Ende. 
(Kor, Ө T. 4]. . QA ot н н ШООК ет «ое 
Eë 28. Kokoriner-Thal, Stampacher Mühle. (Kor. 65. Barre. De, ЈЕО... 788 
29, » neue Mithle, (Kor. 65. Bar). wen n . 29070... 749 
30. Alt-Kokorín, Basis des Thurmes auf dem Felsen, (Kor. 65. 6. 5.) 312'3. . . 988 A 
Sl, " Ruine, Zinne des Thurmes. (Kor: 65. 6. 4.) . . 3410. . .1079 | 
32. " Thurmspitze. Mittel aus 2 Mess, (Kor. 65. 7. 11.) 3498 . . 1107 | 
33. Neu-Kokorín, Häuser an der Strasse, oberes Ende. (Kor. 65. Bars)’. ӨЙДӨ! 189971082 | 
04 » Anhöhe an der Strasse von Kokořín nach Jestrebic 
bei einer Kapelle. (Kor. 65.7.0). .; ;. 7 * 18496. .. 1106 | 
35. Neuhof, Meierhof, östliche Seite. Basis. (Call. 65. 694)... BREL. v5. TIUS | 
36. ^ bei Kokořín, Basis des Wohnhauses. (Kot. 65. 6. 2.) 350'8. . . 1109 
37. Dul, bei Kokořín, einzelnes Haus etwa eine Klafter ober der | 
Thalsohle. (Kor. 65. 6. 7.) [UN Во 579. г AERO S vss 99 I 
38. Kanina, Haus am östlichen Ende, Basis. (0 all. 65. TOU. 11.8847 a 1069 | 
39. Hrasko, Höhe der Felsen bei diesem Orte im Kokoriner-Thal. || 
(КОЁ. 65. 6. 6.) . | ОО оно I. BGS Эа рее | 
BK, Kapellensäule auf der Höhe. ` Basis. Nordöstlich vom 
Orte (Call? 65 TTT] >. Chrëen е, Top: A BOO ... ТА 
41. Sedlec , Dorf, Haus auf der Sudostseite. Basis. (Call. 65. 776.) 3612. . .1143 
42, Stránka, Teich im Thale, westliches Ufer, Wasserspiegel. (Call. 
| Oh store ee ee ыр Чү; PODBPADEINOUD , « . 973 
| 43, o Schlossthurmknopf. (Call. 65. 785.) . . . . . . 9608... 1142 
44. Mšeno, Nordostende der Stadt am Plateau, Gartenzaun. Basis. 
(Calls GERN OIRE. SANTAREN тте ORN ET ODT NENT CILT 
"p о Windmühle, Basis. (Call. 65. 687.) . . . . . 0. 9719. . .1177 
2901. Gloekenthurm, unterer Knopf, Mitte. Mittel aus 10 Mes- 
sungen, (Call. 65. 74.) . . OSS лаа» 1298 
Bl A Berg, Anhöhe 600 Klftr. südl lich der К КОЛ Häuser | 
von Mšeno. (Oest. Triang.) . boro; <, 1109 | 
18. Skramous, Dorf, Haus am Thalabhange. Basis. (Call. 65. 757.) БОО Zei Wett AD OD | 
49. Romanow, einstöckiges Wirthshaus an der Strasse nach Dauba. AU 
Basis. (Call. 65. 765.) O8 U20 | 


50, siet, Meierhof, Nordostecke, scheinb: we Basis. (c ап. 65. 692.) 0900. . . 1097 ||| 
1. Albertsthal, Pauken-Mühle, einstöckiges Gebäude, scheinbare | 
Basis. Mittel aus 2 Messungen. (Call. 65. 748.) . 2482... 770 | 


248 1 


Seehöhe in Metern. W.-F. 
52. Brusney, Dorf, mit Schiefern gedecktes Haus. Basis. (Call. 
ПАБ ауе ая oos Ufa. ‚ . 1801 
58. Riboch, Haus in der Mitte des oberen Ortes Basie! (Gall, € Б ОВТ . on. 1118 
i 54. Liebowies, östliches Ende, Gartenzaun, Basis. (Call. 63. CD Wa KE TP 1249 
D 55. Wratner-Berg, Kuppe 280 Klafter nördlich von Liebowies, 


(Osten? anal, „додо ОЧ poji Вто. edgequiozolo Was 9D 
56. Wojetin, nordöstlichstes Haus, Basis. (Call. 65. 540.) 9 DONIS. . 114m 
57. Hauska, Haus in der Mitte des Dorfes. Basis. (Call. 65. 293.) 491'8. 1841 
58. » Schloss, scheinbare Basis, Mittel aus 2 Messungen, 
(CARE 65. Ad nieve sry ЕНШ dem D en. ... 1870 
59; » Schloss, Nordwestecke, Dachsaum. Mittel aus 9 Mes- 
sungen. (Call, 65. 11.) У T HN OOP AO LOOO C8 1468 
60, b am weissen Kreuze, nordwestlich айтор; Wasserscheide, 
| natürlicher Boden, Mittel aus 3 Messungen. (Call. 
T 65. 538:.)onpadot, zk, mu" 9397 mn. suplogganii, 1215 
n 61. Kroh, Basis des Kapellenthurmes. (Call. 654,295.) (194.490, 104 og. 1070 
V 62. ,„  Kapellenthurmknopf.. Mittel aus 2 Messungen. (Call. 65. 
|. 295.) . QD goıgdo, 9970 шоро) gov, Прот opimpilggg-s a, , 1106 


52. Klein-Bösig und Skalsko. 


| Geogr. Breite 509.304 bis 509. 25° 


M Geogr. Länge 32° 20° bis 32° 30° 
IP Von der gesammten Bodenflüche dieses. Viereckes liegen 
Ni 
n in der Seehöhe von 200—300 Meter 25'8 Procent, 
| 300-400", T49 i 
| Seehöhe in Metern, W.-F. 

1. Lobes, Schloss, Nordseite, scheinbare, Basis.,.(Call. 65. 686.)1. sah 33116 ..5...1049 
| 2o oNosadel, Basis des; Meierhofes.:,(Calli 65. 77.) d 62. aa SRN... 1176 | 
| д» a Windmühle, scheinbare, Basis. Mittel aus 2 Messungen, | 
| (Овие) Ros o He e, ee A LEET E ENKE 
| „ Klein-Dósig, nordöstlich davon und nordwestlich von Komasin, 
ht Kapellensiule...; Basis, Callı765,,488. I. sled ri 882°3 al LOD | 
| b, » einstóckiges Haus in der Mitte des Dorfes, Basis, { | 
| . (Pall, Gë, AON) < 4.09% Was He). Agenda. ` 1098 | 
We 6. " Pfarrhof;mittlere.Basis. „(Сащ op, 706) 1. 1864161. 41:10154 | 
| 7. Waldsteinruh, Eisenbahnschienen beim Wächterhause No, 16, 

ie Na adi Ba AN u ae 0590000210797 .. ..... SRG 
8. » Baum. Rondel, Basis, (Call. 65. ITT) . Kabel HE . o 1008 


9. 4,U дайка“, Waldecke südwestl. vom Hegerhause. (Call. 65. gi). 89b. . .. 906 
10. „U Marsü*, Hegerhaus, steinerne Scheuer, Südostecke, Basis. (Call. 

nei: Bord Usb. + oe GuanHT Jee) iom RISE... .... ИШ 
11. Komaschin-Berg, Kuppe 400 Klafter nördlich. der: nórdlichsten 


[M Häuser won: Zolldert,(Qest. Тата) iu "el Trois 1008 
| 12. Brezinka, Thaltiefe am Kreuzungspunkte der Eisenbahn mit dem | 

Wege naeh; diesem, Orto. „Call. 655. 791.) (eo 262t8/524:1,11 892 

18. i Haus in der Mitte des фев, Westseite, (Call. 65. 112) $121642295414,989 


14, Kopanina, Chaluppe, Basis, Mittel aus 2 Messungen. (Call. 65. £30i)48198:91.. .... 992 


I 249 


Seehöhe in Metern. W.-F. 

15. Zolldorf, das nördliche mit Schiefern gedeckte Haus, scheinbare 
BOME, COAL OOS FAB a ve А Bb ITE O cov MUST | 
16. Viska, Dorf, Nordostecke, Wegausästung, Basis. (Call. 65. TOP) 5 928'0 ;/Q'?9 089 [| 
17. Valovie, östlich davon alter Teichdamm in der Schlucht. (Call. 65. 


| 1120; (арб, UDO) а ACE qug ido Obi edd ао SEFIL doru lege | 
| 18. » Dorf, Mitte des Ortes, Haus, Basis. (Call. 65. 736.) . 3221. . . 1019 | 
19. Doubravie, Dorf, neue Scheune an der Südostseite, Basis. poc | 
85. 724) ^ 3 SENERA, 3964. .-. 1098 | 
20. Thaltiefe in Rokle vápenice stiddstl. Vi "ойыс, (Call. 65. 25.) EU оз, o TOUN | 
21. Trnova, grosse Scheune, Westseite, Basis. (Call. 65. 721.) . . о... 1028 | 
22. Sudomif, Dorf, schwitibare Basis des Kirchthurmes, (Call. 65. 72 3) 92070 5 he 109) | 
28, b Dorf, Kirchthurmknopf. (Call. 65. 72.) . j GEN T T TEUN 


24. Kluk, Dorf, Haus in der Mitte des Ortes, Basis. (€ ‘all, 65. 793.) One Oe tot 1099 | | 
25. Vratno, Steinsäule unter Bäumen am Wege von da nach Skalsko. 


(Call. 65. 728.) : VACUAM uL PR neers Sener (ea СОНО 
26. Kovan , stidliches Haus am  Thalr ánde, Baste Оно 1220,) 0 T9 9 о (EI 
gi. p Kirehthurm, Knopfmitte, Mittel aus 3 Messungen. St. Fran- 

ziska-Kirche. (Call. 65. "än... rege TOOT 
28. Skalsko, Brücke über den Skalsky- Bach, Бае (Сап, 65. 1117.) Bue Ute E TTE 
29. ? Kirchthurm, scheinbare Basis. Mittel aus 2 Messungen. 

COMI 60/7 AB) Ne UIN S t vov OUO | 
30, $ Kirchthurmknopf, Mittel aus 4 Messungen, (Call. 65. 16.) GeO к, LOO | 
31. 5 Anhöhe 180 Klafter westlich von Skalsko. (Oest. Triang.) 3215. . . 1017 | 


| 32. Spikal, Dorf, Nordwestende, neue Scheune, Basis. NOBIT POP TITO SOT ONERE QR 
| 33. Katusic, Schüttboden am Nordende des Ortes, Basis. ts BOT e OO Ons a au BO 


34, " Kirchthurmknopf. (Call 65. 288). . . . ото 2.1008 ] 
35. Bezvel-Berg, Anhöhe 1045 Klafter nordwestlich von Liny.  (Oest. | 
Ariane.) X JD dae Dik Pan ae К ы), Ва O S dca LOTA ў | 


36, Liny, Steinsäule südlich davon, елан jasis. (Call. 65. 1105.) UD D ets ОТ 
37. „Na librách“, Waldrand, budbstl! . Cistá, Basis. (Call. 65. 376.) 2969 . . . 940 


38, Čistá, am Wego von da gegen Podol, Ke pellensäule, Basis. (Call. | 
65. 871.00, le! buie ag PM. г. gë Il 
39. PluZna, davon nórdlich Thaltiefe an - der Gabelung der Thäler, | 
| ОНИН ein, «Kante. (Gud 6 ВЕШ ЮИ) о. MOI. Чч ПОВ ET UON MO | 
| 10, у Dorf, grosses neugebautes einstöckiges Haus gegen das 


nordöstl, Ende des Dorfes, scheinbare Basis. (Call. 65. 58.) 296.7. . . 940 
ji Dorf, Kapellénthutin” Коране (Call? 66) 59/7) 2°29 809'0. „u. 974 | 
42. Chaluppe, ober der Tauben-Mühle südöstl. у. Weisswasser, Basis. | 

Nord Мено Phak ndia (Call 66, Olay an INNEN КОНВИ ВИ... « 899 


58. Kosmanos und Backofen. 


Geogr. Breite: 50° 30° bis 50° 25° |I 
Geogr. Lüngé: 32? 380° bis 829 40’ | 


Von der gesammten Bodenfläche dieses Viereckes liegen 


in der Seehöhe von 200--300 Meter 96'6 Prozent, 
BOO ADO man Ee: acy 


Frauenhof, bei Weisswasser, Meierhof, Nordostecke, scheinbare 
Basis... (ball, би, DU) ite AR 
Reckov, steinerne Brücke über den Klokotkabac h. (Call. | 65. 803.) 
» Jügerhaus, Mitte, Basis der Ostseite. (Call. 65. 800.) 
Dolanka , Dorf, óstliches Ende, Gartenzaun, Basis. (Call. 65. 1206.) 
Backofen (Bakov), Hisenbahn-Stationsplatz, Schienen d. Balin, 
СЕ. Nui 4D. Noe? 


> Pfarrthurm, scheinbare Basis. (Call. 65. 798.) Cu 
; fae dM Knopfmitte. Mittel aus 4 Messungen. (Call, 

65.793 t än iun. Я “Ното „uns 
id CEA nordöstlich davon, Basis. (Call. 65. 1209.) 


Iserbrticke, am Einflusse der Biela in die Iser, Wasserspicgel. 
(Call. 65. 808.) 
Bei Neudorf, Wendung d. Grafennoges im T Mergarteéi(G Di 65.7 
|. Bitouchoy, Südende, Gartenzaun, Basis. (Call, 65. 1200.) 
2, Zwitetic, Meierhof, Wohngebäude, Basis. (Call. 65. 1204) 
Trenčín, Teichschleusse an der Strasse und am Babkov- Teich, 
Ufer, Chaussée. (Call. 65. 1213.) . 
Podhrad, Haus, Basis. (Call. 65. 1202.) ala. wedi 
Dalesic, grosses einstickiges Haus in der Mitte des Ortes, 
Basis. (Call, 65. 1293.) He on Bel eh .9 
j. Chudoples, nördliche Steinsüule an. der Strasse, Basis (Call. 
65. 1214.) ad wow coder odia H, O8 L. 
Josefsthal, Eisenbahnbrücke über die Schlucht, westlich gegen- 
über diesem Orte, Bahnschienen. (Call. 65. 1295.). 
n Hauptthor an der Strasse, Basis. (Call. 65. 193123.) 
Debr, Kapellensáule beim arate n südlichen Hause an der Chaussée. 
Basis. p (Call, 65.117 “п 
Hrdlorez, von hier siidwe silidh im Ada ‚der T Kalachiucht, "Hans 
an der Vereinigung der Schluchten, Basis. (Call. 


65. 1302.) . nd: lobog -aoon abana 
» das südliche Haus an “der ‘Strasse, Basis. db 65 
1301.) 


. Hola, Jägerhaus, scheinbare Basis. (Call. - 65. 1199.) . dp 
3. Cistä, nördlich davon Waldecke an der Strasse nach Weisswasser, 
Thalsohle, . (Call. 65.) 372.) 


m Chausséebriicke im Cistajer Grunde an der Strasse nach 
Weisswasser, Oberfläche. (Call. 65. 380.) 

8 nördliches Haus in der Tiefe, Basis. (Call. 65, < 370) 

scheinbare Basis der Kirche. (Call. 65. 285.) . 

d Kirche, Sanctus-Thiirmehen, Knopfmitte. (Call. 65. 48.) 
Bukovno, östliche Steinsäule, scheinbare Basis. (Call. 65. 1127.) 
ч Felix-Statue südwestlich davon. (Call. 65. 1104.) 

d Kirchthurmknopf. Mittel aus 12 Messungen. (Call. 
65. 8.) manor Sob Ыы Od ad Bro 
9 Anhöhe 100 Klafter südlich von Bukovno. (Oest. 


mann, К нуу eg f еван 


Michelsberg, Ruine, 10 Klafter vom schiefen. Thurm. (Call. 


Gd. Ld Oi) bans RER a 

Podhlaska, Dorf, Nordseite, Gartenzaun , Basis, (Call. 65. 1309.) 

RoZatov, Gasthaus zum rothen Rad, scheinbare Basis. (Call. 
Ор Ре) Basie. IM аы $ Monunmn » (ital 


2.) 


Seehöhe in Metern. 


284:7 . 


220'9 


224°9 . 


261'1 


216:6 , 
2209 . 


2169 


286'8 . 


2421. 
283°0 . 
3877. 


308'2 
2883 
3081 


390'9 . 


LUNG 


W.-F. 


901 
699 
712 
826 


687 
705 


800 
714 


673 
750 
891 
866 


705 
676 


816 


719 


838 
907 


907 


768 
895 
910 
975 
912 


975 


1045 
. 1043 


818 


656 


667 


| 
H i 
| | 
| I, 251 Е! 
| | | 
| Seehöhe in Metern. W.-F. 
| 35. Pták bei Jung-Bunzlau, Strasse nach Weisswasser beim letzten 
Hause. (Call. 65. 1172.) Gy aah cas snail tadelliave RLU OL c do EE | 
| 36. ZaluZan, Meierhof, Südwestecke, Basis. (Call. 65. 1180.) , ү. 2114. . . 669 | 
| 37. Judendorf, nördlich davon „Anhöhe,,, (Oest,. Тац): ves. ar cy: e url Bt oon 1748 | 
38. Walla (Volenovic), Südende, Haus, Basis. (Call. 65. 1218.) . . 2166. ..., 685 | 
39. Chaloupka, Dörfchen östlich von Kosmanos, nórdliches Haus an 
om ТӨ ҮНД Еа SELL HE, Bt EE ышы ЛАН. нн LS 
| 10. Kosmanos, Schloss, scheinbare Basis. (Call. 65. 1181.) . . . . 2545. . 808 | 
| 41. ^ Jügerhans, Basis, `, (et 85; 1178) nr. 9684... 899 | 
42. Unter-Stakor, Südende am Wege Gartenzaun, Basis. (Call. 65. | 
ROAD БОР SE bis D aay canis tala a cuu HB | 
43. Ober-Stakor, Meierhof, Scheune, Basis. wall, 68, 1256 in. a 2/490. . . 869 | | 
id, Brejlov, Dörfchen,, Basis des, Hauses. (Call. 65.,,1196.), .. жып 8471"... ..1098 | [| 
15. Baba, Jügerhaus südwestl. v. der Baba, Mitte, Basis, (Call, 65. 1764.) 2596 s ..... 821 | 
t6. , Berg, Kuppe 360 Klafter nordwestlich von | Ober-Stakor. | 
(Oest. Triang.) . P a E айй an E 3625 1147 | 
47. Nasedlnic, Dorf, Meierhof, Basis. (Call. 65. 1230.) . . . AUD C S A cie ТИХ | 
18. Zajezd, Meierhof, Basis der Scheune. (Call. 65. 871.) FO T19 | 
49, Horka, Dorf, Haus am Westende, Basis. (Call. 65, 1231.).. 2251. 712 | 
50. JeZisek, Berg, Besaltbruch, südliche höchste spitzige Kuppe, (Call, 
U0: TOT un «шры дА мей Ak ee a КОМУ ۸ E DU | 
51, Buda, Dorf, westliches Haus in der Wiese, Basis. (Call. 65. 870.). 2219... 702 | 
52, Kalwarka-Berg, Kreuz östlich davon am Wege nach Buda, Quer- | 
ЖЕШ a ОА н ДК DU «disse (re; Ый. wh Ал. «9 700 | 
58. » östlich v. Backofen, Basaltbruch, höchste Spitze. BI 
Ellen Alte ` an, i bu н АР Un rt (M | | 
| 04. Veself, Kirchthurm, ‚scheinbare Basis., (Call, 65. 1292.) . .... 2200, ., ,.. 696 | | 
| 55. М südlich davon Chaussée u, Bisenbahndurchschnitt. (Call. a 
| 65. 1224.) ; 2292 725 E 
| 54. Fürstenbruck und Sobotka. A 
Geogr. Breite: 50° 30° bis 50° 25° | 
Geogr. Länge: 39" 40^ bis 32° 50! | 
| 
| 
Von der gesammten Bodenfläche dieses Viereckes liegen | 
in der Sechöhe von 200—300 Meter 82°5 Prozent, 
300—400 | ,, 17:5 bb 
Seehöhe in Metern. W.-F. di 
| 1. Fürstenbrück, Gasthaus am Platze Basis.’ (041: 68. 839.) °°" 243°6 . I" 771 | 
| 2. ^ Ziegelei nordöstlich davon, Basis. (Call. 65. 1247.)' 2638. . . 835 | | 
| 3. ti Kirchthurm, Knopfmitte, Mittel aus 2 Messungen. | 
| (СЫ а AE DOA. . ср Bl 
| = Bslema, Dort, “Mitte,” Haus, Basis.) (Cally 00229204) ^ ef TT SE BOs BIDS аз mg A 
| 5. Koprnik, Dorf, Haus am Nordende, Basis. (Call. 65. 1927.) 9968 «OY, T18 | |] 
| 6. Zaboklik, Dort, Haus in: der. Mitte, Basis... (Call 65. 1232. -261°:9°%*.. . „829 ||| 


7. Chlumin, Meierhof, Basis. (Call. 65. 1233.) ER 
8. Ouhelnic, Haus in der Mitte, Basis der Nordwestseite. (Call. 
65. 1250.) DO. жала» We to uer cv oS Yos MR nee c RIEN 


AOUS DN ot 36 | 


252 


26. Klein-Soleé , Meierhof, 
. Gross-Solec , Kirchthurm, 
28. Suchrovic, Haus in der Mitte des Ortes, Basis. (Call. 65. 865.) 
oberstes südliches Haus, Basis. (Call. 65. 


. Sukorad , 


65. 1254.) 


. Husy Lhota, mittlere Ortshóhe. (Коў. 65, Bar.) [ 
Dorf, westliches Haus an der Chaussée, Basis. (c all. 


Lang-Lhota, Haus in der Mitte, Esiste. (Call. os. 1 


. Martinovic, 
3. Skasow, Me ierhóf. Dachsaum, 
. Skisic, Dorf, Haus in der Mitte, Ostseite, Basis. 


» 


» 
. Ober-Bautzen, 
. Rohatsko, 


2. Obora, 
3. Seborsko, Schule, Dasis. ; 
4, Klein-Bratfic, Haus am Stüdwestende des Ortes, Bas 


. Cizovka, 
. Kamenic, Felsenfortsetzung 


р) 


Neprivec , 
Steblowic, am Fahrwege, westlich von diesem Orte, 


” 


. Vesce, 
. Humbrechtsburg bei Sobotka, scheinbare Basis. (Call. 65. 838.) 
Jagdschloss, Thurm, Spitze. (0056. 
. Lhota 


1637.) 


Wirthshaus an der Chaussée, Basis. (Call. 6 


(Call. 65. 1289.) 


Seehöhe in Metern. 


821.) d 
5. 1823.) 


V 65. 


auf dem Hügel in der Huiwelde п h von lese 
Orte, Mittel aus 2 Messungen. (Call. 65. 1t 


Triang.) 


. Obrubee, Dorf, Мави :' 


1272.) 


3, Unter-Bautzen, Westseite, Haus, Basis. (Call. 65. 
Kirch-Thurmspitze. (Call. 65. 1266.) 


Dorf, südliches Haus, Basis, (Call. 6 
Haus in der Mitte des Ortes. (Call. 65. 
. Obruba-Berg, Anhöhe 220 Klafter östlich von Wobrub. at 


Stidwestecke , Basis. 


Dorf, westliches Haus, Basis. (Call, 65, 1622 


65. 1619.) 


(Call. 65. 1256.) 


Knopfmitte. 


(Call. 65. 1234.) 


mittlere Ba (Call. 65. ies 
(Oest. Triang.) . 


am Thalrande nordwes 


diesem Orte. (Call. 65. 1598.) KC 
et 970 Klafter westlich von Podkost. Qut 


Triang.) 


534.) 


1267.) 


5, 1569.) 
1269.) 


(Cal. ep 


2. 


is. ` (Call. 


5. Pfepef, östlich von Fürstenbruck, Hany a am Südwestende, ЗН! 


1229.) 


1259.) 
tlich von 


Kirche, scheinbare Basis. (Call. 65. 1417). Р 


an der 


Stelle, wo der Signalstein gestanden. (Call. 65. 1527.) 
südwestliches Haus, Basis. (Call. 65. 1529.) 
Dorf, südóstliches Haus, Dasis. (Call. 65. 


stankovs, Haus am östlichen Ende, Basis. 


1263.) 


. Sobotka, Pharrkirche, sc heinbare Basis. (Call. 65.) 
. Spisov, Dorf, östliches, Haus, Basis. (Call. 65. 1554 
. Schleifer-Teich, Damm, oberste Strasse. (Call. 65. 
.'Osek, 


1542.) 
Triang.) 
(Call. 65. 


SUL 


1548 ) 


^us Sanetusthürmchen, Basis, Thürschwelle. (Call. 


65. 1539.) 


3. Na Zdiarku, Chaluppe, Dasis. 
р Trol, 


H 


nördlich von Rochvala. 


(Call. 65. 1574.) 


Dorf, Scheune im südwestlichen Theile, Basis. 
1590.) ero аа 
am Feldrande auf dem Hügel, südwestlich 
(Call. 65. 1572.) . 


(Call. 65. 


von ‘Trni, 


235'1 


200'8 . 
2050"; 
SEET, 
Z1 

ZUT"l 

2002 
2D1'D' , 
SCHT 
285'2 

Zane", 
2961 

23197, 
5380. 
2502. 


208'0 + 


2800, 


- 


2412 . 


S 
à 
© 


c 
ce 


ЗІВА и 
2440 . 


2965 . 
280'1,. 


2529 . 


2700 , 


W.-F. 
744 


730 
706 
702 
862 


750 


825 
ol 
859 
902 
736 


937 
734 


53 


791 
850 


902 
802 
932 
781 
923 


1058 


1118 
1068 


‚1299 


1219 

953 
1084 
1204 


1085 
1046 
1001 

112 


938 
887 


800 


870 


I, 253 


Seehöhe in Metern. W.-F. 
46. Sparenec, am Feldraine, südöstlich vom Sparenecer tres 


(Qul 68. 2805.) ue Ev VEO Meer Е! 
47. Markvartic, Kirchthurm, Thürschwelle. (Call. "65. uis Goe Ba, a | | 
48. " Kirehthurm, oberer Knopf, Mitte. (Call. 65. 1268.) QUIS. ow LRAOU | 
49. Mrkvojed, Dorf, Gartenzaun , Basis. (Call 65, 1565.) . ., 3508 ... . 1109 


55. Postelberg und Laun. 


Geogr. Breite: 50° 25° bis 50° 20° 
Geogr, Länge: 31" 20° bis 31° 30° | || 


Von der gesammten Bodenfläche dieses Viereckes liegen 


in der Seehöhe von 100—200 Meter 34:8 Prozent 
200800 :5::/2062/2: төз, 
80099400 Поп 9291812 
über 400 T 0'7 si 


Seehöhe in Metern. W.-F. 


1. Postelberg, Basis des Schlosses im Garten, (Kri. 64. 33. 1997 45900 7 O 
2. iy Punkt der Strasse beim ehemaligen Zollhaus an der 
Strassentheilung südöstlich von diesem Orte. (Кїї. B 
UD Mir data ideis. rr rot or JEN ar TE | || 
3, " westliche Vorstadt, Basis der Häuser. (Кїї, 64. | [| 
BB ray jc ey P C UNT EG PL 19098... „ко | 
4. ` Knopf des Kirehthürmes. WER WP SITO. 29 BN . . TP B 
5, » Heuschuppe östlich, Basis derselben. (Kri, 64. BI 
LN PIS E 1 ToU nt. c uM | || 
6. Egerfluss bei Postelberg, obere Sockelkante ‘des Kettenbrücken- 
Del éng, (Kris, 64. 31% 80). 40 TUQUE. sw БОМ 
7. Kuttenbergrücken, Fahrbahn im Zuge der Ghanssce bei Postel- 
DELE "(Kris 64. 31, BT, L30 9 i icc р 
8. Leneschitz, Meierhofgebäude südwestlich. (Kri. 64. 38, 9 j^! TOP ^ от e 20800 
9. » Schäferei, nordwestlich von diesem Orte, zwischen | 
dem Stall und Wohngebäude. (Kri. 64. 31, 82) 1871. . . 592 | 
10. и am Platze Stidfronte. (Kri. 64. 31. 80.) . . . 1907. . . 604 | 
11. Ferbka, Häuser, östliche Basis. (Kri. 64. 31. 8.) . . . . 2289. . . 708 
12. Weberschan, Berg, höchste Kuppe, südlich. (Kri. 64. 30. 26.) 
Mittel Ans. #?Ш МЮ 120 eo HUM Nu A «f e OEC 
13. ^ Dorf, Basis der Kirche zugleich Ortshöhe. | | 
(UTOR ИО ем Мазы. sos dog NEM. 8. ONU | || 
14. i Dorf, Kirchthurmknopf. (Kri. 64. 31. 10.) | 
Mittel aus 2 Mess.. . . rahi: Lo dl | 7 |} 
15, Meierhof, Basis der Scheune. (Kri. 64. 30, 94.) CH Crh «028 ||| 
16, Hradek, "sstliche Häuser am Wege, Basis. (Kri. 64. 30. SE Ee W . BOR ||| 
17. Rannayer-Berg, höchste Kuppe. (Kri. QA. 295 Gd cu UON S... . 1 ||| 
18, Rannay, Meierhofsgebäude im Nordende. (Kri. 64. 99. 43.) UOTE. ж oc UM |l 
19. ij Basis der Kirche. (Kri. 64. 22. DM Cu epe o D e E os MI | | 
20. e Kirchthurmdachsaum. (Kri. 64. 22. AT.) h rM SUO. PIS DE | 


21, Hoblikberg, Sattel zwischen diesem und dem Ranayerberg, aüf 
der Strasse, (Eri. 64, 80. 18) ie 1, . 2685 . . . 818 


254 I. 


30, Dobroměřic, Südende, Häuser, Basis. aU. 64. “ai. Z0.) 
91. » Kirehthurmknopf. Eri, ‚64. Bär, i e 
32. Laun, Strassenpunkt bei der g ossen Vorstadt, Abzweigung der 
Gasse zur Brücke. (Kri. 64. 33. 6.) ; 
33. , Kirche, mittlerer und höchster фабъийей. (Oest. Triang.) 
34, Rannay Brücke auf der Strasse nach diesem Orte, nordöstlich 
von Rannay. . (Кгі. ‘64. 30. 20) ei 
35. Egerfluss, bei Laun hinter der Brücke. (Kri. 64. 31. 34.) 
36. Malletzer-Berg, Plateaupunkt westlich von Laun. m 64. 
Bern» 1 E вар 
37. Kreuzberg, Anbühe 150 Klafter südlich, von  Priesen. (Oest. 
Triang.) . ^ d 
38. Priesen, Ortsmitte. (Kri. 64. 31. 33). TE OIE tee 
39. St. Johann-Kirche, südlich von Postelberg, Basis der Ostseite, 
(Kri. 64, 88. 15.) р 
40. ^ südlich von Postelberg, Kuopf des Glocken- 
thurmes: (Krin94. 83.167) . И 
41. Skupitz, Meierhofgebäude, Boden östlich von der Scheune. (Kri. 
64.08: Lidia а’ sai 
42. Mallnitz, östliche Häuser am Abhange. ка, 64. “зз. 18.) 
43. " Lebmbrüche, Boden. (Kri. 64. 33. 34.) i 
44. А Punkt am Rücken südöstlich von diesem Orte, west, h 
von Semich, Kalksteinbrüche. (Kri, 64, 38, 20.) 
45, Semich, Basis der nördlichen ‚Häuser am PARSE des 
Rückens. | (ri, 4.4 99. 9d.) hen N 
46. А Punkt E Wege nach diesem Orte, südlich vom Kreuze. 
(Kri, 64. 33. 33.) EP 
47. Lippenz, adress (Kri. 64. 38. 19) ade dota 
48. Opočna, ostnordöstlich davon, Basis der Ziegelei. (Kri, 64. 
34. 3.) Siet ebe cr с Test 
49. * Rücken westlich. davon, "Basis der Statue am Wege. 
UI CLARE EOL Ae ver 
50. " Kirchthurmknopf. (Kri. 64. 34. 4.) «nma Karla 
51. Neuschloss, Boden beim Thurm, Nordseite. (Kri. 64, 33, 22.) 
52 ý Schäfereigebäude, südöstlich von: Neuschloss, Basis. 
(Kri. 64. 88. 97.) керө 
53, g Kirche, Thurmspitze, (Oest. Triang.) “ш 
54. » Kuppe südlich von der Schäferei. (Kri. 64. 34. 17.) 
55... Listian, unterste Häuser am Platze, Basis. (Kri. 64, 38. 24.) 
56. » Kuppe am Plateau östlich davon, Basis des Kreuzes. 


Seehöhe in Metern, 
.Hobli Berg, Kuppe 420 Klafter südwestlich von Minichof. (Oest. 


Triang.) 


. Hoblikbof, Boden des Hofraumes beim östlichen Hofthore. 


(Kri. 64. 31. 18.) 


. Bernigberg, Sattel zwischen diesem und dem Hoblikberg. (Kri. 


64. 30. 17.) 


. Chrabfec, südliches Inde, Basis der Häuser. (Kri. 64. 32. 89.) 
26. Grosser-Teich, nördlich vom Rothenberg. (Kr, 64. 31. 16.) 


Öernodolyberg, höchste mittlere Kuppe. (Kri. 64. 31. 19.) 


. Rotherberg, nördlich von Dobrom£rie. (Kri. 64, BR ne 
. Netschich, Boden bei der Kapelle, (Кїї, 64. 31. 20.) 


(Kri. 64. 36. 11). 


DUD 9. ., 
270'6 . 


372'4 . 
25910... 
2042. 
3009 . 


270°] 
224'1 


к RM 
204-8... 


190:2. . 


2531 


230:4 . 
1770. . 


1885 . 
2048 . 


189:0 . 
1092. 


228:1 


20:9. 
297:8;. 


3301 


3054 у 


W.-F. 


‚1594 


856 


. 19 


864 
646 
952 
854 
709 
560 
648 


602 
801 


817 


520 


681 


729 


560 
596 
648 
598 
621 
121 
811 
132 


931 
780 


792 
857, 
869 


810 


936 
942 


1044 


966 


992 


Seehöhe in Metern. 


57. Brdloch, nördliche Häuser unter der Kirche. (Kri. 64. 36. 9.) 2294 . 
58. 4 BASIS: der» Kırche ISDN Od. A ee EC 
09. "ООЛО", ~ ‘SchlosseepRadofpasise MEIR Odo ИН) MTM oe n OLO! 


60. b Südende, Boden, bei der Skt Johann - Statue. (Кі. 
64, 36. 6.) CAE ТИРЧИН. PL 
61. y Knopf des Kirchthurmes. ` (Oest. EDID)” Т IRR TO 


56. Slavétin und Peruc 


Geogr. Breite: 50° 25° bis 509 20° 
Geogr, Länge: 31° 30° bis 81° 40 


Von der gesammten Bodenfliiche dieses Viereckes liegen 


in der Seehöhe von 100—200 Meter 39:0 Prozent, 
2003900 801 44, A, 
über 300. ,, 13:4 D 


Seehöhe in Metern, 


1. Genie, nördliel he Häuser am Eger-Flusse, (Kri. 64. 31, 24.) . 1768. 
is der Kirche am Hügel, (Kris 64: 81, 22.) . Lt 


” ин ` 
ИГ.» Kigobttiupminopt (Krii 84. 925.90)... 54, 2)... ABODE . 
4. Vr$ovie, Mühle östlich des Ortes, Basis. (Kri. 64. 82, 36.) . . 16701 
5. " Häuser nördlich vom Schlossgebiiude. (Кїї, 64. 31. 21.) 17275 
6» Vobora, Basis der Kirche, (Kri. 64. 32, 27.) 172'4 . 
Au Velky veoh höchste Kuppa o (Kel) 64.8125) dl). „оода. 10211291276 
8. Kosov, Weg westl. vom Friedhof, Meierhofstall, (Kri. 64. 32, 59.) . 20578 1i 
9s " Ortsplatz, Sudende. (K8 4C0 2D3N) . you MONO. 

10, б Basis: det) Kirche, Е. 264: 549M 206)! mi «arid OAD gro). A 
Lis m Berg, höchste Kuppe östlich am Rücken. (Kri. 64. 22. 5.) 854:0 
12, Chlumberg, Sattelpunkt zwischen diesem und dem Zadovberg. (Кїї. 

64. 22. 47.) ar "AA ABEE. 1A. KC mdubrBl9O. 
13. ^ bei Chrabéec, Kuppe d. Berges. (Kri. 64 89209:) 10 48448 . 
14. Weinberg bei Gross-Vunic, Anfang des Plateaus. (Кїї, ae BLR) ATA . 


15. Livous, nördliche Häuser, westlich von der Strasse, Basis. (Kri. 


64.048. 19.) lies Qu uiu pell, Ab X 2601 
16, Kresein, Dorf, Niveau des Egerflusses. (Galas Beitr) тоом. zahl 607 
17, a Basis der Kirche beim Friedhofe. (Kri. 64. 32. 42.) 
Mittel aus 2 Messungen. |. . Я, тон odailbaon: ob62tb 
18, m nördliche Häuser an der Strasse, Basis. (Kri. 64. 43. 1821728 . 
In. — ,, Knopf der Kirche beim Friedhof. (Kris 64. 32. 41). 1883. 
20. Zelovic, nördliche Häuser, Basis. (Kri. 64. 32. 11.) . . . . 1646. 
21. Кобе, westliches Haus vor der Kirche. (Kri, 64. 32. 44.). . 1718 
22. " Kirchlein, Basis der Friedhofsmauer. (Kri. 64. 32. 10.) 183:1 
23, Volenie, Basis der nordöstlichen Häuser. (Кїї. 64. 32. 14.) 1651 


9 


74. Pátek, Basis des Schlosses. (Kris 64 43. 22.) Rasbo notans ATO) 


25 т Boden beim Schüttbodengebäude. (hr, BETO: 45.) 3 100° 
26. Radonic, Ortshöhe, Weg und Häuser. (Kri. 64, 32. 47.) . . 1685. 
2T, $ Basis (Чет топо 08V 6. As v0. 949 OSG , 
28, » unterer Knopf des Kirchthurmes. (Кїї. 64. 32. 15.) 1977 


255 


W.-F. 


125 


TOS 


743 


748 
859 


W.-F. 


559 
625 
725 
529 
546 
545 
941 
650 
698 
802 
1120 


. 1009 


1371 
721 


514 
547 
596 
521 
542 
579 
522 
558 
587 
GL € 


532 A 


626 


256 1. 


Seehöhe in Metern. 
1660 . 


29. Kystra, Meierhof, Nordeck, Basis, (Kri. 64. 32. 20.) 

30. Egerberg, Plateau, höchste Kuppe. (Oest. Triang.) 

31. Vorasic, Brücke über den Mühlgraben am Wege nach Radonic. 
(Bai. 64.824 173.5 


982. ei Knopf des Kirchthurms. (Kri. 64. 32. 46.) 
33, Potedlic, Basis der Kirche. (Кі, Gi 32. 25.) 
34. i Kirchthurmknopf. (Kri. 64. 32. 26.) 


35. VeltéZ, Basis des Kirchleins. (Kri. 64. 32. 29.) . ý 

36. » beim Meierhof, Schüttboden und Stall. (Kri. 64. P 38.) 

37. Chlumberg, Kuppe 320 Klafter westlich von Рёап, emt "Triang) 

38. Chluméan, Basis der Kirche. (Kri. 64. 32. 32.) on 

39. Рап, Boden nórdl. beim Schloss und Meierhof. (Kri. 64 32. 30.) 

40, Vici, nórdBehes Haus, Basis: (Kri 64, 82, Du", Ub 46,92 

41. TouZetin, Meierhofgebäude, nördliche Basis, CR. Del Der 

42. Donín, Häuser an der Strasse nach Vrbno. (Kri. 64. 37. 10.) 

43, » gWindmiüble, Basis, (Кїї. 64.87. 17.). ; 

44. Nad prühonem, Anhöhe 360 Klafter südöstlich von Vrbho. (Ost. 
вр) ko . - - 

45. Na rovinách, Berg, Anhöhe 260 Klafter nördlich von eso, 
(Oest. Triang.) И 

46. Vrbno, Thalsohle nordnordöstlich von “Vrbno am Walde. (Kri. 

64.87, 15.) 


47; в Häuser westlich von der Kirche, (Кїї 64871 12 N. 
48. »  Kirchthurmknopf. (Kril 64. 37. 11.) Mittel aus 2 Mes- 
sungen. Ин 


49. Pflanzendorf (Htivéic), mittlere Ortshöhe. (Kri. 64.: 37. 18.) j 
50. Na Bitiné, Berg, Anhöhe 840 Klafter westlich von Pflanzendorf. 
(Oest. Triang.) 


51. Milonka, Meierhof, südliches Thor, Boden. (їй 64 j 14.) 
52. Slavötin, Boden bei der Pfarre, Friedhofeingang. (Kri. 64. SR Wen 
58; ` Kirchthurmknopf. (Kri. 64. 32. 23 ‚ 
54. Dibef, Ort, eek im Thale. Mitte des Hofes. qui 64. 
41. 
55. Na ым Anhöhe 500 Klafter südwestlich von Peruc. ` (Oest: 
Triang.) ; ‘ 


56. Peruc, Basis der neuen Häuser. (Км. 64. 43. 25). doris 
57. s Basis des Schlossgebäudes, Nordwestecke. (Kri. 64. 32. 22.) 
бу Kirche, Thurmspitze. (Oest. Triang.) : 

59. Chrastin, altes Jügerhaus, Basis. (Kri, 64. 42. 6. . . . 
60. $ Basis des Meierhofes, westlich. (Kri. 64. 42. 10.) 
61. Stradonic, Basis der südlichen Häuser. (Kri. 64. 42. 8.) 

62. Horka, oberste nördliche Häuser, Basis. (Kri. 64. 43. 23.) 


57. Libochovic und Budyn. 


Geogr. Breite: 50° 25° bis 50° 20! 
Geogr. Länge: 31° 40° bis 31° 50’ 


Von der gesammten Bodenfläche dieses Viereckes liegen 
in der Seehöhe von 100—200 Meter 37'5, Prozent, 


200—300 | ,و‎ 50'7 nh 
über 300... 11:8 4 


1946 


1783 


200/9 . 


1018 


imu. 
200'4 . 
2416. 
3041. 
UU. 
ho 19 
220'6 . 
Ewe 
3320. 
8680, 


8644 . 
3394. 


318'6 . 
336'0 . 


360'6 . 
321'8.. 


3339 . 
3264. 
2281. 
2641. 


amir 


360'6 . 
818'8 , 
32529 
360'6 . 
252:6. 
276'0 
19919 . 
99478 . 


W.-F. 


525 
607 


564 
635 
529 
602 
634 
769 
962 
696 
625 
698 


. 1054 
1000 
. 1164 


(DA 


» LOUP 
. 1063 


‚ 1141 
("1017 


. 1056 
. 1033 


722 
856 


857 


‚ 1141 
‚ 1006 
//1029 
. 1141 


799 
875 
632 
931 


Seehöhe in Metern, 


1. Duban, Basis der Kirche. (Kri. 64. 48. 16.). 

25 +, 7 Kirchtüburmknopi, (Ки. 64.-49. 15.) ‘ 

3, Libochovic, Niveau des Egefflusses; (Call. Beitr.) : 

4. i mittlere Ortshöhe. (Кїї. 64. 43. 59.) ER кг 

5. 3 Häuser, Ecke der Strasse nach dem Friedhof. (Kri. 
BC 48:189 19 „1, od, uc 

6. Se Thurmknopf der Stadtkirche, Ен, 64 E 18.) 

7. Jefetinberg, Kuppe südlich von Klapy.  (Kri. 64. 21. Dann 

8. Radovöstce, Ortsplatz. (Кїї 64. 43. 12.) . ; 

9. Žabovřesk, 'Schüttboden u. Häuser r an der Strasse. (Kri. 64. 43. 31) 

10. BfeZan, Dorf, Niveau des Egerflusses. (Katastr. GER 

11. н obere Häuser, Basis, (Call: 64, 46. 7.) . 

12. Budyń, Ortsplatz, Westseite. (Кїї. 64. 43. 33.) . MOAR 
13,  , östlich davon Fuss des Kreuzes in der Mulde. (Kri. 
64. 46. 10.) BI E EC 
Id +. ~ Knoprt tes Stadtkirchtburmes, " (Kri. 64. 43. 32.) "x 
15. Vrbka, westliche Häuser in der Mitte, Basis. (Kri. 64. 43. 42.) 

16. " Punkt am Plateau, gegen Pohoric, (Kri. 64. 43. 64.) . 
l7. Kostelec, Basis beim Schüttboden südlich am Hang. Mod 
Ban Sa era, : 
18. " Dasis des Kirchleins. (Кї. 48; 34 m i 
19. Poplzí, südliche Häuser an der Lehne, bd Je 64. 43. 28.) 


20. Evan, Mitte der Häuser an der Leline, TI Ok, oe BUNT S 
21. Raudníéek, Mitte des Ortes, Basis der Häuser. (Kri, 64. 43. 36.) 


э 


М Punkt am Plateau, südwestlich. (Kri. 64. 43. 61.) 
„Za vovcim“, Kuppe, ostnordöstlich von Bernika. ` (Oest. 
Triang.) 


4. Bernikov, Mitte des Ortes, Nordabhang, Basis der Häuser. 


(Kri. 64. 48. 6.) 


. Podhradee, Meierhof, Schafstall, Nordecke, Basis. (Kri. 64 


TE NU 


26. Ječovic, Basis der Pfarrei, östlich, ыш 64. 48. 10.) 

27, " Kirehthurmknopf. (Kri. 64. 48. 9.) Mittel et Mess. 
28, Gottesgab (Bochdal), südöstliche Häuser, (Kri. 64. 48. 12.) 
29. Cernochov, Haus óstlich von der Kirche. (Kri. 64. ey 115) 
30. ) Kirehthurmknopf. (Kri. 64. 50. 3.) . 

31. Bousov- Berg, Anhöhe 440 Klafter nordwestlich von "Також, 
i (Oest. Triang.) . es ee Me 
32, Vrané, Plateaurand bei diesem Orte, ‘Sandsteinfelsen, (Kri. 
: 64. 40. 6.) . ў | RBS BB OUR Ter 

33, " Basis des Meierhofes. (Ent: 64; 40 Sut) „ойне. 
34, , Basis des Schlosses, (Kri. 64, 40. 9.) Mittel aus 
КЎ 2 Messungen EN АРИ И зи 
35, » Kirchthurmknopf. (Oest. Triang.) 

36, Lukow, Punkt am Plateau, nordöstlich davon. (lih 64. 52 21. d 
37. n südlicher Meierhof, Stallgebüude. (Kri. 64. 51. 9.) . 
38. » oberer Knopf des Kirchthurmes. (Kri. 64. 15 14.) 
ep Mittel aus 2 Messungen KH angdolleed bros w 
99. Ober- -Kamenie, Häuser am Hange, Basis,‘ va er od 10 
10. Jarpie, Mitte des Ortes, Thalsohle. (Kri. 64. 51. 11.). 

41. Budynic, Thalsohle bei pe Strassenbrücke. cs "64. $1,148 
42. St. Isidor, Punkt der Allee südlich davon, (Kri. 64. 52, 8.) 


169'1:*; 
1898. 
148'2 A 
10099" 


4 
TOE 
209'9". 
ido) V d 
19099 ` 
TOW. 
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1000. 


ITE 
ZU, 
1744. 
2000. 


1742 . 
176'5 
VOIO 
2808. 
180. 
9111 


265'5 . 


2596 .. 


LL 
Ге 


27: 
WO. 
318'8 . 
2900, 
Mou, 
921.0. 


bo bo 


-1 


3065 


262:8. 
281:2 . 


8027. 
584'1 
2796 . 


2874 . 


3139 . 
2354 . 
218104 
21073). 
243'2 . 


L1 


257 


W.-F. 


516 
601 
169 


525 


528 
694 
645 
OTI 
506 
161 
527 
DIN 


561 
655 
551 
840 


551 

558 
536 
888 
070 
984 


840 


821 


861 
907 
993 
929 


943 


. 1049 


v7 0 


831 
890 


958 


ODF 


884 
909 


993 
745 
674 
666 
770 


258 TI 


Seehöhe in Metern. 


49. St. Isidor, bei Budenic, Knopf des grösseren Kirchthurmes. 


(Sri. 64. 53. 8.) - SCH. ‘meni? 
44. Vinice, Berg, Anhöhe 1125 Klafter "stdöstlich von Loučka, 
(Oest. Triang.) . 2004. 


45. Gross-Radošin, Basis der südöstlichen Häuser. (Ки, 64. Ca 4.) 198'9 . 
46. Loučka, Get, davon Thaleinschnitt, Feldweg. (Kri. 64. 50. 5.) 2419. 
47. 5 südöstliches Haus beim: Schüttboden. (Kristen 64. 

[Te ^ ritat D ob daba ж ШШ, 
48. Vrbie, südöstliche Häuser, Basis. (Kri. 64. 48. LO. need Лә» 
49. Redhost, Basis der Häuser südlich von der Kirche. (Кїї. 64. 


AB 22.) ..... 2706 . 
50. " Knopf des kleinen Sanc usthürmleins. (Kri. 64. 43. 53.) 291:3 
51. Podol, Haus beim Hohlweg, Basis... (Kri, ,64. 49. DI 2221, 
52. Mšeno, Häuser nördlich vom Ortsplatz, (Kri. 64. 49. 2.) ... 2088 


53. Pr Brücke der Strasse über den Einschnitt, südlich vom 
höchsten Punkte des Rückens. (Kri. 64. 48. 909. Mole tn arr 


54. Charvatec, Basis der Kirche. (Kri. 64. 48. 5.) . . . ,2604.. 
55. " Kirchthurmknopt. , (0636, TriaDgs) none grote’ me INA 
56. Martinoves, nórdlichste Häuser, Basis. (Kri. 64. 43, 40.) . 2288. 
57. D Meierhof und Fabriksgebäude, südliche Basis. (Kri. 

Eu Lu 2601 . 
58. ,Za hospodou“, Anhöhe 550° nordöstl. у. "Martinoves, (Oost Tr.) 269:8.. 
59. Роһойе, Mitte der Häuser. am ‚Plateau. (Kri. 64. 43. 41). ., 2564. 


58. Georgsberg (Rip). 


Geogr. Breite: 50° 25° bis 50° 20° 
Geogr. Länge: 31° 50° bis 32° 0’ 


Von der gesammten Bodenfläche dieses Viereckes liegen 
in der Seehöhe von 100—200 Meter 10'9 Procent, 
ON nr. 
300—400: a.b ndot AIR 
über 400 e adu 


Seehöhe in Metern. 


1. Nizeboch, südliche Häuser, Basis. (Kri. 64. 49, 46.) . . . 1866. 
2. e Thurmdachsaumkante. (Kri. 64. 43. 45.) ~ . . 2157. 
3. Pfestavlk, mittlere Ortshóhe. (Kri. 64. 54. 29.) . . рад 
4. Hracholusk, Häuser тет an der Raudnitzer Strasse. (Kri, 
45. 7.) o . , HOBOS TD А 
5. Kleneé, Boden am Wege beim Teiche. (Кїї 64. 54, 7.) E90» 
6. Racinoves, Basis der Kirche, (Kri. 64. 54. 5.) . . 22387 
S » oberer Kee des kleineren Kirehthürmchens. (ei. 
64. 64,10). Ob. 9245:0 . 
8. » Basis der nordöstlichen. Häuser. . (Кїї. 64. 2262. 


9. $ Plateau óstl, davon, hóchster Punkt. (Kri. 64. eg 2429, 


4) 
he 5.) 

10. Bříza, Nordende des Ortes, Häuser, Basis. (Kri. 64. 54. 21.) 229°6 . 
2. 17.) 


242"9' 


1H »  Südende, Meierhof, Scheune, Basis. (Кїї. 64. 52. 
12. Klein-RadoSin, südliche Häuser, Basis. (Rn 64. 52.18.) . . 2419, 


W.-F. 
833 


833 
614 
765 


811 
823 


856 
921 
703 
661 


796 
839 
940 
724 


823 
854 
811 


W.-F. 
590 
683 
576 


592 
602 
708 


776 
716 
769 
726 
769 
765 


I. 259 


Seehöhe in Metern. W.-F. | 
18. Berghof, Nordende, Meierhof, Basis der Scheune. (Kri. 64.52.19.) 28770 . . . 749 | 


| 144 Loučka, Ovtshübe. ; (Ki; 64.1544 1224 yd i06 гш ОЗЬ s. 746 
| 15. Vyderholec , Anhöhe 370 Klafter westlich v. Loučka. - (Oest. 
Triang.) à да AA Gas garg СОО 
16. Skarhov, Anhöhe 740 Klafter südöstlich von Lečice. (Qest. 
Көй.) Kol GA. wh RE ae e ie Sl OAT ER OR ren 


17. Lecie, Basis der Kirche. (Кїї. 64. 54. idis, nen AOE: кушлер Т | 


18. ,  Kirchthurmknopf. Mittel aus 2 Mess. (Kri. .64..58.,1.).,270°9 . ;..,...1 857 

19. Jeüowes, südliches Haus, Basis, (Kri, 64. 60. 12у ри Sa. uu 

20. Vodochod, Boden bei der Kapelle am Platze. (Kroll) N... i A 

21. Netěš, südl. Ende, Basis der Häuser am Wege. (Kri. 64. 54. 11.) 2040. . . 646 
22. Straškov, südöstlicher Punkt der Strasse beim Briickel. (Kri. | 
Gd Bd, 28.17. VS. 77 т | 
28, » hóchster Punkt der Strasse zwischen diesem Orte und | 

Dußnik. (Kri, Gi A4 20). 20041. . . 859 

24. VraZkov, Boden am Platze bei der Kapelle. (Kri. 64; Bi 8.) SOUR. «OE 

25),Ctinoves, Basis; der ‚Kirche. » (Kris; 64D ANA эшн ob: tiad Roh sor TAA 

26. ii Knopf des Sanctusthtirmchens. (Kri. 64. 54. 18.) 2553. . . 809 

27. Kostomlat, Punkt der Strasse in der Geraden zur Kirche. (Kri. 

Вит 045019.) us. А Б ENT, геу пету ОЗТ 

28, . Kirchthurmknopf. (Kri. 64, 54, 23.) . ep. 260 Бн н 948 
29, Georgsberg oder Rip, unterer Rand der Basaltkuppe am Plateau | 
' von Rovné. (Kor. 65. 5. 4.) . mud. ... 1008 | 
| 30, ` 50 Schritte südlich der Kapelle. (Oest. Triang.) tt LOA Glog 415611498 | 
| ЗІ. Ü Spitze des Kapellenthurmes. (Kor. 65. 5. 1.) 4Y7T7 . . . 1511 | 
| 32, Rovné, Strasse südlich, Mitte des Ortes. ern 6401D Df sol ARO 9 | 
| 33. Wesec, Ortsplatz, Boden beim Brunnen. (Kri; 64. 55. б.у)... 2222... 708 | 
| 34. Krabéie, Plateaupunkt am Abhang. (Kri. 64. 55. . 6.) КҮЛ MOD e t TRE | 
| S. Basis der Kirche. (Kri. 64. 55. 3) Wiere "` RS . . WM | 
| 36, Bechlin, westliche Häuser, Basis. (Kri. 64. 18. 16.) i a AMORC TOF Uo DENG | 
| 37, " Kirohthurmknopf.. (Kri, 64.144. 4) . . . vorn «GERE Be н. 727 | 
| | 
| | 
| 59. Berkovic und Melnik. | 
| Feogr. Breite: 50° 25° bis 50° 20° | 

Geogr. Linge: 32" ° 0^ bis 32° 10° 
Von der gesammten Bodenfläche dieses Viereckes liegen 
in der Seehöhe von 100—200 Meter 74'1 Prozent, 
200—800 . „. (Bil „on, | 
über 300 y О"9 аі), | 
Seehöhe in Metern. W.-F. | 
1. „Nad Zlabem , Berg, Anhöhe 125 Klafter südlich von Bechlin. 

3 ‘bet. "enger a cun. n лл ma ^ ©” E 
2. Lipkovie, Basis der Kirche. (Кї. 64. 54. 24) ^. . . . 219:6. . . 676 | 
3. Sibenice- Berg, Anhöhe 500 Klafter nordwestlich von Neuhof, | 
(Oest. Triang.) . ADM A oru ч И | 
4. Neuhof, Punkt südöstlich davon, nördlich von Citov | im wand | 
a chen in der Fasanerie. (Кгі. 64. 56. 16.). . . М „ФО ОО 
0%. a Boden bei der Scheune östlich. (Kri. 64. 57. 20) . Cee. S. a oe | 


TE 


260 


6. 
T 


Seehöhe in Metern. W.-F. 


Citov, stidliche Häuser, Basis, (Kri. 64. 54. 26.) 
Meierhofgebäude, Basis des Westeckes, (Kri. 64. 56. 7.) 
Kirche, Thurmspitze. "(Oest. Triang.) 00.04. 05, 


n 


n 


. Daüoves, nordwestliche Häuser, Basis. (Kri. 64. 56. :8.) 


Ober- Berkovic, Meierhöfgebände, Basis der Westseite. me 
64: 57:5.) 


. Spomysl, Meierhofgebäude, Schüttboden, Basis, (Kri. 64. 56. 9t D 


Jenšovic, Mitte der Häuser, Basis. (wir 64. 56. a 
Eisenbahn-Stationsplatz. (Е. N. d. Bt, EL ( t) 
Strassen- und Bieb vista beim Wächterhause. 
їздї BO ШУЛ e VE ee 


” 


» 


. Jen&ovicer Berg, Kuppe 145 Klafter südöstlich von Jensovic, 


(Oést. "Eriang.) 1, i 


. Beykov, östlich davon Strasse nach Melnik. (Kii. et) 


Punkt des Rückens in der Geraden zwischen diesem 


» Y 
Orte und dem Sibenice-Berg. (Kri. 64. 56. 10.) . 


. Lužec, Moldau in der Richtung zur Kirche. (Kri. 64. 60. 15. 


) 
Häuser nordwestlich von der Kirche, (Kri. 64. 56. 24.) 
ишш Spiked, ОВЕНА Tran] LIPS 9809: 
Chramolsko, Mitte des Ortes. (Kri 64. 56. 22) . . 
Zeléin, nördliche Häuser, Basis. (Кгі. 64. 56. 21.) . . . 
Vrbno, Basis der Hauser. (Kri. 64. 56. 20. . . МЫШ. а; 
Kirehthurmknopf. (Kri. 64. 56. 19.) 


n 


» 


5. Hořím, Schloss, Basis." (Kn 64. 56. 18.) 2. 


Rousovic , Асу davon der höchste Punkt der Strasse. (Kor. 


65. 9B.) 0с adh PY н 
27. Melnik, östlich je alte militär. Magazine. (Kor, 65. D 11) 
28. a Strasse, Einfahrt in das nordwestliche Thor. (Kor. 
09, 78^ 20: ) ts DIAM, TEM VEM, (NAE. 
29. 5 Gasthaus zum Lamm, Mittel aus 4 Messungen. (Kor. 
60. BOT. +... E A een 
30. e Axe des Zifferblattes der T hurmuhr, (Kok, 65. 4. 20.) 
31. » Pfarrkirchthurmknopf. (Коў. 65. 4. 19.) 1 
82. "i Anhöhe südlich у. Melnik. (Oest, Triang.) . ^. . . 
33. j Vereinigung der Moldau mit der Elbe, (Kor. 65. 
& 26.) Nt oV "m 
34. Blaty, Häuser am Bache. (Kot. 65. Bar) ; баа 
35. Podol, Brücke über den Bach am Wege nach Chiomek. (Kor. 
65, 4-227) К мыл. шш АСТ. pr M 
36. » Basis der Brücke über den Bach am tiefsten Punkte 
dos TIALO. САО, DU. BAM) cu. MS MUR e „о 
37. Brozanek, nordwestliche Häuser, Basis. (Kri. 64. 56. 17.) 


. Sopka, Basis der Kirche, (Kof. 65. 4. ADAE 
. Weisskirchen, Basis der Kirche. (Kor. 65. 4. 14. 


pas 
" mittlere Ortshóhe.. (Kri. 64. 56. TE Р 
5.) . 


. Mlazie, Strasse mitten im Orte, (Kor. 65. 4. 15. Fri MD 
Я oberes Ende der Schlucht auf der Ж von Sopka 

nach StraZnie.; (Kat, ep, 4. 17)... «o à 
" Anhöhe ‚östlich von diesem Orte am Wege Buch Chlome k 

beim Sandsteinbruch. (Kor. 65. 4. 106.) . f А 
. Svoboda, Weingarten am oberen, Ende des Weges уоп Podol 
nach» Шош... (Kor, 60..de 821) ipso ао ` aal 


158'0 , 


185'0 


2058 


1681 


РОЮ, 


D 
166° 
173" 


1740. 


189'2 . 
LoS. 


BOO. 


160٥1 


LOTO . 


191:8 


17580 . 
ӨӨ. 
104795 


1991 


165'8 . 


© 
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1639 


1694 
1641 


156'0 . 
155/50, . 


178:5 
ESAE 


208'9.. 


2 UU ©, а 


225.0, 


= Lä = 


500 
585 
651 


532 


619 
561 
526 


548 
551 


601 
524 


559 
507 
531 
607 
563 

599 
529 


630 
524 


5198 
609 


675 


703 
812 
898 
898 


479 
549 


610 
538 
519 
494 
492 
565 
482 
661 
745 


712 


i] 
I. 261 
Seehóhe in Metern. W.-F. 
45. Chlomekberg bei Melnik, Johanneskirche, Schwelle des Haupt- 
CLOVES. s COT «QU. ul Ue ne gak EEE. | 895 
46. 4 Kreuz auf der Giebelm&uer. .(KoR/65. Bilt)! j9b998:9 . ... 998 
47. Unter-Berkovie, Niveau: der Elbe unterhalb der Zuckerfabrik. 
(Korngold oat nii m 19D, 20601631 , creo 406 
48. o Basis der Zuckerfabrik , Haupteiügatig. (Kor. 
pn HR jo эу U90. ... 400 
49, " Boden beim Meierhoßgehäude südlich. von "T | 
Steasse. (Kril) 64118. 162) отто 151791, .odtod.i 499 | 
50, N Basis des Schlosses im fita (Kor. 65. 8 20.) 1990. ` ad 500 | 
51. n Bahnhofgebäude, Schwelle der Thiire des Haupt- || 
gebäudes. (Kor. 65. 8.19. ebenso E:N.S8t.E.G.) 1595). ... 505 | 
52. " FE un des Schlosses im Parke. Kam 65. | 
8. NL. ers BS... BR | 
98: » Bergrücken, westlich etwa 3900 vom |. Büluihof, | 
Fóhrenwüldchenjs(Ko8. ‚6641 8.) ӘЛ, 90911508678 . .„. 588 | 
54. Vehlovie, Weingarten Korab, Wohnhaus. (Коў, 65. 8:22.) 16240120.) 514 || 
55. » Strasse unterhalb dieses Ortes, oberhalb ‘Korab: bei | 
der" Ueberbrückung der. Schlucht. (Kri. 65. 8483.) .182'1,. . . 576 | 
56. ү Basis der obersten Häuser, (Kok. 65. 4:8) .. . 2104. 681 
97. Liboch, Basis der tiefsten "Häuser unter der Kirche. (Kot. | 
GB PR Oy sien i LEER. . .. ШТ | 
58. » Kirche im Orte, "Thürschwelle des stldwestlichén Haupt |, 
thores. (Kor. 65. 8. 7.) ‘ ا‎ N. ое a ОВИ |! 
59.  , Basis der Kirche am Berge. (Kti. BB) 29199 .ooniivay 698 | 
60. .„. Kirche am Berge, Thurmknopf. (Kol, 65. 8. 8.). ./ 241'0 . . . 764 | 
61. Libocher-Berg, Plateau 300 Klafter südöstlich уоп Liboch. 
(Oest.. Triang.).. .. ARR" МО... .. 709 


62, Rimay, unterer Dachsaum der Wirthschaftsgebäude. (Kok. 65. 
8. LBS ie, AN ex seid oh Sb Oil tod). eens tthe uusitaoH 868 


60. Nebuzel und Repin. 
Geogr. Breite 50° 25° bis 50° 20° 
Geogr. Länge 329 10° bis 320 20° 
Von der gesammten Bodenfliiche dieses Viereckes liegen | 
in der Seehöhe von 100—900 Meter 8'8 Prozent, 


2002-30004 511949461 тор | 
6002234901 A зод sch, | 


Seehöhe in Metern. W.-F. | 

1. StráZnicer-Thal am D. von. Vysoká nach Chlomek. (Kor. | 

dis Ваг)": MO, + ай | 

2. BtraZnie oberste Häuser. (кої, "OM" 18.) u Re ee) | | 
3, » Berg, Anhöhe 700 Klafter nördl. von StraZnic. (деве : 
Triang.) , . "Pup dl vr О) 

4. Vysoká, südlich davon Plateau Turnovsky am "Wege nach | 

: HON LO BUN BEL) s ылыа ab ben ашышы a 72 + SIE | 

M. i untere" ШШ ШӨ Hinsen (Kor, 0D. 5, 29.) wee ATO. *... 888 | 


Seehöhe in Metern. W.-F. 


262 I. 
6. Vysoká, unterer Absatz des Plateaus südlich davon. (Kor. 
GABA) oos. 0n 
gi » Basis der Kirche. (Kor. e 5. 22.) 5 wobe Tua 4 
8. um Thurmknopf der katholischen Kirche. (Oest. Triang.) 
9, Bosyn, Gabelung der Thaler von diesem Orte und Johannes- 
dorf. (Kof.;65. Bari", 
10. 7 oberste Häuser. (Kof. 65. 5. 24.) 
11. Strednie, mittlere Ortshöhe. (Kor. 65. 5. 20.) i 
12. Lhotka, Dorf, Häuser am nordwestlichen Ende. (Kor. 65; Bar.) 
13. т Dorf, Höhe der Quadersteinfelsen an. der obersten 
Absonderungsflüche. (Kor. 65. Bar) e, 
14. Anhöhe 560? südw. v. Dorfe. (Oest. Triang.) . 
15. Chlomek, Dreifaltigkeitskirche, Basis der Umfangsmauer. (Koi. 
CETE MEE: E A .. .. 4 
16. » Dreifaltigkeitskirche Thurmspitze. (оез. Triang.) . v 
17. iy nordöstliche Waldecke. (Koi. 65. Bar.) ; 
18. Gross-Borek, Basis des neuen Schulbauses. (Коў. 65. 4. 25.) 
19. » Remise nördlich davon „па bílfch brehäch“. (Kor. 
65. 4. 84) ©. 58 woh yunloiufın 
20. Skuhrov, Basis des Jügerhauses. (Koi. 65. 00181) aeleiodo пэ 
21. Skuhrover Wald, oberes Ende desselben tà dem Jägorhaus. 
(KORT 65. 4. 4.) .. . , 
22. Turbowie, südöstlich von Melnik, oberste Häuser. (Кой, 165. 
41 9A ).. б; WIR 
23. Vavřinec, erstes westliches Haus an ‘der Strasse. (Коў. 65. 
41127)... 4 s 
24, Klein-Oujezd, Häuser am ` Bache mitten, im Orte. (Koi. 65. 
Gank EE 
25. Harbasko, Waldecke östlich, von diesem Orte, (Call. 68. 2024.) 
26. Hostinnä, unterste. Häuser. . (Kof. 65. 5. 13.). .. 
97, Hostina-Berg, Anhöhe 400 südöstl. von Hostinná. (Oest. Triang.) 
28. Liblie, Waldecke an der Strasse von Liblie nach Hochlieben. 
(Call. 65. 2097.) + iid ten ee — 3 
29. Lieben, Anhöhe 120 Klafter nordwestlich von Hochlieben. 
(Oest. Triang.) . { 
30. Repin, Strassenbrücke im Thale, zwischen GN und Hochlieben. 
(Call. 65. 1919.) . 
31. „ Schloss, scheinbare Basis. (€ all. 65 ‚ 1907.) } 
32.  , Kirchthurmknopf, Mittel aus 2 Messungen. (Call. 65. 301.) 
33. Zivonin, Dorf, Haus an der Nordseite, Basis. (Calle 65. 771.) 
34, NebuZel, scheinbare Basis des Thurmes d. protestantischen Kirc he. 
Mittel aus 2 Messungen. (Call. 65. 345.) cee 
35. Р Thurmknopf der protestantischen Kirche. 65. 
5. Baba A 
36. " operet Thürhknopf dii katholischen КИН. (Call. 
geil AEN, 
37. ^ SCH se 900 Klatter nördlich. von i МЫ е (Oost. 
Triang.) e 7 
38. Gross-Oujezd, Nordostende, Gartehzaun, Basis. (Call 05 n 
89. e Schlossthürmehen, Knopfmitte, (Call. 690 


Steinsäule an der Strasse von diesem brid nach 
Melnik, nordöstlich von Gross-Oujezd, Basis. 
(б Dor YE eee um n 


204'7 . 
312.4 . 
352:7.. 


2882 . 
8267 . 
2694 . 


2093 


2240 . 
2521. 
20150. 
2959 . 
2700 . 
e CC 


20916 . 
1950 . 


23431 


2171. 


18044. . 


179: 


258:6 


2885 . 
280'0 . 


2512. 
298:8. 
2209 .. 
2981 . 
333:8 . 
3931 . 
3110. 
3891 . 
398'0 . 
3304 . 


8256 . 
Cua ks 


8418 . 


. 902 
. 989 
st Tie 


«ivy SERA 
. . 1084 
852 
662 


709 
7.97 


813 
936 
854 


557 


663 
617 


741 


f 
| 
| 
| 


Seehöhe in Metern. 


41. Chorouxek, einstöckiges Haus inmitten des Ortes, Dachsaum, 


42. 


(Call. 65. TRI MM Ed “Gar ean oe р 8096 
Zahájí, Meierhof, Schüttkasten, Dachsaum. (CBIBI 6D, 1898), 2977 . 


61. Vtelno und Bezno. 
Geogr. Breite 50° 25‘ bis 509 20° 
Geogr, Länge 329 20° bis 329 30' 
Von der gesammten Bodenfläche dieses Viereckes liegen 


in der Seehöhe von 200—300 Meter 85'8 Procent, 
800122400 1112 bita deër) A 


Seehóhe in Metern. 


1. Klein-Douhravie, Dorf, Südostseite, Scheune, Basis, (Call, 65. 


1886.) A LTE MM ars BB OAS 
2. Boreč, Dorf, Südostseite, Scheune, Basis. ; (Call. 65,1904)... 298°6 . 
3. Zebitz, Meierhof, Basis. (Call. 65. 731.) . . ohne SAB. 
4. Leder, Dorf, Südostende, grösste site dne; Basis. (Call. 05 5. 1905.) DJ otis 
5, Kadlin, Kirche, Basis. (Call. 65. 1890.) . 2918 . 
6. Kadlin-Berg, Anhöhe 250 Klafter südöstlich von Radii (Oost, 
Өр]. se 1. n ШР. 
7. Gross-Zamach, Südwestecke, Haus, Basis. (Call. 65. 1899.) ON 
8. Skřivan, Meierhof, Südwestecke, Basis. (Call. 65, 1902.) <,- 2953. 
9. Véelis, Berg, Anhöhe 560 Klafter südwestlich der südlichsten 
Häuser von Gross-VSelis. (Oest. Triang.) . 000. 
10. Vtelno, Südwestecke, Gartenmauer, Basis. (Call. 65. 1921.) 27726 1: 
11, b Auf einem Hügel südlich von diesem Orte am Wege 
nach Krp. (Call. 65. 1920.) . . 293'2 
12. Radouň, Dorf, Nordwestecke, Haus, Basis. (Call. 65. 1896.) 985:0 


13. Krp, südóstliches Haus im T Hofthor, Basis. (Call. 65. 
19515). 15 dix Been. Monde Bo, MOLD 
14. ,  Glockenthurm, scheinbare e Basis. (Gall, 0:. 1998.) 0 AROR 
15. Vrutie, Hausecke an der Brücke über den Klokočbach. | (Call. 
GORDON o v o e m neo GESEL йд БИШИРЕ 
16. » A bei StfiZoviec, Eisenbahnstationsgebäude , Basis. (Call. 
65. 1927.) p Reel) vob. qa (OVO MIO Olean 023:5 
17. „ Schloss, südöstliche Ecke, Basis. (Call. 65. 1954.) 10) 2278 . 
18. Sušno, Brücke über den Klokotébach. Oberfläche. (Call. 65. 
1946.) . (8 ba ALES. 
19, » obeliskenförmiges Steinkreuz am Fährwege; westlich von 
diesem Orte. (Call. 65. 1944.) . 2380 . 
20. Kuttenthal oder Chotétov, Anhöhe 500 Klafter nördlich won 
(Oest. Triang.) . 193. al. i 3Hopmon2674 . 
21. " Kirchthurm, Knopfmitte. (Call. 65. 1865.) NI 2907 
22. ” Stationsgebäude, westliche Seite, Basis. — 65. 
D859.). o 2579. 
23. auf dem Abraume der Eisenbahn, südlich v von ‘diesem 


Orte, westlich des Stationsplatzes. Mitte aus zwei 
Messungen. (Call 65. 1852.) . . . . . . . 2598. 


263, 


W.-F. 


980 
942 


W.-F. 


887 
945 
916 
1007 
924 


990 
901 
934 


264 bk 
Seehöhe in Metern. W.-F. 
24, Nemyslovic, Nordwestende, des Ortes... (Call. 65. 1885.) ..., 2781)... 864 
25. Bezno, Schlossthürmcheu, scheinbare Basis. (Call. 65. 1111.) 2890. . . 895 
260- y n Knopfmitte. „(Call 65. Add 1 jin dO A хох 988 
20.4» ent BASIS." (Call OO mer a. 200... че 
28. » oberster y ies Gm Mittel aus 3 Messungen. 
(Call. 65. ФК ОШ LON ооо RAM d 1025 
29. ун тоова. pow COU dO 160: ) . LED e 1988 
30. Hájek, Jügerhaus, Basis der Nordwestecke. (Call. 65. 1139.) 2712. . . 858 
31. Sovinky, Schlossthürmehen, scheinbare Basis. (Call. 65. 1883.) 27692... 876 
32. Na vrších, Anhöhe nördlich von Sovinky." (Cally 65. 1880.) 288-100) . 911 
33. Strenic, südöstlich davon Set. Katharina, Kirchenruine am Rande 
РЕР (Orit OR TIER ono лл. тз. AERE. ao S 
34. Gross-Horka, Basis der Scheune. (Call. 65. 1138.) Koen AMMO, . . 868 
35. Horka, Anhöhe 280 Klafter südwestlich von Niméfic. (Oest. 
Triang.) VA EN UE ДЫЛ E 
36. Nimérie, Schlossthurm, scheinbare Basis. (Call. 00. 1128.) . 2844. . . O0P 
37. " S Knopf der Wetterfahne, Mittel aus zwei 
Messungen.d" (URN OOM OF IST oU JIO BORTU 908 
38^ Unter-Cetno()’obere Mühle, Basis. (Call. 65. 1125.) CASSE 2243. . . 710 
39. Petikozel, Anhöhe östl. vom gleichn, Dorfe. (Oest. Triang.) . 3395 . . . 1074 
40 M Dorf, Südostecke, Gartenzaun. (Call. 65. 1150.) .. 80T'4. . ;- 978 
41. Rokytovic, Steinsäule zwischen 2 Bäumen am Wege von diesem 
Orte nach Podcejk, Basis. (Call. 65. 1187.) . . 2706. . . 856 


Koch 


62. Jungbunzlau und Dobravic. 
Geogr. Breite 50° 25/~bis 50° 20° 
Geogr. Länge 32° ' 30' bis 32" 40° 
Von der gesammten Bodenfläche dieses Viereckes liegen 


in der Seehöhe von 100— 200 Meter, 2:0 Prozent, 
9006.-500: 15 El Ы 
über. 300 " 8'6 


Seehóhe in Metern. W,-F. 


Jung-Bunzlau, Isersehleusse bei den Fabriken, Dammkrone. 
БЕШ ЛАТА) к. Uv vore us toa E MT, 1 


Eisenbahnstationsgebäude, Basis. (Call. 65.1775.) QU Vial . ,. 688 


? 
Ӯ Steinsäule östlich davon an der Chaussée nach 

Judendorf, Wegkreuzung, Basis. (Call. 65.1191.) 2164 . . . 683 
A südöstl. Pulverthurm, Basis. (Call. 65. 1751.) 9187. . . 692 
» „Svatá Trojice“ Gasthaus an der Strasse nach 

Kosmanos, scheinbare Basis. (Call. 65. 1185.) 2935 . . . 707 
» südlich beim Kreuze „auf der Höhe nach Dubich.“ 

(Calore HITAD JNE дов onan. учоон 2801 728 
„ Gloriette über der Iser, gegenüber der. Stadt, 

scheinbare Basis. (Call. 65. 1236.) . . gan... TAS 
m Kaserne, scheinbare Basis. (Call. 65. 282.) ural ärt `, TAS 
» Rathhausthurm, Basis. (Call. 65. 281). . . 2880, . . 753 


* Nach einem Nivellement der Eisenbahn besitzt das Stationsgebiinde eine Seehöhe von 
907:4 M. oder 656 Е. 


265 


Seehöhe in Metern. W.-F. 


10. Jung-Bunzlau, Militärspital , Nordwestecke, scheinbare Basis. 
BORN, Obit Bed). ou^ Nie шы ee ns 
|, "Я Rathhausthurm, Knopfmitte, Mittel aus 6 Mes- 
sungen. (Call. 65. 281.) A LO HOPES. 
12, " Anhöhe 340 Klafter östlich von Jungbunzlau. 
(Oest. Triang.y^. uL TM Gan RER 
19. 3 Häuser an der Bas stei, Dasis. (Call. 65. ban 
14. Gross-Cojetic, Meierhof, Südostecke, "Basis, (Call. 65. 1753.) 
15, Podolec, am westlichen Hochrande des Podolecer “Toiches 
unweit der Schiessstätte, südöstlich von Jung-Bunzlau. 
CON OD, INEO na dee оя 
16. » am Thalrande oberhalb dieses Ortes, östlich vom 
jüdischen Friedhof, gegenüber der Kaserne von Jung- 
Bottin (Call, 00,11 183. оа ur seat 
17. Vinec, Iserbrücke, Fahrbahn, (Call. 65. 1159.) Эйс N 
18. „  Meierhof, Nordostecke, Basis. (Call. op, 2019.) 
19. »  Kirchthurm, Knopfmitte, (Call. 65. 11: Welt) dé 
20. Chrast, Dorf, Nordende, Basis des Hauses, (Call. 65, 1164.) 
21. Rehnic, one Mitte, mit Ziegeln gedecktes Haus. Basis. (Call. 
QUTD) v uid 
22. Bezděčín, EN scheinbare Basis. ` (Call. 65. 1165. 


Pod-Krnsko, Kirchthurm, Basis. (Call. 65. 1959.) 
Krnsko, Meierhof, Scheune, Basis. (Call. 65. 1146.) 


j. Stranov, Eisenbahnstationsplatz : Stranov-Krnsko, Schienenhöhe 


am Wechsel. (Call. 65. 1958) . . . . - i 
Meierhof, ORES scheinbare Basis. (Call. 65. 
TOs M (ORAT MT 

" Schlossthurmspitzel ` (Call. 66011430E ‚no‘ 999 
Zámost, Mühle an der Iser, Südseite, Unterwasser, Wassor- 

spiegel. (Call. 65. 1960.) ne 

Iser-Vtelno, Südostende Gartenmauer, Basis. (Call. 65. 1759.) 
Lhota, Steinsäule nördlich davon an der Chaussée, 3asis. (Call. 
65. 1193.) МЧ АЛИ ee АТАБ NN 
Wirthshaus an der Strasse, Basis. (Call. 65. 1192.) . 


” 


2. Strašnov, Dorf, Haus im nördlichen Theile, Basis. (Call, 65. 


MUS: ун тл ЧИЕТ ‚гору 
` Anhöhe 300 Klafter nordwestlich von Strasnoy. (Qest. 


ШОШ) ern Ro < ET, 


. Hrušov, an der östlichen  Iserthallehne südöstlich von diesem 


Orte, nördlich von Brodetz am westlichen ` Rande 
eines Wüldehens. (Call. 65. 1965.) d^ endet 
Dorf, westliches Ende, Gartenmauer, Basis. (Gall. ‚65. 
1854.) 


” 


» Horky, Schlossthurm, scheinbare Basis. ‘Call. 65. 1968.) 
y d 


" Kirehthurm, Knopfmitte. (Call. 65. 1853.) кн 
Anhöhe 260 Klafter nordöstlich von Horka. (Oest. 
Trigngs) s rorr Ken 


Dm 


Brodetz, das westliche Haus in der Wiese , Nordwestecke, 


Basis. (Call. 65. 1967.) 


. Kosorie, Meierhof, Nordostecke, Basis. (Call. 65. 1798.) 
. Vodérad, Westende, Haus, Basis. (Call. 65. 1801.) 
2, Němčic, Dorf, Westende, Haus, Basis. (Call. 65. 1802.) . 


238'2 


2379 
2414 


2602 . 


93 (ENG 


2440 


20884 


2395 


2635 


о 


242:9 


263'5 


IOS 


1951 


263:6'. 


224'0 . 


224'0 . 


959:9 
шод 4 


210°0,. 
261% . 


263°7 


21470 ;; 


O 


vor oua 
VAL GEG 
758 
833 
769 


833 
V ) 
00 
. 834 


709 


N) 
vi ON 


611 
821 


266 


Seehöhe in Metern. W.-F. 


3, Němčic, Anhöhe 550 Klafter südöstlich yon Stra$nov. (Oest. 


И ате a aa Ио Оо NR DIT 


44. Libichov, Dorf, Haus in der Mitte, Basis... (Call. 65..11803.)..2264. . . 716 
45. Syéin, Kirehthurm, Dachsaum. (Call. 65. 491.) V RR ra оо „+ Belle 
46. Dobravic, Meierhof, ‚scheinbare Dosis, (Call. 65. 1780.) .1...2299 . . . 727 
47 be Kirehthurm, scheinbare Basis. (Call, 004 IAT Dok eer «+ <“ SS 
48, ‚ Kirehthurm,.«Knopfmitte,, (Calle: ba ATAA) oann tI LS . . . 922 
49, Bojetic, Dorf, südliches ‚Haus, Basis. (Call, 65. 1813.) e 12842... BUR 
50. a Anhöhe 370 Klafter nördlich von Bojetie. (Oest. 
TERT. жайа now. наарга вооон: SERIA ` wu os LENS 
51. Chlomek, Dorf, nördliches Haus, Basis. (Call. 65. 1809.) ма Одо... 1424 
52. Jemnik, Dorf, östliches Haus. Basis. (Call. 65. 1188.) .. BRIAN V ors I fe. 
53. Plas, Kirche zu Skt. Simon und Juda, scheinbare Basis, (Call. 
68, НЕ. nl s Pah HA MER. о TM 
54. Karlsberg, bei Jemnik, Mittel aus 2, Messungen. (Call. 65. 
i253... dr valde M ROM Mae «7 DD 
55. Kolomut, Dorf, Haus am Ostende, Basis. Gall, 66.1283.) ийни... 680 
56,» Holévrchy,,Dorf, Haus, ‚Basis. ; (Call. 65.1284.) u. 5:299 2,1. 40119287 


D м 


63. Brezno und Rokytan. 


Geogr. Breite: 50° 25° bis 50° 20° 
Geogr. Länge: 82° 40/ bis 32° 50° 


Von der gesammten Bodenfläche dieses Viereckes liegen 


in der Seehöhe yon 200—300 Meter 78'4 Procent, 


300—400 5154502914641. yw 

Seehöhe in Metern, W.-F. 

Bfezno, Westende, Gartenzaun , Basis. (Call. Mot: ee er RR pom A): 
be Jägerhaus östlich davon beim Hammel- Hof Basis. (Call. 

e» Татту E ч а RN К КА, 
Dolanek, Jügerhaus, ШИШ westlich - von езш Orte, Basis, 

(Call. 65. 1772.) u AGI Sew oU EOD Nd MN ET ЛЕ 


Petkov, westliches Haus in der Tiefe, DURE, СОИ OU, 1600) au. Ns AUD 
CiZovka, Mühle, Basis. (Call. 65. 1288.) E E RL ass ee RL. 


6. Klein-Lhota, Haus in der Mitte, Basis. (Call. 05. 1887.) .. 2744. 7,868 
(ih к am Feldrande, nordwestlich vom Jigerhause Telib, 

südlich von diesem Orte. (Call. 65. 1826.) . . 3089. . . 962 

8. Telip, Jägerhaus, südwestliche Ecke, Basis. (Call. 65. 1827.) 2971. . . 940 
9. , Berg, Kuppe 240 Klafter nordwestlich von Neu-Telip, 

(Oest. Triang.) `. MT S TIEA а suce M КОЛО 

10. Kladerub, Jägerhaus, Nordwestecke, Basis. (ORL, OO TAAT "BOUT ^ . «. BUS 

11. Zeréic, Kirchendachsaum. (Call. 65. КӨШ, nr, Zee , X GEM 

12. „  Jügerhaus, nordwestlich davon, Basis. (Call. 65. 1731.) SONUS у, DOM 
13. , Berg, Anhöhe 340 Klafter nordöstlich von Zertie. (Oost. 

Trip . y ; ; Slee, . . NM 

14. Seméic, Kirchthurm, oberer Knopf, Mitte, (Gall. 65. 1782.) COL SP eae 


. Kobilnik, Dorf, östliche Seite des Hauses, Basis. (Call. 65. 


PIRES т. CPO EO, HIRO wan! up oh tng 


| 
| 
| 
| 


1. 267 


Seehöhe in Metern. W.-F. 

16. Ledeč, Haus in der Mitte, Basis, (Call. 65, HOGA жо E cli eee | 

17, Pěčic, Dorf, Nordende, Haus, Basis. (Call. 65. 1788.) . . 2171. . DÉI | 
18. Ovéár, Meierhof, südöstlich von Pedic, Basis. (Call. 65. 1790). 9004 , . SM 

19. Na Zámrsky, Anhöhe 400 Klafter südwestlich von Prodasie. 

(Quest RUAN a deos LSU Ar a s Sedo ө с DUM | 

20. Prodasic, Dorf, Haus in der Mitte an der Strasse; scheinbare | 

Basis. (Call. 65. 1669.) . . sos £80 M | 


21. Kiesic, Dorf, Haus in der Mitte mit Se йа undar kt, (Call. | 
Se, 1072) ` EE nr. 308. es | 

22. Neuhof, Meierhof, Schäfstall, Basis. ,., (Call. 65. 1689.) . ET OUA зс, ID 

23. Brodek, Schäferei bei diesem Orte, Basis. (Call. 65. 1677.) 2883. . . 912 

24, Ujkovic, nordöstlithe Häuser, Basis. (Call, 09. 1688.) „ . 2865. . . Tol 

25. Ober-Rokytan, Dorf, mi), Höhe. (Call 65. 1698.) . . е. ОО 

26. Domousnie, Meierhof, Nordwestecke, Dasis. (Call. 65. 1274 jj оет UU 

21. Knopfmitte des Schlossthurmes. (Call. "65. 1278.) 8068. . . 971 

28. Ritonic, Kirche, scheinbare Basis. (Call. 65. Sole. PO. . . 800 

29, Skufina, Dorf, mit Schiefern gedecktes Haus im Nérdosttheile, 
Basis. (Call. 65. 1600.) „or * : ор, ул дд 

30. Lhota Zelenská, Haus, Nordostseite, Basis. (Gall. 65. 1651.) Обо TO | 

31. Hradoms, Plateau 330 Klafter nördlich von Veselie. (Oest. | 


TRES. e a a mo 
32. Kopanina, trigonometrisc her Signalstein , yiereckig behauener 
Sandstein, 4 Klafter nördlich des Fahrweges von | 


| Domousnie nach Počátek. (Oest, Triang)  . SUI Nc UL | 
| 33. 14ёпо, an der Wegecke südlich von diesem Orte, jetzt Thier- | 
garten, Planke.. (Call. 65. 1678.) ,.. ВОО INOS | 


34. Osenic, Kirchthurm, scheinbare Basis. (Call. e 1693.) Ba DD E | 

35. Liban, Kirchthurm, Knopfmitte. (Call 65. 1685.) . . . . 3442. .,. 1089 | 

36. Kozadirky, Dörfchen, Haus in der, Mitte, Dasis. (Call. 65. | 
1683.) . ee. T 

SOS Čejka, Mühle, Wohngebäude, Basis. (СА, Oo. ee т ШОО, oc AM 


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Auf Seite 9 Zeile 19 von unten anstatt ,Gebirges^ ^ soll es heissen „Terrains“ 


e 795.3 А »  Nordost к, Ao » Nordwest 
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13 ° „ "18 von oben »  Stidost ar) h Südwest 

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VB ie E y a » wegen den comua » wegen der 


80  , 15 die hier erwähnte Tabelle. befindet sich als Nachtrag auf Seite 139 
143  , 14 von unten anstatt Nivelliririnstrumentes soll es heissen „Nivellir- 
instrumentes“ 

144 , 5 von unten anstatt Barometr soll es heissen Barometer 

147. у 19 von oben 16000, 1°60, 9200 „ mr. a .. 18000, 1:80, 10800 

186 , 8 von unten anstatt „Nestritz“ soll es heissen „Nestersitz“ 

193 bei Nr. 38. Bóhm.-Leipa, August. Kl. 1. Stock soll noch stehen „zugleich 
Hóhe des Standbarometers der meteorol. Beobachtungs-Station. 

200 , , 79. anstatt „Gutbrum“ soll es heissen ,Gutbrunn^ 

ZU т ВО" QA Schwarzbrum soll es heissen Schwarzbrunn 

201 , , 17. bei Ossegg, Cisterzienserstift, natürl. Boden soll die Seehöhe 
heissen : 303'4 M. oder 960’ 

206 , , 18. anstatt Jechautri soll es heissen Dechantei 

ZUG, w. up 89 BIBER BEER y y y Suchey 

207 , , 55. „  Tchersink soll es heissen Tschersink 

ШЕ Si. »  Tauscherschin soll es heissen Taucherschi n 


Druckfehler in der Hóhenkarte. 
Im Viereck Dittersbach bei Rudolfstein anstatt 480 soll stehen 482 


o b A » Suppige В, Ao es 1% e 498 
Březno und Rokytan nördlich v. Liban anstatt Pmenin soll stehen Rmenin 


” ” 


* Ansicht des Leitmeritzer Mittelgebirges vom Rip ( Georgbé. | 

асока Б › › ^ > А ` 

ү DDR E Basch Hasenburg Hostrej Diakowa NUES Adstial Ойы» B fl oet. Franz £9, Mileschauer Lobos eh Mletschen Hubacha Sobositx Radobyl Cherwienstadt Oger St. Radisko 0; » Wostzej fange r 3. Glebe Ft нга P бое. 
| | { | | Elbe 2t Xeibntegditx | 


kae Quer Profil durch das Erz-und Leitmeritzer Mittelgebirge Quer- Profil durch das lser- und Jeschken - Gebirge 


Seehöhe 
Alewehen d > Ў in Metern 
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CN Quer- Profil durch das Falkenauer und Daubaer Gebirge (uer - Profil des Iser -Thales Pad 
m Metern ч Bivenbaßnlinie GC aba d 6 А ; inMetern 
в ——— amens >” Neudörfl Tannenbg Falkenau ез6 Mayda oh he Spitzby © Be my TRUE Hizka Jab'owit: nord «одеа ‘Rovoprense b enge OB Wain Supadt боф Sach berg unter Forsth Bovig I Sivenbahulinie™ Welssiwasser Bitouchow Rakovo Horka Huda изен 
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lloru.Distz.m Kilometern 5 10 15 20 — 25 30 60 Horin Distz.in Kilometern. 5 10 15 


® 


Längenprofile der wichtigsten Thaler im nördlichen Böhmen. 


In Metern 


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Зет WoW Serb und der Dewin. 


|| 
Landesdurchforschung von Böhmen. Section II. H 
| 
| 
| 


Arbeiten 


der geologischen Section 


in den Jahren 1864—1868. 


Vorbemerkungen 


von 


Prof. Joh. Krejéi. 


Die Aufgabe der geologischen Section des Durchforschungscomités besteht 
darin, dass sie auf Grundlage der bisherigen wissenschaftlichen Resultate die Ge- 
birgsformationen von Böhmen im Detail untersuche, die etwaigen Lücken der 
früheren geologischen Studien nach Möglichkeit ausfülle, und die so gewonnenen 
Ergebnisse in der Art zusammenfasse, dass dieselben nicht blos für das wissen- 
schaftliche Publicum vom Interesse seien, sondern auch allen jenen Belehrung und 
Anregung bieten, welche sich gründliche Kenntnisse im Bereiche der heimatlichen 
Natur zu verschaffen wünschen. 

Namentlich sollen die für unser forst- und landwirtschaftliches Publicum 
wichtigen Fragen über die Abhängigkeit des Gesteinsuntergrundes zum productiven 
Boden berücksichtiget werden, indem es keinem Zweifel unterliegt, dass durch 
eine richtige und klare Darlegung der geologischen Verhältnisse die Grundlage zu 
einer rationellen Bodenkunde geboten wird. 

Diese Aufgabe wird in ihrem ganzen Umfange erst nach Abschluss der 
neuen Aufnahmen und Untersuchungen nach Massgabe der gewonnenen Resultate 
gelöst werden können, indem das, was im Laufe der Untersuchung selbst geboten 
wird, keinen eigentlichen Abschluss der Untersuchung enthalten kann. 

Von diesem Standpunkte aus mögen die hochverehrten Gönner und Freunde 
unseres Unternehmens die nun vorgelegten Arbeiten nachsichtig beurtheilen und 
die Grösse der gestellten Aufgabe und die im Vergleiche mit anderen ähnlichen 
Unternehmungen geringen Hilfsmittel derselben billig berücksichtigen. 

Den eigentlichen Aufnahmen konnte wegen der Berufstellung der Mitarbeiter . 
(Prof. J. Krejéí und Dr. A. Frié) und nach Zulangung der materiellen Mittel nur 
die Monate August und September gewidmet werden, obwohl namentlich zur Aus- 
beutung des paläontologischen Materiales auch grössere Excursionen während der 
anderen Monate unternommen wurden. 

Auf diese Art wurde in den Jahren 1864—1868 der grösste Theil von vier 
Sectionen der in 10 Blättern zu erscheinenden geologischen Karte bearbeitet und 
zwar namentlich die Umgebungen von Teplitz, B.-Leipa, Leitmeritz, Jung-Bunzlau, 
Jičín, Náchod, Adler-Kostelec, Leitomischl, Kuttenberg, Chlumec, Nimburg, Schlan, 
insofern sie auf den Generalstabskarten 1—4, 7—10, 13—16, 21, 22 ent- 
halten sind. 

Es war zuerst die Absicht der geologischen Section alle Formationen nach 
der Reihenfolge der Generalstabsblätter und gleichzeitig mit der orographischen 


6 П. 


Section zu bearbeiten; indessen gelangte die Section bald zu der Ueberzeugung, 
dass für das geologisch aufzunehmende Gebiet einerseits die neue Terrainkarte der 
orographischen Section schon fertig vorliegen müsse und dass es anderseits im 
Interesse der Detailaufnahme selbst liege, eine Formation nach der anderen durch« 
zunehmen, indem jede derselben besondere specielle Vorstudien erfordert und die 
Gliederung und Deutung derselben nur im Zusammenhange mit dem übrigen ana- 
logen Terrain sich durchführen lässt. Diese Gründe bestimmten die Seetion ihre 
Arbeiten vor allem einer Formation und zwar der Kreideformation des Untersu- 
chungsgebietes zuzuwenden. 

Die Bewältigung der angestrebten Aufgabe in der festgesetzten Zeit liess 
es wünschenswerth erscheinen sich der Beihilfe ausgezeichneter einheimischer Fach- 
männer zu versichern und die gleichzeitige geologische Bearbeitung auch anderer 
Partien, als derjenigen, welche von der Section selbst in Angriff genommen 
wurden, zu veranstalten, indem hiedurch nicht blos der Zeitpunkt des Abschlusses 
der neuen Aufnahmen näher gerückt, sondern auch die werthvollen Detailkenntnisse 
der (inheimischen Forscher im Interesse der Landesdurchforschung nutzbar gemacht 
werden könnten, um auf diese Art mit vereinigten Kräften das vaterländische Un- 
ternehmen zu Stande zu bringen. 

Es wurden in dieser Hinsicht die Herren A. Castelli, Bergwerksverwalter in 
Sales! und Theodor von Hohendorf, k. k. Bergkommissär in Teplitz, für die theil- 
weise Bearbeitung der Braunkohlenbecken im Leitmeritzer Kreise, dann Herr Karl 
Feistmantel, Hüttenmeister in Neuhütten bei Beraun, für die Bearbeitung der Stein- 
kohlenbecken in den Umgebungen von Radnic und Beraun, gewonnen, und es hat 
der letztere bereits eine Monographie der Steinkohlenbecken bei Radnic vorgelegt, 
welche diesem Bande einverleibt ist. 

Mit besonderem Danke muss die freundliche Beihilfe hervorgehoben werden, 
welche Prof, Dr. A. Reuss, Prof. H. Geinitz und namentlich Dr. U. Sehlönbach 
der Section bei dem Studium der Kreideformation angedeihen liessen, worüber in 
dem Berichte das Nähere mitgetheilt wird. 

Ebenso wird die benützte Literatur in dem speziellen Berichte angeführt 
werden; dech erfordert es die dankbare Anerkennung der Arbeiten unserer hoch- 
verehrten vaterländischen Geologen Prof. F. Zippe und Prof. Dr. A. Reuss, sowie 
der k. k. geologischen Reichsanstalt, schon jetzt hervorzuheben, dass ihre wissen- 
schaftlichen Publicationen die Grundlage der in Angriff genommenen geologischen 
Untersuchungen. bildeten. 

Eine der schwierigsten aber auch wichtigsten Arbeiten in der geologischen 
Durebforschung Böhmens ist yon einem ausgezeichneten Forscher auf eine so gründ- 
liche und glänzende Art bereits gelöst, wie sie kaum von Jemand anderem hätte 
zu. Stande gebracht werden können ; es ist die Untersuchung des silurischen Systems 
von Mittelböhmen durch Herrn Joachim Barrande. Nicht blos die Wissenschaft, 
auch unser Vaterland ist diesem berühmten Geologen zu dem grössten Danke ver- 
pflichtet, indem die Arbeiten desselben eine monographische Darstellung der wich- 
tigsten und ausgedehntesten Formation von Mittelböhmen darstellen, wie sich deren 
kein Laud und keine Formation rühmen können, Diese so ausgezeichneten Arbeiten 
ermöglichen es der Section ihre Gesammtthätigkeit den anderen Tormationen 


П, 1 


Böhmens zuzuwenden, um wenigstens annäherungsweise eine solche Evidenz in die 
Gliederung und die Beschaffenheit derselben zu gewinnen, wie sie Barrande für das 
Silursystem dargelegt hat. — 

Es sind durch die bisherigen geologischen Untersuchungen für Böhmen 
folgende Formationen konstatirt worden : 

1. Die Formationen des Urgebirges, sammt der laurentinischen 70200n- 
gruppe und den metamorphischen Schiefern. 

2. Die Silur- Formation. 

3. Die Steinkohlenformation. 

4. Die Permische Formation oder Dyas. 

5. Die Jura-Formation. 

6. Die Kreide- Formation. 

7, Die Tertiär- Formation. 

8. Das Diluvium und Allwotwum. 

9. Die Eruptiv-Formationen der Porphyre, Melaphyre, Basalte, Phono- 
lithe u. s. w. 

Es sind demnach in Böhmen zwei Formationen der Nachbarländer, nämlich 
die Devon- Formation und die Trias nicht vertreten; jene das Zwischenglied zwi- 
schen der silurischen und Steinkohlen-Formation bildend, tritt zunächst in Mähren 
(bei Blansko), diese zwischen. der Permischen- und der Jura-Formation in Mittel- 
deutschland auf. 

Die Arbeiten der geologischen Section schreiten nun in der Weise vor, 
dass mit Ausschluss der Silurformation von Mittelböhmen eine Formation nach der 
anderen untersucht, dabei aber auch gelegenheitlich in den angränzenden l'orma- 
tionen das mineralische und paläontologische Material gesammelt wird. 

Auf diese Art war in den Jahren 1864— 1808 hauptsächlich die Kreidc- 
Formation Gegenstand der Untersuchung, es wurde aber auch im Bereiche der 
anderen Formationen gesammelt, so namentlich in der laurentinischen Kozoongruppe 
bei Raspenau und Skué, in den metamorphischen Schiefern des Jeschkengebirges, in 
der Steinkoblen-Formation bei Kladno, Kralup, Beraun, Pilsen, Schwadowitz und 
Schatzlar, in der Permischen bei Schlan, Регис und Braunau, im Jura bei Khaa un- 
weit Schönlinde, im Neogen des Leitineritzer und Saazer Kreises und im Diluvium 
des ganzen Aufnahmsgebietes. 

Die im Gebiete der Kreideformation gewonnenen Resultate werden in den 
nachfolgenden Abhandlungen mitgetheilt werden, einige vorläufige Notizen über die 
anderen Formationen des Aufnahmsgebietes mögen in diesem Vorworte Platz finden. 


I. a) Das Urgebirge des Aufnahmsgebietes gehört grösstentheils zu dem 
Erz- und Isergebirge, theilweise tritt es aber auch in einzelnen isolirten Partien 
mitten in den neueren Formationen im Inneren des Landes auf. 

Die geologische Beschaffenheit des Erz-, Iser- und Riesengebirges ist von 
ausgezeichneten deutschen Geologen (Naumann, Cotta, Geinitz, Gust. Rose u. s. w.) 
so wie durch die k. k. geol. Reichsanstalt (Jokely) auf eine so gründliche Weise 
durchforscht und beschrieben worden, dass die Ergebnisse der Nachlese eine be- 
deutende Bereicherung des bisher Erworbenen kaum bieten werden. 

Da die zusammenhängende Untersuchung des Urgebirges einer späteren 
Zeit vorbehalten ist, so wurde die Aufmerksamkeit hauptsächlich den Begränzungs- 
verhältnissen des Urgebirges mit den neueren Formationen zugewendet. 

In dieser Beziehung ist der Fuss des Erzgebirges zwischen Klostergrab 
und Tissa von Interesse. 

Das Erzgebirge besteht in dieser Strecke aus den beiden typischen Varie- 
täten des rothen und grauen Gneises, welcher zwischen Klostergrab und Graupen 
durch eine etwa 4000 Klafter breite Partie eines Quarzporphyres wuer: 
brochen wird. 

Bei Tissa erheben sich am Rücken des Gneiszuges die senkrechten Wände 
des Quadersandsteines und bezeichnen scharf die geologische und orographische 
Gränze des Erzgebirges, so wie des nordböhmischen Quadergebirges. 

Das Streichen des Gneises ist im Allgemeinen nach ONO und das Ein- 
fallen (allerdings mit vielen lokalen Abweichungen) nach NNW gerichtet, so dass 
der steile Abfall des Gebirges gegen Böhmen sich senkt, während die sanftere 
Neigung gegen Sachsen sich allmählich verflächt. 

Offenbar ist das Erzgebirge längs einer Spalte gehoben worden, welche 
parallel mit der Richtung desselben auf der böhmischen Seite desselben sich hinzieht 
und mit den Gebilden der Kreide- und Neogenformation ausgefüllt ist. 

Unmittelbar auf den steil gehobenen Gneisschichten oder auf dem Porphyr 
ruhen feste quarzige Quadersandsteine, aber keineswegs in horizontaler Lagerung, 
sondern in steil gehobenen Bänken (30—40° SO), deren scharfe Kämme man na- 
mentlich zwischen Judendorf und Rosenthal, bei Sehanda und Liesdorf verfolgen 
kann. Auch unter der Nollendörfer Höhe sieht man östlich von der Strasse an 
der steilen bewaldeten Lehne „die Wand“ genannt, eine Menge Quadersandstein- 
blöcke, welche einem solchen zerstörten Kam angehören 


II. 9 


Ueber dem Quader ruht der analog gehobene Planer, darüber aber das 
neogene Braunkohlengebilde, welches mit viel sanfterer Neigung gegen Teplitz sich 
ausdehnt. 

Die Skizze Fig. 1 verdeutlicht diese Lagerungsformen. 


Fig. 1. 


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N: 


Durchse ИШ am Fuss des Eirzgebirges bei Rosenthal unweit Graupen. 
p. Gneis und Porfyr. k. Quadersandstein. — Р. Pliner, — Л. Braunkohlenschichten. — a. Di- 
luviallehm und Schotter. 

Es ergibt sich aus diesen Verhältnissen naturgemäss der Schluss, dass 
abgesehen von der Haupthebung des Erzgebirges, welche in einer früheren Periode 
statt fand, das Erzgebirge erst nach dem Absatz des Quaders und des Pläners 
und vor dem Absatz der Teplitzer Braunkohlengebilde zu seiner jetzigen Höhe sich 
erhoben haben konnte; und dann, dass keine der innerböhmischen älteren Sedi- 
mentärformation (der Silur-, Steinkohlen- und Permischen-Formation) bis zum Erz- 
gebirge reicht, was namentlich für die Abschätzung des mittelbóhmischen Stein- 
kohlenbeckens südlich von der Eger von Wichtigkeit ist. 


Die Erzgebirgsspalte lässt sich von Tissa an in ihrer ostnordöstlichen 
Richtung an den Bruchrändern des Quader längs des südlichen Fusses des Tetsch- 
ner Schneeberges und dann weiter bis gegen Böhm.-Kamnitz und Falkenau ver- 
folgen, was in der Beschreibung der Kreideformation näher hervorgehoben wird 
und offenbar mit der oben angeführten Deutung zusammenhängt, dass nämlich noch 
nach Absatz der Kreideformation eine Hebung des Erzgebirgssystems statt fand. 

Nehnliche Begränzungsverhältnisse des Urgebirges finden sich im nördlich- 
sten Theil von Böhmen längs einer südöstlichen Linie von Schönlinde bis Liebenau 
und Klein-Skal. 


Die Umgebungen von Schönlinde und Rumburg sind ein Theil des grani- 
tischen Lausitzer Berglandes. welches mit dem Isergebirge zwischen Friedland und 
Reichenberg ein geologisches Ganze bildet, obwohl es durch das neogene Becken 
von Zittau von «demselben getrennt ist 

Das durch tiefe Schluchten zerrissene Quader-Plateau der sächsisch-böh- 
mischen Schweiz lehnt sich an den Lausitzer Granit längs einer Linie vom Pors- 
berg bei Pillnitz über Dittersbach, Hohnstein, Altendorf, Hinter-Hermsdorf an, 
und erreicht bei Hennehübel die böhmische Gränze, von wo es sich über Schnau- 
hübel, Neu-Forstwalde, Teichstadt, Tannendörfel und Innozenzendorf bis zum nörd- 
lichen Fusse der Lausche längs des Granites hinzieht. Der Unterschied zwischen 
(lem hügeligen Granitland von Schönlinde und dem Quaderplateau von Daubitz ist 
auffallend und lässt die geologische Gränze zwischen dem Urgebirge und dem das- 
selbe unmittelbar bedeckenden Quadersandsteine scharf ziehen. 


Man sieht auch hier, dass die ganze Formationsreihe zwischen dem Urge- 
biree und der Kreideformation fehlt, doch erscheinen die Quader am Granitrande 
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ur эс» sine DEE 


10 IT, 


nieht gehoben, sondern stossen in ihrer horizontalen Lagerung bis unmittelbar an 
denselben an. 

Diese unmittelbar horizontale Anlagerung der Quader an den Granit ist 
aber nur scheinbar. Schon längst ist bei Hohnstein in Sachsen zwischen dem 
Granit und dem an ihn anstossenden Quader ein schmaler Streifen Jurakalkes be- 
kannt, der durch die in demselben avgelegten Kalkgruben aufgeschlossen, die 
merkwürdige durch Cotta veröffentlichte Ueberschiebung des Granites über den 
Jurakalk zeigt, wie sie in der Skizze Fig. 2. angedeutet ist. 


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Fig. 9. 


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Profil der Gränzverhältnisse bei Hohnstein, nach Cotta. 
g. Granit. — j. Jurakalk. — 7. Quader. 

Es lag die Vermuthung nahe, dass der Jurastreifen von ‚Hohnstein sich 
längs der Granitgränze auch nach Böhmen hinüberziehe und diese Vermuthung 
wurde durch die bei Khaa und Nassendorf unweit Schónlinde gefundenen Petre- 
fakten vollkommen bestätigt. Der eigentliche Fundort der Jurapetrefakten bei 
Khaa sind alte vom Walde bedeckte Steinbruchhalden, welche über die eigentliche 
Lagerung der Juraschichten keinen Aufschluss geben. Bei der gemeinschaftlichen 
Begehung dieses Terrains durch die Mitglieder der Section (Prof. Krejčí und Dr. 
A. Frič) im August 1864, welche hier der Fortsetzung des Hobnsteiner Jurakalkes 
nachforschten, wurde in einem Kalksteinbruche hart an der Granitgränze zwischen 
Neu-Daubitz und Schönlinde ein vom Basalte durchbrochener dichter Kalkstein 
bemerkt, welcher sowohl durch seine mineralogische Beschaffenheit als auch durch 
seine Lagerung sich auffallend von den Schichten der Kreideformation unterscheidet. 
Die Kalksteinschichten sind steil aufgerichtet (40— 50°) und fallen gegen Südwesten 
ein; ein Theil des Quaders, der den Kalkstein bedeckt, hat dieselbe Lagerung, 
obwohl kaum in der Entfernung von einigen Klaftern wieder die horizontale Schich- 
tung des Quaders herrschend wird. 

Offenbar sind hier längs des Granitrandes die unmittelbar auf demselben 
anliegenden Schichten gehoben, ja wahrscheinlich war ehedem hier auch ein Kamm 
des. gehobenen Quaders vorhanden, der aber wegen der Weichheit des hiesigen 
Quaders allmählich verschwand. Die Skizze Fig. 3 stellt diese Lagerung in einem 
Ideal-Profile dar. 


Fig. 3. 


g. Granit. — p. Dorfer, — b. Basalt. — j. Jura. — k. i. Quader. 


II. 11 


Die Hebungslinie längs der Granitgränze zieht sich nach Südost und gehört 
demnach einem anderen Systeme an, als das Erzgebirge, doch ist durch die steil 
aufgerichteten Quaderschichten auch hier konstatirt, dass eine Hebung des begrän- 
zenden Urgebirges ebenfalls erst nach Absatz des Quaders statt fand. 

Die grosse Quadersandsteinpartie zwischen Kreibitz und Gabel, die gleich- 
falls auf dem Urgebirge ruht, zeigt keine gehobenen Ränder. An die mächtigen 
Sandsteinwände des Quaders bei Johnsdorf und Oybin (in der Lausitz) lehnt sich 
das neogene Zittauer Becken unmittelbar an und erst südöstlich von Oybin, wo 
sich ein gegen Südost langgedehnter Schiefer-Gebirgszug zu entwickeln anfängt, 
der am Jeschken seine höchste Höhe erreicht, tritt wieder längs desselben ein steil 
gehobener Rand des Quaders als ein klippiger Kamm auf. Am auffallendsten ist 
dieser Kamm am Trögelsberg bei Pankraz entwickelt. Er besteht hier aus festem 
quarzitähnlichen Quader, der in mächtigen Bänken unter 30" gegen SW einfällt 
und den unterliegenden Thonschiefer überragt; am Fusse des Trögelsberges ist 
aber der Quader wieder horizontal gelagert. (Fig. 4.) 


Fig. 4. 


N cea Leger EE RAR А м: 


Profil der Gränzverhältnisse bei Pankraz. 
f. Schiefer. — k. i. Quader. T. Trégelsberg. 


Die Schiefer des Jeschkengebirgszuges gehören nicht dem eigentlichen 
Urgebirge, sondern einer Gruppe metamorphischer Gebilde an, über die weiter 
unten näheres mitgetheilt wird. Da aber die Hebungsachse des Jeschken in ihrem 
südöstlichen Verlaufe mit interessanten Dislokationen des Quaderrandes zusammen- 
hängt, so mag hier schon erwähnt werden, dass auch die Hebung des Jeschken- 
zuges zu seiner jetzigen Höhe erst nach der Bildung des Quaders erfolgte. Die 
Hebung des Jeschken zeigt das Eigenthümliche, dass ihre Richtung fast senkrecht 
zu dem Streichen der Phyllite und Schiefer desselben und zwar parallel der Linie 
vorläuft, nach welcher die Quader am Trögelsberg gehoben erscheinen. 

Dieser Umstand ist namentlich desswegen bemerkenswerth, weil er im Zu- 
sammenhange steht mit der richtigen Deutung des Begränzungsverhältnisses des 
Quaders zu den älteren Formationen am Fusse des Jeschken. 

Längs des südwestlichen Fusses des Jeschkenzuges stösst von Pankraz 
bis Bohddnkov der Quader in horizontalen Bänken an der Schiefer desselben an, 
aber einzelne zerstreute Blöcke des festeren Quaders längs der Schiefergränze 
machen es wahrscheinlich, dass auch hier ehemals ein gehobener Rand des Quaders 
bestand, der aber später durch Erosion zerstört wurde. Da wo der Quader fester 
ist, nämlich von Bohdänkov über Liebenau gegen Südost, tritt auch alsogleich der 
gchobene Quaderrand als ein scharfer Kamm auf, den man dann über Klein-Skal, 
wo er von der Iser durchbrochen wird, gegen Koberov und Prackov bis zum Ko- 
Zakovberg verfolgen kann. Der Quader ruht hier nicht auf den Phylliten, sondern 


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| 
| 


| 
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d 


12 П. 


auf Conglomeraten und rothen Sandsteinen der Permischen Formation, welche von 
mächtigen Melaphyr und Quarzporphyrlagern durchsetzt und ebenso wie der Quader 
steil gehoben sind. (Fig. 5.) 


Fig. 5. 


NONE NS Le 

Profil der Gränzverhältnisse bei Liebenau. 
f. Phyllit. — d. Dyas (rother Sandstein, Porphyr und Melaphyr). — A. Quader. — o. Pliner. — 
о. i. Isersandstein. 


Man könute diese Hebung nach dem ersten Anblicke für eine Wirkung 
der permischen Porphyre und Melaphyre halten; wenn man indessen den Umstand 
berücksichtigt, dass der Quader am Urgebirgsrande auch dort gehoben ist, wo der 
Melaphyr und Porphyr fehlt (bei Pankraz) und dass diese Gesteine in ihrem Be- 
reiche mitten in der Dyas keine ähnlichen Dislokationen hervorbringen, so gelangt 
man zu der Ueberzeugung, dass der rothe permische Sandstein sammt seinen Por- 
phyren und Melaphyren gleichzeitig mit dem Quader gehoben wurde und dass diese 
Hebung durch das alte Schiefergebirge und zwar erst nach der Bildung des Quaders 
erfolgte, welche Ansicht übrigens auch darin ihre Bestätigung findet, dass der 
Porphyr und Melaphyr eine mit den Permischen gleichzeitige Bildung und desshalb 
viel älter ist als der Quader. 

Das Urgebirge tritt im nordöstlichen Böhmen (Adlergebirge) und im öst- 
lichen Böhmen (Chrudimer, Caslauer Kreis) noch in vielfache Berührung mit der 
Kreideformation; die grossen Dislokationsspalten, die wir von Hohnstein in Sachsen 
bis zum Kozakov bei Turnau längs des Urgebirgsrandes verfolgten, zieht sich aber 
in ihrer weiteren südöstlichen Richtung ins Gebiet des Permischen hinein, worüber 
weiter unten gehandelt wird. — 

Nebst den grossen zusammenhängenden Urgebirgsmassen treten im Aufnahms- 
gebiete auch kleine isolirte Urgebirgsparticn mitten in den neueren Formationen 
auf und bieten in ihren Verhältnissen mannigfaches Interesse dar. 

Im Gebiete der Kreideformation des Leitmeritzer und Bunzlauer Kreises 
tritt das Urgebirge auf zehn verschiedenen Punkten auf, aus deren Vertheilung 
sich der Schluss ziehen lässt, dass das Grundgestein, auf welchem die Kreidefor- 
mation ruht, vom Erzgebirge und vom Jeschken an bis zum Egerflusse und von 
da bis zu einer Linie, die man sich von der Egermündung gegen Liebenau gezogen 
denkt, zum Urgebirge gehört. 

Südlich von der Eger und der angedeuteten Linie bilden permische Sand- 
steine und wahrscheinlich auch silurische Schiefer und Phyllite die Unterlage der 
Kreideformation. 

Die erwähnten isolirten Urgebirgspartien sind folgende: 

1. Der quarzführende Porphyr zwischen Janig und dem Teplitzer Schloss- 
berge, aus dessen Klüften die berühmten Thermen von Teplitz entspringen und auf 


II. 13 


welchem die reizende Badestadt zum gróssten Theil steht. Dieser Porphyr stimmt 
vollkommen überein mit dem Porphyrgestein des Erzgebirges zwischen Niklasberg 
und Graupen und bildet die unmittelbare Unterlage der Teplitzer Plänergebilde. 

9. Der Lowisenfelsem bei Weisskirchlite mitten im Braunkohlenbecken 
zwischen Teplitz und Eichwald besteht ebenfalls aus Porphyr, der eine Decke von 
Tourtiaschichten trägt, und deutet darauf hin, dass der Porphyr die Schichten der 
Kreideformation vom Erzgebirge bis nach Teplitz unterteuft. 

3. Eine kleine Gneispartie bei Ratsch an der Strasse zwischen Borislau 
und Teplitz mitten zwischen Basaltbergen, ebenfalls mit aufgelagertem Pläner. 

4. Der Gneis von Bilin tritt in tiefeingeschnittenen Thälern unter den 
Gebilden der Kreideformation auf und stimmt dem Streichen und der mineralo- 
gischen Beschaffenheit nach vollkommen mit dem Erzgebirgsgneis überein. Es ist 
hier grösstentheils grauer, theilweise auch rother Gneis. 

5. Bei Vatislae tritt unter dem Quader und Pliner eine kleine Scholle 
von grauem Gneise ebenfalls mit dem nordöstlichen Streichen des Erzgebirges auf. 

6. Dei Mileschau am Fusse der Phonolithpyramide des Donnersberges 
ragt ebenfalls eine kleine Klippe von grauem und rothen Gueise unter dem Pliner 
und Basalt empor. Das Streichen ist SOS. 

7. Im Woparnerthal zwischen Welemin und Cernosek, dann zu beiden 
Seiten der Elbe, wo namentlich am rechten Ufer der durch seine uralten Erdwälle 
ausgezeichnete Hradekerberg sich erhebt, tritt rother Gmeis mit Glimmerschiefer, 
Amphibolitschiefer und Kalksteinlagern in sehr interessanten Verhältnissen auf, 
indem er von mächtigen quarzführenden Porphyrlagern begleitet wird, welche in 
prächtigen sechskantigen Säulen brechen. Er ist von Quader und Pläner bedeckt 
und gehört seinem nordöstlichen Streichen nach zum Erzgebirgssystem. Die tiefe 
Elbespalte zwischen den Bergen Skala und Hradek, welche diese Urgebirgspartie 
durehbricht, schliesst das Gebirge auf eine für den Geologen sehr erwünschte 
Weise auf. 

8. Die linken Felsengehänge des Elbethales bei Rongstok zwischen Pömerle 
und Topkowitz entblössen ebenfalls eine kleine Urgebirgspartie, welche durch 
ihren metamorphischen Charakter zu den geologisch interessantesten Partien des 
Elbethales gehört. Ein von Erzgängen (Bleiglanz, Zinkblende, Pyrit) durchsetzter 
syenitähnlicher Grünsteinstock ist hier von felsitartigen Gesteinen begleitet und 
von veränderten verhärteten Plänermergeln bedeckt und das Ganze auf die man- 
nigfachste Art von Felsitporphyr- und Trachytgängen durchschwärmt, an denen 
man die eigenthümlichsten Gesteinsmetamorphosen beobachten kann. Eine kleine 
Gneispartie gehört hier auch zu den Begleitern des Grünsteines. Die schieferigen 
Gesteine streichen nach NO und fallen nach NW ein. 

9. In dem von hohen Sandsteinwänden umsäumten Elbthal nördlich von 
Tetschen tritt zwischen Laube und Niedergrund ebenfalls das Urgebirge unter dem 
Quader zum Vorschein und zwar in der südlichen Hälfte aus Phyllit mit SO 
Streichen und NO Einfallen), in der nördlichen Hälfte unterhalb Mittelgrund aus 
Granit bestehend. 

Der Quader ruht hier, so wie überall im Bereiche des Erzgebirges, un- 


mittelbar auf dem Urgebirge. 


14 II: 


10. Mitten im Quaderterrain zwischen Dauba und Habstein tritt der Ma- 
schwitzer Berg oder Chlum ebenfalls als eine isolirte Urgebirgsinsel auf. Sein 
Gipfel besteht zwar aus Phonolith, aber der westliche Theil seines Rückens aus 
rothem Gneis und chloritischem Schiefer. Alte Halden zeigen, dass hier ehemals 
ein Bergwerk bestand. Das Streichen ist SO mit einem sehr steilem Einfall gegen 
NW. Da die Quadersandsteine ganz horizontal an diesen Berg sich anlagern, so 
hat er offenbar eine Insel mitten im Kreidemeere gebildet. 

Im östlichen Theile der böhmischen Kreideformation (Jitiner, Königgrätzer, 
Chrudimer Kreis) tritt das Urgebirge ebenfalls in einigen isolirten Partien auf, 
aber in Begleitung der permischen rothen Sandsteine, welche von Norden her den 
Quader unterteufen. 

Einzelne isolirte Gneis- und Phyllitfelsen inmitten des permischen rothen 
Sandsteines zwischen Ketzelsdorf und Pilnikau, dann südlich von Pecka und Neu- 
Paka zeigen, dass die permische Formation hier unmittelbar auf dem Urgebirge 
ruht und dass die älteren Sedimentärformationen hier fehlen. 

Wir wollen uns aber auf die Aufzählung der Urgebirgspartien im Gebiete 
der Kreideformation beschränken, welche hiedurch ein erhöhtes geologisches Inter- 
esse gewinnen, als dieselben mit grossen Hebungsspalten im Zusammenhange 
stehen, die in der südöstlichen Fortsetzung der früher angeführten Hebung des 
Nordrandes der Kreideformation diese Formation bis nach Mähren durchsetzen. 

Diese einzelnen Urgebirgspartien sind folgende: 

1. Die Phyllitpartie südlich von Pecka am Jaworkabache zwischen Béla 
und Uhlíf. Sie ist nördlich vom rothen permischen Sandstein, südlich und östlich 
vom Quader umsäumt. Ihr Streichen ist SO, das Einfallen SW. 

2. Der Zwicinberg nördlich von Miletin. Dieser bedeutende Berg, auf 
dessen Kuppe die weithin sichtbare Johanniskirche in einer Höhe von 2124’ steht 
und von wo aus eine der prachtvollsten Aussichten vom Riesengebirge bis gegen 
Prag sich eröffnet, ist nur auf der nordwestlichen Seite vom rothen permischen 
Sandstein, sonst aber ringsum vom Quader umgeben. 

Der Kern des Berges ist ein gneisartiges krystallinisches Gestein, welches 
in ehlorit- und talkführenden Phylliten eingelagert ist. Die höchste Kuppe, dem 
nördlichen Rande genähert, besteht aus quarzigen Schiefern. Das Streichen ist SO, 
das Einfallen SW unter steilen Winkeln (60—80°). 

Die nordöstliche steile Seite des Berges, wo die Phyllite in fast senk- 
rechten Terrassen aufsteigen, liegt genau in der Richtung einer südöstlich verlau- 
fenden Hebungsspalte, welche im permischen Sandstein bei Lewin-Öls beginnend 
längs der steilen südlichen Lehnen des. Königinhoferthales bis gegen Heřmanic bei 
Jaroměř durch das Gebiet der Kreideformation sich hinzieht und eine grosse Ver- 
werfung des Quaders veranlasst. (Siehe Fig. 6.) 

3. Durch eine ähnliche nordöstlich vorlaufende Hebung wird der mit dem 
Königinhofer Bergzuge parallele Quaderrücken des Chlum gebildet, welcher von 
Konecchlum über Hořic bis gegen Bürglitz sich ausdehnt und die Thalniederung 
von Bélohrad und Miletin von Süden aus umsäumt. Die Bäche Jaworka und 
Bystfic durchbrechen diesen Höhenzug von Nord gegen Süd und gewähren in 
ihren schroffen Querthälern einen Einblick in den Bau dieses Rückens. Man findet 


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Idealer Durchschnitt von Hofic über Miletin gegen Weiss-T 


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Miletin. 


1. rothe Sandsteine der Dyas. — E. Quader. — o. Plänermergel. — a. Diluvium. 


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П, 15 


hier unter dem gehobenen Nordrand des Quaders bei 
Mezihor im Querthal der Jaworka gneisartigen Schiefer 
und nördlich von -Hořic im Querthale der Bysttic per 
mische Sandsteine und Phyllite anstehend, welche mit 
SO Streichen gegen SW einfallen. (Fig. 6.) 

4. Ganz ähnliche durch die Hebung des Urge- 
birges entstanden Verwerfungsspalten treten im östlichen 
Böhmen im Gebiete der Kreideformation auf und er- 
weisen sich ihrem südöstlichen Verlaufe nach ebenfalls als 
die Fortsetzung der Hebungsspalten, welche den Fuss 
des Riesen- und Adlergebirges begleiten. 

Diese Spalten sind gleich wie die Miletiner Ver- 
werfung schon im Terrain durch ausgezeichnete Thal- 
furchen angedeutet und zwar kann man sehr deutlich 
drei derselben unterscheiden. Die nördlichste dieser 
Thalfurchen beginnt bei Reichenau und zieht sich über 
Deutsch-Rybna, Böhm.-Rybna, Landskron bis zur mäh- 
rischen Gränze. Bei Litie erscheinen unter dem Quader 
Granit und Gneis, die sich zu ansehnlichen Bergen er- 


; heben (Chlumberg 1890’); auf dem Urgebirge ruhen 


dann im weiteren südöstlichen Verlaufe der Thalniede- 
rung permische Sandsteine, die von beiden Seiten der 
Spalte vom Quader bedeckt sind. 

Die mittlere Thalfurche beginnt bei Wamberg im 
Pliner und zieht sich dann über Pottenstein, Sopotnic, 
Lichwe, Wildenschwert, Böhm.-Trübau bis über Zwittau 
in Mähren. 

Auch in dieser Thalfurche tritt am Rande der 
Verwerfungskluft Urgebirge zum Vorschein, und zwar 
Granit bei Pottenstein, Phyllit und permische Sand- 
steine bei Wildenschwert, sonst aber ist die Thalfurche 
durchgehends von Gebilden der Kreideformation an- 
gefüllt. 

Die südlichste Thalfurche ist weniger regelmässig 
in ihrem Verlaufe. Sie bildet das Längenthal bei 
Skrownie und Rozsocha, wird dann auf der Strecke 
zwischen Bezprav und Hradek vom stillen Adlerflusse 
durchstrómt, setzt in ihrem weiteren Verlaufe im Thale 
von Ritte (Retovä) fort und ist endlich noch in den 
Schluchten bei Kozlov und Schirmdorf erkennbar. 

Das Urgebirge (Granit) tritt am Hebungsrande 
dieser Thalfurche nur an einem Punkte in sehr unter- 
geordneter Weise auf, nämlich im Adlerthale zwischen 
Bezprav und Hrädek, die Spalte aber ist durch die 


Br en 


chreibersdorf. 


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Hnatnic. 


chwert. 


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Wilden 


Hrádek. 


Leitomischl. 


Budislav. 


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itenmergel. I. Verwerfungs- 


] 
i 


b. Baku 


andstein. — 


S 


Calianassa- 


$. 


— о. Pliner. 


teine der Dyas. — E Quader. 


5 


f. Granit, бпеїз. — 4. Sand 


spalte von Litic; П. von Pottenstein; Ш. von Hrádek. 


TI. 


anticlinale Lagerung der Quader und Pläner sehr kennt- 
lich. Die beifolgende Skizze Fig. 7 erläutert diese 
Verhältnisse. 

Die mehr oder weniger steilen Schichtenaufrich: 
tungen der Kreideformation, welche sich, wie gezeigt 
worden, von der Lausitzer bis zur mährischen Gränze 
parallel der Hebungsachse des Riesen- und Adlerge- 
birges verfolgen lässt, zeigen unzweifelhaft, dass He- 
bungen des Urgebirges noch nach Absatz der Kreide- 
formation stattfanden und weit vom Fusse des krystal- 
linischen Gebirges parallele Spalten im Quaderterrain 
hervorbrachten, längs deren sich ansehnliche Thalgründe 
ausbildeten. 

Zu diesen durch das Urgebirge bewirkten steilen 
Aufriehtungen der Kreideformation gehören auch die 
ausserhalb des Aufnahmsgebietes in der Grafschaft 
Glatz, bei Mittelwalde, Kieslingswalde und Habelschwerd, 
dann bei Schildberg in Mähren beobachteten steilen 
Sandstein- und Mergelschichten, so wie auch die zwi- 
schen rothen Sandsteinen eingekeilte Partie von Pläner 
bei Schwadowitz, da alle Klüfte, längs deren diese Ver- 
werfungen beobachtet werden, mit den vorhergehenden 
ein paralleles südöstliches Streichen haben. 

Eine nähere Bestimmung der Periode, in welcher 
diese Hebung statt fand, Jässt sich mit Sicherheit 
nicht durchführen, da jüngere Formationen als die der 
Kreidegebilde im Gebiete des böhmischen Quaders 
fehlen. Blos in die Thalsenkung von Böhm.-Trübau 
und von Landskron greift von Mähren aus die neogene 
marine Tegelbildung ein, wahrscheinlich ein Absatz des 
neogenen Meeres in einem fiordartigen Busen. Diese 
neogenen Tegel erscheinen nicht gehoben, sondern 
lagern horizontal theilweise auf den dislocirten Calia- 
nassen-Sandsteinen (bei Böhm.-Trübau und Abtsdorf), 
theilweise auf rothen Sandsteinen der Dyas (bei Lands- 
kron). Die Hebung des Urgebirges, durch welche die 
Schichtenstörung im Gebiete des Quaders bewirkt 
wurde, ist demnach älter als der Abtsdorfer neogene 
Tegel. 

Einen weiteren Anhaltspunkt müsste man erst 
weit östlich in den Karpathen suchen, wo die Eocän- 
bildung der Nummuliten-Sandsteine durch ihre steile 
und zu den Neogenbildungen discordante Lagerung eine 
Hebung des Urgebirgskernes der Karpathen nach dem 
Eocän andeutet. Die zu jener Zeit stattgefundene 


I 17 


Hebung des Urgebirges kann auch die Dislokationen im böhmischen Quader be- 
wirkt haben. 

Selbstverständlich ist nach dem heutigen Stande der Wissenschaft bei 
diesen Hebungen kein Hervorbrechen von feurigflüssigem Granit oder gar von erup- 
tivem Gneis vorauszusetzen, indem in der ganzen Linie des aufgerichteten Qua- 
ders keine Spur von einem Kontakte des Sandsteines mit feurigflüssigen Massen 
vorkommt; es ist vielmehr die über die Sedimentürgebilde sich empordrüngende 
Anschwellung der krystallinischen Gesteine jenem stillen, ununterbrochen thätigen 
metamorphischen Processe zuzuschreiben, der die Umbildung und Volumzunahme 
alter Sedimente zur Folge hat. 

I. 0) Die laurentinische Eozoongruppe. Die Verbreitung dieser Schichten- 
gruppe krytallinischer Gesteine ist in Böhmen eine sehr bedeutende, indem nach 
der Analogie der Fundorte des Eozoon die sämtlichen amphibolitischen und 
kalkführenden Gneise und Phyllite hieher zu zählen sein werden. 

Das огоот wurde bisher an drei Punkten in Böhmen gefunden, bei 
Krummau, Raspenau und Rychnov (südlich von Rychenburg) und zwar überall 
in gleichen Verhältnissen, nämlich da, wo der mit Kalkstein vorkommende Ser- 
pentin in amphibolitische Gneise eingelagert ist. 

Zur Orientirung der verehrten Leser dieses Berichtes, welche nicht Geo- 
logen vom Fache sind, sei es erlaubt, eine kurze Erläuterung über das Vor- 
kommen und die geologische Bedeutung des Eozoon zu rekapituliren. 

Die Hypothese der älteren Geologen über den feurigflüssigen Ursprung 
des Urgebirges und namentlich der geschichteten Glieder desselben (Gneis, Gra- 
nulit, Glimmerschiefer) wurde durch die chemisch-geologischen Studien von Gust. 
Bischof und andere Forscher unhaltbar, und es gewann die schon früher von Lyell 
angeregte Annahme einer allmählichen Metamorphose sedimentärer Schichten in 
krystallinische Gesteine immer grössere Bedeutung. 

Demgemäss betrachtet die neuere Geologie sämmtliche geschichtete Gesteine 
des Urgebirges als das Resultat einer fortschreitenden chemischen Umänderung 
und Krystallisation des ursprünglich mechanisch abgesetzten Mineralstoffes, und in 
diesem Sinne wurden namentlich die in den höheren Etagen der Gneisformation 
80 häufig auftretenden Graphitlager schon längst für die umgeünderten Reste orga- 
nischer Substanzen gehalten, und hiemit die Ansieht von der früher nicht vermu- 
theten Existenz organischer Wesen in der Periode des Urgebirges ausgesprochen. 

Einen überraschenden Beleg für diese Ansicht boten die geologischen Auf- 
hahmen von Kanada, welche unter Leitung von Will. Loggan in den Jahren 1856 
bis 1861 ausgeführt wurden. 

Die Reihenfolge der kanadischen Gebirgsschichten wies folgende Gliederung 
derselben von oben nach unten nach: 

Quebeck Schichten, entsprechend den. tiefsten Petrefakten führenden Silur- 
Schichten Böhmens, der Barrandé’schen Etage C von Skrej und Jinec. 

Huronische Schichten, enthaltend hauptsächlich versteinerungsleere Quarzite 
und chloritische Schiefer, analog den böhmischen azoischen Thonschiefern. 

Obere Laurentinische-Schichten, enthaltend hauptsächlich krystallinische 
Feldspathgesteine ohne Vesteinerungen. 


2 


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18 IT. 


Untere Laurentinische Schichten, enthaltend rothe Gneise, Quarzite, Horn- 
blendegestein mit Lagern von Serpentin und krystallinischen Kalksteinen. 

Der allmähliche Uebergang der Petrefakten führenden Schichten in verstei- 
nerungsleere Gesteine lenkte die Aufmerksamkeit der amerikanischen Geologen 
auf das etwaige Vorkommen von organischen Resten in den letzteren Gesteinen, 
namentlich als Sterry Hunt die Möglichkeit, ja Wahrscheinlichkeit des Vorkommens 
derselben an dem Auftreten von Schwefelmetallen nachwies, deren Bildung durch 


Einwirkung von organischen Substanzen auf metallische Schwefelsalze erklärt 


werden kann. 

Und in der That gelang es dem Geologen Mac-Culloch in den Kalkstein- 
lagern am Ottavaflusse in Kanada Spuren von organischen Resten aufzufinden, die 
Loggan anfänglich für korallenähnliche Versteinerungen hielt. 

Die Gesteinsmasse dieser Reste ist ein von Serpentin durchdrungener 
Kalkstein oder Dolomit und zwar zeigte die korallenähnliche Partie Zellenwände 
aus Kalkstein bestehend, während der: Inhalt der Zellen aus Serpentin . ge- 
bildet erscheint. 

Die englischen Geologen, denen Loggan im J. 1862 diesen interessanten 
Fund vorlegte, hielten denselben. für zufällige Mineralkonkretionen, bis sich der 
amerikanische Paläontolog Dr. Dawson und der vorzüglichste Kenner der lebenden 
Foraminiferen Carpenter (in London), in Folge eingehender mikroskopischer Unter- 
suchungen und Vergleichungen mit lebenden Formen für den thierischen Ursprung 
jener Reste erklärten und dieselben der Klasse der Foraminiferen einreihten. Die 
neuesten Untersuchungen bestütigen vollkommen diese Ansicht. 

Dawson benannte dieses hochwichtige Petrefakt Mozoon canadense und 
bezeichnete hiemit den Ausgangspunkt für eine tiefeingreifende Aenderung in den 
Ansichten über den Ursprung des Urgebirges, indem man nun den Beginn des or- 
ganischen Lebens auf der Erde schon in die Periode der krystallinischen Schiefer 
verlegen musste und hiemit der Theorie des feurigflüssigen Ursprunges des Urge- 
birges, nämlich das vollständige Fehlen von Petrefakten in demselben, cine ihrer 
Hauptstützen entzog. 

Die Analogie in der Reihenfolge der älteren Gebirgsschichten Böhmens 
und Kanadas erweckte gleich nach der Veröffentlichung des kanadischen Fundes 
die Vermuthung, dass auch in Böhmen das Коооп aufgefunden werden könnte. 
Dr. A. Frič untersuchte in Folge davon im Jahre 1865 eine Partie von Ophical- 
citen von Raspenau, welche indessen wegen ihrer vorherrschend krystallinischen 
Struktur an den angeschliffenen Flächen keine Anhaltspunkte darboten, und erst 
in einer Suite dieses Gesteines, welche sich Dr. Frid von Raspenau einsenden 
liess, fand er wirkliche Eozoonreste, deren Identität mit dem kanadischen Eo- 
zoon er an den von H. R. Jones aus England ihm eingesendeten amerikanischen 
Exemplaren konstatiren konnte. Dr. Frič legte seinen Fund in der Sitzung der 
königl. böhm. gelehrten Gesellschaft am 29. Januar 1866 vor. 

Gleichzeitig entdeckte Prof. von Hochstetter das Eozoon in den kalkigen 
Serpentinen von Krummau (Sitzungsbericht der k. k. Akademie der Wissenschaften, 
4. Januar 1866) und Prof. Gümbel in einem ähnlichen Gesteine bei Passau (Siz- 
zungsbericht der k. Akademie der Wissenschaften in München 1866 I. 1.) und 


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II. 19 


auch aus Irland, Schottland, Finnland berichtete man über neue Funde dieses merk- 
würdigen Gebildes. 

Auch die im zweiten Jahresberichte des Durchforschungskomités (1867) 
ausgesprochene Vermuthung, dass sich das Eozoon auch noch an anderen Lokalitäten 
in Böhmen finden werde, hat ihre Bestätigung bei den Aufnahmsarbeiten im 
Jahre 1867 erhalten, indem Dr. A. Frič in den das Kalksteinlager bei Rychnov 
(im Chrudimer Kreise) begleitenden Ophioliten das Eozoon auffand. 

Was nun den Fundort Raspenau betrifft, so liegt dieser Ort am nördlichen 
Fusse des aus Granitit bestehenden Isergebirges und zwar in einer Gneisregion, 
welche den nördlichen Fuss des Isergebirges umsäumt, und sich aus der säch- 
sischen Lausitz durch das Friedländische nach Schlesien verbreitet. Der Gneis ist 
von Basalt und Phonolith mannigfach durchbrochen und von neogenen braunkohlen- 
führenden Schichten und von Schotter bedeckt. 

Die unmittelbar an den Granitit des Isergebirges stossenden Gneise sind 
вгаце Gneise, und auf diesen lagert mit ostnordöstlichem Streichen und steilem 
nordwestlichem Einfallen ein quarziger Glimmerschiefer und Chloritschiefer, der mit 
amphibolischem feldspathhaltendem Gesteine abwechselt. 

In diesem letzteren Gesteine nun tritt am Raspenauer Kalkbere ein in 
einige Bänke abgesondertes und etwa 100 Fuss mächtiges Lager von krystalli- 
Dischem Kalkstein auf, welches von Serpentin begleitet wird. Streifen von rothem 
chloritischem Gneis und Phyllit und Ueberginge von Amphibolit in Serpentin und 
Chrysotil trennen die einzelnen Bänke des Kalksteines, der bier in grossen Stein- 
brüchen abgebaut wird, von einander; an einem solchen amphibolischen Zwischen- 
lager ist eingesprengtes Magneteisen, Zinkblende und Pyrite zu sehen, Jede 
Sohle der grauweissen krystallinischen Kalksteinlager ist mit grünlichem Serpentin 
imprügnirt und geht in ausgezeichneten Ophicaleit über; namentlich gilt dies von 
dem tiefsten unregelmássig gewundenem Lager, wo eben die besten und meisten 
Exemplare von Eozoon aufgefunden wurden, so dass sich die Sohle dieses Lagers 
50 zu sagen als ein zusammenhängendes Eozoonriff darstellt. In vollkommener 
Übereinstimmung mit dem Loggan’schen Eozoon sind auch die Zellenwände der 
Kozoonreste von Raspenau aus Kalkstein gebildet, während der Zelleninhalt aus 
Serpentin besteht, was an geätzten Schliffflichen deutlich zum Vorschein kommt. 
(In der Pariser Ausstellung von 1868 waren ähnliche Eozoonreste aus Preuss.- 
Schlesien ausgestellt.) 

Das Hangende des Kalksteinlagers bilden rothe streifige Gneise, welche 
Nördlich von diesem Vorkommen noch einige kleine Phyllitpartien enthalten ; 
ebenso ist in der südwestlichen Fortsetzung dieser Gneise bei Wittig in dieselben 
Stauwackenartiger Schiefer eingekeilt. Jokely (Jahrbuch der k. k. geol. Reichsanstalt 
1859 pag. 381 u. s. f.) hält diese Schieferpartien fiir Schollen einer Schieferfor- 
Mation, welche durch das Empordringen yon neuerem eruptivem Gneis zerstört 
wurde; indessen ist die Lokalität von Raspenau, wo man so auffallende Ueber- 
Singe des Amphibolites und Phyllites in den sogenannten neueren Gneis sieht, so 
wie der Gneis von Wittich mit seinen Uebergängen in grauwackenartige Schiefer, 


Vielmehr ein Beleg für die metamorphische Natur der dortigen krystallinischen 
Y Е e KZ ^ А 
Gesteine, was durch das Vorkommen von Eozoon überdies auf eine evidente Weise 


bestätigt wird. 


m 


20 IT. 


Der zweite Fundort des Eozoon befindet sich im östlichen Theile des 
Aufnahmsgebietes, in den Kalksteinbrüchen bei Rychnov im Chrudimer Kreise. 
Dr. A. Frič hat diesen Steinbruch, in welchem er den geologischen Verhältnissen 
zu Folge das Vorkommen von Eozoon vermuthete, am 15. Mai 1867 bei Gelegen- 
heit der Untersuchung der Quader von Skutiéko besucht. Das Kalksteinlager, 
welches bei Rychnov durch Steinbrüche aufgeschlossen ist, tritt im rothen Gneise 
auf und ist von Amphibolit und Serpentin begleitet. Der Kalkstein tritt theilweise 
in knollenförmigen Konkretionen auf, welche an manche  silurische Kalksteine von 
Mittelbóhmen erinnern. Es folgt einem nordnordóstlichen Streichen mit südóstlichem 
Einfallen und dehnt sich von Böhm.-Rybna bis in die Nähe von Krouna aus. Seine 
Mächtigkeit beträgt einige Klaftern. Ebenso wie bei Raspenau tritt das Eozoon 
auch hier im Liegenden des Kalklagers auf, da wo dasselbe durch den begleitenden 
Serpentin imprägnirt ist. 

Die palüontologische Untersuchung der Eozoonreste theil Dr. A. Frič 
weiter unten mit. 

L © Die metamorphischen Schiefer wurden bei Gelegenheit der Unter- 
suchung der Kreideformation, mit der sie in weiten Strecken zusammenstossen, auf 
ihre etwaige Petrefaktenführung untersucht, indem nach der Analogie mit ähnlichen 
Schiefergebilden in Sachsen und Schlesien das Vorkommen von silurischen, devo- 
nischen oder Bergkalk und Kulmversteinerungen vermuthet werden konnte. Na- 
mentlich wurde in den Jahren 1864 und 1866 das Jeschkengebirge in dieser Rich- 
tung untersucht, welches aus Phylliten, quarzigen und aphanitischen Schiefern mit 
Kalksteineinlagerungen besteht, die in ihrem westlichen Verlaufe bei Pankraz und 
am Nordabhange des Trögelsberges eine grauwackenartige Beschaffenheit annehmen. 
Eine isolirte Partie von Grauwackenschiefer, zwischen dem Granit und Gneis bei 
Georgenthal eingezwüngt, ist von ähnlicher Beschaffenheit. 

Die Vermuthung des Vorkommens von Petrefakten wurde schon bei der 
ersten Untersuchung (1864) der Kalksteinbrüche von Pankraz bestätigt, indem 
daselbst von Dr. A. Frié deutliche Crinoidenglieder und ein an Bellerophon erin- 
nerndes Fossil erkannt wurde. Die Untersuchungen der Schiefer und Kalkstein 
bei Svétla und Eisenbrod (1866), so wie der Grauwacken und Kalksteine bei Podol 
(Chrudimer Kreis 1868) hatten kein positives Resultat (im Kalksteine des letztge- 
nannten Ortes sind sehr undeutliche Spuren von thierischen Resten), indessen ist 
schon der Fund von Pankraz ein wichtiger Fingerzeig, dass wahrscheinlich ein 
grosser Theil der das Iser-, Riesen- und Adlergebirge begleitenden Schiefer zu den 
paläozoischen Formationen zu rechnen sein werden. 

Eine nähere Bestimmung der Formation lies sich aus den aufgefundenen 
Versteinerungen nicht ableiten, die Crinoidenreste weisen aber auf eine der palio- 
zoischen Formationen unzweifelhaft hin. 

Die Gebilde dieser Formationen begleiten nicht blos die nördlichen Gränz- 
gebirge, sondern treten auch sehr deutlich, namentlich als grobkörnige Grauwacken 
und Conglomerate am Nordabhange des böhm.-mährischen Urgebirgs-Plateaus auf, 
welches von Elbe-Teinitz gegen Podol und Richenburg sich hinzieht. 

Die metamorphischen Schiefer und die neueren auf dieselben gelagerten 
Grauwacken bilden eine weite Mulde zwischen : dem Adlergebirge und dem er- 


П. 21 


wühnt«n Urgebirgsrande, in welcher Schichten der Permischen und Kreideformation 
abgelagert sind. 

Die nähere Untersuchung dieser Partien wird im Zusammenhange mit dem 
Urgebirge vorgenommen werden. 

IL. Die Silurformation wurde bei den Begehungen der Kreideformation in 
ihrem nördlichen Theile zwischen Stra$ie und Ouval berührt, wo der ausgewaschene 
und mannigfach zerrissene Südrand der Kreideformation dieselbe bedeckt. Der 
grösste Theil derselben gehört hier der Barrandé'schen Etage B und D. 

Einen Streifen von Kieselschiefern (Etage B) und eisensteinführenden 
Schichten (d,) sieht man im Gebiete der Kreideformation zwischen Myskovie und 
Brandeis; eine kleine Partie von Phylliten wahrscheinlich den azoischen Schichten 
der Silurformation angehörend tritt am westlichen Fusse des Winaticer Basalt- 
berges bei Kladno auf, und ist von rothen permischen Sandsteinen bedeckt, welche 
ihrerseits wieder eine Decke von Quader und Pläner tragen. 

Ein Besuch der grossartigen silurischen Eisensteinlager bei Nutie bei Ge- 
legenheit der Untersuchung des Südrandes der Kreideformation (1868) bei Prag 
führte zu der Kenntnissnahme der interessanten paläontologischen Funde des H. 
Bergingenieurs Helmhacker im Gebiete der Nuéieer Trybaue, welche diese Eisen- 
steine keineswegs in die Zone der Komorauer Schichten (d,), sondern in die Zone 
der Zahofaner Schichten (d,) verweisen und hiemit das Vorkommen von Eisen- 
Steinen auch in den höheren Zonen der Etage JD konstatiren. 

IH. Die Steinkohlenformation beschäftigte im Jahre 1866 die geologische 
Section, insofern sie die unmittelbare Unterlage der Kreideformation zwischen Ra- 
konic und Kralup bildet. Eine Detail-Aufnahme der einzelnen Steinkohlenbecken 
wird von einigen Fachmännern, welche Theilnehmer und Mitarbeiter der geolog. 
Section sind, vorgenommen werden. So hat für das Becken von Kladno, Busté- 
hrad und Votvovie H. Väla, k. k. Bergrath und Direktor des Kohlenbergbaues in 
Kladno, seine Theilnahme freundlichst zugesagt, das Rakonicer Becken gedenkt Herr 
Zupansky zu bearbeiten. Die ausgezeichnete Aufnahme dieser Becken durch Herrn 
Lipold, nun Bergwerksdirektor in Idria, wird die Grundlage des weiteren geolo- 
gischen und bergmännischen Details bilden. 

Die kleineren isolirten Becken zwischen Radnic und Beraun wurden durch 
eine Reihe von Jahren vom H. Karl Feistmantel, Hüttendirektor in Neuhütten bei 
Beraun untersucht, und ein Theil dieser Arbeit, nämlich die Beschreibung der 
Steinkohlenbecken von Radnic ist schon jetzt diesem Bande einverleibt ‚worden. 

Im Schlan-Kladner Becken hat die Section vorläufig ihre Thätigkeit dem 
Einsammeln vom paläontologischen Material zugewendet, wobei die Herren, k. k. 
Bergrath Vala und Bergingenieur Korvin einen namhaften Beitrag an werthvollen 
Pflanzen lieferten. Der interessanteste Fund wurde im Juni 1868 gemacht und 
zwar auf dem Kohlenausbiss in Kralup (Červená Hůrka genannt), wo unter den 
Pflanzenresten des tiefsten Kohlenflötzes durch den Petrefaktensammler der Section 
ein wohlerhaltener echter Skorpion aufgefunden wurde. — 

Aus dem gesammelten Material lässt sich schon jetzt erkennen, dass mau 
im Bereiche des Schlaner Steinkohlenbeckens ganz analoge Zonen in den einzelnen 
Kohlenflötzen wird unterscheiden können, wie sie Prof. Geinitz für das Zwickauer 


22 IT. 


und Chemnitzer Becken in Sachsen nachgewiesen hat. Die tiefsten und mäch- 
tigsten Flótze bei Votvovie, Kladno und Rakonic entsprechen der zweiten und 
dritten d.h. der Sigillarien- und Calamitenzone; die höheren und minder mächtigen 
Flötze bei Koleé, Podlesin, Schlan der vierten und fünften d. h. der Annularien- 
und Farrenzone von Zwickau. Die Müchtigkeit und die Qualität der Steinkohlen- 
flótze ist im offenbaren Zusammenhange mit der Beschaffenheit der die Klötze be- 
gleitenden Pflanzenabdrücke, so dass auch der praktische Bergbau von der genau- 
eren Kenntniss dieser Abdrücke und der Art ihrer Vertheilung ein wichtiges Hilfs- 
mittel zur Abschätzung und zum rationellen Abbaue der Kohlenflötze gewin- 
nen wird. 

Von grosser Bedeutung für unseren Steinkohlenbergbau ist der schon von 
früheren Geologen konstatirte, nun aber wiederholt bestätigte Umstand, dass die 
Steinkohlenflótze des mittelböhmischen Beckens durchgehends nur einseitig von 
Süden gegen Norden einfallen und keineswegs den Linien einer Muldenform folgen. 
Der Gegenflügel der bei Rakonic, Kladno und Votvovic anstehenden und gegen 
Norden einfallenden Flótze ist nirgends aufzufinden, indem weder am Fusse des 
Erzgebirges oder des Jeschken, noch in der Nähe der isolirten Urgebirgsinseln im 
Gebiete des Leitmeritzer Mittelgebirges und der Kreideformation, Steinkohlen- 
schichten bemerkt werden. Alle Verhältnisse deuten vielmehr darauf hin, dass 
sowohl die Steinkohlen- als die Permische Formation unter der Decke der Quader- 
sandsteine und Pläner in der Richtung gegen den Egerfluss sich allmählich auskeilt 
und demgemäss auch die Steinkohlenflötze von ihrem südlichen Rande an in nörd- 
licher Richtung ihre Mächtigkeit allmählich einbüssen werden. 

Auch im Pilsner und Radnicer Becken, dann bei Schwadowitz, Schatzlar, 
Zdárek, liess die Section durch ihre Sammler unter Leitung des stud. philos. Hrn. 
Konwalinka und stud. med. Hrn. Otakar Feistmantel Pflanzenabdrücke einsammeln, um 
das vorhandene Material der Musealsammlungen zu completiren und dasselbe dem 
Privatstudium der sich dafür Interessirenden bieten zu können. 


IV. Die Permische Formation und zwar die untere Abtheilung derselben 
(untere Dyas Geinitz) bildet eine fast ununterbrochene Decke der Steinkohlenfor- 
mation von Rakonic, Schlan und Kladno an bis zu den Ufern des Egerflusses 
zwischen Postelberg und Budin. 

Auch in dieser Formation wurden im Jahre 1866 Versteinerungen aufge- 
sucht und gesammelt, um das zur näheren Bestimmung der einzelnen Schichtengruppen 
dieser Formation nöthige paläontologische Material zu erhalten. 

Bei der Begehung dieser Formation von ihrem südlichen Rande bei Ra- 
konic und Kladno in nördlicher Richtung längs der Thalgründe, welche in das 
Egerthal einmünden, wurde überall das allmähliche und der Steinkohlenformation 
conforme Einfallen der permischen Schichten gegen Norden bemerkt. 

Die auf Steinkohlensandsteine ruhende Basis dieser Formation besteht aus 
Conglomeraten, welche mit glimmerreichen braunrothen Sandsteinen und bläulichen 
und grünlichen Letten abwechseln; auf denselben liegt in der Gegend von Rakonic 
ein mächtiger, gleichkörniger und fester rother Sandstein, «dann folgt ein mehr 
weicher, grünlichgrauer, roth verwitternder Sandstein mit schwachen Kohlenflétzen 


IT. 28 


und Sphärosideritlagern. Diese kohlenführende Zone liegt westlich von Schlan un- 
mittelbar auf dem Steinkohlengebirge. 

Hierauf folgen abermals Conglomerate und grobkörnige rothe Sandsteine 
mit bunten Lettenschichten untermengt; auch treten hier schwache Kalkstein- und 
Hornsteinlager auf, die man in der hóheren Abtheilung der Permischen Schichten 
bis in die Schluchten unterhalb Peruc verfolgen kann. 

Die Quadersandsteine und Pläner des Zban und des Plateau von Schlan 
bilden die allgemeine Decke dieser Gebilde. 

Bei dem vielfachen Wechsel der Permischen Schichten, welche in allen 
Thälern zwischen Schlan und Rakonic bis zum Egerflusse auftreten und na- 
mentlich die steilen Lehnen des vielfach durchfurchten Zban-Plateau bilden, aber 
wegen ihrer Armut an Versteinerungen und der Gleichförmigkeit des Gesteines 
wenig Anhaltspunkte zur Unterscheidung der einzelnen Formationsglieder geben, 
dienen nur die elastischen Kohlenschiefer (die sogenannte Schwarte), welche durch 
zahllose Fischfragmente (Schuppen, Stacheln, Zähne, Coprolithen) ausgezeichnet 
sind, so wie die Kalksteinflótze bei Knovis, Klobúk und Peruc, und die Hornstein- 
lager bei Klein-Paleé und Budenic als ein sicherer geologischer Horizont. 


In diesen Schichten wurden einige Versteinerungen aufgefunden, welche 
für die untere Abtheilung der permischen Formation charakteristisch sind. 

Als ein Beleg für den unterpermischen Charakter dieser Schichten seien 
einige der aufgefundenen Versteinerungen namentlich angeführt, als Walehia 
pinniformis Sternb. von Peruc und Klobúk; Calamites gigas Brogn. von Klobuk ; 
Süsswassermuscheln aus der Gattung Anthracosia von Klobük und die Schuppen, 
Zähne, Stacheln, Coprolithen u. s. w. ganoidischer Fische aus der Schwartenkohle 
bei Hredl, Libovic und aus dem Sphürosiderit bei LibuSin und Tiebichovic. 

Versteinerte Conifermstàmme (Araucarites Schrollianus Gépp.) finden sich 
in einzelnen Bruchstücken im ganzen Gebiete der Permischen Formation; einen 
ursprünglichen Fundort derselben trifft man bei Klobük an, wo dieselbe im Han- 
genden eines an Farrenabdrücken reichen Schieferthones im rothen Sandstein ein- 
gelagert sind. 

Bei der Untersuchung der Kreideformation im nördlichen und nordöst- 
lichen Theile von Bóhmen wurde die Permische Formation noch vielfach berührt. 
So (im J. 1865) der am Fusse des Jeschken bei Liebenau zu Tage gehende 
Streifen, der nebst Conglomeraten und Sandsteinen auch rothe Porphyre und Me- 
laphyre enthält und wie schon früher erwähnt worden zugleich mit dem Quader 
gehoben worden ist; dann (im J. 1867) in den Umgebungen von Adersbach, Ná- 
chod und Braunau, wo in freundlicher Begleitung des H. Schroll der petrefakten- 
reiche Ölberg besucht wurde, endlich in der Umgebung von Schambach und 
Landskron, wo der lange zwischen gehobenem Quader zu Tage gehende Streifen 
beginnt, der sich weit nach Mühren hineinzieht. 


Die zusammenbängende Untersuchung der böhm. Permischen Formation 
ist die Aufgabe der nächsten Jahre. 


24 IT. 


V. Die Juraformation. Die merkwürdige bei Hohnstein in Sachsen durch 
Cotta, Geinitz, Gutbier u. a. beschriebene Einkeilung von Juraschichten zwischen 
den Granit und den Quadersandstein, zieht sich, wie schon früher bemerkt wurde, 
längs der Granitgränze gegen Böhmen hin, und tritt bei Khaa und Neu-Daubitz 
deutlich zu Tage. 

Im August 1864 untersuchte die geol. Section diese Lokalitäten, nament- 
lich den früher erwähnten Kalksteinbruch bei Neu-Daubitz, konnte aber keine Pe- 
trefakten auffinden; nur zwei Bruchstücke des Kalksteins von Khaa mit undeut- 
m" lichem Abdrucke einer Muschel, einer Koralle und eines Echinitenstachels, die Dr. 
Hocke der Section überliess, waren die geringe Ausbeute jenes Jahres. Der Wich- 
tigkeit dieses Fundortes wegen, der das in Böhmen bisher vermisste Auftreten 
der Juraformation konstatirte, begab sich Dr. Frič im September 1865 nochmals 
nach Schönlinde, und es gelang ihm mit Unterstützung des H. Dr. Hocke (der 
leider seitdem verblichen ist) auf den Gesteinshalden alter Steinbrüche bei Khaa 
eine grössere Suite von Petrefakten einzusammeln, deren Bestimmung Prof. Geinitz 
| in Dresden freundlichst übernahm. 
| Die so bestimmten Petrefakten sind folgende : 

a Aus dem braunen Jura: Belemnites giganteus, Ammonites Humphresianus, 
Monotis sp., Monotis Münsteri, Ostrea sp. 
il Aus dem weissen Jura: Belemnites canaliculatus, Ammonites polygyratus, 


| | Amm. polyplocus, Amm. biplex, Amm. bispinosus, Amm. linguatus, Aptychus levis, 
, latus, Isoarca transversa, Monotis similis, Monotis Münsteri, Mytilus (2), Modiola, 
(sp. indet.), Possidonomya Parkinsoni, Nucula (sp. indet.), Pecten (sp. indet.), 
Terebratula bissuffarcinata, Rhynchonella lacunosa, Apiocrinus (sp. indet.), Spa 
tangus (2), Scyphia radiciformis. 

Nebst, diesen Arten, die Dr. Frič einsammelte, wurden von Dr. Hocke 
noch Ammonites convolutus und Rhynchonella inconstans an Prof. Geinitz 
eingesendet. 

Einige allerdings undeutliche Exemplare von Gasteropoden und Bivalven 
auf einem Handstück von Daubitz weisen nach der Ansicht von Prof. Geinitz so- 
gar auf Muschelkalk hin, so dass es den Anschein gewinnt, als ob nicht blos die 
Jura, sondern auch ein Theil der Trias durch die Empordrängung des Quaders 
aus der Tiefe mit herausgerissen worden seien. 

Da die Juraformation nirgends sonst in Böhmen auftritt und auch am 
Westrande des sächsischen Quaders ganz fehlt, so dürfte dieser von Neu-Daubitz 
gegen Hohnstein zu Tage gehender Jurastreifen längs des Ostrandes des säch- 
sischen Quaders über Meissen hinaus mit der Juraformation zusammenhängen, 
welche am nordwestlichen Fusse des Harzes und am Gestade der Ostsee auftritt. 

Der Fundort der genannten Petrefakten sind Schutthalden alter Kalkstein- 
brüche längs des sogenannten alten Kalkweges zwischen dem Neu-Daubitzer 
Kalksteinbruch und den Dörfern Nassendorf und Khaa. Diese Halden sind nun 
mit Wald bewachsen und es scheinen dem Alter der Bäume so wie der Tradition 
nach die Brüche schon vor 200 Jahren verlassen worden zu sein. Nur auf ciner 
Waldwiese bei Nassendorf sieht man noch eine etwas aufeeschlossene Kalkstein- 
grube, in der aber auch nicht mehr gearbeitet wird. 


П. 25 


Man erkennt hier eine etwa 5—6 Fu:s mächtige Partie von Juraschichten, 
welche gegen den nahen Granit nach Nordost einfallen, gegen Südwest aber (ob- 
wohl nicht unmittelbar) von Quadersandsteinen begränzt werden. 

Die obersten Lagen der Juraschichten bestehen aus Sandsteinen mit kal- 
kigem Cement und enthalten die angeführten Petrefakten der braunen Jura; die 
tieferen Lagen bestehen aus graugelbem und grauen Mergel mit Kalkconcretionen, 
in denen sich Petrefakten der weissen Jura finden. Die Schichtenfolge ist hier 
also (da in der normalen Lagerung die weisse Jura über der braunen liegt) ebenso 
wie bei Hohnstein in umgekehrter Ordnung, wie es die mitgetheilte Idealskizze 
andeutet. (Fig. 2.) 

Der nahe am Steinbruch anstehende Quadersandstein, der seinem Habitus 
nach zu der höheren Gruppe der Quadersandsteine gehört, ist fast ganz hori- 
zontal gelagert. 

Das Empordrängen des Granites, welches wie früher gezeigt wurde, erst 
nach der Periode der Kreideformation stattfand, muss demnach am Rande des 
Quadersandsteinbeckens besonders energisch gewesen sein, indem es die Basis des- 
selben, die Juraschichten nicht blos emporhob, sondern sogar überkippte. 

In ähnlichen Verhältnissen tritt Kalkstein auch westlich von Hemehübel 
hart an der sächsischen Gränze auf; er wird neuerdings durch einen Versuchs- 
abbau aufgeschlossen und fällt vom Quadersandstein unter den Granit ab. 

Petrefakten sind der Section von diesem Fundorte nicht bekannt, ebenso 
wenig konnte es gelingen, in dem schon früher erwähnten Kalksteinbruche bei 
Neu-Daubitz, den Dr. Frič im Jahre 1868 zum wiederholtenmale besuchte, deut- 
liche Petrefakten aufzufinden, ohne Zweifel gehören aber beide Kalkvorkómmnisse, 
nämlich der von Hemehübel und von Neu-Daubitz auch zur Juraformation, da 
der Fundort von Khaa in der Verbindungslinie der beiden genannten Orte liegt 
und die Beschaffenheit des Kalksteines von den Plänerkalksteinen des Quaderge- 
birges ganz abweicht. 

Der Kalksteinbruch von Neu-Daubitz ist eine geologisch sehr interessante 
Lokalität. Wenn man an der Strasse von Neu-Daubitz gegen Schönlinde aufsteigt, 
So sieht man rechts und links anstehende Quadersandsteine, gelangt aber bald an 
einen waldigen Granitrücken, an dessen Fusse der genannte Kalksteinbruch sich 
befindet. Die weichen Sandsteine, welche hier mit sandiglettigen Schichten ab- 
wechseln, nehmen erst unmittelbar bei dem Steinbruch eine geneigte Lage an und 
bedeeken eine etwa 10 Klafter mächtiges Lager von Kalkstein, das im allgemeinen 
Segen Südwest und also vom Granit steil abfällt. Seine oberen Lagen bestehen 
aus wechselnden Schichten von bläulichen Kalkmergeln und gelblichen oder röth- 
lichen Kalkstein, der angebaut wird, während die tieferen Lagen aus bläulichem 
Kalkstein bestehen. Im Hintergrunde des Bruches, zwischen dem Granit und dem 
Kulkstein steht Basalt an mit einer Hülle von Basaltuff, die voll Augit- und 
Amphibolkrystallen und reich an Natrolithdrusen ist; Bruchstücke von metamorpho- 
Зет grünlichgrauem Kalkstein sind in diesem Tuffe sehr häufig. 

Etwas weiter im Granit steht rother Quarz führender Porphyr an, voll- 
kommen ähnlich dem Teplitzer Porphyr. Ueberhaupt ist eruptives Gestein an 
der Begränzung des Quaders und Granites sehr häufig und deutet offenbar die 


26 IL 


tiefen Spalten des Gebirges an, aus welchen sich die Eruptivmassen emporgedringt 
haben. So ist nördlich vom Steinbruch bei dem Dorfe Steinhübel durch Stein- 
bruch ein in schönen Säulen brechender Basalt mitten im Granit aufgeschlossen; 
südöstlich hart an der Granit- und Quadergränze erhebt sich ein ansehnlicher 
Phonolithberg und näher an Kreibitz der basaltische Inigberg und die malerische 
Phonolithklippe des Pickelsteines. 

Aehnliche Basalt- und Phonolithberge sieht man längs der nördlichen 
Gränze des Quaders bis in den Jiciner Kreis. , 

VI. Die Kreideformation. Der ausführliche Bericht über die Studien im 
Bereiche der Kreideformation folgt weiter unten. 

VII. Die Neogen-Formation. Die älteren tertiiven Gebilde des Eocän 
fehlen in Böhmen ganz; von den jüngeren Tertiärgebilden, dem Neogen aber treten 
im Aufnahmsgebiete beide ihre Abtheilungen, die marine und die Süsswasser- 
bildung auf. 

Die marine Bildung findet man nur im östlichen Böhmen in den Thal- 
buchten von Böhm.-Trübau und Landskron, wohin sie von Mähren aus eindringt 
und an einzelnen Punkten unter dem Diluviallehm als lettiger Tegel zu Tage geht. 

Die Faune dieser Tegel wurde schon von Prof. A. Reuss beschrieben ; 
erwähnt sei hier nur der wichtige Fund eines Dinotheriumsskelettes in dem Tegel 
bei Abtsdorf, welcher im J. 1856 vom Sectionsmitgliede Dr. A. Frič unter freund- 
licher Beihilfe der Eisenbahnbeamten für das Landes-Museum erworben wurde. 
Es wurden hier zum ersten Male die Extermitäten des Dinotheriums aufgefunden, 
und die Cuvierische Einreihung desselben unter die ’achydernen, bestätiget. Die 
Skelettfragmente des Dinotherium giganteum von Abtsdorf sind nun a's ein wich- 
tiges Unicum den Museumsammlungen eingereiht. 


Die neogenen Süsswasserbildungen des Aufnahmsgebietes gehören theils 
zum Zittauer Becken, theils zu dem Braunkohlenterrain des Leitmeritzer Kreises ; 
das Detailstudium derselben wird erst später in Verbindung mit dem Studium der 
neogenen Kruptivgesteine, der Basalte, Phonolithe usw. vorgenommen werden. Vor 
der Hand wurde in dem an die Kreideformation gränzenden Partien desselben 
paläontologisches Material eingesammelt. 

Das Zittauer neogene und braunkohlenführende Becken berührt Böhmen 
nur mit seinem Ostrande und zwar bei Grottau und Friedland, wo es von mäch- 
tigen Schotterablagerungen bedeckt auf Gneis ruht. Die plastischen Lehme bei 
Jäckelsthal, aus denen vortreffliche feuerfeste Ziegeln gebrannt werden, zeigten 
keine Abdrücke; in dem Braunkohlenlager von Wustung kommen neben undeut- 
lichem verkohltem Holz häufige Nusskerne vor, “die an die nordamerikanische Gat- 
tung Carya erinnern, 

Die braunkohlenführenden Gebilde des Leitmeritzer Kreises treten als Be- 
gleiter des Basaltsgebirges auf. Eine isolirte Partie derselben bilden die Basalt- 
tuffe bei Warnsdorf. 

Bei dem Besuche dieser Localität im J. 1865 war der Bergbau daselbst 
wegen Unergiebigkeit der Flótze eiugestellt uud es konnten nur die Halden durch- 
sucht werden,  Dieselben lieferten Exemplare von Fischabdrücken. 


IT. 27 

Eine viel grössere Partie braunkohlenführender Basalttuffe findet sich im 
Dasaltgebirge des rechten Elbeufers von Sandau und Markersdorf an bis zum 
Кеа bei Zirkowitz. 

Diese Partie wurde schon von Prof. A. Reuss und von Jokely beschrieben, 
welche dieselben noch zur Zeit eines regeren Abbaues der Braunkohlenflötze un- 
tersuchten. Nun ist der Bergbau grösstentheils aufgelassen und wird nur in we- 
nigen Gruben betrieben. Nach den Angaben des Bergkommissariates in Teplitz 
(1864) beträgt das belehnte Kohlenfeld im Bensener Bezirk 639.744 [J Klafter, 
im Leitmeritzer Bezirke 551.936 LJ", im Tetschner, D.-Leiper, B.-Kamnitzer und 
Auscher Bezirke 11.289 179. 

Am rechten Elbeufer wurden vorläufig drei Lokalitäten auf ihre Petre- 
faktenführung untersucht. 

Die erste ist der schöne kleine Thalkessel von Freudenhain südlich von 
B.-Kamnitz, der ringsum von Basaltbergen umgeben einem weiten Krater ähnlich 
ist. In der Thalsohle steht ein weicher Sandstein an, mit einzelnen harten kiese- 
ligen Partien, die nach der Verwitterung als isolirte Blöcke zerstreut erscheinen : 
dieser Sandstein liegt unmittelbar auf den weichen Mergeln der Kreideformation 
(Bakuliteumergel), welche die tiefste Unterlage des ganzen Basaltgebirges zu bilden 


scheinen. An den Lehnen des Thalkessels sieht man weiche Basalttuffe, die auf 


dem Sandsteine ruhen und in diesen Tuffen kommt ein schwaches Braunkohlen- 
lager vor, das durch einige Zeit abgebaut wurde. Bei dem Desuche im J. 1864 
War die Grube aufgelassen und es konnte nur mühsam durch einen halbverfallenen 
Stollen bis zum Fundort der interessanten Froschskelettabdrücke (Paleeobatrachus 
Goldfussi Tschudi) vorgedrungen werden, welche chedem hier in der Sohle des 
Braunkoblenflötzes häufig vorkamen. Dr. A. Frič erwarb von diesem Fundort 
nebst diesen Abdrücken auch den Abdruck einer Heuschrecke, die er weiter 
unten in seinem Berichte anführt. 

Die zweite besuchte Lokalität sind die Werke der Salesler Kohlenge- 
werkschaft, welche sich mitten im Basaltgebirge bei den Dörfern Salesl und Pro 
boscht befinden und von Prof, A. Reuss und Jokely beschrieben wurden. Durch 
die freundliche Unterstützung: des Bergverwalters. Herrn A. Castelli wurde hier 
eine Suite. von Pflanzenabdriicken, Braunkohlen und die dieselbe begleitenden 
Tuffe, Basalte und Phonolithe eingesammelt und von demselben die Bearbeitung 
der braunkohlenführenden Tuffe des rechten Elbeufers für die Zwecke der 
Section zugesagt. 

Die erwähnte Kohlengewerkschaft besitzt hier drei Zechen, welche durch 
ihre Aufschlüsse zu den interessantesten Punkten im bohm. Basaltgebirge gehören. 
Wenn man von Grosspriesen im schluchtenartigen Thal. zu dem Gebirgsplateau 
hinaufsteiet und an allen Seiten mächtige Basalt- und Phonolithfelsen emporragen 
Sieht, so würde man kaum vermuthen, sich mitten in einem kohlenführenden Ge- 
birge zu befinden, wenn nicht Stollen, Schächte und Zechhäuser einen ziemlich 
regen Bergbau andeuten würden. 


Die Basalttuffe, welche nach Absatz der Kreideformation und des tieferen 

3 
tertiären Sandsteines, den sie bedecken, empordrangen, mussten eine schlamm- 
artige Beschaffenheit haben, so dass sie sich in regelmässigen Schichten absetzen 


28 П. 


und den Boden einer ziemlich üppigen Vegetation bilden konnten, welche das 
Material zu den Braunkohlenflötzen lieferte. Sie bestehen hauptsächlich aus einer 
weichen thonigen und sandigen Masse mit zahlreich eingestreuten Basaltknollen, 
Augiten und Amphibolkrystallen, Zeolithen und Kalkspath; häufig gehen sie in 
festen Olivinbasalt über und werden von Basaltgängen durchschwärmt. Die Ueber- 
gänge aus der tuffartigen Masse in krystallinisches Gestein, das Vorkommen ein- 
zelner Basaltmassen oder Basaltlager, welche ringsum in Tuff übergehen, die Art 
der Basaltgänge, welche gegen die Tiefe zu sich verlieren und manche andere 
Verhältnisse lassen sich leichter durch die Annahme erklären, dass der feste 
Basalt durch Umbildung aus dem Tuffe entstanden ist, als dass er als feurigflüs- 
sige Lava den Tuff durchbrochen hätte und in demselben erstarrt wire. Es werden 
zwar die Contaktverhältnisse der Salesler Kohle mit dem Basalt als ein direkter 
Beweis des feurigflüssigen Ursprunges des Basaltes angeführt, indessen lassen 
sich dieselben Verhältnisse, wie wir sehen werden, als Beweise gegen die feurig- 
flüssige Natur des hiesigen Basaltes deuten. 

Der Salesler Bergbau hat (nach den freundlich mitgetheilten Daten des 
H. Bergverwalters Castelli) 13 verschiedene Flötze aufgeschlossen, welche in der 
Mächtigkeit von 4 bis 24 Zoll auftreten und durch Basalttufflagen von 6 Zoll bis 
7 Klafter von einander getrennt sind. Die Flötze sind durchgehends parallel und 
mit einer sanften Neigung (etwa 10° im Durchschnitt) gegen NNO gelagert. 

Abbauwürdig sind von den 13 vorhandenen Flötzen nur 7 Flötze, da die 
Bedingung des Abbaues eine wenigstens 18 Zoll grosse Mächtigkeit oder die Nähe 
eines zweiten Flötzes ist, in welchem Falle dann auch minder mächtige Flötze 
abgebaut werden. Auf diese Art werden die Fiötze in vier von einander durch 
7 bis 10 Klafter getrennten Horizonten abgebaut, und zwar im obersten das 1. 
und 2. Flötz, im zweiten das 5., im dritten das 7. und 8., im vierten das 12. 
und 13. Flötz. 

Die Kohle selbst zeichnet sich durch sammtschwarze Farbe, asphaltartigen 
Glanz, muschligen Bruch und Festigkeit aus. Sie gibt auf dem Roste ein sehr 
regelmässiges, lebhaftes Feuer mit mässiger Flamme, erfordert keine umständliche 
Wartung, verzehrt sich nicht sehr schnell und hält nach dem Verschwinden der 
Flamme noch sehr lange eine intensive Gluth. Ihr Brennwerth ist so ansehnlich, 
dass sie fast mit der Steinkohle concurrirt und der besten Braunkohle weit über- 
legen ist, da sie selbst die lufttrockene böhm. Braunkohle um 60%, in dieser Be- 
ziehung übertrifft. 

Diese bedeutende Leistung hängt namentlich von dem geringen Wasser- 
gehalte derselben ab, mit dem sie in den Verkehr kommt, indem letzterer nur 
etwa 159/, also nicht mehr als lufttrockenes Holz enthält. Nebstdem machen noch 
andere vorzügliche Eigenschaften, als die Reinlichkeit des Materials, die Geruchs- 
losigkeit bei der Verbrennung und die unbedeutende Russbildung diese Kohle 
empfehlenswerth, wesshalb sie zur Salon-Kaminfeuerung verwendet und als Salon- 
kohle in den Handel gebracht wird. 

Wegen der Schwierigkeit ihrer Gewinnung ist diese Kohle aber auch be- 
deutend theuerer als die gewöhnliche Braunkohle, es kostet nämlich der Centner 


П. 99 


am Verkaufsplatz in Gross-Priesen 30 Kreuzer. Die jährliche Ausbeute beträgt 
etwa 70.000 Centner. 

Die vegetabilische Masse, aus der sich die Salesler Kohle gebildet hat, 
scheint ursprünglich ein weicher homogener Torf (etwa auf die Art des sogenannten 
Specktorfes) gewesen zu sein, der durch den Druck der Tuffmassen seine asphalt- 
ähnliche Beschaffenheit annahm. Darauf deuten namentlich auch die sogenannten 
Kamine im Gottes-Segenstollen hin; es sind senkrecht auf das Kohlenflótz aufge- 
setzte kegelformige Ausläufer desselben, welche 2—4 Fuss mächtig sind und den 
Eindruck einer in das Nebengestein eingepressten Kohlenmasse machen. 

Sowohl in diesen „Kaminen“ als in den Flötzen selbst findet sich Kohle 
mit Holzstruktur, wobei der Umstand merkwürdig ist, dass die Holzstruktur über 
grosse Flächen des Flötzes verbreitet erscheint und man doch einzelne Stämme 
nicht unterscheiden kann. 

Am interessantesten sind aber die zahlreichen den Tuff und die Kohlen- 
flötze durchsetzenden Basaltgänge. Man kann hier zwei Gangsysteme unterscheiden, 
welche sich beinahe rechtwinklig schneiden, die eine streicht von Süden nach 
Norden, die andere von Westen nach Osten. Diese Gänge haben die Mächtigkeit 
von einigen Fuss bis zu einigen Klaftern und verwerfen und verändern die Kohle 
auf die mannigfachste Art. Die Kohle nimmt in der Nähe des Basaltes eine an- 
thracitartige oder koaksähnliche Beschaffenheit an, ist stänglig, hat halbmetallischen 
Glanz und entzündet sich sehr schwer. 


Bei dem ersten Anblick dieser Kontaktbildungen denkt man allerdings an 
den Ausbruch einer feurigflüssigen Basaltmasse und hält die Verkoakung der Kohle 
für die Wirkung der Gluth: wenn man sich aber die zur Schmelzung des Basaltes 
nöthige hohe Gluthhitze und die Wirkungen derselben vorstellt, welche sich na- 
mentlich in der Frittung und Ausbrennung der Schieferthone, in der Verschlackung der 
Basalttuffe usw. äussern müssten, und keine dieser Veränderungen, (die an von 
Feuer veränderten Kohlengebirgen wirklich vorkommen) bemerkt, so kommt man zu 
der Ueberzeugung, dass das eruptive Material nicht feurigflüssig sein konnte. Den 
Ursprung der Basaltgänge, so wie der Basaltlager (von denen eines im Gottes- 
Segenstollen ein Kohlenflötz bedeckt und ebenfalls anthracitartig verändert), müsste 
man dann in krystallinischen Umbildungen des Basalttuffes suchen, dessen Eruption 
(im schlammartigen Zustande) viel älter wäre als die Bildung des festen Basaltes. 


Einen Beweis für die Veränderung der Salesler Kohle auf nassem Wege 
gibt aus auch das häufige Vorkommen eines Erdharzes — Pyroretin Reuss — 
welches sich namentlich in den oberen Flötzen (in dem 1. und 3.) findet und dessen 
chemische Natur auf eine Umänderung der vegetabilischen Substanz auf nassem 
Wege, keineswegs aber auf eine Destillation durch Basalthitze hindeutet. 


Einer der merkwürdigsten Punkte in der Nähe von Salesl ist der (von 
Prof. A. Reuss im Detail beschriebene) Berg Holy Kluk bei Proboscht, wo man 
einem mächtigen die Basalttuffe mit ihren Kohlenflötzen durchbrechenden trachyt- 
ähnlichen Phonolith sieht, in dem man nebst häufigem Sphen auch ein anderes 
sphenähnliches Mineral findet, welches Breihaupt Castellit benannt hat. Es kry- 
stallisirt monoklinisch, ist wachsgelb mit Glasglanz, halbdurchsichtig und hat die 


30 п. 


Härte 7—8, sp. Gewicht 3—25 und zeigt an Löffrohrproben einen grösseren 
Gehalt an Kieselerde und einer kleineren an Titansäure als Sphen. — 

In das Bereich der Basalttuffe gehört auch die dritte Lokalität, nämlich 
die Lehnen bei Skalve nördlich von Leitmeritz, wo durch eine Erdrutschung Polir- 
schiefer- und Halbopalähnliche Schichten zum Vorschein komme n, die schöne Fisch- 
abdrücke (Leuciscus papyraceus) enthalten. 

Am linken Libeufer wurde bei ( Gelegenheit der Begehung der Kreidefor- 
mation das für die einheimische Industrie so hochwichtige Teplitz-Aussiger Braun- 
kohlenbecken einer vorläufigen Besichtigung unterzogen und an einigen Punkten 
paläontologisches Material eingesammelt, so bei Osseg, Kostenblatt, auf den ausge- 
brannten Braunkohlenlagen des Kosowerberges und des КМ р bei Laun, na- 
mentlich aber auf der Lagerstätte des Süsswasserkalkes bei Tuchotic. Herr von 
Hohenthal k. k. Bergkommissär und Herr Papik Ingenieur in Teplitz haben die 
detaillirte bergmännische Bearbeitung des Teplitzer Beckens der Section freund- 
lich zugesagt. 

Das produktive Braunkohlengebiet am linken Elbeufer nimmt die Thal- 
weitung zwischen dem Erz- und Mittelgebirge ein. 

Seine Schichten ruhen in diskordanter Lagerung im Norden auf dem steil- 
gehobenen Pläner, sonst aber auf Dasalttuffen oder festem Basalte. Westlich von 
Teplitz hängen sie mit dem ausgedehnten Braunkohlenterrain der Saazer Ebene 
zusammen. 

Die Lagerungsverhältnisse, so wie der Charakter der Pflanzenabdrücke 
zeigen deutlich, dass die Gebilde des Teplitzer Beckens erst nach der Eruption 
des basaltischen Gebirges sich absetzten und dass mithin die Braunkohle des Te- 
plitzer Beckens jünger ist als die im Basalttuffe eingelagerte Kohle von Salesl. 

Die Basis der Basalttuffe bildet auch am linken Elbeufer die Kreidefor- 
mation und auf dieser ist ein weicher Sandstein ver rbreitet, der hie und da unter 
den Basalttuffen zu Tage tritt (in sehr interessanten Verhältnissen bei Mosern 
und am Fusse des prächtigen Säulenbasaltfelsens Wrkotsch bei Wanov). 

Ob in den darüber liegenden Basalttuffen Kohlenflötze vorkommen, ist mit 
Sicherheit nicht bekannt. Vielleicht gehört hieher die Braunkohle, die vor etwa 
20 Jahren im sogenannten Kohlbruche bei Aussig gewonnen wurde. Nach dem im 

Teplitzer Bergamte niedergelegtem Berichte des Steigers traf man daselbst zwei 
Kohlenflötze an, von denen das höhere in einer Mächtigkeit von 12—31, Klafter 
bei 6 Kl. Tiefe, das andere mit '/, Kl. Mächtigkeit in der 11. und 13. Kl. erreicht 
wurde. Bei einem neuen Abbauversuch im J. 1861 wurde das erste Flitz mit 
fho Kl. Mächtigkeit in der 5., das zweite mit '/, Kl. Mächtigkeit in der 12. КІ. 
erreicht. Beide Flötze waren durch eine Basaltwand abgeschnitten, und es ist 
daher wahrscheinlich, dass diese Flötze vorbasaltisch sind. 

Die höhere und jüngere Braunkohlenformation wird von dem zwischen 
Kleische und Neudörfel sich erhebenden Stiisowitzer jasaltberg, dessen nördliche 
niedrigere Fortsetzung die Basalthügel bei Kulm bildet, in zwei Becken abgetheilt, 
in eine östliche kleinere zwischen Garditz, Arbesau ulli Tillisch, und in eine west- 
liche grössere, die sich von Türmitz und Prödlitz über Karbitz, Mariaschein bis 
gegen Teplitz und Klostergrab ausdehnt und weiter mit dem Becken vou Osseg 


| 
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Il bi 


und Dux zusammenhängt. Das belehnte Kohlenfeld beträgt (1864) nach den freund- 
lich mitgetheilten Angaben des Herrn k. k. Bergkommissärs von Hohenthal in den 
drei Bezirken Aussig, Karbitz und Teplitz 12,430.061 [J Klafter, wovon auf 

den Aussiger Bezirk 1,391.145 [7] Klafter 


Катрі ети. И 0,229. 27817, 4 
a Teplitger/''' 5,818.638 „ N entfallen. 


Noch vor zwei Dezennien wurde die Kohle ausschliesslich durch Haspel- 
Schächte nahe an den Ausbissen des Beckens gewonnen; durch die Eröffnung der 
Aussig-Teplitzer Bahn, welche das Becken seiner Länge nach durchschneidet, wurde 
aber ein grossartiger Abbau ins Leben gerufen und die Mitte des Beckens durch 
tiefe Maschinenschächte aufgeschlossen. Nebst einer grossen Menge von kleineren 
Unternehmern betheiligen sich nun hauptsächlich am Bergbau Albert Graf Nostitz, 
Friedrich Graf Westphalen, die Karbitzer Kohlengewerkschaft, Edmund Fürst 
Clary-Aldringen, drei englische und eine sächsische Gewerkschaft, Graf Waldstein, 
einen Hauptantheil besitzt die Staatseisenbahngesellschaft. 

In den zahlreichen Schächten und Abbauen wird sich nun hinreichendes 
Material sammeln lassen zur Entwerfung eines detaillirtes Bildes der Lagerungs- 
verhältnisse der hiesigen Braunkohlen, was der späteren Aufnahme vorbehalten 
ist; vorläufig mögen folgende Notizen zur Erläuterung der allgemeinen Verhält- 
nisse des Teplitz-Aussiger Beckens dienen. 

Das ganze Kohlengebirge besteht aus Lettenschichten und Schieferthonen, 
welche, so weit man am Südrande des Beckens steht, unmittelbar auf Basalttuffen 
liegen. Die Schächte gehen nur bis zur Sohle der Kohle nieder und geben über 
die Zwischenschichten zwischen dem Basalttuff und der Kohle keinen Aufschluss. 

Unter der Kohle befinden sich Letten und Schieferthon, beide gewöhnlich 
von lichtgrauer Farbe und ziemlich trocken, an der Luft saugen sie aber beyierig 
Feuchtigkeit auf und zerfallen. Die Schieferthone und Letten über der Kohle sind 
gewöhnlich dunkelbraun, sind wasserhältig und haben ein grösseres Gewicht. Von 
Wasser durchfeuchtet sind sie plastisch, an der Luft trocknen sie rasch aus und 
erhärten. 

Unmittelbar über der Kohle trifft man häufig einen sehr festen eisenschüs- 
sigen Schieferthon au, der als ein gutes Anzeichen der nahen Kohle betrachtet 
und desswegen „Kohlenstein® genannt wird. 

Seine Müchtigkeit beträgt 2—3 Kl. Wegen seiner Mächtigkeit und Fe- 
Stigkeit bildet er sehr gute Firsten. 

Seltener kommt über der Kohle eine Schichte von schwimmendem Sand 
Und Sehotter vor, so z. D. in dem Kohlenwerke der Staatseisenbahn bei Maria- 
Schein, wo dieselbe eine Mächtigkeit von 2—3 Kl. hat und wegen ihrer Wasser- 
haltung ein beschwerliches Hinderniss bei dem Abbaue bildet. 

Das Braunkohlenflótz selbst hat eine Mächtigkeit von 3—8 Klaftern, die 
von den Ausbissen gegen die Tiefe zunimmt; die Tiefe des Flötzes nimmt eben- 
falls von den Rändern gegen die Mitte des Beckens von 4 bis 90 Kl. zu; die 
grösste Tiefe mit 90 Kl. wurde im Austriaschacht unweit vom Karbitzer Bahnhof 
erreicht. Westlich von Teplitz (ausserhalb des Aufnahmsgebietes) gegen Oberlei- 


32 Il. 


tensdorf nimmt aber die Mächtigkeit des Flötzes bis 20 Kl. zu und die Kohle 
geht bis zu Tage aus. 

Der basaltische Untergrund, der unter der Braunkohlenformation stellen- 
weise sich erhebt, so wie der zwischen Teplitz und Eichwald (am Louisenfelsen) 
zu Tage gehende Porphyr theilen dos Becken in einige Kohlenfelder oder unter- 
geordnete kleinere Mulden ab. Auch Verwerfungen des Flötzes kommen häufig 
vor und durchsetzen das Becken von Westen nach Osten, so wie von Süden nach 
Norden. Zu den untergeordneten Unregelmässigkeiten der Lagerung gehören die 
sogenannten Lettenkämme, Russkämme, Russschwielen und Flótzklüfte. 

Die Lettenkämme bestehen aus verdrücktem Schieferthon, welcher die 
Flötze durchsetzt und gewöhnlich mit Verwerfungen derselben zusammenhängt; da 
sie häufig den Zudrang von Wasser abdämmen, so werden sie für den Bergbau 
sehr wichtig. 

Die Russkämme sind Spalten in Flötze, welche mit zerblöckelter Kohle 
und verdrücktem Schieferthone ausgefüllt sind, die Russschwielen bestehen aus 
derselben Masse, ziehen sich aber unregelmässig durch di: Kohle; beide veran- 
lassen nicht selten eine Selbstentzündung des Flótzes. 

Die Flötzklüfte sind offene Spalten, welche manchmal sogar mit der Ober- 
flache zusammenhüngen und dann Luft und Wasser in den Abbau führen. Sie 
müssen bei dem Abbau berücksichtiget werden, um keinen Andrang von Tagwässern 
und keine Selbstentzündung der Flótze zu veranlassen. 

Die Kohle selbst ist dunkelbraun, von homogener und nicht selten auch 
von deutlicher Holz-Structur. Die in grossen Stücken brechende Kohle von Tür- 
mitz, Karbitz und Mariaschein ist für den Transport die geeignetste. 

Der Aschengehalt der Stückkohle beträgt im Durchschnitt 69/,, der Gehalt 
an Wasser 25°/,; der Brennwerth etwa 12 Ot. = 1 Klafter weichen 30zölligen Holzes. 
Die Kleinkohle hat wegen des beigemengten Schieferthones einen grósseren Aschen- 
gehalt aber gewöhnlich einen grösseren Brennwerth. 

Pflanzenabdrücke sind in den Schieferthonen des Teplitz-Aussiger Beckens 
ziemlich selten, desto hüufiger aber kommt Kohle mit Holzstruetur vor. Hie und 
da findet man auch ganze verkohlte Coniferenstämme und ausgezeichnete Coniferen- 
zapfen (namentlich in den Türmitzer Werken) Nebst der Comptonia acutiloba 
(Karbitz) fanden sich mannigfache Phylliten (Blattabdrücke) in den Türmitzer und 
Karbitzer Werken. 

Der Abbau geschieht hauptsächlich etagenförmig (Wandpressbau) in 3 Kl. 
mächtigen Bänken. Eine Kubikklafter gibt erfahrungsgemäss 120 Centner und 
davon 60°/, Grobkohle. 

Eine Schwierigkeit bei dem hiesigen Bergbau ist die leichte Entzünd- 
lichkeit der Kleinkohle. Dies hat sich namentlich bei dem Abbau des 4'/, Kl. 
mächtigen Flötzes der Staatseisenbahngesellschaft bei Mariaschein gezeigt, wo man 
die Kohle in ihrer ganzen Mächtigkeit abzubauen versuchte. Die Kohle ruht hier 
auf einem 7 Fuss mächtigen schwarzen mit Eisenkies imprägmirten Schieferthon, 
unter welchem, so weit bekannt (bis auf 7°) ein mächtiges Lager von weichen 
Letten vorkommt. Als im Jänner 1864 durch die neue Abbaumethode unter dem 
Förderschachte die Kohle auf weite Strecken ausgebeutet wurde, begannen sich 


П. 33 


plötzlich alle Sohlen des neuen Abbaues aufzublähen, so dass sich binnen sechs 
Tagen sämmtliche Strecken bis unter die Firste mit dem emporgepressten Schiefer- 
thon und Letten ausfüllten und die Zimmerung unter furchtbarem Krachen zu- 
sammenbrach. 

Gleichzeitig entzündete sich die Kohle in Folge der Zertrümmerung des 
Flötzes und des sich rasch zersetzenden Schwefelkieses, und der Bergbau konnte 
nur mit grosser Mühe von weiterer Verheerung gerettet werden. Dieses eigen- 
thümliche Phänomen wurde offenbar durch die plötzliche Entlastung des hier 
kuppenförmig unter dem Kohlenflötze gelagerten Schieferthones bewirkt und ver- 
anlasste, dass man zur alten etagenförmigen Abbaumethode zurückkehrte. 

Ein anderes Hinderniss des hiesigen Bergbaues ist die Entwicklung von 
schlagenden Wettern, welche in einigen tieferen Schichten (Saxonia bei Karbitz, 
Mariaschein) in bedenklicher Weise auftraten 

Durch die. Selbstentzündung der  Flötze erklären. sich auch die ausge- 
brannten Kohlenfelder, welche man bei Kleische und Hottowitz sieht und die 
keinesfalls durch eruptives Gestein verursacht wurden, indem diese Kohlenfelder 
an den Ausbissen des Beckens liegen, welches offenbar jünger als der Basalt ist. 
Die Ausbeute der Braunkohle hat seit der Eröffnung der „Aussig-Teplitzer 
Eisenbahn in grossartiger Weise zugenommen. 

Nach Riedl pay: die Ausbeute der sämmtlichen Braunkohle in Böhmen 
im J. 1817 blos 590.000 Centner, nach Zippe im J. 1840 1,678,475 Ct., nun aber 
übersteigt die jährliche Ausbeute im Aussig-Teplitzer Becken allein 16 Millio- 
nen Centner. 

Nimmt man das Kohlenfeld des Aussig-Teplitzer Beckens zu 12'/, Millio- 
nen [7 Klafter mit einer durchschnittlichen Mächtigkeit von 5 Kl. an, so ergibt 
dies eine Masse von 02,500.000 Kubikklaftern Kohle, oder 1 Kubikklafter zu 120 
Ct. gerechnet, ein Quantum von 7500 Millionen Centnern, eine gewiss befriedi- 
Sende Ziffer für die einheimische Industrie. 

Die Verwerthung der Kohle erfolgt, zum geringen Theile durch. den Lokal- 
bedarf, zum weit grösseren Theil durch den Export. Nach den vom. Herrn 
Rössler, ] Bürgermeister in Aussig, gefälligst mitgetheilten Daten vertheilte sich im 


J. 1864 die Verwerthung der Aussig-Teplitzer Braunkohlen in folgender Weise: 
Für den Lokalbedarf entfielen . . . . 2,000.000 Centner, 
Zufuhr auf der Teplitzer Eisenbahn naci Auatig, 

für den einheimischen Bedarf d'aalt «noh ЧИО ДИП ^ 
für den Export ins Ausland ... ohli . « ar t000 » 
Zufuhr auf der Achse nach Aussig für den AR FR 

mischen Bedarf ТАД атой Bu n Sb 1) 895,909 j 
für den Export ins Ausland . . . . 2,400.000 H 


Zaka unmen 1 і ‚364.000. Centner. 
Im Jahre 1867 betrug die Ausbeute schon 16,650.000 Centner und wird 
Sich gewiss bald auf 20 Mill. Ct. steigern. 
Der Preis der Kohle beträgt am Schachte per Centner 8 Kreuzer, am 
Aussiger Bahnhof 13'/, kr., am Elbeufer in Aussig (bei der Verladung auf die 
Schiffe) 14 kr. $ 


43 П. 
Der enorm hohe Eisenbahntarif ist Ursache, dass trotz des niedrigen Preises 
der Braunkohle dieselbe im Lande doch nicht die ausgedehnte Verwendung findet, 
die man erwarten sollte; thalab ins Ausland dient hauptsächlich der billige Elbe- 
transport und daher kommt es, dass man in Dresden die böhmische Braunkohle 
verhältnissmässig viel billiger beziehen kann als in Prag. 

Die Kleinkohle (wenigstens 3 Millionen Centner jährlich) findet zum 
grössten Theil gar keine Verwerthung, sondern verwittert oder verbrennt auf den 
Halden unbenützt. 

Am Schachte ist diese Kohle um 1—2 kr. per Centner zu haben, obwohl 
es viele Gegenden längs der böhmischen Eisenbahnen gibt, welche für dieselbe 
50 kr. zahlen würden. Die privilegirten Bahntariffe machen aber vor der Hand 
einen dem Brennwerth der Kohle angemessenen Verkauf derselben in entferntcre 
yegenden von Böhmen unmöglich. 

Die einzige Verwerthung eines kleinen Theiles der Kleinkohle findet durch 
die Verbrennung derselben zu Asche statt. Man gewinnt hiedurch etwa 5°), Asche, 
die man per Centner zu 10—15 Kr. am Schachte den Landwirthen der Umgebung 
als Düngungsmaterial verkauft. — 

Bei Gelegenheit der Untersuchung des Quader- und Plänerterrains in den 
Umgebungen von Laun wurden auch einige neogenen Bildungen daselbst besichtigt, 
und zwar die ausgebrannten Braunkohlenlager am rechten Egerufer zwischen Vr- 
$ovic und Kosov, der Kreuzberg bei dem Dorfe Priesen (Bfezno) am linken Eger- 
ufer und die Ablagerung des Süsswasserkalkes bei Tuchoric. 

Die ausgebrannten Kohlenfelder zwischen Vršovic und KoSov bilden eine 
Gruppe von 8 ansehnlichen Hügeln, deren kahle Kuppen schon von weitem die 
rothen ausgebrannten Schieferthone und Letten zeigen. Zahlreiche aber undeut- 
liche Blattabdrücke, so wie die mannigfachsten schlackenförmigen Erdbrandprodukte 
kommen hier vor. Das ausgebrannte Gestein liegt auf sandigen Schichten, die 
einen weichen von kleinen Schluchten durchfurchten Plänermergel aufgelagert sind. 

Offenbar bildeten die ehemaligen Kohlenflötze, welche durch Selbstentzün- 
dung zerstört worden sind, eine früher zusammenhängende Decke, die durch spä- 
tere Erosionen der weichen Plänermergel zerrissen worden ist. 

Am rechten Egerufer tritt zwischen Laun und dem Dorfe Priesen (Brezno) 
ebenfalls neogenes Gebilde auf. 

Auf Bakulitenmergel der Kreideformation liegt hier ein weicher leicht zer- 
fallender Sandstein, der den Malecer Berg bildet. In der Richtung gegen Laun 
und Chluméan findet man auf den Feldern einzelne Blöcke festen glattflächigen 
Kieselsandsteines, welcher wahrscheinlich der Ueberrest einer ehemals weiter ver- 
breiteten Sandsteinschichte ist, die mit dem vorerwähnten Sandstein im Zusammen- 
hange war. 

Der Kreuzberg bei dem Dorfe Priesen besteht aus tertiären Letten mit 
ausgebrannten zu buntem Porecllanjaspis umgeänderten Schieferthone; die Basis 
des Berges besteht aus Bakulitenschichten. Basalte fehlen hier, so wie in den 
Ko&overbergen und men kann demnach in ihrer Eruption nicht die Ursache der 
Fntzündung der ehemaligen Kohlenflötze suchen. 

Der Süsswasserkalk bei Tuchořie bildet einige kleine dem Pliner aufge- 
lagerte Becken am Fusse des gegen das Egerthal abfallenden Plateaus der rothen 


ТЕ = 


permischen Sandsteine, auf denen sich hier einzelne isolirte Partien von Quader- 
sandstein und Pläner erheben. 

Der Süsswasserkalk, ein weisses poröses Gestein wird als Mörtelkalkstein 
in cinem grossen Steinbruche bei Tuchoric gewonnen, und enthält eine Menge 
Siisswasserschnecken und andere Ueberreste, über die weiter unten in einer Ab- 
handlung von Alfred Slavik berichtet wird. 

УШ. Dihwial- und Allwial-Bildungen. Das Diluvium hat im Aufnahms- 
Bebiete eine weite Verbreitung und ist namentlich in geologisch-agronomischer 
Beziehung sehr wichtig. 

Es tritt in dem Aufnahmsgebiete als ein zweifaches Gebilde auf, und zwar 
entweder als Diluvialschotter oder als Diluviallehm. 

Der Schotter liegt, wo beide Gebilde vorkommen, unter dem Lehme und 
besteht aus mannigfachem Gerölle kieseliger und anderer harten Gesteine, deren 
Ursprung man nach der Gesteinsbeschaffenheit leicht erkennen kann. 

Man wird auf der geologischen Karte den silurischen Schutt Mittelböhmens 
von den Erzgebirgs-, Jeschken-, Iser- und Riesengebirgs-, so wie den Adlergebirgs- 
geröllen unterscheiden können. In die Umgebungen von Friedland und Gabel 
reicht sogar der norddeutsche Diluvialschutt mit Flintgerölle (Bruchstücke des 
Feuersteins aus der weissen Kreide von Rügen). 

Von besonderem Interesse ist der Umstand, dass der Diluvia’schutt zwei 
durch eine ansehnliche Höhendifferenz getrennte Terrassen einnimmt, so z. B. die 
tiefere Terrasse des Isersandsteines bei Jung-Bunzlau und Münchengrätz und die 
höhere Terrasse des Gross-Skaler Sandsteines, auf deren Gipfel er liegt, desgleichen 
im Elbethale bei Citov und Bechlin und dann hoch darüber am Fusse des Georgs- 
berges ; die Hügel an der Adler bei Hohenbruck und an der Cidlina bei Chlumec, 
bei Rothwasser nördlich von Landskron u. s. w. 

Die Höhenmessungen werden die Mittel bieten, um die diluvialen Schutt- 
terrassen in ihrem orographischen Zusammenhang darstellen zu können und es wird 
Sich zeigen, welchen Lauf jene Strömungen hatten, die das Schuttmaterial im 
flacheren Lande verbreiteten. 

Die hochgehobenen Geröllmassen weisen offenbar auf Bodenerhebungen, 
welche noch zur Zeit des Diluviums stattfanden und welche wahrscheinlich noch 
fortdauern, nur dass wegen der geringen Masse derselben und wegen Mangel 
von Höhenbestimmungen in früheren Zeiten uns die Vergleichungspunkte feblen, 
nach denen sich die allmähligen Bodenveränderungen bestimmen liessen. Eine 
genaue orographische Fixirung der Schutt-Terrassen in der jetzigen Zeit wird dem- 
nach den Nachkommen gestatten, die etwa stattfindenden allmähligen Hebungen 
des Bodens messen zu können. 

Reste von diluvialen Säugethieren wurden in dem Geröllschutte nicht auf- 
Befunden, sie sind indessen häufig in dem darüber liegenden Diluviallehm; aber ein 
sehr wichtiger Fund, der auf das Alter der höheren Schutt-Terrassen Bezug hat, 
wurde am Fusse des Georgsberges am Plateau oberhalb des Dorfes NíZe- 
boh gemacht. 

: In einer Schottergrube dieser Terrasse wurden nämlich im J. 1864 in einer 
Tiefe von 10 Fuss von den Arbeitern drei liegende mit Sand angefüllte Thonge- 


o" 


36 u. 

fässe aufgefunden, von denen leider zwei zertrümmert wurden und verloren gingen, 
und nur eines in den Besitz des Raudnicer Bürgers Herrn Řeháček gelangte, der 
es dem vaterländischen Museum schenkte. Der Fundort derselben, den der Bericht- 
erstatter in Gegenwart der bei der Auffindung derselben gegenwärtig Gewesenen 
genau untersuchte, ist eine zwei Klafter mächtige Schichte silurischen mit röth- 
lichem Sand gemengten Schuttes, welcher zur Strassenbeschotterung benützt wird. 
Die Schuttmasse ist vollkommen intakt, d. h. nicht etwa durch sogenannte Heiden- 
gräber aufgewühlt, indem in solchen Gräbern die Aschenkrüge eigenthümlich 
aufgestellt sind, während bei NíZeboh die Gefässe liegend und mit Sand angefüllt 
aufgefunden wurden. Weiter gegen Podlusk ist der Schotter von Diluvial- 
lehm bedeckt. 

Unter ähnlichen Verhältnissen kam vor Jahren bei Vlenec (südlich von 
Karlstein) ein Gefäss vor, welches sich nun ebenfalls in den Sammlungen des 
Landes-Museums befindet. 

Einen ebenso interessanten archäologisch-geologischen Fund konstatirte 
Dr. Frič auf. dem sogenannten Baumberge bei Chrudim, wo in einer Schuttschichte 
Pfeilspitzen aus Flint aufgefunden wurden, während in dem in der Nähe auf dem 
Schotter liegenden Lehm Mamuthzähne vorkommen. 

Eine Pfeilspitze aus Flintstein fand auch der Landwirth Herr Pražák in 
Chorousek bei Mšeno auf dem von Diluviallehm gebildeten Ackerboden. 

Der Diluviallehm kommt wie der Schotter in denselben zwei Terrassen vor 
und bildet namentlich eine weit verbreitete zusammenhängende Decke auf den 
Plänerplateaus bei Schlan und Velvarn, auf dem Plateau zwischen dem Iser- und 
dem Kokoriner-Thal, so wie auf den Plänerhügeln des mittleren Elbgebietes zwischen 
Jičín, Königgrätz und Leitomischl. 

Man kann in dem Diluviallehm verschiedene Schichten erkennen, welche 
wegen ihres Einflusses auf die Vegetation auch von den Landwirthen wohl unter- 
schieden und mit verschiedenen Namen bezeichnet werden. 

Der am meisten verbreitete Lehm ist gelbbraun oder röthlichbraun, etwas 
kalkhaltig und giebt einen vorzüglichen Weizen- und Kleeboden. 

Die Fruchtbarkeit der Plateaus von Mšeno, Velvarn, Jičín usw. ist haupt- 
sächlich diesem Diluviallehm zu verdanken. 

Knochen diluvialer Süugethiere trifft man am häufigsten in dem Ziegel- 
lehm an, der gewöhnlich in seichten Mulden oder am Fusse von Berglehnen abge- 
lagert und stellenweise auch durch zahlreiche Landschneckenschalen ausge- 
zeichnet ist. 

Zähne von Mamuth und Rhinoceros wurden im ganzen Gebiete des Dilu- 
viallehms aufgefunden (Laun, Kralup, Aussig, Hlinay, Lisa, Turnau, Särka, Smichov, 
Chrudim usw.) und werden nun, da die Aufmerksam keit der Ziegelschläger darauf 
gelenkt wurde, in grösserer Anzahl gesammelt werden; unter den Lehmschnecken 
findet sich Helix hispida, Pupa muscorum, Succinca oblonga am häufigsten; im 
Lehmbruche bei Ulgersdorf unweit Tetschen wurde auch eine alpine Art, nämlich 
Helix arbustorum Linné var. alpestris Ziegler bemerkt. 

Die letztere alpine Art gehört zu den zwar seltenen, aber höchst interes- 
santen Anzeichen eines ehemals kälteren Klimas unserer Heimat. Es reiheu 


II. 37 


sich diesem Funde an die von Dr. Frič im Ziegellehm der Särka aufgefundenen 
Murmelthierschädel, dann die von Dr. Em. Purkyné und Dr. Ladisl. Celakovsky 
beobachteten alpinen oder sonst unserer Thalflora fremdartigen Arten, als Carex 
Dediformis (ein schwedisches und russisches Gras) auf den Sandsteinen des Roll- 
berges bei Niemes, Equisetum Talmateja auf dem Diluviallehm und Bakuliten- 
thon u. a., deren isolirtes Vorkommen im Gebiete einer wärmeren Flora nach der 
Analogie der von Oskar Heer in der ebenen Schweiz gefundenen alpinen und 
nordischen Formen gleichfalls als ein Rest der Eiszeit angesehen werden kann. 
Ob in der Eiszeit die böhmischen Gränzgebirge Gletscher trugen, liess sich bisher 
nicht nachweisen, aber höchst wahrscheinlich ist es, dass der Diluvialschutt und 
der Diluviallehm aus dieser Zeit abstammen und durch den Fund des Nizeboher 
Gefüsses ist es erwiesen, dass zu dieser Zeit unser Vaterland gleichzeitig von 
Elephanten, Nashörnern und Menschen bewohnt war. 

Der nun von Schotter und Lehm bedeckte Boden war damals See- oder Fluss- 
grund und wurde durch spätere Gebirgsveränderung zu seiner jetzigen Höhe gehoben. 

Das Alluvium enthält nicht blos die jüngeren und sich jährlich mehrenden 
Anschwemmungen der Flüsse und Bäche, sondern auch alle die Ablagerungen, 
welche sich durch Abschwemmung des Gesteinsdetritus und der Diluvialschichten 
am Fusse der Höhenzüge bilden, so wie endlich die Torfe. 

Der Elbe- und Moldauschutt begleitet die Ufer der beiden Flüsse bis zu 
einer Höhe von 6—10 Klaftern über ihr jetziges Normalniveau und beweist, dass 
die Flüsse Böhmens in einer verhältnissmässig noch neuen Zeit einen ungemein 
Srossen Wasserreichthum haben mussten. 

Der Alluviallehm ist seinem Aeussern nach vom Diluviallehm verschieden; er 
ist gewöhnlich graubraun, ohne Kalk und durch Schalen noch lebender Schnecken 
ausgezeichnet, so namentlich durch Helix austriaca und Helix hortensis. 

Die Torfe, welche auf dem Erz-, Iser- und Riesengebirge so wie auf dem 
Granit-Plateau bei Reichenberg in ziemlicher Mächtigkeit vorkommen, fehlen auch 
den Niederungen nicht, und man trifft grosse Strecken davon bei Niemes, Böhm. 
Leipa, Habstein, Вуќіс u. a. а. О. an. 

Doch muss man Gebirgstorfe und Wiesentorfe wohl unterscheiden. Zu den 
letzteren gehören die mächtigen Torfe bei KoSátek und BySic, welche sich bis 
Sopka bei Mélnfk und Hlavno Kostelní bei Brandeis erstrecken, so wie die ausge- 
lrockneten Teichgründe bei Lysá, Rozhor, Vorel bei Chrudim, Blata bei Podébrad, 
bei Cäslau, Kolin u. a. Herr Alfred Slavik, Assistent des Museums, beschäftigte sich 
mit ihrer Untersuchung und fand an 32 Molluskenarten in denselben. 

IX. Basalte und Phonolithe. In das Aufnahmsgebiet fällt das ganze Leit- 
Meritzer basaltische Mittelgebirge zu beiden Seiten der Elbe, so wie die zahlreichen 
zerstreuten Kuppen, welche hauptsächlich im Bereiche der Kreideformation auftreten. 

Vorläufig wurden Gesteinsproben zur mineralogischen und chemischen Un- 
tersuchung eingesammelt, womit sich in dem letzten Jahre (1868) vorzüglich Dr. 
Boticky, Gymnasialprofessor, beschäftigt hat, der die mineralogisch-chemische Be- 
arbeitung der eruptiven Gesteine Böhmens für die Landesdurchforschung über- 
hommen hat. Diese schwierige Arbeit wird in den folgenden Jahren fortgesetzt 
Und nach ihrer Vollendung veröffentlicht werden. 


STUDIEN 


Gebiete der böhmischen Kreide-Formation 


L 


Allgemeine und orographische Verhältnisse, 


sowie Gliederung der bóhmischen Kreide-Formation. 


Von 


Prof. Joh. Krejéi. 


Vorwort. 


Die geologische Sektion des Durchforschungskomités entschloss sich, wie 
in den Vorbemerkungen erwähnt wurde, schon im ersten Jahre ihrer Aufnahms- 
arbeiten, die ihr verfügbare Zeit (im August und September) hauptsächlich der Be- 
gehung der böhmischen Kreideformation zu widmen, indem der Zusammenhang 
und die Bedeutung der einzelnen Glieder derselben nur durch das Studium des 
gesammten böhmischen Kreideterrains erkannt werden konnte. 

Die geologische Section unternahm demnach ihre Arbeiten in den Monaten 
August und September der Jahre 1864—1868 hauptsächlich im böhmischen Kreide- 
terrain und legt das vorläufige Resultat ihrer Untersuchung vor, wobei sie aber 
hervorzuheben sich verpflichtet fühlt, dass diese Resultate noch keineswegs die 
Studien im Gebiete dieser Formation abschliessen. 

Die weite Verbreitung der böhmischen Kreideformation, deren Ausläufer in 
den Nachbargebieten von Mähren, Glatz und Sachsen zur Orientirung auch besucht 
werden mussten, so wie das mit vieler Mühe und Zeitaufwand verbundene Auf- 
Suchen, Einsammeln und Bestimmen der Versteinerungen derselben, wird noch 
viele Revisionen und Nachlesen in diesem Gebiete nöthig machen, welcher Auf- 
gabe sich weiterhin Dr. Ant. Frič zu widmen gedenkt. 

Wenn die Sektion dennoch die Ergebnisse ihrer bisherigen Arbeiten vor- 
zulesen sich entschliesst, so bestimmt sie dazu vor allem ihre Verpflichtung, Re- 
chenschaft über die Leistungen der Section vor dem hohen Landtag und den ver- 
ehrten Vereinen abzulegen, durch deren Mittel die Landesdurchforschung ins Leben 
gerufen wurde. — 

Die böhmische Kreideformation war schon seit Jahren der Gegenstand 
vielfacher und eingehender Untersuchungen einiger ausgezeichneten Forscher, und ist 
durch die Veröffentlichung der darauf bezüglichen Arbeiten in ihren Hauptumrissen 
und zum Theil im Detail einzelner Gegenden den Fachmännern bekannt geworden. 
Diese werthvollen Arbeiten bildeten die wissenschaftliche Grundlage der neuen Auf- 
nahmen und werden im Anhange dieser Abhandlung speziell angeführt und gewür- 
digt werden. Vorzüglich sind es folgende Werke, welche von der Sektion be- 
nützt wurden. 


42 П. 
1. Die geologischen Notizen von Prof. F. X. M. Zippe in der Topographie 
des Königreiches Böhmen von Joh. Gottf. Sommer. 

2. Prof. Dr. August Em. Reuss. Die Umgebungen von Teplitz und 
Bilin 1840. Die Kreidegebilde des westlichen Böhmens 1844. Die Versteine- 
rungen der böhm. Kreideformation 1845. Kurze Uebersicht der geognostischen 
Verhältnisse Böhmens 1854. Die Gegend zwischen Kommotau, Saaz, Raudnitz 
und Tetschen 1867. 

З. Prof. H. B. Geinitz. Das Quadersandsteingebirge in Deutschland 1849. 
Charakteristik der Schichten und Petrefakten des sächsisch-böhmischen Kreide- 
gebirges 1850. 

4. Jahrbuch der k. k. geologischen Reichsanstalt. Jahrgänge 1858—1868; 
enthaltend die Abhandlungen und Berichte von Jokely, Wolf, Paul, Lipold, Frei- 
herr von Andrian und Schlönbach. Namentlich sind die Abhandlungen von Dr. 
U. Schlönbach, welche die Resultate seiner mit der geol. Sektion gleichzeitig im 
Gebiete der böhm. Kreideformation vorgenommenen Studien enthalten, von grosser 
Wichtigkeit. (Näheres darüber am Schlusse dieser Abhandlung.) 

Eine der wichtigsten Vorarbeiten im Gebiete der böhm. Kreideformation 
ist die von der k. k. geol. Reichsanstalt vollendete geologische Karte von Böhmen, 
in welcher namentlich die Kreideformation nach den Aufnahmen der Herren: von 
Hochstetter, Lipold, Jokely, Andrian, Wolf und Paul eingezeichnet ist. 

Die Umgränzung der Formation ist auf dieser Karte mit grosser Sorgfalt 
durchgeführt und es beschränkte sich demnach die neue Aufnahme auf die Unter- 
scheidung und Einzeichnung der von der Sektion angenommenen Abtheilungen der 
Kreideformation. *) 

Die vorliegenden Studien im Gebiete der böhm. Kreideformation enthalten 
zwei Abtheilungen. Die erste behandelt namentlich in Rücksicht auf die Freunde 
und Gönner unseres Unternehmens, welche nicht Geologen vom Fach sind, eine 
übersichtliche Darstellung der gesammten Kreideformation in Böhmen; die zweite 
Abtheilung enthält die Resultate der paläontologischen Bearbeitung zweier Schichten- 
stufen dieser Formation und zwar der Perucer und der Korycaner Schichten von 
Dr. A. Frič welche in den nachfolgenden Publikationen der Landesdurchforschung 
auch für die anderen Schichtenstufen fortgesetzt werden wird. 

Einiges paläontologische Detail, welches in dieser Schrift keinen Platz 
finden konnte, hat Dr. A. Frič, auf anderem Wege veröffentlicht, nämlich eine Ab- 
handlung über die Krebsgattung Callianassa in den Schriften der k. böhm. ge- 
lehrten Gesellschaft. 

Eine andere paläontologische Arbeit, nämlich über die Cephalopoden der 
böhm. Kreideformation bereitet Dr. A. Frič in Gemeinschaft mit Dr. U. Sehlönbach 
zur ‚Herausgabe vor. 


*) Die Veröffentlichung des ersten geologisch kolorirten Blattes nach den Aufnahmen der Sektion 
kann leider wegen Unzulänglichkeit der Mittel erst im 2. Bande der Durchforschungsarbeiten 
stattfinden, 


Gränzen und Ausdehnung der Kreideformation in Böhmen. 


Die Kreideformation in Böhmen enthält die Absätze eines Meerbusens, 
welcher in der Kreideperiode von Norden tief nach Böhmen sich hineinzog und 
mit einem auf dem jetzigen europäischen Continent weit verbreiteten Meere im 
Zusammenhange war, aus welchem sich in den westlichen Theilen desselben (in 
Frankreich, England, Dänemark) die weisse Schreibkreide absetzte. Nach diesem 
für die westlichen Gebiete dieser Formation charakteristischen Gestein wird die- 
selbe nun allgemein die Kreideformation genannt. 

Aus der Analogie der heutigen Meeressedimente mit den Schichten der 
Kreideformation lässt sich schliessen, dass die kreidigen Gebilde der westlichen 
Gebiete dieser Formation im tiefen Meere und die sandigen Schichten des öst- 
lichen Theiles näher an den Küsten sich absetzten. Das vorherrschende Gestein 
der böhmischen Kreideformation, Quadersandstein und kalkig-sandiger Pläner, nach 
welchem dieselbe von einigen Geologen auch die Formation des Quadersandsteines 
und Pläners genannt wird, weisen darauf hin, dass das Kreidemeer in Böhmen 
eine verhältnissmässig geringere Tiefe hatte, als in seiner westlichen Verbreitung. 

Auch deuten die an der Basis dieser Formation weitverbreiteten durch 
Reste von Landpflanzen und Flussmuscheln ausgezeichneten Schichten darauf hin, 
dass vor Absatz der durch Seethiere als Meeressediment charakterisirten Schichten 
weite Süsswasserseen oder Flussbeete das Terrain dieser Formation eingenommen 
haben müssen. 

Die Reihenfolge der der Kreideformation in Böhmen vorhergehenden For- 
mationen zeigt im Vergleiche mit den Nachbarländern eine bedeutende Lücke, indem 
dieselbe in Böhmen unmittelbar auf dem Urgebirge, der Silur- oder Steinkohlen- und 
permischen Formation ruht und die auf die letztere folgende Trias- und Jurafor- 
mation (mit Ausnahme des früher angeführten kleinen Jurastreifens bei Neu- 
Daubitz und Khaa) in Böhmen fehlt. 

Diese Thatsache dient als Beweis, dass Bóhmen sammt einem Theil der 
angränzenden Länder vor der Kreideperiode Festland war und dass der nun von 
den Schichten dieser Periode bedeckte Theil erst nach Abschluss der Juraformation 
unter das Meeres-Niveau sich senken und den Einbruch des Kreidemeeres in ei- 
nem коеп Theil von Böhmen veranlassen musste. 

Eine Vergleichung der Schichtenstufen der böhmischen und westeuropä- 
ischen Kreideformation führt zu einer noch genaueren Bestimmung der relativen 
Einbruchsepoche des Kreidemeeres in Böhmen, 


44 Il. 


In Nordwestdeutschland (Hannover, Westphalen, am Harz), Frankreich 
und England enthält die Kreideformation nebst den in Böhmen vertretenen noch 
zwei tiefere Schichtenstufen, den sogenannten Gault und die Neocomstufe, welche 
beide in Böhmen gänzlich fehlen. 

Die Senkung des böhmischen Kreidegebietes unter das Meeresniveau 
konnte demnach erst nach Absatz der beiden tieferen Schichtenstufen (Gault und 
Neocomien) also mitten in der Kreideperiode erfolgen und diese späte Einsenkung 
hatte zur Folge, dass in Böhmen nur die mittleren und höheren Schichtenstufen 
der Kreideformation vertreten sind. 

Der Einbruch des Kreidemeeres in Böhmen erfolgte durch die Lücke 
zwischen dem Erzgebirgischen und Lausitzer Urgebirge, welche nun in einer 
Breite von 5 Meilen (zwischen Tissa am Westende des Erzgebirges und Zeidler 
am Rumburger Plateaurande) mit mächtigen Quadersandsteinen angefüllt und von 
dem tiefen Elbethale durchfurcht ist. 

In dieser Lücke zieht sich die Kreideformation bis gegen Dresden hin, 
wo sie sich unter dem angeschwemmten Lande verliert und von wo aus wahr- 
scheinlich dieser Elbe-Sund mit dem norddeutschen Kreidemeere in Verbin- 
dung stand. 

In Böhmen selbst dehnte sich der Busen des Kreidemeeres längs dem 
Fusse des Erzgebirges westlich bis gegen Kaaden und Liboric, dann längs des 
Jeschkengebirges und der Vorberge des Riesen- und Adlergebirges bis in das 
westliche Mähren gegen Blansko und südlich bis zu den Höhenzügen bei Neu- 
Straschitz, Prag, Kuttenberg, Chrudim und Politka aus. 

Die grösste Länge des böhmischen Kreidebeckens beträgt zwischen Kaaden 
und Brünnlitz bei Brüsau an der mährischen Gränze 32 Meilen, die Breite zwischen 
dem. Erz- und Rumburger-Gebirge und den Höhenzügen bei Prag beträgt 12 Meilen, 
weiter gegen Osten zwischen dem Zwitinberg bei Miletín und dem Chrudimer 
Urgebirgszug 6 Meilen, im Durchschnitte also 9 Meilen, so dass der Flücheninhalt 
des Beckens in Böhmen etwa 288 C] Meilen einnimmt. 

Rechnet man dazu noch etwa 12 CT Meilen, welche die Kreideformation 
im westlichen Mähren, und etwa 14 [] Meilen, welche sie im Braunauischen 
und in der Grafschaft Glatz, dann etwa 10 [J Meilen, welche sie in Sachsen be- 
deckt, во beträgt der gesammte Flächeninhalt dieses zusammenhängenden Kreide- 
beckens etwa 324 [ Meilen, von denen hiemit der grösste Theil auf Böh- 
men entfällt. 

Die Mächtigkeit der Formation nimmt von Süden nach Norden 'allmählig 
zu. Während sie auf den silurischen Höhen bei Prag etwa 20 Klafter beträgt, 
erheben sich die Quadersandsteine im Elbethal nördlich von Tetschen von der 
Basis des anstehenden Urgebirges (bei Mittelerund) an der Scheibenkoppe (Max- 
dorf) bis 183 Klafter, ja die höchsten Sandsteinschichten des Winterberges bei 
Herrnskretschen bis an 200 Klafter über den Elbespiegel, welche Höhe als die 
Mächtigkeit des Elbesandsteines angenommen werden kann. 

Auch in dem Sandsteingebirge bei Braunau ist die Mächtigkeit dieser 
Formation bedeutend. 


II. 45 


Der Kamm des Quaders am Wandgebirge erhebt sich bei Barzdorf 140 Kl. 
über die permischen Sandsteine seiner Basis, und an der Heuscheuer in Glatz, wo 
der Quadersandstein mit 470 Klafter seine hóchste Erhebung in dieser Formation 
erreicht, beträgt seine Mächtigkeit ebenso wie im Elbesandstein etwa 200. Klafter. 


Schichtenfolge. 


Trotz der scheinbaren Einfachheit in der Sehichtenfolge der böhmischen 
Kreideformation war die Feststellung der äquivalenten Schichtenzonen derselben 
keine leichte Aufgabe, da die verschiedene Gesteinsbeschaffenheit, derselben Schich- 
tenstufen in den verschiedenen Territorien dieser Formation, so wie die sehr un- 
gleiche Vertheilung der Versteinerungen, welche in weiten Strecken sehr sparsam 
vertreten sind, dann die wechselnde Michtigkeit derselben Schichten und endlich 
auch grosse Dislokationen die Lösung dieser Aufgabe erschweren. 

Als Leitfaden wurde bei dem Beginne der neuen Aufnahmen die von Prof. 
Reuss aufgestellte, Schichtenfolge benützt, welche sich. hauptsächlich. auf seine 
Studien der Kreideformation bei Teplitz und Laun stützt und mit der. Eintheilung 
der sächsischen Kreideformation von. Prof. Geinitz im Wesentlichen übereinstimmt. 

Prof. Reuss nahm vier Abtheilungen an, nämlich den Unter-Quader, die 
Plünerschichten, die Bakulitenthone und den Ober-Quader. 

Zu dem Unter-Quader rechnet, er den eigentlichen Unter-Quader, mit koh- 
lenführenden Schieferthonen an seiner Basis, dann den Exogyren-. und den Grün- 
sandstein bei Malnic (unweit Laun), endlich den Pldnersandstein... Als: Lokalbil- 
dung führt er die sogenannten Hippuritenschichten bei Bilin, Korycan, Holubic 
und a. a. O. an. 

Zu den Plinerschichten. rechnet Reuss den unteren oder ‚grauen: Pliner 
(charakteristich bei Kostie an der Eger) und den oberen. Pläner: von Teplitz und 
Hundorf. Als Lokalbildung eines etwas tieferen Niveaus der Plänerschichten führt 
er die sogenannten Conglomeratschichten yon Bilin (in den Schillingen) und von 
Kuttenberg an. Zu der mittleren Abtheilung des böhmischen Kreidegebirges. zählt 
Reuss auch die im östlichen Böhmen (bei Böhm.-Trübau) auftretenden. kalkigen 
Sandsteine mit zahlreichen Krebsscheeren (Callianassa. antiqua). 

Die Bakulitenthone werden. bei den Umgebungen von Laun, Bilin, Bóhm.- 
Kamnitz, Grabern als die höchste Gruppe der Kreideformation dieser Gegenden 
angeführt. 

Zu dem Ober-Quader zählt Reuss die höchsten. Quadersandsteine des 
Schneeberges bei Tetschen, die Adersbacher Felsen und die Heuscheuer. 

Prof. Reuss parallelisirte im Allgemeinen den, unteren Quader sammt dem 
Plänersandstein mit der Cenomenstufe der französischen Geologen, die mittleren 
Plänersehichten mit der Turonstufe und die höchsten Plänerschichten, so wie na- 
mentlich die Bakulitenthone, den Calianassen-Sandstein. von Bóhm.-Trübau und den 
Ober-Quader mit der Senonstufe derselben. 

Das Fehlen der tieferen Glieder: der Kreideformation, der Neocomstufe und 
des Gault wurde ebenfalls von Reuss. konstatirt, 


46 m i 


Schon bei den ersten Begehungen des Sandsteingebirges im Leitmeritzer 
und Bunzlauer Kreise erkannte die geol. Sektion die Nothwendigkeit einer neuen 
Eintheilung und es wurden, ohne der Deutung der einzelnen Schichtenstufen und 
ihrer Parallelisirung mit auswärtigen Gliedern dieser Formation vorzugreifen, für 
die Fixirung der als selbständig erkannten Schichten, Lokalbezeichnungen be- 
nützt, welche den paläontologisch wichtigsten Fundorten entnommen wurden. Nach 
den im ganzen Gebiete der bóhm. Kreideformation erzielten Resultaten ergab sich 
folgende aufsteigende Reihenfolge derselben: 


1. Perucer Schichten. 
2. Korycaner en 
3. Weissenberger o 
4. Malnicer E 
5. Iser ^ 
6. Teplitzer a 
7. Priesener 7 
8. Chlomeker 3 


Zur näheren Feststellung derselben möge vorläufig folgendes be- 
merkt werden. 

1. Die Perucer Schichten, nach dem Fundorte Perue nördlich von Schlan 
benannt, wo in den Schieferthonen des Quaders ausgezeichnete Farrenabdrücke 
(Pecopteris) und Koniferenästchen (Widdringtonites und Cunninghamites), so wie 
Flussbivalven vorkommen. 

Das herrschende Gestein ist ein feinkörniger Sandstein (Bildhauersandstein) 
mit eingelagertem kohlenführenden und stellenweise an Pflanzenabdrücken reichem 
Schieferthon. Ein vorzüglicher Fundort ist auch Nehvizd östlich von Prag mit 
Koniferenzapfen (Damarites) und Palmblattähnlichen Phylliten, dann Kounic bei 
Böhm.-Brod mit ausgezeichneten Farrenstämmen: Cawlopteris punctata, (als Proto- 
pteris punctata ehedem zur Steinkohlenflora gerechnet) Oncopteris Nettwalli, Al- 
sophilina Kouniciana, und ebenfalls mit Flussbivalven. 

Diese Schichten, welche sich als Süsswassergebilde charakterisiren, bilden 
die Basis der böhmischen Kreideformation. 

Dieselben Schichten kommen an der Basis des Unter-Quaders (Geinitz) 
auch bei Niederschöna in Sachsen und in Schlesien vor. 

2. Koryeaner Schichten, nach dem Fundorte Korycany östlich von Weltrus 
benannt. Die Gesteinsbeschaffenheit dieser Schichten ist doppelt, entweder kalkig, 
so namentlich bei Korycan wo sie mit Rudisten und anderen zahlreichen Kon- 
chylien angefüllt, als Kalksteinbänke auftreten, dann bei Holubic, Bilin, Kuttenberg 
u. a. a. O.; oder sandsteinartig mit einer Menge von Muschelsteinkernen, so na- 
mentlich bei Zlosejn unweit Korycan, bei Kralup, Tisa am Fusse des Schnee- 
berges. Auch der stellenweise auffallend glaukonitische Sandstein, der über den 
Perucer Schichten auftritt, gehört hieher; er ist gewöhnlich arm an Versteinerungen, 
doch stimmen diejenigen, welche hier vorkommen, mit den Arten von Kory- 
can überein. 

Aus der von Prof. Reuss aufgestellten Schichtenfolge gehört hieher der 
eigentliche Unter-Quader mit Meereskonchylien, doch mit Ausschluss des Exogyren- 


II. 47 


und Grünsandsteines von Malnie, dann die Hippuritenschichten von Bilin, Holubie, 
Korycan usw. so wie die sogenannten Konglomeratschichten von den Schillingen, 
vom Boren und Kuélin bei Bilin, endlich die unteren unmittelbar auf Gneis oder 
Porphyr ruhenden Plänerschichten aus den Schillingen bei Bilin und von Weiss- 
kirchlitz bei Teplitz, von Kuttenberg usw. А 

Von der sächsischen Kreideformation, die eine Fortsetzung der böhmischen 
ist und deswegen einen ganz analogen Charakter hat, gehören hieher von der 
von Prof. @einitz aufgestellten Schichtenfolge der Unter-Quader mit Meerescon- 
chylien, dann vom unteren Quadermergel die unteren glaukonitischen Schichten, 
so der sogenannte Serpulasand, zu den in Böhmen ein vollkommenes Gegenstück 
bei Skutitko sich vorfindet, dann der sogenannte Muschelfels bei Koschitz im 
Plauen’schen Grund, die Schichten im Tunnel von Oberau und andere ähnliche 
Gebilde, welche den böhmischen Hippuriten- und Konglomeratschichten voll- 
kommen analog sind. 

3. Die Weissenberger Schichten tragen ihren Namen nach dem weissen 
Berge bei Prag, wo in uralten Steinbrüchen diese Schichtenstufe aufgeschlossen ist. 
Das charakteristische Gestein dieser Stufe für Mittelböhmen ist der unter dem 
Namen Opuka bekannte Baustein, ein lichtgelber sandigthoniger und fester Kalk- 
mergel, der sich durch Inoceramus labiatus (mytiloides Mant.) auszeichnet. Unter 
diesem Baustein liegt, ein grauer sandig-thoniger wenig fester Mergel, der in ein- 
zelnen sandig-kieseligen Lagen (z. B. bei Liboch) eine Unzahl von einer eigenthümlichen 
Rhynchonella führt, aber sonst keinen ausgesprochenen selbstständigen paläontologischen 
Charakter hat, sondern in paläontologischer Hinsicht durch das häufige Auftreten 
von Inoceramus labiatus mit dem eigentlichen Weissenberger Pläner übereinstimmt. 
Die geol. Sektion hatte diese Schichten in ihrem zweiten Jahresbericht unter dem 
Namen der Schichten von Melnik und Mühlhausen ausgeschieden, dieselben müssen 
aber als die tiefere Zone der Weissenberger Stufe angenommen werden. 

Im nördlichen Böhmen, im Elbethal nördlich von Tetschen, in den Stein- 
brüchen bei Königswald am Fusse des Schneeberges werden die Weissenberger 
Schichten von einem gelben Sandsteine vertreten, der sich ebenfalls durch häu- 
figen Inoceramus labiatus, auszeichnet. Er wurde im zweiten Jahresbericht unter 
dem Namen der Königswalder Schichten ausgeschieden, 

Von dem Reuss’schen Schichtenregister gehört hieher die höchste Stufe 
Seines Unter-Quaders, nämlich der von ihm sogenannte Plänersandstein. 

In Sachsen gehören hieher die Fortsetzungen der steilen Wände (Königs- 
Waider Schichten), welche an der Elbe und in ihren Nebenthälern zwischen Herrns- 
kretschen und Pirna durch zahlreiche Steinbrüche aufgeschlossen sind und den be- 
rühmten sächsischen Bildhauersandstein liefern. Prof. Geinitz zählte ihn zu seinem 
unteren Quader. 

4. Die Malnicer Schichten haben ihren Namen nach dem Fundorte Malnic 
westlich von Laun. Es gehören hieher vor allem die von Prof. Reuss sogenannten 
riinsandsteine, die aber, wie schon Rominger (Neues Jahrbuch für Miner. und 
Geol, 1847) zeigte und wie durch die geol. Sektion bestätigt wurde, nicht unter 
Sondern über den Plänersandsteinen (Weissenberger Sch.) liegen. Das Gestein 
dieser Schiehten ist am Malnicer Fundort ein von zahlreichen Glaukomitkörnern 


48 TI. 


imprägnirter kalkiger, fester Sandstein von. graugelber Farbe, der unter dem Lokal- 
namen „rasäk“ als Schotter- und Baustein verwendet wird. Die zahlreichen mit 
den Weissenberger Arten grösstentheils übereinstimmenden Petrefakten, so wie 
der Umstand, dass im Bereiche der böhmischen Kreideformation diese Schichten 
nirgends mehr in der typischen Beschaffenheit dieses Fundortes auftreten, liessen 
dieselben als eine lokale Ausbildung der höheren Zone der Weissenberger Schichten 
erscheinen. Indessen hat Dr. Schlönbach durch die Bestimmung einer charakteri- 
stischen Ammonitenart dieser Schichten als Ammonites Woolgart Mant., (welche 
früher als A. rhotomagensis angeführt wurde), und durch ihre Vergesellschaftung 
mit Am. peramplus und Exogyra columba die Analogie dieser Stufe mit der Zone 
des Am. peramplus in Frankreich (nach Triger) nachgewiesen und dem zu Folge 
die Malnicer Grünsandsteine mit Inbegriff der sie begleitenden Exogyrensandsteine 
und der Mergelkalke des Egerufers unterhalb Laun als die Zone des Ammonites 
Woolgari und Inoceramus Brogniartı ausgeschieden. 

In der von der ео]. Sektion angeführten Schichtenfolge haben aber die 
Malnicer Schichten. hauptsächlich ‚eine lokale Bedeutung für die Umgebungen 
von Lann, indem die über den Weissenberger Schichten der anderen Kreidedis- 
trikte vorkommenden Gebilde nur eine beiläufige Analogie mit den Malnicer 
Schichten. besitzen. 

Erst an der nördlichen Gränze von Böhmen, da wo die Weissenberger 
Schichten durch mächtige Sandsteinbänke (Königswalder Schichten) vertreten wer- 
den, trifft man über diesen Schichten am Fusse des hohen Schneeberges bei dem 
Dorfe gleichen Namens graue glaukonitische Mergel an, welche ehedem als die 
Scheidegränze zwischen Unter- und Ober-Quader betrachtet wurden. Dieser glau- 
konitische Mergel führt dieselben Petrefakten namentlich Ammonites Woolgari wie 
die Malnicer Schichten und auch seine Lagerung stimmt mit denselben überein, 
so dass derselbe als der Repräsentant derselben angesehen werden kann. 

Prof. Giimbel hat in seinen vergleichenden Studien der böhmischen, säch- 
sischen und bairischen Kreideformation (siehe das Verzeichniss der darauf bezüg- 
lichen Abhandlungen im Anhange) auch die glaukonitischen Mergel von Kopitz 
gegenüber von Pirna und bei Rottwernsdorf als Repräsentanten ‘der Malnicer 
Schichten erkannt und dieselben unter dem Namen Kopitzer Schichten angeführt, 
die durch Ammonites Woolgari, grosse Formen von Lxogyra columba und Magas 
(reimitzii charakterisirt werden. 

Prof. @einitz führte sie in seinem Schichtenverzeichniss bei den untersten 
Plänerbildungen seiner zweiten Schichtenstufe (unterer Quadermergel) an. 

5. Die Iserschichten haben ihren Namen von den Sandsteinwänden längs 
der Jeer zwischen Turnau und Benátek; wo sie in mächtiger Entwicklung auftreten. 
Es sind Quadersandsteine mit kalkreicheren Zwischenbänken, die in den tieferen 
Zonen riesenhafte Exemplare von Ammonites peramplus und Inoceramus Brogniarti 
und in einer höheren Zone eine charakteristische Krebsart: nämlich die Callia 
nassa antiqua führen. 

Ihre Auflagerung auf den den Malnicer Schichten üquivalenten Plänern ist 
sehr deutlich bei Liboch zu sehen. Wenn man aber diese Auflagerung in nördlicher 


TI. 49 


Richtung im Thale gegen Dauba verfolgt, so sieht man, wie der Pläner in einen 
kalkigen Sandstein übergeht und sich endlich von den Sandsteinen der müchtigen 
Felswände nicht mehr unterscheiden lässt, welche in den tiefen Thälern dieses 
Distriktes anstehen. 

Die höchsten Bänke dieser Sandsteine sind von grauen mergligen Plänern 
bedeckt, welche die Petrefakten der Teplitzer Schichten führt. 

Die Isersandsteine sind also die Repräsentanten aller derjenigen Schichten, 
welche zwischen dem Malnicer Grünsandstein und dem Teplitzer Pläner liegen, ja 
in einem grossen Theil ihres Bereiches, wo der Sandstein bis zur Basis der For- 
mation vorherrscht und charakteristiche Petrefakten fehlen, lassen sich dieselben 
weder von den Malnicer, noch von den Weissenberger Schichten scharf abtrennen. 

Uebrigens ist auch in den Umgebungen von Laun trotz der viel geringeren 
Mächtigkeit der einzelnen Schichtenstufen der Kreideformation diese Reihenfolge 
ganz deutlich ausgeprägt. 

Ueber den Weissenberger Schichten liegen dort die typischen Malnicer 
Grünsandsteine und über diesen die Bänke von Erogyrensandsteinen (bei Malnic), 
welche vollkommen den Typus der Exogyrenbänke in den Sandsteinen der Iser- 
Schichten jenseits der Elbe tragen. 

Was aber die Ausscheidung der Iserschichten unter einem besonderen 
Namen besonders rechtfertigt, ist ihre orographische Bedeutung. Die Iserschichten 
bilden nämlich in Folge ihrer bedeutenden bis 300 Fuss betragenden Mächtigkeit 
und ihrer auf weite Strecken gleichen Beschaffenheit ein orographisch-individuali- 
Sirtes Plateau, welches fast den ganzen Raum zwischen dem basaltischen Mittelge- 
birge, der Elbe und Iser bis zur Landesgränze und darüber hinaus den Bereich 
der sogenannten sächsischen Schweiz einnimmt. 

Tief eingeschnittene Thäler und Schluchten geben diesem Plateau einen 
eigenthümlichen landschaftlichen Reiz, der durch die zahlreichen isolirten Basalt- 
und Phonolithkuppen, welche diesen Sandstein durchbrechen, noch besonders erhöht 
wird. An der nördlichen Landesgrünze, wo die Quadersandsteine in der Nähe des 
Urgebirges ihre höchste Höhe erreichen, tritt die pittoreske Gestaltung der tief 
durchfurehten Sandsteine am meisten hervor, so namentlich an den Wänden der 
Dittersbacher Haide, am Prebischthor, dem Winterberg und am hohen Schneeberg 
bei Tetschen. 

So weit die geol. Sektion die Gebilde der sächsischen Schweiz aus eigener 
Anschauung kennen lernte, gehören auch die von Prof. Geinitz als Ober-Quader 
angeführten Sandsteine hieher, da sie ihrer Lagerung und ihren sparsamen Petre- 
fakten nach vollkommen mit dem Quader des hohen Schneeberges übereinstimmen, 
der unzweifelhaft zu den Iserschichten gehört. 

Dessgleichen gehören hieher die Calianassensandsteine bei Böhm.-Trübau 
und die Sandsteine der Adersbacher Felsen und der Heuscheuer. 

Prof. Reuss vechnet ebenso wie Prof. Geinitz die hieher gehörenden Ge- 
bilde zu dem höchsten Gliede der böhmischen, nämlich zu seinem Ober-Quader. 

6. Die Teplitzer Schichten sind namentlich bei Teplitz charakteristisch 
ausgebildet, woher sie auch den Namen führen. 


4 


50 IT. 


Es sind liehtgelbe oder graue kalkreiche feste Plüner, theilweise als Mór- 
telkalkstein verwendbar, die in ihren tieferen Horizonten namentlich an der Eger 
einen sandig mergligen Charakter haben. 

Prof. Reuss führt sie als seinen oberen und zum Theil als unteren Plä- 
nerkalk an. 

In Sachsen entsprechen dieser Stufe die oberen Pliner von Strehlen und 
Weinböhla, in Schlesien die Pläner von Oppeln. 

7. Die Priesener Schichten nach dem Fundorte Priesen (Březno) an der 
Eger bei Postelberg sogenannt, enthalten vorzüglich die von Prof. Reuss ange- 
führten Plänermergel oder Bakulitenschichten. 

8. Die Chlomeker Schichten, nach dem Berge Chlomek bei Jungbunzlau so 
genannt, bilden die höchste Stufe der böhmischen Kreideformation. Es sind ent- 
weder weiche Sandsteine mit festen kieseligen Ausscheidungen in Blockform (am 
Chlomek) oder grobkörnige mächtige Sandsteinbänke mit hohen Wänden und 
Klippen (Gross-Skal). Offenbar bildeten die Chlomeker Schichten eine ehemals 
weit. verbreitete Schichtenstufe über den Priesener Mergeln ; nun sind sie aber 
zum grossen Theil abgewaschen und haben sich in grösseren Partien nur dort er- 
halten, wo sie an den sie befestigenden Basalt- und Phonolithkuppen einen Stütz- 
punkt fanden. 

Gegen unten wechseln die Chlomeker Sandsteine mit den Mergeln der 
Priesener Schichten ab, ja sie schliessen stellenweise auch sich ausschneidende 
Bänke dieser Mergel ein oder es treten in den Bakulitenmergeln plötzlich lin- 
senformige Massen von Sandstein auf, welche bei bedeutender Mächtiekeit 
den Charakter der Priesener Schichten gänzlich verdecken, so dass eine scharfe 
Gränze zwischen den Priesener und Chlomeker Schichten eigentlich nicht gezo- 
gen werden kann. 

Ebenso wie bei den Iserschichten wird desshalb ihre Ausscheidung unter 
einem besonderen Namen durch ihre ausgezeichnete orographische Individualität 
begründet, indem sie jene von Bakulitenthonen unterteuften mächtigen Sandstein- 
partien bilden, welche bei Münchengrätz und Gross-Skal, am Schwoykagebirge bei 
Böhm.-Leipa, zwischen Zwickau, Böhmisch-Kamnitz und Kreibitz auftreten. 

Die Chlomeker Schichten, welche man als die eigentlichen Ober-Quader 
bezeichnen könnte, sind auch bei Kieslingswalde in der Grafschaft Glatz vertreten, 
aber sie fehlen, so weit es der geol. Sektion aus eigener Anschauung bekannt ist, 
in Sachsen gänzlich, da der dortige sogenannte Ober-Quader, wie schon erwähnt 
wurde, eine ganz andere Bedeutung hat und den Iserschichten zugezählt wer- 
den muss, — 

In den nachfolgenden orographisch-geologischen Skizzen ist die Uebersicht 
der gesammten böhmischen Kreideformation nach ihren verschiedenen Ausbil- 
dungs- und Terraingebieten enthalten. 

Es ergeben sich nämlich in Berücksichtigung der mannigfachen Terrain- 
verhältnisse und der verschiedenen Entwicklung der einzelnen Schichtenstufen fol- 
gende Gebiete für die böhmische Kreideformation : 

I. Die Kreideformation im Leitmeritzer Mittelgebirge, 

Il. Die Kreideformation südlich von der Eger und der Elbe. 


IT. 51 


III. Die Kreideformation zwischen dem Leitmeritzer 


E] Mittelgebirge und dem Iserthale, nebst dem Tetschner 
* x Schneeberge. 
5 3 IV. Die Kreideformation östlich vom Iserthale bis 
н nach Mähren. 
El V. Die Kreideformation der Umgebungen von Polic 
5 und Braunau. 
5 
Ф 
X 
B 
Ф e D H D H D D 
М ERS I. Die Kreideformation im Leitmeritzer 
5 SÉ Mittelgebirge. 
E e S 
4 z Das schöne basaltische Gebirge, welches die Mitte 
is S des Leitmeritzer Kreises von Bilin bis Böhm.-Kamnitz 
E 3 und Haida einnimmt, hat in seiner ganzen Ausdehnung 
E E Plänerschiehten der Kreideformation zur Basis, nament- 
Pal ae lich tritt dieselbe am Saume des Gebirges von Teplitz 
g E > über Bilin nach Postelberg, dann längs dem Egerflusse 
S © 8 von Postelberg über Laun, Doxan und weiter lings der 
© BB Thalsenkung über Auscha, Böhmisch-Leipa und Haida, 
3 T endlich im Norden von Bóhm.-Kamnitz über Tetschen, 
3 S - Eulau und im Teplitzer Becken mit dem  Basalt- 
$ 8 gebirge in innige Berührung. ve 
5 & Diese Verhältnisse weisen. darauf hin, dass vor 
EM der Bildung der Dasaltmassen des Mittelgebirges das 
Š > Kreidemeer das ganze Gebiet desselben bis weit in 
ug » den Saazer Kreis bedeckte. 
Sit Nach der Erhebung der Pliner über das Niveau 
S Я S des Meeres erfolgte in einem 'Süsswasserbecken die 
£ ef? Bildung der neogenen Schichten und der Ausbruch 
E E ES der basaltischen Massen, welche endlich von den braun- 
2 S E kohlenführenden Peien eg einem mächtigen Dilu- 
c vium bedeckt wurden. (Fig. 8. 
Pan Durch zwei parallele е tw in 
: & S eine längs dem Fusse des Erzgebirges, die andere längs 
8 g“ im i ren Egerufer verläuft, wird das Gebiet der 
е & Kreideformation des Mittelgebirges sowohl von den 
F m Quadermassen des Tetschner Schneeberges als von dem 
E E Plänerplateau des Georgsberges (Rip) getrennt; im 
E] i Westen ist sie durch die neogenen Braunkohlenge- 


bilde der Saazer Ebene begränzt; im Nordosten bei 

Böhm.-Kamnitz und Haida ist keine scharfe Trennung 

von den östlichen Sandsteinbergen bemerkbar, wohl 

aber in der Richtung von Dóhm.-Kamnitz nach Tet- 
4* 


Urgebirge : 


52 П. 


schen. Im Ganzen ist das Gebiet der Kreideformation im Basaltgebirge von dem 
umgränzenden Quader und Pläner scharf getrennt und so zu sagen individualisirt. 

Der westliche Theil des Gebietes bei Teplitz, Bilin und Laun ist durch 
die umfassenden Arbeiten von Prof. Reuss dem geologischen Publikum zuerst be- 
kannt geworden und wurde lange als der normale Typus der böhmischen Kreide- 
formation angesehen, obwohl seine eigenthümliche Schichtenentwicklung von dem 
herrschenden Typus der böhm. Kreideformation bedeutend abweicht. 


Mit Ausnahme der obersten Sandsteine der Chlomeker Schichten sind in 
diesem Gebiete alle Glieder der böhm. Kreideformation durch besondere Schichten 
repräsentirt und folgen einander von unten nach oben in folgender Ordnung. 


1. Perucer Schichten. 


Wie fast überall in Böhmen beginnt die Basis der Kreideformation auch 
hier mit einem an Pflanzenabdrücken reichen Schichtenkomplexe von kohligen 
Schieferthonen und Letten, die bei vollkommenem Ausschliessen von Seethieren 
als ein Süsswassergebilde sich darstellen. 

Wenn man die Sandstein- und Plänerhügel bei Tuchoric und Lipno, 
welche durch eine Absenkung von den höher anstehenden Quadersandsteinen bei 
Markvarec abgetrennt sind, noch zum Bereiche der Kreideformation des Mittelge- 
birges rechnet, indem sie diesseits jener Dislokationslinie liegen, welche das Plä- 
nerplateau von Jungfer-Teinitz von den Eger-Plänern abtrennt, so findet man die 
westlichsten Anzeichen der pflanzenführenden Schieferthone bei dem Dorfe 
Tuchoric. 

Sie bilden einen etwa 2 Klafter mächtigen Ausbiss zwischen dem vom 
Süsswasserkalk bedeckten Tuchoficer- und dem Haidberge und ruhen auf grün- 
lichgrauen Letten der permischen Formation mit nördlichem etwa 15° betragenden 
Einfallen, und sind durch eine den Haidberg vom Tuchoficer Berge trennende 
Kluft zu Tage gehoben worden. 

Aehnliche auf permischen Letten und Sandsteinen ruhende Schieferthone 
mit zahlreichen dikotylidonen Blattabdrücken sieht man in der Schlucht, welche 
von Markvaree gegen Lipno sich herabzieht. Sie sind 3 Klafter mächtig, von 
Quadersandsteinen (etwa 4 Kl.) bedeckt, die gegen oben in plattenförmigen eisen- 
schüssigen Sandstein übergehen und endlich von sandigem festem Pliner be: 
deckt werden. 

Eine dritte Entblössung der Schieferthone mit Blattabdrücken findet man am 
Ausgange des Opocner Bachthales zwischen dem Dorfe Lipenee und der Hasinamühle. 

Er liegt hier 6—7 Fuss mächtig mitten in glimmerigen Sandsteinen, die in 
einzelnen Bänken mit ihm abwechseln und gegen die Eger zu unter 15° einfallen. 


Ueber den glimmerigen Sandsteinen liegt der Weissenberger Pliner, 
dann der Malnicer Grünsandstein und. die Iserschichten in der Facies von 
Exogyrensandstein, den endlich Bakulitenthone überlagern. 


11. 58 


Die von Prof. Reuss bei Weberschan angeführten Letten gehóren offenbar 
zu einer höheren Stufe und zwar zur Basis des Weissenberger Pläners. 

Das Egerthal zwischen Laun und Doxan ist von niedergesenkten Pläner- 
schichten der höheren Stufen ausgefüllt und erst am Eingange des malerisch ver- 
engten Elbethales bei Gross-Cernosek sieht man wieder das tiefste pflanzenfüh- 
rende Glied der Kreideformation aufgeschlossen. Der in den Vorbemerkungen an- 
geführte rothe Gneis mit Porphyrlagern bildet hier eine mitten im Planer aufra- 
gende Klippe, welche durch das Elbethal in nördlicher und das Woparner Thal in 
westlicher Richtung durchbrochen ist. An den Gehängen dieser Klippen sieht man 
hier, namentlich an dem Hradeker Berg zwischen Gross-Öernosek, Libochovan und 
Kamajk die Ausbisse vom Schieferthone mit Kohlenbrocken und Pflanzenresten in 
einer Mächtigkeit von 1—2° anstehen, Sie ruhen auf eisenschüssigen Konglome- 
raten und werden von einem festen Sandstein mit Exogyra columba bedeckt. 


2. Korycaner Schichten. 


Dieselben unterteufen die höheren Plänerstufen nicht bloss im Bereiche 
ddes eigentlichen Mittelgebirges, sondern ziehen sich auch unter dem neogenen 
Braunkohlenflachland weit gegen Westen in den Saazer Kreis, wo sie in isolirten 
kleinen Partien aus den Basalttuffen oder neogenen Lettenschichten emporragen. 

Die westlichste Partie ist eine kleine Klippe von festem Quarzsandstein 
mitten im Basaltgebirge bei Koititz am Ostrande des Duppauer Basaltterrains. 

Kine Reihe von kleinen Quaderpartien findet man zu beiden Seiten des bis 
auf das Urgebirge (Gneis und Granulit) eingeschnittenen Egerthales zwischen 
Kaaden und Tschachwite. Sie ruhen auf dem Urgebirge und sind von Basalt- 
tuffen umgeben (westlich von Kaaden, bei Rachel, Neudörfel, Weschitz, Tscher- 
mich und Tschachwitz). Reuss führt von diesen Fundorten nur Terebratula alata 
und //xogyra columba an. 

Kine kleine Partie von Unter-Quader findet man auch im Thale des Gold- 
baches bei Liborie, wo er unter dem Weissenberger Pliner ansteht und wahr- 
scheinlich auf permischen Sandsteinen gelagert ist, indem sich dieselben südlich 
von Libotic über die flache Hügellandschaft der neogenen und Plänerschich- 
ten erheben. 

Prof. Hochstetter führt von diesem Fundort einige Versteinerungen an 
(Jahrb. d. geol. Reichsanstalt 1856 pag. 327), von denen etwelche (Mxogyra columba, 
Lw. haliotidea, Cardium hillanum, Pectunculus sublevis, Rhynchonella bohemica 
/[Terebratula alata]) für die Korycaner Schichten, andere für den Weissenberger 
Pliner und den Malnicer Grünsand bezeichnend sind. 


Die Liboticer Plänerhügel gehören schon zu jener niedergesenkten Pläner- 
zone, welche auf permischen Schichten ruhend längs des nördlichen Fusses des 
Zbaner und Perucer Plateaus sich hinzieht und von den das Plateau bedeckenden 
Sandsteinen und Plänerschichten durch einen Streifen permischer rother Sandsteine 
getrennt ist. 


54 II. 


Auch durch die eigenthümliche Beschaffenheit ihrer Schichten unterscheidet 
sich diese niedergesenkte Schichtengruppe von den höher gegen Süden anstehen- 
den Gebilden der Kreideformation. 

Während am Plateau nur der Quadersandstein (mit Perucer Schichten an 
der Basis) und der lichtgelbe Weissenberger Pliner ‘in fast horizontalen Schichten 
ansteht, findet man in der niederen Schichtengruppe längs der Eger über dem 
Weissenberger gelben Pläner den charakteristischen Malnicer Grünsand und Exo- 
gyrensandsteine, und über denselben endlich graue Plänermergel und Bakuliten- 
thone mit einem nördlichen Einfallen von 10—15° gegen Norden. 

Diese niederen Plänerhügel beginnen im Westen bei dem Dorfe Litschau 
und ziehen sich über Tuchofic, Lipno, Lipenec, Malnic, Laun gegen Gentic; süd- 
lich werden sie von dem ansteigenden permischen Terrain von Litschau bis Opočno, 
nórdlich im Thalgrunde der Eger von neogenen Letten und Geröllschutt bedeckt. 


Den eigentlichen auf pflanzenführenden Schieferthonen ruhenden Korycaner 
Quader sieht man bei Litschau, Tuchoric und Lipno anstehen und durch Schluchten 
bis auf den permischen rothen Sandstein durchfurcht. Man sieht ihn namentlich 
an dem Haidberge zwischen Tuchotic und Lipno, wo er durch eine nach Nordost 
streichende Verwerfung in zwei Partien getrennt ist. (Fig. 9.) 


Fig. 9. 


Na rovinäch. (Zbän B.) Okrouhlik B. Tuchofric, Haidberg. 


E 


Permische Form. (d); Perucer Sch. (p); Korycaner Sch. (Ж); Weissenberger Sch. (0); Malnicer Sch. (m); 


ТШ 
EN шь _ 


Süsswasserkalk (s). 


Nebst einer kleinen Bank mit Exogyra columba südlich von Tuchofic 
findet man in diesem Unter-Quader nur undeutliche Steinkerne von unbestimm- 
baren Muscheln. 

Gegen oben geht der Sandstein in grünpunktirten Plänersandstein über, 
der endlich von dem typischen gelben Plänerbaustein und bei Tuchotic von weissen 
Süsswasserkalken bedeckt wird. 

Die vorerwähnte Verwerfung des Quadersandsteines lässt sich von Tuchofie 
über Lipno, Lipenec, Zeméch bis südlich von Laun verfolgen und die Kenntniss 
derselben ist wichtig für die Orientirung in der Schichtenfolge der Quader- und 
Plänergebilde der Umgebungen von Laun. Die Korycaner Schichten (Quader) 
treten an dieser Verwerfung nur noch bei Lipenec an dem früher angeführten 
Ausbiss der pflanzenführenden Letten unweit der Hasinamühle auf. 

Wenn man von Opoéno aus gegen Norden bis zur Eger die Schichtenreihe 
quer durchgeht, so muss man drei parallele nach Nordost streichende Hügel- 
rücken übersteigen. (Siehe Fig. 10. pag. 63.) 


IL 55 


Südlich von Opočno steht man noch auf rothen permischen Sandsteinen 
des Plateauabfalles von. Markvarec. 

Zwischen Opoéno und Lipenec zieht sich der erste Rücken; sein Kamm 
besteht aus серет Weissenberger Pliner mit sanftem nördlichen Einfallen. ` An 
denselben. lehnt sich im Lipencer Thal der Malnicer Grünsandstein an, den man 
längs der Strasse durch eine mit Hopfengürten bepflanzte Terrainfurche bis über 
Zeméch verfolgen kann. 

Hierauf ersteigt man einen zweiten höheren Hügelrücken, an dessen Kamm 
ebenfalls der Weissenberger gelbe Pliner (durch grosse Steinbrüche aufgeschlossen) 
ansteht. An denselben lehnt sich abermals Grünsandstein an, der endlich am 
Kgeruter bei dem Dorfe Priesen mit grauem Plänermergel und Bakulitenthonen 
bedeckt ist. Neogene Letten und ausgebrannte Kohlenfelder bedecken die Bakuliten- 
thone und bilden die Kuppe des Kreuzberges bei Priesen (der dritten Hügelreihe). 

Die Korycaner Schichten treten in dem angeführten Gebiete, wie erwähnt 
wurde, nur in dem Thàülchen bei Zipenee unweit der Hasinamühle auf. Sie bil- 
den. eine etwa 5 Klafter mächtige Bank weichen lichten Sandsteines ohne deut- 
liche Versteinerungen mit nördlichem Einfallen (15°) und sind zwischen die ange- 
führten Schieferthone und die Weissenberger Pliner (die an ihrer Basis eine 
lettige Schichte führen) eingelagert. 

Von Lipenec in westlicher Richtung gelangt man über Ackerland bald 
wieder zu den Korycaner Quadern bei Lipno, die mit der schon früher angeführten 
Partie von Tuchoric im Zusammenhange stehen. In östlicher Richtung gegen Zeméch 
wird aber der Unter-Quader von dem überall anstehenden Weissenberger Pläner 
und Malnicer Grünsandstein verdeckt. 

Erst an der nördlichen Seite der Eger bei Weberschan (ve Brzvanech) 
und von da an in der Schlucht gegen Hrádek tritt unter dem Weissenberger 
Pliner eine kleine Partie von Sandsteinen und glimmerigen Thonen auf, welche 
auch zu den Quadern der Korycaner Schichten zugezählt werden könnte. 

Eigentlichen Korycaner Quadersandstein findet man erst wieder in den 
Mittelgebirgsthälern bei Watislav und Woparn und am Hrädekberge bei Öernosek. 

Bei Watislav liegt ein grauer und eisenschüssiger Quader unmittelbar auf 
Gneis und unter dem hier verbreiteten Weissenberger Pliner. Er führt auf Klüften 
Krystalle von gelbem Baryt (Reuss). 

Ebenso liegt an den Gneis- und Porphyrgehängen des Woparner Thales 
bei Velemin und Woparn eisenschüssiger Sandstein unter den Plänerschichten. Der 
in horizontalen 2 Klafter mächtigen Bänken dem Gneis aufgelagerte gelbe Sand- 
Stein ist von senkrechten Klüften durchsetzt und führt keine Petrefakten. Ueber 
demselben liegt eine 2'/, Fuss mächtige Schichte eines eisenschüssigen Konglome- 
rates mit häufiger Ostrea dilwiana, Exogyra columba und Pecten ` equicostatus. 
Die höchste Schichte bildet der Weissenberger Pläner. 

Am Hrddekberg bei Gross-Cernosek kommen ebenfalls petrefaktenreiche 
Korycaner Sandsteine vor. 

Am Nordabhange ruhen dieselben auf den Schieferthonen der Perucer 
Schichten, an den steilen Gehängen des Dreikreuzberges unweit Gross-Öernosek 
liegen aber die sanft südöstlich einfallenden Korycaner Schichten unmittelbar 
auf Gneis. 


56 П. 


Sie bestehen hier aus eisenschüssigem festen etwa 2 Fuss mächtigem 
Quarzsandstein, der vom mächtiger entwickelten Weissenberger Pläner bedeckt wird. 

Ein Fundort am Wege von der Hrädeker Kapelle gegen Libochovan lie- 
ferte unter anderen Cidaris vesicularis, Ostrea carinata, Exogyra columba, Ino- 
ceramus striatus, Pecten acuminatus, Pecten decipiens, Lima Reichenbachi, Car- 
dium hillanum, Pectunculus ventruosus, Turritella cenomanensis, nebst sehr häu- 
figen grossen Spongiten, welche eine kleine zusammenhängende Bank bilden. 

Im Gebiete des eigentlichen basaltischen Mittelgebirges fehlen die Kory- 
caner Schichten ganz, und erst unmittelbar am Fusse des Erzgebirges zwischen 
Klostergrab und Kninic treten einzelne steil gehobene Sandsteinbänke derselben 
zu Tage. 

Der westlichste Punkt dieser gehobenen Unter-Quader ist bei Haan und 
Deuzendorf südwestlich von Klostergrab. Auf dem Erzgebirgsgneis liegt hier 
eine kleine Partie von feinkörnigem glimmerreichem Quader mit Exogyra columba, 
die einen kleinen Hügel bildet und von Diluvialschotter bedeckt ist. 

Die Schichtung ist undeutlich, aber ebenflächige meist nach Norden ein- 
fallende Klüfte sind sehr zahlreich. 

Eine ansehnlichere Felsengruppe bilden die Korycaner Schichten am Aus- 
gange der Schlucht von Graupen bei dem Dorfe Rosenthal. (Fig. 1.) Sie treten 
hier als eine scharfkammige Klippe auf, die aus rothgelben, festen, quarzit-ähn- 
lichen Sandsteinen besteht. In dem hier angelegten Steinbruche sieht man die 
Sandsteinbänke mit ostnordöstlichem Streichen gegen Südsüdost unter 30° und 
höher in der Klippe unter 40° einfallen. 

Im Gesteine findet man eine Menge von Exogyra columba, nebstdem Ostrea 
carinata, O. dilwiana, Pinna depressa, Pecten acuminatus, einen Spondylus, 
Lima equicostata, eine Avicula, und kleine Fragmente von verkohltem Holz. Ein- 
zelne Konglomerat-Blöcke, die man am Fusse der Klippe antrifft, stammen von der 
Basis des Sandsteines, der unmittelbar auf Gneis ruht. Auf der obersten verstei- 
nerungsreichen Schichte ruht ein etwa 3 Fuss mächtiger, lockerer, bräunlicher 
Sandstein mit senkrechten Röhren (vielleicht von Anneliden stammend), sonst 
aber ohne alle andere Versteinerungen. Dr. Frié hält diese Schichte für ein 
Aequivalent der Weissenberger Pliner; der weiter südlich durch Steinbrüche auf- 
geschlossene Pläner gehört aber schon zu den Teplitzer Schichten, und ist von 
der neogenen Braunkohlenformation bedeckt. 

Aehnlich gehobene Sandsteine findet man weiter östlich am Ausgange der 
Schluchten von Sernitz und Tellnitz. 

Bei dem Dorfe Schanda lehnt sich an Basalt und Gneis ein gelber etwas 
kalkiger Sandstein an, der durch einen Steinbruch aufgeschlossen ist und dort ein 
Einfallen von 60° gegen Südsüdost zeigt. Undeutliche Spongites saxonicus ähn- 
liche Abdrücke und ebenso undeutliche Inoceramen (striatus) sind in denselben | 
zu finden. Am Ausgange der Sernitzer Schlucht sind grosse Blöcke von festem 
Quader im Gehölz zerstreut, weiter bei Liesdorf steht ein quarzitähnlicher Quader 
in kleinen Klippen an, deren Schichten ebenfalls sehr steil (60°) gegen Südsüdost 
einfallen. Er ruht hier auf Gneis. Von Versteinerungen findet man hier Exogyra 
columba und Cardium hillanum. 


И, 57 


Bei der Mündung der Tellnitzer Schlucht windet sich die Strasse an der 
Gneislehne gegen Nollendorf längs eines schönen Waldes. 

Von der scharfen Biegung der Strasse an findet man an der bewaldeten 
Lehne gegen Kninic eine Menge Quadersteinblöcke, die zu Steinmetzerarbeiten 
benützt werden. Die steile Lehne hat den Namen „die Wand“, und endet oben 
mit einem steilen Quaderfelsen, von welchem die zerstreuten Blöcke herrühren. 
In dem Steinbruche dieses Felsens findet man blos Exogyra columba, in den zer- 
streuten Blöcken sieht man aber nebstdem dieselben Versteinerungen wie bei 
Rosenthal. 

Endlich tritt noch Quadersandstein am Fusse der Gneislehnen des Erzge- 
birges bei Kénigswald auf. Die Strasse, welche von Königswald hinauf nach Tissa 
führt, geht am Fusse des Gebirges über einen Hügel, der von oben nach unten 
aus weichen Sandsteinen, grauen Mergeln und grünlich-grauen in mächtige Quader 
gespaltenen Quadersandsteinen besteht, von denen die letzteren auf Gneis ruhen. Diese 
tiefere Schichte von Quader gehört der Lagerung nach offenbar zu den Korycaner 
Schichten. Versteinerungen sind hier aber nicht anzutreffen. 

Die Sandsteine des Eulauerthales und auf der Höhe von Nollendorf ge- 
hören schon zum Gebiete des Schneeberges, von dem weiter unten gehandelt wird. 

In das Gebiet der Korycaner Schichten gehören auch die von Prof. Reuss 
sogenannten Hippuriten- und Konglomeratschichten, welche vom Teplitzer Pliner 
bedeckt unmittelbar auf dem Gneise ruhen, der an den Lehnen des Bila-Thales 
zwischen Libschitz und Bilin und in den bei Bilin einmündenden Thälern des 
Ziöka- und Radowesitzer Baches ansteht. Aehnliche Gebilde kommen auch bei 
Teplitz vor, wo sie unter gleichen Verhältnissen auf Porphyr ruhen. Die schon 
von Prof. Reuss erkannte geologische Uebereinstimmung dieser Lokalitäten mit den 
Konglomeratschichten von Oberau und Plauen in Sachsen, so wie der analoge Cha- 
rakter derselben mit der belgischen und westphälischen Tourtia, namentlich aber 
die von Dr. Frié mit den ausgezeichneten Tourtia-Schichten von Zbislav, Kamajka 
bei Cäslau und Radovesic bei Kuttenberg konstatirte Uebereinstimmung führt zu 
der Ueberzeugung, dass alle diese tiefsten Schichten der Kreideformation im Mit- 
telgebirge die Tourtia repräsentiren. (Siehe Abhandlung von Dr. Frié über die Ko- 
rycaner Schichten, weiter unten) 

Die geologische Beschreibung dieser Lokalitäten ist in den Schriften von 
‚Prof. Reuss in detaillirter Weise durchgeführt und der Leser wird demnach auf 
diese Schriften selbst zur näheren Belehrung gewiesen; zur Vervollständigung 
dieser Uebersicht der böhmischen Kreideformation genügt hier ein Auszug aus 
denselben. 


Unter dem Teplitzer Pläner der Umgebungen von Bilin, welcher die Pla- 
teauhöhe über den Gneisen der Thäler bildet, und über welchen ansehnliche Basalt- 
und Phonolithberge emporragen, findet man die Konglomeratschichten am südlichen 
Fusse des schönen Phonolitberges Boren, dann an der Schillingen genannten west- 
lichen Lehne des Thales bei Libschitz, in der Nähe der Sauerbrunnquelle, am süd- 
lichen Abhange des Hradistberges bei Bilin, und endlich am südlichen Fusse des 
Tripelberges bei Kutschlin. 


58 П, 


An allen diesen Punkten ruhen die wenig Fuss mächtigen Conglomerat- 
schichten auf Gneis, von dem sie zahlreiche Trümmer einschliessen ; sie bestehen 
hauptsächlich aus grauem oder schwirzlichen Hornstein, am Boren theilweise aus 
weichem, grobkörnigen, kalkiken Gestein, und bei Kutschlin aus feinkörnigem kry- 
stallinischen Kalkstein mit wasserklaren Quarzkérnern, der eine Kluft im 
Gneis ausfüllt. 

Reuss führt als häufige Versteinerungen an: bei Kutschlin besonders Te- 
rebratula rostrata Reuss (= Rhynchonella dimidiata Sow. nach Schlónbach), Lima 
aspera Mant., Ostrea diluviana Linné, Nerinea Geinitzis, und andere kleine Ga- 
steropoden, Astrea parallela Reuss und Harmodytes erctaceus Reuss und als sel- 
teneres -Vorkommen auch Rudisten (Caprina laminea); in den Schillingen: Sta- 
cheln yon Cidaris clavigera Kön. (C. Sorigneti Desor.), Ostrea diluwiana Linné, 
Exogyra sygmoidea Reuss und Spondylus lineatus Goldf.; am Fusse des Boren 
eine ungemeine Menge von Zähnen von Haifischen und Pyknodonten, besonders 
Oxyrrhina angustidens Reuss, Odontaspis raphiodon Ag., Piychodus manmillaris 
Ag., Pycnodus complanatus Ag., P. scrobiculatus Reuss und Phyllodus eretaceus 
Reuss, ferner Siphonia heterostoma und biseriata Reuss. 

Die ursprünglichen Reussischen Fundorte waren bei unserem Besuch der- 
selben schwer zugänglich und grösstentheils durch Schutt verdeckt. 

An die krystallinischen Kalksteine des südlichen Fusses des Tripelberges 
schliessen sich am westlichen Gehänge des Spitalberges bei Kutschlin die Mippu- 
ritenschichten an, welche ebenfalls am Hradist bei Bilin anzutreffen sind und auf 
Gneis ruhen, während sie vom Teplitzer Pläner bedeckt werden. Es sind weissliche 
körnige, mitunter etwas sandige Kalksteine, die manchmal dem Urkalkstein ähnlich 
werden und in ihren tiefsten Schichten Brocken von Gneis umschliessen. 

Sie sind erfüllt von Steinkernen von Strombus giganteus Gein., Cardium 
productum Kow., Lima equicostata Reuss und aspera Mant., Nerita nodosa-costata 
(Жайса nodosa), Ostrea dilwiana und kleinen Hippuriten (Spheruliten); auch 
kommt daselbst Rhynchonella dimidiata Sow. (== Terebratula gallina Reuss und 
Ter. latissima Reuss nach Schlönbach) vor. 

In die Konglomeratschichten gehören endlich auch die tiefsten Lagen der 
Plänerbildungen bei Zeplitz, wo sie auf Porphyr ruhen. 

Bei Weisskirchlitz, am westlichen Fusse des Louisenfelsens bestehen die 
mitten im Braunkohlenterrain auf Porphyr gelagerten Schichten aus festem kal- 
kigen Gestein voll von Austerschalen ; über ihnen liegt ein graulicher, schlämm- 
barer Mergelthon, der nebst Austerschalen, Stacheln von Cidaris vesiculosa Goldf. 
und Sorigneti Des., eine Menge von Zähnen von Odontaspis raphiodon, so wie einen 
grossen Reichthum an anderen kleinen Zähnen von Haifischen und Pyeno- 
donten umschliesst. 

Die tiefsten Schichten der Kreideformation treten bei Teplitz in ihrer un- 
mittelbaren Berührung mit dem Porphyr theils als grauer Hornstein mit einge- 
backenem Porphyrgrus (Kopfhügel, Settenz, Janegg, Schönauerberg, Stephanshöhe 
u. a, O.), theils als sandsteinartige Massen von bedeutenderer Mächtigkeit auf, der 
stellenweise auch häufige Bruchstücke von Porphyr und auf Klüften gelbe Baryt- 
drusen enthält. 


II. 59 
3. Weissenberger Schichten. 


Unter diesem Namen sind hier alle kalkig-sandigen und mergligen Schichten 
einbegriffen, welche auf dem Korycaner Quader ruhen und bei Reuss den Namen 
Planersandstein führen. 

Nach der schon früher angedeuteten Verbreitung der Plänergebilde im 
Westen des Mittelgebirges tritt der Weissenberger Pläner schon am Westrande 
des Saazer neogenen Flachlandes auf. 

Der westlichste Punkt desselben ist bei Dolanka (nördlich von Podersam), 
wo er an der östlichen Lehne des Fichtelbaches ansteht und von neogenen Sand- 
schichten bedeckt wird. Im Westen davon beginnen die Basalttuffe von Ho- 
hentrebitsch. 

Eine grössere Ausdehnung hat der Weissenberger Pläner an den Lehnen 
des Goldbaches bei Liborie und Mecholup. 

Er liegt hier auf Korycaner Quader und wird einerseits gegen Süden von 
den rothen permischen Sandsteinen des ansteigenden Terrains von Selé, anderseits 
gegen Norden von Diluvialschotter und Lehm des Saazer Flachlandes begränzt. 
Der Pläner ist durch Steinbrüche aufgeschlossen, welche zahlreiche Versteine- 
rungen liefern. 

Uns sind von da nur Pleurotomaria secans und Bruchstücke einer Chelonia 
zu Gesicht gekommen; Prof. Hochstetter führt von diesem Fundort Ammoniten 
und Oxyrrhina Mantelli an. 

Östlich von Měcholup trifft man den Weissenberger Pliner bei Tuchoric 
unter den früher angeführten Terrainverhältnissen und kann ihn von da in un- 
Unterbrochener Folge und längs der früher angeführten Dislokationsspalte über 
Lipno, Lipenec, Zeméch, Citolib bis über Slavétin verfolgen. 

Kr bildet hier den Fuss des Solnic-Perucer Plateaus; von dem er durch 
die über ihn erhobenen Quadersandsteine und’ theilweise auch durch die in den 
tieferen Schluchten zu Tage gehenden rothen permischen Sandsteine getrennt ist. 

Die bei der Beschreibung der Korycaner Schichten angeführte nordöstlich 
streichende Dislokationsspalte (Fig. 9.) trennt auch die Weissenberger Pliner des 
rechten Egerthales in zwei Streifen. 

Der südlichere Streifen unmittelbar am Fusse des erwähnten “Plateaus, be- 
ginnt südlich bei Tuechorie und zieht sich den Korycaner Quader bedeckend, süd- 
lich von Lipno, Lipenec gegen Neuschloss und bildet die Hügelwellen bei Citolib, 
Zwischen Listan und Laun bis an den Basaltberg Chlum, und ebenso die Hügel 
am Fusse des Perucer Plateaus zwischen Vlé, Slavétín und Stradonic. 

Bei Tuchorie und Lipno liegt der Weissenberger Pliner mit sanfter Nei- 
Sung (10—15°) gegen Norden auf Korycaner Quadern, stellenweise von denselben 
durch einige lettige Schichten getrennt. Grüne Eisen-Silikatkörner sind in einigen 
Plänerschichten sehr zahlreich, so dass er an den später zu beschreibenden Grün- 
Sandstein von Malnic erinnert. Im allgemeinen ist aber das herrschende Gestein 
ein gelblicher thoniger fester Kalkmergel, dessen Kluftflächen von dem herabsik- 
kernden Wässern des permischen Plateaus roth gefärbt sind. 

Bei Tuchoric ist der Weissenberger Pliner von einer kleinen Mulde von 


60 П. 


Süsswasserkalk bedeckt (die von der nördlicheren Hauptmulde zu unterscheiden 
ist), bei Lipenee und Neuschloss über Zeméch bedeckt aber denselben der später 
zu beschreibende Malnicer Grünsandstein. Sonst bildet derselbe unmittelbar den 
Untergrund des Ackerlandes oder diluvialer Lehmablagerungen (Slavétin). 

Von Petrefakten fanden wir in diesem Streifen nebst ziemlich häufigen 
Rhynchonella bohemica Schlönbach (Terebratula alata Lam.), Cardium hillanım, 
Inoceramus. labiatus (I. mytiloides), Kxogyra columba Goldf., auch eine für die 
Unter-Pläner charakteristische Krebsart Callianassa bohemica Frič (südlich von 
Tuchoric, zwischen Markvarec und Lipno). 

Ein ziemlich reicher Fundort von Versteinerungen des Unter-Pläners sind 
die Steinbrüche bei Slavětín; man findet da nebst anderen Klytia Leachii, Nau- 
tilus sublevigatus (N. simplex), Ammonites Woolgari, Am. peramplus, Plewroto- 
maria secans u. à. A. 

Der zweite nórdlichere Streifen des Weissenberger Pläners beginnt eigent- 
lich schon an den Plänerhügeln bei Libovie und Mécholup und zieht sich, die Kory- 
caner Quader bedeckend, von Litschkau über Tuchotic (nördlich am Dorfe), zwi- 
schen Lipno und Drahomysl gegen Lipenee, wo er namentlich an dem scharfen 
Umbuge des Baches gegen Norden über dem Quader ansteht und sich über die 
Steinbrüche an der Höhe südlich von Malnic bis zu dem Feldwege verfolgen lässt, 
der von Zeméch nach Priesen führt. 

Der Weissenberger Pliner fällt im Allgemeinen mit 5—10" gegen Norden 
ein und ist auf der ganzen Strecke von Tuchofic bis über Malnic vom sogenannten 
Grünsandstein bedeckt. Zwischen 'Tuchoric und Lipen trägt er eine Mulde von 
Süsswasserkalk. 

Das Gestein des Unter-Pläners ist hier im allgemeinen ein homogener 
gelber Kalkmergel häufig mit feinen weissen Glimmerblättehen. Manche Varie- 
täten sind ganz kalkarm (Lipenec), manche aber sind ziemlich kalkreich und er- 
scheinen dann grau. Dieser typische feste Kalkmergel, der zu Steinmetzarbeiten 
(Tuchoric) und als Baustein verwendet wird, ruht auf Sandsteinen, von denen er 
jedoch an einigen Stellen durch eine kalkig-lettige Schichte getrennt wird, nach 
oben geht er aber in den Grünsandstein über, indem er grüne Eisensilikatkörner 
aufnimmt. 

Am linken Ufer der Eger von Postelberg bis Brozan stehen graue Pläner- 
mergel und Bakulitenthone an und erst höher am Fusse der basaltischen Kegel- 
berge treten unter den Plänermergeln die gelben festen Weissenberger Pläner 
in einzelnen Entblóssungen und in den tiefer eingefurchten Schluchten und 
Thälern auf. 

Die westlichste Partie des Weissenberger Pläners auf diesem Ufer der 
Eger ist zwischen dem Milayer und Ranayer Berg bei den Dörfern Hrádek und 
Weberschan verbreitet. Eine tiefe bis auf die lettig-sandigen Schichten ein- 
gerissene Schlucht durchzieht den Unter-Pläner und bildet 10 Klafter hohe 
Wände derselben. 

Grosse Steinbrüche, in welchen ein ausgezeichneter Baustein und mannig- 
fache Steinmetzobjekte gewonnen werden, sind in diesen Wänden eröffnet. Das 
Gestein ist der herrschende homogene lichtgelbe feste Planer mit grauen kalk- 


u. 61 


reicheren Ausscheidungen und in den tieferen Schichten mit koncentrischen Eisen- 
oxydzeichnungen. Vertikale Klüfte sondern den Pliner in mächtige Pfeiler; die 
Neigung der Schichten ist südlich mit 8— 10°, 

Die Steinbrüche von Hrädek sind ein ausgezeichneter Fundort für ty- 
pische Versteinerungen des Weissenberger Pläners. Charakteristisch für diesen Fund- 
ort sind unter anderen: Klytia Leachit, Schuppen von Aulolepis Reussi, Avicula 
anomala, Lhynchonella bohemica, Pecten arquatus, P. Dujardinii Roemer. 

Kine zweite kleinere Partie von Unter-Pläner tritt am Fusse der Basalt- 
kegel bei Zřiblie und Zelkovie auf. Das gegen Norden noch höher ansteigende 
Plateau an der Strasse von Trebnitz nach Liebshausen besteht aus grauen Pläner- 
mergeln der Teplitzer, Schichten, welche den Weissenberger Pliner bedecken, 
gegen Süden aber ist an den allmählich abfallenden Feldlehnen der diluviale Sand- 
schutt verbreitet, der als der Fundort der böhmischen Granaten bekannt ist. Von 
bezeichnenden Versteinerungen findet man in den Plünern von Tiiblie besonders 
häufig Pecten Dujardinii, auch grosse Exemplare von Ammonites Woolgari und 
Am. peramplus sowie Geinitzia eretacea kommen hier vor. 

Eine ebenso isolirte kleine Partie von Weissenberger Pläner findet sich 
an der Ausmündung des Трег Baches in die Eger östlich von Libochovic, 
Man sieht hier an den steilen Flussufern bei Radovesic den gelben Pliner durch 
Steinbrüche aufgeschlossen und theilweise von grauen Teplitzer Plänermergein theil- 
Weise von Diluvialschotter bedeckt. 

Von charakteristischen Versteinerungen findet man hier riesige Exemplare 
von Inoceramus labiatus, Geiniteia eretacea Endl, Rhynchonella bohemica Schlön- 
bach (Ter, alata Lamk. bei Reuss), Pecten Dujardinii Roemer, Nautilus sublevi- 
gatus, Ammonites Woolgari und peramplus Zähne von Aptychodon eretaceus, die 
auch für die Steinbrüche am Weissen Berg bei Prag besonders bezeichnend sind. 

In grösserer Verbreitung findet man endlich den Weissenberger Pläner 
längs des Modlabaches bei Vatislav und längs des Voparner Thales zwischen Ve- 
lemin und Klein Cernosek. In den Steinbrüchen bei -Welbota fanden wir Ammo- 
nites subtricarinatus Orb. (Westphalicus Stromb.) und Klytia Leachii. An diese 
Partie schliesst sich endlich der Weissenberger Pliner des  Mrádekberges am 
rechten Elbeufer, der sich von Kamajk über Gross-Cernosek bis zum westlichen 
Fusse des Basaltkegels Radobejl bei Calosic hinzieht. 

Die unteren Glieder der Kreideformation liegen hier, wie schon früher 
angeführt wurde, auf Gneis, der in einzelnen Klippen (bei Mileschau und Vati- 
Slaw) oder in steilen Felswänden (im Oparner- und Elbethal) zu Tage tritt. 

Auf dem Korycaner Quader, der nur in der Nähe des Gneises ansteht, 
ruht der Weissenberger Pläner, am linken Elbeufer überall sehr kalkarm und durch 
nfiltrirte Kieselerde theilweise zu Horstein umgeändert; am rechten Elbeufer bei 
Oross-Cernosek, wo er in b—6 Klafter müchtigen Dünken aufgeschlossen ist, hat 
er aber den normalen Charakter des gelben sandig-kalkigen Bausteines, den diese 
Stufe auf so vielen Orten liefert. Charakteristisch für den Pläner von Gross- 
Gernosek sind konzentrische graue stammartige Konkretionen, welche denselben 


durchsetzen. 


62 IT. 


Bezeichnende Versteinerungen für die letztgenannte Lokalität sind na- 
mentlich Ауа Leach? und Geinitzia cretacea. 

Der Weissenberger Pläner wird auf seiner ganzen Erstreckung von Vati- 
slav bis Klein-Öernosek, und ebenso auf dem rechten Elbeufer bei Kamajk, Mi- 
chelsberg, Calosic von der höheren Schichtenstufe des Pläners bedeckt, welche 
weiter unten besprochen werden. 

Auch bei Leitmeritz tritt unter den jüngeren (Teplitzer) Plänern der 
Weissenberger Pläner stellenweise zum Vorschein und es kommt da neben anderen 
charakteristischen. Versteinerungen auch die in dieser Stufe sonst seltene Callia- 
nassa bohemica Frič vor. 


4, Malnicer Schichten. 


Unter dem Namen Grünsandstein führt Prof. Reuss ein sehr interessantes 
Glied der böhmischen Kreideformation an, welches namentlich für die Umgebungen 
von Laun bezeichnend ist. Es ist ein kalkig-sandiges, in kurze etwas unebene Platten 
brechendes Gestein, welches von kleinen Eisensilikatkörnern ziemlich dicht gespren- 
kelt ist und in der graugelben sandigen Grundmasse graue, kalkreiche, unbestimmt 
umgränzte Partien enthält. Es wird in Steinbrüchen bei Čenčic und am Abhange 
der Bílá Horka östlich von Malnic gewonnen und theils als Baustein, theils als 
Schotterstein verwendet. Der böhmische Lokalname derselben ist „rasäk“. Ein 
anderes Gestein, welches sich aus dem Grünsandstein entwickelt und welches Prof. 
Reuss unter dem Namen grauer Kalkstein und grauer Sandstein anführt, und das 
sich stellenweise (Steinbruch des Herrn Kostka südlich von Laun, und am Eger- 
ufer östlich von Laun) durch einen grösseren Kalkgehalt auszeichnet und als Kalk- 
stein gewonnen wird, führt dieselben Petrefakten wie der typische Grünsandstein 
und muss desshalb zu demselben gerechnet werden. 

Die petrographische Eigenthümlichkeit des Grünsandsteines, so wie die 
ungemein zahlreichen Versteinerungen, von denen Lucina lenticularis Goldf. wegen 
ihrer Häufigkeit am auffallendsten ist, lassen den Grünsandstein von dem ihn be- 
eleitenden Weissenberger Pliner sehr leicht unterscheiden, obwohl auf den ersten 
Anblick nicht so leicht entschieden werden kann, ob der Grünsandstein über oder 
unter dem Unter-Pläner gelagert ist. Prof. Reuss nahm an, dass der Grünsandstein 
unter dem Unter-Pläner liege, wozu ihn wohl der Umstand bewogen haben mag, 
dass an einigen Punkten, z. B. zwischen Malnic und Zeméch, der Weissenberger 
Pliner auf den Kuppen der Hügel ansteht; während der Grünsandstein sowohl die 
nördlichen als die südlichen Lehnen dieser Hügel bildet. 

Bei unserer gemeinschaftlichen Untersuchung der Umgebung von Laun in 
den Jahren 1864—1866 erkannte ich und Dr. Frié zuerst an dem Steinbruche der 
Hügelkuppe südlich von Malnic, dass der Grünsandstein auf dem Weissenberger 
Pläner liege, welche Thatsache übrigens in der uns erst später zugekommenen 
vortrefflichen Abhandlung von Rominger (Neues Jahrbuch für Miner. u. Geologie 
1847) schon angeführt ist, deren scharfsinnige Bemerkungen über die Umgebungen 
von Laun wir später wiederholt bestätigt fanden. 


II. 63 


So auffaliend sich nun der Grünsandstein von den anderen Plünerbildungen 
der Umgebungen von Laun namentlich in petrographischer Beziehung unterscheidet, 
80 dass er für diese Gegend mit Recht als eine eigene Zone ausgeschieden werden 
kann, so schwierig möchte es sein, den Grünsandstein als eine selbststándige Zone 
in der gesammten böhmischen Kreideformation nachzuweisen. 

Schon bei Laun ist es vielmehr die Quantität als die Qualität der Verstei- 
nerungen, welche der Weissenberger Pläner von dem Grünsandstein unterscheidet ; 
sonst sahen wir aber mit wenigen Ausnahmen nur an einigen Stellen (so am Schnee- 
berg, bei Liboch) Gebilde, welche dem echten Malnicer Grünsandstein entsprechen, 
und es können nach unseren Erfahrungen die paläontologisch-analogen Schichten der 
anderen Fundorte nur als eine nicht scharf umgränzte Zone zwischen den Weissen- 
berger und  Iserschichten angesehen werden. Die an Glaukonitkörner reichen 
Sandsteine bei Pottenstein und Pétin im Königrätzer Kreise, die Reuss als Bei- 
Spiele von Grünsandsteinen aus dem östlichen Böhmen aufführt, erwiesen sieh bei 
dem Besuche dieser Lokalitäten (1867) als echter Korycaner Quader, den wir mit 
ähnlichem Charakter noch an sehr vielen anderen Orten trafen. 

Die schon früher bei dem Unter-Quader und Unter-Pläner angeführte Dis- 
lokationsspalte, welche die Plänergebilde in der Richtung von Tuchoric gegen 
Laun durchsetzt, wird namentlich durch die Vertheilung des Grünsandsteines dies- 
seits und jenseits derselben kenntlich. (Fig. 10.) 


Fig. 10. 


Okrouhlík, Lipenec. Malnic. Kreuzberg. Priesen. Egerthal, 


———== ي 


Perm М 4 r " N T: ^ : 
Permische Form, (d); Perucer Sch. (p); Koryeaner Sch. (Л); Weissenberger Sch. (o); Malnicer 
Sch, (m); Iser Sch. (J); Teplitzer Sch. (0); Priesener Sch. (0); Neogene Bildungen (A); Schotter (s). 


Der nördliche Streifen derselben bildet den Abhang des Hügelrückens, der 
von Tuchoric über Drahomysl, Malnie gegen Laun sich hinzieht; der Grünsandstein 
bildet hier eine 2—3 Klafter mächtige, durch zahlreiche Steinbrüche aufgeschlos- 
sene Bank, die mit 10—15° gegen Nordnordwest einfällt. Der ihn unterteufende 

eissenberger Plüner bildet wie schon erwähnt wurde, den Kamm des Hügel- 
"ückens, während auf dem Grünsandstein bei Malnic die sogenannten Exogyren- 
Sandsteine (zu den Iserschichten gehörend), und auf den Bílá Horka zwischen 
Priesen und Zeméch und in Laun selbst graue (Teplitzer) Mergel ruhen. Von den 
zahlreichen Versteinerungen dieser Fundorte sind für die Malnicer Brüche besonders 


'ezeichnend : Lucina lenticularis, Cardium pustulosum, Cardium hillanum, Perna 
Cretacea, 


ү, Lima elongata, Lima canalifera, Natica canaliculata, Nat. rugosa, Nau- 
ilus sublevigatus, Ammonites Woolgari; für die sandigen Kalksteine an der Eger 
1 ny i { f " d i 
interhalb Laun: Lucina lenticularis, Cucullea glabra, Pectunculus, Leguminaria 


64 П. 


truncatula, Sealaria decorata, Ammonites Woolgari, Ammonites peramplus, Am- 
monites Neptuni. 

Den zweiten Streifen von Grünsandstein findet man auf den Hügeln von 
Lipenec und Zeméch. Dieser zweite südlicher gelegene Streifen von Grünsandstein 
liegt offenbar schon jenseits der Verwerfungsspalte, wie dies deutlich aus dem Pro- 
file der östlichen Wand des Thälchens zwischen Malnie und Lipenec hervorgeht. 
Dieses Thälchen ist vom Hfiwicer Bache bewässert, der bei Neuschloss aus dem 
von Süd nach Nord gerichteten Thale tretend, in die südwestlich streichende Ter- 
rainfurche zwischen Zeméch und Lipenee und bei dem letztgenannten Dorfe wieder 
in eine nördlich verlaufende Schlucht einlenkt. 

Diese letztere Schlucht nun zieht sich längs einer Kluft, welche die Pläner- 
bildungen quer durchbricht, und bedeutend verwirft, so dass am rechten Ufer des 
Baches steile Felswände des Grünsandsteines und Exogyrensandsteines anstehen, 
während am linken viel niedrigeren Ufer graue thonige Mergel, die der höchsten 
Stufe der hiesigen Plänerbildungen angehören, zu sehen sind. 

Auf der steileren östlichen Wand dieser Schlucht sieht man von Malnic 
gegen Lipenec (von Nord nach Süd) die Schichten in folgender Ordnung. 

Bei Malnic selbst stehen weiche graue Mergel (Teplitzer Schichten) an, 
die an der westlichen Seite des Baches bis zur Hasinamühle anhalten. Dann 
folgen an der östlichen Seite Schichten von Exogyrensandstein (Iserschichten), 
welche die steinige Lehne bis zur Hasinamühle bilden, während am Bache selbst 
unter denselben der eigentliche Grünsandstein auftritt. 

Bei der Hasinamühle ist in der östlichen Lehne eine Ausbuchtung, die 
in die Malnieer Felder führt. Man sieht da am Bache selbst die grauen Mergel 
(Teplitzer Sch.) unmittelbar auf echtem glaukonitischem Sandstein aufgelagert und 
kann nun denselben aufwärts an der östlichen Wand bis zu dem Steinbruche bei 
Lipenee verfolgen, wo er deutlich den Weissenberger Pläner überlagert. Der 
glaukonitische Sandstein ist hier arm an Versteinerungen und bildet eine kalkig- 
sandige Bank, in der sich durch Verwitterung kleine Höhlungen und Löcher und 
knollige und concentrisch schalige Formen bilden. 

Bei der scharfen Wendung des Baches bei Lipenec sieht man an der 
durch Steinbrüche aufgeschlossenen Wand von oben nach unten die ganze Reihen- 
folge von Grünsandstein, durch den Weissenberger Pläner und Korycaner Quader 
bis zu den kohligen Schieferthonen der Basis der hiesigen Plänerbildungen, 80 
dass über die Stellung des Grünsandsteines hier gar kein Zweifel sein kann. 

Sümmtliche Schichten sind mit 10—15? gegen Nordnordost geneigt. 

Geht man nun aber in südlicher Richtung weiter fort, so findet man 
gleich an der Strasse östlich von Lipenec, da wo sie gegen Zeméch anzusteigen 
anfängt, echten Grünsandstein voll der charakteristischen Versteinerungen desselben 
und zwar wieder mit nördlichem 5—10° betragenden Einfallen, so dass er den 
an dem höheren nördlichen Hügel anstehenden Weissenberger Pläner allerdings 
zu unterteufen scheint. 

Denselben Grünsandstein findet man dann noch weiter südlich an dem 
Abhange des Hiigels, über welchen der Weg von Lipenec gegen Hrivie führt, bis 
man nahe am Kamm dieses Hügels wieder auf Weissenberger Pläner gelangt, der 


П. 65 


hier so wie der Grünsandstein ebenfalls nach Nordnordost einfällt (mit 10°) und 
von letzterem bedeckt wird. 

Der Korycaner Quader geht hier nicht zu Tage, sondern man gelangt als- 
bald auf das Terrain der rothen permischen Sandsteine. Die wiederholte Auflage- 
Tung des Grünsandsteines auf den Weissenberger Pliner so wie die steile Wand 
bei Lipenee, welche bis zu den kohligen Schieferthonen entblösst ist, zeigen offen- 
bar, dass die Grünsandsteine eine Verwerfungsspalte begleiten. Man kann die- 
selben nun längs der Strasse von Lipenec bis über Zeméch verfolgen, wo sie in 
ähnlicher Weise wie bei Lipenec zwischen zwei Unter-Plänerbänke scheinbar ein- 
gelagert erscheinen. 

Weiter östlich von Laun verbergen sich die Grünsandsteine unter der 
Ackererde und den weichen Mergeln der Teplitzer Schichten, treten aber dann 
Zwischen Öendie an der Eger und dem basaltischen Chlumberg bis zum Bache bei 
VeltéZ wieder zu Tage und sind daselbst dureh Steinbrüche (für Bau- und Schot- 
lersteine) aufgeschlossen. 

Die Hügel zwischen Zeméch, Citolib und. dem Chlumberge bestehen aus 
Weissenberger Pläner, der mit sanftem nördlichen Einfallen offenbar den Grünsand- 
Stein unterteuft, welcher bei Čenčic an der Eger mit untergelagertem sandigen 
Srauem Kalkstein deutlich zu Tage geht und von den Mergeln der Teplitzer 
Schichten bedeckt wird (Kirche von Centic). 

In einer kleineren Verbreitung findet man den Grünsandstein zum dritten- 
Male in einem unbedeutenden Streifen südlich von Neuschloss und zwar in einigen 
kleinen Wasserrissen, welche vom Neuschlosser Bache zu den südlich gelegenen 
flachen Höhen an den mit Obstbüumen bepflanzten Lehnen sich ziehen. Auch 
hier liegt er mit nördlichem (5—10°) Einfallen auf Unter-Pläner und auch hier 
wird er scheinbar wieder vom Unter-Pläner des Schlossberges von Neuschloss, der 
In zerborstenen Bänken ansteht, bedeckt, indem er gegen denselben einfällt. 

Aber auch hier kann nur eine Dislokation die Veranlassung dieser eigen- 
thümlichen Lagerung sein, welche wahrscheinlich durch die nordöstlich streichende 
Terrainfurche zwischen Neuschloss und dem Chlumberg angedeutet ist. Das Acker- 
land verdeckt aber hier überall die Begränzungslinien der verschiedenen Plänerstufen. 
Am linken Ufer der Eger sieht man den Grünsandstein am Uferrande bei 
Vršovic gegenüber von Čenčic, wo er aber bald unter den ‚Plänermergeln der Te- 
Plitzer Schichten verschwindet. (Fig. 11.) 


Fig. 11. 
Lipenec, Malnic. Kreuzberg. Priesen, Egerthal. Ranay Berg. Hrádek, 


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D). Per SES 5 А i ; ‚ 
p) Perucer Schichten ; Л) Korycaner Sch. ` o) Weissenberger Sch.; m) Malnicer Sch.; j) Iser-Sch. ; 
t) Teplitzer Sch. ; b) Priesener Sch.; A) Neogene Bildungen; c) Basalt; s) Schotter. 


66 IT. 


Erst am südlichen Fusse des Ranayberges bei der Lenesicer Ziegelhütte 
findet man den Grünsandstein über dem Weissenberger, Pliner wieder zu Tage. Er 
ist hier von weichen Mergeln der Teplitzer Schichten bedeckt und fällt gegen 
Süden ein und deutet hiemit mit den ebenso gelagerten anderen Plänern eine 
muldenfórmige Lagerung der Kreideformation an, deren tiefste Stelle das Flussbeet 
der Eger einnimmt. (Fig. 11.) 

Zu den Grünsandsteinen dürfte auch die höchste etwa 3 Fuss mächtige 
glaukonitische Plänerschichte bei Hrädek am nördlichen Fusse des Ranay-Berges 
zu rechnen sein, welche von den Steinbrechern Winerstein genannt wird und auf 
Weissenberger Pliner liegt. Sie enthält zahlreiche Rhynchonella bohemica | und 
wird von den Mergeln der Teplitzer Schichten bedeckt. 


5. Iserschiehten. 


Dieselben sind im Bereiche des Mittelgebirges nur wenig entwickelt, na- 
mentlich im Vergleiche mit den mächtigen Quadersandsteinen des Kokotincr Thales 
bei Melnik, welche als ihre typische Form gelten. 

Es gehören hieher vor allem die von Prof. Reuss unter dem Namen Exo- 
gyrensandstein angeführten Sandsteine von Malnie und Drahomysl, die aber nicht, 
wie früher angenommen wurde, unter den Grünsandsteinen, sondern über den- 
selben liegen. 

Er tritt an den Hohlwegen südlich von Malnie und an der östlichen Seite 
des Thälchens von Malnic in der Mächtigkeit von 3—4 Klaftern auf und besteht 
aus kalkigem grün punktirten Sandstein, in welchem stellenweise der Kalk so über- 
hand nimmt, dass das Gestein einem kürnigen Kalkstein ähnlich: wird. Stellen- 
weise (südlich von Malnic) sind in demselben die Schalen von Mxogyra columba 
in ungemeiner Menge angehäuft; manche Bänke bestehen wieder fast ‚ganz aus 
Rhynchonella bohemica, und Ostrea vesicularis (Drahomysl). Als vorzüglich cha- 
rakteristisch ist aber Lima semisuleata und die bisher als Cassidulus lapis caneri 
und Catopygus carinatus angeführten Eehinodermen anzusehen, welche den geolo- 
gischen Horizont dieser Schichten in das gleiche Niveau mit den kalkigen Sand- 
steinen der Iserschichten bei Chorousek unweit MSeno stellen. 

In dieses Niveau sind wahrscheinlich auch die festen mergligen durch lichte 
Quarzkörner ausgezeichneten Schichten zu stellen, welche bei Tfebautic südlich 
von Leitmeritz und am Hrádek zwisehen Gross-Cernosek und Kamajk zwischen 
dem Weissenberger und dem Teplitzer Pliner auftreten und nebst Nautilus sub- 
levigatus, Scaphites Geinitzii, Pholadomya caudata eine häufige Turitella führen. 
Sonst wurden im Bereiche des Mittelgebirges die Isersehichten nirgends angetroffen. 


6. Teplitzer Schichten. 


Unter diesem Namen wird die im Mittelgebirge herrschende höhere Pläner- 
stufe begriffen, welche mit wechselndem Gesteinscharakter, aber mit einem be 
stimmten paläontologischen Typus das basaltische Mittelgebirge von Westen, Süden 


TI. 61 


und Norden umsäumt und auch in einigen tief eingeschnittenen Thälern dieses Ge- 
birges unter den basaltischen Gebilden zu Tage geht. 

Das Verhältniss des Teplitzer Pläners zu den anderen Plünerbildungen ist 
am deutlichsten längs der Eger zwischen Postelberg und: Budín aufgeschlossen. 

Verfolgen wir die Teplitzer Schichten am rechten Egerufer, so finden wir 
dieselben zuerst am nördlichen Abhange der Hügel von Lipno gegen die Thal- 
fläche zu. Sie treten hier als ein weissgelber sehr thoniger Mergel auf, der den 
Grünsandsteinen aufgelagert ist und wenige kleine Versteinerungen enthält (Tere- 
bratulina rigida Sow.). 

Näher gegen den Malnicer Bach bildet ein ähnlicher Plänermergel die mit 
Diluvialschutt bedeckten Hügel bei Skupie und dem westlichen niedrigen Uferrand 
des Baches von der Hasinamühle bis unterhalb Malnie. Er ist hier ein grauer, 
thoniger dünnblättriger Mergel, der mit einzelnen 1—9* mächtigen Lagen von fe- 
Sterem gelbgrauen Mergel abwechselt und stellenweise grüne Eisensilikatkörner 
enthält. Bei der Hasinamühle sieht man seine Auflagerung auf Grünsandstein und 
sein mit ihm konkordantes Einfallen (10—15°) gegen Nordnordwest. 

An der Eger selbst stehen von der Mündung des Malnicer Baches gegen- 
über von Postelberg bis unterhalb des Dorfes Priesen (Bfezno) weiche Mergel an, 
die zu der höchsten Plänerstufe der hiesigen Gegend, nämlich zu den Priesner 
Schichten (Bakulitenschichten) gehören und einen von neogenen Erdbrandprodukten 
bedeckten ansehnlichen Hügel (Kreuzberg) bilden. Die tieferen Mergelbünke dieses 
Hügels, da wo sie von der Eger entblósst sind und als festere graue Schichten 
auftreten, gehören zu den Teplitzer Schichten. 

Dessgleichen bildet der weissgraue leicht verwitternde Mergel dieser 
Schichten die Kuppe der Grünsandsteinhügel südlich von Priesen, „Bild Morka“ 
(Lehmbrüche) genannt; dieser Mergel zieht sich durch die Stadt Laun bis zum 
Egerufer, wo er steil abgeschnitten ist. Die Strasse von Laun nach Zeméch und 
einige Feldwege, welche von Laun gegen Süden sich wenden, durchsehneiden diesen 
Mergel, welcher unmittelbar auf Grünsandstein ruht. Unter den zahlreichen ause 
Sewaschenen Versteinerungen ` dieser Mergel sind hier (ВИА Horka) namentlich 
häufig Achilleum rugosum, Pleurostoma lacunosum Roemer und Ostrea suleata. 

Kin ähnlicher Mergel bedeckt den steilen Rand des zur Eger abfallenden 
Grünsandsteines bei dem Роме Čenčice und bildet einen niedrigen Hügel, auf wel- 
chem die Kirche dieses Dorfes steht. 

Östlich von Cen ic und vom basaltischen Chlumberg bei Pian bilden tho- 
nige, kalkige und sandige Mergel, deren grösster Theil hieher gehört, eine nie- 
drige sanft gewellte Fläche, die gegen Norden mit einem nicht hohen (50—20), 
aber steilen und buchtenartig ausgewaschenen Rande zu den Eger-Wiesen abfällt, 
Segen Süden aber an die höher ansteigenden Terrassen des Perucer Quader- und 
Pläner-Plateaus sich anlehnt. Der Fuss dieses Plateaus, der sich von VIE über Sla- 
vétin und Stradonie zur Eger hinzieht, bezeichnet auch die Gränze der grauen 

ergelgesteine, die theils den Weissenberger Pläner bedecken, theils mit dem Ko- 
"ycaner und Perucer Quader, ja stellenweise selbst mit den rothen permi: chen 
Sandsteinen am Ausgange der vom Plateau herabgehenden Schluchten zusammen- 
stossen. Auch da, wo der Perucer Plateanrand mit seinen Pflanzen-Quadern zur Eger 


0" 


68 Il. 


unmittelbar sich absenkt, wie gegenüber von Duban und Libochovie, setzt sich an 
den Fuss desselben ein niedriger Wall von weichen Mergelgesteinen an; man findet 
diesen Wall bei Poplz durch eine Querschlucht bis auf den permischen Untergrund 
aufgeschlossen. (Fig. 12.) 


Fig. 12. 


Libochovie. 


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а) Permische Formation; p) Perucer Sch.; £) Korycaner Sch.; 0) Weissenberger Sch.; 1 Te 
plitzer Sch.; b) Priesener Sch.; c) Basalt. 


Auch in dem Delta zwischen der Eger und der Elbe setzt sich an den gegen 
die Flussniederung abfallenden Weissenberger-Pläner des Ri per Plateaus grauer thoniger 
Ober-Pläner an und scheidet sich scharf. von demselben längs einer Linie vom 
NíZeboh über Duiník bis Zidovec; und setzt die Hügel zwischen Doxan, Dolánek 
und Liboteinitz zusammen, die dann weiter gegen Norden von Diluvialschutt be- 
deckt werden. 

Der bedeutende Niveauunterschied des Weissenberger-Pläners am Perucer Plateau 
und des mergligen Teplitzer Sch. längs der Eger weist deutlich auf später erfolgte 
Hebungen und Senkungen hin und es ist auch nicht schwierig, den Zusammenhang 
der Dislokationslinie von Lipenec und Zeméch mit dem gehobenen Nord- Rande 
des Perucer Plateaus in Verbindung zu bringen, da beide dasselbe nordóstliche 
Streichen haben. 

Die Beschaffenheit der mergligen Ober-Pläner des beschriebenen Terrains 
ist am deutlichsten an dem steilen Ufer-Rande der Eger bei Kystra, Radonic, 
Patek und Libu$ zu sehen. 

Man kann da (namentlich bei Kystra) zwei Zonen von Mergelgestein unter- 
scheiden, eine tiefere aus festen kalkreichen grauen Mergelbänken bestehend, die 
in ihrem paläontologischen Charakter mit der Bílá horka (Lehmbrüche) bei Laun 
übereinstimmt, und nebst zahlreichen Foraminiferen, namentlich Frondieularien 
auch Aulolepis Reussi, Ptychodus mammilaris, Osmeroides lewesiensis, Rostellaria 
calearata, Cardium semipapillatum, Nucula semilunaris, N. pectinata u. a. führt. 

Ueber diesen Schichten liegt ein gelblich grauer Plänermergel mit Spon- 
dylus spinosus und Micraster Michelini (cor anguinum). Auf dem Mergelhügel 
bei Poplz, Salaminka genannt kamen unter anderen ein riesiger Ammonites pe- 
ramplus mit Scaphites Geinitzii und zahlreiche Brachiopoden vor (Ter. subglo- 
bosa, Terebratulina rigida, Terebratulina chrysalis.) 

Am linken Egerufer herrschen von Postelberg über Libochovic, Brozan bis 
Lobositz nur, Teplitzer Pliner mit den aufgelagerten Bakulitenmergeln (Priesner 
Sch.). Man sieht nur bei Vršovic gegenüber von Öentic den Grünsandstein und 
bei Radovésic östlich von Libochovic den Weissenberger Pliner hart am Egerflusse 


п. 69 


anstehen; sonst bilden überall die Mergelbänke aus abwechselnd härteren und 
weicheren Lagen von kalkig-thonigen und sandigem Gesteinen bestehend einen 20 
bis 60° hohen Steilrand, der sich stellenweise (Lenesic, Dobrométic) ziemlich weit 
vom jetzigen Flussbeet entfernt, stellenweise aber unmittelbar aus dem Flusse 
Sich emporhebt. (Vorasic, Volenic, KoStic, BieZan.) 

Eine der interessantesten Stellen ist der senkrechte Uferrand bei Kostic. 
Man findet da nahe am Flussspiegel eine 3—4 Zoll mächtige Bank, welche an 
ihren unteren Ablösungsflächen mit unzähligen Foraminiferen, dann kleinen Bra- 
chiopoden (Terebratulina rigida), mit Fisch-Coprolithen und Haifischzähnen bedeckt 
ist. Erst in den höheren festen Mergelbänken kommt auch Spondylus spinosus 
vor. Dr. Frié fand daselbst in einem grossen Amoniten (A. peramplus) einen 
prächtigen Cirrhipeden, den er Loricula gigas nennt. 

Von der Eger nordwärts erhebt sich das Terrain des Ober-Pläners in wel- 
ligen Feldterrassen in einer Breite von 3—4 Wegstunden bis zum Fusse der zu- 
sammenhängenden Basaltmassen des Mittelgebirges (Kozel, Meronic, Risut, Netluk, 
Skalka), eine wegen Mangel an Wald und Gebiisch und wegen der weissgrauen 
Farbe der in den Bachrinnen und Schluchten anstehenden Mergelgesteine einför- 
mige Gegend, die aber durch zahlreiche isolirte leider aber auch ganz kahle Ba- 
Saltkegel (der Bélous und Milayberg, der Ranayberg, Hoblík, Dlouhý, KoSov, der 
Liebshausener Kreuzberg, der prächtige Säulenbasalt der Hasenburg u. a. m.) 
einen besonderen . geologisch interessanten Charakter erhält. Die weichen Baku- 
litenmergel der Priesner Schichten, die früher allgemeine Decke des Teplitzer 
Pläners, haben sich nur in der Nähe der Basaltkegel erhalten und bilden am Fusse 
derselben eine mantelförmige Umhüllung derselben oder werden durch die der 
Verwitterung trotzenden Erdbrandprodukte geschützt, welche nördlich von Vršovic 
eine Reihe von rothgipfeligen, ansehnlichen Hügeln bilden. 

Der eigentliche Teplitzer Pliner steht in den seichten Bachthälern an, 
welche von der Eger zum Plateau sich hinaufziehen, so längs des Hrädekerbaches 
von Lenesic bis Weberschan, wo sich derselbe aber bis zum Liegenden des Weis- 
senberger Pläners einschneidet und die früher angeführten Bänke desselben bis 
über Hrádek hinauf bloslegt; längs des Vunicerbaches von Kostic hinauf über 
Vunie (mit verhärteten plattenförmigen Bakulitenmergeln auf den Höhen) bis Zel- 
kovie, längs des Solanerbaches von Radovösic (bei Libochovic) über Klapay, bis 
Solan und Triblie. An den Lehnen dieser Thälchen findet man die Versteine- 
tungen des Teplitzer Plàners mit den vom höheren Plateau herabgeschwemmten 
Versteinerungen des Priesener Mergels vermengt, was zu einiger Vorsicht bei der 
Bestimmung des richtigen Fundortes derselben auffordert. 

Ein Theil des Plänerplateaus ist mit Diluvialschutt bedeckt, zu dem der 

merkwürdige Pyropenführende Schutt von Tiiblic, Tremsie, Podsedic, DlaZkovic und 
Sedlec gehört, 
Gegen Osten fällt das Pläner-Plateau steil gegen die Niederungen am Zu- 
sammenflusse der Eger und Elbe bei Theresienstadt ab und ist von dem bei Lo- 
bositz mündenden Hostinabache durchfurcht, der oberhalb dem Städtchen Tie- 
Ps den Namen Modlabach sührt und einer starken Quelle (der Modlaquelle) bei 
Vatislav seinen Ursprung verdankt. 


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70 IL. 


Der Teplitzer Pliner bedeckt von dieser Quelle an, den zu Tage ausge- 
henden Weissenberger Pläner, ‘der sich von Vatislav über Velemin und längs des 
Oparnerthales verbreitet, und bildet mit demselben den Untergrund eines von ma- 
lerischen bewaldeten Basalt- und Phonolithkegeln umschlossenen fruchtbaren Thal- 
geländes, deren nördliche Reihe (Vostrey, Klotzberg, Milleschauer, Kletschen, Ku- 
bačka) zur zusammenhängenden Mittelgebirgsmasse gehört, während die südliche Reihe 
(Košťál, Vovéín, Kahle Berg, Lobo’) die Gruppe der isolirten Kegel am linken 
Elbeufer abschliesst. 

Der Teplitzer Pläner hat in dem angeführten Thalgelände einen ganz an- 
deren Charakter als an den Lehnen und Terrassen des Egerthales. Er ist hier 
ein gelbweisser oder weisser fester Kalkmergel, der stellenweise (z. B. bei Krasney 
unweit Vatislav) als ausgezeichneter Baustein gewonnen wird, auf den Höhen längs 
des Oparnerthales aber mehr ausgelaugt und desswegen leichter und in dünneren 
Platten erscheint. Bei Sulovic und Lukavic (bei Lobositz) wird eine kalkreichere 
Varietät als Mörtelstein gewonnen. 

Auch am rechten Elbeufer in den Umgebungen von Leitmeritz erscheint 
der Teplitzer Pliner längs des Fusses des Basaltgebirges auf dem Weissenberger 
Pläner aufgelagert, und da, wo dem weichen Bakulitenmergel der Priesner Schich- 
ten an dem ihn durchbrechenden Basalt oder Phonolith ein Stützpunkt geboten 
wird, von diesem Mergel bedeckt. (Fig. 13.) 


Fig. 13. 
Strazisté-Berg am Hrädeker Plateau. Michelsberg. Radobejl-Berg. 


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r) Gneis; p) Perucer Sch.; A);Korycaner Sch, o) Weissenberger Sch.; m) Malnicer Sch. ; ¢) Te 
plitzer Sch. ; b) Priesener Sch.; с) Basalt. 


Man findet ihn als gelbweissen oder lichtgrauen mit festeren Bänken ab- 
wechselnden Kalkmergel auf den Lehnen unterhalb Kamajk und уоп da südwärts 
auf den von Basalt vielfach durchsetzten Rücken der weissen Leite bei Mallit- 
scheu und Michelsberg, wo sich der weithin sichtbare Basaltkegel Radobejl er- 
hebt, dann östlich gegen Mirfovie, Pokratic, Schütenitz, Pitschovitz längs des Ba- 
saltgebirges bis zum Fusse des phonolitischen Geltschberges verbreitet. 

Ueber den Teplitzer Kalkmergeln liegen plattenförmige verhärtete Baku- 
litenmergel der Priesner "Schichten, die sich an den Südiehnen herabziehen und 
die tieferen Plänerbildungen verdecken. Man findet in den letzteren, namentlich 
in den tieferen kalkreicheren Schichten, ‘welche bei Gaubenhof unweit Leitmeritz 
in unterirdischen Gruben als Mórtelkalk gewonnen werden, fast- sämmtliche Pe- 


II. 11 


trefakten der Teplitzer Schichten, namentlich Terebratula subglobosa, Spondylus 
spinosus, Rhynchonella Cwvieri, Micraster Michelini. 

Auch an den steilen Hügeln, welche von Gross-Öernosek ansteigen und 
die echten Cernoseker Weinreben tragen, kann man über dem Weissenberger 
Pläner und der kalkig sandigen Zwischenschichte, welche die Malnicer und Iser- 
schichten ersetzt, echten Teplitzer Pläner und darüber endlich den plattenför- 
migen lichtgelben Mergel erkennen. 

Der Teplitzer Pläner bildet endlich am rechten Elbeufer auch die wein- 
reichen Hügelreihen, welche südlich von der Leitmeritz-Auschaer Strasse von der 
Elbe gegen Liebeschitz sich hinziehen und nördlich von Enzovan von einigen Pho- 
nolitgruppen (Hofidl, Skalka, Holley, Kremín) durchbrochen werden. Man kann 
daselbst von den Hrusovaner Steinbriichen (die zum Weissenberger Pläner ge- 
hören) aufwärts zu den Kuppen an den Schluchten und Wasserrissen die kalkig 
Sandigen Repräsentanten der Iserschichten, dann den Teplitzer Planer bis zu den 
Bakulitenmergeln der Priesner Schichten verfolgen, die sich an dem Phonolithe des 
Kammes erhalten haben. — 

Am westlichen Ende des Mittelgebirges sind die Plänerbildungen in den 
Umgebungen von Bilin vertreten. Sie bilden daselbst nebst den schon erwähnten 
Conglomeratschichten der Korycanerschichten (Tourtia) die Decke eines Plateaus, 
auf welchem sich eine Menge von Basalt- und Phonolitbergen erheben, während 
das tief eingeschnittene Thal des Bila Flusses und seine bei Bilin einmündenden 
Zuflüsse den Gneis als die Unterlage der Plänerbildungen aufschliessen. 

Von den Plänern und Mergeln des südlichen Fusses des Mittelgebirges 
wird die Biliner Plänerpartie durch die über Mukov, Schihof bis Kolosoruk strei- 
chende Verlängerung der basaltischen Hauptmasse des Mittelgebirges getrennt, von 
den Plänern des Teplitzer Beckens durch die nordwestliche Fortsetzung der Ba- 
Salthauptmasse bei Schwatz, Kfemus und am Teplitzer Wachholderberg, während 
gegen Westen zwischen Bilin und Dux neogene Braunkohlengebilde den Pliner 
bedecken, der ohne Zweifel unter denselben, sowie unter den tuffigen und festen 
Basalten ununterbrochen zusammenhängt. 

Die Kreideformation von Bilin enthält drei Schichtenstufen: die schon 
Seschilderten Conglomerat- und Hippuritenschichten der Tourtia als die tiefste 
unmittelbar den Gneis bedeckende Stufe, die Teplitzer Pläner als die mittlere und 
die Bakulitenmergel oder Priesner, Schichten als die höchste Stufe. Weissenberger 
Pläner, sowie Malnicer und Iserschichten wurden daselbst bisher nicht nachgewiesen. 

Verfolgt man das Bilathal in südlicher Richtung, so sieht man die Pläner- 
bildungen auf dem oberen Rande der Thallehnen zu beiden Seiten des Thales 
“wischen dem Gneise und den Basalten und Phonoliten anstehen. An der west- 
lichen Seite. des Thales erkennt man die Conglomeratbildungen der Korycaner 
Schichten mit aufgelagertem festen gelblich-weissen kalkigen Pliner vom Sauer- 
brunnen an über die Schillingen bis Selnic und in die Nähe von Prohn ; an der 
östlichen Seite des Thales sieht man den Teplitzer Pläner am Fusse der Schlad- 
eg een und dann am „Plateau zwischen dem Bila- und Zinkathal, 
mgs um den prächtigen Bofenphonolith und seine nördliche basaltische Verlänge- 
"ung. Am südlichen Fusse des Boren bei Libšic und Kautz ruht der Teplitzer 


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Pläner auf Когусапег Conglomeratschichten und ist von Bakulitenmergeln der 
Priesner Schichten bedeckt, welche unter den neogenen Erdbrandprodukten bei 
Schwindschitz sich gegen Süden ins Luzicer Thal hinabziehen, das sie, von ba- 
saltischen opalführenden Tuffen rings umschlossen, fast ganz ausfüllen. 

Im Osten von Bilin; jenseits des Zizkathales, verbreitet sich der Teplitzer 
Planer bis gegen Merzlitz, Rasitz, Tfinka, Radovesic, Stirbitz und Kostenblatt, 
vielfach von Basalten durchdrungen, zwischen denen er sich längs des Radovesicer 
Baches bis gegen Lukov verfolgen lässt. Da wo der Gneis der tieferen Thalein- 
schnitte ansteht, wie bei Kuélin und am Hradist, trifft man unter dem Teplitzer 
Pläner wieder die Korycaner Conglomeratschichten an; am Fusse des höheren Ba- 
saltgebirges wird er von den Priesner Bakulitenmergeln (bei Lukov), oder von 
basaltischen und neogenen Gebilden bedeckt (so bei Kostenblatt vom neogenen 
Süsswasserkalke). Der Kalkgehalt des Teplitzer Pläners wird an einzelnen Stellen 
so bedeutend, dass er als Mörtelkalkstein benützt wird (Kučlín). 

Im Тергеу Becken tritt der Pliner dieser Stufe längs des Süd- und 
Nordrandes dieses Beckens auf und zwar nur in Begleitung eines tieferen Gliedes, 
welches den Korycaner Schichten entspricht, während andere tiefere Glieder, als 
die Weissenberger, Malnicer und Iserschichten, sowie die höchste Stufe der 
Umgebungen von Laun und Bilin, der Bakulitenmergel hier gänzlich vermisst 
werden. Indessen könnte das іп den tieferen Plänerschichten bei Teplitz häufi- 
gere Vorkommen von Klytia Leachii, die auch im Pliner des weissen Berges 
häufig ist, so gedeutet werden, dass die tiefsten Bänke der Teplitzer Pläner den 
Weissenberger Schichten entsprechen. 

Der Teplitzer Pläner am Südrande des Beckens taucht zuerst aus dem 
Braunkohlenterrain bei Dux auf, und zwar nördlich und nordwestlich von diesem 
Orte bei dem Jägerhause und bei Loosch, dann zieht er sich südlich vom Te- 
plitzer Porphyre, dem er aufgelagert ist, zwischen Hundorf und V3echlap bis zum 
Wachholderberg (Basalt und Phonolith) über Prasetic und die westlichen Gehänge 
des Teplitzer Schlossberges gegen Turn, wo er unter den Braunkohlengebilden 
verschwindet. Der südliche Theil von Teplitz steht selbst auf diesem Pläner. Auf 
dem zwischen Teplitz und Janig anstehenden Porphyre erscheint der Pläner mit 
seinem hornstein- und sandsteinartigen tieferen Gliede in einigen kleinen isolirten 
Partien, und auch am Nordrande des Porphyrs bei Settenz, da wo er unter Dilu- 
vialschutt sich verbirgt, sieht man ihn durch Steinbrüche aufgeschlossen. 

Der Teplitzer Pliner ist hauptsächlich ein kalkr eicher lichtgrauer oder 
gelbweisser Stein, der mit dunkelgrauem thonigsandigen Partien abwechselt und 
in fast horizontalen Bänken abgelagert ist, die eine Mächtigkeit bis über 12 
Klafter haben (Loosch, Hundorf). 

Die kalkreichen Abänderungen gewinnt man in zahlreichen Steinbrüchen 
als Kalkstein, die mehr sandigen und thonigen als Baustein. 

Eine Menge ausgezeichneter Versteinerungen, deren Verzeichniss man in 
den Reuss’schen Werken findet, zeichnet diesen Pläner aus. Als wahre Leit- 
muscheln können namentlich Spondylus spinosus, Rhynchonella Cuvieri, Terebra- 
tula subglobosa, Terebratulina rigida und Micraster Michelini (cor angwinum) be- 
trachtet werden, 


n. 73 


Da wo der Pläner den Porphyr unmittelbar berührt, ist er, wie schon 
früher erwähnt wurde, in Hornstein umgeändert, der stellenweise auch in die 
Klüfte des Porphyres eindringt (Janig, Settenz) und dieselben Versteinerungen 
wie der Ober-Pläner enthält (Reuss). An den Abhängen des Porphyrplateaus 
zwischen Janig und Ullersdorf, so wie bei der Steinmühle unweit Klein- Aujezd 
steht feinkörniger fester Quarzsandstein an, der vom kieselig-thonigen, dünnplat- 
tigen Pläner bedeckt wird. 

Dieser Sandstein wird wohl ein Repräsentant des Unter-Quaders sein, ob- 
wol er nebst undeutlichen Pflanzentrümmern keine Versteinerung dessel- 
ben enthält. 

Am Nordrande des Teplitzer Beckens tritt der Ober-Pläner sammt dem 
ihn stellenweise unterteufenden Korycaner Sandstein unmittelbar am Fusse des 
Erzgebirges als ein steilgehobener Rand der Kreideformation auf, die hier unmit- 
telbar auf dem Urgebirge ruht. 

Wahrscheinlich war der durch Hebung entstandene Kamm dieser Gebilde 
einstens zusammenhängend und wurde erst durch spätere Erosion in einzelne 
Partien getrennt, zwischen denen sich der Diluvialschutt bis zum Urgebirge zieht. 

Die westlichste von diesen Partien vom Teplitzer Pläner findet man nörd- 
lich von Osseg; eine zweite bei Strahl; eine dritte und grössere bei Judendorf, 
Rosenthal und Mariaschein, wo sie auf dem Quader der Korycaner Schichten auf- 
liegt aber die unmittelbare Berührung beider Gesteine, des Teplitzer Pläners und 
des Korycaner Quaders nicht zu sehen ist. 

Der Teplitzer Pläner bildet hier 6—10° mächtige Bänke von lichtgrauem 
und gelblichweissem kalkigen Gestein, welches ebenso wie bei Settenz mit dunkel- 
8rauem sandigthonigen Pliner abwechselt. Das Einfallen der Schichten beträgt 
30—40" gegen Südsüdost. Die zahlreichen Versteinerungen stimmen sämmtlich 
mit den Teplitzer Fundorten überein; Repräsentanten der Weissenberger, Malnicer 
und Iserschichten sind nirgend zu schen, ausser dass die von Schutt und Ackerland 
verdeckte Zwischenschichte zwischen dem im Steinbruche aufgeschlossenen Pläner 
und dem Korycaner Quader von Graupen ein Analogon derselben wäre. 

Auch in weiterer Verfolgung des Erzgebirgsfusses ist der Ober-Pläuer noch 
an einigen Punkten anzutreffen, so am Fusse des die Ruinen der Geiersburg tra- 
genden Gneisfelsens und in einer Schlucht nahe an diesen Ruinen, nordwestlich 
оп Straden und bei Schanda; endlich im Thale unterhalb Nollendorf bei Klein- 
Kahn, wo er von verhärteten Mergeln bedeckt wird. 

An diesem letzteren Orte liegt ein gelblich-grauer sandig thoniger Planer in 
horizontalen Schichten in den Feldern, wo er durch einige Gruben aufgeschlossen 
Ist, und von einem Gewerbsmann von Klein-Kahn zur Bereitung des sogenannten 
Prager Putzsteines (zum Poliren von Metall) verwendet wird. 

Die hier aufgefundenen Versteinerungen lassen eine genauere Bestimmung 
nich zu, indessen erinnern zahlreiche Foraminiferen, und Bruchstücke von noce- 
ramen und Seeigeln an die Priesener Schichten, denen wahrscheinlich diese Mergel 
angehören. 


In 
7. Priesener Schichten. 


Die Priesener Schichten (Bakulitenmergel) sind die höchste Stufe der 
Kreideformation des Mittelgebirges. Paläontologisch durch ihren grossen Reich- 
thum an Foraminiferen, Ostracoden, kleine Gasteropoden und Muscheln, so wie 
durch den stellenweise sehr häufig auftretenden Baculites Faujasi und B. anceps 
ziemlich scharf bezeichnet, lassen sie sich doch von den mergligen Bänken des 
Teplitzer Pläners, denen sie aufgelagert sind, mit grosser Schwierigkeit auf der geo- 
logischen Karte trennen. 

Es sind gewöhnlich weiche kalkigthonige dünnblättrige Mergel, wie solche 
auch mit dem Teplitzer Pläner stellenweise abwechseln, die sehr leicht, verwittern 
und bei nassem Wetter in eine lettige Masse sich auflósen, wesshalb sie im Braun- 
kohlenterrain häufig mit den Braunkohlenletten verwechselt werden und zu unfrucht- 
baren Schurfarbeiten Veranlassung gaben. 

Pyrit- und Markasitknollen, oft als Versteinerungsmittel, sind in diesen 
Mergeln ziemlich häufig und veranlassen durch ihre Verwitterung die Bildung 
von Gypskrystallen. 

Ihre Verbreitung. im Mittelgebirge ist grösser, als man früher vermuthet 
hat, denn fast überall, wo sie an den sie durchbrechenden Basaltmassen einen 
Stützpunkt fanden, oder durch die Decke von Basalttuffen und neogenen Gebilden 
geschützt sind, haben sie sich in grösseren oder kleineren Partien erhalten. 

Einen der vorzüglichsten, zuerst durch Prof. Reuss bekannt gewordenen 
Fundort zahlreicher Petrefakten bieten die Bakulitenmergel der Egerufer bei dem 
Dorfe Priesen (Bfezno) zwischen Postelberg und Laun. 

Sie bilden daselbst am rechten Ufer den durch neogene Erdbrandprodukte 
bedeckten, schon früher erwähnten Kreuzberg (Fig. 11.) und begleiten ebenso das linke 
Egerufer rings um die Basaltberge Chlum und Rannay und die durch Erdbrand- 
schiefer gebildeten Kuppen bei Vršovic. Ebenso umgeben sie die Basaltkuppen 
bei Milay und Belosic, von wo sie sich bis VolepSic und Hochpetsch verbreiten, 
dann die isolirten Basaltkuppen des Plänerplateaus bei Ko$ov, Liebshausen, Ho- 
renz und Jesan und bedecken stellenweise den steilen Rand des aus Ober-Pläner ge- 
bildeten Egerufers. Auf den Hügeln bei Vunic bilden sie den schon früher er- 
wähnten lichtgelben oder weissen plattenförmigen Mergel. 

Dass sie sich auch längs der Südgränze des zusammenhängenden Basalt- 
rückens des Mittelgebirges erhalten haben, bezeigt ein Fundort derselben am süd- 
lichen Fusse des Grossen Franz nordwestlich von Milleschau, wo sie durch Schurf- 
versuche blosgelegt sind (Reuss). 


In den südlichen Umgebungen von Bilin bilden sie die Thalsohle und die 
Lehnen des Luzicerthales, von wo sie sich unter Basalttuffen und Erdbrand- 
schichten bis zum südlichen Fusse des Boren bei Hrobsic und Kautz ver- 
breiten; östlich von Bilin trifft man sie auch tief im Mittelgebirge bei Lukov an, 
wo sie bei einem Schurfversuch in einer Mächtigkeit von 80 Fuss aufgeschlossen 
wurden (Reuss). 

Im Teplitzer Becken fehlen die Bakulitenmergel, aber am nördlichen, 80 


II. 15 


. We am ‚südöstlichen Saume des Mittelgebirges haben sie eine ansehnliche 
Verbreitung. 

Man findet sie im Thale bei Arbesau, Zuckmantel und Klein-Kahn, dann 
in Gräben und Wasserrissen in der Thalsohle von Eulau bei Königswald und 
Merzdorf mitten zwischen den  hochgehobenen Sandsteinen des Schnee- 
bergs-Plateaus und dem mächtigen phonolithischen Hegeberg, dessen Fuss sie von 
dem Eulauerthale bis tief in die Schluchten gegen Leukersdorf umsäumen. 

Ebenso bilden sie die Basis der schönen waldigen Basaltkuppen zwischen 
Eulau, Rosawitz und Malschwitz an der Elbe (Hutberg, Lotharberg, Hopfenberg 
und Pfaffenberg), wo sie sich unter sandigen Schichten und Basalttuffen durch den 
lettigen Boden verrathen und stellenweise in Wasserrissen und Schluchten, so wie 
an der Elbe zwischen Willersdorf und Karditz unter weichen neogenen Sandsteinen 
anstehen. Bei Bodenbach sieht man sie auf den gehobenen Quadersandsteinen auf- 
gelagert, Auch in dem tiefen von hohen Basaltbergen umschlossenen Thal von 
Prosseln südlich von Karditz tritt der Bakulitenmergel unter weichen Sandsteinen 
und Basalttuffen auf, so in Prosseln selbst an der südlichen Lehne und weiter im 
Gebirge zwischen Schochau und Ohren. Hieher gehören wahrscheinlich auch die 
metamorphosirten und von 'Trachyt vielfach durchbrochenen Mergel zwischen 
Rongstock und Pömerle, dann eine kleine Partie bei Nestomic. 

Auf der rechten Seite der Elbe begleiten die Bakulitenmergel den süd- 
lichen Fuss des Quaderplateaus, welcher die sogenannte böhmische Schweiz bildet, 
während sie weiter gegen Süden von Basalttuffen und weichen neogenen Sand- 
Steinen bedeckt sind. 

Wir fanden die Bakulitenmergel in Tetschen selbst bei der Grundstein- 
legung eines Hauses am westlichen Fusse des Schlossberges, dann an der Bohm.- 
Kamnitzer Strasse bei Loosdorf, von wo aus sie den basaltischen Poppenberg um- 
Säumen und sich über Güntersdorf und Alt-Ohlisch bis gegen Böhm.-Kamnitz ver- 
folgen lassen. (Näheres darüber weiter unten bei der Beschreibung der B. Ka- 
Mnitzer Gegend). 

Auch bei Neschwitz am rechten Elbeufer, bei Stein-Politz und Hartau, so 
315, im Thale bei Markersdorf und Gersdorf und in den Schluchten zwischen 
Meistersdorf und Sandau trifft man mitten im Basaltgebirge einzelne Partien von 
Bakulitenmergeln unter weichen neogenen Sandsteinen und Basalttuffen an. 

d Metamorphosirte, hornsteinähnliche Mergelschichten mit glaukonitischen 
Körnern findet man weiter im Schreckensteingebirge bei Kojedic; sie gehören 
Wahrscheinlich so wie die Rongstocker Mergel zu den Priesener Schichten. 

0 Als ein vorzüglich reicher Fundort von Versteinerungen erwies sich Waldek 
Südlich von Sandau. Der Polzenfluss tritt hier westlich von Böhm.-Leipa aus 
dem offenen Hügellande bei Straussnitz ins Basaltgebirge ein, in welches er sich 
lef bis zu seiner aus Bakulitenmergeln bestehenden Basis einschneidet. 

Man findet die zu Tage ausgehenden und sich durch einen nassen lettigen 
Boden ver ‘athenden Bakulitenmergel namentlich an der Südseite des Polzenthales, 
Wo Sich. zwischen Kwitkau, Drum und Waltersdorf, dann zwischen Waltersdorf und 
Mertendorf mächtige waldige Basalt- und Phonolithmassen (Hutberg) erheben, die 
durch das Thal. von Waltersdorf von einander getrennt sind. An den Lehnen 
dieses Thales nun bei Gross-Jober, Neugrund, Waldek, so wie an den Lehnen 


| 
| 


76 IT. 


des Polzenthales bei Schónborn und am Südabhange der basaltischen Berge bei 
Kozel und Kolben ist Bakulitenmergel unter Basalttuffen und lockeren Sand- 
steinen anstehend. 

Als besonders bezeichnend für den Waldeker Fundort sind:  Seaphites 
Geinitzii, Sc. auritus Frič € Schlónbach, ein Baculites, Rostellaria Reussii, Cor- 
bula caudata, Nucula striatula, Nuc. semilunaris, Bourguetoerinus ellipticus 
und anderc mehr. 

Auch der südlich von Drum zwischen Grabern und Bleiswedel sich erhe- 
bende spitze basaltische Ronberg, durch seine Ruine weithin erkennbar, ist 
ringsum von Bakulitenmergeln umgeben, welche bei Bleiswedel unmittelbar auf 
Isersandsteinen ruhen, während sie bei Luka und Litschnitz, bei Auscha, Simmern 
und Trnobran die Thalfläche ausfüllen, welche sich zwischen dem steilgehobenen 
Rand des Sandsteinplateaus (Iserschichten) und den Phonolithenkuppen des Geltsch 
und des durch prächtige, sechsseitige, in dünne Tafeln spaltbare Phonolithsäulen 
ausgezeichneten Eichberges bei Konojed, ausbreitet. 

Endlich findet man den schon früher erwähnten verhärteten Bakuliten- 
mergel auch am Gipfel der von Phonolith durchbrochenen Plänerhügel bei Enzovan 
und Kresic, wo sie den Teplitzer Pliner bedecken, so wie auf den Höhen bei Mi- 
chelsberg und Kamajk nördlich von Leitmeritz. 

Schliesslich sei noch eine eigenthümliche ne erwähnt, welche mit 
dem Bakulitenterrain in Verbindung ist. 

Man findet nämlich überall im Bereiche des Mittelgebirges, da wo Baku- 
litenmergel anstehen, eigenthümliche abgeplättete Blöcke von Quarzit oder festen 
quarzigen Sandstein verbreitet. 

So sieht man diese Blöcke in den Feldern bei Laun, am Fusse des Ra- 
nayberges und Hoblik, im Eulauerthal, am Fusse des Koppenberges bei Tetschen, 
am Fusse des Geltsch bei Trnobran, bei Böhm.-Leipa usw. 

Diese Blöcke werden gewöhnlich als die Ucberreste von abgewaschenen 
tertiären (neogenen) Schichten betrachtet, in denen sie feste blockförmige Konkre- 
tionen bildeten 

In der That ist der Bakulitenmergel der Priesner Schichten im Bereiche 
des basaltischen Mittelgebirges zum grossen Theil von sandigen Schichten bedeckt, 
welche stellenweise die angeführten quarzitähnlichen Konkretionen führen, wie man 
am Fusse des Geltsch bei Trnobran, wo der feste quarzitähnliche Sandstein als 
Steinmetzmaterial gewonnen wird, dann im Elbethal südlich von Tetschen und an 
anderen Orten sehen kann. Indessen ist es keineswegs festgestellt, dass die san- 
dige Decke der Bakulitenschichten wirklich neogen ist, im Gegentheil scheinen ei- 
nige Umstände darauf hinzudeuten, dass die lockeren Sandsteine oder sandigen 
Schichten mit festeren Quarzsandsteinen noch zur Kreideformation gehören und 
zwar zu der höchsten Stufe derselben, zu den Chlomeker Schichten. So wechseln 
bei Waldek (westlich von B.-Leipa) solche sandige Schichten mit den Bakuliten- 
schichten ab; bei Piesnig (östlich von Leipa) kamen in einem Quarzitblocke, der 
gesprengt wurde, Blätterabdrücke vor, welche den Charakter von Pflanzen der 
Kreideformation tragen, und was namentlich von Wichtigkeit ist, auf dem Chlomek 
bei Jung-Bunzlau liegen auf Bakulitenmergeln ganz ähnliche weiche Sandsteine 


IT. TT 


mit quarzitähbnlichen Partien und führen unzweifelhafte Kreidepetrefakten (Siehe 
weiter unten die Beschreibung der Chlomeker Schichten). 

Insofern also in den sandigen Schichten des Mittelgebirges, welche die 
Bakulitenmergel bedecken, keine tertiären Petrefakten vorkommen, ist ihre geol. 
‚ Stellung nicht sicher gestellt, und sie können vorläufig mit demselben Recht zu 
den Chlomeker Schichten der Kreideformation, wie zu den tiefsten Schichten der 
Tertiärformation gerechnet werden. 


IL. Die Kreideformation südlich vom Eger- und Elbeflusse. 


Südlich vom Egerflusse, vom Hriwicer Thal an gegen Osten bis Raudnic, 
und gegen Süden bis Rentsch, Neu-Straschic, Unhost und Prag dehnt sich ein 
durch zahlreiche Thäler vielfach durchfurchtes Plateau aus, welches hauptsächlich 
aus Korycaner Quadersandsteinen und Weissenberger Plänern bestehend, einen gleich- 
förmigen geologischen Charakter hat, der sich auch in der. Gleichförmigkeit der 
ebenen Hochflächen ausdrückt. 

Einen ähnlichen Charakter hat die Hochfläche zwischen der Moldau und 
Elbe ‚östlich von Prag, die sich von Prosik und Nehvizd gegen die Elbe absenkt. 

Sie hängt dann weiter östlich zusammen mit den Quadersandsteinen zwi- 
schen Böhm.-Brod und Schwarz-Kostelec, während die Plänerbildungen bei Alt- 
Prerau, Biistev und Sadska als isolirte Hügel aus dem Elbealluvium emporragen, 
und eigenthümliche kalkige Tourtiaschichten in vereinzelten Streifen die niedrigen 
Gneishügel bei Kolin, Kuttenberg und Cäslau bedecken. 
| Einen eigenthümlichen Abschluss der Kreideformation bildet im Cäslauer 
Kreise ein Streifen von Korycaner Sandsteinen und Weissenberger Plänern, der an 
den Lehnen des sogenannten Eisengebirges (Zelezné Hory) östlich von Zehusic 
beginnend, in der Thalsenkung mitten im Urgebirge (Gneis und Phyllit) längs des 
rechten Ufers des Doubravaflüsschens in einer Länge von 12 Wegstunden bis Ra- 
dostin an der mährischen Gränze bei Rausko sich hinzieht, während die Breite 
desselben nur eine , bis JL Wegstunde beträgt. 

Wir wollen nun diese Partien einer näheren Betrachtung unterziehen. 


4. Das Zban- und Rip-Plateau, sowie die Pläner-Plateaus nördlich 
von Prag. 


Dieses Plateau, welches durch den steilen Bruchrand längs der Eger von ` 
der Kreideformation des Mittelgebirges scharf getrennt ist, hat ehedem eine zu- 
"ammenhüngende Decke gebildet, welche von Kounova aus gegen Osten die per- 
Mischen und Steinkohlen-Sandsteine bedeckte und weit ins silurische Gebiet bis 
Segen die Moldau sich ausdehnte. 


78 Th 


Von der Moldau und Elbe an, zwischen Kralup und Raudnie steigt das 
Plateau in sanften Terrassen gegen Westen, allmählich von 800 Fuss Seehöhe 
(Rand oberhalb Kralup) bis 1600 Fuss (Zbän-Plateau) sich erhebend. 

Durch Erosion des abfliessenden Wassers, welches bis auf die tiefer lie- 
genden permischen und Steinkohlensandsteine oder silurische Schiefer eindrang, 
wurde das Plateau in eine Menge kleinerer Hochflächen zerschnitten, die von ein- 
ander durch ansehnliche Bachthäler getrennt werden. An den Lehnen dieser 
Thäler kann man nun längs der langen Wände in einer ununterbrochenen Einförmigkeit 
die wenigen Schichtenstufen der Kreideformation verfolgen, welches diese Plateau 
zusammensetzen. 

Zur näheren Orientirung in diesem Gebiete sei eine kurze orographische 
Skizze desselben vorausgesendet. 

Das Plateau hat zu seiner Dasis im Norden die permische, im Osten die 
Steinkohlen- und im Süden die Silurformation. 

Es beginnt mit einem nicht hohen aber scharf abgeschnittenen Rande 
(800^ im Moldau- und Elbethale zwischen Kralup und Raudnic und fällt dann 
mit einem höheren ebenfalls steileren Rande zum Egerthale bis in die Gegend 
von Laun (Smolnic, Hfivic) ab. Westwärts wird es vom tiefen bis zur permischen 
Formation eingeschnittenen Hfivicerthale begrünzt, während die Südgrünze durch 
einen steilen Rand bezeichnet wird, dessen westliches Ende auf permischer Basis 
den Zbánberg ( 1670’) bildet. Die Fortsetzung desselben zieht sich dann wallartig 
über dem Steinkohlenterrain bei Kornhaus, Katic bis Rozdélov und vereinigt sich 
endlich mit den silurischen Höhen (der Etage B), die sich über Přítočno, Roth-Au- 
jezd, Ühonie, Jené, Ruzyn, Nebu&ie, Horoměřice bis Tuchomérie und Ci&ovie ausdehnen. 

Offenbar war ehedem das ganze Gebiet zwischen der angedeuteten Süd- 
und Nordgrünze ein einziges zusammenhängendes Plateau, aber durch spätere Ero- 
sion wurde ein grosser Theil in der Mitte des Plateaus abgeschwemmt, und durch 
die bis zum älteren Grundgebirge eingefurchten Thäler in zahlreiche Streifen und 
kleinere Plateaus zerschnitten. 

Namentlich laufen solche tief eingeschnittene Thäler vom Plateaurand des 
Zbán bei Třeboc und Kroučov aus, und scheiden einige bewaldete ITochflüchen 
von einander, welche weit gegen Westen und Norden sich erstrecken. Das Hvi- 
vicer, Rodovicer und Vinaficerthal bis zum rothen permischen Sandstein laufen 
von da gegen Norden zur Eger aus, während die Mitte des Plateaus von einer 
Menge von Biichen zerschnitten ist, welche nicht weit vom Südrande desselben 
entspringen und in nordóstlicher Richtung die Gegend von Srbeé, Zlonic, Schlan, 
Kladno durchfurchen. Die Höhen zwischen den Bach-Thälern bestehen durch- 
wegs aus Schichten der Kreideformation, während im Thalgrunde permische oder 
Steinkohlensandsteine, oder silurische Gesteine anstehen. 

Abgesehen von den Thälern hat das Plateau der Kreideformation den 
Charakter einer einförmigen Hochfläche, über welche sich nur der domfórmige 
Basaltberg Rip (1438^, der Schlaner Salzberg (1032^) und der Winaficerberg 
(1296‘) bei Kladno, beide ebenfalls aus Basalt bestehend, erheben. 

Einige isolirte kleinere Plateaus der Kreideformation umgeben dieses zu- 
sammenhängende Kreidegebiet im Westen und Süden. 


Kladno. 
t) Te- 


ch. ; 


S 


enberger 


8 


8 


0) Wei 


H 
P 
Е: 


Sc 


Vinaficer Berg. 


Koryeaner 


ch. 


n) Diluvium. 


S 


Schlan. 
p) Perucer 


€) Basalt; 


che Form.: 


S 


Sch;; 


d) permi 
itzer 


jl 


I 
1 


einkohlen-Form.: 


+ 
t 


S 
) > 


u) 


s) silurische Form.: 


^ Phyllit; 


f 


IL 19 


Hieher gehört der Litschkauerberg am Nordrand 
des Plateaus und der langgezogene Markvarecer oder 
Okrouhlik Berg (1440°) auf permischen Untergrund bei 
Tuchorie und einige kleinere Kuppen im Gebiete des 
rothen permischen Sandsteines nördlich vom Zbán, dann 
der ebenfalls langgezogene Loustin (16449) bei Kru- 
Sovic, das Plateau von Neu-Strasie (1500), auf per- 
mischer und Steinkohlenunterlage, der weisse Berg 
(1250) und der Vidovleberg (1900) beide bei Prag 
auf silurischen Schiefern der Etage D. 

Für das Studium der Kreideformation sind am 
günstigsten die Plateauränder, da das Plateau selbst 
grösstentheils durch Diluviallehm oder Schotter und 
von Feld und Wald bedeckt ist. Obwohl nun. hier die 
tieferen Glieder der Kreideformation (Perucer, Kory- 
'aner und Weissenberger Schichten) vorherrschen, so 
trifft man doch auch die höheren Stufen derselben, ob- 
wohl in kleinerer Verbreitung daselbst an, und zwar 
in aufsteigender Reihenfolge in folgender Ordnung. 


1. Die Perucer Schichten. 


Diese Stufe ist durch kohlenführende Schieferthone 
mit Pflanzenabdrücken und durch den vollständigen 
Mangel von Meereskonchylien ausgezeichnet; sie bildet 
an der Basis der böhmischen Kreideformation, nament- 
lich in dem beschriebenen Plateau einen charakteri- 
stischen Horizont. (Fig. 14.) 

Das Liegende dieser Stufe ist gewöhnlich ein 
eisenschlüssiger grobkórniger Sandstein, auf welchen 
ein weissgrauer Sandstein mit silbergrauen Glimmer- 
blättehen folgt, in dem Schieferthon mit kleinen Flótz- 
chen oder Nestern einer braunkohlenähnlichen Glanz- 
kohle eingelagert sind. 

Die Sandsteine dieser Stufe sind ein vortreffliches 
Bau- und Bildhauermaterial; die Ausbisse der Kohlen- 
schiefer gaben schon vielfache Veranlassung zu Schür- 
fungen, die aber bisher. nirgends zu günstigen. Resul- 
taten führten, da die Kohlenflétze. nur einige Zoll 
mächtig sind oder. die Kohle blos nesterweise vor- 
kommt. 

Am Nordrand des Plateaus treten die Sandsteine 
dieser Stufe zuerst an den steilen Wänden bei Presta- 
vik und bei Kostelee südlich von Budin auf; es wurde 
hier ehemals ein Theil des Baumaterials für die Fe- 


80 II. 


stung Theresienstadt gewonnen. An den Mündungen der schluchtartigen Thilchen 
von Mšeno und Bernikov sieht man rothe permische Sandsteine anstehen und über 
denselben graue Quaderaandsteine mit Ausbissen von Schieferthon, der sich bis 
tief in die Schlucht bei Podol am Fusse der steilen Lehnen verfolgen lässt. In 
diesem Schieferthon kommen Abdrücke von Farrenwedeln (Pecopteris Zipper, 
P. bohemica), in den darüber anstehenden Sandsteinen längliche Palmenblattähn- 
liche Phylliten vor, die an die von Göppert beschriebene Flabellaria chameropi- 
folia erinnern. Die Steinbrüche bei Podol liefern das Material zur Renovirung 
der Prager Domkirche. 

Die Perucer Schichten mit ihren Sandsteinen und Kohlenschieferausbissen 
kann man nun am Nordrande des Plateaus längs der Eger über Popla bis Stra- 
donic verfolgen. 

Bei diesem Dorfe mündet die tief ins Plateau eingeschnittene Perucer 
Schlucht. Man kann an den Lehnen derselben von den permischen Sandsteinen 
aufwärts die Schichten der Kreideformation bis zum Weissenberger Pläner ver- 
folgen; namentlich sind aber die durch Steinbrüche -in Peruc selbst erschlossenen 
Sandsteine interessant, da sie in den ihnen eingelagerten Schieferthonen nicht 
blos ausgezeichnete Kreidepflanzen (Widdringtonites, Cuninghamites, Pecopteris) 
sondern auch Abdrücke von Flussbivalven (Unionen) führen und hiemit als eine 
wahre Süsswasserbildung sich erweisen. 

Die westliche Fortsetzung des Plateaurandes von Peruc zeigt eine doppelte 
Abstufung des Terrains, mit welcher auch der Schichtenbau übereinstimmt. 


(Fig. 15.) 


Fig. 15. 


бепёїс. Chlum В. Vici. Donin, Jungfer-Tejnic. 

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1 Ls. = p ; im c 

d "em eei NT We 
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d) Permische Form.; p) Perucer Sch.; E) Korycaner Sch.; o) Weissenberger Sch.; m) Malnicer 
Sch.; ¢) Teplitzer Sch.; c) Basalt. 


Die höhere Terrasse zieht sich von Peruc über Dyber, Vrbno, Donín, Sulc 
gegen Smolnic (ein weithin sichtbares Dorf), die tiefere Terrasse aber von Stra- 
donic über Slavětín, Vlčí gegen Brloh. 


Beide Terrassen sind vom Weissenberger Pläner bedeckt und haben an 
ihrer Basis die Sandsteine der Perucer Schichten. Bei Donín kam in diesem Sand- 
stein ein Bruchstück des früher unter dem Namen Palmacites varians angeführten 
Baumstammes vor, der aber nach neueren Untersuchungen von Göppert nichts 
anderes ist als der Wurzelstock eines Baumfarrens (Protopteris), den wir in viel 
grósserer Menge noch an anderen Punkten kennen lernen werden. 

Die Perucer Schichten scheinen im ganzen Plateau die Basis der Kreide- 


II. 81 


formation zu bilden, obwohl die charakteristischen Ausbisse der Schieferthone 
nicht an allen Rändern des Plateaus zu bemerken sind. 

Man trifft diese Ausbisse namentlich an der Basis der kleineren isolirten 
Plänerplateaus’ im Gebiete des permischen Sandsteines in der Gegend von Zlonic 
und Schlan an, so bei Klein-Pale&, Dřínov, Královie, Bakov und Trpoméch, in 
denen einzelne Kohlenflötzchen die Mächtigkeit bis 19 Zoll erreichen, und noch in 
jüngster Zeit zu Kohlenschürfungen Veranlassung gaben, da sie von den Schürfern 
gewöhnlich irrthümlicher Weise mit den Ausbissen der permischen oder Stein- 
kohlen-Flötze verwechselt werden. 

Achnliche Ausbisse kommen auch an den Rändern der Plänerplateaus bei 
Prag im Gebiete der silurischen Schiefer vor, so bei Hostivic, bei Vorder-Kopa- 
nina, an den Lehnen des weissen Berges bei Střešovic und Veleslavín, ebenso bei 
Repy und innerhalb der Stadtmauern Prags am Lorenziberge, dann am Vidovle- 
berge bei Stodülek. 

Auf den silurischen Höhen der Umgebungen von Prag, namentlich auf 
dem Kalkplateau bei Butovic und Slivenec findet man zerstreute Blócke von eisen- 
Schiissigem festen Sandstein, der vollkommen mit den tiefsten Schichten der Kreide- 
formation am weissen Berge und in der Sárka übereinstimmt und wahrscheinlich 
der Ueberrest dieser ehemals viel weiter verbreiteten tiefst:n Sandsteinschichten 
ist. Man trifft übrigens diese eisenschüssigen Sandsteine auch in kleineren an- 
Stehenden Felsen oberhalb Dejvic bei Prag und auf den Hóhen óstlich von Ta- 
chlovic an. 

Ein sehr interessanter Fundort von Pflanzenresten im Gebiete der Perucer 
Schichten ist die Umgebung von Rynholec am Fusse des Neu-Stra&icer Plateaus. 

Man findet daselbst in den Quadersandsteinen, welche unmittelbar auf den 
Sandsteinen der Steinkohlenformation ruhen, eine Menge von verkieselten Wurzel- 
stöcken baumartiger Farren (ehedem als Palmacites varians als Palmenstümme be- 
stimmt) und trifft sie in vereinzelten Bruchstücken auch bei Pecinov an. Die 
Häufigkeit dieser Wurzelstócke in dieser Gegend weist auf einen ganzen Wald 
von Baumfarren hin, der hier die Ufer von Flussmündungen oder Süsswasserbecken 
umsáumte, welche vor Absatz der marinen Schichten der böhm. Kreideformation 
diese Gegend einnahmen. 


2. Koryeaner Schichten. 


Dieselben bilden eine im ganzen Plateau entwickelte Stufe, welche durch 
den marinen Charakter ihrer Versteinerungen von den Süsswassergebilden der 
Perucer Schichten scharf getrennt ist. Das herrschende Gestein dieser Schichten 
ist ein mehr oder weniger glaukonitischer Sandstein, in 2—4 Klafter müchtigen 
Bünken, der stellenweise durch einen kalkigen Sandstein oder selbst durch Kalk- 
Stein ersetzt wird, namentlich dort, wo diese Schichten unmittelbar auf älterem 
Grundgestein (der Silur- oder Steinkohlenformation) ruhen. 

Ausgezeichnet sind die Sandsteine dieser Zone am Ostrande des Plateaus. 
Man findet sie auf der Höhe des steilen Kohlensandsteinfelsens Hostibejk bei 
Kralup, wo sie auf Perucer Sandsteinen mit schwachen Kohlennestern ruhen und 

6 


82 u. 


mit Steinkernen von Meereskonchilien (Trigonia suleataria, Cardium  hillanum, 
Turritella. cenomanensis, Rostellaria usw.) angefüllt sind. Die Mächtigkeit der- 
selben beträgt etwa 2 Klafter, während die darunter liegenden Perucer Sandsteine 
etwa 4 Kl. einnehmen. (Fig. 16.) 


Fig. 16. 
Kralup. Mühlhausen. Veprek. 


FIT] iugo om. 
ere 


анар: rnt о Герти. ve 


s) silurische Gesteine; u) Steinkohlen - Form.; E) Korycaner Sch.; 0, o) Weissenberger Sch.; 
m) Malnicer Sch.; /) Teplitzer Sch. 


Die glaukonitischen Sandsteine fallen gegen Norden allmählig ein und 
verschwinden bei Mühlhausen unter den Weissenberger Plänern und tauchen erst 
am Rande der Egerspalte zu Tage, welche den gehobenen Nordrand des Plateaus 
bildet. Man kann sie da über den Perucer Sandsteinen mittels der mehr oder 
weniger häufigen Steinkerne von Conchilien und nach dem glaukonitischen Ha- 
bitus des Gesteines über Peruc bis hinter Smolnie verfolgen. Sie bilden die 
steilen Lehnen der tiefen Thäler, welche vom Zbán gegen Norden auslaufen und 
umsäumen überall das vielfach zerrissene Plateau bei Schlan und Prag und sämmt- 
liche früher angeführten isolirten kleineren Hochflächen (Okrouhlik, Loustin, Weisser 
Berg, Vidovle, bei Drnov, Dolin, Zlonic usw.). 

Nur auf der Strecke zwischen Rozdélov bei Kladno und Jeneč scheinen 
sie zu fehlen oder auf eine geringe Müchtigkeit reduzirt zu sein, indem daselbst 
der Weissenberger Pläner fast unmittelbar auf silurischem Grundgestein ruht. 

Erst von Jeneč über Hostivie, Liboc, Nebuzic, Lisolej, Horoméfie bilden 
sie wieder den Saum des Plateaus, und haben ebenso wie am weissen Berg und 
Vidovle namentlich Zrigonia suleataria als Leitmuschel. 

Eine sehr lehrreiche Einsicht in die Verhältnisse der hiesigen Korycaner 
Schichten bietet das Thälchen des Tuchoméficerbaches von Kněževes angefangen. 
Dasselbe ist in das Plänerplateau bis zu dem silurischen Grundgestein (Kiesel- 
schiefer) eingefurcht, so dass man an den Lehnen desselben zwischen Tuchoméfic 
und Kopanina die Reihenfolge der Weissenberger Pläner, der glaukonitischen Ko- 
rycaner Sandsteine und der Perucer Schichten mit ihren Schieferthonen unter- 
scheiden kann. An den südlichen Lehnen des Thälchens zwischen Kněževes und 
KnéZívka sieht man über einem wenig festem glaukonitischem Sandstein, der in 
der Thalsohle ansteht, eine thonig sandige etwa 1 Klafter müchtige Bank voll von 
festeren, sandigkalkigen und glaukonitischen Knollen, welche reihenweise aus dem 
weichen Sandsteine hervorragen. Diese Knollen enthalten eine Menge von Petre- 
fakten, von denen namentlich Trigonia suleataria, Myoconcha eretacea und Exo: 


gyra columba häufig sind. 


Man kann diese petrefaktenreiche Bank an den Thallehnen gegen Knézívka 


IT. 83 


Tuchométic bis Statenie verfolgen, vor welchem Роге sie in eine !/, Klafter müch- 
tige Exogyrenbank übergehen; zugleich bemerkt man, dass der Kalkgehalt derselben 
namentlich gegen Norden, dass heisst gegen den äusseren Rand des Plänerplateaus 
grösser wird und dieselben stellenweise in einen grauen mit Kieselschieferbrocken 
angefüllten Kalkstein übergehen, der unmittelbar auf silurischem Gestein ruht. 

Diese kalkreiche Dank, offenbar eine Uferbildung des Kreidemeeres, hat 
Sich ehedem noch weit über das silurische Hügelland bei Klein-Cicovie, Noutonie, 
Hole, Kozinec und Debrno erstreckt, ist aber durch. spüter. erfolgte Abschwem- 
mungen grósstentheils verschwunden, so dass mur einzelne Schollen übrig ge- 
blieben sind. Man sieht solche isolirte Partien zwischen Okoř und Noutonie, bei 
Hole, zwischen Trnény Oujezd und Holubic, und bei Debrno, sämmtlich auf azoi- 
schen Thon- und Kieselschiefern, dann bei Budeč und nördlich von Votvovic auf 
Kohlensandsteinen abgelagert. (Fig. 17.) 


Fig. 17. 


Holubie. Tuchomeiic. Nebusic. Weisser Berg. 


А жш жеше нї т шр ийи тшт тєп э 
(ЕЛУ Xen 
CN ANNE CN COCA ” е 
` SS ACG SS SESS 


B, D) Etagen der Silurform.; p) Perucer Schichten; A) Korycaner Sch.; о) Weissenberger Sch.; 
n) Diluvium. 


Die Hauptmasse dieser 2—4 Klafter mächtigen Ueberreste einer ehemals 
“usammenhingenden Schichte bildet ein grauer feinkörniger stellenweise krystalli- 
nischer Kalk, der hier als Mörtelkalk in einigen Steinbrüchen gewonnen wird. 

Zahlreiche Fragmente von Kiesel- und Thonschiefer sind in denselben ein- 
Seknetet, manche Bänke sind voll Petrefakten, andere aber sind versteinerungs- 
leer. Die Basis desselben bilden weiche Grünsandsteine, die Decke aber 1—2 Klafter 
mächtige Thonschichten, über welchen kalkige plattenförmige Sandsteine ruhen, die 
den Weissenberger Schichten zu entsprechen scheinen. 


3. Weissenberger Schichten. 


к Das herrschende Gestein dieser Schichten ist ein verhärteter, kalkig-san- 
diger lichtgelber Mergel, der unter dem Namen „opuka“, Pliner, in dieser Gegend 
allgemein als ein guter Baustein benützt wird und deswegen in zahlreichen Stein- 
brüchen aufgeschlossen ist, 

Unter diesem Pläner, der die Plateaus fast ohne Unterbrechung bedeckt 
Und nur auf einigen kleineren Plateaus der Gegend von Schlan und Zlonic abge- 
Waschen ist, liegt aber überall ein tieferes sandig-mergliges oder thoniges Zwi- 


6* 


84 II. 


schenglied, welches die Korycaner Grünsandsteine von den Bänken des Bau- 
Plüners abtrennt. 

Beginnen wir die übersichtliche Darstellung dieser Schichten am östlichen 
Rande des Plateaus, so finden wir sie zuerst auf den Hóhen zwischen Kralup und 
Mühlhausen, wo auf den früher erwähnten Korycaner Schichten eine mächtige 
Zone (6—10 Kl.) von mergligen und sandig-mergligen Schichten mit kleinen un- 
deutlichen Muscheln liegt und fast die ganze Lehne einnimmt, die sich von Mühl- 
hausen gegen Hledseb zieht. Die höheren Plateauränder nehmen 2—5 Kl. mächtige 
Bänke des festen Pläners ein, der hier wie überall durch den fast nie fehlenden 
Inoceramus labiatus bezeichnet ist (Fig. 16.). 

Das Einfallen dieser Schichten geht konform dem untergelagerten Grün- 
sandstein allmählig gegen Norden, wesshalb schon bei Vepiek die festen Pläner- 
bänke im Thalgrunde an der Eisenbahn anstehen, und die tieferen mergligen 
Schichten den steilen etwa 3 Klafter hohen Uferrand bei Mléehost und Vraňan 
einnehmen. 

Man kann nun die Weissenberger festen Pläner am Plateaurande über 
Ober-Befkovie, Kostomlat, Bechlin bis Raudnic verfolgen und bemerkt stellenweise 
(so bei Kostomlat) unter denselben auch die sandig mergligen Schichten, während 
die Felswände des linken Elbeufers zwischen Raudnic und Zidovec ganz von den 
festen Plänerbänken eingenommen werden. 

Es fand sich hier unter anderen Geinitzia eretacea, ein Ahornblattähn- 
licher Phyllit, Ammonites peramplus, Am. Deverianus d’Orb., Inoceramus labiatus, 
Schuppen von Osmeroides liwesiensis, Exoyyra columba in Nestern. 

Auch der aus dem Alluvialschutt des Elbethals bei Jenéovic emporragende 
kleine Basalthügel ist von den mergligen Gesteinen der tieferen Zone umgeben. 
Dieser Fundort lieferte nebst Lima elongata und anderer Arten der Weissenberger 
Schichten auch einen noch nicht näher bestimmten für die böhm. Kreideformation 
neuen Ammoniten. 

Am nördlichen Rande des Plateaus längs der Eger sieht man über den 
Grünsandsteinen vorzüglich die festen Plänerbänke entwickelt, während das merg- 
lige Zwischenglied von einer thonigen Schicht vertreten wird, welche das Liegende 
des festen Pläners bildet. Ein vorzüglicher Fundort für Petrefakten des Weissen- 
berger Pläners sind die Steinbrüche bei Peruc. Man findet daselbst nebst zahl- 
reichen anderen Spezies namentlich Ammonites peramplus, Coprolithen von Ma- 
eropoma Mantelli, Nautilus sublevigatus, Pleurotomaria secans, Inoceramus la- 
biatus, Klytia Leachii, Geinitzia eretacea. 

Derselbe Pliner mit seiner thonigen Unterlage ist überall auf dem Plateau 
rings um den Georgsberg (Rip), bei Vraná, Jungfer-Teinitz, am Zbán und auf den 
isolirten Hochflächen des Okrouhlik bei Markvarec, am Loustín, bei Neu-Strasic, 
bei Smečno, Kladno, Buštěhrad und Nebusic verbreitet. 

Ebenso tragen die kleineren isolirten Plateaus bei Schlan und Zlonic (im 
Gebiete der Steinkohlen- und permischen Formation) eine Decke von Weissen- 
bergern Plänern, so namentlich die Höhen bei Diínov, bei Dolín, die Kuppe des 
Ripec bei Trpoméch, die Plateaus bei Netovic, Drnov, Zelenic und Cvréovie. Die 
Unterlage des Plüners ist hier überall eine 2—5 Klafter mächtige Thonschichte, 


II. 85 


die auf Grünsandstein ruht. Bei Kladno wird dieser Thon zur Bereitung von 
feuerfesten Ziegeln benützt. Der Pliner zwischen Schlan und Dolin lieferte eine 
neue Fisch-Spezies sowie Klytia Leachit und Pleurotomaria secans. 

Auf dem weissen Berg bei Prag, dessen Namen wir zu der Bezeichnung 
dieser Schichtenstufe benützten, liegt auf den Grünsandsteinen der Korycaner 
Schichten ebenfalls sandiger Mergel, der gegen oben kalkreicher wird und kalkige 
sowie kieselige Konkretionen enthält (4 Kl), auf welchem dann der in dicken 
Bänken und mit senkrechten Zerklüftungen abgelagerte Bau-Pläner mit Inoceramus 
labiatus, Nautilus sublevigatus, Klytia Leachii aufliegt (4 KL). (Fig. 17.) 

Ganz ähnlich sind die Verhältnisse auf dem Vidovleberg (südlich vom 
Weissenberg mit silurischen Schiefern der Etage D an seiner Basis) bei Jinonic, 
dessen Ostrand der Weissenberger Pliner einnimmt, dann auf dem Plateau von 
Vorder-Kopanina nördlich von Prag, wo ein vorzüglich feinkörniger lichtgraugelber 
als; Steinmetzmaterial verwendeter Pliner gewonnen wird, der seiner Qualität 
Nach dem Gastorfer Pläner (über den später gesprochen wird) vollkommen 
entspricht. 


4. Malnicer Schichten. 


Der typische Malnicer Grünsandstein fehlt dem beschriebenen Plateau ; 
da dieser Grünsandstein aber seinem paläontologischen Charakter nach eigentlich 
nur als die höhere Zone des Weissenberger Pläners betrachtet werden kann, so 
dürften die höheren plattenfórmigen und sandigen Plänerschichten, wie sie am 
weissen Berg und namentlich auch am Plateau rings um den Georgsberg (Rip) auf- 
treten, als ein Repräsentant derselben betrachtet werden. In diesen Schichten 
kommt so wie bei Malnic Ammonites Woolgari vor, doch lässt es sich bei der 
Seltenheit des Vorkommens und wegen der Gleichartigkeit des Plänergesteines 
der oberen und unteren Schichten nicht nachweisen, ob er hier auf die oberen 
Plänerschichten sich beschränkt. | 


5. Iser-Schichten. 


Dasselbe gilt von den Iserschichten. In dem Bereiche ihrer mächtigsten 
Entwicklung jenseits der Elbe bilden sie, wie schon erwähnt wurde, ein mehr oro- 
graphisch als paläontologisch ausgezeichnetes Zwischenglied zwischen den Malnicer 
und Teplitzer Plänern, und als Repräsentant derselben könnten desswegen auch in 
dem Bereiche der angeführten Plateaus nur jene sandig mergligen Schichten an- 
gesehen werden, welche sich über den typischen Weissenberg-Plänern befinden. 
Man sieht solche unbestimmte Sehichten namentlich am Plateau des Georgsberges 
von Ober-Befkovic bis Charvatec, Krabsic und Lipkovic, wo sie von den Aequi- 
valenten der Malnicer Schichten bisher nicht abgetrennt werden können. 


I. 
6. Teplitzer Schichten. 


Als Repräsentanten dieser Schichten sind jene bröcklichen mergligen 
Pläner von grauer oder weissgrauer Farbe zu betrachten, welche (mit einer kleinen 
Ausnahme bei Chvalín unweit Raudnic) die höchste Schichtenstufe der beschrie- 
benen Plateaus bilden und in ihrem paläontologischen Charakter (Micraster Mi- 
chelini, Terebratula semiglobosa, Ostrea sulcata Reuss etc.) grösstentheils an jene 
Beschaffenheit der Teplitzer Schichten erinnern, wie sie an der Eger bei Kystra 
und Kostic sich darstellt. 

Diese Mergelschichten scheinen ehedem über das ganze Kreideplateau 
dieses Gebietes verbreitet gewesen zu sein, da man sie sowohl an dem nórdlichen 
Theil derselben um den Georgsberg, als auf den südlichsten Punkten, z. B. am 
weissen Berg bei Prag angedeutet findet. 

Am Ostrande des Kreide-Plateaus kann man sie auf den Hóhen zwischen 
Mühlhausen und Velvarn bei Ober-Berkovie und Citov, und dann über Skuhrov, 
Letic gegen Kostomlat, Vesce, sowie über Klené, Raéinoves bis gegen Charvatec 
verfolgen, wo sie grósstentheils von Diluvialschotter und Lehm bedeckt sind. 

Am mächtigsten und auffallendsten sind sie an der nördlichen Seite des 
Plateaus, da wo es sich gegen Doxan und Libotejnic zwischen der Elbe und Eger 
abflacht, entwickelt. Sie bilden daselbst die Hügel bei Zidovec und Chvalín, wo 
man ihre Auflagerungen auf den älteren Schichten, sowie die in das Plänerterrain 
eingreifende Verwerfungsspalte der Egerlinie verfolgen kann. 

Man findet auf dem Wege vom Plateau bei Racinoves über Dusnik, Chva- 
lin gegen Zidovec, die im beifolgenden Profile angedeutete Schichtenfolge. (Fig. 18.) 


Fig. 18. 


Zidovec. Prestavik. 


ШУ dmm 
TUA ЖЕП 
EE 
d) Permische Form.; р) Perucer Sch.; k) Korycaner Sch.; о) Weissenberger Sch.; m, j) Mal- 
nicer, Iger-Sch. ; #) Teplitzer Sch.; b) Priesener Sch. 


Am weissen Berge bei Prag gehören hieher die obersten weissgrauen 
kalkigerdigen Schichten mit zahlreichen Foraminiferen, die aber blos in den Stein- 
brüchen zunächst der Stadtmauern nachweisbar sind. 


Hieher dürften endlich auch die von Lipold (Jahrb. d. geol. Reichsanstalt 
XII. pag. 513) angeführten Mergel zu rechnen sein, welche in einem Schurf- 
schachte am Fusse des Schlaner Basaltberges vorkommen und nebst Weissenberger 
Petrefakten (Inoceramus und Pleurotomaria) auch Spezies der tieferen Teplitzer 
Schichten: Otodus appendiculatus, Natica vulgaris, Arca undulata, Nucula pecti- 
nata, N. semilunaris und einen Baculites anceps enthielten. 


П. 87 


Diese Reste rühren wahrscheinlich von einer durch Verwerfung in einer 
Spalte gelangten Mergelschicht her. 


7. Priesener Schichten. 


Dieselben beschrünken sich in diesem Gebiete blos auf das Plateau zwi- 
schen Chvalin und Židovec, wo sie als weissgelbe, feste, plattenförmige Kalkmergel 
auf den Teplitzer Schichten auftreten. (Fig. 18.) Unter den zahlreichen Petrefakten 
dieses Fundortes ist für diese Stufe Jnoceramus Cuvier: namentlich bezeichnend. 


B. Die Kreideformation zwischen der Elbe und Moldau, und in den 
Umgebungen von Kolin und Caslau. 


Das Delta zwischen der Elbe und Moldau in der Weltrußer Gegend be- 
steht aus Flussschutt und lehmig-sandigem Flussalluvium. Erst von Chvatérub über 
Kopeé, Korycan, Byskovie und Neratovic erheben sich silurische Hügel (Schiefer 
der Etage B mit Felsitlagern und Kieselschiefern), welche den nördlichen Abfall 
eines Plateaus bezeichnen, das sich längs der Elbe bis gegen Mochov hinzieht 
und am südlichen Rande von der Thalfurche des Baches Rokytnice und dem Ou- 
valer Bache umsäumt wird. 

Ein grosser Theil dieses Plateaus ist von Quader- und Plänerschichten 
bedeckt und auch unter dem Flussalluvium zwischen Veltrus und Klomin findet 
man dieselben; zwischen Zlosejn und Dřínov erhebt sich aber ein isolirter Hügel 
dieser Formation inmitten des Flussschuttes. 

Östlich von Mochov erweitert sich die ebene Diluvialfläche des Elbethales, 
aus welcher einzelne Sandstein- und Plänerhügel (bei Přerov, Diístev, Hof Horka, 
Velenka und Sadská) sich erheben. Die in den tieferen Bacheinschnitten des 
Thalschuttes anstehenden Pliner (z. B. bei Zvöfinek) weisen darauf hin, dass auch 
unter diesem Schutte die Schichten der Kreideformation verbreitet sind. 

Von der Elbethalfläche aus steigt der südliche Rand der Kreideformation 
auf die permischen rothen Sandsteine zwischen Böhm.-Brod und Schwarz-Kostelec 
und auf die Gneishügel der Umgebungen von Plaňan, Kolín, Kuttenberg, Caslau, 
wo das ehemalige Ufer des Kreidemeeres durch eine Reihe von muschelreichen 
Kalkschichten der Korycaner Stufe angedeutet ist. 

Aus dem breiten Thale bei Cáslau, welches südlich von den Höhenzügen 
des Kank, des Vysokáberges und nördlich vom sogenannten Eisengebirge (Zelezné 
Hory) umwallt wird, erstreckt sich unter dem angeschwemmten Schutte die Kreide- 
formation gegen Südost und bildet namentlich am Fusse der steileren Gehänge 
des letztgenannten Höhenzuges längs dem Doubravaflüsschen von Horusic (nord- 
östlich von Gaslau) bis Radostin bei Vojnoméstec an der mähr. Gränze, einen 
engen fiordartigen Streifen mitten im Gneisgebiete, der durch eine ebene Terrasse 
längs der Doubrava auch orographisch ganz deutlich bezeichnet ist. 


88 П. 


Die in diesem Gebiet verbreiteten Schichten der Kreideformation gehören 
nur zu den tieferen drei Stufen und treten unter den folgenden Verltült- 
nissen auf. 


1. Perucer Schichten. 


Man findet dieselben mit den sie bezeichnenden kohlenführenden Schiefer- 
thonen und den Pflanzenquadern hauptsächlich am südlichen Rande des Plateaus 
zwischen Kobylis und VySerovie, unmittelbar auf die silurischen Schiefer (der 
Etage D) aufgelagert. Sie sind durch alte, theilweise unterirdische Steinbrüche 
bei Prosik, Chvala, VySerovic, Nehvizd, Kounic, oder durch Schurfarbeiten bei 
Prosik, Vysočan, Vinoř, Jirna und Nehvizd aufgeschlossen. (Fig. 19.) 


Fig. 19. 


Tousen. Nehvizd. Vyserovic. 


Ka 


s) Silurische Schiefer; p) Perucer Schichten; £) Korycaner Schichten; o) Weissenberger Schichten ; 
d) Diluviallehm. 


Die Schieferthone, 1—2 Kl. mächtig, führen zahlreiche Pflanzenabdrücke 
und stellenweise auch schwache Kohlenflötzchen von 5—12 Zoll Mächtigkeit, und 
ruhen auf eisenschüssigem, stellenweise konglomeratartigen Sandstein, während sie 
selbst von einem feinkörnigen lichtgrauen oder streifenweise gelbem Sandstein von 
2—6 KI. Mächtigkeit bedeckt sind. 

Die Kohlenschürfe ergaben kein günstiges Resultat, aber der Sandstein 
dieser Schichten wird seit uralten Zeiten als ein vorzügliches Bildhauer- und 
Baumaterial in der Hauptstadt benützt. Die Steinbrüche von Prosik, Chvala, Vy- 
Serovic, Kounic lieferten das Material für die Karlsbrücke, die Domkirche und an- 
dere monumentale Bauten, von Nehvizd stammen die Sandsteine der zahlreichen 
Heiligenstatuen an den Kirchen und Brücken von Mittelböhmen. 

Diese Steinbrüche sind auch der Fundort einiger ausgezeichneten Pflanzen- 
reste. Bei Nehvizd kommen nebst dykotyledonen Phylliten auch Blätter vor, 
welche an die Palmenblattform Flabellaria chameropifolia Göppert erinnern, dann 
Koniferenzapfen: Damarites crassipes Gópp., Damarites n. sp. (Oranera mirabilis, 
Corda in litteris), sowie runde pilzartige Gebilde und eigenthümliche Abdrücke 
vor, welche an den Blüthenschaft der Palmen erinnern; bei Kounic fanden sich 
Flussbivalven (Unionen) und zahlreiche Fragmente von Stämmen eines baumartigen 
Farrens, den Graf Sternberg als Lepidodendron punctatum und Corda als Proto- 
pteris Sternbergi unter den Steinkohlenpflanzen anführt, welcher aber mit Caulo- 
pteris punctata. Göpp. vollkommen übereinstimmt. Auch bei VySerovic kommen 


IT. 89 


Stämme dieses Baumfarrens vor und zwar in Verbindung mit den Rhizomen, 
welche man früher als eine selbständige Palmengattung, nämlich als Palmacites 
varians anführte. Nebstdem entdeckte der Berichterstatter vor Jahren in dem 
Kounicer Steinbruch zwei neue Genera von Farrenstämmen, welche unter dem 
Namen Oncopteris Netwalli und Alsophilina Kouniciana den Sammlungen des 
böhm. Museum einverleibt sind. — 

Das Einfallen der Schichten ist sanft nördlich, , in welcher Richtung die- 
selben allmählig sich auskeilen, so dass man sie an der Elbe bei Elbe-Kostelec 
und Brandeis nicht mehr antrifft, sondern daselbst das nächst höhere Glied näm- 
lich die marinen Korycaner-Sandsteine unmittelbar auf silurischem Gesteine auf- 
gelagert sieht. 

Die Perucer Schichten mögen sich hier vor den marinen Ablagerungen in 
einem Fluss oder See gebildet haben, und hatten ehedem eine grössere Verbrei- 
tung, worauf einige isolirte Partien von Schieferthonen und eisenschüssigen Sand- 
steinen bei Unter-Poéernic, Blatov, Mécholup und Štěrbohol hinweisen. 

Auf dem von kleinen Thälern durchfurchten Plateau südlich von Böhm.- 
Brod, wo zwischen dem Hradesiner Granit und dem Koutimer Gneis rother per- 
mischer Sandstein abgelagert ist, tragen die ebenen Plateauflächen bei Vratkov, 
Tuchoraz, Pfehvozd, Krupa, Schwarz-Kostelec, Svrabov bis Prußic eine Decke von 
Quadersandstein der Korycaner Stufe, der theilweise von plänerartigem Sandstein 
bedeckt wird, an der Basis aber auch Sandsteine und Schieferthone der Perucer 
Schichten enthält, worauf einige Ausbisse von Schieferthonen bei Prusic, Molitorov 
und Dobropül deuten, obwohl von hier keine charakteristischen Abdrücke be- 
kannt sind. 

Unter den kalkigen Korycaner Schichten der Umgebungen von Kolin und 
Cäslau treten die Perucer Schichten nur an einigen Stellen auf; grösstentheils 
liegen die ersteren unmittelbar auf Gneis und die Pflanzen-Quader mit Kohlen- 
schiefer beschränken sich nur auf einige wenige Punkte der Thalsohlen, wo sie 
durch Schurfarbeiten aufgeschlossen wurden. 

Ein solcher Punkt ist im Thälchen bei Stitar unweit Kolin, wo auf den 
Perucer Sandsteinen mit eingelagerten Schieferthonen exogyrenreiche glaukoni- 
tische Sandsteine liegen. Ein anderer Punkt ist bei Blato (westlich von Kohl- 
Janovic); ein dritter Punkt ist an dem Bache, der von Dobrovie gegen Cäslau 
fliesst und von kleinen Sandsteinwänden begleitet wird, unter denen schwarzer 
Schieferthon mit undeutlichen Pflanzenabdrücken ansteht. 

Kin vierter Punkt ist bei dem Städtchen Kreuzberg (Krucburk), nahe am 
südöstlichen Ende des früher erwähnten langen Plänerstreifens, wo unter dem 
Pläner Quadersandstein mit Schieferthon und kleinen Kohlenflötzchen auf schiefer- 
artigem Urgestein liegt, welches an den Kluftflächen Phosphorkupfer führt. 


2. Korycaner Schichten, 


| Dieselben sind in diesem Gebiete in vorzüglicher Weise entwickelt mit 
den an Petrefakten reichsten Fundorten. 


90 Ж 


Verfolgen wir sie von dem Flussdelta bei Veltrus gegen Osten, so treffen 
wir sie zuerst am westlichen Fusse des isolirten Diinover Berges bei dem Dorfe 
Zlosejn an, wo sie einen gelben Sandstein enthalten, der in einigen Steinbrüchen 
eröffnet ist. (Fig. 20.) 


Fig. 20. 


Drinover Berg. Oudic. Vodolka. Ladví B. bei Dáblic. Prosik. 


В, D) Etagen der Silurform.; p) Perucer Schichten; 4) Korycaner Schichten; о) Weissenberger 
Sch ; n) Diluvium. 


Dieser Sandstein verbreitet sich bis VSestud (an der Nordseite des Vel- 
truser Parkes) und tritt auch an einem nicht hohen aber steilen Terrainabfall 
zwischen Veltrus und Ouzic auf. Er stimmt vollkommen mit dem Quadersandstein 
überein, der bei Kralup den Steinkohlensandstein bedeckt und zeichnet sich wie 
dieser durch eine ungemeine Menge von Muschel- und Schneckensteinkernen aus. 
Einige besonders charakteristische derselben sind: Cardium hillanum, Trigonia 
sulcataria, Nerinea longissima, Ammonites cenomanensis Pictet. 

Auf der östlichen und südlichen Seite des Diínoverberges wird der 
Quadersandstein allmählig kalkig, was man namentlich an den Eisenbahnein- 
schnitten zwischen OuZic und Neratovic sehen kann und geht dann gegen Süden 
unter dem angeschwemmten Thalschutte in kalkige Rudistenbänke über, die an 
vielen Punkten des silurischen Hügellandes zwischen den Felsitkuppen bei Vo- 
dolka, Kopet, Korycan und Velká Ves auftreten. 

Die Rudistenbänke sind grösstentheils von Schotter und von Ackerland 
bedeckt und werden nur gelegenheitlich zum Behufe der Kalksteingewinnung durch 
kleine Steinbrüche aufgeschlossen, die bald wieder verschüttet und in Ackerland 
verwandelt werden. 

In den bei Korycan und Уеа Ves befindlichen Steinbrüchen sieht man 
unter der Ackererde 8—12' mächtige Bänke von grauem, fast krystallinischem 
Kalkstein, der stellenweise blos aus Rudisten besteht und eine Unzahl von ausge- 
zeichneten Tourtiaversteinerungen enthält. (Siehe die Abhandlung von Dr. A. Frié 
weiter unten.) Von den Korycaner Steinbrüchen wurde desshalb, als von. dem 
paläontologisch ausgezeichnetsten Fundort dieser Schichten, die Benennung dieser 
ganzen Schichtenstufe entlehnt. 

Die Basis der Korycaner Rudistenbünke wird durch Einmengung silu- 
rischer Gerölle einem Konglomerat mit kalkigem Cement ähnlich, das gegen oben 
in sandige wenig mächtige Bänke übergeht. 

Auch gegen unten gehen die Kalkschichten in Sandstein über. Das hie- 
sige Vorkommen stimmt im allgemeinen mit den kalkigen Schichten dieser Stufe 
bei Holubic, Debrno, Hole usw. überein, nur ist der Petrefaktenreichthum hier 
viel bedeutender. 


TI. 91 


Besonders bezeichnend für diesen Fundort sind: Nerita nodoso-costata, 
Turritella cenomanensis, Trigonia sulcataria, Myoconcha eretacea, Ostrea diluviana, 
Ostrea carinata, Radiolites saxonicus und Ammonites cenomanensis. 

Die kalkigen Rudistenbänke ziehen sich von Korycan auf das silurische 
Plateau oberhalb Vodolka hinauf, wo sie in kleinen isolirten, grösstentheils von 
Diluvialschotter und Ackerland bedeckten Partien auftreten, die ehemals wahr- 
scheinlich im Zusammenhange waren. Solche Partien sieht man östlich von 
Chvatérub, bei Zlondic und Maslovic; sie liegen entweder auf den Silurschichten 
frei zu Tage oder werden (wie z. B. östlich von Zlontic) von sandigen Pläner- 
mergeln bedeckt. 

Einen etwas veränderten Charakter haben die Korycaner Schichten auf 
den südlicheren Höhen des Plateaus bei Klecan, Pfemyslany, Brnky und Zdiby. 
Die unmittelbar auf Kieselschiefern und anderen silurischen Schiefergesteinen auf- 
liegenden Schichten bestehen aus thonig-kalkigen weichen Sandsteinen, in denen 
sich gegen oben kalkreichere Konkretionen oder sandig-kalkige Bänke ausscheiden, 
die endlich von milden graugelben Sandmergeln bedeckt werden. 

In ähnlichen Verhältnissen treten unmittelbar auf Kieselschiefer ruhende 
Когусапег Schichten zwischen Neratovic, Kojetic und Lobkovic auf, wo sie den 
Uferrand der Elbe bilden und auch am rechten Elbeufer bei Mlikojed und Kozel 
unter dem Flusssand anstehen. Sie hängen unter dem Thalschutt mit den früher 
angeführten kalkig-sandigen Schichten des Drinover Berges zusammen. 

Die Basis dieser 2—3 Klafter mächtigen Schichten bildet gelber oder 
eisenschüssiger Sandstein, der gegen oben ein kalkiges Cement aufnimmt und 
sich zu kalkigem Sandstein oder grauem glaukonitischem Kalkstein entwickelt, in 
welchem nebst Kieselschiefergeröllen zahlreiche Petrefakten (namentlich Exogyra 
haliotoidea) enthalten sind. Eine der lokalen Schichten bei Kojetic besteht aus 
mildem thonigen Mergel, in welchem Belemnites lanceolatus vorkommt. 

Südlich und östlich von der Linie, die von Jefic bei Elbe-Kostelec über 
Libeznic gegen Chabry gezogen wird, erhalten die Korycaner Schichten einen grös- 
seren Zusammenhang und bilden mit den sie theilweise bedeckenden Weissenberg- 
Plànern die oberste grösstentheils von Diluviallehm bedeckte Plateaudecke, mit 
untergelagerten Perucer Schichten am Südrande des Plateaus, aus welcher in süd- 
westlicher Richtung einzelne Kieselschieferklippen emporragen, so bei Polehrad, 
Brazdim (Kuchynka Berg), bei MySkovic (Zlatý Kopec), bei Dáblic (Ladvi B.), bei 
Cimic (Tenetisté B.), während die Thalfurchen zwischen Kostomlátky, Dievéic 
und Brandeis bis zu den silurischen Schiefern der Rokycaner und Komorauer 
Schichten (d,) niedergehen. 

Am Südrande des Plateaus zwischen Kobylis und VySerovic bilden die 
Korycaner Schichten über den Perucer Sandsteinen eine 3—6 Fuss mächtige 
Schichte, die durch ihren glaukonitischen, stellenweise auch eisenschüssigen Cha- 
rakter deutlich von den Pflanzenquadern sich abscheidet, aber nur seltene Petre- 
fakten (Cardium hillanum, Trigonia sulcataria) führt. Auch in den seichten 
Thaleinschnitten des Quadersandsteines bei Vinoř, Jenstein, Dievéic, Sluha tritt 
dieser glaukonitische Sandstein überall auf und senkt sich allmühlig gegen die 
Elbe herab (Elbe-Kostelec, Drandeis), wo er durch Aufnahme von Kalkcement 


92 П. 


und zahlreiche Petrefakten dem Lobkovicer Vorkommen dieser Stufe ähnlich wird. 
Glaukonitische Sandsteine sieht man auch zwischen Brandeis, Zap bis Tousen an- 
stehen; die Plateauhöhe über denselben zwischen Dechtar, Öelakovie und Mochov 
besteht aber aus Weissenberg-Plänern, der gegen die Elbe bei Tousen und Cela- 
kovic sanft einfällt und die Korycaner Sandsteine gänzlich bedeckt. 

Erst weiter östlich im flachen Elbeland an dem Horkaberg (östlich von 
Kounic) sieht man Korycaner Sandsteine über den  Perucer Pflanzen-Qua- 
dern anstehen. 

Die schon früher erwähnten Quadersandsteine auf dem permischen Plateau 
südlich von Béhm.-Brod und bei Schwarz-Kostelee gehören grösstentheils zu den 
Korycaner Schichten, enthalten aber nur sehr sparsame Petrefakten. 

Ganz eigenthümlich ist das Auftreten der Korycaner Schichten auf dem 
hügeligen von seichten Thälern durchschnittenen Gneisgebiet in der Gegend von 
Plaňan, Kolin, Kuttenberg und Cäslau. 

Die Korycaner Schichten liegen hier unmittelbar auf Gneis und treten 
unter dem sie bedeckenden Diluviallehm nur an einzelnen Punkten, namentlich in 
den Thalrinnen auf, wo sie sich an vielen Stellen durch einen kalkigen Charakter 
und die ungemein grosse Menge von Petrefakten auszeichnen. Die Gneishügel 
bildeten hier das Ufer des Kreidemeeres, in dessen einzelnen Buchten sich eine 
reiche Fauna entwickelte, während die vorhergegangene Bildung der fluvialen 
Perucer Schichten nur an einigen Punkten angedeutet ist. 

Die südlichsten Partien dieser Repräsentanten der Korycaner Schichten 
findet man in der Gegend von Kohl-Janovic. Es wird hieher zu rechnen sein die 
isolirte Sandsteinpartie bei Smrk (westlich von Kohl-Janovic, an deren Basis 
kohlenführende Schieferthone der Perucer Stufe sich befinden, und die sandigen 
Kalkmergel von Rapasov (nördlich von Zbraslavic). Das Lager von weissem pla- 
stischen Thon bei dem Dorfe Melnik ist vielleicht auch ein Repräsentant der Pe- 
rucer Schichten. 

Häufiger treten sandig-kalkige petrefaktenreiche Schichten mit abwech- 
selndem weichem glaukonitischen Sandsteinen oder mergligen Lagen an dem Nord- 
rande der Gneishügel auf, die sich aus dem Thalschutte der Elbeniede- 
rung erheben. 

Man sieht solche theils merglige theils kalkige Schichten auf dem Gneis 
bei Radim, wo sie als Mörtelkalk gewonnen werden und sich durch eine Menge 
von Seyphien-Schwämmen auszeichnen, dann bei Plaňan und Prebog mit aufge- 
lagerten grauen sandigen Plänern, so wie bei Chocenic, wo sie ein 2 Kl. mäch- 
tiges Lager von weissem krystallinischen Kalkstein bilden, der eine Menge von 
Rudisten (Radioliten) führt. 

Die Fortsetzung dieses Lagers ist von Diluviallehm bedeckt. man trifft 
aber sowol in nördlicher Richtung bei Blinka, als namentlich an den Gehängen 
des aus Amphibolit und Gneis bestehenden Friedrichsberges (historisch berühmt 
wegen der Koliner Schlacht) merglige und sandige Schichten, die von einer Unzahl 
von ausgewaschenen Petrefakten bedeckt sind. Namentlich häufig sind Seyphien, 
aber auch J/xogyren, Ostreen, Radioliten, Muscheln (Pecten acuminatus, Spondylus 
lineatus), Cidaritenstacheln und Haifischzähne sind zahlreich vertreten. 


П. 98 


Веі Kolin selbst findet man ähnliche Schichten auf Gneis, ebenfalls mit 
zahlreichen Haifischzähnen und Cidaritenstacheln, so wie mit Ostrea diluviana. 

Auch auf den Gneisfelsen des rechten Elbeufers gegenüber von Kolin in 
der Vorstadt Zálabí findet man kalkig-merglige und sandige Schichten, ja die 
Kalkmasse derselben dringt auch in die Spalten des Gneises ein und enthält neben 
eingebackenen Bruchstücken von Gneis ausgezeichnete Versteinerungen der Kory- 
caner Schichten (Plewrotomaria Dumonti, Pecten acuminatus), also in ähnlichen 
Verhältnissen, wie sich die Muschelthiere in Spalten des felsigen Ufers in den 
heutigen Meeren ansiedeln. 

In dem Thälchen, welches von Kolin gegen Stitar, Radovesnie und Zibo- 
hlav sich windet, sieht man über der Gneisunterlage die schon erwähnten Perucer 
Schichten und darüber glaukonitische Sandsteine, welche in kalkige Schichten über- 
gehen, die sich wieder durch eine Unzahl von Petrefakten (Acteonellen, Nerineen, 
Caprotinen) auszeichnen. 

Auch in dem 'Thälchen östlich von Kolín kann man die Korycaner Schichten 
von der Poleper Mühle gegen Radbor verfolgen, dann noch in einem zweiten 
Thälchen bei Nebovid gegen Pečky. Schichten von Muschelkalk wechseln hier 
mit mürben Sandsteinen (mit grossen Exogyren) ab, und gehen nach oben in 
plattenfórmige kalkige Sandsteine über. 

Das Gneisterrain steigt südöstlich von Pečky zur ansehnlicheren Höhe des 
Berges Vysoká an, in dessen nordöstlicher Fortsetzung der mehr isolirte erzreiche 
Gangberg mit dem Städtchen gleichen Namens sich erhebt. 

Der östliche Abfall des Berges Vysokd ist nun ebenfalls von einer Zone 
der Korycaner Schichten umgeben, die sich über Myskovie gegen. Mezholes und 
von da gegen Dylan und bis in die Stadt Kuttenberg verfolgen lassen, aber 
grösstentheils von Diluviallehm bedeckt sind. 

Neben sandigen Schichten. tritt da vorzüglich in den alten Steinbrüchen 
von Mezholes eine Bank von kalkigem Sandstein auf, der fast nur aus Radioliten 
oder aus Exogyra columba besteht. 

Das Gestein dieser Schichten wird seit langen Zeiten theils als Baustein 
(die Barbarakirche in Kuttenberg ist aus Radiolitensandstein erbaut), theils, wo es 
kalkreich ist, zur Mörtelbereitung benützt. 

Kleinere Partien dieses Kalkes findet man nebst dem auf den Gneishöhen 
ober dem Felsenthal bei Malesov. 

Auch der Gangberg ist ringsum von kalkigen Schichten der Korycaner 
Stufe umgeben, aus denen sein Gneisgipfel und die mächtigen Gesteinshalden des 
alten Bergbaues inselartig emporragen, so dass er wohl als eine ehemalige Ufer- 
insel des Kreidemveres betrachtet werden kann. (Fig. 21.) Der Fuss des Berges 


Fig. 21. 


Gang B. Kamajka. Kisengebirge. 
i 
| | | 


v) Gneis; k) Korycaner Sch.; d) Diluvium. 


94 II. 


ist ringsum von Diluviallehm und Schotter bedeckt, unter dem sich die Fortsetzung 
der Korycaner Schichten verbirgt. Das herrschende Gestein dieser Schichten ist 
hier wie bei Mezholes weisser krystallinischer Kalk, aber er führt keine Rudisten, 
sondern nur Muscheln (vorzüglich Ostrea diluviana) und Cidaritenstacheln. 

Östlich von Kuttenberg gegen Öäslau zu trifft man solche kalkige Schichten 
auf der Gneisunterlage nur noch bei Neskaredie, wo er von mergligen Sandsteinen 
unterteuft wird, die das dortige Thälchen begleiten; endlich sieht man merglige 
xesteine mit untergelagertem Gneis auch bei Třebešice anstehen; glaukonitische 
Sandsteine mit einer mehr kalkigen Mittelschichte stehen auch unmittelbar bei 
Óáslau an und ziehen sich über den früher erwühnten Perucer Schichten gegen 
Dobrovic hin. Sie enthalten in der kalkigen Zwischenschichte eine Menge von 
Exogyra columba und Rhynchonella dimidiata. Die Decke derselben bildet 
Weissenberger Pläner. 


In der breiten Thalflüche von Cs/aw, die sich von der Elbe zwischen den 
Kuttenberger Gneisbergen und dem Urgebirgsrücken des Eisengebirges (Železné 
Hory) gegen Žleb erstreckt, tauchen aus dem müchtigen Thalschutt und Schotter 
nur bei dem Jügerhause Kamajka die Korycaner Schichten auf und zwar als un- 
mittelbare Bedeckung eines Gneishügels, der hier aus dem Schutt emporragt. Die 
Lagerungsverhültnisse sind hier so wie bei Kolín. Krystallinischer petrefakten- 
führende Kalkstein erfüllt die Gneisspalten und führt nebst anderen namentlich 
Ostrea diluviana und Pleurotomaria Dumonti, die höheren dem Gneis aufgela- 
gerten Schichten sind merglig und enthalten eine Unzahl von kleinen Petrefakten, 
die vom Regen ausgewaschen den Mergel bedecken (vorzüglich Austern, Krinoiden- 
stiele, Scyphien, und Exogyra reticularis). 


Erst am westlichen Fusse des Urgebirgsrückens, der bei Elbe- Tejnic von 
der Elbe durchbrochen wird und wie ein spitzes Vorgebirge in das ihn umge- 
bende Kreideterrain hineinragt, findet man wieder die Korycaner Schichten an- 
stehend. Sie bilden einen kalkigmergligen Streifen mit kalkreicheren Konkretionen 
und Muschelabdrücken auf den Gneishügeln bei Zabof und auch gegenüber auf 
dem Gneisfelsen bei Elbe-Tejnie, dessen Spalten sie stellenweise ausfüllen. Eine 
kalkige Schichte besteht hier fast nur aus Trümmern von Zrogyra columba und 
Ostrea hippopodium. 


Die Fortsetzung der Korycaner Schichten findet man am Fusse des er- 
wähnten Urgebirgsrückens weiter südöstlich bei dem Dorfe Brambor, wo eisen- 
schüssiger petrefaktenleerer Sandstein ansteht und von angeschwemmtem Land 
bedeckt wird. 

Geht man von da über Podol gegen Zbislav, so übersteigt man einen 
flachen Plänerhügel, der aus dem Thalschutt sich erhebt und mit welchem in der 
Richtung gegen Ronov und Bestvin der lange Plänerstreifen beginnt, dessen 
schon früher Erwähnung geschah, und der als eine auffallende Terainterrasse auch 
vom Landvolk mit dem besonderen Namen Dlouhá mez (Langer Rain) be- 
zeichnet wird. 

Am Westabfall des genannten Hügels steht bei Zbislav granatreicher Gneis 
an, der im Thal von angeschwemmtem Land, an den Lehnen aber mit kalkigem 


11. 95 


und mergligem Gestein der Korycaner Schichten bedeckt ist, gerade so wie 
bei Kamajka. 

An den Contactfliichen dieser Schichten mit Gneis findet man stellenweise 
die Muschelschalen (Spondylus lineatus) sogar unmittelbar auf Gneis angewachsen. 

Die Korycaner Schichten bilden die Basis der Dlouhä mez-Terrasse, obwol 
man dieselben nicht überall deutlich anstehend findet. 

Bei Ronov sieht man sie unter den Weissenberger Plänern als kalkig- 
sandige Gesteine anstehen, die nebst JZrogyra columba auch Exogyra reticularis 
und Rhynchonella dimidiata führen; weiter im Südosten unter der Plänerterrasse 
bei Maleč, Libic, Sobinov, Radostín gehören hieher offenbar die tieferen sandigen 
Schichten, unter denen bei Krucburk die schon früher erwähnten Perucer Schichten 
durch einen Kohlenschurf aufgeschlossen wurden. 


3. Weissenberger Schichten. 


Diese Schichten haben im Vergleiche mit den vorhergehenden in diesem 
Gebiet eine weit kleinere Verbreitung, indem sie durch Abschwemmung zum grossen 
Theil entfernt worden sind. 

In der Weltruser Gegend gehören hieher die sandigen Mergelschichten, 
welche die flache Kuppe des isolirten Diinoverberges bilden. Sie ruhen auf dem 
versteinerungsreichen Zlosejner Sandstein und sind von Diluvialschotter bedeckt. 
Man sieht sie namentlich an der Ostseite des Berges bei Dřínov anstehen; sie 
bestehen hier aus weichen grauen, lettigen Mergeln mit sparsamen Petrefakten 
(Lima elongata, Imoceramus labiatus, ein junges Exemplar von Ammonites 
Woolgari). —. 

Nach den Terainverhältnissen zu schliessen sind diese Mergelbänke nur 
ein kleiner Ueberrest einer ehemals im ganzen Elbe-Moldaudelta verbreiteten 
Mergeldecke, da der Diinoverberg als ein isolirtes kleines Plateau mitten aus dem 
Thalschutt sich erhebt. ; e 

Aehnliche merglige Schichten sieht man über den kalkigen Korycaner 
Bänken auf den silurischen Höhen zwischen Zloncic und Post¥igin und dann 
bei Brnky. 

Im grösseren Zusammenhange treten über den Korycaner Sandsteinen die 
Weissenberger Pläner erst auf der nördlichen Seite der Kieselschieferklippen bei 
Cimie, wo sie als Baustein gewonnen werden und vollkommen mit dem typischen 
Bau-Pläner des Weissen Berges übereinstimmen. Sie verbreiten sich von da über 
Ober-Chaber gegen Ране und Brezineves, Letňan, Prosik, StFiskov bis Neu-Lieben, 
indem sie die oberste Decke des Plateaus bilden, aus dem der Kieselschiefer- 
rücken des Ladví emporragt. Zahlreiche Steinbriiche sind hier in denselben er- 
öffnet, liefern aber sehr sparsame Petrefakten (Nautilus sublevigatus, Inoce- 
ramus labiatus). 

Östlich von Letňan und Prosik sind die Pliner vom mächtigen Diluvial- 
lehm bedeckt und sind dann weiter östlich wahrscheinlich ganz abgewaschen, da 
auf den Höhen von Vinoř und Jenstein unter dem Diluviallehm nur Sandsteine 


96 II. 


anstehen. Erst die Plateauhohe östlich von Dechtar und Svémyslice, die sich zur 
Elbeniederung bei Toušeň und Mochov herabsenkt, besteht wieder aus Weissen- 
berger Plänern, über welchen hier überall Diluviallehm und Schotter abge- 
lagert ist. (Fig. 19.) 

Der Pläner hat daselbst eine mehr thonige Beschaffenheit und wechselt 
mit sandig thonigen Zwischenschichten ab, was überhaupt den Elbe-Pläner dieser 
Gegend charakterisirt. 

Östlich von Mochov tritt dieser Pläner in Folge starker Erosion in ei- 
nigen isolirten flach abgestumpften Hügeln aus dem Thalschutte auf, so zwischen 
Alt-Prerov und Бетте, zwischen Bristev und Porican, an welchem letzteren Ort 
man auch Quadersandstein unter denselben anstehend findet, dann bei Velenka 
und bei Sadská, wo der Plänerhügel eine weithin sichtbare Kirche und Häuser- 
gruppe trägt. (Fig. 22.) Weiter östlich in der Thalflüche findet man Pläner nur 

Fig. 22. 
Přerov. Břistev. Kounic, Böhm.-Brod. Schwarz-Kostelec. 


| 
| 
Sp — 
Ki N PAT Ss /d/ / B MULTI 4 | df 
d) Permische Formation; p) Perucer Sch.; £) Korycaner Sch.; o) Weissenberger Sch. ; s) Schotter 
und Alluvium. 


stellenweise an den Bacheinschnitten (z. В. bei Hořínek) unter dem angeschwemmten 
Schotter und Lehm, der auch die niedrigen Hügelreihen bei Milčice, Chvalovice und 
Cerhenic bedeckt, mit welchen das ansteigende Gneisterrain der Plaüaner Ge- 
send beginnt. 

Die Versteinerungen der genannten Plünerhügel stimmen vollkommen mit 
den Weissenberg-Arten überein. 

Auch die hóchsten thonig-sandigen rothgelben Plünerschichten des früher 
erwähnten permischen Plateaus zwischen Böhm.-Brod und Schwarz-Kostelec können 
als Reprüsentanten der Weissenbergschichten angesehen werden, obwol sie fast 
ganz versteinerungsleer sind, da ihre Gesteinsbeschaffenheit und ihre Lagerung mit 
den Plänern des Plateaus von Dechtar übereinstimmt. 

In der Gegend von Kolin und Čáslaw gehören zu den Weissenberg- 
Schichten nur einige merglige Bänke über den kalkigen Korycaner Schichten 
(z. B. bei Radim), dann die Plänerschichten über den glaukonitischen Sandsteinen 
zwischen Čáslau und Dobrovice, welche offenbar die Reste einer Plänerdecke sind, 
die ehemals die Korycaner Schichten des Öäslauer-Thales bis zu den Plänerhügeln 
jenseits der Elbe bedeckte und die mit der Pläner-Terrasse des Doubrava-Thales 
(Dlouhá mez) im Zusammenhange war. (Fig. 23.) 

Fig. 23. 
Doubrava-Thal. Dlouhá mez.  Hisengebirge. 


r) Gneis; p) Perucer Sch,; X) Korycaner Sch.; o) Weissenberger Sch. 


Ц) 97 


Diese letztgenannte Terrasse bildet eine orographisch interessante flache 
Hügelreihe, die mitten im Gneisgebiet zwischen dem Doubravaflüsschen und dem 
steilen Abfall des Eisengebirges auftritt und sich mit allmähligem Ansteigen von 
Zbislav (744^ bei Cäslau über Ronov, Bestvin, Maleč (Berg Hradiště 15189, 
Libie (Homole 18549, Sobinov, Ransko bis Radostin (2046) an der mährischen 
Grenze in einer Länge von 12 Wegstunden verfolgen lässt, indem sie die Absätze 
eines schmalen Fiords des Kreidemeeres enthält. 

Der Pläner dieses Streifens ist ein thonig-sandiges theilweise kalkiges, in 
Platten brechendes gelbes Gestein, welches in dieser Gegend als Baustein ver- 
wendet wird. Die Unterlage bilden sandige und merglige Schichten der Kory- 
caner Stufe.  Versteinerungen sind sparsam. 


4. Malnieer Schichten. 


Zu dieser Stufe gehören wahrscheinlich blos die höchsten Schichten der 
letzt beschriebenen Plänerterrasse der Dlouhá mez. 

Anhaltspunkte für diese Annahme geben die höheren Plänerbänke am 
Hradistberg bei Maleč, wo sie durch ihre glaukonitische Beschaffenheit und die 
unebene plattenförmige Struktur an die Malnicer Grünsandsteine erinnern. 

Diese Bänke lieferten keine Petrefakten, aber in den Pläner-Schichten 
unmittelbar unter ihnen kam Ammonites Woolgari vor. 


II. Die Kreideformation zwischen dem Leitmeritzer Mittel- 
gebirge und dem Iserthale, nebst dem Tetschner Schneeberge. 


Dieses Gebiet ist sowol in orographischer als geologischer Beziehung vor 
allen anderen Gebieten der bohm. Kreideformation ausgezeichnet. Orographisch 
nämlich durch grosse Plateaus mit zahlreichen engen Felsenthälern und Schluchten, 
über welche einzelne wildzerrissene ` Sandsteinwände und malerische Basalt- und 
Phonolithkuppen emporragen; geologisch aber dadurch, dass es die höheren Etagen 
der böhmischen Kreideformation in ihrer mächtigsten Entwicklung aufweist. 

Die beste allgemeine Orientirung in diesem kupirten Terrain gewähren die 
Aussichtspunkte von den hohen Basalt- oder Phonolithkuppen des Mittelgebirges, 
welche dieses Terrain westwärts umsäumen. 

Ein solcher vorzüglicher Aussichtspunkt ist der Gipfel des Geltsch bei 
Auscha (2980^. Man erkennt von da auf den ersten Blick die scharfe Trennung 
der kuppenreichen Basaltformation von den mehr einförmigen Terrassen und Pla- 
teaus der Kreideformation. 

Von der breiten Thalsohle der Elbe zwischen Melnfk und Raudnie steigt 


7 


98 II. 


gegen Norden ein flach gewelltes Terrassenland an, über welchen sich zwei von 
steilen Wänden umsäumte Höhenzüge inselartig erheben. 

Der westliche Höhenzug bildet östlich von Auscha zwischen den Orten 
Skalken, Wobrok und Hohlen eine ansehnliche Felsenpartie, deren Mitte die soge- 
nannte Gans und der Tsehirberg (1332°) einnehmen, während sie im Norden mit 
dem stumpfen Phonolithkegel des Wilhost ihren Abschluss findet. 

Der östliche Hóhenzug erhebt sich über den labyrinthischen tiefen Thal- 
gründen bei Vidim, und setzt in festungsartigen Felsenwänden, „das Gebirge“ ge- 
nannt, bis gegen Wrchhaben und Peschkaben (bei Dauba) und gegen Houska fort. 
Der Ort Schedoweitz (Stiezivojice) nimmt etwa die Mitte dieses Terrains ein. 

Im Norden werden diese Plateaus von der torfreichen Teichniederung bei 
Neuschloss, Habstein, Hirschberg begränzt, welche über Strassdorf mit einer ähn- 
lichen Niederung bei Niemes, Reichstadt und Böhm.-Leipa zusammenhängt. 

Mitten aus dieser Niederung erhebt sich ein isolirter aber nicht bedeutend 
hoher Höhenzug mit steilen Sandsteinwänden, welcher im Osten das sogenannte 
Kummerer Revier und im Westen die durch auffallende Basaltklippen ausgezeich- 
neten Höhen bei Mückenhahn und die Felsenpartie zwischen Neuschloss und 
Quitkaw enthält. 

Von der Niemeser und Böhm.-Leipaer Niederung steigt das Terrain in 
sanfteren Terrassen und mit seichteren Thälern gegen Norden und erhebt sich 
erst an der Lausitzer Grenze zur ansehnlicheren Höhe (etwa 1800’) der Wasser- 
scheide. Zahlreiche isolirte Basalt- und Phonolithberge (der Spitzberg bei Böhm.- 
Leipa, der Tolzberg bei Postrum, der Glasert und.Kleis bei Zwickau, die Finken- 
kuppe, die Lausche, der Hochwald an der Landesgrenze u. a.) geben der sonst 
einfórmigen Gegend einen eigenthümlichen malerischen Charakter. 

Aus dem niedrigeren Terrassenlande erhebt sich steil und isolirt die 
pittoreske Felsengruppe des kleinen Schwoykagebirges bei Bürgstein, welche aber 
eigentlich nur eine durch Basaltgänge befestigte Vorterrasse der Zwickauer Sand- 
steinberge ist, mit denen sie auch zusammenhängt. 

Gegen Nordwesten hängen die Zwickauer Sandsteinberge mit einem ber- 
gigen, von zahlreichen Basaltkuppen durchsetzten und von tiefen Thälern durch- 
schnittenen Plateau, welches den Raum zwischen dem Rumburger Granitterrain 
und dem Basaltgebirge bei Steinschönau, Böhm.-Kamnitz und Tetschen ausfüllt. 

Der östliche und südliche Theil dieses Plateaus, über welche sich die 
weithin sichtbaren Phonolithkuppen des Zannenberges und Schoberberges bei 
Kreibitz, und der Basaltkuppen des Kaltenberges und Rosenberges bei Böhmisch- 
Kamnitz erheben, ist obwol von tiefen Thälern und Schluchten durchfurcht, doch 
der einförmigere Theil im Vergleiche mit der sogenannten Dittersbacher Haide, 
welehe schon zum Gebiete der böhmisch-sächsischen Schweiz gehört und die 
höchsten und wildesten Felsenlabyrinthe derselben enthält. 

Namentlich entwickelt sich bei Rennersdorf und Dittersbach ein wildzer- 
rissener Rücken mit hohen isolirten Klippen (der Marienfels, Rudolfstein) und 
setzt dann längs der Landesgrenze mit dem Rauschenberg, den hohen Prebisch- 
wänden und dem berühmten Prebischthor zum Winterberg bei Herrnskretschen, 
und dann weiter in Sachsen längs des rechten Elbeufers bis Schandau (Schramm- 


TI. 99 


stein) fort. Die gepriesensten und desshalb besuchtesten Partien finden sich in 
diesem Gebiete des Sandsteingebirges. 

Das Elbethal zwischen Tetschen und Herrnskretschen ist eine in dieses 
Sandsteinplateau tief eingefurchte Gebirgsspalte, deren hohe und steile, prächtig 
bewaldete Lehnen dieser Gegend einen Gebirgscharakter verleihen, während auf 
den Höhen rechts und links von der Elbe das Plateau mit flachen Hügelformen 
sich fortsetzt. Doch erhält am linken Elbeufer die Sandsteinpartie zwischen Tissa 
und der Elbe durch das Eulauerthal, welches dieselbe vom Basaltterrain abtrennt, 
und durch das Felsenlabyrinth bei Tissa, das es von dem Erzgebirgskamme scheidet, 
einen individuellen Charakter. 

Namentlich wird die Eigenthümlichkeit dieses Sandsteinplateaus dadurch 
hervorgehoben, dass sich über der ersten Bergstufe eine zweite von steilen Wänden 
umsäumte Terrasse erhebt, welche den sogenannten Tetschner Schneeberg (2288‘) 
bildet und die höchste Erhebung des Quader-Sandsteines im Elbegebiet darstellt. 

Das Plateau senkt sich dann allmälig gegen Norden bis Pirna in Sachsen, 
und ist daselbst von einer Reihe dem Schneeberge analoger ebenfalls mit steilen 
Wänden sich erhebender Sandsteinberge ausgezeichnet (der Tschirstein, der 
Katzstein, Pfaffenstein, Gohrisch, Zirkelstein, Königstein, Lilienstein und Bären- 
stein) welche den besonderen Charakter der sächsischen Schweiz längs der Elbe- 
ufer auszeichnen. 

Östlich von dem angeführten Sandsteingebiet der Kokofiner, Hirschberger 
und Niemeser Gegend dehnt sich bis zum Iserflusse eine einförmigere Hochfläche 
bis zum Fusse des Jeschken aus, deren Uebersicht‘ man am besten von dem 
Gipfel des Bösigberges bei Weisswasser gewinnt. Sie steigt, von flachen Hügeln 
unterbrochen, von Melnik und Alt-Bunzlau allmälig gegen Norden an, ist von 
felsigen Thälchen und ‚Schluchten durchfurcht, die nördlich von Hühnerwasser 
zahlreicher und tiefer werden, während sich daselbst auch das Plateau höher er- 
hebt und bei Böhm.-Aicha und Sichrov den Charakter einer kupirten Berglandschaft 
annimmt. Die Doppelkegel der Bösige (2388) (Phonolith) und der basaltische 
Rollberg (2208°) bei Niemes beherrschen diese Gegend, indessen der merkwürdige 
aus dem Sandstein emporragende Basaltgang der sogenannten Teufelsmauer den 
höchsten Kamm der Böhm.-Aicha’er Sandsteinberge bildet. An den östlichen Fuss 
des Rollberges lehnt sieh südlich von Wartenberg eine vom basaltischen Hirsch- 
berg bei Schwabitz überragte Sandsteinpartie an (der Devin und Struhanken), 
welche die Formen der sächsischen Schweiz wiederholt, weiter gegen Osten aber 
in das einförmigere Sandsteinplateau übergeht. 

Den Nordrand des Sandsteinplateaus bildet endlich an der Lausitzer 
Grenze ein scharfer, klippiger Kamm, der aus steil gehobenen Schichten des 
Quadersandsteins besteht, die unmittelbar auf dem Urgebirge und den Schiefern 
des Jeschkengebirges ruhen. 

Dieser Kamm beginnt bei der Oybiner Felsenpartie, wo er sich an die 
früher erwähnte Berggruppe der Lausche und des Hochwaldes anschliesst, er bildet 
den Spitzberg, Pfaffenstein und ` Trügelsberg bei Pankraz und verliert sich bei 
Schönbach unter den horizontal gelagerten Sandsteinmassen des höheren 


Quaders, die von da bis über Svétlá hinaus unmittelbar an die Schieferlehnen des 
7x 


100 IT. 


Jeschken anstossen. Von Bohdánkov bei Liebenau an entwickelt sich aber aus 
dem abermals steil emporgehobenen Sandsteine der tiefsten Quaderschichten aber- 
mals ein scharfer Kamm, der bei Liebenau vorbei über Friedstein bis Klein-Skal 
an der Iser streicht und daselbst in pittoresken Felsengruppen ansteht. Seine 
Fortsetzung am linken Iserufer werden wir weiter unten kennen lernen. Eine an- 
sehnliche Thalfufthe bei Liebenau trennt diesen vom Schiefergebirge hoch über- 
agten Kamm von dem steilen Rande des früher erwühnten Sandsteinplateaus, der 
Böhm.-Aicha’er und Sichrover Gegend. 

Auf Grund dieser Terrainskizze kónnen wir nun zur Beschreibung der ein- 
zelnen Formationsglieder schreiten, indem wir uns eine detaillirtere Beschreibung 
der wichtigeren Lokalitäten vorbehalten. 

Sämmtliche Glieder der böhmischen Kreideformation sind in dem ange- 
führten Terrain vertreten, aber mit einem eigenthümlichen Charakter und in 
eigenthümlicher Entwicklung. 


1. Perucer Schichten. 


Diese, die Basis der böhmischen Kreideformation bildenden Süsswasser- 
schichten sind in diesem Gebiete am wenigsten entwickelt. Man findet sie nur 
am Nordrande der Kreideformation, da wo sie auf Urgebirge oder auf Phylliten 
aufruht, an einigen wenigen Punkten anstehen, während sonst überall die höheren 
Formationsglieder (Korycaner und Iserschichten) unmittelbar an das ältere Ge- 
birge anstossen. 

Zu diesen isolirten Lokalitäten gehören in Sachsen Nieder-Schina und: 
der nördliche Fuss der Lausche bei Waltersdorf hart an der böhm. Grenze. An 
beiden Orten führen die tiefsten sonst petrefaktenleeren Sandsteine Lager von 
Schieferthonen mit kleinen Kohlenschmitzen und Nestern und zahlreichen Pflanzen- 
abdrücken, die mit den Abdrücken von Peruc übereinstimmen. 

Auf böhmischer Seite gehört hieher nur das tiefste Lager der steil geho- 
benen Quader am Fusse des Jeschken bei Bohdánkov. 

Die Basis dieser Sandsteine, welche auf permischen rothen Sandsteinen 
und Konglomeraten ruhen, bildet ein roth gefärbter milder Schieferthon, in welchem 
zahlreiche Pflanzenabdrücke gefunden werden (unter anderen Widdringtonites 
fastigiatus, Araucarites acutifolius). 

Auch bei Klein-Skal erscheint unter den gehobenen Quadersandsteinen 
eine Schichte von Schieferthonen, die aber keine Abdrücke führt und nur ihrer 
Lagerung: nach als der Repräsentant der Perucer pflanzenführenden Schichte ange- 
sehen werden kann. 

Am Südrande dieses Gebietes längs der Elbe treten nur höhere (Weissen- 
berger- und Iserschichten) zu Tage und erst am äussersten Saume der böhmischen 
Kreideformation in den Umgebungen von Prag und Kladno sind die früher ange- 
führten analogen Süsswasserbildungen dieser Formation anzutreffen, 


I1. 101 
2. Korycaner Schichten. 


Die kalkige Facies dieser Schichten, wie sie auf dem typischen Fundorte 
bei Korycan, dann in der Gegend von Bilin und Kuttenberg angetroffen wird, ist 
auf dem Nordrande des böhmisch-sächsischen Kreidebeckens nur in den von Prof. 
Geinitz beschriebenen Lokalitäten des Oberauer Tunnels, dann bei Koschitz, Ober- 
häslich im Plauenschen Grund u. a. O. in Sachsen bekannt. 

Auf der böhmischen Seite treten diese Schichten nur mit ihrer Sandstein- 
facies auf, analog den muschelreichen Sandsteinen von Zlosejn oder den glaukoni- 
tischen Sandsteinen der Plateaus bei Prag. Man trifft sie auch hier nur am Rande 
des Kreidebeckens in der Nähe des Grundgebirges an. 

Es gehören hieher die schon früher erwähnten isolirten Quadersandstein 
partien auf der Höhe des Erzgebirges bei Nollendorf, wo sie auf Gneis liegen. 
Die eine dieser Partien bildet den Keiblerberg zwischen Nollendorf und Jungfern- 
dorf, die andere bedeckt die Höhe zwischen Oberwald und Schönstein, die dritte 
bildet den Spiteberg bei Peterswalde, wo dieser Sandstein von Basalt durchbrochen 
wird, eine vierte Partie bildet die Höhe zwischen Peterswalde und Neuhof und 
endlich eine fünfte (schon in Sachsen) bildet den Wachstein bei Gottle ube. 

Alle diese nun isolirten Partien, durch einzelne Muscheln (z. B. Radio- 
lites sawomieus bei Oberwald, Osirea carinata, Pecten acuminatus am Spitzberg) als 
Korycaner Schichten charakterisirt, sind offenbar die Ueberreste einer ehedem zu- 
sammenhängenden Decke von Quadersandstein, der mit den tiefsten Schichten des 
Schneeberges zusammenhing. 

Der interessanteste Fundort ist aber Tisa. (Fig. 24.) 


Fig. 24. 


Spitzberg. Tisa. Schneeberg. Elbethal. 


e 
ч. t 
Фу. 
NN x ERS 


т) Urgebirge; A) Korycaner Sch.; o) Weissenberger Sch.; m) Malnicer Sch.; 2) Iser-Sch. 


Das Dorf dieses Namens steht auf dem Gneisrücken des Erzgebirges, hart 
am Fusse eines Felsenlabyrinthes, welches durch Erosion der senkrechten Sand- 
steinwände entstand, mit welchen das Schneeberg-Plateau umsäumt ist. Diese 
Wände selbst gehören zu einer höheren Stufe, nämlich zu den Weissenberger 
Schichten, aber am Fusse derselben, namentlich südöstlich von Tisa, dann bei 
Eiland finden sich in einem feinkörnigen weissen Sandstein, der in grössere und 
kleinere Bruchstücke zerfallen ist, die Ueberreste einer reichen Fauna, die schon 
von Prof. Geinitz und Prof. Reuss untersucht ist und vollkommen mit der Fauna 
von Zlosejn übereinstimmt. (Ueber das Detail dieses Fundortes siehe die Abhand- 
lung von Dr. Ant. Frič weiter unten.) 

Ueber die Lagerung und Mächtigkeit der Korycaner Schichten gibt die 
Umgebung von Tisa keinen Aufschluss, da Feld und Wald dieselben bedeckt. Im 


102 її. 


Liegenden derselben scheinen aber eisenschüssige Konglomerate vorzukommen, wie 
sich nach einzelnen Findlingen in den Feldern zwischen Tisa und‘ Schönstein 
schliessen lässt. 

So tief auch die Schluchten in die Sandsteinwände des Schneeberges und 
Binsdorfer Plateaus eingeschnitten sind, und obwol im Thalgrunde der Elbe selbst 
zwischen Laube und Niedergrund das Urgebirge (Granit und Phyllit) unter den 
Sandsteinen ansteht, so konnte doch nirgends in diesem Gebiete die Fortsetzung 
der Korycaner Schichten von Tisa aufgefunden werden, sondern alle anstehenden 
Sandsteine dieses ganzen Gebietes bis zur Lausche an der Lausitzer Grenze ge- 
hören zu den höheren Stufen der bóhm. Kreideformation, (Weissenberger, Mal- 
nicer, Iser- und Chlomeker Schichten). 

Erst am Nordrande der Quaderfelsen von Oybin, (die aber selbst zu der 
Iserstufe gehören) steht wieder der Sandstein der Korycaner Schichten an, und zwar 
schon in dem früher erwähnten scharfen Kamm, der in südöstlicher Richtung sich 
an die Gneise und Thonschiefer bei Spittelgrund und Pankraz anlehnt. Am besten 
aufgeschlossen sind diese Schichten am Trögelsberg bei Pankraz. (Fig. 4.) Die 
Xabler Strasse benützt da einen kleinen in den Kamm eingesenkten Pass und 
führt in das Thal von Kratzau. Grosse Steinbrüche sind in den festen 6—8 Kl. 
mächtigen Sandsteinen eröffnet und man sieht daselbst wie die unter 30—40° 
gegen Südwest geneigten Schichten unmittelbar auf Thonschiefer ruhen. Die 
tiefsten Lagen des Sandsteines sind konglomeratartig mit kieseligem Cement, die 
höheren sind feinkörnig und fest und werden als Bausteine abgebaut. Senkrechte 
Klüfte theilen die Schichten in kubische Blöcke, von denen viele herabgerollt, 
den Fuss des Trögelsberges bedecken. 

Von bezeichnenden Petrefakten sind hier namentlich häufig Pecten æquico- 
status, Lima multicostata, Lima pseudocardium. 

Der Trögelsberger Kamm setzt nicht weit hinter das Dorf Pankraz fort 
und verliert sich bald unter den Felsengruppen des in horizontalen Bänken an- 
stehenden Iser- und Chlomekersandsteine, von denen der erstere bis gegen Boh- 
dänkov den Fuss des Jeschkengebirges umsäumt. 

Auch am Fusse des Trögelsberges ist Isersandstein anstehend und hori- 
zontal gelagert, so dass der Sandstein der Korycaner Schichten schon durch seine 
steile Hebung sich deutlich von jenem absondert. 

Die Fortsetzung der Korycaner Schichten findet man erst wieder in den 
steil gehobenen Sandsteinen bei Bohddnkov, Liebenau und Klein-Skal am südöst- 
lichen Fuss des Jeschken. (Fig. 5.) 

Die schon in den Vorbemerkungen erwähnte Zone steil gehobener Schichten 
deren tiefere Stufen aus Melaphyr, rothen Quarzporphyr und rothen permischen 
Sandsteinen bestehen, während die höheren pflanzenführende Schieferthone und 
Quadersandsteine enthalten, bilden in dieser Gegend ein sehr interessantes geolo- 
gisches Phänomen. 

Der scharfe klippige Kamm des Quadersandsteines (mit der Ruine Fried- 
stein und den Felsengruppen bei Klein-Skal) ist an seinem Fusse von ebenfalls 
steil gehobenem sandigen weissgrauen Plänergesteine bedeckt, das sich unter dem 
Alluvium des Thales verliert. Jenseits dieses Thales, welches von Bohdänkov über 


П. 108 


Liebenau bis Klein-Skal sich hinzieht, stehen senkrechte Wände und steile Lehnen 
von Isersandstein an. 

Der Quader des Kammes enthält hier blos sparsame Petrefakten, welche 
weiter östlich in der Fortsetzung des Kammes jenseits der Iser bei Koberov häu- 
figer auftreten und keinem Zweifel Raum geben, dass auch die Liebenauer geho- 
benen Sandsteinschichten zur Korycanerstufe zu rechnen sind. 

Der Quader des Kammes ist senkrecht auf seiner Schichtung sehr stark 
zerborsten, ist schmutziggrau oder röthlich, sehr fest und zerfällt da, wo er in den 
steilsten Wänden ansteht, in scharfkantige Blöcke. 

Das sämmtliche Sandsteingebiet südlich von diesem Kamme bis zur Elbe 
zwischen Brandeis und Gastdorf gehört zu den höheren Stufen der bóhm. Kreide- 
formation. Die Korycaner Quader des Gegenflügels treten erst jenseits der Elbe 
am Südrand des Kreidebeckens in Gesellschaft der Perucer Schichten auf. 


3. Weissenberger Schichten. 


In ihrer typischen Eigenthümlichkeit als lichtgelber kalkigthoniger Baustein 
sind die Weissenberger Schichten dieses Gebietes nur längs der Elbe verbreitet, 
da wo sie als Fortsetzung der Pläner der Prager Umgebung auftreten. 

Gegen Norden verlieren sich die Weissenberger Schichten (ohne sich aber 
von den Malnicer Schichten scharf abtrennen zu lassen) unter den mächtigen 
Bänken der Isersandsteine und nehmen selbst allmählig eine sandsteinartige Be- 
schaffenheit an, so dass sie nur dem paläontologischen Charakter nach als ein 
Aequivalent der Weissenberger Schichten sich erkennen lassen, der Gesteinsbe- 
schaffenheit nach aber den Quadersandsteinen ähnlich werden. In einer solchen 
Beschaffenheit treten sie namentlich am Nordrande des böhmisch-sächsischen 
Kreidebeckens an den steilen Elbewänden zwischen Tetschen und Pirna, am Fuss 
des Schneeberges, so wie in den zahlreichen Seitenthälern und Schluchten der 
böhmisch-sächsischen Schweiz auf. 

Beg'nnen wir die übersichtliche Darstellung der Weissenberger Schichten 
dieses Gebietes am rechten Elbeufer von der Isermündung an, so treffen wir die- 
selben nur in einzelnen Wasserrissen und Gräben der Brandeiser Waldungen bei 
Ostradovic (Laubendorf) und Hlavenec unter einer mächtigen Schotterdecke; es 
sind graue merglige Pläner, ähnlich den früher erwähnten Plänern von Alt-Prerau. 

An den höheren Terrassen des Plateaus oberhalb Tufic, bei Hlavno Ko- 
stelnf, Konétop, Ceéelic beginnen schon die Sandsteine der Iserschichten. 

Zum Gebiete der Weissenberger Schichten gehört auch der niedrige Höhen- 
zug, der bei Dříš gegenüber von Elbe-Kostelec aus dem Elbealluvium sich erhebt, 
(Berg Öedemin 73%) und in nordwestlicher Richtung über VSetat bis Melnik sich 
ausdehnt, wo er steil zur Elbe abfällt. (Fig. 25.) Die Stadt Meinik steht am 

Fig. 25. 


Lobkoric, Elbe. Öesemin Berg. Čečelice. Slivno, 


8) silurische Gesteine, Etage B; H Korycaner Sch.; o) Weissenberger Sch.; $) Iserschichten ; 
t) Teplitzer Sch.; b) Priesener Sch.; d) Alluvium. 


104 TI. 


Nordostende dieses Höhenzuges, den übrigens der Kosäteker Bach bei V&etat 
quer durchbricht. 

Weun man von der Elbe an diesen Hügelzug besteigt, so findet man an 
seiner Basis blos bei Mlíkojed gegenüber von Lobkovic Sandsteine der Korycaner 
Schichten anstehen, sonst dehnt sich der mächtige Elbeschutt bis zum Fusse des- 
selben aus, und man sieht von da bis zum Gipfel blos sandig-thonige weiche 
Plänerschichten. 

Bei Zábor sind diese Pliner von Basalt durchbrochen und durch grössere 
Steinbrüche eröffnet. 

Man sieht da von unten nach oben weiche gelbgraue Pliner mit Glauko- 
nitkörnern, höher, einen festeren thonigkalkigen Pıäner mit kalkreicheren Konkre- 
tionen, und auf dem Gipfel festere sandig-kalkige Schichten mit hellen Quarz- 
körnern, deren Beschaffenheit an die tiefsten Lagen der Iserschichten bei Li- 
boch erinnert. 

Ausser zahlreichen Spongiten und sparsameren Abdrücken von Inoceramus 
labiatus, Ostrea lateralis, sind hier Petrefakten. selten, indessen reichen dieselben 
hin, um die Zugehörigkeit dieser Plänerbildungen zu den Weissenberger Schichten 
zu konstatiren. Mit einem ähnlichen Charakter, aber mit einer mehr auffallender 
Wiederholung von sandigen und mergligen Schichten treten diese Pläner auch an 
den steilen Gehängen unter dem Melniker Schlosse auf; die lehrreichste Einsicht 
in ihre Lagerung und namentlich in ihr Verhältniss zu den höheren Stufen der 
böhm. Kreideformation bieten aber die Umgebungen von Liboch. (Fig. 26.) 


Fig. 26. 


Elbethal.  Vehlovic, StráZnice. Vysokä. 


0) Weissenberger Schichten; m) Malnicer Sch.; 5) Iser-Sch.; t) Teplitzer Sch.; 5) Priesener Sch.; 
€) Basalt; n) Diluviallehm. 


Unmittelbar am Ufer der Elbe sieht man sandig-thonige Mergelschichten 
in abwechselnd festeren und weicheren Bänken anstehen. Dieselben fallen all: 
mählig gegen Norden ein und bilden die tiefsten Uferterrassen von Melnik bis 
zum Berge Sovice bei Weil, Man findet daselbst Inoeeramus labiatus, Lima elon- 
gata, Ammonites Woolgari; eine Bank, die höher in den Weingärten ansteht, ist 
angefüllt mit Exogyra columba. 

Steigt man vom Flussufer hinauf durch die Schlucht, welche südlich unter 
der Libocher Begräbnisskirche hinauf zum Plateau des Dorfes Vehlovic führt, so 
sieht man eine Reihenfolge von grauen sandigkalkigen Mergeln mit kieselreicheren 
Konkretionen und undeutlichen Pflanzenresten, welche durch eine feste Bank kie- 
seligen Sandsteines von einer Rhynchonella, die Gümbel als R. vespertilio be- 
stimmte, abgeschlossen wird. 

Höher hinauf sind weiche Sandsteine und sandige Mergel, die endlich am 


II. 105 


Plateau von einer mächtigen Bank des typischen Plänerbausteines mit Inoceramus 
labiatus bedeckt werden. 

Am Plateaurande sowohl bei der Libocher Kirche als bei dem Dorfe Ve- 
hlovic sind in diesem Bausteine Steinbrüche eröffnet, welche nebst anderen cha- 
rakteristischen Petrefakten des Weissenberges Klytia Leach Beryxarten, auch 
ein Pracht-Exemplar des von Prof. Reuss beschriebenen Fisches: Macropoma 
speciosum lieferten. 

Der Pläner wird hier nicht blos als gewöhnlicher Baustein, sondern auch 
als ein vorzügliches Steinmetzmaterial benützt. 

Ueber dem Pläner liegen sandige Mergel, welche den Malnicer Schichten 
entsprechen, und dann folgt ein Quadersandstein in mächtigen Bänken, den wir 
Später unter dem Namen Jsersandstein näher kennen lernen werden. 

Eine ganz ähnliche und ebenso instructive Schichtenfolge sieht man an 
den Lehnen zwischen Liboch und Tupadl, namentlich an der mit ausgemeisselten 
Sandsteinfiguren gezierten Kläcelkagrotte, wo der Quadersandstein in ansehnlichen 
Felswänden über dem Weissenberger und Malnicer Pläner ansteht und das Ein- 
fallen dieses Pläners unter die Isersandsteine evident ist. 

Der Weissenberger Pläner mit einer tieferen, mehr sandig-mergligen, und 
einer höheren, mehr kalkig-thonigen Zone, bildet dann weiter gegen Norden аш 
rechten Elbeufer das gesainmte steil zur Elbe abfallende Hügelland, über welchem 
weiter gegen Norden sich die Sandsteinwände der Iserschichten ansehnlich erheben. 


Zahlreiche Steinbrüche sind hier in den Plänern bei Wegstädtl, Gastorf, 
Hrusovan, Vedlic usw. eröffnet und liefern theils ausgezeichnete Steinplatten, theils 
Steinmetzobjekte und Baustein. 

Nebst Inoceramus labiatus kommen hier namentlich ganze Exemplare von 
Klytia Leachii und Macropoma speciosum in ausgezeichneten Exemplaren vor. 

Die interessanteste Localität in dieser Gegend ist der Berg Sovice bei 
Wett] (Vetlá) gegenüber von Raudnic. (Fig. 27.) Dieser Berg, der sich unmit- 


Fig. 27. 
Brozänky. Sovice Berg. Gastorfer-Thal. Malschen. 
| | | | 
| | i | 
p 
| 


k) Koryeaner Schichten; o) Weissenberger Sch, m) Malnicer Sch.; J) Iser-Sch.; t) Teplitzer Sch. ; 
b) Priegener Sch.; n) Diluvium. 


telbar über der Elbe als ein stumpfer Kegel erhebt (840%) und die flachhügelige 
Gegend weithin beherrscht, ist offenbar der Ueberrest einer verbreiteten Plänerdecke. 
Welche durch Abwaschen verloren ging. 


Man findet in seiner Schichtenreihe vom Elbespiegel bis zur Kuppe die 
Repräsentanten fast aller Schichten der böhmischen Kreideformation von den tiefsten 


106 IT. 


Zonen des Weissenberger Plüners bis zu den Zonen des Priesener Mergels, na- 
mentlich ist hier das sonst weniger ersichtliche Verhältniss dieser Schichten zu 
einander deutlich ausgeprägt. 

Besteigt man den Berg aus dem Elbethal von’ Brozänky aus, so findet 
inan in der sanft gegen Nordwest einfallenden Schichtenfolge zu unterst glaukoni- 
tische Sandmergel mit einer an Ammonites eenomanensis erinnernden Art (Kory- 
caner Sch.), dann folgt eine Mergelpartie, festere Pliner mit Cucullea glabra 
(Weissenberger und Malnieer Schichten), dann kalkig-sandige festere Gesteine mit 
Pholadomya caudata und Turrittellen (Iser-Sch.), endlich an der Kuppe selbst 
graue Mergel mit Achilleum rugosum, Terebratula subglobosa, Micraster coran- 
guinum (Teplitzer Sch.), welcher von lichtgelbem kalkigen Plattenmergel mit mo- 
ceramus Cuviert und Scaphites Geinitzii (Priesener Schichten) bedeckt ist. Eine 
Schichte Diluvialschotters ist endlich über diesen Mergeln ausgebreitet. 

In seinem nördlichen Verflächen verliert sich der Weissenberger Pläner, 
wie schon erwähnt wurde, unter den anstehenden Felswänden des Isersandsteines ; 
doch kann man ihn in den tief eingeschnittenen Thälern noch weithin gegen Norden 
im Gebiete der Plateaus verfolgen. 

Wir verliessen die Nordgrenze des Weissenberger Pläners bei Ceéelic 
und BySic. Man kann dieselbe nun am südlichen Plateaurande weiter unterhalb 
des Dorfes Hostín längs des aufgelagerten Isersandsteines bis ins Kokoffnerthal 
bei Vrutic, und dann auf der anderen Seite des Thales unterhalb des Dorfes 
Chlomek gegen Vehlovic und Liboch verfolgen, von wo aus sie den Fuss der hohen 
Isersandsteine bildet, die das Thal von Tupadl und Medenost und seine Neben- 
schluchten bis gegen Töschen (südlich von Dauba) umsäumen. 

Die Höhen westlich von diesem Thale bestehen ebenfalls aus Isersand- 
steinen, während in den niedrigeren Hügelzügen längs des Jablovkabaches bis in 
die tiefen Schluchten nördlich von Wobrok und längs des Auscherbaches bis in 
die Gegend von Tetschendorf der Weissenberger Pläner und über demselben ein 
sandig-mergliger Repräsentant der Malnicer Schichten (mit Ammonites Wool- 
gart) auftritt. 

Aehnlich wie bei Liboch sieht man auch bei Tetschendorf und am Ein- 
gange der Schlucht bei der Ruine Hrädek (östlich von Auscha) Sandsteine auf 
dem Weissenberger Pläner aufgelagert, während in der Gegend von Hrusovan und 
Encovan am Hofidlberge sich das geologische Profil des Soviceberges wiederholt. 

Sehr interessant sind die geologischen Verhältnisse auf den steilen Ge- 
hängen, welche das Thal von Auscha ostwärts umgeben. (Fig. 28.) Diese Ge- 


Fig. 28. 
Auscha, Ruine Hrädek. Raschovitz. Hrobitsch. 


ir t 27 


о) Weissenberger Sch.; m) Malnicer Sch, ` j) Iser-Sch.; s) Priesener Sch.; n) Diluvium. 


П. x 101 


hänge sind der gehobene Rand einer mächtigen Verwerfung, welche als die Fort- 
setzung der früher beschriebenen Egerlinie betrachtet werden kann. 

Im Thale von Auscha selbst, auf der Westseite der Verwerfung, lagert 
Bakulitenmergel der Priesener Schichten, der sich zu den Phonolithen des Geltsch 
und des Eichberges bei Konojed hinzieht, während ‚die Stadt Auscha selbst auf 
einem isolirten Sandsteinfelsen steht, der mit den Sandsteinen der gegenüber sich 
erhebenden Wände zu der gehobenen Ostseite der Verwerfung gehört. Dieser 
Sandstein nun ist im Zusammenhang mit dem auf dem Weissenberger Pläner ge- 
lagerten Sandstein der Hrädekruine und bildet von Simmern bis Bleiswedel eine 
steile Stufe der Plateaulehne. Unter diesem Sandstein ist nur am Beginn des 
engen Thales, der zu Tetschendorf führt, Weissenberger Pläner mit Imoceramus 
labiatus, Nautilus sublevigatus und Rhynchonellen (cfr. bohemica) anstehend. 
Wenn man aber von Simmern aus gegen Ollhotta (welches am Plateau liegt) 
diesen Sandstein übersteigt, so findet man nicht blos in denselben Petrefakten 
des Weissenberger Pläners (Inoceramus labiatus, Pinna Cottai, Lima multicostata) 
sondern man findet auf demselben abermals ein dem Weissenberger Pliner ähn- 
liches Gestein, welenes nebst Panopea Gurgitis, Am. Woolgari auch Inoceramen 
und Rhynchonellen führt und offenbar den Malnicer Schichten entspricht. Erst 
auf der Höhe des sogenannten Pestfriedhofes treten sandige Schichten auf, welche 
den Iserschichten entsprechen. Ein ähnliches Verhältniss bemerkt man, wenn man 
den steilen Weg von Auscha gegen die Neuländer Kirche verfolgt, welche auf 
einem kleinen Basaltkegel des Plateaurandes steht, (Fig. 29.) 


Fig. 29. ‘ 
Encovan. Horidl B Neuland. Skalken. Wilhost Berg. 
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о) Weissenberger Sch.; m) Malnicer Sch. ; j) Iser-Sch, ; t) Teplitzer Sch.; 5) Priesener Schichten; 
c) Basalt; f) Phonolith. 


Auch da findet man über dem Sandstein der ersten Stufe sandig-merglige, 
theilweise glaukonitische Plänergesteine mit Inoceramus labiatus, Rhynchonella cf. 
bohemica, kleine Ostreen und erst höher hinauf grobkórnige Sandsteine mit kal- 
kigen Zwischenlagern, welche den  Iserschichten entsprechen und Wülste von 
Spongites saxonicus und Steinkerne von Rhynchonellen enthalten. 

An den Auscher Lehnen sind also die Weissenberger Schichten nicht blos 
durch Pläner, sondern auch durch Sandsteine repräsentirt, während die höheren 
kalkigen Sandsteine theils den Malnicer Schichten, theils den Iserschichten ange- 
hören, welche letztere aber hauptsächlich durch die mächtigen Sandsteinbänke 
der höchsten Terrasse bei Skalken repräsentirt werden. 

In der Fortsetzung dieser Lehnen bei Bleiswedel und Sterndorf verliert 


108 IL. 


sich der Pliner allmählig ganz und seine Stelle nimmt von unten bis oben nur 
Sandstein ein, mit einem kalkig-sandigen Zwischenlager, so dass man daraus er- 
sieht, wie die thonig-kalkige Beschaffenheit des Weissenberger Pläners in seinem 
nördlichen Verflächen einem sandigen Habitus Platz macht, der bei Abgang von 
bezeichnenden Petrefakten die Abscheidung desselben von den Malnicer und Iser- 
schichten unmöglich macht. 

Sucht man nun weiter nördlich die Fortsetzung der Weissenberger Schichten 
so muss man das ganze Sandsteingebirge bis nahe zur Landesgränze durchwandern, 
da wo wir die Korycaner Schichten kennen lernten. 

Wir gelangen somit wieder zum Fusse des Tetschner Schneeberges bei 
dem Dorfe Tisa, wo ansehnliche Sandsteinwände sich über den versteinerungs- 
reichen Korycaner Schichten erheben und durch Verwitterung theilweise die ba- 
rocksten Formen angenommen haben. (Fig. 30.) 


Die, -30 


Tisa. Schneeberg. 


r) Gneis; k) Korycaner Sch.; o) Weissenberger Sch.; m) Malnicer Sch. ; J) Iser-Sch. 


Diese Wände bilden den steilen Abfall des Schneebergsplateaus und man 
kann sie längs des Eulauerthales bis Bodenbach und von da zu beiden Seiten der 
Elbe bis gegen Pirna und in allen Nebenthälern und Schluchten der sogenannten 
böhm. sächsischen Schweiz verfolgen. 

Das Gestein dieser Wände ist ein ziemlich feinkörniger Quarz-Sandstein 
mit wenigem thonigen oder kalkig-thonigen Cement, der durch Eisenocker gelblich 
oder bräunlich gefärbt ist. Er bildet mächtige, durch senkrechte Klüfte in grosse 
kubische Blöcke sich absondernde Bänke, welche ein ausgezeichnetes Bau- und 
Steinmetzmaterial liefern. Die Kluftflächen sind an manchen Orten mit gelben 
Barytdrusen bedeckt, so namentlich an der Wand bei der Tetschner Kettenbrücke. 
Zahlreiche Steinbrüche, namentlich in der sächsischen Schweiz, sind in diesem 
Sandsteine eröffnet; sie liefern die Petrefakten, (besonders eine Menge von wohl- 
erhaltenen Inoceramus labiatus, Pinna Cottai, Lima multicostata), welche diesem 
Sandsteine seine Reihenfolge unter den Gliedern der bohm. Kreideformation an- 
weisen, nämlich als den Repräsentanten der Weissenberger Schichten. 

Auf böhmischer Seite ist dieser Sandstein durch eine merkwürdige in der 
Streichungsrichtung des Erzgebirges verlaufende Kluft durchsetzt, jenseits welcher 
die Sandsteinschichten steil einfallen und von den jüngeren Gliedern der Kreide- 
formation, nämlich den Priesener Schichten (Bakulitenmergeln) bedeckt werden. 
(Fig. 31.) 


П, 109 


Fig, 491; 


Pfaffenberg. Bodenbach. Kalmwiese. 


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۰ 


9) Urgebirge, Phyllit und Granit; о) Weissenberger Sch.; j) Iser-Sch.; 0) Priesener Schichten; 
с) Basalt; n) Diluvium. 


Die Basalte und Phonolithe des Mittelgebirges erheben sich aus diesen 
Mergeln, die sich noch weit in den Schluchten tief unter dem Niveau der Tetschner 
Sandsteinberge verfolgen lassen. Die jüngeren Mergel. der Kreideformation um- 
säumen hiemit den Fuss des gehobenen Sandsteinplateaus. 

Zum Gebiete der Weissenberger Schichten gehören also in diesem Theile 
von Böhmen ` die Hochflichen zu beiden Seiten der Elbe zwischen Tetschen und 
Herrnskretschen mit ihren malerischen Waldlehnen und Wänden; das tiefere Glied 
des Sandstemes, nämlich die Korycaner Schichten scheinen hier gar nicht ver- 
treten zu sein, denn auch der Sandstein, der im Elbethal zwischen Laube und 
Niedergrund auf Urgebirge ruht, hat den herrschenden Charakter des durch Jno- 
ceramus labiatus ausgezeichneten Sandsteines. 

Die Begränzung der Weissenberger Schichten nach oben bildet ein chlori- 
tischer grauer, sandiger Mergel, der den Fuss der zweiten Schneebergsterrasse, 
nämlich den eigentlichen hohen Schneeberg umsäumt und durch seine Petrefakten 
Sich als das Analogon der Malnicer Grünsandsteine erweist, während der Quader- 
sandstein über demselben, also der von den süchsischen Geologen als Ober-Quader 
bezeichnete Sandstein, zu den Isersandsteinen zu zühlen ist. 

Dieselben Verhältnisse wiederholen sich in der sächsischen Schweiz. 

Der zuerst vom Prof. Naumann beschriebene und als trennendes Glied 
von Unter- und Ober-Quader angeführte sandige glaukonitische Mergel von Naun- 
dorf und Rottwerndorf bei Pirna ist ganz richtig als die Fortsetzung der Mergel 
des hohen Schneeberges gedeutet worden, aber die damit verbundene Eintheilung 
der süchsischen Sandsteine in einen Unter- und Ober-Quader mit der geologischen 
Bedeutung, die man diesen Quadern zugeschrieben hat, ist nicht richtig; denn 
aller Sandstein, der über den Schneeberg-Mergeln (Malnicer Schichten) am Schnee- 
berg und in Sachsen liegt, ist ein Analogon des Isersandsteines, und der unter 
demselben anstehende Sandstein der Steinbrüche entspricht den Weissenberger 
Schichten. Eigentlicher Ober-Quader findet sich, wie wir weiter sehen werden, erst 
in Böhmen bei Kreibitz, Böhm.-Leipa und Gross-Skal. 

Einen vorzüglichen Beleg hinzu bietet das rechte Elbeufer von Корий» 
Begenüber von Pirna über Schandau bis zum Winterberge bei Herrnskretschen. 

Die mächtigen Sandsteinbänke fallen auf dieser Strecke allmihlig gegen 
Nordwesten ein und gehören zu den Weissenberger Schichten. Bei Kopitz werden 
diese Sandsteine von einem glaukonitischen Mergel bedeckt, den Prof. Gümbel 
nach seinen Petrefakten als ein vollkommenes Analogon der Malnicer Schichten 


— 


110 IT. 


deutete (Kopitzer Schichten = Malnicer Schichten). Diese Kopitzer Schichten 
ziehen sich nun als eine deutlich erkennbare Zone über den Sandsteinen der 
Weissenberger Stufe und werden ebenso bei Schandau von einer höheren Stufe 
der Sandsteine bedeckt, wie am Königstein und den anderen isolirten Quaderbergen 
der sächsischen Schweiz und können der Lagerung und den Petrefacten nach diese 
höhere Stufe nur den Isersandsteinen entsprechen. 

Ganz dasselbe gilt vom rechten Elbeufer auf böhmischer Seite. 

Die steilen Wände des Binsdorfer Plateaus (gegen die Elbe und die Kam- 
nitz zu) gehören zu den Sandsteinen der Weissenberger Schichten, wie der hier 
häufige Inoceramus labiatus nachweist ; auf den höheren Terrassen dieser Wände 
(namentlich gegenüber von Mittelgrund und bei Rosendorf) sieht man die Ko- 
pitzer Mergelschichte und über derselben die grobkörnigeren Sandsteine der Iser- 
schichten, namentlich auch an der Nordseite des Rosenberges, wo sie eine steile 
Terrasse dieses Basaltberges bilden. 

Die Iserschichten nehmen an diesem Plateau mit nordöstlichem Einfall an 
Mächtigkeit zu, so dass sie nördlich jenseits der Kamnitz an den Dittersbacher 
Wänden schon den ganzen schluchtreichen Gebirgszug des Rudolphssteines und 
der Prebischwände bilden, während die den Malnicer Schichten entsprechende 
glaukonitische Mergellage nur an der Basis der Dittersbacher Wände zu bemerken 
ist. Auf dem vom basaltischen Rosenberg beherrschten Plateau und auf dem 
hohen Sandsteingebirge der Landesgrenze sieht man also nur Isersandsteine, die 
Malnicer und Weissenberger Schichten sind aber unter denselben verborgen und 
stehen nur an den Wänden der tiefen Thiler an. 

Erst am nördlichen Fuss des Sandsteingebirges der Lausitzer Grenze, dort 
wo wir das Vorhandensein der Perucer und Korycaner Schichten nachwiesen, 
lässt sich auch das Auftreten von Weissenberger Schichten konstatiren. Man 
sicht nämlich in den Steinbrüchen bei Waltersdorf am nördlichen Fusse des Pho- 
nolithberges Lausche feinkörnige, den sächsischen Bildhauersandsteinen ähnliche 
Sandsteine anstehen, welche häufig Inoceramus labiatus führen. Man kann dann 
eine Zone sandig-mergligen Gesteines (welche vielleicht den Maloicer Schichten 
entspricht) mit untergelagertem plünerartigen Gestein an dem nórdlichen Fusse 
der mächtigen Johnsdorfer Felsenpartien mit ihren Mühlsteinbrüchen (schon zum 
Isersandstein gehórend) bis gegen die Oybiner Felsen verfolgen, an deren Rande 
jener scharfe klippige Kamm sich zu entwickeln beginnt, dessen Fortsetzung von 
Böhmen wir am Trögelsberg bei Pankrac, zu der Korycaner Stufe gehörend, 
anerkannten. 

Auf der südlichen Seite dieses Rückens trifft man bei Lückendorf in 
Steinbrüchen wieder dic Weissenberger Schichten mit Inoceramus labiatus aufge- 
schlossen, was der natürlichen Reihenfolge vollkommen entspricht, während der 
höhere Sandstein mit theilweise kalkigem Cement auf dem phonolitischen Hoch- 
wald und den Grenzrücken zwischen Lückendorf und Petersdorf dem Isersandstein 
entsprechen. 

Der Isersandstein lehnt sich nun von Pankrac bis gegen Svétlá unmittelbar 
an die Phyllite des Jeschkengebirges an und verdeckt die etwa tiefer liegenden 
Weissenberger Schichten. 


П, 111 


Bei Svötlä selbst steht am Saume der Kreideformation ein grauer thoniger 
Mergel an (ohne deutliche Petrefakten) und südöstlich davon bei Proseč und Vl- 
tetin und namentlich von Bohdänkov angefangen taucht wieder ein graues und 
gelbes, sandig-mergliges Gebilde auf, welches mit steilem Einfallen seiner Schichten 
auf den früher beschriebenen Korycaner Quadersandsteinen ruht, die den Liebe- 
Dauer und Friedsteiner Kamm (Fig. 5.) bilden. Versteinerungen sind in diesem 
Gesteine nicht aufgefunden worden, es gehört aber seiner Lagerung nach offenbar 
zu der Weissenberger Stufe. 


4, Malnicer Schichten. 


Es unterliegt keinem Zweifel, dass die sandig-merglige, theilweise glauko- 
hitische Gesteinszone, welche den durch die Fischabdrücke (Macropoma) ausge- 
zeichneten Plänerbaustein bei Vehlovic, Liboch, Gastorf, Hrusovan usw. bedeckt, 
das Aequivalent der Malnicer Schichten darstellt; den eine gewisse konstante 
Gruppirung der Petrefakten, welche diese Zone bezeichnen, wie das Vorkommen 
von Ammonites Woolgari, der in den höheren Sandsteinschichten (Iserschichten) 
gänzlich fehlt und von Lima canalifera, welche hier zu erscheinen beginnt, und 
in den Iserschichten herrscht, sprechen für diese Annahme. Hieher gehört die 
Sandig-merglige Schichte mit festeren Kalkkonkretionen über den Plänern von Ve- 
hlovic mit Panopea gurgitis und Lima canalifera, so wie die schon erwähnte 
Schichtenzone an dem Sovice-Berg bei Wettl mit Cucullea glabra. 

Auch ein Theil des sandig-mergligen Zwischengliedes, das am Hofidlberg 
bei Encovan und dann weiter gegen Leitmeritz zwischen den Plänern der Weissen- 
berger und der Iser-Schichten auftritt, muss hieher gerechnet werden ; dessgleichen 
die sandigen Pläner unmittelbar unter den Isersandsteinen an der Berglehne von 
Simmern und Neuland bei Auscha. 

So wie die Plänerschichten über den Korycaner Sandsteinen in ihrem 
Verlaufe von Auscha und Kokořín gegen Norden in Sandsteine übergehen, so gilt 
dies im noch höheren Grade von den Malnicer Schichten. In den tief einge- 
Schnittenen Thälern des Sandsteinplateaus lassen sich zwar stellenweise (so im 
Kokorfnerthal, im Iserthal, bei Pavlitschken (westlich von Dauba, in den Gründen 
bei Bóhm.-Aicha, Sichrov und Liebenau) an der Basis der steilen Felsenwände 
kalkreichere Sandsteinbänke unterscheiden, deren Petrefakten den Charakter der 
Malnicer Schichten tragen, da sie sich aber durch eine scharfe Grenze von den 
anderen Sandsteinen der Iserschichten nicht abtrennen lassen, so kónnen sie als 
eine selbständige Zone in dem Gebiete der grossen Sandsteinplateaus nicht ausge- 
Schieden werden, sondern es muss vielmehr der mehr orographisch als paläonto- 
logisch individualisirte Isersandstein zum grossen Theil als Repräsentant der Mal- 
Nicer Schichten angesehen werden. 

Eine deutlichere Sonderung sieht man nur am Nordrande des Iserplateaus 
bei Liebenau, 

Die Basis des Isersandsteines bilden hier nämlich sandig-kalkige Mergel, 
welche namentlich am Kirchberge bei Liebenau und an dem Hügel Pétihorka zu 


112 П. 


Tage treten, und nebst anderen Petrefakten auch Lima elongata und Ammonites 
Woolgari führen. Ihre Basis bildet ein versteinerungsleerer grauer Mergel, der 
mit dem Korycaner Sandstein gehoben ist und im Thale unter angeschwemmtem 
Land sich verbirgt, während die darüber sich erl:ebenden Sandsteine (mit Callia- 
nassa antiqua) unzweifelhaft der Iserstufe angehören. (Fig. 32.) 

Die Lagerung dieser Mergel ist also im Einklang mit der Schichtenfolge, 
der gemäss sie zu der Malnicer Stufe zu rechnen sind. 

Erst an der Nordgrenze von Böhmen am hohen Schneeberg und in der so- 
genannten böhmüsch-sächsischen Schweiz treten die Malnicer Schichten als eine 
schärfer bezeichnete glaukonitische Mergelschicht auf (Kopitzer Schichten Gümbel), 
die wir schon früher als die obere Begrenzung der Bildhauersandsteine (Weissen- 
berger Schichten) kennen lernten. An ihrer Basis liegen eisenschüssige Sandsteine 
die man in einzelnen Blöcken bei dem Dorfe Schneeberg antrifft. 

Wie schon früher erwähnt wurde, bilden darüber graue theilweise glauko- 
nitische sandige Mergel, aus welchen einige Quellen entspringen, den Fuss der 
höchsten Terrasse des hohen Schneeberges und enthalten schwache kalkige Zwi- 
schenlager. Sowohl in diesen Mergeln als in den eisenschüssigen Sandsteinen 
kommt Ammonites Woolgari vor, in den letzteren trifft man ausserdem zahlreiche 
Exogyra columba, und Lima canalifera an. 

Dasselbe Zwischenglied findet man auch zwischen dem sogenannten Unter- 
Quader (Weissenberger Sch.) und Ober-Quader (Iser-Schichten) der sächsischen 
Schweiz zu beiden Seiten der Elbe; als ein Fundort von zahlreicheren Petrefakten 
in dieser Zone ist namentlich Kopitz gegenüber von Pirna von Geinitz und Gümbel 
beschrieben, und vom letzteren als ein den Malnicer Grünsandsteinen vollkommen 
analoges Schichtenglied erkannt worden. 

Zu den Malnicer Schichten gehören endlich auch die glaukonitischen Sand- 
steine und Mergel am Binsdorfer Plateau und am Fusse der Dittersbacher Wände; 
doch gilt von denselben dasselbe, was von dem südlicher gelegenen Vorkommen 
derselben im Kokofiner- und Iserthale gesagt wurde, nämlich dass sie sich von 
den Isersandsteinen nicht abtrennen lassen, indem ein Theil dieser Sandsteine 
die Malnicer Schichten vertritt. 


5. Iserschichten. 


Die Iserschichten sind in dem behandelten Gebiete das am meisten ent- 
wickelte Glied der Kreideformation. 

Sie bestehen durchgehends aus Sandsteinen mit kalkigen Zonen und ihre 
Mächtigkeit nimmt von Süden gegen Norden von 5 bis 40—50 Klafter zu. 

In diesen ein gleichartiges Plateau bildenden Schichten ist das Iserthal 
von Záboří bei Klein-Skal bis Pfedmöfic bei Benátek und mit ihm parallel einige 
andere tiefe Thäler mit zahllosen Nebenschluchten eingeschnitten, in: welchem 
sich die steilen Wände und pittoresken Klippen dieser Schichtengruppe in grösster 
Mannigfaltigkeit wiederhelen. Im Norden von Böhmen bei Dittersbach, Herrns- 
kretschen und am hohen Schneeberge bei Tetschen gehören hieher die schönsten 


Liebenau. 


Sichrov. 


Zäbor Berg. Hostin. 


Elbe. 


J) Iser-Sch.; f£) Teplitzer Sch. Б) Priesener Sch.; 


m) Malnicer Sch.; 


0) Weissenberger Sch.; 


f) Phyllit; d) Permische Form.; Ё) Korycaner Sch.; 


c) Basalt; ») Diluvium. 


TT. 113 


Partien der sogenannten böhmischen Schweiz, wo der 
Charakter dieser Sandsteinplateaus in den grossartigsten 
Umrissen ausgeprägt ist. 

Wegen der leichteren Uebersicht dieses ausge- 
dehnten Terrains vollen wir dasselbe nach seinen ein- 
zelnen Haupttheilen beschreiben. 


a) Die Plateaus westlich vom Iserflusse bis 
zum Kokorinerthal und den Torfniederungen 
bei Niemes und Wartenberg. 


Die Südgrenze dieses Plateaus bilden die Hügel- 
abfälle bei Hlavno Kostelní, BySic und Hostín, während 
die Nordgrenze durch eine Thalfurche bezeichnet ist, 
welche sich làngs des Fusses des Jeschkengebirges von 
Svétlá gegen Liebenau und Klein-Skal erstreckt. 

Die Reihenfolge der Schichten auf diesem Plateau 
sieht man in allen Schluchten desselben in einer 
gleichartig sich wiederholenden Beschaffenheit ; am 
belehrendsten wohl in dem tiefen Kokoriner-Thal und 
an den Lehnen des Iserthales. 

'Steigt man vom Südrande des Plateaus bei dem 
Liblicer-Bahnhofe gegen das hochgelegene Dorf Hostin, 
so findet man schon in den Steinbrüchen bei Liblic 
die Iserschichten anstehend; am tiefsten nämlich san- 
dige Mergel mit kalkigen Lagen voll einer Rhyn- 
chonella. (Fig. 32.) 

Dann folgen glaukonitische Mergelsandsteine mit 
grossen Ammonites peramplus, die gegen oben in 
kälkreichere Sthichten übergehen und hier zum Kalk- 
brennen benützt werden, aber ausser häufigen Spongites 
saxonicus sonst keine Petrefakten führen. 

Ueber diesen kalkigen Sandsteinen beginnen erst 
4—6 Klafter mächtige etwas grobkórnige, graugelbe 
Sandsteine, die gleichfalls Spongites saxonicus ent- 
halten und durch eine eigenthümliche zellige Verwit- 
terung der Felsenwände sich auszeichnen, wie sie auch 
in der böhm.-sächsischen Schweiz vorkommt. Darüber 
liegt dann eine Bank von weicheren grauen Sand- 
steinen mit kalkigem Cement und einer Menge vor 
Exogyra columba und endlich auf der Plateauhöhe 
selbst im Dorfe Hostin bröcklige graue Mergel (Te- 
plitzer Sch.) mit aufgelagerten plattenförmigen weiss- 
gelben Mergeln (Priesener Sch.). 

8 


| 14 її, 


Noch schärfer sieht man dieselben Schichten geschieden in absteigender 
Reihenfolge, wenn man von Hostín zum Ausgange des Kokofinerthales bei Vrutit 
herabsteigt. 

Der Schichtenkomplex von den kalkigen Sandsteinen angefangen bis zu 
den Mergeln der Teplitzer Schichten bildet hier die Schichtenstufe, die wir 
| mit dem Namen Zserschichten bezeichnen. 
| Verfolgt man nun von Vrutic, wo einige ungemein starke Quellen aus 
| mergligem Plänergesteine hervorsprudeln, das Kokofínerthal, so sieht man über 
| diesen Pläner-Mergeln (mit Inoceramus labiatus), welche in der Thalsohle bis über 
| Lhotka anstehen, eine 6 Kl. mächtige Bank von Sandstein mit aufgelagerten glau- 

konitischen sandigen Mergeln ; darüber dann eine zweite ebenso mächtige Bank 
von Sandsteinen mit zahlreichen Spongites saxonicus, auf welche hier überall zu 

beiden Seiten des Thales am oberen Rande des Plateaus namentlich bei Kanina, 

Hradsko, Sedlec, kalkige Sandsteine — mit Exogyra columba, einer Rhynchonella, 
| Lima canalifera, Nautilus sublevigatus — auftreten, die endlich auf den Höhen 
| von Stem und NebuZel von Mergeln der Teplitzer und Priesener Schichten be- 
deckt werden. 


| Eine ganz analoge Schichtenfolge sieht man in den prächtigen Wald- 
| schluchten zwischen Albrechtsthal und Mšeno. Auch da sprudeln wie bei Vrutic 
| aus der Thalsohle starke Quellen, welche die Nähe von wasserhaltendem Mergel 
verrathen, und die Sandsteinwände steigen mit doppeltem Terrassenabsatze zur 
Plateauhöhe, wo man wieder die Exogyrenbank antrifft; nur dass hier unter der- 
selben eine 2 Fuss mächtige eisenschüssige Lage von festem Sandsteine auftritt, 
der entweder gesimsartig aus den Sandsteinwänden hervorragt, oder die zerspal- 
tenen barockgeformten Klippen mit tischförmigen Platten bedeckt. 

Diese obere mit Exogyrabänken bezeichnete Zone der kalkigen Sandsteine 
bildet auf dem ganzen Plateau zwischen Mšeno, Weisswasser und Jung-Bunzlau 
einen konstanten geologischen Horizont, der die unter ihm, in den zahlreichen 
zum Iserthale mündenden Thälchen und Schluchten auftretenden Sandsteinwände 
als die Fortsetzung der oberen Sandsteinterrasse des Kokofínerthales erscheinen 
lässt, unter denen dann in den tieferen Thaleinschnitten nochmals kalkige Sand- 
steine erscheinen, die offenbar der tieferen Stufe dieser Sandsteine im Kokoriner- 
thal entsprechen. 

Einen besonders ergiebigen Fundort von Versteinerungen bieten die Exo- 
gyrenbänke bei ChorouSek; man findet da Lima canalifera, Ostrea sulcata, an 
einer Lokalität eine Unzahl von Seeigeln, den Gattungen Catopygus, Hemiaster, 
Cassidulus, Cyphosoma angehörend, die obzwar sie noch näher zu bestimmen 
sind, doch an einen analogen Fundort, nämlich an die sogenannten Exogyren- 
schichten von Malnic erinnern. 


Die kalkige Exogyrenbank findet man dann weiter am Plateau bei Weiss- 
wasser und Hühnerwasser verbreitet, von wo aus sie sich bis zum Fusse der 
Phonolithkegel des Bösig, (wo man bei dem Dorfe gleichen Namens eine Bank 
. voll kleiner Exogyren antrifft) und über den Sandsteinschichten des Buchberges 
bei Strassdorf erstrecken. Die tieferen kalkig-sandigen Bänke findet man bei dem 


П. 115 


Herabsteigen vom Bösig nach Hirschberg in den Schluchten der waldigen Sand- 
steinterrassen (mit Lima canalifera, kleinen Ostreen und Spongites saxonicus). 

Der grösste Theil dieser Sandsteine ist am Plateau von einem 1—3 Kl. 
mächtigen gelbrothen ungemein fruchtbaren Diluviallehm (Öervenka genannt) be- 
deckt, aus welchem nur stellenweise kleine isolirte, aus den Teplitzer und Prie- 
sener Plänermergeln zusammengesetzte Hügel oder kleine Basaltkuppen sich er- 
heben. Nur die Phonolithe des Vratner Berg bei Mšeno und der Doppelpyramide 
des Bösig ragen ansehnlich über das Plateau empor. (Fig. 33.) 

Fig. 33. 

Bösig. Weisswasser. Iserthal. Horka B. Mužský B. 


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H 


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A 


J) Iser-Sch.; 4) Teplitzer Sch.; 0) Priesener Schichten; ch) Chlomeker Schichten ; с) Basalt; 
f) Phonolith. 


Einen weithin bemerkbaren Hügel bildet auch der Beevel (1074^) zwischen 
Katusic und Březinka. Er besteht aus festem, lichtgrauem, quarzitähnlichem Sand- 
Stein, der aus den weicheren Exogyrensandsteinen klippig emporragt und grosse 
Exemplare von Pecten quadricostatus führt. 

Es scheint diese lokale Bildung auf ehemalige kieselreiche Quellen hinzu- 
(leuten, welche das kieselige Cement dieser Sandsteine lieferten. 

Der vorherrschende Sandstein dieses Plateaus veranlasst eine grosse 
Quellenarmut, die namentlich im Sommer fühlbar wird. Nur die Brunnen, welche 
die ganzen Sandsteinmassen durchsetzen und bis zu den wasserhaltenden Mergeln 
der Weissenberger Schichten dringen, halten durch das ganze Jahr Wasser. (Ein 
solcher Brunnen im Dorfe Stranka hat 40 Klafter Tiefe und zeigt die beiläufige 
Mächtigkeit der Isersandsteine auf diesem Plateau.) 

Eine eisenschüssige Schichte des thonigen Sandsteines unter den höheren 
Exogyrenbänken liefert das im Sommer häufig versiegende Wasser der höher ge- 
legenen Brunnen und Quellen, wesshalb die Bewohner der Plateaudórfer ihren 
Wasserbedarf im Sommer in den Bächen der tiefen Thalgründe holen müssen. 

Die Schichten des Plateaus fallen mit einer kleinen Neigung gegen Osten, 
50 dass an dem scharfen Abschnitt desselben, den die Iser bildet, die tieferen 
Zonen der Kreideformationen, namentlich die Weissenberger Schichten nicht zum 
Vorschein kommen, sondern nur die Reprüsentanten der Iserschichten auftreten. 
Die Hauptmasse der steilen Thalwände bildet ein etwas kalkiger Sandstein mit 
kalkreicheren und festeren Konkretionen, die stellenweise riesige Exemplare von Exo- 
бута columba, Inoceramus Brogniarti und Ammonites peramplus führen, wie sie 
Namentlich an den Einschnitten der Eisenbahn zwischen Zämost und Josefsthal 
während dem Baue derselben so massenhaft vorkamen, dass sie als Sturz- 
Pflaster verwendet wurden. 

Gegen oben gehen diese Sandsteine in ein kalkig-sandiges, in dünnere 
\nregelmässige Platten brechendes Gestein über, welches endlich von eisenschüs- 

8* 


116 П. 


sigen weicheren Sandsteinen bedeckt wird. Um spezielle Beispiele der Schichten- 
und Petrefaktenfolge an den gut zugänglichen Lehnen des Iserthales anzuführen, 
möge die Thalwand bei Cejtic am Jung-Bunzlauer Bahnhof erwähnt werden. Man 
sieht da an der Thalsohle kalkige Sandsteine mit festeren Konkretionen, die die 
angeführten riesigen Exemplare von Ammonites peramplus und Inoceramus Bro- 
gniarti führen ; dann folgen mächtigere Bänke von Sandstein mit Lima dichotoma 
und Ostreaarten; hierauf eine kleine kalkig-merglige Sandsteinbank mit Magas 
Geinitzü, die von einer eisenschüssigen Sandsteinschichte abgeschlossen wird. 
Endlich unter der Diluvialbedeckung stehen kalkige Sandsteine an, die in unebe- 
nen Platten brechen und wo man Krebsscheeren von Callianassa antiqua und 
häufige Serpula filiformis findet. In dieser höheren Lage fand sich bei Benätek 
ein Prachtexemplar von Beryx ornatus. 

Eine noch gróssere Mannigfaltigkeit von Versteinerungen zeigen die Fel- 
senwände bei Rohozec gegenüber von Turnau. Die tieferen Bänke enthalten kal- 
kigen Sandstein, der stellenweise so kalkreich wird, dass er als Mörtelkalk ge- 
wonnen wird. Er enthält Turitellen, Trigonia aleformis, Gervilia solenoides, Pho- 
ladomya caudata; hierauf folgen merglige Sandsteinbänke mit Pinna, Perna lan- 
ceolata, Pholadomya caudata, Lucina, Crassatella, die von einer Bank mit einem 
häufigen Pectunculus abgeschlossen wird. Dann folgen abermals zähe kalkige 
Sandsteine mit Callianassa antiqua, Anomya truncata, Lima pseudocardium, Pinna 
usw.; höher hinauf an den Lehnen folgen Sandsteine mit riesiger Zxogyra columba, 
endlich thonige Schichten, über welchen sich zuletzt die grobkörnigen Sandsteine 
der Chlomeker Stufe erheben. — 

Wenden wir uns nun zum nördlichen Theil des Plateaus, so finden wir 
daselbst im Vergleiche mit dem einförmigen Plateau zwischen MSeno und Jung- 
Bunzlau einen etwas veränderten orographischen Charakter, indem durch das häu- 
figere Auftreten von Basalt und durch zahlreiche nahe an einander verlaufende 
Thaler eine grössere Mannigfaltigkeit der Terrainformen sich entwickelt. 

Nördlich von dem Thale bei Brezinka fehlt das lehmige fruchtbare Dilu- 
vium und die exogyrenreichen Sandsteine sind mit lockerem Sand bedeckt (von 
zerfallenen weichen Sandsteinen herrührend). Dieser Sand bildet in den Umge- 
bungen von Weisswasser, Nieder-Kruppey und Hühnerwasser einen mageren Wald- 
boden mit ausgedehnten Kieferbeständen. 

Aus diesen bewaldeten Sandflächen erhebt sich von Gablonz und Mukařov 
gegen Norden eine höhere Terrasse des vielfach durchschnittenen Plateaus, in 
welchem das Thal der Mohelka die tiefste Furche bildet. Die höchste Terrainwelle 
bildet westlich von Bóhm.-Aicha ein rückenförmiger Hügelzug (in südwestlicher 
Richtung), auf dessen Kamm der interessante 6—8 Fuss mächtige Basaltgang der 
Teufelsmauer aufragt (Fig. 34.), der namentlich zwischen Smrzov und Wlachey 


Fig. 34. 
Spitzberg. Hammer. Dövin Ruine. Teufelsmauer. 


о) Weissenberger Sch.; J) Iser-Sch.; b) Priesener Sch.; ch) Chlomeker Sch. ; ж) Diluvium.; €) Basalt. 


П. 1817 


einer Mauer ähnlich über die Sandsteinberge sich zieht und von dem Berge Horka 
bei Svetlä (mit einem merkwürdigen Walle am Gipfel) über Kiidey und Hühner- 
wasser bis gegen Hirschberg sich verfolgen lässt. Aehnliche aber kürzere Basaltgänge 
ziehen sich parallel mit der Teufelsmauer bei Kněžic unweit Böhm.-Aicha und am 
Struhanken und Dévinberge bei Wartenberg. 

Vom Kamme der Teufelsmauer oberhalb SmrZov öffnet sich eine vortreff- 
liche Uebersicht über dieses Sandsteingebiet; man bemerkt, wie sich die Plateau- 
terrassen sowohl gegen Westen als gegen Osten abstufen, womit auch die Lage- 
rungsverhältnisse vollkommen übereinstimmen, indem sich die Sandsteinschichten 
von der Teufelsmauer, sowohl zur Iser als zum Polzen neigen. 

Den besten Einblick in den Schichtenbau dieses Plateaus bildet der nörd- 
liche steile Rand desselben bei Liebenau und Petra$ovic, da wo er sich zu dem 
Thale absenkt, jenseits dessen sich die steil aufgerichteten Sandsteine und Pläner 
der Korycaner und Weissenberger Schichten an die Schiefermassen des Jeschken- 
gebirges anlehnen. (Fig. 32.) 

Man sieht hier (namentlich am Kirchberge bei Liebenau) analog wie am 
Südrande des Plateaus bei Liboch an der Basis des Isersandsteines merglige Ge- 
Steine der Malnicer Stufe, über welchen mächtige Bänke von Sp ongitensandsteinen 
und kalkige Sandsteine mit Calianassa antiqua der Iserstufe lagern, die endlich 
auf den von Basalt durchbrochenen Höhen bei Sichrov thonige Mergel der Prie- 
Sener Schichten tragen. Bei PetraSovic führen die tieferen Bänke der Isersand- 
Steine Inoceramus Brogniarti, Pecten striatopunctatus, Lima canalifera und häu- 
fige Spongiten. 

An der Teufelsmauer selbst findet man gelbliche etwas grobkörnige Sand- 
Steine in fast horizontaler Lagerung. Von einer Frittung an den Berührungsflächen 
mit dem Basalte ist keine Spur vorhanden, sondern das Bestege des Ganges 
bilden braune wackartige Streifen, welche sich vom Sandsteine scharf absondern. Dieser 
Sandstein wechselt in den tiefen Lagen z. B. bei SmrZov und Wlachey mit zwei 
Lagern eines sandig-thonigen Mergels, in welchem kalkige Konkretionen mit den 
Petrefakten der Iserstufe vorkommen (Iser-Rhynchonellen, Pecten quadricostatus, 
Exogyra columba), | 

j Zahlreiche und stellenweise ziemlich starke Quellen deuten die Fortsetzung 
dieser Mergel auch dort an, wo die Oberfläche mit Wald oder Graswuchs be- 
deckt ist. 

Im Westen von der Teufelsmauer ist der ganze Komplex der Iserschichten 
Sandsteinartig (Fig. 34); sandig-mergliges Gestein in Platten brechend, stellen- 
Weise sehr kalkreich, so dass es zum Kalkbrennen verwendet wird, trifft man nur 
noch auf den ebenen Höhen bei Schwabitz und Schwarzwald an, aber ohne deut- 
liche Petrefakten; die höheren Sandsteinschichten führen hier aber überall einige 
Zoll starke Lagen von sandigem festen Brauneisenstein, den man in zahlreichen 
Bruchstücken auf den Feldern zerstreut findet. 

Von Schwarzwald senkt sich das Plateau mit steilen Wänden zu den 
Wiesengründen des Hammerteiches und des Polzenbaches bei Wartenberg und 
Man sieht hier nichts als grobkörnige Sandsteine mit Spongites saxonicus anstehen. 


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| 118 IT. 
| Fi Sie bilden hier malerische bis 20 Klafter hohe 
= а Wände und Klippen, welche namentlich gegen den 
| £ E üppig bewaldeten basaltischen Hirschenstein ansteigen 
| m a und sich den schönen Felsengruppen des Kokoiíner- 
| 2 sal thales und der bóhm. Schweiz anreihen. Von diesem 
| E A» Basaltberge setzt sich in nordöstlicher Richtung ein 
| Б kleiner Basaltgang fort, den man auf dem Kamme des 
| E aus Sandstein aufgethürmten Ziegenrückens und des 
| D Struhankenberges bis zur Ruine Dévin verfolgen kann, 
| Ө Em, » wo der Sandstein zur Thalfliiche des Hammerteiches 
| 3 4 steil abfällt. 
| @ E Das eisenschüssige (brauneisensteinähnliche) Besteg 
| E] © des Basaltganges wurde ehemals abgebaut (man sieht 
| BADEN i Д hier noch Spuren des Bergbaues) und so wie der früher 
| 2 erwähnte Brauneisenstein des Quaders in den früher 
| A E bestandenen Eisenwerken in Hammer und Strassdorf 
| E verschmolzen. 
| = Versteinerungen sind in diesem Sandstein unge- 
oa Marit) = mein selten. Am häufigsten ist Spongites saxonicus ; 
8 hei am Ziegenrücken bei Devin findet sich Kxogyra columba, 
| d e in kleinen Exemplaren Ostrea vesicularis, Pecten qua- 
| E dricostatus, Lima canalifera, eine Turritella, TRhyncho- 
g nellen u. a. m. 
d ZS Dieselben Petrefakten findet man auch auf der 
е > oberen Sandsteinterrasse, welche den hohen mit einer 
‚Да © Ruine gekrönten Basaltberg Roll (2208’) umsäumt und 
9 3 über Rehwasser, Rabendorf und Neuland am Polzenbache, 
= 5 der sie durchbricht, steile Felsen bildet. 
= Die steilen Déviner Sandsteinfelsen scheinen ähnlich 
d Y wie bei Auscha durch eine Dislokation gehoben zu sein, 
Е 8 denn іп dem flacheren Lande bei Wartenberg und nörd- 
E 5 lich vom Polzen stehen Sandsteine mit untergelagerten 
© a thonigen Mergeln an, die wahrscheinlich zu der Chlo- 
| Ni = meker Stufe zu rechnen sind, und weiter unten be- | 
я = sprochen werden. 
© Le \ 
| Gem н S ^) Die Felsengründe zwischen dem Kokoriner 
| T 5 und Auscha-Thale bis zu der Teichniederung 
is Тита © zwischen Neuschloss und Hirschberg. 
| e E Diese Partie ist in malerischer Beziehung. ein. voll- 
2 kommenes Gegenstück der böhm.-sächsischen Schweiz, 
| E indem sie sich wie diese durch eine Unzahl von laby- 
| m rinthischen Thalgründen und waldigen Schluchten und 
С d E ebenso durch die pittoreske Gestaltung der steilen 
2. ebe, a Sandsteinwände auszeichnet. (Fig. 35.) 
LJ 


II. 119 


Sie bildet eigentlich ein Plateau, über welches sich zwei hühere rücken- 
formige Terrassen mit nördlicher Richtung erheben, nämlich die hohe Plateau- 
terrasse nördlich von Vidim mit dem sogenannten Gebirge. und den Felsenwänden 
bei Peschkaben und Wrehhaben, dann die hohen Wände westlich von Dauba mit 
der weithin sichtbaren Felsenklippe „Tschapkeule“, dem Tschirberg, der Gans und 
dem Zangen Berg bei Skalken, über welche sich der stumpfe Phonolithkegel des 
Vilho$t erhebt. 

Im Westen fällt das Plateau gegen das Thal von Auscha und im Norden 
gegen die Teichniederung von Hohlen, Habstein und Hirschberg steil ab, im 
Süden stuft es sich zum Elbethal ab und nur in Nordost bei Houska und Kroh 
hängt es mit dem Bösig-Plateau zusammen. 

Vier tiefe Thalgründe, von senkrechten Wänden umsäumt, durchfurchen 
das Plateau von Nord nach Süd; es ist das Kokořínerthal von Houska bis Vrutic, 
das Medenosterthal von Dauba bis Liboch, das Wobroker-Thal von der Gans bis 
Wobrok und Тићай, das Tetschendorfer-Thal zwischen Auscha und Wedlic. 

Unzählige Nebenthäler und Schluchten münden in diese tiefen Thalfurchen 
und schliessen den einfachen geologischen Bau der mächtigen Felsenmassen auf. 

Die Basis der hohen Sandsteinwände bilden, wie schon früher erwähnt 
Wurde, sandig-kalkige Schichten, welche am südlichen Rande des- Plateaus bei 
Vrutie, Chlomek, Liboch der Weissenberger und Malnicer Stufe angehören, und 
sich im Kokofínerthal bis Lhotka, im Medenoster-Thal von Liboch bis Töschen 
und im Thale von Tetschendorf bis Auscha verfolgen lassen. Namentlich: ist die 
Auflagerung der Iser-Sandsteinbänke bei Liboch und Vehlovic deutlich zu sehen. 

Wenn man von Vehlovic gegen das hochgelegene Dorf Vysoká steigt, so 
führt der Weg von den typischen Weissenberger Plänern und den sandig-merg- 
ligen Repräsentanten der Malnicer Schichten zuerst über sandige Felder (deren 
Boden aus zerfallenem Sandstein entstand) und man gelangt bald auf feste grob- 
körnige Sandsteinbänke, die von sandig-kalkigen Schichten mit Exogyrabinken 
bedeckt sind, und genau den Exogyrenbänken entsprechen, welche wir am! öst- 
lichen Rande des Kokoiínerthales kennen lernten. Auf den Höhen des ‚Dorfes 
Vysokä folgen nun Mergel der Teplitzer und Priesener Schichten, die endlich von 
rothgelbem Diluviallehm bedeckt sind. (Fig. 26.) 

Die exogyrenreichen kalkigen Sandsteine, aber ohne aufgelagerte Te- 
Plitzer und Priesener Mergeln, kann man nun auf den von tiefen Thalgründen um- 
säumten Hochflächen bei Kokořín, Březinka, Zitnay, Vidim bis gegen Dobfin. ver- 
folgen, während die steilen Wände und Klippen der einsamen waldigen Schluchten 
durchgehends aus jenen zellig verwitternden, stellenweise eisenschüssigen und 
Stobkérnigen Sandsteinen bestehen, welche die schönen Terrassen des Kokoiíner- 
thales bilden. 

So wie dort findet man hier in denselben kaum eine andere Versteinerung 
als Spongiles saxonicus und Pecten quadricostatus 

Die höher ansteigenden Terrassen des sogenannten „Gebirges“ bei Sche- 
doweitz und die steilen Wände am Ratschberg und bei dem Роге Draschen, 
Welches am Rande derselben wie über riesigen Festungsmauern gelegen ist, be- 
Stehen ebenfalls aus Sandstein, unter welchem die exogyrenreiche Schichte rings 


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120 II. 


an den steilen Wünden als eine sanftere Bóschung sich kenntlich macht, von der 
man auf den Sandstein der tieferen Stufe herabsteigt, um endlich im tiefen Thal- 
grunde bei Tóschen (südlich von Dauba) wieder auf die sandig-mergligen Reprä- 
sentanten der Malnicer und Weissenberger Schichten zu gelangen. Eine Menge 
reicher Quellen bezeichnet diese tiefste Mergelschichte. 

Die Iserschichten bestehen hier demnach aus zwei mächtigen Sandstein- 
stufen (zusammen etwa 70 Klafter) mit einer Zwischenlage von kalkig-sandigem 
sesteine, während die Ueberlagerung mit jüngeren Stufen der Kreideformation 
hier gänzlich fehlt. Die höchsten Punkte des Plateaus sind durch Phonolithhügel 
(Draschen 1446', Schedoweitz) oder Basaltklippen (Jestrebic) bezeichnet. 

Einen ganz ähnlichen Charakter haben die Plateauhöhen westlich vom 
Medenoster- und Libocher-Thal. 

Die flachen Höhen zwischen Liboch und Zebus bestehen aus mergligen 
Gesteinen der Weissenberger und Malnicer Schichten und sind mit sandigem 
Boden bedeckt, aus welehem iu den Kieferwüldern einzelne festere Sandsteinklippen 
als die Ueberreste von ehemals hier anstehenden Isersandsteinen emporragen, die 
in ihrer nördlichen Fortsetzung zwischen Liboch und Tuhan den waldigen Rücken 
bilden, mit denen das Medenoster-Thal im Westen abgeschlossen wird. In ihrer 
mächtigsten Entwicklung treten diese grösstentheils grobkörnigen Sandsteine zu 
beiden Seiten des tiefen Waldthales bei Wobrok (Tschirberg, Gans, langer Berg) 
auf, über welchen sie namentlich am Phonolithberg Wilhost in grossartigen 
Wänden anstehen. 

Die Basis dieser fast ganz versteinerungsleeren Sandsteine ist jene sandig- 
kalkige Zwischenschichte, die den Uebergang der Weissenberger und Malnicer 
Schichten in die Isersandsteine darstellt und auf den Höhen bei Auscha (Neuland, 
Schönborn, Ragovic) als eine charakteristische Zone zwischen der tieferen und 
höberen Stufe der hiesigen Quadersandsteine auftritt. 

Man findet in diesen kalkig-sandigen Schichten bei Pawlitschka (östlich 
von Dauba), bei Domasic und Rašovice zahlreiche Versteinerungen, so namentlich 
Rhynchonellen, Pinna, Ostrea vesicularis, Lima pseudocardium, Lima canalifera, 
Nautilus sublevigatus, Ammonites Woolgari, Spongites saxonicus, welche sowohl 
auf die Weissenberger als Malnicer Schichten hindeuten können, während man in 
den höheren Sandsteinterrassen kaum etwas anderes als einen undeutlichen Mu- 
schelsteinkern findet. Die für den Kokorinerthalrand so bezeichnenden Exogyren- 
bänke scheinen hier ganz zu fehlen. 

Der Nordrand des beschriebenen Hochlandes besteht ebenfalls aus den 
grobkörnigen Sandsteinen der höheren Stufe; sie neigen sich gegen die Teichnie- 
derung von Hohlen, Habstein und Hirschberg und bilden bei dem Zizkaschloss im 
Thiergarten bei Hohlen, bei Ujezd und Kalken schluchtreiche Felsenpartien. Der 
sie untertrufende kalkige Sandstein kommt nur in den Schluchten bei Dürchel 
und Srbitsch, dann am Fusse jenes in den Vorbemerkungen erwähnten Gneisberges 
Chlum bei Maschwitz vor, der mitten aus dem Sandsteinterrain zwischen Dauba 
und Habstein sich erhebt. (Fig. 35.) 

Derselben Schichtenstufe gehört auch der merkwürdige einem gestrandeten 
Seeschiffe ähnliche Felsen in Habstein an, der die Ueberreste einer Burg trägt. 


Neuschlosser Teich. 


ЕА 


Schönlinde. 


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Rumburg. 


f) Phonolith; n) Diluvium. 


2) Basalt ; 


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J) Jura; j) Iser-Sch. ; b) Priesener Sch.; ch) Chlomeker Sch.; 


g) Granit; 


П. 121 


Seine untere Partie besteht aus grauem grobkörnigem 
Sandstein, die Platte des Felsens enthält aber eisen- 
schüssigen Sandstein mit Petrefakten der Iserstufe 
(Exogyra columba, Lima canalifera), die an die Exo- 
eyrenbank des Msener Plateaus erinnern. 


c) Die Gegend zwischen den Teichen bei Neu- 
schloss und Hirschberg bis zur sächsischen 
Grenze bei Pankrac, Oybin und Krombach. 


Diese Gegend gehört in geologischer Hinsicht zu 
den interessantesten Partien der böhm. Kreideformation, 
da hier die obersten Glieder derselben (die Priesener 
und Chlomeker Schichten) mächtig entwickelt sind. 
(Fig. 36.) Die Sandsteine der Iserschichten treten 
hier nur in den tiefen Thaleinschnitten, so wie in den 
Bergzügen zu Tage, welche diese Gegend im Süden 
und Norden umsäumen. 

Das Terrain hat eine flache Muldenform, womit der 
Schichtenbau auch vollkommen übereinstimmt. 

Die südliche Grenze desselben wird durch die 
ziemlich breite Thallandschaft gebildet, welche sich von 
Grabern über Drum, Hohlen, Habstein bis zum Fusse 
des Bösiger Plateaus erstreckt und mit weiten Torfwiesen 
und Teichen bedeckt ist. 

Diese Thalfurche bezeichnet zugleich eine mäch- 
tige Dislokation, welche hier das Sandsteingebiet von 
Nord-Westen nach Süd-Osten durchsetzt, und deren 
steile Wände den südlichen Rand der Mulde darstellen, 
während der nördliche viel höhere Rand von dem Berg- 
zug der Sandsteine an der Lausitzer Grenze gebil- 
det wird. 

Die vordem beschriebenen hohen Sandsteinterrassen 
am Vilhost fallen steil zu der erwähnten Thalniederung 
ab, und man steigt vom Iserquader herab auf die 
kalkig-sandige Zone, welche die Malnicer und Weissen- 
berger Schichten repräsentirt, aber statt im weiteren 
Herabsteigen auf die Sandsteine der Korycaner Schichten 
zu gelangen, findet man sich am Fusse des spitzigen 
basaltischen Ronberges, plötzlich im Bereiche der Prie- 
sener Bakulitenschichten. 

Diese lagern bei Drum und Neugarten deutlich 
auf den Isersandsteinen, welche die malerischen Felsen- 
partien um Neuschloss und Kvitkau bilden und von 


122 TI. 


dem Abfluss des Neuschlosser Teiches durchbrochen werden. Die Sandstein- 
schichten neigen sich am Neuschlosser Teich unter 15—20° gegen Südwest und 
würden hiemit in ihrer Fortsetzung tief unter die Quader fallen, welche an dem 
Plateau südlich von Habstein anstehen. 

Diese Sandsteine nun setzen den isolirten Höhenzug zusammen, der sich 
zwischen Neuschloss und Aschendorf erhebt und eine Reihe von Basaltkuppen 
trägt, unter denen die Mückenhahner Steine besonders auffallend sind. 

In dem Bahneinschnitt bei Mückenhahn sieht man überdies einen ausge- 
zeichneten ostwärts streichenden senkrechten Basaltgang, der mit den Basalt- 
kuppen im Zusammenhang ist und offenbar die Stütze bildet, welche diesen Berg- 
zug vor gänzlicher Abwaschung bewahrte. Die südöstliche Fortsetzung dieses 
Bergzuges in dem üppig bewaldeten Thiergarten des Kummerer Revieres zeichnet 
sich mit seinen schroffen Wänden und tiefen Schluchten durch den bekannten pitto- 
resken Charakter der Iserschichten aus. 

Versteinerungen sind in diesem Sandsteine ausser Spongites saxonicus 
sehr selten, nur auf dem höchsten Kamme der Kummerer Waldberge trifft man 
eine Exogyrenbank an, die mit der am Habstein erwähnten übereinstimmt. 

Der Mückenhahner und Kummerer Bergzug mit seinen Basaltkuppen bildet 
eine Grenzscheide zwischen den Iser- und den jüngeren Priesener und Chlo- 
meker Schichten. 

Am Kamme desselben herrschen noch Isersandsteine, am nördlichen Fusse 
aber sieht man an den Eisenbahneinschnitten zwischen Aschendorf und Brenn 
Priesener Bakulitenmergel angelagert und mit grauweissen und weichen Sand- 
steinen bedeckt, welche schon offenbar der höchsten Stufe, nämlich den Chlomeker 
Schichten angehören. Ebenso sind die Sandsteinhügel vom Fusse des basaltischen 
Mittelgebirges bei Ober-Liebich über Böhm.-Leipa, Dobern bis Reichstadt von Ba- 
kulitenmergeln unterteuft, welche in den Niederungen und längs der tieferen Eisen- 
bahneinschnitte überall zu Tage treten. Auch die hohen Sandsteinwände des 
Schwoykagebirges bei Bürgstein gehören zu den Chlomeker Schichten und von da 
nördlich der grösste Theil des hohen Sandsteingebirges bei Zwickau und an den 
Phonolithkuppen des Kleis, des Glasert, der Lausche u. a. 

Die Sandsteine der Iserschichten nehmen in dem flacheren, terrassen- 
förmig gegen Norden ansteigenden und von Basaltkuppen und von seichten Thal- 
gründen unterbrochenen Hügelland zwischen dem Schwoyker und Zwickauer Berg- 
zug im Westen und den Déviner und Kreisdorfer Sandsteinwänden im Osten nur 
die tieferen Partien in den Thälern ein, während die Plateauflüchen und die dar- 
über aufragenden Sandsteinfelsen der Chlomeker Stufe angehören. 

Der Sandstein der Iserschichten ist im Vergleiche mit den Sandsteinen 
der höheren Chlomeker Schichten mehr grobkörnig, grau und namentlich durch 
kalkige Konkretionen oder sandig-kalkige Lagen ausgezeichnet, welche häufig an 
Petrefakten reich sind. Fundorte derselben sind unter anderen Piesnig nordöstlich 
von B.-Leipa, wo man in den kalkreicheren Konkretionen des Sandsteines Callia- 
nassa antiqua, Pholadomya caudata, Cyprina ligeriensis, Lima semisulcata, Lima 
canalifera, Exogyra columba findet. Dieselben Versteinerungen wiederholen sich 
in den kalkigen Sandsteinbänken der Thalsohle bei Langenau. 


TI. 193 


Man kann dann die sandig-kalkige Schichte unter den anstehenden Quader- 
felsen weiter über Kunnersdorf bis Grossmergenthal und Krombach und auf den 
hóheren Grenzgebirgen zwischen den Phonolithkuppen der Lausche und des Hoch- 
waldes und über den Oybiner Felsenwänden bis Petersdorf, Kleinhirndorf und 
Gabel verfolgen. 

Sie ruht an der Lausitzer Grenze auf sandig-kalkigen Schichten der Weis- 
senberger und Malnicer Stufe, und ist hier von hohen Quaderbänken mit häufigen 
Spongites saxonicus und sporadischen Exogyra columba, Lima canalifera über- 
deckt, die offenbar zur Iserstufe gehören. 


d) Das Gebiet der sogenannten böhmischen Schweiz. 
Dieses Gebiet enthält das Sandsteingebirge nördlich von dem basaltischen 


Mittelgebirge des rechten Elbenfers, nämlich nördlich von der Linie Tetschen- 
Böhm.-Kamnitz bis zur Landesgrenze. (Fig. 37.) Auch die Gruppe des Tetschner- 


Fig, 87. 
Lichtenhain. Winter Berg. Rosen Berg. Poppen Berg. 


Wee 
AAA 
NORD. 


9) Granit; o) Weissenberger Sch,; m) Malnicer Sch.; 5) Iser-Sch.; b) Priesener Sch.; c) Basalt. 


Schneeberges am linken Elbeufer wird zur böhmischen Schweiz gerechnet. Von 
dem im vorhergehenden Absatz geschilderten Gebiete wird es durch die hohen von 
zahlreichen Basalt- und Phonolithkuppen durchsetzten Sandsteinberge getrennt, 
welche sich vom Kaltenberge bei Böhm.-Kamnitz bis zur Lausche und zwischen 
Kreibitz und Falkenau erstrecken. Die Sandsteine der letzteren Berge gehören 
zur höchsten Schichtenstufe, nämlich zu den Chlomeker Schichten, während das 
Gebiet der böhm. Schweiz hauptsächlich die Sandsteine der Iser-, Malnicer und 
Weissenberger Schichten enthält. 

Das Terrain dieses Gebietes ist ein vom Elbefluss (zwischen Tetschen und 
Herrnskretschen) tief durchfurchtes Plateau, über welchem der domfórmige Rosen- 
berg (Basalt) herrscht. Der Kamnitz- und der Kreibitzbach, die sich unterhalb 
Windisch-Kamnitz vereinigen, beleben mit einigen anderen Nebenbüchen die dicht 
bewohnten von Waldlehnen und steilen Felsenwünden umsäumten Thalgründe. 

Bei der Einmündung des Dittersbachers Bilabaches in die Kamnitz bei der 
Grundmühle am Fusse einer festungsähnlichen isolirten Sandsteinmasse mitten im 
tiefen Thalgrund, tritt dieses Flüsschen aus einem breiten belebten Thale in eine 
Wilde, tiefe, fast unzugängliche Schlucht, die sich erst bei Herrnskretschen in das 
Elbethal öffnet. 


124 П. 


| Ein ebenso romantisches Felsenthal bewässert der Kirnschbach, der vom 
Schönlinder Granitplateau bei Khaa in das Sandsteingebiet eintritt und sich bei 
Schandau in Sachsen in die Elbe ergiesst; vom Hinter-Daubitz bis Hinter-Ditters- 
bach bildet dieser Bach die Landesgrenze und ist von den schönsten und gross- 
artigsten Felsenbildungen begleitet. 

Zwischen dem Kirnsch- und dem Kamnitz-Kreibitzerbache erhebt sich das 
Sandstein-Plateau zu einer höheren Terrasse, die sich im Hintergrunde von Neu- 
Daubitz über Khaa, Hemmehübel (in Böhmen), dann Hinter-Hermsdorf, Mitteln- 
dorf, Altendorf (in Sachsen) an das Lausitzer Granitplateau anlehnt, und durch 
die tief ausgewaschenen Schluchten und mächtig ansteigenden Wände den gross- 
artigen Felsencharakter erhält, welcher dieser Gegend den Namen „böhmisch- 
sächsische Schweiz“ erworben hat. Eine Reihe von Basaltkuppen durchsetzt diese 
hohe Sandsteinterrasse nach «Nordwest (der Suppige Berg, Rauschberg, Winter- 
berg u. a.) und bildet hier, eben so wie an anderen schon früher angeführten 
Sandsteinbergen die feste Stütze, welcher die riesigen Sandsteinwände ihre Er- 
haltung verdanken, da sie dort, wo der Basalt fehlt, durch allmählige Auswaschung 
gänzlich zerstört worden sind. 

In den kühnsten Formen treten die Sandsteinwände nördlich von Ditters- 
bach auf; sie sind da von einer Reihe spitziger Klippen gekrönt (Marienfels, 
Spitzgenstein, Wilhelminenwand, Rudolfstein), von denen sich eine unvergleichliche 
Aussicht in das bewaldete und einsame Felsenlabyrinth der Dittersbacher Haide 
(die Waldreviere an der Kirnsch) eröffnet. Die Felsenwände setzen sich von 
Dittersbach über den Golischt, die hohe Schichte und das Bartschenhorn. gegen 
die Prebischwände mit dem berühmten Prebischthor (einem thorartig ausgewitterten 
Felsenvorsprung) bis zum grossen Winterberg fort, dessen Gipfelfläche von Basalt 
durchbrochen wird, und hängen dann in Sachsen mit dem Reischen- und Schramm- 
stein, so wie mit den steilen Wänden des rechten Elbeufers bis Schandau 
zusammen. 

Diese ganze hohe Sandsteinterrasse von Neu-Daubitz bis Schandau gehört 
zu den Iserschichten. Das Gestein ist ein grauer stellenweise eisenschüssiger und 
grobkörniger Sandstein in mächtigen Bäuken, die etwa 300 Fuss einnehmen und 
im Allgemeinen unter 10—15 Grad gegen Südost einfallen. 

Mit Ausnahme des wulstförmigen Spongites saxonicus bemerkt man Ver- 
steinerungen äusserst selten, nur auf dem höchsten Kamm (z. B. am Rudolfstein) 
sieht man im eisenschüssigen grobkörnigen Sandsteine undeutliche Abdrücke von 
Lima canalifera, Pecten quadricostatus und Steinkerne von Rhynchonellen. 

Die tiefere Terrasse der Sandsteine, welche die Felsenwiinde an der Elbe 
und in der Schlucht der Kamnitz und des Bilabaches bei Dittersbach bildet, ge- 
hört zu den Weissenberger (Königswalder) Schichten, wie dies das häufige Auftreten 
von Inoceramus labiatus nachweist, während die glaukonitische Mergelschichte der 
Malnicer Stufe hier nur stellenweise am Fusse der Dittersbacher und der Prebisch- 
wände, dann am Plateau von Binsdorf auftritt. 

Auch die Sandsteinhügel des Binsdorfer Plateaus gehören zu der Iserstufe : 
sie bildet eine hohe Terrasse an der Nordseite des basaltischen Rosenberges und 
die flacheren Sandsteinberge bei Arnsdorf, Binsdorf gegen Windisch-Kamnitz; man 


TI. 125 


sieht namentlich bei Loosdorf (nordóstlich von Tetschen), wie sie auf den Weissen- 
berger Schichten des Quaderberges aufliegen und bei ihrem südöstlichem Einfallen 
(unter 15—20?) über Poppendórfel, Alt-Ohlisch bis Bóhm.-Kamnitz von Priesener 
Bakulitenmergeln bedeckt werden, welche die Terrainfurche zwischen dem Basalt- 
und Sandsteingebirge ausfüllen und unter die mächtigen eruptiven Massen des 
ersteren einfallen. 

Auch in dem von zahlreichen Basaltkuppen durchbrochenen Terrain zwi- 
schen Dittersbach und Bóhmisch-Kamnitz gehóren alle Sandsteine der Thalgründe 
zu der Iserstufe, wührend am Plateaurücken um die Basalte herum Streifen von 
Bakulitenmergeln haften. In der Umgebung der Stadt Bóhm.-Kamnitz (deren 
Bahnhof in Bakulitenmergeln eingeschnitten ist, während die Stadt selbst auf Iser- 
sandsteinen steht), sieht man die hóheren Sandsteinfelsen der Chlomeker Stufe 
auf Bakulitenmergeln aufgelagert, so namentlich bei dem Eingange zum Falke- 
nauerthal, wo der Bakulitenmergel unter den anstehenden Sandsteinwänden 
versch windet. 

Das ganze Sandsteingebirge östlich von Bóhm.-Kamnitz zwischen Falkenau 
und Kreibitz gehört demnach zu der höchsten Zone der Sandsteine (Chlomeker 
Schichten) und erst jenseits dieser Berge in den Thälern bei Haida und B.-Leipa 
treten unter diesen Sandsteinen die Iserschichten zu Tage. 

Zu den Sandsteinen der Iserstufe gehórt endlich auch die hohe Terrasse 
des eigentlichen Schneeberges bei dem Dorfe gleichen Namens westlich von 
Tetschen. (Fig. 30.) 

Die Mächtigkeit des Isersandsteines am hohen Schneeberg beträgt über 
400 Fuss. 

Steigt man vom Dorfe Schneeberg zu dem Aussichtsthurm auf der Gipfel- 
fläche, so bemerkt man in zahlreichen Blöcken, welche noch den eisenschüssigen 
Sandsteinen der unteren Terrasse (Malnicer Sch.) entnommen sind, eine Menge 
von Exogyra columba, Lima canalifera, Pecten quinquecostatus, Spongites saxo- 
nicus und das von Geinitz unter dem Namen Sclerotites angeführte Petrefakt. 

Dann überschreitet. man die quellenreiche grösstentheils von Acker- und 
Wiesenland verdeckte Zone der glaukonitischen Mergel der Malnicer Zone mit 
Ammonites Woolgari in den kalkigen Zwischenlagern, und gelangt endlich in den 
Bereich der grobkörnigen, grauen Isersandsteine, welche in riesigen Blöcken die 
waldigen Lehnen des hohen Schneeberges bedecken oder in senkrechten Wänden 
und Klippen anstehen. 

Petrefakten sind hier sparsam, man findet ausser Steinkernen von Rhyn- 
chonellen nur sporadische Abdrücke von Pecten quadricostatus, Lima canalifera, 
Exogyra columba, Spongites saxonicus, Pinna, wie sie auch in anderen Regionen 
des Isersandsteines vorkommen, aber keine Spur einer charakteristischen Species 
der Chlomeker Schichten. 

Der Sandstein des hohen Schneeberges gehört also sowohl seiner Lagerung 
als seinen Versteinerungen nach zu den Iserschichten. 

Unter ganz ähnlichen Verhältnissen tritt der Sandstein der isolirten Felsen- 
gruppen auf, welche das Sandsteinplateau des linken Elbeufers in Sachsen charak- 
terisiren und eigentlich nur die Ueberbleibsel einer mächtigen ehemals zusammen- 


126 П. 


hängenden Sandsteindecke sind, welche mit allmähligem nördlichen Einfallen die 
tieferen Weissenberg- und Malnicerschichten bedeckte. Es gehören hieher die 
Zschirnsteine, der Pabstein, Gohrisch, Pfaffenstein, Quirlberg, Königsstein, die 
Felsengruppen bei Lang-Hennersdorf usw. 

Die entsprechende Terrasse am rechten Elbeufer bildet die Felsengruppen 
der Bastei, den Lilienstein, die Schrammsteine und. die höheren Wände des 
Winterberges, die dann mit den früher erwähnten Felsenbildungen der Prebisch- 
wände und der Dittersbacher Haide zusammenhängen. 

Wenn man die in aufsteigender Ordnung auf einander folgenden Sandstein- 
zonen der böhmischen Kreideformation als Unter-Quader (Perucer- und Korycaner 
Sch.), Mittel-Quader (Iserschichten) und Ober-Quader (Chlomeker Sch.) bezeichnet, 
so muss man demnach alle Sandsteine der höheren Terrassen in der sächsisch- 
böhmischen Schweiz dem Mittel-Quader und keineswegs dem Ober-Quader zu- 
weisen, da der eigentliche Ober-Quader (die Chlomeker Sch.) in diesem Gebiete 
gänzlich fehlt. 


6. Teplitzer Schichten. 


Die Schichten dieser Stufe erscheinen in Verbindung mit den Priesener 
Mergeln in einzelnen isolirten Partien auf dem Plateau der Isersandsteine westlich 
von Jung-Bunzlau, welches sie ehemals im Zusammenhange bedeckten, aber später 
zum grössten Theil abgeschwemmt wurden. (Fig. 32) 

Gewöhnlich bilden die mergligen Schichten der Teplitzer und Priesener 
Stufe hügelartige Erhebungen, auf denen die älteren Dörfer des Plateaus angelegt 
sind, was wohl darin seine Ursache haben mag, dass die Anlage von Brunnen nur 
in den wasserhaltigen Mergeln möglich ist, während in dem herrschenden Sandstein 
der Hochflächen das Wasser durchsickert. 

Steigt man auf einen dieser Hügel, so findet man über den kalkigen Iser- 
sandsteinen graue bröcklige Mergel oder thonige Schichten abgelagert, in denen 
man Spondylus spinosus, Ostrea sulcata, Terebratulina rigida, Achilleum rugosum 
und Pleurostoma findet. 

Diese Mergel entsprechen ihren Petrefakten nach der Teplitzer Stufe. 
Darüber folgen nun dünnplättige Kalkmergel der Priesener Stufe; doch muss be- 
merkt werden, dass sich an allen Orten die Teplitzer Mergel von den darüber 
liegenden Priesener Mergeln nicht scharf trennen lassen, sondern dass nur nach 
der Analogie der Mergelhüge] bei Vysoká, Jenichov usw., wo diese beiden Stufen 
wohl unterschieden werden können, auch auf den anderen Mergelhügeln die tie- 
feren Lagen als der Teplitzer Stufe angehörend, angenommen werden. Ein 
mächtiges Lehm-Diluvium bedeckt einen grossen Theil des Plateaus zwischen 
diesen Hügeln. 

Die an solchen isolirten Mergelhügeln gelegenen Dörfer sind in dieser 
Gegend: Sedlec bei Benátek, Slivno, Libei, Hostinnä (Hostín), Repín, Jenichov, 
Nebuzel, Bezno, Bukovno ; nebstdem geht auch am Plateaurande ober dem Iserthal 
ein Lager von diesen Mergeln unter dem Diluvialschotter bei Schloss Stránov und 
Iser-Vtelno bis gegen Hrušov zu Tage. 


I. 127 


Andere dieser Mergelpartien umgeben einzelne isolirte Basalt- oder Pho- 
nolithkuppen des Plateaus ; so sieht man sie rings um die Basaltkuppe des Chlomek 
bei Melnik, dann auf der Hochfläche von StráZnic und Vysokä, bei welchem er- 
steren Ort sie durch Basalt befestigt sind; an dem Basalthügel zwischen Mšeno 
und Oujezd; sie umgeben die Phonolithkuppen des Vrätner Berges bei Lobes und 
Nosadl, der Bösige und des Tachaberges bei Woken; dessgleichen die Basaltkuppen 
Radi$ov bei Nieder-Kruppey, und Horka bei Prosicka; gleichfalls von Basalt durch- 
brochen sind sie auf der Plateaufläche bei Mankovic gegenüber von Münchengrätz 
und auf den Höhen von Sichrov bei Wlastibotic und Radimovic, und bedecken 
auch den sich zur Iser abstufenden Thalrand bei Rohozec, Preper und Podol, so 
wie zwischen Kloster und Neveklovic westlich von Münchengrätz. 

Endlich findet man auch Mergellager, welche den beiden Mergelstufen ent- 
sprechen, auf den Höhen des rechten Iserufers über welche die Strasse von Do- 
lanek nach Klein-Skal führt, wo sie eine quellenreiche Zwischenschichte zwischen 
den Iser- und Chlomeker Sandsteinen bilden. 

In den Mergelschichten der Böhmisch-Leipa und B.-Kamnitzer Gegend 
konnten bisher die Mergel der Teplitzer Stufe nicht ausgeschieden werden, ob- 
wohl es nicht unwahrscheinlich ist, dass diese Schichten nicht blos zu der Prie- 
sener Stufe gehören, sondern dass ein Theil derselben den Teplitzer Schichten 
zuzuzählen ist. 


7. Priesener Schichten. 


Die Schichten dieser Stufe bilden auf dem Iserplateau die obere Lage der 

Teplitzer Mergel, (Fig. 52.) und haben genau dieselbe Verbreitung wie diese. 
i Auf den im vorigen Absatze aufgezählten isolirten Hügeln zwischen Melnik 
und Jung-Bunzlau, wo sie als harte, in ihrer obersten Lage graugelbe plattenför- 
mige Mergel auftreten, und ein sehr leicht zu gewinnendes, aber nicht besonders 
haltbares Baumaterial benützt werden, ähneln sie den dichten Plänervarietäten der 
Weissenberger Schichten. Im nördlichen Theil des beschriebenen Bezirkes bei 
B. Leipa und B.-Kamnitz erscheinen sie zwischen den Iser- und Chlomeker Sand- 
steinen als ein thonig-mergliger, dünnblättrig-verwitternder Schichtenkomplex, der 
im aufgenässten Zustand den grauen plastischen Thonen der Braunkohlenformation 
ähnlich wird und hiedurch an einigen Orten (z. B. bei Straussnitz und am Spitz- 
berg bei B.-Leipa) zu erfolglosen Schürfen auf Braunkohle Veranlassung gab. 

Von Versteinerungen findet man auf den Hügeln der Plateauflächen bei 
Hostinná, Nebuzel, Vysoká u. a. а. O. hauptsächlich Jnoceramus Cuvieri, Nucula 
pectinata, N. semilunaris, Scaphites Geiniteii, Ananchytes ovata, Callianassa brevis 
Frič, Schuppen von Osmeroides lewesiensis und von grossen Clenoiden. 

Auf den Höhen bei Vidim und Dauba fehlen diese Mergel ganz; erst 
hinter dem Bergzug des Kummerer Reviers und der Mückenhahner Steine treten 
sie über den Isersandsteinen wieder auf. (Fig. 35., 36.) Sie verbreiten sich da 
in der Thalfliche lings des Polzenflusses von Schönborn (westlich bei B.-Leipa) 
über Dobern, Reichsstadt bis Barzdorf bei Niemes, und werden theilweise von 


128 П. 


kleinen Sandsteinhügeln der Chlomeker Stufe bedeckt oder von Basaltkuppen durch- 
brochen, an welchen sich gewöhnlich grössere Sandsteinpartien dieser Stufe er- 
halten haben. Die Eisenbahneinschnitte zwischen Brenn und Aschendorf, dann 
zwischen B.-Leipa und Haida zeigen ganz deutlich die Ueberlagerung dieser Mergel 
durch die Chlomeker Sandsteine, namentlich sieht man auch an einem Einschnitt 
der Bahn nicht weit von Leipa (gegen Norden), wie eine linsenförmig sich auskei- 
lende Sandsteinmasse in den Mergelschichten liegt und umgekehrt Mergellager 
mit Sandsteinen abwechseln. Eine scharfe Trennung der Priesener von den Chlo- 
meker Schichten ist demnach nicht thunlich, vielmehr erscheinen auch aus paläon- 
tologischen Gründen die Schichten der Priesener und Chlomeker Stufe als ein zu- 
sammengehöriges Gebilde und nur die orographisch individualisirten mächtigen Massen 
des Chlomeker Sandsteines bei Gross-Skal u. a. a. О. begründen eine eigentlich 
mehr orographische als paläontologische Scheidung der beiden genannten Stufen. 

Die Priesener Mergel von Leipa hängen westlich mit den schon im Ab- 
schnitte des Mittelgebirges angeführten Bakulitenmergeln von Waldek zusammen 
und enthalten dieselben Petrefakten, wie sie bei Waldek angeführt wurden. 

Nördlich von Leipa gehen sie noch am Fusse des basaltischen Spitzberges, 
dann rings am Fusse der Sandsteinwände des Schwoykagebirges (Chlomeker Stufe) 
bei Sohr, Plesse, Klein-Haida, Bokwen und bei Kotovic zu Tage. 

Man sieht sie dann östlich von Schwoyka am Fusse der Basaltkuppen bei 
Wellnic (Laufberg und Sjeinschütt) im Sandsteine der Thalsohle zu Tage aus- 
gehen; endlich dürften hieher auch die thonig-mergligen Schichten gehören, welche 
in den seichten Thälchen nördlich von Wartenberg bei Walten, Hennersdorf, 
Merzdorf und bei Kriesdorf am Fuss des Jeschken unter den Sandsteinen zu Tage 
treten, da die über ihnen sich erhebenden Sandsteine mit grosser Wahrschein- 
lichkeit der Chlomeker Stufe zuzurechnen sind. 

Unter den mächtigen Sandsteinmassen, welche das von hohen Phonolith- 
kuppen durchbrochene Gebirge nördlich von Zwickau und Haida bis zur Lausitzer 
Grenze und bis gegen Kamnitz zusammensetzen und der Chlomeker Stufe ange- 
hören, verlieren sich die Priesener Mergel gänzlich und gehen erst am Ausgange 
des Falkenauer Thales bei Böhmisch-Kamnitz unter mächtigen Sandsteinmassen 
wieder zu Tage. 

Die Mergelschicht erhebt sich dann von der Thalsohle bei Ober-Kamnitz 
auf die über den Thalgrund der Kamnitz aufsteigenden Terrassen des Isersand- 
steines, tritt in isolirten Partien nördlich von B.-Kamnitz bei Höllengrund, Kuners- 
dorf und Phillipsdorf am Fusse einiger Basaltkuppen auf, und verbreitet sich dann 
vom B.-Kamnitzer Bahnhof zwischen dem südlichen Fuss des Binsdorfer Sandstein- 
Plateaus und dem basaltischen Mittelgebirge über Neudörfel, Alt-Ohlisch, Günters- 
dorf, Loosdorf bis nach Tetschen, um dann am linken Elbeufer bei Bodenbach und 
Eulau unter ganz ähnlichen Verhältnissen den Fuss des Schneeberger Plateaus zu 
begleiten. Eine kleine Partie Priesener Mergel hat sich auch mitten zwischen den 
durch ihre Dislocirung interessanten Sandsteinfelsen oberhalb der Peiperzer Schlucht 
bei dem Dorfe Kalmwiese erhalten, wo sie bei der dortigen Ziegelhütte abgegraben 
und in der benachbarten Thonwaarenfabrik als plastischer Thon verwendet werden. 
(Fig. 31.) 


П. 129 


Vielleicht gehören die von Prof. Reuss in den Sandsteinen von Kalmwiese ange- 
führten Dikotyledonenblätter den über diesen Mergeln gelagerten Sandsteinen, 
was mit dem Vorkommen ähnlicher Pflanzenreste bei B.-Leipa (Piesnig, Waldek) 
übereinstimmen würde. — 

Die Eisenbahn zwischen B.-Kamnitz und Markersdorf ist auf eine längere 
Strecke in diese Mergel eingeschnitten und man bemerkt, wie dieselben sich in 
das Mittelgebirge hinabziehen und mit jenen Bakulitenmergeln zusammenhängen, 
die unter den Basaltmassen des Mittelgebirges auftreten. 

Die Basaltkegel zwischen B.-Kamnitz und Tetschen, der Vogelberg, Re- 
chenberg, Poppenberg erheben sich unmittelbar aus diesen Mergeln. 

Versteinerungen sind hier sehr zahlreich und tragen vollkommen den Cha- 
rakter der echten Priesener Arten. Vorzügliche Fundorte sind die Mergel am B.- 
Kamnitzer Bahnhof, am Fusse des Vogelberges bei Walddörfel und in Loosdorf, 
àn welchem letzteren Ort man namentlich ihre Auflagerung auf den geneigten 
Schichten des Isersandsteines gerade so wie bei Bodenbach beobachten kann. Man 
findet an diesen Orten, nebst sehr zahlreichen anderen, besonders folgende charak- 
teristische Arten: Ammonites d’Orbignyanus, Scaphites Geiniteii, Se. auritus 
Frič & Schlinbach, Rostellaria Reussii, Natica vulgaris, Pleurotomaria sublevis, 
Astarte acuta, Nucula subequalis, Nuc. semilunaris, Inoceramus Cuvier, Anan- 
chytes ovata. 


8. Chlomeker Schichten. 


Diese höchste Stufe der böhmischen Kreideformation findet sich blos 
im nördlichen Theile dieses Bezirkes verbreitet. (Fig. 36.) 

Sie enthält die eigentlichen Ober-Quader, wenn wir diese Bezeichnung 
naturgemäss blos auf die über den Priesener Mergen aufgelagerten Sand- 
steine beschränken. 

Eine kleine Partie von Sandsteinen der Chlomeker Stufe findet man auf 
den Höhen des rechten Iserufers nördlich von Rohozec (bei Turnau). Sie bilden 
da zwischen den Schluchten von Ondiikovic und Vodérad und dem Thale von 
Klein-Skal die Felsenwänden der Chocholka und des Horkaberges und sind von 
den Isersandsteinen der tieferen Terrassen durch eine Mergelschichte getrennt, die 
grösstentheils durch Acker- und Waldland verdeckt, doch durch eine Reihe von 
starken Quellen sich kenntlich macht ; ein ergiebiger Mühlbach, der sich bei Do- 
lánek in die Iser ergiesst, verdankt diesen Quellen seinen Ursprung. Der Quader- 
Sandstein dieser Höhen stimmt der Lagerung und dem Gesteine gänzlich mit den 
Sandsteinen des Zbiroh am anderen Iserufer überein, der wie später erwiesen 
wird, ebenfalls der Chlomeker Stufe angehört. 

Einen viel grösseren Raum nimmt der Sandstein der Chlomeker Stufe 
nórdlich der gehobenen Isersandsteine ein, die den Bergzug des Kummerer Reviers 
und die Felsenwände des Dévin (bei Wartenberg) bilden. | : 

Der Chlomeker Sandstein bedeckt hier in flachhügeligen Formen die Prie- 
Sener Mergel, die sich längs des Polzen von Schönborn und Ober-Liebich über 


9 


130 П. 


B.-Leipa gegen Reichstadt, und am östlichen Fusse des basaltischen Mittelgebirges 
gegen Haida ziehen. Dessgleichen gehört hieher die von Priesener Mergeln unter- 
teufte Felsenpartie des Schwoykagebirges und des Einsiedlersteines bei Bürgstein, 
so wie die höheren Sandsteinterrassen zwischen Bürgstein und Zwickau und dann 
die höheren Sandsteinwände, welche die Phonolithkuppen des Kleis, des Glasert 
und der Lausche umgeben. 

Auch die gegen das Jeschkengebirge ansteigenden von den Basaltkuppen 
des Steinschütt und Laufberges bei Welnie, des Tolzberges bei Postrum, des Lim- 
berges, Spitzberges, Silbersteines bei Wartenberg überragten Sandsteinterrassen 
nördlich vom Polzenflüsschen dürften zu dieser Stufe gehören, indem sie von 
Mergeln unterlagert sind, unter denen erst in den tieferen Thaleinschnitten (z. D. 
bei Piesnig und Lindenau) Isersandsteine zu Tage treten. 

Zwischen Kriesdorf und Neusorge am Fusse des Jeschken bildet eine 
ebenfalls von Mergeln unterteufte Sandsteinmasse ansehnliche Felsenmassen (die 
Rabsteine, Sandberge), in denen Geinitz bei Neusorge eine Hamites-Art (H. inter- 
medius) fand, deren Fundort er seinem Ober-Quader (Iserschichten) zuzählte, 
welche aber in Berücksichtigung des Umstandes, dass Hamitesarten in Böhmen 
nur in den Teplitzer, Priesener Mergeln und den Kreibitzer Sandsteinen vorkom- 
men, darauf hindeutet, dass diese Sandsteine zur Chlomeker Stufe zu rechnen 
sind. Leider konnten in den Mergeln, die diesen Sandstein bei Kriesdorf unter- 
teufen, keine deutlichen Versteinerungen aufgefunden werden, doch erinnerte ihr 
Habitus lebhaft an das später zu erwähnende Vorkommen bei Kreibitz. 

Unzweifelhaft gehört aber zur Chlomeker Stufe der sämmtliche Sandstein 
in dem schon mehrfach erwähnten Gebirge zwischen Zwickau und Böhm.-Kamnitz, 
welches sich zwischen dem’nordöstlichen Ende des basaltischen Mittelgebirges bei 
Steinschönau und Blottendorf und dem Urgebirge bei Daubitz und Georgenthal 
erhebt. Das schöne Falkenauerthal mit seinen zahlreichen Nebenschluchten durch- 
setzt dieser Gebirgszug in südwestlicher Richtung und ist von Sandsteinwänden 
umsäumt, in denen schon vor Jahren Prof. Zippe einen Ammoniten fand, der sich 
nun in den Sammlungen des böhm. Museums befindet und als ein für diese Stufe 
charakteristischer und neuerdings daselbst wieder aufgefundener Ammonites sub- 
tricarinatus bestimmt wurde. 

Der Zusammenhang dieses Sandsteines mit den bei B.-Leipa und Böhm.- 
Kamnitz den Priesener Mergeln aufgelagerten Sandsteinen, lassen keinen Zweifel 
zu, dass die sämmtlichen Sandsteinmassen zwischen den Basalt- und Phonolith- 
kuppen des Zwickau-Kamnitzer Gebirges der Chlomeker Stufe angehören. Der 
hier herrschende Sandstein unterscheidet sich von dem Isersandsteine hauptsäch- 
lich durch den Mangel an Kalk, er ist grösstentheils feinkörnig, häufig eisen- 
schüssig und enthält Partien von festem quarzigem Gestein, welches nach Verwit- 
terung des weicheren Sandsteines in unregelmässigen Blöcken zu Tage liegt, wie 
es an der Strasse zwischen B.-Kamnitz und Kreibitz zu sehen ist. 

Versteinerungen sind in diesem Sandsteine auf weite Strecken sehr selten; 
blos in den Bahneinschnitten zwischen Leipa und Haida findet man Pholadomya 
caudata und Trigonien (confer aleformis), während in den mächtigen Sandstein- 
felsen des Schwoyka- und Zwickauer Gebirges nur wenige Spuren davon aufzu- 


П. 131 


finden sind. Erst im nördlichen Theil des Sandsteingebirges bei Kreibitz und in 
den Einschnitten der Eisenbahn, welche sich mitten durch die hohen Waldungen 
am Beginn des Falkenauer-Thales zwischen Antonienhöhe und Tannendörfel hin- 
zieht, wird man durch eine merkwürdige Fülle von Petrefakten überrascht, die an 
die reichsten Fundorte der Korycaner und Iserschichten erinnert. 

Bei Kreibitz sind es namentlich sandige, graue, zum Theil glaukonitische 
Mergel mit kalkigen Konkretionen, und mächtig aufgelagerten Sandsteinen, welche 
sich durch eine Menge von Versteinerungen auszeichnen. 

Diese Mergel sind wasserhaltend und ihre Fortsetzung an den Lehnen 
gibt sich durch eine Reihe von starken Quellen zu erkennen. 

Auch in den festeren Konkretionen der Sandsteine, die man an den Lehnen 
zwischen Kreibitz und der scharfen Phonolithklippe des Pickelsteines, dann bei 
Schönfeld findet, sind stellenweise die Petrefakten sehr zahlreich. Die meisten 
derselben stimmen mit den Arten der Priesener Schichten überein, so dass man 
geneigt wäre, die hiesigen Mergel als die Fortsetzung der Bakulitenschichten von 
B.-Leipa und B.-Kamnitz anzusehen, wenn die Terrainverhältnisse offenbar nicht 
darauf hinwiesen, dass man sich in einem stratigraphisch höheren Horizonte be- 
findet und dass demnach die eigentlichen typischen Bakulitenschichten tiefer 
liegen müssen. Prof. Geinitz, der den Kreibitzer Fundort schon vor Jahren unter- 
sucht hat, führt in seinem Quaderbuch 58 Arten von demselben an, deren Grup- 
pirung ihm allerdings etwas räthselhaft erschien, da ihm der paläontologische Zu- 
Sammenhang der Priesener und Chlomeker Schichten nicht bekannt war und er 
auch die Iserschichten von den Chlomeker Sandsteinen nicht trennte, sondern beide 
zu seinem Ober-Quader rechnete. 

Unter ganz ähnlichen Verhältnissen treten auch in den Bahneinschnitten 
der Antonienhöhe sandige, wasserhaltige Mergel mit festeren Konkretionen auf, die 
von Phonolithgängen durchbrochen werden und auf eine lange Strecke sich an der 
Eisenbahn verfolgen lassen. 

Unter der grossen Anzahl von Versteinerungen, die an dieser Stelle ein- 
gesammelt wurden, sind es namentlich folgende, welche die Identität dieser 
Schichten mit denen von Kreibitz (und zugleich auch mit den Kieslingswalder 
Sch. und dem norddeutschen Ueber-Quader) nachweisen, indem diese Arten an beiden 
Orten vorkommen: Ammonites d'Orbignyanus, Turritella nodosa, T.nerinea, Rostel- 
laria papilionacea, R. vespertilio, Pholadomya nodulifera, Ph. caudata, Ph. desi- 
gnata, Tellina strigata, T. subdecussata, Cardium tubuliferum, Isocardia cretacea, 
Cyprina ligeriensis, Mytilus Neptuni, M. reversus, Avicula anomala, A. triloba, 
Gervillia solenoides, Pecten curvatus, Anomia semiglobosa, Inoceramus Cuvieri. 

Nebst dem kam hier auch eine neue riesige Ammonitenart vor, die diesen 
Fundort nebst anderen neuen Arten auszeichnet. 

Die angeführten Arten trifft man sowohl in den Mergeln, als in den dar- 
über ruhenden Sandsteinen vor, welche letztere hier Geschiebe von mineralischer 
Kohle führen, von denen ein Stück deutliche Brocken von Bernstein enthielt. 

xegen oben werden die Muscheln sparsamer und endlich kommt in einer 
höheren Bank nur ein Pectunculus vor, welcher der letzte Repräsentant der böh- 
mischen Kreidefauna zu sein scheint und an einen analogen Abschluss dieser 
Fauna am Chlomek bei Jung-Bunzlau erinnert. 


9% 


132 п. 
ІУ. Die Kreideformation östlich vom Iserflusse bis nach 
Mähren. 


Dieses weite Gebiet, welches den grössten Theil des Bunzlauer, Jitiner, 
Königgrätzer und Chrudimer Kreis einnimmt, hat die Gestalt einer flachen Mulde, 
deren nördlicher Flügel sich an die permischen Sandsteine und Urgebirgsgesteine 
der Sudeten (Riesen- und Adlergebirge) anlehnt, während der südliche Flügel mit 
dem böhmisch-mährischen Urgebirgsplateau zusammenstösst. 

Die Plänerbildungen der Weissenberger, Teplitzer und Priesener Schichten 
herrschen da bedeutend sowohl über die tieferen als höheren Sandsteinzonen vor, 
und bilden die allmählig gegen Norden ansteigenden und grösstentheils mit Dilu- 
vialschutt und Lehm bedeckten Terrassen im mittleren Flussgebiete der Elbe und 
der Adler. 

Im östlichen Theile dieses Gebietes tritt in einer breiten Thalfurche rother 
permischer Sandstein zu Tage, der sich innerhalb der Kreideformation von Zam- 
pach. (in Böhmen) bis Letovic (in Mähren) verfolgen lässt, von wo aus er im Ge- 
biete des mährischen Urgebirges bis nach Mähr.-Krummau sich fortsetzt. 

Alle einzelnen Schichtenstufen der Kreideformation sind in diesem Gebiete 
vertreten und zwar in der im folgenden zu beschreibenden Verbreitung. 


1. Perucer Schichten. 


Diese Schichten erscheinen am äussersten Rande des Beckens, aber keines- 
wegs im ununterbrochenen Zusammenhang, da sie auf weite Strecken gänz- 
lich fehlen. 

Beginnen wir auf der Nordgrenze des Gebietes, so finden wir ein den Pe- 
rucer Schichten entsprechendes Glied in den Schieferthonen unter den steil geho- 
benen Korycaner Sandsteinen, welche am linken Iserufer gegenüber von Klein-Skal 
sich erheben und die Fortsetzung des früher erwähnten gehobenen Schichtenrandes 
von Liebenau, Friedstein, Klein-Skal bilden. 

Pflanzenabdrücke wurden hier zwar noch nicht gefunden, indessen ent- 
spricht die Lagerung der Schieferthone auf permischen Sandsteinen und ihr Zu- 
sammenhang mit den Korycaner Schichten vollkommen dem Vorkommen derselben 
bei Bohdänkov (westlich von Liebenau). 

Die steil gehobenen Sandsteinschichten begleiten den südlichen Fuss des 
Kozäkov (der aus permischen Sandsteinen, Melaphyr und Basalt besteht) und 
ziehen sich gegen. Koberov und Tatobit, wo unter denselben Schieferthone mit 
schwachen Flótzchen einer unreinen Braunkohle vorkommen. 

d Man kann die hier eisenschüssigen Sandsteine der Korycaner Schichten 
an dem Rande des ansteigenden permischen Berglandes über Sjkoric bei Rovensko, 
Lhota Seminová, Peklo bis Podhaj bei Radim verfolgen, ohne die Schieferthone 
anzutreffen, doch scheinen sie in grósserer Tiefe an der Basis der Kreideformation 


Ir 133 


nicht zu fehlen, indem man dieselben im J. 1849 in einem Schurfschachte bei 
Lochov am Fusse der Prachover Felsen westlich von Jičín) erreichte und zwar in 
Begleitung ähnlicher unbauwürdigen Kohlenflötzchen, wie sie auch sonst in den 
Perucer Schichten vorkommen (wenn diese Kohle nicht etwa den Chlomeker 
Schichten angehört, wie sie ja auch in Niederschlesien bei Löwenberg vorkommt). 

Der Quadersandstein der Korycaner Schichten zieht sich von Radim längs 
der in höheren Bergformen anstehenden permischen rothen Sandsteinen über Pro- 
seč (Proschwitz) und Bílá gegen den Zvitinberg, dessen Phyllite und Gneise sich 
zwischen den permischen und Quadersandsteinen zur ansehnlichen Höhe (2128) 
erheben und ehedem als ein Vorgebirge aus dem Kreidemeere emporragten. Die 
tiefsten Quadersandsteine sind auch hier (nach vorgenommenen Schürfungen) stel- 
lenweise von Schieferthonen begleitet und gehören demnach zu den Perucer 
Schichten, sie lassen sich aber wegen der Bedeckung der Sandsteingrenze durch 
Wald und Feld von den Korycaner Schichten nicht abtrennen. 

Dasselbe gilt von dem weiteren Rande der tiefsten Sandsteine der Kreide- 
formation nördlich vom Zviöinberg im sogenannten „Königreich-Wald“, wo der 
Quadersandstein, längs einer Linie von Ober-Mastig über Klein Borovic, Döberney, 
Ketzelsdorf, Deutsch-Prausnitz, Nimmersatt, Havlovie (an der Eipel) auf permischen 
rothen Sandsteinen ruht, und namentlich eine höhere Terrasse an den steilen 
Waldgehängen des Eipelthales zwischen Havlovic und Bousin bildet, von wo er 
sich unter den Weissenberger Plünern bis zur Ruine Riesenburg bei Zernov und in 
den Ratiboficer Park verfolgen lässt. Hier tritt an einem Punkt des rechten Eipel- 
ufers unter den Quadern auch Phyllit auf. 

Kleine isolirte Quadersandsteinpartien, deren Basis den Perucer Schichten 
angehört, trifft man im Gebiete des rothen Sandsteines auf den Kuppen zweier 
Berge bei Saugwitz (Suchovrsic) am rechten Eipelufer an. 

In höchst merkwürdigen Lagerungsverhältnissen sieht man die Quader- 
sandsteine mit ihren aufgelagerten Plänern (der Weissenberger Schichten) auf dem 
hügeligen Terrain, welches sich zwischen dem Aupaflusse und dem Fusse des 
Schwadowitzer Kohlengebirges (Falten- oder Zaltmangebirges) ausdehnt. 

Von dem zusammenhängenden Plänergebiete des inneren Landes erstreckt 
sich hier in nordwestlicher Richtung von Studnic aus (westlich von Nächod) ein 
etwa 6 Stunden langer und kaum 1 Stunde breiter Streifen der Kreideformation 
über Rtyné, Schwadowitz, Sedlowitz, wo endlich der Quadersandstein in steilen 
Wänden gegen das Aupathal (zwischen Welhota und Bausnitz) abfällt. Die Unter- 
lage der Kreideformation bildet rother permischer Sandstein; die tiefste Schichte 
derselben, welche an den Rändern des Plänerstreifens zu Tage geht, besteht aus 
theils konglomeratartigen und eisenschüssigen, theils grauem grobkörnigem Sand- 
Steine der Perucer Stufe mit kleinen Lagern von kohlenführendem Schieferthon, in 
welchem man ziemlich häufige aber undeutliche Pflanzenabdrücke sieht. Man be- 
merkt diese Ausbisse des Schieferthones sowohl auf der östlichen Seite des 
Pläners bei Kramolna, Trubijov und VoieSnic (westlich von Náchod), als auch an 
der westlichen Seite bei Mstétín und Lhota an der Aupa. . Man kann dann diese 
Sandsteine über den permischen Lehnen des linken Aupaufers bis zu den vorer- 
wähnten steilen Wänden des Ziegenberges bei Sedlovic verfolgen, wo sie zu einer 


134 TI. 


bedeutenden Höhe sich erheben und von glaukonitischen Sandsteinen der Kory- 
caner Stufe bedeckt sind. 

Einen belehrenden Einblick in die Lagerung dieser Partie der Kreidefor- 
mation eröffnet sich, wenn man vom Aupathal bei Eipel (Oupice) dieselbe bis 
Schwadowitz quer durchschreitet. Man findet hier einen Theil der Kreideformation 
durch eine schon von Warnsdorf erkannte Dislokation gestört, welche das unter 
dem permischen Sandstein gelagerte Steinkohlengebirge bei Schwadowitz bis hoch 
über die Thalsohle gehoben hat, während ein Theil der permischen Sandsteine 
sammt den darüber liegenden Quadern und Plänern längs der Kohlenausbisse an 
den Gehängen des Faltengebirges mit steiler Neigung gegen die Tiefe einfällt. 
(Siehe: Geognostische Skizze über die Lagerung des Náchoder Steinkohlenzuges 
in Bóhmen von E. R. von Warnsdorf. Neues Jahrbuch für Mineralogie und Geo- 
logie 1841. Das von Warnsdorf entworfene Profil ist übrigens nicht ganz richtig.) 

Das folgende Ideal-Profil veranschaulicht diese Verhältnisse. Man kann 
die steile Aufrichtung der Kreideformation von Schwadowitz bis Hronov. verfolgen 
und auch auf dem linken Metauufer ober Zdárek beobachten. Am auffallendsten 
ist sie aber bei Schwadowitz. 

In dem Thàülchen, durch welches die Strasse von der Лира hinauf gegen 
Schwadowitz führt, sieht man*zuerst antiklinal aufgerichtete permische Sandsteine, 
auf diese folgt dann bei Záles eine kleine undeutliche, nórdlich geneigte Zone von 
Quadersandstein (wahrscheinlich der Perucer und Korycaner Stufe) und hierauf an 
dem Kirchhügel von Záles Plänerschichten, die sich in der ebeneren Fläche zwi- 
schen Záles und Schwadowitz unter dem angeschwemmten Lehm in fast horizon- 
taler Lage verbreiten. Auf der anderen Seite des Plänerstreifens hart am Fusse 
des Kohlengebirges sieht man wieder steile (70° gegen SW.) ja überküpte Auf- 
richtungen von Pläner (mit Janira cometa d'Orb.), glaukonitischen, konglomeratar- 
tigen und feinkórnigen quarzigen Sandsteinen und kann diese steile, ja senkrechte 
Schichtungstellung auch an dem dachförmigen Plänerhügel bei Rtyné und dann am 
Wege von Ober-Kostelec nach Zbetnik bemerken. (Fig. 38.) 


Fig. 38. 


Eipel. Zales. Schwadowitz. 


i A a 


n): Steinkohlen-Form.; d) Permische Form.; р) Perucer Sch.; %) Korycaner Sch.; 0) Weissen- 
berger Schichten. 


Verfolgt man nun weiter aus der Gegend von Náchod iu südöstlicher 
Richtung den äusseren Rand der Kreideformation, so findet man, dass die per- 
mische Unterlage derselben, als auch die tieferen Sandsteinschichten derselben 
bald verschwinden und sich in den Umgebungen von Neustadt an der Metau die 


Ih 135 


Pliner (der Weissenberger Stufe) in horizontaler.. Lagerung unmittelbar an die 
Urgebirgsfelsen (Phyllite) des Adlergebirges anlehnen. Der Rand der Kreidefor- 
mation zieht, sich hier. von Neustadt und. östlich von. Dobruška: gegen Masty, Be- 
ránek, Hra&tie, Lukavie und Javornie. Unter den Plänern findet man hier nur bei 
Masty unter den steilen Plüner-Lehnen eines Thälchens, welches die Kreidefor- 
mation von den Urthonschiefern trennt, einen Ausbiss der Perucer Schichten mit 
Schieferthonen. Erst von Hláska an (nórdlich von Reichenau) sieht man am Rande 
der Kreideformation wieder Sandsteine, die aber wahrscheinlich ‚gänzlich der Kor 
rycanerstufe angehóren, da man in denselben wohl einige Korycaner Muscheln aber 
keine Pflanzenabdrücke und keine kohlenführenden Schieferthone antrifft. 

Diese Sandsteine bilden den Rand der Kreideformation von Hläska gegen 
Petin, Rokytnie, Nesselfleck und Čihák hart an der Glatzer Grenze, und von da 
über Nekoř gegen Gabel und Waltersdorf. Die Unterlage der Sandsteine bilden 
von Rokytnic angefangen rothe und graue Gneise, so wie Glimmerschiefer. Der 
Rand der Kreideformation, wieder nur aus Plänern bestehend und von tertiären 
Gebilden und Schotter- und Lehmablagerungen begleitet, zieht sich dann an, den 
östlichen  Glimmerschiefer-Gehäugen der Thalflüchen von Rothwasser, Johnsdorf, 
Landskron bis Rattendorf (östlich von Mähr.-Trübau) in Mähren (hier auf Ueber- 
gangschiefer gelagert). An diesem südöstlichen Ende geht unter den Plänern wie 
der Sandstein zu Tage und zwar sowohl der Korycaner, als der Perucer Stufe an- 
gehörend, von welchen die letztere bei Moletein pflanzenführende. Sandsteine und 
Schieferthone und bei Kaltenlutsch (Loučka) einen guten Töpferthon enthält. 

Auch weiter im inneren Böhmen im Plänergebiete tritt Quadersandstein 
theilweise der Perucer Stufe angehórend auf, und zwar längs der in den Vorbe- 
merkungen angeführten Dislokationsspalten, welche sich von Luzan (östlich von 
Jičín) in südöstlicher Richtung an den südlichen Lehnen des Miletíner Thales ver- 
folgen lassen. Der Quadersandstein bildet zwischen Konecchlum und Hofic einen 
ansehnlichen waldigen Bergzug mit den Gipfeln. Libín und Chlum,- der sich 
dann weiter östlich als ein niedrigerer Rücken von Hořic (St. Gotthardskirche) bis 
Klein-Bürglitz (Vrestov): fortsetzt. Die Biche Javorka und. Bystfic durchbrechen 
diesen Rücken und man kann in den tiefen Thilern derselben den Schichtenbau 
des Bergzuges erkennen, ‘Namentlich sieht man im Thale der Bystfic bei dem 
Meierhofe Jenikov (südlich von Miletín) am steilen Fusse des Bergrückens Phyllite 
anstehen, über welchen rothe permische Sandsteine liegen, die dann von den Sand- 
steinen der Perucer und Korycaner Stufe und endlich gegen Hofic von Weissen- 
berger Plänern bedeckt werden. 

In den tieferen Schichten der Hoficer Steinbrüche kommen Zapfen von 
Damarites crassipes vor, gerade wie bei Nehvizd, und auch an anderen Orten 
sieht man an Ausbissen von Kohlenschiefern oder an Versuchs-Schürfungen das 
Vorhandensein der Регисег Schichten am Nordabhange dieses  Bergzuges 
bestätigt. 

Bei Mezihor (südlich von Mlazovic) kommt mitten im Quader sogar auch 
(Gneis vor und die darüber liegenden Sandsteine gehören auch zur Perucer Stufe. 

Die Hebung der tieferen sandigen Schichtenstufen über das rings um herr- 
schende ` Plänergebiet geht nicht ununterbrochen durch das ganze Formations- 


136 TT. 


Gebiet, sondern südöstlich von dem gehobenen Hoficer Rücken herrscht wieder 
Pláner in ungestórter Lagerung bis hinter Reichenau und Wamberg, wo mitten im 
Kreideterrain anstehende Granit- und Gneisberge mit jener mächtigen Dislokation 
im Zusammenhange stehen, die in den Vorberichten schon erwähnt wurde. 
(Siehe Fig. 7.) 

' Die Sandsteine der Perucer und Korycaner Schichten treten schon an der 
Westseite einer höher gehobenen Plänerterrasse auf Granitunterlage im Jahodover 
Wald (östlich von Reichenau) und dann auf den waldigen Rücken zwischen Wam- 
berg und Deutsch-Rybna auf und umgeben westwürts die hier emporragende Gneis- 
und Granitpartie des Chlum und der Liticer Berge in steiler Aufrichtung mit süd- 
westlichem und nórdlichem Einfallen. Im Thal des Wamberger Baches gehen hier 
bei Hradisko kohlenführende Schieferthone zu Tage; die tieferen grobkörnigen 
Sandsteine, welche sich an der Basis der Formation auf den Chlum hinaufziehen 
und in grossen Blöcken bis ins tiefe Thal der Adler bei Sopotnic verfolgen lassen, 
gehören wahrscheinlich auch den Perucer Schichten an. Sie werden zu Mühlsteinen 
verarbeitet. 

Auch an der Westseite eines zweiten Granitberges, des Kaprad bei Potten- 
stein, der sich mitten im Gebiete der Kreideformation erhebt, steht Quadersandstein 
der Perucer ünd Korycanerschichten an. An der Westseite des Berges sind Mühl- 
steinbrüche und unter den Sandsteinen derselben kohlenführende Schieferthone. — 

Von den Liticer Granitbergen angefangen zieht sich in südöstlicher Rich- 
tung ein beläufig eine Stunde breiter Streifen von rothem permischem Sandstein 
über Schambach, Dittersbach, Rudelsdorf gegen Mährisch-Trübau, der von beiden 
Seiten von den gehobenen Schichten der Kreideformation umsäumt, ein hügeliges 
Thalland einnimmt, das dann weiter in Mähren zwischen den TiSnovicer Gneisen 
und den Brünner Syeniten bis in die Gegend von Mährisch-Krummau sich 
ausdehnt. 

An der nördlichen Seite dieser permischen Thalfurche sieht man steil ge- 
hobenen Quadersandstein, von dem ein Theil wahrscheinlich der Perucer Stufe 
angehört, blos an dem Bergzuge bei Geiersberg und am Kessel- und Schlossberge 
bei Landskron anstehen. Die Unterlage desselben bilden bei Geiersberg steil ge- 
hobene Gneise, sonst aber permische rothe Sandsteine; die den Quader bedecken- 
den Schichten gehören den Weissenberger Plänern an, die sich weiter von diesem 
gehobenen Rand bald wieder horizontal lagern und über Senftenberg gegen den 
Fuss des Adlergebirges erstrecken. 

Viel schärfer ist der gehobene Rand der Kreideformation auf der süd- 
lichen Seite der permischen Thalfurche ausgebildet; man kann am Fusse der 
steilen Lehnen dieses gehobenen Randes, der als ein für diese Gegend charakteri- 
stischer Bergzug bis über den Hornberg bei Schönhengst sich fortsetzt, in einer 
Länge von 6 Meilen die Perucer Sandsteine mit pflanzenführenden Schieferthon- 
ausbissen und aufgelagerten Korycaner Sandsteinen und  Weissenberger Plä- 
nern verfolgen. 

Namentlich schöne Pflanzenabdrücke (Farrenwedel und Koniferen-Zweige) 
findet man im Querthale der stillen Adler am Fusse der Ruine Landsberg (nord- 
östlich von Wildenschwert), dann an der mührischen Fortsetzung der Berglehne 


П. 187 


bei Blosdorf, Schönhengst, Johnsdorf, und unter dem Hornberg. Die Schieferthone 
sind an den letztgenannten Orten auch von kleinen Kohlenflötzen begleitet, die 
theilweise abgebaut werden und auch weiter in der Thalfläche bei Uttigsdorf un- 
weit Mähr.-Trübau durch Bergbau unter dem Pläner aufgeschlossen sind. 

Der zusammenhängende Schichtenkomplex der mährischen Fortsetzung der 
Kreideformation erreicht südlich von Krönau sein Ende; weiter gegen Süden trifft 
man theils auf permischen, theils auf Syenit- und devonischer Unterlage nur 
kleinere isolirte Quadersandsteinpartien, deren tiefere Schichten durchgehends durch 
pflanzenführende Schieferthone und kleine Kohlenflötze ausgezeichnet sind und 
desshalb zu der Perucer Stufe gerechnet werden müssen. 

Solche Partien sind z. B. bei Vysek, Letovic, Boskovic, Valchov, Obora. 
Die Schieferthone werden hier an einigen Orten (Borotín, Klepaéov, Olomucan 
u. a.) auch von Brauneisensteinnestern begleitet, die zur  Verhüttung be- 
nützt werden. 

Wenden wir uns von diesem mährischen Ausfluge zurück nach Böhmen, so 
leiten uns die isolirten Partien des Quadersandsteines westlich von Letovic wieder 
zu der zusammenhängenden Plänerdecke des ostböhmischen Plateaus, an deren 
südlichem Rande (der äusseren südlichen Grenze der Kreideformation) man von 
Kfetín (in Mähren) angefangen auf Gneisunterlage zwischen Bojanov und Svojanov 
theils Sandsteine ohne Versteinerungen antrifft, theils die Pläner unmittelbar auf 
dem Urgebirge aufgelagert findet. 

Erst von Neu-Rohozna (nördlich von Svojanov) ist der Rand der Kreide- 
formation unter den Plänern des Plateaus wieder durch Sandsteine markirt. Der- 
selbe wendet sich (auf Gneisunterlage) gegen Dittersbach, Goldbrunn und Schön- 
brunn, bei welchem letzteren Ort an den Waldlehnen dieses Randes Schieferthone 
zu Tage gehen und zu unergiebigen Kohlenschürfen Veranlassung gaben; dann 
zieht sich dieser Rand bei Polička vorüber längs den Ргоѕебег Graniten gegen 
Budislav und Peralec. Bei den letztgenannten Orten ist der Quadersandstein 
durch malerische Schluchten zerrissen, an deren Wänden man beide Stufen (die 
Perucer und Korycaner) unterscheiden kann; dann geht der Plateaurand der Kreide- 
formation über den Thonschiefern des Rychenbacher Thales mit kohligen Schiefer- 
thonen an seiner Basis gegen Štěpánov und Skutitko, bei welchen Orte unter den 
Korycaner Sandsteinen der Lehne ein ansehnlicher 1 Kl. mächtiger Ausbiss von 
kohligen Schieferthonen mit einer aufgelagerten pflanzenführenden Lettenscbichte 
zu Tage geht, der ein kleines Kohlenflótz mit eingemengtem Bernstein enthält. 

Die Quadersandsteine bilden nun weiter unter dem höheren Granitlande 
von Véelakov den theils in steilen Wänden (bei Skála), theils in sanfteren Lehnen 
ansteigenden Rand der Plänerterrassen von Chrást und Chrudim, wo man noch bei 
Skrovad (südlich von Chrudim) interessante Spuren der Pflanzenreste der Perucer 
Stufe findet. In dem Sandstein der Steinbrüche von Skrovad kam nämlich ein 
eigenthümlicher Pflanzenabdruck vor, der an eine männliche Palmen-Blüthenrispe 
erinnert, welche vielleicht zu jener Palmenart gehört, deren Blätter in den Sand- 
Steinen der Perucer Stufe verbreitet sind. 

Die weitere Begrenzung der Kreideformation am Fusse des Schieferge- 
birgszuges von Heimanméstec und Choltic bilden ebenfalls Sandsteine; aber wegen 


138 п. 


der mächtigen Auflagerung von Diluviallehm und Schotter und wegen Mangel an 
bezeichnenden Abdrücken lassen sich dieselben weder im Zusammenhange ver- 
folgen, noch in die zwei Stufen. der Perucer und Korycaner Schichten abtrennen. 

Westlich von Choltic lagert grósstentheils kalkiger Sandstein mit. zahl 
reichen Meerespetrefakten der Korycaner Stufe unmittelbar auf dem Fusse des 
Schiefergebirges und man sieht nur noch bei Teléic anstehenden Sandstein, der 
aber wahrscheinlich ebenfalls der letztgenaunten Stufe angehört. 

An der Elbe selbst, die wir bei dieser Begehung der Formationsgrenze 
bei Elbe-Tejnic wieder erreicht haben, steht, wie aus den früheren Schilderungen 
dieser Eibegegend hervorgeht, Perucer Sandstein nirgends mehr an, sondern 
man muss, um ihn zu erreichen, sich südlich zum Plateaurande gegen Ne- 
hvizd. wenden. 


2. Korycaner Schichten, 


Die Verbreitung der Korycaner Schichten in diesem ` Gebiete. lässt sich 
mit Bezug auf die Perucer Schichten in kurzen Worten bezeichnen; sie bedecken 
nämlich überall am Rande der Formation und in den durch Dislokation gehobenen 
Berglehnen die Perucer Pflanzenquader, von denen sie sich gewöhnlich schon 
durch einen glaukonitischen Charakter, zumeist aber auch durch das Auftreten 
ihrer. Meereskonchylien. unterscheiden. 

Die Weissenberger Pliner bedecken an einigen Orten diese Schichten bis 
über ihren äusseren Rand hinaus, indessen ist durch einige Schurfarbeiten mitten 
im Plänergebiet (südlich von Hořic) sichergestellt, dass die Korycaner Sandsteine 
vom nördlichen Rande bis zum südlichen unter den Plänern eine zusammenhän- 


gende Schichte bilden. 


Die im vorhergehenden Absatze angeführte Verbreitung der tiefsten Sand- 
steinzone gilt also auch für die Korycaner Stufe und es wird genügen, nur dieje- 
nigen Punkte namentlich anzuführen, an welchen Versteinerungen dieser Stufe be- 
merkt worden sind. | 

Am Nordrande dieses Gebietes ist ein solcher Fundort in den steil geho- 
benen Sandsteinschichten (Suché Skály) am Fusse des Kozákov bei Koberov, da 
wo der steile Kamm durch eine Schlucht durchbrochen. wird, in welcher sich der 
Fusssteig von Eisenbrod nach Semil vom Iserthal hinauf wendet. Mau findet da 
in einem eisenschüssigen festen Sandsteine, der als Baustein gebrochen wird, 
Ezxogyra columba, Pecten ` equicostatus, Pinna und verschiedene | undeutliche 
Muschelsteinkerne. 

Auch die Sandsteine des Horicer Bergzuges von Lužan über Konecchlum, 
Doubrava, bis Bürglitz gehören grösstentheils der Korycanerstufe an. Man findet 
hier bei Lužan eine an mannigfachen Korycaner Petrefakten reichere Bank; cin- 
zelne Muschelsteinkerne (vorzüglich Pecten equicostatus, Exogyra columba) kom- 
men in dem ganzen Bereiche der glaukonitischen oder eisenschüssigen Sandsteine 
vor welche den Perucer Pflanzenquader bedecken. 


TI. 139 


Sparsamer sind Muschelsteinkerne (Exogyren und Peetiniten) auf dem 
Bergrücken, der als die Fortsetzung des Zviéínberges das Elbethal bei Königinhof 
von Süden umsüumt und die über die Plüner dieses Thales gehobene steile Lehne 
bildet. Häufigere Versteinerungen bemerkt man hier blos in den Steinbrüchen 
zwischen Stangendorf und Kukus (Exogyra columba, Pectenarten und Steinkerne 
von Bhynchonellen). 

In den Sandsteinen des Nordrandes im Walde Königreich, da wo sich die 
Elbe in dieselben zwischen Königinhof und Döberney tief einschneidet, findet man 
(in den Steinbrüchen bei der Tesiner Mühle) Exogyra columba, Cardium Hilla- 
num, Р. equicostatus, Rhynchonellen, glatte Terebrateln, Ostrea lateralis und an- 
dere Arten. 

Dieselben Versteinerungen fanden sich in den glaukonitischen Sandsteinen 
bei Gradlitz. Weiter am Nordsaume der Formation bei Havlovic (an der Aupa), 
Trubijov usw. werden nur hie und da sporadische Steinkerne von Muscheln be- 
merkt und erst am Fusse des Adlergebirges bei Nesselfleck und Cihák, wo sie 
wieder durch Steinbrüche aufgeschlossen sind, werden die für diese Stufe bezeich- 
nenden Versteinerungen häufiger, (nämlich Exogyra | columba, Pecten. quinque- 
costatus, Р. equicostatus, Lima multicostata, Bhynchonellen.) 

Im weiteren Verlaufe der Formationsgrenze nimmt der Quadersandstein 
einen auffallend glaukonitischen Charakter an und man findet in demselben (Stein- 
bruch bei Nekoř) nebst Kxogyra columba vorzüglich auch Pecten asper. 


Einen eben solchen glaukonitischen Charakter haben die Sandsteine an der 
im vorhergehenden Absatz angeführten steilen Berglehne, welche über das per- 
mische Thalland südöstlich von Pottenstein sich erhebt. 

In den aufgerichteten Sandsteinschichten des Chlum oberhalb Merklovic 
Sieht man Exogyra columba, Ostrea diluviana, Lima multicostata. 


Auch unter der Ruine Pottenstein steht unter dem mit 40° gegen Osten 
einfallenden Pliner glaukonitischer Sandstein an. In weiterer Fortsetzung . davon, 
in den grossen Steinbrüchen bei Hnatnic, wo dieser Sandstein für Steinmetzar- 
beiten gewonnen wird, findet man in den tieferen Bänken ausschliesslich nur 
Pecten asper, während die höheren Bänke Ostrea carinata, Pinna, Perna und an- 
dere Muscheln führen. 

An der Südgrenze der Formation tritt der Sandstein der Korycaner Stufe 
in den Felsenpartien bei Budislav und namentlich an den steilen Lehnen des 
Kreideplateaus von Skutiöko bis Skrovad (südlich von Chrudim) zu Tage. Einer 
der interessantesten Punkte, namentlich was die Vertheilung der Versteinerungen 
betrifft, ist bei Skuticko. Man sieht da an der Berglehne über der Perucer Pflan- 
zenschichte eine Reihe von festeren und weicheren sandig-kalkigen Bünken, mit 
zahlreichen Muscheln und Schnecken (siehe das Verzeichniss derselben in der Ab- 
handlung von Dr. Frič weiter unten), worunter sich zwei mit Serpularöhren ange- 
füllte Schichten auszeichnen. Diese Bänke werden durch glaukonitische Sandsteine 
abgeschlossen, welche die für diese Stufe so charakteristische Trigonia sulcataria, 
nebst Cardium Hillanum, Laogyra columba, Ostrea carinata, Inoceramus concen- 
(усиз führen und vom Weissenberger Pliner bedeckt werden. 


140 TI. 


Weiter an den Plateau-Lehnen gegen Westen bei dem Dorfe Skála, wo 
der Pläner in 10 Kl. mächtigen Wänden ansteht, dann bei Smrček und Bytovan 
fehlen die tieferen muschelreichen Bänke, und es folgen auf die Perucer Pflan- 
zenquader alsogleich die glaukonitischen etwas kalkigen Sandsteine mit aufgela- 
gertem Weissenberger Pläner und enthalten analog wie die Grünsandsteinbank von 
Skuticko Exogyra columba, Cardium Hillanum, Ostrea carinata und nebst dem 
Radioliten, Ammonites cenomanensis u. a. О. 

Endlich sieht man die Korycaner Schichten noch an den nördlichen Ge- 
hängen des Schiefergebirges, welches südlich von Hermanmöstee und Choltic gegen 
die Elbe streicht und jenseits derselben mit den Felsenhügeln von Elbe- 
Teinic endet. 

Die Schichten dieser Stufe werden hier dem Vorkommen bei Kolin ähn- 
lich, sie sind nämlich kalkig und enthalten eine Menge Rudisten, grössere Exo- 
gyren, Ostreen, Echinitenstacheln, Scyphien usw. 

Man bemerkt diese Schichten namentlich in einigen kleinen Steinbrüchen, 
welche den Fuss des Schiefergebirges von Chvaletic an gegen Teléic und Kojic 
begleiten, und kann sie auch jenseits der Elbe bis Elbe Tejnic (namentlich an der 
Lokalität „na hrade“ genannt) verfolgen, an welchem letzteren Orte sie vollkom- 
men mit der kalkigen Rudistenschichte bei Kolin übereinstimmen. 


3. Weissenberger und Malnicer Schichten. 


Der grösste Theil des Gebietes zwischen der Iser und der Elbe und den 
Vorbergen des Riesen- und Adlergebirges bis an die mährische Landesgrenze zwi- 
schen Gabel und Brüsau ist von Plänerschichten bedeckt, die aus dem flachen 
Elbelande terrassenförmig gegen Norden ansteigen. 

Die den Korycaner Sandsteinen aufgelagerte Plänerstufe gehört sowohl 
ihren Lagerungsverhältnissen als ihren Petrefakten nach offenbar zu den Weissen- 
berger Plänern, da aber die darüber folgenden Stufen (der Malnicer und Iser- 
Schichten) in dem grössten Theile des Gebietes eine ebenfalls plänerartige Be- 
schaffenheit haben, so ist es nicht leicht diese einzelnen höheren Stufen und na- 
mentlich die einander so nahe stehenden Malnicer und Weissenberger Schichten 
von einander abzutrennen. Es wird zu diesem Zwecke das ganze Plänergebiet in 
paläontologischer Hinsicht noch genauer an zahlreichen Punkten untersucht werden 
müssen, bevor eine scharfe Scheidung der einzelnen Schichten-Stufen derselben 
wird durchgeführt werden können. Diese Arbeit wird in dem nächsten Jahre von 
der geol. Sektion (durch Dr. Frič) vorgenommen werden. 

Da sich in den Meeren die sandigen Ablagerungen näher an den Ufern 
und den Flussmündungen und die thonig-kalkigen weiter im tiefen Meere bilden, 
so kann man wohl annehmen, dass die weit ausgedehnten Plänerbildungen dieses 
Gebietes in dem tieferen Theile des böhmischen Kreidemeeres sich absetzten, 
wührend die sandigen Schichten der sie vertretenden und auch der hóheren Schi- 
chtenstufen an den Ufern desselben oder an den Mündungen müchtiger Flüsse, die 
in das Kreidemeer sich ergossen, abgesetzt wurden. 


Kozákov- 


Louček. 


Libunkathal. 


Vyskeř. 


Střehom. 


Libichov. Dobravic. Chlomek. Březno. 


М) Melafyr; p) Perucer Sch.; k) Korycaner Sch.; o) Weissenberger Sch. ; j) Iser-Sch.; t) Teplitzer Sch.; b) Priesener Schichten; ch) Chlo- 


meker Schichten; c) Basalt; n) Diluvium. 


П. 141 


Die allgemeine Configuration der böhmischen Kreide- 
formation stimmt mit dieser Annahme überein und auch 
der allmälige Uebergang der sandigen Schichten in 
merglig-thonige derselben Stufe findet dadurch seine 
natürliche Erklärung. 


Nach dem Ergebniss der bisherigen Untersu- 
chungen dieses weiten Plänergebietes sind die Weissen- 
berger Schichten (mit welchen im Folgenden die Mal- 
nicer Schichten vereinigt gedacht werden) vorzüglich 
längs seines nördlichen und südlichen Randes, dann im 
Osten an der mührischen Grenze verbreitet, während 
seine Mitte von den höheren, namentlich den Teplitzer 
und Priesener Schichten eingenommen wird. 


Am Nordrande des Gebietes ist die Verbreitung 
der Weissenberger Schichten ziemlich auffallend schon 
durch die Terrainformen angedeutet. (Fig. 39.) Die 
früher erwähnte Thalfurche bei Liebenau und Klein- 
Skal, in welcher zwischen den steilgehobenen Kory- 
caner und den fast horizontal gelagerten Iser-Sand- 
steinen Weissenberger Pläner auftritt, setzt sich auch 
am linken Iserufer fort und man kann dasselbe von 
Libentin an der Iser (gegenüber von Klein-Skal) zwi- 
schen den steilen Korycaner Schichten am Fusse des 
Melafyrgebirges und den Sandstein-Wänden der Iser- 
und Chlomeker Stufe über Rovensko, Libuň bis Eisen- 
stadtel verfolgen, wo sie sich in das flachhügelige von 
den Basaltkegeln des Zebín, der Getovka unterbrochenes 
Terrain der Jiéiner Gegend öffnet. 


. Die grauen mergligen Schichten, welche in diesem 
Thalgrunde den Korycaner Sandsteinen aufgelagert, aber 
zum grossen Theil durch jüngere Schichten verdeckt 
sind, gehören der Weissenberger Plänerstufe an, in- 
dem sie vorzüglich Inoceramus labiatus führen, wäh- 
rend die darüber folgende Hügelreihe bei Hinter- 
Louéek, Rovensko, die aus merglig-sandigen Schichten 
besteht, der Iserstufe entspricht. Die Teplitzer Stufe 
konnte hier mit Sicherheit nicht nachgewiesen werden ; 
die Priesener Mergel bilden aber die unzweifelhafte 
Basis der höheren Sandsteinbänke zu beiden Seiten 
des Libunkathales von Turnau bis Trosky, von wo sie 
sich längs der höheren Sandsteinterrassen bei Klokoč, 
Trosky bis zu den Prachover Felsen und dem Brada- 
Berge bei Jičín verfolgen lassen. 


142 П. 


Als eine südöstliche Fortsetzung der Terrainfurche von Rovensko kann 
das flachhügelige Thalland angesehen werden, welches zwischen den gehobenen 
Perucer und Korycaner Quadern des Horicer Bergzuges und Königinhofer Berg- 
zuges von Lužan über Mlazovic, Bělohrad, Miletín und Biirglitz sich ausdehnt. 

Die tieferen und festeren Plänermergel mit Inoceramus labiatus gehören 
in diesem Thalland offenbar zur Weissenberger Stufe, die höheren weicheren 
Plänermergel, welche unter dem Diluvialschotter die. flachen Hügel bedecken, ge- 
hören aber wahrscheinlich den höheren (Teplitzer und Priesener) Schichten an, 
was erst durch Einsammeln von Petrefakten entschieden werden kann. 

In ähnlichen Verhältnissen sieht man die Plänergebilde im Elbethal bei 
Königinhof. Auch da liegen auf dem Korycaner Sandstein Plänermergel der Weis- 
senberger Stufe, während die höheren weichen Mergel an den Uferterrassen der 
Elbe mit häufigem Inoceramus Brogniarti den Malnicer oder Iserschichten, ja 
stellenweise (bei Zaháj und Weiss-Tfemeina) auch den Priesener Schichten (Baku- 
litenmergeln) angehören. 

Die eigentlichen Weissenberger Pläner kann man dann längs des Nord- 
randes der Kreideformation über den Korycaner Schichten in den ganzen terras- 
senförmigen Hügeln verfolgen, welche sich an dem Fuss des höher ansteigenden 
permischen Berglandes von Gradlitz über Horicka gegen die Aupa zwischen 
Bousin und Skalie abstufen; sie bilden auch die oberste Decke des früher er- 
wähnten Streifens 'steilgehobener Schichten der Kreideformation bei Schwadowitz, 
verbreiten sich in den Umgebungen von Skalic bis nach Vysokov und Wenzelsberg im 
Norden und Chvalkovie im Süden, dann in den Umgebungen von Neustadt an der 
Metau, Dobruška, Opočno, Solnie, Reichenau und Wamberg; aus ihnen besteht 
das Plänerplateau bei Senftenberg bis Gabel, von wo die Pläner dieser Stufe am 
Nordsaume der permischen Thalfurche bis über Grünau (in Mähren) sich aus- 
dehnen, während sie an der südlichen Seite des permischen Thales den Kamm der 
steilen Berglehne bilden, der sich von Pottenstein über Schönhengst bis gegen 
Brüsau (in Mähren) erstreckt. 

Die Pliner. dieses weiten Gebietes haben eine merglig-sandige Beschaf- 
fenheit, sind grau und erinnern in ihrem Habitus mehr an die Mergel der tie- 
feren Teplitzer Schichten im Egerthal bei Laun, als an die typischen Weissen- 
berger Schichten der Umgebungen von Prag. Die Mächtigkeit derselben mag an 
250—300 Fuss betragen. 

Petrefakten sind ziemlich sparsam, aber kommen im ganzen Gebiete vor; 
am häufigsten ist die charakteristische Leitmuschel Inoceramus labiatus; sie wurde 
nebst anderen (z. B. Lima elongata) für die Weissenberger Schichten charakteri- 
stischen Formen namentlich bei Skalic, Senftenberg, Rathsdorf (am Kamm nórd- 
lich von Bóhm.-Trübau) in den Plänerbänken bemerkt. Fine höhere Zone san- 
diger Pliner, die in grossen Platten brechen und als Baustein benützt" werden, 
führt Inoceramus Brogniarti und grosse Spongiten und kann als Repräsentant s0- 
wohl der Malnicer als der Iserstufe betrachtet werden. Man findet sie nament- 
lich auf den Plateaus zwischen Opo&no und Reichenau. 

Auch längs des südlichen Banden der bóhm. Kreideformation trifft man 
überall über den Korycaner Sandsteinen die Weissenberger Pliner an, indem sie 


П. 143 


den äusseren Flügel einer flachen Mulde bilden, die zwischen dem Adlergebirge 
und dem böhm.-mährischen Urgebirgs-Plateau von den jüngeren Schichten (der 
Iser-, Teplitzer und Priesener Stufe) ausgefüllt ist. 

An der mihrischen Grenze bei Brünnlitz (Brnénec) unweit Brüsau tritt 
der Weissenberger Pliner in mächtigen Bänken (10 Kl.) eines vortrefflichen gelb- 
lich-grauen Bausteines auf, der in grossen Steinbrüchen gewonnen wird. Ein 
kleines etwa 1° mächtiges Lager von gelblichem amorphen Quarz (Hornstein) 
bildet hier in den höheren Plänerbänken einen konstanten Horizont. 

Versteinerungen sind hier selten, aber die vorkommenden (Geiniteia cre- 
tacea, Inoceramus labiatus, Ammonites peramplus) weisen auf die Weissenberger 
Stufe hin. 

Diese Pliner werden von kalkig-sandigen Mergeln und kalkigen Sand- 
steinen der Iserstufe bedeckt, welche in dem Thallande bei Leitomischl und 
Hohenmauth, so wie von Rothmühl und Greifendorf über Zwittau, Bohm.-Triibau, 
Wildenschwert bis Chocen sich verfolgen lassen. 

Der Weissenberger Pläner bildet die Plateauflächen unter dem westlich 
davon ansteigenden Urgebirge bei Svojanov und Polička über Mladotov, Neu- 
schloss gegen Luze, wo über demselben die höheren Stufen (der Malnicer und 
Iserschichten) als eine steile mehrere Wegstunden lange Lehne sich erheben. 
(Fig. 40. Das Verkältniss der Weissenberger Schichten zu den höheren 
Schichtenstufen sieht man hier am deutlichsten an der Strasse von Hohenmauth 
nach Lue. 


Fig. 40. 


epnik. Hohenmauth. 


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f) Phyllit; p) Perucer Sch. k) Korycaner Sch.; о) Weissenberger Schichten; эл) Malnicer Sch. ; 
J) Iser-Sch.; b) Priesener Sch.; c) Basalt; л) Diluvium. 


Man steigt aus dem Bereiche der Priesener Mergel in der Thalsohle bei 
Hohenmauth über kalkig-sandige Gesteine der Iserstufe mit kalkreicheren Kon- 
kretionen auf ein Plateau, wo diese Stufe ausschliesslich herrscht, bis man hinter 
Repnik den Rand der vorerwähnten steilen Lehne erreicht, die sich plötzlich gegen 
Stfemoxie absenkt. 

An dieser Lehne nun sieht man in absteigender Ordnung die kalkig- 
Sandigen Schichten mit festeren Konkretionen und sparsamen Krebsscheeren (Cal- 
lianassa antiqua), die den hóchsten Plateaurand bilden; darunter folgen weichere 
dünnblättrige mit sandigen Schichten abwechselnde Mergel mit Ammonites Wool- 
gari (Malnicer Sch.) und endlich bei Luge die Weissenberger gelbgrauen feste- 
ren Bau-Pläner (mit Inoceramus labiatus, Lima elongata, Nautilus sublewi- 


——— 


тее те = 


mn 


144 П. 


gatus), welche die von Basalt durchbrochenen Terrassen bei Kosumberg und 
Luže bilden. 

In dem tief eingeschnittenen Thale des Rychenburger Baches trifft man 
endlich unter diesen Plänern die glaukonitischen Sandsteine der Korycaner Stufe 
und die Perucer Pflanzenschichten an. — 

Westlich von dem Hohenmauth-LuZer Plateau verliert sich der sandig- 
kalkige Repräsentant der Iserstufe gänzlich und es herrschen auf den Plateaus 
bei Chrast und Vorel nur merglig-kalkige Pliner, deren äusserer Saum am steilen 
Plateaurande bei Štěpánov, Pfibylov, Skála, Bytovan usw. dem Gesteine und den 
Petrefakten nach mit dem typischen Pläner der Weissenberger Stufe bei Prag 
übereinstimmt und ein vortreffliches Bau- und Steinmetzmaterial liefert, während 
die darüber liegenden dünner geschichteten grauen Mergel der Teplitzer Stufe 
entsprechen. Die Malnicer und Iserschichten scheinen hier nur durch eine schwache 
Schichtenlage zwischen diesen beiden Plänerbildungen repräsentirt zu sein. 

Die jüngeren Mergel der Teplitzer Stufe treten dann in dem flachhüge- 
ligen Gebiet zwischen Chrudim, Pardubic und Pfelou& auf, insofern sie nicht von 
Diluviallehm und Schotter bedeckt sind, und gehen namentlich auch an dem 
steilen Rand des rechten Elbeufers bei Lan, Valy und Pieloué zu Tage, und erst 
von der letzteren Stadt gegen Chvaletic und Teléic zu sieht man am Fusse des 
Zdechovicer Phyllitzuges Plänermergel der Weissenberger Stufe unmittelbar über 
den Rudistenschichten der Korycaner Stufe gelagert. 

Begeben wir uns nun an das rechte Elbeufer, so sehen wir vor allem nur 
weit verbreitete Sand- und Schotteranschwemmungen in flachen niedrigen Hü- 
geln, aus welchen sich allmählig gegen Norden sanft ansteigende Plänerter- 
rassen erheben. 

Auch diese bestehen hier, insoweit sie unter dem ausgedehnten Dilu- 
vialschutt zu Tage ausgehen bis in die Gegend von Königgrätz, Hořic, Jičín, 
aus Mergeln der Teplitzer und Priesener Stufe, und nur an dem steileren Ab- 
fall der Terrassen, welche von Elbe-Tejnic über Ohař, den VoSkobrd (Wolfsberg). 
Dymokur, Kiinec, Ronov bis Nimburg eine grosse Ausbuchtung der Elbeniederun- 
gen umsäumen, erkennt man in den tieferen Plänerschichten der Berglehnen die 
Weissenberger Stufe, so namentlich am Fusse des VoSkobrd (Wolfsberg) bei Po- 
débrad und an den niedrigen Hügelzügen bei Odiepes, wo neben Nautilus 
sublevigatus auch die für die Weissenberger Sch. charakteristische Pleurotomaria 
secans und Lima elongata, so wie ein für die böhmische Kreideformation interes- 
santes Unicum, nämlich Ammonites Austeni, vorkommt, und das graue Gestein 
aus einem festen grobsandigen Kalkmergel besteht. 

Auch die Hügelreihen, die sich zwischen Nimburg und Lysá aus der Elbe- 
niederung erheben, gehören sämmtlich der Malnic-Weissenberger Stufe an, wie der 
häufige Inoceramus labiatus, dann Panopea gurgitis (bei Nimburg) und Ptichodus 
mammillaris (bei Lysá) andeuten. 

Steigt man diese Plänerhügel hinan an der Strasse, die von Lysá nach 
Benätek führt, so nähert man sich dem Bereiche des Isersandsteines und trifft 
ihn auch wirklich (ohne die etwa dazwischen liegenden Repräsentanten der Mal- 
nicer Stufe unterscheiden zu können) auf den Höhen bei Jific über demselben an. 


D. 145 


(Fig. 41.) Offenbar nimmt hier die über den Weissenberger Pläner liegende 
Mergelschichte einen sandig-kalkigen Charakter an und bildet sich allmählig zu 
dem typischen Sandstein aus, den wir an den steilen Gehängen des Iserthales 
zwischen Benätek und Turnau kennen lernten. 


Fig. 41. 
Přerov. Lysá. Jiřice. Iserthal. Sedlec. 
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k) Korycaner Sch.; 0) Weissenberger Schichten; j) Iser-Sch.; t) Teplitzer Sch.; 0) Priesener 
Schichten; n) Diluvium und Alluvium. 


4. Iser-Schichten. 


Die Iserschichten dieses Gebietes haben das eigenthümliche, dass sie auf 
den beiden entgegengesetzten Grenzen desselben, nämlich an der Iser und an der 
stillen Adler mit ihrem typischen Sandsteincharakter auftreten, während sie in 
der Mitte des Gebietes von mergligen Schichten vertreten werden, welche sich 
schwer von den Mergeln der anderen Stufen unterscheiden lassen, ja grösstentheils 
diese Unterscheidung gar nicht zulassen. 

Schon bei der Beschreibung des Vorkommens der Weissenberger Schichten 
in diesem Gebiete wurde erwähnt, wie sich auf den Höhen oberhalb Lysá, nämlich 
bei Jific über der Weissenberger Stufe die Iserschichten als Sandsteine ent- 
wickeln; diese Sandsteine ziehen sich nun mit sanftem Abfalle herab gegen die 
Iser, deren linke Thalseite sie von Píedméfic an bis Vranové bei Klein-Skal ein- 
nehmen. Die Stüdte Jung-Bunzlau, Bakov, Münchengrütz stehen am Rande der 
steilen aus diesen Sandsteinen bestehenden Thallehnen, von denen in paläontolo- 
gischer Hinsicht genau dasselbe gilt, was von den Sandsteinen der rechten Iser- 
lehnen früher erwähnt wurde. í 

Die Thälchen und Schluchten, welche sich vom Plateau an das linke Iser- 
ufer herabziehen, sind nur kurz, auch ist der Sandstein der Iserstufe auf dieser 
Seite von mächtigem Diluvialschotter und von mächtig entwickelten Mergeln der 
Teplitzer und Priesener Stufe bedeckt, so dass sich die Isersandsteine östlich von 
der Iser bald verlieren und der allmälige Uebergang derselben in merglige Ge- 
bilde nirgends aufgedeckt ist. 

Ein ziemlich ausgiebiger Fundort für Iserpetrefakten ist in dieser Gegend 
ein Steinbruch bei Libichov, südlich von Jung-Bunzlau, wo man nebst riesigen 
Exemplaren von Ammonites peramplus, auch Inoceramus Brogniarti, Turritellen, 
Lima canalifera, kleine Ostreen, Serpuliten und Cyphosoma gramulata findet. 

Als ein besonders interessanter Punkt muss auch das Dorf Zámost (süd- 


10 


—— 


TUI UAE MEE 


146 TI. 


lich von Jung-Bunzlau) angeführt werden. Es wurden nämlich daselbst in den 
Jahren 1830—1831 Bohrversuche auf Steinsalz gemacht, die allerdings zu keinem 
günstigen Resultate führten, aber interessante Daten für die Abschätzung der 
Mächtigkeit der Kreideformation boten. (Siehe Sommers Topographie von Böhmen, 
Bunzlauer Kreis 1834.) Das Bohrloch befand sich nahe bei der Verbindung der 
Nebenstrasse mit der Jung-Bunzlauer Aerarialchaussée oberhalb des Dorfes Zámost. 

Die oberste Schichte bis 130 Fuss Tiefe war Sandstein (der Iserstufe), 
dann zeigte sich schiefriger Plänermergel und bei 173!/, Fuss Tiefe fester Planer. 
Hierauf folgten abwechselnde Lagen von weichen und festen Mergeln, bis man 
bei 750 Fuss Tiefe das festere Mergelgestein durchsenkte und ein blau-grauer 
Thon erreicht wurde. Endlich kam aus einer Tiefe von 9538 '/, plötzlich sprudeln- 
des Wasser zu Tage und zwar in solcher Menge, dass sich von der Mündung des 
Bohrloches ein kleiner Bach bildete. Der Berichterstatter sah noch vor etwa 10 
Jahren ein Eisenocker absetzendes Wasser aus dem Bohrloche abfliessen ; in den 
letzten Jahren ist indessen die Mündung von dem Besitzer des aufgelassenen 
Bohrfeldes verstopft worden. 

Bei der ungenauen Angabe der erbohrten Schichten lüsst sich zwar nicht 
bestimmen, ob alle diese Schichten bis zum tiefsten Punkte der Kreideformation 
angehörten, indem sonst in dem ganzen Bereiche der böhm. Kreideformation ein 
blaugrauer Thon in der Mächtigkeit von 188 Fuss nicht bekannt ist, und es viel- 
mehr den Anschein gewinnt, als ob die tiefsten Schichten der permischen For- 
mation angehören möchten, die ja sowol am Nordrande der Quadersandsteine als 
in ihrem westlichen Bereiche unter denselben herrscht; indessen geht aus dem 
Resultate der Bohrung hervor, dass sich unter den Plateaus der Kreideformation 
in diesem Bezirke wasserhaltende Schichten vorfinden, welche die Anlage von ar- 
tesischen Brunnen ermóglichen. 

Nach. Sommers Angabe betrug der Wasserzufluss blos 1 Kubikklafter 
binnen 6 Stunden, also nur etwas über '/, Kubikfuss in der Minute, welcher Um- 
stand für eine ergiebige Wassermenge wenigstens für diesen Punkt allerdings kein 
günstiges Prognostikon stellt. 

Mit den Sandsteinen des Iserthales ist auch die am Nordrande der For- 
mation nördlich von. Turnau auftretende Sandsteinterrasse in Verbindung, welche 
steil zum Thale von Hinter-Louéek und Rovensko abfüllt und deren tiefere 
Schichten ebenfalls. dieser Stufe angehören. (Fig. 39. Wenn man von Turnau 
nordwürts auf das Sandsteinplateau steigt, welches das Libunkathal bei Gross- 
Skal von der Rovensker Thalfurche trennt, 80 schreitet man zuerst über Isersand- 
steine, die theils von Diluvialschotter, theils von Priesener Mergeln bedeckt werden 
und in steilen Wänden zur Iser zwischen Turnau und Rakousy abfallen. Hinter 
dem Dorfe Bukovina beginnt dann der Sandstein der Chlomeker Stufe und bildet 
die höchste. Fläche der Terrasse, welche dann plötzlich mit steilen Wänden gegen 
das Dorf Klokoé abfällt, so dass der Fussteig durch eine Felsenspalte und ver- 
mittelst von in den Felsen gehauenen Stufen sich herabwinden muss. 

Am Fusse der Sandsteinwände zieht sich eine niedrigere Hügelreihe vom 
Dorfe Hinter-Loutek gegen Rovensko, die ebenfalls einen steilen Abfall gegen 
Norden zu der Thalfurche von Lochtus hat, und diese zweite Hügelreihe gehórt 


—— . 


Н. 147 


nach den hier gefundenen Versteinerungen (die vollkommen mit denen von Ro- 
hozec übereinstimmen) offenbar zur Iserstufe. Das Gestein ist ein kalkiger Sand- 
stein, der in seinen höheren Schichten merglig wird. 

Die merglige Zwischenlage (die Priesener Sch.) zwischen den Iser- und 
Chlomeker Schichten ist am Fuss der steilen Wände bei Klokoč und Hinter- 
Louček nicht zu sehen, vielleicht ist sie von den herabgerollten Sandsteinblöcken 
bedeckt, worauf eine Reihe von Quellen unter den Klokoéer Sandsteinwänden hin- 


' deutet; oder sie fehlt gänzlich; indessen tritt an der isolirten Felsenkuppe des 
Zbiroh, welche nördlich von Hinter-Louéek sich erhebt und ebenfalls aus Chlo- 
d meker auf Isersandsteinen aufgelagerten Sandsteinen besteht, eine merglige Zwi- 


Schenschicht zwischen diesen beiden Sandsteinen sowohl an den steilen Lehnen 
des Iserthales als bei dem Dorfe Besedic zu Tage, und ebenso ist die früher er- 
wähnte, isolirte Partie von Chlomeker Sandstein am rechten Iserufer bei Vodérad 
(Horka Berg) von den darunter liegenden Isersandsteinen durch eine merglige 
Zwischenlage getrennt. 

Dieser Umstand ist insofern von Wichtigkeit, als bei dem Mangel von 
| entschiedenen Chlomeker Versteinerungen nur die mit den Umgebungen von Gross- 
| Skal analoge Lagerung zur Deutung der obersten Sandsteinterrasse an den steilen 

Wänden bei Kloko& benützt werden kann. 

| Unter den Isersandsteinen von Hinter-Loucek liegen dann weichere merg- 
lige Gesteine mit Inoceramus labiatus, die auch im Thale der Iser zwischen den 
Klein-Skaler Quader- und den Isersandsteinen des Zbirohberges anstehen, 

| Die Fortsetzung der Isersandsteine von Klokoé an, zieht sich südöstlich 
| segen Trosky; der steile Abfall hört aber schon bei Rotstein auf und die Berg- 
formen werden mehr abgerundet. Der ganze höhere Sandsteinzug von Klokoč 
| über Borek, Trosky bis zu den Prachover Felsen bei Jičín gehört zur Chlomeker 
| Stufe und erst die daran gelehnte Hügelreihe mit dem steilen Abfall gegen Lochtus, 
Leskov, Вукойе, Rovensko gehört der Iserstufe an, welche hier das Eigenthüm- 
liche hat, dass die Sandsteine derselben allmälig in sandige Mergel übergehen. 
In den über denselben an den Hügeln zwischen Trosky und Rovensko gelagerten 
| Plänermergel lässt sich die Teplitzer Stufe vermuthen, aber konnte durch Petre- 
fakten nicht nachgewiesen werden, während im Libunkathal selbst, bei Hnanic 
und am Fusse der Trosky Priesener Bakulitenmergel anstehen. 

Wahre Iserpetrefakten wurden dann weiter östlich noch an den Gehängen 
i nördlich von den Prachoverfelsen bei Březka, in einem sandigen mit festen Kon- 
| kretionen durchsetzten Mergel aufgefunden. (Iser-Turritellen, Panopea, Modiola, 
Pecten quadricostatus, Inoceramus Brogniarti, Echiniten u. a.) 

In dem weiten flachhügeligen Plänergebiete von Jičín über Bydžov, König- 
grätz bis Adler-Kostelec, Choceň und Chroustovic, so wie in den Thalbuchten 
von Miletin und Königinhof, sind die Iserschichten durch sandige Mergel mit fe- 
Steren Kalkkonkretionen vertreten, deren nähere Verhältnisse noch genauer unter- 
Sucht werden müssen, und erst östlich von Choceň und Chroustovic, wo das Pläner- 
gebiet höher anzusteigen beginnt, trifft man wieder unzweifelhafte Iserschichten 
mit ihrem sandig-kalkigen Habitus an, die sich dann zu beiden Seiten der stillen 
Adler über Brandeis, Wildenschwerd und Böhm.-Trübau, so wie zu beiden Seiten 


10* 


148 D. 


des Louönabaches über Hohenmauth, Leitomischl bis Rothmühl und Greifendorf 
in Mihren (südlich von Zwittau) ausdehnen. 

Die merkwürdigen schon in den Vorbemerkungen angeführten Dislokations- 
spalten, längs welchen die Schichten der Kreideformation gehoben sind, bezeich- 
nen in diesem Gebiet die Grenzen zweier Mulden, gegen deren Mitte die Schichten 
einfallen. (Fig. 7.) 

Die nördliche Mulde ist durch die Thalfurche angedeutet, welche zwischen 
den beiden mitten in der Kreideformation emporragenden Granitbergen bei Potten- 
stein und Litic beginnt und über Sopotnic, Ober- und Unter-Lichve (Libchava), 
Wildenschwerd, Böhm.-Trübau, Abtsdorf bis über Zwittau in Mähren sich ausdehnt 
und da in das Svitavathal sich öffnet. 


Den Nordrand dieser Mulde bildet der schon früher erwähnte mit steilem 
Abfall gegen das permische Thalgebiet von Schambach und Dittersbach sich ab- 
senkende Bergrücken, dessen Fortsetzung in Mähren die Blosdorfer und Schön- 
hengster Wände bilden, während der Südrand mit dem Granitberg Kaprad bei 
Pottenstein beginnt und sich über Rozsocha, den Berg Podhoří bei Říčky (Schützen- 
dorf), den Chlum bei Wildenschwert, den Kozlov und Kessel (südlich von Böhm.- 
Trübau) bis zur mährischen Grenze fortsetzt. 

Die stille Adler durchbricht in einem Querthale zwischen Kerhatic, Wil- 
denschwerd und der Ruine Landsberg diese Mulde und ist so tief in die Schichten 
der Kreideformation eingeschnitten, dass unter den steilen waldigen Sandsteinlehnen 
Granit (bei Luh), Phyllite (bei Wildenschwerd) und permische Sandsteine (bei 
Kerhatic und Unter-Lichve) in der Thalsohle anstehen. — | 

Die südliche bei Hohenmauth sich öffnende Mulde wird im Norden von dem 
eben angeführten Wildenschwerder Höhenzug und im Süden von dem flachen aber 
gegen Westen steil abfallenden Bergrücken gebildet, der das Thal von Hohen- 
mauth und Leitomischel von Vraclav an über Repnik, Priluka, Mlado&ov, Hana 
bis Blumenau an der mährischen Grenze umsäumt, wo er sich mit dem Böhm.- 
Trübauer und Wildenschwerder Rücken verbindet, und so die Leitomischler Thal- 
mulde gegen Osten abschliesst. 


Die stille Adler durchbricht den nördlichen Muldenrand zwischen Chocen, 
Brandeis und Kerhatic ebenfalls in einem von malerisch steilen waldigen Lehnen 
umsäumten Querthal, während eine Längenthalfurche in südöstlicher Richtung 
längs dieses nördlichen Muldenrandes von Prestavik über Skrovnic, Rozsocha, 
Gutwasser, Bezprav, quer über die stille Adler gegen Hrädek, Vretova, Privrat 
sich verfolgen lässt. ' \ 

In den beiden Mulden sind alle Stufen der böhmischen Kreideformation 
von den Perucer Pflanzen-Quadern an bis zu den Priesener Mergeln vertreten, 
von denen die tieferen Stufen an den Muldenrändern schon früher ange- 
deutet wurden. 

Es erübrigt in Bezug auf diese tieferen Stufen nur noch anzuführen, dass 
in dem tief eingeschnittenen Querthal der stillen Adler unter den die steilen Leh- 
nen desselben bildenden Sandsteinen der Iserstufe auch die tieferen Stufen stellen- 
weise zu Tage treten. 


D 149 


So findet man bei Kerhatic auf den permischen Sandsteinen des rechten 
Adlerufers Ausbisse von Perucer pflanzenführenden Schieferthonen und Sandsteinen, 
über denen dann glaukonitische Sandsteine der Когусапег Stufe ruhen, die man 
am Fusse der Thalwände bis gegen Bezprav verfolgen kann. Ueber diesen liegen 
zwischen Hrádek und Wildenschwerd, steil gegen Nordwest einfallende Pläner- 
mergel mit Inoceramus labiatus, die auch am entgegengesetzten Ufer unmittelbar 
bei Wildenschwerd an der Eisenbahn anstehen, daselbst aber auf gehobenen Phyl- 
liten ruhen. 

Am linken Ufer der Adler sieht man dann am Fuss des Chlumberges 
mürbe, poröse Mergel mit zahlreichen Bryozoen und schön verzierten Pecten, die 
endlich von steil gehobenem kalkigem Sandsteine mit Callianassa antiqua. be- 
` deckt werden. 

Auch unter den steilen Wänden der Isersandsteine bei Perna und Brandeis 
tritt ein sandiger Pliner mit Inoceramus labiatus und zahlreichen Spongitenwülsten 
auf, der so wie die mergligen Imoceramus labiatus führenden Schichten, die an 
den südlichen Lehnen bei Brandeis anstehen, den Weissenberger Schichten zuzu- 
rechnen sind, während die höheren aus festem kalkigem Sandstein bestehenden 
Wände, welche stellenweise Callianassa antiqua führen, jedenfalls der Iser- 
stufe angehören. 

Den Zusammenhang der Iserschichten muss man hier aber nicht längs 
des Adlerflusses, sondern längs der denselben quer nach Südost durchkreuzenden 
Thalfurchen der Mulden verfolgen. 

Beginnen wir mit dem Nordrande der Wildenschwerder Mulde, so trifft 
man die Iserschichten als kalkige Sandsteine mit einzelnen Kalkkonkretionen an 
den ansteigenden Terrassen zwischen Wildenschwerd und Hnatnic an und sieht 
ihre Auflagerung auf Weissenberger Plänermergeln namentlich deutlich in dem 
Querthal der Adler bei Gernovyr. 

Man kann sie dann an der rechten Thalseite zwischen Wildenschwerd und 
Trübau über den gegen Südwest geneigten Weissenberger Plänern, welche den 
Kamm des Berezuges bilden, bis Abtsdorf und Hermersdorf verfolgen und an 
zahlreichen Punkten Petrefakten dieser Stufe sammeln. Besonders reiche Fund- 
orte sind bei Parnik, B.-Trübau, in den Bahneinschnitten zwischen Rybnik und 
Triebitz, Es kamen daselbst unter den zahlreichen anderen Arten namentlich 
häufig vor: Callianassa antiqua (selbst in ganzen Exemplaren), Serpula filiformis, 
oft das ganze Gestein erfüllend, Lima canalifera, Cyphosoma. Als eine besondere 
paläontologische Merkwürdigkeit von B.-Trübau ist ein Ammonit anzuführen, der 
vollkommen mit dem von Stolička unter den Petrefakten der indischen Kreide- 
formation angeführten Am. conciliatus übereinstimmt. 

An der südlichen Seite des B.-Trübauer Thales stehen die kalkigen Iser- 
Sandsteine namentlich an den Berglehnen zwischen Schirmdorf und B.-Trübau an; 
sie bilden da einen scharfen Kamm längs des höheren Rückens und man kann 
an denselben das steile Einfallen gegen die entgegengesetzte Seite der Mulde ganz 
deutlich bemerken. Auch Petrefakten sind an diesem Kamme zahlreich. Er zieht 
Sich dann von B.-Trübau am Fusse der Berge Jelenice und weniger deutlich am 
Fusse des Berges Chlum an der rechten Thallehne gegen Wildenschwerd, wo er 


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150 П, 


von der Adler durchbrochen wird. Eine Reihe von ungemein mächtigen Quellen 
entspringt längs der steil gehobenen Iserschichten und scheint mit einer Disloka- 
tionskluft im Zusammenhange zu sein. 

Steigt man vom B.-Trübauer Bahnhof auf die westlich sich erhebenden 
Höhen, so findet man an denselben unter dem Isersandsteine gelbgraue feste 
Pliner mit Inoceramus labiatus (Weissenberger Stufe) und in der Schlucht bei 
Schirmdorf sogar glaukonitischen Sandstein der Korycaner Stufe; aber höher an 
der Lehne gegen das Badehaus und an der Leitomischler Strasse findet man 
gelbgraue weiche als Dungmaterial benützte Thonmergel (mit zahlreichen Fora- 
miniferen), welche derselben Stufe anzugehören scheinen, während auf den Höhen 
bei Zhof und an den Lehnen bei Ölupek abermals Isersandstein ansteht, und zwar 
mit entgegengesetztem Einfallen, so dass die Scheidegrenze der beiden Mulden, 
der B.-Trübauer nämlich und der Leitomischler durch eine merkwürdige Dislo- 
kation der Schichten bezeichnet ist, welche das beiliegende Profil andeutet. 
(Fig. 42.) 


Fig. 42, 


Zhoř. B.-Trübau. Rathsdorf, 


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d) Permische Form.; p) Perucer Sch.; £) Korycaner Sch.; о) Weissenberger Sch. ; J) Iser-Sch. ; 
b) Priesener Sch.; n) Diluvium, 


Aehnliche ebenso interessante Lagerungsverhültnisse sieht man an den 
Rücken des Chlum, welcher das Thal von Wildenschwerd von jenem bei Vretovä 
(Ritte) trennt. Steil gehobene gegen Nordost einfallende Iserschichten, stehen an 
den östlichen Lehnen des Berges bei Langentriebe (Dlouhá Tfebová) und Wilden- 
schwerd an (bei dem ersteren Orte werden sie von festen gelbgrauen Plünermergeln 
bedeckt) und ruhen auf sandigen Plänern mit ZJnoceramus labiatus, die an 
den westlichen Lehnen (bei Ritte) ein entgegengesetztes ebenso steiles Einfallen 
gegen Südwest zeigen. Geht man nun von dem Thale von Ritte westwürts über 
den zweiten Rücken, dessen Westseite sich gegen das Leitomischler Thal absenkt, 
so findet man über den Weissenberger Plánern des Thales von Ritte höher hin- 
auf abermals den Isersandstein gelagert, der endlich im Leitomischler Thal von 
Priesener Mergeln bedeckt wird. (Fig. 43.) 


In dem weiteren Verfolge des südlichen Muldenrandes von Wildenschwerd 
gelangen wir auf die waldigen Bergkuppen bei Ricky (Schützendorf), Perna und 
Brandeis, an welchem letzteren Punkte (an der Strasse gegen Kališt) ein sehr in- 
teressanter Fund zu verzeichnen ist, nämlich von Halee Sternbergi, der früher nur 
von einem westlicher gelegenen Punkt, nämlich von Koldin bekannt war. Man gelangt 
zu diesem letzteren Ort, wenn man nördlich von Choceň die Hügel am rechten 


IT. 151 


Fig. 43. 


Heřmanic. Vretovä. Wildenschwerd. Kopaniny. 


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d) Permische Form.; p) Perucer Sch. ; k) Korycaner Sch.; о) Weissenberger Sch.; у) Iser-Sch.; 
b) Priesener Sch. , 


Ufer der stillen Adler überschreitet, mit denen das, Gebiet. der hiesigen Iserstufe 
sich zu erheben beginnt. Die nähere Untersuchung der sandigen Pläner von 
Koldin ergab, dass.sie zu der Iserstufe gehören, wührend die waldigen Hügel am 
linken Ufer der Adler westlich von Koldin und Choceh, schon den hóheren Mergel- 
stufen (der Priesener Sch.) zu zählen sind, welche westwürts im Inneren von 
Böhmen im flachen Lande längs der Adler und Elbe herrschen. 

Die Leitomischler Mulde hat, wie die anstehenden Iserschichten zu beiden 
Seiten derselben zeigen, eine etwas flachere Lagerung; Fundorte für Petrefakten 
der Iserschichten sind rings an den Thallehnen der Mulde die Steinbrüche bei 
Choceň, Vracovic, Sloupnic, Ölupek, Jansdorf, Lauterbach, Leitomischl, Ostk, Unt.- 
Oujezd, Desna, Morosic, Cerekvie, Hrušov, Vraclav ; (sehr häufig Exogyra columba, 
Callianassa antiqua, bei Desna auch eine Lima cf. Hoperi); die Mitte der Mulde 
am Loutnafliisschen nehmen weiche graue Mergel der Priesener Stufe ein, während 
unter den Isersandsteinen die schon früher angeführten Pliner der Weissenberger 
Stufe zu Tage treten. 

In Mähren setzen endlich die Isersandsteine mit einer markirten Terrain- 
stufe von Rothmühl über Greifendorf und Hermesdorf (südlich von. Zwittau) ab, 
jenseits welcher die Weissenberger Plüner die Plateauterrassen bilden. 


5. Teplitzer Schichten. 


Zu der Stufe dieser Schichten gehört ein Theil der die Isersandsteine 
làngs der Iser und bei Rovensko überlagernden Mergel, so wie der von Diluvial- 
schotter und Lehm bedeckte Plänermergel der flachhügeligen Gegend zwischen 
der Iser und Elbe bei Jičín, RoZdalovie, Kopidlno, Dymokur, Bydžov, Nechanic, 
und in den Thalbuchten von Miletin und Königinhof, dann die flachen Terrassen 
jenseits der Elbe zwischen Josefstadt bis Königgrätz, Opočno, Adler-Kostelee, bis 
in das Thal zwischen Choceň, Hohenmauth und Leitomischl, so wie endlich die 
flachen Terrassen zwischen Chroustovie, Chrudim, Pardubic und Přelouč. 

Ihre genauere Sonderung von den anderen Mergelschichten kann erst auf 
Grund einer genaueren paläontologischen Untersuchung der einzelnen Mergel- 


152 TI. 


schichten durchgeführt werden (womit sich die geol. Sektion demnächst beschäf- 
tigen wird); vorläufig kann nur über einige Punkte berichtet werden, welche 
bei der Begehung des angeführten Terrains als unzweifelhaft zur Teplitzer Stufe 
gehörig sich erwiesen. i 

Hieher gehören vor allem die unmittelbar auf Isersandsteinen gelagerten 
thonigen Mergelschichten des linken Iserufers bei Münchengrätz und Jung-Bunzlau. 
Sie stimmen vollkomen mit den auf den Mergelhügeln des Iserplateaus zwischen 
Jungbunzlau und Melník erwähnten Mergeln der Teplitzer Stufe, und führen 
wie diese Achilleum rugosum, Ostrea sulcata, Tercbratula subglobosa, Scaphites 
Geinitzii U. а. 

Bei Münchengrätz bilden sie die auf Isersandstein aufgelagerte Basis 
zweier von Basalt durchbrochenen anschnlichen Mergelhügel; nämlich an dem von 
Dr. Schlönbach näher untersuchten Ka¢ov und am Horkaberge, dann bei Trenéin 
und Bradlec, am nördlichen Fusse der Kosmonoser Hügel, am nördlichen Fusse 
des Chlomekberges bei: Jung-Bunzlau, so wie über den im Isersandstein ange- 
legten Steinbrüchen bei Libichov (südlich von Jung-Bunzlau). ' 

Südlich vom Chlomeker Höhenzug (bei Jung-Bunzlau) bilden die von 
Diluvialschutt bedeckten Plänermergel eine mit ihm parallele Hügelterrasse, die 
sich von Mlada über Loučeň, Meel gegen RoZdalovie zieht und bei Vlkava vom 
VSejanerbach durchbrochen wird. Auf dem südlichen steileren Abfall dieser Ter- 
rasse kann man von Vlkava an bis gegen RoZdalovic in den zu Tage gehenden 
grauen thonig-sandigen Mergeln wohl mit grosser Wahrscheinlichkeit die Teplitzer 
Stufe vermuthen, da diese Mergel von unzweifelhaften Priesener Schichten bedeckt 
werden und unten am Fusse der Lehnen die Weissenberger Pläner zu Tage 
gehen; paläontologische Belege wurden aber für diese Annahme noch nicht 
aufgefunden. 

Südlich von Roödalovic bildet das Elbethal eine weite Ausbuchtung, die 
von den steil abfallenden Mergel-Terrassen von Křinec, Dymokur, Cinoves, Senic 
umsäumt wird, und an deren Basis bei VSechlap, Ronov, Senic feste kalkige 
Pliner mit Inoceramus labiatus (Weissenberger Stufe) zu Tage gehen. Die dar- 
über liegenden thonig-sandigen Mergel, welche eine bedeutende Mächtigkeit ein- 
nehmen (an 200^) reprüsentiren demnach auch hier die höheren Stufen. 

Am lehrreichsten sieht man das gegenseitige Verhältniss der einzelnen 
Schichtenstufen am Voskobrd (Wolfsberg) östlich von Podébrad. (Fig. 44.) Dieser 
Berg ist von dem zusammenhängenden Plänerterrassen durch ein Thal abge- 


Fig. 44. 
Odrepes. Vo&kobrd. Ban. 


0) Weissenberger Sch.; m, j) Malnicer und Iser-Sch. ; t) Teplitzer Schichten ; 6) Priesener Sch. ; 
8) Alluvium, 


I. 153 


sondert und bildet ein isolirtes kleines Plateau, das sich zu der Elbeniederung 
bei Odrepes und Opolan steil abstürzt. Steigt man die steile Lehne hinan, so 
wird man auffallend auf die Schichtenfolge der Sovice (bei Raudnie) erinnert. 

An der Basis bei der Mühle von Odrepes sieht man die schon früher ange- 
führten sandig-kalkigen Pliner mit Inoceramus labiatus, Pleurotomaria secans, 
Ammonites peramplus, hierauf folgt über den Feldern und Rasen etwa in der 
Mitte des Berges grauer Mergel mit abwechselnden sandigen Schichten, der Spon- 
dylus spinosus, TLerebraiula subglobosa und Terebratulina rigida führt (Teplitzer 
Schichten), und am Berggipfel endlich dünnplattiger lichter Mergel mit Inoceramus 
Ouvieri, Scaphites Geinitzii, Baculites und einer neuen makruren Krebsart. 

Dieselbe Schichtenfolge sieht man am südlichen Rand des zusammenhän- 
genden Chlumecer Pläner-Plateaus östlich vom letztangeführten Fundort bei Bán 
und Zizelie. Östlich von der Cidlina bis zur Elbe sind die Terrassen der Pläner- 
mergel grösstentheils mit Ackerland und Diluvialschutt oder Lehm verdeckt; aber 
nach den an den steileren Hügelreihen zwischen Sadova und Königgrätz (am 
Schlachtfelde von Lipa, Chlum und Probluz) anstehenden Mergelschichten gehören 
dieselben nur zu den höheren, namentlich zu den Priesener Schichten. Dasselbe 
gilt von den grauen weichen Mergeln des Miletinerthales, wo man die jüngeren, 
paläontologisch noch nicht genau gesonderten Mergel bei Bürglitz und Miletin in 
den Bahneinschnitten über den Weissenberger Plänern gelagert findet, dann im 
Thale von Königinhof, wo sie über den steilen Elbeufern die Weissenberg-Malnicer 
Pläner bedecken. 

Am Nordrande des Beckens gehören hieher jedenfalls die aus der Gegend 
von Jičín über VokSic gegen Sobotka sich hinziehenden Plänermergel, welche unter 
die steil sich erhebenden Chlomeker Sandsteine der Prachover und Veliser 
Felsen einfallen. 

Östlich von der Elbe gehören zu dieser Stufe die tieferen thonigen 
Mergelbänke der flachen Hügelterrassen bis zum Adlerflusse; die steilen Ufer- 
terrassen der Elbe gegenüber von Smiřice enthalten Plicatula pectinoides und Ser- 
pula gordialis und sind jedenfalls zu der Teplitzer Stufe zu rechnen, während 
die Hügel weiter östlich von gelben dünnplattigen Mergeln der Priesener Stufe 
und von Diluvialschotter bedeckt werden; die Mergelhügel am linken Ufer der 
stillen Adler zwischen Adler-Kostelec und Choceń gehören aber schon durchgehends 
der Priesener Stufe an, die sich unmittelbar auf die Isersandsteine lagert. Diese 
Auflagerung kann man dann an den flachen Hügeln des Thales zwischen Hohen- 
mauth und Leitomischl noch an vielen Punkten sehen, ohne die Teplitzer Stufe 
nachweisen zu können. 

Die höchste graue Mergelschichte auf den Plateaus der Weissenberger 
Pliner nördlich von Skué über Chrast bis Chrudim (mit häufiger Terebratulina 
rigida und Haifischzähnen) ist der Teplitzer Stufe zuzuzählen; sie wird unmittel- 
bar von Diluvialschotter und Lehm bedeckt, da die Priesener Mergel hier fehlen ; 
Sie verliert sich unter diesem Schutt gegen die Elbe, wo sie endlich noch an 
dem steilen rechten Ufer bei Valy und an den Hügeln bei Přelouč noch ein- 
mal auftritt. 


154 II. 


6. Priesener Schichten, 


Diese Schichten sind hauptsächlich im nordwestlichen Theile des Gebietes, 
da wo sie von den Chlomeker Sandsteinen bedeckt werden, in ausgezeichneter 
Weise entwickelt; sie nehmen aber auch in der Mitte des Beckens bis in die Lei- 
tomischler Bucht hinein die oberste Mergellage der im vorigen Abschnitte er- 
wähnten Hügelterrassen ein. 

Die Chlomeker Sandsteine bilden zwischen Münchengrätz, Turnau, Jičín 
und Sobotka ein scharf ausgeprägtes, mit steilen Wänden zum flacheren Hügelland 
abfallendes Plateau, das durch tiefe Thäler und zahllose Schluchten durchfurcht 
ist und die Felsenformen der böhmisch-sächsischen Schweiz in ihrer ganzen Mannig- 
faltigkeit nachahmt. 

Rings um dieses Sandstein-Plateau treten die Schichten der Priesener 
Stufe als ein thonig-mergliges dünnblätterig verwitterndes Gebilde zum Vorschein, 
welches durch seine Wasserhaltung eine Menge von starken Quellen speist. 

Das nórdlichste Vorkommen dieser Mergel bemerkt man unter den Sand- 
steinmassen der Burgruine Zbiroh nördlich von Turnau, wo der Chlomeker von 
Basalt durchsetzte Sandstein durch eine Mergellage von den Isersandsteinen ge- 
trennt ist, die als die tiefere Terrasse die steilen Wände am linken Iserufer bei 
Rakousy bilden. 

Das Thal von Loucek tiennt diese abgesonderte Partie der Chlomeker 
Sandsteine von einer grösseren Partie derselben, die mit steilem nördlichen Abfall 
zwischen dem Libunka- und Rovenskerthal mit den Felsenwünden bei der Podloucer 
Mühle am linken Iserufer beginnt und sich über Klokoč, Rotstein, Volavec gegen 
Trosky zieht, wo sie von dem Libunkabache durchbrochen wird. 

Diese Sandsteine liegen offenbar auf Mergel der Priesener Schichten, wie 
die deutlichen Ausbisse derselben bei Béla unweit Turnau, dann zwischen Pfaslav 
| und Hnanic beweisen; an der Nordseite der Sandsteinwände sind diese Mergel- 
| ausbisse zwar nicht zu sehen, aber eine quellenreiche Zone làngs derselben scheint 

auch hier ihre Verbreitung zwischen Sandsteinen der Chlomeker- und Iser- 
stufe anzudeuten. 

Eine dritte viel grössere Partie von Chlomeker Sandsteinen erhebt sich 
an der südlichen Seite des Libunkathales, das in diese Sandsteine bis zu ihrer 
Mergelbasis eingeschnitten ist. Sie bildet da die herrlichen aus dem dunklen 
Wald hervorragenden Felsenwände bei der Ruine Waldstein, und dem Schlosse 
Gross-Skal, an deren Fusse überall die Priesener Mergel zu Tage gehen und eus 
denen die wasserreichen Quellen des Badeortes Wartenberg entspringen. 

Die Sandsteine breiten sich dann zwischen Trosky und Mladéjov aus und 
entsenden ostwärts einen schluchtenreichen waldigen Kamm, der den Namen „Pra- 
chover Felsen“ führt und mit der Kuppe Brada (nordwestlich von Jičín) endet. 
Auch rings um diesen Kamm sieht man an seiner Basis merglige Schichten an- 
stehen und kanu sie dann von Mladéjov gegen Sobotka an der Ostseite des Sand- 
steinplateaus verfolgen, bei welchem letzteren Orte die Dasaltkuppe des Jagd- 

| А schlosses Humprecht sich aus dem Mergel erhebt. Am Eingange der felsigen 
| Thalschlucht, welche vorbei Stfehom (westlich von Sobotka) zur Burg Kost führt) 


I. 155 


Sieht man diese Mergel sehr deutlich unter die Sandsteine einfallen und bemerkt 
sie stellenweise, wo sie von Sandsteinschutt nicht verdeckt sind, auch an der 
Südseite der Sandsteinwände zwischen Ober-Bousov (Bautzen) und Boseň. (Fig. 39.) 

Wir erreichten bei dieser Verfolgung der Priesener Mergel die Westseite 
des Sandsteinplateaus mit seinen tiefen Schluchten und mächtigen Wänden, die 
am Fusse der Basaltkuppe Mužský bei der Ruine Valečov, bei Dneboh und Pří- 
hraz in malerischer Gruppirung sich hervorheben. 

Die thonigen Mergel am Fusse der Dneboher Wände enthalten eine Menge 
charakteristischer Petrefakten der Priesener Stufe; wir fanden hier die meisten 
Priesener Arten, vorwaltend sind Scaphites Geiniteti, Sc. auritus, Baculites, Nu- 
cula semilunaris, N. siliqua und Bouwrguetoerinus ellipticus. 

Ueberall unter den Schutthalden der herabgestürzten Sandsteinblöcke, wo 
sich eine Schlucht in dieselben tiefer einschneidet, finden wir dann weiter am 
Fuss des Sandsteingebirges bei OleSnic, Veli, Kaluznik die Ausbisse dieses 
Mergels mit denselben Versteinerungen wie bei Dncboh und gewinnen die Ueber- 
zeugung, dass er das ganze Gebirge unterteuft. 

Auch weiter vom östlichen Fusse des Gebirges an der von der Eisenbahn 
durchschnittenen Iserterrasse bei HoSkovic und Münchengrätz ist der Priesener 
Mergel mit den ihn unterteufenden Teplitzer Mergeln auf Isersandsteine aufge- 
lagert und bildet da, wo er an den Basalten einen Stützpunkt findet, selbst an- 
sehnliche Hügel, so den schon erwähnten Kačov (nördlich von Münchengrätz), wo 
er auf den Teplitzer thonigen Mergeln ruht und eine Sandsteindecke trägt, dann 
am Horkaberge und auf den Kosmonoser basaltischen Höhen der Baba. 

Am mächtigsten entwickelt sind aber die Priesener Mergel in dem Höhen- 
zug, der mit dem Chlomekberge südlich von Jung-Bunzlau beginnt und sich ost- 
wärts über Telib, Domousnic bis Markvartic ausdehnt, von wo er über Prichvoj 
und Ват einen mit den Prachover Felsen parallelen Sandsteinkamm gegen 
Podhrad entsendet und mit dem Basaltkegel bei Veliš (südlich von Jičín) sein 
Ende erreicht. 

Den plateauartigen Gipfel des Hohenzuges bedeckt der Sandstein, der 
nach ihm den Namen, nämlich Chlomeker Sandstein, führt; seine beiden End- 
punkte, der Chlomek und der Velis, haben einen festen basaltischen Kern, und 
diesen festen Eckpfeilern verdankt der Hohenzug seine Erhaltung. 

Am besten aufgedeckt sind die Mergelschichten an der Südseite des Höhen- 
zuges, da die steilere Nordseite mit Wald bedeckt ist. 

Man sieht bei dem Aufsteigen von Dobravie nach Vinaric eine wenigstens 
250 Fuss mächtige Mergelzone, welche aus abwechselnd thonigen und sandigen 
Mergelschichten zusammengesetzt ist, bis sie nahe am Gipfelrande mit Sandstein- 
Schichten abzuwechseln beginnt, welche die im folgenden Abschnitte anzuführenden 
Versteinerungen des Chlomeker Sandsteines enthalten. 

In den Mergeln selbst findet man hier verhältnissmässig wenig Ver- 
steinerungen. 

Die Neigung der Mergelschichten ist unter einem geringen Winkel anti- 
klinal aufgerichtet und zeigt, wenn man zugleich die Terrainformen des Höhen- 


156 П. 


zuges berücksichtigt, dass hier eine Hebung nach einer nordöstlichen Linie statt- 
fand, welcher Linie der nördlich steilere Abfall entspricht. 

Am Fusse dieses steileren Abfalls sieht man bei Dolní Bousov (Unter- 
Bautzen) in den Mergeln einen senkrechten etwa 3 Fuss mächtigen Quarzitgang, 
der als Strassenschotter und Baustein verwendet wird und von Norden nach 
Süden streicht. 

Die an ihn stossenden Mergel enthalten die gewöhnlichen Priesener Petre- 
fakten (Inoceramus Cuvieri, Nucula semilunaris, N. siliqua, Cardium semipapi- 
latum, Turritella costata, Solarium decemcostatum, Leguminaria truncatula, Aulo- 
lepis Reussi, Osmeroides lewesiensis und Coprolithen mit Fischschuppen). Steigt 
man von Bousov hinauf über Domousnic auf die Kuppe Kopanina, so findet man 
über den Mergeln, welche grosse Exemplare von Jnoceramus Cuvieri führen und 
stellenweise in plattigen Pläner übergehen, wieder Sandstein anstehen, und kann 
denselben an den Lehnen des Bergzuges über Rokytan, Vosenic bis Libáň ver- 
folgen, wo man in einem Steinbruche, v Pekläch genannt, die Sandsteine mit 
Mergeln in abwechselnden Schichten findet, 

Dieselbe Wechsellagerung trifft man in viel deutlicherer Weise auch in 
den Sandsteinbrüchen des Veliser Kammes bei Podhrad. Die Sandsteine enthalten 
hier undeutliche Muschelsteinkerne, wührend die Mergel fast ganz versteinerungs- 
leer sind. 

Diese Wechsellagerung der Mergel und Sandsteine ist ein beachtens- 
werther Umstand, indem sie uns das Vorkommen von Mergelchichten auch in den 
hóheren Horizonten des Chlomeker Sandsteines, über die im folgenden Abschnitte 
berichtet wird, erklärt und zugleich darauf hindeutet, dass die Priesener und Chlo- 
meker Schichten einen zusammengehörigen Schichtenkomplex bilden. 

Die Mergel der Priesener Stufe ziehen sich vom östlichen Fusse des 
Chlomeker Bergzuges weit hinein in die Mitte des Kreidebeckens zwischen der 
Iser und Eger. Sie bilden theils als milde sandig-thonige, theils als festere plat- 
tenfórmige plänerähnliche Mergel unter dem weit verbreiteten Diluvialschutt und 
Lehm die oberste Schichtenlage auf den Höhen von Loučeň und RoZdalovie bis 
gegen Chlumec. Reichere dem Voskobrd (Wolfsberg) bei Podébrad analoge Fund- 
orte (namentlich mit Inoceramus Ouvieri, Scaphites Geiniteii, Micraster Michelini, 
Callianassa brevis Frič) sind die Lehnen am Bučicer Teiche bei RoZdalovic, 
Králův Městec (Königstadtl) und die Steinbrüche bei Loudic unweit Chlumec. 
Besonders deutlich treten diese Mergel an einer vom mächtigen Diluvialschotter 
bedeckten Terrasse auf, die von Norden nach Süden sich zieht und deren steiler 
westlicher Abfall von den uralten Wällen bei Vrsce an (östlich von Kopidlno) bis 
gegen Chlumec die flacheren Plänerhügel beherrscht. 


Auch an den Hügelkuppen zwischen der Cidlina und Elbe bei Sadovä 
sind sie verbreitet, dessgleichen fanden wir Anzeichen derselben im Miletiner Thal 
(bei dem Maierhof Jenikov nördlich von Hořic) und im Elbethal bei Zaháj (westlich 
von Königinhof). 

Östlich von der Elbe gehören zur Priesener Stufe jedenfalls die von Di- 
luvialschutt bedeckten Mergel auf den flachen Hügeln zwischen Königgrätz, Holic 


— 


П. 157 


und Choceň, von wo sie in der Thalbucht über Hohenmauth bis Leitomischl 
Sich verbreiten. 

Kleine isolirten Partien von Priesener Mergeln sahen wir endlich auch in 
dem B.-Trübauer Thal an den Bahneinschnitten bei Triebitz und bei Abtsdorf. Sie 
sind an diesen Orten von plastischen neogenen marinen Letten bedeckt, denen sie 
sehr ähnlich sind, aber doch durch ihre Petrefaktenführung sich leicht von den- 
selben unterscheiden lassen. 


7. Chlomeker Schichten. 


Die Verbreitung dieser Schichtenstufe wurde schon im vorigen Absatz an- 
gedeutet, indem hieher die obersten Sandsteinbänke zu zählen sind, welche zwi- 
schen Münchengrätz und Jičín die Priesener Mergel bedecken. 

Kis gehört demnach hieher vor allem der für diese Schichtenstufe so be- 
zeichnende Fundort Vinatic am westlichen Ende des Chlomeker Bergzuges (südlich 
von Jung-Bunzlau), nach dem wir diese Schichtenstufen benannten. 

Ueber den Mergeln liegt hier ein mit ihnen abwechselnder etwas eisen- 
schüssiger Sandstein, der höher hinauf herrschend wird und einzelne verhärtete 
kieselige Sandsteinschichten oder blockartige Partien enthält, die als Bausteine ge- 
brochen werden. Nach dem Zerfallen des mürben Sandsteines bleiben diese festeren 
Partien auf der Oberfläche als abgeglättete Blöcke liegen und man bemerkt sie 
in den Feldern bei Vinaiic. 

Unter den hier eingesammelten Versteinerungen, die sich sümmtlich durch 
die Erhaltung ihrer Schalen auszeichnen, sind namentlich bemerkenswerth Bacu- 
lites incurvatus, Keilostoma sp., cine grosse Natica (häufig), Cardium tubuliferum, 
C. Ottonis, Corbis sp., eine grosse Cyprina, Trigonia, Pholadomya caudata, Ph. 
designata, Exogyra laciniata und zahlreiche Bryozoen. ‘ 

Der Gipfel des Chlomeker Bergzuges bildet ein kleines mit Diluviallehm 
bedecktes Plateau, unter welchem sich der Sandstein verbirgt, doch wurde er bei 
Telib durch einen Versuchsschacht auf Kohle aufgeschlossen und enthielt da nebst 
den Vinaticer Muscheln auch Echiniten. 

In einer grösseren Mächtigkeit tritt dieser Sandstein mit demselben Cha- 
rakter und von zahlreichen kieseligen Blöcken bedeckt, auf dem Kopanina Berg 
bei Domousnic und im Walde Krizänek, von wo er sich zum Markvarticer Plateau 
zieht (am Südrande ist er da durch einen Steinbruch bei Skufina aufgeschlossen) 
und sich mit dem Sandsteinrücken zwischen Samifn und Veliš verbindet. In den 
früher schon erwähnten Steinbrüchen bei Podhrad, in denen der Sandstein mit 
Mergeln abwechselt, findet-man in einer mürben Sandsteinbank nur undeutliche 
Muschelsteinkerne. 

Ein mächtiger Basaltgang (Loretto-Kapelle) durchsetzt hier diesen Kamm 
und schützt ihn in seiner im Mergelgebiete isolirten Lage vor weiterer Zerstörung. 

Durch das Vok$icer Thal abgetrennt erhebt sich nördlich von diesem 
Höhenzug der Kamm des Bradaberges und. der Prachover Felsen, in denen sich 
der pittoreske Felsencharakter zu entwickeln beginnt, der weiter westlich in 


158 П. 


den Umgebungen von Gross-Skal und Kost im grossartigen Maassstab aus- 
geprägt ist. 

Wir gelangen auf diesem Kamm westwirts über Hrdonovie zu der male- 
rischen basaltischen Doppelpyramide der Burgruine Trosky. 

Auf einem isolirten Sandsteinplateau erheben sich da die im Lande weithin 
sichtbaren steilen Basaltklippen (Panna und Baba) und sind auf der Plateauhöhe 
von Mergeln umgeben, die vollkommen den Priesener Mergeln gleichen, aber von 
den am Fusse der Trosky ausbissenden Mergelschichten durch eine wenigstens 
300 Fuss mächtige Sandsteinmasse getrennt sind. Der Sandstein ist durch grosse 
Steinbrüche geöffnet, in denen einzelne festere Bänke als Steinmetzmaterial ge- 
wonnen werden; wir fanden daselbst Pinna quadrangularis. 

Von Trosky gegen Westen bilden die Sandsteinfelsen der Chlomeker Stufe 
ein von zahlreichen Schluchten malerisch durchfurchtes grösstentheils waldiges 
Plateau, das rings um bis Turnau, Münchengrätz und KnéZmost mit prallen Felsen- 
wänden abfällt. | 

Vom Fusse der Trosky führt uns aus dem Libunkathal, welches die Gross- 
Skaler umsäumt, mitten durch das Plateau eine tiefe Thalfurche längs eines an- 
sehnlichen Mühlbaches, der sich bei Brezina in die Iser ergiesst. Ein anderes 
ansehnliches Felsenthal führt aus den Waldungen der südlichen Hälfte des Pla- 
teaus bei der Burg Kost vorüber gegen Bousov, während andere kleinere Felsen- 
thäler und Schluchten nach allen Richtungen die an 300 Fuss mächtigen Sand- 
steinschichten durchfurchen. Der Sandstein ist grösstentheils grau und eisen- 
schüssig grobkörnig mit einzelnen festeren Partien, welche eben die malerischen 
Verwitterungsformen der Felsen bedingen. Ausser Pinna findet man fast gar 
keine Versteinerung. Seine Unterlage bilden überall die Priesener Mergeln, während 
die Höhen des Plateaus mit Diluvialschotter und Lehm bedeckt sind. An zwei 
Punkten erhebt sich Basalt in ansehnlicher Kuppenform über die Hochfläche, 
nämlich bei Vysker südlich von Gross-Skal und am Mužskýberg (1470) östlich 
von Münchengrätz. An beiden Orten ist der Basalt von Mergel umgeben, die 
wahrscheinlich der Ueberrest einer Mergelschichte sind, welche auf der Plateau- 
höhe ehedem mit den bei Trosky angeführten Mergeln im Zusammenhange war. 
Einige Basaltgänge und kleinere Basaltkuppen treten nebstdem stellenweise auf 
dem Plateau auf und dienen den Sandsteinen als Stützpunkt, der wahrscheinlich 
ehedem noch weit mehr verbreitet war und sich eben nur dort erhielt, wo er 
durch die Basalte festgehalten wurde. 

Einen isolirten Rest des Chlomekersandsteines findet man am Gipfel des 
Kaöovberges (1120%) nördlich von Münchengrätz, einem geologisch sehr interes- 
santen Punkte, indem man daselbst vom Iserthal hinan bis zum Gipfel (nach den 
Mittheilungen von Dr. Schlönbach) die über einander - folgenden Stufen der Iser-, 
Teplitzer, Priesener und Chlomeker Schichten wohl unterscheiden kann. Auch 
dieser Berg hat einen basaltischen Kern. 

Eine andere grössere Partie des Chlomeker Sandsteines ist durch das Li- 
bunka Thal von dem Gross-Skaler Plateau abgetrennt. Sie bildet jene schon 
bei der Beschreibung der Priesener ‚Schichten erwähnte isolirte Felsenkuppe der 
Burgruine Zbiroh nördlich von Loucek, und dann die an der Iser oberhalb Turnau 


TI. 159 


beginnende Felsenterrasse, welche mit senkrechtem nördlichen Abfall sich zum 
Thal von Louéek und Rovensko senkt. 

Bei Rotstein hört die steile Felscnwand auf und die Fortsetzung des Sand- 
steinzuges bis zum Libunkathal unterhalb Trosky bilden mehr abgerundete Hügel- 
reihen, aber einzelne tiefere Schluchten, so namentlich die, welche sich von Sté- 
panovie gegen Pfaslav herabziehen, weisen noch manche groteske Formen auf. 

Versteinerungen sind auch hier selten, doch findet man in den grobkör- 
nigen Sandsteinen ober Rotstein eine Bank mit Inoceramus, der mit dem bei 
Schönfeld unweit Kreibitz vorkommenden übereinstimmt (Jnoc. Cuvieri); auch 
bei Pfaslavie trifft man in den gelben Sandsteinen häufige Muschelsteinkerne 
(Pinna) an. à 


V. Die Kreideformation im Braunau-Policer Gebiet und in 
der Grafschaft Glatz. 


Dieses Gebiet bildet ein für sich abgeschlossenes Becken der Kreidefor- 
mation, das von den innerbóhmischen Gebieten dieser Formation durch das per- 
mische Fa'tengebirge bei Schwadowitz und durch den Urgebirgsriicken der hohen 
Mense und des Adlergebirges abgetrennt wird. Die nördliche Begrenzung des 
Beckens bezeichnet das Bräunauer permische Porphyrgebirge und der Urgebirgsrücken 
der schlesischen Sudeten, der zugleich die Nordgrenze der Grafschaft Glatz bildet 
und am grossen Schneeberg die Höhe von 4462" erreicht. 

Nur an zwei Punkten ist die Verbindung dieses Kreidebeckens mit der 
Kreideformation des inneren Böhmens angedeutet, und zwar in der Einsenkung 
des Faltengebirges zwischen Pořič (bei Náchod) und Machov, über welche der 
Pläner vom südlichen Fusse des Faltengebirges hinübergreift, und dann bei Nessel- 
fleck und Čihák hart an der Glatzer Grenze (südlich von Mittelwalde), wo der 
innerböhmische Quader zwar durch ein etwa 1 Stunde breites Gneis- und Glim- 
merschieferterrain von den Quadersandsteinen des Glatzer Beckens getrennt ist, 
aber ehedem in dieser Einsenkung mit ihnen wahrscheinlich im Zusammen- 
hange war. 

Das Kreidemeer bildete demnach im Braunauischen und in der Grafschaft 
Glatz einen nur durch zwei enge Kanäle mit dem böhmischen Kreidemeer zu- 
sammenhängenden Busen, an dessen Eingang die hohe Mense und das Adlerge- 
birge als eine ansehnliche rings vom Kreidemeere umflossene Insel sich erhob. 


Nur der kleinere Theil dieser abgetrennten Partie der Kreideformation 
entfällt nach Böhmen, nämlich insoweit sie zum Braunauer und Policer Gebiete 
gehört (etwa БГ] М.); der grössere Theil (907 M.) gehört aber zur Grafschaft Glatz. 

Die ursprüngliche Muldenform dieser Partie wurde durch spätere Hebungen 
vielfach zerstört und namentlich zeigen steil gehobene Schichten an der Be- 


160 TI. 


rührungslinie der Kreideformation mit dem Urgebirge (in d. G. Glatz), dass mäch- 
tige Dislokationen nach dem Absatz der Quader- und Plänerschichten stattfanden. 

In seiner jetzigen Gestalt bildet das Terrain der Kreideformation im Po- 
licer und Braunauer Gebiete ein bergiges von höheren nach Südost streichenden 
Rücken umsäumtes Plateau, dessen Mitte die wild zerrissenen Felsenpartien von 
Adersbach und Weckelsdorf einnehmen. Die Schichten der Kreideformation, 
welche dieses Plateau zusammensetzen, ruhen da sämmtlich auf rothen permischen 
Sandsteinen. (Fig. 45.) 


Fig. 45. 


Eipel. Schwadowitz. Kraupen Berg. Adersbacher Felsen. 


^) Steinkohlen-Form.; d) Permische Form.; X) Korycaner Sch.; o) Weissenberger Schichten; 
j) Iser-Sch. 


Das Plateau setzt sich dann in die Grafschaft Glatz bis Reinerz und 
Glatz fort, und trügt daselbst die hohen Felsengruppen der Heuscheuer und die 
hohe Waldflüche der Seefelder (bei Reinerz) Im weiteren Verlaufe setzt sich 
dann die Kreideformation, indem sie sich vom Plateau herabsenkt, in der Mitte 
des Glatzer Beckens als ein 1 bis */, Meilen breiter und an 8 Meilen langer zwi- 
schen die hohen Urgebirgskümme in der Thalfurche der Neisse und Frisava ein- 
gekeilter Streifen fort, der sich von Glatz über Habelschwerd, Mittelwalde mitten 
durch den nordöstlichen Vorsprung von Böhmen bei Grulich fortsetzt und erst bei 
Schildberg in Mähren sein Ende erreicht. 

Das Kreidemeer bildete also in der G. Glatz, ähnlich wie bei Cäslau und 
Maleč in Böhmen einen fiordartigen Busen. (Die ganze Länge des Busens vom 
Kloster Grüsau in Schlesien bis Schildberg in Mähren beträgt 14 Meilen, bei 
einer durchschnittlichen Breite von 1 Meile.) Ein anderer aber kürzerer ebenfalls 
fiordartiger Streifen der Kreideformation zieht sich längs des linken Adlerufers 
von dem Plateau der Seefelder bei Reinerz hart an der böhmischen Grenze bis 
Bärnwald (nördlich von Roketnie, jenseits des Adlerkammes) grösstentheils schon 
auf böhmischem Gebiete. 

Fast sämmtliche Stufen der böhmischen Kreideformation sind im Polic- 
Glatzer Becken vertreten, indessen in der Weise, dass in den Umgebungen von 
Braunau 'und Polic (in Böhmen) blos die tieferen Stufen bis inelusive den Iser- 
sandstein vorkommen, während südwestlich von Glatz über Habelschwerd, Kies- 
lingswalde, Mittelwalde, Grulich bis Schildberg auch die höheren Gebilde dieser 


II. 161 


Formation auftreten, welche ihren Versteinerungen nach der Chlomeker Schichten- 
stufe entsprechen. 

Indem im folgenden hauptsächlich das böhmische Gebiet der Kreidefor- 
mation berücksichtiget ist, wird der Vollständigkeit wegen auch ihr Vorkommen in 
der Grafschaft insoweit erwähnt werden, als es die durch einen Ausflug auf die 
Heuscheuer und nach Kieslingswalde gewonnenen Erfahrungen gestatten. (Ein 
näheres Detail über die niederschlesische Kreideformation, aber ohne schärfere 
Scheidung der Schichtenstufen, siehe 2m den Erläuterungen zu der geognostischen 
Karte vom niederschlesischen Gebiete von Justus Roth. Berlin 1867.) 


1. Korycaner Schichten. 


Die tiefste Stufe der böhm. Kreideformation, nämlich die Perucer Schichten 
scheinen im Polie-Glatzer Gebiete zu fehlen, indem in den auf permischen oder 
Urgebirgsuntergrund aufliegenden Sandsteinen allsogleich Petrefakten der Korycaner 
Stufe aufgefunden werden. 

Zu dieser Stufe gehört demnach der grösstentheils glaukonitische Sand- 
stein, der die Basis des Beckens einnimmt und von Plänerschichten der Weissen- 
berger Stufe bedeckt wird. 

Beginnen wir am Westrande des Beckens, so treffen wir die glaukoni- 

tischen Sandsteine dieser Stufe zuerst an der Landesgrenze zwischen Adersbach 
und Schönberg an, wo sie vom Weissenberger Pläner bedeckt auf rothen permischen 
Sandsteinen ruhen und bei Liebenau (in Böhmen) und Raspenau (in Schlesien) 
dureh Steinbrüche aufgeschlossen sind. Man findet in diesen Sandsteinen nebst 
Kxogyra columba auch Pecten asper. 
Der Sandstein bildet hier, indem er mit einer 10—15° Grad betragenden 
Neigung gegen Nordost einfällt, den Kamm eines Dergzuges, dessen äusserer 
(westlicher) Fuss aus permischen rothen Sandsteinen besteht und erhebt sich am 
Kraupen-Berg bei Qualisch bis 2226 Fuss. 

Dieser Rücken setzt sich dann am Südostrande des Kreidebeckens über 
den permischen Sandsteinen fort, und erreicht mit dem Ratschberg bei Werners- 
dorf sein Ende. Eine kleine Partie isolirten Quadersandsteines bildet auch die 
Kuppe des Turovberges auf dem permischen Kamm zwischen Starkstadt und Ko- 
Stelec. Der glaukonitische Sandstein senkt sich nun zum nördlichen Fusse des 
permischen Faltengebirges herab, welches bei Qualisch durch ein tiefes Thal vom 
vorerwähnten Kamm getrennt ist, und bildet über Starkstadt bis Zabokrky (nördl. 
von Hronov) eine nicht ganz deutliche von Wald und Feld bedeckte Zwischen- 
Schichte zwischen den permischen rothen Sandsteinen und den nordwärts herr- 
schenden Plänern. Bei dem letztgenannten Orte durchbricht der von Polic flies- 
sende Metaufluss das südöstlich streichende Faltengebirge mit seinen permischen 
und Steinkohlensandsteinen und man sieht da einen spongitenreichen kalkigen von 
Glaukonit grünpunktirten Sandstein unter 30 Grad nordöstlichen Einfallens an den 
steil gehobenen permischen Schichten angelagert, während die darüber ruhenden 
Sandigen Pliner bald eine flachere Lagerung annehmen. 


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162 T i 

Ostwärts von diesem Punkt ist der permische Bergzug bei Zdárek durch 
Pläner unterbrochen, und setzt sich erst jenseits des Zdárker Baches als ein 
kaum eine halbe Stunde breiter Streifen über Levín (in Schlesien) bis Gieshübel 
und Sattel (in Böhmen) auf krystallinischem Urgestein fort. An der Südseite 
dieses permischen Bergzuges, an dessen Basis bei Struzné (Straussenei) auch die 
Steinkoblenformation zu Tage geht, sieht man steile Aufrichtungen von Sandstein 
und Plänerschichten, wie bei Schwadowitz (die dortige Dislokationskluft setzt sich 
bis hieher fort), wührend weiter südlich eine über Zdárek mit dem Policer Plüner- 
gebiete zusammenhängende Plänerpartie mit untergelagertem Korycaner Sandsteine 
in wenig geneigter Lagerung die Berge bei Čermná (Tscherbenei) und dem Bade- 
orte Chudoba (Cudova) bedeckt, und sich bis Pořič und Gelenau bei Levin 
(Schlesien) ausdehnt. In dem glaukonitischen Sandsteine bei Gelenau findet man 
Steinkerne von Pectiniten und Imoceramen; an den steilen Lehnen der Metau bei 
Pofié tritt unter den grauen sandigen Plänern sogar kohlenführender Schieferthon 
zu Tage. Der Pläner und der untergelagerte glaukonitische Sandstein greifen bei 
Klein-Pofic auch an das rechte Metauufer hinüber, und stehen daselbst am Fusse 
der höheren permischen Berge unter steilem Einfallswinkel in einem kleinen 
Streifen an. 

Auch auf dem kegelförmigen Hummelberge (Homole) zwischen Levín und 
Reinerz, so wie auf den benachbarten Höhen ist Pläner abgelagert, der hier aber 
ohne die Unterlage vom glaukonitischen Sandstein vollkommen isolirt auf Glimmer- 
schiefer ruht. 

Kehren wir nun zur Nordseite des Zdárker permischen Bergzuges zurück, 
an dessen nördlichem Abfall bei Zabokrky wir den südlichen Rand des Polic-Brau- 
nauer Kreidebeckens aufgelagert fanden und verfolgen wir den unter den Plänern 
zu Tage gehenden Streifen des glaukonitischen Sandsteines, so gelangen wir bald 
auf krystallinisches Gestein, welches von da an durch die ganze Grafschaft Glatz 
die Basis der Kreideformation bildet. 

Der Korycaner Sandstein verliert sich hier unter den aus Weissenberger 
Pläner und Isersandsteinen bestehenden hohen Plateaus an der Heuscheuer, dem 
Spiegelberge und dem Reichenauer Forst, die zwischen Reinerz und Glatz mit 
dem ähnlichen Hochplateau der Seefelder zusammenhängen, in dessen Forsten die 
wilde Adler (Erlitz) ihren Ursprung hat. Von diesem hauptsüchlich aus Pläner 
bestehenden Plateau zieht sich längs des nördlichen Abfalles des Adlergebirges 
mitten im Gmeisgebiet ein enger Streifen von Pläner am rechten (böhmischen) 
Adlerufer über Friedrichswald, Kerndorf, Schwarzwasser bis Bärnwald hin, und 


man findet bei den letztgenannten Orten unter dem Pläner abermals Korycaner 


Sandsteine anstehen. 

Aehnliche Sandsteine greifen von der Südseite des Adlergebirges auch bis 
zum Adlerflusse bei Nesselfleck und Cihák herüber, da wo er dieses Gebirge quer 
durchbricht, und es ist wahrscheinlich, dass durch dieses Querthal ehedem das 
Glatzer Kreidebecken mit dem innerbóhmischen zusammenhing. 

Am nördlichen Rande des Braunau-Glatzer Kreidebeckens lässt sich der 
Korycaner glaukonitische Quader längs des Abfalles des Wandgebirges (Stény) 
verfolgen, das sich steil über das permische Gebiet von Braunau erhebt. Die 


П. 163 


Basis dieses Sandsteines bildet hier von Raspenau angefangen über Wernersdorf, 
Weckersdorf, Merzdorf, Barzdorf bis Schwedeldorf südwestlich von Glatz der rothe 
permische Sandstein, während die höheren Stufen aus Weissenberger Plänern und 
Isersandsteinen bestehen. Südöstlich von Glatz angefangen gegen Kiesiingswalde, 
Grulich und Schildberg herrschen dann die jüngeren Stufen, die unmittelbar das 
Thalland der Neisse im Glatzer Urgebirge ausfüllen. Ausser undeutlichen Muschel- 
Steinkernen fanden sich auf bóhmischem Gebiete keine Versteinerungen, aber die 
Lagerung an der Basis der Formation unter unzweifelhaften Weissenberger Pläner 
lässt es ausser Zweifel erscheinen, dass der glaukonitische Sandstein der Basis 
der Korycaner Stufe angehört. 


2. Weissenberger und Malnicer Schichten. 


Ueber den Korycaner Sandsteinen ist das ganze Polic-Braunauer Becken 
bis zu den früher angedeuteten Sandsteinründern mit Plänerschichten bedeckt, die 
eine Mächtigkeit von 200—300 Fuss haben und muldenfórmig gegen die Mitte 
des Beckens einfallen. 

Die tieferen Schichten sind gelbgraue, häufig glaukonitische sandige Pläner, 
die höheren und mächtigeren Schichten bestehen aus bläulich-grauen, thonig-kal- 
kigen Plänern mit kalkigeren fast krystallinischen Konkretionen. Ob sich dieser 
Schichtenkomplex durchwegs in die Weissenberger und Malnicer Stufe wird zer- 
legen lassen, das kann erst durch genauere paläontologische Studien entschieden 
werden; indessen gab schon die einmalige Begehung des Terrains Anhaltspunkte 
dafür, dass wenigstens ein Theil der tieferen Pliner mit häufigen Inoceramus la- 
biatus und Lima elongata der Weissenberger Stufe, und ein Theil der höheren 
Schichten mit Ammonites Woolgari, Lucina lenticularis, Cucullea, Callianassa 
bohemica der Malnicer Stufe entsprechen. 

Das Plänerterrain bildet auf böhmischem Gebiete ein wellig-hügeliges Land 
zwischen Adersbach, Starkstadt, Polic bis Machov, in welches sich die Metau mit 
ihren Zuflüssen ziemlich tief einschneidet, so namentlich zwischen Polic und Zabo- 
krky. Die steilen Plänerwände und waldigen Berglehnen erreichen da eine Höhe 
von 300 Fuss. 

Bei Adersbach und Weckelsdorf, so wie auf dem Kamme zwischen Polic 
und Braunau sind diese Pliner von den schroffen Sandsteinfelsen der Iser- 
Stufe bedeckt. 
| Die Zwischenlagerung der Plänerschichten zwischen dem Когусапег und 
Isersandsteine ist namentlich bei dem Herabsteigen vom Kraupenberge gegen Aders- 
bach deutlich zu beobachten. 

Man sieht da die mächtigen hügelbildenden Plänerbänke deutlich auf den 
Korycaner glaukonitischen Sandsteinen aufgelagert und bemerkt, wie sie bei Aders- 
bach und Merkelsdorf unter die aufgethürmten Sandsteinklippen der Adersbacher 
Felsenstadt einfallen. Man findet da nebst Jnoceramus labiatus wundeutliche 
Austern, Lima elongata, Lima multicostata, Fischschuppen und Spongiten. 

Auch am Nordrande des Beckens, wenn man vom Schlegelhof am Pieken- 

A" 


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164 П. 


steig zum felsigen Kamm des Hutberges (Isersandstein) wandert, sieht man über 
den Korycaner Quadern die mächtigen Plänerbänke fast bis zum Kamme anstehen 
und findet daselbst nebst Jnoceramus labiatus, Pinna, Exogyra lateralis einen 
glatten Pecten, einen Lchiniten, Fungia coronulla und Serpuliten. Eigenthümlich 
daselbst ist das Auftreten von Mytilus Neptuni, den wir sonst nur aus den Chlo- 
meker Schichten kennen. 


Wenn man dann über die Felsenwände des Isersandsteines, welche bei der 
Sternkirche dem Pläner aufgelagert sind, herab ins Policer Thalland sich wendet, 
so findet man bei Labney (Hlaviiov) abermals petrefaktenreichere, graue Pliner 
mit festen Konkretionen, welche den früher erwähnten Ammonites Woolgari und 
Callianassa bohemica enthalten und hiemit an die Malnicer Schichten erinnern. 

Der Pliner erstreckt sich aus der Policer Gegend über Machov einestheils 
durch die Lücke des permischen Faltengebirges bei Zdärek in die Gegend von 
Chudoba und Hronov, anderertheils steigt er auf die Plateaus des Spiegelberges 
und der Heuscheuer jenseits der Landesgrenze und erstreckt sich bis in die Um- 
gebungen von Reinerz. 

Auch auf den waldigen Plateaus der Seefelder südlich von Reinerz herrscht 
Pläner vor und mit diesem hängt jener früher erwähnte Plänerstreifen zusammen, 
der am Nordabhang des Adlergebirges auf böhmischem Gebiet den Adlerfluss bis 
Bärnwald begleitet. 

Südöstlich von Glatz setzt sich die Kreideformation in dem Thallande der 
Neisse, wie schon erwähnt, fiordartig mitten zwischen den Urgebirgsrücken der 
Sudeten fort; sie besteht aber da nach Beyrich’s und Roth’s Mittheilungen (Bey- 
rich, Ueber die Lagerung der Kreideformation im schlesischen Gebirge. Abhand- 
lungen der Berliner k. Akademie 1854. Erläuterung der geognostischen Karte 
von Nieder-Schlesien von Justus Roth, Berlin 1867) und nach den Ergebnissen 
eines Besuches von Kieslingswalde aus Gebilden, welche den höchsten böhmischen 
Schichtenstufen der Kreideformation entsprechen. Nur an den Rändern der Bucht, 
wo die Kreideformation unmittelbar an das Urgebirge anstosst, ziehen sich steil 
gehobene Schichten zum Theil klippenartig gegen Südost und enthalten einen aus 
Sandsteinen und Plänern bestehenden Komplex, der den sparsam vorkommenden 
Petrefakten nach wenigstens theilweise den  Korycaner und Weissenberger 
Schichten angehört. 


Die von den Schichten der Kreideformation erfüllte Thalfurche zieht sich 
dann aus der Grafschaft Glatz quer über die nordöstliche Spitze von Böhmen, 
zwischen den hohen Urgebirgsrücken von Gabel und Grulich, bei welchem letzteren 
Orte Pliner der Weissenberger Stufe in fast horizontaler Lagerung an den Gneis 
sich anlehnen, während im Thalgrunde die sandig-mergligen Gesteine der höheren 
Kieslingswalder Gebilde ruhen. In der weiteren Fortsetzung der Thalfurche reicht 
die Kreideformation noch weiter nach Mähren über Rothwasser, Hoflenz bis 
Schildberg längs dem Frysavaflüsschen, und man sieht da noch einmal steilgeho- 
bene glaukonitische kalkige Sandsteine am Rande der Bucht mauerförmig aufragen; 
welche der Weissenberger und Iser-Stufe entsprechen mögen, während im Thale 
unter mächtigem Flussschutt, dunkelgraue sandige Mergel mit Thoneisensteinen in 


DR 165 


platten Konkretionen und grauen glimmerreichen Sandsteinen anstehen, dem Ge- 
\ 3teine nach mit den Schichten von Kieslingswalde übereinstimmend. 


3. Iserschichten. 


Dieselben bilden im Polic-Braunauer Becken die höchste Schichtenstufe, 
welche sich durch ihre malerische Felsengestaltung auffallend von den darunter 
liegenden Plänern abscheidet. 

Das herrschende Gestein dieser Stufe ist ein theils mittel-, theils grobkör- 
niger Sandstein, der stellenweise durch ein kieselig-thoniges oder kalkig-thoniges 
Bindemittel eine festere Konsistenz enthält, stellenweise aber fast ohne Binde- 
mittel ist und leicht zu losem Sande zerfällt. Diese wechselnde Beschaffenheit 
des Sandsteines veranlasste die mannigfachsten Erosions- und Verwitterungsformen 
desselben, welche an den malerischen labyrinthisch zerklüfteten Felsengruppen | 
dieser Stufe sich zeigen. | 


| 
| Die Mächtigkeit des Sandsteines beträgt wenigstens 600 Fuss, ja sie mag 
| sich stellenweise bis 800 Fuss verstärken. Versteinerungen finden sich sehr selten ; 
| ausser Spongites saxonicus, Steinkerne von Pecten quinquecostus, Pinna, Lima 
| canalifera, Exogyra columba und Rhynchonellen, welche mit den Schneeberger | 
[ Arten vollkommen übereinstimmen, findet man kaum eine andere Versteinerung. | 
Die für den Chlomeker Sandstein charakteristischen Arten, so wie Einlagerungen | 
von Bakulitenmergeln fehlen hier ganz, so dass der höhere Sandstein dieser | 
Gegend sowohl seiner Lagerung als seinen Versteinerungen nach der Iserstufe 
zugerechnet werden muss. 
Ehedem bedeckte dieser Sandstein wahrscheinlich das ganze Becken von 
Kloster Grüsau in Schlesien über Adersbach bis gegen Reinerz in der Grafschaft 
Glatz; durch die fortwährende Abwaschung wurde aber der grösste Theil der Sand- 
Steindecke zerstört und es blieben davon nur die festeren Partien als wild zerris- 
sene Felsengruppen übrig. | 
i Die bedeutendste dieser Partien bildet die berühmten Adersbacher und | 
Weckelsdorfer Felsenwände mit der sogenannten Felsenstadt, zwischen den im 
Pläner eingefurchten Thalgründen der Erlitz und der Metau. 
| In den Umgebungen dieser grösseren zusammenhängenden Partie, voll der | 
| 
| 
| 
| 


bizarrsten Felsenformen, treten auf den Kuppen der Plänerberge noch einzelne 
Isolirte Sandsteinterrassen dieser Stufe auf, so namentlich der Holsterberg bei 
Nieder-Adersbach, der Kirchberg bei Bodisch, der Teufelsstein und die Zwergsteine 
bei Gärtelsdorf (in Schlesien) und der Vosta$ (21789) zwischen Weckelsdorf und 

А Polic, von denen der letztere dem Königstein in Sachsen gleicht. 
| Eine zweite Partie von Isersandsteinen bilden den steilen Kamm des | 
Wandgebirges (Stöny) zwischen Polie und Braunau, welches gegen das Braunauer | 
Thal mit senkrechten in den kühnsten Formen aus den Waldlehnen emporragenden | 
Wänden abfällt. | 
Der letztgenannte Kamm besteht von Merkelsdorf bis Dittersbach aus | 
Koryeaner Sandsteinen und Plänern, südöstlich von letzterem Orte beginnt mit | 


166 


dem Hutberg der höhere aus Isersandsteinen bestehende Kamm, welcher über die 
Sternkirche (ein Wallfahrtsort mit prächtiger Aussicht), der Geyerskorb (22207) 
zur Ringelkoppe (2394) ansteigt, während die zu beiden Seiten des Kammes ein- 
geschnittenen Schluchten zu dem untergelagerten Pläner führen. 

Auf diesem Kamme fanden sich in der Waldstrecke, „die Kleinseite“ ge- 
nannt, eisenschüssige Sandsteine voll Exogyra columba und Steinkernen von Lima 
canalifera, Pinna und von Rhynchonellen. Dieselbe Exogyrenbank findet man 
auch noch weiter an der Fortsetzung des Kammes, da wo er bei Passendorf (Grf. 
Glatz) in ein Plateau übergeht, auf dem die festungsartigen Felsenmassen der 
Heuscheuer (2820^) steil sich emporheben. 

Der Pläner, der auf böhmischem Gebiete den Fuss der Felsenwände bildet, 
erhebt sich hier bis auf das Plateau, denn Passendorf und Karlsberg am Fusse 
der Henscheuer steht auf grauem Pliner, in welchem nebst kleinen Ostreen auch 
Inoceramus labiatus vorkommt, während die Felsenmasse der Heuscheuer dem 
Isersandstein angehört. 

Der Pläner herrscht nun auf dem Plateau der Heuscheuer bis gegen Rein- 
erz und nur die höheren Terrassen des Spiegelberges und des Reichenauer Forstes 
am Südrande des Plateaus bestehen aus Isersandstein. Der Untergrund dieses 
Plateaus ist auf der Nordseite rother permischer Sandstein, auf der Südseite kry- 
stallinisches Urgebirge, welches hieher von Reinerz zwischen die Kreidebildungen 
der Heuscheuer und der Berge von Chudoba (Cudova) eingreift. 


4. Teplitzer, Priesener und Chlomeker Schichten. 


Dem Schichtenkomplexe der böhmischen Priesener und Chlomeker Stufe 
entspricht das von den deutschen Geologen unter dem Namen Kieslingswalder 
Schichten angeführte Schichtensystem, welches die schon früher erwähnte Glatzer 
Thalfurche von Glatz über Habelschwerd, Kieslingswalde, Mittelwalde, Grulich in 
Böhmen bis Schildberg in Mähren einnimmt. (Fig. 46.) 


Fig. 46. 


Adlergebirge. Pohlsdorf. Rengersdorf. 


Йй 


т) Urgebirge; k) Korycaner Sch.; o) Weissenberger Schichten; 7) Iser-Sch.; ó) Teplitzer Sch. ; 
ch) Chlomeker Schichten. 


Die tieferen Stufen der Kreideformation sind in dieser langen und engen 
Bucht wenig entwickelt. Nur die an den Rändern derselben längs des Urgebirges 
steil aufgerichteten Pläner und Sandsteinschichten gehören theilweise den Kory- 


TI. 167 


caner und Weissenberger Schichten, vielleicht auch theilweise den Iser- und Te- 
plitzer Schichten an, während die höheren Schichtenbänke des Randes und die 
weniger geneigten Schichten der Thalgegend Versteinerungen enthalten, die offen- 
bar mit den Arten der beiden höchsten Schichtenstufen der Kreideformation in 
Böhmen übereinstimmen. 

Bei einer nach Kieslingswalde (einem Orte in der Glatzer Thalbucht süd- 
östlich von Habelschwerd) von Dr. Frič unternommenen Excursion fanden sich 
am östlichen Rande der Bucht bläulich-graue und grau-grüne, kalkig-sandige 
Mergel, die sich durch eine Menge von kalkigen Versteinerungen auszeichnen, 
worunter namentlich auch grosse wohlerhaltene Exemplare von Callianassa antiqua 
vorkommen. Unter den eingesammelten Petrefakten fanden sich alle bei dem böh- 
mischen Fundorte Antonienhöhe im Kamnitz Zwickauer Gebirge angeführten Arten 
(Siehe Seite 131), wodurch die Identität der Chlomeker und Kieslingswalder Schichten- 
stufe ausser allen Zweifel gesetzt wird 

Die tieferen Kieslingswalder Schichten bestehen aus thonigen Mergeln mit 
abwechselnden Sandsteinschichten und Thoneisensteinmeren, die in ihrem Habitus 
an die Mergel der Priesener Schichten erinnern. 

Die Decke der Kieslingswalder Mergelschichten wird aber von thonigen 
Srauwackenähnlichen Sandsteinen und Konglomeraten gebildet, welche riffartig 
emporragen und eine Felsengruppe, die „Sieben Hirten“ genannt, östlich von Kies- 
lingswalde zusammensetzen. 

Im Thalgrunde sind diese Schichten vom angeschwemmten Schutt bedeckt, 
und erst an der entgegengesetzten westlichen Seite der Bucht findet man bei Nieder- 
Langenau und Habelschwerd abermals aufgerichtete Plänerschichten der Weissen- 
berger Stufe, welche auf Glimmerschiefer liegen und von Isersandstein mit Spon- 
gites saxonicus überlagert werden. Auf diesem ruht dann ein plänerartiges Gestein, 
das seiner Lagerung nach wohl den Teplitzer Schichten entsprechen sollte. 

Diese Schichten werden offenbar im Thalgrunde unter dem Schutte von 
den Kieslingswalder Schichten bedeckt. 

Nach Carnall’s und Zobel’s, so wie Beyrich’s Schilderung (Geognostische 
Beschreibung von einem Theile des Nieder-Schlesischen, Glatzischen und Böh- 
mischen Gebirges; im Karsten’s Archiv für Mineralogie und Geognosie 1832; dann 
Beyrich’s oben angeführte Abhandlung) ist am nördlichen Eingange der Glatzer 
Bucht am rothen Berg (südlich von Glatz) diese ganze Schichtenfolge ebenfalls zu 
sehen und zwar in merkwürdiger Disloeirung. Auf krystallinischen Schiefern ruhen 
da an der östlichen Seite der Bucht rückwärts überstürzte rothe Sandsteine der 
permischen Formation, auf welche Plüner und Sandsteinschichten folgen, die von 
der übergestürzten allmühlig in eine senkrechte und dann eine geneigte Lagerung 
übergehen, und den tieferen Stufen der Kreideformation (wahrscheinlich bis inclu- 
Sive der Iser- und Teplitzer Stufe) angehören. Zuoberst liegen dann die durch 
Eisensteinnieren und dünne eingelagerte Sandsteinschichten kenntlichen thonigen 
Mergel des Kieslingswalder Systems, welche sich in der ebenen Platte des Thales 
in ruhiger Lage ausbreiten, aber am entgegengesetzten Rande der Bucht zwischen 
Nesselgrund und Habelschwerd abermals von steilgehobenen Plänern und Quader- 


168 П, 


sandsteinen unterteuft werden, die ihrer Schiehtenfolge nach den Weissenberger 
Iser- und Teplitzer Schichten entsprechen dürften. 

In der das böhmische Gebiet quer durchsetzenden Bucht sind über den 
wenig geneigten Plänern bei Grulich unter dem mächtigen Thalschutt nur wenige 
Punkte, wo das Kieslingswalder System sichtbar wird. Sein Vorkommen bei 
Schildberg in Mähren wurde schon früher erwähnt. 


Die Hebungslinien im Gebiete der böhmischen Kreide- 
formation. 


Die Bildung der böhmischen Kreideformation erfolgte, wie uns der paläon- 
tologische Charakter ihrer Schichtenzonen belehrt, erst nach Abschluss der Neo- 
kom- und Gaultstufe dieser Formation. 

Zu dieser Zeit senkte sich das jetzt von den Meeressedimenten der Kreide- 
formation bedeckte und früher einen Theil des mitteleuropäischen Kontinentes bil- 
dende Terrain unter das Meeresniveau und es fand der Einbruch des Kreide- 
meeres nach Böhmen statt. 

Das Meer fand einen schon von früheren Faltungen und Hebungen durch- 
furchten Boden, dessen Unebenheiten es allmählig ausfüllte, im Ganzen aber hori- 
zontal gelagerte Schichten auf den neu gewonnenen Seegrund absetzte. 

Die älteren Thalsysteme im Gebiete der älteren Formationen lassen sich 
demnach bis zum Rande der Kreideformation verfolgen, wo sie plötzlich ihr Ende 
erreichen, während diejenigen Thalsysteme, welche jünger als die Kreideformation 
sind, dieselbe in verschiedenen Richtungen durchfurchen. 

So erstrecken sich, um nur ein Beispiel anzuführen, die Thäler des Silur- 
systemes von Mittelböhmen nur bis zum Südrand der Kreideformation. Die äl- 
testen davon, mit nordöstlichem Streichen, werden durch den Plateaurand der 
Kreideformation zwischen Prosik und VySerovic abgeschnitten; die zweiten, mit 
nordwestlichem Streichen, werden von dem Plateaurande von Kladno und Korn- 
haus abgegrenzt; beide sind älter als die Steinkohlenformation, weil sie in die- 
selbe nicht eingreifen. Ein drittes Thalsystem streicht von Süden nach Norden 
und durchschneidet bei Kralup an der Moldau die Steinkohlenformation, in deren 
Schichtenbau es zugleich Störungen verursacht und desshalb jünger als die Stein- 
kohlenformation sein muss. 

Nach Abschluss der Kreidebi'dung fand wieder eine bedeutende Erhebung 
des böhmischen Terraines statt, und nur an ihrem östlichen Saume gegen Mähren 
zu (bei Landskron und Abtsdorf) verblieb ein seichter Busen des osteuropäischen 
Seebeckens, in welchem sich die marinen neogenen Schichten absetzten, wäh- 
rend das gesammte Terrain des jetzigen Böhmens über dem Meeresniveau 
sich befand. 

Die böhmische Kreideformation bildete in der ersten Zeit nach ihrer 


II. 169 


Trockenlegung wahrscheinlich eine einförmige von dem älteren Uferland umsáumte 
Ebene, in welchem nur das abfliessende Wasser seine Rinnsale sich ausfurchte. 

Die allmählig aber ununterbrochen wirkende Hebungskraft des krystalli- 
nischen Gebirges äusserte indessen im Verlaufe der Zeit ihren Einfluss, namentlich 
an den Berührungslinien der Kreideformation mit dem krystallinischen Gebirge, 
und es erfolgten dem zu Folge theilweise Hebungen und Zerrissungen der Schichten 
dieser Formation, welche im Zusammenhange mit den sich vertiefenden und erwei- 
ternden Erosionsfurchen dem Terrain derselben allmählig ihren heutigen Cha- 
rakter verliehen. 

Die Hebungen änderten in den nach einander folgenden Zeiträumen ihre 
Richtung und es ergeben sich demnach im Bereiche der böhmischen Kreidefor- 
mation jene verschiedene Hebungslinien, welche schon im Detailberichte ange- 
führt wurden. 

Man kann im Gebiete der böhmischen Kreideformation folgende Systeme 
von Hebungslinien unterscheiden. 

1. Die Riesengebirgslinie mit südöstlichem Streichen. 

Sie ist am deutlichsten ausgeprägt am Nordrande der Kreideformation an 
dem scharfen Kamme steil gehobener Korycaner Quader des Trögelsberges bei 
'ankrae, dessen Fortsetzung die analogen Felsenkämme bei Liebenau, Klein-Skal 
am Fusse des Jeschken und die Suché Skäly (dürre Felsen) am Fusse des Ko- 
zäkov bilden. (Fig. 5.) 

Ein scharf umgrenztes Thal mit steilfallenden Schichten an seiner Nord- 
seite und horizontal gelagerten Bänken an seiner Südseite lässt sich längs dieser 
Linie von Světlá am Fusse des Jeschken über Liebenau, Klein-Skal, Louček, Ro- 
vensko bis Eisenstadt] bei Jičín und von da nach einer kurzen Unterbrechung über 
Mlazovic, Miletin bis Bürglitz verfolgen, wo es sich in die flache Elbegegend bei 
Josefsstadt öffnet. 

Parallel mit der Miletinerthalrichtung streicht das Elbe-Thal vom Fusse 
des Zviéfnberges bis gegen Jaromer und folgt wie jenes einer Verwerfung der 
Gebirgsschichten. (Fig. 6.) 

Dieselbe Hebungslinie ist auch kenntlich in den steil gehobenen Quader- 
und Plünerschichten bei Schwadowitz am Fuss des Faltengebirges (Fig. 45.), dann 
am steilen Abfall des Policer Wandgebirges gegen das permische Braunauerthal, 
so wie in den Thalfurchen bei Senftenberg-Geiersberg, Pottenstein-Hnatnic, Wilden- 
schwerd - Böhm.-Trübau, Borohrádek - Chocen, Holic- Hohenmauth- Leitomysl, und 
LuZe-Neuschloss. 

Auch die Zerklüftungen in den Chlomeker Sandsteinen zwischen München- 
grütz und Jičín, so wie in den Isersandsteinen westlich von der Iser zwischen dem 
Kokoríner und Iserthal, längs deren eine Menge von kleinen Thälern ausgefurcht 
sind, die steilen Abstürze an dem Hirschberger Teich und im Kummerer Revier, 
dann die Zerklüftungen im Elbesandstein zwischen Pirna und Herrnskretschen, 
mit dem tief eingeschnittenen Elbethal, gehóren hieher. 

Das Alter dieser Hebungslinie lässt sich wegen Mangel jüngerer Forma- 
tionen nicht genau bestimmen ; jedenfalls entstand sie nach Abschluss der böhm. 
Kreideformation, da sie ihr ganzes Gebiet durchfurcht. 


170 IT. 


Da sie aber mit der Hebungslinie übereinstimmt, längs welcher zwischen 
Ungarn und Galizien die Nummulitenschichten gehoben sind, so kann man ihre 
Entstehung in die ältere Eocänperiode mit grosser Wahrscheinlichkeit setzen. 

2. Die Glatzerlinie mit nordwestnördlichem Streichen. 

Sie ist am deutlichsten bezeichnet durch die Thalfurche zwischen Glatz, 
Grulich und Schildberg, an deren Lehnen die steilgehobenen Kieslingswalder (Chlo- 
meker) Schichten sich verfolgen lassen. (Fig. 46.) 

Parallel mit der Glatzer Thalfurche erstreckt sich das permische von ge- 
hobenen Sandstein- und Plänerschichten begleitete Thal zwischen Landsberg in 
Bóhmen und Krónau in Mühren. (Fig. 7.) 

Weiter westlich in Böhmen ist diese Thallinie nicht erkennbar. 

Zu ihrer Altersbestimmung dienen die neogenen marinen Tegel bei Triebitz 
und Abtsdorf, welche in ungestörter Lagerung an die gehobenen Quadersandsteine 
sich anlehnen und desshalb erst nach erfolgter Hebung dieser Linie sich ab- 
setzen konnten. 

Sie stimmt überein mit der Hebungslinie des hessischen Basaltgebirges, 
welche ebenfalls nach Abschluss der eocünen und vor Beginn der neogenen Pe- 
riode erfolgte. 

3. Die Mittelgebirgslinie mit nordöstlichem Streichen. 

Diese Linie ist vorzüglich durch den Kamm des basaltischen Mittelgebirges 
zwischen Bilin und Haida bezeichnet. 

Eine Reihe von ausgezeichneten Terrainformen und Thalfurchen verdankt 
diesem Hebungssystem seinen Ursprung. 

Es gehört hieher der gehobene Kamm der Quadersandsteine am Fusse 
des Erzgebirges bei Graupen (Fig. 1.), so wie die Bruchlinien im Elbesandstein 
(Fig. 31.), welche die steile Neigung der Quader bei Tetschen veranlassen, und 
sich vom Eulauerthal quer über die Elbe bis Böhm.-Kamnitz, so wie an den Zer- 
klüftungen und steilen Wänden des Prebischthores und der Dittersbacher Felsen- 
gruppen verfolgen lassen. 

Südlich vom Mittelgebirge gehören zu diesem Hebungssystem die steilen 
gehobenen Lehnen des Egerthales (Fig. 15.) von Postelberg bis über Budin, dann 
die gehobenen Sandsteinwände bei Auscha und bei Wartenberg (nördlich vom 
Rollberg), so wie die Zerklüftungen in dem Riper Plateau, längs deren eine Menge 
von Erosionsthälern ausgefurcht ist. 

Das Alter dieses Hebungssystemes lässt sich genau bestimmen. Es hängt 
nämlich mit dem Empordringen der Basaltmassen des Mittelgebirges zusammen, 
welche nach erfolgtem Absatze der tieferen neogenen Süsswasser-Schichten und 
vor der Bildung der Braunkohle im Teplitzer Becken statt fand. 

4. Die Linie der Teufelsmauer bei Böhm.- Aicha mit nordostnörd- 
lichem Streichen. 

Sie ist am deutlichsten ausgeprägt in dem Basaltgang der Teufelsmauer, 
welcher vom Fusse des Jeschken bei Světlá gegen Hühnerwasser streicht. 

Mit ihr parallel ziehen sich noch andere mit Basalt angefüllte Spalten in 
der Gegend von Böhmisch-Aicha, so wie ein sehr deutliches Kluftsystem, welches 
an den Schichten der Iserstufe und an zahlreichen steilen Thalwänden kennbar ist. 


II. 1741 


Das bedeutendste Thal ist das der Iser von dem dasselbe längs diesem System 
fortsetzenden Mohelka-Thale bis zu seiner Mündung ia die Elbe gegenüber 
von Tousen. 

Mit ihm parallel streichen im Gebiete des Isersandsteines die Thäler bei 
Kokořín, Liboch-Dauba, Domousic-Sukohrad, Auscha-Webrutz und eine Unzahl 
von kleineren Felsenschluchten. 

Im Gebiete des Elbesandsteines gehören hieher das Elbethal zwischen 
Tetschen und Herrnskretschen und die mit ihm parallelen Schluchten der böhm.- 
sächsischen Schweiz, welche sich mit dem  Kluftsysteme des Mittelgebirges 
kreuzen und hiedurch die pittoresken Formen dieses Gebirges hervorbringen. 

Auch einige Terrainwellen und Thalfurchen auf den Plänerplateaus östlich 


vom Iserflusse scheinen hieher zu gehören. 

Zur Bestimmung des Alters dieser Hebungslinien fehlen bestimmte An- 
haltspunkte. Jedenfalls erfolgte diese Hebung zur Zeit der letzten Basalt- und 
Phonolith-Eruptionen. Die gehobenen Plateaus sind mit altem Diluvialschutt be- 
deekt und dieser Umstand scheint darauf hinzudeuten, dass die Hebungen dieses 
Systemes bis zum Beginne des älteren Diluviums sich wiederholten. 


Verzeichniss der benützten Schriften. 


F. X. M. Zippe. Geognostische Notizen in Sommers Königreich Böhmen: 
Saazer, Leitmeritzer, Bunzlauer, BydZover, Königgrätzer, Chrudimer, Öäslauer, 
Kaufimer, Rakonitzer und Berauner Kreis; Prag 1833—1848. 

Zippe legte durch seine geognostischen Wanderungen in Böhmen und seine 

im böhm. Museum niedergelegten Sammlungen den Grund zur naturwissenschaft- 

lichen Durchforschung Böhmens und verdient daher von uns seinen Schülern und 

Nachfolgern die dankbarste Anerkennung. Nach dem damaligen Stande der Wissen- 


schaft war allerdings von einer detaillirten Gliederung der böhm. Kreideformation: 


keine Rede, aber die Umgrenzungen derselben in ihren allgemeinen Umrissen 
wurden zuerst von ihm bestimmt und seine handschriftlichen Einzeichnungen auf 
den Kreibich’schen Kreiskarten dienten als die erste Basis der späteren durch die 
k. k. geologische Reichsanstalt vorgenommenen Aufnahmen. 


H. B. Geinitz, Charakteristik der Schichten und Petrefakten des sächsisch- 
böhmischen Kreidegebirges 1839— 1843. 
Quadersandsteingebirge in Deutschland 1849—50. 


B. Cotta, Erläuterungen zu Sektion VI. und VII. der geogn. Karte von Sachsen 
1839 —1840. Geognostische Wanderungen II. 1838 (Hohnstein). 


Naumann und Cotta, Erläuterungen zu Sektion X. der geogn. Karte von 
Sachsen 1845. 


A. von Gutbier, Geognostische Skizzen aus der sächsischen Schweiz 1858. 


Diese ausgezeichneten sächsischen Geologen haben in vorzüglicher Weise 
zur Kenntniss der geologischen Verhältnisse der nördlichen Gebiete von Böhmen 
beigetragen. 

Namentlich sind es die palüontologischen Arbeiten von Geinit2 im Gebiete 
der sächsisch-böhmischen Kreideformation, welche als Grundlage der weiteren Er- 
forschung des böhm. Kreidegebietes dienten und bisher noch dienen. 


TI. 173 


Die Schichtenstufen, die Geinitz (Charakteristik 1850) in der Reihenfolge 
des sächs.-böhm. Kreideterrains unterscheidet, sind folgende: 

1. Unter-Quader = Perucer und Korycaner Schichten. 

9. Unterer Quadermergel = Weissenberger Schichten. 

3. Mittlerer Quadermergel = Teplitzer Schichten (theilweise auch Kory- 
caner Sch., nämlich die Rudistenzone). 

4. Oberer Quadermergel = Priesener Schichten. 

5. Ober-Quader — Iser- und Chlomeker Schichten. 

Eine vorzügliche Schilderung der Terrain- und Felsenformen des sächs.- 
böhm. Quadergebirges, sowie seiner Zerklüftungen lieferte von Gutbier in seiner 
vorerwähnten Schrift. 


Dr. Aug. Em. Reuss. Die Umgebungen von Teplitz und Bilin 1840. 
Die Kreidegebilde des westlichen böhmens 1844. 
Bemerkungen über die geognostischen Verhältnisse der südlichen Hälfte des 
Königgrätzer Kreises in Böhmen mit besonderer Berücksichtigung der Kreide- 
formation. In Leonhard’s und Bronn’s neuem Jahrbuch für Mineral. und 
Geol. 1844. 
Die Versteinerungen der böhm. Kreideformation 1845—1846. 
Kurze Uebersicht der geognostischen Verhältnisse Böhmens 1854. 
Beiträge zur geognostischen Kenntniss Mährens. Kreideformation. Jahrbuch 
| der geol. R. A. 1854. p. 699. 
Die Gegend zwischen Kommotau, Saaz, Raudnitz und Tetschen 1867. 


Die Arbeiten unseres berühmten vaterländischen Paläontologen umfassen 
die wichtigsten paläontologischen Detailstudien im Gebiete der gesammten böhm. 
Kreideformation. 

Namentlich ist das Werk: Die Versteinerungen der böhm. Kreideformation 
die Grundlage, von der aus die weiteren Studien in denselben von der geolog. 
Sektion unternommen wurden. 


In Betreff der Gliederung kam Dr. Reuss zu analogen Resultaten wie. 


Geinitz. Er unterscheidet nämlich folgende Stufen: 
1. Unterer Quader : 
a) Eigentlicher unterer Quader == Perucer und Korycaner Schichten. 


b) Exogyrensandstein (von Malnic) = theilweise Iser-Schichten. 
с) Grünsandstein (von Malnic) = Malnicer Schichten. 
d) Plänersandstein = Weissenberger Schichten. 
\ 2. Plünerschichten : 
H 4 A > : 
a) Unterer Pläner = Teplitzer Schichten, untere Abtheilung. 
b) Oberer Pliner == Teplitzer Schichten, obere Abtheilung. 
Als Lokal-Bildung die Conglomeratschichten von Bilin usw. = Rudisten- 


zone der Korycaner Schichten. 
3. Bakulitenthone = Priesener Schichten. 
4. Oberer Quader — Iser- und Chlomeker Schichten. 


174 П. 


Dr. Karl Rominger. Beiträge zur Kenntniss der böhm. Kreide. Im Leonhard’s 
und Bronn’s Jahrbuch f. Miner. und Geol. 1847. 
Diese vortreffliche Abhandlung enthält namentlich die scharfsinnige Deu- 
tung der Lagerungsverhältnisse des Grünsandsteines von Malnie bei Laun. 


K. k. geologische Reichsanstalt. Die von dieser Anstalt unter der 
Leitung ihrer um die Wissenschaft hochverdienten Direktoren Haidinger und 
Ritter von Hauer durchgeführten Detailaufnahmen der geol. Karte von Böhmen 
(1858—1868), an denen Theil zu nehmen dem Berichterstatter vergönnt war, er- 
möglichten die unmittelbare Inangriffnahme der stratographischen Studien der 
böhm. Kreideformation, da die von den Reichsgeologen ausgeführten Einzeich- 
nungen der Formationsgrenzen in die Blätter der Generalstaabskarte, so wie die 
im Jahrbuche enthaltenen Berichte die zu den stratigraphischen Detailstudien, 
nothwendigen Vorarbeiten in umfassendster Weise boten. 

Aber auch in anderen Beziehungen unterstützte die k. k. geol. Reichs- 
anstalt unser Unternehmen auf die Treundlichste Weise und es fühlt sich hiemit 
die geol. Aufnahms-Sektion der Landesdurchforschung ihr gegenüber zu dem 
wärmsten Danke verpflichtet. 

Die auf die böhm. Kreideformation sich beziehenden Abhandlungen und 
Berichte des Jahrbuches der k. k. geol. Reichsanstalt sind folgende: 


Dr. Ferd. von Hochstetter. Kreideformation im Saazer Kreis. Jahrbuch 
1856. pag. 326—327. 
Ein Durchschnitt durch den Nordrand der böhm. Kreideablagerungen bei 
Wartenberg unweit Turnau. Jahrb. 1868. 


J. Jokely. Kreideformation bei Raudnitz. Verhand, 1857. p. 776.; bei Tetschen 
und B.-Kamnitz. Verhandl. 1857. p. 800. 
Geologische Verhältnisse um Liebenau. Verhandl. 1858, p. 91—92. 


Verbreitung und Gliederung der Kreide-, Tertiär- und Dilwvialablagerungen 
im nördlichen Theile des Leitmeritzer und Bunelauer Kreises. Verhandl. 
1859, p. 60—64. 

Die Quader- und Plänerablagerungen des .-Bunzlauer Kreises. Jahrb. 1862. 
Steinkohlenablagerungen von Schatzlar, Schwadowitz und Hronov, Lagerungs- 
verhältnisse des Rothliegenden und der Kreide . im nérdl. Theile des König- 
grätzer Kreises. Verhandl 1862, p. 169—175. 


M. Lipold. Geologische Arbeiten im nordwestl. Mähren. Jahrb. 1859, p. 230. 
Kreideform. im mittleren Böhmen. Verhandl. 1861, p. 48, 106; im östlichen 
Böhmen. Verhandl. 1862, р. 238. 

Die Kreideformation im nordwestl. Theile des Prager Kreises. Jahrbuch 
1862, pag. 511. 


Freiherr von Andrian. Quwaderformation im Cdslauer Kreise. Jahrbuch 1863, 
pag. 181 und pag. 206—207. 


II. 175 


R. Paul. Die geolog. Verhältnisse des nördlichen Chrudimer und südlichen König- 
grätzer Kreises. Verhandl. 1862, pag. 253, 295-97; Jahrb. 1863. 


H. Wolf. Bericht über die Aufnahmen im östl. Böhmen. Jahrb. 1864. 
Ueber die Gliederung der Kreideformation in Böhmen. 


Dr. U. Schlönbach. Die Brachiopoden der böhmischen Kreide. Stratigraphische 
Einleitung. Jahrb. 1868. 
Die Kreideformation im Isergebiete in Böhmen. Verhandl. 1868, N. 11. 
Die Kreideformation im nördl. Isergebicte und in der Umgebung von Böhm.- 
Leipa, Böhm.- Kamnitz und Kreibitz. Verhandl. 1868, N. 12. 
Die Kreideformation im Gebiete der Umgebungen von Chrudim und Kutten- 
berg, Neu-Bydéov und Königgrätz, Jičín und Hohenelbe. Verhandl. 1868, 
Nr. 12. 
Die Kreideformation in den Umgebungen von Josefstadt und Königinhof. 
Verhandl. 1868, N. 13. 
Die Kreidebildungen der Umgebungen von Jicín. Verhand, 1868, N. 14. 
Die Kreidebildungen der Umgebungen von Teplitz und Laun. Verhandl. 
1868, N. 14. 


Die Reihe der letztangeführten Arbeiten von Dr. U. Schlönbach hatten 
einen maassgebenden Einfluss auf den Fortgang unserer Studien, was hier bereit- 
willigst und dankbarst anerkannt wird. 

Im Frühjahre 1867 vor Beginn der Excursionen besuchte Dr. U. Schlön- 
bach Prag und die geol. Sektion hatte Gelegenheit aus seinen freundlichen Mit- 
theilungen die Belehrung über die Parallelisirung der böhm. Schichtenstufen mit 
den Gliedern der nordwestlichen Kreide Deutschlands und anderer Gegenden zu 
schöpfen. (Siehe nebstdem die wichtige Abhandlung von Schlönbach: Ueber die 
Brachiopoden der norddeutschen Cenoman-Bildungen. München 1867.) 

Mit Benützung dieser Mittheilungen wurde ein Schema der Gliederung 
der böhm. Kreideformation entworfen und im 2. Jahresberichte des Durchfor- 
schungs-Komites im Frühjahre 1867 veröffentlicht, so wie hierauf mit einer in 
Bezug auf die Stellung der Gross-Skaler Quader modificirten Reihenfolge der 
Glieder dem Direktor der k. k. geol. Reichsanstalt F. Ritter von Hauer mitgetheilt. 

Das in der Abhandlung über die Brachiopoden Böhmens von Dr. U. Schlön- 
bach aufgestellte, paläontologisch begründete Schichtenschema der böhm. Kreide- 
formation erwies sich fortan als ein sicherer Leitfaden bei der Sichtung und 
Anordnung des durch mühsame Begehungen erworbenen Materiales, indem na- 
mentlich hiedurch die für die ganze Gliederung der böhm. Kreideformation ent- 
scheidende Kinreihung der Teplitzer Schichten festgestellt wurde. 

Wenn nun auch in der Unterscheidung und Benennung der einzelnen 
Schichtenstufen die geol. Sektion, mit Rücksicht auf die lokalen und orographi- 
schen Verhältnisse des böhm. Kreideterrains, ihre ursprüngliche Auffassung im 
wesentlichen festhalten zu müssen glaubte, so wird hiedurch der paläontologisch- 
Stratigraphische Werth des Schlönbach’schen Schichtenschema’s in keiner Weise 


| 
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176 II. 


beeinträchtigt, indem beide Gruppirungen der Schichtenstufen denselben Gegen- 
stand objektiv darzustellen versuchen, und desshalb, falls sie der Natur ent- 
sprechen, einander auch nicht widersprechen können 


Indem Dr. U. Schlönbach die den norddeutschen und französischen 
Schichtenstufen parallelen paläontologischen Horizonte im böhmischen Kreide- 
terrain nachwies, gelangte er zur Unterscheidung von sechs Zonen, die unseren 
Schichtenstufen in folgender Weise entsprechen. 


1. Die Zone der Trigonia sulcataria und des Oatopygus carinatus. 

Wir trennen diese Zone in zwei Stufen, in die Süsswasserbildung der Pe- 
rucer Schichten und die Meeresbildung der Korycaner Schichten, welche Unter- 
scheidung auch in praktischer Beziehung von Werth ist, da sie die leicht zu ver- 
wechselnden, aber in ihrer Qualität sehr verschiedenen Quaderbausteine dieser 
beiden Schichten (von denen die Perucer Schichten das ausgezeichnetere Material 
liefern) von einander scheidet. 

Der im nordwestl. Deutschland vertretene, auf diese Zone folgende Ho- 
rizont des Scaphites equalis und Ammonites Rotomagensis fehlt, wie Schlönbach 
nachwies, in Böhmen. 

2. Die Zone des Inoceramus labiatus. Sie entspricht unseren Weissen- 
berger Schichten. 

3. Die Zone des Ammonites Woolgari und Inoceramus Brogniarti. Diese 
Zone entspricht im wesentlichen unseren Malnicer Schichten, nur dass wir den 
Exogyren-Sandstein von Malnic, den Schlönbach noch derselben anreiht, den Iser- 
schichten parallelisiren. 

Schlönbach ist geneigt, die von uns ihrer ausserordentlichen Entwicklung 
wegen als selbständige Stufe ausgeschiedenen Iserschichten als das Aequivalent 
der Malnicer Grünsandsteine und Exogyrensandsteine anzusehen, wührend wir, wie 
vordem erwähnt worden, die Iserschichten als ein selbständiges Glied, das bei 
Malnic durch die Exogyrensandsteine reprüsentirt wird, betrachten. 

* 

Da diese beiden Ansichten eigentlich nicht differiren und zur endgiltigen 
Entscheidung noch eingehendere paläontologische Studien vorgenommen werden 
müssen, so legt vorläufig die geol. Sektion bei der Ausscheidung der Iserstufe 
das Hauptgewicht auf die orographische Individualitàt derselben, ohne die Frage 
über ihre paläontologische Selbständigkeit als abgeschlossen zu betrachten. 

4. Die Zone des Seaphites Geinitzii und Spondylus spinosus. Sie ent- 
spricht den Teplitzer Schichten. 

5. Die Zone des Inoceramus Cuviert und Micraster cor testudinarium ; 
entspricht den Priesener Schichten. 

6. Die Zone des Micrastes cor anguinum und Belemnites Merceyi ; ent- 
spricht den Chlomeker Schichten. 


Der Berichterstatter sieht es als seine Pflicht an, von den anderen Ar- 
beiten der k. k. Reichsanstalt die mit bewunderungswürdiger Genauigkeit von 


IN Itt 


Jokely ausgeführten Aufnahmen des ansgedehnten Kreideterrains im mórdl. Bóhmen 
80 wie die scharfsinnige Deutung der Lagerungsverhültnisse der ostböhm. Kreide- 
gebilde durch die Geologen Wolf, Paul und Dr. v. Hochstetter (in der Turnauer 
Gegend) mit besonderer Anerkennung hervorzuheben und namentlich mit. Ver- 
Snügen die im wesentlichen übereinstimmende Ansicht des letzteren über die 
Sandsteinbildungen von Gross-Skal mit den Ansichten der geologischen Sektion 
Zu konstatiren. 


Eine Quelle freundlicher Belehrung und Anregung war auch der Besuch 
des um die geologische Erforschung von Baiern hochverdienten Bergrathes und 
Professors Dr. Gümbel, der mit dem Berichterstatter im Sommer 1867 einen Aus- 
flug über Liboch, Kokořín, Nebuzel und Bysic unternahm und hiebei die später 
von ihm veröffentlichten Resultate seiner Untersuchung des sächsischen Quader- 
gebirges mittheilte. Die hierauf bezügliche Abhandlung ist im Neuen Jahrbuch 
für Miner. u. Geol. 1867 (pag. 664 u. s. f.) unter dem Titel: 

Kurze Notiz über die Gliederung der sächsischen und baierischen oberen 
Kreideschichten, enthalten. 

Die Zusammenstellung der Ergebnisse, welche Dr. Gümbel bei seinen Ex- 
kursionen im Gebiete der böhm. Kreideformation im Sommer 1867 gewann, ver- 
Offentlichte er in zwei besonderen Abhandlungen: 

Skizze der Gliederung der oberen Schichten der Kreideformation (Pliner) 


in Böhmen, im Neuen Jahrbuch für Mineralogie und Geologie 1867; pagina 
195 U. s, f 


‚Beiträge zur Kenntniss der Procaen- oder Kreideformation im nordwest- 
lichen Böhmen in Vergleichung mit den gleichzeitigen Ablagerungen in Baiern 
und Sachsen. Abhandlungen der k. baier. Akademie der Wissensch. 1866. 

Er fasst seine stratigraphisch-paläontologischen Resultate in der letztge- 
Nannten Schrift in folgender Uebersicht zusammen. 


I. Ober-Plüner: (Stufe der Belemnitellen.) 


1. Oberplünersandstein mit Ostrea laciniata, Asterias Schulzi, Inoce- 
ramus Cripsi, 


i ~ D . 
Schneeberg Schichten Ober-Quadersandsteine oder Grossbergsandstein 
in Böhmen, Königsteinschichten in Baiern. 


in Sachsen. 
2. Oberplänermergel mit Baculites anceps, Micraster cor angwinum, Anan- 
chytes ovata, Inoceramus Cuvier, 


Priosener Schichten Bakulitenschichton. Marterbergschichten 
in Bóhmen. in Baiern. 


12 


178 П. 


II. Mittel-Pläner: (Stufe der Imoceramus Brogniarti und labiatus.) 
3. Mittelpläner-Mergel und Kalk mit Scaphites Geinitaii, Ammonites Ne- 
ptuni, A. peramplus, Klytia Leacht. 


Hundorfer (Teplitzer) Schichten Strehlener Sch. Kagerhöh-Sch. 
in Böhmen. in Sachsen. in Baiern. 


4. Mittelpläner- Grünsandstein-Schichten mit Ammonites Woolgari, Ostrea 
columba (sehr grosse Formen), Magas Geinitzii. 


Malnicer Schichten Kopitzer Schichten lisbuckel Schichten 
in Böhmen. in Sachsen, in Baiern. 


5. Mittelpläner-Sandstein und Mergel mit Inoceramus labiatus. 


Liboch-Melniker Sch. Rothwernsdorfer Sch. Winzerberg Reinhausener Sch. 
in Böhmen, . in Sachsen. in Daiern. 


IH. Unter-Pläner: (Stufe des Pecten asper.) 
6. Unterpläner-Mergel und Grünsandstein mit Ostrea biaurieulata, Ostrea 
columba, Pecten asper und P. equicostatus. 


'Tuchoméfic-Pankracer Sch. Bannewitz-Oberauer Sch. Regensburger Hauptgrünsandstein 
in Böhmen. in Sachsen. in Baiern. 


7. Unterplänersandstein mit Rudisten oder Pflanzenresten. — Analoge Facies- 
bildungen. 


Korycaner, Rudisten und Koschützer und Niederschöna’er Sch. Schutzfels Sch. 
Perucer Pflanzen-Sch. in Sachsen, in Baiern. 


in Böhmen. 


Wie aus dieser Uebersicht zu sehen ist, stimmt die Reihenfolge der ange- 
führten Schichtenstufe mit der von der geol. Sektion aufgestellten Gliederung im 
Wesentlichen überein. 

Nur darin ergibt sich eine Differenz, dass die Schneeberg-Schichten und 
die ihnen analogen Quader der sächs. Schweiz als das höchste Glied der böhm.- 
sächsischen Kreideformation angenommen werden, während sie nach unseren Unter- 
suchungen den Iserschichten angehören. Dr. Gümbel lässt allerdings auch die Iser- 
schichten nicht als eine selbständige Stufe gelten, sondern zerlegt sie in eine 
untere Sandsteinbildung, als Facies der Libocher Schichten, und in eine obere 
kalkig-sandige, als Facies der vereinigten Malnic-, Hundorf- und Callianassen- 
Schichten. 

Hätte der hochverehrte Geologe Gelegenheit gehabt, den Fundort der 
Malnicer Petrefakten am Schneeberg zu untersuchen, so hätte er gewiss die auf- 
fallende Analogie der den Schneeberger Quader unterteufenden glaukonitischen 
Mergel mit den von ihm so richtig und scharfsinnig gedeuteten Kopitzer Schichten 
erkannt, und hätte in Folge davon die Schneeberger Schichten unserer Iserstufe 
angereiht, unbeschadet der Stellung, die er den Isersandsteinen im böhmischen 
Kreidegebiet anweist, 


Kam 


ec 


IT. 179 


Der Berichterstatter hegt die Ueberzeugung, dass Dr. Gümbel nach noch- 
maligem Besuche des Schneeberges unseren Ansichten beipflichten und die end- 
liche Feststellung der Schichtenreihe in der böhm. Kreideformation mit dem Ge- 
wichte seiner Autorität bekräftigten werde. 

Für die aus der Grafschaft Glatz nach Böhmen herüberreichende Kreide- 
formation bot die reichhaltige Schrift: 

Erläuterungen zw der geognostischen Karte vom niederschlesischen Ge- 
biete von Justus Roth, Berlin 1867 sehr belehrende Nachweise. 

Von den speciellen Arbeiten der preussischen Geologen, welche diese 
Gegend betreffen, sind namentlich noch hervorzuheben: 

E. R. von Warnsdorf: Geognostische Notiz über die Lagerung des Na- 
choder Steinkohlenzuges in Böhmen, in Leonhard’s und Bronn’s Jahrbuch für Mi- 
neralogie und Geologie 1841. 

Beyrich.: Ueber die Lagerung der Kreideformation im schlesischen Gebirge. 
Abh. der k. Akademie der Wissenschaften in Berlin 1855. 


Å ананан 


M 9 —— 


П. 


Palaeontologische Untersuchungen der einzelnen 


Schichten in der böhmischen Kreideformation 


von 


Dr. Anton Frič. 


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Vorwort. 


CHleichzeitig mit den stratigraphischen Arbeiten wurden im Gebiete der 
bohm. Kreideformation auch paläontologische Detailstudien in den einzelnen 
Schichtenstufen derselben vorgenommen, welche Aufgabe mir übertragen wurde. 


Bei der Ausdehnung des Terrains und dem mit vieler Mühe und Zeit- 
verlust verbundenen Einsammeln des nöthigen Materiales, war es nicht möglich 
alle einzelnen Schichtenstufen im Detail gleichzeitig zu untersuchen, namentlich 
auch desswegen, weil das Studium, um zu endgiltigen Resultaten zu gelangen, 
bei jeder Stufe über das ganze Terrain ausgedehnt werden muss. 


Aus diesem Grunde unterzog ich vorerst die zwei ältesten Schichtenstufen 
der böhm. Kreideformation, nämlich die Perucer und Korycaner Schichten einer 
vergleichenden Bearbeitung und zwar in ihrer ganzen Ausdehnung innerhalb 
Böhmens. 


Später sollen in ähnlicher Weise die jüngeren Schichten dieser Formation 
an die Reihe kommen, damit hiedurch die Grundlage für die Detailbeschreibung 
desselben gewonnen werde. 


i Der jetzige Stand unserer Kenntniss der Kreidepetrefakten erlaubt es 
nicht, eine Arbeit von der Art wie die nachfolgende ist, als etwas definitiv abge- 
schlossenes zu betrachten, indem man in den letzten Jahren nicht nur in Böhmen, 
sondern auch in Deutschland, England und Frankreich zu der Ueberzeugung ge- 
langte, dass das Studium der Kreidepetrefakten ganz von neuem begonnen werden 
müsse, und dass man hiebei die Fundorte und die einzelnen versteinerungsfüh- 
renden Schichten für jede einzelne Art viel genauer wird angeben müssen, als es 
bisher geschah. 


Dessgleichen stellt sich die Nothwendigkeit heraus eine Reihe von mono- 
graphischen Arbeiten in Angriff zu nehmen, um nach und nach das ganze Material 
der einzelnen Länder, so wie die einzelnen Artengruppen in ihrer ganzen Ver- 
breitung über Europa kennen zu lernen. Nur durch ein sorgfältiges Studium der 


| 
| 
| 


184 IT. 


Originalexemplare wird mau hiebei allmählig zur Sicherheit über die Identität oder 
Verschiedenheit gewisser Arten gelangen, was nach den älteren meist mangel- 
haften Abbildungen bisher nicht möglich ist. 


Als Beispiel, wie viel noch auszuführen sei, móge die Bemerkung dienen, 
dass die Zahl der Cephalopoden in der böhm. Kreideformation sich bei einer von 
mir und Dr. Schlönbach soeben vorgenommenen Revision von 90 Arten auf 46 
erhöhte und dass hiebei von den früher beschriebenen Arten nur 15 ihre 
Namen behielten. 


Wenn ich unter diesen Umstünden mich dennoch entschlossen habe, die 
nachstehenden Petrefaktenlisten zu veröffentlichen, so geschah es theils aus dem 
Grunde, um dadurch eine Rechenschaft über die in den letzten fünf Jahren vor- 
genommenen Arbeiten abzulegen, theils mm einen Anhaltspunkt zu bieten, von 
dem aus die Richtigsteliung und Vervollkommnung unserer Kenntnisse über die 
einheimischen Kreidepetrefakten wird fortgeführt werden kónnen. 


Perucer Schichten. 


Die tiefsten Schichten der böhmischen Kreideformation sind ziemlich 
mächtige Quadersandsteine mit eingelagerten grauen Schieferthonen, deren Verbrei- 
tung bereits in der vorangehenden Abhandlung schon ausführlicher dargelegt wurde. 

Die Abdrücke von Landpflanzen, welche an manchen Lokalitäten, sowohl 
in den Sandsteinen als auch in den Schieferthonen, ziemlich zahlreich auftreten, 
lassen sie als Ablagerungen aus süssen Wässern erkennen, was auch die äusserst 
seltenen thierischen Reste bestättigen, welche meist in limnischen Bivalven 
bestehen. Von Meeresthieren wurde darin bisher keine Spur aufgefunden. 


Die Pflanzenreste wurden zum Theil schon vom Grafen Sternberg, Presl 
und Corda beschrieben (einen Versuch der Zusammenstellung aller bisher aus 
Böhmen bekannten Kreidepflanzen unternahm auch Renger in der Zeitschrift 
үа, 1866), aber durch die Arbeiten der geologischen Sektion wurde nun ein 
neues, reiches Material an den alten Fundorten eingesammelt, als auch eine ziem- 
liche Reihe von neuen ausgiebigen Lokalitäten entdeckt, so dass bald eine neue 
Monographische Bearbeitung derselben wird unternommen werden können. 

Da eine ähnliche Arbeit aber nicht in mein Fach einschlägt, sondern nach 
Beendung der Einsammlungen einem tüchtigen Fachmanné übertragen werden soll, 
80 beschränke ich mich darauf, einen Ueberblick der Fundorte der Pflanzenreste 
in den Perucer Schichten zu geben und hiebei die Vertheilung der bekannten 
Arten übersichtlich darzustellen. 

Dieses Verzeichniss habe ich gemeinschaftlich mit meinem jungen Freunde 
Ottakar Feistmantel zusammengestellt, der sich nun eingehend mit dem Studium 
der böhmischen fossilen Flora zu beschäftigen begonnen hat. Von besonderer 
Wichtigkeit ist darin der Nachweis von dem Vorkommen von 3 Arten Crednerien, 
welche für die Kreideflora so sehr bezeichnend sind, aber vordem in Böhmen nicht 
aufgefunden worden sind. 

Die übrigen sehr zahlreichen Phylliten konnten bisher nicht bestimmt 
werden, da an ihnen leider die Nervatur sehr mangelhaft erhalten ist. 

Corda führt aus den Perucer Schichten (ohne Phylliten) 6 Arten an, das 
gegenwärtige Verzeichniss weist (ebenfalls ohne Phyliten) 27 Arten auf. 


186 


a) Algae. 


Halyserites Reichii Stbg. 


Pecopteris 
Pecopteris 
Pecopteris 
Pecopteris 
Pecopteris 
Pecopteris 


b) Lilices. 


bohemica Cda. 


Zippei Cda. 


lobifolia Oda.. 
Reichiana Bet. 


striata Stbg. 
n. sp. 


g. 


Vidovle Berg. 
Peruc. 
Bohdánkov. 
Trubijov. 
Hořice. 
Landsber 


— 3,53, E 3. 


Pecopteris n. sp. @) 
Pecopteris n. sp. b) 
Pecopteris n. sp. o) 
Gleichenia Giesekiana 
Gleichenia rigida 


Didymosurus comptoniæfolius Duch, 


Asplenites sp. (?) . 


c) Frlices arboreae. 


Coulopteris punctata et Palmacites 


varians Göpp.) . 
Oncopteris Nettvalli Dorm. 
Alsophilina Kouniciana Dorm. . 


d) Palmae. 


Palmenblitter (?) 
Palmenfrüchte. 


e) .Abietineae. 


Frenelites Reichii Ettg. 
Cunninghamites elegans Endl, . 


Cunninghamites Oxycedrus Presl. . 
Cunninghamites planifolius Endl. ., . 


Araucarites acutifolius Endl. 
Dammarites mirabilis Renger 
Dammarites crassipes Gópp. 

f) Cupressinee. 
Widringtonites fastigiatus Endl. 
Widringtonites Ungeri Endl. 

g) Dicotyledones. 
Credneria subtriloba Zenker. 
Credneria triacuminata Zenk. 
;redneria (cf. acuminata Zenk.) 
Phyllites div. sp. ` 


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RM 
| 
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Nehvizdy. 
Poéernice. 
Nieder-Schöna. 


Grönland. 


f 


П. 187 


* 

Thierreste. Das Vorkommen von Süsswassermollusken im Bereiche der 
Kreideformation gehört zu den grössten Seltenheiten, weicher Umstand es ent- 
schuldigen mag, dass die von mir in Böhmen aufgefundenen Arten ausführlicher 
besprochen werden, wenn auch ihr Erhaltun gszustand manches zu wünschen 
übrig lässt. 

Bis zum Jahre 1860 kannte man bloss Unionarten aus dem Wealdenthone, 
dem Neocom und aus der Gosau; in dem angeführten Jahre beschrieb aber Sto- 
liceka *) 8 Arten Süsswassergastropoden, eine Landschnecke nebst einigen Ceri- 
thien, welche auf der Neualpe im Russbachthale in schwarzen bituminösen Schiefern 
zugleich mit Unio eretaceus Zittel vorkommen, 

In den Perucer Schichten der böhm. Kreideformation waren Thierreste 
ebenfalls ganz unbekannt, und erst im Jahre 1864 gelang es mir im Steinbruche 
bei Peruc, an dem längst bekannten Fundort von Cunninghamites und Widdring- 
Тотев einige zweischalige Muscheln und eine Schnecke aufzufinden. Im Jahre 
1866 entdeckte ich in den Schieferthonen der Pflanzenquader von Kounic bei 
Böhm.-Brod zahlreiche Exemplare von grösseren und deutlicheren Süsswasser- 
Bivalven, zu denen sich sodann noch eine fragliche Käferflügeldecke und eine 
Phryganeenröhre von derselben Lokalität zugestellte. Im Sandstein von Kounic 
fand ich auch Fährten eines unbekannten Thieres. 

Die nachfolgende Skizze enthält die Beschreibung. dieser Thierreste. 


1. Unio Peruciensis. Fr. (Taf. III. Fig. 1.) 

Die sechs einander ganz gleichenden Exemplare aus dem Pflanzenschiefer 
von Peruc sind bloss Steinkerne an denen keine Spur von Kalkschaale erhalten 
ist. Die beiden Hälften hängen alle noch paarweise zusammen und ist das starke 
Ligament deutlich ausgeprägt. Die Länge der Schaale beträgt 33 mm., die Höhe 
13mm., sie ist vorne sehr kurz, ihr unterer Rand etwas für eine Unio auf- 
fallend stark ausgebuchtet, das hintere Ende stumpf zugespitzt. Das Ligament 
ist etwa 6mm. lang. Von Muskeleindrücken und Schlosszähnen konnte ich nichts 
wahrnehmen. 

Diese Art ist breiter und kürzer als der U. eretaceus, Zitt. aus der Gosau 
und hat mehr Aehnlichkeit mit den eiförmigen U. Menke?, Koch und U. Martini 
aus dem Wealdenthon. 


2. Unio regularis. Fr. (Taf. II. Fig. 2—3.) 

Diese grosse Art kam an einer Stelle in dem Steinbruche bei Kounic 
(unweit Böhm.-Brod) vor, der als Fundort der prachtvollen Baumfarne Caulo- 
pteris punctata berühmt ist. Die äussere Form ist die einer regelmässig ge- 
bauten Unio; das grösste Exemplar hat eine Länge von 72 mm. und eine Breite 
von 37 mm. Der vordere Muskeleindruck ist an einem Exemplare (Taf. Ш. 
Fig. 2.) deutlich erhalten, ist 7 mm. breit und hat an seinem hinteren Ende zwei 
kleine Lappen. 


*) Sitzungsberichte der kais. Akademie der Wissenschaften. Band 38. p. 482. Ueber eine der 
Kreideformation angehórige Süsswasserbildung in den nordóstlichen Alpen. 


188 И. 


* 
Auf dem Schlussrande der rechten Schaale des einen Exempl. Fig. 3 
sieht man eine feine Kerbung, die einen Verdacht rege werden lässt, ob diese 
vermeintliche Unio nicht etwa eine Iridina sei. 


3. Unio serobicularioides. Fr. (Taf. III. Fig. 4.) 


Die Schale ist beinahe kreisrund, 37 mm. lang, 31 mm. breit. Auf der 
linken Schale bemerkt man zwei schmale der Länge nach gestellte Zähnchen, 
welche веш” denen im Schlosse der Scrobicularia ähneln, sowie auch die 
von den schwachen Buckeln ausgehende Runzelung der Schale auf diese Gat- 
tung erinnert. 

Da die Serobicullaria in Brackwassern lebt, so wäre gs nicht unmöglich, 
dass sie hier an einer gewesenen Flussmündung in das Kreidemeer zugleich mit 
Unionen gelebt hätte; doch erlaubte die Erhaltung des einzigen Exemplars nicht, 
dasselbe mit Sicherheit zu Scrobicularia zu stellen. 


Diese Art fand ich im Steinbruche von Kounic in denselben Schichten 
von Schieferthon, welche unter einer Unzahl von Blattabdrücken auch den Unio 
regularis enthalten, 


4. Tanalia Pichleri. Hörn. (Taf. III. Fig. 5) 


Diese Süsswasserschnecke wurde von Stoliczka aus den Süsswasserbil- 
dungen der Gosau beschrieben und das von mir gefundene Exemplar gleicht 
sehr dem ausgewachsenen, welches von ihm auf Taf. I. Fig. 6. a. und b. dar- 
gestellt wurde. Von dem abgestumpften Gewinde sind blos die zwei letzten 
Umgänge erhalten, welche ganz deutlich die für diese Art charakteristischen mit 
Knoten bedeckten Wülste zeigen. Auch sieht man auf dem Steinkerne, dass 
der rechte Mundsaum nach aussen umgestülpt und gekerbt war, ganz in ähnlicher 
Weise wie es auch Stoliczka bei T. Pichleri beschreibt. Die vorletzte Windung 
ist 10mm. breit, 3 mm. hoch, die letzte 14 mm. breit, 12 mm. hoch. 

Das einzige Exemplar fand ich im Pflanzenschiefer des Quadersandstein- 
bruches in Peruc zugleich mit den 6 Exemplaren von Unio Perucensis. 


5. Phryganea micacea. Fr. (Taf. III. Fig. 6.) 

Das Röhrchen der Phryganeenlarve ist 16 mm. lang, З mm. breit und 
ist mit Glimmerblüttchen von ziemlich gleicher Grösse belegt, wie solche nur 
sehr zerstreut in dem Pflanzenschiefer vorkommen. Am vorderen Ende gewahrt 
man den Abdruck eines rundlichen Körpers, welcher dem Kopfschilde der Larve 
entsprechen würde. Ich fand mehrere Exemplare im Steinbruche bei Kounic. 


6. I'ligeldecke eines Käfers? (Taf. Ш. Fig. 7.) Da die Botaniker denen 
ich diesen Abdruck zeigte, denselben nicht für einen Saamen erklären wollten, so 
bleibt nur die zweite Wahrscheinlichkeit, dass es die rechte hornige Flügeldecke 
eines Käfers sei. 


П. 189 


p 


7. Fährten einer Landschildkróte? (Taf. Ш. Fig. 8.) Als solche wären 
einige Eindrücke zu betrachten, welehe ich auf einem Stück grobkórnigen Quader- 
sandsteins von Kounie gefunden habe. Den best erhaltenen sieht man auf den in 
halber natürlicher Grósse dargestellten Zeichnung oben, und nimmt daran fünf 
rundliche fast gleichgrosse Ballen wahr. 


Wenn auch die hier aufgezählten Thierreste sehr sparsam und schlecht 
erhalten sind, so tragen sie doch zur Belebung des einstigen Kreideufers bei. 
Vergegenwärtigen wir uns die Baumfarne und Palmen, so wie die zahlreichen 
Laubbüume und Coniferen jener Zeit, von denen wir die Reste in den Quader- 
sandsteinen finden, wie sie frisch und grün in schónen Gruppen am Ufer stehen, 
wie in der Luft Pheyganäen schweben, auf den Blättern bunte Käfer glänzen und 
auf der Erde träge Schildkröten kriechen, und dazu noch im frischen Gebirgs- 
bache Schnecken, wie sie jetzt nur auf Ceylon leben, so wie im Schlamme zahl- 
reiche Flussmuscheln : so erhalten wir ein Bild subtropischer Natur, welche bei 
Beginn der Kreideformation die Gestade des ehemaligen Meeres oder Sees mitten 
in unserem Vaterlande schmückte. 


Die Korycaner Schichten. 


Unter diesem Namen wird (siehe die Schichtenfolge Seite 46.) eine Reihe 
von Schichten zusammengefasst, welche der Zone der Zrigonia sulcataria und 
des Catopygus carinatus Schlönbachs entsprechen und den eigentlichen Cenoma- 
mien D’Orbignys angehören. In Belgien wurden die analogen Schichten als 
Tourtia bezeichnet und dieser Ausdruck auch in anderen Ländern zur Bezeich- 
nung der tiefsten cenomanen Schichtenstufe gebraucht. 

Die Korycaner Schichten findet man bei uns in Böhmen theils direkt auf 
Gesteinen älterer Formationen, theils zwischen den Perucer und Weissenberger 
Schichten gelagert; jedenfalls sind sie die ersten Meeresablagerungen, die wir im 
Bereiche der böhmischen Kreideformation antreffen. 

Sie treten mit sehr verschiedenem petrographischen Habitus auf, was dazu 
Veranlassung gab, dass man sie unter den Namen: Unterer Quadersand, Grün- 
sand, Unterer Plänerkalk, Conglomeratschichten, Hippuritenkalk, Hippwritencon- 
glomerat usw. beschrieben hat, und bemüht war, sie dem Alter nach zu gruppiren 
oder zwischen jüngeren Kreideschichten zu unterbringen. 

Ich kam zu der Ueberzeugung, dass alle diese verschiedenen Gebirgs- 
arten, Produkte eines und desselben Meeres sind, welches an verschiedenen Stellen 
verschiedene Schichten absetzte; ebenso wie es heut zu Tage geschieht, wo jede 
Bucht, jede Untiefe, jeder Felsenriff zur Entwiekelung einer anderen Thierfacies 
und zur Bildung anderer Niederschläge Anlass gibt. 

Es ist bisher nicht gelungen innerhalb des Complexes der Korycaner 


190 IT. 


Schichten Unterabtheilungen je nach dem Alter festzustellen, obzwar manche Lo- 
kalitäten zu ähnlichen Versuchen aufmunterten. 

Die Hauptleitpetrefakten greifen durch alle die Schichten durch, welche 
ich hier als ein zusammenbängendes Ganzes darstelle, und trennen dieselben sehr 
scharf von den darüber liegenden Weissenberger Schichten. 

Was das Verhältniss der Korycaner Schichten zu den Perucer anbelangt, 
so fand ich, dass überall, wo beide entwickelt sind, immer die Perucer als wahre 
Süsswassergebilde sich darstellen und unter den Korycaner Meeresschichten liegen, 
von denen sie scharf abgetrennt sind, ohne durch eine Wechsellagerung mit den- 
selben sich zu verbinden. 

Ich fand keinen Anhaltspunkt für die Annahme, dass die Perucer Schichten 
bloss Uferbildungen wären, die sich gleichzeitig mit den Korycaner abgelagert 
hätten, wie das mehrfach von jenen Geologen behauptet wurde, die nur wenig 
Lokalitäten zu untersuchen Gelegenheit hatten, 


Die verschiedenen Facies der Korycaner Schichten. 


Es lassen sich im Gebiete der Korycaner Schichten zuerst vom petrogra- 
phischen Standpunkte fünf Hauptfacies unterscheiden und zwar: eine sandige, 
eine mergligkalkige, eine reinkalkige, eine conglomeratige, eine stark glaukonitisch- 
lettige oder sandige Facies. 

In jeder dieser Facies lassen sich noch mehrere untergeordnete Gesteins- 
typen unterscheiden, ja man trifft oft auch Uebergänge an, bei denen man in Ver- 
legenheit ist, zu welcher Facies man sie rechnen soll. 

Die Gruppirungen gewisser Petrefaktenarten halten sich in der Regel 
auch an gewisse mineralogische Eigenthümlichkeiten, aber oft treten auch manche 
Artengruppen einmal, im Sandsteine ein anderesmal im Kalksteine auf. 

Einige Arten kommen fast in allen Gesteinsvarietäten der Korycaner Sch. 
vor, während andere nur zweien oder dreien gemeinschaftlich sind; viele Arten 
aber sind nur in einer Facies zu finden. 

In nachstehendem will ich einen Ueberblick der wichtigsten petrographisch- 
paläontologischen Facies geben und neben der vorzugsweise typischen Lokalität 
die bezeichnendsten Petrefaktenarten angeben. 


A. Sandige Schichten. 


1. Facies von Tissa und Zlosejn. Feinkórnige oft in Platten sich absondernde 
Sandsteine (von grünlicher oder gelblicher Farbe) mit Ammonites cenomanensis, 
Cardium Hillanum, Cardium pustulosum, Rostellaria Parkinsonii Mant., Trigonia 
suleataria, Nerinea longissima. 


2. Facies von Pankrac. Grobkörnige oft mit Eisenoxyd dunkelroth ge- 
färbte Sandsteine mit grossen Pecten eqwieostatus und Exogyra columba. 


П. 191 


3. Facies von Hnatnic (bei Wildenschwerd). Glaukonitische Sandsteine 
bloss mit Pecten asper. (Auf diesem liegt in Hnatnie erst die Facies von Smrček.) 
4. Facies von Smreek (bei Chrudim). Glaukonitische Sandsteine mit 
Ostrea carinata, Cardium pustulosum, Card. Hillanum, Ammonites cenomanensis. 
5. Facies des Sdrkathales. Gelbe Sandsteine bloss mit Pecten decipiens. 


B. Kalkige Schichten. 


Facies von Korycan. Feste weise oder grauliche Kalksteine, sehr wandelbar 
im Aussehen. 

Sehr reich an Petrefakten: vor allem wieder Trigonia suleataria, Rostel- 
laria Parkinsoni, Turritella cenomanensis, dann Crania gracilis, Nerita nodoso- 
costata, Radiolites Saxonie, Caprotina, Caprinella, ete. 

Facies von Debrno. Breceien von Muscheltrümmern, Cidaritenstacheln etc. 
selten mit erkennbaren Arten. (Liegt meist über den festen Bänken der Kory- 
caner Kalke.) Belemmites lanceolatus, Terebratula phaseolina, 

Facies von Knézivka (Kleinherrendorf). Graue sandigerdige Kalkstein- 
Knollen mit Trigonia sulcataria, Myoconcha eretacea, Crassatella, Rudisten. 


C. Konglomerat-Schichten (Strandbildungen). 


Facies von PFemyslany (bei Zdiby). Kalkiges Konglomerat mit Geröllen 
von Kieselschiefer, Urthonschiefer, Gneis etc. etc. 

Von Petrefakten findet man Plerocera gigas, Myoconcha eretacea, Trigonia 
sulcataria, Rudisten, Caprina, Caprinella, Ammonites cenomanensis ete. 

Facies von Mezholez (bei Kuttenberg). Kalkiger Sandstein mit unzäh- 
ligen Radiolites mamillaris und Bänken von riesigen Jore, Von anderen 
Petrefakten fast keine Spur; äusserst selten : Ostrea diluviana, Cardiaster 2 
Panopea ? 

Facies von Radovesnie.  Sandiger stellenweise ganz reiner, stellenweise 
konglomeratartiger Kalkstein mit ganzen Bänken von Rudisten (Caprotina), Acteo- 
nella milliaris (Wr.), Nerinea Geinitzii. 


D. Merglig-kalkige Schichten. 


Facies von Kamajka (bei Cäslau). Graue kalkige Mergel mit Jrogyra 
reticulata, Ex. sigmoidea, Cidaris Sorignetti, C. clavigera, Pentacrinus lanceo- 
latus, Orania gracilis, Scyphien, Haifischzähne. 

Facies von Kolin. Weste kalkige Ausfüllungen von Gneisspalten (oft 
Sehr verschieden grün, braun, gelb, weiss gefärbt) Pleurotomaria Dumonti, Ostrea 
diluviana, Pyrina Desmoulinsti, Pecten acuminatus, Callianassa Tourtie, Dro- 


milites n. sp. 


192 II. 


Beide diese Facies lassen sich schwer von einander trennen, doch nimmt 
die festere kalkige meist die tieferen Stellen ein und füllt die Klüfte und klei- 
neren Unebenheiten der Gneisfelsen aus, während die merglige dann darüber eine 
zusammenhängende Schichte von 3—6 Fuss zu bilden pflegt. Die meisten Petre- 
fakten haben sie gemeinschaftlich. 


E. Glaukonitische Letten und Sandschichten. 


Facies von Prosik. Lose dunkelgrüne Sande wechseln mit ebenfalls 
grünen lettigen Schichten. Von Petrefakten fand ich bisher nur Haifischzähne. 


Haupipetrefakten der Korycaner Schichten in ihrer Vertheilung nach den verschie- 
denen Facies. 


| A, | B. C. D. 
| Sandige Facies | Kalkige Facies | Conglom, Facies | Merklig-kalkige | 
| Tissa | Koryean Mezholez Vavies | 


| 
usw. | usw. | usw. Kolín usw. 
| 


Lima aspera, Mant. . 1 
Spondylus lineatus, Goldf. . 
Ostrea carinata, Lam. 
Ostrea diluviana, Linné . 
(ania aracilian Goláf. engt Hä zer) 
Rhynchonella dimidiata, Schl. . 


| Synhelia gibbosa, M. E. . «x 
| 'Cidaris SoHgnetti Desor ;^. .| "— | 
| Cidaris vesiculosa, Goldf. . . .| d | 
| | 


Odontaspis raphiodon Ag. -— T | T T | 
Callianassa Tourti® Ag.. . . . | $ 1 | T | س‎ | 
Baculites baculoides D'Orb. . . —- T | 3t A | 
Ammonites cenomanensis Pictet. . + | + | + _ | 
Belemnites lanceolatus Sow. G | + | T | 
Rostellaria Parkinsonii, Mant. . + | T | weng | 
Keilostoma conicum, Stol. . . . | T | " | T - | 
Nerita nodoso-costata, D'Orb. . .|  - T | T | T | 
Nerita dichotoma, Fr... .. ue i | + | T | 
Turritella cenomanensis, D’Orb, | Al T Gem | 
Nerinea longissima, Reuss | T + = 
Myoconcha cretacea, D’Orb. d T | T T | 
Trigonia sulcataria, Lam. | T | + a. 
Nucula impressa, Sow. н | Je | — — 
Pectunculus ventruosus, Gein. | T | | 
Inoceramus striatus, Mant. | | T | | 
Pecten acuminatus, Gein. j | T | " | 
Pecten æquicostatus, Lam.. . . T up | m 
Lima tecta, Goldf. ER | VR | 
Lima sequicostata, Gein.. . . . | | + | | 
Lima Reichenbachi, Gein. | T | | 
| Lr | 
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| i 
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7 
$ 
4 


I. 193 


Fundorte von Petrefakten in den Koryeaner Schichten. 


Wendet man sich von Prag aus gegen Osten, um in dieser Richtung das 
Südliche Ufer des einstigen Kreidemeeres zu verfolgen, d. h. nach den Schichten 
zu forschen, welche sich durch ihre Versteinerungen als diejenigen erkennen lassen, 
die wir mit dem Namen der Korycaner Schichten bezeichnet haben, so finden wir 
dieselben nicht überall deutlich und petrefaktenreich entwickelt, sondern müssen 
uns für den Anfang mit wenigem begnügen. 

Auf der Anhöhe von Prosik trifft man zwischen dem Pflanzenquader der 
Perucer Schichten und dem Weissenberger Pläner eine glaukonitische lettige oder 
sandige Schichte, welche zwar keine deutlichen Petrefakten führt, von der wir 
uns aber durch Vergleich mit vielen nachfolgenden Lokalitäten überzeugen werden, 
dass sie zu den Korycaner Schichten gehört. 

Es sei hier gleich erwähnt, dass an Stellen, wo die Perucer Schichten sich 
unter den Korycaner Sch. finden, die ersteren stets durch auffallende grüne oder 
8rünliche Färbung sich als marine Ablagerungen zu erkennen geben, während der 
Quadersand der Perucer Süsswasser-Ablagerungen nie glaukonitisch ist und meist 
eine graue oder gelbröthliche Farbe besitzt. 

Die grüne glaukonitische Schichte, die bei Prosik eine Mächtigkeit von 
beiläufig 3 Fuss hat, lässt sich weiter über Vysočan verfolgen und bei Hloupétia 
ist sie stellenweise so rein lettig, dass sie als Grünerde zum Farben der Häuser 
etc. gewonnen wird. 


Fig. 47. 
Hloubétín. Alaunhütte, 


#7 YM JY? 2 2 2 
4) Silur en; b) Kisenschiissiges Conglomerat; c) Thonschiefer der Perucer Schichten ; 
) Quadersand der Perucer Sch.; e) Zertrümmerter Quadersand; /) glaukonitischer Letten der 
Korycaner Sch.; g) Diluvium; A) Weissenberger Pliner, 


In ihrer weiteren Fortsetzung wird die grünliche Schichte sandig und bei 
Chvala findet man sie schon als festen plattenförmig sich spaltenden Bausandstein, 
der in einem kleinen Bruche unweit des Kirchhofes gewonnen wird. Ich 
fand daselbst: | 


Cardium pustulosum, Mün. Trigonia sulcataria, Lam. 
Cardium Hillanum, Sow. Nucula impressa, Sow. 
Venus immersa, Sow. Pecten acuminatus, Gein. 
Venus (?) Janira quinquecostata, D'Orb. 
Lucina lenticularis, Goldf. Exogyra columba. 


15 


194 IT. 


Ein ähnlicher Steinbruch ist bei Jirna geöffnet, von wo ich ein schönes 
Exemplar von Cardium Hillanum in der Sammlung des Herrn Halla ge- 
sehen ‘habe. 

Weiter in der Gegend von Nehvizd und Vy&erovic ist diese Schichte nur 
wieder als glaukonitische sandig-lettige Masse in den Hohlwegen zu bemerken und 
verschwindet dann ganz. 

Ebenso gelang es mir bisher nicht in dem Theile der Quadersande, die 
sich zwischen Schwarz-Kostelec und Kaufim hinzieht, etwas deutlicheres als die 
leeren glaukonitischen Schichten aufzufinden, wie dieselben z. B. südlich vom 
Gute Molitorov an einer „ Diblikov“ genannten Lokalität deutlich über dem Pflanzen- 
quader gelagert sind. 

Erst ‚südwestlich von Peček findet man im Thale zwischen Radim und 
Chotutic die Korycaner Schichten wieder, aber in einer ganz anderen Facies (nüm- 
lich der von Kolin), welche von hier an in der ganzen Gegend von Kuttenberg 
über Cáslau und Elbe-Teinitz die vorherrschende bleibt. 


Hier bei Radim sieht man an der Thallehne oberhalb des Kalkofens auf 


den in 45" gegen Osten einfallenden Gneisfelsen theils kalkige theils merglig- 
sandige Schichten liegen, die ganz mit Petrefakten erfüllt sind. 

Die festen Kalkschiehten sind nur oberhalb des Kalkofens auf eine kleine 
Stelle beschränkt und enthalten meist nur Trümmer von Muschelschalen. 

Die sandig-mergligen Schichten aber füllen alle Unebenheiten des ganzen 
Gneisrückens aus, enthalten eine Menge von Scyphien und werden nach oben von 
mächtigen Lössschichten überlagert. 

Auf den ausgewitterten Halden bei Radim fand ich: 


Exogyra reticulata, Reuss. Manon Phyllipsii, Reuss. 
Exogyra sigmoidea, Reuss. Cnemidium pertusum, Reuss. 
Spondylus lineatus, Goldf. Cnemidium astroides (?) 
Pecten acuminatus, Gein. Cnemidium conglobatum, Reuss. 
Cidaris Sorignetti, Desor. Scyphia furcata, Goldfuss. 
Cidaris vesiculosa, Goldf. Scyphia Beaumontii, Reuss. 


Je mehr man sich gegen Chotusic nähert, desto dünner wird die petre- 
faktenführende Lage, bis sie am Rande der steil abfallenden Gneisfelsen 
verschwindet. 

Bei Plahan bemerkt man, dass eine nur 1—2’ mächtige grünliche, merglig- 
sandige Lage die Unebenheiten der Gneiscontouren ausfüllt, doch konnte ich keine 
deutliche Petrefakten darin erblicken, sondern nur Bruchstücke von Cidariten- 
stacheln und abgerollte Muschelfragmente. (Bei Zabanos und Preboz fand ich 
graue sandige Pliner mit Turritellen ganz in ähnlicher Form, wie wir sie später 
bei Holubic kennen lernen werden, wo sie die Decke der dortigen sehr mannig- 
faltigen Korycaner. Schichten bilden.) 

Sehr überrascht wird man beim Dorfe Chocenic, unter einer 2 Klafter 
mächtigen Lössdecke ein über 2 Klafter mächtiges Lager von festem weissen kry- 
stallinischen Kalkstein zu finden, dessen Liegendes ein weisser Letten sein soll. 


n 195 


Die Gesteinsmasse ist ganz voll von einem ziemlich grossen Rudisten (ef. 
Radiolites mamillaris), ausserdem gelang es mir aber beim emsigsten Nachsuchen 
keine Spur eines anderen Petrefakten zu entdecken als ein Fragment von Ostrea 
diluviana. 

Setzt man von da seine Wanderung gegen Kolín fort, so lockt schon aus 
der Ferne das Friedrichsmonument zur Besteigung des über die Umgebung domi- 
nirenden Hügels bei Siegfeld. 

Ist dieser Punkt historisch interessànt, so ist er es um so mehr in palüon- 
tologischer Hinsicht. 

Der aus Hornblendeschiefer und Gneis bestehende Hügel ist an seiner 
nördlichen und westlichen Seite von einem Gürtel von Korycaner Schichten um- 
geben, die uns das Bild der Kolíner Facies, wie wir es bei Radim im Kleinen ge- 
Sehen haben, im viel grösseren Massstabe darbietet. 

In den verlassenen sowie in den noch betriebenen Gneisbrüchen findet 
man auf den Halden des kalkig-mergligen und stellenweise sandigen Gesteins, *) 
eine Unzahl von Petrefakten, deren Einsammeln besonders beim ersten Besuch ein 
Hochgenuss war, da sie seit Jahren vom Regen ausgewaschen und von niemanden 
angerührt blos zum Wegnehmen zubereitet lagen. Ich fand bisher: 


am Friedrichsberg bei Velim: 


Odontaspis raphiodon, Ag. Pustulopora echinata, Röm. 
Oxyrhina angustidens, Reuss. Aulopora Hagenovii, Reuss. 
Lamna sp. Cidaris Sorignetti, Desor. 
Pycnodus scrobiculatus, Reuss. Cidaris vesiculosa, Goldfuss. 
Wirbel von Fischen. Jidaris armata, Reuss. 
Coprolithen 2—3“ lang. Pyrina Desmoulinsii, D'Arch. 
Pleurotomaria Dumonti, D'Arch. Synhelia gibbosa M. E., Oculina gib., Rss. 
Lima tequicostata, Gein. Astrea sp. 

Mytilus Galliennei, D'Orb.: Isis foveolata, Reuss. 

Pecten acuminatus, Gein. Plocopsilina cenomana, D'Orb. 
Spondylus lineatus, Goldf. Frondicularia sp. 

Ostrea diluviana, Linné. Cnemidium pertusum, Reuss. 
Ostrea hippopodium, Nilss. Cnemidium conglobatum, Reuss. 
Exogyra lateralis, Nils. Scyphia furcata, Goldf. 
Exogyra reticulata, Reuss. Scyphia Beaumonti, Reuss. 
Exogyra sigmoidea, Reuss. Seyphia heteromorpha, Reuss. 
Caprotina (cf. triloba). Scyphia sp. 

Radiolites (cf. lumbricalis). Manon Phillipsi, Reuss. 
Thecidium vermiculare, Schlb. Manon sparsum, Reuss. 
Rhynchonella dimidiata, Schlb. Manon miliare, Reuss. 


Discopora circumvalata, Reuss. 


) Das ursprünglich die Spalten ausfüllte und eine 3—6, mächtige Decke bildete und stellen- 
Weise noch bildet. 


(EN 


196 II. 


In Kolin selbst findet man hinter dem Sehüttboden an einer Stelle eine 
Menge von Haifischzähnen und Echinitenstacheln. 


Odontaspis raphiodon, Ag. Cidaris Sorignetti. 
Ptychodus mamillaris, Ag. Cidaris vesiculosa. 


Ptychodus (cf. latissimus ?) 
Oberhalb der Brettsüge: „na Seblovkach“ sind zahlreiche Ostrea diluviana. 
Aeusserst interessant sind aber die Verhältnisse der Korycaner Schichten 
zu den Gneisfelsen in dem grossen Kolfner Steinbruch „na Zálabí^ am rechten 


Elbeufer unterhalb des alterthümlichen viereckigen Pulverthurmes. (Fig. 48.) 


Fig. 48. 


ZO 


a) Gneis; b) Ausfüllung von Gneisspalten mit Korycaner Petrefakten; c) Korycaner Schichten 
d) Diluvium. 


* 


Daselbst fand ich linsenfórmige Aushöhlungen mitten im Gneis, ganz mit 
Pleurotomaria Dumonti und Pecten acuminatus vollgefüllt und überall dringt der 
petrefaktenreiche Kalk selbst in die engsten Spalten des Gneises. 

Diese Contactstellen sind oft ein Gemenge von grossen, grün überzogenen 
Gneisgeschieben mit sandigem und mergligem Kalk, der ausser den oben ge- 
nannten Arten auch riesige Foraminiferen, Callianasenscheeren und Haifisch- 
zähne führt. 

Die mergligen an Scyphien reichen Schichten, welche alle Unebenheiten 
des Gneises ausfüllen, gehen nach oben in ein horizontal geschichtetes pläneriges 
Gestein über, das arm an Petrefakten ist und Knollen einer schneeweissen Masse 
einschliesst, die in ihrer Form und innerer Zerklüftung an die Concretionen im 
Löss erinnern. 

Das Ganze wird von einer mächtigen Lage von Flusssand und Ge- 


rölle bedeckt. 
Die an dieser Lokalität (Zalabi, Kolin) gefundenen Petrefakten sind : 


Otodus appendiculatus, Ag. Callianassa Tourtio, Fr. 
Odontaspis raphiodon, Ag. Pleurotomaria Dumonti, D’Arch. 


Oxyrrhina (cf. angustidens Reuss). Lima (cf. Hopperi). 


Lima aspera, Mant. 
Arca costellata Sow.? (Steinkern) 
Pecten acuminatus. 


Ceriopora mamilla, Reuss. 
Serpula bipartita, Reuss. 
Serpula gordialis, Schl. 


Spondylus lineatus (cf. Sp. capillatus Serpula (cf. canteriata, Hagenow.) 
D’Arch.) Cidaris Sorignetti, Desor. 
Ostrea carinata, Lam. Yidaris vesiculosa, Goldfuss. 
Ostrea diluviana, Linné. Pentacrinus lanceolatus, Röm. 
Ostrea hippopodium, Nils. Goniaster quinquelobus, Reuss. 
Ostrea vesicularis, Lam. Cnemidium pertusum, Reuss. 
Exogyra squamula, Reuss. Cnemidium astroides, Gein. 
Exogyra reticulata, Reuss. Scyphia (verschiedene Arten). 
Exogyra sigmoidea, Reuss. Manon Phyllipsi, Reuss. 
Exogyra lateralis, Nils. Cristellaria sp. 
Caprotina sp. ' Flabellina sp. 
Escharites dichotoma, Reuss. 


Bucht von Radovesnie. 


Wendet man sich von Kolin aus gegen Süden, so findet man oberhalb der 
Mühle „Peklo“ nochmals die Ausfüllung der Gneisfelsen mit merglig-sandigen 
Kreideschichten (Ostrea diluviana ete.), aber wenige Schritte weiter sieht man den 
Gneis verschwinden und dafür horizontal gelagerte Schichten von dichtem weissen 
aus Muscheltrümmern bestehenden Kalksteinen anstehen, welche den Anfang einer 
ruhigen Muldenablagerung mit eigenthümlichem paläontologischen Charakter bilden. 
Nach dem Hauptfundorte von Petrefakten möchte ich diese Bucht als die von 
Radovesnic bezeichnen. 

Verfolet man das Thal gegen Stitar, so sieht man, dass auch hier der 
Gneis nicht mehr zu Tage geht und sich die Kreideschichten zu mächtigen hori- 
zontalen Schichten entwickelt haben. 

An der Thalsohle (unweit der Quelle, welche die Koliner Wasserleitung 
speisst) kommt sogar der Perucer Pflanzenquader mit einem schwachen Kohlen- 
Hëtze zu Tage und gab Veranlassung zu einem Versuchsbau. 

Unmittelbar darauf liegt eine Schichte mit zahlreichen Kxogyra columba, 
dann ein glaukonitischer Sandstein, der nach oben in einen grauen, zähen, welligen 
Kalk übergeht, auf dem erst ein mürber Scyphienpläner gelagert ist. 

An diesem Orte sind die Petrefakten sparsam und aus dem festen Gestein 
schwer herauszuarbeiten, aber in der Fortsezung der Schichten beim Dorfe Rado- 
vesnic findet man sie in einem theils conglomeratigen theils reinem weissen kry- 
stallinischen Kalksteine in ungeheuerer Menge. *) 


) Ich verdanke die Auffindung dieses wichtigen Fundortes sowie zahlreicher anderer in der 
Gegend von Kolin den Mittheilungen des Prof. Kanik in Kolin und viele schönen Petrefakten 
zweien meiner Schüler Herrn Em. Sojka aus Kolin und Hrn. Spinka aus Stitar. 


198. 


Der feste weisse Kalkstein, der aus einem Felde vor dem Dorfe gehoben 
wurde um zu Strassenschotter geschlagen zu werden, bestand aus lauter Acteo- 
Die conglomeratigen Schichten mit denselben ) 
Petrefakten werden auf der entgegengesetzten Seite des Thales gegraben. 


nellen, Nerineen, Caprotinen etc. 


Ich liess an beiden Orten lange Zeit arbeiten und auch eine Wagenladung 
nach Prag bringen, damit dieselbe hier von meinem ausgezeichneten Arbeiter Jos. 
Mit einem Gesammtaufwande von mehr als 150 fl. er- 
hielt ich von dieser Lokalitàt nachstehende Petrefakten. 


Staska verarbeitet werde. 


Radovesnice. 


Ptychodus mamillaris, Ag. 

Belemnites lanceolatus, Sow. 

Baculites baculoides, D’Orb. 

Eulima (cf. amphora) häufig. 

Kulima n. sp. (rugosa m.) 

Kulima sp. 

Keilostoma conicum, Stol. 

Nerinea longissima, Reuss. 

Nerinea Geinitzii, Goldf., sehr häufig. 

Nerinea n. sp. (aus der Verwandschaft 
der N. Pailetteana, D’Orb. aber bei 
35 mm. Breite der letzten Windung, 
blos 85 mm. lang. 

Pyramidella carinata, Reuss. 

Acteonella levis, Sow. 

Acteonella n. sp. (milliaris m.) Etwa 
ein Zoll hoch mit kurzem Gewinde 
zu Hunderten zusammengehäuft. 

Acteonella n. sp. 3^ lang, sehr selten. 

Avellana sp. 

Natica canaliculata, Gein. 

Nerita nodosocostata, D’Orb. 

Trochus pseudohelix, Reuss. 

Trochus Reussii, Gein. 

Trochus sp. 

Trochus canaliculatus, Reuss. 

Solarium moniliferum, Michelin. 

Litorina (cf. rotundata Sow.) 

Cyprea ventricosa Fr. (Strombus ven- 


II. 


tricosus Reuss.) 
Cerithium (cf. Requienianum D’Orb.) 
Patella tenuicostata, Reuss. 
Cardium pustulosum, Münst. 
Corbis (cf. rotundata D'Orb.) 
Cyprina (cf. quadrata D'Orb.) 
Lucina lentieularis, Goldf. 
Trigonia sulcataria, Lam. 
Pectunculus ventruosus, Gein. 
Arcopagia circinalis. 
Arcopagia n. sp. 
Venus faba, Sow. 
Venus (cf. immersa Sow ) 
Mytilus Gallienei. 
Inoceramus striatus, Gein. 
Lima rapa, D’Orb. 
Lima Reichenbachi, Gein. 
Lima equicostata, Gein. 
Lima? n. sp. 
Pecten Nilsoni, Goldf. 
Pecten levis, Nils. 
Pecten decipiens, Reuss. 
Pecten acuminatus, Gein. 
Pecten (cf. septemplicatus Nils.) 
Spondylus lineatus, Goldf. 
Östrea diluviana, Linné. \ 
Exogyra сопіса, Gein. 
Exogyra columba, Goldf. 


LT. 199 


Von Rudisten ist ein Material von mehreren Tausend. Exemplaren vor- 
handen, dessen definitive Schichtung eine geraume Zeit in Anspruch nehmen wird. 
Ich führe bloss einige Namen an, um beiläufig anzudeuten,. welchen D’Orbignischen 
Arten sich dieselben am meisten nähern. 


Caprotina (cf. triloba). Caprotina n. sp. 

Caprotina (cf. levigata). Caprinella (cf. triangularis). 
Rhynchonella dimidiata, Schlb. Cyathophyllum sp. 

Cidaris vesiculosa, Goldfuss. Astrea sp. 

Synhelia gibbosa, M. E. Favosites sp. 


Auffallend ist das gänzliche Fehlen von Radioliten, welche sonst zu den 
häufigsten Rudisten bei uns gehören. 

Dieses üppige Leben scheint nur auf eine kleine Bucht beschränkt ge- 
wesen zu sein, denn wir finden, dass in dem ganz nahe gelegenen Dorfe Zibohlav 
zwar noch mächtige Schichten anstehen, aber dann plötzlich aufhören, um in der 
ganzen Umgegend nicht wieder zum Vorschein zu kommen. 


Fig. 49. 


a) Gneis; b) Perucer Quadersand; c) Rudistenbänke der Korycaner Schichten. 


In der Mitte des genannten Dorfes steigt man über eine natürliche Stiege 
zur Kirche hinauf; die einzelnen Stufen sind nämlich aus dem lockeren Sandsteine 
hervorstehende festere Kalkbänke, die aus lauter Caprotinen bestehen, denen nur 
sparsam die von Radovesnic angeführten Arten beigemengt sind. (Fig. 49.) 

Ueber einem etwa 2 Klafter mächtigen Sandstein, der in einem Garten 
des neben den Stufen befindlichen Bauerngutes ansteht und in seiner oberen Partie 
laibgrosse kalkige Coneretionen enthält, folgen die mit Sandstein abwechselnden 
kalkigen Caprotinenschichten in folgender Stärke: 


Beggen! napa yor, Яир gis ore; ropa er 


BE онт ПК, IOS porem onis name ra 4^ 
Орго e 032853 ipu, Spe Gef «qi ae mapY eatis. id 3—6“ 
Запа Ge e е › Китү yy ЧИДЕН, ПОНТ оет ПОИН 4“ 
СИФРИ beide Orten, lange Zeit arbeiten und, auch, өйи. Sé 
Fünf zusammenhängende nur durch schwache Sandschichten ge- 
теп ee ande zei 
Oberste zusammenhängende Caprotinenbank . . . . . . . 1 6" 


Am südlichen Ende des Dorfes steht schon wieder Gneis an. 

Diese Bucht der Korycaner Schichten, die von der Peklomühle beginnt, sich 
über die Umgebung von Stitar und Radovesnic ausbreitet und bei Zibohlav 
plótzlich aufhórt, ist durch das massenhafte Auftreten der Acteonellen, Nerineen 
und Caprotinen sehr charakterisirt und steht, meines Wissens in Böhmen einzig in 
ihrer Art da. 

Die Gruppirung der aufgezühlten Arten ist ein Mittelding zwischen der 
Fauna von Korycan und derjenigen aus den Conglomeraten von Premyslan, die 
wir weiter unten kennen lernen werden. 


Bucht von Nebovid. 


Ganz verschieden verhalten sich die Korycaner Schichten in Nebovid, wo 
sie mitten im Dorfe durch einen tiefen Hohlweg entblösst sind. Unmittelbar auf 
Gneis liegen die Schichten in nachstehender Ordnung: 


ОНИМНИН Meee cvs V MIRI. ovo gr 
2. Fester Kalk aus lauter Petrefakten, namentlich riesigen Serpulen . . 1' 
3. Gelblicher Sandstein ohne Petrefakten . . . . . . . . Omi, y 


d, Festes Kalk wie Ne. oa и ЧА. ile 7 10" 

5. Weisser fast loser Quarzsand nach oben mit einer Lage von riesigen 
Exogyren und stellenweise mit festeren petrefaktenführenden Knollen 9 

6. Plattenförmiger kalkiger Sandstein ohne deutliche Petrefakten . . 6—8 

Die obere Partie des Dorfes steht auf diesen letztgenannten plattenför- 
migen Kalksteinen (Nr. 6.) und der beim Graben der Gründe und Keller gewon- 
nene Sandstein (Nr. 5.) wird fuhrenweise in Glashütten verkauft. 

Die hier in Nebovid eingesammelten Petrefakten rühren theils aus den 
zwei unteren festen Kalkbänken her, theils aus den im Dorfe umherliegenden fe- 
steren Partien, die ursprünglich in dem weissen Quarzsand eingelagert waren. Es 
sind folgende: 


Callianassa Tourtia, Fr. Lima (cf. decalvata Reuss). 

Belemnites lanceolatus, Sow. Lima pseudocardium, Reuss. 
Acteonella levis, Sow. Lima tecta, Goldf. 

Lima n. sp. Pecten sp. 

Lima equicostata, Gein Pecten n. sp. Fragmente, welche auf 


Lima aspera, Mant. eine wenigstens 4—5 lange Art 


TI. 201 


hindeuten, die nur wenige aber sehr Rhynchonella dimidiata, Schl. 
breite Rippen haben. x Terebratula phaseolina, Lam., grosse 
Pecten acuminatus, Gein. Exemplare. 
Spondylus lineatus, Goldf. Crania gracilis, Goldf. 
Ostrea (hippopodium) sehr gross. Flustra sp. 
Exogyra columba, Goldf. Scyphia furcata, Goldf. 
Exogyra haliotoidea, Reuss. Serpula conjuncta, Gein. 


Annomia sp. 


Unweit vom Dorfe befindet sich eine Sandgrube „u staré píly*, wo im 
grünlichen losen Sande zahlreiche J«rogyra columba vorkommen. Einige Exem- 
plare davon haben zwei starke Längsfurchen, so dass sie dreilappig erscheinen; 
manche haben blos eine Furche zu einer Seite, die meisten sind normal. 

Die Grenzen dieser durch eine so eigenthümliche Artgruppirung ausgezeich- 
neten kleinen Mulde zu bestimmen, ist kaum móglich, denn sie sind nur an we- 
nigen Orten durch das Urgebirge angedeutet, sonst aber meist von Feldern bedeckt. 

Da in der ganzen Umgebung von Kolín bei einer jeden Nachgrabung beim 
Strassenbau, beim gelegentlichen Öffnen von Steinbrüchen ect. man überall auf Ko- 
rycaner Schichten stösst, so würde es cine dankbare Aufgabe für einen in der Gegend 
wohnenden Freund der Geologie sein, dieses Specialstudium im Interesse der Wis- 
Senschaft weiter zu pflegen, da meine hier mitgetheilten Erfahrungen ja nicht als 
eine abgeschlossene Arbeit zu betrachten sind. 


Bucht von Mezholez. 


Ueberschreitet man den Urgebirgskamm, der sich vom Berge Vysoká gegen 
Kuttenberg hinzieht so trifft man schon bei den Kalköfen südlich von Myskovic 
feste krystallinische Kalke an die aus lauter zertrümmten und undeutlichen Petre- 
fakten bestehen. 

In der Ferne sieht man aber unweit des Dorfes Mezholez einen alten ver- 
lassenen Steinbruch, welcher Jahrhunderte hindurch den Baustein für Kuttenberg 
und seine Umgebung lieferte, und auf dem Wege dahin bemerkt man schon in 
dem Gesteine der halb zerfallenen Mauern und Felddämme die Kontouren eines 
grossen Radioliten in Form von 2— 3^ breiten Rosetten. Manche Steine, die ich im 
Dorfe selbst zerschlagen habe, waren so kalkig und von röthlicher Farbe, dass sie 
ganz auf gewisse Varietäten der silurischen Marmore erinnerten und die feine 
Textur der Radioliten prachtvoll erhalten zeigten. 

Die meisten Steine waren aber kalkige grobkörnige Sandsteine, wie sie 
auch in dem erwähnten grossen Bruche in eirer Mächtigkeit von 2—3 Klaftern 
anstehen. 

Die grossen Radioliten füllen nebst Exogyra columba das Gestein oft so, 
dass es stellenweise blos aus der einen oder der anderen Versteinerung besteht, 
wie man das an einem Ornament sehen kann, das aus diesem Steinbruch herrührt 
und von der St. Barbarakirche in Kuttenberg abgenommen wurde. 


202 IT. 


Dieses ausgezeichnete Stück steht jetzt im Hofraume unseres Museums und 
enthält in den 4 Kub.-F. seiner Masse gewiss 2—300 Radioliten (cf. mamillaris D'Orb.) 

Im Steinbruche ist es unmöglich die genannten Petrefakten aus dem festen 
Gestein herauszuarbeiten und man muss sich mit dem Absuchen der Halden 
begnügen. 

Von anderen Arten fand ich blos ein Fragment eines etwa 1’ grossen 
Ammoniten, dann den Steinkern von Nerita nodoso-costata, und von einer Panopæa. 

Verfolgt man die Radiolitenschichten, welche hier eine Art von Plateau 
bilden, in der Richtung gegen Malešov, so gelangt man an den Rand des Thales 
und befindet sich gerade gegenüber dem bekannten Fundorte des Magneteisens 
von Maleschau. 

Bevor man oberhalb den Mühlen Slaménec und RabStejnka in das Thal 
herabsteigt, geht man an Sandgruben vorüber, die in den verwitternden Ausläufern 
der Mezholezer Sandsteine angebracht sind. 

Aus einem lockeren Sande rollen hier die schönen Exemplare der Radio- 
liten fast von selbst, und lagen bei meinem ersten Besuche dieser Lokalität in 
Menge auf den Sandhaufen umher, rein vom Regen abgewaschen ganz wie für 
den Paläontologen zubereitet. 

Ausser einigen wenigen Exogyren waren auch hier gar keine anderen Pe- 
trefakten aufzufinden und selbst das Schlemmen des Sandes hatte keinen Erfolg. 

Von hier aus konnte ich die Radiolitenschichten noch bis oberhalb Lhota 
bei Malešov verfolgen, wo zahlreiche Exemplare in den Steinhaufen längs der 
Feldraine zu finden waren. 

Dieses massenhafte Erscheinen und fast alleinige Dominiren der Radio- 
liten auf dem Gebiete zwischen Mezholez und MaleSoy ist um so merkwürdiger, 
als wir gleich in unmittelbarer Nähe nördlich von Malešov ober den Mühlen Re- 
$eto und Bilejov in den Feldern neben dem Magneteisensteinbruche einen weissen 
aus lauter Muscheltrümmern bestehenden Kalkstein antreffen, in dem keine Spur 
von Radioliten zu finden ist. 


Oberhalb Malešov selbst sind am Rande des Plateaus „na Stimberkách* 
grünliche feste Sandsteine anstehend, in denen ich einen Spatangiden fand, aber 
keine Spur von Radioliten. 

Die Ursache, warum man die Radiolitenschichten sowohl von Chocenie als 
auch von Mezholez nur als eine Facies der Korycaner Schichten betrachten muss, 
liegt zwar schon in den in ihnen aufgefundenen sehr bezeichnenden Petrefakten 
Nerita nodoso-costata und Ostrea diluviana, aber auch in dem ganzen Wesen 
ihrer Erscheinung in der Natur, dem schwer mit Worten Ausdruck zu geben ist. 

Für die Beurtheilung meiner Ansicht über Gleichhaltigkeit der verschie- 
denen Facien der Korycaner Schichten dürfte Nachstehendes von Wichtigkeit sein. 


Als Professor Hebert die Sammlungen unseres Museums durchsah, war er 
geneigt nach den Petrefakten innerhalb unserer Korycaner Schichten mehrere Ni- 
veaus zu unterscheiden, als er aber einige Tage später in der Umgegend von 


п. 208 


Kolin die verschiedenen Facies in der Natur selbst sah, schloss er’ sich ganz 
meiner Ansicht an, dass sie aus einem und demselben Meere und aus einer Pe- 
riode herrühren. 


Umgebung von Kuttenberg und Cäslau. 


Nähert man sich der Stadt Kuttenberg durch das Bylaner Thal, so sieht 
man bald auf dem Gneise der rechten südlichen Lehne ziemlich mächtige Lager 
von Brescienkalkstein aufliegen, die hier zu Kalk gebrannt werden. 

Auf der nórdlichen linken Lehne, auf deren Fortsetzung die Stadt Kutten- 
berg steht, liegen auf dem Gneise zuerst wenige Fuss mächtige kalkige Sandsteine, 
welche gegen die Stadt hin immer mächtiger werden, bis sie in dem Steinbruche 
unterhalb der Barbara-Kirche eine überraschende Michtigkeit von 7 Klaftern er- 
reichen, um dann plötzlich aufzuhóren. 

An den Contaetstellen dieses kalkigen Sandsteines mit dem darunter lie- 
genden Gneis wurde in meiner Gegenwart vom Steinmetzmeister Herrn Ladislav 
ein Zahn von Ptychodus mamillaris aus dem Gestein geschlagen. 

Weiter oben kommen sparsam Zähne von Oxyrrhina Mantelli und Otodus 
appendiculatus vor. 

Die Unebenheiten der oberen Contouren dieses Sandsteines werden durch 
eine plänerartige und stellenweise merglige Schichte geebnet, die schon im Bylaner 
Thale „na Kavnäch“ beginnt und in dem eben beschriebenen Steinbruche über 8' 
mächtig wird. 

Dieselbe enthält eine Unzahl von Scyphien (leider sehr verwittert und un- 
kenntlich) sowie viele für die Koliner Facies bezeichnenden Petrefakten und zwar: 


Steinbruch unterhalb der St. Barbara Kirche in Kuttenberg. 


Ptychodus mamillaris, Ag. 
Otodus appendieulatus, Ag. 
Odontaspis Raphiodon, Ag. 
Oxyrhina Mantelli, Ag. 


) e { ` 
Pleurotomaria Dumonti, D’Arch. 


Venus sp. 

Area sp. 

Lima tecta, Goldf. 
Spondylus striatus, Goldf. 
Ostrea. 

Exogyra conica, Gein. 


Rhynchonella dimidiata, Schl. 
Pyrina Desmoulinsii, D’Arch. 
Holaster ? 

Cidaris Sorignetti, Desor. 
Astrea macrocona, Reuss. 
Cnemidium conglobatum, Reuss. 
Cnemidium pertusum, Reuss. 
Scyphia heteromorpha, Reuss. 
Plocoscyphia sp. 

Scyphia Beaumonti, Reuss. 
Siphonia (ternata Reuss ?) 


| Bei Kuttenberg ist es zunächst der Berg Kank, welcher uns Anhaltspunkte 
fir die Annahme liefert, dass sein oberer Theil aus dem einstigen Kreidemeer als 


204 II. 


eine Insel hervorragte, denn wir fanden ihn beilàufig um die Mitte herum von einem 
fast vollständigem Kranze von Korycaner Schichten umgeben. 

Westlich von der Stadt Kank steht fester röthlicher in Platten brechender 
Kalk an mit zahlreichen Pecten acuminatus, Spondylus lineatus, Ostrea diluviana, 
Cidaris vesiculosa etc. 

Auf der Südseite des Berges oberhalb der Schiessstätte findet man dünne 
Bänke eines weissen krystallinischen Kalkes, der oberflächlich betrachtet ganz 
einem Urkalk ähnelt und auch so bei den früheren Aufnahmen der k. k. Geolo- 
gischen Reichsanstalt mappirt wurde. (Blaue Farbe.) 

Die verwitterten Oberflächen diescs Kalksteincs Jassen aber eine Unzahl 
von Fragmenten, Muscheln und Cidaritenstacheln erkennen und es ist kein Zweifel, 
dass er auch zu den Korycaner Schichten gehört. 

Weiter hin oberhalb Sedlec findet man ganz die Kolíner Facies d. h. 
kalkige und merglige Kluftausfüllung auf Gneis. 

Es finden sich da zahlreiche schön erhaltene Ostrea diluviana, Steinkerne 
von JPlewrotomeria Dumonti, Pyrina Desmoulinsü, Cidariten etc. und ein fleis- 
siger Lokalsammler würde bei wiederholten Besuchen dieser Lokalität gewiss die 
meisten für die Kolíner Facies bezeichnenden Arten auffinden. 

Gegen Norden ist der Berg Kaük so mit den alten Bergwergshalden ver- 
deckt, dass man nicht sehen kann, ob auch da Petrefakten führende Schichten an- 
gelagert sind. Am Gipfel des Berges steht reines Urgebirge an, wesshalb ich 
glaube, dass dieser Theil nie unter den Fluthen des Kreidemeeres sich befand, 
sondern aus denselben als Insel hervorragte. 

Auf dem Feldwege von Kuttenberg nach Caslau gelangt man in das Dorf 
Neskaredic, das auch auf Brescienkalken der Korycaner Schichten liegt, die aber 
keine deutlichen Petrefakten enthalten. 

In den grossen Gneisbrüchen bei Třebešice werden die Unebenheiten der 
Gneiskontouren von mergligen Schichten ausgefüllt, die ganz denen ähnlich sind, 
welche unter gleichen Verhältnissen bei Kolín auftreten, aber von Petrefakten war 
hier keine Spur zu entdecken. 

Reichliche Entschädigung findet man in einem anderen Gneisbruche, 
welcher zwischen Chotusic und Neuhof gelegen ist und auf den Generalstabskarten 
als Triangulirungspunkt unter dem Namen „Атаја“ verzeichnet ist. 

Die Klüfte der gegen Norden cinfallenden Gneisschichten füllt ein fester 
dichter Kalkstein ganz in der Weise, wie wir es bei Velim gesehen haben, ist 
aber reicher an Petrefakten. Grosse walzenförmige Seyphien, Ostrea diluviand, 
Pleurotomaria Dumonti, Pyrina Desmoulinsi und cine Krabbe (Dromilithes?) sind 
für diese Schichten bezeichnend. 

Darauf liegen graue merglige Schichten, die bei den Brucharbeiten viel- 
fach hin und hergeworfen wurden, so dass sie nun auf grossen Halden, nach und 
nach verwittern. 

Betrachtet man ruhig in der Nähe die Oberfläche dieser Halden so sieht 
man, dass sie mit Tausenden kleiner Petrefakten bedeckt sind und man kann be- 
sonders an Stellen, welche vom wiederholten Regen ausgewaschen sind, eine reiche 
Ausbeute an Arten und Individuen machen. 


її, 205 


Ich verdanke die Kenntniss dieser ausgiebigen Lokalität, so wie der nach- 
folgenden von Zbislav dem Herrn Kuthan Professor an der Realschule zu Óáslau, 
welcher mich mit einem reichen Material versah, das er von der eifrigen Schul- 
Jugend sammeln liess. Als ich die Wichtigkeit dieser Lokalität beim Ordnen der 
Arten erkannte, liess ich daselbst längere Zeit Schlemmungen mit grossen Sieben 
vornehmen, als auch im festen Gesteine arbeiten. 

Die Petrefakten stimmen meist mit den Arten, welche Prof. Reuss von 
Weisskirchlitz bei Teplitz und den Schillingen bei Bilín beschrieben hat, sie lassen 
Sich jetzt noch nicht nach Schichten ordnen. Stellenweise wimmelt es von Hai- 
fischzähnen, hier wieder von Austern, dort von Crinoidenstielen und es finden sich 
hie und da auch die Arten, welche ich zuvor als für die unteren Schichten be- 
zeichnenden angeführt habe. 

Da die hier aufgefundenen Arten auch auf dem weiter unten zu beschrei- 
benden Orte Zbislav gefunden werden, will ich beide Verzeichnisse vereinigen, 
und die Fundorte Kamajka mit A. und Zbislav mit Z. andeuten und auch bei 
denjenigen, die bei Weisskirchlitz Schillingen vorkommen, ein W. und S. beifügen. 


K. 1 8. ү. 
Acrodus polydictyos, Reuss. . “+ Z — үү 
Gomphodus Agassizi, Reuss. — Z — W 
Pycnodus subclavatus, Ag. K Z — W 
Pycnodus scrobiculatus, Ag. EU 2 Sou 
Ptychodus mamillaris, Ag. Wine as m 
Odontaspis raphiodon, Ag. K Z — WwW 
Oxyrhina angustidens, Reuss. K Z — — 
Otodus appendiculatus, Ag. K 4 8 — 
Corax heterodon : — ` ER ` — 
Dromilithes n. sp. Жу пот morot 
Pollicipes sp. (? glaber.) Кк 2 S8 — 
Pollicipes n. sp. j RK ZI. em 
Rhynchotheutis n. sp. K Z — — 
Baculites — 2-1 — 
Serpula gordialis, Schl. Р LENT NUES 
Serpula filiformis, Sow. — Z S — 
Serpula antiquata, Sow. K Z S5 m 
Serpula sp. ' 1 doll RTI 912mm 
Pleurotomaria egent, D’Arch. Жолоп»! = - 
Nerita dichotoma, ا سک‎ ms 
Nerita nodoso-costata, a LA O өй ier i U TOI 
Turbo суо УА, о з ws A ee Im E. om es 
Natica Ey ze vlog diae ED ПА deg EA EEE Ue LO O AL gor d P 
BEEN АА, Е АЕ e mem HM БЫАТЫН E? y КАКЕ. CS 
E Eer EE, IL ` 


BEEN tee tte Kara кей "AEN e pe, дай E ДАП 


a 
M 
| 
| 
| 


206 


Cuculea мона FSH, иф H 
Chassatolla inis, "ab nov ту 20b, 
Nucula , 11/50, A {95% 
Mytilus lineatus, D'Orb. ma, 
Lithodomus (in Austerschalen) 
Lima aspera i 

Lima equicostata, Gein. 

Pecten acuminatus, Gein. , 
Spondylus lineatus, Goldf. 
Ostrea hippopodium, Nils. 
Ostrea operculata, Reuss. . 
Ostrea vesicularis, Lam. 

Ostrea diluviana, Linné. 

Ostrea lateralis, Nils. 

Exogyra reticulata, Reuss . 
Exogyra sigmoidea, Reuss . 
Annomia sp. . . н 
Terebratulina cHrysalis; Schl. sp. 
Terebratulina (rigida?) . 
Rhynchonella dimidiata 
Thecidium vermiculare, Schlb. 
Thecidium n. sp. . 

Magas striolaris, Schlb. 
Morissia (cf. Süssii). 

Crania gracilis, Goldf. 

Idmonea (ef. truncatula D'Orb.) . 
Lichenopora cribrosa, Reuss.. 
Jeriopora spongites, Goldf. 
Cidaris Sorignetti, Desor. . 
Cidaris vesiculosa, Goldf 
Cidaris exigua, Reuss. 

Cidaris Reussii, Gein. 

Cidaris armata, Reuss 


Galerites (cf. subsphaeroidalis D’Arch.). . 


Pyrina Desmoulinsi, Desor. 
Goniaster quinquelobus, Reuss. . 
Pentacrinus lanceolatus, Röm, 
Isis foveolata, Reuss. 

Synhelia gibbosa, M. E. . . 


^ 


h 


Anthophyllum cylindricum, Reuss. . 


Turbinolia sp.. . " 
Fungia coronula, Goldf. 
Astrea 


K 1. 
-— Z 
— 7 
a Z 
K — 
- Z 
TEN 7 
Z 
K Z 
- Z 
K 7 
K Z 
K 7 
K Z 
K Z 
K 7 
K // 
Z 
K 7 
К 
К Z 
K Z 
K - 
K -— 
K 
K 
K 


K 
K 
K Z 


nt 207 


K. Z. „1818, W. 
АШК Н е Sn ace a ИШ K Zi 28 -— 
МАВРОВ) dag asides. Spats ged odi K 2 18 س‎ 
Placopsilina cenonianey  D/OLb; + ala: wesewosotl дэпо K Z — — 
Chemidium acutum, Reuss . . . meat nabra Flag K — § 
Unemidium conglobatum, Reuss. . . . 2220... K Ил ns 
Cuemidium pertusum, Reuss... la. Jen. os. K notaio: S — 
Cnemidium astroides, Gein. 22. s: sagit K Z — — 
Regpkie, fpsoata) Goldfi4 sib cob Jade, (nt ais sido: K 7 S 
Seyphia Beaumonti, Heuss. . . . . . dmi от K @ 5 
Scyphia Subaes alf OI A. mnasab -amitistieronait pale Kas) um 
Seyphia heteromorpha, Reuss. МӘ wb. mob tu K 7, B 
Seyphia n. sp. (crassa, m.) Walzenförmig, bis 10^ lang 
mit etwas gebogenem Basalttheil. . . ... . . K Z س‎ 
Manon РИШ Reuss. ich ci. 2. 205 nobel. K WAS 
Manon sparsum, Reuss. awi о: аа down: me Kov uns = 
ПЛ Reuss. Kp icine. nd РИД АНД) Kk EB - 
Dragos glolwhifis,/Reugesspuisa tigt, Oo. sos Аный ды 


Ausserdem ist eine Anzahl noch nicht bestimmter Bryozoen, Foraminiferen 
und Scyphien vorhanden, so dass die Zahl der Arten an diesen zwei Fundorten 
wohl 100 übersteigen wird. 

Ganz ähnliche Verhältnisse wie auf Kamajka findet man auf dem Gneis- 
hügel, der jetzt das Dorf Zbislav trägt. Hier findet man sogar die Unterschalen 
der Spondyluse direkt an die Gneisfelsen angewachsen, ein Beweis, dass dieselben 
Flächen des Gesteines, die nun am Trockenen aus einer fruchtbaren Ebene her- 
Vorragen einst von den Fluthen des Kreidemeeres bespült wurden. Die hier zahl- 
reich umherliegenden Petrefakten wurden bereits aufgezählt. *) 

In einer ganz anderen Facies treten die Korycaner Schichten bei der 
Stadt Öäslau auf, wo sie sich von dem Teiche „na svornosti“ bis zum Dorfe Do- 
brovie hinziehen. 

Hier wurde in früheren Zeiten die tiefste eisenschüssige Sandsteinschichte 
als Baustein gewonnen, ist aber jetzt von Schutt ganz verdeckt und ich konnte 
Nur die umherliegenden Stücke davon untersuchen. Ich fand darin: 


Cardium Hillanum, Sow. Pecten subdepressus, D’Arch. 

Lima aspera, Mant. Exogyra columba. 

Avicula anomala, Sow. Ostrea carinata, Lam. 

Pholadomya. Ein grosses Exemplar aus Rhynchonella dimidiata, Schl. 
der Gruppe von Ph. nodulifera. Serpula (cf. conjuncta Gein.) 


In den in einer Mächtigkeit von 2—3 Klaftern daraufliegenden lockeren 


* y" 1 1 А iin ` r 
) Für das reiche Material von dieser Lokalitàt ist das Museum dem Herrn Schullehrer Ku- 
bäsek und für die geltensten Arten meinem Schüler H. Alfr. Honzik zu Dank verpflichtet. 


208 Il. 


Sandsteine ist in der Mitte eine festere kalkige Bank, die von Exogyren und 
Rhynchonella dimidiata erfüllt ist. 

Ueber dem Sandsteine liegen etwa 3° zerstörten plänerigen Gesteins, das 
wohl nach den darin gefundenen Z»oceramen als schon zu den Weissenberger 
Schichten gehörig wird betrachtet werden müssen. 

Blickt man von einem erhabenen Punkte bei Cäslau gegen Osten, so sieht 
man einen schmalen von Norden nach Süden sich hinziehenden Rücken von 
Plänergestein, der beim dortigen Landvolke „široká mez“ genannt wird und hinter 
welchem sich der hohe Urgebirgskamm erhebt, der die hiesige Gegend von der 
Ebene bei Pardubic und Chrudim trennt, 

Unterhalb des schmalen Plänerstreifens, dessen Alter nach den bisher ge- 
fundenen Petrefakten auch nur dem der Weissenbergerschichten zuzurechnen sein 
wird, fand ich nur bei Ronov die Korycaner Schichten entwickelt. 

Sie sind daselbst auf dem Wege vom Teiche nach Vinař und dann bei 
der heiligen Kreuzkirche zu finden. 

Ich kenne von diesen zwei Punkten: 


Otodus appendiculatus, Ag. Janira quinquecostata, D'Orb. 
Serpula (cf. conjuncta Gein.) Exogyra reticulata, Reuss. 
Serpula plexus, Sow. Exogyra columba, Sow. 
Lima aspera, Mant. Rhynchonella dimidiata, Schl. 
Lima Reichenbachi, Gein. Cidaris vesiculosa, Goldf. 
Avicula anomala, Sow. Cnemidium pertusum, Reuss. 


Pecten digitatus, Römer. 


Nördlich von Zbislav legen sich die Kreideschichten nur als leere grob- 
körnige Sandsteine mit undeutlicher Lagerung an den Urgebirgskamm an, wie 
man es unterhalb der Ortschaften Brambor und Boukalka beobachten kann. 

Erst in der Umgegend von Eibeteinitz finden wir die Korycaner Schichten 
mannigfaltig entwickelt. 

Ich suchte mit Prof. Krejčí daselbst nach den zwei Streifen Urkalk, welche 
auf den Karten der k. k. geolog. Reichsanstalt am linken Elbeufer verzeichnet 
waren, fand aber nur die weissen aus Muscheltrümmern bestehenden Kalke der 
Korycaner Schichten, wesshalb anzunehmen ist, dass bei dem Coloriren der Karten 
eine Farbenverwechslung ähnlich wie am Kaükberge bei Kuttenberg hat statt- 
finden müssen. 

Am rechten Elbeufer fand ich die Fortsetzung dieser Kalkstreifen nord- 
östlich von Elbeteinitz an einer Lokalität „na hradě“ in Gneisspalten eingelagert, 
aber ohne deutlich erhaltene Petrefakten, sondern das ganze Gestein besteht aus 
Trümmern von Ostrea hippopodium, Exogyra reticulata, Exogyra columba, Cidaris 
vesiculosa ete. etc. 

Weiter gegen Norden in den Phylithbrüchen traf ich wieder die Kluft- 
ausfülungen mit sandigen und mergligen Schichten wie bei Kolín, aber arm an 
Petrefakten. Eine alte Halde lieferte: Ostrea carinata, Ostrea diluviana, Spon- 
dylus lineatus, Crania gracilis, Cidaris Sorignetti, Cidaris vesiculosa etc. 


П. 209 


Ausserdem zeigen zahlreiche in den Feldern gelegene Steinbrüche in der 
Gegend zwischen LZovie, Bélusic und Krakovan, dass hier die Korycaner Schichten 
eine ziemliche Ausdehnung haber. Bald sind es platte Kalke mit Pecten acu- 
minatus und eqricostatus, bald festere Bänke mit "bourg columba. 

Auf dem Plateau oberhalb LZovie ist das Profil von unten nach oben. 


1. Urgebirge. 
2. Conglomerat 3, 
3. Erdige Schichte A, 
|. Unten feines nach oben grobes Conglomerat mit J7rogyra columba 5. 
5. Kalkige Schichte ‚3, 
б. Glaukonitischer Sand 1“, 
7. Plänerschichten 3°. 

8, Ackerkrume. 

Schliesslich, fand ich noch in dieser Gegend zwischen, Teldie und. Chwa- 
(«е und. der Anhöhe, die „na Voklikách“ genannt wird; ‚einen Kalksteinbruch, in 
welchem konglomerartige Kalksteine und stellenweise, auch. plattige ; Sandsteine 
(ähnlich wie bei Zlosejn) anzutreffen waren. Nach stundenlangem Suchen war die 
Zahl der gefundenen Petrefakten doch eie sehr kleine: 


Trochus Geinitzii, Reuss. Spondylus. (ef. capillatus, D'Arch.). 
Peeten sp. (Eine von den neuen Arten Ostrea carinata, Lam. 
von Korycan.) lixogyra haliotoidea, Goldf. 
Peeten decipiens, Reuss. Exogyra columba. 
Pecten cenomanensis, D’Orb. (Um den Radiolites Saxonico, Gein. 
Sandsteinplatten.) Rhynehonella dimidiata, Schl. 


Gegend. von Chrudim und Skué bis an die mährische Grenze. 


In der Gegend von Přelouč und Pardubic, sowie unmittelbar bei Chrudim 
sucht, man vergebens nach den Spuren der Korycaner Schichten und erst südlich 
von der genannten Stadt trifft man bei Skrovad auf den mehrere Ж айе hohen 
Wänden des Perucer Quaders eisenschüssige Sandsteine mit undeutlichen marinen 
Petrefakten und bei der auf der ` Anhöhe gelegenen Ziegelhütte' атое“, 
weisse Brescienkalke mit Trümmern von Cidaritenstacheln und Austernschalen. Ich 
fand auch eine grosse becherformige Seyphie und es kann wohl niemanden, der 
die Gegend yon Kolin. und Kuttenbere untersucht hat, zweifelhaft sein, dass wir 
es hier auch mit Koryeaner Schichten zu thun haben. (Auf den Karten der geol. 
Reichsanstalt war diese Stelle als oberer Plänerkalk mit blauer Farbe angedeutet.) 

In der Sammlung der Realschule in Chrudim sah ich mehrere Handstücke 
eines glaukonitischen Sandsteines, der aus der Umgegend des Dorfes Smréek her- 
"геп sollte und ziemlich reich an Petrefakten war. 

Ich unternahm daher eine Exeursion nach dem genannten Dorfe, um von 
dort bis in die Gegend von Skué diese Schichten zu verfolgen. 


14 


210 п. 


Schon im Dorfe Bitovan ist unterhalb des Meierhofes ein belehrender 
Aufschluss zu beobachten, 

Auf etwa 2 Klaftern Perucer Pflanzenquaders, der viele Fragmente von 
Holzkohle enthält, liegen 2° glaukonitische, mit grobem Gerölle gemischte Schichten, 
welche nachstehende Petrefakten enthielten: 


Pecten »quicostatus, Lam. Ostrea carinata, Lam. 
Janira quinquecostata, D’Orb. Exogyra columba. 
Spondylus lineatus, Goldf. Cidaris vesiculosa, Goldf. 


Diese Conglomerate, deren Geröllsteine dem Urgebirge der nächsten Um- 
gegend angehören, werden von glaukonitischen Plänern überiagert, auf welche 
dann die Ackerkrume folgt. 

Zwischen Bitovan und Smröek geht man über sehr grobe, den Perucer 
Schichten angehörende Conglomerate, die man an manchen Orten eher Geröll- 
haufen nennen könnte. Mehrere verlassene Kohlenschürfungen zeigten nachstehende 
Schichtenfolge von unten nach oben: 


Conglomerat (soweit aufgedeckt) . . . 4 
Russig-kohlige Schichte . `, 1 
Bideo До).ащүбшо б ` obbenelonatla 34 
Russig-kohlige Schichte. . . . . . 1 
Quadéisanded AION `. te vcn. nawnG! 


In Smréek selbst fand ich den gesuchten glaukonitischen Sandstein nur 
in einem Hohlwege, in einer Mächtigkeit von 1 Klafter entblósst, von wo er sich 
gegen Süden immer an Stürke abnehmend bei einem kleinen Teiche nach und 
nach ganz verliert, um dem Urgebirge zu weichen. 

Die Steinkerne der Petrefakten sind hier nicht selten, aber gehóren nur 
wenigen Arten an: 


Ammonites cenomanensis, Pictet. * Telliaa зр. 

Turritella cenomanensis, D’Orb. Pholadomya n. sp. 

Cardium Hillanum, Sow. Spondylus lineatus, Goldf. 

Lucina lenticularis, Goldf. Exogyra columba. 

Venus immersa, Sow. Ostrea carinata, Lam. 

Venus subdecussata, Röm. Ostrea diluviana, Linné. 

Venus (cf. plana Sow.) Radiolites (cf. agariciformis, D’Orb.) 


Ueber das Verhältniss dieser Grünsande zu den übrigen Gebilden der 
Korycaner Schichten in dieser Gegend erhält man erst Aufklärung bei der nächst- 
folgenden Lokalität, nämlich beim Dorfe Skutičko nördlich von Skuč. 


Das Dorf selbst steht auf Urgebirge, aber die im Norden von da sich 
steil erhebende Berglehne lässt hier längs eines Fahrweges und einer tiefen, ibn 
begleitenden Wasserrinne eine sehr interessante Schichtenfolge erkennen, wie sie 


IT. 211 


80 mannigfaltie nirgend anderswo im Bereiche der Korycaner Schichten anzu- 
treffen ist, und in der Zukunft geeignet sein wird zu einer Durchführung; von 
Unterabtheilungen Anhaltspunkte zu geben. 

Auf hellrothem porfyrartigem Gesteine liegt bei den letzten Häusern. des 
Dorfes eine nur wenige Zoll mächtige Schichte eisenschüssigen Quadersandes, dem 
ein grauer lettiger Schieferthon von circa 1 Klafter Höhe aufgelagert ist, in dem 
der Ausbiss der -schönen Pechkohle zu Tage geht, die zu wiederholten Schür- 
fungen Veranlassung gab und welche zum Theil selbst tragisch endeten, indem die 
bei den Bohrversuchen ausstrümenden Gase mehrere Arbeiter tédteten, In der 
Kohle wurden die schönen grossen dunkelbraunen Bernsteine gefunden, die das 
böhm. Museum- besitzt. 

Eine festere thonige Bank voll von Pflanzenstengeln, welche. die. Masse 
nach allen Richtungen hindurchkreuzen, beschliesst diejenigen Schichten, die wir 


als Süsswassergebilde zu den Perucer rechnen dürfen. 


Nun folgt eine Anzahl von sandig-kalkigen festeren Bänken, die mit mür- 
beren Schichten abwechseln ; die erste Bank enthielt: 


Pleurotomaria sp. (Steinkern, grösser 


als Dumonti, aber unbestimmbar.) 
Turritella cenomanensis, D’Orb. 
Nerinea longissima, Reuss. 
Natica vulgaris, Reuss. 
Voluthilites elongata, Stol. 
Rostellaria calcarata, Sow. 
Cardium pustulosum, Mün. 
Cardium Hillanum, Sow. 
Arcopagia radiata, D’Orb. 
Tellina sp. 


Die darauf folgende zweite 


Pholadomya `n. sp. (sehr ähnlich’ der 
Ph. caudata aber mit gekérnten 
Rippen). 

Mytilus ornatus, Miinst. 

Avicula (cf. Moutoniana D’Orb.) 

Pinna quadrangularis, Goldf. 

Inoceramus striatus, Mant. 

lixogyra columba. 

Serpula (plexus). 

Geinitzia cretacea. 


festere Bank ist leerer Sandstein aber die 


etwa 6 Schuh höher gelegene dritte ist reich an Petrefakten und gleich an der 
Oberfläche wegen massenhaften Auftretens einer Serpula auffallend. Sie enthält: 


Callianassa Tourtia, Fr. 
Turritella cenomanensis, D’Orb. 
Nerinea longissima, Reuss. 
Rostellaria calcarata, Sow. 
Voluthilites elongata, Stol. 
Natica Sp. 

Cardium Hillanum, Sow. 
Cardium pustulosum, Miin. 
Venus subdecussata, Rom. 


Abermals 6 Schuh höher liegt 


Cuculea sp. 

Panopea (ef. plicata). 

Lucina lenticularis, Golde. 

Cyprina sp. 

Pholadomya n. sp. 

Mytilus ornatus, Miin. 

Avicula (cf. Moutoniana D’Orb.) 
Inoceramus striatus, Mant. 
Weidenblätter und Geinitzia | cretacea. 


eine zweite mit Serpulen erfüllte Schichte, 


14* 


112 n 


die vierte. Unverwitterte Stücke haben als Kern dunkel-bläulichen Kalkstein der 
ziemlich fest ist. 

Die Petrefakten stimmen meist mit den in der dritten Schichte gefun- 
denen, aber es kommen neu dazu: 


Callianassa Tourtie, Fr. Lueina lenticularis, Goldf. 
Turritella cenomanensis, D’Orb. Cuculea glabra, Low. 
Turritella sp. Pholadomya n. sp. 

Nerinea longissima, Reuss. Leguminaria (cf. truncatula Reuss.) 
Volvaria sp. Avicula (ef. Moutoniana). 
Trochus (cf. atierianus). Pectunculus ventruosus, Gein. 
Rostellaria calcarata, Sow. Nucula (ef. pectinata). 
Pleurotomaria sp. Pecten sp. 

Natica vulgaris, Reuss. Inoceramus striatus, Mant. 
Cardium Hillanum, Sow: Exogyra columba. 

Cardium pustulosum, Mün. Ostrea sp. 

Arcopagia radiata, D'Orb. Annomia sp. 

Panopea (cf. plicata). Terebratula phaseolina, Schl. 
Venus plana. Serpula (ef. plexus). 


Venus immersa. 


Ueber einer mehrere Klafter mächtigen glaukonitischen Sandschichte, in 
welcher eine leere feste Sandbank sich befindet, liegt eine etwa 10 Zoll starke 
glaukonitische Kalkbank, welche wohl Trümmer von Austernschalen und Cidariten- 
stacheln enthielt, aber keine einzige bestimmbare Art. 

Jetzt folgt erst der glaukonitische Sandstein, den wir in Smréek gesehen 
haben und mit dem er gewiss einst im Zusammenhange war. 

Er enthält zwei festere Bänke, die Petrefakten führen, die erste lieferte: 


Jardium Hillanum, Sow. Exogyra columba. 
Trigonia sulcataria, Lam. Cidaris vesiculosa, Goldf. 


Cuculea (glabra). 


Die zweite: 


Turritella cenomanensis, D'Orb. Cuculea glabra, Sow. 
Cardium Hillanum, Sow. Pectuneulus ventruosus, Gein. 
Venus (ef. plana Gein.). Inoceramus striatus, Mant. 
Venus immersa, Sow. Ostrea carinata, Lam. 

Venus subdecussata, Róm. Exogyra columba. 


Den Rand des Plateaus nehmen 3—4 Klafter mächtige Weissenberger 
Pläner ein, die ganz in petrographischer Beziehung, sowie in der Petrefaktenarmut 
mit dem übereinstimmten, den wir auf den Anhöhen um Prag zu sehen gewohnt 
sind. (Ich fand blos ein Aestchen von (Geinitzia cretacea.) 


П. 218 


Der ganze dem Korycaner Horizont angehórende Schichtenkomplex füilt 
gegen Norden ein. Man kann ihn ganz deutlich wieder Schichte für Schichte 
bei dem Dorfe Kostelee beobachten, aber unterhalb des Ortes Skála verliert er 
Sich unter dem Pläner, der hier die bedeutende Stärke von mehr als 10 Klaftern be- 
sitzt. Umweit des beim Bache stehenden Kirchleins trifft man nur etwa 2 Klftr. 
glaukonitischen Sandsteines, in dem Bänke voll оруға columba nebst einzelnen 
Cardium Hillamum: eingelagert sind; darauf liegen etwa 6 eines Gesteines, das 
einen Uebergang aus dem glaukonitischen Sandsteine in den fast ganz petrefakten- 
leeren Pläner darstellt. Weiter gegen Norden verschwinden die Korycaner Schichten 
ganz unter dem Schutt, der sich alljährig durch das Herabstürzen der steilen 
Plänerwände am Fusse des Abhanges gebildet hat. 

Verfolgt man weiter den Rand des einstigen Kreidemeeres gegen Osten 
hin, so findet man bis an die mährische Grenze und in Mähren selbst keinen pe- 
trefaktenführenden Punkt, und kann dem Verlauf der Korycaner Schichten bloss 
nach den glaukonitischen Letten und Sanden folgen, die an vielen Punkten zwi- 
schen dem Perucer Pflanzenquader und dem Weissenberger Pläner einge- 
lagert sind. 

Man findet sie bei Budislav östlich von Proseé nur schwach angedeutet, 
aber bei Svojanov am Wege nach Studenec schon etwas besser entwickelt. (Fig. 50.) 

Dort ist das Profil folgendes : 


а) Urgebirge; b) glaukonitischer Sandstein mit erdigen Spongiten; с) Uebergang in Pliner nach 
unten mit einer Schichte von Braune‘senstein; d) Weissenberger Pliner; е) kalkiger Pliner; 
f) Glaukonitischer plattenförmiger Pläner der Malnicer Schichten. 


In ganz ähnlicher Weise setzen sich die Korycaner Schichten nach Mähren 
fort und ich fand zwischen Lettovic und Boskovic an einer Anhöhe welche „Pi- 
ела“ heisst, an einem Profile (das schon von Prof. Reuss beschrieben wurde) 
die glaukonitische Schichte wieder über den Perucer Schichten gelagert und vom 
Weissenberger Pliner überlagert. 


Auf permischem Untergrunde folgt eine dünne Schichte von plattenför- 
migem Sandstein, darauf ein kohlenführender Schieferthon und ein grauer Quader- 
sand der Perucer Schichten, darauf folgt der Grünsand der die  Korycaner 


214 I, 


Schichten repräsentirt und darauf folgen gelbe Baupläner, die von den Weissen- 
berger Plänern kaum zu unterscheiden sind. (Fig. 51.) 


Fig. 51. 


Písečná bei Lettovic. 


N 


WN ; 
a) Permische Schiefer; b) Kohlenführende Schieferthone und c) Quadersand der Perucer Sch. ; 
d) Grünsand der Korycaner Schichten; e) Weissenberger Pliner. 


Gegend von Hnatnic, Hořic, Jičín, Liebenau und Pankrae. 


Der Grünsand kehrt aus Mähren mit demselben eintönigen Habitus und 
konstanter Petrefaktenleerheit nach Böhmen zurück, wo er sich längs eines sehr 
markirten Bergrückens von Königsfeld über den Steinberg nach der Ruine Lands- 
berg hinzieht. Zahlreiche Steinbrüche entblóssen ihn längst der steilen, gegen 
Nordost abfallenden bewaldeten Lehne, aber ausser zahlreichen Spongiten und 
Fucoiden ist nichts von Versteinerungen zu erspehen. 

Erst bei Hnatnic erhält man in den grossen Steinbrüchen, welche die 
ganze weite Umgebung bis nach Mähren hin mit ausgezeichnetem Bausandsteine 
versehen, Aufschluss über den paläontologischen Charakter dieser Grünsande. 

Die Entblössung in dem einen Steinbruche zeigt, dass auf dem permischen 
Untergrunde eine 2 Klafter starke Bank von feinkörnigem schwach glaukonitischem 
Sandstein liegt, in welchem Pecten asper als alleinige Versteinerung zu finden ist. 

Darauf liegen 3 Klafter grobkörnigen Sandsteines, in welchem Steinkerne 
von Ostrea carinata sehr häufig sind und ausserdem undeutliche Reste von Perna, 
Myoconcha, Venus und Jnoceramus wahrzunehmen waren. Aber Pecten asper 
konnte ich in diesen oberen Schichten nirgends zu Gesicht bekommen. 

Ein analoger Streifen Grünsandes mit Peeten asper zieht sich bei Lands- 
kron vom Schlossberg über den Kesselberg rechts von Michelsdorf hin. 

Von den Pottensteiner Bergen aus verliert man allen Anhaltspunkt für die Ver- 
folgung der Korycaner Sch. und findet ihre Spur erst oberhalb Jaroméf bei Prodl, 
von wo sie sich als giaukonitische, auf Pflanzenquader gelagerte Schichte, theils als 
eisenschüssiger Sandstein mit Pecten equicostatus und Pecten serratus, Nils., über 
Kukus gegen Kóniginhof hinziehen. An der Strasse von Werdek gegen Podhaj 
sieht man stark glaukonitische (aber leere) Schichten anstehen. 

Im Walde bei Weisstřemešná fand ich oberhalb der grossen Mühlstein- 
brüche (in Perucer Schichten) petrefaktenführende eisenschüssige Sandsteine, welche 
nachstehende Arten lieferten: 


IT. 215 


Cardium Hillanum, Sow. Exogyra lateralis, Reuss. 
Pinna quadrangularis, Goldf. Exogyra columba. 

Pecten sequicostatus, Lam. Rhynchonella sp. 

Perna cretacea, Reuss. Terebratula phaseolina, Lam. 


Die Quadersandsteine der Korycaner Schichten, welche bei Schwadowitz 
in so merkwürdigen Dislokationsverhältnissen angetroffen werden, wie es in der 
vorhergehenden Abhandlung des Prof. Krejčí (pag. 160.) beschrieben wurde, sind 
sehr arm an Petrefakten, denn ich fand darin bloss eine Exogyra, deren Stein- 
kerne kaum von der Exogyra columba zu unterscheiden waren, aber die Ober- 
fläche der Schale war mit mehreren hohen Längsrippen versehen und demnach 
wird es eine neue Art sein. 

Auf diesen Quadersanden liegen hier schwarz-graue Plüner, die wohl in 
ihrer unteren Partie auch noch zu den Korycaner Schichten gehóren, da ich darin 
Pecten orbicularis, Sow. und Janira cometa, d'Orb. ziemlich zahlreich gefunden 
habe. Die übrigen darin vorkommenden Arten sind wenig bezeichnend, sprechen 
aber nicht gegen obige Annahme. 


Die weiter oben liegenden mehr graueu und kalkigen Plüner gehóren schon 
jüngeren Plänern an, und enthalten Seaphites Geinitzii, Osmeroides Leve- 
sensis etc. 

Zwischen Königinhof und Jičín sind in den zwei mächtigen Zügen des 
Quadersandes Petrefakten sehr selten und falls welche vorkommen, sind es immer 
Pecten æquicostatus und Exogyra columba, welche überhaupt auf der ganzen 
Strecke bis Pankrac mit wenigen Ausnahmen die einzigen Petrefakten sind, nach 
denen man hier den marinen Quader von dem darunter liegenden Perucer Pflan- 
zenquader unterscheiden kann. Von petrographischem Standpunkte ist die Tren- 
nung dieser Glieder in der genannten Gegend nicht möglich. 


Die Steinbrüche aus der Umgebung von Mořic lieferten aus den tieferen 
Lagen Zapfen von Damarites und Blattabdrücke, aus den höheren Lagen: 


Pecten sequicostatus. Pholadomya n. sp. 


Gegen Jičín zu untersuchte ich noch die grossen Steinbrüche bei Ka- 
menic, wo ausser den oben erwähnten zwei Arten auch ein Abdruck eines grossen 
Ammoniten (wahrscheinlich cenomanensis) gefunden wurde. 

Die Nachforschungen nach ergiebigeren Fundorten bei Kisenstadtl, Libun 
und Rovensko blieben ohne Erfolg und auch die Steinbrüche bei Zatobit und am 
Fusse des Kozákov (bei der Radostny-Mühle) lieferten bloss Pecten equicostatus, 
Exogyra columba. und unkenntliche Steinkerne von Bivalven. 


Bei Liebenau liegt auf den steil aufgerichteten Sandsteinen mit Pecten 
@quicostatus noch eine ganze Reihe von verschiedenen Schichten, die noch zu den 
Koryeaner zu zählen sein werden, aber wegen Petrefakten-Armuth jetzt noch 
Schwer zu sondern und zu deuten sind. Das Profil wäre etwa folgendes : 


216 H 


Porfyr. Graue kalkige Schichte mit Exogyra 
Steile Sandsteinwände. columba. 
Graue knotige Schichte mit Arcopagia, Graue plänerige Schichte. 

Ostrea. Glaukonitische Schichten, 
Gelbliche Schichte mit Exogyra columba. Weiche gelbe Pläner (Weissenberger 
Graue mürbe. plänerige Schichten. tiefste Stufe). 


Okergelbe sandige Schichten. 


Längs des südwestlichen Randes des. Jeschkengebirges lagern sich die 
Iserschichten direkt an das Urgebirge, so dass man von den Korycaner Schichten 
nichts zu sehen bekommen bis am Trögelsberge bei Pankrac, wo wieder die Fort- 
setzung der steileehobenen Quadersandsteinbänke mit Pecten equicostatus auftritt, 
um bei Oybin nach Sachsen zu übertreten. 

Die Angaben über das Vorkommen verschiedener Arten bei Pankrac 
sind mit grosser Vorsicht aufzunehmen, da sich darunter auch Arten befinden, 
welche aus den nicht weit von hier horizontal anstehenden Chlomeker Sandsteinen 
herrühren.:Namentlich gilt das von Mamites intermedius von Neusorge bei Pankrac. 

Nur die in den Steinbrüchen am Trögelsberg gefundenen Arten sind den 
Korycaner Schichten angehörig: 


Pecten cequicostatus, in einer langen bei uns überall in Sammlungen von 
und einer breiten Varietät, findet Lehranstalten und, Privaten. findet. 
Sich schon in dem ganz groben Ge- Gervillia solenoides. 
rölle, das das Liegende der Wände Exogyra columba. 
bildet und ganz oben am Kamm an- Ostrea, 
steht. Von dieser Lokalität stammen Rhynchonella. 
die, zahlreichen ‚Exemplare, die man Spongites. 


In Sachsen sind die Korycaner Schichten auf mehreren Punkten entwickelt, 
namentlich die Kolfner Facies an den Lokalititen des Tunells von Oberau und 
des Plaunischen Grundes, wo sie bereits vor Jahren durch die Arbeiten des Prof. 
Geinitz in Dresden bekannt wurden. 


Die Gegend zwischen Tissa und Laun. 


Kehren wir von unserem Ausfluge nach Sachsen wieder nach Böhmen 
zurück, so treffen wir schon an der Grenze beim Dorfe Tissa die berühmte Lo- 
kalität, welche für die meisten Museen Exemplare der hier massenhaft vorkom- 
menden wohlerhaltenen Steinkerne geliefert hat. 

Dieselben stammen aus den rechts vom Wege nach den Konigswalder 
Steinbrüchen auf den Feldern umherliegenden Steinen, die man zum grössten 
Theile: "zusammengetragen und in grosse Terrassen geschichtet hat. Das Anste- 
hende des Gesteins konnte ich trotz emsigen Nachsuchens beim wiederholten: Be- 
suche der Lokalitüt nicht finden (auch nicht im Garten des Wirthshauses, wo Herr 
Schlónbach (Vater) einmal dieselben anstehend gesehen haben will) Es unterliegt 


п. 917 


aber desshalb doch keinem Zweifel, dass die an Korycaner Arten reichen Schichten 
an der Basis der malerischen Tissaer Wände liegen. Die Sandsteinterrassen selbst 
besitzen bloss Inoceramus labiatus und gehören demnach in das Bereich der 
Weissenberger Schichten. 

Da die früheren Untersucher dieser Lokalität Prof. Geinitz und Prof. 
Reuss, wie es nach den Petrefaktenlisten scheint, die Vorkommnisse der Kory- 
aner und Weissenberger Schichten theilweise gemischt haben, so will ich in 
Nachstehendem das von mir selbst Gefundene von dem früher Angeführten trennen. 

Nach etwa 6 Tagen Arbeit wurden in den Korycaner Schichten bei Tissa 
nachstehende Arten gefunden: 


Aptychus n. sp. Pectunculus ventruosus, Gein. 
Nautilus elegans. Das einzige Fragment, Cuculea glabra, Sow. 

was bisher in Böhmen als sicher zu Pinna diluviana, Gein. 

dieser Art gehörig nachgewiesen Myoconcha eretacea, D'Orb. 

wurde. Panopea plicata, Gein. 
Ammonites cenomanensis, Pictét. Arcopagia radiata, D'Orb. 
Turritella cenomanensis, D'Orb. Arcopagia ineequalis, D’Orb. (Psamobia 
Scalaria decorata, Gein. semicostata, Römer.) 
Rostellaria Parkinsonii, Mant. Tellina. 
Rostellaria ornata, D’Orb. Venus immersa, Sow. 
Rostellaria sp. Avicula anomala, Sow. 
Keilostoma conieum, Stol. Gervillia solenoides, Defr. 
Chemnitzia n. sp. Perna cretacea, Reuss. 
Voluthilites elongata, Stol. Inoceramus concentricus, Goldf. 
Natica vulgaris, Reuss. Janira quinquecostata, D’Orb. 
Conus cylindraceus, Reuss. Pecten squicostatus, Lam. 
Dentalium elabrum, Gein. Ostrea carinata, Lam. 
Cardium hillanum, Sow. Ostrea hippopodium, Nils. 
Lucina lenticularis, Goldf. Exogyra columba. 
Trigonia Sulcataria, Lam. Asterias. 
Nucula porrecta, Reuss. Serpula. 
Nucula impressa, Sow. Flabellina cordata. 


Auf den Feldern südlich vom Wirthshause liegen hie und da Bruchstücke 
eines kalkigen Gesteines, welches darauf hindeutet, dass hier auf den Gneisfelsen 
irgendwo die kalkige (Kolíner) Facies der Korycaner Schichten entwickelt sein 
dürfte, aber von der Ackerkrume verdeckt ist. 

An der böhmisch-sächsischen Grenze ist noch ein anderer interessanter 
Punkt wo Korycaner Schichten entwickelt sind und dieses ist der Spitzberg 
westlich von Peterswalde. 

Es ist hier eine kleine um eine Basaltkuppe gelagerte Partie Quader- 
sandes, in dem man im anstehenden Felsen nichts als grobknotige Spongiten 
findet. Um den Felsen herum liegen aber lose Blöcke von stark eisenschüssigem 
Conglomerate, welche zahlreiche Petrefakten enthalten: 


218 IT. 


Ammonites cenomanensis, Pictet. Exogyra reticulata, Reuss. 
Pecten decipiens, Reuss. Ostrea carinata, Lam. 
Pecten acuminatus, Gein. Ostrea diluviana, Linné. 
Spondylus sp. Gastrochena sp. 
Spondylus hystrix, Goldf. Cidaris vesiculosa, Goldf. 


Exogyra columba. 


Wahrscheinlich liegen diese den Korycaner Schichten angehórenden Con- 
glomerate an der Basis der Quadersandwünde, deren Alter vielleicht mit dem der 
Tissaer Wände übereinstimmen könnte. 

An der Strasse von Peterswalde nach Nollendorf trifft man zwischen 
Jungferndorf und Oberwald eine Quadersandsteinpartie, die auch zu den Korycaner 
Schichten gehört und ich fand in dem sonst petrefaktenarmen Gesteine eine eigen- 
thümliche Artengruppe : 


Lima aspera, Mant. Radiolites Saxonis, Gein. 
Pecten digitatus, Róm. Caprotina sp. 
Exogyra columba. 


Der Sandstein, in dem diese Petrefakten sich befinden, ist ohne Kalk, von 
grauweisser Farbe, ziemlich fest, und bildet festere Partien, beiläufig in der Mitte 
der 2—3 Klafter mächtigen Terrasse. 

Südlich von Nollendorf, stösst man auf eine Quadersandpartie die auf den 
Generalstaabskarten unter dem Namen „die Wand“ bezeichnet ist, und in der 
sich Steinbrüche befinden. Das anstehende Gestein zeigte, ausser sparsamen 
Exogyren keine anderen Petrefakten, aber auf der Fläche, die sich zwischen der 
Wand und zwischen Zuckmantel hinzieht, lagen (auf Bakulitenthonen der Prie- 
sener Schichten, die als neuere Ablagerung an die Basis der Wand angelagert 
sind) zahlreiche lose Blöcke, welche eben zu Bausteinen verarbeitet wurden. 

Die in denselben aufgefundenen Petrefakten scheinen auch auf Korycaner 
Schichten hinzudeuten, sind aber keineswegs wegen mangelhafter Erhaltung sicher 
zu bestimmen und nicht so bezeichnend, dass man nicht auch auf den Gedanken 
kommen könnte, dass diese Blöcke den Chlomeker Sandsteinen angehören und 
also ganz natürlich auf den Bakulitenthonen zu liegen hätten und also nicht bloss 
von der Wand herabgerollte Stücke wären: 


Venus sp. Inoceramus striatus, Mant. 
Pinna diluviana, Gein. Ostrea diluviana, L. 
Avicula (ef. Moutoniana, D’Orb.) Ostrea carinata, Lam. 
Lima aspera, Mant. Cardiaster sp. 

Pecten Nilsoni, Goldf. Catopygus sp. 


Janira cometa, D’Orb. 


^ 


Als Fortsetzung der „Wand“ sieht man die Quadersande sich als steil 


п. 219 


gehobene Schichten längs des Fusses des Erzgebirges über Liessdorf, Kulm, 
Graupen bis Klostergrab hinziehen. 

Petrefakten sind in den harten, oft ganz quarzitähnlichen Sandsteinen 
selten und in den ersten Jahren fand ich hier bloss ausser häufigen Exogyra co- 
lumba nur Inoceramus concentricus und Pinna. 

Der Umstand, dass hier in der Gegend und namentlich bei Rosenthal auf 
diesen Sandsteinen unmittelbar die Teplitzer Pliner aufgelagert sind, führte auf 
den Gedanken, ob diese Quadersande nicht etwa den Isersandsteinen angehören, 
und ich widmete daher im J. 1868 nochmal diesem Fundorte besondere Aufmerk- 
samkeit, kam aber zur Ueberzeugung, dass wir es hier auch mit Korycaner 
Schichten zu thun haben. 


Fig. O1. 


Steinbruch bei Rosenthal. 


4) Porfyr; b) Quadersand mit Exogyra columba; c) Petrefaktenreiche Schichte; d) Poröser Sand- 
stein mit Röhren ; e) Teplitzer Pliner; f) Braunkohlengebilde. 


In der Schichte с. fand ich: 


Avicula (ef. Moutoniana). Pecten acuminatus, Gein. 
Lima equicostata, Gein. Pecten septemsulcatus, Nils. 
Inoceramus striatus, Mant. Spondylus lineatus, Goldf. 
Pinna. Ostrea diluviana, L. 


i Diese Petrefakten fand ich hier hauptsächlich in den fast höchsten Schichten 
des Rosenthaler Steinbruches (Fig. 51 c.), auf welche hier noch ein poröser, von 
langen senkrecht auf die Schichte gerichteten paralellen Röhren durchzogener 
bräunlicher Sandstein folgt, der keine Petrefakten enthält und vielleicht als ein 
verkümmertes Aequivalent der Weissenberger Schichten betrachtet werden könnte. 


Südlich von Graupen betreten wir bei Weisskirchlitz ein Terrain, das 
durch die emsigen Untersuchungen des Prof. Reuss in der Ausdehnung über Te- 
plitz, Bilin und Laun bekannt wurde.) Es wird daher hinreichen nur anzuführen, 
dass der jetzt allgemein anerkannten Ansicht zufolge die von Prof. Reuss als 
Conglomeratschichten des Teplitzer Berges und des Bořen bei Bilin der untere 


* . m 
) Reuss Geognost. Skizzen aus Böhmen 1844. II. Band., pag. 59. 


220 а. 


Plänerkalk von Weisskirchlitz und von den Schillingen bei Bilin, dann den Hippu- 
ritenkalk von Kučlín in das Bereich der Korycaner Schichten gehören. 

Da die Lokalitäten selbst meist ganz ausgebeutet sind, und zum Theil im 
Laufe der Zeit unzugänglich wurden, so ist das von mir daselbst eingesammelte 
Material sehr unbedeutend und ich beschränke mich darauf, die von Prof. Reuss 
hier nach jahrelangem Sammeln gefundenen Arten aufzuzählen, die sich theils in 
der Biliner Sammlung, theils im k. k. Hofmineralienkabinet in Wien befinden. 

Bei Weisskörchlitz ist bei der Schweizermühle ein Porfyrhügel, auf dessen 
Spalten sich die kalkigen Schichten ganz ähnlich erhalten haben, wie bei Kolfn 
in den Gneisspalten. 


Man kennt von dort: 


Phyllodus cretaceus, Reuss. Exogyra reticulata, Reuss. 
Acrodus polydyctios, Reuss. Exogyra squamula, Reuss. 
Ilybodus. polyptychus, Reuss. Terebratulina chrysalis, Schl. 

" Dronni, Reuss. ? Terebr. carnea. 

: dispar, Reuss. , p semiglobosa. 

J serratus, Reuss. A lentoidea. 

p regularis, Reuss. Cidaris vesiculosa, Goldf. 

ү gracilis, Reuss. Cidaris armata, Reuss. 

M tenuissimus, Reuss. Cidaris exigua, Reuss. 
Notidanus microdon, Ag. Goniaster quinquelobus, Reuss. 
Gomphodus Agassizi, Reuss. Goniaster marginatus, Reuss. 
Carcharias priscus, Giebel. Bourguetocrinus elliptieus, D’Orb. 
Otodus rudis, Reuss. Apiocrinites ? 

P sulcatus, Gein. Cyathina cilindracea, Gein. 
Odontaspis raphiodon, Ag. Oculina gibbosa, Reuss. 
Pollicipes quadricarinatus, Reuss. Cricopora Reussi, Gein. 
Serpula fluctuata, Sow. Hornera carinata, Reuss. 
Serpula annulata, Reuss. Pustulipora echinata, Rom. 


In der Umgebung von Teplitz, am Kopfhügel bei Settenz und Janig, 
oberhalb Schönau beschreibt Prof. Reuss auch Kluftausfüllungen mittelst Konglo- 
meratschichten (Kolíner Facies) und führt von dort auch Petrefakten an, von 
denen die nachstehenden als die bezeichnendsten anzusehen sind: 


Otodus appendiculatus. Exogyra lateralis. 
Serpula gordialis. *. Cidaris clavigera. 
Lima Reichenbachi, Gein. Astrea multifida. *) 


Pecten serratus, Nils. 


*) Soeben beschreibt Dr. Schlónbach eine Caprina laminea von da. 


п. 291 


Die von dort ebenfalls angeführten Spondylus spinosus, Terebratula semi- 
globosa und Micraster coranguinum dürften einem höheren Horizont angehören, 
und das gemeinschaftliche Vorkommen mit echten cenomanen Formen zu- 
fällig sein. 

Der untere Plänerkalk von den Schillingen bei Bilin lieferte das pracht- 
volle Material an Seyphien und Bryozoen, das Prof, Reuss in seinem klassischen 
Werke, die Versteinerungen der böhmischen Kreideformation, abgebildet hat. Die 
versteinerungs-führenden Schichten trifft man daselbst ganz ähnlich, wie auf Ka- 
Majka, als kalkig-merglige Ausfüllung der Unebenheiten and Spalten der Gneis- 
felsen, aber die Lokalität ist nun so erschöpft, dass man nach langem Suchen 
jetzt kaum ein Dutzend Petrefakten findet, wo sie früher zu Tausenden herumlagen. 


Es wurden daselbst gefunden : 


Ptychodus latissimus, Ag. Terebrat. (latissima) dimidiata, Schl. 
Corax heterodon, Reuss. ? Ter. Mantelliana ? 

Otodus appendiculatus, Ag. Ter. gracilis - Terebratulina rigida. 
Pollieipes Bronni, Rom. (? Terebr. carnea). 

Pollieipes glaber, Rom. ? 5 semiglobosa. 

Serpula cristata, Duj. Crania parisiensis, Defr. 

Serpula Leonhardi, Reuss. Orania irregularis (vielleicht gracilis 
Serpula antiquata, Sow. Goldf.) 

Serpula gordialis, Schlb, Cidaris vesiculosa, Goldf. 

Serpula filiformis, Sow. Cidaris Sorignetti, Des. 

Serpula unilineata, Rom. (Коба Reuss) Cidaris armata, Reuss. 

Gastrochena tenuis. Goniaster quinquelobus, Reuss. 
Arca costellata (cuculea), Sow. (Micraster coranguinum) ? 

Area isopleura, Reuss. Bourguetoerinus ellipticus, Goldf. 
Lithodomus elongatus, Gein. Cyathina conica, Gein. 

(Cypricard. elong. Pusch.) Cyathina rudis, Gein. 

Lima aspera, Mant. Cyathina cylindracea, Gein. 

(? Spondylus spinosus.) Synhelia gibbosa, M. E. 

Spondylus truncatus, Lam. bei Reuss. Astrea distans, Reuss. 

4 capillatus d'Archiac. Isis foveolata, Reuss. 

» lineatus, Goldf. Diastopora serpulaformis, Rûm. 
Ostrea flabeliformis, Nils. Diastopora diluviana, M. Edw. 
Ostrea hippopodium, Nils. n gracilis, M. E. 

Ostrea capillaris, Reuss. ii pusilla, Reuss. 

Ostrea vesicularis, Link. H papillosa, Reuss. 

Exogyra lateralis, Reuss. 2 confluens, Reuss. 

Exogyra columba, Sow. » congesta, Reuss. 

Exogyra haliotidea, Sow. ` fasciculata, Reuss. 

Exogyra squamula, Reuss. (Aulopora ramosa, Reuss) Stomatopora 
Exogyra reticulata, Reuss. ramosa, Gein. 

Exogyra sigmoidea, Reuss. (Aulop. dichotoma, Reuss.) 


Anomia excissa, Reuss. М dichotoma, Gein, 


222 

Pustulipora madreporacea, Reuss. 
Cricopora Reussii, Gein. 
Ceriopora tubiporacea, Goldf. 


ч mieropora, Goldf. 
h mamilla, Reuss. 
h pygmea, Reuss. 
d incrustans, Reuss. 


(Escharina) Cellepora radiata, Gein. 
Cellepora elliptica, v. H. 


j velamen, Goldf, 
d Strehlensis, Gein. 
к irregularis, у. Н. 


5 hexagonalis, Mün. 
Scyphia furcata, Goldf. 


^ heteromorpha, Reuss. 

$ bifrons, Reuss, 

^ Benettiee, Gein. 

8 Mantelli, Goldf. 

ij isopleura, Reuss. 

» subreticulata, Gein, (Sc. Beau- 


monti, Reuss.) 


Cnemidium pisiforme, Mich. 
Cnemidium stellatum, Reuss. Cn. Reussi, 


Gein. 
^ acutum, Reuss. 
d conglobatum, Reuss. 
ў pertusum, Reuss. 


Manon verrucosum, Reuss. 


b Phillipsi, Reuss. 


a turbinatum, Röm. 
lj sparsum, Reuss. 
»  Mmiliare, Reuss. 

á tenue, Rómer. 

Ө Peziza, Goldf. 


Tragos globularis, Reuss. 
Achilleum formosum, Reuss. 
Achilleum glomeratum, Reuss. 
Spongia glomerata, Gein. 
Spongia ramosa, Mantell. 
Spongia ramea, Gein. 
Spongia cariosa, Reuss. 


Auch die wegen der zahlreichen Fischzähne bekannten Conglomerat- 
schichten am südlichen Fusse des Boren gehören zu den Korycaner Schichten, da 
die meisten der Fischarten auch in den wirklich Korycaner kalkig-mergligen 
Schichten der Gegend yon Kolin und Cäslau wiedergefunden wurden. Prof. Reuss 
führt vom Doten nachstehende Arten an: 


Pycnodus scrabiculatus, Reuss. Otodus appendiculatus, Ag. 


и semilunaris, Reuss. Oxyrhyna angustideus, Reuss. 
Spherodus tenuis, Reuss. j Mantelli, Ag. 
Gyrodus mamillaris, Róm. Lamna undulata, Reuss. 

i quadratus, Reuss. Odontaspis raphiodon, Ag. 


Pecten affinis, Reuss. 

Ostrea minuta, Róm. 
Rhynchonella dimidiata, Schlb. 
Corax heterodon. Terebratulina rigida, Schl. 
Corax obliquus. Cidaris vesiculosa, Goldf. 
Scylliodus (Scyllium) Humboldti, Reuss. Cidaris Sorignetti, Des. 
Seylliodus crassiconum, Reuss. ? (Micraster coranguinum). 
Squatina Mülleri, Reuss. 


Acrodus triangularis, Gein. 
Ptychodus latissimus. 
Ptychodus mamillaris, 


Wirkliche Conglomeratschichten (Pfemyslaner Facies) beschrieb Prof. 
Reuss vom südlichem Fusse des Trippelberges bei Kuélin (pag. 65), wo er in 


IT. 223 


einer kleinen nur 1 Fuss breiten, nach unten sich auskeilenden Gneisspalte nach- 
stehende Petrefakten fand: 


Serpula filiformis, Sow. Lima squicostata, Gein. 
Ammonites (rhotomagensis) сепота- Lima Reichenbachi. 

nensis, Pictét. ? (Lima elongata, Sow.) 
Eulima arenosa, Gein. Lima aspera, Mant. 
Nerinea Geinitzii, Goldfuss. Lima levissima, Reuss. 
Acteonella lovis, Reuss. Spondylus striatus, Goldf. 
Natica canaliculata, Sow. Ostrea diluviana, L. 
(Natica) Nerita dichotoma. Ostrea subplicata, Gein. 
Nerita nodosa, (Gein.) m. Ostrea vesicularis, Lam. 
Pleurotomaria gurgites. (Terebratula rostrata) -Rhynchonella. 
(Strombus) Oyprea bullaria, m. Rhynchonella dimidiata, Schl. 
Strombus gracilis, G. (Pterocera) R. Terebratulina chrysalis, Schl. 
Stromb. G. (Rostell) gigantea, Reuss. Caprina laminea, Gein. 
Fusus nodosus, Reuss. Hippurites undulatus, Gein. 
Serpula amphisbiena, Goldfuss. Hippurites subdilatatus. 
Panopea sinuata, Reuss. 5 elipticus, Gein. 
Lyonsia elongata, Reuss. o Germari, Gein. 
Cardium alutaceum, Münst. К falcatus, Reuss. 
Cardium alternans, Reuss. Cidaris vesiculosa, Goldf. 
Opis bicornis, Reuss. Cidaris (clavig.) Sorignetti, Des. 
Lueina lentieularis, Goldf. Pentacrinus lanceolatus, Röm. 
Cuculea glabra, Sow. Bourguetocrinus eilipticus, Goldf. 
? (Inoceramus latus) wahrsch. concen- Turbinolia centralis. 

tricus, Goldf. Harmodites cateniferus, Reuss. 
Pecten membranaceus, Nils. Astrea macrocona, Reuss. 
Pecten acuminatus, Gein. Astrea paralella, Reuss. 


Da an dieser Lokalität kaum mehr eine Spur dieses Vorkommens zu 
finden ist, so zog ich es vor, diese Facies anstatt Kuéliner lieber Pfemyslaner zu 
nennen, weil an dem letztgenannten, bei Prag gelegenen Orte dieselben Verhält- 
nisse in grossartigem Masstabe entwickelt sind, und wohl die Paläontologen ei- 
niger Jahrhunderte nicht diese reiche Fundgrube auszubeuten im Stande 
sein werden. 

In der Gegend von Laun sind die Korycaner Schichten nirgends ent- 
wickelt, denn wie schon früher erwähnt wurde, gehört der Grünsand von Čenčice 
und Malnic, sowie der untere Plänerkalk am Egerufer bei Laun und die Exo- 
8yrensandsteine von Malnic nicht in das Bereich der cenomanen Bildungen, wie 
es früher angenommen wurde. 

Bei Kaaden kommen nach Angabe des Prof. Reuss auch noch Schichten 
mit Exogyren vor, doch hatte ich bisher nicht Gelegenheit, die Lokalität zu 
besuchen. * 


I1. 


Am Berge Džbán ist ihr Horizont durch eine etwa 3° mächtige Lage von 
mürbem Grünsand angedeutet. 

Zwischen Schlan und Smetna findet man an einer Stelle auf Pflanzen- 
quader eine Schichte eisenschüssigen Sandsteines mit undeutlichen Steinkernen 
marinen Petrefakten, die den Korycaner Schichten angehören dürften. 

In der Gegend von Schlan, Kladno, sowie weiter gegen Prag bei Knovis 
und Stfedokluk konnte ich keine deutlich entwickelten ` petrefaktenführenden 
Schichten zwischen dem Pflanzenquader und dem Weissenberger Pläner entdecken 
und überall, wo eine Entblössung der Schichten zu finden ist, trifft man den Ho- 
rzont der Korycaner Schichten bloss durch glaukonitische sandige Schichten 
reprásentirt. 


Die Gegend von Lobosie, Libochovie und Budin. 


Indem wir bisher fast immerwährend nur am Rande unserer Kreidefor- 
mation den ersten marinen Ablagerungen gefolgt sind, müssen wir nun etwas in 
das Innere derselben eindringen, um diejenigen Gebilde zu betrachten, welche sich 
theils auf Urgebirgspartien angelagert haben, die aus dem einstigen Kreidemeer 
inselartig hervorragten, oder durch grosse Dislokationen aus der Tiefe, in der sie 
ursprünglieh abgesetzt wurden, gehoben wurden, so dass sie jetzt in den inneren 
Theilen der Formation anstehend getroffen werden, wo man sonst nichts von ihnen 
zu sehen bekommt. 4 

Unweit von Mileschau fand ich, dass die zwischen Velemin und Woparn 
entwickelten Quadersande direkt auf Gneis aufgelagert sind, und in den an 2° 
mächtigen, stark senkrecht zerklüfteten Wänden keine Petrefakten enthalten, 
sondern dass dieselben erst in dem auf denselben liegenden 2'/, mächtigen Con- 
glomerate zu finden sind, und zwar Pecten equicostatus, Ostrea diluviana, A: 
gyra columba. 

Dieses Conglomerat wird von wenig starken | Weissenberger. Plänern 
überlagert. 

Am rechten Elbeufer, zwischen Gross-Öernosek und Libochovan, findet 
man die Korycaner Schichten an mehreren Punkten entwickelt und es wurden die 
stratigraphischen Details bereits in der vorhergehenden Abhandlung beschrieben. 

Ich fand hier zwei Facies entwickelt und zwar eine conglomeratige auf 
einem Waldwege von der Hrddeker Kapelle, gegen das Elbethal, wo unmittelbar 
auf grünen Phylliten ein quarziges graues, stellenweise eisenschüssiges Gestein 
aufgelagert ist, in dem ich nachstehende sehr bezeichnende Arten vorfand: 


Turritella cenomanensis, D’Orb. Pecten acuminatus, Gein. 
Jardium Hillanum, Sow. Pecten decipiens, Reuss. 
Pectunculus ventruosus, Gein. Ostrea carinata, Lam. 
Lima Reitchenbachi, Gein. „ Exogyra columba, Sow. 
Inoceramus striatus, Mant. Cidaris vesiculosa, Goldf. 


Spondylus hystrix, Goldf. 


IT. 225 


Die Grundlage dieser petrefaktenführenden Schichte bildete eine zusam- 
menhängende Lage von Fucoiden. 

Die zweite, sandige Facies traf ich am steilen Elbeufer am Fusse des 
Strazisté-Berges, wo auf dem Urgebirge ein weicher, grünlicher, feinkörniger Sand- 
stein (ganz ähnlich dem von Kralup) gelagert ist, der Cardium hillanum, Exogyra 
columba cte. ete. enthält. 

Gehen wir auf das linke Egerufer über, so finden wir an den Rändern 
des grossen Raudnic-Perucer Plänerplateaus, die hier durch eine, in der vorange- 
henden Abhandlung des Prof. Krejčí beschriebene Dislokation gehoben sind, die 
Korycaner Schichten an mehreren Orten entwickelt. 

Am nördlichen Abhange, der sich oberhalb des Dorfes Prestavik erhebt, 
fand ich in einem Wasserrisse: 


Cardium Hillanum, Sow. Arcopagia inequalis, D’Orb. (Psamobia 
Lucina lenticularis, Goldf. semicost. Röm.) 
Venus faba. Trigonia sulcataria, Lam. 


Noch bezeichnender sind die Petrefakten, die man rechts am Wege von 
Charvatec nach dem Badeorte Mšeno in einem mürben grünlichen Gestein findet, 
das auf Pflanzenquader gelagert und vom Weissenberger Pläner überlagert ist. 

An dieser Stelle gewann ich zuerst die Ueberzeugung von dieser Lage 
der Schichten mit Trigonia sulcataria und Myoconcha cretacea, von der man 
Z. B. in Korycan selbst kaum einen Begriff bekommt, da sie dort direkt auf silu- 
tischem Gesteine aufruhen und von nichts als von Ackererde bedeckt werden. 

Ich fand in einem kleinen Steinbruche: 


Cardium pustulosum, Mün. Trigonia sulcataria, Lam. 
Cardium Hillanum, Sow, Pectunculus ventruosus, Gein. 
Lucina lenticularis, Goldf. Cuculea glabra, Sow. 
Myoconcha cretacea, D'Orb. Gervillia solenoides, Defr. 


Unterhalb der petrefaktenführenden Schichte liegt eine etwa 2^ dicke Lage 
von grauem Letten, welche ganz mit sandigen Fucoiden erfüllt ist, die nach Aus- 
waschung des Lettens sich von einander treaasn. 

Bei Libochovic findet man oberhalb des Ortes Poplz diesen grünlichen 
mürben Sandstein mit Cardium Hillanwm, C. pustulosum etc. wieder und es ist 
kein Zweifel dass sich dieser Repräsentant der Korycaner Schichten, wird längs 
der ganzen Lehne bis über Peruc, bei Gelegenheit günstiger Aufschlüsse zwischen 
dem Perucer Pflanzenquader und den Weissenberger Pläner nachweisen lassen. 


Die Gegend zwischen Tuchoméfie und Kralup. 


Auf dem Plateau zwischen dem Thale von Tuchoméfie und Votvovie sind 
die Korycaner Schichten direkt auf silurischen Felsen gelagert und von keinem 


15 


226 II. 


jüngeren Gliede der Kreideformation verdeckt, so dass sich hier eine vortreff- 
liche Gelegenheit darbietet ihren sehr wechselnden Habitus zu beobachten. *) 

Schon beim Orte Tuchoměřice trifft man am Rande der Anhöhe eine über 
3’ mächtige Dank von Lxogyra columba, denen nur spärlich Pecten decipiens und 
Terebratula phaseolina beigemischt ist. 

(Dieselbe Exogyrenbank werden wir in Holubic als tiefstes Glied der hier 
entwickelten Korycaner Schichten wieder finden.) 

Auf dem Wege von Tuchomöfic gegen Klein-Citovic, trifft man (auf dem 
Felde des H. Fingerhut) Sandgruben geöffnet, deren Profil nachstehendes ist: 

1. Ackerkrume. 

2. Grünlicher Sand. 

3. Feste Sandbank, stellenweise kalkig. 
4. Gelblicher Sand. 

5. Fetter, nasser, brauner Letten. 

Von Petrefakten waren bloss Stacheln von Cidaris vesiculosa und unbe- 
stimmbare Briozoen zu bemerken. 

Einige Hundert Schritt weiter ist im freien Felde ein Steinbruch geöffnet, 
in welchem gleich unter der Ackerkrume ein fester  röthlicher plattenförmiger 
Kalkstein gebrochen wird,» der aus lauter Muscheltrümmern besteht, aber von 
ganzen Petrefakten erhielt ich bloss Rhynchonella dimidiata, Schlb., Cidaris, 
Cardiaster ? 

Ueberschreitet man das Thal von Okof, so trifft man bei Hole abermals 
einen festen grauen Kalkstein aufgeschlossen, der in starken Bänken (nicht platten- 
formig) ansteht. Die häufigste Versteinerung ist Pecten decipiens, und zwar in 
Riesenexemplaren und mit Schale erhalten; ausserdem fand ich nur Trigonia sul- 
cataria und Cyprina sp. 

Auch über dem Votvovicer Thale sollen nach Prof. Krejéi’s Beobachtungen 
Korycaner Schichten an einzelnen Punkten, bei Budeé und oberhalb der Votvo- 
vicer Kohlenwerke zu finden sein. i 

Prof. Gümbel führt auch beim Schwarzen Ochsen und bei Statenic ana- 
loge Schichten an. 

Ueberhaupt kann man gewiss sein, dass die hier aufgezählten Fundorte 
noch nicht alle sind und dass man bei jeder Excursion beim Bau neuer Strassen 
und Öffnen von frischen Steinbrüchen sich immer mehr überzeugen wird, dass die 
Korycaner Schichten hier eine viel grössere Ausdehnung besitzen, als bisher an- 
genommen wurde. 

Viel mannigfaltiger zeigen sich die Korycaner Schichten bei Holubic ent- 
wickelt, wo sie durch zahlreiche in der Ebene aufgeschlossene Steinbrüche ent- 
blösst sind. 

In einem dieser Steinbrüche, welcher dem Herrn Schubert aus Votvovic 
gehört, war die Schichtenfolge am 11. Mai 1866 folgende: 


*) Mehrere der hier auszuführenden Lokalitäten, Holubic, Debrno sind schon von Prof. Reuss. 
in seinen Geogn. Skizzen kurz erwähnt und auch Bergrath Gümbel veröffentlichte seine An- 
sichten über diese Gebilde, 


I. 227 


1. Ackererde 2... Ny 
2. Erde mit kleinen Brachslücken von каа 
ӨШ MANO, РЦ al Ae e 3° 
3. Regelmässig gelagertes graues pläneriges Gestein 
mit Turritella cenomanensis . . . Mgr 
4. Risenschüssiger mit Sand gemischter Letten ‹ 9' 
5. Muschelbrescie (Spina). | . . vv... 1' 
6. Fester röthlicher Kalkstein stellenweise dem 
Koryeaner sehr'àhdlich . . : . . .. . 4! 
7, Conglomerat mit age LATO T 6^ 
ail LoseriSdndiqutoe BIO vos E 6^ 


9. Kalkige Bank mit einer tati von KN 
columba, unter denen auch einzeln Cardium 
Hillanum, Cardium pustulosum, Callianassa 


бирт оао зц фан 
10. Gemisch von Sand und Letten etwa . . . 1—2 


11. Kieselschiefer anstehend. 


Die Mächtigkeit und die mineralogische Beschaffenheit dieser hier aufge- 
zühlten Schichten ist sehr wechselnd und man findet in den angrenzenden Stein- 
brüchen nur mit Mühe die Aequivalente der einzelnen Schichten wieder. 

Für die Petrefaktenvertheilung zeigte sich ein verlassener Steinbruch als 
sehr belehrend, der unweit der zerfallenen Glashütte, die auf der Generalstabs- 
karte als ;Marienhain* bezeichnet ist. Das Profil ist folgendes: 


Ае е а мша BS ato ra 1‘ 
2. Grobes ABT be Ac wa 1/ 
ын denm. ашлар "73 ` Чайан её: Шла De 
4. Glaukonitischer Sand . . . . ; | T 
e 


5. Zerfallene gelbe Pläner mit Scyphien (Oputka 
genannt und in der Umgegend zum Diingen 
verwendet.) . . . . М 

6. Bläulicher Kalkstein, der auch unten ‘allmahlig 
in eine Muschelbrescie (Spina) tibergeht, und 
etwa 5 Petrefaktenlagen unterscheiden lässt. 

a) Lage mit vorwaltenden kleinen Ostreen \ 
b) Lage mit vorwalt. Avicula und Pecten. 
c) Lage mit vorwalt. Belemnites lanceolatus. 
d) Uebergang in die Muschelbrescie. ) 8“ 
е) Muschelbrescie in der sich nur äusserst 
selten an verwitterten Flächen ein 
wohlerhaltenes Petrefakt erkennen lässt. 


Im Ganzen wurden in diesen 5 Lagen des Nr. 6. gefunden : 
15* 


228 


Lamna. 

Oxyrhina Mantelli, Ag. 
Lamna subulata, Ag. 

Corax heterodon, Reuss. 
Otodus appendiculatus, Ag. 
Belemnites lanceolatus, Sow. 
Ammonites cenomanensis, Pictét. 
Rostellaria calcarata, Sow. 
Dentalium. 

Arcopagia inzqualis, D'Orb. 
Psamobia semicostata, D'Orb. 
Mytilus Cotte, Gein. 

Avicula glabra, Reuss. 

Lima sp. 

Pecten membranaceus, Nilss. 
Pecten orbicularis, Sow. 


7. Grünlicher Letten 


8. Fester Kalkstein entsprechend dem Nr. 6. der 


II, 


vorhergehenden Profils . 


Dieser enthielt an Petrefakten : 


Corax heterodon, Reuss. 
Cyprina. 

Pectunculus subpulvinatus, D’Arch. 
Arca. 

Venus. 

Cardium Hillanum, Sow. 
Myoconcha cretacea, D'Orb. 
Trigonia sulcataria, Lam. 
Arcopagia circinalis, D’Orb. 
Lima (cf. rectangularis, D’Arch.) 
Lima aspera, Mant. 

Lima pseudocardium, Reuss. 
Pecten laminosus, Mant. 

Pecten decipiens, Reuss. 


Die tieferen Schichten, die im Profile des Schubertischen Steinbruchs mit 


Pecten decipiens, Reuss. 
Lima Reichenbachi, Gein. 
Janira longicauda, D’Orb. 
Spondylus lineatus, Goldf. 
Ostrea vesicularis, Lam. 
Ostrea lateralis, Nilss. 
Exogyra haliotidea, Goldf. 
Anomia subradiata, Reuss. 
Rlıynchonella dimidiata, Schl. 
Terebratula phaseolina, Lam. 
Serpula semptemsulcata, Reich. 
Cidaris vesiculosa, Goldf. 
Scyphia. 

Chætites. 

Flabellina cordata, Reuss. 


Janira quinquecostata, D’Orb. 
Janira septemplicatus, Nils. 
Janira cometa, D’Orb. 
Anomia subradiata, Reuss. 
Exogyra columba. 

Spondylus lineatus, Goldfass. 
Ostrea diluviana, Linné. 
Ostrea operculata, Reuss. 
Annomia. 

"ania gracilis, Münst. 
Rhynchonella dimidiata, Sow. 
Radiolites saxonicus (socialis ?). 
Scyphia furcata, Goldf. 


Nr. 7—11 bezeichnet sind, waren nicht aufgeschlossen. 


Dieses Profil bietet Aussicht, dass es vielleicht später gelingen wird, in 
den Korycaner Schichten noch gewisse Petrefaktenzonen zu unterscheiden, doch 
lässt sich eine solche Sonderung jetzt noch nicht durchführen, da die Verschie- 
denheit der Lokalfacien, sowohl was das petrographische Aussehen, als auch die 
Artengruppirung anbelangt, die Sache sehr erschwert. 


П. 229 


Die bei dem роте Debrno befindlichen Korycaner Schichten wurden schon 
von Prof. Reuss (Geogn. Sk. II. p. 129.) beschrieben. 

Ich fand das jetzt aufgeschlossene Profil ziemlich mit dem von P. Reuss 
beschriebenen übereinstimmend: 

1. Ackererde 1. 

2. Erde mit Bruchstücken von Pläner und stellenweise mit glaukoni- 
tischem Sande 2’. 

3. Zerstörtes pläneriges Gestein 1/. 

4. Pläneriges fleckiges dünnplättiges Gestein mit Pecten membranaceus, 
Turritella 24. 
5. Grünlicher an den Klüften rother Lettenschiefer 5°. 
6. Muschelbreseie (Spina). 
7. Plattenförmiger Kalkstein mit zahlreichen Kieselschiefergerölle. 

In dieser Schichte und der unmittelbar darüber liegenden Muschelbrescien 
fand ich: 


Bee Spondylus hystrix, Goldf. 
Panopea ` undeutliche Steinkerne. Exogyra haliotidea, Goldf. 
Tellina Ostrea operculata, Reuss. 
Myoconcha cretacea, D’Orb. Kxogyra columba, Sow. 
Pectunculus sp. Deckel von Trochus. 
Modiola. Terebratula phaseolina, Schl. 
Trigonia sulcataria, Lam. (abgerieben). Rhynchonella dimidiata, Schl. 
Lima ? Micrabatia coronula, M. E. 
Peeten comans, Römer. Chatites. 

Pecten septemplicatus, Nils. Cidaris vesiculosa, Goldf. 
Pecten digitatus, Röm. Astrea paralella, Reuss. 
Pecten decipiens, Reuss. Radiolites Saxoniæ, D'Orb. 


Dan + . 
Pecten acuminatus, Gein. 


Kin auffallendes Beispiel davon, wie der Untergrund Einfluss übte auf die 
Beschaffenheit. der Meeresablagerungen, finden wir bei Kralup. 

Während wir gesehen haben, dass die Korycaner Schichten, wo sie direkt 
auf silurischen Felsen liegen, meist conglomeratig und kalkig sind, treffen wir sie 
nördlich oberhalb Kralup am Felsen Hostibejk, wo sie auf Steinkohlensandstein 
Selagert sind, als mürben grünlichen Sandstein entwickelt. 

Die Schichtenfolge hat bereits Prof. Reuss Geogn. Skizze II. p. 117. he. 
Schrieben und auch einige Petrefakten angeführt. 

Von den beiden Anhöhen von Kralup und Lobeč besitzt jetzt unsere 
Sammlung : 


quhtnonites cenomanensis, Pictet. Seallaria decorata, Gein. 
enda cenomanensis, D'Orb. Nerinea longissima, Reuss. 
Oluthilites elongatus, Stol. Natica vulgaris, Reuss. 


Rostellaria Parkinsonii, Mant. Cardium Hillanum, Sow. 


| 
| 
| 


e 


230 IT. 


Cardium pustulosum, Mün. Pectunculus ventruosus, Gein. 
Cyprina sp. Pinna diluviana, Gein. 
Venus sp. Pecten Nilsoni, Goldf. 
Lucina lenticularis, Goldf. Pecten virgatus, Nils. 
Arcopagia ineequalis, D’Orb. Pecten serratus, Nils. 
Panopea plicata, Goldf. Pecten :equieostatus, Lam. 
Nucula porrecta, Reuss. Ostrea carinata, Lam. 
Trigonia sulcataria, Lam. Exogyra columba, Sow. 
Clavagella (cf. cenomanensis, D’Orb.) Exogyra haliotoidea, Sow. 
Leguminaria truncatula, Reuss. Annomia truncata, Gein. 
Avicula Moutoniana, D'Orb. | Micrabatia coronula, M. E. 


Cuculea glabra, Sow. 


Die Gegend von Vodolka, Когусап, Lobkovie und Elbekostelee. 


Der Complex der Korycaner Schichten, den wir nun von Tuchomöfie bis 
Kralup verfolgt haben, setzt bei Chvatérub auf das rechte Moldauufer über, und 
das Dorf Zlontic steht schon auf Schichten, welche denen von Debrno sehr ähn- 
lich sind. 

Auf den silurischen Schiefern, welche mitten im Dorfe durch einen steilen 
Wasserriss entblósst sind, liegen kalkige und sandige Schichten mit zahlreichen 
Petrefakten und auf ihnen die fleckigen Pliner wie in Debrno und Holubie. 

Dann ziehen sich diese Schichten in der Richtung gegen Postrizin, wo 
sie in einem seichten Thale als mürbe Sande auftreten. 

Man bemerkt überhaupt, dass in dieser Gegend die Korycaner Schichten 
unter der Ackerkrume eine grosse zusammenhängende Fläche bilden, die gewiss 
mit dem am linken Moldauufer sich bis Tuchomöfic hinziehenden Plateau im Zu- 
sammenhang war, und die kleinen isolirten Partien, die bisher auf den Karten 
nur nach deutlichen Aufschlüssen angedeutet waren, werden füglich in ein zusam- 
menhängendes Ganze vereinigt werden können. 

In einem Steinbruche unterhalb Vodolka erscheinen die Korycaner Sch. 
als ein unreiner in unebene Platten gespalteter Kalkstein mit sehr wenig deut- 
lichen Petrefakten. 

Prof. Reuss führt bereits die riesigen Exemplare von Ostrea diluviana, an 
die hier gefunden wurden. 

Ich erhielt ausserdem von da noch Ammonites planulatus, und zwar ein 
kleineres Exemplar mit gut erhaltener Lobenzeichnung (ganz ähnlich den Exem- 
plaren von Essen die in dem Museum zu Dresden als Am. levesiensis bestimmt 
sind) und ein riesiges von 70 em. Durchmesser. 

Geht man von hier weiter nach Nordost, so hat man zwischen den Ort- 
schaften: Kopel, Korycan, Grossdorf und Čenkov eine Gegend vor sich, welche 
einen ungeheueren Reichthum an Petrefakten enthält. 

Das, was man in den stabilen Kalksteinbrüchen findet und in den Mauern, 
der Dörfer entdeckt, ist aber alles sehr gering und schlecht erhalten. 


IT. 231 


Von Zeit zu Zeit öffnen hier aber die Landwirthe im Winter auf ihren 
Feldern kleine Steinbrüche, um für ihren eigenen Bedarf Steine zu brechen, und 
schütten die Öffnung sodann wieder zu, um im nächsten Frühjahre das Feld 
zu bebauen. 

Diese gelegentlich aufgebrochenen Schichten liefern zuweilen eine erstaunliche 
Menge wohlerhaltener Petrefakten und die schönen Arten welche Prof. Reuss auf 
Taf. 44. abbildet, erhielt er bei einer solchen Gelegenheit. 

Als ich im Jahre 1858 die Gegend besuchte, war alles Suchen nach 
dieser von Prof. Reuss ausgebeuteten Stelle vergebens und ich musste mich mit 
etwa einem Dutzend von Petrefakten Steinkernen begnügen, die ich in den stets 
geöffneten Kalkbrüchen und in den zerfallenen Gartenmauern aufleste. 

Erst im Jahre 1865 wurde ein Feld des Herrn Mach aus Korycan ge- 
öffnet, das südwestlich von diesem Orte gelegen ist und die lang gesuchte Lage 
des Kalksteins lieferte, in welchem es von wohlerhaltenen Petrefakten wimmelte. 

Ich liess nun geraume Zeit bis zum Schlusse des Jahres 1866 daselbst 
arbeiten und schaffte auch eine Wagenladung des reichen Gesteines in das Museum 
nach Prag, wo dasselbe während der Wintermonate von meinem Petrefakten- 
sammler Josef Staska mit der grössten Emsigkeit verarbeitet wurde. 

Bald darauf wurde der Steinbruch verschüttet und das Feld mit Raps 
bebaut und man bemerkt nur nach den weisslichen Bruchstücken des Kalksteins, 
die in der Ackerkrume zerstreut sind, die Stelle welche die meisten in nachste- 


hendem Verzeichnisse angeführten Petrefakten lieferte. 


Ein Saurierzahn. 

Otodus appendiculatus, Ag. 

Lamna acuminata, Ag. 

Oxyrhina angustidens, Reuss. 

Corax heterodon, Reuss. 

Pyenodus scrobieulatus, Reuss. 

Fischwirbel. 

Callianassa Tourtio, Fr. 

Daumen von grossen Krabben. 

Serpula plexus, Sow. 

Serpula (cf. quinquecarinata, Róm.) 

Serpula n. sp. 

Serpula conjuncta, Gein. 

Serpula n. sp. (gross dreiseitig.) 

Serpula (ef. canteriata Hagenow.) 

Ammonites cenomanensis, Pietet. 

Scaphites zqualis, Sow. 

Scaphites Rochatianus, D'Orb. (Hamu- 
lina bei Stolička). 

Baculites baculoides, D’Orb. 

Turritella cenomanensis, D’Orb. 

Turritella (cf. multistriata). 


Scalaria decorata, Gein. (Scal. Dupi- 
niana D'Orb.) 

Keilostoma conicum, Stol. 

Kulima amphora, D’Orb. 

Eulima sp. n. (longa m.) 

Eulima sp. n. (gigas m.) 

Nerinea pauperata, D’Orb. 

Nerinea sp. (cf. Geinitzii). 

Acteon ovum, D'Orb. 

Acteon n. sp. (28 mm. lang in Form 
ühnlich dem Acteon elong. aber mit 
40 punktirten Linien versehen.) 

Avellana n. sp. (mit gekürbter Aussen- 
lippe). 

Avellana n. sp. (ef. D'Archiaciana) Die 
Punktstreifen sind im oberen Drittel 
der letzten Windung unregelmässig 
zuweilen fehlend. 

Rissoa ? 6 mm. lang, 2 mm. breit, sehr 
fein langsgestr. Windungen in äus- 
serer Form ähnlich der Eulima al- 
bensis, D’Orb. 


232 П. 


Rissoa ? cf. Eulima colliculus et rimata, 
Rickh. 

Litorina rotundata, Sow. 

Natica vulgaris (an. n. sp.). 

Natica canaliculata, Gein. 

Sigaretus n. sp. 

Neritopsis costullata, D'Orb. S 

Dejanira n. sp. (granulata, m.) mit 17 
Reihen grobknotiger Rippen. 

Dejanira n. sp. Ohne gestreifte Furchen 
mit 25 glatten Rippen. 

Dejanira (cf. Hórnesi) Wirbel flach, 
Schale ganz glatt, mit einem Zahn 
an der Spindel. 

Nerita nodosocostata, D'Orb. 

Nerita n. sp. mit prachtvoll erhaltener 
Farbenzeichnung (cf. Genus Stomatias) 
Unteres Drittel der letzten Windung 
glatt, sonst mit einfach gewölbten 
Rippen. 

Nerita plebeia, Reuss. 

Nerita dichotoma, (Natica dichotoma 
Gein.) 

Trochus Geinitzii, Reuss. 

Trochus eurygonius, Rykh. 

Trochus Reussii, Gein. 

Trochus canaliculatus, Reuss. 

Trochus pseudohelix, Reuss. 

Trochus colpotus, Ryckh. 

(Zahlreiche Deckel die hier gefunden 
werden gehören wahrscheinlich zum 
grössten Theile zu dieser Art.) 

Trochus п. sp. ähnlich dem T. pseudo- 
helix aber riesig 40mm, hoch, 30 
mm. breit mit deutlich ausgeprägter 
Längs- und Querstreifung. 

Liotia (cf. Turbo Mulletti, D'Arch.). 

Turbo n. sp. (cf. T. rhotomagensis D'Orb.) 
aber gedrungener und weniger aber 
grössere Warzen. 

Turbo (cf. tricostatus, D'Orb.) 

Tectarius skenites, Ryckh. 

)yprea! n. sp. (cf. Ovula prima, Rykh.) 

Solarium. moniliferum, Michelin. 

Rostellaria Parkinsonii, Mantell. 


Rostellaria ornata, D'Orb. 

Rostellaria (ef. Buchi, Münst.). 

Rostellaria sp. 

Pterocera gigantea, Geinitz. 

Pterocera gracilis, Reuss. 

Pterocera (cf. incerta, D’Orb.). 

Pterocera sp. 

Pterocera sp. 

Chemnitzia n. sp. 

Novum Genus? 

Pterodonta n. sp. 

Pterodonta n. sp. 

Voluthilites elongatus, Stol. 

Voluta Gasparini, D’Orb. 

Voluta sp. 

Pteroceras. Collegni, D'Arch, (ef. Pro- 
sopostoma ridens, Ryckh.). 

Fusus (cf. Nereidis, Münst.). 

Fusus (ef. Requienianus, D'Orb.). 

Colombellina n. sp. (ef. ornata, D'Orb.) 
Kin kleines Exemplar sehr einer 
Scalaria ähnlich, die grossen Exem- 
plare auf der Innenfläche der Mün- 
dung zwei schmale Falten, an der 
Aussenlippe 6 grosse Wulstzühne. 

Novum Genus (cf. Pterodonta vincta). 

Echinella (cf. skenidium, Ryckholt.) 

Purpura n. sp. (ef. religata, Ryckh.) 
hat aber statt 8 nur 4 mm. hohe 
Rippen. 

Fusus n. sp. 

Fusus n. sp. (cf. infracretaceus D'Orb.) 

Cerythium nassoides, D'Orb. 

Cerythium Requienianum, D'Orb. 

Cerythium n. sp. 

Cerythium n. sp. (aus der Gruppe des 
С. ornatissimum, D'Orb.) 

Cerythium n. sp. (ganz ähnlich dem 
C. limseforme, D'Orb. aber nur mit 
3 Knotenreihen statt 4. 

Cerythium belgicum, D'Arch. 

Acmea concentrica Reuss. 

Acmea n. sp. 

Acmea n. sp. 

Acmea tenuicostata, Reuss. 


Acmea plauensis, Gein. 

Einarginula semistriata, (Patella semi- 
striata, Münster bei Reuss.). 

Pileopsis? n. sp. 

Hipponix compressa n. sp. 

Hipponix (pinquis m.). 

Capulus ? 

Dentalium glabrum, Gein. 

Dentalium. *) 

Cardium alternans, Reuss. 

Cardium pustulosum, Reuss. 

Cardium (ef. gosaviense Zitt.). 

Cardium Hillanum, Sow. 

Crassatella Vindinensis, D’Orb. 

Cyprina (cf. crassidentata D’Orb.). 

Corbis rotundata, D’Orb. 

Lucina lenticularis, Goldf. 

Trigonia suleataria, Lam. 

Nucula impressa, Sow. 

Peetuncuius ventruosus, Gein. 

Pectunculus subpulvinatus, D’Arch. 

Arca costellata, Reuss. 

Arca Galliennei, D’Orb. 

Arca sp. 

Arca tenuistriata, Mün. 

Arca inclinata, Reuss. 

Mytilus ornatus, D’Orb. 

Mytilus Galliennei, D’Orb. 

Mytilus sp. 

Mytilus (semiradiatus, D’Orb.). 

Modiola n. sp. 

Myoconcha cretacea, D'Orb. 

Lithodomus (Fistulana ` pistilliformis, 
Reuss). 

Lithodomus rugosus. 

Lithodomus carantonensis, D’Orb. 

Gastrochena ostre®, Gein. 

Pholas n. sp. (ef. cornueliana, D’Orb.) 

. Clavagella cenomanensis, D'Orb. 

Leguminaria sp. 


233 


Panopea plicata, Goldf. 
Thracia (ef. gibbosa D’Orb.). 
Solen ? sp. 

Arcopagia (ef. gibbosa, D'Orb.). 
Tellina strigata, Goldf. 
Tellina n. sp. 

Tellina semicostata, G. 
Tellina n. sp. 

Venus immersa. 

Venus subdecussata. 

Venus ? 

Venus (ef. plana Sow.) 
Astarte gibba, Ryckh. 
Schizodus ? 


Mactra. 
Corbula elegans, Sow. 
Avicula. 


Inoceramus striatus, Mant. 
Lima (cf. Hopperi). 

Lima n. sp. 

Lima rapa. 

Lima n. sp. 

Lima n. sp. 

Lima (cf. undulata Desh.) 
Lima tecta. 

Lima Cottaldina, D’Orb. 
Lima Reichenbachi, Gein. 
Lima aspera, Mant. 

Lima equicostata, Gein. 
Pecten Nilsonii, Goldf. 
Pecten virgatus, Nils. 
Pecten orbicalaris, Sow. 
Pecten comans, Römer. 
Pecten acuminatus, Gein. 
Pecten cenomanensis, D’Orb. 
Pecten squicostatus, Lam. 
Janira quinquecostata, D'Orb. 
Pecten digitalis, Röm. 
Novum Genus. 

Spondylus lineatus, Goldf. 


*) Von Gastropoden führt Prof. Reuss einige Arten von Korycan an, die ich nicht aufzufinden 
im Stande war: Patella campanulata, Reuss. Natica notata. Pyramidella carinata, Reuss. 
Nerinea longissima. Die zwei letzteren fand ich an anderen nahe gelegenen Lokalitüten bei 
Кореё und Mlikojed. 


a 


234 П. 
Spondylus (cf. Coquandianus, D’Orb.). Caprotina sp. 
Exogyra columba. (Obzwar von diesem Fundorte gute 
Exogyra haliotidea. Rudistenreste mit grosser Mühe aus 
Exogyra conica, Gein. dem Gestein ausgearbeitet wurden, 
Ostrea vesicularis, Lam. so wird doch zu ihrer Erkenntniss 
Ostrea carinata, Lam. das oben angeführte reiche Material 
Ostrea diluviana, Linné. von Radovesnic wesentlich beitragen). 
Ostrea operculata, Reuss. Synhelia gibbosa, M. E. 
Annomia subradiata, Reuss. Cyathina explanata, Gein. 
Annomia (cf. immitans). Fungia sp. 
Annomia truncata, Gein. Astrea putealis, Gein. 
Crania gracilis, Münst. Astrea meandrinoides, Reuss. 
Terebratula phaseolina, Lam. Astrea parallela, Reuss. 
Rhynchonella dimidiata, Sow. Diastopora fasciculata, Reuss. 
Caprina sp. (cf. coquandiana, D’Orb.). Cidaris Sorignetti, D’Orb. 
Caprina. Cidaris vesiculosa, Goldf. 
Caprinella German, (Hippurites Ger- Catopygus carinatus. (C. columbarius, 

mari, Gein,). D’Arch.) 
Radiolites Saxonis, D’Orb Placopsilina cenomana, D'Orb. 
Radiolites? elliptica, D'Orb. (Sphieru- Scyphia furcata, Goldfuss. 

lites ellipticus, Gein.). ete. ete. etc. 


Nordwestlich von dem Hauptfundorte bei Korycan trifft man in dem Ein- 
schnitte der Eisenbahn zwischen Ouzie und Kopeé Schichten die in der Petre- 
faktenführung noch ganz mit den Koryeaner Kalken übereinstimmen, aber in pe- 
trographischer Beziehung schon einen Uebergang zu den sandigen Schichten von 
Zlosejn machen. 

Ich fand daselbst unter anderen : 


Fischwirbel. Rostellaria Parkinsonii, Mant. 
Scallaria decorata, Gein. Voluthilites elongata, Stol. 
Turritella cenomanensis, D’Orb. Cardium Hillanum, Sow. 

Nerinea longissima, Reuss. Pectunculus ventruosus, Gein. 
Nerita nodosocostata, D’Orb. Pecten acuminatus, Gein. ete. ete. 


Auffallend verschieden ist das Gestein der Korycaner Schichten bei Zlosejn, 
wo es ganz dem Sandsteine von Tissa gleicht, nur dass es mehr rostgelb ist. 

Die hier folgende Petrefaktenliste zeigt, dass man es hier nur mit einer 
anderen Facies der Korycaner Schichten zu thun hat, in weleher zwar die Ru- 
disten fast ganz fehlen, aber dafür die meisten Hauptleitpetrefakten wiederkehren. 
Es mögen sich diese sandigen Schichten an einer tieferen Stelle des Meeres unter 
minder günstigen Verhältnissen abgesetzt haben, als die vom Korycaner Kalke, 
die offenbar Ueberreste eines üppigen Thierlebens sind, das sich in den Spalten 
und an den Rändern der aus Felsit-Porfyr bestehenden Klippen ausgebildet hat. 


235 


Aus Zlosejn besitzt die Museumsammlung : 


Ammonites cenomanensis, Pictét. 
Turritella cenomanensis, D’Orb. 
Nerinea longissima, Reuss. 
Volvaria (Conus cilindraceus, Reuss.). 
Natica vulgaris, Reuss. 

» unicarinata, Gein. 
Rostellaria Parkinsoni, Mant. 
Rostellaria. 
Dentalium glabrum, Gein. 


or 


Dentalium sp. (35 mm. lang, 8 mm. 


breit, fein gestreift.). 
Cardium pustulosum, Münst. 
Cardium Hillanum, Sow. 
Lucina lenticularis, Goldf. 
Trigonia sulcataria, Lam. 


Solen æqualis, D'Orb. 
Leguminaria Sp. 

Panopea plicata, Goldf. 
Clavagella cenomanensis, D’Orb. 
Tellina plana, Rom. 
Tellina strigata, Goldf. 
Venus faba, Sow. 

Venus sp. 

Venus immersa, Sow. 
Corbula sp. 

Gervillia solenoides, Defr. 
Inoceramus striatus, Mant. 
Pecten virgatus, Nils. 
Pecten æquicostatus, Lam. 
Pecten Nilsoni, Goldf. 
Ostrea lateralis, Nils. 


Nucula porrecta, Reuss. 
Nucula impressa, Sow. Ostrea diluviana, Linne. 
Peetunculus umbonatus, Sow. Exogyra columba, Sow. 
Pectunculus ventruosus, Gein. Caprina sp. 

Pectunculus sublievis, Reuss. Serpula filiformis, Sow. 
Cuculea glabra, Sow. Mierabatia coronula, M. E. 
Arca sp. Trochosmilia compressa, M. E. 
Pinna sp. 


In der Nühe von Grossdorf findet man nur zahlreiche Steinkerne der häu- 
figeren Koryeaner Arten, und auch bei Kojetie, Lobkovic und Mlikojed fand ich 
in den Kalksteinen nichts für diese Schichten Neues. 

Ich beschränke mich daher bloss auf die Mittheiiung, dass im Dorfe Ko^ 
jetic beim Graben eines. Brunnens in einem elaukonitischen Letten schöne Exem- 
plare von Belemnites lanceolatus gefunden wurden. Diese Letten ziehen sich 
auch in die Gegend von Lobkovie und ich fand daselbst einmal zahlreiche Zähne 
von Odontaspis raphiodon. 

In östlicher Richtung gegen Elbe-Kostelec hin verlieren die Korycaner 
Schichten immer mehr an Kalkgehalt und vor der Stadt selbst traf ich in einer 
Sanderube nur noch einige laibfórmige kalkigsandige Coneretionen, die nachste- 
hende Arten lieferten: 


Turritella cenomanensis, D’Orb. Tellina sp. 

Rostellaria Parkinsoni, Mant. Lucina lenticularis, Goldfuss. 
Sealaria decorata, Gein. Spondylus lineatus, Goldfuss. 
Litorina sp. Pecten :equieostatus, Lam. 
Dentalium glabrum, Gein. Exogyra columba, Sow. 
Cardium Hillanum, Sow. 


| 


236 П. 


Weiter gegen Brandeis und Brazdim trifft man auch auf den Feldern in 
kleinen Steinbrüchen die Koryeaner Schichten meist von sandiger oder konglome- 
ratiger Beschaffenheit an, und es stehen dieselben dann unter der Decke der 
Ackerkrume und des Pläners mit den Schichten im Zusammenhange, die am An- 
fang dieser Abhandlung bei dem Kirchhofe in Chvala erwähnt sind. 


Die Gegend von Kné&ivka (Kleinherrendorf), Premyslany und Prag. 


Schreitet man von KnéZoves (Ilerrendorf) nach KnéZivka (Kleinherren- 
dorf) so folgt man dem Rande des grossen Plateaus, das sich von da gegen Prag 
hinzieht und man trifft am rechten Ufer des Baches eine Stelle, wo Sand ge- 
graben wird. 

Dieser mürbe Sand liegt auf Pflanzenquader und enthält Ostrea carinata 
und Rhynchonella dimidiata sparsam eingestreut. Nach oben hin liegen in diesem 
mürben Sande grosse glaukonitische sandige Kalkeoncretionen von platter Laib- 
form, welche eine Unzahl von Petrefakten enthalten, von denen Trigonia sulca- 
taria und Myoconcha eretacea zur genüge beweisen, dass wir es hier mit echten 
Korycaner Schichten zu thun haben. Von den daselbst im Jahre 1866 nach 
wochenlanger Arbeit aufgesammelten Petrefakten liessen sich folgende bestimmen : 


Odontaspis raphiodon, Ag. 

Oxyrhina sp. 

Coprolites (lang mit Fischschuppen 
erfüllt.). 

Turritella cenomanensis, D'Orb. 

Nerita nodosocostata, D'Orb. 

Natica vulgaris, Reuss. 

Delphinula tricarinata, D’Orb. 

Prosopostoma n. sp. (cf. sibillans Ryckh.) 

Trochus. 

Rostellaria Buchi, Münster. 

Rostellaria requieniana, D’Orb. 

Pterocera n. sp. 

Pterocera n. sp. (hat mit inflata D’Orb. 
in der Ornamentik eine grosse Aehn- 
lichkeit, ist aber im Habitus eher 
einer Turritella ähnlich.). 

Voluthilites elongata, Stol. 

Cardium Hillanum, Sow. 

Cardium pustulosum, Münst. 

Opis (ef. Annoniensis, D’Arch.) 

Lucina lenticularis, Goldfuss. 

Crassatella subgibosula, D’Arch. 

Cyprina quadrata, D’Orb. 


Trigonia sulcataria, Lam. sehr häufig, 
aber stets ohne Schale. 

Pectunculus sp. 

Cuculea n. sp. mit deutlicher Längs- 
streifung. 

Arca pholadiformis, D’Orb. 

Pinna quadrangularis, Goldf. 

Pinna n. sp. (mit kreisrundem Quer- 
schnitt). 

Myoconcha cretacea, D’Orb. 

'anopea plicata, Goldf, 

Pholadomia n. sp. (cf. designata, Gein.). 

Lithodomus. 

Clavagella cenomanensis, D’Orb. 

Arcopagia inzequalis, D'Orb. (Psamo- 
bia semicostata, Róm.) | 

Arcopagia radiata, D'Orb. 

Venus sp. \ 

Avicula anomala, Sow. 

Gervillia solenoides, Defr. 

Lima aspera, Mant. 

Lima (cf. Hopperi, Gein.). 

Lima sp. 

Pecten acuminatus, Gein. 


1. 287 


Pecten decemcostatus, Goldf. Urania gracilis, Mün. 
Pecten orbicularis, Reuss. Caprinella sp. 

Pecten sp. Serpula conjuncta, Gein. 
Spondylus lineatus, Goldf. Serpula plexus, Sow. 
Ostrea carinata, Lam. Flabellina cordata, Reuss. 
Exogyra conica, Gein. Micrabatia sp. 

Exogyra columba, Sow. Scyphia. 

Terebratula phaseolina, Lam. Vioa. 


Rhynchonella dimidiata, Schl. 


Diese petrefaktenreiche Schichte wird nach oben vom Planer des weissen 
Berges überlagert. 

Aın Ufer des Baches liegen Blöcke von Conglomerat, das aus grobem 
Kieselschiefergerölle und Exogyrenschalen zusammengebacken ist. 

Beim weiteren Verfolgen der entblössten Ränder des Plateaus gelang es 
mir bloss im Šárka Thale am Wege von der Jenerálka nach Tuchoméric eine 
Schichte rostgelben Sandsteines unter dem Weissenberger Pläner nachzuweisen, 
die durch häufiges aber alleiniges Vorkommen von Pecten decipiens, Reuss, sich 
als zu den Korycaner Schichten gehörig erweist. 

Uebrigens ist der uns beschäftigende geologische Horizont in der Gegend 
von Liboc, Tresovic, sowie auch längs des Weissen Berges bis nach Prag hinein 
nur durch eine bald mehr, bald weniger glaukonitische Sandschichte angedeutet, 
in der ich bisher nur bei Tfesovic Cardium Hillanum, Cardium pustulosum und 
Exogyra columba gefunden habe. 

Sehr deutlich sieht man auch die Einlagerung der Korycaner Schichten 
zwischen dem Pflanzenquader der Perucer Schichten und den Weissenberger Pläner 
auf dem Berge von Vidovle bei Jinonic, welche Partie in der Gegend von Prag 
die südlichste Lokalität der Kreidegebilde ist. 

Auf silurischen Schiefern liegen daselbst unmittelbar grauschwarze Schiefer- 
thone mit Cunninghamites, Didymosurus und zahlreichen Phylliten in einer Mäch- 
tigkeit von 1—2 Klaftern; dann folgen etwa 4 Klafter leere Sandsteine und dar- 
auf eine stark eisenschüssige Sandsteinschichte mit zahlreichen Steinkernen von 
Cardium Hillanım, Cardium pustulosum, Trigonia sulcataria ete., welche von 
Plänern der Weissenberger Schichten überlagert werden. 

Zum Schlusse bleibt uns nur noch die am rechten Moldauufer gegenüber 
von Roztok gelegene, von den übrigen Kreidegebilden ziemlich isolirte Partie von 
Premyslan zu betrachten. 

Prof. Reuss erwähnt schon in seinen Schriften, dass am rechten Moldau- 
ufer unweit des Dorfes Zdiby Conglomeratschichten vorkommen, welche sowohl in 
Petrographischer als in paläontologischer Hinsicht mit den von ihm unter diesem 
Namen beschriebenen Schichten bei Kučlín übereinstimmen. 

Ich untersuchte diese Stelle wiederholt und kann dieselbe nun als eine 
für das Verständniss der verschiedenen Facies der Korycaner Schichten äusserst 
belehrende Lokalität erklären. 


238 IT. 


Ersteigt man gegenüber von Roztok den kahlen abgerundeten Berg, der 
hier unter dem Namen „Holosmetky“ bekannt ist, so sieht man an einer Stelle 
den Anfang der Kreideschichten als wahre Strandbildung, nämlich ein Conglomerat 
von Korallen und Rudistentriimmern mit Kieselschiefergerölle. (Fig. 52.) 


Fig. 52. 


Premyslaner Wüldchen. Holosmetky. 


а) Silurische Schichten; p) Sandstein; %) Hippuriten-Conglomerat und grauer Kalkstein; j) Erdige 
Schichte auf der beim Wäldchen noch glaukonitischer Sand 9) und dann Letten folgt. 


Dieses Gestein liegt in einem losen eisenschüssigen Sande, wird in der 
Richtung gegen PiemySlany immer kompakter und kalkiger, die Kieselschiefer- 
gerölle werden kleiner und sparsamer, so dass in einem wenige Schritte vom Be- 
einn der Schichten geöffneten Steinbruche die Schichte, die als Conglomerat be- 
gann, bereits einen festen grauen Kalkstein darstellt, der dann immer mächtiger 
werdend sich in die Tiefe senkt. 

Im ersten Steinbruch ist das Profil: 

1. Róthliche Ackererde 2%. 

2. Grauer fester Kalkstein mit Exogyra columba, Cardiaster ? etc. 

3. Gelber loser Sand 6. 

Beim Pfemyslaner Wäldchen ist schon das Profil in dem dortigen Stein- 
bruche complicirter. 

1. Ackerde 1‘. 

2. Grünlicher an den Klüften röthlicher Letten 1. 

3. Glaukonitischer Sand 

4. Erdige Schichte, die nach unten runde Kalkknollen enthält. 

5. Mächtige nicht ganz aufgeschlossene Lage von grauem festen Kalk mit 
Exogyra columba etc. 

Bei Přemyšlan selbst findet man am Wege nach Chabry in einem Wasser- 
risse ein sehr schönes Profil, welches das Verhältniss der Korycaner Schichten 
zu den Perucer Pflanzenquadern deutlich erkennen lässt und auch für diese Lo- 
kalität bestätigt, dass die Korycaner Schichten jünger sind als die Perucer und 
nicht eine gleichzeitige lokale Bildung. (Fig. 53.) 

Das Profil ist nachstehendes : 


1. Silurische Felsen. 


239 


2. Grobes Conglomerat mit faust- bis kopfgrossen Kieselschiefergeröllen 


etwa 3° mächtig. 


3. Schwarzgrauen Schieferthon mit Kohlenfragmenten 1—2. 
4. Gelblicher mürber Quadersand 2 Klafter. 
5. Grauer Kalkstein mit zahlreichen Exogyren bildet eine vorstehende 


Decke 1 Fuss. 


6. Conglomerat mit nussgrossen Kieselschiefergeröllen. 


7. Glaukonitischer loser Sand. 


8. Pläner. 


Fig. 53. 


Profil längs des Weges von PremySlan nach Chabry. Premyslan. 


y $ e a S 3 
p. > SEN 


| Silurische Schichten; b) Conglomerat; c) Schieferthon mit Kohleaspuren; d) Quadersand (bed 
Perucer Schichten); A) Kalk mit Exogyra columba; /) Conglomerat; g) Glaukonitische Sande; 
(kf g Korycaner Schichten); A) Pliner des Weissen Berges. 


| Die in nachstehender Liste verzeichneten Petrefakten wurden zum Theil 
in dem grauen Kalke des Steinbruches im PfemySlaner Wäldchen gefunden, theils 
aus den Conglomeratschichten und kalkigen Platten zusammengesucht, welche in 
der Schlucht zwischen Klecänky und Pfemyslany herum liegen und in den halb- 
zerfallenen Gartenmauern angehäuft sind. 


Turritella sp. 
Nerinea longissima, Reuss. 
Nerinea Geinitzii, Goldf. 
Natica vulgaris, Reuss. 
Natica canaliculata, Gein. 
Nerita nodoso-costata, D’Orb. 
Trochus Geinitzii, Reuss. 
Pterocera gigantea, Gein. 
Fossospira n. gen. 
Rostellaria Buchi, Münst. 
Cerythium 2 
Fissurella n. sp. (ähnlich der jetzt le- 
benden Fissurella graeca.) 


\ 15 
Cardium alternans, Reuss. 


ИГЕ) H 
Cardium Hillanum, Sow. 


Opis (cf. Annoniensis, D’Arch.). 
Crassatella subgibbosula, D’Arch. 
Lucina lentieularis, Goldf. 
Panopea plicata, Gein. 

’anopea n. sp. 

)yprina quadrata, D'Orb. 
Trigonia sulcataria, Lam. 
Cuculea glabra, Sow. 
Pectunculus (cf. subpulvinatus, D'Orb.). 
Mytilus Galliennei, D’Orb. 
Mytilus (cf. siliqua, D’Orb.). 
Mytilus semiradiatus, D’Orb. 
Perna cretacea, Reuss. 
Myoconcha cretacea, D’Orb. 
Pinna (cf. Cottai)- 


nn 


240 


Pinna quadrangularis, Goldf. 
Arcopagia radiata, D’Orb. 
Avicula anomala, Sow. 
Gervillia solenoides, Defr. 
Inoceramus striatus, Mant. 
Lima (cf. Hopperi). 

Lima rapa, D’Orb. 

Lima n. sp. 

Lima n. sp. 

Pecten »quicostatus, Lam. 
Pecten orbicularis, Sow. 
Pecten acuminatus, Gein, 
Pecten (cf. decemcostatus, Münst.). 
Spondylus lineatus, Goldf. 
Ostrea conica, Gein. 

Ostrea n. sp. 


П, 


Ostrea diluviana, Linne. 

Ostrea carinata, Lam. 

Exogyra columba, Sow. 

Terebratula phaseolina, Lam. 

Rhynchonella dimidiata, Schl. 

Caprina (cf. Coquandiana). 

Caprinella Germari, D'Orb. 

(Verschiedene Rudistenreste ganz in 
demselben mangelhaften Erhaltungs- 
zustande als Steinkerne wie die aus 
dem  Hippuriten-Conglomerate von 
Kučlín.) 

Cardiaster sp. 

Astrea putealis, Mich. 

Porites Michelini, Reuss. 

Micrabatia coronula, M. H. 


Uebersicht der untersuchten Lokalitäten der Koryeaner Schichten mit Angabe der an 
denselben entwickelten Facien. 


— 


| Prosfk . 
| Hloupétín 
Chvala 
Jirna 
Nehvizdy . 
Molitorov . 


Radim 

| Planany 

| Chocenice 

| Velim . ан 
| Kolín („u Spejcharu“, „па Seblov- 


käch“ und e 
Stitary i 

Radovesnice . 

Zibohlav . Y anime 
Zwischen Radbor u. Bohouiovic. 
Nebovid . 

! Mezholez . 

Male&ov „т Heie os] 

| Kutná hora (Kuttenberg) 


B UU deinem pni resin ibi 


Sedlec . 


| 
| 


| Glaukonit, Sandige, | Kalk.-mergl. | Kalkige, | Conglomerat.| 
т il ak. Lou bn 
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241 
II. 


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| Glaukonit. | Sandige, |Kalk,-merkl.| Kalkige, | Conglomera 
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Kozákov (Radostný mlýn) Ke Ge i 
Liebenau . Я diu ЖЕ | 
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Spitzberg . " кз | 


Die Wand bei Arbesau. . . . | pr = P am 
Osentha] . . DU. à ge = T pn iis 
eisskirchlitz . . . . . . : { — — T deg 
RE ag? eg Ke | A л 
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Kučlín JE EE GE oor шу ES | — P a 
ШШЕ isk ew FO Ж | — т be 
E ee en + SH = = 
BEEN s oum di " AR "m SÉ = 
| Coa. м, a И BT + ш m - 
| Smečno . P ge | a > m 
| Peruc , | Ы | Së 
| Poplz , 


IT. 


Glaukonit. | Sandige, Kalk,-mergl. | Kalkige. | Couglomeral.. 
| | 
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Přestavlky - 1 ч | 
Charvatec + pu SE eae 
Budeč ch HIE + | | 
Tuchoměřice . ال‎ — | EEN 
Ciéovice | T | + bac. 
Holy uo "| - m | T | y | CH 
Holubice . e SE wë He, . 
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Kralupy . j | —- m ges > — | E 
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Zlosejn . | + | L E 
Vodolka nl welt М | t | AE 
Korycany . id a ES + ЖАКЕ. | 
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Kojetice . ў рат b + er 
Lobkovice, Mlíkojedy- à + si = ИШ e 
Labský Kostelce (Elbe- Kostelec) — 5 Le 
Pfemyslany . Du чы lige ët: GA + 
Kné2ivka . ki д: A7 Ir" E ШР 
Sarka . س‎ + ME dés 
Střešovice a t iL elt am t 
Bílá Hora (Weisser Berg) . + - 1. — n Е 
sd — т — س‎ —- 


Jinonice, Vidovle . 


Paläontologisch-veoloeische Notizen 


betreffend 


einige Fundorte in dem Gebiete der metamor- 


Phischen, tertiären und quaternären Formationen. 


L Ueber Eozoon bohemicum, Fr, aus den körnigen Kalk- 
steinen von Raspenau bei Friedland in Böhmen. 


Von Dr. Anton Frič. 


Es giebt ausser England wenig Länder, welche so günstige Gelegenheit 
zum Studium der älteren Formationen bieten wie Böhmen, und wenige, von denen 
auch so viel Licht über dieselben verbreitet worden wäre, wie durch Grafen 
Caspar Sternberg’s Flora der Vorwelt und durch Barrande’s Prachtwerk über das 
Silurische System es geschehen ist. 

Es muss daher einen jeden einheimischen Geologen mit freudigem Gefühl 
erfüllen, dass auch Böhmen wieder in die Reihe derjenigen Länder tritt, durch 
deren genaue Erforschung zur Lösung der für die Geologie hochwichtigen Frage 
„über das Vorkommen thierischer Reste im sogenannten Urgebirge“ beigetragen 
werden soll. 

Kaum hatte sich die Nachricht von der ungeahnten Entdeckung von Fora- 
miniferen, nämlich des Eozoon im unteren Laurentinischen System Amerikas in 
Europa verbreitet, so gelang es sowohl im Süden und Norden, als auch bald dar- 
auf im Osten von Böhmen diese Urversteinerung in ganz ähnlichen Lagerungsver- 
hältnissen wie in Amerika zu entdecken. 

Am 4. Jänner 1866 theilte Dr. Hochstetter der k. Akademie der Wissen- 
schaften mit, dass er das Eozoon im Kalke bei Krummau aufgefunden habe und 
am 29. Jänner desselben Jahres machte ich in der königl. böhmischen Gesellschaft 
der Wissenschaften die Mittheilung, dass es mir gelungen ist, das Eozoon in 
schönen Exemplaren im Ophicalcit von Raspenau bei Friedland nachzuweisen, 
worüber ich am 26. Februar einen ausführlicheren Vortrag hielt. 

Im Jahre 1867 fand ich am 15. Mai eine dritte Stelle wo Eozoon im Ur- 
kalke vorkommt, und zwar im östlichen Böhmen beim Dorfe Rychnov (Richenburg 
Im Chrudimer Kreis). 

Dieser Fundort ist schon in den Vorbemerkungen beschrieben. Das Eo- 
z0on-Vorkommen daselbst stimmt ebenfalls mit dem von Raspenau überein. *) 


in) In der Ausstellung in Paris fand ich in der preussischen Abtheilung (Kl. 40.) einen geschlif- 
fenen Kalksteinblock aus Oberhaselbach (Riesengebirge Schlesien) Kreis Landshut, welcher 
reich an Eozoon war und ganz mit dem von Raspenau übereinstimmte, er war als ein Lager 
von Kalk in Glimmerschiefer angegeben. Ausgestellt von Jul. Hayn in Hermsdorf. 


m Se 


ee 


SS 


ess 


d 


246 IT. 


Die Bedeutung des Erscheinens von thierischen Resten im Urgebirge 
dürfte aus nachstehendem geschichtlichen Ueberblicke klar werden. 


Es ist nicht einmal ein halbes Jahrhundert seit der Zeit verflossen, zu 
welcher die Anhánger der Lehre von der feurig-flüssigen Dildung des Erdkórpers 
sowohl das ungeschichtete als das geschichtete Urgebirge (Gneis, Glimmerschiefer, 
Urthonschiefer, Urkalk, Serpentin etc.) für das Resultat ihrer hypothetischen Glut 
erklärten und diese Erklärung als ein unumstössliches Dogma aufstellten. 


Spätere Forschungen haben allerdings diese Ansicht immer mehr und 
mehr unwahrscheinlich gemacht, und namentlich durch Auffindung von Versteine- 
rungen die Grenze der Urgebirge immer weiter und weiter zusammengedrängt. 

Aber selbst in der neueren Zeit wurde noch für Gneis, Glimmerschiefer 
und Granit der feurige Ursprung von vielen angenommen, während chemische 
Untersuchungen die Unhaltbarkeit dieser Ansicht darzulegen sich bemühten und 
das jetzige krystallinische Aussehen der genannten Felsarten als durch Metamor- 
phose von Wassersedimenten hervorgebracht erklärten. 


Vor allem wies das Vorkommen von Kalksteinlagern mit bituminösem 
Geruch und von eingelagerten Quarzgeröllen darauf bin, dass die Gneisfelsen nicht 
eruptiv sein können, indessen es fehlte zur vollständigen Durchführung des Be- 
weises das Vorweisen von Versteinerungen organischer Wesen aus dem Urgestein. 

Diesen erwarteten Beweis für den wässerigen Ursprung der im Gneis ein- 
gelagerten Kalksteine lieferte endlich das neu entdeckte Eozoon, welches im Lau- 
rentinischen System in Nordamerika aufgefunden wurde. 

Anerkannte zoologische Autoritäten, als Dr. Dawson aus Montreal in 
Amerika und Dr. Carpenter aus London, haben das Eozoon auf das sorgfältigste 
untersucht und dasselbe für einen riesigen Foraminiferen erklärt, der auf ehema- 
ligem Meeresgrunde riffbildend und incrustirend lebte. 

Diese Ansicht stiess aber sehr bald auf Opposition und vorzüglich waren 
zwei Mineralogen Prof. W. King und Dr. T. H. Rowney in London bemüht das 
Eozoon für eine zufällige mineralogische Bildung zu erklären. 

Die Frage, ob thierisch oder nicht, muss man daher jetzt noch als nicht 
gänzlich abgeschlossen betrachten, indem die bisherigen Beweise für die thierische 
Beschaffenheit bloss für specielle Fachmänner überzeugend, aber doch noch nicht 
so klar sind, um auch die Mineralogen zu überzeugen. 

Ich ging ohne Vorurtheil an die Untersuchung unseres einheimischen Eo- 
zoon und will die Thatsachen so darstellen, wie sich dieselben mir darboten; und 
wenn es auch jetzt meine Ueberzeugung ist, das dasselbe ein thierisches Wesen 
war, so werde ich nicht unterlassen, auch diejenigen Erscheinungen zu schildern, 
die mir während der Untersuchung für das Gegentheil zu sprechen schienen. 

Bevor ich zur speziellen Beschreibung schreite, will ich die Literatur dieser 
neuen Erscheinung zusammenstellen. 

1. Canadian Naturalist 1859, p. 49. enthält die erste Andeutung S. W. 
Logans über das Eozoon. 

2. Quarterly Journal of the Geological Society 1865 enthält: 


II. 24T 


a) On the occurence of organic remains in the Laurentian Rocks of Canada. 

By. Sir W. E. Logan. 

b) On the structure of certain organic remains in the Laurentian Limestones 
of Canada. By. J..W. Dawson. 
c) Additional note on the Structure and affinities of Eozoon canadense. By. 

W. B. Carpenter. 

d) On the Mineralogy of certain organic remains from the Laurentian rocks 
of Canada. By. T. Sterry Hunt. 

3. On the structur, affinities and geological position of Kozoon Canadense 
By. W. B. Carpenter. (Intellectual Observer May 1865. London.) 

4. On the origin and microscopic structure of the so called Eozoonal 
Serpentine. By. Prof. King and Dr. T. H. Rowney. (Geolog. Society of London 
Dec. 1865.) 

5. Ueber das Vorkommen von Eozoon im krystallinischen Kalke von 
Krummau im südlichen Böhmen, von Prof. Dr. Ferd. Hochstetter. (Sitzungsberichte 
der k. Akad. der Wissenschaften. 53 Band. 4. Jänner 1866.) 

6. Gümbel. Ueber das Vorkommen von Eozoon im ostbairischen Urge- 
birge. (Sitzungsberichte der k. Akad. d. W. in München 1866. 

7. Dr. Anton Frič. Ueber das Vorkommen von Eozoon im nördlichen 
Bóbmen. (Sitzungsberichte der kön. böhmischen Gesellschaft der Wissenschaften 
1866. p. 36. 

8. Prof. J. Krejčí. Zweiter Jahresbericht des Comités zur Durchforschung 
von Böhmen. 1866. p. 33. 

9. Prof. J. Krejčí. Die  laurentinische Eozoongruppe, in den Vorbemer- 
kungen zu den Arbeiten der geol. Sektion. pag. 17—20. 


Beschreibung dos Eozoon Bohemicum, Fr. 


А Die Eozoonhaltige Masse trifft man in den Steinbrüchen von Raspenau. 
in den tieferen Schichten eines jeden der daselbst entblóssten Kalklager theils 
ohne scharfe Begrünzung in den weissen und grauweissen Kalk eingesprengt theils 
In grossen Knollen mit schaliger Oberfläche eingelagert. 


a) Beobachtung mit freiem Auge. 

An den mit dem Hammer abgeschlagenen Handstücken erkennt man (nach 
Anfeuchtung) zwischen den reinen Kalkpartien eine weiss und grün punktirte 
Masse, die in der Regel von schwarzen Adern umgrenzt wird. 

Diese Masse ist eben das Eozoon, welches kleine Knollen von 1—2“ Breite 
bildet oder in unregelmässigen Zügen und Krusten (Putzen) durch die Gesteins- 
masse sich hinzieht. 


Fe ees 


248 IT. 


Im Inneren der Eozoonknollen finden sich oft Stücke von grauem Do- 
lomit (Taf I. Fig. 1., 2), welche vielleicht die Ausgangspunkte zur Bildung der 
Knollen lieferten. Hie und da sieht man auch Partien von weissem krystallinischem 
Kalkspath. 

Die Räume zwischen den Eozoonpartien werden meist von einem grünen 
durchsichtigen Silikat ausgefüllt. 

Viel deutlicher werden die Verhältnisse des Eozoon zu dem dasselbe um- 
gebenden Gestein an angeschliffenen Exemplaren sichtbar, von denen die nach 
der Natur angefertigten Farbenabdruckbilder Taf. I., Fig. 1., 2., 3. Schausstücke 
wiedergeben, wie man dieselben nur selten so schön erhält. 

In der Regel begrenzen 1—2'^ breite, schwarze fast undurchsichtige Si- 
licate, als Krusten, die Individuen von 1—2” Grösse, an denen man eine flache 
Basis und eine halbkugelig gewölbte Oberfläche beobachten kann. 

Der so begrenzte Raum wird zum grössten Theil von einer grünlichen 
Granulation ausgefüllt, die gegen die Ränder hin nur mit der Lupe wahrzunehmen 
ist, gegen die Mitte oder an der Basis aber schon mit unbewaffnetem Auge wahr- 
genommen werden kann. 

Diese Granulation ist die Kammerung des Eozoon und zwar diejenige Art, 
welche als „acervuline maner“ beschrieben wurde. 

Von den regelmässig geschichteten Lamellen, wie man dieselben am Æo- 
zoon canadense an der Basis der grossen Individuen wahrnimmt, ist bei unseren 
viel kleineren Exemplaren nichts zu sehen, und es scheinen denselben nur die 
grossen, in der Mitte oder an der Basis befindlichen Zellengruppen zu entsprechen. 

Dieses ist der Grund, wesshalb ich unser Eozoon als eine abweichende 
Art unter dem Namen bohemieum anführe. 

Das bairische (ozoon bavaricum, Gümbel.) stellt nur eine Art von Breccie 
zertrümmerter Eozoonriffe dar, wodurch es von dem kanadischen als auch von 
dem böhmischen abweicht. 


b) Beobachtung mit der Lupe. 


Wendet man eine mässige Vergrösserung zur Betrachtung der acervulinen 
Eozoon-Kammerung an, so gewahrt man, dass grüne rundliche Körper von ver- 
schiedener Gestalt in eine weisse Masse eingebettet sind. 

Die weisse Masse ist Kalkspath und wird für die Schale des Thieres 
gehalten. Taf. L, Fig. 4., 5. a. 

Die grünen Körner sind ein Silicat und wird als Ausfüllung derjenigen 
Räume betrachtet, die am lebenden Thiere mit weicher thierischer Substanz „Sar- 
code“ erfüllt waren. Taf. I., Fig. 4, 5. 0. 

Die Schalenwände haben nur an wenigen Stellen die Dicke von I— 1", 
mm., sind in der Regel nur 0,1—0,5 mm. stark, gegen die Peripherie des Indivi- 
duums meist nur mit dem. Microscope messbar. 

Die grünen Silicatkórner sind knollenartig an einander geháuft und sind 
meist mit einander verwachsen oder mit zarten Verbindungsfaden verbunden. Die 
grósseren Knollen messen '/—1 mm., die meisten 0.1 mm. 


II. 249 


Legt man die gekórnten Eozoonpartien in schwache Salzsäure, so ver- 
schwindet die weisse Substanz und es bleiben bloss Haufen der grünen Körner 
übrig, die bei Anwendung von mässigem Druck sich von einander trennen. 

Aetzt man angeschliffene Flüchen, so erhült man Exemplare, welche sich 
zum Naturselbstdruck eignen und Bilder liefern, an denen der Querschnitt des 
durch die Aetzung nicht angegriffenen Theiles (d. h. des die Kammern ausfül- 
lenden Silicats) dunkel erscheinen, während die weggeätzte Schale durch weisse 
Zwischenräume dargestellt wird. 


Fig. 54. 


Naturselbstdruck eines geschliffenen und geätzten Exemplars von Kozoon bohemicum. 
g H l 


c) Untersuchung mit dem Microscope. 


Ungeschliffene ausgeätzte Exemplare geben bei auffallendem Lichte 30mal 
vergrössert betrachtet Bilder, wie das auf Taf. IL, Fig. 1. dargestellte. 

An mehreren Stellen sieht man die abgebrochenen Verbindungskanüle als 
einander paralelle Stübchen an der Peripherie der Knollen hervorragen. 

Dasselbe gewahrt man viel deutlicher, wenn man die Knollenhaufen isolirt 
und mit 100facher Vergrösserung betrachtet (Taf. II. Fig. 2, 3, 4), denn ausser 
den meist zu drei parallel laufenden Ausfüllungen der Verbindungskanäle sieht 
man auch an der Oberfläche der Knollen feine Härchen ausstrahlen, welche man 
für die Ausfüllungen der Schalenporen hält. 

An feinen Schliffen bemerkt man bei durchfallendem Lichte (300fach ver- 
grössert), dass die Hauptmasse der Kalkschale von Spaltungslinien (rhombeedrischen) 
durchsetzt ist (Taf. II. Fig. 10. a.) und nur an den Berührungsstellen mit dem 
Silikat ein schmaler dunkler punktirter Streifen (5. umgeben ist, welcher bei 400- 
Maliger Vergrösserung einzelne unregelmässig stehende Oeffnungen (?) wahrnehmen 
lässt, (Taf. IL, Fig. 11. b.) 

Das Silikat ist ohne Struktur, lässt das Licht gut durch, und nur an den 
Ausfüllungen der Kanäle kann man bei 400mal. Vergrösserung eine Körnung der 
Substanz wahrnehmen. (Taf... II. ;Fig..6.) 


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250 IT. 


Sehr instructive Bilder erhält man, wenn man feine Schliffe ätzt, nach- 
dem dieselben bereits mit Canadabalsam am Glase befestigt sind, denn dabei werden 
die Verbindungsróhrenausfüllungen gut erhalten (Taf. II. Fig. 5. d. vergr. 100mal.) 


An dem ebenso behandelten Präparate, Fig. 8. sieht man ebenfalls die zu 
einander parallel laufenden Verbindungskanäle und an manchen Stellen deren ga- 
belige Spaltung. Bei 300maliger Vergrösserung zeigte ein solcher Verbindungskanal 
nach beiden Seiten hin auslaufende kleine Fortsätze (Taf. II. Fig. 9.) 

Diese Resultate der mikroskopischen Untersuchung stimmen ganz mit 
denen überein, die an den canadischen und bairischen Eozoonarten erreicht wurden 
und es kann gar keinem Zweifel unterliegen, dass das bóhmische Eozoon der 
Wesenheit nach ganz dieselbe Erscheinung ist, welche uns aus den Urkalken von 
Canada und Baiern vorliegt. 


Werden weitere Forschungen einen sicheren Beweis für den thierischen 
Ursprung einer dieser drei Eozoonarten liefern, so wird derselbe für alle Gel- 
tung haben. 


Zum Schlusse will ich noch die Gründe aufzählen, welche als Belege für 
die thierische Beschaffenheit des Eozoon angeführt werden. 


Am Grunde des Oceans fand man (beim Legen des atlantischen Tele- 
graphen) eine Schichte „Ooze“ aus Foraminiferen der Gattung Globigerina bestehend, 
deren Form ganz an die auf Taf. II. Fig. 3. gegebene Zeichnung von einer Partie 
Eozoonknollen erinnert. 

Es bedarf in der That nicht viel Ueberwindung, sich das Eozoon als ein 
Aggregat von Globigerinen ähnlichen Wesen vorzustellen, welche den Boden der 
Urmeere in der Weise bedeckten, wie es die Globigerinen jetzt thun. 


Ehrenberg, Bailey und Carpenter *) haben vor Jahren bereits beobachtet, 
dass bei den jetzt lebenden Foraminiferen eine allmählige Versteinerung in der 
Weise erfolgt, dass sich die Kammern und Pooren welche die Sarcode einnahm, mit 
einem Silikate füllen. 


Aetzt man die Kalkschale an solchen Exemplaren weg, so bleibt das Silikat 
übrig, welches uns ein getreues Bild der Kammern und Pooren gibt, welche die 
Schale des Thieres enthielt. 

Denselben Vorgang der Versteinerung sieht man deutlich an dem Eozoon, 
indem da auch die Räume, die einst das Thier einnahm, durch Silikat er- 
setzt sind. 

In der Art und Weise der Kammerung nähert sich das Eozoon ganz den 
jetzt lebenden Gattungen Carpenteria und Polytrema, welches letztere auch in 
seiner äusseren Erscheinung durch Bildung von angewachsenen Knollen und in- 
crustirenden Schalen mit Eozoon übereinstimmt. 


Um die überraschende Aehnlichkeit der Kammern des Polytrema mit 


*) Introduction of the Study to the Study Foraminifera. Ray. Society London 1862. 


I. 251 


dem des Eozoon anschaulich zu machen, habe ich auf Taf. L, Fig. 6. einen Quer- 
schnitt von Polytrema [mit Substituirung der Eozoonfarben] dargestellt. 

Aus den eben angeführten Gründen dürfte jeder Unbefangene erkennen, 
dass die Deutung des Eozoon als ein thierisches Wesen auf ganz ungezwungenen 
und natürlichen Vergleichen mit Thatsachen beruht. 


Die allgemeine Aufmerksamkeit, welche man gegenwärtig diesem neuen 
Gegenstande widmet, wird hoffentlich bald jeden Zweifel beseitigen. 


= 


II. Ueber Eozoon bohemicum von Raspenau. 
Mineralogisch-chemische Untersuchung von Prof. Dr. Rob. Hoffmann. 


Die in der vorhergehenden Abhandlung beschriebenen Exemplare von 
Eozoon kommen in den unteren Partien des grauen Kalkes von Raspenau in 
grossen Stücken mit schaliger Absonderung vor. Das Eozoongestein, wie es sich 
im böhmischen Museum befindet, scheint das Bruchstück einer grossen Kugel zu 
sein, in der parallele schwarze, dunkelgrüne und graulich-weisse Bänder und Streifen 
concentrischen Bogenstücken entsprechen, zwischen denen grünlich-weisse Putzen 
(fast ovale Partien), Gemenge von grünlichem Silikat und weissem feinkörnigem 
Kalkstein, die eigentliche Eozoonpartie darstellend, einzeln oder in Reihen unregel- 
mässig eingekeilt oder eingelagert erscheinen. 

An der Peripherie des Kugelbruchstückes sind dünne, graulich, bräunlich 
oder grünlich schwärze, fast undurchsichtige Schichten überwiegend und durch 
dünne dunkelgrüne stark durchschneidende Schichten und körnige Calcitschichten 
getrennt; Eozoonpartien kommen zwischen denselben spärlich vor. Nach innen 
werden die Schichten breiter, zwischen denselben tritt an mehreren Stellen grob- 
körniger fast rein weisser Calcit auf, und die centrale Partie ist von dem feinkör- 
nigen grauweissen Dolomit und den grünlich-weissen Eozoonpartien eingenommen 
und wird nur von sehr dünnen fast parallelen graulich, bräunlich oder grünlich 
schwarzen undurchsichtigen Adern durchzogen. 

Die: Bildung des Eozoon scheint von dem graulich-weissen feinkórnigen 
durchscheinenden Dolomit aus hervorgegangen zu sein, denn derselbe kommt in 
dem Eozoonriffe in der Mitte und in den einzelnen Eozoonpartien überall in der 
Mitte oder an der Peripherie derselben vor. Er. zeigt unter dem Mikroskope 
betrachtet keine organische Struktur. Wahrscheinlich des ältesten Ursprunges 
von den in dem Eozoonriffe vorkommenden Mineralen, diente derselbe als An- 
haltpunkt dem anwachsenden Eozoon und dessen Bruchstücke mögen nach dem 
Absterben einzelner Eozoonpartien von den sich neu bildenden umhüllt wor- 
den sein. 

Der in Rede stehende Dolomit brauste mit heller Essigsäure nicht auf und 
seine quantitative chemische Analyse ergab: 


П. 253 

Kohlensaure;Kalkerde: au. urbane ФАБ. „(53/8151 Proc: 

^ Magnesia MOEN пм o0, 420115, 
Eisenoxyd | 
ў ИТ оние ЛУ лы о bie ee ару 
Thonerde | d i 
In Säuren unlóslicher Rückstand . . . . . 1261 , 
ONO ia a ime nu nn AT AT. "7 


99,870 Proc. 


Von Phosphorsäre sind kaum nachweisbare Spuren vorhanden. 

In den meist ovalen Eozoonpartien ist die Schale und die die Sarkode 
vertretende Substanz oder der Abguss der weichen Theile des Eozoon zu unter- 
scheiden. Die Eozoonschale besteht aus einem ziemlich reinen sehr feinkörnigen 
Caleit, dessen Analyse ergab: 


KohlensanteKalkerdao se ONU ad vo On Gb non, 
E Magus о Оре ри АД ^ 

Kohlens&ures Bisenoxyquls Оз. "TU. WU че Ib toas 

sar dB TE Юю NE TM ROTER. HMM ESS MMC) ЦИ а e 


100,000 Proc. 


Die Kalkerde wurde aus dem Verlust bestimmt. Von Phosphorsáure waren 
kaum nachweisbare Spuren vorhanden. 

Der Abguss der weichen Theile des Eozoon, "durch Infiltration aus wässe- 
rigen Lösungen während des Wachsthumes oder kurz nach dem Absterben des 
Eozoon gebildet, besteht aus einem feinkörnigen grünlich-weissen wenig durch- 
Scheinenden Silikat, das folgende Zusammensetzung ergab: 

Sauerstoffverhältniss. 


Wasser (chem. gebund.) . . + . 10,991 . . . 9,78 
Treten PRM lot Say Е d Ze e V. TUNI ONU 
Тоде. . 0. 5. 4 2» Т RAD C CA MG 
Magnes... ang vo Terrier б И ИДИ 
ЁК ШОШ CO o e e 19901 
XKaikeslé 540525 0090. мло A das 104408 
Kallon ane dor Sateen dos 5 Ser 
Natron... we Pe 20921004 

00.26 = 106,688 


Von Phosphorsäure nur kaum nachweisbare Spuren gefunden. 
Aus dem Sauerstoffverhältniss der Bestandtheile liesse sich die Formel 
ableiten : 
Al, 0,.3810, + 4 (RO. 8i0,) + 5 HO 


denn dieselbe erfordert: 


HOI 710,2 
SiO, = 51,45 
Al, О, = 12,24 


Dieser bei der Analyse sich ergebende Mehrgehalt an 1,93 Si O, und die 


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254 IR 


Differenz von 1,72 Al, O, dürfte entweder einer beginnenden Umwandlung des Si- 
likates oder einer beginnenden Zersetzung beim Auszug der Kalkspaththeilchen 
mit verdünnter Salzsäure zuzuschreiben sein. 

Das Verhältniss beider Minerale des die Schale bildenden Calcites und des 
die Sarkode vertretenden Silikates ist = 0,5255 (Caleit) : 0,2805 (Silikat). 


Die graulich, bräunlich oder grünlich-schwarze matte oder schwach fett- 
glänzende und fast undurchsichtige Substanz, welche in der Centralzone des 
Eozoon-Riffes spärliche fast parallele Adern bildet, die ovalen Eozoonpartien um- 
gibt und zuweilen mehrfach durchsetzt, bildet in der Peripherialzone parallele und 
mehrere Linien dicke Streifen und Bänder, welche den ganzen  Eozoonriff in 
mehrfachen Lagen umhüllen. Diese Substanz ist ein wasserhaltiges Eisenoxydul 
Thonerdesilikat von spez. Gew. — 2.687 (mit 0,56 Gr. bestimmt). Bei den quan- 
titativen Analysen ergeben sich die folgenden Resultate: 


Sauerstoffverhältniss. 


Wasser (chem. gebunden) . . 7,092 Proc. . . 6,804 
(ar Oe РЬ Wes e a Tine. OP AE 
JB wn A dicas tamus ОО dyah en DEE 
е РРО (E77 NP 

Magnesia . . . . . .nicht bestb. Mengen 

RENE Lows hike ие тенби з. BEE, orna 1: ` 
ЖАЙ ur ica cA. otn fena zo PR 

NEUE б ооа МИИ а 

100,201 


Von Phosphorsäure nur Spuren vorhanden. Beim Behandeln mit Salz- 
säure entwickelte sich etwas Schwefelwasserstoff, der vom imprägnirten Eisen- 
kies herrührt. 


Aus dem Sauerstoffverhältniss resultirt die Formel: 
RO.SiO, + Al, О, Si O, + HO 
denn diese erfordert: 


Differenz. 
HO- = 05,6 — 14 
SiO, = 38,356 + Lë 
Al, О, = 32,004 — 0,9 
FeO = 21,543 + 1,4 


Der Analyse und den physikalischen Eigenschaften gemäss steht dieses 
Silikat nahe einigen wasserhaltigen Amphoterolithen (Gigantolith, Praseolith, Fah- 
lunit, welche als Umwandlungsprodukte des Cordierits angesehen werden) und na- 
mentlich dem Iberit von Montoval bei Toledo. 

Dieses Mineral wird iiberall begleitet von einer mehr oder weniger licht- 
grünen (lauchgrün) stark durchscheinenden Substanz, die mit ersteren vielfach 
wechsellagert. Dieselbe ist schwach glasglänzend, hat einen grünlich-weissen Strich 


П. 955 


und ein spez. Gewicht von 2,56 (bestimmt mit 3,96 Gr.). Sie besteht im wesent- 
lichen aus wasserhältiger kieselsaurer Magnesia und enthält: 


Sauerstoffverhältniss. 


Wasser (chem. gebund.) . . . 11,865 Proc. . . 10,54 
Kilian... . vı. 298, ffo dh «co 24,849 
Men o л з... EE A PETS hore 8 
ALDOR e odii ene „ә, DU RUM o iy | 
NMOL ЖЕШ к rade Y odes LE а abi 
en ihe aes 
ОИЕ а, КЕ «abe tod bra REND и 

99,690 


Diesem entspricht die Formel: 
9 (RO, Si 0,) ++ 7 HO 
welche der verdreifachten Formel des Pikrophyll (3 [3 (MgO . Si 0;) + 2 HO] — HO) 


weniger einem Atom Wasser entspricht, aber auch der Formel des Pikrosmin 


Sehr nahe steht, sich bloss im Wassergehalt unterscheidend. 

Mit Rücksicht auf die physikalischen Kennzeichen wäre dieses Mineral als 
ein mehr wasserhaltender Pikrosmin zu bestimmen. 

Dieses pikrosminühnliche Silikat ist von einem thonerdehaltigem Magnesit 
innig durchdrungen, der selbst in den feinsten Zerklüftungen ausgeschieden vor- 
kommt und sich aus ersterem durch Einfluss kohlensäurehaltigen Wassers unter 
Ausscheidung und Entfernung der Kieselsüure zu bilden scheint. Dieser Ma- 
gnesit enthält: 

Kohlensaure Magnesia . . . . . . . + 84,651 Proc. 
a Kalkarda® OOO ORE — aur ons DIOS T, s 
АООТ nU au acu Hals eni S ftoi Sa rrr 
Kohlensaures Eisenoxydul . . . . . = + 1,0000: 
100,000 Proc. 

Kalk wurde aus dem Verlust bestimmt. Phosphorsäure konnte keine 
nachgewiesen werden. 

Sowohl das pikrosminähnliche Mineral als auch das Thonerde-Kisenoxy- 
dulsilikat dürften aus der Substanz des die Sarkode vertretenden grünlich-weissen 
Thonerde-Eisenoxydul-Magnesiasilikates ihren Ursprung genommen haben, indem 
durch partielle Zersetzung des letzteren sich einerseits Thonerde-Eisenoxydulsilikat 
anderseits Magnesiasilikat getrennt ausgeschieden hatten. Bei näherer Betrachtung 
der Zusammensetzung des pikrosminähnlichen Minerals und des Eisenoxydul- 
Thonerdesilikat wäre die Bildung beider Minerale aus dem die Sarkode vertre- 
tenden Thonerde-Eisenoxydul-Magnesiasilikat durch Austritt von 2 Aequivalenten 
Si 0, + 1} Aequiv. HO zu erklären, denn die Formel des pikrosminähnlichen 

Minerales З (Mg O. Si 0,) + 2} HO 

und des Eisenoxydul-Thonerdesilikat Fe O Si O, + Al, O, Si O, + 1 HO 

4 (RO . Si 0,) + Al, O, . Si O, + 34 HO 

--28i0, +14 HO 

gibt die Formel des die Sarkode vertr. Min. 4 (КО 810,) + Al, 0, . 3 Si O, + 5HO 


256 D 


Als ein Bildungsprodukt neueren Ursprungs in der Reihe der den Eo- 
zoonriff bildenden Minerale tritt an verschiedenen Stellen, meist in den Eozoon- 
partien, grosskrystallinischer rein weisser Calcit von der folgenden Zusammen- 
setzung auf: 


Wohlensaure Kalkerde* 9... Volo. OR OTEMP HOG 
Eisdnoxyd;- Thonnera sider · оа әк шг, nly 80090 
Rückstand "Joie: Lë е иав, welehe u ӘЗ 
Wasser ich (oni. oA e Адо Ао. wir asa POPE 


99,960 Proc. 


Seine innige Beziehung zu dem die Schale bildenden feinkörnigen Calcit 
gestattet die Schlussfolgerung, dass er aus letzteren durch blosses Umkrystal- 
lisiren entstanden sei. 

An manchen Eozoonstücken findet man mehr o. weniger dünne Platten eines 
graulich oder grünlich-weisser Silikates, das gleichsam später entstandene Risse 
ausfüllend, dem Aussehen nach mit dem. Pikrolith nahe übereinstimmt. Dasselbe 
ist blättrig, hat eine schwach glänzende, striemige oder gestreifte Oberfläche, ist 
nach einer Richtung deutlich spaltbar, durchscheinend bis kantendurchscheinend 
und hat etwa die Härte des Flussspathes. Dasselbe enthält: 


HO = 18,43 % 
SO. = 20004 D, 
Odora d 01,678119/, 
Mon = 29,452 % 
41.0, = 88% 
KO und NaO = 10,015 °% (aus der Differenz bestimmt) 


100,000 "/, 


Die Eozoonriffe werden von einem mächtigen graulich-weissen und schwarz 
geaderten Kalkstein überlagert, der aus 
93,092 Proc. Kohlensaurer Kalkerde, 

4 (08 y К Magnesia, 

2,332 „ in Säuren unlösslichem Rückstand besteht, und 
in den schwürzlich-grauen Partien 1-1 Proc. Kohlenstoff enthält. Der Kohlenstoff- 
gehalt dieses Kalksteines, ein offenbarer Nachweis organischer Reste, mag aus der 
zerstörten und von infiltrirten Silikate verdrüngten Sarkode der unter dem Kalk- 
stein befindlichen Eozoonriffe abstammen, da im Kalksteine selbst noch keine 
Auslaugungen organischer Formen entdeckt worden sind. Phosphorsäure war nur 
als Spur vorhanden. 


Ш. Petrefakten aus dem körnigen Kalke von Pankrae 
bei Gabel. 


Von Dr. Anton Frič. 


In die Schiefer des Jeschkengebirges ist eine Reihe von Kalksteinen ein- 
gelagert, die von dioritischen Gesteinen begleitet sind und bisher von den Geo- 
logen als Urkalk oder körniger Kalk gedeutet wurden. 

Die nördlichsten Partien dieser Kalkzüge wurden von den sächsischen 
Geologen als wahrscheinlich silurisch angegeben, doch gelang es niemandem darin 
Petrefakten nachzuweisen. 

Auf den Karten der geolog. Reichs-Anstalt finden wir einen nördlich von 
Pankrac gelegenen Theil von Quarzschiefern als silurisch mappirt, da der Habitus 
des Gesteins nach der Ansicht Jokely’s dem silurischen gleicht. 

Die Kalksteine bei Pankrac sind auf den genannten Karten gleich denen 
des Jeschkengebirges als körnige Kalke mit blauer Farbe bezeichnet. 

Wenn der Ausdruck, körniger Kalk, sich noch bei einigen grauen Kalk- 
Steinen bei Svétlá anwenden lässt, so wird es bei den Kalksteinen von Christophs- 
grund schon bedenklicher, da das Gestein bereits immer mehr einem sedimentären 
Kalkstein gleicht. 

In den grossen Steinbrüchen von Pankrac glaubt man aber im Bereiche 
des Bergkalkes sich zu befinden, denn das schwarz-graue mit weissen Kalkspath- 
adern durchzogene Gestein erinnert ganz an den Bergkalk von Bristol oder Hof. 
Bei dem ersten Besuche dieser Lokalität, den Prof. Krejčí und ich im 
Jahre 1864 mit der Absicht unternahmen, um das Pankracer Kalksteinlager auf 
das Vorkommen von Versteinerungen zu untersuchen, gelang es mir in der That, 
einige Kalksteinstücke mit undeutlichen Thierresten aufzufinden; ich hob diese 
Stücke auf, um sie später genauer untersuchen zu können. (Siehe Vorbem. p. 20.) 

Beim Anschleifen zeigte sich das eine kleine Stückchen, das durch die 
eigenthümliche Spaltfläche des Kalkspaths an einen krystallinischen Krinoidenstiel 
erinnerte, wirklich als ein solcher. 

Der Querschliff ist vollkommen rund mm. breit und hat in der Mitte 
"inen runden Punkt. (Siehe Fig. 56.) 


uri 


258 II. 


Ein anderes Exemplar aus dem unteren verlassenen Steinbruch, welcher 
auch Schichten führt, die durch ihre röthliche Farbe dem Kalkstein von Slivenec 
(Obersilur. Etage 7") gleichen, hat im Durchmesser 2 mm. und einen undeutlichen 
Centralpunkt, 


Beide Exemplare waren kaum geeignet einen Fachmann von ihrem orga- 
nischen Ursprung zu überzeugen. 

Das dritte Exemplar, das ich im J. 1864 gefunden, ist ein kugeliges Pe- 
trefakt von 17 mm. Länge, das am Querschnitt 4 deutliche Schalenwindungen zeigt. 
(Fig. 55 a.) Die Kammersonderung, die man an dem Exemplare wahrnimmt, ist 
nur eine scheinbare und durch Krystallisationsflächen des reinen Kalkspaths ent- 
standen, in dessen Mitte sich etwas von der dunklen Kalkmasse befindet. 


Fig. 55. 


Der Verlauf der länglichen Spirale ist nicht ganz regelmässig, sondem 
die Schale macht an mehreren Stellen eine Ausbuchtung nach aussen. Ebenso 
sieht man die Unregelmässigkeit der Spirale an einem zweiten Individuum, das auf 
der Rückseite desselben Handstückes sich befindet. (Fig. 55. b.) 


Fig. 56. 


ay aun 


TI. 259 


Die scheinbare Kammerung des ersten Exemplares liess bei oberflüch- 
licher Betrachtung die Vermuthung wach werden, dass man es hier mit einer rie- 
Sigen Foraminifere aus der Gruppe der Fusulina zu thun habe. 

Die mikroskopische Untersuchung bot aber keine Anhaltspunkte für diese 
Annahme, sondern die Vergieichung mit Querschnitten verschiedener Mollusken 
zeigte die grösste Aehnlichkeit mit der Gattung Bellerophon. 

Als ich im nächsten Jahre (1865) die körnigen Kalke des Jeschkenge- 
birges nochmals untersuchte, fand ich weder bei Svétlá noch bei Christophsgrund 
irgend welche Spuren von Versteinerungen und erst wieder in dem grossen Stein- 
bruche bei Pankrac entdeckte ich abermals eine ziemliche Anzahl von Krinoiden- 
Stielen, aber von dem Bellerophon oder anderen Arten gar nichts. 

М Fig. 56. а. und б. zeigen Querschliffe eines runden Enkrinitenstieles mit deut- 
lichem fünfarmigen Sterne; c. hat einen runden Centralkanal und ausserdem noch 
zwei kleine runde an der Seite; 

d. zeigt einen runden Kanal aber keine seitlichen; e. scheinen drei Glieder 
von einem der zarteren Kelcharme zu sein; f. zeigt den Längsschnitt einiger Stiel- 
glieder, welche durch auffallend grosse Zwischenräume von einander getrennt sind. 

Endlich A. ist das vergrösserte Bild von g., welches um den runden Cen- 
tralkanal eines Stielgliedes noch einen gezähnten Kreis besitzt. 

Das hier angeführte sparsame Material der Krinoiden-Reste dürfte kaum 
hoch erlauben zu entscheiden, ob dieselben zu einer oder mehreren Arten gehören 
und noch weniger eine Bestimmung der Arten zulassen. 

Die chemische Analyse des Kalksteins von Pankrac gibt nach Dr. Hoff- 
Manns Untersuchung nachstehendes Resultat: 


Köhlensauere Kalkerde 1. 0. 9 . 0s 84550 
Kohlensauere Magnesia . . . . . . ww у, 1,150 
JAODndrdé lands wirkten: avr IPIE DRIED TOS 1,140 
гирер du ede i Ld o у E LIU ы 1,150 
PROSDEGIAGUTO. s. Vue enden mar ` dn е Ьа Spur. 
Eet BO euius ates a ADT EON D. ROT ОТ ОТР ООО 
ОВА toils dasculus LÀ Ge dech dee ААУ 0,150 

100,000 


Zum Vergleiche möge hier noch die Analyse eines anderen Kalksteins 
des Jeschkengebirges, des von Cihadnik von Svetlá folgen, in dem noch keine 
thierischen Reste entdeckt werden konnten, der aber auch deutlich sedimentär ist. 


Kohlensaure Kalkerde = u. лыыр. ROO EE Op 
Kohlensaure Magnesia, . an күн А уу 0.767 
Tisehoxyd, ThoDREde «in. ects vie tin, TS 
Kohlenstoff als farbender Bestandtheil. . . . . 0.993 
PROSOROPRERES ag avere, wine uos ai eR Spur. 
Ruckstand- (Quarz) ` est, een sit el 2.893 
100.000 ` 


IT 


IV. Neuer Beitrag zur Kenntniss der tertiären Süsswasser- 
kalkschichten von Tuchofie. 


Von Alfred Slavik, Assistent der palseont. Abtheil. im Museum d. Königr. Böhmen. 


Das spärliche Materiale, das ich bei einem gelegenheitlichen Besuche des 
tertiären Süsswasserbeckens von Tuchorie während den Ausflügen des naturwissen- 
schaftlichen Comités im Jahre 1865 sammelte, lenkte meine Aufmerksamkeit auf 
die Wahrscheinlichkeit des Vorkommens neuer Arten, da ich in den weichen merg- 
ligen Schichten Fragmente von Schalen fand, die ich unter die von Prof. Reuss 
bisher beschriebenen Formen *) nicht einzureihen wusste. M 

Dasselbe fand in einem hóheren Grade statt, als ich im Jahre 1866 eine 
grüssere Partie der mergligen Thone von Dr. Frié zur Untersuchung erhielt. 

Um daher einen möglichen Fund nicht unbenützt zu lassen, unternahm ich 
im Jahre 1867 einen Ausflug an diesen Ort, wobei ich während meines 14tägigen 
Aufenthaltes vorzüglich bemüht war, wo möglich viele Schalen aus den mergeligen 
Thonen, die zwischen den Kalksteinen dünne Schichten bilden, zu sammeln und 
mich die meiste Zeit mit dem Auswaschen dieser Thone beschäftigte. 

Das Sichten und Ordnen des gesammelten reichen Materiales nahm dann 
im Winter alle meine freien Stunden noch während voller sechs Wochen in 
Anspruch. 

Das Resultat aller dieser Arbeiten war, dass ich meine Vermuthung be- 
züglich des Vorkommens neuer Arten vollkommen bestätigt fand, indem ich mehrere 
Organismenformen ausschied, die ich nach der mir zu Gebote stehenden Literatur 
als neu anerkennen musste, während mir noch andere zu Gesichte kamen, die 
zwar schon aus dem Mainzer Tertiärbecken bekannt, doch für unsere Lokalität 
neu sind und die Parallele mit diesem erweitern. 

Die Beschreibung der neuen Arten ist die Hauptaufgabe dieses Artikels; 
wo ich Gelegenheit fand, über das Vorkommen und die Beschaffenheit der schon 
beschriebenen Arten neue Schlüsse zu ziehen, werden auch diese berücksichtigt- 

Endlich wird den Artikel eine systematische Uebersicht des jetzigen Standes 
unseres Wissens über die Versteinerungen des Tuchoricer Beckens beschliessen- 
Dass diese Uebersicht immer noch als eine provisorische und unvollständige be- 
trachtet werden muss, ist mehr als wahrscheinlich, wenn man erwägt, wie enge 
das Ergebniss des Sammelns mit den Verhältnissen der Stelle, an der man ge“ 


sammelt hat, im Zusammenhange steht. 


*) Dunker und Meyer. Palwontographica Bd. II. 1852, p. 16—42, Taf. I—IV. Sitzungsb erichte 
der kais. Akad. der Wissensch. in Wien. Bd. XLII. 1860. N. 31. M. 3 Taf. 


TI. 261 


Wäre dies nicht der Fall, so müsste die Museumsammlung bei dem 
reichen Materiale, aus dem sie zusammengestellt wurde, längst schon complet sein, 
während ihr gegenwärtig noch 24 der von Reuss beschriebenen Arten fehlen. — 


Limax crassitesta, Rss. 

Reuss Paläontologische Beiträge. Sitzungsberichte d. k. Akad. d. Wissen- 
schaften in Wien. Bd. LVII. 1868 p. 1. Т.І Е. 1, а, b. 

Das Vorkommen der Schalen dieser Art ist keineswegs ein sehr seltenes. 
Es gelang mir nach und nach ein Quantum von nahezu 300 Exemplaren zusammen 
zu bringen. Die Dicke der Schale ist grossen Schwankungen unterworfen. Ich 
besitze Exemplare von ganz gleicher Grósse, von denen bei einigen die Dicke 
mehr als den vierten Theil der Breite beträgt, während andere fast papier- 
dünn sind. 

Helix (Glaphyra) lepida, Rss. Taf. IV, Fig. 1, 2. 

Reuss in Paläontographica p. 24, Taf. II, Fig. 4. 

Die unvollständige Abbildung dieser Art bei Reuss veranlasste mich die- 
selbe noch einmal zeichnen zu lassen. 

Prof. Reuss führt in seinen beiden Artikeln an, sie nur bei Kolosoruk 
und zwar sehr selten gefunden zu haben. Die vorliegende Abbildung ist jedoch 
nach Exemplaren gezeichnet, die ich in den mergligen Schichten von Tuchofic, 
Zwar in geringer Anzahl, aber sehr wohl erhalten auslas. 

Durch diesen Fund wurden die Verhältnisse des Nabels bekannt. 

Derselbe ist ganz so beschaffen, wie bei Helix pulchella, nämlich weit 
und durchgehend. 

Die verbesserte Diagnose würde nun auf folgende Weise lauten: Testa 
parvula, depresso-turbinata, umbilicata, umbilico lato et pervio, striatula; anfractus 
quatuor convexi, profunde suturati; apertura lunato-rotundata; ^ peristoma re- 
flexum, callosum. 

Diese Art ist der Form nach nur in Nebendingen von Helix pulchella 
verschieden, unterscheidet sich aber sogleich durch bedeutendere Grüsse. 

Helix (Patula) disculus, A. Braun. Taf. IV, Fig. 3, 4. 

A. Braun in Deutsch. Naturf. Versamml. 1842, p. 149. 

Sandberger. Conchylien d. Mainzer Beckens. p. 16, d. 11.00.10, 100. 100, 

Das einzige Exemplar, welches ich fand, stimmt vollkommen mit der Ab- 
bildung und Beschreibung im Werke von Sandberger überein: 

„Schale sehr weit und durchgehend genabelt, die ersten Windungen sehr 
flach, das Embryonalende gerundet, der untere Theil dagegen gewülbt. Die fünf 
Umgänge sind scharf gekielt und mit schiefen, durch ziemlich tiefe Furchen ge- 
trennten Anwachsrippchen bedeckt, welche auf der Unterseite sichelfórmig ge- 
krümmt, aber weniger scharf ausgeprügt sind, als auf der oberen. Wenige zarte 
Längsrippchen bilden auf dem oberen Theile der Unterseite eine schrüge Gitterung 
mit den Anwachsrippchen. Mündung gedrückt-trapezfórmig." (Sandbergers Diagnose.) 

Höhe 1 millim., Breite 4 millim. 

Mit dieser Art ist die Untergattung Patula in Tuchotic um ein wichtiges 
Glied bereichert. Mit Ausnahme von Helix costulato-striata, Grep., die daselbst 


262 IT. 


noch nicht gefunden wurde, kann es nun alle Arten der Untergattung Patula auf- 
weisen, die sich im Mainzer Becken vorfinden, besitzt ausserdem aber mehrere 
nur ihm eigene. Arten. 

Helix (Hyalina) mendica n. sp. Taf. IV, Fig. 7, 8. 

Testa parva, depressa, umbilicata, umbilico angusto, pervio, subtiliter 
striata, striis profundioribus ac dissolutis ornata, inferne sublevis, lutescens. Au- 
fractus tres, convexi, sutura superficiali conjuncti, priores spiram parum elatam 
construentes, ultimus dilatatus. Apertura semilunaris, subobliqua. Peristoma sim- 
plex, acutum. Margines callo subtilissimo conjuncti. 

Gehäuse klein, eng genabelt, flach, sehr fein und unregelmüssig gestreift, 
fein und zart, glänzend. Umgänge 3, durch eine sehr seichte Naht verbunden, 
oben etwas schwacher gewólbt als unten. Die zwei vorderen bilden ein sehr flaches, 
konisches Gewinde, während der letzte sich sehr ausbreitet und den grössten Theil 
der Schale zusammensetzt. Alle Umgänge sind mit schwachen, ungleichen und 
unregelmässig vertheilten Anwachsstreifen bedeckt, welche radial verlaufen und 
nur an der Unterseite manchmal leicht wellenfórmig gebogen, immer aber mebr 
verstrichen sind als an der Oberseite. Hier machen sich ausserdem auch stärkere 
Streifen geltend, die parallel mit den schwachen verlaufen. Die Mündung steht 
etwas schief, ist mondfórmig und von der Mündungswand ziemlich stark ausge- 
schnitten. Mundsaum scharf, einfach und gerade. Der Unterrand etwas vorge- 
zogen. Die Mundränder durch eine sehr dünne Schwiele verbunden. Der Nabel 
eng, aber durchgehend. 

Höhe 1'5 millim., Breite 3:5 millim. 

Vorkommen: Selten in den mergeligen Schichten von Tuchoric. — Diese 
Art hat eine täuschende Aehnlichkeit mit jungen Exemplaren von Helix (Hya- 
lina) glabra Stud. Ich würde sie auch unbedingt für dieselbe erklärt haben, hätte 
ich in dem ganzen grossen Materiale nur eine Spur einer grósseren Schale von 
Helix glabra finden können. Alle gefundenen Schalen jedoch, deren Anzahl 15 
beträgt, bleiben in den Grenzen der angegebenen Verhältnisse und sind von 
gleicher Grósse. Bei nüherer Betrachtung entdeckt man dann dennoch Unter- 
Schiede, die im allgemeinen folgende sind: 

Die Embryonalwindung ist bei unserer Art etwas kleiner als bei Helix 
glabra, die einzelnen Umgänge nehmen verhältnissmässig schneller zu, das Ge- 
winde ist nicht so flach, sondern mehr gewölbt, der Nabel ist ein verhältniss- 
müàssig breiterer. 

Constant ist ferner bei unserer Art die Unregelmüssigkeit in der ersten 


Windung, indem sich die Embryonalwindung rasch ausbreitet, später aber enger 


wird, so dass eine höckerige Spirale entsteht. Dieses Merkmal findet man bei 
Helix glabra nie. 

Es sind aber diese Merkmale im Ganzen genommen subtiler Natur. 

Helix pura, Ald. (striatula Gray, nitidosa Fér.) unterscheidet sich von un- 
serer Art durch die grosse Embryonalwindung, rascheres Anwachsen der Umgänge, 
viel weiteren Nabel und weitere Mündung, endlich durch ihre charakteristische 
Streifung. 


TI. 208 


Helix (Hyalina) ewristhmia n. sp. Taf. IV, Fig. 5, 6. 

Testa parvula, late umbilicata, depresso-globosa, subtilissime costulata, 
parum lutescens. Anfractus 3, convexi, constanter accrescentes, sutura profunda 
conjuncti. Priores spiram clatam construentes, ultimus magnus, in fine dilatatus. 
Apertura obliqua, ovalis. Peristoma simplex, acutum. Margines callo subtilissimo 
conjuncti. Umbilicus perspectivus, (infundi buliformis.) 

Schale kleinwinzig, weit- durchbohrt, niedergedrückt kugelig, äusserst fein, 
regelmässig und zierlich rippenstreifig, zart und dünn, etwas glänzend. Umgänge 3, 
stark gewölbt, durch eine tiefe Naht verbunden, regelmässig zunehmend. Die zwei 
vorderen bilden ein stumpfes, ziemlich erhabenes Gewinde, der letzte ist gross 
und am Ende erweitert. Die feinen Rippenstreifen sind an der Oberseite etwas 
gebogen, an der Unterseite ebenfalls, doch sind sie hier schwächer ausgesprochen. 
Zwischen ihnen befinden sich in grösseren Zwischenräumen gröbere Streifen. 

Mündung schief, eiförmig, von der Mündungswand wenig ausgeschnitten. 
Mundsaum scharf, einfach und gerade. 

Die Mundränder durch eine sehr dünne Schwiele verbunden. 

Nabel weit, perspectivisch. 

Höhe 1:25 millim., Breite 2 millim. 

Vorkommen: Sehr selten in den mergeligen Schichten von Tuchofic. 

Diese niedliche Art kónnte sehr leicht mit ganz jungen Exemplaren von 
Helix Zippei, Reuss, verwechselt werden, unterscheidet sich aber dennoch voll- 
kommen durch die viel kleinere Embryonalwindung und die längliche eifórmige 
Contour ihrer Mündung. Auch ist die Streifung eine viel regelmässigere 
Und feinere. 

Mit welcher lebenden Form sie verglichen werden kónnte, ist mir nicht 
bekannt. Die feine, zierliche Streifung erinnert an die kleinen Arten Helix ru- 
bestris, pygmaea usw. Die Form ist aber eine auffallend andere. 

Genus Areca, 

i Der bekannte Reichthum des Tuchoficer Beckens an Arten aus der 
Sippe Achatina wurde durch zwei Formen vermehrt, welche der Gattung Azeca 
angehören. 

Fossile Arten des Genus Azeca sind mir von anderswo nicht bekannt wor- 
den. Es stellen sich also diese zwei Formen in die Reihe eigenthümlicher Arten, 
durch die unsere Formation ausgezeichnet ist. 

Azeca monocraspedon n. sp., Taf. IV, Fig. 16, 17. 

Testa ovato-oblonga, apice obtusa, subtiliter striata, levis, nitida. Anfractus 
Sex, parum convexi, sutura superficiali conjuncti. Ultimus dimidiam partem testo 
Subsequans. Apertura recta, trigona. Peristoma rectum, callosum, margine externo 
In medio parum producto. Columella lata, contorta, basi truncata et callosa. La- 
Mella una in pariete aperturali, recta et callosa, deinde depressa et in fau- 
cem protracta. 

Gehäuse länglich eifórmig, stumpf, äusserst fein und verschwommen ge- 
streift, glatt, glänzend. Umgänge 6, durch eine seichte Naht verbunden, sehr 
wenig gewölbt, ziemlich rasch anwachsend. Der letzte bildet fast die Hälfte des 
Sanzen Gehäuses, Mündung gerade, gerundet-dreieckig. 


264 I, 


Mundsaum gerade, verdickt, an die Mündungswand anliegend, der äussere 
Mundrand manchmal in der Mitte etwas wulstig und vorgezogen. Spindel breit, 
etwas gedreht, stark abgestutzt, am Ende mit einem länglichen Höcker versehen. 
Mündungswand mit einer ziemlich hohen und breiten Leiste besetzt, die nahe dem 
Mundsaum ihren Anfang nimmt und sich etwas abflachend und zur Columellar- 
seite krümmend in den Schlund hinabzieht. 

Höhe 4 millim., Breite 1.5 millim. 

Vorkommen: Selten in den mergeligen Schichten von Tuchotic. 

Azeca pumila n. sp. Taf. IV, Fig 18, 19. 

Testa ovato-oblonga, ventriculosa, apice obtusa, subtilissime striata, levis, 
nitida. Anfractus sex, parum convexi, sutura superficiali conjuncti. Ultimus di- 
midiam partem teste :equans. Apertura recta, trigona. Peristoma rectum, cal- 
losum, margine externo in medio dentato. Columella lata, contorta, inferne dente 
calloso ornata. Lamella una in pariete aperturali, recta et callosa. 

Gehäuse länglich eiförmig, etwas bauchig, stumpf, sehr fein gestreift, glatt, 
sehr glänzend. Umgänge 6, durch eiue seichte Naht, verbunden, wenig gewölbt, 
regelmässig anwachsend. Der letzte bildet die Hälfte des ganzen Gehäuses. Mün- 
dung gerade, gerundet-dreieckig. Mundsaum gerade, verdickt, an die Mündungs- 
wand anliegend. Der äussere Mundrand in der Mitte etwas vorgezogen und mit 
einem starken, konischen Zahn besetzt. Spindel breit, verdickt, unten abgestutzt 
und mit einem stumpfen, konischen Zahn versehen. An der Mündungswand sitzt 
eine. ziemlich hohe und schwielige Leiste, die sich aber nicht weiter in den 
Schlund erstreckt. 

Höhe 3:5 millim. Breite 2 millim. 

Vorkommen: Sehr selten in den mergligen Schichten von Tuchoric. 

Diese Art, obwohl im Allgemeinen ähnlich der Vorigen, bietet doch viele 
Anhaltspunkte zur Unterscheidung dar. Ihr Gehäuse ist weit bauchiger, als bei 
der vorigen Art, die Umgänge sind mehr gewölbt und der letzte zu Ende an 
seiner unteren Partie etwas nach Innen gewölbt. Die Mündung ist kürzer und 
breiter, der Wulst am Aussenrande wird zu einem förmlichen Zahn. Ebenso 
endet die Spindel nicht mit einem langen und queren Stücke, sondern mit einem 
kurzen, breiten und konischen Zahn. Die Leiste an der Mündungswand ist überall 
gleich hoch, und erstreckt sich nicht in den Schlund, sondern bleibt nur an der 
Mundpartie. 

Clausilia. (Laminifera) mira n. sp. [Siehe Holzschnitt 57.] *) 

Testa graviter costata. Anfractus ultimus contortus, solutus. Umbilicus 
clausus lamina lata, trigona, ad latus dextrum oblique descendente, latere sinistro 
crista acuta terminata. Cervix valde inflata, modo gravissimo costata, ad latus si- 
nistrum stricte terminata, subtus deplanata. Apertura piriformis. Peristoma simplex, 
acutum, liberum, margine columellari reflexum. Lamella supera tenuis, ad latus 
dextrum inflexa, intus cum lamella spirali conjuncta. Lamella infera inflexa, la: 


*) Da ich diese Art erst nach Vollendung der beiliegenden Tafel auffand, musste ihre Abbildung 
g g , 
zwischen den Text eingeschaltet werden, 


T. 265 


mellae superae parallela, extus callosa, non ad marginem protracta. Plica columel- 
laris valida, perpendicula, marginem wquans. Regio inter lamellam inferam et pli- 
cam collumellarem plica callosa, valde flexuosa ornata, ad lamellam inferam ascen- 
dente. Plica palatalis una, valida. Plica lunaris inflexa, callosa. 

Gehäuse ziemlich stark gerippt. Letzter Umgang stark gedreht, frei. 
Nabel an der vorderen Seite gelegen, tief, nach unten durch eine breite, drei- 
eckige Platte verschlossen, welche gegen die rechte Seite schief abfällt, links aber 
in einer hohen und scharfen Leiste endet, die mit der sich wülbenden Schalen- 
Oberfläche eine seichte Rinne bildet. Nach vorne ist diese Lamelle durch den 
hohen Mundsaum vollständig verdeckt. Der aufgetriebene Nacken ist auf der 
linken Seite durch eine scharfe, vertiefte Kante von der Schale abgesetzt, während 
er rechterseits in eine mässige Vertiefung derselben übergeht. 

Nach unten verflacht er sich merklich. Mündung birnförmig. Mundsaum 
frei, einfach und scharf, an der Spindelseite umgeschlagen. Obere Lamelle dünn, 
ihrer ganzen Länge nach gegen die rechte Seite stark gebogen, der Aussenwand 
ziemlich genähert und mit ihr einen engen Kanal bildend, nach aussen bis an den 
äussersten Mundsaum vortretend, innen mit der Spirallamelle vereinigt. Untere 
Lamelle der oberen stark genähert, ebenfalls ihrer ganzen Länge nach gegen die- 
selbe gebogen, ihr fast parallel laufend, aussen nicht so hervorragend, aber callós, 
nach innen allmälig sich verflachend. Beide Lamellen sind verhältnissmässig klein. 

Die Spindelfalte stark entwickelt, senkrecht nach Oben aufsteigend, auf 
dem Mundsaume eine starke Falte bildend. Auf dem Raume zwischen ihr und 
der unteren Lamelle befindet sich eine kleine, niedrige und callóse Leiste, die 
sich auf dem breiten Mundsaume bogenförmig gegen die untere Lamelle krümmt 
und nahe dieser ihr Ende nimmt, ohne zu tief nach Innen einzudringen. 

Eine ziemlich stark ausgeprügte, hoch oben gelegene und verborgene 
Gaumenfalte. Die Mundfalte von Innen gesehen stark, mässig gebogen. 

Die Rippen werden am letzten Umgange merklich stärker, als auf den 
vorhergehenden. Ihre Breite und Hóhe nimmt aber vorzugsweise auf dem er- 
höhten Nacken zu, der dadurch noch weit mehr auffällt. Zwischen je zwei langen 
Hauptrippen inserirt sich unter der Naht des letzten Umganges eine accessorische 
Rippe, die nur ungefähr bis zur Mitte des Umganges reicht, sodann aber 
verschwindet. 

Höhe des letzten Umganges 4 millim. Breite 1'80 millim. 

Vorkommen: Sehr seiten in den mergeligen Schichten von Tuchofic. 

Die in Palentographica Bd. X. p. 314 von Böttger aufgestellte Unter- 
gattung der Clausilien Laminifera ist diejenige, zu der unsere Art gezählt 
werden muss. 

Diese wird dadurch sehr interessant, denn die bisher bekannten drei 
Arten der angeführten Untergattung, die Böttger als Nausilia rhombostoma, didy- 
modus und abnormis beschrieb, wurden nur in einem Steinbruche in der Nähe 
von Hochheim gefunden, und gehören also auschliesslich dem Landschneckenkalk 
von Hochheim an. Eine der Clausilia abnormis Böttg. ähnliche Art, wie die 
unsere, liefert demnach einen klaren Beleg für die Paralelle zwischen dem Land- 
schneckenkalk und unserem Tertiärbecken. 


266 TI. 


Die Aehnlichkeit unserer. Art mit Cl. abnormis Böttg. beschränkt sich 
jedoch nur auf die Anordnung der Lamellen, die in der That nur in Kleinigkeiten 
abweicht. Der ganze Habitus des Gehäuses ist sonst ein wesentlich anderer. 

Unsere Art muss auch, nach den Proportionen des letzten Umganges zu 
schliessen, auffallend kleiner gewesen sein als Cl. abnormis. 


Fig. 57. 


Pupa (Pupilla) raricosta n. sp. Taf. IV, Fig. 9,, 10411, 

Testa parva, perforata, ovata, apice obtusa, basi subtruncata. Anfractus 
4j convexi, primus glaber, sequentes costulati, ultimus dimidiam partem testae 
subaequans. Sutura profunda. Costulae subtiles, satis distantes, parum arcuatae. 
Apertura vix obliqua, ovalis, superne truncatula. Columella recta. Peristoma acu- 
tum, dilatatum, margine columellari reflexo, externo superne inverso, marginibus 
callo praetenui conjunctis. Umbilicus angustus. 

Schale klein, durchbohrt, eifórmig, oben stumpf, unten mit breiter Basis. 
Umgänge 41, stark gewölbt, durch eine tiefe Naht verbunden, der erste glatt, die 
anderen zierlich gerippt, der letzte überwiegend und fast die Hälfte des ganzen 
Gehäuses bildend. Die Rippen sind fein, dünn, etwas gebogen, weit und regel- 
mässig von einander abstehend. Mündung etwas schief, eiförmig, oben wenig ge- 
stuzt. Spindel gerade. Mundsaum scharf, etwas ausgebreitet, Spindelrand umge- 
schlagen, Aussenrand im oberen Winkel nach Innen gebogen. Beide Mundränder 
durch eine äusserst dünne Schwiele verbunden. Nabel eng, geritzt. 

Höhe 2°75 millim., Breite 1:5 millim. 

Vorkommen: Nicht zu selten in den mergeligen Schichten von Tuchofic. 

Diese Art ist ihrer Form und Costulirung nach am meisten verwandt mit 
Pupa retusa, A. Braun aus dem Tertiärbecken von Mainz. Sie ist jedoch durch 
Zahl der Umgänge, Form der Mündung und andere Eigenthümlichkeiten hinreichend 
davon unterschieden. 


п 267 


Pupa (Pupilla) sp. 

Der Steinkern einer Species, an dem von der Struktur der Schale gar 
nichts zu erkennen ist. Das Gehäuse ist cylindrisch, ziemlich tief genabelt, oben 
etwas breiter als unten, und besteht aus fünf Umgängen, Die Mündung ist drei- 
eckig, der äussere Mundsaum in der Mitte in einen Zahn vorgezogen. Mehr ist 
in der Mündung nicht zu bemerken, da dieselbe von Gesteinsmasse ver- 
schlossen ist. 

Dem Habitus nach ist diese Art sehr ähnlich der Pupa eryptodus, der eine 
Umgang weniger und die bedeutende Dicke unterscheiden sie jedoch auf den 
ersten Anblick. 

Eine detaillirte Diagnose kann erst nach Auffindung besser erhaltener 
Exemplare gegeben werden. 

Höhe 2:25 millim., Breite 1:25 millim. 

Pupa (Torquilla) intrusa, n. sp. Taf. IV, Fig. 12, 13. 

Testa umbilicata, fusiformis, ventriculosa, apice acuta, valde striata vel 
costulata. Anfractus 10, parum accrescentes, convexiusculi, sutura profunda con- 
juncti. Primus apicem obtusam formans, levis. Apertura securiformis. Peristoma 
Simplex, rectum, callosum, margine columellari reflexum. Margines callo tenui 
conjuncti. Umbilicus fissuriformis. Paries aperturalis supra callum inflexa, 
marginata. 

Gehäuse genabelt, spindelfórmig, etwas bauchig, spitzig, sehr stark und 
regelmässig gestreift oder vielmehr gerippt, fest. Umgänge 10, sehr langsam zu- 
nehmend, mässig gewölbt, durch eine tiefe Naht verbunden. Die Embryonalwindung 
bildet mit der nächsten eine schiefe, stumpfe, höckerige Spitze, die ganz glatt ist. 
Die übrigen Umgänge sind gestreift. Letzter Umgang nicht überwiegend. Mün- 
dung beilfrmig, verhältnissmässig klein. Mundsaum einfach, gerade, etwas ge- 
wulstet, an der Spindel umgeschlagen. Beide Mundränder durch eine dünne 
Schwiele verbunden. Die Wand des letzten Umganges über dieser Schwiele und 
dem Nabel plötzlich gebrochen, mit einer stumpfen Kante versehen. Nabel nicht 
weit, geritzt. (Die näheren Verhältnisse der Mündung lassen sich nicht beschreiben, 
da bei den zwei Exemplaren, die ich besitze, die Mündung mit Gesteinsmasse 
vollgefüllt ist, die sich nicht herausnehmeu lässt, ohne das Gehäuse zu zertrümmern. 

Höhe 9:5 millim., Breite 3:5 millim. 

Vorkommen: Sehr selten in dem festen Kalke von Tuchoric. 

Ptychospira deloplecta. Nov. gen. et nov. sp. Taf. IV, Fig. 14, 15. 

% Testa parva, perforata, conoidea, арісе truncata, basi applanata, subtilis- 
Sime striata, nitida. Anfractus 44, parum accrescentes, convexi, compressi, sutura 
Profunda conjuncti, striis obliquis ornati. Ultimus basi sublevis. Apertura trans- 
Versa, ovalis. Peristoma rectum, acutum. Paries interna anfractus ultimi in pli- 
cam carinatam, ad marginem internum pertinentem et ad umbilicum apertam in- 
flexa, Margines callo tenuissimo conjuncti. Umbilicus angustus, pervius. 

Gehäuse klein, durchbohrt, cylindrisch-kegelformig, oben abgestutzt, unten 
breit und flach, sehr fein gestreift, zart und dünn, glänzend. Umgänge 44, all- 
mälig anwachsend, eng gewunden, sehr gewölbt, zusammengedrückt, im Durch- 
Schnitte quer oval, durch eine tiefe Naht verbunden. Der erste bildet eine flache, 


268 IT. 


abgestutzte Spitze, die anderen ein cylindrisches Gewinde, das von feinen, regel- 
mässigen, sehr schiefen und etwas gebogenen Rippenstreifchen bedeckt ist. Ап 
der Basis verwandeln sich diese in breite, unregelmässige, verschwommene Streifen, 
die radial zum Nabel verlaufen ^. Mündung quer-oval, durch eine Falte herz- 
fórmig ausgeschnitten. Mundsaum scharf, einfach und gerade. Die Innenwand des 
letzten Umganges in eine Falte gebogen, deren scharfe Kante in den Raum der 
Windung vorragt. Die Falte ist im Anfange sehr niedrig, wird aber hóher und 
crstreckt sich bis an den inneren Mundrand, so dass dieser herzförmig eingebogen 
erscheint. Gegen den Nabel bleibt sie offen, so dass ihr Canal mit der Höhle 
des Nabels in Verbindung steht und in ihr eine Spirale bildet. Vorne ist die 
Falte abgestutzt und durch ein kleines Querblatt verschlossen. Die beiden Mund- 
ränder sind durch eine dünne Schwiele verbunden. Der Nabel nicht weit, durchgehend. 

Höhe 2 millim. Breite 1 millim. 

Vorkommen: Sehr selten in den mergeligen Schichten von Tuchoric. 

Ich fand Bruchstücke von 8 verschiedenen Exemplaren, aus denen sich 
aber glücklicherweise ein vollständiges Bild zusammenstellen liess. 

Die eigenthümliche Erscheinung, welche mir diese Form bot, veranlasste 
mich, für sie eine eigene Gattung zu bilden, nachdem ich eine längere Zeit ver- 
gebens damit zubrachte, sie in einem der mir bekannten Molluskengenera unter- 
zubringen. Das diess der Anfang irgend einer grösseren Schale sei, konnte ich 
nicht annehmen wegen der vollendeten Verhältnisse der Mündung und dem Um- 
stande, dass ich nur Bruchstücke von angegebener Grösse fand. 

Durch die ungewöhnliche Form der Schale und die gegen den Nabel of- 
fene Falte in der Mündung ist das neue Genus hinreichend charakterisirt, um е5 
von allen verwandten Formen leicht unterscheiden zu können. 

Im Systeme glaube ich es in die Familie der Heliciden stellen zu müssen. 
Es erinnert die Art der Windung, die Streifung und Form der Umgänge stark an 
die Gattung Helix, wogegen die Verhältnisse der Mündung mehr einen Verwandt- 
schaftsgrad mit Pupa bekunden. 

Carychium Schwageri, Reuss sp. Taf. IV., Fig. 20, 21. 

Pupa Schwageri Reuss. Paleontologische Beiträge. Sitzungsberichte d. К. 
Akad. d. Wissensch. in Wien. ТУП. Bd. 1868 p. 4. T. I. Е. 5, a, 0, c. 

Der Beschreiber dieser neuen Art, Prof. Reuss, stellt sie zu der Gattung 
Pupa, jedoch unter Hinweisung auf ihre nahe Verwandschaft mit Carychium co- 
stulatum Sandb. 

Die Ursache dieser Stellung glaube ich in dem Umstande suchen zu 
müssen, dass kein vollständiges Exemplar gefunden wurde. Nach der Abbildung 
zu schliessen, fehlte dem vorhandenen ein charakteristischer Bestandtheil, nämlich 
der ausgebreitete Mundsaum. 

Ich hielt es daher für angemessen, gut erhaltene Exemplare, die in mei- 
nem Besitze sind, abbilden zu lassen. 

Das nahe Verwandschaftsverhältniss mit Carychium costulatum ist nun 
nach dieser neuen Abbildung ein noch weit mehr auffallendes, so dass es etwas 
schwierig sein dürfte, diese beiden Arten auf den ersten Anblick zu unterscheiden. 


*) Aehnlich wie bei den Hyalinen, z. B. Hyalina cellaria, Müll. 


П. 269 


Die Vereinigung beider lässt sich aber vieler kleiner Unterschiede wegen nicht 
durchführen. 

Bei mehr spitziger Form ist das Gehäuse unserer Art ein mehr bauchiges 
überhaupt konisch gebautes. Die Costulirung ist dichter und nicht so scharf aus- 
gesprochen wie bei der Sandbergerschen Art. Die Form der Mündung ist bei 
Car. costulatum eine ovale, bei unserer Art ist sie fast rhombisch und oben scharf 
abgestutzt. Endlich scheint das Verhältniss der Zähne ein verschiedenes zu sein. 

Es ist nämlich der Spindelzahn bei unserer Art nicht grösser als die auf 
dem äusseren Mundrande stehenden; Car. costulatum besitzt einen sehr grossen 
Zahn an der Spindel, ja den grössten von allen fünf, die an der Mündung 
vorkommen. 

Die Diagnose unserer Art wäre nun folgende: 

Gehäuse klein, geritzt, spitz-eiförmig, sehr fein gerippt. Umgänge 6, durch 
eine tiefe Naht verbunden, wenig gewölbt, der letzte fast die Hälfte der Schale 
einnehmend. Alle Umgänge von zierlichen, dicht stehenden und feinen Rippchen 
bedeckt, welche von sehr feinen Spiralstreifen gekreuzt werden. Mündung ziemlich 
weit, halb-eliptisch oder rhombisch, oben stark abgestutzt. Mundsaum zurück- 
geschlagen, breit, gelippt, stark glänzend. Die Mundränder durch eine dünne 
Schwiele verbunden, die zwei ungleiche, lamellenartige, schief zu ihrer Oberfläche 
Stehende Zähne trägt. Ein kleiner Zahn an der Spindel. Der äussere am meisten 
ausgebreitete Mundsaum trägt zwei kleine Höcker. Nabel klein, spaltförmig, durch 
den Spindelumschlag bedeckt. ' 

Höhe 9:5 millim., Breite 1-2 millim. 

Carychium nanum Sandb Taf. IV. Fig. 22, 23. 

Sandberger Conchylien d. Mainzer Tertiärbeckens p. OENB. 14 

„Schale sehr klein, ei-thurmförmig, oben stumpf. Von den fünf sehr 
schwach gewölbten, durch eine deutliche Naht getrennten Umgängen ist der letzte 
um ein Drittheil höher als die übrigen zusammengenommen und wird gegen die 
Mündung hin enger. Ueberaus zarte und zahlreiche: Anwachsstreifen kommen auf 
allen Umgängen, mit Ausnahme des ersten, vor. Die länglich-eiförmige Mündung 
steht senkrecht auf dem letzten Umgange und ist mit zwei Zahnfalten versehen, 
von denen die eine gerade von der Mündungswand, die zweite, stärkere, von dem 
rechten Mundsaum ausgeht. Mundsaum umgeschlagen, von den beiden durch eine 
sehr dünne Schwiele verbundenen Rändern erscheint vorzugsweise | der rechte 
verdickt.“ (Sandbergers Diagnose.) 

Höhe 1:3 millim. Breite 0:5 millim. 

Mit dieser Diagnose vollkommen übereinstimmende Exemplare fand ich in 
geringer Anzahl in den mergeligen Schichten von Tuchortic. 

Paludinella sealaris n. sp. Taf. IV. F. 24, 25. 

Testa umbilicata, cylindrica, apice obtusa, subtilissime striata, lutescens. 
Anfractus 4, sutura profunda conjuncti, convexi, medio parum applanati, oblique 


i) 


Striati. Apertura oviformis. Peristoma xectum, simplex, margine externo protracto, 
margine columellari parum extenso. 
Gehäuse klein, geritzt, eylindrisch, abgestutzt, fein gestreift, dünn und 


zart, glänzend. Umgänge 4, durch eine etwas eingeschnürte Naht verbunden, sehr 


270 TI. 


gewölbt, in der Mitte aber etwas gedrückt, so dass oben und unten eine stumpfe 
Kante erscheint, fein und sehr schief gestreift. Der erste Umgang bildet einen 
sehr stumpfen Wirbel, der letzte ist ziemlich überwiegend. Mündung eiförmig, 
oben sehr schwach winkelig. Mundsaum scharf, einfach und gerade. Ausserer 
Mundrand etwas vorgezogen, Spindelrand wenig umgeschlagen. 

Hóhe 2:5 millim. Breite 0:75 millim. 

Vorkommen: Sehr selten in den mergeligen Schichten von Tuchoiic. Ich 
fand nur ein, jedoch wohlerhaltenes Exemplar. 


Unter den mir bekannten lebenden Formen von Paludinella (Litorinella) 
lässt sich diese Art am besten mit Paludinella cylindrica Partsch vergleichen 
Diese hat jedoch oben abgesetzte, nach unten gedrückte Umgänge, so dass sie 
nur oben gekantet erscheint, ferner einen breiteren Nabel, grüssere und oben 
deutlich winkeligé Mündung, endlich ist sie bedeutend kleiner. 


Valvata leptopomoides Rss. Taf. IV. F. 26, 27, 28. Reuss. Pal®ontolo- 
gische Beitrüge. Sitzungsber. d. k. Acad. d. Wissenschaften in Wien Bd. LVII. 
kl M Pl NI ШИЖ ie 

Als ich den Artikel von Prof. Reuss in die Hände bekam, worin diese 
Art abgebildet ist, waren die Abbildungen derselben Species für den vorliegenden 
Artikel bereits auch fertig. 

Ich hielt es für unnöthig, dieselben bei Seite zu legen. Die Abbildung 
bei 27. ist absichtlich von einer Seite aufgenommen, wo es deutlich zu bemerken 
ist, wie das Ende des letzten Umganges unmittelbar vor der Mündung plötzlich 
etwas schlanker wird. — — 

Versteinerte Pflanzenreste kommen in dem Tuchoficer Becken überhaupt 
sehr selten vor. Dennoch gelang es mir die wenigen bekannten Formen um vier 
neue zu bereichern, von denen ich jedoch bisher leider nur eine näher beschreiben 
und benennen kann. 


Es ist diess die Frucht einer Carex-Art. (Taf. IV, F. 29, 30.) Das 25 
millim. lange und 1:5 millim. breite Exemplar wurde in den weichen, mergeligen 
Schichten gefunden. Seine Form ist keilförmig, mit einem breiten und einem zu- 
gespitzten Ende. Die Rückenkante ist scharf und erhaben und theilt sich gegen 
das zugespitzte Ende in zwei Lefzen, die durch eine ziemlich ausgesprochene 
Furche getheilt sind. Das vordere Ende ist sehr breit und etwas abgestutzt. Die 
Schale ist an dieser Stelle lädirt, so dass man den Fruchtkern deutlich sehen 
kann. Das andere Ende spitzt sich nicht allmälig zu, sondern der dicke Kórper 
endet rasch in einer dünnen Spitze. Alle drei Flächen sind an der breitesten 
Stelle sehr gewülbt, an beiden Enden aber etwas eingedrückt. An dem dünnen 
Ende ist dieses Verhältniss besonders ausgesprochen und am meisten unmittelbar 
unter der Rückenkante, so dass ihre beiden Lefzen gleichsam überhängen. Die 
Oberfläche ist rauh und uneben. Ich nannte diese Art Carex antiqua. 


Die zweite Form war eine Chara. Die kleinwinzige etwa 0:5 millim. lange 
und 0'4 millim. breite, fast kugelfórmige Frucht schien mir nach einer oberfläch- 
lichen Vergleichung die meiste Aehnlichkeit mit Chara Escheri A. Br. oder Chara 
inconspicua A. Br. zu haben. Bevor ich eine gründliche Bestimmung vorzunehmen 


H. А 271 


Gelegenheit hatte, ging mir jedoch leider das einzige Exemplar, das ich bisher 
gefunden, verloren. 

Drittens fand ich in einem halbverlassenen Bruche am südlichen Ende des 
Beckens wenige Stücke eines Rhizoms, dessen Formen in dem- harten Kalksteine 
Sehr gut erhalten waren. Die Bestimmung desselben muss einer späteren Zeit 
vorbehalten werden. 

Endlich liegt mir ein 12 millim. langer und ebenso breiter und 15 millim. 
hoher Nusskern vor, einer Coryllus nicht unähnlich. Derselbe ist nur zur’ Hälfte 
erhalten. Der Körper ist im allgemeinen herzförmig und seiner Höhe nach durch 
eine seichte Furche in zwei gleiche Hälften getheilt, welche oben wiederum ge- 
kreuzt wird von einer sehr breiten und tiefen Furche, die sich auf beiden Seiten 
bis zur Hälfte der Höhe erstreckt. Die Oberfläche ist sehr sewölbt und glatt. 
Die Spitze breit, wenig erhaben. — — 

Aus dem folgenden Verzeichnisse wird nun der ganze Reichthum des sehr 
kleinen Tuchoricer Beckens klar. In demselben zählt man bisher 86 Arten aus 
dem Thierreiche und 7 Arten aus dem Pflanzenreiche. 


Es sind dies: A. Aus dem Thierreiche: 


Zonites algiroides, Reuss. Helix (Hyalina) mendica, Slav. 

var. Haidingeri, Reuss. Helix (Hyalina) euristhmia, Slav. 
Zonites semiplanus, Reuss. Helix (Conulus) elasmodonta, Rss. 
Limax crassitesta, Reuss. Helix (Gonostoma) involuta, Thom. 
Vitrina intermedia, Reuss. Helix (Gonostoma) phacodes, Thom. 
Succinea Pfeifferi, Rossm. Helix (Ulostoma) uniplicata, A. Br. 
Succinea affinis, Reuss. Bulimus (Chondrus) complanatus, Rss. 
Helix (Macularia) deflexa A. Br. Bulimus (Chondrus) filocinetus, Rss. 
Helix (Fruticicola) Zippei, Reuss. Bulimus Meyeri, Rss. 

Helix (Fruticicola) apicalis, Rss. Glandina (Cionella) lubricella, Sandb. 
Helix (Fruticicola) homalospira, Rss. Glandina (Cionella) Dormitzeri, Rss. 
Helix (Fruticicola) devexa, Rss. Glandina Sandbergeri, Thom. 

Helix (Fruticicola) osculum, Thom. Glandina producta, Rss. 

Helix (Campylaea) trichophora, Rss. Glandina oligostropha, Rss. 

Helix (Campylaea) robusta, Rss. Glandina inflata, Rss. 

Helix (Glaphyra) lepida, Rss. Azeca monocraspedon, Slav. 

Helix (Crenea) obtuse carinata, Sandb. Azeca pumila, Slav. 

Helix (Crenea) expansilabris, Sandb. Clausilia vulgata, Rss. 

Helix (Patula) lunula, Thom. Clausilia peregrina, Rss. 

Helix (Patula) multicostata, Thom. Clausilia polyodon, Rss. 

Helix (Patula) disculus, A. Br. Clausilia amphiodon, Rss. 

Helix ( "atula) paludineeformis A. Br. Clausilia denticulata, Rss. 

Helix (Patula) stenospira, Rss. Clausilia tenuisculpta, Rss. 

Helix (Patula) euglypha, Rss. Clausilia sp. 

Helix (Patula) plicatella, Rss. Clausilia mira, Slav. 


Helix (Hyalina) denudata, Rss. Pupa (Pupilla) cryptodus A. Br. 


272 : П. 


Pupa (Pupilla) suturalis, A. Br. 
Pupa (Pupilla) subconica, Sandb. 
Pupa (Pupilla) raricosta, Slav. 
Pupa (Pupilla) sp. 

Pupa (Pupilla) turgida. 

Pupa (Pupilla) sp. 

Pupa (Torquilla) subvariabilis, Sandb. 
Pupa (Torquilla) intrusa, Slav. 
Vertigo flexidens, Rss. 

Vertigo microstoma, Rss. 
Vertigo callosa, Rss. 

Ptychospira deloplecta, Slav. 
Planorbis solidus, Thom. 
Planorbis decussatus, Rss. 
Planorbis declivis, A. Br. 
Planorbis exiguus, Rss. 
Planorbis Ungeri, Rss. 

Planorbis cognatus, Rss. 


B. Aus dem Pflanzenreiche 


Grewia crenata, Heer, 
Tuglans dilatata, Rss. 
Betulinium stagnigenum, Ung. 
Carex antiqua, Slav. 


Limnaea subpalustris, Thom. 
Limnaea Thomaei, Rss. 
Limnaea pachygastra, Thom. 
Limnaea minor, Thom. 
Ancylus decussatus, Rss. 
Acrochasma tricarinatum, Rss. 
Carychium Schwageri, Rss. 
Carychium nanum, Sandb. 
Pomatias Rubeschi, Rss. 
Acicula limbata, Rss. 

Acicula costellata, Rss. 
Paludinella scalaris, Slav. 
Valvata leptopomoides, Rss. 
Spheerium pseudocorneum, Rss. 
Sphaerium prominulum, Rss. 
Spherium seminulum, Rss. 
Candona polystigma, Rss. 


Chara sp. 
Arundo? sp. 
Unbekannter Nusskern. 


Endlich unbestimmbare Reste von Dikotyledonenblättern. 


Die Molluskenarten, 85 an der Zahl, repartiren sich auf folgende Abthei- 
lungen: Arionide 2, Helicide 61, Limnaide 12, Auriculac® 2, Cyclostomace 1, 
Aciculacae 2, Paludinide 2, Cyclasid® 3. 

In beifolgendem Tableau ist das Vorkommen und die Verwandschaft un- 
serer Molluskenarten mit denen der zwei reichsten Stufen des Mainzer Beckens, 
dem Landschneckenkalk von Hochheim und dem Litorinellenkalke verglichen. 


11 273 
p" | | Identische Arten | 
| | Süssmasser- Su Litorinellen- | Lai. it den | 
| Formation \schneckenklk. kalk. ` Mit dem Land-|Mi de e | 
| Bihmens, |v, Elm GG DA 
{ETOP eaten nie fe | | 
(zl |—12 | — 1 RE | 
Be o. nk Веснин. bai ; ee a FM A re a | 
BRL oro mere de Ale da з e i viles | 
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Vitrina WE ш ыл a Re - | 
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ENS om eR nie Lis Бый CB rai! ШЕ Бн a | 
Macularia. B TE de Boo Gen i ы 
Fruticicola Te Dante EM ie SCH 
Campylaea ОТЕУ Т | 1 {от ai ИК ЇЙ e pite: 
Glaphyra г уи oi "on nni P Ten, шше Фес a 1 KE ie 
Crenea і d wie lal TNES E 2 1—18 | — Y bl | 
Patula i TS ISP a AGAR اا ا‎ eu Nn 
Hyalina E uin) cade Page eges ete Г E | 
сатан - nt eae wb Ө a Ў | Y | 
Gonostoma ag Oe A sy Nen | 
lostoma . Ran iD e Hp, der (Mant ud Tue | 
Archelix . i ae OI PT aum zt | 
Galaxias . gunt Гана Ж e AMI je sore eov О veh 
Pomatia peg is rales, ИИН ا‎ RO serge 
Hemicycla wd mt ug A Ae enk el Be bons 
Polymita . d no lich "d ow rer zl | 
Xerophila EL dg To ers que mmu — | 
Dulimus Ius *á d he MP ri | 
den | "Wei kär reo "GR BE MD we паа | 
tet dio diat Mer M. phi рад n Puan ай 
Pam Kemmer nei 
ЕТ E | eme rdc 2m ыш ш reg 
Glandina . Be a шш nr 
Cionella TEE ie | ln ei ж 
Azeca . . orth Baie о Ф ахин »d— =i 
Clausilia . Dean ` INI — |5 к bs 
Pupa . n Indem ae RP Бы " 
Pupila . $4 E = 
Torquilla . Е LI i Lh. = | 
ertigo . . SEE е, Sree ae onm РИИ | 
Ptychospira . а Ө рае ee: 8 ааа A | 
Planorbis —|4|—|—|—|5 | —|—|—/: | 
imnaea . idw | 1]. اس‎ | di ul | 
Ancylus ATI OM ATTE EIU utu PE | 
Acrochasma . 2 а ae | ир зо al | 
| Carychium cs BB MI E Ru RO es - "e wë natu 
Кн... |... St = | Ж шш m 
таврейорота . = а ||| | E bec cot ei | 
yclostomus . . a EN zi —|-|—-)—- 
egalomastoma Cd | а 


274 


سے 


PONE. o АЕ 
| Strophostoma 

Acicula + 
| Paludinella (Litorinella) 
| Paludina 
| Valvata 
| Sphierium 


| 


Vergleicht man die drei Faunen mit Hinsicht 
so ergibt sich folgendes Resultat: 


Siisswasser- 
| Formation se 


Böhmens, 


9 


I, 


—|85 


37 | — | 20 


Identische Arten. 


Mit dem Land- Mit dem Li-| 


sehneckenklk. 


lv. Hochheim. | 


auf die Molluskenfamilien’ 


Arionidae 
Helicide 
Limneidae 
Auriculidae 
Cyclostomidae 
Aciculidae 
Paludinidae 
Cyclasidae 


Die Procentenzahl für die einzelnen 


|ы | 
| Süsswasser- 


Formation 
Böhmens, 


Beige at | 


| Identische 


Mit dem Land-|Mit dem 7А 
[se KR | torinelley- | 


, Hochheim. 


-J 


Familien i 


In Böhmen. 


In Hochheim 


Litorinellenkalk 


Arionidae. 


Helicidae. 


Limnaeidae. 
Auriculidae. | 
Cyelostomid. 


E 
A 


ei 


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Ss 


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| 

ү 
17 
p if 
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ори 2 
ЧЫН oil 
3.174 


31 | 
2: |.H 
— 11 


Cyclasidae. 


| 


II. 2175 


Die Procentenzahl der identischen Arten zwischen Bóhmen und Hochheim 
betrügt mit Rücksicht auf die Fauna von Bóhmen im Ganzen 24, speciell für Ario- 
nidae 1, Helicidae 21, Limnaeidae 1, Auriculidae 1, mit Rücksicht auf Hochheim 
Im Ganzen 27, speciell für Arionidae 1, Helicidae 24, Limnaeidae 1, Auriculidae 1. 

Diejenige zwischen Bóhmen und dem Litorinellenkalke betrügt mit Rück- 
Sicht auf die Fauna von Böhmen im Ganzen 144, speciell Helicidae 8}, Li- 
Mnaeidae 6, mit Rücksicht auf den Litorinellenkalk im Ganzen 32} und zwar: 
Helicidae 192, Limnaeidae 13. 


Anhang. 


Bei der Untersuchung einiger Formate aus den tertiären , Süsswasser- 
Schichten von Kostenblatt entdeckte ich eine Schnecke, von der bisher nirgends 
Erwähnung geschah. Ich will sie hier anführen als Paludinella sp. 

Es fand sich nur ein Steinkern, der dabei noch zusammengequetscht war, 
80 dass es selbst Schwierigkeiten unterworfen war das Genus zu erkennen. 

Die Form ist eine breite und bauchige, 3 gewölbte Umgünge bilden das 
Sanze Gehäuse, der letzte ist sehr überwiegend. Die Form der Mündung ist nicht 
zu erkennen. | 

Höhe 2 millim; Breite 1'5 millim. 

Auf die Verwandtschaft mit irgend einer lebenden Form zu schliessen ist 
bei dem schlechten Zustande des Fossils nicht möglich. 
| Ich hätte diese Art ganz unbeachtet gelassen, wenn sie nicht ein deut- 
licher Beweis wäre, dass unsere Tertiärschichten noch so manche interessanten 
Formen enthalten, die bei einer besseren paläontologischen Ausbeute einmal zu 
Tage kommen werden. | 


t 


V. Notiz über eine Heuschrecke aus der Braunkohle von 
Freudenhain. 


Von Dr. Anton Frič. 


Im Jahre 1864 erwarb die paläontologische Sektion den Abdruck einer 
Heuschrecke angeblich aus der in Basalttuffen der Gegend von Freudenhain gela- 
gerten Froschkohle vom Herrn Grohmann in Böhm.-Kamnitz. 

Das Bild des Insektes ist sehr schwach angedeutet und ähnelt mehr einem 
Schatten, doch sind die Contouren in gewisser Stellung gegen das Licht gehalten 
so gut zu sehen, dass eine Photographie davon in natürlicher Grösse, gemacht 
werden konnte, welcher die hier gegebenen Umrisslinien entnommen sind. 


Fig. 55. 


Von den jetzt in Böhmen lebenden Arten kommt sie am nächsten dem 
Decticus verrucivorus, die Legeröhre ist aber mehr gebogen und die Flügel länger- 
Da die Fühler nicht erhalten sind, so lässt sich selbst die Gattung, zu der 816 
gehört, nicht mit Sicherheit bestimmen. Bevor nicht bessere Exemplare zu Gebote 
stehen werden, möge die Art Deeticus umbraceus heissen. 


VI. Die Alluvialbildungen von Bysie, Lysá und’ Chrudim. 
Von Alfred Slavik, Assist. d. paleont. Abth. am Museum d. Kónigr. Böhmen. 


Die Bildungen der letzten geologischen Epoche, die bis zu unserer. Zeit 
reicht, haben erst in den letzteren Jahren ein grösseres Interesse bei den Natur- 
forschern erweckt, aus Gründen, die sehr einleuchtend sind. 

Einmal bestehen sie nicht aus sedimentären Gesteinen mit, deutlicher 
Schichtenfolge, sondern sind aus mehr, weniger beweglichen Theilen, Lehm, Thon, 
Gruss und Gerölle zusammengesetzt, so dass aus ihrer Lagerung nicht. viele 
Schlüsse auf ihre Entstehung und sonstigen Verhältnisse gemacht werden. können. 
Die Schwierigkeit der Erforschung war es. demnach, die jedermann. früher. zu- 
rückschreckte. 

Ein anderer, viel wichtigerer Umstand ist jedoch der, dass. diese Sedi- 
mente nur weniges und undeutliches Materiale. für paläontologische Erforschung 
bieten, welche die Basis der meisten Forschungen im Gebiete der Geologie bildet. 

Zu den in ihren Verhältnissen am wenigsten bekannten Bildungen neueren 
Datums gehören ganz besonders die Torfe, deren es in Béhmen wohl eine grosse 
Menge gibt. Obwohl sie ihrem Materiale nach, das aus halbverkohlten pflanzlichen 
Stoffen besteht, lediglich eine Lósungsaufgabe für Botaniker sind, so bleiben doch 
eine Menge Umstände, namentlich die, welche die Lagerung betreffen und. den 
Geologen von Fach interessiren, im Dunkeln verborgen, und können nur durch 
geologische Forschungen aufgeklärt werden. 

Wie leicht. dies geschieht, sobald man sich an ein paläontologisches 
Factum halten kann, lernt man an den Alluvialbildungen von Byàic und der Um- 

5egend von Chrudim kennen, deren Beschreibung der Zweck dieses Artikels ist. 

Das Torfbecken von Bysic erregte meine Aufmerksamkeit, als mir im Jahre 
1865 Dr. Frič eine grosse Menge verschiedener Schneckenschalen von dort mit- 
brachte, welche aus den durch einen Eisenbahnbau zu Tage gelegten: Schichten 
herausgeschwemmt an der Oberfläche einer Pfütze eine dicke Kruste. bildeten und 
Nur mit dem Netz herausgezogen zu werden brauchten. 

Zwei Ausflüge, die ich in den Jahren 1867 und 1868 unternahm, setzten 


mich in den St and, einzelne Schichten in der ganzen Bildung zu erkennen und zu 
unterscheiden. | 


|i 
| 

M 
| 


278 IT. 


Das enge Thal, welches sich von Liblic über BySic gegen Kosätek zu er- 
streckt, ist mit einer tiefen Schichte von weichem, wenig Kohlenstoffe haltigem 
Torfe erfüllt. 

Wie gross die Tiefe dieser Schichte ist, kann nicht eruirt werden, da sie 
nirgends aufgeschlossen ist. Der Torf ist sehr wasserhaltig, schrumpft nach dem 
Trocknen sehr ein und brennt schlecht unter Zurücklassung von mehr als 70% 
Asche, so dass er sich zum Heizen nicht eignet. Er wird auch nirgends ge- 
stochen. Nach der Aussage der Bahnbediensteten soll die Tiefe dieser Torfschichte 
nicht weniger als 18° betragen. 

Ueber diesem Torfe liegt eine 2° dicke, weisse Schichte von kalkigem 
Thon, Diese Schichte schliesst sich enge an den Torf an und verschwindet eben 
da, wo dieser ein Ende nimmt. 

Die zwei Schichten, welche nun folgen, haben eine weit grössere Ausdeh- 
nung, als’ die ersteren. 

Die eine, welche unmittelbar über der weissen Schichte liegt, besteht aus 
einer schwarzen breiigen Masse, die an der Sonne leicht trocknet und sehr hart 
wird. Sie ist etwa 4^ dick und bedeckt überall die zwei unteren Schichten, ausser- 
dem zieht sie sich aber noch südöstlich bis gegen Hlavno-Sudovo, wo sie allmälig 
verschwindet. 

Die oberste Schichte ist ein lehmiger und bröckliger Thon, der aber 
stellenweise so sandig wird, dass er diesen Charakter verliert. Seine Ausdehnung 
ist die weiteste. Er bedeckt die ganze Gegend zwischen Melnik bis hinter Hlavno 
Kostelnf und bildet fast überall den Ackerboden. 

Diese vier Schichten lassen sich ihrer Entstehung nach in 2 Abtheilungen 
theilen, eine untere mit dem Torf und dem weissen Kalke und eine obere. 

Beide sind streng paläontologisch unterschieden, und nur aus ihrer Fauna 
ist es möglich Schlüsse auf ihre Entstehung zu ziehen. 

Um dies näher erörtern zu können, will ich zuvörderst ein Verzeichniss 
aller Schnecken, die ich in der gesammten Alluvialbildung von Byšic fand, folgen 


lassen. Es sind diess: 


Limax variegatus? Drap. rr. *) Jarychium minimum, Müll. e. 
Succinea Pfeifferi, Rossm. c. Limnaea palustris, Müll. c. 
Succinea oblonga, Drap. e. Limnaea auricularia, Drap. c. 
Helix fruticum, Müll. vr. Limnaea truncatella, Müll. v. 
Helix sericea, Müll. c. Physa fontinalis, Drap. c. 
Helix pulchella, Müll. се. Physa hypnorum, Drap. vr. 
Helix nitidosa, Fér. c. Planorbis fontanus Lightf. vr. 
Helix fulva, Müll. c. Planorbis marginatus, Drap. ce. 
Pupa muscorum, Lin. cc. Planorbis discus, Parr. c. 
Vertigo Moulinsiana, Drap. c. Planorbis contortus, Lin. c. 
Vertigo antivertigo, Drap. c. Ancylus lacustris, Lin. rv. 
Vertigo pygmaea, Drap. c. Bythinia tentaculata, Liu. cc. 
Vertigo Venetzii, Charp. Valvata cristata, Müll. c. 
Cionella lubrica, Müll. c. Pisidium pusillum, Gmel. rr. 


*) rr bedeutet sehr selten, 7 selten, c gemein, cc. sehr gemein. 


1, 279 


Die Schichten der unteren Abtheilung, nämlich der Torf und die weisse 
kalkige Schichte, enthalten nun überwiegend Wasserschnecken, Limnaea palustris, 
Planorbis marginatus, Bythinia tentaculata, Planorbis discus, Physa fontinalis usw., 
und Landschnecken in so geringer Menge, dass sie wohl als ein Beimengsel von 
keinem paliiontologischen Werte betrachtet werden können. 

Die folgende schwarze Schichte ist aber im Gegentheil aus lauter kleinen 
Landschnecken zusammengesetzt, die den Gattungen Helix, Pupa, Vertigo und 
Carychium angehören. Planorbis marginatus und Bythinia tentaculata finden sich 
hier selten. 

In der obersten Schichte endlich ist ein paläontologischer Charakter nicht 
scharf ausgeprägt. Die Schalen sind ziemlich selten, am häufigsten noch Planorbis 
Marginatus, Bythinia tentaculata, Pupa muscorum und Vertigoarten. 

Fasst man diese Unterschiede der zwei Abtheilungen. in’s Auge und noch 
dazu den Umstand, dass die Schichten der oberen Abtheilung weit mehr ausge- 
breitet sind, als die der unteren, so muss man zu dem Schlusse kommen, dass 
jede der Abtheilungen unter anderen Umständen ihren Ursprung nahm. 

Das Thal von BySic musste ursprünglich ein Torfmoor sein, der aber sehr 
wasserhältig war, so dass seine Oberfläche stets mit Wasser bedeckt war, in. dem 
verschiedene Wasserschnecken, wie Bythinia tentaculata, Planorbis marginatus, 
Limnaea palustris gediehen. 

Aus dem kalkhaltigen Wasser schlug sich allmälig eine kalkig-thonige 
Schichte nieder, welche dem Gedeihen des Torfes wahrscheinlich ein Ende machte 
und natürlich dieselben Schneckenschalen enthält. 

Nun kam es jedoch zu Ueberschwemmungen, welche in das Thal und alle 
umliegenden Mulden eindrangen, einestheils ungeheuere Mengen von Landschnecken- 
Schalen aus den Wäldern mitbrachten, anderentheils aber auch die am Orte ge- 
deihenden Schnecken weiter umhertrugen und in der Umgegend ausstreuten. 

So entstanden im Thale die zwei einander sehr verwandten Schichten der 
oberen Abtheilung; wo das Wasser bald ablief, bildete sich nur die ärmere Schichte. 

Während also die Schichten der unteren Abtheilung ihre Bildung dem 
stehenden Wasser verdanken, fingen die oberen Schichten erst dann sich zu bilden 
an, als ihnen von den: wiederkehrenden Ueberschwemmungen Materiale zuge- 
bracht wurde. 

Dass kleine Ueterschwemmungen auch während der Bildung des Torfes 
stattfanden, ist aus dem Umstande zu ersehen, dass selbst im Torfe sich kleine 
Landschnecken wenn auch schr spärlich vorfanden. 

Die Richtung der Ueberschwemmungen war vermutblich eine von Südost 
bach Nordwest sich erstreekende, da die ganze Bildung in dieser Richtung ihre 
Längenaxe hat, Sie dürften von der Elbe ihren Ursprung genommen haben. ` 

Die grosse Menge der Landschnecken, welche in dem Becken liegen tind 
von denen lebende Exemplare jetzt in der Umgegend gar nicht zu finden sind, 
“eugt deutlich für die grosse Umwandlung in der Physiognomie und im Klima 
dieser Gegend. Wo sind die Wälder, aus denen die Schalen von Vertigo und 
Carychien, lauter Feuchte liebende Thiere herausgeschwemmt wurden? Sie ver- 
Schwanden und mit ihrem Verschwinden fing die warme Luft an auch dv n anderen 


280 II. 


Molluskenarten ein Ziel zu setzen, so dass sich aus dem früheren Reichthum nur 
sehr wenige Arten erhalten haben. 

Von den verschwundenen Arten sind zwei sehr interessant, und zwar 
dadurch, dass von ihnen bisher nur ein einziger Fundort bekannt war, der ziemlich 
weit von Böhmen entfernt ist, so dass sie hier ganz vereinzelt gewesen wären. 
Es ist die eine Art Planorbis discus Parr., der aus Dalmatien beschrieben wurde, 
und die zweite Art ist Vertigo Moulinsiana, Drap. aus dem südlichen Frankreich. 
Von beiden, vorzüglich jedoch von der ersten, ist nicht anzunehmen, dass ich sie 
falsch bestimmt hätte, da ich sie mit Originalexemplaren aus der Marschallischen 
Sammlung, die jetzt im Besitze des Museum ist, verglich. 


Die Alluvialbildung von Vorel bei Chrudim. 


Denkt man sich die obere Schichte der unteren Abtheilung und die untere 
Schichte der oberen Abtheilung von BySic zusammen vereinigt, so hat man das 
Bild eines alten Teich grundes, wie er in einer Ausdehnung von circa 1 Stunde 
im Durchmesser nahe dem Dorfe Vorel sich ausbreitet. 

Die Fauna ist überwiegend aus Süsswasserschnecken zusammengesetzt, 
vorzugsweise sind es Formen, die stehendes, tiefes Wasser, wie es in Teichen 
enthalten ist, lieben. 


Die Arten sind folgende: 


Limnaea palustris, Müll. c. Valvata cristata, Müll. c. 
Limnaea elongata? Drap. juv. r. Helix pulchella, Müll. c. 
Limnaea vulgaris, Pfeif. c. Cionella lubrica, Müll. c. 
Planorbis contortus, Lin. r. Pupa muscorum, Lin. c. 
Planorbis nautileus, Lin. r. Succinea Pfeifferi, Rossm. 
Planorbis lovis var.? Ald. r. Pisidium pusillum, Gmel. в. 


Bythinia tentaculata, Lin. c. 


Ausserdem fand ich eine Chara in ziemlicher Menge. 

Auch an dem Boden dieses Teiches bildete sich ein geringer Torfansatz, 
der aber so unbedeutend war, dass er nicht als eine Schichte für sich aufgefasst 
werden kann, sondern mit dem weissen, kalkigen Thone vermengt bildet er eiue 
festere Masse, die sich zu Ziegeln formen lässt. 

Ueber dieser weissen Schichte ist eine schwärzliche, sandig erdige, welche 
überwiegend wieder Landschnecken enthält, die allmälig in den Teich herein- 
geschwemmt wurden. 

Freilich ist hier die Menge der Landschnecken nicht so bedeutend, da 
von grösseren Ueberschwemmungen nicht die Rede sein kann, sonst müsste das 
ganze Gebilde in der oberen Schichte mehr ausgebreitet sein und nicht überall 
gleich enden. — — 

Die ganz analogen Orte von Lysá und Zbislav bei Cáslau zu beschreiben 


IT. 281 


würe ganz überflüssig; es waren ebenso Teiche, die am Grunde zuerst eine weisse, 
kalkige Schichte absetzten, sodann aber mit einer schwarzen, sandigen oder tho- 
nigen Schichte verschlemmt wurden und allmälig ihr Wasser verloren. 

Ich will nur noch eine Uebersicht ihrer Fauna geben: 


1. In Lysá: 


Limnaca pallustris, Müll. e. Pisidium pusillum, Gmel. r. 
Planorbis marginatus, Drap. се. Succinea Pfeifferi, Rossm. cc. 
Planorbis fontanus, Lightf. 7. Helix pulchella, Müll. c. 
Bythinia tentaculata, Lin. ee. Vertigo antivertigo, Drap. 7 


Valvata cristata, Müll. v. 


2. In Zbislav: 


Limnaea auricularia, Drap. v. Helix pulchella, Müll. c. 
Limnaea truncatella, Müll. r. Helix fulva, Müll. v. 
Succinea Pfeifferi, Rossm. ce. Helix nitidosa, Fer. r. 
Cionella lubrica, Müll. c. Helix fruticum, Müll. ». 


Pupa muscorum, Lin. c. 


Auch in diesen beiden Orten ist die Bildung der weissen Schichte mass 
gebend, d.h. sie bedeutet, dass hier früher stehendes, kalkiges Wasser war. (Solche 
offen am Tage ‘gelegene Schichten kenne ich noch von Bláto bei Podébrad und 
von einer Wiese bei Elbe-Teinitz. In beiden Fällen enthält der Kalk Schalen von 
Wasserschnecken, vorzugsweise Bythinia tentaculata und Planorbis marginatus.) 

Hoffentlich wird eine stets ausgedehntere Durchforschung unsere Kennt 
nisse über diese Bildungen vervollständigen, so dass sie einmal in einem einzigen 
Bilde werden zusammengefasst werden können. 


Inhalt. 


Seite 
Vorbemerkungen von Prof. Joh. Krejčí. 
Studien im Gebiete der böhm. Kreide-Formation von Prof. Joh. Krejčí. 
Г. Allgemeine und orographische Verhältnisse, sowie Gliederung der böhmischen 
Kreide- Formation. 


Grenzen und oe e der Kreideformation in Böhmen . . . . . . . + 48 
Schichtenfolge . . . REE cule cae uh ME 
I. Die Kreideformation im Тйл. Жазын . EE ENCHE TAT ган и АЙ 
П. Die Kreideformation südlich vom Eger- und Elbeflusse . . . дыз Oe 
а. Das Zbán- und Rip-Plateau, sowie die Pliner-Plateaus nördlich von 

(Malt S IN ; bets UMEN 
b. Die Kreideformation zrinchen, der Elbe und Moldau, "T in den Um- 

gebungen von Kolin und Cáslau . . . . x REN, 
Ш. Die Kreideformation zwischen dem Leitmériteer "Mittelgebirge P 

dem Iserthale, nebst dem Tetschner Schneeberge . . . PE unl 
а) Die Plateaus westlich vom Iserflusse bis zum Kokotinerthal und den 

Torfniederungen bei Niemes und Wartenberg. . . . Bl: 
b) Die Felsengründe zwischen dem Kokofiner und Auscha- Thale "bis zu 

der Teichniederung zwischen Neuschloss und Hirschberg . . . . . 118 
¢) Die Gegend zwischen den Teichen bei Neuschloss und Hirschberg bis 

zur sächsischen Grenze bei Pankrae, Oybin und Krombach . . . . . 121 
d) Das Gebiet der sogenannten böhmischen SCHWEIZ u... SE у 
IV. Die Kreideformation östlich vom Iserflusse bis nach Mähren е OR 
V. Die Kreideformation im Braunau-Policer Gebiet und in der Graf- 

schaft Glatz . . » . een ШОЮ 
Die Hebungslinien im Gebiete der bohm. Kreideformation Eu. rho. . NE 
Verzeichniss der benützten Schriften . . . ‚ТАШ 


II. Paläontolo gische Untersuchungen der eine ibus Seiten in ER 
böhmischen Kreideformation von Dr. Anton Frič. 
Die verschiedenen Facies del Korycaner БШ ОШ ӨШ ose e u se cx ШИ 


Fundorte von Petrefakten in den Korycaner Schichten 

Bucht von Radovesnic 

Bucht von Nebovid 

Bucht von Mezholez 

Umgebung von Kuttenberg - бай. ; 

Gegend von Chrudim und Skué bis an die währe TR 
Die Gegend zwischen Tissa und Laun ; 

Die Gegend von Lobosic, Libochovic und Budín 

Die Gegend zwischen Tuchomörice und Kralup 


Die Gegend von Vodolka, Korycan, Lobkovic und Elbekostelec 

Die Gegend von KnéZívka (Kleinherrendörf), Pfemyslany und Prag 

Palüontologisch-geologisehe Notizen betreffend einige Fundorte 
in dem Gebiete der metamorphischen, ter (ären und qua- 


ternären Formationen. 


I. Ueber Kozoon bohemicum, Fr. aus den körnigen Kalksteinen von 


Raspenau bei Friedland in Böhmen 
Il. Ueber Eozoon bohemieum von Raspenau . 


III. Petrefakten aus dem körnigen Kalke von Parterik bei Gabel 


IV. Neuer Beitrag zur Kenntniss der tertiären Süsswasserkalkschichten 

von Tuchoric ТОГУЛ, ТОРТИ, 
V. Notiz über eine Heuschrec ie aus der Braunkohle von Freudenheim 
VI. Die Alluvialbildungen von Bysic, Lysá und Chrudim 


Seite 
193 
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236 


Tafel 1. 
Eozoon bohemicum, Fr. 


Aus den tiefsten Schichten des Kalksteines von Raspenau bei Friedland. 
(Baums Steinbruch.) 

Fig. 1. Geschliffenes Handstück mit mehreren Individuen in natür- 
licher Grösse. 

Fig. 2. Geschliffenes Exemplar eines Individuums, das an der Basis sehr 
erosse Kammerung zeugt und in der Mitte ein eingewachsenes Stück von Dolomit 
enthält, in natürlicher Grösse. 

Fig. 9. Geschliffenes und geätztes Exemplar, die Zeichnung durch Natur- 
Selbstdruck reproducirt. 

Fig. 4. Mittlere Partie des in Fig. 2 dargestellten Exemplars 6mal 
vergrössert. 

a. Kalk, die ehemalige Schale des Thieres. 

. Serpentin als Ausfüllung der früher mit Sarcode erfüllten Räume. 
e. Dolomit. 


Kai 


Fig. 5. Aus der unteren linken Partie des in Fig. 2 dargestellten Exem- 
Plars 15mal vergrössert. 

a. Kalkschale. 

b. Serpentinausfüllung. 

Fig. 6. Querschnitt von Polytrema rubrum einer Foraminifere aus Neu- 
holland zum Vergleich mit Fig. 5 in den Farben des Eozoon dargestellt, 15mal 
vergrössert, 


@. Kalkschale (in der Wirklichkeit roth gefärbt). 
b. Thierische Substanz (Sarcode, in der Wirklichkeit grau.) 


Tafel П. 


Microscopische Structur von Eozoon bohemicum, Fr. 


nach Exemplaren von Raspenau bei Friedland. 


Fig. 1. Ein mit auffallendem Lichte beobachtetes ausgeätztes, der Kalk- 
Schale beraubtes Exemplar, an dem die knotenfórmige Kammer-Ausfüllung in Ser- 
Pentin umgewandelt, zu sehen ist. An mehreren Stellen sieht man abgebrochene 
-: Ausfüllungen der Verbindungskanäle 30mal vergróssert. 


Fig. 2, 3 und 4. Isolirte Partien des ausgeätzten Exemplars 100mal 
Vergréssert, An Fig. 2 sieht man an der Perypherie feine Spitzen und an Fig. 3 
und 4 an mehreren Stellen zu drei parallel stehender Stabe (die einstigen 
Ausfüllungen der Schalenporen und Verbindungskanäle. 
| Fig. 5. Feingeschliffenes geätztes Exemplar 100mal vergrössert, bei auf- 
fallendem Lichte. 

a. Raum der ausgeätzten Kalkschale. 

b. Serpentin. 

c. Angeschliffene Partien des Serpentins. 

d. Drei parallel laufende Verbindungskanile. 

E Fig. 6. Aestige Verbindungskanäle aus der rechten oberen Partie der 
Fig. 5, 300mal vergróssert. 

Fig. 7. Ein geschliffenes unvollständig geütztes Exemplar, an dem man 
nadelförmige Körper wahrnimmt, 100mal bei Auffall. 

Fig. 8. Ein geätzter Feinschliff ähnlich behandelt wie Fig. 5. 

Fig. 9. Ein Verbindungskanal mit feineren Seitenkanälen 300m. vergr. 

Fig. 10. Ein ungeätzter Feinschliff 300mal vergrössert bei durchfal- 
lendem Licht, 

@. Kalkschale mit Krystallisations-Linien. 

b. Poröser Rand der Schale. 

€. Ausfüllung mit Serpentin. 

Fig. 11. Ein Theil von Fig. 10. 400mal vergrössert. 


Eozoon 


GEH Aa 


Y 


A 
A 
P 


a. 


Lith.G.Haase S. [Pragae] 


bohemicum, Fr. 


Eozoon bohemicum, Fr. 


Lith. G. Haase $. [Pragae] 


Lith. 6. Haase 8. (Praga) 


Fig. l. Unio Perucensis. Fr._Fig.2.3. Unio regularis. Fr. Fig. 4 Unio | 
serobicularioides. Fr._Fiß.5. Tanalia Pichleri, Horn._Fig.6. Phryganaa | 
| micacea. Fr. Fig. 7.2 Elitra €. Fig. В. Testudo? | 


mm = —— u Á€— fÓÀ—À = - SS 


1,2 Helix lepida Rss. 940.11 Pupa raricosta Slav. 18,19 Azeca pumila Slav 
3,4 Helix disculus А, Вг, 12,13 Pupa intrusa Slav, 20,21 Carychium Schwageri Rss. 


5.6 Helix euristhmia Slav. 14,15 Ptychaspira deloplecta Slav, 22,23 Carychium nanum Sandb 
7,9 Helix mendica Slav. 16.17 Азес̧а monocraspedon Slav. 24,25 Paludinella scalaris Slav 


26,27,28 Valvata leptopomoides Rss. 29,30 Carex antiqua Slav. 


_Landesdurchforschung von Böhmen. _ Section II. 


Die 


Steinkohlen-Becken 


in der 


Umgebung von Radnic. 


Von 


Karl Feistmantel, 


fürst], К 


i ürstenberg’schen Hüttenmeister in Althütten, ausw. Mitglied der geol. Section des Landes- 
urchforschung-Comités , corresp. Mitglied der k. böhm. Gesellschaft der Wissenschaften u. s. w. 


QM x —Ó ore 


Allgemeines. 


Das Vorkommen von Steinkohle in der Umgebung von Radnic ist seit langen 
Jahren bekannt. — Н. R. Göppert erwähnt in seiner Abhandlung über die Entstehung 
der Steinkohlenlager *), dass auf der Herrschaft Radnie nach urkundlichen Beweisen 
Jereits vor dem dreissigjährigen Kriege Kohlenbergbau getrieben worden sei. — Die 
älteste Kohlengewinnung scheint bei Chomle, einem eine halbe Stunde östlich von Radnic 
gelegen Dorfe, statt gefunden zu haben, 

Warscheinlich wurde die Kohle damals lediglich bei der Vitriolbereitung be- 
nützt; noch gegenwärtig sind in der nächsten Nähe von Chomle, an einer Stelle, wo ein 
Kohlenflötz, fast bis zu Tage ausgieng, alte Baue auf dieses Kohlenflötz und Reste von 

itriolschiefer-Halden vorhanden. 

Gegen Ende des verflossenen Jahrhundertes fallen die ersten Nachrichten von 
der Auffindung des Kohlenlagers in der Nähe des Dorfes Vranovie. Die Spuren dieses 
Sohlenlagers sollen in einem Wasserrisse der damals mit Wald bedeckten Gegend ent- 
deckt worden sein, Dieser Wasserriss dacht sich in nördlicher Richtung ab, und liegt 
ine Viertelstunde Wegs östlich vom Dorfe Vranovic; noch jetzt wird das Ausgehende 
des Kohlenlagers daselbst in geringer Tiefe, nur wenig mit Schutt und Erde bedeckt 
getroffen, 

' Die geringe Tiefe, in welcher die Kohle in dieser Gegend allenthalben liegt, 
rleichterte die baldige Auffindung derselben auch an anderen Punkten, in der Nähe der 
Омер Vranov, Stupno und Kise, und lehrte den ganzen Umfang eines Steinkohlen- 
eckens kennen, das endlich ‘auch in seiner Mitte in Angriff genommen wurde, so dass 
4sselbe nun in seiner ganzen Ausdehnung erschlossen und bekannt ist. 
Während der allmäligen Ausbreitung des Bergbaues in diesem Becken wurden 


A" auch Kohlenlager an anderen Orten in der Umgebung von Radnie entdeckt und 
War: bei MoStie, Svina, Gross-Lochovic, bei Darova, Skaupy oder Klein- 


Lochovic , bei Vejvanov und Privetic, und endlich zwischen Néméovie und 
leiligenkreuz. 

Die Gesteinsschichten, welehe unzweifelhaft der Steinkohlenformation angehören, 
und zwischen welchen die Kohlenlager an den benannten Orten eingeschlossen vorkommen, 
ec NE jedoch ‚noch weiter verbreitet. Die Steinkohlenformation nimmt ein weit 
e Terrain ein, als durch die Orte, an denen das Vorkommen von Kohlenlagern 

int wurde, bezeichnet wird. 
viii Die Steinkohlenformation ruht überall unmittelbar auf silurischen Gebilden, und 
Vorwaltend auf dem, der unteren Abtheilung derselben zugehörigen Thonschiefer- 
Omplexe der Etage B Barrandé's, der auch hier mannigfaltig von Afanit, Diorit, Kiesel- 


*) Abhandlung, eingesendet als Antwort auf die Preisfrage: „Man suche durch genaue Un- 
tersuchungen darzuthun, ob die Steinkohlenlager aus Pflanzen entstanden sind... ... 
Haarlem 1848. Seite 22. 


1* 


M 


4 I1. 


schiefer und Porfyr unterbrochen erscheint. Nur an einer einzigen Stelle, in ihrer öst- 
lichsten Verbreitung, überlagern die Schichten der Steinkohlenformation die zur Etage 
D Barrandé’s gehörigen Quarzite und Grauwakenschiefer. -— Barrandé’s Etage C, mit der 
so charasteristichen Primordial-Fauna, ist in der unmittelbaren Nähe der Steinkohlenfor- 
mation, bei Klein-Lochovic beginnend, und in einem schmalen Streifen sich über Mledie 
gegen Skrej ziehend, entwickelt. 

Ihrem gewöhnlichen Character entsprechend, bilden auch hier die silurischen 
Thonschiefer ein wellenförmighügliges, durch Thaleinschnitte unterbrochenes Terrain. — 
Von letzteren ist der bedeutendste der Thaleinschnitt des Beraunflusses, der von Pilsen 
kommend, bei Nadryb sich nördlich wendet und erst bei Liblin wieder eine vorwaltend 
östliche Richtung einschlägt. Keines der Steinkohlenvorkömmnisse der Umgebung von 
Radnie fällt über diesen Thaleinschnitt hinaus an das linke Ufer des Beraunflusses. 

Nahezu parallel der nördlichen Richtung des Beraunflusses geht über Radnic 
das Thal des bei Rakolusky in die Beraun mündenden Radnicerbaches, der seinen Ur- 
sprung in den Waldungen südöstlich ober dem Dorfe Privetie hat. Inmitten dieser beiden 
Thaler, denselben ziemlich parallel, erstreckt sich vom Dorfe Bezděkov in nördlicher 
Richtung über Bras und Heiligkreuz gegen Liblín zu die Wasserscheide zwisehen dem 
Beraunflusse und dem Radnicerbache, — 

Von derselben weiten sich in westlicher Abdachung gegen den Beraunfluss ZU. 
von Süd nach Nord gezählt, zuerst das Stupno’er Thal, dann das Vranovicer, das Hei- 
ligkreuzer, und endlich das Voleschner Thal aus, neben welchen sieh noeh unterschied- 
liche kleinere Wasserrisse vorfinden; mit ‚östlicher Abdachung gegen den Radnicerbach 
zu sind das Heiligkreuzer, das Néméovicer und das Chockover Thal die bemerkens- 
werthesten. Diese erreichen weder was Liingenerstreckung noch was Tiefe betrifft, die 
Ansdehnung der westlich abfallenden Thalgründe, 

In den Radnicerbach münden ausser den letztbenannten dreien noch yon dem 
östlich von ihm gelegenen Plateau herablaufend ein: Das Skomelner Thal, unter Priyetie 
sich anschliessend; das Chomler Thal unmittelbar bei Radnie ausgehend, das Mostic- 
Lochovicer Thal. — Mit Ausnahme der durch diese Thäler gebildeten, unbedeutenden 
Niederungen trägt die ganze Umgebung von Radnie den Character eines unebenen Hoch- 
platean’s, über das nur einzelne wenige Kuppen bemerkbar hervorragen ; diese bestehen 
fast immer im Gegensatz zu dem die Hauptinasse des Plateau’s bildenden ` Thonschiefer 
aus Kieselschiefern, Afanit oder Porfyr. 


Die einzelnen Steinkohlenbecken. 
(Tafel 1.) 


Die Stemkohlenformation findet man nun in der Umgebung von Radnic zumeist 
auf den höheren Lagen des Terrain’s verbreitet, und nur seltener senkt sich dieselbe im 
die Thaleinschnitte herab. Von Süden nach Norden gehend trifft man zuerst bei dem 
Dorfe Ober-Stupno, beiläufig eine und eine halbe Stunde Weges nördlich von Rokycan 
auf Gesteinsschichten, welche zur Steinkohlenformation gehören. Diese bilden die süd- 
lichste Gränze eines sich von hier vorwaltend in nördlicher Richtung erstreckenden 
Steinkohlenbeckens, das ich nach dem in seinem Bereiche befindlichen Industrieorte als 
das Braser Becken bezeielme. Es fällt zwischen die Ortschaften Ober-Stupno; 
Vranov, Vranovie und Krise, 

Etwas nordöstlich von Ober-Stupno ragt die weithin kennbare, von Nord nach 
Süd gerichtete Kieselschieferkuppe, der Hasenberg, hervor. Ummittelbar an dessen west- 


IT. 5 


licher und nördlicher Abdachung lagert sich das Kohlengebirge an, tritt gegen Stupno 
etwas südlich vor, erstreckt sich bis knapp an die östliche Seite des Dorfes, an dessen 
nördlichem Ende ein anstehender Afanit-Hügel die südwestliche Begränzung des Kohlen- 
beckens bildet, Dieses dehnt sich dann von hier erst in nordwestlicher, weiterhin in 
mehr nördlicher Richtung über die Hutweide „V rudni“, die ehemalige Waldstreke „v thel- 
ných jämäch“und „pod Kejéini* bis unmittelbar au das östliche Ende des Dorfes Vranovic 
aus, wo es sich wieder an einen, beim Bache beginnenden, hinter Vranovie gegen Nordost 
aufsteigenden Afanithügel anlegt. In dieser vorwaltend westlichen Begränzung des Bek- 
kens bilden zwischen den zwei genannten Afanithügeln fast ausschliesslich Thonschiefer, 
die mit Vitriolschiefern abwechseln, den Untergrund der Steinkohlenformation. Nur an 
einem Punkte, etwas südlich von der Graf Sternberg’schen Glashütte wird der Thonschiefer 
vom Afanit unterbrochen. 

Die östliche Begränzung dieses Kohlenbeckens geht um die nördliche Abdachung 
des Kieselschiefers am Hasenberge und bildet zwischen diesem und dem Dorfe Vranov 
eme gegen Osten ziemlich ausgedehnt vorspringende ` Ausbuchtung. Unmittelbar vor 
Vranov aber wendet sich die Begränzung ziemlich scharf westlich, jedoch nur eine kurze 
Strecke, und zieht sich dann in fast nördlicher Richtung ohne bedeutende Abweichung 
von einer geraden Linie gegen den Afanithügel Priko¢ov, an dessen westlichem Abhange 
Sich das Kohlengebirge anlegt. Vom Hasenberge bis zum Přikočov bilden Thonschiefer 
den Untergrund des Kohlengebirges. 

, Die Wasserscheide zwischen dem Beraunthale und dem Radnicerbache erstreckt 
Sich vom Hasenberge aus gegen Norden, und das Gehänge fällt von derselben. allmälig 
westlich ab. Fast das ganze Braser Becken liegt an diesem westlichen Gehänge. Vom 
Dorfe Vranov. jedoch. zieht sich ein Streifen in westlicher Richtung, der die Höhe der 
Wasserscheide einhült, und selbst die Wasserscheide zwischen dem Stupno'er und dem 
Vranovicerbache zu bilden beginnt. In diesem Streifen liegen die hóchsten Oberflüchen- 
Punkte des Bfaser Beckens, von denen sich die Taggegend gegen Süden südwestlich, gegen 
Norden jedoch nordwestlich abdacht, und zwar letzteres in grösserem Masstabe als ersteres. 
"Das Braser Becken bildet sonach in Anbetracht seiner Oberfläche einen Sattel, hat aber 
М allgemeinen eine Neigung von Süd nach Nord, was sich bei Betrachtung der Kohlen- 
flótze selbst noch ersichtlicher herausstellen wird. Erst hinter der nördlichen, im Vra- 
Novicer Thale erfolgenden Einbuchtung steigt das Terrain des Braser Beckens wieder 
allmälig an, welche Ansteigung sich bis in das Dorf Heiligkreuz ununterbrochen fortsetzt. 
E n Theil des, zwischen dem bei Vranovie anstehenden und dem ihm gegenüberliegenden 
Afanithügel Priko&ov, in einen ziemlich schmalen Streifen zusammengedrängten und be- 
reits an seiner Oberfläche wieder ansteigenden Kohlengebirges wird noch zum Braser 
Becken gerechnet, und zwar nach der Ausbreitung der bestehenden Bergbaue bis zu den 
sogenannten Vranovicer Steinbrüchen hinan. — Mit Inbegriff dieses Theiles beträgt die 
^Angenausdehnung des Bfaser Beckens in der Richtung von Süd nach Nord gemessen, 
d. i, von Ober-Stupno bis zu den Vranovicer Steinbrüchen über 1400 Klafter. 
j Die Breitenausdehnung wechselt, und misst in der Richtung von Ost nach West 
її dem durch die östliche Ausbuchtung breitesten Theile bei 800, im südlichen Theile 
des Beckens bei 300, in der nördlichen Erstreckung des Beckens bei 400 Klaftern, die 
Sich endlich in der Einengung hinter Vranovic bis unter 300 Klaftern zusammenzieht. 
araus ergibt sich ein gesammter von dem Bfaser Becken bedeckter Flächen-Inhalt von 
Nahezu 600.000 TT Klaftern, Das Becken besitzt eine làngliche von Süd nach Nord ge- 
Streckte Gestalt, welche durch die Ausweitung bei Vranov etwas modifieirt wird. 

Geht man von Vranovic in der zwischen den beiden Afanit-Hügeln sich allmälig 
"waan = ziemlich oingeengten Mu» р) 50 findet — die Steinkohlensand- 
niii E dei Oberfläche ununterbrochen fortsetzend. Sie legen sich einestheils an der 
{ chen Abdachung des Prikocov-Hiigels an, überschreiten hinter demselben, da wo die 
trasse yon Bias nach Heiligkreuz geht, die Wasserscheide, und finden an der östlicheu 
Sien in einer gegen Radnic sich wendenden Linie ihre südliche Begränzung ; ander- 

Ion sie sich um den nördlich von Vranovic sich erhebenden Afanit-Hügel herum, 


6 II. 


und breiten sich in einer Ausbuchtung westlich vom Heiligkreuz aus, nördlich genau von 
dem über Heiligkreuz gegen Planá fliessenden Bache begrünzt. Die Gränze der Kohlen- 
^ formation geht dann weiter am nördlichen Ende des Dorfes Heiligkreuz, das ganz auf 
Kohlengebirge steht, und überschreitet hier ebenfalls die Wasserscheide, Von hier an 
n liegt die Kohlenformation ausschliesslich am östlichen Gehänge des zwischen dem Beraun- 
flusse und dem Radnicerbache sich hinziehenden Rückens. | 
Ihre westliche Begränzung findet man von Heiligkreuz ausgehend in nördlicher 
Richtung über Dvorec, genau durch das westliche Ende des Dorfes Néméovic durch- 
gehend, so dass die äusserst westlichen Gebäulichkeiten dieses Dorfes bereits auf silur. 
Thonschiefer stehen, weiters in ziemlich gerader Richtung gegen Lhotka und bis an das 
rechte Ufer des Chockovbaches, an welchem sie sich bis an das linke Ufer des Radnicer- 
baches herabzieht. Von hier geht die östliche Gränze der Kohlenformation fortwährend 
i am linken Ufer des Radnicerbaches bis nach Radnic, fast nie das rechte Ufer überschrei- 
tend, vorwaltend in gerader Linie, derart, dass sie sich nicht den Krümmungen des Baches 
anschliesst, sondern in östlichen Ausweichungen desselben silurische Schiefer und Afanite 


Wi als Untergrund zu Tage treten. 
I Diesen von den Vranovicer Steinbrüchen über Heiligkreuz einerseits bis Radnic, 
|! anderseits über Néméowic, Lhotka bis in die Nähe des Dorfes Chockov ausgebreiteten 


Theil der Kohlenformation nenne ich das Néméovicer Becken. 

IN An seiner ganzen westlichen Seite begränzen dieses Becken Thonschiefer, vom 
ii Vranovicer Afanit-Hügel angefangen bis Chockov; die östliche Seite aber wird fast aus- 
n schliesslich von Afaniten begrünzt, die bei Weissgrün in Variolithe übergehen, und die 
i zumeist steil und schroff am rechten Gehänge des Radnicerbaches anstehen. Nur hie 
| und da, wo die Gränze der Steinkohlengebilde etwas von dem Bachufer sich entfernt, 
ul sieht man Thonschiefer dieselben unterlagern. 

|. Die Oberflachenlage dieses Beckens entspricht zumeist einer wenig wellenfór- 
n migen, von West nach Ost, nämlich von der Wasserscheide in der Höhe von Heiligkreuz 
| gegen den Radnicerbach einerseits, und anderseits von Süd nach Nord geneigten Ebene. 
M Nur der äusserst westliche Theil des Beckens liegt mit einer theils nordwestlichen, theils 
H mit einer südwestlichen, gegen Vranovic gerichteten, Abdachung an dem westlichen Ge- 
| hänge des durch Heiligkreuz durchziehenden Rückens. 


u In der Nähe von Heiligkreuz, dann bei Dvorec und Néméovic, in geringere" 
|! Masse auch noch bei Lhota ist dieses Becken durch, gegen den Radnicerbach herablau- 
I fende Wasserrisse und Thaleinschnitte ein wenig durchfurcht. 


Der Flichenraum, der nach den ermittelten Gränzen vom Néméovicer Becken 
| eingeschlossen wird, kann annäherungsweise auf 2,100,000 [7] Klafter geschätzt werden; 
übertrifft sonach jenen des Biaser Beckens um das drei und ein halbfache. 

| Bei Radnic selbst, das fast durchaus auf der Steinkohlenformation steht, wird 
| diese wieder auf die schmale Thalweite eingeengt, und nimmt erst südlich und östlich 
| davon wieder eine grössere Verbreitung ап. — Sie erstreckt sich von Radnic aus am 
östlichen Gehänge des südlich bei Radnic sich erhebenden Afanit-Rückens, geht in süd- 
licher Richtung an diesem Afanithügel fort, verbreitet sich dann beim Priveticer Schal- 
stalle in eine Ausbuchtung, welche nahe an das rechte Ufer des Radnicerbaches hinab- 
|! reicht, wo die Kohlenformation auf Thonschiefern aufruht, die am Bachufer in kleinen 


I. Felspartien anstehen. Bei der hier über den Bach führenden Brücke sind die Schichten 
| DH D D Г D H D a 
| des Steinkohlengebirges frei zu Tage liegend zu sehen. — Sie ruhen auf einem, уоп hier 


östlich, in der Richtung gegen Skomelno streichenden Hügelzuge, der grossentheils aus | 
Afaniten besteht, und an dessen nördlichem Gehänge sie sich anlagern. Die Begrünzung 
der Kohlenformation findet man vom Schafstalle an immer an der rechten Seite der nac? 
Skomelno führenden Strasse, bis erst nahe vor diesem Dorfe sich dieselbe an die linke 
Seite der Strasse hinüberzieht und nahe an Skomelno vorbei in fast östlicher Richtung 
fortgeht. Dann findet man die Kohlenformation im Vejvanover Walde ? 
Quarzitkamme Bechlov, und zwar an dessen südlichem Abfalle zu einer etwas lünglichen 


unter dem 


TI. d 


Ausbuchtung verbreitet, die ihre östlichste Begränzung bei dem Waldrücken Rovensko 
südlich ober dem Dorfe Sebedic erreicht. 

Die weitere Begränzung geht am westlichen Gehänge des Vejvanover, weit hin 
kenntlichen Porfyrsrückens, theilweise um das Dorf Vejvanov herum, dann westlich bis 
in die Nähe von Moätie von hier aus zurück gegen Chomle, und dann südlich von diesem 
Dorfe, die daselbst sich erhenbeden Afanit-Hügel umlagernd und in die von denselben ge- 
bildeten Mulden theilweise vortretend, endlich am linken Gehänge des Chomlerbaches bis 
wieder nach Radnie hinab, doch so, dass diess Gehänge überall aus dem Grundgebirge, 
Thonschiefer und Afanit besteht, und die Steinkohlengebilde sich erst auf der Höhe des- 
selben anlagern. 

Den durch die bezeichneten Grünzen von Radnic aus gegen Vejvanov einge- 
schlossenen Complex von Schichten der Steinkohlenformation nenne ich das V ej vac 
nover Becken. Es steht mit dem Néméovicer Becken bloss durch den schmalen 
bei Radnic abgelagerten Streifen von Sandsteinen im Zusammenhange. 

Als Grundgebirge dieses Beckens finden wir nicht mehr ausschliesslich, wie 
früher, der silurischen Etage B Rarrandé’s angehörige Gesteine. Solche unterlagern zwar, 
wie schon erwähnt, das Becken an seiner westlichen und südlichen Begränzung. Auch 
stehen solche an seiner nördlichen Gränze zwischen Vejvanov und Mostic in einem 
wenig ansteigenden Abhange an. Aber in seiner östlichen Verbreitung sehen wir das 
Vejvanover Becken zum Theile auf Porfyren, zum Theile auf Schichten aufruhen, die 
der Quarzitgruppe der Etage D Barrandé’s angehören. 

Was die Oberflächenverhältnisse dieses Beekens anbelangt, so bildet dasselbe 
zwichen Chomle, Vejvanov und Skomelno eine ziemlich in gleicher Höhe schwankende 
Fläche mit wenigen Unebenheiten und mit einer in seinem nördlichsten Theile gegen 
Mostie eintretenden Senkung. Erst von Skomelno anfangend neigt sich die Oberfläche 
desselben gegen West derart, dass die Tiefe von Radnic in einer allmälig abfallenden 
Mulde erreicht wird. | 

Der Flächenraum, der von diesem Becken in den bezeichneten Gränzen ange- 
nommen wird, kann auf ungefähr 2,420.000 Quadr.-Klafter geschätzt werden, übersteigt 
sonach sowohl jenen des Braser als des Néméovicer Beckens. 

Die drei bisher besprochenen Becken stehen unter einander im Zusammenhange, 

und bilden somit eigentlich ein Ganzes, das aber durch die Configuration seiner Gränzen 
in drei nach verschiedenen Weltgegenden ausgedehnte Lappen  vertheilt erscheint, 
welche nur durch die schmalen Streifen bei Vranovic und Radnie unter einander im Zu- 
sammenhange stehen. Da in jedem der drei Theile die Entwickelung der Gesteinsschichten 
eine etwas abweichende ist, namentlich aber die Mächtigkeit und Beschaffenheit der 
Kohlenflötze in jedem derselben sich verschieden vorfindet, und dadurch dieselben in 
Bezug auf ihre industrielle Wichtigkeit von höchst verschiedenem Einflusse sich gestalten, 
80 dürfte die Bezeichnung jedes der drei Theile dieses Gesammtbeckens mit eigenem Namen 
als gerechtfertiget erscheinen. 
; Ausser in diesen drei Beeken kommt Steinkohle noch an verschiedenen Punkten 
in nördlicher und nordöstlicher Richtung von Radnic vor, zumeist auf der Hochebene 
von Gross-Lochovic, aber überall nur noch in einzelnen, weder unter sich, noch mit 
einem der früher besprochenen, zusammenhängenden, wenig ausgebreiteten Becken. — Sie 
Sind alle ringsum vom silurischen Grundgebirge begränzt. 

Eines dieser Becken trifft man unmittelbar bei dem Dorfe Mostic, nördlich an 
demselben angelagert. Es ruht überall auf Thonschiefer auf, und erstreckt sich mit fast 
ovaler Gestalt mehr von Süd nach Nord, als von Ost gegen West. Es hat kaum einen 
Flächeninhalt von 10000 Quadr.-Klaftern, und ist das kleinste von den in der Umgebung 
von Radnic befindlichen, ein Steinkohlenflötz enthaltenden Becken. Es ist als Mosticer 
Becken bekannt, 

| In einer kurzen Entfernung östlich davon trifft man wieder auf Steinkohlen-Ge- 
bilde, welche dem Grosslochovicer Becken angehören. Sie sind durch eine 
Anhöhe, aus Thonschiefern bestehend, vom Mosticer Becken getreunt, welche sich allmälig 


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8 IL 


gegen das Dorf Gross-Lochovie senkt. Dieser Senkung folgt auch das Gross-Lochovicer 
Steinkohlen-Becken, das derart eine Neigung von Süd nach Nord an seiner Oberflüche 
besitzt. Die Form des Beckens ist eine längliche, von Süd nach Nord erstreckt, mit 
emer Breite, die dem dritten bis vierten Theile der Länge entspricht. Es wird 
südlich, westlich und nördlich von Thonschiefern unterlagert; die östliche Seite desselben 
lehnt sich an einen unbedeutenden Afanithügel an.. Von der westlichen Seite, mehr in 
der südlichen als in der nördlichen Hälfte des Beckens, wird die Gränzlinie durch einen 
in das Becken zungenförmig vortretenden Thonschieferrücken unterbrochen , der aber an 
der Oberfläche das Niveau des Kohlen-Beekens nicht überragt, seinerseits aber auch nicht 
von zum Kohlengebirge gehörigen Schichten überdeckt wird. Die ganze Länge des Bek- 
kens kann bei 800 Klaftern, die Breite im Durchschnitte 200—300 Klafter betragen, 
und der vom ganzen Becken eingenomme Flächenraum auf ungefähr 200.000 Quadrat- 
Klafter geschätzt werden, 

Nicht ganz eine halbe Stunde Weges nordöstlich von Gross-Lochovie ist das 
Decken von Skaupy erschlossen, das auch als Klein-Lochovicer Becken bekannt 
ist. Vor dem Dorfe Skaupy, westlich davon, steht ein kleiner Kieselschieferrücken an, 
an welchen. sich das Kohlenbecken südlich. anlagert. Das Oberflächenterrain hat eine 
Neigung gegen das Dorf Klein-Lochowie, ohne irgendwie durch hügelige Gestalt, oder 
durch eine Erhebung der das Beeken begrünzenden Thonschiefer gekennzeichnet zu sein. 

Die Ausdehnung des Beckens ist eine nur geringe, etwas grösser in der Richtung 
von West gegen Ost, als von Süd gegen Nord. Die ganze von demselben bedeckte Fläche 
kann beiläufig etwas über 70000 Qudr.-Klafter messen. 

Nordwestlich von Gross-Lochovic befindet sich ein anderes isolirtes Steinkohlen- 
Becken. Es ist diess das Svinaer Becken. Es bildet eine von Nord nach Süd, 
bis in das von Gross-Lochovie herabgehende Thal, abdachende Mulde, die am südlichsten 
Ende des Dorfes Svina, und zwar bei dem daselbst erbauten Meierhofe beginnt. Die Gestalt 
des Beckens ist länglich, und zwar in der Richtung von Nord nach Süd ungeführ 500, in 
der. darauf senkrechten Richtung wechselnd 100—250 Klafter ausgedehnt, Die grössere 
Breite fällt in eine im nördlichen Theile des Beckens befindliche nordwestliche Aus- 
buchtung. — Der von diesem Becken bedeckte Flächenraum kann bei 100.000 Quadr.- 
Klaftern geschätzt werden. Das Becken ist ringsum von Thonschiefern begränzt, die an 
seinem östlichen, südlichen: und westlichen Rande zu Tag ausgehen, an der nördlichen 
Gränze aber durch Brunnengrabungen für den daselbst befindlichen Meierhof nach- 
gewiesen wurden. 

Eine Strecke weiter nordwestlich von diesem Becken und dem Dorfe Svina 
findet man wieder Steinkohlensandsteine und Schieferthon abgelagert, die eine für sich 
isolirte, mit keinem anderen Steinkohlen-Becken im Zusammenhange stehende Partie 
bilden. — Sie lagern sich an dem gegen den Radnicerbach abfallenden Gehünge an und 
reichen bis fast an das Niveau des Baches selbst hinab. Von der in nächster Nähe dieser 
Steinkohlensandsteine stehenden Vrbatka-Mühle nenne ich das isolirte Stück Steinkohlen- 
formation das Vrbatka-Becken. 

Es reicht dasselbe mit seiner westlichen Begränzung ziemlich nahe an das nord- 
östlichste Ende des Néméovicer Beckens, das sich am linken Ufer des Baches befindet, 
während es selbst das rechte Bachufer bedeckt, so das der Schluss nahe legt, das" Vr- 
batka-Becken sei bloss durch den hier entstandenen Thaleinschnitt vom  Néméovicer 
Becken abgetrennt und isolirt worden, was durch die spüter kennen zu lernende Gesteins- 
beschaffenheit noch mehr bestütiget wird. 

Diess Becken liegt überall auf sil. Thonschiefer auf und kann einen Flächenraum 
von 90000 Quadr.-Klaftern bedecken. 

Mit dem Vrbatka-Becken ist die Reihe der nördlich und nordöstlich. von. Radnie 
gelegenen zur Steinkohlenformation gehórigen Ablagerungen geschlossen. — Man hat zwar 
auch in der Nähe von Mlecic und bei Resihlav, nordöstlich von Svina. Schurfversuche 
auf Steinkohle begonnen; diese scheinen aber bloss durch partielle Ablagerungen von 


П. 9 


Guss und Dilluvial-Gerölle veranlasst worden zu sein, und haben demnach auch weiter zu 
keinem Ergebnisse geführt. 

Dagegen ist noch in westlicher Richtung von Radnic Steinkohlenformation vor- 
handen, Auf der Höhe ober dem am Beraunflusse gelegenen Dorfe Darova, westlich 
vom Dorfe Vranovie, ist eine Kohlenablagerung bekannt, die als Becken von Da- 
rova bezeichnet wird. Das von Vranovie herabgehende Thal mündet oberhalb des 
Dorfes Darova in den Beraunfluss, Diesem Thale parallel geht weiter nördlich ein Was- 
Serriss, der unterhalb Darowa mündet. Auf dem von diesen beiden Thälern eingeschlos- 
Senen Gebirgsrücken liegt das Darova’er Kohlenbecken derart gelagert, dass der nördliche 
Theil desselben bis fast in die Thalsohle herabreicht, wogegen der südliche etwas von 
dem rechten Gehänge des Vranovicer Thales zurückbleibt. Das Becken hat eine läng- 
liche von Nord gegen Süd gedehnte Gestalt, mit einer in seiner südlichen Hälfte etwas 
gegen Südwest gerichteten Verbreitung. An seiner westlichen Seite wird es ven einem 
sanft ansteigenden Afanithügel begrünzt, an dessen südliehem Gehänge sich jene südwest- 
liche Beckenausbreitung hinzieht. Ausserdem wird es fast überall von Thonschiefern un- 
terlagert, die allenthalben zu Tage anstehen, und stellenweise mit Vitriolschiefern ab- 
wechseln. Ein unter das Kohlenbecken vom Flusse aus angesetzter Entwässerungsstollen 
hat mächtige Partien ungemein festen, theilweise variolithartigen Afanit’s durchdringen 
müssen Die Oberfläche des Beckens ist entsprechend dem Rücken, den es einnimmt, 
etwas sattelförmig gestaltet, und dacht ein wenig gegen das südliche Vranovicer, so wie 
gegen das nördliche Thal ab, erreicht sonach auf einer quer durch das Becken gehenden 
Linie, in der Richtung von Ost nach West ihre grösste Höhe. Die Längenausdehnung 
des Beekens von Süd nach Nord mag circa 600, jene der Breite im nördlichen Theile bei 
200 Klaftern, jedoch bedeutend mehr im südlichen Theile betragen, und «der Inhalt der von 
diesem Becken bedeckten Fläche kann auf 130000 Quadrat-Klafter geschätzt werden. 

Die Gesteinsschichten des Beckens sind nur theilweise und an wenigen Stellen der 
Beobachtung zugängig. In einem, in dem nördlichen Theile des Beckens befindlichen 
kurzen Wasserrisse ist fast allein eine theilweise Blosslegung der Gesteinsschichten einge- 
treten. Sonst ist das Becken nirgends durchfureht. 

Südlich vom Darover Becken, am linken Gehänge des Vranovicer Thales, und 
zwar in ziemlich gleicher Höhe mit dem Darova’er Becken, ist endlich in der Wald- 
strecke Podhaj eine Partie von Steinkohlensandsteinen abgelagert, die ihrer unbedeutenden 
Ausdehnung. wegen vielmehr ein blosses Trumm von Sandsteinschichten vorstellen. Es. ist 
dieses Sandsteintrumm jedoch vollständig isolirt von jedem andern Steinkohlengebilde und 
bildet eine völlig abgetrennte Sandsteininsel, die nach der gleichnamigen Waldstrecke das 
Podhaj-Becken gennant wird. Es ruht diese Sandsteinpartie überall auf sil. Thon- 
Schiefern auf, obwohl in der nächsten Nähe Afanitkuppen nicht fehlen. 

Man zählt sonach im Ganzen in der Umgebung von Radnic zehn verschiedene 
Steinkohlenbecken von sehr verschiedener Ausdehnung, oder, da drei davon unter 
einander im Zusammenhange stehen, acht verschiedene isolirte Partien der Stein- 
kohlenformation. 

Diese zehn Becken schliessen zusammen einen Flächenraum ein, der auf 5.7 
Millionen Quadrat-Klafter geschäzt werden kann, das ist 3575 Joch, oder 0,357 Quadr.- 
Meilen, Von dieser ziemlich unbedeutenden Fläche entfallen für den Complex des Bias- 
Néméovicer-Vej ‚anover Beckens allein 5,12 Millionen Quadrat-Klafter; somit 89,5 pet, 
der sämmtlichen von Steinkohlengebilden bedeckten Flüche in der Umgebung von Radnic. 
Der Umfang dieser drei Becken misst bei 20000 Klaftern, woraus sieh die vielfach einge- 
Schnittene, aus wenig breiten Partien bestehende Gestalt derselben darstellt. Kaum 10 pet. 
der gesammten von Steinkohlenschichten bedeckten Fläche erübrigen für die anderen 
sieben isolirten Becken, die daher im Verhältniss ganz unbedeutend erscheinen. 

Die Oberfläche der sämmtlichen Steinkohlenbecken zeichnet sich weder durch be- 
sondere ‘vhebungen, noch durch tiefer gehende Gebirgseinschnitte aus, an denen die Glie- 
derung des Schichtenbaues mehrseitig nnd belehrend zu Tage gelegt wäre. Die Wasser- 
11886 von Heiligkreuz und das Thal von Néméovie gegen den Radnicerbach, ferner ein 


SS 


10 П. 


Wasserriss ob der Vrbatka-Müh'e liefern nur einen sehr beschränkten Anblick einzelner 
Schichten des Kohlengebirges, und sind fast die einzigen Ausweitungen im Gebiete der 
Kohlenformation. Dagegen bieten die fast über sämmtliche Kohlenbecken verbreiteten 
Bergbaue und namentlich die an vielen Stellen durch längere Jahre eingeleitet gewesenen 
Abraums-Arbeiten (Blosslegung der Kohlenlager von den Schichten ihres Hangendgesteins 
mittelst Abgrabung und Fortschaffung derselben bis in eine das Unternehmen lohnende 
Tiefe) hinlängliche Gelegenheit, die Gliederung der gesammten Steinkohlen-Ablagerung 
genau kennen zu lernen. 

Ueberall nehmen die Schichten der Steinkohlenformation die oberste Lage ein, 
und werden nirgends von, jüngeren Gebirgsformationen angehörigen, Gebilden überlagert. 
Nur Lehm in mehr oder weniger mächtigen Lagen findet sich theilweise über die Stein- 
kohlenbeeken ausgebreitet. Mit der vollendeten Ablagerung der Steinkohlenschichten 
hat die Wirksamkeit geologischer Perioden in der Umgebung von Radnic ihren Abschluss 
gefunden; und nur der Process der allmäligen Zerstörung und Umwandlung des Vorhan- 
denen schreitet seitdem  unaufgehalten fort und beurkundet seine Thitigkeit in den 
mannigfaltigen, das ursprüngliche Terrain zerklüftenden Thälern und Wasserrissen, und in 
der, namentlich durch höhere Oxydations-Stufen und durch Wasseraufnahme bewirkten 
Umwandlung der verschiedenen Gesteinsarten. 


Niveau- Verhältnisse. 


Die Höhen, in welchen die Steinkohlenformation in der Umgebung von Radnic 
sich befindet, sind noch wenig einer genaueren Untersuchung unterzogen worden. Nach 
einer Messung des Astronomen David liegt das Steinkohlenwerk bei Bias, Herrschaft 
Radnic, über der Meeresfläche 237 Klafter = 1422 Fuss. 

Es ist nicht näher bezeichnet, welches der Steinkohlenwerke bei Bras der Mes- 
sung unterzogen wurde, und es lässt sich sonach diese Angabe nicht mit den Höhen an- 
derer Punkte genau vergleichen. Nach der Zeit, in welcher diese Messung stattfand. und 
nach der Bezeichnung eines Steinkohlenwerkes bei Bras, welcher Name damals noch nicht 
auf das ganze Becken, sondern mehr auf den nordöstlichen Theil desselben, nach einer 
ursprünglich so benannt gewesenen Waldstrecke, Bezug hatte, scheint das gemeinte Kohlen- 
werk ein zu jener Zeit in diesem Theile des Beckens betriebenes gewesen zu sein, und 
hätte daher keineswegs die höchste im Biaser Becken befindliche Lage eingenommen. Es 
folgt diess auch aus einer anderen Beobachtung, die wir bei Betrachtung der Gesteins- 
schichten in weiterem Verfolge kennen lernen werden. 

In den Generalstabs-Karten wird in der nächsten Nähe des Břaser Beckens der 
östlich von Vranovie anstehende Hügel Přikočov, und zwar der darauf bezeichnete 
Triangulirungspunkt, mit 250 Klaftern Höhe angegeben. Legt man diese Angabe 2U 
Grunde, so findet man, dass einer der höchsten Punkte des Braser Beckens, die Tagsohle 
des Mathilden-Schachtgebäudes (Saliger’sche Steinkohlengewerkschaft) an seiner südlichen 
Seite 42 Fuss tiefer gelegen ist, und sonach eine Meereshöhe von 1458 Fuss hesitzen würde. 

Mit Bezug auf diese beiden Punkte ist nun eine Bestimmung der Höhenlage in 
den verschiedenen Steinkohlen-Becken bei Radnic vorgenommen worden, deren Ergebnisse 
im nachfolgenden enthalten sind: 


Im Braser Becken: 


Das Tagesniveau des Mathilden-Schachtgebäudes an seiner südlichen 
1458 Fuss. Das südwestliche Ende des Beckens bei Stupno liegt unter diesem Punkte 


Seite 


П. 11 


79 Fuss, das südöstliche Ende, mehr gegen den Hasenberg zu, 50 Fuss tief. Nördlicher 
Seits senkt sich das Terrain des Braser Beckens bis in das vor Vranovic sich bildende 
Thal um 208 Fuss hinab (beim Friedrichs Schachte). Das nordöstliche Ausgehende der 
Kohle des Rraser Beckens in den Vranovicer Steinbrüchen liegt 158 Fuss unter dem 
Niveau des Mathildenschachtes, woraus sich die Ansteigung hinter dem tiefsten Tagesniveau 
des Bfaser Beckens bis zu dessen nördlichstem Ende auf 50 Fuss herausstellt. Ausserdem 
liegt im südlichen Theile des Beckens der Schachtkranz des gräfl. Wrbna’schen Maschienen- 
schachtes 71 Fuss, das огай. Wrbna’sche Zechenhaus (Steigerswohnung) am östlichen 
Rande des Beckens 20 Fuss; der westliche Kohlenausbiss bei der огай. Sternberg'schen 
Glashütte 37 Fuss unter der Sohle des Mathildenschachtes; im nördlichen Theil | des 
Beckens liegt der Maschienenschacht der Johannizeche unter dem Mathildenschachte 
89 Fuss; der alte Sternberg’sche Schacht in der Nähe des jetzigen Hochofens 33 Fuss, 
der nordöstliche Ausbiss der Kohle beim Bartolomäi-Ahraume 154 Fuss tief. Aus der 
um 33 Fuss tieferen Lage des beim Hochofen gelegenen alten Sternberg’schen Schachtes 
gegen den Mathildenschacht, für den eine Meereshöhe von 1458 Fuss ermittelt wurde, 
folgt die Meereshöhe des ersteren mit 1425 Fuss, was mit der von David angegebenen 
Höhe von 1422 Fuss für das Steinkohlenwerk bei Bras so nahe übereinstimmt, dass die 
Annahme, David’s Messung habe auf einen in dieser Nähe gelegenen Punkt Bezug ge- 
habt, an Wahrscheinlichkeit gewinnt. 

Die im Vorstehenden mitgetheilten Ziffern zeigen genugsam die im Allgemeinen 
nördlich geneigte Lage des Braser Beckens. 


Im Néméovicer Becken: 


Heiligkreuz, die Kapelle südlich beim Dorfe, liegt unter dem Niveau des 


Mathildenschachtes 81 Fuss; liegt sonach hoch a sap. В Y Cu RBS 
Dvorec (Schachtkaue südöstlich davon) unterm Mathildenschachte 135 › , Fuss; 

sonach hoch n . . wis wert RM Otis 
Dorf Lhotka, unterm Mathildense hachte 908 F uss ; sonach dack з пан о Оя 
Radnic, Thürschwelle des letzten Hauses am Wege nach Mostic, unterm 

NGUNTICCNSCHAUHTG S79 MUSS: БОЛНОО. MUCH aa kecen wr мынан epos Asiaing О. ы 


Im Vejvanover Becken: 


Radnicerbae h, bei der Brücke vor dem Priveticer Schafstalle, unterm Mathil- 


denschachte 200 БИЗ, MOON ae moas дб aio PME. Mad B dal rel E Fuss 
Schae thtkaue; südlich von Hadnic und rechts von der Strasse nach Sko- ° 

melno; unterm Mathildenschachte 101 Fuss; hoch  . . rn 
Peter und Paulzeche ; Kohlenausbiss südwestlich Pant Dorfe Chomle, ph P^ 

Mathildenschachte 108. Hüss MOGI. oA <s Таан 


Gräfl. Sternberg’sches Schac htgebiiude, nördlich von Chomle. und we estis hem 
Vejvanover Maschienenschacht; unterm Mathildenschachte 16 Fuss; 
Lit kel енн lie bis Sese уда, 
Westlicher Vejvanover Maschienenschacht; 12 Fuss; "hoch. Nieren mina "voltu EMO., 


Im Gross-Lochovicer Becken: 


Die südliche Höhe desselben . . RE AGE eri баша cod МАЕ, 
Im nö dlichen Theile, Thürschwelle des Zechenhauses ee anuo WEAR E 


Im Becken von Svina: 


Nórdlicher Theil desselben, Sohle des Maierhofes hoch. . . . . . . 1875 Fuss 
Der südliche Theil desselben Ea MES QR: «OON Тайные ЖОЙ ro) nw 


TT. 


Steiikohleh-Backen^ ber Skaupy oii no^ gos anal MOONS PPT 880 Fiss, 
Steinkohlen-Becken von Darova, Schachtkranz am südlichen Rande 
CCPC beue ARON PERE (dong. a ot Dong 9c Lp ys ОВ алк, АУ 1: ОИ 


Aus der Betrachtung der verschiedenen Höhen geht hervor, dass das Tagesniveau 
der Steinkohlengebilde in der Umgebung von Radnie eine durchschnittliche Meereshöhe 
von 1200 bis 1400 Fuss besitze. Die grössten Ióhen finden sich an den beiden west- 
lich und östlich von Radnie gelegenen Plateaus im Braser und im Vejvanover Becken 
vor, und von diesen Höhen senkt sich die Tagesgegend allmälig über Heiligkreuz, Radnic 
und Lhotka, so dass als der tiefste Punkt derselben unstreitig das nördlichste Ende des 
Néméovicer Beckens am linken Ufer des Radnicerbaches zu betrachten ist. Die Tag- 
gegend der gesammten Steinkohlengebilde besitzt eine vorwaltende Neigung gegen Norden. 
Zu einem Vergleiche der Höhen der Steinkohlenformation bei Radnic mit 
den Steinkohlenablagerungen in anderen Gegenden Böhmens mögen folgende An- 
gaben genügen : 
Nach David ist die Seehöhe von Schlan ih Mela ra gi n DR ttr 898 Fuss 


" к; ^ Pee УГ Т ЫТ Cm Ae Re oe 
^ ^ 9 у л тарнок ret te ar a ora Оо gw 
Nach Messungen der К. К, geologischen Reichsanstalt : 
PIN TMT SN CECE TF 29725 TT one Corto Ol kh tO CM H 
TX ILO o Ml Yo ccv b N etre ST RR D пе» 
Kohlenwerk Litie bei Pilsen (Steigerswohnung) De Ob E a ne ае DDD 
Lochotin bei Pilsen . . «moooi "eoivooónoM mL . . .' . . 1288 4 
Nach Kofistka ist ferner die Hóhe von: 
Kino. СТОЛОВИ Е ОТОРИ M RTT IT Y e ao cu cS алран 
Kladno (Michaelschacht) 154,39 Klafter Fat pd nM ei ege s ber Selten ato Lo M 
Kladno (Thienfeldschacht) 187, Klafter '; '. *, satin Ohn Net do Den К мы АЛОЕ 
Prilep (Steinkohlen-Becken in der Nähe von Beraun) . Sushi РР АДЫКЕ САМЕД Үз К 


Die Kohlenablagerungen in der Nähe von Pilsen und Kladno werden daher von 


jener bei Radnie durchschnittlich um 200 bis 400 Fuss Meereshöhe übertroffen. 


Die Lage des Steinkohlengebirges gegen die Erhebung anderer Gebirgs- 
schichtenin der Umgebung von Radnic lässt sich endlich aus nachfolgenden Höhenangaben 
entnehmen. 

Der Hasenberg, Kieselschieferkuppe am südöstlichen Ende des Braser Beckens 

ist auf Grundlage der Messung in Bezug auf den Hügel Prikocov bei 

Vorne Sh ione too lr ties ee ныи ks ags Kan A a bf de SR ipn P^ OU a 
Die Einsenkung zwischen den beiden, südlich von Chomle anstehenden Afanit- 


Hügeln, östlich vom ehemaligen Teiche Malikovec . . И 
Prikocov, Afanithügel östlich von Vranovic (Generalstabs-Karte) dud o. ca Cp TREES UM 
Ofhadloberg, Porfyrkamm ober Vejvanov м i RN cea a 
Revisekberg, nördlich bei Skaupy, Thonschiefer ne BR ee ig y. ee 
Raégebirge, südöstlich von Radnic, Quarzit A N laa tt 
Březina südlich von Байте Quarzit, nach David nda a aN LAY Б e rs Ae 
Berg Hradist, bei Brezina, " Ke en S priae ag P he a Prnt icto 

* ^ nach der бопем амь ШУ MEE soir ENK LM 
Dor Darova, Thonschjerer und Manit BACE ОВИ voies e za ысы uge ОВД А 


П. 13 


Gliederung der Steinkohlenformation in der Umge- 
bung von Radnic. 


Es ist gewiss, dass die auch sonst in Böhmen bisher noch nicht bekannte, an- 
derorts eine bis 2000 Fuss mächtige Aufeinanderfolge von Kalksteinbänken bildende, 
untere Abtheilung der Steinkohlengruppe, der sogenannte Kohlenkalk, so wie die sogenannte 
Kulmformation in den. Steinkohlenbecken der Umgebung von Radnie durchaus fehlt. — 
Nur die der oberen Abtheilung der Steinkohlengruppe der eigentlichen productiven 
Steinkohlenformation angehérige Ablagerung von Schieferthonen und Sandsteinen, mit ab- 
wechselnden Flötzen von Steinkohle finden wir hier entwickelt. 

Zu oberst, als das jüngste Gebilde ist ein Complex von Sandsteinschichten abge- 
lagert, die sich besonders durch ihren namhaften Kaolingehalt characterisiren. — Da wo 
eine Lehmlage die Steinkohlengebilde bedeckt, übergeht nicht selten der Lehm in seinen 
untern Lagen durch allmälige Beimengung von Sand und Geröllen in die Sandsteinschichten. 
Die Müchtigkeit dieser Sandsteinschiehten ist eine wechselnde, und erreicht stellen- 


weise his 30 Klafter, Das Gestein ist bald grob — bald, feinkörnig, nicht selten so 
stark mit Geschieben untermengt, dass daraus wahre Geschiebebänke entstehen. — Die 


Farbe desselben ist weisslich, gelb, röthlich, selbst bis ziegelroth, Kaolin ist ein steter, 
oft im grossen Verhältnisse vorhandener Gemengtheil, nicht selten in einzelnen, gedrängten, 
grösseren Körnern eingestreut, was dann dem Gesteine ein etwas fleckiges Aussehen er- 
theilt. Weisse Glimmerblüttehen und gelbliche oder réthliche Feldspathtrümmcehen sind 
häufig beigemengt, und an vielen Stellen findet man aus Eisenoxydhydrat gebildete sphä- 
roidische Ausscheidungen in den Schichten eingeschlossen, 

Eine besondere Eigenschaft. dieser Sandsteinschichten ist ein fast constant lockeres 
Gefüge, das es unmöglich macht, grössere Stücke dieses Gesteins im, Zusammenhange zu 
gewinnen, und einer Verwendung bei Bauten zuzuführen. — Dagegen hat der grosse 
Kaolingehalt eine andere locale Verwerthung, als Bindemittel bei Maurerarbeiten, kennen 
gelehrt, und wird diese Sandsteingattung zum benannten Zwecke sehr häufig unter dem 
Namen Molt yf benützt - Nur selten und in ganz schwachen. Lagen besitzt das 
Bindemittel eine etwas festere Consistenz, die dann dem Gesteine, ein haltbareres, aber 
hie besonders festes Gefüge ertheilt. 

Unter diesem Schichteneomplexe entwiekeln sich gewöhnlich Sandsteine mit einem 
mehr thonigen, oder etwas eisenschüssigen Bindemittel, meist von mehr oder weniger 
schiefriger Textur, die eine grössere Festigkeit besitzen. Sie sind fast immer ziemlich 
feinkornig, gelblich, hellgrau, oder schwachröthlich gefärbt, hie und da mit Geschieben ge- 
mengt, erreichen nie eine bedeutende Mächtigkeit und übergehen häufig einerseits durch 
allmälige Aufnahme von Feldspatkörnchen und Kaolin in den Moltyr, anderseits durch 
Ueberhandnahme des thonigen Gemengtheils und durch deutlicher sich entwickelnde 
Schieferung in Sandsteinschiefer und in sandige Schieferthone. 

» Endlich folgt unter den Sandsteinen eine Schichtenreihe von Schieferthonen mit 
einer oft mehrere Klafter betragenden Mächtigkeit. Die Schieferthone liegen in ver- 
schieden, jedoch nie starken, im Durchschnitte kaum 12 Zoll messenden Bänken von un- 
gemein. wechselnder Beschaffenheit, sowohl in Bezug auf Gemengtheile als auf Färbung, — 
Dadurch erhält eine in diesen Schichten blossgelegte Wand ein oft auffallend bunt gestreiftes 
Aussehen, wesshalb diese Schichten auch schon als Bünderthon benannt worden sind. — Der 
Thongehalt derselben ist häufig wechselnd ; reine Thonschichten sind im Ganzen selten ; doch 
ehlen sie nicht, und stellen sich hie und daselbst als plastischer Thon ein. — Eine gewöhn- 
lich näher am Ausgehenden der Schichten eingetretene Zersetzung derselben liefert theil- 
Weise feuerfeste Thone. — Die meisten Schichten sind aber mehr oder weniger sandig, 
Immer schiefrig, und führen oft weisse Glimmerblittchen als äusserst häufigen Gemeng- 
theil. — Oft wechseln diese Schichten plötzlich in ihrer Beschaffenheit, und vorwiegend 
sandige liegen von rein thonigen eingeschlossen. Auch kommen stellenweise reine Sand- 


a re 


14 II. 


steinschichten zwischen den Schieferthonen eingelagert vor, und unterscheiden sich gewöhn- 
lich sogleich schon durch ihre viel hellere Färbung. Diese besitzen aber immer eine ge- 
ringe Mächtigkeit. 

Die Farbe der Schieferthone wechselt von. Hellgrau durch alle Stufen bis fast 
zum Schwarzen; ausserdem stellen sich gelbe, rothe, blaugraue, selbst, obwohl selten, fast 
weisse Färbungen ein. Viele Schichten sind ausserdem ausgezeichnet gestreift, in dem sich 
durch ihre lichtere Grundfarbe dunklere schwache Streifen in Unzahl hindurchziehen. 
Diess findet immer fast parallel ihrer Schichtungsebene statt. — Bei näherer Untersu- 
chung erkennt man bald, dass diese Streifung, sowie nicht selten überhaupt die dunklere 
Farbe dieser Schieferthone von einer Beimengung von Kohlensubstanz herrührt, die im 
Thone entweder in äussert dünnen Lagen, oder gleichmässig durchs Gestein verbreitet 
erscheint. 

Wo verschieden gefärbte Schichten- durch Zersetzung mehr in Thon überge- 
gangen sind, zeigt sich dieser mannigfaltig gebändert, wie z. B. ausgezeichnet gelbe und 
тое Streifen auf grauem Grunde am östlichen Ausgehenden des Biaser Beckens zu 
sehen waren. 

Die mehr sandigen Schichten erscheinen oft durchaus von Eisenoxydhydrat gelb 
oder braun gefärbt und nehmen nicht selten eine vorwaltend sphäroidische Struktur an; 
sie sehen dann sehr oft so aus, als wären sie aus, in eine Schicht zusammengedrängten, 
schalig zusammengesetzten, und etwas platt gedrückten Sphäroiden entstanden. 

Unmittelbar unter diesen Schieferthonen folet nun ein Kohlenflötz, das als das 
obere oder das Hauptflötz bekannt, Gegenstand des in den meisten Becken der Umgebung 
von Radnie umgehenden, stellenweise sehr lebhaften Bergbaues ist. — Es wechselt an den 
verschiedenen Localitüten sehr in seiner Mächtigkeit, die aber stellenweise selbst bis 6 Klafter 
und darüber erreicht. Die näheren Verhältnisse dieses Kohlenflötzes sind einer eigenen 
Betrachtung vorbehalten. 

Die oben bezeichnete Schichtenfolge der Hangendgesteine dieses Kohlenflötzes ist 
schon vom Grafen Kaspar Sternberg in seinem berühmten Versuche einer Darstellung der 
Flora der Vorwelt T. Seite 10. nachfolgend geschildert worden: 


1. Dammerde und Lehm mit Kieselgeröllen е mS MOIS SOMOS TS 
2. Sandstein yon röthlichgrauer Farbe, miissigem Korn, lockerem Gefüge, 

mit eingemengter Porcellanerde, mit Glimmer . . . . ,. . 30 7^ 6^ 
З. Dergleichen Sandstein von gelblichgrauer Farbe... . . . Ogun 
4. Dergleichen Sandstein von festerem, Gefüge, graulichweiss . . . . . 19 6’ 0^ 
5. Dergleichen grobkörniger liehtgrauer Sandstein . . . . . . mp 7 gm 
6. Blaulichter Sandstein, mit losem Kieselgerölle, und breccienartigem Gefüge 0 5° 1^ 
7. Röthlichgrauer Sand von lockerem GPE OM Roos TINO MATRI употр 
8. Breccia mit Quarzgeschiebe, durch Eisenoker und Brauneisenstein zusam- 

Menelittetiun... THOM, оеро as bine. onadorodiaqeblod noy, ошо qiti 
9. Mergelartiger Kohlenschiefer mit Pflanzenabdrücken . . . . . . . 09 840" 
10. Kohlenschiefer, mit Pflanzenabdrücken, mit Steinkohle überdeckt . . . 19 94 A: 
11. Brandschiefer mit Schieferkohle . . . i CRNO ДҮ 


12. Reine Schieferkohle, mit mineralisirter Holzkohle (Werner) auf den 
schiefrigen Lagen, und durch 5 Zwischenlagen von Kohlenschiefer 2—3 


AR AiE tardet үлпөтү je pasa mt Шото ойнайла тэрны aig 
13. Brandschiefer, mit Schwefelkies und Steinkohle ^. . . . . . . . Q9 34 0” 


219 07 e 
Freiberger Decimalmass. 


Zur Orientirung, an welcher Stelle diese Schichtenfolge entnommen ‘sei, führt 
Graf Sternberg bloss an: „Auf meiner Herrschaft Radnic;“ — aus der dabei gemachten 
Angabe der Grundgesteine, auf welchen die Kohle in den verschiedenen Weltgegenden 
aufruht, folgt aber unzweideutig, dass vom Braser Becken die Rede sei, sowie auch aus 
der angeführten Kohlenmächtigkeit, die im Punkt 11, 19, und 13 inbegriffen ist, und 


П. 15 


daher 3° 8° 2^ beträgt, nur auf das Biaser Becken geschlossen werden kann, da 
wie der Verfolg zeigen wird, eine so grosse Mächtigkeit der Kohle in den übrigen Becken 
nicht besteht. Zugleich ist die mitgetheilte Mächtigkeit des Kohlenlagers ein Anhaltspunkt 
dafür, dass die Stelle, der die eitirte Schichtenreihe entnommen wurde, keineswegs dem tiefsten 
des Beckens, sondern einem mehr gegen den Rand desselben zu gelegenen Punkte ange- 
höre, als welcher sich die damals im nordöstlichen Theile des Braser Beckens betriebenen 
Sternberg’schen Bergbaue allem Anscheine nach herausstellen dürften. Für diese Berg- 
baue passt auch die von David für Bras angegebene Höhe, wie schon oben erwähnt 
Worden ist. 

Aus dieser Mittheilung der Schichtenfolge ist aber ganz deutlich die Entwicklung 
ziemlich mächtiger kaolinreicher Sandsteinschichten von lockerem Gefüge zuoberst zu 
entnehmen, denen etwas festere sandige Schichten mit thonigem und eisenschüssigem 
Bindemittel, und endlich Schieferthone als unmittelbares Hangende der Steinkohle folgen. 

Die Steinkohle, oder das sogenannte Hauptflötz ruht auf einer weiteren Reihe 
von zum Steinkohlengebirge gehörigen Schichten. — Diese bestehen abwechselnd aus 
Schieferthonen und sandigen Schiefern, die sich von jenen, über dem Hauptflötze abgela- 
gerten im Allgemeinen schon durch eine vorwaltend hellere, gelblichweisse oder lichtgraue 
Färbung, und eine bei weitem grössere Festigkeit, vermöge welcher sie schon Verwendung 


als Bausteine finden, unterscheiden. — Die Schieferthone sind nicht selten hier in stär- 
keren Bänken abgelagert, werden oft sandig und enthalten wenig, in sehr kleinen Blättchen 
beigemengten weissen Glimmer, — Eigentliche kohlenreiche Schichten, wie sie in den 


Schieferthonen über dem Hauptflötze erscheinen, kommen hier nicht vor. Unmittelbar 
unter dem Hauptflötze sind sie manchmal etwas weniger fest, erreichen aber bald Härte 
und Festigkeit, wie sie den Schichten des oberen Schiefercomplexes nie zukommen. Sie 
übergehen nicht selten in mehr sandige Schichten, mit denen sie wechsellagern. Nur selten 
findet man sie von einer grauen Fürbung, wie sie in den oberen Schieferschichten vor- 
herrschend ist. 

Der wichtigste Character dieser Schieferthone sind aber gewisse, mit ihnen 
Wechsellagernde, schwache Schichten und Streifen einer rauchgrauen, oft dunklen, dichten, 
thonigquarzigen Gesteinsvarietät, die annähernd muschligen Bruch besitzt, hie und da an 
den Kanten und in dünnen Splittern durscheinend ist, und in vielen Stücken ein Horn- 
stein- oder Feuerstein ähnliches Gepräge zeigt. — Zumeist trennen sich diese Schichten 
von dem übrigen Schieferthongestein scharf ab, und besitzen immer eine grössere Härte 
als diese, — Nicht überall treten sie vollkommen in dieser Eingenschaft auf, sind dann 
weniger dunkel und fest, aber immer bleiben sie genau unterscheidbar in der Masse der 
Schiefer, Die Stärke der Schichten dieser Gesteinsvarietät ist sehr wechselnd, aber über- 
steigt selten ein bis zwei Zoll, und ist oft sehr gering. Sie folgen oft so häufig über 
einander, dass dadurch das Gestein ein gestreiftes Aussehen erhält. Sie liegen jedoch 
fast nie auf längere Erstreckung in gleich stark anhaltenden Lagen, sondern verlieren 
Sich mehr in das übrige Gestein, so dass es fast den Anschein gewinnt, sie seien in 
Brossen platten Linsen ausgeschieden. Wegen ihrer Härte und fast dichter Struktur 
können diese Schichten als Schleifsteine benützt werden; daher ist ihnen auch die Benen- 
nung Schleifsteinschiefer (von den Bergleuten „brousky“ genannt) ertheilt worden. 
Auch ist der Name Schleifsteinschiefer auf den ganzen Schichtencomplex unter dem 
Hauptkohlenflötze, in dem sie auftreten, übertragen worden. 

j Es sind diese Schleifsteinschiefer in der Umgebung von Radnic ein so characteri- 
Stisches Kennzeichen für diesen Schichtencomplex, dass ein kleines Stückchen davon immer 
vollkommen hinreicht, von dem Vorhandensein desselben in irgend einer Localität Ueber- 
zeugung zu haben. 

Unter diesen Schieferthonen findet man dann allgemein eine Lage Sandstein von 
stets geringer, höchstens 18—24 Zoll betragenden Mächtigkeit, die aus einem innigen 
Gemenge von meist feinkörnigem Quarze und Kaolin besteht, festes Gefüge besitzt und 


bisher nie mit eingeschlossenen Geröllen beobachtet worden ist. — Das Gestein besitzt 
stets eine mehr lichte, gelbliche Färbung. — Nur stellenweise findet man etwas grössere, 


16 if. 


eckige Körner rauchgrauen Quarzes in demselben gleichförmig eing resprenet, wodurch es 
etwas Aehnlichkeit mit gewissen im Bereiche des silurischen Porfyrzuges vorkommenden 
Porfyrvarietäten erhält. An der Luft nehmen einzelne Bruchstücke davon allmälig eine 
röthliche Färbung an, wodurch jene Aehnlichkeit noch erhöht wird. Selten wird das 
Gestein etwas grobkörniger und zugleich etwas porös, und erhält dann fast das Aussehen 
des Moltyt, von dem es sich aber stets dureh die bedeutend grössere Festigkeit 
unterscheidet. 

Die Mächtigkeit der Schleifstein-Schiefer sammt der unter ihnen liegenden Sand- 
steinschicht wechselt sehr ab, wird aber nie bedeutend. Sie steigt bis zu 6 und 8 Kift., 
sinkt aber auch wieder bis auf wenige Fuss herab. — Wo die Mächtigkeit eine grössere 
ist, sind die eigentlichen Schleifsteinschiefer nicht durch den ganzen Schiefereomplex &leich- 
mässig verbreitet, sondern auf gewisse Horizonte mehr oder weniger zusammengedrängt. 
Aber auch «da, wo die Schiefer ein minimum ihrer Mächtiekeit zeigen, fehlen die Schleif- 
steinschichten nicht, und characterisiren immer sicher das Gestein. 

Unmittelbar unter der erwähnten Sandsteinschieht ist wieder ein Kohlenflötz 
entwickelt, local das zweite Kohlenflötz, auch das untere Kohlenflötz benannt. Dieses 
Flötz gelangt nirgends zu der Mächtigkeit, in welcher das obere Hauptflötz entwickelt ist, 
kann also zum Theil schon hiernach vom ersten unterschieden werden, wenn selbst die 
Beobachtung der untrüglichen Auflagerungschichten nicht möglich wäre. Ausserdem ist 
aber die Beschaffenheit dieses Kohlenflötzes so weit verschieden von jener des oberen, dass 
bei Beachtung der an beiden Kohlenflötzen vorkommenden, sich überall constant erhal- 
tenden Merkmale eine Verwechslung der beiden Kohlenlager nirgends möglich wird, selbst da 
nicht, wo bloss das Kohlenlager, und weder Hangend- noch Liegend-Schichten der Be- 
obachtung zugängig sein sollten, und wo die Mächtiekeit des oberen Flötzes, wie es auch 
vorkommt, sich nieht grösser zeigt als jene des unteren. Diese Unterscheidungszeichen 
werden später genau erörtert werden. *) 

Unter dem zweiten Kohlenflötze folet nun eine Reihe von Sandsteinen und 
Schieferthonen von unterschiedlicher Entwickelung, stellenweise wenige Fusse, anderorts 
viele Klafter mächtig. — Der Mangel an Bergbauarbeiten, die bis in diese Liegendschichten, 
des zweiten Kohlenflótzes herabreichen, sowie der Mangel von Oertlichkeiten, an denen die- 
selben der Beobachtung am Tage zugänglich wären, gestattet nur von einzelnen Punkten 
auf den Oharaeter dieses ganzen Schichteneomplexes zu schliessen. — Es ist indessen sicher- 
gestellt, dass derselbe bereits überall auf silurischen Gesteinen aufruht und somit die tiefsten 
und ältesten Schichten der Steinkohlenformation in der Umgebung von Radnic bildet; 
ferner dass derselbe kein bauwürdiges Kohlenflötz mehr enthält und daher als kohlenflótz- 
leer zu betrachten ist. Die Schichten dieses Complexes werden weit ófter von Conglomeraten 
und Gesehiebebünken unterbrochen, als diess in den höher gelegenen Schichtenreichen der 
Fall ist, und die Geschiebestücke sind durchschnittlich grösser und scharfkantiger als 
dort. Auch scheinen die Sandsteinschichten selbst durchaus eine grössere Festigkeit zu 
besitzen, und überall Kaolin in grösserem oder geringerem Antheile als Bindemittel bei- 
gemengt zu haben.  Eisenoxydhydrat kómmt in derselben lagenweise vor und erzeugt 
ebenso sphäroidische Gebilde, wie diess in den Sandsteinschichten über dem oberen 
Kohlenflötze beobachtet wird. Die Schieferthone, so weit dieselben beobachtet werden 


*) Die k. k. geologische Reichsanstalt theilt in ihrem Jahrbuche VII. 1856 folgende Schich- 
tenreihe aus dem Bfaser Kohlenbecken mit: 


1. Dammerde und Lehm mit Kieselgeröllen . . . a boul о npe 
2. Sandstein, sehr kaolinreich, meist grobkörnig, gelbróthlich ^I wd us Жтт 
8, Sandstein, vorzüglich aus Quarz, weissgrau, nach unten schiefrig . . оо = 8° 
4. Schieferthon, mit einer Quarz-Breccie, die durch Risenoker oder "Hydrat v ver- 

bunden ist; gegen unten wird der Schieferthon sehr weich und enthält die 

sogenannten Böhdeithonerd «ilico: bri. Agut) иара Та, dolort mo vs doen 
5. Kohlenflötz . . . T oy РРС maha a ca Erler ph thinks ant T 
6. Schieferthon mit Schleifstein- und Sandstein-Schiefer > . . . . . . . 1— 4° 


7. Kohlenflótz, nur nördlich bauwürdig 


II. 17 


können, zeigen sich ungemein reich an weissen Glimmerblüttchen und von festerer Con- 
Sistenz, meist blaugrau von Farbe, und nie rein thonig; immer ist Sand theilweise bei- 
gemengt. Es kommt in denselben keine Andeutung jener schwachen kohlenhaltigen 
Schichten vor, wie in den Schieferthonen, die sich über dem oberen Kohlenflótze ent- 
Wickeln, — Auch den Sandsteinen ist Glimmer beigemengt; es erscheinen aber in ihnen 
neben weissen Glimmerblättchen auch mehr oder weniger solche von schwarzer Farbe. 

Die ganze Schichtenreihe der Steinkohlenformation in der Umgebung von Radnic 
besteht daher von oben nach abwürts gezühlt aus acht verschiedenen, sich deutlich von 
einander unterscheidenden Partien, und zwar: 

1. Moltffsandstein, bis über 20 Klafter mächtig. 

9. Thoniger Sandstein und Sandsteinschiefer, wenig mächtig. 

3. Schieferthone, meist weich und kohlenhältig bis 8 Klafter mächtig. 

4. Das obere oder Haupt-Kohlenflötz bis 6 Klafter stark. 

5. Schleifsteinschiefer, wechselnd aber nicht über 8 Klafter mächtig. 

6. Gleiehfórmige körnige Sandsteinlage von circa 2 Fuss Mächtigkeit. 

7. Zweites oder unteres Kohlenflötz, durchschnittlich 2 Klafter. stark. 

8. Sandsteine, Conglomerate und Schieferthone ohne Kohlenflötz, 

Es lässt sich diese Schichtenreihe ganz wohl in drei, für die Umgebung von 
Radnic begründete Gruppen trennen, sowohl nach der Beschaffenheit und Uebereinstim- 
mung einzelner übereinander liegender Gesteinsschichten, als auch in Betreff der Ent- 
wicklung der Steinkohlenlager, sowie in Berücksichtigung der horizontalen Verbreitung 
derselben. — 

Ich bezeichne diese Gruppeu folgends: 

I. Die obere Kohlenflötzgruppe: dieselbe umfasst die obersten Gesteins- 
schichten, den Moltyrsandstein, die Schieferthone 3 und das obere Kohlenflótz 4; sie 
Zeichnet sich durch die überall vorwaltend geringe Festigkeit der ihr zugehörigen Gesteins- 
Schichten aus; die Kohle hat Schieferthon zum unmittelbaren Hangenden. 

; II. Die untere Kohlenflötzgruppe: sie enthält die Schleifsteinschiefer 5; 
die schwache Sandsteinlage 6; und das untere Kohlenflótz; sie unterscheidet sich durch 
grössere Festigkeit der Gesteinsschichten, durch den Mangel von Conglomerat und Ge- 
schiebebänken und namentlich durch die Schleifsteinlagen in den Schiefern. — Die Kohle 
hat Sandstein als unmitelbares Hangende. 

III. Die kohlenflötzleere Gruppe: die tiefste von allen, immer unmit- 
telbar auf dem silurischen Gebirge ruhend, und durch festere Sandsteine, grössere Con- 
$lomeratschichten mit zum Theile weniger abgerollten Geschieben, sowie durch den con- 
Stanten Mangel eines bauwürdigen Steinkohlenlagers sich unterscheidend, 

Nicht überall, wo diese drei Gruppen auftreten, sind sie auch von gleicher Be- 
deutung und in gleicher Mächtigkeit abgelagert; sie sind ferner auch nicht in sämmtlichen 
Kohlenbecken entwickelt, sondern die eine oder die andere, selbst zwei derselben fehlen 
hie und da. Ihre horizontale Verbreitung ist daher eben so Schwankungen unterworfen 
Wie ihre verticale, und nicht selten fehlt ein oder das andere Glied einer Gruppe, die 
mit ihren übrigen Schichten noch unzweifelhaft vorhanden ist. 

Betrachten wir in dieser Hinsicht die einzelnen Becken, so finden wir im Břaser 
Becken sämmtliche drei Gruppen entwickelt. (Taf. I.) 

Davon nimmt die obere Kohlenflótzeruppe beinahe die gesammte Oberfläche des 
Beckens ein, und wird namentlich der Moltyfsandstein vorherrschend gefunden ^ Derselbe 
erreicht oft eine Mächtiekeit von mehr als 20 Klaftern, nimmt jedoch gegen die Ränder 
es Beckens zu bedeutend ab. Eben so sind die Schieferthone ober dem oberen Kohlen- 
flótze nicht überall gleich mächtig, erreichen aber stellenweise 6 bis 8 Klafter. Die 
es ohlenflötzgruppe ist überall vorhanden, und, liegt am nördlichsten Theile des 
ens in einem dünnen Streifen unbedeckt zu Tage. — Die sogenannten Vranovicer 
гуе ‚sind in dem Schichtencomplexe dieser Gruppe angelegt ; die obere Flótzgruppe 

“ab bis hieher nur noch theilsweise und mit unbedeutender Entwickelung. Hier, in der 

‘he dieser Steinbrüche haben die Schichten der unteren Kohlenflótzgruppe auch ihre 


2 


18 IL. 


grösste Mächtigkeit im Braser Becken, die auf 6 bis 8 Klafter sich erhebt. Je weiter 
gegen Süden, desto mehr treten sie in ihrer Stärke zurück, und die Schleifsteinschiefer 
sammt der Sandsteinlage schwinden bis auf wenige Fuss. 

Noch untergeordneter ist im Braser Becken die flötzleere Gruppe entwickelt, 
die nur durch einige wenige Fuss mächtige Schichten eines sandig kórnigen Gesteins 
vertreten scheint, das als Unterlagerung des zweiten Kohlenflótzes unmittelbar auf einem 
diinnschiefrigen, etwas chloritischen Thonschiefer aufruhend, beobachtet werden kann. 195 
ist diese Auflagerung in dem Grubenbaue der Saliger’schen Kohlengewerkschaft, in der 
Nähe des Mathildenschachtes, also ziemlich in der Mitte des Kohlenbeckens erschlossen, 
wo die bezeichneten sandigen Schichten eine Mächtigkeit von circa 4 Fuss zeigen. Ор 
die Entwiekelung der. flötzleeren Gruppe an anderen Stellen, namentlich im nördlicheren 
Theile des Beckens eine bedeutendere werde, ist weder durch Grubenbaue, noch dureh 
zu Tage ausgehende Schichten sichergestellt; doch scheint sie im Braser Becken nirgends 
eine ansehnlichere Mächtiekeit zu entfalten, sich aber bis an die südliche Gränze des 
Beckens zu verbreiten. 

In das Néméovieer Becken setzt die obere Kohlenflótzgruppe durch die schmale 
Thalmulde bei Vranovie fort, wo sie sich überall durch die theilweise aufgelösten Mol- 
tyfsandsteine zu erkennen gibt; sie verbreitet sich hier über das Becken bei Heiligkreuz 
bis nach Radnie und nördlich über Dvorec bis in die Nähe von Néméovic, geht aber 
dort in nördlicher Richtung, allmälig aus, Die untere Kohlenflótzgruppe kommt mit ihren 
Schichten im ganzen Néméovieer Becken an keinem Punkte zu Tage; durch aus Schurl- 
schächten gewonnene Bruchstücke von Schleifsteinschiefern ist jedoch deren Anwesenheit 
in diesem Becken unzweifelhaft dargethan Doch reicht ihre Verbreitung nicht über 
Néméovie hinaus. Das ganze Terrain von da weiter über Lhotka bis gegen Kockov ge- 
hört vorwaltend zum Schichtencomplexe der flötzleeren Gruppe. Die Gesteine derselben 
stehen theilweise an den Gehängen und in Wasserrissen an, theilweise sind sie und na- 
mentlich die hieher gehörigen Conglomeratbünke durch Schurfschächte constatirt worden. 
Der westlich von Heiligkreuz gelegene, eine ziemlich weite Bucht bildende Theil dieses 
Beckens scheint bloss aus Gesteinsschichten der flétzleeren Gruppe zusammengesetzt 
zu sein. — 

Von Radnic aus verbreitet sich die obere Kohlenflétzgruppe über den grössten 
Theil des Vejvanover Beckens, und ist ebensowohl durch einen Theil der Bergbaue bei 
Privetie, so wie durch die bei Chomle und Vejvanov bestehenden Bergbauarbeiten sicher 
gestellt. Zwischen Vejvanov und Privötie bis Radnie ist die Verbreitung der oberen 
Kohlenflötzeruppe als höchste Gesteinslage überall durch das Vorkommen der Moltyt- 
sandsteine angezeigt. Ebenso ist die untere Kohlenflótzgruppe westlich, nördlich, östlich 
und in der Mitte des Beckens bekannt, scheint daher wenigstens über den grössten Theil 
des Beckens gleich der oberen Kohlenflétzgruppe verbreitet. An einzelnen Stellen geht 
sie von letzterer unbedeckt zu Tage aus. Dies findet statt in der Nähe beim Prive- 
ticer Schafstalle, wo die auf den Thonschiefer-Ufern des Radnicerbaches aufruhenden 
Schieferthone der unteren Kohlenflötzeruppe angehören und sich dureh die Schleifstein- 
schiefer zu erkennen geben. Kin zweitesmal gehen die Schleifsteinschiefer östlich vom 
ehemaligen Teiche Malikovee bei Chomle, ob der Peter- und Paul-Zeche, an den südlich 
von Chomle anstehenden Afanithügeln angelagert zu Tage aus, und waren in ihnen die 
Steinbrüche im Betriebe, die Grafen Casp. v. Sternberg seiner Zeit so viele organische 
Reste lieferten. Endlich erscheint die untere Kohlenflótzgruppe in einem schmalen 
Streifen bei Vejvanov dem sich daselbst erhebenden Porfyrkamme  angelagert. Die 
kohlenflötzleere Gruppe tritt in der östlichen, unter dem Gebirgskamme Bechlov verbrei- 
teten Beckenausweitung an die Oberfläche, und erreicht hier, nach Schurfarbeiten, welche 
die dieser Gruppe eigenthümlichen Sandstein- und Conglomerat-Schichten überteuften, sicher 
über zwanzig Klafter Mächtigkeit. Sie ist ohne Zweifel auch im weiteren Theile des 
Beckens verbreitet, was durch mehrere Bohrversuche nachgewiesen scheint, und steht 
nieht unwahrscheinlich mit den Schichten dieser Gruppe im Néméovieer Becken im Zu- 
sammenhange. 


IT. 19 


In den drei, in Verbindung stehenden Becken von Bras, Nemöovie und .Vej- 
vanov finden sich sonach alle drei Gruppen, welche die Steinkohlenformation in der Um- 
gebung von Radnic zusammensetzen, entwickelt, obwohl nicht alle in gleichmässiger 
horizontaler Verbreitung und in gleichbleibender Müchtigkeit. ^ Ka erscheint vielmehr die 
Obere Flötzgruppe mehr südlich und westlich, die flótzleere mehr nördlich: und: östlich 
zusammengedrängt; die untere Kohlenflötz-Gruppe entspricht mehr ` der: Verbreitung der 
Oberen Kohlenflótzgruppe und zeigt sieh nur stellenweise über diese hinaus abgelagert. 
Nicht so verhalten sich die übrigen, isolirten kleineren Becken. ° Auf den ersten 
Blick wird der Besucher der beiden Kohlenbeeken bei Lochovic "und Svina erkennen, 
dass er Gesteinsschichten merklich verschiedener Beschaffenheit vor sich habe. 
, In dem Gross-Lochovicer Becken stehen die, theils durch Abraumarbeiten der 
Beobachtung leicht zugänglichen Moltyfsandsteine, die Sandsteinschiefer und. die: Schie- 
ferthone über dem Kohlenflótze überall an, und bezeugen die Identität dieser Ablagerung 
mit der oberen Kohlenflótzgruppe der früher besprochenen drei Becken. Keine! Spur von 
Gesteinen, die auf das Vorhandensein der unteren Kohlenflötzgruppe oder der flötzleeren 
Gruppe schliessen liesse, findet sich vor. Wohl ist der Bergbau nie tiefer gegangen, 'als 
das zur oberen Kohlenflötzgruppe gehörige Steinkohlenlager hinabreicht, und ist sonach durch 
den Bergbau selbst der Beweis für den Mangel der tieferen, zur Radnicer Kohlenforma- 
tion gehörigen Schichten keineswegs geliefert; doch dürften, wenn solche vorhanden und 
abgelagert wären, doch irgendwo Spuren derselben an den Ausgehenden, die nicht selten 
bis auf das Grundgebirge abgetragen wurden, zu Tage gehend erwartet. werden. Diese 
haben sich aber bisher nirgends gezeigt. 
Kine gleiche Erscheinung bietet das bei weitem kleinere Mosticer Becken, nur 
mit dem Unterschiede, dass in dieser, auch durch ihre geringe, kaum 8: КЈаҝег betra- 
senden Gesammtmächtiekeit unbedeutenden Ablagerung von den Hangendgesteinen bloss 
die Schieferthone, mit etwas mehr sandig thonigen, sehr glimmerreichen Schichten oben an, 
entwickelt sind, und selbst der ausgesprochene Moltyisandstein fehlt. Dieses. nun 
gänzlich abgebaute und durchwühlte Becken hat keine Spur von Schichten geliefert, die 
einer der beiden tieferen Gruppen angehörten. 
Unter denselben Verhältnissen, wie das Gross-Lochovicer, ist auch das Becken 
von Skoupy entwickelt. Der Moltyr-Sandstein ist vollkommen ausgebildet, eben so die 
Schieferthone als unmittelbares Hangendgestein eines Kohlenflétzes, das zur oberen Kohlen- 
flötzgruppe gehört. Auch hier sind zu den beiden anderen Gruppen gehörige Schichten 
bisher nicht beobachtet worden, | 
t Dagegen fehlt jede Spur von Gesteinsschichten, durch welche die obere Kohlen- 
flötzgruppe vertreten wird, sobald man das Becken von Svina vor sich hat: Farbe ‘und 
Festigkeit der Schiefer, das Vorhandensein der Schleifsteinschiefer, zeigen augenblicklich, 
dass der bis zur Oberfläche reichende, theils durch Abraumarbeiten geöffnete Schichten- 
Complex ober dem hier abgelagerten Kohlenflótze der unteren Kohlenflótzgruppe angehört. 

ls unmittelbare Hangendgestein des Kohlenflótzes ist auch hier regelmässig eine 18 bis 
24 Zoll starke Sandsteinlage vorhanden. — Eben so wenig wie Spuren der die obere 
“lötzgruppe bezeichnenden  Gesteinsschichten ist auch bis jezt das Vorkommen von 
Schichten der flötzleeren Gruppe im Liegenden bekannt, und wird auch nirgends an den 
Rändern des Beckens eine Andeutung derselben gefunden. 

Wir werden im weiteren Verlaufe sehen, wie auch. die, ‚in diesen einzelnen Becken 
Abgelagerten Kohlenflötze ein untrügliches Kennzeichen zur Bestimmung’ der Gruppe, der 
die Schichten dieser Becken zugezühlt, werden, müssen, ‚abgeben. 

e In dem Vrbatkabecken, nordwestlich von Svina endlich finden wir keinerlei 
Kohlenflötz abgelagert. Mehrere Versuche zur Auffindung eines solchen daselbst sind 
Ohne Erfolg geblieben. Aus bestehenden Bergbauen den Schiehtenbau desselben kennen 
^u lernen, geht sonach nicht an. Die an der Oberfläche zu beobachtenden, aus den auf- 
Selósten Schichten abstammenden Gerólle sind allein für sich zur Bestimmung nicht ge- 
Nügend. Durch Wasserrisse ist das Becken bloss an einer einzigen Stelle, in der Rich- 
tung gegen den Radnicerbach, etwas oberhalb der Vrbatka-Mühle durchfurcht und einer 
Q* 


u ی‎ — 


20 Ц. 


Beobachtung des Schichtenbaues zugängig. Hier aber stehen nur die der flötzleeren 
Gruppe. angehörigen Sandstein-Conglomerate an, die theilweise mit schwachen Lagern 
eines gelblichgrauen Schieferthones wechseln. Dadurch ist die Entwickelung der kohlenflötz- 
leeren Grupe in diesem Becken erwiesen, und darf für den ganzen Umfang | desselben 
bei seiner unbedeutenden Verbreitung, angenommen werden, da sich sichere Uebererste 
von Schichten aus einer. der beiden höher folgenden Gruppen nicht nachweisen lassen. 
Die in dem Wasserrisse blossgelegten | Conglomeratschichten stimmen in ihrer Struktur 
und in ihren Gemengtheilen ganz mit den im nordöstlichsten Theile des Néméovicer 
Beckens, in. der Nähe des Radnicerbaches vorkommenden überein, Durch diesen Um- 
stand wird die Vermuthung bedeutend unterstüzt, es sei das Vrbatka-Becken eigentlich 
nur eine durch den Thaleinschnitt des Radnicerbaches von dem nördlichen Theile. des Nem- 
čovicer Beckens abgetrennte Partie. An den gegenseitigen Gehängen steigen auch beide 
zu ziemlich gleicher Höhe: auf. 

Das westlichst gelegene Becken in der Umgebung von Radnie, jenes von Darova, 
zeigt vorwaltend nach den zugängigen Beobachtungspunkten die obere Kohlenflétzgruppe 
mit dem zu ihr gehörigen Kohlenflótze entwickelt. Durch den noch sehr unbedeutend 
daselbst. betriebenen Bergbau. ist eben nur diese Gruppe allein sicher gestellt, die sich 
übrigens durch die Moltyi-Sandsteine allenthalben an der Oberfläche zu erkennen gibt. 
Ein in nördlicher Richtung ausgewühlter Wasserriss legt aber ausser dem Moltyr auch 
das Ausgehende eines Kohlenflótzes zu Tage, das in seiner hier erkennbaren Beschaffen- 
heit nicht mit dem. Kohlenflótze übereinstimmt, welches der oberen Gruppe angehört, und 
über welchem deutliche Spuren von Schleifsteinschiefer vorgekommen sind. Hieraus ent- 
steht die Vermuthung, dass im Darova’er Becken auch die untere Kohlenflótzgruppe nicht 
ganz fehlt, und zum wenigsten im nördlichen Theile des Beckens, wenn auch vielleicht 
untergeordnet, vertreten ist, worüber aber vollständige Sicherheit die mit der Zeit. vor- 
schreitenden Bergbauarbeiten liefern werden, Von Schichten zur flötzleeren Gruppe DU" 
hörig, ist in diesem Becken bis jetzt nichts beobachtet werden, 

Die dem Darova'er Becken gegenüber abgelagerte Sandsteinpartie, als Podhaj- 
Becken bekannt, besteht ausschliesslich aus Moltyr-Sandsteinen, und gehört sonach Zur 
oberen Kohlenflötzgruppe. 

Wir sehen hieraus, dass die horizontale Verbreitung der drei oben aufgestellten 
Gruppen eine keineswegs gleichmässige sei. 

Alle drei Gruppen in stetiger Aufeinanderfolge finden sich bloss im Dias: 
Néméovicer und Vejvanover Becken. Das Darova’er Becken enthält höchstens die 
beiden oberen Gruppen. Dagegen bestehen das Mosticer, das Grosslochovicer Becken 
und jenes von Skoupy bloss aus Schichten der oberen Kohlenflötzgruppe; das Becken 
von Svina bloss aus dem Complexe der Schichten aus der untern Kohlenflötzgruppe, und 
enes von Vrbatka en thält nur Schichten, die der flötzleeren Gruppe angehören. 


Ungleichfórmigkeit in der Lagerung und Mächtigkeit 
der einzelnen Schichten. 


von 


Nicht nur die einzelnen Gruppen der Steinkohlenformation in der Umgebung 
Radnie besitzen eine ungleiche Verbreitung in horizontaler Richtung ; gleichen Ab- 
weichungen sind auch einzelne Schichten jeder Gruppe fir sich unterworfen. Im 
Becken, das in Bezug seiner Gliederung durch die ausgebreiteten Bergbauarbeiten 
vollkommensten beobachtet werden kann, uud namentlich zur Zeit, wo die 


Braser 
anm 


zahlreichen 


11. 21 


Abraumarbeiten in ihrer grössten Ausdehnung standen, die mannigfaltigste Ansicht seines 
Schichtenbaues gewährte, finden wir das zur oberen Kohlenflötzgruppe gehörige Kohlenflótz, 
das Hauptflötz am südlichen Rande bei Stupno stellenweise unmittelbar und lediglich von 
einer Lehmlage, hie und da sogar bloss von der Ackerkrume bedeckt. Ks fehlen daselbst 
sonach ausser dem Kohlenflötze selbst alle zur oberen Gruppe gehörigen Gesteinsschichten, 
Weiter davon gegen Nordwest, tritt unter der Lehmlage eine Partie grauer, meist 
zersetzter Schieferthone über der Kohle auf, ohne dass noch eine einzige Sandsteinlage 
sich einfindet. Der Sandstein erscheint erst in weiterer Entfernung vom Rande des 
Beckens, und gelangt allmälig zur Entwickelung. 

Eben so sind im nordwestlichen Theile des Beckens unter einer einige Fusse 
mächtigen Lehmlage unmittelbar die Schieferthone anzutreffen, ohne dass die Sandsteine 
vorhanden sind, und erreichen eine Mächtigkeit von 8 bis 5 und 6 Klaftern. — Dagegen 
liegen nordöstlich stellenweise bloss Sand und Geschiebeschichten unmittelbar auf dem 
Kohlenflótze, während Schieferthone vermisst werden, die sich erst im weiteren, gegen 
Südwesten gerichteten Verflächen des Kohlenflötzes einstellen. Die an diesem Punkte 
im Beginne des sogenannten Bartolomüi-Abraumes auf der Kohle aufruhenden Schichten 
wurden von oben herab in folgender Mächtigkeit beobachtet: 


Ohi MIU Viele E Ee vk ar ee IY ы nb V ? 10 Fuss. 
Grobkörniger, rother, kaolinreicher Sandstein (Moltyr) mit beige- 
mengten, abwechselnd in Bänken gehäuften Geschieben . . . . 12—15 


Am westlichen und östlichen Rande stehen über den bis mehrere Klafter 
müchtigen Schieferthonschichten die Sandsteinbänken nur in unbedeutender Stärke an. 
| Die Entwickelung des Hangendschichtencomplexes der oberen Kohlenflötzgruppe 
186 im Bfaser Becken mehr in das Innere desselben zusammengedrängt und vollkommen 
erfolgt; an den Rändern fehlen bald eines oder mehrere Glieder davon. — Ein ähn- 
liches Verhalten finden wie auch da, wo die Beobachtung möglich ist, in anderen Becken 
bei Radnice. 

Auch in Bezug auf die Mächtigkeit der einzelnen Gesteinsschichten finden ab- 
Weichende Verhältnisse allenthalben statt, und selbst da, wo alle Glieder der oberen 
Kohlenflötzgruppe entwickelt sind, stehen dieselben in abweichendem Mächtigkeitsverhälniss 
zu einander, So besitzt der Motet, der im Allgemeinen das am mächtigsten entwickelte 
Glied ist, im östlichen Ausgehenden des Braser Beckens unter einer 2— 8 Fuss starken 
Lehmlage bloss 4—5 Fuss Mächtigkeit, worauf eine ein bis zwei Fuss starke, braunge- 
färbte Geschiebebank, und endlich unmittelbar der Kohle aufruhend 6—7 Fuss mächtige 
Schieferthone folgen. Letztere bestehen in ihrem oberen, bei 4 Fuss messenden Theile, 
aus einem braungelben, mit vielen rostrothen absätzigen Streifen und einzelnen weissen 
und hellgelben Lagen unterbrochenen Thonen, während der untere, unmittelbar das Kohlen- 
flötz bedeekende Uiberrest. von blaugrauer Farbe und schwacher Schieferung sich zeigt. 
In dem nördlich vom Johanni-Schachte geöffneten Tagbaue zeigte sich folgende 
Schichtenfolge: 


1. Dammerde und lehmiger aufgelöster Sandboden | . . .,. . - 6 Fuss 

9. Dünnblättrige, hell bläulichgraue, wenig glimmerige, etwas schiefrige 
Sandsteinschichten mit eingemengtem Kaolin IUS, ee Tac eoe Bag 

3. Stärkere Bänke von röthlichem Moltyrsandstein — . eu 


4. Blaugraue Schieferthone, noch mit Sandsteinschiefer abwechselnd 22 — , 
bis zum Kohlenflétze,.. vase |. 44 Fuss. 


à Die Schichtenreihe der oberen Kohlenflótzgruppe ist sonach im Bfaser Becken 
Nicht immer vollständig, und dies besonders oft nicht an den Rändern; und keineswegs 
ist ihre Entwiekelung an den im Ganzen eine geringere Mächtigkeit besitzenden Stellen 
оган dass ein gleiches Verhältniss der Mächtigkeitsabnahme alle einzelnen Schichten 
retrifft ; der Ausfall an Mächtigkeit trifft im Gegentheile bald die eine, bald die andere 
Gesteinsgattung besonders. Dasselbe wird auch an andern Becken, wo es eine genanere 


22 II. 


Beobachtung, ‚gestattet, bestätiget, wie z. В. im Lochovicer Becken. In welcher Art auch 
die ‚beiden ‚Steinkohlenlager eine ‚ungleiche Entwickelung in Bezug auf horizontale. Ver- 
breitung und auf, Machtigkeit, besitzen, wird. weiters nachgewiesen werden. 

Ausser dieser ungleichmässigen ‚Verbreitung finden wir aber noch eine andere 
sehr bemerkenswerthe Unregelmüssigkeit. in der Ablagerung der einzelnen Gesteinslagen. 
Solche wurden vorzüglich im Braser Becken, das in vielen seiner Theile durch die, ver- 
schiedene, Punkte blosslegenden Abraumarbeiten, der Beobachtung zugängig war, erkannt. 
Die einzelnen Schichten, ‚die sich unmittelbar überlagern, zeigten daselbst, dass sie nicht 
immer eine correspondirende Lagerung besitzen, sondern sowohl gegen einander, als 
gegen; das Kohlenflötz dort, wo sie demselben aufliegen, abweichend geneigt sind. 

Auffallend war besonders eine solche Erscheinung nahe am westlichen Ausgehenden 
des Beckens zu, beobachten, Es wurde hier unter einer Lehmlage sogleich der Schiefer- 
thon angetroffen, dessen einzelne Schichten. bei einem Streichen nach Stunde 7—19, mit 
7— 10 Grad nach ‚Stunde 13 verflächten. — Als bei fortschreitender Arbeit das Kohlen- 
flótz unter diesen Schichten erreicht und. blossgelegt war, zeigte dieses ein Streichen 
nach Stunde, 9—21, und ein. Verflàchen von 5. bis 10 Grad nach Stunde 3. Das Kohlen- 
flötz verflàchte sonach nordöstlich ; die ‚ober, demselben zuerst angefahrenen. Sehieferthon- 
schiehten jedoch fast südlich. Die unmittelbar dem Kohlenflótze aufruhenden Schiefer- 
thone waren im Streichen. und Verflächen conform mit, diesem abgelagert. Auch verschwand 
in der Lagerung der höheren Schichten, näher gegen den Rand des Beckens die erwähnte 
Abweichung in der Lagerung ganz, so dass daselbst sämmtliche Hangendschichten 
wie, das Kohlenflötz: selbst, östlich, das ist gegen die Axe des Beckens. zu ein- 
fallend waren, während bei, der weiter vom Beckenrande bestehenden abweichenden La- 
gerung. es; das, Ansehen hatte, dass. die oberen Schichten der Hangendgesteine von der 
Axe des Beckens weg gegen den Beckenrand zu geneigt liegen. 

Eine genauere Beobachtung, der Aufeinanderfolge der einzelnen Schichten an zwei 
nicht weit von, einander entfernt liegenden Stellen liefert alsbald einen Anhaltspunkt zur 
Erklärung dieser Abnormität. An der, dem Rande näher gelegenen Stelle, wo alle 
Schichten correspondirend mit dem Kohlenflötze im Streichen und Verflächen waren, wurde 
von oben ‚herab; bis, ап die, Kohle, angetroffen; unter einer schwachen Lehmlage: 


Vedan sehieterthon aea si: milani кайа -hada tatoa Os Wes. v n LOU 
2. Gelber sehr, sandiger Schiele, |. Mey hs anf» bons sid 
2. Dunkelgrauer, Schiefer mit gelben Streifen. TER La М 
4. Weisse sandige. Schieferschichte u. asas eter eo йа 
D. ДАР ИПАР „LEMON засы, aov endet Н на вау 
ПЪБ ОАВ: sapdge Босго а маа е АЙА an hai үү Үү 
7. Dunkelgrauer, ‚wenig sandiger, oft. dunkel. gestreifter 

PORA онооно йан ttn misiles: oai ud niu 

Zusammen ıı. . . 15 Fuss, 6 Zoll. 


Zehn Klafter davon nordöstlich, in der Richtung gegen das Innere des Beckens 


ergab eine zweite Messung folgende Schichtenfolge : 


T. ИШТ ЮША, ы ы, siegt Zoll. 
2. Gelber'sehr вапше Schrerer уш Тл e TAAA Кыла ШО Ж 
2. а) weisser sehr sandiger Schiefer . . diee н » x0 05 
3. Dunkelgrauer Schiefer mit gelben Streifen ^. . . . WT 0 ris 
3. а) sandiger Letten, weiss und grau gestreift. . . . Р ow ЖООШ 
4. Gelbliche запі етсе оа Loy, Modis tag CC, Di om ” 
5. Dunkelgrauer Letten, in. deutlich gesonderten Bänken Yu n udi 
6. Gelb und grau gestreifte sandige Schichte . . . . К" » 
7. Dunkelgrauer, wenig sandiger, oft dunkel gestreifter 
cut Puppe gp УУ лыы, Me arto fas "wem n 
Zusammen ut. 4 23 Fuss 3 Zoll. 


п, 23 


Die Schieferthone über dem Kohlenflétze haben sonach. in. einer. Horizontalent- 
fernung von nur 10 Klaftern an Mächtigkeit von 15. Fuss 6 Zoll auf 23 Fuss 3. Zoll, 
das ist um 7 Fuss 9 Zoll zugenommen, Diese Mächtigkeitszunahme ist. aber nicht durch 
ein erfolgtes Auftreten. der Ausgehenden von neuen Schichten, welche | die. bereits früher 
vorhandenen überdecken, also ;üngeren Alters sein mussten, entstanden. , Denn an beiden 
Orten; denen. die. gemessenen Querschnitte entlehnt sind, finden wir, dieselbe. Lage von 
9 bis 6 Fuss mächtiger Schieferthone, | unmittelbar: unter, der, Lehmschicht ‚obenan ; es 
bildet dieselbe ohne Unterbrechung. dic jüngste Schichte an, dieser Stelle, Nur der, zwischen 
dieser Schieferthonlage und dem Kohlenflótze befindliche. übrige, Schichteneomplex ist es, 
durch den dic Mächtigkeitsvermehrung eingeleitet, wird. — Es geschieht dies auf zweierlei 
Art. Einestheils nehmen die Schichten 2, 4, 5 und 6 vielmehr in nordöstlicher Richtung 
an Mächtigkeit zu, als die Schichten 8 und. 7, die in; dieser Richtung, schwächer werden, 
an: Müchtigkeit abnehmen; es beträgt. dieser Unterschied D Fuss; anderntheils schieben 
Sich in derselben Richtung zwei neue Schichten 2a und 3a keilfórmig ‚zwischen „die frü- 
heren, ein, wodurch ein Mächtigkeitszuwachs von 2 Fuss 9 Zoll erfolgt, was die oben er- 
шее Gesammtzunahme von 7 Juss 9 Zoll ausmacht. Da nur das Kohlenflótz , gleich- 
formig gegen. Nordost einfällt, die Hangendschichten: jedoch am Rande, dasselbe Vor- 
flächen besitzen, allmälig aber theils in sich selbst, theils durch das Hinzutreten neuer 
Schichten stärker werden, als die durch den Einfallswinkel des Kohlenflötzes, entstehende 
Senkung ausmacht, so nehmen die Hangendsehichten nach und nach eine gegen Nordost 
ansteigende Lage. an, woraus ein entgegengesetztes Verflächen, resultirt. Beim Beginne eines 
Abteufens an dieser Stelle hätte, man nach Beurtheilung des, Verflächens der Schiefer- 
Schichten erwarten sollen, die Kohle. in. westlicher, Richtung, einfallend,, also, tiefer zu 
finden , während doch gerade das. Gegentheil stattfand, : Hier ‚also. маг, das, Verflächen 


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Fig. 1. 


der Hangendschiehten durchaus nicht massgebend fiir, ‚jenes. des unter. ihr gelagerten 
Kohlenflótzes, Die ganze Erscheinung. ist an einer. einzigen. im Ganzen senkrecht bloss 
Selegt gewesenen Wand beobachtet worden. Die oberste Schieferthonschicht war mit. einer 
Lehmlage bedeckt, welche das Oberflächenniveau dadurch in eine ziemliche Ebene brachte, 
dass sie an der dem Rande. des Beckens ‚näheren Stelle, wo die Schiefer nur 15 Fuss 
б Zoll stark waren, mächtiger aufgelagert war als an der zweiten der Messung unterzogenen, 
10. Klafter. weiter gelegenen Stelle. (Fig. 1.) 

Als dann im. weiteren Verlaufe die Abraum-Arbeiten mehr gegen Osten. dem 
Innern. des Beckens entgegen  vorrückten, wurde allmälig eine, zwischen die abweichend 
Verflächenden Schieferthone eingeschobene Sandsteinmasse blossgelegt, die im Beginne von 
geringer Mächtiekeit war, aber nach und nach zu mehreren Klaftern sich ausbauchte — 


24 T. 


Diese Sandsteinlage trennte die Schieferthone derart von einander, dass sie einen Theil 
derselben überlagerte, während der andere Theil sich über ihr verbreitete. Ihre untere Lager- 
fläche war ziemlich parallel der Oberfläche des Kohlenflötzes ausgebreitet und sammt den 
von ihr bedeckten Schieferthonen übereinstimmend mit dem Kohlenflötze im Verflächen. 
Die obere Fläche derselben aber war bedeutend convex gestaltet, so dass die über ihr 
liegenden Schieferthone ein wechselndes, dieser Convexitüt entsprechendes Einfallen hatten, 
und sonach auch hier die höher liegenden Schichten ein gegen die tiefer liegenden 
Schichten und gegen das Kohlenflötz abweichendes Verflächen zeigten. Diese eingescho- 
bene, den Schichtencomplex der Schieferthone nur an einer Stelle unterbrechende Sand- 
steinmasse hatte im Ganzen ziemlich die Gestalt einer an ihrer untern Fläche mehr 
ebenen Linse, die in ihrer Mitte eine Mächtigkeit von mehreren Klaftern erreichte, an 
den Rändern sich aber gänzlich auskeilte. Der Sandstein selbst war vorwaltend feinkörnig, 
ohne Geschiebebänke, ziemlich fest, hellgelblich und grau gefärbt, mit thonigem Binde- 
mittel und mit vielen eingesprengten Körnchen von Eisenoxydhydrat. Er war auffallend 
mit einer grossen Anzahl sphärischer Gebilde durch Kisenoxydhydrat erzeugt, in unter- 
schiedlichen Formen überfüllt, die ihm ein ziemlich buntes Ansehen gaben. Es ist nicht 
möglich gewesen zu beobachten, ob sich diese Sandsteinlinse nach allen Seiten auskeilte, 
oder ob sie in östlicher Richtung fortsetzte; — in südlicher und westlicher Richtung 
wurde die Auskeilung blossgelegt. 

Auskeilungen von einzelnen Schichten, wodurch die nächst darüber liegende eine 
Aenderung ihrer Lagerung erfährt, kommen ausserdem wenn auch nicht in so bedeu- 
tendem Masse ziemlich zahlreich vor, und da solche immer nur da zu beobachten sind, 
wo sie durch Bergbau, namentlich aber durch Abraumarbeiten blossgelegt werden, so darf 
man wohl auf ein ziemlich ausgebreitetes Vorhandensein ähnlicher Vorkömmnisse im Be- 
reiche der Schichten der Radnicer Steinkohlenformation schliessen. 

Nicht selten findet man auch, wie sich einzelne Schichten streckenweise merklich 
ausbauchen, und eine oft doppelte und dreifache Stärke annehmen, und dann wieder auf 
die ursprüngliche Mächtigkeit zurückgehen. 

Es folgt aus den geschilderten Erscheinungen, dass die Ablagerung der Mate- 
rialien nicht immer in gleich weit verbreiteten Schichten erfolgte, sondern dass dieselben 
bald ein weiteres Terrain überdeckten, bald wieder mehr beschränkt gewesen sind; 
dass dieselbe sonach keineswegs eine ganz regelmässige stets über das ganze Becken 
verbreitete gewesen sei. Die den Absatz des Schichtenmaterials vermittelnde Inunda- 
tion war eine in Bezug auf ihre Ausdehnung wechselvolle, in Bezug auf den heute von 
den einzelnen Becken eingenommenen Raum eine oft nur partielle. Ferner folgt, dass 
der Absatz der Materialen einer Art nicht ohne Unterbrechung stattgefunden habe, wie 
schon daraus hervorgeht, das die Schieferthone nicht selten mit Sandsteinschichten wechsel- 
lagern, und wie der geschilderte, zwischen dieselben eingedrängte Keil oder linsenformige 
Sandsteinstock am westlichen Beckenrande darthut ^ Dieser deutet auf eine ziemlich in- 
tensive, jedoch auf einen verhältnissmässig kleinen Raum beschränkte Ablagerung, durch 
welche der Absatz der im Hangenden des Kohlenflötzes vorkommenden Schieferthone kei- 
neswegs abgeschlossen, durch den ober dem weiteren Niederschlage von Schieferthonen 
an dieser Stelle eine abnorme Lagerung ertheilt wurde. Es ist nicht unwahrscheinlich, 
dass ein Wechsel in der Ausdehnung der Schichten und in der Mächtigkeit der einzelnen 
derselben an ihren verschiedenen Enden auch bei den weit höheren Gesteinslagen, nament- 
lich im Moltyr-Sandsteine erkannt werden würde, wenn die Gelegenheit zu entsprechenden 
Beobachtungen gegeben wäre, 

Die ungleiche Mächtigkeit einzelner Schichten, oder einzelner Parthien 
Schichten wird sieh auch in bemerkenswerther Weise bei einer näheren Betrachtung der 
Kohlenflötze zeigen. Aber die das Hangende und das Liegende der Kohlenflötze bil- 
denden Schichtencomplexe finden sich im Allgemeinen, abgesehen von den berührten ver- 
einzelten Vorkómmnissen an einigen Schichten an unterschiedlichen Localitäten in den 
verschiedenen Gegenden und Becken der Steinkohlenformation bei Radnic ziemlich wech: 
selnd in Bezug auf ihre Müchtigkeitsentwickelung. 


von 


п. 25 


Im Byaser Becken erreicht die Gesammtmächtigkeit der Hangendgesteine des 
oberen Kohlenflötzes 36 bis 40 Klafter, wohl nur in dey Innern des Beckens, wo das 
Kohlenflótz am tiefsten gelagert ist. Davon sind 6—8 КІЙ. Schieferthone; der Uiberrest 
entfällt auf die aufliegenden Sandsteinsehiehten mit der zu oberst theilweise ausgebreiteten 
Lehmlage, nach deren Abzug immer für die Sandsteine noch eine Mächtigkeit von 25 
bis 30 Klaftern erübrigt. Eine annähernd gleiche Mächtigkeit erreichen diese Hangend- 
Sandsteinschiehten des oberen Kohlenflótzes im Vejvanover Becken an solchen Stellen, 
wo nicht durch das Ansteigen des Kohlenflötzes gegen den Beckenrand diese Mächtig- 
keitsentwickelung naturgemäss beeinträchtiget wird, wie dies eben auch im Braser Becken 
stattfindet. — Aber schon im Néméovicer Becken finden wir denselben Schichtencom- 
plex nicht mehr in gleicher Stärke abgelagert, und hier scheint das Hangendgestein des 
oberen Kohlenflötzes sammt Inbegriff der Schieferthone nirgends 20 Klafter zu übersteigen, 
so dass auf die Sandsteinschichten selbst eine noch geringere Mächtigkeit entfällt. Im 
Grosslochovicer, und im Becken von Skoupy erreichen die Hangendsandsteine eine Mächtig- 
keit von 8—10 Klaftern, während sie im Mosticer Becken gänzlich fehlen, dass blos als 
Hangendgestein des Kohlenflötzes bis 5 Klafter mächtige Schieferthone enthält. 

Eben so finden wir die Hangendschichten des zweiten Kohlenflötzes, den zwischen 
diesem und dem oberen Kohlenflötze entwickelten Schichtencomplex, in sehr wechselnder 
Mächtigkeit abgelagert. Denn während derselbe im Norden des Bfaser Beckens bis 6 
Klafter misst, finden wir ihn gegen die südliche Hälfte dieses Beckens. bereits auf 8-—4 
Fuss eingeengt. Eine kaum bedeutendere Mächtigkeit lässt sich im Néméovicer Becken 
erwarten, obwohl eine direkte Beobachtung dieses Schichtencomplexes daselbst bis jetzt 
nicht möglich war. — Im Vejvanover Becken finden wir die Hangendschichten des 
zweiten Kohlenflötzes eben sowohl bei P¥ivétic als von Chomle, bei der Peter und Paul- 
Zeche mehrere Klafter stark entwickelt, und sollen dieselben in den Grubenbauen von 
Vejvanov selbst bis 10 Klafter mächtig beobachtet worden sein, wo aber die Schleif- 
steinschichten dann mehr in der Nähe des unteren Kohlenflötzes zusammgedrüngt vorkom- 
men, in den höheren Schieferschichten aber fehlen sollen. Jedenfalls wäre die Mächtig- 
keit von 10 Klaftern die grösste für den Schichtencomplex zwischen dem oberen und 
unteren Kohlenflötzes bis jetzt beobachtete. Bei Svina, wo die Handgendschichten des 
unteren Kohlenflötzes zugleich die Oberfläche des Beckens bilden, und von keinen jün- 
geren Gesteinsschichten überlagert werden, erreichen sie höchstens die Mächtigkeit von 
7—8 Klaftern. Der Schichtencomplex zwischen dem oberen und unteren Kohlenflötze 
übersteigt sonach eine Mächtigkeit von 10 Klaftern kaum, bleibt grösstentheils weit 
unter dieser Grösse, redueirt sich aber stellenweise bis zu einer ganz unbedeutenden 
Stärke, — 

Was endlich dic’ flötzleere Gruppe betrifft, so ist es gewiss, das dieselbe stellen- 
weise eine Gesammtmächtigkeit von 30 Klaftern, und vielleicht hier und da noch bedeu- 
tend mehr erreicht, während sie anderorts bis zu wenigen Fussen Stärke herabsinkt. 
Ersteres ist der Fall in der Mitte und selbst gegen das nördliche Ende des Néméovicer 
Beckens und dürfte ebenso in der östlichen Ausbuchtung des Vejvanover Beckens statt 
haben ; zu nicht bedeutend geringerer Mächtigkeit scheint dieser Schichteneomplex auch 
im Vrbatka-Becken entwickelt zu sein. Er dürfte selbst in der Lage über Radnie 
gegen Néméovie eine Stärke von vielen Klaftern nachweisen. Letzteres, das Herabsinken 
zu einer unbedeutenden Mächtigkeit beobachtet man. im Břaser Bee ken; auch sollen 
diese Liegendschiehten des unteren Kohlenflötzes in den Bergbauen bei Vejvanov in der 

lähe des sich daselbst erhebenden, und das Kohlengebirge unterlagerndem Porfyrkammes, 
mit nur wenigen Fuss Mächtigkeit beobachtet worden sein. 
: Wir finden sonach in den Steinkohlengebilden der Umgebung von Radnie eine 
ziemlich ungleichformige Entwickelung der Mächtigkeit in den einzelnen Schichtengruppen 
herrschen, die keineswegs in Bezug auf dic Horizontalverbreitung der Becken eine Regel- 
mässigkeit nach einer gewissen Richtung hin beurkundet, sondern im Gegentheile bald da 
oder dort die Schichten zu einer grösseren Masse anschwellen, bald zu einer unbedeu- 
tenden Stärke herabsinken lässt. Bei der beckenförmigen Gestaltung fast sämmtlicher 


П. 


Partien des Steinkohlengebirges in der Umgebung von Radnic mit der grössten  Mächtig- 
keit derselben gegen ihr Inneres zu und mit abnehmender Mächtiekelt bei der allmäligen 
Annäherung gegen die Ränder ist nicht einmal die grössere Müchtigkeit einer jeden 
| vorhandenen Schichtengruppe auch an das Innere des Beckens geknüpft, und füllt diese 
| nicht selten bei einem oder dem anderen Schichtencomplexe gegen den Beekenrand zu: 
Der Schleifsteinschiefer im Braser Becken, der Moltjr-Sandstein im Néméovicer Becken- 
sind Belege hiefür. An einzelnen Schichten dieses Verhalten zu constatiren geht wohl 
nicht an, aber bemerkenswerth scheint es, dass der, das unmittelbare. Dach des unteren 
Kohlenflötzes bildende Sandstein überall eine ziemlich gleiche, nirgends weit. entfernte 
Grössen darstellende Mächtigkeit besitzt, was darauf. hinzudeuten scheint, dass wenigstens 
einzelne Schichten im Bereiche ihrer horizontalen Ausdehnung überall mit ziemlich gleicher 
Intensität abgelagert worden sind. — Beweise hiefür werden wier bei Betrachtung der 
Kohlenflötze selbst kennen lernen 


Die Gemengtheile der Gesteinschichten. 


Woher die Materialien, aus denen die Sandsteine und die Schieferthone bestehen, | 
abstammen dürften, ist zwar für. die Gesammtheit derselben, namentlich für jene der Schie- | 
ferthone nicht allgemein. festzustellen. Bei vielen der grösseren, einen namhaften Antheil | 
der Sandsteinbänke ausmachenden Geschiebe oder Körner. aber lässt sich darüber wenig- 
stens eine gegründete. Vermuthung aufstellen... Die meisten Körner. und Geschiebe be- 
stehen. vorwaltend aus verschiedenen Quarzvarietäten von grauer, weisser, golblicher und 
röthlicher Farbe. Nicht selten sind die Stücke ganz oder wenigstens an den Kanten 
durehseheinend. Hie und da finden sich rothe Eisenkioselstücke untermengt vor. Sehr 
viele Geschiebe aber geben sich als feinkörnige Quarzite von grauer und röthlicher Farbe zu 
| erkennen, wie solche in dem, selbst in der Nähe der Radnicer Steinkohlenbecken vorkommenden 
|| silurischen Quarzitzuge anstehen, und es dürfte wahrscheinlich sein, dass dieser Quarzitzug 
| 


die ursprüngliche Lagerstätte jener in den Schichten des Radnicer Steinkohlengebirges 

| eingeschlossenen Quarzitgeschiebe gewesen ist. Es kommen diese Quarzitgeschiebe уоп 
unterschiedlicher Grösse vor; selbst in Stücken von 9—-12 Zoll Durchmesser, vorwaltend 
abgerollt; aber doch fehlen auch Stücke nicht, welche eine mehr eckige, bloss der scharfen 
Kanten entbehrende Gestalt; besitzen, und yon nicht weit. stattgefundenem Transporte 
iy derart Zeugenschaft geben. Neben den Quarzitgeschieben sind Kieselschiefergerólle. sehr 
häufig, und ein fast nie fehlender, wenn auch nie überwiegender Gemengtheil der Sand- 
stein- und Geschiebe-Binke, Die Kieselschieferbruchstiicke kommen in: zweierlei Art 
vor. Ein Theil derselben ist vollkommen rund, abgerollt, ohne jede Spur von scharfen | 
Kanten, und den übrigen Gemengtheilen gleichformig als unverkennbar, durch längeren | 
| 

I 

| 

| 

| 


Transport an seine dermalige Lagerstiitte gelangtes Geschiebe | beigemengt; ein anderer 
Theil erscheint nur schwach oder gar nicht abgerollt, sondern mit scharfen Kanten, und 
nicht selten in Blöcken, die ein Gewicht von vielen Zentnern besitzen. | Solche. werden 


zumeist im Bfaser Becken angetroffen, und zwar bedeutend häufiger in dessen südlichem | 
Theile als im nördlichen. Man bemerkt bald, dass die Grösse und Scharfkantigkeit dieser | 


Kieselschieferblöcke von Süden gegen Norden des Beckens allmälig abnimmt, und. dass die 
meisten und grössten derselben im südlichsten Theile des Beckens angehäuft sind, dort, 
wo die Steinkohlenformation an dem westlichen und nördlichen Abhange des Kieselschiefer- 
rückens Hasenberg sich anlegt. Als die ursprüngliche Lagerstiitte eines grossen ‘Theils 
der Kieselschiefergerölle, namentlich aber der grösseren nicht abgerollten Kieselschiefer- 
blöcke darf sonach wohl mit aller Wahrscheinlichkeit der aus Kieselschiefer bestehende 


H. 27 
Hasenberg betrachtet werden. — Die Ablagerung. dieser Trümmer kann durch eine län- 
gere Reihe der Kohlenformations-Schichten bis in die Jetztzeit verfolgt werden. — Man 


findet nämlich im südöstliehsten Theile des Braser Beckens Kieselschieferblöcke unter- 
schiedlicher, selbst bedeutender Grösse, unmittelbar auf dem oberen Kohlenflötze aufge- 
lagert, zum Theile in die Kohle selbst eingesenkt. Sie werden derart theils von Schie- 
ferthonen, theils bloss von einer über der Kohle ausgebreiteten Lehmlage bedeckt ge- 
troffen. Weiters erscheinen Kieselschieferstücke in allen folgenden, über dem oberen 
Kohlenflötze aufgelagerten Gesteinsschichten, nämlich in den Schieferthonen *) den Sand- 
steinschichten und der ober diesen folgenden Lehmlage; endlich noch am Tage, gleich 
erratischen Blöcken, zerstreut hie und da umherliegend. — An den weiter vom Hasen- 
berge entfernten Orten werden aber unmittelbar auf der Kohle aufliegend Kieselschiefer- 
stücke ‘nicht mehr angetroffen, und selbst in den Schieferthonen eingelagert erscheinen sie 
selten; nur noch in den Sandsteinschichten **) kommen sie öfters vor, obwohl zumeist 
schon abegerollt, und hie und da an der Oberfläche des Beckens einzeln vertheilt. Die 
weiche Beschaffenheit der Kohle und der Schieferthone in verhältnissmässig kurzer Zeit 
nach ihrer Ablagerung scheint einem weiteren Transporte dieser Blöcke nicht günstig ge- 
wesen zu sein, und ehe Kohle und Schieferthone eine gewisse Festigkeit erreichten, 
mochten bereits die Ablagerungen der Sandsteinschichten begonnen haben. — Durch die 
Erscheinungen im südöstlichen Theile des Braser Beckens ist aber nachgewiesen, dass die 
Ablagerung von Kieselschieferblócken des Hasenberges in die Gebilde der Steinkohlen- 
formation bereits vor dem Beginne des Absatzes der Hangendschichten des oberen Stein- 
kohlenflötzes ihren Anfang genommen und seitdem ohne Unterbrechung fortgedauert habe. 
Das theilweise Eingesenktsein solcher Blöcke in das Kohlenflötz selbst weist darauf 
hin, dass das Kohlenflötz unbedeckt und in noch nicht genügend festem Zustande befind- 
lich gewesen sei muss, als diese Blöcke auf dasselbe herabgerollt wurden. In den 
tiefer liegenden Schichten der unteren Kohlenflótzgruppe sind Kieselschieferblöcke einge- 
lagert bis jetzt nicht beobachtet worden. Eben so nieht an anderen Orten, als am süd- 
östlichen Rande des Bfaser Beckens auf der Oberfläche des oberen Kohlenflótzes. Die 
Schichten der unteren Kohlenflötzgruppe enthalten zwar im allgemeinen nur ein zerkleinertes 
Materiale und weisen keine Gesehiebe und Gerólle von grösserem Umfange auf; doch sollten 
diese, auf einen ziemlich ruhigen Vorgang bei dem Niederschlage jener Schichten hindeu- 
tenden Umstände kein Hinderniss abgegeben haben, dass einzelne vom Hasenberge herab- 
gerollte Bruchstücke wenigstens in der Nähe desselben hätten mit zum Einschlusse ge- 
langen können, wie dies eben so hätte bei der allmäligen keineswegs ohne Unterbre- 
chung stattgehabten Entstehung der einzelnen Lagen des Kohlenflótzes der Fall sein 
können. Bei einer mehrjährigen Beobachtung des Abbaues des Kohlenflötzes in seiner 
ganzen Mächtigkeit und сап vielen Stellen im südlichen Theile des Braser Beckens 
wurde aber ein Einschluss von Kieselschieferstücken in den tieferen Lagen dieses Kohlen- 
flötzes nie beobachtet. 

Es dürfte dieser sich bisher bestütigende Mangel zu. der Annahme berechtigen, 
dass die Zerklüftung und Zersetzung des Kieselschieferrückens so weit, dass einzelne 
Blócke von demselben herabrollen konnten, erst zu jener Zeit gediehen war, wo die Ab- 
lagerung des oberen Kohlenflótzes im Biaser Becken schon allmälig ihr Ende erreichte. 

In den übrigen Steinkohlenbecken der Umgebung von Radnic fehlen nun derlei 
Scharfkantige, oder wenig abgerollte Kieselschieferstücke zwar nicht, sind aber doch weit 


*) Im östlichen Theile des Biaser Beckens sind Kieselschieferblöcke im Schieferthone, 

nicht weit über der Kohle, noch beobachtet worden; im Monate Juli 1862 ein Stück 

30 Zoll lang, 18 Zoll breit, 12 Zoll hoch, ziemlich scharfkantig; näher zum Hasenberge, 

beim Grundgraben für Gebäulichkeiten zur Erweiterung der daselbst befindlichen Glashütte 

waren derlei Kieselschieferblöcke unterschiedlicher, theilweise bedeutender Grösse, sowohl 

in den Sandstein- als den darunter folgenden Lettenschichten eine sehr häufige Erscheinung. 

**) Bei Erweiterung des Hedwigschachtes im nördlichen Theile des Bfaser Beckens wurde 

ein wenig abgerolltes Kieselschieferstück von circa einem Kubikfuss Inhalt in den Sand- 
ste'nschichten nahe über den Schieferthoren eingeschlossen gefunden. 


28 TI. 


seltener. Auch diese dürften überall näher gelegenen Kieselschieferticken entlehnt worden 
sein, die in einzelnen Kuppen bei Skoupy und bei Skomelno noch heut in grösserer 
Ausdehnung anstehen, ausserdem aber in untergeordneten, die Oberfläche kaum mehr 
überragenden Einlagerungen zwischen den Schichten der Thonschiefer allenthalben ange- 
troffen werden. Namentlich sind die im Hangenden des Kohlenflötzes bei Skoupy einge- 
schlossen vorkommenden Stücke unzweifelhaft von der Kuppe abstammend zu betrachten, 
an deren südlichem Abhange das Kohlenbecken sich anlegt. 

Ausser diesen grossen, scharfkantigen und wenig abgerollten Blöcken und Stücken 
finden sich Kieselschiefer in vollkommen abgerundeter Gestalt, als wahre Gerölle, unter 
den Geschieben anderer Gesteinsarten gleichmässig beigemengt vor, und zeigen sich in 
ihrer Farbe theils blaugrau, stark mit weissen Quarzadern durchzogen, theils dunkelschwarz, 
daher von verschiedener Art. Diese Kieselschiefergerölle mussten sonach lange genug 
der Reibung des Transports ausgesetzt gewesen sein und lassen auf eine Abstammung 
von entfernter gelegenen Kieselschieferschichten schliessen, als erstere. 

Weitere Gesteinsarten, die als Gerölle in den Schichten der Steinkohlenbecken 
eingeschlossen vorkommen, sind: Gneuss und Glimmerschiefer, und nur vereinzelte Stücke 
von granitartigem Gesteine. Es ist bemerkenswerth, dass Bruchstücke dieser Gesteins- 
arten fast nie in den Schichten der oberen und unteren Kohlenflötzgruppe, sondern aus- 
schliesslich in jenen der flötzleeren Gruppe beobachtet werden. Sie sind besonders in 
der Umgebung von Lhotka, im nördlichen Theile des Némcovicer Beckens, im Vrbatka 
Becken, und in der östlichen Ausbuchtung des Vejvanover Beckens zu finden. Bin- 
zelne dieser Gerölle besitzen noch eine bedeutende Grösse, während anderer nur 
klein sind. 

Ferner erscheinen fast auschliesslich im Bereiche der flótzleeren Gruppe Bruch- 
stücke von silurischem Thonschiefer den Conglomeratschichten beigemengt. Sie kommen 
aber nicht als eigentliche Geschiebe im abgerollten Zustande, sondern immer als scharf- 
kantige Trümmer, selbst von ziemlich ansehnlicher 3rósse, und immer in den tiefsten, 
dem Untergrunde der Steinkohlenbecken, zunächst liegenden Schichten vor. Stellenweise 
sind die Trümmer von Thonschiefer in sehr grosser Menge, selbst vorwaltend, vorhanden, 
und bilden beinahe ganze Lager zertrümmerter Thonschieferschichten. Es lassen sich 
unter ihnen verschiedene Varietäten von Thonschiefer erkennen; dichter und körniger, 
hellgrauer, gefleckter und dunkler Schiefer ist vertreten.  Dieselben Schiefervarietäten 
stehen in der Umgebung von Radnice an, und der Schluss liegt nahe, dass die in den 
Schichten der Steinkohlenbecken eingeschlossenen Trümmer sich unweit ihrer ursprüng- 
lichen Lagerstätte befinden, was allein der einen keineswegs weiten Transport anzeigenden 
Scharfkantigkeit, oder höchst geringen Abrollung der Bruchstücke entspricht. Endlich 
muss unter den Geschieben der Porfyre erwähnt werden, die vollkommen abgerollt, in 
mannigfaltigen zum Theil ausgezeichneten Varietäten angetroffen werden. — Sie scheinen 
aber nur dem Moltyisandsteine der oberen Flótzgruppe beigemengt. Wenigstens sind sie 
in den tieferen Schichten bisher nicht bekannt geworden, Und selbst in den Moltyr- 
sandsteinen sind sie auf einzelne Strecken beschränkt. So bieten die Schichten des 
Moltyr’s im ganzen Braser Becken nirgends Gerölle von deutlichem, unzweifelhaftem Porfyre ; 
sobald man aber von Vranovie gegen Heiligkreuz sich nähert, stellen sich dieselben mehr 
und mehr ein, und werden namentlich bei Heiligkreuz und Dvoree sehr zahlreich. Sie 
werden hier aus den aufgelösten Gesteinsschichten bei Regengüssen ausgewaschen und durch 
das Heiligkreuzer Thal herabgeführt, so dass man sie nicht selten am rechten Ufer des 
Beraunflusses, gegenüber yom Dorfe Plana, herumliegend findet. Ausserdem werden sie 
den Moltyisandsteinen beigemengt im Becken von Darova und bei Radnic angetroffen. 

Die Geschiebe selbst gehören Porfyren an, die in einer unterschiedlich gefärbten, 
röthlichen, braunen, gelblichen oder grauen Grundmasse von Felsit deutlich ausgeschie- 
dene, nicht selten schöne und bis einen halben Zoll grosse Krystalle von röthlichgelben 
oder fleischrothen Orthoklas, theils in unzersetztem Zustande, theils im Kaolin übergegangen 
enthalten, und denen ausserdem Quarz von rauchgrauer Farbe in Körnern oder in Doppel- 
pyramiden beigemengt ist. Diese Geschiebe bieten überhaupt viele Aehnlichkeit mit den 


IT. 29 


verschiedenen Gesteinsyarietiiten, die wir in dem südwestlich und nordöstlich von Radnic 
Sich verbreitenden silurischen Porfyrzuge anstehend finden. Es ist daher mit vieler 
Wahrscheinlichkeit dieser Porfyrzug als die ursprüngliche Lagerstütte der Porfyrgerólle 
der Kohlenformation bei Radnie zu betrachten. 

Der Umstand, dass gerade die Porfyrgerölle sich nicht in der ganzen Verbreitung 
der Steinkohlensandsteinschichten in der Umgebung von Radnic vorfinden, sondern auf 
gewisse Strecken beschränkt erscheinen, deutet auf eine nicht immer während der Bil- 
dung der Steinkohlenschichten sich gleich bleibende Verbreitung und Richtung jener die, 
in den Sehichten abgelagerten Materialien, zuführenden Strómungen, und ist ein weiterer 
Beleg, dass die einzelnen Schichten, selbst derselben Gesteinsgruppe nicht immer über 
den ganzen Bereich der heutigen Steinkohlenbecken bei Radnie sich verbreiteten, sondern 
dass diese bald weiter hinausgeschoben, bald mehr besehrünkt zum Absatz gelangten. 

Das im zerkleinerten Zustande befindliche, überwiegend zur Bildung der Schichten 
in den Steinkohlenbeeken beitragende Materiale besteht aus Sand, dessen bald kleinere 
bald grössere Körner vorwaltend Quarz von unterschiedlicher Färbung und wechselnder 
Durehsichtigkeit sind. Diesen sieht man deutlich beigemengt Kieselschieferkórnchen, 
Glimmerblättehen, Trümmehen von Porfyr und Felsit, zumeist roth gefärbt, und Kaolin, der 
mit letzteren gleichen Ursprungs und nur als früher in den Zustand der Zersetzung überge- 
gangen betrachtet werden dürfte. 

In den Schieferthonen ist, ausser in den mehr sandigen Varietäten desselben, 
kein eigentlicher Gemengtheil zu erkennen, mit Ausnahme der immer, jedoch in wech- 
selnder Menge beigemengten Glimmerblättehen. Es ist vorwaltend Thon, der als Schlamm 
ursprünglich abgesetzt worden sein mag, und dem sich, je nach den Verhältnissen mehr 
oder weniger feine Sandkörnchen beimengten. 

Als aussergewöhnliche Gemengtheile müssen erwähnt werden, Eisenkies, der in 
Sandsteinen der flötzleeren Gruppe bei Dvorec in kleinen Körnchen, die Poren des Sand- 
steines gleichsam ausfüllend und so eine Art Bindemittel bildend, vorgekommen ist, und 
Körner von Granat. Letztere gehören der Varietät des dodekaedrischen Granats Mohs 
an, und sind zuerst in einem Schurfschachte bei Lhotka zum Vorschein gekommen Dieser 
Schacht war in den Schichten der flötzleeren Gruppe abgeteuft. In einer Conglomerat- 
schichte mit Bruchstiicken von Quarz, Thonschiefer und Gneiss waren die Granatkörner 
zwischen den Geröllen, zumeist der feinkörnigeren Masse der Schichten beigemengt und 
ungleichförmig vertheilt. Liingere Zeit waren Granatkörner nur von der Localität bei 
Lhotka bekannt, bis es mir glückte, dieselben auch in dem ober der Vrbatka-Mühle an- 
stehenden  Conglomeratbänken des. Vrbatkabeckens in ziemlicher Menge aufzufinden. 
Diese Conglomeratschichten bestehen vorwaltend aus Thonschieferbruchstücken, die alle sehr 
wenig oder gar nicht abgerollt erscheinen, und denen vollkommene Gerölle von Gneiss 
und Glimmerschiefer, sowie Quarzgeschiebe beigemengt sind. In dem diese Geschiebe 
begleitenden Sande sind die Granatkörner hie und da sparsam, anderorts häufiger einge- 
Streut. Nirgends sonst sind solche in der Umgebung von Radnie als Gemengtheil der 
Gesteinsschichten der Kohlenbecken vorgekommen; müssen sonach ausschliesslich auf die 
Gebilde der kohlenflötzleeren Gruppe beschränkt betrachtet werden. Sowohl bei Lhotka 
als bei Vrbatka werden sie in Schichten getroffen, die nahe dem Grundgebirge abgelagert 
sind; es kann ihr Vorkommen sonach als ein Kennzeichen der tiefsten zur Steinkohlen- 
formation bei Radnie gehörigen Schichten betrachtet werden. Da in der Nähe von Radnic 
nirgends Gesteinsvarietäten anstehen, die als die Lagerstätte solcher Granatkörner be- 
trachtet werden können, so dürfte ihr Ursprung im denselben Orten mit den zugleich 


eingeschlossenen Gneiss- und Glimmerschieferbruchstücken zu suchen sein — Im Вѓаѕег 


Becken sind überdies Coneretionen von Pyrit oder Eisenkies in Gestalt flacher Knollen, 
die bis 1 Zoll Durchmesser. und 4 bis 5 Linien Stärke halten, in Schieferthonen über 
dem Hauptflötze eingeschlossen vorgekommen. — Sie fanden sich immer im innigen Ge- 
Menge mit dem thonig sandigen Materiale, und der Pyrit konnte oft erst nach dem Zer- 
schlagen der Knollen auf ihrer Bruchfläche deutlich erkannt werden. — Die Quantität 


30 П. 


des Kieses im Verhältnisse zu dem übrigen Materiale war in den verschiedenen Knollen 
eine wechselnde. 

Häufig werden auch die Poren der Sandsteinsschichten mit Körnchen braunen 
Eisenoxydhydrats erfüllt angetroffen. Diese Beimengung muss jedoch nach der Art ihres 
Verbundenseins mit den übrigen Materialien als eine, nach bereits erfolgter Ablagerung 
der Schichten denselben zugekommene betrachtet werden und keineswegs als ein durch Zer- 
störung anderer Gesteinsschichten und durch Zuschwemmung mit dem übrigen Materiale 
an Ort und Stelle gelangter Gemengtheil. Denn nicht nur bilden die Eisenoxydhydrat- 
partikelchen keine eigentlichen Körner, und überziehen vielmehr oft nur die Körnchen 
anderer Gesteinsarten mit einer braunen Rinde, sondern selbst da, wo sie Poren zwischen 
diesen Körnern erfüllten, verzweigen sie sich nach verschiedenen Seiten in so schwachen 
Spitzen und Aestchen, dass nicht zu begreifen wäre, wie derartig gestaltete Körnchen 
einen Transport hätten vertragen und wie ihre unregelmässig gestaltete Oberfläche ge- 
rade an die zunächstliegenden Körnchen fremder Gesteine so passend sich hätte an- 
legen können. 

Es erscheint aber das Eisenoxydhydrat ausser in der Form von Körnehen auch 
auf den sandigen Schichten in regelmässiger Aneinanderreihung zu ringférmigen Zeich- 
nungen, und zu sfäroidischen Gestalten in schalenförmiger Ausscheidung. — Es werden 
durch solche Gestaltungen einzelne Gesteinspartien vollkommen erfüllt, und wahre san- 
dige Sfärosiderite gebildet, deren nähere Beobachtung unzweideutig erkennen lässt, dass 
alle diese Ausscheidungen und Concentrationen des Eisenoxydhydrates, und somit eben- 
falls die vorkommenden Sfärosiderite in den Sandsteinschiehten der Kohlenbecken spätere 
sildungen in bereits abgelagert gewesenen Schichten darstellen, und zum Theil noch ge- 
genwärtig in Fortbildung begriffen sind. Auch in den Schieferthonen fehlen Sfärosiderite 
nicht, doch erscheint in solchen das Eisen nicht immer als Oxydhydrat, sondern ist auch 
oft als kohlensaures Eisenoxydul vorhanden. Solche Sfärosiderite sind meist grau von 
Farbe, weniger deutlich schalig und stark thonhältig. Häufig zeigt sich in ihrer Nähe 
selbst das Gestein, in dem sie eingeschlossen sind mehr oder weniger eisenhültig. Nirgends 
sind die Sfärosiderite in grösserer Menge an gewisse Schichten gebunden; sie sind stets 
mehr oder weniger zerstreut; doch scheinen die Schieferthone über dem oberen Kohlen- 
flötze ärmer daran als jene, die unter demselben liegen; wenigstens sind sie in diesen 
Liegendschiefern dort, wo diese zugüngig sind, häufig in grösseren Mengen beobachtet werden. 
Schon Sternberg erwähnt derselben in seiner Flora der Vorwelt I., wo auch die 
Analyse eines Sfürosidleriten von Vranovie gegeben wird. (Sternberg Vers. I, 8. 10.) 

Die Materialien, die wir heute die Schichten der Steinkohlenbecken in der Um- 
gebung von Radnie zusammensetzen sehen, bieten sonach nieht nur einen bedeutenden Un- 
tersehied in die Grösse der einzelnen Gemengtheile, und in der Art der Gebirgsgesteine, 
von denen sie abstammen, dar; sie sind aueh sichtlich aus unterschiedlichen Entfernungen 
zugeführt worden, theilweise erst an Ort und Stelle entstanden. 

Die tiefsten Schichten, jene der flötzleeren Gruppe, scheinen im Allgemeinen 
die meisten Conglomeratbünke zu enthalten, u. z. mit Gesteinstrümmern, deren ursprüng- 
liche Lagerstütte theils weiter zu suchen ist, und die sich dem entsprechend auch als 
vollkommene Geschiebe darstellen, wie Gneiss, Granit; theils in nächster Nähe war, wie 
die häufigen scharfkantigen Thonschieferstücke darthun; beide Gesteinsvarietäten haben 
zur Bildung der jüngeren Schichten fast nicht mehr beigetragen, In diesen werden fast 
nur zerkleinerte Materialien abgelagert gefunden, die also auf einen ruhigen Vorgang 
beim Absatze derselben hindeuten, während zum Transporte der in den tieferen Conglo- 
meraten eingeschlossenen grösseren Geschiebe unbedingt stärkere und heftigere Strö- 
mungen vorausgesetzt werden müssen. — Erst nach der Ablagerung beider Kohlenflötze 
erscheinen mit dem Beginne der Moltyr-Sandsteme wieder grössere Gerölle und ganze 
Geschiebebünke und lassen auf eine Jürneuerung mächtigerer Strömungen schliessen. 


И. 81 


Die Steinkohlenlager. 


Die beiden in den Steinkohlenbecken der Umgebung von Radnic abgelagerten Stein- 
kohlenflótze lassen sich überall, wo sie vorkommen, durch die zu jedem derselben gehö- 
rigen Hangendgesteine ziemlich deutlich und sicher unterscheiden. Aber nicht überall, 
wo diese letztere abgelagert sind, ist auch das dazu gehörige Kohlenflötz aufgefunden 
worden. Nach den vielfachen, in der ganzen Verbreitung der Kohlenbecken bei Radnic 
unternommenen Untersuchungen kann mit ziemlicher Zuversicht schon jetzt erklärt werden, 
dass dort, wo bis jetzt Kohlenlager nieht bekannt sind, solche in der That auch fehlen. 

Aber wo aueh ein und dasselbe der beiden Kohlenflötze abgelagert ist, bietet 
es nicht immer dieselbe Erscheinung in Bezug auf seine Mächtigkeit, und zeigt nicht 
überall dieselbe Beschaffenheit der Kohle. — Auf welche Art diese Verschiedenheiten 
entstehen und einer gewissen Gesetzmässigkeit unterworfen sind, wird eine nähere Be- 
trachtung derselben alsbald lehren. 

Sicher gestellt sind die beiden Kohlenflötze in der Umgebung von Radnie, und 
zwar das obere; im ganzen Bfaser Becken, über Theile des Néméovicer und Vejvanover 
Beckens, ferner im MoöStieer, Gross-Lochovicer und Skoupy-Becken, und bei Darova. = 
Das untere: in einem Theile des Bfaser Beckens; eben so theilweise im Vejvanover 
Becken; ausschliesslich im Svinaer Becken und wahrscheinlich auch, wenigstens theil- 
Weise, im Darovaer und Néméovicer Becken. 


a) Die Kohlenlager im Braser Becken. 


i Das obere Kohlenflötz geht im Břaser Becken, am südlichen Rande desselben, 
fast zu Tag aus und fällt von hier Anfangs mehr, mit fast 15 Grad Verflächen, weiterhin 
weniger steil, theilweise durch Abrutschungen plötzlich tiefer gelegt, nordwestlich derart 
ein, dass es in kurzer Entfernung vom Ansgehenden, schon ziemlich tief unter der Ober- 
fläche und in dem cirea 280 Klafter nordwestlich angeschlagenen gräfl. Vrbna’schen 
Maschinschaehte 18!/, Klafter tief unter Tags lieet, ohne dass ein Theil dieser Teufe 


anf ein merkliches Ansteigen der Taggegend in dieser Richtung entfällt. — Geht man 
von hieraus fort in gleicher nördlicher Richtung fast der Längsaxe des Beckens nach, so 
liest bei 170 Klafter weiter, im Zdenkoschachte schon das: Kohlenflötz . . 30,5. Klafter 
bei dem vom letzteren wieder 150 Klafter entfernten Mathildenschachte EEN 
bei dem weitern 250 Klafter nördlich liegenden Johannischachte . . . . 29,2 И 


endlich bei dem noch um 270 Klafter nördlicher gelegenen Friedrichsschachte 5,0 4 
tief unter der Oberfläche des Gebirges. 


А Die letztere steigt nun von Süd gegen Nord an, bis zum Mathildenschachte und 
fällt von da wieder gegen Nord gleichmässig bis zum Friedrichschachte ab. 
„Unter. dem Tagniveau des Mathildenschachtes liegt jenes des Gräf. Vrbna’schen 


Maschinenschachtes DUERME iu st л bah elgg net arie codd al ees d SUI d nrc 
UL SEU ИЕ Л y rs cy NE uon 193 leet o 
ec? "edu ead Get e Cf Geer deg EE EC NE S ТЛ Т S EON ebe 
UES Te НЕНЕН ек! on той puigis, торой podjold идә} ah 088 d 


| Hieraus ergeben sich für das obere Kohlenflötz folgende absolute Tiefen unter 
einer durch das Tagesniveau des Mathildenschachtes (welcher 1458 Fuss Meereshöhe 
Nachweist) gezogenen Horizontalen in der Richtung von Süd nach Nord: 

Das südliche Auspehende Del STUPNO a . о, ON drill: Bien Cb Aleng ics 


beim Graf Vrbna’schen Maschinenschachte 4 


H 
DI 
beim Zdenkoschachte ol sab bape пом mh пи gefnpwod 308,9 ,, 


32 II. 


2 


beim Mathildenschachte . . . ‚Мө WEE WE E E DELL 
И eg 18 ae ОРТ ecard: om 
beim Friedrichsschachte .. wi... A. SEA niis Kime HAQ) „ 


Das Kohlenflötz besitzt sonach ein Fallen von Süd nach Nord derart, dass es 
nördlich 30 bis 34 Klafter tiefer liegt als südlich. Dieser Tiefenunterschied wird durch 
die ganze Länge des Beckens allmälig erreicht, obwohl das Einfallen stellenweise unter 
einem grósseren, stellenweise unter einem kleineren Winkel statt hat. Das durschnittliche 
Einfallen in dieser Richtung stellt sich sonach auf nicht ganz 3 Grade heraus. 


An den übrigen Rändern des Beckens geht das Kohlenflótz ebenfalls theilweise 
bis fast zu Tage aus und fällt in der Regel Anfangs mit einem ziemlich steilen, 10 bis 
15 Grad messenden Verflüchen gegen die Axe des Beckens ein. Schon in kurzer Ent- 
fernung vom Rande aber wird der Einfallswinkel zumeist geringer, und es tritt eine 
mehr schwebende Lagerung ein. In Bezug auf seine Breitenausdehnung ist das Kohlen- 
flótz sonaeh muldenförmig gelagert, mit einem beiderseits von den Rändern gegen die 
Axe des Beckens gerichteten Einfalle. Daraus resultirt das allgemeine Streichen des 
Kohlenflótzes von Nord nach Süd nahe in Stunde 11—23. 

Locale Abweichungen der Streichungsrichtung und des Verflüchens werden ge- 
troffen und sind dureh die Configuration des Ausgehenden bedingt, ändern jedoch nichts 
an den allgemeinen Verhältnissen. 

Vom Friedrichsschachte weiter nördlich erhebt sich das Terrain bis zu den Vra- 
novicer Steinbrüchen um 8,3 Klafter und da das Ausgehende des oberen Kohlenflötzes 
in diesen Steinbrüchen 4 Fuss tief unter der Ackerkrume zu sehen ist, so erhebt sich 
das Kohlenflötz vom Friedrichsschachte bis zu seinem nördlichen Ausgehenden um 12,4 КІГ, 
und liegt hier um nahe 18 Klafter tiefer als am südlichsten Rande des Beckens. 


Das obere Kohlenflótz im Braser Becken hat вопас die Gestalt einer länglichen, 
an ihren Rändern mehr oder weniger steil aufgerichteten, mit ihrer Längenaxe gegen 


Norden geneigten Mulde. — Diese gegen Norden fallende Mulde nimmt aber in der Nähe 
des Johannischachtes wieder ein mässiges Ansteigen bis an das nördlichste Ende des 
Beckens an. — Der tiefste Punkt des Beckens unter einer Horizontalen kommt daher 


in dem nördlichen Theil desselben, und zwar in die Nähe des Johannischachtes zu liegen. 


Betrachtet man das obere Kohlenflótz an irgend einem Punkte in seinem ganzen 
Vertiealdurehscehnitte, so ist die erste Beobachtung die, dass dasselbe keineswegs eine in 
seiner Müchtigkeit ununterbrochene Kohlenmasse darstellt, sondern durch eine Anzahl 
von Zwischenmitteln in einzelne Abtheilungen zerfällt. — Diese Zwischenmittel sind zwar 
von meist unbedeutender Stürke, so dass sie bergmünnisch wenig oder nicht beachtet 
werden; für den Geognosten aber sind sie eine wichtige Erscheinung, durch welche eben 
so viele Unterbrechungen in der Bildungsperiode des Kohlenmateriales angedeutet sind, 
und die auch als zuverlässige Führer bei Beurtheilung an weit auseinander liegenden 
Punkten vorkommender Theile des Kohlenflötzes dienen, 


Eine weitere Beobachtung lehrt. dass diese Zwischenmittel zweierlei Art sind : 
constante, die durch das ganze Kohlenflótz ohne Unterbrechung verbreitet sind, und 
solche, welche auf gewisse Strecken beschränkt bleiben und sich allmälig auskeilen. 

Von den ersteren bleiben wieder einige überall, wo sie vorkommen, ziemlich 
gleich stark, was bei andern nicht der Fall ist. Eine Betrachtung des Querschnittes 
durch das Kohlenflötz an verschiedenen Stellen des Beckens wird diese Verhältnisse deut- 
lich kennen lehren. Zu diesem Behufe sind ziemlich gleichfórmig über das Decken ver- 
theilte und sich entgegengesetzte Punkte ausgewühlt, an welchen zugleich Bergbauarbeiten 
die Uebersicht der gesammten Flótzmüchtigkeit mit einemmale und ein genaues Beobachten 
der einzelnen Theile des Kohlenflótzes gestatteten. 

Wir beginnen an dem westlichen Rande des Beckens. An diesem ergab eine 


П. 


38 


Messung an dem Kohlenflötze von oben nach unten folgende Kohlenlagen und Zwischen- 
mittel: (Fig. 2.) 
Kohle 


Zwischenmittel 


Г 


Kohle 


r D $ 
Zwischenmittel 


Kohle 


Zwischenmittel 


Kohle 


r LH к 
“Wischenmittel 


Kohle 


Zwischenmittel 


Kohle 


Zwischenmittel 


Kohle j 
Zwischenmittel 
Kohle 


Zwischenmittel 


Kohle 


Zwischenmittel 


Kohle 


Kohlenlage 4 Fuss 
Ж ЖОШ ӨГ, Leber] Zoll 
КОШеШӨД@ NN. NOM ey 
Bags eegnen ` Dio ORE TOI, RE 
Konlenlaper nme гм 
Zwischenmittel A CON geg OL 
Kiotilenlago v9 been any 
Zwischenmittel 


pata. КИНЕ. ТШ w 
Kohlenlage . . . . 6—5 Zoll 
Zwischenmittel EE асаа TM 
Feierdeeg Age Age s 
Zwischenmittel Rd o 
Eilenger ТА, (Sage ds A, 
Zwischenmittel КАШЫ ЕНЕ ЭШК 34 
Kohlenlagamke, „ ODES ORE 
Zwischenmittel ‚ЖШ me У y 
Kalen ek е, erm pr Н 


Kohle 24 Fuss 7 Zoll; 
Zwischenmittel 9!/, Zoll 
oder Gesammtmächtiekeit 25 Fuss 4 s^ Zoll. 


In östlicher Richtung von diesem 
Durchschnitte mehr im Innern des Beckens, 
und zwar: in der Nähe des Georgi-Sehachtes 
ergab sich folgende Reihenfolge der ein- 
zelnen Lagen im Kohlenflötze: (Fig. 3.) 


3 Fuss 10 Zoll 


E cpi 
E x 
d » 5 » 

7 м 
е" 
Ma 
9 


” 


Kohle 24 Fuss 10 Zoll; Zwischenmittel 8 Zoll 


Oder Gesammtmüchtigkeit 25 Fuss 6 Zoll. 


Zwischenmittel Kohle 


SOMOS 


(Fig. 8.) 


E 
m.. 
1 | 


1 
2 ” 


3 


10" 


П 


Am östlichen Rande des Beckens, ziemlich in einer durch 
die beiden früheren Punkte gehenden Geraden ergab ein Vertikal- 
schnitt durch | das Kohlenflötz die folgende — Schichtenreihe : 
(Fig. 4) 

Kohler у о vu Busssn8 Zoll 
Zwischenmittel 
ESIC!” Bag Alan, ich йк BS cé 
Zwischenmittel нее Goh his a 1 T 
Kohler webs бойы: auf figi 
Zwischenmittel Dee EE а а о ee T 
Sa U^ эл e Dunt Sec Matin qut ^q proi с 
ZWISChenmittel e eis Л gue anne фек аы: " 
ved Matos osea PY NA AM UNE Mens: 
КА иот паири LU 
UDIN e ЫК МЛДР. D 
ОДО. uus c. Luo e, gD HA ” 
loo C НАЯ oos, Са. йз "mp 
Zwischenmittel . u. nus ke ges O RR bs 
КОШЕ COM ECR NE au d 

Kohle 20 4 Zoll; Zwischenmittel 8'/, Zoll 
daher Gesammtmächtigkeit 21 Fuss. 

Im südlichsten Theile des Beckens endlich, ebenfalls nahe 
am Rande desselben, lieferte eine vorgenommene Messung das 
nachstehende Profil. (Fig. 5. 

KEN ee 
Zwischenmittel 
Koll: od och ibt ons 
Zwischenmittel- nn. sii йө нї. ОЛ | — 
Koblo irida аЗ 
Zwischenmittel Lin f E often 
Kohld! ИЯ "gë И 
Zwischenmittel Bär, ou “iba dis d" "lt 
Kohle get E 
Vs Cabin кария А pu eld our a Ml ru a RL e 
ШАШ ee r ш Н TU ors 
Ps Uf poly К ulti ES ae 
ЖОШ PL, er 
KA E ИР "reet A PN N 
ТОИ aa мыш гел + 9 

Kohle 20 Fuss; Zwischenmittel 6 Zoll 
oder Gesammtmiichtigkeit 20 Fuss 6 Zoll. 

Diese vier aus dem südlichen Theile des Beckens entnom- 
menen Profile durch das obere Kohlenflótz zeigen eine grosse 
Uebereinstimmung in dem Auftreten der cinzelnen Zwischenmittel 
sowohl, als auch in der Mächtigkeit der von ihnen eingeschlossenen 
Kohlenlagen, obwohl in den ersten beiden Profilen acht solcher 
Zwisehenmittel, in den beiden letzteren bloss sieben dergleichen 
vorgefunden werden. Doch bleibt sich auch in diesen letzteren 
die Reihenfolge der Zwischenmittel von oben herab gleich und 
nur das letzte oder tiefste derselben fehlt. Dieses scheint bis an 
die äusserst, östlichen und südlichen Ränder des Beckens nicht 


d Zoll 


1 Zoll 


entwickelt, zu sein. , 
In den betrachteten vier Quersehnitten werden ferner von 


سم س س m m‏ 


In 35 


oben nach unten und zwar bis zum fünften Zwischenmittel überall ziemlich gleich mächtige 
Kohlenlagen dureh dieselben eingeschlossen, und die vorhandenen Unterschiede stehen 
ziemlich im Verhältnisse zu der etwas wechselnden und gegen Süden abnehmenden Ge- 
sammtmächtigkeit des Kohlenflótzes. — Zwischen dem fünften und achten Zwischenmittel 
findet in Anbetracht der dieselben trennenden Kohlenlagen eine etwas merklichere Ab- 
weichung statt; aber es ist dennoch die Uebereinstimmung derselben in der allgemeinen 
geringen Mächtigkeit dieser Kohlenlagen unverkennbar, wodurch der Character einer 
Gruppe von nahe übereinander folgenden Zwischenmitteln sich herausbildet, der gegen 
die Vertheilung der übrigen höher eingelagerten Zwischenmittel deutlich absticht. 

An Ort und Stelle sind die einzelnen Zwischenmittel wegen 
ihres gleichfórmigen Auftretens wohl bekannt und mit eigenen 
Localnamen belegt worden. — Diese Namen sind, wenn man 
die Reihenfolge von oben nach unten einschlägt: 

für das erste: Oberflötzchen, 

für das zweite: Firstenstein (Kamen), 

für das dritte: Mittelflótzchen (Flicka), 

für das vierte: Schrammflötz (Sramovka), 

für das fünfte bis inelusive achte: Die Sohlendecken ; 
und zwar von oben herab, die erste, zweite, dritte und vierte 
Sohlendecke, wovon auch die erste unter dem Namen Valiska be- 
kannt ist. o Au 
| Wo das Kohlenflötz in seiner ganzen Mächtigkeit erschlossen 3 
Ist, ist diese Reihenfolge überall zu treffen, und leidet die Be- 
stimmung der einzelnen Zwjschenmittel keinen Anstand. Wo nur 
em Theil des Kohlenflótzes beobachtet werden kann, könnte diese 
Bestimmung wegen der wechselnden Mächtiekeit einiger der 
Zwischenmittel Schwierigkeiten unterlicgen, wenn nicht sowohl die 
petrografisehe, wie auch der paläontologische Character ziemlich un- 
“Weifelhafte Kennzeichen darbieten würde. Schon der Umstand, dass 
der Firstenstein und die Sohlendecken, so wie auch das Ober- 
flötzehen aus bald hellerem, bald dunklerem, mehr blaugrauem, 
theilweise lettigem Thone bestehen, während Mittelflétzchen und 
Schrammflötz körnigere Textur besitzen und rauchgrau von Farbe 
Sind, ist zur baldigen Orientirung in Bezug auf die Zwischenmittel 
Senügend, besonders da, wo nicht fremde Zwischenmittel, wie 6' 2” 
solche an anderen Stellen sich einfinden, nähere )eobachtungen 


10" 


und Untersuchungen nöthig machen. pe 
^ In Hinsieht auf ihre petrografische Beschaffenheit. lassen sich 
‘tmmtliche acht bisher kennen gelernte Zwischenmittel in drei 6 


Gruppen trennen: 
Die oberen Zwischenmittel, wozu Oberflétzchen und Firsten- 
stein gehören; des 
die mittleren Zwischenmittel; Flicka und Schrammflötz ; (Fig. 6.) 
die unteren Zwischenmittel; sämmtliche Sohlendecken. 

. Ausserdem ist der paläontologische Character der einzelnen Zwischenmittel so ab- 

Weichend, dass durch diesen alle Zweifel gelöst werden, wenn andere Kennzeichen fehen 
sollten, besonders ist das Schrammflötz durch seine Färbung, Structur, und constante 
ächtigkeit überall sogleich wieder zu erkennen, und gibt einen festen Anhaltspunkt für 
die jeurtheilung anderer, allenfalls zweifelhafter Lagen ab. 
a Uebergeht man weiter in den nördlichen Theil des Bfaser Beckens, so stellen sich 
Ces WER von der bisher kennen gelernten Ordnung im oberen Kohen- 
"V. ol Querschnitt durch das Flötz im nordöstlichen Theile des Beckens zeigt folgende 

"Hehtenreihe: (Fig. 6.) 


Eh 


36 II. 


Kohle d 1,6 
Zwischenmittel (Ober Hötze hen) ipie: 
Kohle ay e Na) Gi 
Zwischenmittel (Е instenste in) vn 
FROME nat ШАУ ШТ ША d 
Neues Pe techonmittal s * 
BONS oun Ub AE RO М 
Zwischenmittel (Flicka) NN 
КОШ th "NETS See RE шы 
Zwischenmittel (Sehr ammflótz) . . ү 
Kohle Ta NEM ү BOR Aa 
Zwischenmittel (1. " Boblendec ke) x 
Kohle vi WE ae td a Sed 
Zwischenmittel (2. D рне. — 
Kohle М эк elek dem tt ` Aen 
ZWwise ене! We 3. d Нон: <4 
Kohle T ч Akt Deg cr ce: E 
Zwischenmittel (4. i Y'A 

Kohle bua "eld. амды р А 


Kohle. 24^; 


Querschnitte heraus; ausserdem erscheint 
steine und dem darunter folgenden Z 


eine besondere Aufmerksamkeit. verdient. 


Zwischenmittel (Oberfötzchen) эй 
Мое Gli 2 
Zwischenmittel (Firstenstei n). ий, 
Кае анион опот фе 


Zwischenmittel 2° 


oder Gesammtmiichtigkeit 26 Fuss 7 Zoll. 

Hier stellt sich eine merkliche Zunahme der Kohlenmächtig- 
keit zwischen den vier Sohlendecken, und eine ‚bedeutend grössere 
Stärke dieser, so wie des Firstensteins 


í 


gegen die früheren 


zwischen dem Firsten- 


wischenmittel (Flicka), 
letzterem durch eine, einen Fuss starke Kohlenlage getrennt, 
neue Gesteinschichte eingeschoben, deren 


weitere Entwick 


Оа гини И п 
Zwischenmittel (neu). un aostiaod зит. 
Корвина, ii BY 


(Fig. 7.) Zwischgnmittel,.gnen):iux ози. ‘ones 
КОШ о UNE cap h aa Е 
Zwischenmittel (Flicka) ойл НО, rage, Jg geen 
Коше 56 а cael enkt, 
Zwischenmittel (Schrammflötz) haramia ds n^. «baddies 
Kohle ТРУ ОТА Т, ойт е {ттт 
Zwischenmittel (1. Sohlendecke) . 
ЖОЙ dl «obit. wom. talag, öl lotion S of 6^ 
Zwischenmittel (2. T ) { 
l4 Ө 


Kohle { Me. moni 
Zwischenmittel (3. » ) 


Kohle. кы af] дол nh. Modd дой Ший. gobo on 
ШЕШШ, (4. " Уздан гизо. aleli tah now 
: ERS VON" MART: LTE 


Kohl u.s < 
Kohle 28° 8%; 


Gesammtmiichtigkeit 31 Fuss. 


Zwischenmittel 2° 


von 
eine 
elung 


Ein anderer Querschnitt, aus dem nordwestlichen Theile des 
Beckens entnommen, lieferte nachstehende Verhältnisse : (Fig. 


7.) 


IL. 


Endlich nördlich von dem vorhergehenden Punkte, am nord- 
nordwestlichen Rande des Beckens zeigte ein, durch das Kohlen- 
flötz in dem längere Zeit geöffnet gewesenen Johanni-Abraume ge- 
nommener Querschnitt folgende Reihe der einzelnen Lagen: 
(Fig. 8.) 


ROBIE. Jun bag: түни, NON 
Zwischenmittel (Oberflötzchen) . een 1 V 
КӨӨ Re. die, ml ea 
Ziwisoerihttteb(Enteternsteiniod Modi hc ad. и DEREK 
Kohle. . tanq AERO IG agr ош 
Zëtteg? Quen) vis пуш леон lunge gaam 
е Fun noy соф лорд nibo dant 
didi емне vou) е, ul, Loue, io инан потом 
Boios, Moyan роц gA К 
ЖӨНӨ Conjoint, pijoa: ‚эзәр qe 
BONE т Meteo FU, VY, 2677 
Жөө. (ШОШ! {зр sid pon: mie ole, "91: orga 
Buh iat, mohi Jia. gn өңүн! gue 
Zwischenmittel (Schrammflótz) . . FARBE АИИ күге 
Bone. uplegon onl stl arent, өр) p 4 
Zwischenmittel (1.Sohlendecke) . . . . . TE, IM 
Blige pbs gno ooi ise quim 
Tutte нЕ Вела а ено 6 азд ТОА го R зүр), үт 
МӨӨН рой quy Дйн 
Zwischenmittel(2:\Sohlendecke) |. :". s 7. 7s o^ 
Kollen ter болна enge 
Zwischenmittel (8. Sohlendecke) S фол . . . . . gn 
Bierg iin opis даавуу 
онен fie)" TO jun. une pater! qur ww 
ЖӨӨ!) кири нире opah, velia gp 
MISONO (шешз а аы 
Ronei ity erent мл ae 
Zwischenmittel (4. Sohlendecke) . . . . . . . . . 1 Lgo 
Hle Он аЙ Seit аар 
A mol qi oun Да, ign, o, Йа 
КОШЕ, роце разр Hore DA 

Kohle 35° 3'; Zwischenmittel 10° 2“ 


Gesammtmächtigkeit 45 Fuss 5 Zoll. 

Im nordwestlichen Theile des Bfaser Beckens nimmt daher 
nicht nur die Mächtigkeit der einzelnen Kohlenlagen, sondern auch 
jene, der früher schon bekannt gewesenen Zwischenmittel namhaft 
zu, und werden letztere durch andere neu hinzugekommene an- 
sehnlich vermehrt. Bei einer Uebersicht des letzt geschilderten 
Querschnittes fällt besonders das mächtige Sandsteinmittel auf, 
das sich zwischen der ersten und zweiten Sohlendecke vorfindet, 
und zwar derart, dass zwischen diesen und ihm nur je eine schwache 
Kohlenlage erübriget. Dieses Sandsteinmittel erreicht eine Mächtig- 
keit von 5—6 Fuss und etwas darüber und zeigt sich auf einer 
merklich ausgedehnten Strecke vorhanden. Die Beschaffenheit des 
Gesteins ist durchgehends feinkörnig, grünlichgrau und ziemlich 
fest, wodurch sich dasselbe von allen andern Zwischenmitteln 
dieses Koblenflötzes, welche stets Schieferthone sind, deutlich un- 
terscheidet. Es behält in seiner Verbreitung vorwaltend eine 
gleiche Mächtigkeit, endigt aber südlich mit einer schnell eintre- 
tenden Auskeilung, hinter wolcher sich dann die beiden ober und 
unter der Sandsteinlage unmittelbar befindlichen Kohlenschichten 


e 


-1 


| 
| 
i 
| 


38 П, 


von Af und 5 Zoll vereinigen, und eine einzige Zwischenlage von Kohle zwischen der 
ersten und zweiten Sohlendecke ausmachen. Dieses Sandsteinzwischenmittel ist sonach ein 
Findringling in das Kohlenflötz zwischen der Ablagerungsperiode der zweiten und ersten 
Sohlendecke, der sich nur über eine beschränkte Strecke, aber hier mit einer namhaften 
Mächtigkeit ablagerte, was eine in kurzer Zeit vollbrachte, intensive, aber die weitere 
Entwiekelung der Lagen des Kohlenflötzes nicht beirrende Invasion andeutet. Dass der 
Vorgang bei der Ablagerung dieses Zwischenmittels ein rascher, etwas heftiger gewesen 
sein muss, zeigen unzersetzte abgerissene Stücke von Schieferthon, die mit aller Wahr- 
scheinlichkeit nach der Beschaffenheit und Stärke derselben der zweiten Sohlendecke 
entnommen sein mochten und die mitten im Sandsteine eingeschlossen beobachtet wurden. 
Im Sandsteine selbst kommen keinerlei erkennbar erhaltene Pflanzenreste vor; einzelne 
hie und da eingeschlossene schwache Kohlenstreifen mögen die Ueberreste von mit dem 
Sande fortgerissenen und zerstörten Pflanzentheilen sein; aber auch solche sind nicht 
häufig. Grössere, unregelmässige und einzeln in den Sandstein eingehüllt gewesene 
Kohlenbrocken müssen als Bruchstücke des denselben unterlagernden | Kohlenflótzes 
betrachtet werden. 

Die übrigen im Bereiche der Sohlendecke neu hinzugekommenen Zwischenmittel 
sind sämmtlich von geringer Mächtiekeit, bestehen aus Schieferthon, und sind dem in den 
Decken herrschenden Materiale so ähnlich, dass die Entscheidung, welches von den, unter 
der dritten Sohlendecke folgenden vier Zwischenmitteln die eigentliche constante vierte 
Decke sei, einigem Zweifel unterliegt. Die Müchtigkeit der, zwischen der dritten und 
vierten Sohlendecke befindlichen Kohlenlage kann keine giltige Entscheidung liefern, weil 
eben die Kohlenlagen zwischen den Decken überall einem Wechsel in Bezug auf ihre 
Stärke unterligen, wie schon aus den früheren Profilen erhellt. Nur in Bezug auf die 
grössere Mächtigkeit kann die 3. Schieferthonlage unter der dritten Sohlendecke mit Wahr- 
scheinlichkeit für die eigentliche vierte Sohlendecke beansprucht werden. 

Von den drei, im oberen Theile des Kohlenflötzes, zwischen dem Firstenstein 
und der Flicka erscheinenden neuen Zwischenmitteln müssen die beiden oberen im Ver- 
gleiche zu den früher gelieferten Profilen als erst hier im nordwestlichen Theile des 
Beckens sich einstellend erkannt werden, während das dritte, durch seine unmittelbare 
Lage über dem Mittelflötzchen (Flicka) den bereits in zwei früheren Querschnitten (Durch- 
schnitt Fig. 6 u. 7) kennen gelernten entspricht, obwohl es sich hier von bedeutenderer 
Mächtigkeit zeigt, und von dem Mittelflötzchen durch eine etwas stärkere Kohlenlage 
getrennt ist. 

Die Identität desselben mit jenen ist übrigens in dem sogenannten Johanni- 
Abraume, dem der Querschnitt (Fig. 8) entlehnt wurde, vollkommen sicher zu stellen 
gewesen, indem an dem daselbst in ziemlicher Erstreckung aufgeschlossen gewesenen 
Kohlenflótze die allmälige Abnahme der Stärke dieses Zwischenmittels bis zu der in den 
früheren zwei Querschnitten beobachteten, ja endlich dessen gänzliche Auskeilung in süd- 
licher Richtung deutlich vor Augen lag, während gegen Norden von dem genommenen 
Querschnitte eine weitere namhafte Müchtigkeitszunahn e desselben sich zu erkennen gab. 

Dieses Zwischenmittel erhält eine für die ganze Kohlenflötzbildung bedeutende 
Wichtigkeit in seiner weiteren Verbreitung. Die so eben erwähnte Mächtigkeitszunahme 
desselben gegen Norden erreicht nämlich eine solche Grösse, dass daraus eine gänzliche 
Flótztheilung entsteht, durch die das obere Kohlenflötz des Diaser Beckens in zwei, viele 
Klafter von einander abstehende, durch Zwischenlagen von Schieferthon und Sandstein ge- 
trennte Kohlenlager zertheilt wird. 

Der Beginn dieser Flötztheilung ist im nordwestlichen Theile des Beckens er- 
schlossen worden, und zeigte eine keilförmige Erweiterung des theilenden Zwischenmittels 
von wenigen Zollen bis zu fünf Fuss in einer nicht mehr als 16 Klafter betragenden ho- 
rizontalen Entfernung der beiden Mächtigkeitsunterschiede. Von diesem Punkte in öst- 
licher und nördlicher Richtung findet man das Kohlenflötz nirgends mehr ohne Unter- 
brechung in seiner vollen Mächtigkeit, sondern in zwei mehr oder weniger weit, senkrecht 
von einander abstehende Flétze getheilt, die als oberer und unterer Koblen- 


| 
| 
| 
| 


a 


П, 39 


flötztheil bezeichnet werden. Die beginnende Trennung dieser beiden Flötztheile, 
oder die in südlicher Richtung eintretende Auskeilung des die Flötztheilung bewirkenden 
Zwischenmittels liegt in einer etwas von Nordost gegen Südwest im nördlichen Theile des 
Beckens streichenden Linie, die nur wenig nördlich yom Johaunischachte vorübergeht, 
und sich in dem, in den früher betrachteten zwei Querschnitten (6 und 7), 
einen Fuss über der Flicka erscheinenden neuen Zwischenmittel hund gibt. ‚Der erstere 
Querschnitt ist dem Bartolomei-, der zweite dem Baron Risa’schen Abraume entnommen, 
und diese beiden Bergbauobjecte bezeichnen somit die südliche Gränze der Flótztheilung 
am östlichen und westlichen Rande des Beckens, wodurch zugleich die Ausdehnung der- 
selben durch die ganze Beckenbreite, oder über die ganze Breitenausdehnung des Kollen- 
flótzes sicher gestellt ist. 

Nach der eingetretenen Trennung steigt der obere Kohlenflötztheil rascher an als der 
untere und schliesst nicht sehr weit von der Trennungslinie in nördlicher Richtung. in einer 
von Ost nach West gehenden, gegen Nord ausgebauchten Gränze ab, 
und zwar, noch vor der tiefsten Einsenkung des Vranovicer Thales. 

Der untere Flótztheil setzt, allmälig an Breitenausdehnung 
verlierend und namentlich an der westlichen Seite mehr und mehr 
vom Rande des Beekens zurücktretend, weiter gegen Norden fort, 
über die Einsenkung des Vranovicer Thales hinaus, und conform 
mit dem'Tagesterrain hinter derselben allmälig ansteigend, bis an 
die Vranovicer Steinbrüche, in denen ein Theil desselben erschlossen 
beobachtet werden kann. Im nördlichen Theile des Draser Bek- 
kens haben wir sonach zwei durch mehrere Klafter mächtige 
Gesteinslagen von einander getrennte Kohlenflötze, die unter un- 
gleichen Winkeln und zwar das obere steiler, das untere flacher 
Segen Süden einfallen und so endlich zur Vereinigung. gelangen, 
in der sie weiter die Gesammtmächtigkeit des bisher kennen ge- 
lernten oberen Kohlenflötzes bilden. Dic Mächtigkeit dieses keil- 
artigen Zwischenmittels ist gleich an dem, etwas nördlich vom 
Johannischachte angeschlagenen Schachte Nro. IV zu erkennen. 
Dieser Schacht ist von der Hängebank bis an das Kohlenflötz 
10 Klafter tief; dann wurde die Kohle 1'/, Klafter überteuft, (Vig, 9.) 
worunter wieder 6 Klaft. Gesteinsschichten folgten, ehe der zweite pis 
tiefere Kohlenflötztheil erreicht wurde, der dann eine Mächtigkeit 
von 3, 4 Klaftern besass. Diese Erscheinung der Kohlenflótzthei- 
lung durch ein allmälig so mächtig werdendes Zwischenmittel ist 
gewiss bemerkenswerth und dürfte namentlich in Revieren von 
Srösserer Ausdehnung sich wiederholen. 

i Die beiden Theile des Kohlenflótzes erleiden nun nach 
ihrer Trennung noch manche Abänderung. Kurz hinter der deutlich 
entwickelten Trennung ergab eine Messung im oberen Kohlenflötz- 
theile folgende Schichtenreihe: (Fig. 9.) 


EN y” 


PAL 


Kohle doe debo A annt Т: 
ZXischennittel (Oberfzchen) wt t. uns ао sahen Sn de 
den "lët ore naque 
4wischenmitel (Firstensteim) . . . . ipie sopore 


SC би 7 
к Kohle 13° 10^; Zwischenmittel 8° 
Gesammtmächtigkeit 14 Fuss, 6 Zoll. 

Neben der sich gleichbleibenden Anzahl und Vertheilung 
der Zwischenmittel finden wir nun eine merkliche Mächtigkeits- 
Zunahme der untersten Kohlenlage. Näher zum Ausgehenden des 
oberen Kohlenflötztheils, in weiterer nördlicher Richtung gibt ein ; 
Profil durch denselben folgende Verhältnisse : (Fig. 10.) (Fig. 10.) 


Kohlenlage 


D. 


Hope nur P tagen, Во g^ 

Zwischenmittel (Oberflötzchen) jiu dll QUE Luis N 
ORO ae log unge 

Zwischenmittel (Firstenstein) . . . . . . . , 10 
ROMEO, dynen ` "aalt Bi — 

Zwischenmittel (neu) RT Sisk, vidi ooa A oi 
Tote ad "wel өң нор 


Kohle 14° 11^; Zwischenmittel 161,“ 
oder Gesammtmächtigkeit 16 Fuss 3'/, Zoll. 


Hier findet man sonach ausser einer Zunahme der Ge- 
sammtmächtigkeit auch noch ein neues Zwischenmittel unter dem 
Firstensteine in die Kohle eingelagert. Sonst weist der obere 
Kohlenflötztheil keine weiteren bemerkenswerthen Aenderungen auf. 


Dagegen wurden deren mehrere im untern Kohlenflótz- 
theile gefunden, Am nordwestlichen Rande des Beckens ist. ‚der- 
selbe durch einen Tagbau geöffnet. Er liegt hier kaum 2 bis 3 
Klafter von meist lockerem, gelblichröthlichem Sande bedeckt. 
Schieferthone fehlen im Hangenden desselben. Die Oberfläche des 
Kohlentlötzes zeigt eine sehr unebene, gestörte Gestaltung, in deren 
Folge das erste unter dem  flótztheilenden Keile regelmässig fol- 
gende Zwischenmittel, das Mittelflötzchen (Flicka), nur noch an 
einzelnen Stellen zu treffen ist, an andern aber fehlt, Einer der 
gewöhnlichen Durchschnitte, wie man sie von dem unteren Kohlen- 
flötztheile in diesem Tagbaue erhält, liefert nachstehende Schichten- 
reihe: (Fig, 11,) 


BOW Ot un diene re 
Zwischenmittel (Schrammflitz) . . . . . RENT d 
MM hook A D, cod che * nr dem o ROG BI 
Zwischenmittel (1. Sohlendecke) . . . . 
ИИТИИ Ч 1" 
Zwischenmittel (2. Sohlendecke) . . . . . . . . . 7" 
ОЙДОН ео Hop. WAHL op og 
Zwischenmittel (3. Sohlendecke) . . . . . . . . . Bla" 
Bohlen acted bere nen eben 
Zwischenmittel (4. Sohlendecke) . . . . . ade vod 
Ob epi e Ya rer 
dviscbenmitiel (meu) 3. el. а amin doo women dMÉ 
Kohle, i rop uie ht nee mido 

Kohle 21^ 1^; Zwischenmittel 29" 
d. i. Gesammtmüchtigkeit 23 Fuss 6 Zoll. 


Die im Allgemeinen schon früher beobachtete Mächtig- 
keitszunahme des Kohlenflótzes in nordnordwestlichor Richtung, 80 
wie die stetige Vermehrung der Zwischenmittel an Zahl und 
Stärke gibt sich an diesem Querschnitte des unteren Kohlenflötz- 
theiles kund, 


Weiter gegen Osten in der Nüho der Längsaxe des Bek- 
kens gibt ein beim Schachte Nr. VI der Johannizeche entnom- 
mener Querschnitt durch den hier ebenfalls bereits allein vor- 
handenen untern Kohlenflötztheil folgende Sehichtenreihe : (Fig. 12.) 


И. 
Kohle . creat Par . . 1 Fuss -— Zoll 
Zwischenmittel (Рифа) то ten 
Kohle PS isin don oput does ser P OOV. «S boi ont 
Zwischenmittel (Sechrammfbiz) o mil alten 
Шет ee Big А yj 


Zwischenmittel (hei доно GH HIN re 


Kohle RO ERD TE Sn eee If A VINTON 6 geram 
Zwischenmittel (1. Sohlendecke) . . . . +. € 
Kohle S ATALEN EP LEI ИДИ а к 8 » 
Zwischenmittel (2. Sohlendecke) Pl a ER эре 

Kokain, dr soror жна 
Zwischenmittel (3. Sohlendecke) . . nn 
Kohle 3 V ^ é uM i Й (KÄL? . . 1 ” 8 ” 
Zwischenmittel (4. Sohlendecke) OPTI EI, og 

K 0 hle i i А $ 4 d d ` % e . 2 per ST? mn 


oder Gesammtmächtigkeit 19 Fuss 11%, Zoll. 


Endlich an einem von dem vorgehenden cirea 80 Klafter 


Kohle 18 Fuss 4 Zoll; Zwischenmittel 19*/, Zoll 


weiter nórdlich in der 


Nähe des Friedrich’s-Schachtes entnommenen Querschnitte geben sich nachstehende Ver- 


hältnisse kund: (Fig. 13.) 


2o. a Rai е» LK 

Zwischenmittel (Flicka) . . . . AGED ا‎ Lf" 
EMEN o. oma. а, Vie 

Zwischenmittel (Schrammflötz) . . . . . . +. 1,‘ 
ee A а 

REN DM. ENT at aE SE 
(000 rtp вада P od 

Zwischenmittel (1. Sohlendecke) m. . . . ылыа D — 
а Ras Gua N 

Zwischenmittel (2. Sohlendecke) . . . . . . . . 6" 
ee di 

Zwischenmittel (3.Sohlendecke) . . . . . . . . I5 
о de Li. 

Zwischenmittel (4.Sohlendecko) . . . . . . « py 
Kohle E o 


- Kohle 18° 4^; Zwischenmittel 4^ 51/,“ 
Gesammtmächtigkeit 22 Fuss 9'/, Zoll. 

Die beiden letzten Profile weisen im Allgemeinen gegen 
die mehr dem nordwestlichen Rande entnommenen sowohl die 
Zwischenmittel als auch die Kohlenlagen von geringerer Mächtig- 
keit nach. Nur die Kohlenlage zwischen dem hier die unmittel- 
bare Decke des Kohlenflötzes bildenden Keile, und zwischen dem 
Mittelflótzchen (Flícka) ist constant 1 Fuss müchtig, eben so wie 
dort, wo der trennende Keil zuerst bemerkt wird, selbst bei dem, 
in der Nähe des Friedrichsschachtes, also schon ziemlich weit von 
dem Ausgehenden des oberen Kohlenflötztheiles, entnommenen 
Querschnitte. Es deutet diess auf eine gleichmässige Entwicklung 
der Kohlenlagen in der ganzen Verbreitung des Kohlenflötzes vor 
der Ablagerung des die Trennung herbeiführenden Zwischenmittels. 


(Fig. 13.) 


Im Bereiche der Sohlendecken erscheinen ferner an den zwei letzten Profilen ausser den constan- 
ten Zwischenmitteln keine neue Einschübe, und auch die früher im nordwestlichen Theile des 
Beckens beobachteten fremden Zwischenmittel fehlen hier, sind daher schon früher ausgekeilt. 

Dagegen tritt 2 Fuss 4 Zoll unter dem Schrammflötze, in dem Profile Fig. 12, 


42 IL 


ein neues Zwischenmittel auf, das früher nirgends, selbst nicht an den die meisten 
fremden Zwischenmittel führenden Stellen des Kohlenflötzes zu bemerken war, und bei 
dem, nur wenig südlich vom Schachte Nr. VI angesehlagenen Schachte Nr. V noch fehlt. 
Es besteht diess neue Zwischenmittel aus blaugrauem, etwas zersetztem Schieferthone, der 
aber weiter nördlich allmälig fester wird. Beim Friedrichsschachte hat diess Zwischen- 
Mittel bereits eine Mächtigkeit von EN Fuss erreicht. Die durch eine fast gleich mächtige 
Kohlenschicht von dem Schrammflötze bestehende Entfernung dieser Schieferthonschicht 
lässt an der Identität derselben mit jenem früher bloss 2'/, Zoll stark beobachteten 
Zwischenmittel nicht zweifeln; zu dem lässt sich die allmälige Machtigkeitszunahme des- 
selben gegen Norden beobachten. — Diess Zwischenmittel besitzt sonach ebenfalls die 
Eigenschaft eines Keils, der flótztheilend zu werden beginnt, und die schon früher einmal 
aufgetretene Erscheinung wiederholt 

Ausserdem sehen wr hier die beiden obersten Sohlendecken in ihrer Michtigkeit 
zunehmen, und die zwischen ihnen eingeschlossene Kohlenlage von einem Fuss Stärke 
wird derartig allmälig von Schieferthonlamellen durchsetzt, dass sie die Eigenschaft von 
Kohle mehr und mehr verliert, und bergmännisch mit den beiden ersten Decken zusammen 
als eine einzige Schieferlage, sonach als ein einziges Zwischenmittel behandelt wird, 80 
dass in der Nähe des Friedrichsschachtes drei übereinander liegende, durch Zwischenmittel 
von 30 Zoll Stärke getrennte Kohlenflötze angenommen wurden, und zwar von je 1 Kl. 
Mächtigkeit, obwohl das erste oder oberste sammt Einschluss der in dasselbe fallenden 
Zwischenmittel 6 Fuss 3 Zoll, das zweite 5 Fuss 6 Zoll, das dritte 6 Fuss 1, Zoll misst. 

Die Annahme dreier Kohlenflötze fand eine Unterstützung in dem weiteren Ver- 
halten des unteren Kohlenflötztheiles bei seinem endlichen Ausgehen, — Derselbe endet 
nämlich nicht in seiner ganzen Mächtigheit, sondern absiitzig in drei Theilen, die genau 
jenen durch die stärker entwickelten Zwisehenmittel hervorgebrachten Abtheflungen ent- 
sprechen. Zuerst bildet die oberste, 6 Fuss 3 Zoll mächtige Lage ihr Ausgehendes, 
während die übrig bleibenden tieferen Theile mit einander weiter fortgehen. Dann setzt 
die mittlere Lage vou 5 Fuss 6 Zoll Mächtigkeit ab, und es setzt die unterste Lage 
von 6 Fuss mit den beiden untersten Sohlendecken allein weiter nördlich derart fort, 
dass sie allmällig an Mächtigkeit verliert, und mit nur beiläufige 3 Fuss Stärke das nörd- 
lichste Ausgehende des bisher kennen gelernten. sonst so mächtigen oberen Kohlenflötzes 
im Braser Becken bildet, das deutlich in den Vranovicer Steinbrüchen in geringer Toute 
unter der Ackerkrume beobachtet werden kann. (Fig. 14.) 


EI 


Ee. 


Cu: 


о Ah 


(Fig. 14.) 


g : 
MN YY ff If, 77 22 Li 2 
[p _ 


Eben so absützig endigen diese drei Theile des unteren Kohlenflótztheiles 
ihren westlichen Ausgehenden, so dass auch hier der unterste Theil am weitesten gegen 
West vorgeschoben erscheint. 

In nordöstlicher Richtung entsprechend der weiteren Verbreitung der Kohle nfor- 
mation gegen Heiligkreuz ist das Verhalten des Kohlenflötzes wegen Mangel an Аш 
schlüssen nicht zu beurtheilen. 

Das obere Kohlenflötz im Braser Becken kann sonach aus mehreren einzelnen 
Theilen zusammengesetzt betrachtet werden, von denen im nördlichen Theile des Beckens 
die tieferen oder älteren sich dem Rande. desselben mehr nähern, während die oberen 


П, 48 


weiter gegen das Innere des Beckens ausgehen, die sich aber sämmtlich durch allmälige 
Verschwächung und Auskeilung der sie anfangs trennenden Zwischenmittel gegen die Mitte 
des Beekens zu vereinigen und als ein gesammtes, nicht unterbrochenes Kohlenflötz in 
der weitern Verbreitung des Beckens sich darstellen. 

Nach dieser Vereinigung aber nehmen die einzelnen Kohlenlagen je weiter gegen 
Süden auch desto mehr an Mächtigkeit ab. Stellt man die Verhältnisse in Bezug auf 
die Mächtigkeit des Kohlenflötzes im Ganzen, und seiner verschiedenen Lagen im Ein- 
zelnen je nach den unterschiedlichen Punkten seiner Verbreitung zusammen, so findet 
man vom Süden gegen Norden fortschreitend folgendes in Bezug auf die Gesammtmächtig- 
keit, wobei jedoch auf das im nordnordwestlichen Theile eintretende ausserordentliche 
Sandsteinzwischenmittel (Fig. 8.) keine Rücksicht genommen wurde: 


Am südlichen Beckenrande : 90^ 6" darunter Kohle 20* Zwischenmittel — 6^ 
Am óstlichem Rande . . . 21 — d Mi l тд ў god 
Am westlichen Rande . . . 25° 4 um A T WE. o A 92/ pt 
In der Mitte zwischen beiden 

letatollónv- оло adit 09^ 3 y o24^m0 " 8" 
Am nordöstlichen Rande . . 26 7^ a » 24' — b Dow 
Am nordwestlichen Rande . 31’ — y aid @ P, iii M 
Am nordnordwestlichen Rande 39° - $ ^ Bb! wën | әз“ 


Stellt man die, in der 
Nähe des Schachtes Nr. VI 
ermittelten Profile der beiden 
nach bereits erfolgter Flötz- 
theilung getrennten Theile des 
Kohlenflötzes Fig. 10 und 12, 
mit 16 Fuss 3'/, Zoll und 19 
Fuss 11°/, als ein zusammen- 
Sehüriges Ganze dar, so er- 
folgt für das Kohlenflótz in 
Noch mehr nördlicher Lage, je- 
doch näher an der Liingsaxe 
des Beckens die Gesammt- 
ОА ОЕ: СЕ eee i Bo"! Br а g^ wl 

. Würde man aber den 
beim Friedrichsschachte gefun- 
denen Querschnitt als untern 
Kohlenflötztheil mit dem letzten 
I rofile dureh den oberen Kohlen- 
flötztheil zu einem Ganzen er- 
Sauzen, so würde sich ergeben 
aus 16 Fuss 31/, Zoll und. 22 
І uss 9 ‘ly Zoll, eine Gesammt- 
Mächtigkeit von. . . . . 39^ 1 88no38" " gongo 
Aus diesen Betrachtungen erhellt deutlich ein regelmässiges Schwinden sowohl 
der Gesammtmächtigkeit, als auch jener der einzelnen Kohlenlagen und Zwischenmittel in 
der Richtung von Nord nach Süd, oder genauer von Nordwest gegen Südost. 
Dieses Schwinden zeigt ein Verhältniss: 


In Bezug auf die Gesammtmächtigkeit wie die Zahlen . . . . . . . . 190:100 
= Bezug auf die Kohlenlagen allein für sich wie die Zahlen ET inre OO 
n Bezug auf die Zwischenmittel allein für sich wie die Zahlen . . . . 1166:100 


Das auffallendste Verhältniss bietet diesem nach die Zunahme der Zwischenmittel in 
der nördlichen Ausdehnung des Kohlenflötzes dar. An dieser Zunahme haben das Ober- 


44 II. 


flötzchen, das Mittelflötzchen (Flicka) und das Schrammflötz gar keinen Antheil; denn 
diese behalten ihre Stürke mit unbedeutenden Sehwnakungen durch die ganze Verbreitung 
des Kohlenflótzes ungeündert bei. Diese sind sonach unter den constanten Zwischen- 
mitteln auch unveränderlich. Alle übrigen Zwischenmittel nehmen in nordwestlicher 
Richtung an Mächtigkeit merklich und gleichmässig zu; diese sind sonach veränderlich ; 
doch ist nicht dieser Zunahme allein, sondern eben so den im nordwestlichen Theile hinzu- 
tretenden neuen, sich nicht weiter südlich und östlich verbreitenden Zwischenmitteln das 
überwiegende Verhältniss in der Zunahme der Masse der Zwischenmittel gegen Nordwest 
zuzuschreiben. Mit diesen zeigen die sonst constanten aber veründerlichen Zwischen- 
mittel ein analoges Verhalten, nur mit dem Unterschiede, dass die letzteren weiter gegen 
Süden hinausgeschoben sind und das ganze Kohlenflötz durchsetzen, mit geringer Aus- 
nahme in den Sohlendecken, die wie die Querschnitte im südlichen Beckentheile gezeigt 
haben, nicht in ihrer Gesammtheit bis an den Rand dieses Beckentheiles vorgedrungen 
zu sein scheinen. 

Ueberblickt man weiter das Kohlenflötz in Bezug auf die Entwickelung des oberen 
und unteren Kohlenflötztheiles, so ergibt sich da, wo diese Theilung bereits vollkommen 
entwickelt ist: 
die Mächtigkeit des oberen Flötztheiles mit . . . . Lë Fuss Alt Zoll 
die Michtigkeit der unteren Flötztheiles mit . . . i gibati .19 , LU 5 


An allen Punkten, wo der trennende Keil, wenn auch nur als ganz schwache 
Schieferthonlage noch kenntlich ist, kann über die Mächtigkeit der dem unteren, und 
jener dem oberen Kohlenflótztheile entsprechenden Kohlenlage kein Zweifel obwalten. Dort 
aber, wo der Keil nicht mehr  hinreicht, muss man annehmen, dass der untere 
Flötztheil ausser allen Kohlenlagen von unten bis zum Mittelflótzehen auch noch eine über 
diesem Zwischenmittel befindliche Kohlenlage von 12 Zoll Müchtigkeit umfasse, weil die 
Entfernung des trennenden Keils fast überall durch eine gleich starke Kohlenlage sich von 
dem Mittelflótzchen entfernt zeigt. 

Bei dieser Voraussetzung ergibt sich in der ganzen Verbreitung des oberen Kohlen- 
flötzes folgendes Verhältniss zwischen den dem oberen und unteren Kohlenflótztheile zu- 
gehórigen Partien: jeg 


Unterer Kohlenflötz- | Oberer Kohlenflótz-| Verhältniss der 
theil. Mächtigkeits- | theil. Mächtigkeits- | Mächtigkeitdesunte- 
i ren Kohlenflötztheils 


| Verhilt- Verhilt- | zu jener des oberen 
Grösse | . Grósse “| Kohlenflötztheils 
| ШЕ ШЕЕ | 
Am südlichen Rande des Beckens igo" Q^ 1 | 8 — 1 1,56 : 1 
Am östlichen Rande des Beckens | 12° 2" 0,97 8! ah OL 1,1 1,38 : 1 
Am westlichen Rande des Beckens 14 1" | 1,12 a A NAI "A 1,4 1,24 5 4 
In der Mitte zwischen beiden letz- 
ЖИЙ oa LOU. E УД" 1,23 T0 LN 1,26 T2 5 А 
Am nordöstlich. Rande des Beckens DE, A 1,39 9 9x 1,14 1,90 : 1 
Am nordwestl. Rande des Beckens VN og 1,40 "Ir 18% 6" 1,68 1,299 


In der Mitte des nördlichen Becken- 
theils da, wo die Flötztheilung 
bereits eingetreten ist . . . . | 19 119" 1,59 10 84” 2,03 Eze: 1 

Ingleichen mit Berücksichtigung 
des unteren Kohlenflötztheiles 
beim ‚Friedrichsschachte:... . . | 22' 94" 1,82 16^. 34"! 2,03 1,89}: 1 

Im nordnordwestlichen Theile des 
Beckens, jedoch mit Ausschluss 
des abnormen Sandsteinzwischen- | 
Mita N 17S dank ee | 14, 1j" 1,68 | 1,75 31 


Das Verhältniss der Mächtigkeit zwischen dem oberen und unterem Kohlenflötz- 
" " » " A " " uas 
theile schwankt sonach in der ganzen Verbreitung des Kohlenflótzes in gewissen Gr 


üpzen, 


П. 45 


die keineswegs irgend cine vorwaltend entwickelte Zunahme oder Schwindung in einer 
bestimmten Richtung erkennen lassen. 

Dagegen liefern die Mächtigkeitsverhältnisse der beiden Theile, je einzeln be- 
trachtet, die Ueberzeugung, dass jeder derselben für sich, eben so wie das Gesammtflótz, 
in der Richtung von Süd nach Nord eine bedeutende Müchtigkeitsvermehrung erfahre, die 
in dem untern Kohlenflótztheile von 1 bis 1,98, in dem obern von 1 bis 2,08 steigt; 
in beiden Flötztheilen zeigt sich die Mächtigkeit im nördlichen Beckentheile fast doppelt 
50 gross als im südlichen. 

Da nun, wie aus dem früheren bekannt ist, das Kohlenflótz im Allgemeinen ein 
Verflächen von Süd nach Nord besitzt, hier aber sowohl die Total-Mächtigkeit, als auch 
die der einzelnen Lagen und Zwischenmittel des Kohlenflötzes bedeutend grösser sich 
herausstellt als dort, auch die Anzahl der letzteren in Zunahme begriffen ist, so lässt sich 
als Resultat dieser Beobachtungen der Satz aufstellen: 

Die Kohlenlagen des oberen Kohlenflótzes im Вѓаѕег Becken nehmen im Ver- 
flächen desselben an Mächtigkeit, die Zwischenmittel ausser an der Miichtigkeit auch an 
Anzahl zu. 

Die Mächtiekeitszunahme der Kohlenlagen in dem nördlichen Theile des Kohlen- 
flötzes scheint ihren Grund in einer grossen Anzahl sich zwischen die Kohlenschichten 
eindrängender schwacher Schieferthonlagen, die einer Messung nicht unterzogen werden 
können, zu haben. Wegen ihrer dunklen Farbe bei brandschieferartiger Beschaffenheit 
lassen sieh diese Zwischenlagen nur bei sorgfältiger Beobachtung erkennen ; sie geben sich 
aber deutlich in dem allgemeinen grösseren Anschengehalte kund, den die Kohlen aus 
diesem Theile des Beckens liefern. Die Vermehrung der Kohlenflötzmächtigkeit daselbst 
kann daher grossentheils solchen. Einflüssen zugeschrieben. werden, welche thonige Nieder- 
schläge in rascher auf einander folgenden Perioden zu erzeugen geeignet waren. 

Ein Wechsel in Bezug auf Reinheit und Aschengehalt der Kohlenlager findet 
aber auch in der verticalen Ausdehnung des Kohlenflötzes statt. Die Kohlenlagen sind 
nämlich nirgends durch die ganze Mächtigkeit des Flötzes von gleicher Güte. In der 
Regel sind überall die der First und der Sohle des Kohlenflötzes zunächst liegenden Schichten 
Unreiner und von geringerer Güte als jene in der Mitte des Flötzes befindlichen. Die 
obersten Lagen namentlich werden allmälig gegen ihr Ende sichtlich mehr und mehr von 
schwachen Thonschichten durchsetzt, welche die Kohle mehr und mehr zurückdrängen, 
und so gewissermassen einen Uebergang aus dem Kohlenflötze in die Hangendschieferthone 
einleiten. Deshalb finden auch die obersten Lagen des Kohlenflötzes selten eine techni- 
sche Verwendung, ja werden selbst auf die Halden als unbrauchbar gestürzt. Die dann 
his zum Firstenstein folgenden Kohlenschichten wechseln in ihrer Beschaffenheit, erweisen 
sich aber im Durehschnitte von geringerer Reinheit. Unter dem Firstenstein ist die Kohle 
namentlich im nordwestlichen Theile des Beckens, 6 bis 10 Zoll herab, wieder häufig von 
schwachen Schieferthonlagen durchzogen, welche eine Wiederholung der an der First der 
Kohle beobachteten Erscheinung eines Ueberganges der Kohle in Gestein darbieten. 

Die dann weiter hinabfolgenden Schichten bis zu den Sohlendecken liefern in 
der Regel und überall die reinste Kohle des Bfaser oberen Kohlenflötzes, in selbst aus- 
Sezeichneter, meist sehr aschenarmer Qualität. 

Im Bereiche der Sohlendeeken beginnt wieder die Deschaffenheit der Kohle 
merklich zû wechseln und vorwaltend unreiner, aschenreicher zu werden. Am meisten 
verschlechtern sich die tieferen Lagen zwischen der 3, und 4. Sohlendecke. Im grossen 
Durchsehnitte liefert sonach das obere Kohlenflötz nur in seinen mittleren Bänken vom 
V'irstenstein bis zu den Sohlendeeken ein ausgezeichnetes Brennmateriale, während sowohl 
die über ersteren liegenden, als die im Bereiche der letzteren abgelagerten Kohlenschichten 
em minder gutes, selbst unbrauchbares Materiale enthalten. 

Unmittelbar unter dem Schrammflötze findet sich eine 12 — 14 Zoll starke Lage einer 
Weniger guten Kohle vor, die häufig an den Klüften mit Eisenoxydhydrat überzogen und dadurch 
Selbbraun gefleckt erscheint. Sie ist unter dem Loealnamen Židovka bekannt. (Diese 
Age Kohle wurde früher im Bergbaubetriebe ihrer milderen, weniger guten Beschaffenheit 


46 II. 


wegen zum Schrümmen benützt, woher dem unmittelbar über ihr liegenden Zwischenmittel 
der Name Schrammflötz ertheilt wurde.) Ferner kommt im unteren Theile des Flótzes 
unter der letzten Decke eine bis 12 und 15 Zoll mächtige Lage einer Kohle vor, die sich 
durch. den Mangel der allen anderen Kohlenlagen eigenen Schiehtung auszeichnet, eine 
mehr compacte Masse mit muschligem Bruch und mit mehr brauner Farbe und eben 
solchem Striche darstellt und leicht entzündbar ist. Diese Schichte wird im Bfaser Becken 
dort, wo sie eine merkliche Müchtigkeit besitzt, mit dem Localnamen Horläk be- 
zeichnet. Gleich unter ihr folgt eine andere Kohlenlage, welche nur wenige Zolle misst, 
und aus einer Menge dünner fester Blittchen besteht, wesshalb sie Blätterkohle genannt 
wird. Die einzelnen Blättchen lassen sich leicht von einander lösen, trennen sich da, wo 
das Flótz der atmosfärischen Einwirkung ausgesetzt ist, grossentheils selbst, und zeiehnen 
sich durch zahlreiche Abdrücke von Kalamiten aus, die jedoch meist undeutlich und un- 
vollkommen erhalten sind. Diese Kohlenlage bildet die tiefste Schicht des oberen Kohlen- 
Hótzes, und kann am Ausgehenden desselben in den Vranovicer Steinbrüchen noch be- 
obachtet werden. 


Die Kohle im ganzen Flótze ist cine sogenannte Schieferkohle, in der dünne 
Lagen von schwarzer Farbe, mit reinem Fettglanze und muschligem Bruche nicht selten 
von pechartigem Ansehen, mit solchen ebenfalls dünnen Lagen abwechseln, die matt im 
Bruche und mehr schwarzbraun gefärbt sind und immer wieder schiefrig sich spalten 
lassen, während erstere senkrecht auf ihre Lagerflächen brechen. In technischer Beziehung 
erweist sich die Kohle als eine gute Flammkohle, durchaus aber ohne Fähigkeit zu 
backen oder zu sintern; nur bei einzelnen pechartigen Lagen, die sorgfältig aus der Masse 
ausgelöst wurden, ist es geglückt, im Tiegel ein Backen zu erzielen. Den Kohlenschiehten 
ist überdiess die als Anthraeit bekannte Faserkohle in einzelnen Partien und Nestern, 
so wie auch häufig in ganzen bis 1 und 19% Zoll starken Lagen beigesellt. Der Anthracit 
führt häufig Eisenkies in kleinen Gruppen, in weiter ausgedehnten Platten, und theils in 
Krystallen ausgebildet, theils nur kórnig zusammengesetzt mit sich. Hie und da sind 
die einzelnen Faserbündel davon selbst in Eisenkies verwandelt, wo dann dünne Fasern 
von Eisenkies mit solchen von Kohle dicht neben und durch einander liegen. Die 
Faserkohle findet man häufig auch pfauenschweifartig angelaufen. 


Nahe den Rändern ist die Kohle oft in einer Art Zersetzung begriffen, die sich 
jedoch selten über die ganze Müchtigkeit des Flötzes verbreitet und zumeist auf die 
höheren Lagen des Flötzes beschränkt ist. In dieser Zersetzung besteht die Kohle aus 
wenig zusammenhängenden Schichten, ist grösstentheils mulmig, fast erdartig und hat den 
grössten Theil der Heizkraft eingebüsst. 


An fremdartigen Beimengungen findet man in der Kohle ausser dem der Faser- 
kohle verwachsenen Eisenkiese auch meist dünne Blättchen davon als Ueberzug auf 
Klüften, in Gemeinschaft mit ebenso so dünnen Blättehen von Gyps und Kaolin, Ferner sind 
die Wände des Kohlenflötzes, wo es entblósst ist, mit sehwefelsaurem Eisenoxydule in 
grünen, traubenförmigen Gestalten hie und da überzogen gefunden worden, und stellen- 
weise sind einzelne Gruppen kleiner Gypskrystalle ausgebildet, beides als Producte neuester 
Entstehung. Endlich kommt in der Kohle in kleinen unbedeutenden Partien eine braune 
bis dunkel hyazinthrothe kórnige Substanz vor, die in kleinen Splittern durchseheinend 
und ziemlich weich ist, einen röthlich braunen Strich hat und harzartiges Aussehen besitzt 
Sie dürfte mit aller Wahrscheinlichkeit den auch auf anderen Steinkohlen in Böhmen 
erkannten Anthrakoxen zugehören. 


Das unter dem nun betrachteten oberen Kohlenflötze folgende, von diesem durch 
die Schleifsteinschiefer getrennte zweite, untere Kohlenflötz, ist im Braser Becken eben- 
falls dureh bergmännische Arbeiten an mehreren Stellen erschlossen worden, und hiedurch 
eine Beobachtung der näheren Verhältnisse desselben gestattet. Von Nord ausgehend 
finden wir dasselbe unter den Vianovicer Steinbrüchen sicher gestellt und bis an die 
äusserste nordwestliche Grünze des Beckens bei Vranovic verbreitet, wo es allein durch 


IT. 


47 


den Egidi-Schacht erschlossen ist. *) Es ist ferner weiter im westlichen Theile des Bek- 


kens, eben so im nordöstlichen Theile, stets bis nahe an 


die Ränder davon vorhanden, 


und kann auch noch in der Mitte des Beckens beim Mathildenschachte beobachtet werden. 
Die Mächtigkeit dieses unteren Kohlenflötzes finden wir in seiner nórdlichsten 

Verbreitung mit beinahe 2 Klaftern, bis 2 Klafter 18 Zoll; weiter südlich in der Nähe 

Kohle 


gute, mittl,, schlechte, 


des. Johanni-Schachtes mit 1 Klafter 5 Fuss 6 Zoll; 
im nordöstlichen Theile des Beckens wurde in der Nähe 
des Dartolomei-Schachtes dieses Flótz mit 1 Klft. 5 Fuss 
2 Zoll überfahren; nahe am Ausgehenden daselbst nur 
noch mit 4 Fuss 2 Zoll; in der Mitte des Beckens 
mit fast 2 Klaftern, 

Wenn man aber noch weiter gegen Süd und 
Ost, vordringt, so chwinden die einzelnen Kohlenlagen 
dieses Flötzes immer mehr, dieselben setzen nach und 
nach ab, und nur einzelne, immer wenigere, gehen 
dann vereinzelt zwischen Schieferthonen noch weiter 
fort, so dass endlich die Eigenschaft, eines eigentlichen 
Kohlenflötzes verloren geht, und dieses über die durch 
Чеп Mathildenschacht beiläufig bezeichnete Grünze 
hinaus nicht mehr als solches verbreitet erscheint. 
Das zweite Kohlenflötz im Braser Decken ist sonach 
in der Richtung gegen Süden weniger weit entwickelt 
als das erste obere, obwohl dessen Hangendgesteine, 
die Sehleifsteinsehiefer, unzweifelhaft bis in die süd- 
lichsten Theile des Beckens sich erstrecken. 

Die Beschaffenheit dieses unteren Fötzes ist 
80 verschieden von jener des oberen, dass dasselbe 
überall, auch ohne die leitenden Hangendgesteine ohne 
Schwierigkeit als solches erkannt werden kann. Es 
fehlen demselben zuerst alle in. so bestimmten und 
sich ziemlich gleich bleibenden Abständen eingelagerten 
und durch ihre Gesteinsbeschaffenheit und theilweise 
constante Mächtigkeit characterisirten Zwischenmittel. 
Dagegen ist das Flötz von einer Unzahl, nahe und regellos 
auf einander folgender Lagen von Brandschiefer und 
Schieferthon durchsetzt, so, dass im ganzen Flötze nur 
selten eine stärkere Schicht reiner Kohle angetroffen 
wird. Es entsteht daraus ein eigenthümliches Gemenge 
von Kohle und Sehiefern in dünnen Streifen, das local 
von den Bergarbeitern mit dem Ausdrucke Kanafas 
bezeichnet wird. Diese Benennung wird überhaupt auf 
Jede stark mit Brandschieferschichten durchsetzte Kohle 
angewendet. Auch die zu wahren Zwischenmitteln 
usgebildeten Lettenstreifen sind ziemlich häufig und 
dabei oft so nahe an einander gerückt, dass sie auch 
ohne besondere Müchtigkeit der einzelnen derselben 
die Kohle auf eine für ihre Verwendung sehr nach- 
theilige Weise unterbrechen. Aber die horizontale 
erbreitung dieser Zwischenmittel ist cine. ungleiche, 


/wischenmittel 


——— 
19 
ki 
А " 6 
7 
9 
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5 
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ii: oat Soo _ 12 
dance РОН АШ, ДЖ 
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3 
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7 E. 
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3 
en a E 
8 
mami er 
ы. pill ie + 
% 


(Fig. 15.) 


ka 7 
708,75 40,5 505 


50 dass selbst nicht zu weit entfernte Querschnitte durch dieses untere Flötz ganz un- 
ähnliche Bilder liefern. . Nach den Aufschlüssen, die auf diesem Flótze an verschiedenen 


*) Nach dem Egidi-Schachte wird das untere Kohlenflötz in diesem nordnordwestlichsten 
Theile des Вѓаѕег Beckens in der unmittelbaren Nähe von Vranovic das Egidiflótz benannt. 


Т ne rannte aai nai u a am 


| 
| 48 IT. 
li 

| 


Stellen gemacht sind, unterliegt es keinem Zweifel, dass die Menge der in denselben vor- | 
kommenden Brandschiefer und Thon-Schichten im nördlichen und nordwestlichen Theile | 
I des Beckens weit geringer ist als südlich und östlich, dass sonach der Antheil an reiner | 
ii Kohle in diesem Flötze gegen Süden und Osten eine Abnahme und Verschlechterung 

N erleidet, die endlich so weit geht, dass man kein Kohlenflötz, sondern nur eine Partie 

i von Sceferthonen mit einzelnen Kohlenschnürchen und Brandschieferlagen vor sich hat. 

IN Die an einzelnen Punkten dieses Kohlenflötzes erhobenen genauen Betrach- 

| tungen werden diess Abnahmsverhältniss der Kohlenlagen in der angegebenen Richtung 

| klarer darstellen. 


| | : Kohle Der nordwestlichste Durchschnitt dureh dieses 
| Zwischenmittel gute, mitti, schlechte, 


| Flötz liefert nämlich eine Gesammtmächtigkeit von 
ОООО 229 Decimalzollen, worunter: (Fig. 15.) 

291/,“ Zwischenmittel (32 an der Zahl) . 12,8 pet. 
108*/, reine Kohle (in 16 Lagen) . . . 47,5 » 
40 '/,“ mittelgute Kohle (im 8 Lagen) .' 717,8 ", 
28 50, Brandschieferiagen . '. . . . . 91,9 , 
ES: Kin weiter südlich davon in der Nähe des 
===]  Johannischachtes entnommener Querschnitt lieferte eine 
Flötzmächtigkeit von 1981, Decimalzollen; darunter 
(Fig. 16.) 
- | 29 Zoll Zwischenmittel (23 an der Zahl) . 15 pet. 
2 75!/|,, reine Kohle (in 12 Lagen). . . 39,1 e 
43 „ mittelgute Kohle (in 6 Lagen). . 22,2 y 
46°. „ Brandochiororiagen. u. en na ae 

Ein im nordöstlichen Theile entnommener 
19 | Querschnitt ergab eine Gesammtmüchtigkeit von 187 
| Zollen Decimalmass und zwar: (Fig. 17.) 
pum 59 Zoll Zwischenmittel (in 21 Lagen) . . 31,5 » 
ИЕА D 58!/ „ reine Kohle (in 11 Lagen) . . 28,7 
vom 3 — 11°/, „ mittelgute Kohle (in 3 Lagen) . 6,9 » 
Seer ig 027,.. оС fs . $229 V 
5 Endlich am nordöstlichen Rande des Beckens 
ist die ganze Mächtigkeit des Flötzes nahe an seinem 
Ausgehenden nur noch 79?/, Decimalzolle gefunden 
14,5 worden, worunter: (Fig. 18.) 
3)  15*/ Zoll Zwischenmittel (in 5 Lagen) . 19,8 pet. 
4 341/, „ reine Kohle (in 5 Lagen) . . 43,9 » 
291/, e Ми > ae re OZ E 

Der Antheil an tauben Mitteln, der nach den 
16 gegebenen Profilen gegen Süden zunimmt, wird endlich 
e weiter südlich, in der Nähe des Mathildenschachtes 8° 
überwiegend, dass die eigentliche Kohle bis zu einem 
unbedeutenden Procente zurücktritt. 
8 Wir finden sonach an diesem unterem Flótze 
HE que а 10 eine Erscheinung, die der bereits am oberen Kohlen- 

(Fig. 16.) flötze kennen gelernten Verschlechterung durch das 

{| Eintreten von neuen Zwischenmitteln und durch das allmälige Zunehmen derselben an | 
4 Mächtigkeit, so wie durch die Ueberhandnahme von Brandschieferlagen an einer Seite des 
Beckens analog ist, nur mit dem Unterschiede, dass bei dem oberen Flötze die Ver- 


Ze 


10 


H f * A : IM: : ialiehen 

a schlechterung im nördlichen Theile des Beckens, bei dem unteren Flötze im en” 

| Theile eintritt und dass dieselbe bei dem letzteren Flötze zu einer weiter fortgeschrit 
А tenen Entwickelung gelangt ist. 


fi " D . DH " ` . . X»hichten 
Die Beschaffenheit der Kohle in diesem zweiten Flötze ist in jenen Бес 
: ` . „ " a к 8 

| welche eine reine Kohle darbieten, ganz jener aus dem oberen Kohlenflötze ähnlich. — 4 


IT. 49 


Kohle ist eben eine Ў Kohle 


Awischenmittel gute, mitt, schlechte. Gohjeferkohle mit Awischenmittel gute, mittl,, schlechte. 


"TT, abweenbsaeloden ат 
SE 1-1-4 5 gen von pechför- 
h miger und von 
schiefriger Beschaf- 
—/02| fenheit, ‚denen. im 
nV f Ganzen die Eigen- 
schaft im Feuer zu 
backen. oder ` zu 
T Binet... DES DOA, as geo emm уд 
12.25 Durch die zahl- 
reichen beigemeng- 73,5 
— 185) ten Schichten von 
Brandschiefer und 
die bei der Ge- 
4  winnung nicht aus- 
zuhaltenden Let- 
tenstreifen wird das 
Kohlenflótz ein im 
allgemeinen wenig 
brauchbares und 
daher vom Berg- 


FAYE baue an den meisten 
20). UU Stellen „gar. ШО 
LR ZA ..— berücksichtigt. Nur 


gegen den nord- 
3,15 westlichen Rand zu, 
also im nördlichsten 
Theile des Beckens, 
wo das Procentver- 

| hältniss der Kohlen- 
MEI 14 sehichteneingünsti- 
175 69/76 geres ist, ist auch 


21 


53,75 
(Pigr117.) der Bergbau aufdie- 


sem  Flótze eingeleitet; doch wird immer ein Pro- 
duct minderer Qualität gewonnen. 

Unter dem unteren Kohlenflötze sind, wie er- 
wähnt, nur noch wenige zur flötzleeren Gruppe gehó- 
"ge Schichten in geringer Mächtigkeit entwickelt, die 
unmittelbar auf silurisehen Thonschiefer ruhen. Es 
Ist dies Verhältniss deutlich beim Mathildenschachte 3 
zu sehen; dieser ist 48,1 Klafter tief und da unter (Fig. 18.) 
der Sohle dieses Schachtes nur noch wenige zur Kohlenformation gehörige Schichten 
liegen, so kann man die grösste Mächtigkeit der gesammten Kohlenformation im  Braser 
Becken mit beiliufig 50 Klaftern schützen. Wohl wird diese Mächtigkeit nur an wenigen 
Punkten noch erreicht, obwohl die eigentliche grösste Teufe der Kohlenflótze mehr in den 
nördlichen Theil des Beckens fällt; dies aus dem Grunde, weil die Taggegend über 
dem Mathildenschachte die höchste Ansteigung besitzt, und von hier gegen Nord und 
Süd, wie früher gezeigt wurde, wieder abfällt. 


wo ECH 


b) Die Kohlenlager im Néméovicer Becken. 
In dem östlichsten der Vranovicer Steinbrüche sieht man die sonst gegen Süd 


flach geneigten Schichten der Steinkohlenformation etwas gegen Osten einfallen. Ueber 
4 


50 UL, 


diese Gränze hinaus ist die Fortsetzung der Kohlenflötze bisher weder durch Bergbaue 
noch durch Ausgehende sicher gestellt, und hierher fällt die Begränzung zwischen dem 
Néméovicer und Braser Becken. | Erst nördlich von Heiligkreuz in der nächsten Um- 
gebung von Dvoree (vor Néméovie) ist durch Bergbauversuche ein Aufschluss von Kohle 
erzielt worden. Es wurde hier von oben herab zuerst der lockere Moltyfsandstein in einer 
Mächtigkeit von 6— 7 Klaftern überteuft, worauf dann graue Schieferthone erreicht wur- 
den. Unter diesen Schiefern wurde ziemlich nahe am westlichen Rande des Beckens 
bei Dvoree ein Kohlenflötz von beiläufig 8 Fuss Mächtigkeit erschlossen. Die Mächtigkeit 
dieses Kohlenflötzes vertheilt sich folgend: 


Kohle! . , .. ee. . Tou. 72 as 

dE Eengel, Oque WB hot PM RR He M imis. Xeon nd orn Zoll 
Kohle . -O gem у. Me? Attys Zoll 

ОШОО d e a ay cdes 24 — 4 y 
срео mil éingesprengter Коше ННСА» na TL PUES 5, 
Kohle mit Brandschiefern . . . ДАТАН, y, 


Kohlenlagen 6 Fuss 2 Zoll. Schieferthon 1 Fuss 11 Zoll; 
Gesammtmächtigkeit 8 Fuss 1 Zoll. 

Die Kohlenlagen sind sehr häufig mit Brandschieferschichten durchsetzt; na- 
mentlich ist aber die letzte Lage vorwaltend Brandschiefer und dadurch für eine Ver- 
wendung als Brennstoff nicht geeignet, so dass der Abbau auch in der That ausschliess- 
lich nur auf die oberen 4 Fuss 2 Zoll Kohle eingeleitet, und auf die tiefere Lage keine 
Rücksicht genommen wurde. Die oberste Kohlenlage wechselt mit schwachen Schiefer- 
thonschichten ab, die allmälig stärker werden, bis sie das Uebergewicht erhalten und als 
ausschliessliches Hangendgestein erscheinen. Man kann dies Kohlenflötz nach der Be- 
schaffenheit der beiden 4 Zoll starken Zwischenmittel und der Schieferthonlage mit einge- 
sprengter Kohle von 1 Fuss 3 Zoll Mächtigkeit nur dem untersten, durch die 4 Sohlen- 
decken durchsetzten Theile des oberen Kohlenflötzes im Braser Becken anreihen. Dafür 
spricht die Beschaffenheit der Kohle, die sich in diesem Flötztheile immer geringer heraus- 
stellt und die Anordnung der Zwischenmittel selbst, wovon die unteren zwei wohl iu 
der 1 Fuss 3 Zoll starken Schieferthonlage mit Kohle aufgegangen sein können. 

Es ist sonach nicht unmöglich, dass der bei den Vranovicer Steinbrüchen sich 
vorfindende unterste Theil des oberen Kohlenflötzes in einem schmalen Streifen sich 
über Heiligkreuz bis in die Gegend von Dvoree verbreitet, wo er sein eigentliches Aus- 
gehende bildet. Es ist dies Ausgehende wenigstens in dem bei Dvorec beginnenden 
Wasserrisse und zwar an dessen rechtem Gehänge kenntlich, ohne dass er an das 
linke Gehänge übergeht und ohne dass Schurfversuche hinter diesem Wasserrisse in der 
Umgebung von Néméovic weiter eine Spur eines Kohlenflötzes nachgewiesen hätten. 

Der bei Dvorec eingeleitete Bergbau gründet sich "auf einem Fund aus der 
neuesten Zeit. Das daselbst angefahrene Kohlenflötz verflücht gegen Südost,  Vielfache 
f KR 


iher unternommene Schurfversuche in dem Terrain zwischen Radnic, Heiligkreuz und 
Néméovie sind ohne Erfolg geblieben. Aus dieser Zeit besteht in beiläufg 150 Klafter 
östlicher Entfernung von dem Dvorecer Bergbaue ein Schurfschacht, weleher mit 10 Klaftern 
Теше nach Durchsinkung von Moltyrsandsteinen und Schieferthonen ` eine ziemlich 
mächtige Lage von einem, sehr häufig mit Kohlensehnürehen und Brandschiefern durch- 
setzten Schieferthon erreichte. Auf der Halde des nun nieht mehr fahrbaren Schachtes ist 
die Beschaffenheit der zu Tage geförderten Gesteine und Kohlenschichten noch genü- 
gend deutlich erhalten und zeigen letztere die im überwiegenden Verhältnisse 01 
kommenden Brandschieferschichten. Unter den Gesteinstrümmern kommen hellgefärbte etwas 
sandige Schiefer vor, die deutliche Bruchstücke von Schleifsteinschiefern enthalten, also 
ein Gestein, das dem zwischen dem oberen und unteren Kohlenflötze liegenden Schichten- 
complexe angehört. Hieraus folgt mit Sicherheit, dass auch im Néméovicer Becken 
die untere Kohlenflötzgruppe vertreten sei. 

Die in dem besagten Schachte durchsunkene, mit Brandschiefern und Kohlen- 


T. 51 


schichten durchsetzte Schieferthonlage wurde auf eine längere Strecke dem Streichen nach 
bergmünniseh untersucht und da eine Zunahme der Kohlenschichten und eine Besserung 
der Qualität nicht erfolgte, als unbauwürdig verlassen. In dem bei Dvoree erschlossenen 
Kohlenflötze zeichnet sich namentlich in der zweiten Kohlenbank von 2 Fuss 2 Zoll 
Mächtiekeit eine Lage von 12 Zoll durch eine geringere Verunreinigung mit Brand- 
schieferschichten aus, und es ist bemerkenswerth, dass auch hier, in dem 5 Schurfschachte 
zwischen den Brandschiefern sich eine cirea 12 Zoll mächtige Lage dadurch auszeichnete, 
dass besonders in ihr reine Kohlenschichtehen mehr zusammengedrängt vorgekommen sind. 

Weiter südlich vom Dvorecer Schachte, beiläufg an 100 Klaftern, ist ein an- 
derer Schacht abgeteuft worden, der ebenfalls nicht weit vom westlichen Rande des Bek- 
kens steht und in beiläufie 19 Klaftern Teufe dasselbe Kohlenflótz wie bei Dvorec er- 
schloss; doch zeigte sich dasselbe namentlich gegen sein südöstliches Verflächen zwar 
mächtiger, jedoch auch mehr durch Br: indschiefer verunreinigt, sonach mehr von Kohle zu 
Se 'hiefergestein übergehend. Weiter im Südosten unternommene Versuche zur Erforschung 
der Ablagerung ergaben endlich, dass dort, wo beiläufig nach der Abdachung der Ober- 
fläche und nach Ln Einfallen des bei Dvoree erschlossenen Kohlenlagers, dieses hätte 
angefahren werden sollen, zwar eine Reihe von Schieferthonen, mit Spuren und einzelnen 
Schichtchen von Kohle, aber kein Kohlenflötz erreicht worden ist. 

Das Gebirge wurde an dieser Stelle mittelst einer Bohrung in weitere Tiefe un- 
tersucht, bei welcher folgende Schichtenfolge beobachtet worden sein soll, 


1. Lehmlage mit grobem Kies gemengt . . . . 8 Klik 
2. Grauer Sand mit Kiesgerölle und Kaolin. . . I, 
Schachtabteufung 3. Grauer Sand mit feinem Gerölle und Kaolin. . 2 m 
4. Gelbliehe Sandlage . . TTT . 5». 2s 
5. Graue milde Schieferthone, unten mit wenig 
Kohlensparen ИНО os Ve D 
6. Milde Schiefer . . ya И о. n 
7. Feinkörnige £ Sandsteinschichten К ыл И о 
8. Sthieferthon mit" Kohlenspuren а » 
9, Gelblicher sandiger Schieferthon enh E 
Bohrung. . 10. Gelber milder Sandstein T PEUT EE 
e 11. Dunkler fester Schieferthon . . . d Ел о ty 
12. Grauer grobkörniger Sandstein und Gerülle aie iege nt sage 
13. Grauer fester Schieferthon LT lm bh cato КДУ NR 
THEO CIO ШТ АШИ ЕНИП КЕ, сл Es 
15. Thonschiefer mit Quarzadern. 53 Klafter. 


: Von diesen 53 Klaftern, welehe zugleich die Mächtigkeit des Kohlengebirges im 
Néméovicer Becken darstellen, sind die oberen 15 Klafter ohne Zweifel der oberen Flötz- 
sruppe angehórig und die mit Kohlen durehsetzten Schieferthone repräsentiren das dazu 
gehörige Kohlenflötz. Zwei weitere Bohrungen, gegen Ost und Süd ausgeführt, und eine 
Bohrung in der unmittelbaren Nähe von Radnie am westlichen Ende der Stadt haben 
Nirgends mehr das Vorhandensein eines Kohlenflötzes nachgewiesen. 

\ Wir finden sonach die Anwesenheit eines Kohlenflötzes im Néméovicer Becken 
e die nächste Umgebung von Dvorec und die Nähe des westlichen Randes des seme 
S Es verflächt dasselbe südöstlich; in dieser Richtung sehen wir zwar das 

an Mächtigkeit zugleich aber auch das Verhältniss der den Kohlenlagen ad zuge- 
Sellenden Brandschiefer und Schieferthone zunehmen, derart, dass in nieht weiter Ent- 
ernung vom Beckenrande der Character eines eigentlichen Kohlenflótzes mehr und mehr 
Schwindet, und ein solches endlich in grósserer Teufe und mehr im Inneren des Beckens 
a mehr zu finden ist, dagegen dort, wo solches nach den Verhältnissen seines Ver- 

ächens angetroffen werden sollte, bloss ein Sehieferthoneomplex beobachtet wird. 
dee a ae sich sonach auch hier eine allmälige Umwandlung des Kohlenflötzes, 
raser Becken an dem unteren Kohlenflötze nachgewiesen wurde und wie sie 


4* 


| 
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59 II. 
dort auch am oberen Flötze durch das allmälige Ueberhandnehmen der tauben Mittel 
sichtlich angedeutet ist. 

Die in der Umgebung von Néméovie und Lhotka unternommenen Schurfversuche 
sind vorwaltend auf Schichten der flötzleeren Gruppe ausgeführt worden, und haben 
überall zu der Ueberzeugung von dem ` Mangel bauwürdiger Kohlenlagen in dieser 
Gruppe geführt. 

Westlich von Heiligkreuz ist die Kohlenformation noch in einer Ausbuchtung 
bis an den Bach hinab und bis westlich von dem daselbst befindlichen Forsthause ver- 
Zwischenmittel Kohle breitet. , Einzelne in diesem Bezirke ausgeführte Schurfversuche 
blieben ohne günstigen Erfolg und es scheinen die zumeist wenig 
mächtigen, theils zersetzten und gerölleführenden Sandsteinschichten 
dieses Terrain’s dem westlichen Ausgehenden der flötzleeren Gruppe 
zugezählt werden zu müssen. 


с) Die Kohlenlager im Vejvanover Becken. 


Der ärarische Bergbau hat bei Vejvanov durch zwei Schächte, 
davon einer südlich vom Dorfe Vejvanov, der andere zwischen 
Vejvanov und Chomle steht, zwei Kohlenflötze erschlossen. Im 
jedem dieser Schächte wurde eine Reihe Moltyrsandsteinschichten 
und darunter Schieferthon getroffen, und in einer Tiefe von circa 
28 Klafter ein Kohlenflótz erreicht, unter welchem dann mehrere 
Klafter mächtige Schieferthone mit Schleifsteinschiefern und Sand- 
4 steinschichten folgten, die unmittelbar auf einem zweiten Kohlen- 
E / flötze ruhen. Schon diese Reihenfolge der Gesteine lässt uns im 
Vejvanover Becken die beiden im Bfaser Kohlenbecken kennen 
gelernten Kohlenflótze wieder erkennen. In dem östlich gelegenen 
rs fam Schachte verflächen die Kohlenflótze gegen Südwesten; bei dem 
westlichen, ziemlich in der Mitte des Beckens stehenden Schachte 
liegt das obere Kohlenflótz, auf dem sich der Bergbau vorzüglich 
(Fig. 19.) bewegt, wellenfórmig mit wechselndem, nie lange gleichbleibendem 
Kinfallen, daher sehr gestört. In der westlichen Fortsetzung, am westlichen Rande des 
Beckens nördlich von Chomle, sind anderweitige Schächte abgesenkt, in denen das ange” 
fahrene Kohlenflötz ein mehr gegen Ost gerichtetes Verflächen besitzt. Auch hier sind 
die Sehleifsteinschiefer entwickelt als Beweis von der ununterbrochenen Erstreckung der- 
selben bis zu diesem Beckenrand und der Entwickelung der oberen sowohl als der un- 
teren Kohlenflötzgruppe in der ganzen Beckenausdehnung yon Vejvanov bis Chomle. 
Nördlich von Vejvanov gelegene Bergbaue zeigen ein mehr südlich gerichtetes Einfallen 
der Kohlenflétze Die Ablagerung der Kohlenflötze zwischen Vejvanoy und Chomle ist 
sonach eine muldenfórmige mit einem im algemeinen gegen Süd gerichteten папер. 
Eine Messung des Oberflötzes in der Nähe von Vejvanov ergab folgende Schichten- 
reihe; (H1g..19,) 


Kohle (brandschieferartig) `... 2 л Fuss 1. Zoll 

(liebt iple, Nat s ESTA OTR cene nl. ote "Mss adbn "fut. ee 

Kohle (brandsehieferartig) `, 0t oi Kool hyo meg 

POSTERIOR Wide undai. 49801 G ТЕЛИ ТЕ ee Wer pto 

Kohle (brandschieferartig) Í De rd 

Kohlenlage (gut) anb. MMOD + | mx утоа 

Kohle (brandschieferartig) `, .1/ 6% 4 — , 2 , 

Kohle (rein) . d шя | wEDLL DP M ME 

Kohle (brandschieferartig) | em 11100 тр 

Schieterphon * 35445 6405d Aldao orod niia Hid aol ME How ee paN 

Koller wold A ah where] НЕА. эттэ ош оп» 

Schieferthon (Бонат) иат sehn rt deb. Le thyn nr b oBrow 
Fürtrag Kohle 2 Fuss 11 Zoll; Schieferthon 7 Zoll 


IT. 53 


Uebertrag Kohle 2 Fuss 11 Zoll; Schieferthon 7 Zoll. 
RS = Mio myriads othe Aa 12bo, Aun tog тишә 
Schieferthon . зше Подай 43h, poets. ^e Lë Па, ner oe Lo NA, н 
EUM Malden) "lou br? deeds! pol arlie que р 
КООШО ШЇ Foot, eel, gounge ior ЛӘМ} йди т eg dng 
Eege Eege, a ETS E SN 
nde, aoiobaidortewigerdmb up Mote иш. BEN NIE ON 
Effeten d соњае у етом, gh sgaligoimod rapere BOLD TOO WCS 
RON ит, Hoke genet bus, тошоп Oh, genug Sg 
Scniserthor (87 Sohlendätkeyi ein POLE арр. МНН ‚чөөн, ит В 
КОШЕ nid van, symone Л. coh poli stets A id; 8 


Kohle 14 Fuss 8 Zoll; Schieferthon 1 Fuss 7'/, Zoll. 
oder Gesammtmächtiekeit 16 Fuss ih Zoll. 

Ks fällt bei Betrachtung dieses Querschnittes sogleich das Vorhandensein des 
Schrammflötzes und der Sohlendecken auf, wovon das erstere ganz in derselben petro- 
grafischen Beschaffenheit und mit derselben rauchgrauen Farbe wie im Bfaser Becken sich 
zu erkennen gibt, und wie dort von dem ersten unter ihm foleenden bedeutenderem Zwi- 
schenmittel der obersten Sohlendecke durch eine beiläufig 7 Fuss mächtige Kohlenlage 
getrennt erscheint, Die letzteren, deren sich aber an der Stelle der vorgenommenen 
Messung bloss drei vorfinden, bestehen aus blaugrauem Schieferthon und geben sich durch 
ihre charakteristische Aufeinanderfolge mit dem Complexe der Sohlendecken im Вїаѕег 
Becken als identisch zu erkennen. Sie sowohl als das Schrammflötz geben ihre Ueber- 
einstimmung mit den gleichen Lagen im Biaser Becken überdiess noch durch die orga- 
nischen Ueberreste kund. 

d Eine weitere bemerkenswerthe Erscheinung ist die, dass hier wie im oberen 
Kohlenflötze des Bfaser Beckens unter der letzten Decke eine durch das mehr Compacte 
ihrer Masse, durch die mehr braune Färbung, durch den vorwaltend muschligen Bruch 
und eine leichte Eintzündbarkeit ausgezeichnete Kohlenlage auftritt, die ebenfalls von den 
Bergleuten mit einem bezeichnenden Localnamen belegt worden ist. Diese Kohlenlage wird 
Nämlich im Vejvanover Becken allgemein Hubka genannt, und ist offenbar dasselbe, 
was im Braser Becken Horläk heisst. Hier aber soll diese Schicht oft bis gegen 18 
Zoll stark werden. Und eben so wie im Bfaser Becken folgt dann unter dieser Kohlenlage 
eine zwei Zoll mächtige Schichte von Blätterkohle mit häufigen Abdrücken von Kalamiten, 
welche die tiefste Schichte des Vejvanover oberen Kohlenflötzes bildet. Es ist ferner 
bemerkenswerth, dass im Vejvanover Flötze unmittelbar unter dem Schrammflötze eine 
l Deeimal-Fuss starke Kohlenlage mit dem Namen Zidovka belegt ist, gerade so wie im 
Braser Becken, und auch hier eine auffülig geringere Festigkeit besitzt wie dort. Das 
Vejvanover Бе Kohlenflötz ist sonach unzweifelhaft identisch mit dem oberen Kohlen- 
fotze des Braser Beckens; aber die Bildung desselben hat im Vejvanover Becken bloss 
von der Sohle bis etwas über das Schrammflötz angedauert und ist dann unterbrochen worden, 
50 dass fast alle die weiteren, im Biaser Becken über dem Schrammflötze entwickelten 
Kohlenlagen fehlen. Wir finden zwar bei Vejvanov über dem Schrammflötze noch mehr- 
mals abwechselnd Kohlenschichten und Schieferthone, die eine Gesammtmächtigkeit von 
40 Zoll erreichen und jene Kohlenlage vertreten, die im Biaser Becken zwischen dem 
Schr: ammflötze und dem Mittelflétzchen vorkömmt; diese Lage ist hier aber dureh fort- 
währenden Wechsel mit Schieferthon und Brandschiefer kaum mehr eine Kohlenlage zu 
nennen, und bildet einen Uebergang, in dem endlich die Schieferthone als Hangendgestein 
des Kohlenflötzes die Oberhand gewinnen. — Dieser allmälige Uebergang bietet etwas 
Achnliches, wie der bereits im Bfaser und Néméovicer Becken gegen die First des 
ohlenflötzes beobachtete dar, aus dem sich auch dort endlich die Alleinherrschaft der 
Hangendschiefor entwickelt. 

Das im Vejvanover Bergbaue erschlossene zweite Kohlenflótz besitzt etwas über 
Zwei Klafter Mächtigkeit, eben so wie im Braser Becken das zweite oder untere Flötz. 

usserdem stimmt es mit demselben genau durch den Mangel constanter und gleichblei- 


54 H 


bender Zwischenmittel, so wie durch die Unzahl schnell aufeinander folgender schwacher, 
Lagen von Schieferthon und Brandschiefer überein, oder durch die characteristische, auch 
hier mit dem Localnamen Kanafas bezeichnete Beschaffenheit eines die Qualität des 
Kohlenflötzes sehr beeinträchtigenden fortwährenden Wechsels schwacher Kohlenschichten 
mit meist eben so schwachen Thonlagen. Auch hier ist sonach das untere Flötz von dem 
oberen, selbst ohne Berücksichtigung des dasselbe bezeichnenden Schleifsteinschiefers, wohl 
unterscheidbar. In der Gegend von Vejvanov hat sich an dem, an verschiedenen Stellen in 
Abbau genommenen oberen Kohlenflötze die bemerkenswerthe Erfahrung herausgestellt, 
{к ра Kohle dass die Kohlenlager desto reiner und besser sich erweisen, je 

: — weiter nördlich das Flötz gelagert ist und dass gegen Süden ZU, 
wohin das allgemeine Einfallen des Kohlenflötzes gerichtet ist, die 
Reinheit und Güte dieses Kohlenflótzes im Abnehmen gefunden 
wird und ein allmäliges Ueberhaudnehmen von schiefrigen Bei- 
mengungen stattfindet. 

Das untere Kohlenflötz ist nur untergeordnet erschlossen, 
^] (daher in Bezug auf sein Verhalten in dieser Hinsicht bisher 
nicht erforscht 

Im Vejvanover Becken ist ferner die Kohle erschlossen 
‚ | südlich von Chomle in der von der Kohlenformation daselbst 
zwischen Afanitkuppen gebildeten Ausbuchtung. Der ehemals 
hier betriebene Bergbau war als Peter- und Paul-Zeche belehnt 
E und ging auf dem Ausgehenden des Flótzes um, das gegenwärtig 
(Fig. 20.) durch einen bereits verlassenen Tagbau noch theilweise zugängig 
ist. Eine Messung des am Tage liegenden Kohlenflótzes gibt von 
oben herab folgende Schichtenreihe: (Fig. 20.) 
age Ve lee ps ER 


CAE в аена осо | otio. МАИ 
aile, e nae. a M. ZOLL 
Tante dao MERRION menti ii, ы Ve agirded ыы 9. 
Wong. ern Ж ыа ла 


ира эу, E ылымлы nn ler 
WONG rend ne ашый in Мр" 

Kohle 8 Fuss 3 Zoll; Schieferthon 1 Fuss 10", Zoll; 
Gesammtmüchtigkeit 10 Fuss Ui, Zoll. 

Die drei vorhandenen Zwischenmittel zeigen sich in ihrer 
petrografischen Beschaffenheit so wie durch die eingeschlossenen 
Pflanzenreste ganz übereinstimmend mit den Sohlendecken des 
oberen Kohlenflótzes; speciell stimmt überdies ihre Entfernung 
von einander, sonach die Mächtigkeit der von ihnen eingeschlos- 
senen Kohlenlagen, so wie der Mangel einer vierten Decke mit 
dem Complexe der Sohlendeeken im Oberflötze bei Vejvanov fast 
^olkommen überein, so dass dies Kohlenflötz identisch mit dem 
untleren die Sohlendecken enthaldenden Theile jenes und des 
oboren Flótzes im Břaser Decken erkannt werden muss, Nur ist 
" die Entwickelung des Kohlenflótzes an dieser Stelle nach aufwärts 

VS, ар) zu, noch früher unterbrochen worden als bei Vejvanov und hat 
nicht bis zum Absatze des Schrammflötzes gereicht. 

An der östlichen Seite dieser Ausbuchtung gehen die Schleifsteinschiefer 7" 
Tage, unter denen in früheren Zeiten das zweite oder untere Kohlenflötz durch einen 
Stollen im Abbau gestanden haben soll, was einen weiteren Beweis für die "Zugehörigkeit 
des Fig. 20. im Profile dargestellten Kohlenflötzes zum oberen Kohlenflötze liefert. Diese 
hier zu Tage ausgehenden Schleifsteinschiefer, oberhalb des ehemaligen Teiches Mallikovec, 
haben auf früher in ihnen eingerichteten Steinbrüchen eine grosse Anzahl von den inte- 
ressantesten organischen Uiberresten aus der Steinkohlenformation von Radnic geliefert. 


IT. 5D 


Weitere Bergbaue bestehen im Vejvanover Becken an dessen westlicher Seite in 
der Nähe des Privöticer Schafstalles, welche ebenfalls zwei verschiedene, über einander 
folgende Kohlenflötze nachweisen. Davon liegt das obere unter einer Schichtenreihe von 
Molt$fsandsteinen und Schieferthon als unmittelbaren Hangenden des Kohlenflötzes, das 
untere unter vollkommen entwickelten Schleifsteinsehiefern, wodurch im Vorhinein beide 
Kohlenflötze übereinstimmend mit dem bisher überall kennen gelernten oberen und un- 
teren Kohlenflötze sich darstellen, 

Eine nähere Betrachtung des oberen daselbst abgelagerten Kohlenflótzes liefert 
unweit des Zechenhauses rechts an der Strasse gegen Skomelno, woselbst es ein nörd- 
liches Einfallen besitzt, folgendes Profil. (Fig. 21.) 

[oder dos mer. MOL DA Gel 


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Kohle 179 Zoll; Schieferthon 21 Zoll; 
Gesammtmächtigkeit 16 Fuss 8 Zoll. 

Die Kohlenlagen sind sehr unrein, besonders die beiden obersten ungemein brand- 
schieferhältig und unverwendbar, so dass sie im Bergbaue gar nicht als Kohle betrachtet 
Werden, Zwischenmittel sind fünf vorhanden, davon zwei ganz unbedeutend, die drei 
übrigen von grósserer Stärke, sämmtlich aus blaugrauem Schieferthon bestehend. Letztere 
drei besitzen denselben Character, wodurch sieh überall die Sohlendecken des oberen 
Kohlenflötzes kennzeichnen, Sie werden zwar hier durch stärkere Kohlenlagen von ein- 
ander getrennt, als dies sonst im allgemeinen der Fall ist, und es gesellen sich ihnen 
noch zwei andere schwache Thonlagen zu. Doch ist ein Mächtigkeitswechsel der von den 
Sohlendeeken eingeschlossenen Kohlenlagen auch an anderen Orten bekannt und eben so 
Sind anderorts fremde Zwischenmittel zwischen den Decken nicht fremd, so dass die hier 
beobachtete Erscheinung eben nicht geeignet ist, eine besondere Abnormität zu constatiren. 
Wir sehen sonach in dem betrachteten Profile wieder den untersten Theil des oberen 
Kohlenflötzes vor uns, der auch hier, wenig über den Sohlendecken, in seiner weiteren 
Entwiekelung nach aufwärts und zwar in eben dem Masse unterbrochen wurde, wie in 
dem nördlich gelegenen Gegenflügel in der Peter- und Paulzeche. In der Fortsetzung 
des Kohlengebirges gegen Skomelno, also östlich unweit von dem erwähnte ı Zechenhause 
und angelagert an den dort anstehenden Afanitkamm, ist durch einen Versuchsschacht das 
Vorhandensein dieses Kohlenflötzes im Streichen, mit ebenfalls nördlichem Hinfallen, jedoch 
M unbauwürdiger Beschaffenheit noch nachgewiesen worden. 

Westlich davon gegen den Rand des Beckens zu in der Nähe des Schafstalles 
haben niedergebrachte Schächte, ohne den Moltyrsandstein zu treffen, gleich die Schleif- 
steinschiefer durchsetzt und unter diesen, in weniger Klafter Teufe ein Kohlenflötz ange- 
fahren, das dureh seine ungemein häufigen Lagen von Brandschiefer und Schieferthon nicht 
Weiter in Abbau genommen wurde und in Anbetracht dieser Eigenschaft so wie der deut- 
lichen Hangendgesteine sich als das nntere Kohlenflötz heraustellt, das das weiter östlich 
liegende obere Kohlenflötz unterlagert. 

Weitere Bergbaue bestehen im Vejvanover Becken nicht. Doch sind zahlreiche 
Versuche zur Auffindung von Kohle an verschiedenen Stellen gemacht worden und zwar 
Mi Verflächen der Privöticer Kohlenflótze gegen Radnic zu, südlich von der Peter- und 
Paulzeche und in der Nähe von Skomelno, in der östlichen Ausbuchtung des Vejvanover 
Beckens unter dem Kamme Rovensko oberhalb Sebeéie und im Walde näher gegen Vej- 


| 
| 


56 i 
vanov und in der Nähe von Radnice. Alle diese Versuche blieben erfolglos. In 
der östlichen Ausbuchtung des Beckens gingen sie in der flötzleeren Gruppe um. An 


den übrigen Orten mussten sie den Moltyfsandstein durchsinken. Die in der Richtung 
von Piívétic gegen Radnic abgeteuften Schächte erreichten nahe am Rande des Beckens 
zwar noch Ausgehende von einem Kohlenflótze, die aber nieht weit davon im  Verfolge 
des Verflächens der Schichten nicht weiter aufgefunden wurden. Aus dem negativen Er- 
folge aller dieser Versuche muss man schliessen, dass in der ganzen Ausdehnung zwischen 
Skomelno und Radnie Kohlenflótze nicht abgelagert sind und sich nur näher an den 
Rändern des Beckens gebildet haben. Nach dem Einfallen der am nördlichen Rande be: 
findlichen Kohlenflötze gegen Süden und jener am südlichen Rande gegen Nord folgt, 
dass das eigentliche, durch die.synclinale Lagerung der Flötze an den beiden gegen- 
überliegenden Rändern zu erwartende Tiefste der Kohlenmulde flötzleer ist. 

Die allmälige Verschlechterung, die am Vejvanover oberen Kohlenflötze in seinem 
Verflüchen gegen Süden beobachtet wird und die durch Ueberhandnahme von Schieferthon 
und Brandschiefer entsteht, deutet darauf hin, dass auch im Vejvanover Becken ein ana- 
loges Verhalten mit den Kohlenflötzen im Néméovicer und Biaser Becken bestehe und em 
endlicher Uebergang der Kohlenflötze in Schieferthone wahrscheinlich sei. Durch diese 
Metamorphose wird der Mangel an Kohlenflötzen in gewissen Teufen des Beckens 
erklärbar und wir finden gerade die Tiefen des Vejvanover Beckens eben so wie jene 
des Néméovicer Beckens ohne Kohlenflötzen. Man hat zwar diesen Mangel auch durch 
eine Wegschwemmung der ehemals abgelagert gewesenen Kohlenflötze erklären wollen. 
Eine solche Katastrofe würde sich aber durch ein. plötzliches Aufhören, durch ein 
Abgeschnittensein der Kohlenflötze kundgeben, das aber nirgends beobachtet wird, während 
der allmálige Uebergang der Flötze ‘sicher gestellt ist, wodurch das theilweise Fehlen 
derselben für den ein nutzbares Materiale suchenden Bergmann sich weit einfacher 
erklärt. 

Die Kohle in den Flötzen des Vejvanover Beckens erweist sich wie überall 
in der Umgebung von Radnie als eine Schieferkohle mit abwechselnden Schichten ver- 
schiedener Beschaffenheit, jedoch unreiner als sonst anderorts, wozu schon der Umstand 
beiträgt, dass hier vorwaltend nur jene unteren Lagen des oberen Kohlenflötzes ent- 
wickelt sind, die auch im Biaser Becken weniger reine Kohle liefern, woraus sich die 
durchschnittliche geringere Qualität und der grössere Aschengegehalt der im Vejyanover 
Becken gewonnenen Kohlen erklären. 

Nach der Mächtigkeit der in diesem Becken durchteuften oberen Kohlenflötz- 
gruppe mit 30 Klafter und nach den einzelnen bis 60 Klafter tief getriebenen Bohr- 
löchern, ehe das Grundgebirge angefahren wurde, muss dies Becken als das müchtigste 
im Vergleiche mit den früher betrachteten erklärt werden. 


Zwischeumittel Kohle 


d) Die Kohle im Mosticer Becken. 


Das Kohlenflótz, das in diesem kleinen Becken abgelagert 
war, nun aber günzlich abgebaut ist, zeigte folgende Schichten- 
reihe: (Fig. 22.) 


Kohle . порае al irs 

SERE TUNE mean ыйа gio ap 
LN eeh tren gt 

SA ТШ VE Oe Ne u eer er var oie daa ar LEO C PNG 
Kohle . ком ag 


Kohle 10 Fuss 6 Zoll; Schieferthon 3 Zoll; 
Gesammtmächtigkeit 10 Fuss 9 Zoll. 


(Fig. 22.) 


П. 57 


Die beiden Zwischenmittel stellen sich unverkennbar nach Gesteinsbeschaffenheit 
und organischen Ueberresten als dieselben heraus, die im Braser Becken als Flicka und 
Schrammflötz bezeichnet wurden. Auch die Stärke derselben, so wie jene der zwischen 
ihnen eingeschlossenen Kohlenlagen stimmt mit der durchschnittlich an anderen Orten 
beobachteten Stärke an denselben Lagen überein. 

Dies Flötz stellt sonach ein Fragment des Braser oberen Kohlenflötzes, der 
Mitte desselben entnommen dar, das erst nach Abschluss der sämmtlicheu an anderen 
Orten vorhandenen Sohlendecken sich zu entwickeln beginnt, und kurz nach erfolgtem 
Absatze des Zwischenmittels Flicka in seiner Weiterentwicklung gehemmt wurde, sonach 
des ganzen oberen und unteren Theils des oberen Kohlenflótzes im Bfaser Becken entbehrt. 

Ein tieferes Flötz war nieht vorhanden. Die ganze Beckenmüchtigkeit wird 
nicht viel über 8 Klafer betragen. 


е) Die Kohle im Becken von Gross-Lochovic. 


Mit einem stellenweise selbst 20 bis 25 Grad, jedoch immer nur auf kurze 
Strecken, messenden Verflächen vom Beckenrande gegen die Mitte desselben liegt ein 
Kohlenflótz im Lochovicer Becken eingelagert. In seinem Innern liegt jedoch das Kohlen- 
flötz zumeist söhlig. Nur zeigt es im ganzen so wie die Ober- Zwischenmittel Kohle 
fläche des Beckens selbst ein nördliches Einfallen und stellt eine p~~ 
von Süd nach Nord gedehnte, gegen alle Ränder zu aufsteigende, 
an ihrer südlichen Seite gehobene Mulde dar. Sowohl in dieser 
Beziehung, als in der Richtung seiner Längenaxe oder dem Haupt- наа 
streichen des Kohlenflötzes und in der Gliederung der über dem 
selben, zur oberen Kohlenflitzgruppe gehörenden Gesteinsschichten 
zeigt sich eine vollkommene Uebereinstimmung dieses Beckens mit 
dem Braser Becken. Nur das Kohlenflötz selbst besitzt eine andere 
Entwickelung. Ein Querschnitt durch dasselbe gibt folgende Ver- [—- 
hültnisse: (Fig. 23.) 


Kohle tes 2 Fuss 6 Zoll 
Schieferthon (Flicka) . . 009 gnh aastal vs „oh Zoll 
Kolisi Au ms Hues lu оинно M 
Schieferthon (Schrammflötz) . . . . 6 + ee e+ 2 m 
ПШ л. Schruns B €. ay o» 
Kohle 19 Fuss 6 Zoll; Schieferthon З Zoll; —— -- 
Gesammtmüchtigkeit 19 Fuss 9 Zoll. (Fig. 23.) 
Eine Messung an einer anderen Stellen ergab: 
Kohlen елате). von ` ЖЮ Bt Zoll 
Schielonthot «(E Hoa) air. die den ober MONIS SUE 1 Zoll 
Rolle өт! Beber vw odere mm E 
Schieferthon (Schrammflötz) . . . . « ee ees PE 
Корее gerad Denies Bui 


Kohle 19 Fuss 9 Zoll; Schieferthon 3 Zoll; 
Gesammtmüchtigkeit 13 Fuss. 
я In der ganzen Verbreitung des Kohlenflötzes begegnen wir wieder den beiden 
Zwischenmitteln, die sich sogleich, wie bei Mostie, als die im Вѓавег oberen Kohlenflötze 
mit Flicka und Schrammflötz benannten erkennen lassen, wodurch sich das Gross-Locho- 
vicer Kohlenflötz, wie das Mostieer, mit dem mittleren Theile des Braser oberen Kohlen- 


flötzes vollkommen identificirt. 
Durch das ganze Lochovicer Becken liegt bloss dies eine Kohlenflótz abge- 


lagert überall von gleicher Beschaffenheit und nur wenig schwankender Mächtigkeit, ohne 
aber die ganze Beckenausdehnung zu erfüllen; indem es namentlich an den Längsseiten 
denselben mehr oder weniger vom Beckenrande entfernt erst beginnt. Jener Theil, der 


über dem Schrammflötze liegt, wird in den Gross-Lochovicer Bergbauen Svršek benannt, 


58 II. 


der von diesem Zwischenmittel abwärts entwickelte Theil Lávka. Unter dem. Schramm- 
flötze befindet sich eine 8 Zoll starke Kohlenlage, die wegen ihrer abweichenden Beschaf- 
fenheit von jener der übrigen Kohle local von den Dergarbeitern Kozlovina benannt wird. 
sine ähnliche Schichte im Břaser Becken unter dem Schrammflötze wird wie schon er- 
wähnt Zidovka benannt, Die tiefste, ungefähr 10 Zoll starke Kohlenlage dieses Flötze 
zeichnet sich durch pechartigen Glanz, schwarze Farbe und würflige Spaltung. merklich 
aus und hat den Namen Kovářská. 

Das Kohlenflótz ruht unmittelbar auf einer Lage von Schieferthon, der theilweise 
mit, schwachen Kohlenschichten durchsetzt ist. Nine genauere Untersuchung dieses Schiefer- 
thones lässt an demselben sowohl in jezug auf die demselben eigenen Pflanzenreste, als 
auch in Bezug auf dessen Gesteinsbeschaffenheit cine nahe Verwandschalt mit den im 
Bfíaser oberen Kohlenflótze unter dem Schrammflótze folgenden Sohlendecken erkennen 
so dass der Schluss nahe liegt, dieser Schieferthon sei als ein Aequivalent der auch an- 
derwärts in der gleichen Reihenfolge auftretenden Sohlendecken zu betrachten, was noch 
durch den Umstand unterstützt wird, dass auch die unter dem Schrammflétze hier fol- 
gende Kohlenlage in einer Mächtigkeit entwickelt ist, die -der anderorts vorhandenen 
Mächtigkeit der zwischen dem Schrammflitze und der ersten Sohlendecke abgelagerten 
Kohlenlage gut entspricht, 

Bei weiterer Untersuchung unter dieser Schieferthonlage soll wieder Sandstein 
anstehend gefunden worden sein; er ist aber nirgend erschlossen, und offenbart sich auch 
an keinem Punkte des Beckens an dessen Rändern, so dass darüber nicht geurtheilt werden 
kann. Besondere Mächtigkeit lässt sich von demselben keinesfalls erwarten, um so we- 
niger als auch hie und da unter dem Kohlenflötze in diesem Beeken alsbald der silurische 
Thonschiefer erreicht worden sein soll. Man kann die grósste Müchtigkeit der in diesem 
Becken abgelagerten Schichten mit Inbegriff des Kohlenflótzes selbst auf höchstens 15 
bis 16 Klafter veranschlagen. 


) Die Kohle im Becken von Skaupy. 


Auch in diesem Becken liegt das einzige bekannte Kohlenflötz unter Moltyi- 
Sandsteinen und Schieferthonen, wovon letztere das unmittelbare Hangende bilden. Das 
Kohlenflötz besitzt nach einer vorgenommenen Messung folgende Schichtenreihe : (Fig. 24.) 
Zwischenmittel Kohle 


1 ЕТ OOO Cup. 4 v.s. e OR UGS 
ИНГ оа оо > bey COURT e '/, Zoll 
E OMe 2265 don Gieres iro лара. Zell 
Bohieferthon ева: eritis come né Cadi eee ae eal 
BONA. ke? pa: gau ar werden. vill s, 
BI eana d aea ae E SERI QU tid v ng: dE 
y e" Ua HIP Жл E Dee dg? 
СЕ | —] Schieferthon (Sobramimflótz) (ovs Bm da E erer 
Mi u Kohle Bossi o A PR ТК | 
МОЕГО As дуыс и AMQOSUDE, DECRE. p 
BEN Ou ns ы елы ОСКАР a 
2 Ec БОШОТО negen dae ae Com ТОТ SACHEN. Po, 
A Мая MOE ARE аиби азоосу Зи 
ттт E Kohle 13 Fuss; Schieferthon 4 a Zoll; 
hie Gesammtmächtiekeit 13 Fuss 4"), Zoll. 
m Das zweite und vierte Schieferthonmittel in diesem Koblen- 


d —  flotze geben sich sogleich unzweifelhaft als Flicka und Schramm- 

(Fig. 24.) flótz, wie sie überall im oberen Kohlenflöte vorkommen, zu erkennen; 
die übrigen vier sind hier neu hinzugekommene Zwischenmitttel. Mit Ausnahme dieser 
zeigt sich das Kohlenflötz bei Skaupy übereinstimmend mit den bei Moštic und Gross-Lochovie 
abgelagerten und dem mittleren Theile des oberen Kohlenflötzes im Braser Becken analog, 


IT. 59 


Eine weitere Gliederung des Beckens bei Skaupy in die Tiefe ist nicht bekannt, 
und lässt sich bei der geringen Ausdehnung desselben kaum eine Entwicklung der wei- 
teren Gruppen erwarten, von denen gewiss wenigstens Spuren an irgend einer Stelle des 
Beckenrandes vorhanden sein würden. Die Tiefe, unter welcher das Kohlenflötz unter 
Tags liegt, beträgt stellenweise 12 Klafter wird jedoch gegen die Ränder des Beckens 
bedeutend geringer, so dass auch hier im Allgemeinen eine muldenförmige Lagerung zu 
bestehen scheint. Hieraus kann man die Gesammtmächtigkeit des Beckens an seinen 
tiefsten Stellen auf 14—15 Klafter schützen, was mit den Verhältnissen im Lochovicer 
Becken übereinstimmt. Die Beschaffenheit der Kohle aus diesem Flötze ist, so wie aus den 
Flötzen bei Mo&tic und Gross-Lochovie, die einer guten ziemlich reinen Schieferkohle, 
was auch der Zugehörigkeit dieser Flötze zu dem mittleren Theile des Břaser oberen 
Kohlenflötzes entspricht. 


g) Die Kohle im Becken von Darova. 


Am südöstlichen Rande dieses Beckens sind Moltyr-Sandsteine und darunter 
Schieferthone und endlich ein Kohlenflötz durch zwei Schächte erschlossen, mit welchen 
ein schwach betriebener Bergbau auf diesem Flötze eingeleitet ist. Der östliche dieser 
beiden Schächte hat das Kohlenflötz in einer Teufe von 3 Klaftern erreicht, der westliche 
ist bereits 10—11 Klafter auf dasselbe niedergegangen. Zwischen beiden Schiichten be- 
og M емее Zeilen den Hii Mà weng rer Kohle 

d | re Schurfarbeiten ist die Verbreitung des 
Kohlenflötzes über den grössten Theil des Beckens bekannt, aber 
keineswegs sind dies die näheren Verhältnisse, unter denen sich 
das Kohlenflötz weiter entwickelt. An der einzigen Stelle, wo die 
ganze Mächtigkeit des Kohlenflötzes überblickt werden konnte, 
ergab sich der nachstehende Querschnitt desselben. (Fig. 25.) 


Bolle. o. е ibi НЕЬ Bo Ball 
Schleferthon, (ИҢ) tei + vieriinrredieiwN чоеро е ОНОЙ 
Belga, aiioa ged “ООДО 
ЖЕ орле eo Tro Mi лан пәм инд» Ж e ae 
EE LL o. Dë WERT SR 
Schieferthon (Schrammflütz):: hue mis edad + . HA 
Kohle D å . . » ala.) 


N Kohle 13 Fuss 4 Zoll; Schieferthon 12 Zoll. 
Gesammtmächtigkeit 14 Fuss 4 Zoll. 

Die beiden Zwischenmittel von 1 Zoll und 2 Zoll Stärke 
geben sich auch hier allsogleich als die dem oberen Kohlenflötze 
Angehörigen Flicka und Schrammflötz zu erkennen. Doch erscheint (Fig. 25.) 
zwischen beiden, und zwar von dem Schrammflötze bloss durch eine über diesem liegende 
4 Zoll starke Kohlenlage getrennt, ein fremdes Zwischenmittel von 9 Zoll Stärke. Es 
besteht aus schwarzgrauem lettigem Schieferthone und ist in keinem der übrigen Becken 
bisher beobachtet worden. Soweit das Kohlenflötz bisher zugängig ist, wird es überall 
gleich stark angetroffen. Im Liegenden desselben folgt Schieferthon, der nach der Mächtig- 
keit der unter dem Schrammflötze befindlichen Kohlenlage von 7 Fuss für ein Aequi- 
Valent der Sohlendecken betrachtet werden dürfte. 

Im nördlichsten Theile des Beckens befindet sich ein Wasserriss, der silurische 
Schiefer durchschneidet, auf denen gegen Süden zu und mit südlichem Einfallen Schiefer- 
thone in unbedeutender Mächtigkeit und darüber das Ausgehende eines Kohlenflötzes vor- 
kommen, Dieses Ausgehende misst bei 2 Klafter Mächtigkeit. An demselben fällt es 
auf, dass die in dem Kohlenflötze des südlichen Beckentheiles beobachteten, scharf aus- 
Seschiedenen Zwischenmittel nicht anzutreffen sind, dass dagegen das Kohlenflötz häufig 
von dünnen tauben Schieferlagen durchzogen wird. Ueber demselben ist zumeist aufge- 


60 П. 


löster Sand angeschwemmt, der allmälig in dem Wasserrisse weiter aufwärts dureh Moltyf- 
sandsteine ersetzt wird. Wenn man aber nicht weit über dem Kohlenflötze das herabge- 
schwommte Materiale fortschafft, so kommen dünne Schichten eines gelben mehr thonigen 
Gesteins zum Vorschein, in dem sich deutliche Lagen von Schleifsteinschiefer vorfinden, 
aus denen auch hier auf d'e Entwickelung der unteren Kohlenflótzeruppe geschlossen 
werden muss. Das im südlichen Theile des Beckens ersehlossene Kohlenflótz kómmt in 
diesem nördlichen Wasserrisse nicht zum Vorschein und man muss daraus schliessen, 
dass dasselbe weniger weit gegen Nord reicht als der sein Hangendes bildende Moltyf- 
Sandstein, der in diesem Wasserrisse noch deutlich zu Tage gelegt ist, Im Darova'er 
Becken ist sonach die obere und die untere Kohlenflótzgruppe vertreten. In Bezug аш 
das Vorhandensein oder den Mangel der flötzleeren Gruppe ist nichts sicher gestellt 
Ebenso ist über die Tiefe, bis zu welcher die Gesteinsschichten in diesem Becken hinab- 
y As si NN Kohlo reichen, nichts genaues ermittelt, doch dürfte dieselbe stellen- 
po —— weise im Innern des Beckens bei 30 Klafter erreichen. Auch 
hier scheint die Lagerung der Kohlenflótze eine muldenförmige 


—^| zu sein von den Rändern des Beckens gegen dessen Mitte 
einfallend. 
__0,2 — e107) Die Kohle aus dem erschlossenen Flétze ist wie in 


den übrigen Becken eine Schieferkohle, jedoch mit dem Unter- 
sehiede, dass einzelne Lagen derselben eine schwache Neigung 
49,| Zeigen, im Feuer zum Theile zu sintern. 


^) Die Kohle im Becken von Svina. 


Unter den in diesem Becken ausschliesslich abgela- 
gerten, zur unteren Kohlenflótzgruppe gehörigen Schleifstein- 
schiefern und Sandsteinlagen ist überall ein Kohlenflótz vor- 
handen, das sich sogleich von allen bisher in den kleinen iso- 
lirten Becken kennen gelernten durch den Mangel von regel- 
mässig eingelagerten Zwischenmitteln und dureh die überwie- 
~ УУУ PNY —&4 gende Menge von Brandschieferschichten unterscheidet, dagegen 
s| mit dem anderorts entwickelten unteren Kohlenflötze Uiberein- 
stimmung zeigt. Querschnitte durch dasselbe an verschiedenen 
Stellen liefern stets ein anderes Bild in Bezug auf die Menge 
-uj der einzelnen Schieferthonlagen und deren Entfernung von 
] el einander, stimmen aber alle in dem Auftreten häufiger meist 
1, — 4] schwacher derlei Lagen mit einander überein, Die Brandschie- 
ferschichten wechseln ebenso, nehmen aber im allgemeinen 
gegen Süden des Beckens überhand. Das Verfliichen des Kohlen- 


72, 
—[— | 
2 138 flötzes ist aber, wie jenes des ganzen Beckens, ebenfalls von 


(Fig. 26.) Nord nach Süden gerichtet. Ein möglichst in der Mitte des 
Beckens entnommener Querschnitt durch das. Flötz lieferte die folgende Schichtenreihe: 
(Fig. 26.) 

Kohle ја a sx лой axtóliudidoZzoll 


ipollielertbon malharia. At, иэ зен nabusyoäl wl ..4028 Zoll 

Kohlen. 2 Gor. opaliohlo2 . поо 

Schieferthon . . , aib ashesi At gt) MOFA) 

ЖОШ тога, ` Dë dole tobaled ШӘ 

Schieferthon |... . bim dx пор ond ‘none lon Ай} 

БФ ШӨ гөп оин deb adto J 

Sehieferthon аном fut бй regu BBa A 

Kohle Иа. nr Өй» 

Behieferibon trail anh bie men ntis IN 
Fürtrag 67 Zoll; Schieferthon 2 Zoll. 


il. 61 
Uebertrag 67 Zoll; Schieferthon 2 Zoll. 
Kohle drob, mi Lh a 
Schieferthon mabasliadistoh. modsib sov. «ragataoldoA sib ODON 
КОӨ}: aun. өйлән mt Ө Sot, 
Schieferthon. >. % .idateod падао: nohagesoilddlyiD ny 
Kiohles ` sms MAP 7 notodo ab, 5 
Schieferthon ti» doi 0,25 o A 
Кере $-—1 liek somal, dob, 
Schieferthonsursraiwon «Анні + bani anb. < HOA 
юрю atetedos toll . 10220025 
fPellofentliond erit 35b mur yanıılakark wnis ab ie Ол. 
Коце», meni mah. ele pol oy 
Schitefcttthon nif veh. ime .dodinoe bien ns dos u, 
КоЦеяя «sb. Hos P. ovdan. hay ЭЭ 
Sehiefenthon. «al ..oliodT. дэ ик md er sode 0002) 00r. 8 
Kohle hay rashes, зооло. AR: y 


Kohle 138 Zoll; Schieferthon 6 Zoll; 
Gesammtmächtigkeit 144 Decimal-Zolle. 

Darunter befinden sich 10 Zwischenlagen von Schieferthon, welche einer Messung 
unterzogen werden konnten; die den einzelnen Kohlenlagen beigemengten Brandschiefer 
konnten einzeln der Messung nicht unterzogen werden, und sind mit den wirklichen 
Schichten von Kohle gemeinsam als Kohle verzeichnet. 

Unter dem Kohlenflótze erscheint im Svina’er Becken noch eine wenig mächtige, 
theils zu Letten. aufgelóste Lage Sehieferthon, nicht selten stark pyrithültig, die dann 
unmittelbar auf silurischem Thonschiefer ruht, der auch überall an den Rändern zu Tage 
geht. Die Mächtigkeit des Hangendschiefers wechselt zwischen 3—6 bis 7 Klafter, so 
dass die ganze Mächtigkeit desselben auf beiläufig 9 Klafter geschätzt werden kann. Hier 
geht die ganze Mächtigkeit des Beckens auf Rechnung der unteren Kohlenflötzgruppe. 

Im Norden des Beckens scheinen die Hangendschichten weiter hinaus geschoben 
zu sein als das Kohlenflötz selbst, wornach letzteres einen kleinen Flächenraum einnimmt 
als das erstere. 


Das Vrbatka- und Podhaj-Becken führen, wie schon erwähnt, keine Kohlenflötze. 
Das letztere ist ein blosses Trumm yon Moltyf-Sandsteinen, das erstere ist wahrschein- 
lich ausschliesslich aus Schichten der flötzleeren Gruppe zusammengesetzt, durch die es 
sich conform mit den Sandstein- nnd Conglomeratschichten des nördlichen Theiles des 
Néméovicer Beckens herausstellt. 


Nach der vorangegangenen Schilderung sind in der Umgebung von Radnic zwei 
verschiedene Kohlenflótze in vertiealer Uibereinanderfolge bekannt, die aber beide zu- 
gleich nur in den drei im Zusammenhange stehenden Becken von Bras, Néméovie und 
Vejvanoy so wie im Darova’er Becken angetroffen werden. In allen übrigen bekannten 
isolirten Beeken ist immer nur eines oder das andere vorhanden, und zwar bei Mostic, 
Gross-Lochovie und Skoupy das obere, bei Svina das untere Kohlenflótz. 


6 Die grösste Mächtigkeit des oberen Kohfenflótzes ist im Braser Becken ent- 
Wickelt; die geringere Mächtigkeit dieses Flötzes in den übrigen Becken ist jedoch be- 
Derkenswerther Weise nieht in einem Sehwinden des ganzen Kohlenflótzes ' in seinen 
sammtliehen Kohlenlagen, wie im Braser Becken getroffen werden, sondern in einem gánz- 
Ichen Mangel einer oder mehrerer Lagen davon, bei ziemlich gleichbleibender Mächtig- 
keit der erübrigenden, ‚begründet. | 


II. 


Man kann das Braser obere Kohlenflötz ganz wohl in drei Haupttheile unterschei- 
den, von denen der oberste von der First bis zum flötztheilenden Keile reicht, der 
zweite oder mittlere die Kohlenlagen von diesem flötztheilenden Keile abwärts bis zum 
Beginne der Sohlendecke umfasst und der dritte oder unterste aus dem Complexe der 
die Sohlendecken einschliessenden Kohlenlagen besteht. 

Bei der bestehenden Mächtigkeit des oberen Kohlenflótzes im  Bfaser-Becken 
zwischen 5 und 6 Klafter entfallen für den obersten Haupttheil desselben beinahe 2 Klafter 
ebenso viel für den mittleren und für den unteren Theil 1—2 Klafter. In den übrigen 
Kohlenbecken erscheint das Bfaser obere Kohlenflötz gewissermassen in seine einzelnen 
Theile zerlegt und nur bruchstückweise entwickelt. Der oberste Theil vom flötztheilenden 
Keile aufwärts findet sich in seiner Ausdehnung von der First bis zum Firstenstein und 
mit Einschlus dieses letzteren in keinem anderen als dem Braser- Becken. 

Die jüngsten Kohlenschichten sind sonach auf das Braser Becken beschränkt. 
Nur im Vejvanover Becken ist der mittlere und untere Theil des Bfaser Kohlenflötzes 
gemeinschaftlich vertreten, aber nur im nördlichen Theile. In seinem westlichen Theile 
ist bloss der Complex der Sohlendecken zur Entwicklung gelangt und hier hat demnach 
die Bildung von Kohlenschichten bereits ihr Ende erreicht, während sie dort noch in 
Thät'gkeit begriffen war. Der westliche Theil des Vejvanover Beckens stimmt in dieser 
Beziehung mit dem Néméovieer Becken überein, indem die bekannte geringe Kohlenab: 
lagerung ebenfalls nur dem unteren Theile des Braser Kohlenflötzes, der Sohlenkohle, ent- 
spricht. Die übrigen Becken, mit Ausnahme des Svina’er, in welehem bloss das un- 
tere Kohlenflötz vorkömmt, haben allein die dem mittleren Theile des Biaser oberen 
Kohlenflötzes angehörigen Kohlenlagen entwickelt, stellen sich sonach jünger heraus als 
die Kohlenbildnng im Néméovicer und Vejvanover Becken. j 

Das Studium der Kohlenflötze in der Umgebung von Radnie bietet daher drei 
interessante Thatsachen : 

1. Die Spaltung eines mächtigen Kohlenlagers in mehrere schwache Flötze. 

2. Die ungleiche Verbreitung einzelner Lagen des gesammten Kohlenflötzes über 

die verschiedenen Partien der Kohlenbecken. 

3. Den Uibergang von Kohlenflötzen in Schieferthonlager. 

Die beiden ersten Thatsachen, die in gewisser Beziehung zu einander stehen, na- 
mentlich aber die zweite, liefern lediglich den Schlüssel zur Erklärung der verschiedenen 
Mächtigkeit der in den einzelnen Becken abgelagerten Kohlenflötze, die sonach keineswegs 
als selbständige unter dem Kinflusse abweichender Vegetationsverhältnisse gebildete Kohlen- 
schichten, sondern unter überall gleichen Bedingungen entstandene Bruchtheile der ge- 
sammten Kohlenflötzbildung in der Umgebung von Radnie betrachtet werden müssen. 

Die dritte Thatsache aber gibt einen Anhaltspunkt für die Erklärung des Man- 
gels eigentlicher Kohlenflötze an mehreren solehen Punkten, wo sie mit aller Wahrschein- 
lichkeit erwartet werden konnten und nicht gefunden wurden. 

Bei einer Vergleichung der der oberen Kohlenflötzgruppe angehórigen Kohlen- 
flötze in den einzelnen Becken erhält man folgendes Bild: 


Bras Néméovic Vejvanov Mostic Gr.-Lochovie Skoupy Darova. 
1. Obere Partie des Kohlenflitzes 2? 
2. Mittlere „ а 99 Lavo pO а ОСГ Ц 10 quM qu 
3. Untere ,„ р 1—2° 1992, 5'8".9094" — = — e: 
Wie speciell im Bfaser Becken der Complex der Sohlendecken am meisten 1 
Bezug auf Mächtigkeit wechselt, so zeigt sich derselbe auch in Hinsicht auf die in den 
einzelnen Becken entwickelte Mächtigkeit am meisten unbeständig. Dagegen gibt sich 
eine besondere Uebereinstimmung des an verschiedenen Localitäten entwickelten mittleren 
Flötztheiles auch in seiner Mächtigkeit kund. я 
In Anbetracht der zwischen den einzelnen constanten Zwischenmitteln einge- 
schlossenen Kohlenlagen stellt sich in den einzelnen Becken folgendes Verhältni ss heraus 


lis 63 


Bras Néméovie Vejvanov Mostie Gr.-Lochovic Skoupy Darova. 


1. Kohlenlage über dem 
. Firstenstein Si g 
2. Kohlenlage vom Firstenstein | 5 
bis zum flitatheilenden Keile 4^ ^ 3 
З. Kohlenlage vom Hötztheilen- | = 
den Keile zur Plicka PN 3 RUM OR E 
1. Kohlenlage zwischen Flicka 
und Schrammflötz 4 А OBA — о ДО 


5. Kohlenl. zwischen Schram- 

Hitz und der obersten Sohlen- 

‚ decke " Lë A 6‘ Br Kb 
0. Sohlendecken Complex 6—12° 8 Di: Si 

bis 16^ 

Auch in Anbetracht der einzelnen Kohlenlagen stellt sich hiernach eine Ueber- 
einstimmung in den verschiedenen Becken heraus, die namentlich in der überall begränz- 
ten Lage zwischen der Flicka und dem Schrammflötze deutlich ist, während sie in den 
die First und die Sohle der Flótze bildenden Lagen Abweichungen unterliegt, die durch 
einen früheren Beginn oder eine frühere Unterbrechung der Bildung erklärlich werden, 
die aber nie eine, die Mächtigkeit der- correspondirenden Kohlenlage in dem 
normal entwickelten Braser Kohlenflötze, übersteigende Grösse darthun, und somit auf 
einen ziemlich gleichformigen Abschluss in der Bildung der einzelnen Kohlenlagen für 
alle Becken hindeuten. 

So ist die Lage zwischen dem Schrammflötze und der Flicka, wo beide Zwischen- 
Mittel vorhanden sind, ziemlich gleich; zwischen ersterem und den Sohlendecken wohl 
weniger mächtig, aber nie über 7 Fuss stark ausserhalb des Draser Beckens entwickelt. 

у Die Kohlenlagen über der Flicka ausserhalb des Braser Beckens erreichen nie 
eine Mächtigkeit, die auf eine über die Periode der Bildung des Firstensteines hinaus- 
reichende Zeit schliessen liesse; aber sie sind mehr entwickelt als im Braser Becken bis 
zum Beginne des flötztheilenden Keiles, woraus zu folgen scheint, dass diese im Braser 
Becken so intensive Ablagerung einer Gesteinsschichte sich nicht in den übrigen Becken 
merklich machte. 

i Das untere Kohlenflótz besitzt an den verschiedenen Loealitüten, wo es vorkómmt, 
eine bei weitem gleichfórmigere Entwicklung. Wir finden dasselbe im Braser und Vejvanover 
Becken fast von zwei Klaftern Mächtigkeit; ebenso zeigt das im Darova'er Becken für 
das untere Flótz angesprochene Ausgehende 2 Klafter Mächtigkeit, nur im Svina'er Becken 
bleibt es darunter. Den stellenweisen Uebergang durch Ueberhandnahme thoniger Schichten 
hat aber dies Kohlenflötz mit dem oberen gemein. 

Es ist bemerkenswerth, dass die Gesammtmächtigkeit der Kohlenflötze in der 
Umgebung von Radnic ein namhaft grosses Procent von der Mächtigkeit aller zur Kohlen- 
formation überhaupt gehörigen Schichten beträgt. 

Die grösste Mächtigkeit der Steinkohlenbeeken übersteigt nämlich mit aller 
Wahrscheinlichkeit nur an wenigen Stellen 50 bis 60 Klafter. Dagegen messen beide 
Kohlenflötze im Braser Becken, wo sie vollkommen entwickelt sind, 8 Klafter, oder bis 
16 Procent von der Gesammtmächtigkeit der Kohlenformation in diesem Becken, In den 
übrigen Becken wechselt dies Verhältniss Es ist nämlich: 

Bras Néméovie Vejvanov Mostie Gr.-Lochovie Darova Skoupy Svina 


1 
Gesa mmimächtig, des Beckens 50° 50° 60° 8° 15° Bor PSE A qu 
á sive (USL AI ‚0 40 4.60 0 90 ي‎ is 
» det Kohlenflitze 8 1,4 1,6 1,6 мү, | 2,8" 9 1° 1 59 
| 4,8"? ^4 p 
Kohlenmächtigkeitsprocen! 16 2,8 9 20 13,3 | 7,6 


14 16,6 


\14,3 2 


EFS STS 


ڪڪ 


== 


64 II. 


Trotz dieser namhaften percentualen Entwickelung der Mächtigkeit der Kohlen- 
flótze zwischen den übrigen Gesteinslagen der Kohlenformation ist der Reichthum an wirk- 
lich abgelagertem Kohlenmateriale in der Umgebung von Radnie doch keineswegs so be- 
deutend, wie in vielen anderen Kohlenablagerungen. Die geringe horizontale Ausbreitung 
der Kohlenbecken selbst und der stellenweise Mangel an Kohlenflötzen in denselben. sind 
Ursache hievon. Dazu wird noch ein nicht unbeträchtlicher Theil der abgelagerten Kohlen- 
flótze dureh eingetretene Verunreinigung mit tauben Mitteln einer technischen Ver- 
werthuug entzogen, und verringert das Kohlenmateriale in dieser Hinsicht noch mehr. 
Eine Schätzung des ursprünglich abgelagert gewesenen Kohlenquantums liesse 
sich nur annühernd und unvollkommen erzielen, namentlich da, wo der Bergbau die Ver- 
breitung und die Gränzen der Kohlenflótze noch nicht sichergestellt hat, oder wo das 
Kohlenflötz durch die Aufnahme von Zwischenmitteln allmälig ärmer an eigentlichen 
Kohlenlagen wird. 
Versucht man eine solche Schätzung, so muss im Břaser Becken berücksichtiget 
werden, dass das Kohlenflótz von den Rändern des Beckens mehr weniger zurücktritt, 
dass im nördlichen Theile desselben die Flötztheilung erscheint, und dass das untere 
Kohlenflötz nur über die Hälfte des Beckens verbreitet betrachtet werden darf. Setzt 
man die durehschnittliche Mächtigkeit des oberen Kohlenflótzes auf 5  Klaftern, jene 
des unteren Kohlenflötztheiles allein auf 3 Klaftern; die des unteren Kohlenflötzes mit 
Rücksicht auf die stetige Abnahme der Kohlenlagen auf 1 Klafter, so würde sich für 
das Braser Becken ein beiläufiges Kohlenquantum her- 
ausstellev;von.nahezuü `. 5.0 oh ab ven bloat А, 1:2,9004900 hK bu Kalten 
Eine ähnliche Rechnung liefert für das  Vejvanover 

Becken, unter Voraussetzung, dass überall, soweit das obere 

Kohlenflótz bekannt ist, sich auch das untere vorfinde . . 3,200.000 , » 
Für das Néméovicer Becken, jedoch mit sehr we- 

nig Genauigkeit und mit Berücksichtigung der auch in den 


nicht abbauungswürdigen Lagen enthaltenen Kohlensehnürchen 40.000 ., a 
Für das Mosticer Becken Lon ageet Tre o unda a 17:000152; » 
Für das Gross-Lochovicer Becken bei einer Mächtig- 

keit des Kohlenflótzes von durchschnittlich 2 Klaftern . . 280.000 ., ” 
Für jenes von Skoupy eben so bei 2 Klftr. Mächtigkeit 40.000 ў 
Für das Becken von Svina mit durchschnittfich 1'/, 

Kalter; МЕЧЕ Ке 1.05 ау а obvi. euere j 


Endlich für das Becken von Darova, bei dem eine 
Annahme jedoch nur vermuthungsweise aufgestellt werden 


heh ls арон). lan J Пуш Mira rods doe 500.000. „ 77 
Daraus würde sich das Kohlenquantum in der Umgebung 
von Radnic annähernd ergeben mit... . . 7,027.000 Kub. Klaftern. 


Das spee. Gewicht der Kohle in der Сов von Кайпі е wechselt je nach 
der Localität, von der die Kohle abstammt zwischen 1,25 und 1,4, kann aber im 
Durchschnitte: aus vielen Versuchen zu 1,26 angenommen werden. Hieraus stellt sich 
eine Kubik-Klafter reiner Kohle auf We 150 Zentner, Das wirkliche Gewieht einer 


Kubik-Klafter Kohle in der Grube weicht von dieser Zahl oft namhaft ab, und — 
selbst bis 180 Zentnern, was theils von der Beimengung schwerer Schiefertheile, thet! 


von dem Grade der Grubenfeuchtigkeit abhängt. Anders wieder verhält sich das beim 
Bergbaue aus einer Kubik-Klafter anstehender Kohlenmasse gewonnene Gewicht, das 
nach Abschlag des unverwendbaren Kohlenstaubes etc. zwischen 120 und 150 Zent? 
nern schwankt. 

Da es sich um Ermittlung des reinen Kohlenquantums hier handelt, 
duvehsehnittliehe Gewicht einer Kub.-Klafter anstehender Kohlenmasse mit 150 Zentnern 
zu Grunde gelegt, und daraus würde für die Becken in der Umgebung von Radnie sich 
ein Gewicht abgelagert gewesener Kohlenmasse ergeben mit 1054 Millionen Zentnern. 


so sei das 


П. 65 


Diese Menge würde sich vertheilen: 


Auf das Braser)Bechkentmit'):*% MCS 420 Millionen Zentnern 
s. » Néméovicer Becken шесе, жми ел... 6 b E 
monty aXgejvanoyer Вебер mil. pont] sb. atom 480 b 3 
паи. Осы: ЛГУ у тоны S 3 is e 
„уж Gross-Lochoyicer, Becken mit. . y 4... 42 de 5 
» .» Skaupy-Becken mit Geh КАСЫ: US ATE RA 6 is » 
won ИОТ ООО IM a uad коз uiis 22 ў " 

wrt RATAN, er. Becken mi... ^w" 75 d 


ма С а 
wl diesen Zahlen ist nicht bloss auf das für technische Benützung geignete Quan- 
tum von Steinkohlen, das sich in den einzelnen Becken wohl verschiedentlich von der 
wirklich abgelagerten Kohlenmenge herausstellen wird, Rücksicht genommen, sondern es 
sollen «dieselben ein annäherndes Verhältniss liefern von jenen Kohlenmengen, die in den 
einzelnen Becken zur Ablagerung gelangten, und in dieser Berücksichtigung dürfte sich 
die Zahl von 1054 Millionen eher zu gering als hoch erweisen, 
Von diesem Gesammtquantum kann nur in Anbetracht der einzelnen Gruppen 
entfallen : 
Auf das untere Kohlenflötz im Biaser, Vejvanover, Svina’er Becken etc. 274 Millionen. 
Auf das obere Kohlenflótz; u. z.: 


Auf die obere Abtheilung desselben im Braser Becken vob. »ıb 390 ; x Millióttent 
Auf die mittlere Abtheilung im  Bfaser, Vejvanover, Mostider, Gross- 
Lochovieer, Skoupy- und Darova-Becken . . . . . . 380 Millionen. 


Auf die untere Abtheilung im Вѓаѕег, Néméovicer und Vejvanover Becken 300 Millionen. 

Diese Zahlen, wenn gleich sie keinen Anspruch auf volle Genauigkeit machen, 
dienen dennoch zu einer Uebersicht, wie die Bildung von Kohle in den einzelneu, recht 
Wohl in den verschiedenen Becken sich kundgebenden Perioden ihrer Ablagerung in 
grösserer oder geringerer Verbreitung erfolgte, und zeigen, wie dies schon aus der Be- 
trachtung des Müchtigkeitsverhültnisses im Allgemeinen sich herausstellte, dass die Ent- 
stehung von Kohlenschichten namentlich in der Mitte der Ablagerungsperiode der Rad- 
nicer Becken begünstiget war. 

Der Aschengehalt der Radnicer Kohle ist je nach der Oertlichkeit, von der die 
Proben entnommen wurden, sehr wechselnd befunden worden. Prof. Balling hat denselben 
an Kohlen aus dem Bfaser Becken zwischen 2,1 und 2,8 procent bestimmt. In der Kohle 
von Lochovie wurde derselbe 2,8, in jener von Svina 6,2— 8,7, in Kohlen von Vejvanov 


selbst 16,95—33,8 procent gefunden. — Nach von der К. k. geologischen Reichsanstalt 
in Wien ausgeführten Proben (Jahrbuch 1856) wird der Aschengehalt angegeben: 
bei Kohle aus dem Biaser Becken : Gf. Sternberg'sche Grube 4,5 procent. 
Saliger'sche d 09,2 d 
v. Stark’sche 1910199,4 y 
Gf. Vrbna'sche » 19,7 b 
Vanka’sche » 20,0 ý 
bei Kohle von Chomle (Vejvanover Becken) 3,2 " 
bei Kohle aus dem Becken von Skoupy 7,0 n 


Der grosse Wechsel im Aschengehalte bei Kohlen aus demselben Flötze und 
derselben Grube ist nur in der Wahl der Schicht, der die Probe entlehnt wurde, be. 
gründet, Für Kohlen die nieht mit Brandschiefer verunreinigt sind, und nicht den einer 
Zersetzung bereits unterworfenen Theilen des Kohlenflötzes entnommen wurden, ist ein 
durchschnittlicher Aschengehalt von 2 bis 4 Procent als gewöhnlich anzunehmen. 


c 


66 П. 


Die organischen Ueberreste. 


Die Steinkohlenformation in der Umgebung von Radnic ist durch ihren Reich- 
thum an organischen Ueberresten bekannt, auf den seit langen Jahren schon ausge- 
zeichnete Forscher, wie Graf Kaspar v. Sternberg, Corda, Press] und v. Ettingshausen 
ihre Aufmerksamkeit lenkten und die Mannigfaltigkeit der daselbst vorkommenden Arten 
kennen lehrten. 

Allenthalben sind aber mit der Gelegenheit zur erweiterten Beobachtung und 
Untersuchung neue, früher in der Umgebung von Radnie nicht bekannt gewesene Arten 
zum Vorschein gekommen, und vermehren die nieht unbedeutende Anzahl der bis jetzt 
sicher gestellten Arten und Gattungen, deren Reihe auch bis jetzt noch nieht als abge- 
schlossen betrachtet werden darf Ausserdem haben die neueren Beobachtungen mehr 
Gelegenheit geboten, die Schichten, in welchen gewisse Arten vorzüglich vorkommen 
oder fehlen, näher bestimmen zu können. 

Von den beiden organischen Reichen ist in den Petrefacten der Radnicer Stein 
kohlenformation, wie überall in Böhmen, ganz überwiegend das Pflanzenreich vertreten 
und Pflanzenreste, sowohl Laub und Früchte, als Stämme und Rinden sind. es haupt- 
sächlich, die sich dem Beobachter darbieten. — Doch fehlen thierische Organismem 
nicht ganz; ja die Radnicer Steinkohlenbecken müssen in dieser Hinsicht vor den 
übrigen, weit ausgedehnteren Steinkohlenablagerungen in Böhmen bisher als besonders be- 
günstigt betrachtet werden, da von den bis jetzt in. böhmischen  Steinkohlenschichten 
überhaupt gefundenen 7 Vertretern aus dem Thierreiche drei ihnen allein zukommen. *) == 
Trotzdem sind thierische Reste nur als besondere Seltenheiten zu betrachten. 


A. Thiere. 


Die aus den Schichten der Steinkohlenformation bei Radnie aufgefundenen Thier- 
reste gehören sämmtlich in den Kreis der Entomozoa (Artieulata) und speziell der Classe 
der Arachnoideen an. Es sind ausschliesslich Landthiere. 

Das eine derselben Cyclophtalmus senior Corda ist ein Skorpion; er wurde 
1834 durch Graf Kaspar von Sternberg in den Schichten des Steinkohlengebirges bel 
Chomle, im Steinbruche beim Teiche Malikovec entdeckt und von Corda näher be- 
schrieben. Das zweite, ein Afterskorpion, wurde an derselben Stelle im Jahre 1838 vom 
Gf. Sternberg aufgefunden, von Corda beschrieben und von ihm Microlabis Sternberg"! 
benannt. 

Nach der Localität, an welcher diese beiden so wichtigen Exemplare gefunden 
wurden und nach dem Gestein, in welchem sie eingeschlossen sind, stammen beide aus 
den Schichten der Schleifsteinschieferbrüche südlich von Chomle, oberhalb des ehe. aligen 
Teiches Malikovec, sonach aus den Schichten, die der unteren Kohlenflötzgruppe ange 
hören und wahrscheinlich aus der dem zweiten Kohlenflötze zunächst liegenden Sand- 
steinschichte. 

Aus den derselben Schichtengruppe angehörigen Gesteinen ist endlich erst in 
neuerer Zeit eine echte Spinne, von Dr, Frič Palaranea borassifolia benannt, aul 
einem im kön. bóhm. Museum befindlichen Abdrucke von Flabellaria borassifolia, der 
aus dem Becken von Svina abstammen soll, gefunden worden. 

So sind sümmtliche, bisher aus den Steinkohlenbecken bei Radnie bekannt ge 
wordenen Ueberreste thierischer Organismem  ausschiesslich auf Schichten der unteren 
Kohlenflötzgruppe beschränkt. 


*) Von den übrigen thierischen Organismen aus böhmischen Steinkohlenschichten sind 
zwei in dem Liseker Becken bei Beraun, einer bei Wilkischen und einer bei Kralup gefunden worden. 


" 


IT. 67 


B. Pflanzen. 


I. Equisetaceae. Schafthalme. 


a) Calamites. 


Calamiten finden sich allerorts in den Schichten der Radnicer Steinkohlen- 
formation, stellenweise in grosser Menge beisammen, über und durcheinanderliegend, 
“umeist plattgedrückt und parallel der Gesteinsschichtung gelagert, seltener in ganz oder 
annähernd eylindrischer Gestalt die Schichten senkrecht oder in etwas geneigter Lage 
durchschneidend. Die Oberfläche der meisten Exemplare ist mit einer dünnen pulver- 
förmigen Kohlenlage überzogen, die beim Auslösen aus dem Gesteine zerstört wird. Die 
überwiegende Mehrzahl besitzt nur geringe Stärke; doch sind Stämme bis zu 6 Zoll 
Durchmesser beobachtet worden. 


1. Calamites conmumis. Ett. 


Calam. Suckovii Brong. Gutbier Abdrücke und Versteinerungen Taf. II. fig? 179. 
” eannaeformis Brong. Gutbier Abd. und Verst. Taf. IT. fig. 7. 


n ramosus Brong. | Gutbier Abd. und Verst. Taf. II. fig. 6 
» nodosus Sternb. > 


carinatus. Sternb. | Sternberg Vers. I. Taf. XVII. fig. 2; Taf. XXXII fig. 1. 

а undulatus Stbg. Gutb. Abd. und Verst. Taf. II. fig. 5. 

» cruciatus Stbg. Vers. I. Taf. XLIX fig. 5. Gutb. Taf. II. fig. 9. 10. 12. 18. 15. 16. 

H regularis Stbg. Vers. I. Taf. LIX fig. 1. 

$ pseudobambusia Stbg. Vers. I. Taf. XIII. fig. 3. 

" sulcatus Gutb. Abd. und Verst. Taf. II. fig. 8. 

» varians Stbg. Vers. II. Taf. XII. 

» approximatus Stbg. 

Alle die bezeichneten, vom Ettingshausen in seiner Steinkohlenflora von Radnic, 

unter dem Collectivnamen Cal. communis zusammengezogenen Arten kommen vor und 
“war im bunten Wechsel mit einander, ohne dass für eine ‘oder die andere derselben 
eme ausschliessliche Entwiekelung in einem besonderen Schichtencomplexe bisher sicher 
Sestellt werden kann. Häufig finden sich zwei, auch mehr der genannten Arten an einem 
und demselben Exemplare vor, was Ettingshausen zur Vereinigung derselben in eine Art 
eranlassung gab (Flora von Radnie, Seite 26). Die verschiedenen Varietäten dieses Ca- 
lamiten finden sich durch alle Schichten bei Radnie u. z. bei Svina, Lochovie, Vejvanov, 
Moštic, Bras im Hangenden des unteren so wie des oberen Kohlenflótzes, im Firstensteine 
und im Schrammflötze. Ihres Vorkommens in der tiefsten Lage des oberen Kohlenflötzes 
wurde schon früher gedacht. In Bezug auf die Menge der Individuen scheinen ausser 
dieser letzteren Kohlenlage die Hangendschieferthone des oberen Kohlenflötzes besonders 
'egünstigt zu sein, auf welchen Calamiten oft in grosser Anzahl neben einander gelagert 
erscheinen, — Calamiten werden einzeln selbst bis in den Molty¥sandsteinen der oberen 
Kohlenflötzgruppe gefunden, reichen sonach in die jüngsten Schichten der Radnicer Kohlen- 
formation hinauf. 


2. Calamites tenuifolius. Ettingsh. 


e Unter den früher erwähnten Arten von Calamites finden sich nicht selten solche, 
die durch eine selbst an grösseren Exemplaren constant genäherte, wenig erhabene und 
zarte Streifung, so wie durch nahe an einander gestellte, kleine, meist runde Knötchen 
Oder Tuberkeln an den Gliederungen ausgezeichnet sind und demnach eine eigene Art. zu 
bilden scheinen, die von Ettingshausen als selbständig aufgestellt wurde, Ihr scheinen 


5% 


68 TT. 


sich die von Gutbier aufgestellten Arten Cal. tuberculosus und Calam. affinis (Abdrücke 
und Verst. Taf. II. fig. 11 und 14) zu nähern, 

Exemplare mit den bezeichneten Characteren finden sich nicht selten unter Ab- 
drücken von Calam. communis zerstreut vor, 


3. Calamites Gopperti. Fit. 


Beschrieben und, abgebildet in v. Ettingshausen's Steinkohlenflora von Radnie 
p. 27. Taf. I. fig. 3 und 4; nach Geinitz jedoch übereinstimmend mit Kquisetites infundibuli- 
formis Brong.; Huttonia equisetiformis. Cal. und Cal, . communis It. Vorkommen nach 
Ettingshausen bei Mostie. 

Mit den Calamiten vorkommend und nach mehreren Beobachtungen von Ettings- 
hausen als die äussere, mit querständigen Astnarben besetzte Rinde des Calamites communis 
betrachtet, finden sich öfter die von Lindley und Hutton als Cyclocladia major beschrie- 
benen glatten Rindenstücke mit schuppenartigen Narben an den Gliederungen, und sind 
selbst in solcher Verbindung mit den lüngsgestreiften Gliedern von Calamiten beobachtet 
worden, dass deren Zusammengehörigkeit wohl ausser Zweifel gestellt. ist Abdrücke 
dieser Rinden sind sowohl bei Svina, sonach in der unteren Kohlenflótzgruppe, als auch 
in den Hangendschiefern | der | oberen. Kohlenflótzgruppe des Bfaser Beckens bekannt 
geworden, 


b) Huttonia. 


1. Huttonia spicata. Stbg. 
Sternberg: Verhandlungen der Gesellschaft des ` vaterländischen Museums in 
Bóhmen 1837 p. 69. Taf. I. fig. 1—4. 

Diese von Sternberg aus dem Kohlenbecken bei Svina aufgefundene Art. ist nach 
Ettingshausen auch bei Vranovic vorgekommen. Ettingshausen bestimmt aber die Schichten 
nicht genauer, aus welchen sie bekannt wurde; ich habe Bruchstücke dayon aus den 
Schleifsteinschiefern bei Vranovic gesehen und so dürfte das Vorkommen dieser Art bis- 
her auf die untere Kohlenflötzgruppe beschränkt sein. 


9. Huttonia carinata. Germ. 


Mehrere Abdrücke dieser, mit der von Germar in seinen Versteinerungen des 


Steinkohlengebirges von Wetin und Lóbéjin Seite 90 beschriebenen und Taf. XXXII. 
fig, 1. 2. abgebildeten, ährenförmigen Pflanze, übereinstimmenden Art sind in den Han- 
gendschiefern der oberen Kohlenflótzgruppe. des Braser Beckens hei Vranovic vorgekon- 


men und wurde darüber in der naturwiss. math. Section der k. bóhm,. Gesellschaft dei 
Wissenschaften yom 20. März 1865 Bericht erstattet. Die. Abdrücke waren eben 80, wie 
die von Germar beschriebenen mit einer dünnen Kohlenhaut überzogen. die sich leicht 


abblättert und dadurch die Structur dieser Pflanzentheile undeutlich macht. 


II. Asterophyllitae. Sternhalme. 


Const. v. Ettingshausen stellt sämmtliche als Asterophyllites, Volkmania, Bechera ete. 
bekannt gewordenen Arten als zu den Calamiten gehörige Spieae, Rami und Ramuli au 
und betrachtet sie sonach nicht als eigene Arten, Dagegen wird von Geinitz hervorge- 
hoben, dass bei Calamiten die Aeste rings um den Stengel vertheilt sind, während 816 
bei Asterophyllites nur gegenständig in zwei Reihen stehen, dass Calamites an den 
Gliederungen eingeschnürt, Asterophyllites hingegen mit einem vorstehenden hóckeriger 
Rande versehen ist. | 

Die zu dieser Abtheilung gehörigen Arten kommen ziemlich häufig in allen Ho- 
rizonten der Steinkohlengebilde von Radnic vor, erscheinen oft mit Calamiten gemengt, 


IT. 69 


aber eben so mit anderen Pflanzenarten in Gemeinschaft, ohne dass Calamiten sich in 
der Nähe vorfinden. 
Die hicher gehörigen verschiedenen Arten sind: 


a) Asterophyllites. 
1) Asterophyllites eqwisetiformis Schloth. 
Calamites equisetiformis Ettingsh. 
Bechera diffusa. Stbg Vers. I. Taf, XIX. fig. 3. Vorgekommen bei Mostic. 


2. Asterophyllites grandis Stbg. 


Bechera grandis. St. I. T. 49. fig 1. 

Volkmannia gracilis. St. IL. T. XV. fig. 1. 3. 

Brukmannia tubereulata. St. 1. Т. XLV. fig. 

Volkmannia arborescens. St. IL. T. XIV. fig. 

Volkmannia elongata Pressl 

Vorgekommen in der oberen Kohlenflótzgruppe im Hangendschiefer, Firstenstein 
und Sehrammfílótze, im  Hangendschiefer des unteren Kohlenflótzes bei Bfas und Svina. 


=m t 


3. Asterophyllites longifolius. Brong. 


Brukmannia longifolia, Stbg. I. Taf. ПУШ, fig. 1. 
Hangendschiefer des oberen Kohlenflötzes im Břaser Becken, 


4. Asterophyllites foliosus Lindl, 
Volkmannia distachya Stbg. I. Taf. XLVII. fip. 8. 
Bechera dubia Stb. I. Taf. LI. fig. 3. 
Aus der oberen und unteren Kohlenflótzgruppe 


b) Annularia. 
Die Annularien erscheinen im Allgemeinen sparsam bei Radnice und von den mir 
Vorgekommenen sind nur wenige gut erhalten gewesen. 


1. Annularia longiofolia. Brong. 
Anntularia spinulosa Stbg, I. Taf, XIX. fig. 4. 
roflexa Stbg. T. Taf. XIX. fig. 5. 
М fertilis Sthg. L Taf. LL fig. 3 
Vorgekommen im Hangendschiefer des oberen Kohlenflötzes bei Mostic und in der un- 
teren Kohlenflötzgruppe des Biaser Beckens. 


” 


¢ B . 
2. Annularia radiata. Brong 


Annularia minuta. Drong. 
Aus den Hangendschiefern des oberen Kohlenflötzes bei Vranovie und Mostic. 


e) Sphenophyllum. 
Vollkommen entwickelt und häufiger erscheinen bei Radnice Abdriicke der als 
d D D D JU ۰ 
Sphenophyllum bezeichneten Arten dureh alle Horizonte der Steinkohlenformation und 
in sümmtliehen Becken. Die einzelnen Stämmchen zeigen nicht selten ausgezeichnete 
Verästelung. 


1. Sphenophyllum microphyllum Sthg. 
echera delicatura Stbg. I. Taf. XLIX. fig. 2. 
Bechera ceratophylloides Stbg. 
Myriophillites microphyllus Stbg. ,.| 
Ist. bei: Svina vorgekommen. 


I. Taf. XXXV. fig. 3. 


70 II. 


2. Sphenophyllum saxifragaefolium Stbe. 


Rotularia saxifragaefolia Stbg. I. Taf. LV. fig. 4, 

Rotularia polyphylla Stbg. I. Taf. L. fig. 4. 

Sphenophyllum Schlotheimi Ett. zum Theil. 
Im Hangenden des oberen Kohlenflótzes bei Bias, Mostie, Privétic, Lochovic, im Firsten- 
stein und Schrammflötze; in der unteren Kohlenflótzgruppe bei Svina und aus der flótz- 
leeren Gruppe bei Vrbatka und im östlichen Theile des Vejvanover Beckens beobachtet 


3. Sphenophyllum emarginatum. Brong. 


Rotularia pusilla Stbg. I. Taf. XXVI. fig. 4. 
Sphenophyllum Schlotheimi Ett. zum Theil. 
Ist nach Ettingshausen bei Svina vorgekommen 


III. F'ilices. 


Die in diese Classe gehörigen Pflanzenreste bestehen theils aus Laubweden, theils 
aus Strunken, Baumfarren. Erstere erscheinen oft in grosser Anzahl zusammengedrüngt 
auf einer Schicht, nicht selten eine einzige Art allein auf ziemlich weite Strecken ver- 
breitet. Ganz erhaltene Wedel sind selten zu beobachten. Obwohl selten, so kommen 
doch Exemplare vor, an denen Fructificationsorgane noch erhalten sind; ich habe solche 
an Sphenopteris und Cyatheites-Arten beobachtet. 


Farrenwedel. 


a) Sphenopteris. 

So zahlreich an Arten diese Gattung auch ist, so werden dieselben doch im 
Allgemeinen nur sparsam gefunden. Nur wenige Ausnahmen finden hievon statt. Besonders 
zahlreich ist Sph. obtusiloba in einer Hangendschicht des oberen Kohlenflötzes bei Bias 
vorgekommen, ist aber ausserdem überall zerstreut. zu finden Sonst sind Sphenopteris- 
Arten anderen Pflanzenresten untergeordnet. 


1. Sphenopteris linearis Stbg. I. Taf. XLII fig. 4. 
Cheilantites linearis Gópp. Die foss. Farrenkräuter, Taf, XV. fig. 1. 
In dem Hangendsandsteine des unteren Kohlenflótzes bei Svina und Bras selten. 
2. Sphenopteris artemisiaefolia. Stbg. I. Taf. LIV. fig. 1. 


Gleichenites artemisiaefolius Göpp. die foss. Farrenkränter, 
Von Ettingshausen bei Moštic vorkommend angegeben. 
Ausserdem im Hangenden des oberen Kohlenflötzes bei Bras gefunden. 


3. Sphenopteris elegans Brong. Stbg. I. Taf. XXII. fig. 2. 


Cheilantites elegans Gópp. die foss. Farrenkrüuter. Taf. X. fig. 1. Taf. XI. fig. 1. 2 

Wurde in manigfaltigen Uebergüngen beobachtet und ist gefunden worden in der unteren 

Kohlenflótzgruppe bei Svina, in den Hangendschichten des oberen Kohlenflótzes bei Bras 

und Mostic und im Firstensteine. Die Species ist auch fructifieirend vorgekommen, mit 
an den Enden der Lappen sitzenden Fruchthäufchen, 


4. Sphenopteris Bronni. Guth. | 


Sphenopteris intermedia Ett. Steinkohlenflora von Stradonic. Taf. 1. fig, 7. 
Bei Svina vorgekommen ; selten. 


5. Sphenopteris meifolia Stbg. II. Taf. 20. fie. 5. 


Ett. Steinkohlenflora von Radnic. Taf. XVII. fig. 3. 
Sphenopteris delicatula Stbg. I. Taf. XXVI. fig. 5. 


> 


II. 71 


Ist vorgekommen im Biaser Becken im Hangendschiefer und Firstensteine des oberen 
Kohlenflötzes bei Мос und bei Svina; immer vereinzelt. 
6. Sphenopteris lanceolata Gutb. Verst. und Abdr. Taf; IV. fig. 4. 
Nach Ettingshausen nicht selten bei Svina. Ist ausserdem im Firstensteine des oberen 
Kohlenflótzes bei Bras vorgekommen. 
7. Sphenopteris Gutbiert Ett. 
Steinkohlenflora von Radnie Taf. XIX. fig. 1. 2. bei Svina. 


oc 


Sphenopteris Hönighausi Brong. Histoire des végetaux fossiles. Taf. 52. 


Ist im Hangendschiefer des oberen Kohlenflötzes bei Vranovic gefunden worden. 


9. Sphenopteris obtusiloba Brong. 
Ettingsh. Flora von Кайе. Taf. XXI. fig. 2 

Diese Art ist in ziemlich grossen Wedeln, so wie in Fragmenten in allen Hori- 
zonten der Radnicer Steinkohlenformation gefunden worden, Es ist die einzige Sphen. Art, 
die allgemein und stellenweise in grösserer Individuenzahl versammelt vorkömmt Sie ist 
bekannt von Svina, so wie aus den Hangendschiefern des unteren Kohlenflötzes bei 
Chomle und Bias, aus der oberen Kohlenflötzgruppe von Lochovie, Vejvanov, Mostic und 
Bias. Im letzteren Becken war namentlich eine, über die First des Kohlenflötzes nur 
wenige Zolle hoch liegende Schieferthouschicht von geringer Stärke am westlichen Rande 
des Beekens. fast ausschliesslich mit Resten dieser Art ziemlich gedrängt und gleichförmig 
erfüllt. In Bezug auf die Grösse und Ausbildung der Fiederblüttehen erscheinen die 
Exemplare manigfaltig entwickelt. Ein einziges Exemplar hat sich fruetifieirend, mit auf 
einzelnen Blüttehen zerstreuten ziemlich grossen rundlichen Fruchthäufchen vorgefunden. 


10. Sphenopteris irregularis. Stbg. I, Taf. ХҮП, fig. 4. 
Sphenopteris botryoides | 
Pecopteris venusta [ 
Sphenopteris trifoliata Brong. Hist. d. vég. foss. Taf, 53. fig, 3. 

Von Зуша. 


Sthg ; Iu Fat dex VA fie. bh 


11. Sphenopteris debilis. Göpp. 
Pecopteris debilis Stbg. I. Taf. XV EMA: 
Wird von Ettingshausen bei Vranovie vorkommend angeführt. 


12. Sphenopteris tenuissima Stbg. II. Taf. XLI. fig. 2. 


Ettingshausen Flora von Radnic. Taf. NEVE Be: 8. 
Bei Vranovie in den Hangendschiefern des unteren Kohlenflótzes selten. 
13. Sphenopteris acutifolia Brong. 
Ett. Flora von Radnic. Taf. XIV. fig. 2. 
In einzelnen Exemplaren bei Moštic und. in den Hangendschiefern des oberen Kohlen 
flötzes im Bfaser Becken. 
Y D n 
14. Sphenopteris muricata Schlos. 
Pecopteris incisa Stbg. П. Taf. XXII. fig. 3. 
Alethopteris muricata Gópp. Tn Ettinsh. Flora von Radnie Taf. XIV. fig. 1. 
In den Hangendschichten des oberen Kohlenflötzes bei Bras und MoStie; ferner in den 
Schichten der unteren Kohlenflötzgruppe bei Chomle. 


15. Sphenopteris coralloides. Gutb. Abdr. und Verst. Taf. V. fig. 8. 


Diese Art ist erst in neuerer Zeit aus der Gegend von Radnic bekannt geworden und 
hat sich in den Hangendschiefern des oberen Kohlenflótzes sowohl bei Bras als bei Gross- 
Lochovic in grossen Wedeln vorgefunden, 


e 


BZ 


72 II. 


16. Sphenopteris acutiloba Stbg. IL. Taf. XX. fig. 6. 
Hymenophyllites furcatus Brong. 
Ettings. Flora von Radnic. Taf. XVII. fig. T. 

Nach Ettingshausen häufig bei Svina; in wenigen Exemplaren bei Moštic. Mir sind 
Reste dieser Art nicht selten im Bfaser Becken aus den Hangendschiefern des oberen 
Kohlenflótzes, so wie aus dem Firstensteine vorgekommen, 

17. Sphenopteris fragilis Brong. Hist. d. vég. foss. Taf. 54. fig. 2. 
In einzelnen wenigen Exemplaren aus den Hangenden des oberen Kohlenflótzes im Biaser 
Becken. 
18. Sphenopteris spinosa Göpp. 
Gattungen fossiler Pflanzen III. und IV. Taf. ХП. fig. I. 
Selten bei Svinä vorgekommen. 


19. Sphenopteris latifolia Brong. Hist. d vég. foss. Taf. 57. fig. 1. 3. 4. 


Ist in einzelnen Bruchstücken bei Vranovie in den Schichten der unteren Kohlenflótz- 
gruppe aufgefunden worden. 


b) Hymenophyllites, 
Diese Gattung erscheint bisher in den Steinkohlenschichten von Radnic mit 
einer einzigen, nur selten vorkommenden Art: 


1. Hymenophyllites Partschii. Ett. Steinkohlenflora von Radnie Taf. XIV. Fig. 7. 
Von Mostic und Bias in Schichten der oberen Kohlenflótzgruppe. 


с) Schizopteris. 
In der Umgebung von Radnic bisher nur in einigen wenigen Exemplaren bekannt. 


1. Schizopteris lactuca Presl. ` 
Schizolepis lactuca Stbg. in von Ettingsh. Flora von Radnic. 
Schizopteris lactuca in Germar Petref. strat. lithontrac. Wett. fasc. 4 
Taf. XVII und XIX. 
Aphlebia tenuiloba. Stbg. II. Taf. 58. fie. 1. 2. 
Von Vranovic aus den Hangendschiefern des oberen Kohlenflötzes in einigen wenigen 
Exemplaren bekannt geworden. 
2. Schizopteris caryotoides Sthg. 
Palmacites caryotoides Stbg. I. Taf. XLVIII fig. 2. 
Soll bei Svina vorgekommen sein, 


d) Neuropteris. 
Reste von Neuropteris finden sich in der Umgebung von Radnice nicht selten, 


doch nie in grösserer Menge, nirgends vorwaltend oder gosellig. Sie erscheinen hie und 
da unter den Resten anderer Arten zerstreut durch alle Horizonte der Steinkohlenbecken. 


1. Neuropteris angustifolia Brogn. Hist. d. vég. foss. Taf. 64. fig. 3. 4. 
Nach Ettingshausen bei Mostie. In einzelnen Exemplaren wurde diese Art überdiess im 


Hangendschiefer des oberen Kohlenflötzes im Braser Becken bei Gr.-Lochovie und bel 
Privetic beobachtet. 


2. Newropteris acutifolia Brogn. Hist. de vég. foss. Taf. 64. fig; 6. 7. 
Sternbg. TI." Tat "XT. € 


П. 73 


Ettingsh. Flora von Radnic. Taf. ХҮШ. fig. 5. 
Nach Ettingshausen bei Moštic vorgekommen. Ist aber auch bei Gr.-Lochovic und in gut 
erhaltenen Wedeln bei Vranovie im Hangendschiefer des oberen Kohlenflótzes gefunden 
worden. 


3. Neuropteris flexuosa Stbg. 
Osmunda gigantea Stbg. I. Taf. XXXII. fig. 2. 
Neuropteris plicata Stbg. П. Taf. XIX. figo 14:8: 
Ist bei Svina und Vranovic gefunden worden, 


4. Neuropteris auriculata Brogn. Hist. de vég: foss. Taf, 66, 
Ist in einzelnen Fiederblättehen und. Wedelbruehstücken im  Firstensteine des oberen 
Kohlenflötzes im Břaser Becken bei Vranovie vorgekommen. 

5. Neuropteris gigantea Stb. Vers. П. Taf. ХХИ. 


Sowohl bei Mostie als bei Svina gefunden. 


6. Neuropteris Lhosii Brongn. Hist. de véget. foss. Taf. 73. fig. 1. 2. 
Scheuchzer Herb. dilus. Taf. IV. fig. 3. 
Gleichenites neuropteroides Göpp. Sist. filie, foss, Taf. 4 und 
Nach Ettingshausen von Mostie bekannt, Mir sind Bruchstücke auch bei Svina und im 
Hangendschiefer des oberen Kohlenflötzes im Braser Becken vorgekommen. 


5. 


7. Neuropteris obovata Stbg. II. Taf, XIX. fig, 2. 
Von Vranovie aus den Hangendschiefern des oberen Kohlenflötzes. 


8. Neuropteris rubescens Stbg. IL. Taf. L. fig. 1. 6. 
Ettingsh. Flora von Radnic. Taf, XIV. fig. 4. 5. 

Je МҮН ` : л 4 

Nach Ettingshausen bei Mostie vorkommend. Ich habe mehrere Exemplare im Hangend- 


schiefer des oberen Kohlenflótzes bei Vranovie gefunden. 


9. Neuropteris bohemica. Ett. 


Ett. Steinkohlenflora von Radnie, Taf. NIIT. fig. 1. 
Ist von Ettingshausen bei Mostie gefunden worden. 


e) Cyclopteris. 


Ein Theil der auch bei Radnic vorkommenden, bisher als Cyelopteris selbständig 
aufgeführten Pflanzenreste wird gegenwärtig als Primordialwedel von Neuropteris Arten 
angesehen, Geinitz betrachtet namentlich als solche Cyclopteris orbicularis Brogn., auri- 
culata Stbg. und Sternbergi Gutb. 

Reste dieser Gattung sind in den Steinkohlenschichten bei Radnie im Ganzen 
genommen selten und erscheinen nur einzeln zerstreut, jedoch dureh sämmtliche Horizonte. 
1. Cyclopteris orbicularis Brogn. 

Adiantites eyelopteris Göpp. Syst. filio. foss. Taf, XXXIV. fig. 8. a. 

Eitingsh. Flora von Radnie. Taf. XIV. fig. 6. 

Bei Mo&tic und im Hangenden des oberen Kohlenflötzes bei Bras vorgekommen. Eben- 
so von Svina bekannt. 


2. Cyclopteris auriculata Stbg. П. Taf. XXII. fig. 6. 


Bei Svina und Vranovic. aufgefunden. 


3. Cyclopteris tenuifolia. Gópp. Gatt. foss. Pflanzen V. VI.. Taf. TV; und \Vroie tl, ^ 12. 


3 H - В Hu : r A v 
Ein kleines Bruchstück im Firstenstein des oberen Kohlenflótzes von Bias beobachtet. 


74 ii, 


4. Cyclopteris otopteroides ? Gopp. 
Adiantites. otopteroides Göpp. foss. Farrenkrüuter. Taf, XXXV. fig. 4. 
Ein einziges Fragment, das dieser Art anzugehóren scheint, ist im  Bfaser Becken, im 
Hangendschiefer des oberen Kohlenflötzes gefunden worden, 


f) Adiantites. 
1. Adiantites Haidingeri Ettingsh. Steinkohlenfl. von Radnice. Taf, XIX. fimo 8. 
Diese Art wurde in den Schichten des Steinkohlenbeekens von Svina aufgefunden. 
2. Adiantites giganteus Göpp. Syst filie. foss. Taf, VII. 
Die Art wurde von mir in einigen wenigen, darunter aber grossen Exemplaren im Han- 


gendschiefer des oberen Kohlenflötzes im Břaser Becken, so wie cin Fragment davon im 
Firstensteine daselbst aufgefunden. 


g) Dyetyopteris. 
1. Dyetyopteris Brongniarti Gutb. Abdr. und Verstein. Taf, XI. fie. 7. 9. 10. 
Einzelne Blüttehen dieser Art sind mir in den Gesteinsschiehten des Steinkohlenbeckens 
von Svina und aus den Vranovicer Steinbrüchen vorgekommen, finden sich sonach bis 
jetzt ausschliesslich auf Schichten der unteren Kohlenflötzgruppe vor. 


h) Cyatheites. 


In Bezug auf Menge der Individuen eine der am reichsten entwickelten Gattung: 
Sie erscheint auch auf allen Horizonten der Steinkohlenschichten bei Radnie und stellt 
eine wahrhaft gesellige Pflanze vor; jedoch in dieser Hinsicht vorzüglich in den Han- 
gendschichten des oberen Kohlenflótzes im Braser Becken entwickelt. Die einzelnen Arten 
dieser Gattung kommen mit einander vergesellschaftet yor, doch finden sie sich auch mil 
Arten andrer Gattungen untermengt. Sie sind es fast allein, dic häufiger in grossen, 
beinahe ganz erhaltenen Wedeln beobachtet werden. 


1. Cyatheites arborescens Gópp. 
Filicites arborescens Schlotheim Flora d. Vorwelt. Taf. УШ, fig. 13. 
Erscheint verhältnissmässig selten gegen andere Arten der Gattung bei Mostie und 1m 
Hangendschiefer des oberen Kohlenflótzes bei Bras. 


2. Cyatheites condolleanus Brong. 
Pecopteris fastigiata Stbg. П. Taf. XXV. fie, 5. 
Asplenites fastigiatus. Ett. Flora von Radnic. 
Ist bei Vranovie im Bfaser Becken gefunden worden. 


› 


3. Oyatheites oreopteridis Göpp. 
Ettingsh. Flora von Radnic. Taf. XV. fig. 2. 
Pecopteris aspidioides Stbg. I. Taf. L. fig. 5. 
Filicites oreopteridis Schloth. Flora der Vorwelt. Taf, 6. fig. 9. 
Bei Mostic und im Biaser Becken auf Hangendschiefern des oberen Kohlenflótzes 
sehr häufig. 
4, Cyatheites setosus. Ett. 
Steinkohlenflora von Radnic. Taf. XVII. fig. 2. 3. 
Ziemlich häufig bei Mostic. 
5. Cyatheites Miltoni Gépp. 


Cyatheites undulatus Ett. Flora von Radnic. Taf. XXI. fig. 3. 


IR: 75 


Pecopteris Miltoni Brong. Hist. de vég. foss. Taf. 113. 

Germar Versteinerungen des Steinkohlengebirges von Wetin und Löbejin Taf. XXVII. 
Geinitz stellt von Ettingshausens Cyath. undulatus hieher. Diese Art wird von Ettings- 
hausen bei Vranovie, Mogtic und Svina aufgeführt. In reicher Fülle ist dieselbe in den 
Hangendschichten des oberen Kohlenflótzes im Bfaser Becken vorgekommen; ausserdem 
im Schrammflétze des oberen Kohlenflötzes bei Bias und Vejvanov. Ferner ist die Art 
von Gr.-Lochovie und Svina bekannt, daher sowohl in der oberen als unteren Kohlen- 

flötzgruppe vertreten. 


6. Cyatheites plumosus Artis sp. 
Pecopteris plumosa Brongn, nach Ettings. bei Мое, 
Pecopteris angustifida Ettingsh Flora von Radnie. Taf. XVI. fig. 1. bei Mostic. 
Pecopteris pennacformis Brongn. Ett. Flora von Radnic. Taf. XIV. fig. 3. bei Mostie. 
Pecopteris Glockeriana Gópp. Ett. Flora. Taf. XVII. fig. 1. bei Mostic, Vranovic 
und Svina. 
Die verschiedenen Varietäten dieser Art erscheinen in allen Horizonten der Steinkohlen- 
schichten von Radnice, bei Svina, Mostie und im Braser Becken. auf den Hangendschiefern 
des oberen Kohlenflötzes, jedoch immer in mehr vereinzelten Exemplaren. 
y d 
7. Cyatheites dendatus Brongn. 
Pecopteris radnicensis Stbg. II. Taf. LVIIT. fig. 1. 
In den Hangendschiefern des oberen Kohlenflötzes im Braser Becken. 
y 4 
8. Cyatheites mucronatus Stb. sp. 
Pecopteris mucronata Stbg. T. Taf. XXVI. fig. 6. 
In einzelnen Exemplaren bei Svina vorgekommen. 
( И SONT " 
9. Cyatheites silesiacus Gópp. sp. 
Pecopteris silesiaca Gópp. 
Aspidites silesiacus Göpp. Die fossilen Farrenkräuter. Taf, XX XIX. fig. 1.2.3. 4. 5.6. 7 


Nicht selten in den Schieferthonen im Hangenden des oberen Kohlenflötzes bei Bras. 


i) Alethopteris. 


Die einzelnen Arten dieser Gattung, obwohl eben keine Seltenheiten, zeigen sich 
doch nur sparsam und vereinzelt, gemengt mit anderen Arten in den verschiedenen Hori- 
zonten der Radnicer Steinkohlenbecken zerstreut. Sie üben auf den Character der Flora, 
80 wie die nächstfolgenden beiden Gattungen keinen Einfluss, Am zahlreichsten wer- 
den Exemplare von Alethop. erosa bisher beisammen gefunden, 


— 


. Alethopteris Plukenetii Schl. sp. 
Pecopteris bifurcata Stbe. I. Taf. LIX fig. 2. 
Pecopteris Plukeneti Germar Vers. und Steinkohlengeb. von Vetin und Lö- 
bejin. Taf. XVI. 
Spheropteris bifurcata  Gópp. 
Nach Ettingshausen bei Mostie vorgekommen ; selten. 


2 Alethopteris radnicensis Stbg. П. Taf, XXXVIL fig. 1. 
Asplenites radnicensis Gr pp. Gattungen foss. Pflanzen. Taf. XV. fig. 1. 
Sciadipteris radnicensis Stbg. 
Nach Ettingshausen bei Vranovic und Svina. 
3, Alethopteris vulgatior. Stb. I. Taf. LIII. fig. 2. 


Alethopteris Sternbergi, Göpp. In Ettingshausen Flora von Radnic. Taf, XVIII. fig. 4. 


П, 


| Pecopteris lonchitica Brongn. Hist. végét. foss. Taf. 84 fig. 5—7. 
Bei Svina und in den Hangendschichten des oberen Kohlenflótzes. bei Bras. 


1 4. Alethopteris longifolia Stb. st. 

| Pecopteris longifolia Stb; П. Taf. XXXVI. fig. 1. 

| Asplenites longifolius Ett. Flora von Radnic. Taf. XVI. fig. 2—4. 

| Von Vranovie, Mostic und Svina. 

| Nach Geinitz wird dieser Art auch Asplenites alethopteroides Ettiugsh. Taf. XIX. 
fig. 4. 5. als verkümmertes Exemplar von Asp. longifolia untergeordnet. 


5. Alethopteris angustissima Göpp. 


| Pecopteris angustissima Stb. I. Taf, XXIIL fig. 1. a. b. 
| Asplenites angustissimus Ett. | 
| Selten bei Svina. | 


6. Alethopteris similis борү. 

a > HUM, | ] ` 

| Pecopteris similis Stbg. II. Taf. XX. fig. 1. 

| Asplenites similis Ett. 

il ^ 5 A Vd d) 

| Ebenfalls in einzelnen Exemplaren bei Svina gefunden. 


7. Alethopteris erosa Gutb. 
Asplenites Sternbergi Ettingsh. Flora von Radnic. Taf, XX. fig. 2. 3. 
Asplenites lindsaeoides Ett. Flora von Radnic. Taf. XX. fig. 4. 
| Ziemlich häufig bei Svina. Ferner im Schrammflötze des oberen Kohlenflótzes im Břaseť 
| jecken und in Hangendschiefern des Néméovieer Beckens vorgekommen. 


| k) Oligocarpia, 


| 1. Oligocarpia Gutbieri Gópp. 
Sacheria asplenoides. Ett, Flora von Radnie. Taf. XX. fig. 1, 
І Ist von Ettingshausen bei Svina gefunden worden, 


1) Woodwardites. 


| 1. Woodwardites acutilobus Göpp. die fossil, Farrenkrüuter. Taf. XXI. fig. 2. 


Diese Art ist von mir nur einmal in den Hangendschiefern des unteren Kohlenflötzes 
bei Chomle ob dem ehemaligen Teiche Malikovee aufgefunden worden. 


| m) Aphlebia. 


j 1. Aphlebia tenuiloba. Stbg. П. Taf. ТҮШ fig. 1. 2. 
| Es sind einzelne Exemplare dieser von Sternberg bestimmten Art in den Hangendschieferr 
des oberen Kohlenflótzes bei Bras vorgekommen. 


| Farrenstrünke oder Baumfarren. 


Ueberreste von Stammstücken und Rinden der in diese Klasse gezählten Pflanze" 
ersche,nen in der Umgebung von Radnie ziemlich selten und vereinzelt. Die meisten hieher 
gehörigen Radnicer Arten sind nur aus den Arbeiten von Corda bekannt, und nur mM 
Bezug auf ihre innere Structur näher geschildert worden. Dei den meisten führt Corda 
als Fundort bloss Radnie an; es ist sonach für alle jene, bei welchen nicht durch neuere 
Funde ihre Lagerstätte sich genauer ermitteln liess. diese fraglich und nicht mit Sicher- 
heit zu bestimmen, welcher Schichtengruppe sie angehören. Aus dem Umstande, dass 
die meisten in neuerer Zeit wieder gefundenen Arten aus den Schichten der unteren 


П. TY 


Kohlenflotzgruppe abstammen und dass zur Zeit der Thitigkeit Cordas namentlieh die 
Steinbrüche bei Chomle die meisten Belegstiicke geliefert zu haben scheinen, kann mit 
einiger Wahrscheinliehkeit gemuthmasst werden, dass wenigstens ein grosser Theil der von 
Corda beschriebenen Arten der unteren Kohlenflötzgruppe angehöre. 


бу e Mo ^ 
a) Caulopteris gigantea Gein. 

Megaphytum giganteum Goldenberg. Vergl. Geinitz in. Leonh. Jahrbuch 1865 
=. 9898, Taf, III. fig. o. 

Diese Art ist erst in neuester Zeit in mehreren Exemplaren aus den Hangend- 
schichten des oberen Kohlenflótzes im Braser Becken bekannt und von Prof. H. B. Geinitz 
unter Caulopteris gestellt worden. 

b) Zippea disticha. Corda Beiträge zur Flora der Vorwelt. Taf. XXVI. 

: Diese Art, von Corda bei Chomle, von Ettingshausen bei Vranovie gefunden, 
ist mir in mehreren Exemplaren aus den Tlangendgesteinen des unteren Kohlenflötzes im 
Bíaser Beeken, nur einmal aus den Hangendschiefern des oberen Kohlenflétzes ebenfalls 
von Bras vorgekommen. 


е) Tempskya mierorrhiza. Corda Beitr. zur Flora der Vorwelt. Taf. ТҮШ. fig. 9. 10. 


Ist in den Steinbrüchen von Chomle, daher in Gesteinsschichten der unteren 


Kohlenflótzeruppe gefunden worden, 


d) Selenopteris. Corda. 
1. Selenopteris radnicensis. Corda Beitr. z. Flora d. Vorwelt. Taf. LII. 


Radnie. 
2. Selenopteris involuta. Corda, Beitr. z. Flora d. Vorwelt. Taf. LIII. 
Radnie. 


› e H . n d d d 
€) Gyropteris crassa. Corda Beiträge ete. Taf. LIV. fig. 1—6. 
In Sfaerosideriten von Vranovic. 
D Anachoropteris Corda. 
1. Anachoropteris pulchra. Corda Beitr. z. Flora der Vorwelt. Taf. LVI. 
In Sfaerosideriten von Vranovic. р 
2. Anachoropteris rotundata. Corda Beitr, 7. Flora der Vorwelt. Taf. LIV. fig. 7—9. 
In Sfaerosideriten von Vranovie, häufig mit Fragmenten von Stigmaria. 
M б E ` ll d Я T 
9) Ptilorhachis dubia. Corda Beiträge zur Flora d. Vorwelt. Taf. LIV. 
In Sfaerosideriten von Radnic. 
h) Diplophacelus arboreus. Corda Beitr. zur Flora d. Vorwelt. Taf. LV. 
In Sfaerosideriten von Radnic. 
4 Y . . HS > тү > 
1) Calopteris dubia. Corda Beiträge. Taf. XIX. fig. 1. b) 3. 
In Sfaerosideriten von Radnic. 
^ Y . e " D kk , Ч 
k) Chorionopteris gleichenioides. Corda Beiträge u. s. w. Taf. LIV. fig. 10—15. 


In Sfaerosideriten von Radnic. 


A Jo. “з 
1) Psaronius Cotta. 
1. Psaronius carbonifer. Corda. Beitr. z. Fl d. V. Taf. XXVIIR Ge 1—4. 
Bei Vranovice und Svina. 
2. Psaronius musaeformis. Corda, Beitr. z. ЕІ d. V. Taf. XLV. fig. 3. 
Seitaminites musaeformis. Өш. I. Taf. V. fig. 2. a. b. 


IT. 


Cromiodendron radnicense, Stbg. II, 

Bei Radnic. Ist später im Steinbruche von Chomle wieder gefanden worden. 
8. Psaronius arenaceus Corda Beiträge etc. Taf, XXVIII. fig. 5-—9 
Von Chomle bei Radnic. 

4. Psaronius pulcher. Corda Beiträge. XXIX. fig. 1. 
Von Chomle bei Radnic. 
5. Psaronius radnicensis. Corda Beiträge u. s. w. Taf, XXXI. 
Aus den Schichten von Chomle bei Radnie. 


IV. Lycopodiaceae. Bärlappe. 


Die nnter diese Classe gehörigen Lepidodendra (Sternberg und Eittingshausen) 
Sagenaria nach Anderen, finden sieh in den Steinkohlenschiehten bei Radnic zahlreich, 
zum Theil gesellig vor. Die erhaltenen Abdrücke gehören Stämmen von unterschiedlicher, 
theilweise namhafter Stärke, vielfach wahrscheinlich bloss Aesten von geringem Durch- 
messer an. Die Stämme werden nicht selten aufrecht stehend, die Gesteinsschichten 
durehsehneidend und in mehr oder weniger senkrechter Stelluug gefunden, Verzerrungen 
der Rindenoberfläche, Verdrückungen und Uebereinanderschiebungen der Schuppen brin- 
gen häufig ganz fremdartige Gestalten hervor, welche die Bestimmung der Art schwer 
und zweifelhaft machen, Die, die Lepidodendreen als echte Licopodiaceen characteri- 
sirende mittlere Gefässachse ist, namentlich an aufrecht stehenden Stämmen nicht selten 
erhalten beobachtet werden; sie findet sich aber vorwaltend excentrisch, oft bis a 
die äusserste Periferie des Stammes verdrückt und gewunden, 


a) Lepidodendron. 


1. Lepidodendron dichotomwm. Stbg. T. Taf. L, XIV. fig. 1. 
Lepidodendron brevifolium. Ett. Flora von Radnic, Taf. XXIV. fig. 5. Taf. XXV. 
Taf. XXVI. fig. 3. von Soina. 
Lepidodendron Sternbergi. Ett. ebendaselbst Taf. XXVI. fig. 1. 2. Taf. XXVI 
XXVIII. Ebenfalls von Svina. 
Lepidodendron Góppertianum. Ett. ebendaselbst. Seite 54. Von Radnic. 
Lepidodendron crassifolium. Ett. ebendaselbst. Taf. XXI. fig. 4. 5. Von Svina. 
Das von Sternberg beschriebene Exemplar ist ebenfalls in der Steinkohlenab- 
lagerung von Svina gefunden worden. Ich habe diese Art ausserdem gefunden in den 
Hangendschichten des unteren Kohlenflötzes bei Chomle und in denselben Schichten (les 
Bfaser Beckens bei Vranovic; in dem Hangendschiefer des oberen Kohlenflötzes im зѓавег 
Jecken, ferner in zahlreichen, meist mit kleinen Schuppen versehenen und stets mit 
einer Kohlenhaut bedeckten Abdrücken im Schrammflötze des oberen Kohlenflötzes be! 
Bias, Vejvanov, Skoupy, Lochovic und Darova. In der unteren Kohlenflötzgruppe sind 
es zumeist die unmittelbar das Kohlenflötz deckenden Sandsteinschichten, welche diese 
Art beherbergen, deren oft langgedehnte Stammreste in der First der Kohle, wo diese 
abgebaut ist, erhalten zu schen sind. 


2. Lepidodendron Haidingeri. Wttingsh, Flora von Radnie. Taf, XXII. und XXIII. 

Sagenaria elegans Lindl 

In mehreren Exemplaren von Moštic bekannt, ist ausserdem bei Svina und in den Han- 
gendschichten des unteren Kohlenflótzes bei Vranovie vorgekommen. 


H D d . п 
3. Lepidodendron fusiforme. Ung. 
Sagenaria fusiformis. Corda Beiträge zur Flora dev Vorwelt. Taf, VI. fig. 4. 9+ 
Nach Ettingshausen bei Chomle, also wahrscheinlich in Schichten der unteren Kohlenflötz- 
gruppe, was später Funde bestättigen; ausserdem im Schrammflitze ` des oberen 
Kohlenflötzes. 


її. 79 


Die bei Ettingshausen unter species dubia aufgeführte Art Lepidodendron ri- 
mosum (Stbg. Vers. I. Taf. X. flg. 1. abgebildet) wird von Geinitz dieser Art eingereiht, 
4. Lepidodendron aculeatum. Stbg. I. Taf. VI. Up d ar: VOLL MI du De 

Sagenaria aculeata. Stbg. П. Taf. LXVIII. fig. 3. 

Rhode Beiträge zur Pflanzenkunde. Taf. I. fig. 6. 

Ziemlich häufig bei Svina und im Hangenden des unteren Kohlenflétzes im Bfaser Becken; 
eben so in den Schieferthonen des oberen Kohlenflötzes bei Bias, Moitic und Gross- 
Lochovie. 


К . g Lee (A > d ` 
9. Lepidodendron obovatum. Supp ГАК el ee le DAD VE tie. d. 2 
Sagenaria obovata. Stbg. II. Taf, LXVIII, fig. 6. 
Lepidodendron licopodioides. Stbg. I. Taf. XVI. fie. 1. 9. 4. 
Diese Art erscheint ziemlich häufig in allen Horizonten der Radnicer Steinkohlenbecken 
und ist von Svina, von Mostie, Lochovic und Bias, sonach aus der unteren und oberen 
Kohlenflótzgruppe bekannt. 
6, Lepidodendron crenatum. Stbgi Lo Taf AVI fig, 2B 
Sagenaria crenata. Stbe. II. Taf. LXVIIT. fig. 5. 
Im ganzen bisher selten vorgekommen. Von Svina. 


N 


Lepidodendron caudatum. Stbg. sp. 

Sagenaria caudata. Stbe. IT. Taf, LXVIII. 
Diese Art ist auf den Hangendschichten des oberen Kohlenflötzes im  Bfaser Becken 
Ausser in einigen Rindenabdrücken, namentlich in mehreren senkrecht auf den Schichten 
stehenden, bedeutend starken Stämmen vorgekommen. An einzelnen Stellen erreichten die 
Schuppen an der Rinde dieser Stämme eine Länge von zwei Zoll. 


8. Lepidodendron undulatum. Ng. Д Та dB. 1, 


Aspidiaria undulata. Stbg. I. Taf. LXVIII fig. 18. 

Ettingshausen führt in der Flora von Radnie diese Art unter species dubia auf 
und gibt als Fundort derselben Radnie an. Sternberg gibt in seinem Versuch. I. Seite 
21 an, es sei ihm diese Art seit 10 Jahren nicht vorgekommen. Ich habe sie sehr 
häufig gefunden, und zwar eben so in den Schichten der unteren Kohlenflötzgruppe, wie 
m jenen der oberen Kohlenflötzgruppe bei Lochovie, Mostic, Bias und Svina. In der 
That hat sich durch Beobachtung zahlreicher Exemplare dieser Art von verschiedenen 
Fundorten heransgestellt, dass dieselbe selbständig nicht bestehen könne, da ausge- 
zeichnete Abdrücke Schuppen von Lep. undulatum mit Schuppen andrer Lepidodendron- 

rten auf einem und demselben Rindenstücke nebeneinander aufweisen und andere Ab- 
drücke deutlich die Schuppen von Lepidodendron obovatum mit Schuppen von Lep. un- 
dulatum regelmässig überdeckt hatten; wodurch nur die schon früher gemachten Be- 
Obachtungen von Rhode und von Steininger wiederholt werden, welche schon ` Günter! 
veranlassten, die Selbständigkeit von Lep. undulatum in Frage zu stellen. — Lepido- 
dendron undolatum ist sonach eine andren Lepidodendron-Arten zugehörige, unter ge- 
eigneten Bedingungen der Petrifieirung entstandene Nebenform, von der es bisher nicht 
sichergestellt ist, ob sie sich für die verschiedenen Arten von Lepidodendron abweichend 
Sestalte und ob sie sümmtlichen Lepidadendronarten zukomme. Bisher ist sie an Lepid. 
aculeatum, obovatum, dichotomum und caudatum beobachtet worden. 


b) Lepidophyllum et Lepidostrobus. 
1. Lepidophyllum binerve. Ett. Flora yon Radnic. Taf. XXIV. fig. 2, 


Mit diesem Namen belegte, dem Lepidodendron zugehörig betrachtete Blätter 
| Ettingshausen bei Svina vorgekommen und wurden von mir im Hangendschiefer 


Sind nac] 


80 II. 


des oberen Kohlenflötzes, so wie im Firstenstein, im Biaser Becken und zwar in ihrer 
Gänze erhalten gefunden, wo sie in ihrem unteren Theile eine dem Abdrucke einer 
Lepidodendronschuppe. an der sie gesessen haben mussten, ähnliche Gestaltung zeigen. 

Ausser den Rinden und Stämmen und den als Lepidophyllum bekannten Blättern 
von Lepidodendron finden sich in den Steinkohlenschichten bei Radnic noch ziemlich 
zahlreich die als Fruchtstände von Lepidodendron betrachteten, mit dem Namen Lepido- 
strobus belegten Abdrücke in unterschiedlicher Form und erlangen insofern auch eine 
Wichtigkeit, als sie auf Schichten vorkommen, die bisher keinen Abdruck einer Lepido- 
dendron-Rinde geliefert haben, und dadurch die einzigen Vertreter dieser Gattung auf 
solchen Schichten werden. — Ich habe Lepidostrobus in den Hangendschichten des un- 
teren Kohlenflótzes, in solchen des oberen Kohlenflötzes und im Firstensteine des Braser 
Beckens beobachtet und sind diese im Verzeichniss als 


2. Lepidostrobus variabilis. L. und H. aufgenommen. 


c) Lepidophloyos. 


1. Lepidophloyos laricimum. Ө. I. Taf. ХІ. fig. 2. 3. 4. 
Lepidodendron laricinum. Stbg. 
Cardioearpon emarginatum. Gópp. und Be. 
Reste dieser Art haben sich keineswegs selten in der Umgebung von Radnic gefunden 
und sind mir in der unteren Kohlenflótzgruppe bei Svina und Vranovie, in der oberen 
Kohlenflötzgruppe in den Hangendschiefern und im Firstensteine des Braser Beckens 
vorgekommen. 


d) Lomatophloyos. 


1. Lomatophloyos erassicaule. Corda, Beiträge zur Flora d. Vorwelt Taf, I—VII. 
Sternberg II. Taf. LXVI. fig. 10—14, Taf, LXVIII. fig. 20. 
Zamites Cordai. Stbg. II. Taf. LV. 
Tithymalites biformis. Stbg. 1. Taf. LIII. fig, 1—6. 
Vorgekommen bei Chomle in Schiefern der unteren Kohlenflótzgruppe. 


e) Rhytidophloyos. : 


1. Rhytidophloyos tenuis. Corda. Beitr. z. Flora d. Vorwelt. Taf. IX. fig. 20. 
Soll bei Vranovie aufgefunden worden sein. Eine Aspidiariaform ? 


f) Leptoxylum. 
1. Leptoxylum geminum. Corda Beitr. z. Flora d. Vorwelt. Taf. XV. 


Von Chomle und Svina, sonach wahrscheinlich nur aus Schichten der 
flötzgruppe. 

Von den verschiedenen, früher unter der allgemeinen Benenngung Carpolithes 
dureh Sternberg und Corda beschriebenen mannigfaltigen, bei Radnic fossil gefundenen 
Samen, werden nun mehrere als Fruchtschuppen von Lycopodiaceen erklürt und unter 
dem Namen Cardiocarpus aufgeführt. — Es sind folgende. 

1. Carpolithus acuminatus. Stbg. I. Taf. VIT. fig. 4. 

2. Carpolithus morchellaeformis. Stbg. I. Taf. ҮП, fig. 5. 

3. Carpolithus coreulum. Stbg. Y. Taf. VII. fig. 6. 

4. Carpolithus contractus. Stbg. I. Taf. VII, йр, 

5. Carpolithus acutiusculus. Corda. Taf, П. fig. 13. 14. 
6. Carpolithus minimus. Stbg. Y. Taf. УП. fig. 3. 
7. Carpolithus mierospermus. Corda. Taf. IL. fig. 


unteren Kohlen- 


27. 


jM 81 


Als Fundort ist für alle diese Arten Radnie angegeben, mit Ausnahme der 
letzten, welche bei Vranovie vorgekommen sein soll. Eine nähere Bezeichnung der 
d H . n 
Schichten ist nicht geschehen. 


V. Sigillarieae. 


Sigillarien finden sich in den Steinkohlenschichten bei Radnie häufig und stellen- 
weise gesellig eingelagert. Trotzdem kommen deutlich erhaltene, gute Exemplare ziemlich 
Sparsam vor und der grössere Theil der Abdrücke erlaubt keine genaue Bestimmung der 
Art, Schon Brongniart hat gezeigt, dass mehrere Arten von Sigillaria den Charakter der 
von Sternberg als Syringodendron beschriebenen Arten zeigen, wenn sie ihrer Kohlen- 
rinde beraubt sind. Nach Brongniart sind mit Ausnahme von zwei Arten sämmtliche von 
Sternberg beschriebene Syringodendron echte Sigillarien, Bei Radnie hat sich neuerer 
Zeit an Exemplaren mit ausgezeichneten Blattnarben verschener. Sygillarien-Rinden 
der Charakter von Syringodendron als innerer Abdruck der in Kohle verwandelt gewese- 
nen Rinde vorgefunden, so dass an solehen Syringodendron-Arten gar kein Zweifel ob- 
Waltet, dass sie als Sigillarien betrachtet werden müssen. Syringodendronartige Abdrücke 
kommen nun bei Radnic bedeutend zahlreicher vor, als mit deutlich ausgebildeten Blatt- 
Narben versehene Abdrücke von Sigillaria, und es muss den vorangeführten Beobachtun- 
gen zufolge von der Mehrzahl derselben vorausgesetzt werden, dass sie nicht genau be- 
Stimmbaren Sigillaria-Arten angehören. Sie finden sich namentlich oft in der First der 
einzelnen Koblenlagen, wo diese yon Gesteinslagen bedeckt werden, und sie müssen als 
eines der häufiger in dem Radnicer Steinkohlenbecken vertretenen Petrefacten erklärt 
Werden. 

Von deutlich erkennbaren und bestimmten Arten sind folgende bisher bekannt: 


a) Sigillaria. 
l. Sigillaria ichthyolepis Corda. Beitr. z. Flora d. Vorwelt. Taf. IX. fie. 19. 


Von Corda bei Radnic ohne nähere Angabe des Fundortes angeführt. 


Ye. * 
2. Sigillaria ornata Brongn. 
Corda Beiträge zur Flora der Vorwelt. Taf. IX. fig. 21. 
Nach Corda von Bfas bei Radnic ohne nähere Bezeiehnung der betreffenden Schichten. 


3. Sigillaria elegans. Brongn. 
Corda Beiträge. Taf. IX. fig. 18. 
Sternbg. I. Taf. LI. fig. 4. -- IL. Taf. LXVIIL fig. 12. 
Nach Corda bei Radnic ohne nähere Angabe. 
Sümmtliche drei vorstehende Arten sind in neuerer Zeit in der Umgebung von 
Radnie nieht beobachtet worden. 


m". e . e 
4. Sigillaria alveolaris. Brongn. 
Lepidodendron alveolare Stbg. I. Taf. IX. fig. 1. 
Nach Ettingshausen bei Radnic. In neuerer Zeit in den Hangendschichten des oberen 
Kohlenflótzes im Braser Becken gefunden. 


5 о 


Р) . D H : at М mot 7 > 
Sigillaria rhytidolepis Corda. Beiträge z. Flora d. Vorwelt. Taf. LIX. fig. 13. 
In Ettingshausens Flora von Radnie sind als Fundorte Chomle, Svina und Vranovic an- 
geführt, Sonach unzweifelhaft in den Schichten der unteren Kohlenflitzgruppe. Später 
wurde die Art in den Hangendschiefern des oberen Kohlenflótzes bei Bfas gefunden. 


6, Sigillaria diploderma Corda. Beitr. л. В. d. V. Taf. LIX. fig. 8. 9. 10. 11. 
Nach Corda vou Svina und Vranovie. 


82 II, 


т. Sigillaria pes capreoli Stbg. sp. 

Syringodendron pes capreol. Stbg. I. Taf. XII. fig. 2. 

Kommt vor im Hangendschiefer des oberen Kohlenflötzes bei Bras. 
8. Sigillaria Knorri Brongn. Hist. de végét. foss. Taf. 126 fie. 6. Taf, 156 fig. 2. 3. 
Mehrere gut erhaltene Exemplare dieser Art sind in neuerer Zeit in den Hangend- 
schiefern des oberen Kohleuflótzes im nordwestlichen Theile des Bfaser Beckens vor- 
gekommen, 

9. Sigillaria Feistmanteli Geinitz. 

Leonhard und Geinitz Jahrbuch 1865. Taf. II. fig. 4. 4. A. | 
Diese Art hat sich ausschliesslich auf dem Firstensteine des oberen Kohlenflötzes im 
Braser Becken und zwar öfter in blossen Rindenabdrücken so wie auch in etwas flach 

gedrückten Stammstücken vorgefunden. 
10. Sigillaria Sillimani Brongn, Hist. de végét. foss. Taf. 147. jj 
Selten von Svina. 


11. Sigillaria trigona Stbe. T. Taf. XI. fig. 1. 
Vorgekommen im Hangenden des oberen Kohlenflötzes im Braser Becken. 
12. Sigillaria rimosa Goldenb. 


Diplotegium Brownianum. Corda Beitr. z. Flora d. V. Taf. LEX. fie. 3. 7. 
Rindenabdrücke dieser Art sind bei Chomle und Svina vorgekommen, gehören sonach 
den Schichten der unteren Kohlenflötzgruppe an. 


b) Stigmaria. 
1. Stigmaria ficoides Brogn, 

Variolaria ficoides Stbg. I. Taf. XII. fig. 1. 2. 8. 

Stigmaria ficoides Stbg. IL Taf. XV. fig. 4. 5. 

Nach Geinitz gehört hieher auch Sternbergs Carpolithes discoideus I. Taf. ҮШ. fig. 27» 
als Narben einer Stigmaria. 

Die vorstehende Art, von Ettingshausen als bei Vranovie und Svina vorkommend 
angegeben, liefert im Bezug auf Individuenzahl die meisten Abdrücke in den Steinkohlen- 
schichten der Umgebung von Radnie. Sie erscheint durch alle Horizonte hindurch und 
wird eben so in den Steinkohlen selbst, wenn auch selten, wie in den Sandsteinen und 
Schieferthonen gefunden, Doch ist sie auf gewissen Schichten namentlich zahlreich, 
während sie auf andern nur spärlich, sporadisch, gefunden wird. Sie fehlt nicht auf 
sämmtlichen Zwischenmitteln des oberen Kohlenflötzes und einige derselben sind fast nur 
von derselben erfüllt. In der Kohle selbst habe ich sie eben so im oberen wie im unteren 
Kohlenflötze, im unteren eher öfter als im” oberen, beobachtet. 

Vorkommen bei Svina, Lochovie, Vejvanov, Dvorec, Pfivötie und Bias. | 

Die von Corda aufgestellten, in v. Ettingshausen’s Flora von Radnie selbständig 
aufgeführten Arten Stigmaria anabathra Corda und Stigmaria conferta Corda von Svina 
werden nach Geinitz neuerer Zeit als Wurzeln von Sigillarien betrachtet, sind daher auf 
Sigillarien zurückzuführen, 


VI. Gramineae. Gräser. 
1. Graminites Feistmanteli Geinitz. 


Leonh, und Geinitz. Jahrbuch 1865 Seite 399 Taf. III. fie. 3. 

Dieses von Geinitz bestimmte, als das erste wirkliche Gras in der Steinkohlen- 
formation erklärte Petrefact ist in dem Schieferthone des Tirstensteines des oberen 
Kohlenflötzes im Bfaser Becken und zwar im westlichen Theile desselben als einziges 

Exemplar gefunden worden. 


П. 83 


VII. Palmae. 


. 
Die vorstehende Ordnung ist in der Umgebung von Radnic dureh einige ganz 
vereinzelt aufgefundene Arten vertreten. 


LAN d pe 
а) Gwilielmites umbonatus Stb. sp. 
Carpolithes umbonatus Stbg. I. Taf. IX. fig. 2. 
Von Svina. 


0) Flabellaria. 
1. Flabellaria Sternbergi Ett. Steinkohlenfl. v. Radnie. Taf. XXIV. fig. 1. 9. 
Spatha Flabellariae borassifoliae Stbg. I. Taf. XLI. 
Bei Svina vorgekommen. 
nj D n 
€ Faseieulites 
J'ascieulites carbonigenus Ung. Gen. et spec. plant. foss. p. 337. 
Palmacites ` carbonigenus. Corda Beitr. z. Fl. d. V. Taf. XIX. fig. 1. 9. 
Taf. XX! fig. 18, 
Von Radnie ohne genauere Angabe des Fundortes. 


J'asciewlites leptoaylon Ung. 
Palmacites leptoxylon. Corda Beitr. z. Fl. d. V. Taf. XX. fig. 9—17. 
Bei Radnic ohne Angabe der Schichten, in welchen die Art gefunden wurde. 


VIII. Nöggerathieae. 


a) Nöggerathia. 
Nöggerathia foliosa Stbg. I. Taf, XX. 
Goppert Gatt. foss. Pflanzen. V..VI. Taf. XII. fig. 1. 

N Diese früher selten bei Radnie vorgekommene Art ist neuerer Zeit ziemlich 
hüufig gefunden worden. Bisher ist aber kein einziges Exemplar in den Hangendschichten 
des Oberen Kohlenflötzes erschienen. In den Schichten der unteren Kohlenflótzgruppe 
Und zwar in dem sandigen Schiefer bei Svina habe ich ein einziges Fragment von 4 
"iederblättchen entdeckt. Ihr eigentlicher Fundort ist in den oberen Zwischenmitteln des 
Oberen Kohlenflötzes und auf diese sind sie nach den bisherigen Beobachtungen be- 
schränkt. Hier findet man auch nicht selten den Fruchtstand dieser Art in gut erhaltenen 
‘xem plar ren. Vergl. Leonhard et Geinitz Jahrbuch. 1865. Stbg. 391. Taf. Ш. fig. 1. 2. 
"undorto : Firstenstein im Bfaser Becken bei Vranovie und Vranov, Schrammflötz des 
Oberen Kohlenflótzes im Braser Becken, bei Vejvanov, Gross-Lochovic und Skoupy. 
Schichten der ucteren Kohlenflótzgruppe von Svina. 


2, Nöggerathia speciosa Ett. Steinkohlenflora von Radnie. Taf, XIII. fig. 9. 

on Ettingshausen im Kohlenschiefer bei Vranovie vorkommend aufgeführt jedoch ohne 
genauere Bestimmung der betreffenden Schichten. 

Mehrere der von Sternberg und Corda als. Carpolithes beschriebene fosile 

werden nun als Früchte von Nöggerathien betrachtet und mit der Benennung 

habdoe; arpus Gópp. und. Bein. aufgeführt, Hieher gehören: 


| 
Saamen 


Carpolithes eclipticus Stbg. T. Taf. VII. fig. 1. m bd l 
^- Carpolithes regularis Stbg. I. Taf. VIL. fig. 2. | thabdocarpus lineatus. Göpp. et Be. 


3. Cap Taf OV 
polithes clavatus Sıbe. I. Taf. VII. fig, 14. \ Rhabd 
р , d Wie а arpus clavatus 
4. Carpolithes lagenarius "mug le LOL vis US TE | ——— шнын 
E Carpolithes cerasiformis Sthg. 1, Taf. X. 9. | 
e Carpolithes sepelitus Stbg. IT. Taf. XLVII, fig. 6. а. ; Rhabdocarpus. 


Carpolithes annularis Sie T. Тай VIL. de. uo. 


84 u. 


8. Carpolithes putaminifer Corda. Verhandl. der Gesell. des vaterl. Museums. 1841. 
. Taf. 1. fig. 2. 
Sümmtliche genannten Arten werden als bei Radnie vorkommend bezeichnet. 


b) Cordaites. 
1. Cordaites borassifolia. Stbg. sp. 
Flabellaria borassifolia Stbg. T. Taf. XVIII. von Svina. 
Cycadites palmatus Stbg. I. Taf. XL. Steinbruch Vranovic. 
?Rabdotus verucosus Stbg. II. Taf. XIII. von Svina. 
Cordaites borassifolia Corda Beitr. z. Fl. d. V. Taf. XXIV. fig. 1. bei Svina. 
Carpolithes lenticularis Sttg. 1]. Taf. LYMM: fig. 14. 
Die Art wurde in mehreren Exemp'aren bei Svina, Chomle und in den Vranovicer Stein- 
brüchen, daher ausschliesslich in Schichten der unteren Koblenflétzgruppe gefunden. 
Als den Früchten von Cordaites entsprechend wird nun eine Anzahl der von 
Corda beschriebenen Carpolithes betrachtet, und unter der Benennung Cyelocarpus auf- 
gezühlt; und zwar: 
1. Carpolithes Placenta Corda. Verhandl. des vaterl. Mus. 1841. Taf. I. fig. 1. 
Taf, II, fig. 20. 


2. if discus " " à h " Е 

8. M lentiformis „ $ P 3 a Taf. T. fig. 7 mi. 
4. » implicatus „ " » " ‘ ir. 22. 28. . 
5. " ovoideus " o * ^ J { Taf. I. fig. 24. 20. 
6. à maerothelus , d A eT т 208 


» n 
Sämmtlich yon Chomle, Svina und Vranovice stammend, daher wohl bloss aus Schichten 
der unteren Kohlenflötzgruppe bekannt. 


IX. Cycadeae. 
a) Cyeadites. 
1. Cycadites columnaris. Presl. Stbg. П. Taf. XLVII fig. 1—6. 
Mallikovec bei Radnice. 


2. Cycadites involutus Presl. Sternberg II. Taf. LI. 
Mit Angabe des Fundortes Radnic. 


b) Zamites. 
1. Zamites Cordai Presl. 
In Sternberg Vers. II. Taf. LV. 
Von Mallikovee bei Radnic. 


c) Calamoxylon. 
1. Calamoxylon eycadeum Corda. 


Sternberg Vers. IL Taf. LIV. fig. 8-13. 
Von Chomle. 


X. Früchte und Saamen von unsicherer Stellung. 


a) Trigonocarpus 
1. Trigonocarpus sulcatus Stbg. sp. 
Carpolithes sulcatus Stbg. II. Taf. X. fig. 8. Bias. 
Carpolithes sulcifer Pr. Stbg. Vers. II. Taf. LVIIT. fig 15. Chomle. 
Carpolithes costatus Corda. Taf. I. fig. 4. 5. von Bias und Svina. 


I1. 85 


3; Trigonocarpus folliculus Corda sp. 
Carpolithes folliculus Corda, Verh. d. Gesellsch: des: veterl. Museums 1841. 
Taf... I. figs 10. 
? Trigonocarpus Davesii Lindl. 
Von Vranovic. 
З. Trigonocarpus cycadinus Corda sp. 


Carpolithes cycadinus Corda. Verhand, etc. Taf. IL. fig. 11. 12. 
Von Chomle. 


b) Carpolithes. 


1. Carpolithes reticulum Corda. Verhandl. etc. Taf. П. fig. 21. von Chomle. 
4 » bicuspidatus Stbg. 1. Taf. VII. fig. 8. v. Radnie. 
3. A pyriformis Corda. Verhandl. Taf. I. fig. 6. von Vranovic. 


Carpolithes macropterus- Corda. Verhandl. Taf. П. fig. 15— 19. v. Столе. 
" Sternbergi Corda. Verhandl. Taf. I. fig. 3. v» Chomle. 
4 Carpolithes retusus Stbg. I. Taf. VII. fig. 10. 11. Кайпіс. 


9. $ granularis Stbg. I. Taf. VII. fig. 22. Radnie. 

6. x disciformis Stbg. I. Taf. VII. fig. 13. Radnié. 

Т, d lenticulus Stbg. II. Taf. LVIIL. fig. 14. Chomle. 

8. y copulatus Stbg. I. Taf. ҮШ. fig. 26. Radnic. 

3. » excavatus Stbg. I. Taf. VIL. fig. 21. Radnie. 

10, $ incertus Sthg. I. Taf. VII. fig. 20. Radnic. а 
11. i tesselatus Stbg. I. Taf. VIL fig. 20. Radnic. 

12. a truncatus Stbg. I. Taf. VIL fig. 19. a. b. Radnic. 

13, Н umbilicatus Stbg. Taf. ҮП. fig. 12. Radnic. 


XI. Coniferae. 


l. Auracarites Cordai Ung. Gen. et spec. plant. foss. p. 382. 
Auracarites Sternbergii Corda. Verhanil. der Gesells. des vaterl. Mus. 1842. 
рә 66): Taf, Ie fig, b. 3. 
Von Radnic. 


С. Dub i ae. 


Vorwaltend im Schrammflötze des oberen Kohlenflótzes, in. sümmtlichen. Becken 
der Umgebung von Radnic, wo dasselbe entwickelt ist, erscheinen, stellenweise in- grosser 
enge zusammengedrängt, aber sonst überall sporadisch, kleine, kaum mit freiem Auge 
gut erkennbare wurmförmige Körperchen, ihrer ganzen Länge nach von meist‘ gleicher 
Breite, ohne Zuspitzung an den Enden, schwach im Durchmesser, ohne auffallende Zeich- 
Nung an ihrer Oberfläche, nur hie und da mit einer schwachen Längsrinne versehen 
und nicht selten quer in kleinere Stücke gebrochen, die dem Gestein eine Art körniger 
Textur ertheilen und von denen noch nicht festgestellt ist, welchem der beiden organi- 
schen Reiche sie zuzuzählen sind. Ihre Wichtigkeit für die Gesteinschicht, in der sie 
Sich einstellen, erfordert, dieselben schon jetzt unter den organischen Ueberresten aus 
den Steinkohlenschichten von  Radnie aufzuzählen, wozu ich’ die provisorische Be- 
Nennung wähle: 


Baccilarites problematicus. M. 


7 1 У D Ma t D 
Vorkommen im Biaser, Vejvanover, “MoSticer, Lochovicer und Skoupy-Becken; überall 
im Schrammflötze und zum Theile im Mittelflótzchen (Flicka). 


86 I, 


Von den im Vorhergehenden für die Steinkohlenbecken von Radnic aufgezühlten 
169 Arten ist von 123 der Fundort derart bezeichnet, dass über die Gruppe, in welcher 
sie sich vorfinden, kein Zweifel besteht, ‘während diess für 46 Arten vorläufig nicht 
angeht. Um eine kürzere Uebersicht zu erhalten, wie sich die in Bezug. auf ihre Fund- 
orte gekannten Arten auf die einzelnen Schichtencomplexe vertheilen, möge noch die 
nachfolgende Tabelle dienen: 


Uebersichtstabelle 


für die Vertheilung der org. Ueberreste in den Kohlenbecken bei Radnie. 


| | Untere Obere Kohlenflötzgruppe. 
| Arten: Autor. Ka Sohlen- ISchramm-| Firsten- | Hangend-| 
| Gruppe, | decken. | ШЖ stein. Schichten. 
| | 
| A. Thiere. | 
1.| Cyelophthalmus senloniihad ..o& ot ‚IN Corda ei | | 
2. Microlabis Sternbergii Ul Els opt JI Céonda 
8.| Palaranea ‘borassifolianwd’) pi oof. IL Fritsch | — 
| B. Pflanzen. 
I. Equisetaceae. 
4.| Calamites communis A р Д, Ett. e Р | " Ka 
5, Calamites -tenwifOlitis: `, eg, ‚m Ett: E "m “ 
| 6. Calamites Gópperti qu v ai E RB CR D RM IU... | | 
7. Huttonia spicata: u. $05. шуш Stbg. - | 
ВИО, carinata: ua. ii Veo Germ, | | E 
| 
| 
| II. Asterophyllites. | 
| 9. Asterophyllites equisetiformis . . . Schlot. | i 
| 10. Asterophyllites grandis . . | 0.) Sthe. ý | | m 
| 11. Asterophyllites longifolius . . . «| Brong, | | Nec 
| 12. Asterophyllites foliosus . ‚on FU Lindl. p 
| 18. Annularia longifolia . . . QUOS AH dani е | Ж 
| 14. Annularia E qi OP Ope ay и Drong. | u 
| 15. | Sphenophyllum ТАТ ОР УШ ЕС МЕЦ Бе. D | 
| 16. Sphenophyllum saxifragaefolium — . . Sthe e impii pee ys 
| 17.| Sphenophyllum ӨШИ ДШН <a dis T. Brongn. | | | 
| | | 
pet III. Filices. | | 
Ba fi ; | | | 
18, Sphenopteris: LOA e ^ Sto Stbg. T | 
19. Sphenopteris artemisiaefolia . . . . Stbg. | m 
20, Sphenopteris elegans., 44h. satoa „| Brong. | — | LIO dp mr 
21. Sphenopteris ПОЙ AU iOS Gutb. GË | | 
29. Sphenopteris meifolia NIE a Md Sehe: en | | nen | MOF 
| 23.| Sphenopteris langeolate. e oT PD QD... | 
| 24. Sphenopteris Gutbieri. . . . , . Stbg. ж | | | | 
25. Sphenopteris Hónighausi . . . . . Ett. | AG 
| 26.| Sphenopteris ;obtusilobas ij.) oo Brong jas | ЧҮ 
27. Sphenopteris irregularis . . oA Brong. | Das | | | 


п, 


87 


| 


Untere Obere Kohlenflötzgruppe. | 
Arten: Autor. rd Sohlen- |Schramm-| Pirsten- | Hangend- 
Gruppe .| decken. flótz. | stein. (Schichten, 
| | 

28. Sphenopteris debilis Brong. | ar 
29. Sphenopteris tenuissima Gópp. | Gë | 
30.| Sphenopteris acutifolia Stbg. | | FS? 
31. Sphenopteris muricata Schloth. | — | ro 
32. Sphenopteris coralloides Gutb | | "n 
33. Sphenopteris acutiloba Sthg. | — | ТОЙТ 
34.| Sphenopteris fragilis Brong. | | Sp 
35. Sphenopteris spinosa Göpp. Weien | 

36. Sphenopteris latifolia Brong, | — | 

37. Hymenophyllites Partschii Ett. | "um 

38. Schizopteris lactuca Presl. | | 2m 

39.| Schizopteris caryotoides Bib, | — | 

40.| Neuropteris angustifolia Brong. | | Ka 

41.| Neuropteris acutifolia » | | NER. 

42, Neuropteris flexuosa Stbg. s | 

48. Neuropteris auriculata Brong, | Pe 

44. Neuropteris gigantea Stbg. ro m 

45, Neuropteris Lhosii . Brong. | “ЧЫ r$ 

46.) Neuropteris obovata Stbg. | "ur 
| 47.| Neuropteris rubescens . " gon 

48. Neuropteris bohemica . Ett. | ae 

49.| Cyclopteris orbicularis Втор. "ym 

50. Cyclopteris auriculata . Sthg. “ 

51. Cyclopteris tenuifolia i Gópp. | mi 
| 52. Cyclopteris otopteroides ? » | CT? 

59. Adiantites Haidingeri Ett. — | 
| 54. Adiantites giganteus Göpp. Е 
| 55.| Dyetyopteris Brogniarti Guth.. om | 
| 56. Cyatheites arborescens Göpp. | 0 
| 57. Cyatheites condolleaneus . Brogn. 

58. Oyatheites oreopteridis Göpp. sei 
| 59. Cjatheites setosus . Ett. | EI 
| 60. Cyatheites Miltoni Gópp. | xo Ir Ee 
| 61. Cyatheites plumosus Artis. | — E 
| 62, Cyatheites dentatus Brogn. | t3 

63. Cyatheites mucronatus Stbg. em | 

64. Cyatheites silesiacus Göpp. | | zum 

65.| Alethopteris Plukenetii Schlot. | | us 
| 66. Alethopteris radnicensis Stbg. | " 
| 67. Alethopteris vulgatior . ЕЕГ Td 
| 68, Alethopteris longifolia M EL. m 

69, Alethopteris angustissima . Göpp. m 
| 70,| Alethopteris similis » Ss 
| 71. Alethopteris erosa . ab, | — aT "A 


72, Oligocarpia Gutbieri 


| 73.| Woodwardites acutilobus . 


| 74. Aphlebia tet 
| 75, Caulopteris 


ИШ . 
gigantea 


| 76. Zippea disticha . 


Göpp. e 


ul 
Stbg. 
Gein. 
Corda — 


II. 


Untere 


Obere Kohlenflötzgruppe. | 


Arte n: Autor. ye Sohlen- |Schramm- Firsten- | Hangend-| 
| Gruppe. decken, | LOVA | stein. |Schichten. 
| 77. Tempskya microrhiza, Corda — | | 
| 78.| Selenopteris radnicénsis " | | 
| 79.| Selenopteris involuta o | | | 
| 80. Gyropteris crassa $ | | | 
| 81.| Anachoropteris pulchra 7 | | 
| 82.| Anachoropteris rotundata 5 | | 
| 88. Ptilorhachis dubia i | | | 
| 84.| Diplophacelus arboreus is | | | 
| 85. Calopteris dubia Я in | | | 
| 86. Chorionopteris gleichenioides а | | | 
| 87.| Psaronius carbonifer Е MES | 
88. Psaronius musaeformis ^ - | | | 
89. Psaronius arenaceus " | 5 | - | | | 
| 90. Psaronius pulcher А — | | 
| 91.) Psaronius radnicensis М | | | | | 
| | | | | | 
| IV. Lycopodiaceae. | 
92.| Lepidodendron dichotomum Stbe. E 7:9 
93. Lepidodendron Haidingeri Ett. = un: | 
94. Lepidodendron fusiforme Ung. ~a 
95. Lepidodendron aculeatum Stbg. — | u | 
96. Lepidodendron obovatum " ar 
97. Lepidodendron crenatum Pr -— 
| 98. Lepidodendron caudatum Presl. d 
| 99. Lepidodendron undulatum Stbg. | | mC | 
100. Lepidophyllum binerve Ett. item mo 
1101. Lepidostrobus variabilis bos Hu | " + 
102. Lepidophloyos laricinum Stbg. Tous | 
103. Somatophloyos crassicaule Corda | 
1104. Rhytidophloyos tenuis. „ | | 
105, Leptoxylum geminum " | | | | 
1106. Carpolithes acuminatus ; Stbg. | | 
|107, " morchellaeformis " | | 
1108. " corculum И | | 
1109. Ы contractus » 
[110.| " acutiusculus Corda | 
1111.) M minimus Sthg. | | | | 
A i e microspermus Corda 
| 
| V. Sigillarieae. | 
1 13:| Sigillaria ichthyolepis Corda | 
1114. » ornata, Drong. 
1115.) » elegans e 
1169 n alveolaris 5 — 
1 17.| " rhytidolepis Corda - I, | 
1118.) є diploderma 2 4 - | | 
1119 " pes capreoli , Sthg. | | 
120. й Knorri Brong. | — | 


89 


| Untere 


Obere Kohlenflötzgruppe. | 


| Arten: Autor, ber Sohlen- | Schramm-) Firsten- | Beggen), 
| | Gruppe. | decken, ` бш, | stein, [Schichten | 
| | 
1121. Sigillaria Feistmanteli . Gein. | — 
193. $ Sillimani . Brong.: zm 
1123. к trigona Stbg. Inm 
1124. 8 rimosa Goldenb.| — 
125. Stigmaria ficoides Bröng. outs past э. жө TAE 
| 
| VI. Gramineae. | | 
126.) Gramminites Feistmanteli Geinitz | em | 
VII. Palmae. 
127.| Guilielmites umbonatus Stbg. | —— 
128. Flabellaria Sternbergi Ett. — | 
129.| Fasciculites carbonigenus Ung. | 
1130. Fasciculites leptoxylon " | 
VIII. Nöggerathieae. | | 
131.| Nöggerathia foliosa Sthg. | — mt a 
132. Nóggerathia speciosa пои ena Ett. | 
1133. Carpolithes elipticus | Rhabdocarpus | Stbg. | 
AEN b regularis lineatus. " | | 
135. Carpolithes clavatus | Rhabdocarpus í | | 
1186. h lagenarius (| clavatus. 4 | | 
|137.| Carpolithes cerasiformis 3 
1138 sepelitus |: 
| d » "v ч у}. Jar ” | 
1139, р aigle Rhabdocarpus н | 
140, Й putaminifer Corda | | 
141, Cordaites borassifoliae Өөх yo 
142, Carpolithes. placenta, Corda m 
|148, » discus » fem | 
144, i lentiformis » T. | 
l4 5. 5 implicatus » 2 | 
146, е ovoideus T —- | 
147. % macrothelus W dete | 
| | 
| | 
тїї IX. Cycadeae. | 
148, Jyeadites columnaris Pres. | 
1149.1 e involutus м | 
|150.| Zamites Cordai . ` bie | 
1151.) Calamoxylon cycadeum Corda” | — 
Sch | 
X. Früchte von unsicherer | 
| | 
m Stellung. | | 
152, Trigonocarpus snecatus Sthg: | = | 
153, f folliculus Corda | | 
154, B cycadinus b pte | 
155. Carpolithes reticulum . b her | | 
1156. bicuspidatus Stbg. | | | 


| Untere Obere Kohlenflötzgruppe. 
D Kohlen- 1 
Arte n: Autor. flit, | Nohlen- |Schramm-| Firsten- | Hangend- 
Fed decken. | fits, stein, | Schichten. 
| 
Carpolithes pyriformis . . 0°. J| Corda — BR | 
e retusus., | = . Wa 1| Bibg. 
v granularis м 
" disciformis ^ 
» lenticulus rf | 
» copulatus e | 
T excavatus » | 
^ incertus ^ | | 
» [РИ "Beer 1 n | 
m truncatus 9 
ш umbilicatus l d 
XI. Coniferae. | 
d М | 
| Auracarites Cordai ag Н СОЕ, | 
| | 
` | | 
C. Dubiae. | | 
| | 
|169. Baccillarites problematicus . . . -|| Feistm | 
| 4 
| | 
| | | 
! 


Diese Uebersichtstabelle zeigt aufgefundene Arten: 


In der unteren Kohlenflötzgruppe . . . . . 84 
In den Sohlendecken KN et er VAN, ww 1 
Im SohranmnHotzo  .. d ..emeralyı" B entren tq 


Im Firstensteine SCH ‚у, p ЯО 
In den Hangendschichten des oberen Kohlenflötzes 63 
Im Schrammflétze und im Firstensteine werden 8 Arten gefunden, die bisher 
nur diesen Schichten eigen sind und nicht in die Hangendschichten des oberen Kohlen- 
flötzes übergehen. Da diese beiden Zwischenmittel der oberen Kohlenflötzgruppe ange- 
hören, so stellen sich für diese im Ganzen 71 verschiedene Arten heraus. 
Unter den in die untere Flötzgruppe eingestellten Arten befinden sich die 
Früchte und Saamen von den verschiedenen Pflanzengattungen mitgerechnet, die sonder- 
barer Weise im oberen Kohlenflötze und den dazu gehörigen Schichten nicht bekannt 
geworden sind, wohl nur wegen der durch die dunklere Färbung dieser Schichten er- 
schwerten Auffindung dieser meist kleinen Kórper. Dass sie in der That nicht fehlen, is! 
gewiss, und es liegen mehrere unstreitig als Carpolithes zu erklärende Petrefakte aus 
Schichten der oberen Kohlenflótzgruppe bereits vor, die nur wegen Mangel an Bestim- 
mung bis jetzt noch nicht einbezogen werden konnten. Immerhin sind diese Früchte zum 
grössten Theil zu bereits bestimmten Pflanzenresten zugehörig und können nicht als 
selbständige Pflanzenarten betrachtet werden. Bringt man nun diese, deren 18 unter die 
Pflanzenarten der unteren Kohlenflötzgruppe eingereiht sind, von den in dieser Gruppe 
aufgezählten 84 Arten in Abzug, so erübrigen merkwürdiger Weise für die untere 
Kohlenflötzgruppe ebenfalls 71 verschiedene in derselben beobachtete Arten. Diese 
zufällige Uebereinstimmung wird ohne Zweifel in nicht zu langer Zeit durch neue Funde 
aufgehoben werden, sie ist aber genügend, anzudeuten, dass in Bezug auf die Artenanzahl 
der in den beiden Gruppen vorkommenden Pflanzenreste eine namhafte Abweichung nicht 
bestehe. 


In Bezug auf das Verhältniss, in welchem die einzelnen Arten den verschiedenen 
Gruppen eigen sind, stellt sich heraus, dass: 
52 Arten der unteren Kohlenflötzgruppe allein zukommen ; 


I. 91 


39 Arten der oberen Kohlenflötzgruppe allein, 

32 Arten in beiden Gruppen gemeinschaftlich erscheinen. 

Bringt man auch hier die 15 verschiedenen Früchte und Saamen bei der unteren 
Kohlenflötzgruppe in Abzug, so erübrigen für jede Gruppe 39 Arten, die ihr eigenthümlich 
sind und 32 Arten, die in beiden Gruppen gemeinschaftlich vorkommen, 

An diese Verhältnisse irgend welehe durchgreifende paläontologische Charakteristik 
für die Unterscheidung der beiden Kohlenflötzgruppen zu knüpfen, scheint vorläufig aber 
noch keineswegs gerechtfertiget. Ts ist in den letzten Jahren wiederholt vorgekommen, 
dass Arten, die lange vor dem nur aus Schichten der einen Gruppe bekannt waren, plötzlich 
in den Schichten der anderen Gruppe entdeckt wurden und so ist es nicht unwahr- 
scheinlich, dass in der Folge die Zahl der gemeinschaftlichen Arten auf Kosten der 
eigenthümlichen sich merklich mehren werde. Zudem sind es fast immer nur selten vor- 
kommende Pflanzenreste. die bisher unter den einer oder der anderen Gruppe aus 
schliesslich eigenen Arten bekannt sind. 

Dazu finden wir in Anbetracht der vertretenen Ordnungen keine dieser letzteren im 
entschiedenen Uebergewichte in einer Gruppe gegen die andere entwickelt. Nur die Farren- 
strünke scheinen hievon eine Ausnahme zu Gunsten der unteren Kohlenflötzgruppe zu machen. 

Iintschieden aber verhalten sich in dieser Beziehung Nögserathia foliosa und 
Baccilarites problematicus. Trotz der Zugänglichkeit der Hangendschichten des oberen 
Kohlenflótzes an so vielen Stellen im Dfaser, Mostieer, Gr. Lochovicer und Vejvanover 
Becken ist doch noch nirgends eine Spur von Nóggerathien in denselben beobachtet 
worden und ist ihr Erscheinen mit dem Firstensteine des oberen Kohlenflötzes beendet. 
In der unteren Kohlenflötzgruppe ist unter der grossen Anzahl der aus derselben. ge- 
wonnenen Pflanzenreste bis jetzt ein einziges Exemplar gefunden worden und man kann 
diese Art hier sonach unbedingt als eine Seltenheit bezeichnen. Erst mit dem Schramm- 
flótze des oberen Kohlenflötzes erscheint Nóggerathia foliosa häufiger und stellt sich in 
noch grösserer Menge im Firstensteine ein, um dann nach bisherigen Erfahrungen zu ver- 
schwinden. Nöggerathia foliosa ist sonach in den Radnicer Steinkohlenbecken ein Leit- 
petrefaet für die Periode des mittleren und oberen Flötztheiles des oberen Kohlenflótzes. 
Eben so plötzlich, ohne in irgend einer früheren Schicht beobachtet zu werden, 
stellt sich Baceillarites problematicus in grosser Menge auf dem Schrammflötze ein 
und ist fast überall über diese Gesteinschicht in allen Becken, wo dieselbe entwickelt 
vorkómmt, verbreitet. Es übergeht dieses an einzelnen Stellen in der Gesteinschieht dicht 
abgelagerte Petrefact nur noch in das nächst höhere Zwischenmittel des oberen Kohlen- 
Hötzes, in das Mittelflótzehen (Flicka), obwohl in geringerer Menge und erscheint keine 
Spur mehr davon in den Hangendschichten und dem Firstensteine des oberen Kohlen- 
llótzes, Baccillarites problematicus ist вопас vollkommen charakterisirend für die Periode 
des mittleren Flötztheils des oberen Kohlenflötzes. 

Fin anderes Verhältniss findet statt in Anbetracht der Individuenanzahl mit der 
einzelne Arten von Pflanzenresten in den verschiedenen Gesteinschiehten auftreten. In 
dieser Hinsicht scheint die obere Kohlenflötzgruppe durch das Vorherrschen von Cala- 
miten, Oyatheiten und Sphenopteris obtusiloba. so wie Stigmaria ficoides begünstiget zu 
sein. Calamiten sind in reicher Menge in der tiefsten Schiehte des oberen Kohlenflötzes 


vorhanden. und erscheinen in den Hangendschichten des oberen Kohlenflötzes auf 


einzelnen Schichten fast gedrängt neben einander liegend. Eben so sind in diesen Han- 
gendschichten Cyatheiten und vorwaltend Cyath. oreopterides und Miltoni stellenweise 
wahrhaft gesellig anzutreffen. Sphenopteris obtusiloba erscheint nicht nur fast in allen 
Schichten in einzelnen Exemplaren, sondern war auf einer Schicht fast ausschliesslich 
abgelagert, die davon beinahe erfüllt schien. Es ist übrigens zu bemerken, wie nicht selten 
Pflanzenreste einer Art, die auf einer Schichte häufig und gedrängt beisammen gefunden 
werden, auf derselben Schichte an einer anderen Stelle gänzlich fehlen, also keinesfalls 


selbst über dieselbe Gesteinschicht gleichförmig verbreitet erscheinen, woraus es erklärlich 
Wird, wie so oft Arten, die eine Zeit lang ganz gewöhnlich waren, Seltenheiten werden, 
Die vorbenannten Arten nun haben sich wenigstens an den bis jetzt zugängig gewesenen 


92 II; 


Orten im Hangenden des oberen Kohlenflötzes überall eingefunden und dürfen sonach für 
allgemein verbreitet betrachtet, werden. In letzterer Art absitzig häufiger sind im oberen 
Kohlenflötze Lepidodendra und auf dem Schrammflötze und Firstensteine Nóggerathia 
foliosa, beobachtet worden, 

Die allgemeinste Verbreitung in gewissen Schiehten besitzt aber Stigmaria ficoides. 
Diese Art erscheint zwar sowohl in den Hangendschichten des unteren, wie im jenen des 
oberen Kohlenflötzes nur sporadisch in einzelnen Exemplaren; in überreicher Fülle aber 
treten sie in den Sohlendecken und zwar allein herrschend auf, da sich in diesen 
Zwischenmitteln neben ihnen keine andere Pflanzenart oder gewiss höchst untergeordnet 
vorfindet. Die Sohlendecken sind sämmtlich wahrhaft erfüllt von den Abdrücken dieser 
Art, und kein Bruchstück aus denselben ist zu gewinnen, ohne dass in demselben Stücke 
von Stigmaria eingeschlossen wären. Diese Fülle und Ausschliesslichkeit von Stigmaria 
ist ein höchst charakteristisches Merkmal für die im Uebrigen mit dem Firstensteine und 
anderen fremden Zwischenmitteln eine gleiche Gesteinsbeschaffenheit besitzenden Sohlen- 
decken und diese können mit Recht als eine Stigmarien-Zone betrachtet. werden. 

Das Vorkommen von Stigmaria ist. mit den Sohlendecken jedoch. nicht abge- 
schlossen; eben sowohl das Schrammflitz, als der Firstenstein, letzterer noch mehr als 
ersteres sind reich daran. Ja der Firstenstein unterscheidet sich. grossentheils nur da- 
durch von den Sohlendecken, dass in ihm neben Stigmaria immer und überall so weit 
er bisber beobachtet werden konnte, andere Arten von Pflanzenresten sich einstellen. 

Somit sind sämmtliche Zwischenmittel des oberen. Kohlenflötzes vorzüglich Lager 
von Stigmaria und. die Art der Vergesellschaftung derselben mit anderen Pflanzenresten 
bietet den verschiedenen paläontologischen Charakter derselben. In den Sohlendecken: ist 
es die Ausschliesslichkeit, in der Stigmaria erscheint, welche: als untrüglicher Leitfaden 
dient; in dem Schrammflótze ist. es deren Vorkommen mit Nóggerathia. foliosa, mit’ Lepi- 
dodendron dichotomum und fusiforme, mit Alethopteris erosa und dem überall eingestreuten 
Baccillarites problematicus; im Firstensteine ist es das Fehlen des letzteren und das Vor- 
kommen von Stigmaria ficoides ebenfalls mit Nóggerathia foliosa und den Fruchtständen 
dieser Art neben mehreren Arten von Filices. Die Lepidodendra sind hier bis jetzt bloss 
durch Lepidophyllum und Lepidostrobus vertreten. 

Das Vorherrschen von Stigmaria auf den Zwischenmitteln des oberen Kohlen- 
flötzes wird in der ganzen Verbreitung der Kohlenformation in der Umgebung von 
Radnic beobachtet, so weit sich diese Zwischenmittel erstrecken; sonach im Břaser, im 
Néméovicer*) und Vejvanover Becken, in den Becken von Gross-Lochovic Mostie, Skoupy 
und Darova. Das namentlich im Gross-Lochovicer Beeken beobachtete Vorkommen von 
Stigmaria ficoides in den unmittelbar unter dem dort entwickelten Kohlenflötze abge- 
lagerten Schieferthonen, ohne mit Resten anderer Pflanzenarten vergesellschaftet zu sein, 
berechtigt zu dem Schlusse, dass diese Schieferthone ein Aequivalent der Sohlendecken 
seien, was überdiess mit der Mächtigkeit der unter dem Schrammflötze im  Liochovicer 
Kohlenflótze abgelagerten Kohlenbank gut übereinstimmt und. es kann daraus gefolgert 
werden, dass bei der Radnicer Kohlenformation in gleichen Höhenschichten wenigstens 
zeitweise auch eine gleiche Vegetation, ohne Rücksicht auf die nächste Unterlage, ge- 
herrscht habe. 

Ausser auf den Zwischenmitteln wird Stigmaria ficoides auch unmittelbar in. den 
Kohlenschiehten sowohl des oberen als des unteren Kohlenflötzes eingestreut. gefunden. 
Im. oberen Kohlenflótze ist das Erscheinen dieser Art indess ziemlich selten: desto häu- 
figer aber findet sie sich im unteren Kohlenflötze ein. Die wenig mächtigen reinen 
Schieferthonmittel in diesem Flötze bieten wenig Gelegenheit, Pflanzenreste in grósserer 
Menge auf denselben zu beobachten; die ziemlich häufig vorkommenden Stigmaria-Abdrücke 
in dem Kohlenflötze selbst stehen aber immer mit einer Brandschiefer- oder einer 


*) Das Vorkommen von Stigmarien auf den Zwischenmitteln des Kohlenflötzes bei da 
im Néméovicer Becken ist ein besonders bezeichnendes Merkmal für die Zugehörigkeit diese 
Kohlenflötzes zu. dem Complex der Sohlendecken im Bfaser oberen Kohlenflótze. 


П. 93 


schwachen Thonschichte in Verbindung und scheint ihre Erhaltung immer mehr oder 
weniger an das Vorkommen eines thonigen Mittels angewiesen gewesen zu sein, Für 
alle Fälle bleibt das nur in unmittelbarer Nähe von Kohlenschichten häufig werdende 
Erscheinen dieser Pflanzenspecies bemerkenswerth. Aus den gemachten Beobachtungen 
geht nun hervor, dass wohl ein Unterschied in dem Vorkommen der Pflanzenreste, na- 
mentlich in Bezug auf das häufigere oder seltenere Erscheinen derselben und auf ihre 
Vergesellschaftung mit anderen Arten in verticaler Richtung, mit dem Wechsel der ver- 
schiedenen Schichteneomplexe, keineswegs aber in Hinsicht auf die horizontale Verbreitung 
derselben sich herausstellt, dass dieser Wechsel in verticaler Richtung jedoch in Bezug 
auf die Gesammtheit der Gruppen keineswegs ein derartiger ist, durch den das allge- 
meine Vorherrschen gewisser Classen oder Ordnungen in einer Gruppe über die anderen 
bedingt würde. Ein wirkliches Uebergewicht einzelner Arten ist bloss auf einzelne 
Schichten beschränkt, ohne in der Entwickelung späterer, jüngerer Schichten aufrecht 
erhalten zu werden, 

Nicht minder gesellig, als die Stigmarien, scheinen die Sigillarien, obwohl auf 
weniger mächtige Lagen beschränkt, abgelagert zu sein. Wenigstens werden die durch 
das Vorherrschen des inneren Abdruckes vorwaltend Syringodendron-artigen Pflanzenreste 
ziemlich häufig zahlreich neben einander gelagert gefunden und sind aus dem oberen und 
unteren Kohlenflótze in dieser Weise bekannt. 

Die flötzleere Gruppe hat bisher fast keine Ausbeute an Pflanzenresten ergeben; 
nur Spuren von Sphenophyllum sind aus dem Vrbatka-Becken und aus dem östlichen 
Theile des Vejvanover-Beekens, nebst einigen deutlich erhaltenen Stengeln und Blatt- 
fragmenten bekannt geworden. Die Sandstein-Schichten enthalten Steinkerne von Stämmen, 
die aber wegen dem Mangel von Rindenabdrücken mit erhaltener Struetur unbestimmbar 
sind. Die Rinde ist immer in eine grossentheils moderartige Kohlenlage verwandelt. 
Doch genügen diese wenigen Anzeichen für die Sicherstellung dieser flötzleeren Gruppe 
als ein zur Kohlenformation gehöriges Glied. 

Verfolgt man dann die weiter aufwärts entwickelten Schichten in Bezug auf 
ihren Reichthum an Pflanzenresten, so findet man den das untere Kohlenflötz unmittelbar 
deckenden Sandstein voll von Abdrücken der verschieden Arten. Die Fülle nimmt aufwärts 
dureh die Schleifsteinschiefer merklich ab und stellt sich erst wieder, aber in noch 
grösserem Maasstabe, ein auf den das Hangende des oberen Kohlenflötzes bildenden 
Schieferthonen und zwar zunächst der First des Kohlenflötzes. Mit der Höhe der Schiefer- 
thonschichten, also mit dem jüngeren Alter derselben ist eine Abnahme der Menge von 
Pflanzenresten verbunden und in den den Schieferthonen aufliegenden Sandsteinschichten 
werden dieselben so selten, dass kaum hie und da ein Calamitenstück eingeschlossen ge- 
funden wird und verschwinden endlich ganz. 

Die Zunahme an Pflanzenresten ist sonach nicht mit dem jüngeren Alter der 
Gesteinschichten in Verbindung und scheint vielmehr auf die in grösserer Ruhe abgelagert 
gewesenen und in grösserer Nähe bei den Kohleflótzen gebildeten Gesteinslagen beschränkt. 

Neben den Schichten, auf denen sich deutlich erkennbare und gut erhaltene 
Pflanzenreste vorfinden, kommen aber nicht selten Schichten vor, die zwar von einer 
Menge yon in Kohle verwandelten Pflanzentheilen bedeckt sind, die aber nicht mehr er- 
kennen lassen, welchen Arten und welchen Theilen der Pflanze die Ueberreste angehören. 
Diese Ueberreste befinden sich dann in einer Art von Auflösung und überziehen die Ge- 
steinschicht nur mit einer schwachen, ungleich vertheilten Lage -von Kohlensubstanz, 
oder die Gesteinschicht ist von solcher ziemlich gleichférmig durchdrungen und wird 
dadurch grau, oft schwarz gefärbt, oder zeigt sich ziemlich dicht schwarz gestreift. Diess 
findet häufig statt auf den Schieferthonschichten der oberen Kohlenflötzgruppe. 

Anderorts jedoch sind die zwar unbestimmbaren Pflanzenreste deutlich von ein- 
ander als einzelne, gut begränzte Theilchen zu unterscheiden, aber wenig mehr erkennbar, 
Oder liefern nur kleine Bruchstücke von den einzelnen Theilen der verschiedenen Pflan- 
»enarten unregelmässig in den Gesteinschichten zerstreut; sie kommen ausserdem bald 
In grösseren bald in kleineren Stücken im bunten Gemische durcheinander liegend, bald 


94 IT, 


ganz dünn, bald stärker auf der Gesteinschicht abgelagert und nicht in deren Masse 
zugemengt vor, gänzlich in einer Ebene ausgebreitet und liefern so den Anblick einer 
Art fossiler Streu. In dieser Weise findet man die Pflanzenreste zumeist auf den einzelnen 
Schichten der lichten sandigen Schieferthone | der | unteren Kohlenflötzgruppe abgelagert 
und ist dieselbe eine Art Kennzeichen für die Schichten dieser Gruppe bei Radnie. 

Sonst werden die Pflanzenreste wohl zum überwiegendsten Theile parallel mit 
den Schichtungsflächen in die Gesteinslagen oder auf deren oberster Fläche abgelagert 
gefunden. Nur selten sieht man einzelne Farrenwedel, die Schichten schneidend, im Ge- 
steine eingeschlossen, häufiger werden Stämme der verschiedenen Pflanzenarten mehr oder 
weniger aufrecht im Gesteine stehend angetroffen. 

Schon der vom Grafen C. Sternberg 1834 bei Radnic, Chomler Steinbruch, ent- 
deckte, dem Senkrechten nahe kommende, in mehrere Theile zerbrochene Baumstamm ist 
ein Beweis hiefür, 

In demselben Steinbruche sind in den letzten Jahren zu öftermalen Baum- 
stämme yon verschiedener bis 9 Zoll messender Stärke beobachtet worden, welche die 
Gesteinschichten fast senkrecht schneidend eingelagert waren. An keinem derselben war 
die Rinde unversehrt erhalten, wodurch eine Bestimmung der Art unmöglich wurde. Die 
Stämme stellten Steinkerne dar, die von dem umgebenden Gesteine durch die, in eine 
bröcklige Kohlenschicht verwandelte Rinde getrennt waren, ohne dass diese Kohlenrinde 
einen Abdruck geliefert hätte. Gewöhnlich waren dieselben bei der Lagerflüche der ein- 
zelnen Schichten des umgebenden Gesteins gebrochen und theilweise verschoben, was auf 
eine nachträgliche Bewegung in den Schichten deutet, nachdem dieselben bereits er- 
hürtet waren, 

Aehnliche Erscheinungen fast senkrecht auf den Schichten stehender Baumstümme 
in der unteren Kohlenflötzgruppe wurden im Břaser Becken, in den Vranovicer Stein- 
brüchen beobachtet. Hier sind Stämme bis 24 Zoll im Durchmesser stark vorgekommen. 
Aber auch diese waren nur Steinkerne, ohne erkennbare Rinde und ohne erhaltene 
Structur, an der die Arten hätten bestimmt werden können. 


II. 95 


Nicht minder bietet die obere Kohlenflötzgruppe senkrecht auf die Schichten 
stehende Stämme. Schon in dem 12 Zoll mächtigen Firstensteine sind aufrecht stehende 
Stammstücke von 6 bis 9 Zoll Durchmesser keine Seltenheit. Ich habe solche öfters 
beobachtet. Sie sind jedesmal auf der, die Schieferschicht unmittelbar unterlagernden 
Kohlenschichte festgesessen, gingen durch die Schieferschicht hindurch und endeten mit 
Beginn der dieselbe weiter bedeckenden Kohlenlage, Immer waren sie senkrecht oder fast 
senkrecht auf der ihnen zur Unterlage dienenden Kohlenschichte aufgestellt. Auch hier 
war die Rinde in eine bröcklige Kohlenhaut verwandelt, die Keinen deutlichen bestimm- 
baren Abdruck zurückliess. Bei weitem zahlreicher und vollkommener finden sich derlei 
Vorkömmnisse in der oberen Kohlenflötzgruppe in den Hangendschichten, in denen bei 
den unterschiedlichen Abraumsarbeiten sich die geeignetste Gelegenheit bot, solche kennen 
zu lernen. 

Die meisten derart aufrecht stehenden Stämme wurden in dem nordwestlichen 
Theile des Bfaser Beckens bekannt. Sie haben sich zumeist als Calamiten oder Lepido- 
dendra erkennen lassen, während keine ausgesprochenen Sigillarien vorgekommen sind. 
Calamiten wurden bis 6 Zoll im Durchmesser gefunden mit deutlich erhaltener Rinde, 
oft mehrere in einer Gruppe beisammen. mehr oder weniger senkrecht die Schichten 
schneidend, an der Begränzung der Schichten nicht selten gebrochen und durch Ver- 
schiebung, aus dem Zusammenhange gebracht. 

Lepidodendron.Stümme kamen theils vereinzelt, theils ebenfalls in Gruppen vor, 
Eine solche war besonders bemerkenswerth. Sie wurde im nordwestlichen Theile des 
Beckens in dem zu den Baron Rise’schen 3ergbauen gehörigen Abraume, in den Jahren 
1863 und 1864 erschlossen und allmälig blossgelegt. Auf einer im Ganzen unbedeutenden 
Fläche erschienen so nach und nach, von den umgebenden Gesteinsehichten befreit, 
12 Stämme von verschiedener Stärke, unmittelbar auf der Kohle aufsitzend. Sie wurden 
mit einiger Vorsicht bei der Fortschaffung der das Kohlenflötz  deekenden und sie ein- 
schliessenden Schieferschichten erhalten und auf dem blossgelegten Kohlenflótze so lange 
stehen gelassen, als dieses selbst nicht zum Abbau gelangte. (Fig. 25.) 

So war dureh einige Zeit hindureh der höchst interessante Anblick des Ueber- 
restes einer von ungezählten Jahrtausenden an derselben Stelle gewachsenen Baumgruppe 
Seboten. Das Kohlenflötz füllt an dieser Stelle mit fast 12 Grad Neigung gegen Ost ein 
und sämmtliche Stämme waren mit kleinen Abweichungen gegen Ost geneigt und fast 
senkrecht auf das Kohlenflötz gestellt. Ihre Stärke am unteren Ende wechselte zwischen 
20 und 45 Zoll. Die meisten waren 4 bis 9 Fuss hoch, wenig in dieser Höhe an Stärke 
abnehmend und endeten oben gemeiniglich -plötzlich in unregelmüssigen Linien, als ob 
sie daselbst abgebrochen gewesen waren. Nur einer davon schien an seinem. oberen 
Ende etwas schief gedrückt gewesen zu sein. An ihrem Umfange waren sie gewöhnlich 
eckig gequetscht oder an einer oder der anderen Stelle eingedrüc kt, fast nirgends schien 
die ursprünglich wahrscheinliche Rundung der Stämme erhalten. Alle waren mit einer 
mehr oder weniger starken, den Stamm umschliessenden Rinde aus bröckliger Kohle ver- 
Sehen, wührend der Kern Hr sich von geschichteten Schieferthonsehichten: erfüllt zeigte. 
Bo, der Beseitigung der umhüllenden Schichten blieb der Kern des Stammes allein 
stehen. Wegen der, durch die Gesteinsbeschaffenheit geringen Festigkeit dieser Kerne 
War es auch nicht ausführbar, dieselben von Ort und Stelle fortzuschaffen und konnten 
Mtr wenige in ihrer ganzen Höhe blossgestellt werden. Nur einige derselben lieferten 
Rindenabdrücke in dem umgebenden Gesteine; diese liessen überall Lepidodendron -cau- 
datum Presl erkennen, Bei mehreren von ihnen war auch die dem Lepidodendron eigene 
Gefüss-Axe in dem S'einkerne deutlich erhalten, Sie war zumeist gegen die Peripherie 
des Stammes gedrückt, mehr oder weniger flach gequetscht und theilweise spiralig ge- 
Wunden, Diese Axen fanden sich nicht nur in Stämmen, welche deutlich Abdrücke von 
Lepidodendron- Rinden lieferten, sondern auch in solchen, denen jeder erkennbare Rin- 


denabdruck mangelte, wodureh auch für letztere die Zugehörigkeit zu Lepidodendron ausser 
Zweifel kommt. Fast sämmtliche Stämme waren an ihrem unter Sten, auf der Kohle auf- 
Sitzenden Ende plötzlich wulstförmig erweitert und zwar gegen den übrigen Durchmesser 


96 П. 


des Stammes um 5 bis 6 Zoll. Eine nachweisbare Fortsetzung derselben in das Kohlen- 
flötz hinein konnte an keinem derselben aufgefunden werden. Klüfte und Sprünge, die im 
nebenanstehenden Schichtencomplexe vorhanden waren, setzten zumeist ohne Unterbrechung 
durch die Stämme fort; haben aber nur unmerkliche Verschiebungen der einzelnen Theile 
derselben bewirkt. Zwischen ihnen waren die Schieferthonschichten mit Abdrücken von 
anderen Pflanzenresten reich bedeckt. In der Nähe dieser Lepidodendron-Gruppe ist 
Caulopteris gigantea gefunden worden; eben so ein Stück von Zippea disticha. 

Andere aufrecht stehende, wahrscheinlich zu Lepidodendron gehörende Stämme 
wurden in dem nördlich vom früheren Fundorte angelegten Johanni-Abraume in den 
Jahren 1859 bis 1863 blossgelegt. Drei davon erreichten bis 18 Zoll Durchmesser bei 
einer Höhe von 9 bis 10 Fuss. Sie waren gegen Süd geneigt und standen, da das 
Kohlenflötz südlich an besagter Stelle einfällt, auch hier senkrecht anf den Kohlen- 
schiehten. Der Kern zeigte sich wie bei jenen von Schieferthon erfüllt, 

Wir finden sonach in den Steinkohlengebilden bei Radnic mehrfach und sowohl 
in der unteren wie in der oberen Kohlenflötzgruppe senkrecht auf die Schichten stehende 
und auf den Kohlenlagern aufsitzende Ueberreste von Baumstämmen, die eine namhafte 
Stütze für die Annahme abgeben, dass sie an denselben Orten gewachsen sind, wo S1¢ 
jetzt gefunden werden. Denn im Gegentheile wäre nicht wohl zu erklüren, wie dieselben 
überall unmittelbar auf die Kohle zu stehen gekommen sind und wie sieh alle in eine! 
gleichen, senkrecht auf ihre Unterlage gerichteten Stellung befinden. Das Vorkommen 
dieser senkrecht stehenden Baumstämme immer in der unmittelbaren Nähe der Kohlen- 
lager und ihr Fehlen in höher über den Kohlenlagern folgenden Gesteinschichten liefert 
einen weiteren Beweis dafür, dass in der Nähe der Kohlenflötze der Niederschlag der 
Sehiehtenmateríalien vorwaltend ruhig erfolgt sei und dass stärkere Strömungen 
mangelten. *) ’ 

Es muss ferner bemerkt werden, dass das Vorkommen aufrecht stehender Baum- 
reste überall, wo solche bisher bei Radnie beobachtet wurden, auf die Nähe der Becken- 
ränder beschränkt ist, während weiter im Innern der Becken ähnliche Erscheinungen bis 
jetzt nicht bekannt geworden sind. 

Welche Pflanzenreste endlich vorzugsweise das Materiale zur Bildung der Stein- 
kohle selbst abgegeben haben, ist schwer zu bestimmen. Die Abstammung der Kohle 
von Vegetabilien selbst bedarf weiter keines Beweises und ist eben so bei Radnic wie 
in allen Gegenden, wo Steinkohle vorkömmt, zweifellos. Die Veränderung der vegetabi- 
lischen Substanz ist aber auch hier im Allgemeinen so weit vorgeschritten, dass die еш- 
zelnen Pflanzenarten, die das nöthige Materiale geliefert haben, nicht mehr erkennbar 
sind. Wohl finden sich hie und da einzelne Kohlenstücke, in denen das Vorhandensein 
der Pflanzenzelle noch erkennbar ist, aber deutlich erkennbare Pflanzenarten zeigen sich 
nur spärlich. Als solche sind bisher bloss Calamites, Asterophyllites, Stigmaria und 
Sigillaria beobachtet worden; immer aber selten, mit Ausnahme der in der untersten Lage 
des oberen Kohlenflötzes eingeschlossenen Calamiten, Theilweise mögen sonach diese 
Arten, wenn auch nur durch zufällige Beimischung, zur Bildung der Steinhohle mit bel- 
getragen haben, gewiss aber nur in Gemeinschaft mit einer grossen Menge anderer 
Pflanzenarten, die sich in der Kohlenmasse nicht mehr erkennen lassen und von denen 
es ungewiss ist, ob sich uns Repräsentanten derselben in Abdrücken auf den die Kohlen- 
lager begleitenden Gesteinschichten darbieten. 

Reste von Stigmarien und Sigillarien sind ebensowohl im unteren wie im oberen 
Kohlenflötze vorhanden und es scheint aus dieser Gemeinschaftlichkeit, so wie aus dem 


*) Eine interessante Erscheinung bot ein solcher ziemlich senkrecht die Schichten schnel- 
dend in den Schleifsteinschiefern des Steinbruches bei Chomle eingeschlossen gewesener ГАШ 
von ungefähr 9 Zoll Stärke. Er wurde von hellen, gelblichen, sandigen Schichten umhüllt un 


war von diesen durch die in eine bröcklige Kohlenlage verwandelte Rinde getrennt. Der Kern 
desselben war aber nicht mit demselben Gesteine, sondern mit einem mehr thonigen und blau- 
grau gefärbten Schiefer erfüllt. Aehnliche Schieferschichten zeigten sich in grósserer Höhe den 
vorwaltend gelblich gefürbten Schichten aufgelagert. 


П, 97 


Verhältniss der übrigen Pflanzenreste zu den Kohlenflötzen genug deutlich zu folgen, 
dass die Verschiedenheit in dem wechselseitigen Verhalten dieser Flötze im Bezug auf 
ihre Mächtigkeit und Güte nicht dem Erscheinen oder Fehlen bestimmter Pflanzenarten 
zugeschrieben werden könne, da im unteren Kohlenflötze die geringere Güte lediglich im 
Zusammenhange mit dem Vorherrschen thonhältiger Zwischenlagen erkannt werden muss, 
die Mächtigkeit jedoch im unteren Kohlenflötze sich bald kleiner bald grösser im Ver- 
hältnisse herausstellt, je nachdem es mit den, in den verschiedenen Becken abgelagerten 
Theilen des oberen Kohlenflötzes in Vergleichung gestellt wird. 

Sümmtliche Pflanzenreste, die aus den Schichten der Radnicer Steinkohlenfor- 
mation bekannt geworden sind, gehören Landgewächsen an, eben so wie die wenigen 
thierischen Organismen ausschliesslich Landthiere repräsentiren. Keine Spur von See- 
pflanzen und Meeresthieren ist beobachtet worden. Die Steinkohlenbecken von Radnic 
müssen diesemnach ausschliesslich als Niederschläge aus süssen Gewässern und als durch 
solche entstandene Anschwemmungen und Geröllbänke erklärt werden; sie sind sonach 
Süsswasserbildungen. 

Nach dem Verhältnisse, in welchem die einzelnen Pflanzengattungen in dem 
Radnicer Steinkohlenbeeken neben einander erscheinen, muss die ganze Ablagerung der 
Sigillarien-Zone v. Geinitz *) conform betrachtet werden und stellt diesemnach die 
älteste Zone der sogenannten eigentlichen productiven Steinkohlenformation dar. 


Störungen in der Lagerung der Steinkohlenbecken. 


Die Schichten, welche die Steinkohlenbecken in der Umgebung von Radnic 
erfüllen, sind nach ihrer erfolgten Ablagerung vielfachen Störungen unterworfen gewesen, 
wodurch sie theilweise ausser Zusammenhang und in Unordnung gebracht worden sind. 
Diese Störungen finden sich vorwaltend im Gefolge von Klüften und Sprüngen, welche 
die Gesteinschichten durchsetzen. Diese Klüfte streichen nach verschiedenen Richtungen 
und fallen eben so unter mannigfaltigen Winkeln ein, Darin aber unterscheiden sie sich 
namentlich von einander, dass einige durch die sämmtlichen Schichten eines Beckens, das ist 
durch die ganze Beckenmächtigkeit hindurchzugehen scheinen, während andere sichtlich 
nur nuf einzelne Partien von Schichten beschränkt sind und über diese hinaus weder 
nach oben noch nach unten fortsetzen. Diese Letzteren haben nur partielle Störungen 
und Unterbrechungen hervorgebracht, während erstere durch den ganzen Schichtencomplex 
hindurch wirken. 

Zu diesen gehört vor allen eine Kluft im Biaser Becken, allgemein als Haupt- 
verwerfung bekannt, welche eine bedeutende Verrückung sämmtlicher Gesteinschichten 
gegeneinander veranlasst hat. Sie geht durch die ganze Länge des Beckens, ziemlich 
Parallel der Längsaxe derselben, im Allgemeinen fast nach Stunde 11—23. Sie liegt 
mehr in der westlichen Hälfte des Beckens und verwirft, mit etwas wechselndem Neigungs- 
winkel doch zumeist steil die Schichten von West nach Ost derart, dass der ganze 
östliche Theil der das Becken ausfüllenden Gesteinschichten namhaft tiefer gelegt 
erscheint als der westliche. 

Im nördliehsten Theile des Beckens werden von dieser Hauptverwerfung bloss 
die Schichten der unteren Kohlenflötzgruppe betroffen. Die zur oberen Kohlenflötzgruppe 
gehörigen Schichten haben bereits östlich davon ihr Ausgehendes. Die Störung beginnt 
östlich von dem sogenannten Egidi-Schachte und verwirft die Schichten der unteren 
Kohlenflötzgruppe, die Schleifsteinschiefer, so wie das untere Kohlenflötz selbst um 


*) H. B. Geinitz geogn. Darstellung der Steinkohlenformation in Sachsen. Leipzig 1856. 
7 


I. 


mehrere Klafter in das Liegende, Die Verwerfungskluft hat hier, 
nahe am nördlichen Ende des Beckeus einen Einfallswinkel von 
20 Grad, was auf einem Querschnitte zwischen dem Egidi- und 
dem Friedrich-Schachte beobachtet werden kann. Der Verlauf 
derselben bis zu dem tiefer gelegten Theile des Kohlenflötzes ist 
nicht; der Beobachtung, zugängig; es ist daher auch eine genaue 
Angabe der Grösse der Verwerfung nicht möglich, so wie, ob die 
Neigung der Kluft nicht etwa tiefer eine Aenderung erleide. Das 
Streichen aber zeigt Stunde 23. (Taf, II. A.) 
Weiter südlich ist die Verwerfungskluft in der Nähe 
des Johannischachtes | zugüngig gemacht und in weiterer Er- 
streckung zu beobachten. Sie fällt etwas westlich vom Maschinen- 
schachte, durchsetzt die hier bereits in ihrer ganzen Mächtigkeit 
anstehende obere. Kohlenflötzgruppe, eben so wie die tieferen 
Schichten des Beckens. Eine behufs Bergbauarbeiten in der Neigung 
der Verwerfung und zwar im oberen Kohlenflötze getriebene tonn- 
lägige Strecke liefert einen sehr lehrreichen Durchschnitt (fig. 26) 
durch die ganze Verwerfung, in welcher sich das Kohlenflötz aus der 
höheren westlichen in die tiefere östliche Lage gesenkt hat. Diese 
Strecke ist mit einer Senkung von 20 Grad gegen den Horizont 
angelegt und ist im unteren Theile des oberen Kohlenflötzes, im 
Bereiche der Sohlendecken getrieben, die einen geeigneten An- 
haltspunkt liefern, um die vielfältig auf einander folgenden Stö- 
rungen und Unterbrechungen des Zusammenhanges zu beobachten, 
in denen das Flótz sich allmilig senkt, ehe die vollkommene 
Verwerfung eintritt. 
Diese erfolgt hier nämlich keineswegs mit einemmale und 
an einer einzigen Kluft, sondern es wird ein Theil der Senkung 
durch viele von West nach Ost hinter einander folgende kleinere 
Sprünge erzielt, die im Ganzen genommen eine Senkung hervor- 
bringen, welche durch eine Linie von 20 Grad Neigung anschaulich 
gemacht werden kann. Von dem westlichsten Punkte, an welchem 
die Senkung beginnt, folgen 13 verschiedene Unterbrechungen 
. des Zusammenhanges durch zumeist östlich, seltener westlich ein- 
= fallende Klüfte. Die zwischen diese Klüfte fallenden Theile des 
= Kohlenflötzes erleiden vorwaltend Senkungen, die zwischen einigen 
чы Zollen und H Klaftern wechseln, hie und da werden aber kleine 
& Hebungen hervorgebracht, so dass der gegen Ost nüchstfolgende 
& Theil höher liegt als der ihm westlich vorangehende. Auf diese 
7 Art wird in einer Horizontalentfernung von 12 Klaftern vom Be- 
ginne der Verwerfung das Kohlenflötz um nahe 4 Klaftern im 
Ganzen tiefer gelegt. Dann erst folgt eine mit 45 Grad gegen 
g Ost verflächende Kluft, durch die das Kohlenflötz mit einem 
= male um weitere 6 Klafter nahe um seine ganze Mächtigkeit 
|| tiefer. gelegt erscheint. Das Kohlenflótz wird sonach an dieser 
= Stelle um volle 10 Klaftern verworfen, obwohl nicht mit einem- 
N male, sondern durch eine Gruppe von Klüften, die verschiedene 
7" Kinfallswinkel oder Richtungen zeigen und von denen die öst- 
'& lichste den grössten Niveau-Unterschied hervorbringt. Hinter der 
2 Verwerfung ist das Kohlenflötz wieder ruhig gelagert, Die Strei- 
5 chungsrichtung der Klüfte ist mit geringen Abweichungen vol 

Süd nach Nord; der im Bereiche der Klüfte hervorgebrachte 

Niveau-Unterschied wird nicht lediglich und ausschliesslich durch 

die Summirung der einzelnen Abstände erzielt, um welche die 

Flötzschichten hinter jeder Kluft hinabrücken; diese Schichten 


(Fig. 26.) 


IT. 99 


besitzen zwischen den einzelnen Klüften auch cin. eigenes, zwischen 1° und 18 Grade 
wechselndes, nach Ost. gerichtetes Verflächen, wodurch ein Theil des Niveau- Unterschiedes 
herbeigeführt. ist. 

An der geschilderten Stelle der Hauptverwerfung zeigt sich bei Betrachtung 
der. einzelnen Klüfte und der durch sie erzeugten Partialverwerfungen der einzelnen 
Kohlenflötzschichten, dass alle gegen Ost geneigten Klüfte die Flötzschichten eben auch 
östlich in das Liegende verwerfen, dagegen alle nach West einfallenden Klüfte die Schichten 
westlich in. das Liegende herabrücken. Die Senkung der Schichten ist sonach stets an 
ler Seite der Klüfte zu finden, nach welcher die verwerfende Kluft geneigt ist; oder in 
der Richtung von West gegen Ost betrachtet, bringen alle nach Ost fallenden Klüfte 
eine Senkung, alle nach West fallenden eine Hebung der hinter ihnen anstossenden 
Schichten des Kohle nflötzes hervor. 

Es ist nicht Gelegenheit geboten, zu beobachten, ob die Klüfte nach aufwärts 

und abwärts in ungestórter Richtung fortgehen und wie sich die gegen einander geneigten 
nach ihrem allenfülligen Zusammentreffen, durch welches keilformige Stücke aus dem 
Kohlenflötze, bald mit der Spitze nach oben, bald nach unten gerichtet, herausgeschnitten 
Würden, verhalten; es ist aber sehr wahrscheinlich und durch Beobachtung wenigstens 
theilweise sicher gestellt, dass sich die Wirkung der Verwerfungsklüfte durch das Han- 
gendgestein aufwärts bis. zu Tage fortsetzt. Die Verwerfungen sind nämlich zum Theil 
durch die im. Johanni-Abraume vorgenommenen Arbeiten blossgelegt worden. 
f In ihrem weiteren südlichen ЗЕ ist die be "sprochene Hauptverwerfung bis 
jetzt an keinem Punkte mehr derart der Beobachtung zugängig gemacht, dass in Bezug 
auf ihr Verhalten entlang ihrer ganzen Entwickelung etwas Genaues angegeben werden 
könnte; ihre ununterbrochene Fortsetzung ist aber sowohl durch den bedeutenden Unter- 
schied der Teufe bei den in der Nähe derselben, östlich und westlich davon getriebenen 
Grubenstreeken als auch dadurch sicher gestellt, dass sie an mehreren Orten wirklich 
angefahren ist. Dabei hat sich an einer Stelle gezeigt, dass auch wenigstens eine stellen- 
Weise ziemlich steile Aufrichtung der Schichten mit beiträgt, den durch die Verwerfung 
erzielten Niveau-Unterschied herbeizuführen. 

Der weitere Verlauf dieser Hauptverwerfung ist nun dahin ermittelt, dass die- 
selbe etwas westlich vom Theresien- und Mathilden-Schachte und circa 50—60 Klafter 
westlich. vom Gf. Wrbnaschen Maschinen-Schachte vorübergeht und sich dem südlichen 
Beekenrande nähernd ihr Ende erreicht. Obwohl von ihr sämmtliche Hangendschichten 
des Kohlenflötzes getroffen werden, so ist sie doch an der Oberfläche des Beckens durch 
nichts angedeutet. Der zwischen den Gesteinsschichten bestehende Unterschied ist aus- 
geglichen. und zwar. wie eine stellenweise Beobachtung lehrt, durch das Fehlen der 
obersten derselben im. westlichen höher liegenden Theile des Beckens. 

Nicht überall wird der Niveau-Unterschied zwischen den östlich und. westlich 
von der Hauptverwerfung gelegenen Schichten lediglich und allein durch diese Hauptver- 
Werfung bewerkstelligt; westlich von dieser ziehen sich zwei weitere Verwerfungsklüfte 
hin, die aus dem nordwestlichen Theile des Beckens gegen Südost streichen, deren eine 
mehr als die andere nach dieser Weltgegend gerichtet ist und die beide bei ihrem 
endlichen Zusammentreffen mit der Hauptverwerfung sich zu vereinigen und nicht über 
Sle hinaus zu setzen scheinen. 

Mi Es bestehen ausserdem ohne Zweifel noch mehrere andere Verwerfungsklüfte im 
Braser Becken, welche ihre Wirkung durch die gesammte Beckenmächtigkeit hindurch 
geübt haben, dieselben sind aber nicht so zugängig und nicht so genau kennen zu lernen, 
Als. die Hauptverwerfung und es ist noch von keiner derselben nachgewiesen, dass ihr 
Streichen durch das ganze Becken von einem Rande bis zum anderen verfolgt werden könne. 

Hine solche ist nur noch im Gross-Lochovicer Becken bekannt. Auch in diesem 
Decken. wird. der ganze östliche Theil desselben durch eine mehr in seiner westlichen 
Hälfte gelegene, von Süd nach Nord streichende Kluft tiefer gelegt. Dadurch erhält diese 
Verwerfung gserscheinung sehr viel Achnlichkeit mit der Hauptverwerfung im Bfaser Becken. 
Doch ist sie keineswegs in solchen Dimensionen entwickelt, wie dort. Der Niveau-Unterschied, 


7% 


100 II. 
der durch die Verwerfung im G.-Lochovicer Becken zwischen den östlich und westlich 
von der verwerfenden Kluft gelegenen Schichten hervorgebracht wird, betrügt nur bei zwei 
Klaftern. Die Verwerfungskluft ist an verschiedenen Stellen bekannt und angefahren und 
hat es sich gezeigt, dass die Verwerfung bald durch eine steile Verrückung der Schichten 
mit einemmale, bald durch ein allmäliges Ansteigen der Schichten aus der tieferen in 
die hóhere Lage erfolgt sei, und dass 
derlei abweichende Erscheinungen in 
nicht grossen Entfernungen neben 
einander bestehen. 

Kine andere interessante Störung 
sümmtlieher Gebirgsschichten ist im 
Dfaser Beeken und. zwar im nord- 
östlichsten Theile desselben, in dem so- 
genannten Bartolomei-Abraume ent- 
blösst und der Beobachtung zugängig 
gemacht worden. Gleich der Haupt- 
verwerfung zeigt sie eine der Län- 
genaxe des Beckens ziemlich parallel 
gehende Richtung, nahe nach Stunde 11. 
Es fällt hier das obere Kohlenflötz 
vom nordöstlichen Rande des Beckens 
südwestlich ein. Schon unweit vom 
Rande erleidet das Kohlenflötz eine 
Störung in seiner Lagerung, wodurch 
alle einzelnen Schichten desselben 
um 7'/, Fuss plötzlich gehoben wer- 
den. Vor dieser Hebung fällt das 
Flötz mit 10 bis 15 Grad, unmittel- 
bar hinter derselben mit 20 Grad 
ein; erst in weiterer Entfernung wird 
der Einfallswinkel wieder geringer. 
Eine wirkliche Trennung sämmtlicher 
einzelnen Schichten im Kohlenflétze 
ist durch diese Störung nicht erfolgt; 
die höher gerückten Theile derselben 
sind mit den tiefer gebliebenen durch 
Verbindungsstücke in fast  ununter: 
brochenem Zusammenhange, welche 
jedoch steil und zwar mit 70 Grad 
gegen Nordost einfallen, während die 
Schichten vor und hinter der Hebung 
südwestlich verflächen. Diese Störung 
stellt sonach eine ziemlich scharfe 
Faltung, eine Aufbiegung des ganzen 
Kohlenflötzes vor. Eine quer durch 
diese Biegung entblósst gewesene Wand 
gab ein belehrendes Profil (fig. 27.) an 
dem die mannigfachen Biegungserschei- 
nungen sowohl an den Kohlenschichten 
selbst, als auch besonders an den Zwi- 
schenmitteln beobachtet werden konnten 

An einzelnen der Zwischenmittel 


A iov d | чаруе и; stellten sich Zerreissungen und Ver- 
(Fig. 27. Maasstab 9 Zoll — 1 Klafter. Siehe Taf. II. D.) schiebungen ein. Eine wahre Ver- 


dd A 
WA 
Oh 


| 


II 


II. 101 


werfungskluft erscheint erst hinter dem Buge, dieselbe streicht nach Stunde 12, fällt 
östlich mit 40 Grad Neigung ein und es werden an ihr sümmtliche Schichten scharf ab- 
geschnitten uud um beiläufig 40 Zoll östlich in das Liegende verworfen. Ehe die un- 
mittelbar hinter der Flótzbiegung mit 20 Grad einfallenden Schichten an diese Ver- 
Werfungskluft anstossen, legen sie sich fast söhlig, verflüchen aber gleich hinter der Kluft 
wieder mit 25 Grad gegen Südwest. Noch einige, wenn auch unbedeutende Verwerfungs- 
klüfte mit demselben Streichen folgen dann und so findet man das Kohlenflótz unweit 
von seinem Ausgehenden am Beckenrande schon 28 Klafter tief unter das Tagesniveau 
hinabgesenkt, obwohl letzteres vom Rande her auch etwas ansteigend ist, wesshalb nicht 
die ganze Teufe von 28 Klaftern dem Einfallen des Flötzes unter den Horizont allein 
zuzuschreiben kommt. 

Was die dem Kohlenflötze an dieser Stelle aufruhenden Gesteinschichten anbe- 
langt, so bestehen sie beim Ausgehenden lediglich aus, mit vielem Gerölle gemengten 
taolinhältigen Sande; erst weiter im  Verflüchen des Kohlenflötzes lagern sich die 
Schieferthonschichten auf dasselbe, über welche sich die geröllreiche Sandmasse weiter 
verbreitet und dann mit sehr feinkörnigen, etwas geschichteten Moltyfsandsteinen überdeckt 
wird. Die Grünze der Anlagerung der Schieferthone streicht von Südost gegen Nordwest. 
Da nun die Streichungsrichtung des Buges von Süd nach Nord läuft, so werden dort, 
Wo die Biegung dem Beckenrande zunächst liegt, bloss Sand und Gerölle auf dem 
Kohlenflötze aufliegend gefunden und die Schieferthone erst in einiger Entfernung davon 
In das Bereich der Störung einbezogen. Wo aber die Gränze der Schieferthone bereits 
erreicht ist, dort werden sie auch zu beiden Seiten der Biegung angetroffen und haben 
die Störung mit erlitten. Sie zeigen besonders deutlich die Wirkung dieser Störung, 
Während die meist lockeren Sandmassen weniger hiezu geeignet waren. Die Schieferthone 
bestehen nämlich aus abwechselnd rothen und grauen Schichten, wodurch ihre Abwei- 
chung von der regelrechten Lagerung besonders deutlich wird. Ueber dem Buge sind 
diese Schiefer nun bald mehr, bald weniger gekrümmt und gebogen; bald ist der ober 
dem Buge befindliche Theil von dem vor dem Buge verbliebenen abgerissen, so dass er 
‚st wie durch eine Hebungskluft von jenem scharf getrennt erscheint. Doch sind beide 
Theile, der ungestörte und der gehobene, sehr oft durch einen an der schroffen Seite der 
Buges anliegenden, herabgezogenen schwachen Streifen von Schieferthon mit einander in Ver- 
bindung. «ne ähnliche 
Erscheinung bietet auch 
die über dem Schiefer- 
thone liegende Schotter- 
bank, Auch diese ist 
ober dem Buge ziemlich 
Scharf abgeschnitten und 
von dem nichtgehobenen 

oltýř- Sandsteine be 2 
Sränzt, liegt aber in “77 
Sinem schwachen Strei- ` 
en — zusammengezogen 
9а der steilen Seite der 
lötzbiegung über dem 
Schieferthonstreifen, auf 
diese Art den nicht ge- 
1obenen Theil der Schot- 
terbank mit dem gehobe- 
nen verbindend. (Fig. 28.) 

Die in diesem Orte 
vor Sich gegangene Flötz- 
Störung hat ` sonach 
Sämmtliche Schichten 


N 
EN 
‘ ATTEN UNT 


MONT men ei 
EH Ca Sa Ns N di 


(Fig. 28. Oestlich von fig. 27.) 


(Fig. 29.) 
Maasstab 9 Zoll — 1 Klafter. a) Firstenstein; b) flötztrennender Keil; c) Flicka, 
d) Schrammflötz, e) erste Sohlendecke, f) Sandstein als Zwischenmittel, g) h) i) 
2. 3. 4. Sohlendecke. Siehe Taf. II. E. 


IT. 103 


betroffen und muss als erst nach Ablagerung derselben eingetreten erklärt werden. Der 
Verlauf derselben ist noch eine Streeke weit gegen Süden sicher gestellt; doch soll sie 
denn eine mehr südöstliche Richtung einschlagen. 

Eine ähnliche Biegung, die nieht nur am oberen, sondern zugleich am unteren 
Kohlenflötze beobachtet werden kann und daher zugleich die zwischen beiden Kohlen- 
flötzen eingeschlossenen Schleifsteinschiefer betrifft, tritt weiter südlich und fast in der 
Mitte des Beckens, in der Nähe des Mathildenschachtes auf und wurde mit einer fast 
von Nord nach Süd gehenden Bergbaustrecke erschlossen. Sie besitzt eine weniger grosse 
Elevation als jene und bildet einen flachen Bogen, der gegen Nord mit bloss 22 Grad 
einfällt. Gegen Süd wird sie durch eine, ziemlich flach südlich einfallende Kluft hegränzt, 
an der sämmtliche Schichten in das Liegende verworfen werden. Die Streichungsrichtung 
dieser Störung ist Stunde 17. Das weitere Verhalten nach aufwärts und abwärts ist nicht 
zu beobachten. Bemerkenswerth ist. dass die vor dem Buge, an der nördlichen Seite 
zwischen den beiden Kohlenflótzen 3 Fuss 6 Zoll mächtigen Schichten von Schleifstein- 
schiefer und Sandstein an der südlichen Seite des Buges bis auf zwei Zoll zusammen- 
gedrückt sind; dann aber, wo der Bug sein Ende erreicht hat, sich wieder auf 35 Zoll 
erweitern. Durch die eintretende Verwerfungskluft ist die weitere Entwicklung der 
Schichten, die nun tiefer gelegt sind, der Beobachtung entzogen. Es ist klar, dass die 
Verdrückung der Schichten eine Folge der Biegung ist, durch welche dieselben aus- 
Sedehnt wurden, was auf einen noch ziemlich weichen Zustand derselben, also auf eine 
nicht zu lange, nach erfoleter Ablagerung, eingetretene Störung hinweist. 

Eine weitere 
sehr interessante © 
Flótzstórung ist. 
im ` nordwestli- ` 
chen Theile des A 
Beckens vorge- 3 
kommen, Sie 
Wurde durch die 
Tagbaue der Jo- 
hannizeche auf- 

geschlossen. 
(Fig. 29, 30.) Das 
obere Kohlen- 
flötz stösst hier 


sich von West 
gegen Ost ein- 
schiebendentau- 
ben Rücken an, 
hinter welchem, 
d. h. an seiner 
nördlichen Seite 
nicht mehr das 
Kohlenflötz in 
seiner ganzen 
Mächtigkeit, 

sondern nur mit 
seinem unteren 
Theile, dem un- 
Mit seinem nörd- teren  Kohlen- 
lichen Ausge- flótztheile sich 
henden an einen (Fig. 30, etwa 10 Kl. östlich von" fig. 99.) anlegt. Die Aus- 
dehnung des Gesammtflötzes wird durch diesen tauben Rücken begränzt. Diess fällt nun 
von ihm ziemlich steil, etwas südöstlich ein. Die unteren Schichten des Kohlenflötzes 
haben nun da, wo sie unmittelbar an dem Rücken anliegen, eine bemerkenswerthe Stö- 
Tung erlitten, in Folge deren sie theilweise förmlich über einander geschoben erscheinen. 
Diese Verschiebung ist stellenweise so weit entwickelt, dass sowohl Zwischenmittel als 
Kohlenschiehten im Ziekzack geknickt sind. Da cben hier das im Früheren erwähnte 
Mächtige Sandsteinzwischenmittel zwischen den beiden oberen Sohlendecken eingelagert 
Ist, so fällt auch dieses in die Verknickungs-Zone und trägt die Spuren deren Wirkung. 
Die beiden unteren Decken bilden in der Nähe des tauben Rückens ein Ziekzack im 
Spitzen Winkel und biegen sich dann steil, fast senkrecht, an der tauben Wand auf- 
steigend, empor. Die Kohlenschichten zwischen ihnen sind eben so in spitzigen Winkeln 
gebrochen. Die beiden oberen Decken, mit dem von ihnen eingeschlossenen Sandsteine, 
der hier 5—6 Fuss Mächtigkeit besitzt, brechen sich etwas weiter vom tauben Rücken. 
über weniger schroff und ohne scharfen Winkeln richten sich aber eben so wie die frü- 
leren an dem tauben Rücken fast senkrecht empor, wobei sie sich zugleich merklich 
Verschwüchen, Ueber diesen bereits aufgebogenen Schichten sieht man sämmtliche vier 


104 II. 


Zwischenmittel mit Ausschluss des Sandsteines noch einmal erscheinen, jedoch nur auf 
eine kurze Strecke vom Ausgehenden und in zerrissenen, nicht zusammenhängenden 
Stücken, die theilweise mehrfach hin und her gewunden, unregelmässig verbogen sind. 
Auch da, wo die Zwischenmittel bereits abgerissen sind, weiter vom Ausgehenden, waren 
noch die Kohlenschichten auf einige Entfernung in scharfen Winkeln hin und her geknickt 
und zwar derart, dass sie, je weiter im Verflächen des Kohlenflötzes, desto mehr durch 
eine schräg abfallende Linie sich auskeilten und allmälig in die normale Lagerung 
übergiengen. 

Offenbar sind die Schichten hier durch einen namhaft seitlich wirkenden Druck 
in einander gepresst und theilweise über einander geschoben worden, wodurch jene auf- 
fallenden Erscheinungen der Verschiebung und Verkniekung zur Ausbildung gelangten. 
In der stärkeren, mehr Widerstand leistenden Masse «des Sandsteinzwischenmittels sind 
die Wirkungen des Druckes weniger auffallend gewesen; doch scheint der Sandstein 
zwischen den Biegungen etwas bauchig zusammengestaucht zu sein. Die ganze Masse des- 
selben ist daselbst durch senkrecht auf seine Märhtigkeit stehende Spalten in einzelne 
Blöcke zerborsten. н 

An der Stelie, der die eben beschriebenen Erscheinungen entlehnt sind, war die 
äusserst nördliche Biegung unmittelbar an den tauben Rücken anstossend gewesen. Die 
ganze Störung aber erfolgte in einer von Nordost nach Südwest verlaufenden Linie und 
konnte in einer Ausdehnung von beiliufig 20 Klaftern dem Streichen nach beobachtet 
werden. Sie zeigte sich nun in dieser Linie nieht überall gleich ausgebildet, Westlich 
von dem Punkte nämlich, an dem die oben erwähnten Verknickungen vorkamen, waren 
die Verschiebungen viel unbedeutender entwickelt und nicht mehr in der unmittelbaren 
Nähe des Rückens. Hier aber bot sich eine andere interessante Erscheinung dar. Das 
zwischen den beiden oberen Decken eingeschlossene Sandsteinzwischenmittel erlitt nemlich 
eine ähnlich scharfe Biegung wie an der östlicher gelegenen Stelle; es war aber hinter 
der Biegung 4 Fuss 3 Zoll mächtig, während es sich vor derselben, im Ausgehenden 
gegen den tauben Rücken zu, plötzlich auf wenige Zolle verschwächte. Es lag auch hier 
noch zwischen den beiden Decken eingeschlossen, aber fast ohne Kohlenzwischenlage au! 
der zweiten Decke auf, während es von der ersten Decke überall durch eine schwache 
Kohlenlage getrennt war. Wenn man den Bug, den einzigen, den es an dieser Stelle 
erleidet, näher betrachtet, so findet man, dass die zweite Decke eine weit stärkere 
Krümmung erlitten hat, als die höher liegende erste und dass die obere und untere 
Fläche des Sandsteinzwischenmittels sich dem entsprechend verhalten. Sobald der Bug 
aber eingetreten ist, erscheint der Sandstein von der zweiten Decke durch eine Kohlen- 
lage getrennt, während die erste Decke unmittelbar auf dem Sandsteine ruht, gerade um- 
gekehrt wie vor dem Buge. 

Die dann tiefer folgende dritte Sohlendecke zeigt sich noch weit mehr gestört 
und bereits in einem scharfen Winkel geknickt. 

Alle weiteren, über den Sohlendecken folgenden Zwischenmittel und die von 
diesen eingeschlossenen Kohlenlagen weisen keine erlittenen Stórungen auf und besitzen 
bloss ein etwas steileres Einfallen, als in ihrem weiteren Verlaufe. Mit diesen Zwischen- 
mitteln tritt hier bereits die die Flötztheilung bewirkende keilformig eingeschobene Masse 
von Schieferthon auf. Die Ursache, die alle die beobachteten Störungen an der be- 
sprochenen Stelle veranlasste, muss eine besonders in den tieferen Lagen des Kohlen- 
flötzes wirkende und gegen die höheren Theile desselben an Intensität abnehmende Or" 
wesen sein. Eben so war sie nicht in der Streichungsrichtung, in welcher sie beobachtet 
wird, eine gleich kräftig entwickelte. Denn besonders die tieferen Schichten sind einer 
grösseren Verzerrung und Verschiebung unterlegen und nehmen diese Erscheinungen mit 
der Höhe ab. Es scheint sogar, dass die Einwirkung auf die unteren Schichten bereits 
in Thitigkeit war, ehe noch die oberen Schichten gebildet wurden. Es spricht für diese 
Vermuthung die Beobachtung, dass an der westlicheren Ausdehnung der Störung der Sand- 
stein hinter dem Buge gegen das Ausgehende des Flötzes zu nur in einer schwachen 
‚age vorhanden ist, während er vor demselben mächtig genug entwickelt ist, was au 


M. 105 


eine Bewegung der Massen schon wührend der Ablagerung der Sandsteinschicht hindeutet, 
dureh welehe die Lagen vor dem Buge tiefer gesenkt wurden, so dass die Anhüufung des 
Sandmateriales hier erst eine gewisse Stürke erlangen musste, ehe es sich über die hinter 
dem Buge höher gebliebenen Kohlenlagen verbreiten konnte, worauf denn bald der Ab- 
schluss der Sandsteinablagerung und der Beginn neuer Kohlenschichten eintrat. Auch an 
dem weiter östlich entnommenen Profile zeigte die Sandsteinlage nahe an ihrer Berührung 
mit dem tauben Rücken nach einer Aufrichtung der Schichten eine gleiche plötzliche 
Verminderung ihrer Mächtigkeit. 

Ob diese, die erörterten Störungen vermittelnde Ursache mit der weiteren Abla- 
gerung der über den Sohlendecken folgenden Kohlenschichten bereits ihren Abschluss 
gefunden habe, so dass die sämmtlichen höheren Schichten von ihr nicht mehr betroffen 
werden konnten, oder ob die Einwirkung auf die oberen Schichten in einer stärker gegen 
Nord, gegen den tauben Rücken, geneigten Linie erfolgten und daher in Theile des 
Kohlenflötzes zurückfallen, die der Beobachtung nicht mehr zugängig waren, kann nicht 
entschieden werden, doch scheint aus der Uebereinanderfolge der Verschiebungen im 
unteren Theile des Flötzes die Stórungsriehtung nach aufwärts nicht die vorausgesetzte 
Lage gegen Norden besessen zu haben und ist der Ausbiss des Kohlenflétzes an dem 
tauben Rücken so wenig weit gegen Nord vorgeschoben, dass eine durchaus nach auf- 
wärts wirkende Störung in den unmittelbar auf dem Kohlenflótze liegenden Hangend- 
schichten sieh hätte bemerklich machen sollen, was aber keineswegs der Fall war. Man 
kann also mit grosser Wahrscheinlichkeit die im Johanni-Tagbaue beobachtete Störung 
für eine nur auf den unteren Theil des Kohlenflötzes beschränkte, für eine blos par- 
tielle betrachten. 

Einseitige Einwirkungen auf das Kohlenflötz, oder auch auf andere Gestein- 
schichten, durch welche Verschiebungen, Verdrückungen, Kniekungen hervorgebracht wur- 
den, lassen sich im Biaser Becken noch an mehreren Orten, wenn auch in geringerem 
Masse entwickelt, beobachten und werden gewiss auch in den übrigen Becken bei Radnic 
nicht fehlen, wenn Gelegenheit geboten wäre, sie kennen zu lernen, was doch zumeist 
nur da statt hat, wo grössere Parthien des Gebirges, wie namentlich bei den Abraums- 
arbeiten, bloss gelegt werden. 

Anderweitige, durch unterschiedlich geneigte Klüfte hervorgebrachte Verwer- 
fungen sind ausse dem nicht nur keine Seltenheit, sondern in Unzahl vorhanden und 
vorzüglich in der Nähe der Beckenränder zahlreich zusammengedrängt. Die Regel- 
mässigkeit der, das obere Kohlenflötz durchsetzenden Zwischenmittel ist besonders ge- 
eignet, auch die kleinsten vorkommenden Störungen erkennen zu lassen, die in der 
blossen Kohlenmasse oder an den Hangendschichten allein, nicht so leicht beobachtet 
werden würden. Durch diess günstige Verhältniss aber werden Verwerfungen und Stö- 
rungen überall erkannt und zeigt es sich, wie verhältnissmässig nur kleine Theile der 
Kohlenschichten, solchen, wenn auch nur unbedeutenden Störungen nicht ausgesetzt 
waren. Auch in dieser Beziehung ist namentlich das Braser Becken mit seinen vielen, 
fortwährend wechselnden, durch Tagbaue blossgelegten Wänden, ungemein belehrend ge- 
wesen, obwohl das Vorhandensein von Verwerfungen auch häufig genug in den übrigen 
Becken dureh unterirdische Bergbau-Arbeiten beobachtet worden ist. Die, die Verwer- 
fangen bezeichnenden Klüfte und Sprünge vérflüchen nach verschiedenen Richtungen und 
unter den mannigfachsten Neigungswinkeln, nicht selten gerade entgegengesetzt, so dass 
die zwischen solchen eingeschlossenen Theile des Kohlenflötzes in Keilform ausgeschnitten 
erscheinen. (Fig. 31 32, 33, 34, 35.) Siehe Taf. II. @. Maasstab 1 Zoll = 1 Klafter. 

Nicht immer kreuzen sich zwei solche divergirende Klüfte; bei ihrem Zusam- 
mentreffen hört dann eine oder die andere auf und nur eine setzt sich in gleichbleibender 
Richtung fort, Viele dieser Klüfte behalten ferner keineswegs einen sich gleichbleibenden 
Neigungswinkel, sie ändern denselben in kurzen Absätzen und bilden gebrochene Linien. 
Auch die Streichungsrichtung ist eine verschiedene und nicht selten wechselt dieselbe 
Kluft in derselben. Klüfte von abweichender Streichungsrichtung, die nicht zu entfernt 
von einander gehen, treffen sonach endlich zusammen und bieten hinter dem Vereinigungs- 


IT. 


punkte dann abweichende 
Verwerfungserscheinungen. 
Mehre vor dem Zusam- 
mentreffen solcher Klüfte 
an von einander entfern- 
ten Stellen entnommene 
Querschnitte geben dann 
zwar correspondirende, 
aber durch die unter- 
schiedliche Entfernung der 
Verwerfungsklüfte von ein- 
ander modificirte Bilder. 
Man kann dabei  be- 
obachten, wie nicht sel 
ten dieselbe Kluft, die an 
einer Stelle eine Ver- 
werfung | von mehreren 
Fussen bewirkt hat, weiter- 
hin die einzelnen Schichten 
in allmälig abnehmender 
Grösse verrückt und end- 
lich gar keine Verschie- 
bung derselben mehr her- 
vorbringt, dass also durch 
derlei Klüfte die zu bei- | 
den Seiten derselben De- 
findlichen Schichten wie 
um einen Drehpunkt, ge- 
lenkartig an einander be- 
weet worden sind. Das 
Verflächen der verscho- 
benen oder  verworfenen 
Theile wird sehr oft nam- 
haft geändert und gegen 
das ursprüngliche Ein- 
fallen entweder vermehrt 
oder vermindert, selbst in 
entgegengesetzter Richtung 
verlegt. Theilweise schnei- 
den die Klüfte die ein- 
zelnen getrennten Schich- 
| ten scharf ab und ist die 
/‚ MMM — Kluft selbst oft nur an 
(Vig.31. Au: dem Johanni-Abraum.) der Verschiebnng der 
Schichten oder höchstens 

als ein feiner Sprung zu erkennen; theilweise sind die 
Schichten gewissermassen aus einander gezogen, so dass 
ihre. Müchtigkeit, wie namentlich an den Zwischen- 
mitteln gut beobachtet werden kann, bedeutend ver- 
ringert erscheint und die Linie, in. welcher die Aus- 
dehnung erfolgte, genau angedeutet ist. Oft findet man 
den nicht verworfeney Theil mit dem verworfenen durch 
solche äusserst dünn ausgedehnte: Streifen der Schichten 
noch mit einander in Verbindung oder es sind die (Hig. 33. 90 КІ. nördl. von fig. 31.) 


N 


j 


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: 


u 


I | 


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a 


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(Fig. 32. 8 Kl. nördl. von fig. 31.) 


PR 


einzelnen Schichten zerrissen und liegen in unregelmässigen 
Bruchstücken zerstreut in der Verbindungslinie zwischen den 
beiden an einander versehobenen Theilen, so die Richtung 
andeutend, in welcher die Verrückung erfolgt ist. 

Bei allen diesen Fällen kommen Erscheinungen vor, 
die darauf hindeuten, dass die Lagerungsstörungen zu einer 
Zeit erfolgt sein müssen, wo die Massen keinesfalls fest, 
sondern noch in einem zähen plastischen Zustande sich be- 
fanden, der eine Quetschung und Ausdehnung der einzelnen 
Schichten ohne deren Zerreissung gestattete, während jene, 
wo die Schichten nur durch Zerbrechen eine Niveau-Verände- 
rung erleiden konnten; nachweisen, dass sie einer späteren 
Zeit angehören, in welcher die Schichten bereits eine festere 
Consistenz erhalten hatten. In diese Periode werden auch 
solche Klüfte zu verlegen sein, die ebenfalls häufig beobachtet. 
werden, bei denen die getrennten und verschobenen Schichten 
einen grösseren Zwischenraum zwischen sich offen lassen, der 
dann durch zerriebene und zermalmte Kohlentheilchen un- 
regelmässig ausgefüllt ist, die zwar wieder zu einem gewissen 
/usammenhange sich vereinten, jedoch bei Gewinnung der 
Kohle in sogenannte Moore, staubiges Kohlenklein, zerfallen. 
Es ist nieht selten der Fall, dass in der Nähe von derlei 
Klüften die Beschaffenheit der Kohle eine merklich schlechtere 
ist, als weiter von ihnen, was sich wohl dureh den in der 
Nühe der Kluft geloekerten Zusammenhang der Masse und 
den dadurch  erleiehterten Process einer Zersetzung cr- 
klärlich macht. 

So wie die Schichten an den Verwerfungsklüften aus 
einander gezogen vorkommen, so zeigt sich wieder anderorts 
eine Zusammenpressung, eine Stauung derselben. Mit dieser 
werden die Sehiehten in der Nähe der Verwerfungskluft ent- 
weder stärker, oder sie sind gebrochen; die zerbrochenen 
Stücke sind aber auf eine geringere Strecke vertheilt, als 
diejenige wäre, welche die einzelnen Stücke ohne gestörten 
Zusammenhang einnehmen würden. 

Die Klüfte, welche diese verschiedenen Verwerfungs- 
erscheinungen und Störungen auf den Kohlenflötzen veran- 
lassen, setzen grossentheils auch in die über dem Kohlen- 
Nitze gelagerten Gesteinschichten fort und lassen sich na- 
mentlich im. Bereiche der Sehieferthone deutlich unterschei- 
den, während die ungestórte Fortsetzung durch die höher 
liegenden Sandsteinschichten, wo dieselben wenig fest sind, 
gewöhnlich schwieriger zu verfolgen ist. 

Solche Klüfte haben sonach ihren Ursprung erst 
nach erfolgter Ablagerung der Hangendgesteine. Bei anderen 
ist aber keine Spur ihrer Fortsetzung aus dem Kohlenflötze 
in dessen Hangendgesteine aufzufinden und bei solehen muss 
die Störung bereits erfolgt und beendet gewesen sein, ehe 
die nun höher liegenden Schichten gebildet wurden. Diese 
Verschiedenheit in der Zeit der Entstehung einzelner Klüfte 
gibt sich noch durch eine andere Beobachtung kund. 

Durch die Verwerfungen musste nämlich die Ober- 
fläche des Kohlenflötzes eine unebene, durch gebrochene 
Linien gezeichnete werden. In der That findet man auch, 


107 


| | eT |; 
= pup 
M 


il 
(Vig. "m 


Aus den Gf. e: м4 Abräumen. 


(Fig. 35. 
Aus deu Gf Wrbna’shen Abränmen, 


108 I. 


dass die gehobenen Stücke, oder die, neben an ihnen herabgesunkenen Theilen in ihrer 
ursprünglichen Lage verbliebenen, an der Oberfläche des Kohlenflötzes, dem durch die 
Verschiebung entstandenen Niveau-Unterschiede vollkommen entsprechend, hervor und in 
die Hangendschichten hineinragen, die einer solchen Unebenheit anfänglich anpassend ge- 
lagert sind und erst später in grösseren Höhen dieselbe allmälig ausgleichen, 

Man findet aber auch oft, dass die oberste Kohlenlage diejenige, die über dem ersten 
von oben herab sich einstellenden Zwischenmittel abgelagert ist, an gehobenen Stellen 
nicht mehr in ihrer ganzen Mächtigkeit vorhanden ist, in der sie sich gleich an den an- 
gränzenden verworfenen, gesenkten Partien vorfindet. Da das Kohlenflötz ursprünglich 
im ungestörten Zusammenhange war, so sollte auch die obere Lage eine gleiche Mächtig- 
keit an der höheren, wie an der tieferen Stelle neben der Kluft haben und kann eine 
Verringerung dieser Mächtigkeit nur durch ein später erfolgtes. Hinwegschaffen eines 
Theiles davon erklärt werden. Iess Hinwegschaffen konnte aber nur an der Oberfläche 
der Kohlenlager erfolgt sein. Von solchen höher liegenden Flötzstücken fehlen nicht 
selten namhafte Antheile ihrer obersten Partie. Die Beseitigung derselben, wahrscheinlich 
dureh Auflösung und Wegschwemmung erfolgt, musste bereits vor sich gegangen sein, ehe 
die Ueberlagerung des Kohlenflötzes durch seine Hangendschichten begann. Demgemäss 
mussten derlei Flótzstórungen vor dieser Periode eingetreten und beendet sein. Ganz 
entsprechend sieht man denn auch an solchen Stellen die Wirkungen der Verwerfung 
nicht in die Hangendschichten fortsetzen, und diese ruhig über dem gestörten Kohlen- 
flütze abgelagert. (Fig. 36, 37.) Maasstab 1 Zoll = 1 Kl. Siehe Taf. II. B. Fig. 87. ist 
die Fortsetzung von Fig. 36. nach einer Unterbrechung, an der das Flótz nicht be- 
obachtet wurde.) 

Auch sind Fälle vorgekommen, wo Verwerfungen, jedoch immer von geringer 
Grösse, die die tiefer gelegenen Zwischenmittel aufweisen, in den höher gelegenen 
Zwischenmitteln nicht mehr beobachtet wurden. Alles diess weist darauf hin, dass die 
Ursachen der jetzt vorhandenen Stórungen, die Trennung und Verschiebung der einzelnen 
Schichten nicht auf einmal und plötzlich, durch irgend eine den Untergrund erschütternde 
Katastrophe, sondern allmälig, oft schon in kurzer Zeit nach der Bildung der einzelnen 
Schichten vor sich gegangen sei und dass dieselbe durch eine lange Periode thätig, wahr- 
scheinlich bald nach Beginn der Ablagerung angefangen und selbst noch nach dem Abschlusse 
der ganzen Becken fortgedauert habe. Es ist erklärlich, dass solche Störungen um 80 
weitgreifendere Wirkungen hervorbringen konnten, je später sie erfolgten, ein je grösserer 
Complex von Schichten bereits abgesetzt war. Es ist damit nicht die Wahrscheinlichkeit 
ausgeschlossen, dass selbst manche später erfolgte Klüfte nicht intensiv genug erzeugt 
wurden, um durch den ganzen bereits abgelagerten Sehichtencomplex hindurch zu wirken, 
und daher sich nur auf tiefer liegende Schichten beschränken. 


(Fig. 36.) 


п. 109 


Die Belege zu den н 
geschilderten mannigfalti- 
gen Erscheinungen von 
Schichtenstérungen sind 
wohl am häufigsten im 
Bfaser Becken zu finden, 
das dureh seine überall 
umgehenden ` Bergbaue 
die meiste Gelegenheit 
zu Beobachtungen bietet; 
doch fehlen ‘sie in an- 
deren Becken keines- 
wegs und Krümmungen, 
Faltungen und Verschie- 
bungen der Schichten 
sind namentlich in der 
Mitte des Vejvanover 
Beckens sichergestellt. 

Neben der bisher 
geschilderten Klüften, die 
den ganzen Schichten- 
complex einzelner Becken 
durchsetzen oder sich 
hur auf die Müchtigkeit des Kohlenflötzes oder bloss auf einzelne Lagen desselben be- 
schränken und daselbst Verwerfungserscheinungen hervorbringen, kann man auch solche 
sbeobachten, die die Hangendschichten allein zerspalten und zerreissen, ohne in das 
Kohlenflótz niederzugehen. Sie stellen sich theils als schwache Risse im Gebirge, theils 
als ziemlich weite Klüfte dar, die dann vorwaltend mit Eisenoxydhydrat, hie und da mit 
Bruchstücken der angränzenden und höher gelegenen Gesteinschichten ausgefüllt sind. 
Ihre Richtung ist vorwaltend senkrecht, aber auch Neigungen unter mannigfaltigen Win- 
keln kommen vor. Hie und da erscheinen sie unregelmässig gekrümmt. Sie haben vor- 
waltend bloss eine Trennung der Gesteinschichten bewirkt und sind sehr selten Urheber 
von Verwerfungen der durch sie getrennten Schichten gewesen. Doch fehlen solche nicht 
ganz und würden wahrscheinlich öfter beobachtet worden sein, wenn diess anders möglich 
wäre, als an solchen Stellen, die eine Entblössung einer genügend grossen Reihe von 
aufeinanderfolgenden Gesteinschichten darbieten. An einer solchen Entblössung im west- 
lichen Theile des Braser Beckens hat sich in der That eine Verwerfung von Schiefer- 
thonschichten an einer, bloss durch sie hindurchgehenden Kluft gefunden, die um so 
mehr Interesse bietet, weil sie durchaus nicht durch Hebungen von unten erklärt 
werden kann. 

An einer in der Richtung von Süd nach Nord in einem Tagbaue blossgelegten 
Wand war eine grosse Anzahl verschieden starken und unterschiedlich gefärbter Schiefer- 
thonschichten, mit denen schwache Bänke von Sandstein wechsellagerten, erschlossen. 
Diese Gesteinschichten durchsetzte eine gegen Süd mit 45 Grad geneigte Kluft. Die 
Kluft selbst war mit Kisenoxydhydrat erfüllt. Die obersten Schichten des beiläufig 
4 Klafter Mächtigkeit besitzenden und mit 5 Grad gegen Süd verflächenden Schiefer- 
thoncomplexes zeigten sich deutlich um 9 Zoll verworfen derart, dass die tiefer gelegten 
Schichten an der südlichen Seite der Kluft sich befanden, das ist in jener Richtung, 
nach welcher die Kluft selbst einfiel. Je tiefere Schichten man nun beobachtete, desto 
geringer war an ihnen die Verwerfung und verschwand endlich ganz bei den dem Kohlen- 
flötze zunächst liegenden Schichten, so dass die Begränzungsebene der einzelnen Schichten 
hier durch die sie schneidende Kluft nieht mehr die geringste Unterbrechung erlitten. 

Die Kluft selbst veränderte in den tiefsten Schieferthonschichten ihren Neigungs- 
winkel aus 45 in 90 Grad und setzte fast ohne Ende bis an das unter den Schiefern 


N 


(Fig. 87.) 


110 IT. 


liegende Kohlenflötz fort. In dieses selbst pflanzte sie sich aber nicht fort, keine Spur 
von Trennung der Kohlenschichten in der Fortsetzung der Kluft konnte entdeckt werden. 
In den höheren Schichten der Schieferthone verband sich mit dieser Kluft eine zweite, 
südlich von ihr ausgehende, die jedoch theils senkrecht, theils nördlich einfallend sich 
bald an sie anschloss und dann aufhörte, ohne eine Verrückung der Schichten hervor- 
gebracht zu haben. Nördlich von ihr war in kurzer Entfernung eine andere. Kluft an- 
stehend, welche nördliches Einfallen hatte und an der ebenfalls eine Verwerfungser- 
scheinung ähnlicher Art, obwohl in bedeutend kleinerem Maasstabe beobachtet werden 
konnte, Auch hier waren die verworfenen Schichten an der Seite, nach welcher die Kluft 
einfiel, tiefer gelegt. (Fig. 38 Siehe Taf. П. C.) 

Die Beobachtung 
dieser ganzen Er- 


EE schei i 2i 
ОХ i GER scheinung, die bei 
А » ER einer grösseren 
N УУУУ оре P f j 
ЭЭ Gleichartigkeit des 


Gesteins leicht über- 
gangen worden ware, 
wurde durch die 
Verschiedenheit der 
von ihr betroffenen 
Schichten, sowohl 
was deren Färbung. 
als auch ihre petro- 
graphische Beschal- 
fenheit anbelangt, 
ungemein gefördert. 
Die Zunahme der 
Grösse dev Verwer- 
fung in den höher 
gelegenen Schichten 
und das Verschwin- 
den der Kluft be! 
(Fig. 38.) ihrem Anlangen am 
Kohlenflötze, oder 
vielmehr der Beginn derselben erst über dem Kohlenflötze, lassen keine andere Erklá- 
rung für die vorstehende Verwerfung zu, als die Annahme eines ungleichförmigen Setzen» 
der Schieferthone, das sich in den höheren Schichten mehr summirte, oder die einer 
allmäligen Fortführung von Materiale aus den Schichten hinter der  Verwerfungskluft, wo” 
durch in diesem ein Senken bewirkt werden musste. Immer abor liefert die Erscheinung 
den Beweis von dem Vorhandensein solcher Störungen, die ihren Grund keinesfalls 1 
von unten wirkenden Hebungen, oder durch den ganzen Schichtencomplex hindurch 80 
henden Senkungen haben. Bei dem Umstande, dass man selten Gelegenheit findet; die 
einzelnen Schichtenstörungen in ihrer ganzen -senkrechten Verbreitung durch alle Schichten 
eines Beekens zu verfolgen und deren verschiedenartiges Verhalten in den grösseren oder 
geringeren Tiefen und Höhen kennen zu lernen, sind derlei einzelne Erfahrungen wichtig 
genug um bemerkt zu werden und vielleicht zur Erklärung anderer Erscheinungen 
beizutragen. 

Dass ausserdem. die Schichten nach ihrer bereits erfolgten Ablagerung und na 
eingetretenem F'esterwerden mannigfache Verschiebungen in horizontaler Richtung, Wen 
auch in geringerem Maasstabe erlitten haben, beweisen die in demselben hie und da 
beobachteten senkrecht eingeschlossenen Reste von Baumstämmen, die sieh an vielen 
Stellen an den Begränzungsflächen der einzelnen Schichten gebrochen zeigen und wo die 
so entstandenen einzelnen Stücke nicht mehr auf einander, sondern mehr weniger über- 
einander verschoben liegen. 


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TI. 111 


Alle die geschilderten Erscheinungen zeugen unzweideutig von Veränderungen, 
die in den abgelagerten Kohlen und Gesteinschichten vor sich gingen und die sich bald 
nach dem Beginne der Ablagerung bis nach deren völligem Abschluss in Thitigkeit be- 
landen, ja möglicher Weise noch nicht gänzlich abgeschlossen sind. 

Zu diesen Veränderungen gehört auch das Erfülltsein der meisten Klüfte mit 
Kisenoxydhydrat. Da viele Klüfte, namentlich in den Schieferthonen auf diese beschränkt 
sind und nicht weiter hinabgehen, so muss die Ausfüllung derselben nicht nur in eine, 
erst nach der erfolgten Austrocknung der Schiefer fallende Zeit versetzt werden, sondern 
dieselbe muss auch als eine theils aus höheren Schichten, theils aus dem Nebengesteine 
erfolgte angenommen werden, die uns eine Infiltration mit dem, der Gesteinmasse beige- 
mengten, später einer höheren Oxydation oder einer blossen Umwandlung zu Hydrat 
unterworfenen Eisengehalte darstellt. 

Ausser den Störungen, die die Schichten durch Klüfte erlitten haben, treten hie und da 
auch Unterbrechungen derselben ein, die durch anstehende taube Rücken erzeugt werden. Im 
Biaser Becken sind zwei derlei Unterbrechungen bekannt, von welchen auch das Kohlen- 
llótz mitbetroffen wird. Die eine erfolgt durch den schon erwähnten am nordwestlichen Rande 
des Beckens von West gegen Ost eich eindrängenden tauben Rücken, an dessen südlicher 
Seite das Kohlenflötz in seiner ganzen Mächtigkeit anliegt und die geschilderten Ver- 
knickungserscheinungen hervorbringt, während an dessen nördlicher Seite nur noch der 
untere Kohlenflötztheil abgelagert gefunden wird. Der zweite derartige Rücken stellt sich 
in der nordwestlichen Ausbuchtung des Beckens ein und streicht von Süd gegen Nord. 
Mit seiner südlichen Seite scheint dieser Rücken mehr in die Breite gezogen und er 
senkt sich hier allnülig, so dass die Gesteinschiehten und Kohlenflótze sich um ihn 
herumlagern. Der westlich von ihm gelegene Theil des Kohlenflötzes fällt Anfangs mit 
12 bis 15 Grad, weiter unter geringerer Neigung von ihm gegen Westen ab, wird dann 
mehr westlich dureh eine von Süd nach Nord streichende Kluft mit westlichem Einfallen 
bis 3 Klafter in das Liegende verworfen, steigt aber hinter dieser Verwerfungskluft nach 
kurzer fast schwebender Lagerung plötzlich und zwar mit 60 Grad empor und bildet 
sein westlichstes Ausechende. 

Die über dem Kohlenflötze an der westlichen Seite dieses Rückens abgelagerten 
Gesteinschichten bieten eine bemerkenswerthe Erscheinung. Obwohl das Kohlenflötz 
nämlich vom Rücken weg mit 12 bis 15 Grad verflächt, zeigen doch die obersten Han- 
Sendschichten desselben keinesfalls ein gleich grosses Einfallen, sondern liegen im Gegen- 
theile fast eben und besitzen überall in ihrer Verbreitung eine ziemlich gleiche Mächtig- 
keit, Die tieferen, näher zum Kohlenflötze liegenden Schichten jedoch zeigen eine be 
deutend geringere Mächtigkeit, je näher sie dem tauben Rücken liegen und nehmen mit 
der Entfernung von ihm an Stärke zu, 
80 dass einzelne Schichten, die dort nur ; 
H bis 12 Zoll Müchtigkeit zeigen, in 
kurzem westlichen Abstande bereits zu rie 
zwei Fuss und darüber angewachsen sind, 0, 
sich вопас) keilförmig gestalten und da- 9 
durch allmählig das steilere Verflächen 
über dem Kohlenflötze mit der flachen 
Lage in der Höhe vermitteln. Die tief- 
sten, dem Kohlenflötze zunächst auflie- 
Senden Hangendschichten besitzen eben- 
falls wieder eine durchaus gleichförmige 
Mächtiekeit und ist die keilfórmige Ge- 
stalt nur an den mittleren Schichten des 
über dem Kohlenflétze liegenden Han- 
Sendgesteines entwickelt. (Fig. 39.) 

Wir sehen auch hier wieder, dass 


bereits während des Absatzes eines Theils (lie. 39. Tangendschiehten aus dem westlichen Theile 
des Braser Beckens, Maasstab 1 Zoll = 8 Fuss.) 


112 Ш, 


der Hangendschichten das Kohlenflötz eine allmälige Senkung erlitt, die weiter von dem 
jetzt anstehenden tauben Rücken schneller vor sich ging und so die Ablagerung einer 
grösseren Menge Sedimentes an dieser Seite der eben im, Bilden begriffenen Schichten 
veranlasste, dass aber noch vor der Vollendung sämmtllcher Schichten Ruhe eintrat, wo- 
durch die letzten derselben wieder in eine horizontale Lage übergehen konnten. (a) Lehm; 
b) Sand mit Grrölle; е) Sand; d) Sandstein; e) Schieferthon; f) Sandstein; g) Schiefer- 
thon; h) Sandstein; i) Schieferthon ; К) Sandstein; 1) Schieferthon.) An der östlichen Seite 
dieses Rückens sind die Hangendschichten des Kohlenflötzes zwar östlich mit 15 Grad 
einfallend »nmittelbar am Rücken anstossend aber gegen diesen umgebogen, widersinnig ver- 
flächend befunden worden. Doch ist diese Umbiegung der Schichten nur unbedeutend entwickelt. 

Unter die, die Kohlenlager betreffenden Störungen sind endlich auch noch die 
stellenweise an derselben beobachteten Auflösungen und Beseitigungen ihrer obersten 
Schichten zu rechnen. Is ist ohne Zweifel, dass einige Theile des Kohlenflötzes längere 
Zeit dem Einflusse der Atmosfäre und der Gewässer ausgesetzt gewesen waren, ehe sie 
mit den ersten Lagen ihres dermaligen Hangendgesteins bedeckt wurden. Dafür spricht 
die Erfahrung, dass das Kohlenflötz theils unmittelbar vom Moltyrsandsteine, theils selbst 
nur vom Lehme bedeckt angetroffen wird; ferner das kennengelernte Vorkommen von 
Kieselschieferblöcken unmittelbar auf dem Kohlenflótze und zum Theile in dasselbe ver- 
senkt im südlichen Theile des Biaser Beckens.*) In der That findet man nur an solchen 
Stellen des Kohlenflótzes, die in Anbetracht der aufgelagerten Schichten die Voraus- 
setzung eines längeren Unbedecktgewesensein’s rechtfertigen, die Kohle von oben herab 
auf eine bald grössere, bald geringere Teufe in einem veränderten, wenig festen, fast 
aufgelösten Zustande, durch den selbst der Gehalt an Kohlenstoff verringert zu sein 
scheint, wodurch auch solche Kohle für technische Verwendung eine weniger geeignete ist. 
Man findet ferner da, wo das Vorkommen der Zwischenmittel einen Anhaltspunkt liefert, 
selbst theilweise Entfernung der obersten Kohlenlagen neben der Zersetzung der zurück- 
gebliebenen, wie solches an dem unteren Kohlenflötztheile unweit Vranovic bemerkt wer- 
den kann. Nach der Art der Theilung des Flötzes sollte nämlich dieser untere Flötztheil 
noch überall das Zwischenmittel Flicka mit einer bei 12 Zoll starken Kohlenschicht 
darüber als oberste Lage aufweisen. Diess ist aber nur bruchstückweise der Fall und 
das besagte Zwischenmittel fehlt stellenweise ganz und ist stellenweise mit einer viel 
schwächeren Kohlenlage bedeckt als sonst, wo die Erhaltung vollkommen ist, So zeigte 
sich die Oberfläche des Kohlenflötzes ganz uneben gestaltet, unregelmässig, wellenförmig 
vertieft, sehr oft nicht einmal scharf gegen die aufliegenden Schichten von Sand begrünzt, 
sondern an den Berührungspunkten mit denselben theilweise vermengt; als Beweis, dass 
die Kohle wenigstens an der Oberfläche des Flötzes zur Zeit, als sich Sand auf dem- 
selben abzulagern begann, in einem wenig festen und theilweise wahrscheinlich durch Strö- 
mungen beweglichen Zustande war, wodurch Auswaschungen einzelner Theile derselben 
erfolgen konnten. Man findet bei derart gestörten Kohlenlagen selbst Kohle in dünnen 
Schichten über bereits in den Vertiefungen gebildeten Lagen von Sand und Gerölle aus- 
gebreitet, so dass letztere die Kohle unterlagern. Dabei sind die obersten Lagen des 
Kohlenflötzes hie und da gekrümmt und stückweise überstürzt, was besonders da, wo die 
Flicka noch nicht zerstört ist, gut beobachtet werden kann. Wenn auch letztere Er- 
scheinung nicht mit der Wegschwemmung von Kohlenschichten in unbedingten Zusam- 
menhang zu bringen sind, so scheinen sie doch einer durch die Ueberflutung begünstigten 
Anschwellung der Schichten des Kohlenflótzes nicht fern zu stehen. (Fig. 40. Siehe Taf. IL E. 

Wirkungen stärkerer und lange andauernder. Strömungen über die noch mit 
keinen Hangendschichten bedeckten Kohlenlager sind aber nirgends nachgewiesen. wir 
finden wenigstens nirgends Auswaschungen des Kohlenflötzes in. grösserem Maasstabe. 
oder Zerstörungen des Kohlenflétzes an einzelnen Stellen in seiner ganzen Müchtigkeit unt 


*) Im südlichen Theile des Bfraser Beckens, in den Tagbauen der Gf. Wrbna'schen 
Grube habe ich an zwei Stellen, wo die Kohle unmittelbar von sandigen Geróllschichten 
war, Gerólle in nicht geringer Zahl und von verschiedener Grösse und Gesteinsvarietit bis 9 
tief in die oberste Lage des Kohlenflótzes eingedrungen und eingeschlossen gesehen. 


lec 
bec Zoll 


Ш, 118 


wo die Kohlenflötze fehlen, spricht kein Anzeichen dafür, dass ТТ 
ein solches einst wirklich aufgelagert gewesen und erst dureh III 
eme später eingetretene Katastrophe beseitigt worden sei. Wu | wll 
Für die vorwaltend mit Klüften in Verbindung ste- UM 
henden.Stórungen lassen sich zwei verschiedene Wirkungen 
annehmen Die eine davon war eine horizontal oder parallel 
den Schichten thätige, welche wahrscheinlich durch die in der GE | 
Masse der abgelagerten Gesteine erfolgte Austroeknung eine || | 
ШЕ oe Zusammenziehung derselben veranlasste; die andere II Ii 
Muss senkrecht auf die Schichten gewirkt haben. Tür den 
letzteren Fall ist aber zweierlei móglich. Die auf die Schichten 
wirkende Kraft kann nämlich eine Richtung von unten nach 
oben oder entgegengesetzt von oben nach unten gehabt haben ; 
oder es kann eine ungleichfórmige Senkung oder eine derlei 
Hebung eingetreten sein. 
ә Die mit letzterer gewöhnlich in Verbindung gebrachten 
Erscheinungen von Eruptivgesteinen als hebenden Massen wer- 
den aber im Bereiche der Steinkohlenbecken von Radnic nicht 
beobachtet. Es ist weder an der Oberfläche dieser Becken, 
Noch in deren Innern durch Bergbau bisher irgend ein die- 
selben durchsetzendes Ganggestein beobachtet worden. Die 
als Grundgebirge vorhandenen silurischen Thonschiefer werden 
indess an vielen Stellen von Dioritgängen unterbrochen und 
Im Osten treten die Steinkohlenschichten mit dem Zuge der 
Silurischen Porfyre in nächste Berührung. Es ist aber nicht 
wé anzunehmen, dass diese beiden Gesteinarten einen Ein- 
2. auf die Störungen in der Lagerung der Steinkohlen- 
hichten geübt haben. Die Porfyre sind nach J. Barrande *) 
während der Bildungsperiode der unteren silurischen Abthei- 
ung emporgedrungen, also lange vor Beginn der Steinkohlen- 


I) 


|| 


Bee, Wir haben ausserdem gesehen, dass Porfyrgerölle, 
a г, Ч H ^ А \ 
* ohne Zweifel diesem Porfyrzuge entlehnt sind, in den 


andsteinschichten der Koblenbecken vorkommen. (Fig. 40.) 
Was aber die Diorite anbelangt, so ist schon von anderen Forschern hervor- 
gehoben worden, dass diese die silurischen Schiefer wahrscheinlich schon während der 
"rauwackenzeit durchbrochen haben (Geinitz, die Steinkohlen Deutschlands und anderer 
Vider Europa’s, I. Band 1865, Seite 283) und werden nach anderen Beobachtungen 
FUN Steinkohlenschichten durch Grünsteine unwahrscheinlich. gemacht. Es ist 
Slurisch КАА die petrografische Beschaffenheit der Grünsteine eine, mit dem Alter der 
die KR Seege in denen sie auftreten, wechselnde ist und dass namentlich 
ren Ft i in oberen silurischen Etagen erscheinenden Grünsteine sich von jenen der älte- 
‚lagen unterscheiden, so dass erstere mit dem Namen Diabasen, letztere als Diorite 
zeichnet werden. Aechte Diorite reichen in die jüngeren silurischen Etagen nicht 
de woraus geschlossen werden darf, dass sie überhaupt nicht erst nach der Ablagerung 
teinkohlengebilde entstanden sein und zur Entstehung von Stórungen in diesen 
Ptzteren beigetragen haben konnten. 
Die Hebungen, in deren Gefolge die Störungen in den Radnicer Steinkohlen- 


bec d : dedit d 
ken er zeugt wurden, könnten daher nur durch eine Einwirkung erklärt werden, welche 


пас MAT e 1 aR 1 E dë ee? : 
А vollendeter Bildung der silurischen Porfyre und Diorite eintrat und durch andere, 
i, Bere, nicht, oder wenigstens nicht in der Umgebung von Radnic zu Tage getretene 


JUL HYmassen veranlasst wurden. Auf eine Aenderung in der Schichtenstellung der als 
ergrund für die Steinkohlengebilde vorhandenen silurischen Schiefer können solche 


*) Joachim Barrande Parallele entre les Dépóts siluriens de Bohéme et de Skandinavie. 


8 


114 inm 


keinen Einfluss gehabt haben; die silurischen Thonschiefer haben ihre gegen die Stein- 
kohlenschichten discordante Lagerung bereits vor dem beginnenden Absatze der letzteren 
besessen, da die Steinkohlenschichten an vielen Stellen horizontal über den geneigten 
Thonschieferschichten aufgelagert sind. Eine Einwirkung durch unterirdische Bruptiv- 
massen müsste sonach nur stossweise erschütternd vor sich gegangen sein und vom Be- 
ginne der Kohlenbecken durch die ganze Zeit ihrer Ablagerung angedauert haben. 

Eine Beobachtung ist ausserdem vollkommen geeignet, unsere Aufmerksamkeit 
auf sich zu ziehen. Wir finden bei sämmtlichen Becken die Ränder fast überall einen 
oft ziemlich steilen Einfallswinkel bilden, unter dem sie ursprünglich nieht abgesetzt 
sein können, während mehr gegen das Innere der Becken die Schiehten weniger geneigt, 
selbst horizontal liegen. Ein so allgemein verbreitetes Verhalten an den, nach verschiede- 
nen Richtungen gekrümmten Rändern der einzelnen Becken lässt sich schwer mit He- 
bungen des Grundgebirges vereinbaren und es bleibt für eine Annahme von Febungen 
zur Erklärung dieser Thatsache immer auffallend, dass die Hebungen gerade mit den 
Rändern der Becken zusammengetroffen wären. 

Es ist aus einer, oben speziell erläuterten Beobachtung mit Sicherheit nachge- 
wiesen, dass nicht alle in den Steinkohlengebilden bei Radnic vorkommenden Verwer- 
fungen durch Hebungen von unten erklärt werden können, sondern dass zweifellos ein- 
zelne sich als die Wirkung eines Setzens der Masse in sich selbst beurkunden ; dass 
sonach Senkungen der, die Schichten zusammensetzenden Materialien zum Theile Grund 
der beobachteten Störungen gewesen sind. Dass solche dureh den allmälig anwachsenden 
Druck der auf tiefere Schichten sich auflagernden Massen erfolgen konnten, ist gewiss. 
Aber auch eine grössere Anhüufung von Vegetabilien, die während ihres allmäligen Ueber- 
ganges in den gegenwärtigen Zustand ihr Volumen änderte, konnte derlei Verhältnisse 
begünstiget haben, wobei es nicht unmöglich ist, dass verschiedene Arten von pflanz- 
lichen Resten, denen eine grössere oder geringere Dichtigkeit schon ursprünglich eigen 
war, ungleich vertheilt sein und zu einem ungleich grossen Schwinden der Massen Dei: 
tragen konnten. | 

Schwieriger ist die Annahme einer verschiedenen Zusammendrückbarkeit für die 
die Kohle bedeckenden Gesteinschichten, die doch immer in grösserer horizontaler Ver- 
breitung eine gleiche Beschaffenheit ihres Zusammensetzungs-Materiales besitzen und doch 
zumeist an Klüften in einer geraden Linie verschoben sind, was cine grössere Zusam- 
mendrückbarkeit derselben Schichte an einer Seite der Kluft voraussetzen würde. 

Bei der Betrachtung der oben geschilderten, auf die Hangendschichten des 
Kohlenflötzes beschränkten, nach oben zunehmenden Verwerfung kann man aber derlei 
Massen von ungleicher Zusammendrückbarkeit nebeneinander nicht constatiren, Alle ein- 
zelnen Schichten, aus denen der von der Verwerfungskluft durchsetzte Complex besteht, 
sind in ihrer Horizontalverbreitung stets aus gleichen Materialien zusammengesetzt. 
Zudem waren überall gleich hohe Massen von Schichten abgelagert, es befanden sich 
sonach alle unter einem gleichen Drucke. Es wäre nicht undenkbar, dass eine allmälige 
Wegschaffung von Material aus den an der Verwerfungskluft gesenkten Schichten dureh 
die ungemessenen Zeiträume hindurch an der Kluft herabsinkenden Wiisser, die dann 
durch die Schichten ihren weiteren Abfluss haben mussten, zur Verringerung der Masse 
und An Folge deren zu einer Senkung der Schichten an einer Seite Veranlassung gegeben 
habe. In unserem vorliegenden Falle stimmt noch mit der aufgestellten Vermuthung der 
Umstand überein, dass die gesenkten Schichten an jener Seite der Kluft liegen, nae? 
welcher diese verflächt, an welcher sonach einsiekernde Wässer sich herabziehen müssen, 
und dass die gesenkten Schichten selbst in derselben Richtung geneigt liegen, also den 
durchsickernden Wässern ein natürliches Gefälle zum weiteren Abflusse boten. Dass solche 
Erscheinungen mehrfach entwickelt sein können, kann wohl mit ziemlicher Sicherheit an- 
genommen werden und es dürfte kaum zu bestreiten sein, dass ein grösserer Theil der 
vorkommenden Störungen ähnlichen Vorgängen, nicht aber Hebungen des Untergrundes, 
seine Entstehung verdanke. Ohne Zweifel haben die Störungen in den Steinkohlenbecken 
der Umgebung von Radnic Verhältnisse kennen gelehrt, welche geeignet sind, dle Auf- 


TE 115 


merksamkeit des Geognosten in Anspruch zu nehmen und welehe darthun, dass wenigstens 
eim Theil der vorkommenden Verwerfungen keineswegs mit stückweisen und partiellen 
Hebungen des Grundgebirges im Zusammenhange stehe und eben so nieht mit voraus- 
gesetzten Senkungen des Grundgebirges, sondern bloss dureh Senkungen und ungleiche 
Schwindung der in den Kohlenbecken abgelagerten Massen selbst erklärt werden kann, 
also ohne Uebertragung aus dem Bereiche fremder Formationen im Steinkohlengebirge 
allein seinen Grund habe. 

Ich nenne solche, nicht durch anderorts stattgefundene Veränderungen verpflanzte, 
sondern in dem der Steinkohlenperiode angehörigen Schichtencomplexe auf Grundlage 
seiner physischen Eigenschaften, seiner Lagerungsart und seiner allmälig erlittenen Ver- 
änderungen in ihm selbst entstandene und auf ihn beschränkt gebliebene Störungen 
eigenthümliche, im Gegensatze zu jenen übertragenen und ist es bemerkens- 
werth, dass nur erstere allein mit Sicherheit bisher nachgewiesen werden können, während 
für jene, wo dieser Nachweis nicht möglich ist, man sich mit der Voraussetzung einer 
durch das Grundgebirge bewirkten Hebung oder Senkung begnügen muss. 


Schlussbetrachtune. 


Wenn man einen Rücklick auf die im Vorangehenden erläuterten Verhältnisse 
der Steinkohlengebilde in der Umgebung von Radnie wirft, so drängt sich vor Allem die 
Ueberzeugung auf, dass alle jene Schichten, welche sich in der nächsten Nähe der Stein- 
kohlenflötze, theils im Liegenden, theils im Hangenden derselben abgelagert vorfinden, 
solche Eigenschaften besitzen, die darauf hindeuten, dass ihre Bildung mit Ruhe erfolgte, 
während jene Schichten, welche die tieferen und höheren Lagen in Bezug auf die Kohlen- 
flötze einnehmen, durch grobkörnige und veschiebeartige Gemengtheile von bewegteren 
Strömungen Zeugniss geben, durch welche gröberes, sehwereres Materiale bis zur Stelle 
geschafft werden konnte. Sonach hat die Ablagerung der Kohlenflötze nur unter ruhigen 
Verhältnissen stattgefunden. Schon daraus darf gefolgert werden, dass die Vegetabilien, 
welche die Bildung der heute vorfindigen Kohlenschiehten ermöglichten nicht von anderen 
Orten zugeschwemmt seien und dass sie sich da befinden, wo sie einst zu ibrer Vege- 
tationszeit gestanden hatten. Zu derselben Ueberzeugung hat die Betrachtung der Art, in 
welcher dio Pflanzenreste in den sie einschliessenden Gesteinschichten vorkommen, ge- 
führt und die Zuschaffung des Kohlenmateriales aus anderen Gegenden als unannehmbar 
nachgewiesen. Wir dürfen sonach in den Radnicer Steinkohlenbecken eine vorzeitige 
Vegetation an der Stelle, an der sie einst lebte, begraben und dureh spätere Einwir- 
kungen in den gegenwärtigen Zustand der Steinkohle überführt erkennen. Die Arten der 
Pflanzen, welehe die damalige Vegetation bezeiehnen, sind uns wenigstens grossentheils in 
Abdrücken auf den Gesteinschichten erhalten überliefert worden. Ob aber diese, selbst 
unter der Vegetation weit giinstigeren Bedingungen, als sio jetzt bestehen, sich in einem 
üppigen Wachsthum schneller erneuernden Pflanzengeschlechter im Stande waren, auf der 
Fläche, die sie überzogen, so mächtige Lagen von Steinkohle zu erzeugen, wie wir sie 
in dem Radnicer Stemkohlenbecken schen, ist mehr als fraglich. Die Laubwedel der 
Farren und der im Ganzen spärliche Blätterschmuck der übrigen in der Steinkohlen- 
Periode herrschenden Pflanzenarten scheint hiezu keineswegs ausreichend gewesen zu sein. 
Aber auch der erzeugten Masse der aufgewachsenen Stämme kann kaum die Lieferung 
eines genügenden Materiales zugeschrieben werden. Es ist nachgewiesen, wie schnell das 
lockere Zelleewebe der niedriger stehenden Pflanzengeschlechter in Zersetzung übergeht 
und wie in kurzer Zeit von den Stämmen derselben weiter nichts erübrigt, als die länger 
der Zersetzung ` widerstehenden Rindenzellen, weshalb wir auch vorzugsweise in den 
aufrecht stehend vorgekommenen Stammresten bloss die Rinde derselben erhalten, das 

8* 


116 I, 


Innere derselben mit einem Steinkerne erfüllt sehen, Die grössere Masse derselben muss 
sonach gewiss zerstört gewesen sein, ehe sie durch Einschluss zwischen sie deckende 
Materialien der atmosphärischen Einwirkung entzogen werden konnte. 

Schon Göppert und Andere haben die alleinige Anhäufung der auf einer Fläche 
gewachsenen Pflanzen für unzureichend zur Bildung von mächtigen Kohlenlagern gefunden 
und um solche zu erklären sich zu der Annahme genöthigt gesehen, dass sehr viele 
mächtige Kohlenlager als die Torflager der Vorwelt anzusehen sind, Nur eine Vegetation, 
welche Pflanzensubstanz unter Verhältnissen erzeugte, die es ermöglichten, dass dieselben 
entzogen der rasch zersetzenden Einwirkung der Atmosphärilien dem allmäligen Ver- 
wandlungsprocesse in Kohle überliefert werden konnten, kann für die Masse des in stär- 
keren Steinkohlenlagern enthaltenen Materiales als genügend erkannt werden. Eine unter 
so gearteten Verhältnissen bestehende Vegetation bieten allein die Torfe dar. Aus den 
Beobachtungen bei Radnic geht aber hervor, dass Pflanzenreste, die in den das Kohlenflötz 
bedeckenden Gesteinschichten gefunden werden, auch in der. Kohlenmasse selbst einge- 
schlossen vorkommen. Stigmaria, Calamites und Sigillaria sind als solche bereits be- 
zeichnet worden. Die genannten Arten konnten auf der Torfflüche gewaehsen und in die 
torfbildende Masse mit eingeschlossen worden sein und zur Bildung der Kohle mit bei- 
getragen haben, ohne deshalb als ausschliessliche Torfpflanzen der Steinkohlenzeit erklärt 
werden zu müssen. Es lässt sich aber in keiner Hinsicht annehmen, dass sie allein zur 
Kohlenbildung gedient haben. Man muss vielmehr. den Ursprung der Radnicer Kohlen- 
flötze ebenfalls aus vorweltlichen Torflagern ableiten. Nur so erklärt sich auch die regel- 
mässige Abtrennung zwischen Kohlenlagen und den mannigfach zwischen ihnen eintretenden 
Zwischenmitteln, während bei einem Haufwerke von übereinander folgenden Baumstämmen 
die Kohle unregelmässig mit dem sie bedeckenden Gesteinsmateriale sich darstellen würde. 

Dass die Torflager mit gewissen Pflanzenarten in irgend einer näheren Bezie- 
hung standen, scheint das Vorkommen der Stigmarien anzudeuten, Diese überaus häufige 
Art erscheint immer nur in der nächsten Nähe der Steinkohlenlager in bemerkenswerther 
Fülle, sie fehlt in den Schichten, welche weiter von Kohlenlagern entfernt sind, oder 
tritt nur sehr vereinzelt auf, Mit der verschiedenen Mächtigkeit der einzelnen Kohlen- 
flötze, oder mit der Güte der in denselben enthaltenen Kohle stehen sie nicht in Ver- 
bindung. Im oberen Kohlenflötze sind Stigmarien auf die Zwischenmittel zumeist Jg: 
schränkt; aber auch im unteren Kohlenflötze werden sie, wiewohl weniger vegelmässig 
auf bestimmten Lagen, doch immer mit den einzelnen, das Flötz häufig durehsetzenden 
Thonschichten vorkommend gefunden. Eben so scheinen die durch syringodendronartige 
Abdrücke angezeigten Sigillarien wiederholt in einzelnen Lagen häufiger erhalten zu sein. 
Mit dem Auftreten der Stigmarien scheint dic Bedingung einer für Torfbildungen gp: 
eigweten schlammigen Bodenbeschaffenheit verknüpft gewesen zu sein, Dazu war bereits, 
wenigstens streckenweise, eine Entrückung der durch frische Strömungen abgesetzten 
Sand- und Geröllebänke aus den tieferen Gewässern, ein Aufhören der Fluthung und 
das Eintreten eines Niederschlags aus ruhigem Wasser Bedingung. Unter solchen Ver- 
hältnissen konnte ein feuchtes, periodenweise noch überschwemmtes Marschland ent- 
stehen, auf dem sich die ersten Spuren einer Vegetation entwickelten, welche vorzugs- 
weise aus Sumpfgewächsen bestehen musste und die Grundlage für später sich entwickelnde 
Torflager bildeten. Die Torflager konnten immer noch andere, nicht eigentliche Torf- 
pflanzen auf ihrer Oberfläche tragen, die dann theilweise in ihnen eingeschlossen wur- 
den. Wenn nun die Torflager durch irgend einen Umstand wieder unter Wasser versetzt 
wurden, so musste ihr Wachsthum unterbrochen werden und es blieb eine Torflage vou 
bestimmter Mächtigkeit, die durch Schlamm und Thon, die sich aus dem darüber ste- 
henden Wasser absetzten, bedeckt wurde, Die in den Kohlenflötzen kennengelernten 
constanten Zwischenmittel deuten eine eben so oftmalige gänzliche Unterbrechung der 
gesammten Torfbildung an. Boi weniger ausgedehnten, nicht über die Gesammtheit der 
Torflager reichenden Inundationen jedoch entstanden nur partiell über die Torflager 
verbreitete Schlammschichten, welche dic Fortsetzung des Wachsthums der Torfpflanzen 
nur stellenweise unterbrachen. Es war daher möglich, dass während an dem, über dem 


II. 117 


Wasserspiegel gelegenen sumpfigen Uferlande sich eine Torfschichte erzeugte, an den vom 
Wasser bedeckten Stellen in der Fortsetzung dieser Torfschichte sich eine Schlammlage 
absetzte, Durch eine schwankende Höhe des Wasserspiegels, durch ein wechselndes An- 
schwellen und Wiederzurückweichen desselben wurden auch naturgemäss die Gränzen 
zwischen Torfbildung und Schlammabsatz in den einzelnen Schichten verrückt und bald 
mehr in das torfbildende Marschland hinein vorgeschoben, bald mehr gegen das eigent- 
liche Wassergebiet zurückgedrängt. So mochte an den Berührungslinien zwischen Wasser 
und Torflager ein Wechsel von aus Vegetabilien und aus Schlamm gebildeten Schichten 
in der Art entstehen, dass je weiter von dem mittleren Wasserspiegel entfernt, desto vor- 
waltender und unvermischter die Torfschiehten blieben und die Schlammsehichten seltener 
Wurden, wogegen umgekehrt ein Vorherrschen der Schlammschichten’ näher gegen das 
Wasserbett eintreten musste. In der That finden wir entsprechende Verhältnisse in der 
Umgebung von Radnie in der Ueberhandnahme der Schieferthone zu einer Seite der 
Kohlenflótze, die sich sowohl im Biaser Becken wie bei Neméovic, Vejvanov und Privetic 
Zeigen, die theilweise endlich so weit entwickelt sind, dass in der Fortsetzung der Kohlen- 
Schichten bloss nur noch aus Schlammablagerungen entstandene Schieferthonschichten au- 
getroffen werden. Die Torflager scheinen, so wie das ganze sie tragende Uferland, eine 
Neigung gegen die grössere und constante Wasseransammlung besessen zu haben, so dass 
kleine Anschwellungen derselben nur einen geringen Flächenraum der nahe an sie grän- 
zenden Torfmoore zu überfluthen vermochten. Es musste aber die Neigung der Ober- 
fläche der überflutheten Torflager eine keineswegs unwandelbare und zu allen Zeiten un- 
veränderte gewesen sein, wie das verschiedene Abnahmsverhältniss in der Mächtigkeit 
der einzelnen Zwischenmittel andeutet. Est ist aber auch nicht unmöglich, dass die 
grössere Mächtigkeit einzelner Zwischenmittel an einer Seite einer verschiedenen Andauer 
der Ueberfluthung und einem langsamen Zurückgange derselben zuzuschreiben wäre, wo- 
durch die Schichten an der Seite, von welcher die überfluthenden Wässer eintraten und 
Nach welcher sie sich wieder zurückzogen, längere Zeit dem Absatze von Schlamm aus- 
gesetzt waren und so eine grössere Mächtigkeit erreichen konnten. 

Nach der jetzigen Lage der Kohlenflótze scheint die Inundation der Torflager 
für das jetzige obere Kohlenflötz im Braser Becken von Nordost gegen Südwest, für das 
Néméovicer Becken von Südost, für das Vejvanover Becken und zwar für dessen nörd- 
lichen Theil von Süd, für den südlichen Theil bei Prívétic von Nord eingetreten zu sein. 
In diesen Verhältnissen kann der Grund für das Fehlen der Kohlenflötze an mehreren 
Stellen in der Umgebung von Radnic liegen, der sich als ein constanter Wasserstand, 
als ein während des Wachsthums der Torflager nie trocken gelegtes Wasserbett zwischen 
ejvanov und Skomelno (über Radnic gegen Néméovic, Lhotka und Kockov herausstellt. 
аз zu beiden Seiten dieses Wasserbetts zunächstliegende Marschland wurde der Träger 
der später in Kohlenflötze übergegangenen Torfgebilde. Dass indessen während der Bil- 
dung der Kohlenbecken die Ausdehnung des Wasserbetts und die Begränzung der Ufer 
dureh dasselbe mannigfaltigen Wechsel erlitten haben mag, geht aus der Thatsache her- 
Vor, dass im Břaser Becken das untere Kohlenflötz gegen Süden zu allmälig durch 
Schieferthone verdrängt wird, während der Zudrang von thonigen Schichten in das obere 
Kohlenflötz, daselbst von Norden aus erfolgte. In der angedeuteten Richtung von Sko- 
melno über Radnie, Néméovie gegen Kotkov, wo Kohlenflótze fehlen und ein constantes 
‚asserbecken vermuthet werden kann, finden sich auch die mit Geröllen und Geschieben 
häufiger gemengten Schichten der tiefsten, flótzleeren Gruppe in ihrer grössten Mächtig- 


D 


keit entwickelt, während eben diese Gruppe seitwärts von der bezeichneten Strecke ent- 
Weder gar nicht, oder nur in geringer Mächtigkeit abgelagert erscheint. Der Zufluss der 


eset und die Zusehwemmung der Materialien mag sonach schon im Beginne der 
\ohlenperiode vorwaltend diese Richtung gehabt haben und mit einer grösseren Gewalt 
dü А Tu Ч 

erfolgt sein, durch welche vorzüglich grössere und aus weiterer Ferne abstammende Ge- 


\einstücke beigesehafft und abgesetzt wurden, bis die tiefsten Stellen ausgefüllt und die 
ewässer gezwungen waren, sich theilweise über die angränzenden Uferstrecken zu ver- 
эго М n e " 5 

reiten, diese abwechselnd mehr oder weniger zu inundiren und durch die Erzeugung 


118 П, 


eines schlammigen, feuchten Untergrundes die Entstehung von Marschland und Torf- 
mooren einzuleiten. Dass diess nicht nach allen Seiten hin in gleichem Maasse und in 
gleicher Zeit erfolgte, lässt sich im Vorhinein vermuthen und wird durch die ungleich- 
artige und ungleich weite Verbreitung der einzelnen Kohlenlager bestätiget. In der Bil- 
dungsperiode des jetzigen unteren Kohlenflötzes waren diese Inundationen weit grösseren 
Unregelmässigkeiten ausgesetzt, die sich in den zahlreichen und regellos das Kohlenflötz 
durehzichenden Thonschiehten deutlich aussprechen, während mit dem Höherwerden der 
sich mehrenden und weiter ausbreitenden Niederschläge aus den Gewässern eine grössere 
Gleichförmigkeit der Oberfläche des Uferlandes sich herausbildete, in Folge deren während 
der Entstehung des jetzigen oberen Kohlenflötzes die Ueberfluthungen einen mehr gleich- 
artigen Charakter erhielten der sieh in den in diesem  Flótze erhaltenen constanten 
Zwischenmitteln deutlich andeutet. Endlich hörten durch irgend eine Niveau-Veränderung 
die Bedingungen für den weiteren Bestand eines mit Vegetation bedeckten Marschlandes 
auf; eine Ueberfluthung sämmtlicher Kohlenbecken musste eingetreten und mit ihr eine 
allmälig wechselnde fortschaffende Kraft der Gewässer entstanden sein, durch die wieder 
grobkörniges Materiale, Gerölle und Geschiebe über die bereits abgelagerten Schichten 
ausgebreitet werden konnte. 

Mögen nun die Gewässer eine Bucht eines grösseren und  ausgedehnteren 
Beckens gebildet haben, in das sich ein Zufluss ergoss, der Schutt und Schlamm aus 
entfernten Gegenden mitbrachte, um sie hier bei verminderter Geschwindigkeit abzulagern, 
oder mögen sie nur einem sieh erst in weiterer Entfernung in eine bedeutendere Wasser- 
sammlung ergiessenden Strome angehört haben, immer kann es nur ein Süsswasser ge- 
wesen sein, aus dem die Steinkohlengebilde bei Radn'e abgelagert wurden. Die bisher 
kennengelernten so zahlreichen organischen Ueberreste aus dem Pflanzenreiche, 80 wie 
die aus dem Thierreiche bekannt gewordenen, haben nicht ein Exemplar geliefert, das eine" 
marinen Ursprung beurkundete. Die Seltenheit von Thierresten, die bisher gefunden wut- 
den und die sämmtlich das trockene Land bewohnenden Arten angehören, lassen schliessen, 


dass die Ablagerung der einzelnen Schichten unter Bedingungen erfolgte, welche den 
Thieren Zeit genug gewährte, sich vor den andringenden Gewässern zurückzuziehen. Dass 


der Zufluss der Gewässer aus einer, von den Steinkohlenbeeken südlich oder südöstlich 
gelegenen Gegend erfolgte, kann aus den Geröllen von Porfyr und  Quarit, welche 
beide Gesteinsarten häufig in den Sandsteinschichten der Kohlenbecken eingelagert vor 
kommen, geschlossen werden, da die aus diesen Gesteinsarten zusammengesetzten Schichten 
in der genannten Richtung anstehen. Auch die Beimengung der Kieselschieferbruchstück® 
in den Gesteinschichten der Kohlenbeeken spricht hiefür, da die Kieselschieferrücken 
fast ausschliesslich östlich und südlich von den Radnicer Steinkohlenbecken | situirt wird, 
Das in den Schichten der Steinkohlenbecken abgelagerte Materiale lässt nur 
einen geringen Wechsel in den Felsarten, welche von den zustrómenden Gewässern all 
gegriffen wurden, voraussetzen ; die verschiedenen Quarzvariatäten, so wie der vorwiegende 
Caolingehalt sind den Schichten ziemlich gemeinschaftlich beigemeugt; und weniger gleich” 
förmig verbreitete Gesteinsarten sind zumeist auf die tieferen Schichten beschränkt, bel 
denen eine heftigere Strömung Gerölle aus weiterer Ferne zuzuführen geeignet Bel 
mochte, Das locale Vorkommen der Thonschieferbruchstücke ist schon dadurch erklärt, 
dass diese den in nächster Nähe anstehenden Felsarten entnommen wurden, sonach nicht 
ein aus weiter Ferne zugeführtes Materiale sind, sondern durch theilweise Zerstörung 
des Grundgebirges sich nur da einfinden, wo dieses mit den Steinkohlenschichten 1" 
naher Berührung steht, nemlich am Rande der Becken und in den tiefsten Stellen derz 
selben, während aus weiterer Entfernung zugeführtes ähnliches Materiale wohl in mehi 
erklein ertem Zustande zur Ablagerung gekommen sein mochte. 
2 Sobald durch eine Veränderung in den Verhältnissen der Zufluss der Gewässer 
eine andere Richtung, oder seinen Abschluss erhielt und die in den jetzigen Kohlenbecken 
abgelagerten Sedimente trocken gelegt wurden, war der weiteren Entwicklung derselben 
eine Grünze gesetzt und es konnte eine Veränderung in den abgelagerten Massen nut 
noch durch eine gegenseitige Einwirkung der dieselben zusammensetzenden Bestandtheile 


П. 119 


auf einander, oder in theilweisen Zerstörungen einzelner Schichten sich kundgeben, Dass 
Namentlich durch ein allmäliges Troekenwerden, besonders der thonreichen Schichten, zu 
unterschiedlichen Störungen Veranlassung gebende Volumveründerungen eintreten mussten, 
und dass chemische Processe eingeleitet wurden, welche sich am sichtlichsten in sphä- 
tischen Concentrationen von Eisenoxydhydrat und in der Ausfüllung der Klüfte durch 
solches zu erkennen geben, ist bereits im Früheren erörtert worden. Zerstörungen ein- 
zelner Schichten an der Oberfläche der Becken und zwischen jetzt sich isolirt vorfin- 
denden Partien des Steinkohlengebirges sind endlich ohne Zweifel erfolgt. Die Einla- 
gerung der dermal isolirten Steinkohlenschichten in eigene Mulden scheint schon ur- 
Sprünglieh zwischen höher hervorragenden Zügen des Grundgebirges stattgefunden zu 
haben, so dass die in denselben vorhandenen Kohlenflötze von Torfgebilden abstammen, 
die gleich vom Anfang an in ihrer jetzigen Begränzung und ausser allem Zusammen- 
hange mit den ihnen zunächst gelegenen sich erzeugten. Es ist aber nicht unwahr- 
scheinlich, dass das Grundgebirge zwischen einzelnen dieser Becken von einer kleineren 
Oder grösseren Reihe der die Kohlenflótze begleitenden Gesteinschichten bedeckt war 
und dass diese einer späteren, mit der jetzt bestehenden Thalbildung in Verbindung 
stehenden Zerstörung und Abschwemmung anheimfielen, wodurch eine völlige Trennung 
in einzelne isolirte Becken erfolgte. Dass ein derartiger Vorgang das Vrbatka-Becken 
von dem Néméovicer abtrennte, kann fast mit Gewissheit behauptet werden, aber auch 
Zwischen den übrigen isolirten Becken sind grössere oder geringere Thalausweitungen vor- 
handen, die einem Auswaschungsprozesse entsprechen. Auch findet man hie und da, so auf 
dem Gehiinge zwischen Bias und Radnic, einzelne zerstreute Partien von Sand und 
Gerölle, zum Theil mit Caolinbindemittel, die möglicher Weise als die Ueberreste einer ehe- 
maligen weiteren Verbreitung der die Kohlenflötze begleitenden Gesteinsschichten betrachtet 
Werden dürfen. — Eine Veränderung im Innern der Steinkohlengebilde ist auch heute 
keineswegs abgeschlossen, wenn dieselbe auch nur auf jenen mineralischen Antheil der 
Schichten beschränkt sein sollte, der durch die, solche durchsickernden Gewässer fortge- 
führt wird. Nach einer Analyse von Anthon hinterlassen 100000 Gewichtstheile Wasser, 
welche aus dem Inneren des Braser Beckens in der Nähe des Mathilden-Schachtes ge- 
sammelt wurden 79 Theile Rückstand. Derselbe bestand aus 53 Theilen Gyps, 
10 »  Hisenoxyd, 
15 » Schwefelsäure 
an Eisenoxyd und Thonerde gebunden, 
1 Theil Thonerde, 
Magnesia, Chlor. 
Auch an anderen Stellen gesammelte, durch die Steinkohlenschichten durchgesikerte 
üsser zeigen einen ähnlichen Gehalt an mineralischen Bestandtheilen, der in Bezug auf 
die Art derselben is nahe gleich bleibt, jedoch im Quantitäts- Verhältnisse verschiedenem 
echsel unterliegt, so das nur 69, aber auch gegen 206 Theile davon in 10000 Theilen 
Wasser befunden dates: 

Dass selbst auf diese unscheinbare Art in verhültnissmüssig langen Zeitrüumen 
Busse Quantitäten fester Theile den Schichten der Kohlenbecken entzogen werden können. 
ist einleuc thtend, so wie auch dass dureh diesen Entgang mit der Zeit ein Einfluss auf 
die Volumverhältnisse einzelner Schichten merkbar werden könne, um so mehr, als nach 
den Neigungsebenen der Schichten der Durehzug der Wässer stellenweise mit grösserer 
Intensität erfolgt, und auch die Entnahme mineralischer Bestandtheile aus den Schichten 
in wechselnder Quantität vor sich gehen kann. — Es ist möglich, dass hierin zum Theile 
der Grund mancher, auf bestimmte Strecken beschränkter Abweichungen von der ursprüng- 
ichen Lagerung der einzelnen Schichten gelegen ist. 

Aber der Mangel einer allgemeinen Aufrichtung der Schichten der Steinkohlen- 
formation in der Umgebung von Radnie, deutet genug deutlich darauf hin, dass seit der 
"ntstehung derselben keine gewaltsame Katastrophe mehr eingetreten sein könne, — Mit 

usnahme der Lehm- und Lössbildungen, welche sich theilweise auch über die Steinkohlen- 
ecken verbreiten, sind auch nach den Steinkohlenschichten keine weiteren Sedimentge- 


120 II. 


bilde in der Umgebung von Radnic. entstanden, und die Steinkohlenbecken blieben seit 
dieser Periode mit dem bei weitem überwiegenden Theile der silurischen Formation von 
jeder weiteren in anderen Gegenden stattgefundenen Bedeckung durch die Meere der ver- 
schiedenen späteren geologischen Perioden ausgeschlossen. — Als jüngstes noch jetzt 
in Fortbildung begriffenes Gebilde, das einen Theil der Steinkohlenschichten überdeckt, 
ist eine wenig ausgedehnte Torfablagerung zu betrachten, welche am östlichen Rande 
des Néméovieer Beckens, bei dem Dorfe Weissgrün, am linken Ufer des Radnicer- 
Baches sieh vorfindet, und über den am Ausgange des Néméovieer. kleinen Thales sich 
herabsenkenden Sandsteinschichten des Kohlenbeckens verbreitet ist. 


K.Feistmantel. 


Kozojedy 


D 


Civico 


Kac eror 
ü 


Vsenice 


TN 
Stoinkohlen Formation 


oboro 
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Комод 
ahlenttö tzgruppe Flötzleere 
: Gruppe 
ee 


Die Steinkohlen Becken von Radnic. 


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4 sklenna Hut! 


Thonschiefer. Aphantt . Diorit . Kieselschieler Porphyr. 


SilurBtageB. 


= 


[n 


Taf. I. 


N 
Lhota , 
(4. louhay/ 


Silur Маде C. SiurKtageD. 


2а E 


Lith, Anst.v. F, Kökein Wien 


c ea 


K.Feistmantel. 
Das Steinkohlenbecken von Bras. 


= 


Hasenberg 


Kiesel Se 


Franovicer 
Steinbriiche 


Friedrich 


Vertikaler Durchschnitt. 
Schacht 


Zdenko Sch. 
lenka $c Ps Johanni Sch. 


GP Wrbnascher Maschinen Sch . 


Ob. Stupno 
rn шташ. Эта EES 


ES pec no Ei = 
Flötzleere Gruppe. Ausgehendes des oberen Kohlentlötztheils. 


222 


Obere Koklerflötzgruppe. Untere KoMenflótzgrappe . 


100 200 300 490 
= س‎ = Klafter. 


Lith Anst x. EF. Köke in Wien 


Landesdurchforschung von Böhmen, Section Ill, 


A TG €i tien 


der 


botanischen Section 


in den Jahren 


1864—1868. 


HOARE Ow 
PRAG. 


Verlag des Comités für die Landesdurchforschune. 


Druck von Dr. Ed. Grégr. 1869, 


Einleitung. 


Das von mir in den letzten fünf Jahren zum Behufe der botanischen 
Landesdurchforschung bereiste Gebiet wird in südöstlicher Richtung grösstentheils 
von der Elbe begränzt und umfasst also die eigentlichen Elbegegenden und das 
jenseits der Elbe gelegene Land bis an den Fuss des Riesengebirges, welches 
letztere, bereits vielfach durchforscht, vorläufig bei Seite gesetzt wurde. Es handelt 
Sich mir nämlich auch darum, die neuen hypsontetrischen Aufnahmen des 
böhmischen Sudetenzuges zur Gänze abzuwarten, um sodann die vertikalen Gränzen 
in der Verbreitung unserer Pflanzen daselbst um so eingehender studiren zu 
können. In der verlängerten Richtung der Elbe wurden die Untersuchungen östlich 
bis über Hohenmauth u. Leitomischel an die mährische Gränze geführt, und im 
Westen, die Elbe überschreitend, das untere Egerthal und die Gegend zwischen 
diesem und dem Erzgebirge bei Tepliz mituntersucht. 

In geologischer Hinsicht gehört diese botanisch durchforschte Strecke des 
nördlichen und nordöstlichen Theiles von Böhmen bekanntlich zum allergrössten 
Theile der böhmischen Kreideformation an. Obwohl sie nun zu den in botanischer 
Beziehung am häufigsten und besten untersuchten gehört, und auch einige mono- 
Sraphische Darstellungen und Verzeichnisse aus einzelnen Gegenden dieses Gebietes 
vorliegen, so ist sie doch noch immer für den Botaniker in hohem Grade anziehend 
tnd lohnend. Die Mannigfaltigkeit der hier vorkommenden Bodenarten, ihre physi- 
kalische und chemische Verschiedenartigkeit, die ungleiche hypsometrische Ausbildung 
(leg Terrain’s, die verschiedene Vertheilung der Regenmengen und der Bodenwiisser 
führen eine ebenso grosse Mannigfaltigkeit und Reichhaltigkeit der Vegetation mit 
Sich. Auch gestattete die nach Norden zwischem dem Erz- nnd Riesengebirge 
Offenere Lage das Eindrigen so mancher nördlicheren Art, die uns im mittleren 
Und südlichen Böhmen nicht wieder begegnet, und ebenso hat auch von Mähren 
“us manche östlichere Art ihren Weg in das Gebiet gefunden. 


Die fünf Pflanzenformationen, die ich im Anschlusse an die erste pflanzen- 


x 


geografische Arbeit von Dr. Em. Purkyné in Lotos 1860 für Böhmen angenommen 
und in meinem, bei der Generalversammlung der Gesellschaft des böhmischen 
Museums gehaltenen Vortrage „über die Pflanzenformationen und Vegetationsformen 
Böhmens“ in kurzen Umrissen geschildert habe, lassen sich im Gebiete ganz vor- 
züglich verfolgen und nach ihrer Zusammensetzung studiren, da sie alle zwischen 
der Elbe und dem Riesengebirge in schönster Vollständigkeit ausgebildet sind. Es 
war auch mein vorzüglichstes Bestreben, das Terrain nach diesen Formationen ZU 
gliedern, die Hauptformationen nach ihren Vegetationsformen weiter abzutheilen, 
und allen Pflanzenarten Nordböhmens durch die grösstmögliche Detailaufnahme 
ihrer Standorte die Stelle in der betreffenden Formation festzustellen. Es wurden 
daher in den jährlichen Bereisungen die wichtigeren Punkte der Gegend besucht 
und durchsucht, die gefundenen Pflanzen, ihre Standorte und grossentheils auch 
ihre Bodenarten und Vergesellschaftungen notirt, interessantere. Formen auch für 
das spezielle böhmische Herbar des böhmischen Museums gesammelt. Es wurde 
hiebei die weniger gekannte Verbreitung vieler Pflanzenarten genauer eruirt und 


jedenfalls ist es auch für einen erfreulichen Erfolg zu halten, dass seit Beginn 


der Landesdurchforschung theils direkt durch dieselbe, theils auf von ihr ausgegangene 
Anregung in dem so vielfach durchsuchten Gebiete jährlich 2—3 neue Phanerogamen- 
arten entdeckt worden sind. Ich muss hiebei die gefällige Beihülfe mehrer Herren, 
die mich mit ihren lokalen Sammlungen und sonstigen Mittheilungen auf meinen 
Reisen unterstützten auf das würmste dankend anerkennen, namentlich der Herren: 
Dr. Aug. Reuss jun., damals in Ві, Dr. Eichler in Tepliz, Zizelsberger in Böhm. 
Kamniz, Schauta in Niemes, Hippelli in Weisswasser, Dr. Watzel in Böhmisch Leip, 
Prof. Hackel u. Klutschak in Leitmeriz, Dane& in Perue, Sekera in Münchengrätz, 
Dr. Himmer in Jungbunzlau, Halla in Jaroměř, Vařečka in Jet, Dr. Rybička in 
Böhm. Trübau, Dr. Brorsen in Senftenberg. Ihre Mittheilungen waren mir um. 80 
werthvoller, da meine Bereisung hauptsächlich in die späteren Sommermonate fällt, 
und daher die eigentliche, vergängliche Frühlingsvegetation nicht gebührend autoptisch 
aufgenommen werden konnte, 

Was nun die erwähnten Pflanzenformationen im Gebiete betrifft, so muss 
ich zuerst den Begriff derselben erörtern. Die Pflanzenformationen sind solehe 
Gruppen oder Gesellschaften von Pflanzenarten, die als der Ausdruck bestimmter 
Verhältnisse des Bodens und Klima’s erscheinen und daher überall dort vertreten 
sind, wo ähnliche Verhältnisse wiederkehren. Die Bedingung für das Vorkommen der 
bestimmten Formation geben die physikalischen Motoren des Pflanzenlebens über- 
haupt, Wärme und Feuchtigkeit, und daher bestimmt sie das Verhalten von Boden und 
Klima zu denselben. Der Boden bestimmt seine Vegetation nur in untergeordnetem 


. ` " . H . “ay r S 
Maasse durch seine chemische Beschaffenheit, welche Erkenntniss in neuere! Zeit 


im Gegensatze zu der früher herrschenden chemischen Bodentheorie immer weitere 
Anerkennung sich zu verschaffen beginnt, viel mehr durch seine physikalischen Eigen- 
schaften, welche für den Ernährungsprocess der Pflanze von hoher Wichtigkeit sind. 
Denn obwohl es sich von selbst versteht, dass die Pflanze ihre wirklichen, echten 
Nahrungsstoffe im Boden in entsprechender Menge gelöst oder lösbar vorfinden 
muss, um freudig zu vegetiren, so ist anderseits auch gewiss, dass sie nach Ge- 
Setzen des endosmotischen Gleichgewichtes von einem Nährstoffe, der kaum noch 
in Spuren:chemisch nachgewiesen werden kann, hinreichend grosse Verhältnissmengen 
in sich anzusammeln vermag, ja bisweilen aus einem an einem Stoffe (z. B. Kalk) 
sehr armen Boden sogar grössere Quantitäten aufnimmt, als an einem daran sehr 
reichen Boden, dem sie daher nicht dieses Stoffes wegen anhängen wird. Da die 
verschiedensten Gestein- u. Bodenarten von allen Nährstoffen der Pflanze wenigstens 
solche kleine Antheile zu enthalten pflegen, so entfällt von selbst die Vorstellung, 
als ob die Pflanzen im Ganzen und Grossen durch das Bedürfniss dieses oder 
Jenes Nahrungsstoffes an den betreffenden Boden gebunden wären, als ob die chemische 
Zusammensetzung des Nährbodens für ganze Formationen bestimmend sein könnte. 

„Wenn demnach die chemische Qualität des Bodens die Vertheilung der 
Pflanzen im Grossen nach Formationen nicht bedingen kann, so müssen die phy- 
sikalischen Eigenschaften des Bodens, soweit dieser neben den klimatischen Umstän- 
den in Betracht kommt, vorzugsweise dafür massgebend sein. 

Unter diesen ist aber für die Pflanzen sein Verhalten gegen Wasser, seine 
wasserhaltende Kraft und Durchnässbarkeit und seine Erwärmungsfähigkeit am aller- 
wichtigsten. Sowie das Klima durch seine Feuchtigkeits- und Wärmeverhältnisse, se 
sind auch im Boden diese beiden Faktoren für die Vegetation vornehmlich mass- 
Sebend. Boden und Klima können sich wechselseitig in ihrer Wirkung auf die 
Pflanzen unterstützen öder theilsweise kompensiren: ein kalter Boden wird unter 
einem rauheren Klima die Wärmewirkung des ersteren auf die Pflanze noch mehr 
herabsetzen, ein warmer Boden bei einem wärmeren Klima noch mehr erhöhen; 
dagegen werden sich Klima und Boden von entgegengesetzter Beschaffenheit bis 
zu einem gewissen Grade wechselseitig mildern und kompensiren. So sehen wir 
in Böhmen z. B. bei Krumau auf Kalkboden manche Pflanzen weit wärmerer Ge- 
Senden vorkommen, als sonst dem Klima entsprechen; ebenso finden sich Al- 
penpflanzen des Kalkbodens mitunter auch in überraschend tiefen und warmen 
Lagen, aber nicht auf dem wärmeren und trockeneren Kalk, sondern auf anderen, 
feuchtehaltenden Gesteinen.“ 

Vier pflanzengeografische Formationen Böhmens entsprechen im allgemei- 


nen den vier pflanzengeografischen Regionen in die das ganze Land zweckmässig 


emzutheilen wäre. Die beiden unteren Regionen, umfassen das Hügelland und seine 


Thalebenen bis etwa zu 1800’, die zwei oberen sind eigentliche Gebirgsregionen 
von 2000' bis gegen 5000’ Höhe. Die untere Hügel- und Thalregion kann von 
400 bis 800° angenommen, werden, die obere Hiigel- u. Hochebenenregion reicht 
von da bis zu 2000; die untere Gebirgsregion entspricht bei uns einer Höhe von 
2000—3000, darüber beginnt im höheren Gränzgebirge die eigentliche alpine Region. 

Unsere erste Pflanzenformation, die der Wärme liebenden Pflanzen, bewohnt 
im allgemeinen nur die unterste Region, ihre breiteren, fruchtbaren Thalebenen 
und warmen, sonnigen Abhänge, deren charakteristischen Florenbestandtheil sie 
bildet. Am schönsten entwickelt findet sie sich auf den wärmeren Bodenarten, auf 
Pliner, Kalkmergeln, dann auf Gneiss, Dasalt, Phonolith, manchmal auch auf 
den silurischen Schiefern Mittelbóhmens u. s. w. Sie repräsentirt bei uns einen 
südlicheren Vegetationscharakter und besteht aus Arten, die auch im wärmeren 
Mitteldeutschland und Süddeutschland verbreitet sind und theilweise vorherrschend 
der südöstlichen pannonischen Flora angehören. Obzwar die erste Formation der 
warmliebenden Pflanzen in der untersten Region am besten entwickelt ist, 80 
kann sie doch, wie im böhmischen Mittelgebirge, auch in die zweite Region über- 
greifen, da die klimatischen Verhältnisse nicht allein von der absoluten Höhe ab- 
hängen und warme Bodenarten, wie oben bemerkt, auch in grösseren Höhen 
kompensirend wirken können. Die erste Formation herrscht in dem durchforschten 
Gebiete im Elbthale von Aussig bis in die Gegend von Pardubiz, ist aber am 
reichsten entwickelt in der Gegend von Leitmeriz, Melnik bis Podöbrad, sie findet 
sich ferner im unteren Bielathale um Bilin u. Aussig, im Thale der Eger besonders 
um Регис, an der Iser um Jungbunzlau, gegen Münchengrätz allmälig abnehmend, 
und sendet ihre Ausläufer noch über Pardubiz hinaus einerseits nördlich bis Kö- 
niggrätz, östlich in das Adlerthal nach Chotzen und Brandejs, und über Hohenmauth 
nach Leitomischl, woselbst die Formation nur noch schwach ausgeprägt erscheint. 

2. Eine zweite Formation scheidet sich ziemlich streng von der ersten ab, 
indem sie der untersten Hügelregion, zumal deren warmen Abhängen und trockeneren 
Böden ausweicht und vorzugsweise an geeigneten Lokalitäten der zweiten Region 
auftritt. Ihre Verbreitung wird durch einen geringeren Grad von Wärme und 
grössere Feuchtigkeit, die sie zu ihrem Gedeihen verlangen, und die ihnen theils 
die klimatische Lage, theils die entsprechenden Bodenarten gewähren können, 
geregelt. Diese Pflanzen sind zum Theil auch nicht gehindert in die höheren Regionen 
und selbst in das Hochgebirge aufzusteigen. Sie gehören vorzüglich den Vegeta- 
tionsformen des Waldes, der Haide, des Moores und Wassers, ein reiches Contingent 
interessanter und seltener Pflanzen stellen. die Teichränder, Sümpfe und Wiesen- 
moore. Am schönsten entwickelt ist diese zweite Formation in der Gegend von 
Hirschberg, Niemes, Weisswasser, dann in niederer Lage um Bohdaneč, Přelouč, 


Chlumec und im eigentlichen Nordböhmen, um Böhm. Kamnitz, Reichenberg 
Turnau u. s. w. 

3. Eine dritte Formation ist die kosmopolitische oder indifferente, aus 
Arten bestehend, welche weder an bestimmte klimatische noch Bodenbedingungen 
strenger gebunden, ebensowohl in den beiden Hügelregionen, wie in den Gebirgs- 
regionen massenhaft vorkommen und theilweise bis auf die höchsten Kuppen des 
Hochgebirges hinaufreichen. Die Formation gehört den verschiedensten Vegetations- 
formen, ist im ganzen Gebiete verbreitet und giebt den Gegenden, wo sie allein 
Ohne eine der übrigen charakteristischer Formationen auftritt, den Anstrich von 
Pflanzenarmuth und langweiliger Charakterlosigkeit. 

4. Die eigentliche Gebiresformation ist hier auf einzelnen höheren bewal- 
deten Basaltkuppen des vulkanischen Gürtels, auf den höheren Bergen des 
Mittelgebirges, an dessen sonnige Hänge noch die erste Formation herantritt, 
ferner im Sandsteingebirge der sogenannten böhmischen Schweiz und besonders 
auf dem Urgebirgsrücken des Jeschken und auf den Vorbergen des Riesengebirges 
vorhanden. 

Hiemit ist die Verbreitung der Pflanzenformationen in dem durchforschten 
Gebiete nur ganz im allgemeinen angedeutet. Die genauere Durchführung der 
botanischen Aufgabe besteht nun darin, dass 1. in jeder Formation die Arten, durch 
Welche sie an verschiedenen Stellen des Gebietes vertreten wird, nach den beson- 
deren Vegetationsformen: Wald, Wiese, Haide, Moor, Ackerland u. s. w. abgetheilt, 
in der Vollständigkeit angeführt werden, die bis jetzt zu erreichen möglich war; dass 
2. für jede Art und Racenvarietät die beobachteten Bodenarten und Höhenpunkte, 
und für Arten von beschränkterem Vorkommen die speziellen Fundorte angegeben 
werden; und dass 3. sowohl die vier Regionen als auch ihnen zukommenden Vege- 
tationsformen nach ihrem pflanzengeografischen Charakter und einzelne hervorra- 
Sende Partien nach diesem Charakter geschildert werden. 

Ich unterlasse noch die Veröffentlichung der so durchgeführten botanischen 
Aufgabe in diesem ersten Bande der Durchforschungsarbeiten, indem ich noch 
Mehrfache Lücken im Gebiete durch eigene Beobachtungen, durch zugesagte an- 
derweitige Mitheilungen und durch die vollständige Aufarbeitung des im Museum 
befindlichen Pflanzenmateriales auszufüllen und so für den nächsten Band die 
Arbeit in vollkommenerer Gestalt zu liefern hoffe. Da die Verbreitung der Pflanzen- 
formationen von den hypsometrischen, meteorologischen und geognostischen Ver- 
hältnissen abhängig ist, so wird es auch gut sein, die durch unmittelbare botanische 
Untersuchungen gewonnenen Resultate mit den neueren Resultaten der betreffenden 
Sectionen des Durchforschungskomitös zu vergleichen und zu kontroliren. 


Der gegenwärtige erste Band enthält indessen das erste Heft einer bereits 


vor der Niedersetzung des Comités begonnenen Arbeit, die jedoch durch die neueren 
Untersuchungen der letzen Jahre mächtig unterstützt wurde, eines. Prodromus 
der böhmischen Flora. Diese Arbeit, von der in den spüteren Bänden weitere 
Partien nachfolgen sollen, bildet einen integrirenden Bestandtheil der botanischen 
Durchforschungsarbeiten; sie enthält die bisherigen Resultate der Untersuchungen 
über das Vorkomen der ‚böhmischen Pflanzenarten in der. systematischen. Form 
eines Florenwerkes, und eine Zusammenstellung der seit. mehr. als einem halben 
Jahrhundert bekannt gemachten, sicheren und völlig glaubwürdigen. floristischen 
Angaben. Der Prodromus soll also eine allgemeine Orientirung in der bóhmischen 
Flora ihren Freunden ermöglichen, und wird, wie ich hoffe, den ferneren botanischen 
Beobachtungen in unserem Vaterlande zu einer guten Grundlage und zur Anregung 
dienen. Da eine wissenschaftlich brauchbare, also treue, und verlässliche Basis 
für eine spätere vollständige Flora der eigentliche Zweck des Werkchens ist, 80 
wollte ich lieber weniger vollständig, als durch Aufnahme problematischer Angaben 
aus älterer Zeit unzuerlässig oder unkritisch erscheinen; ich zweifle aber. nicht, 
dass manche ältere Angabe, die mein Prodromus oft grundsätzlich ausliess, sich 
später bestättigen wird, ja ich wünsche und erwarte, dass gerade. sein. Erscheinen 
ergänzende Mittheilungen und Nachträge von Seiten der böhmischen. Botaniker 
zur Folge haben werde. Neue wichtige Standorte, die durch die Durchforschungs- 
reisen aufgefunden werden, Berichtigungen und sonstige neuere Mittheilungen werden 


später in Nachträgen zu dem Prodromus veröffentlicht. 


Dr. Lad. Celakovsky. 


PRODROMUS 


FLORA von BÖHMEN 


die wildwachsenden und allgemein kultivirten 


Gefässpflanzen des Königreiches. 


Von 


Dr. Ladislav Celakovsky, 


ustos am böhmischen Museum und hon. Docent der Botanik am k. böhmischen Polytechnicum. 


Herausgegeben von dem 


\ 4 £ um D D > D » "m 
Comité für die naturwissenschaftliche Durchforschung Bóhmens. 


RATEN Geo 


PRAG. 
Druck von Dr. Eduard Grégr. — Selbstverlag des Comités, 
1867. 


Vorrede. 


Eine vollständige Flora. von Böhmen, die den Anforderungen ent- 
Sprache, welche heutzutage an eine derartige Arbeit. gestellt werden, ist 
trotz dem regen Interesse, welches schon seit dem Ende des vorigen Jahr- 
hundertes der Pflanzenwelt unseres Vaterlandes gewidmet. worden, bis heute 
ein pium desiderium geblieben. Sie wird diess auch noch so lange bleiben, 
als nicht das ganze Land. gleichmässig untersucht sein wird, wozu jetzt 
durch die Thätigkeit des Comités zur naturwissenschaftlichen Durchforschung 
Böhmens gegründete Aussicht vorhanden ist. Aber selbst eine‘ Vorarbeit, 
welche der gegenwärtigen Pflanzenkenntniss Böhmens entspräche, fehlte 
bisher. Die ältesten Floren bis zum Jahre 20 sind nicht nur vollständig 
veraltet, sondern auch meist unkritisch und voll irrthümlicher Angaben. 
Die neueren Beobachtungen, so werthvolle Daten sie auch geliefert haben, 
finden sich zerstreut in Zeitschriften und lokalen Verzeichnissen, eben auch 
noch vielfach mit Irrthümern untermengt, gar mancher wichtige Fund. schlum- 
merte bisher und schlummert whl noch unbeachtet) und unerkannt in Pri- 
vatherbaren. 

Die Arbeit, welche ich hier dem ‚botanischen Publikum ` übergebe, 
Soll dem Bedürfnisse nach einer Zusammenfassung und kritischen Sichtung 
des sicheren Besitzes der böhmischen Flora Rechnung tragen, daher möge 
Sie als eine. Vorarbeit, als ein Prodromus zu einer künftigen vollständigen 
Flora betrachtet werden. Als. solche gehört sie in das Bereich der Publi- 
kationen des Comité's für die naturwissenschaftliche Durchforschung Böhmens, 
Schon aus dem Grunde, da sie auch zur Orientirung und. Instruirung der 
Herren Mitglieder auf dem Lande dienen soll, welche durch ihre Beobach- 
tungen und Sammlungen an der botanischen Durchforschung mitzuarbeiten 
gesonnen sind. 

Der Absicht dieser Arbeit gemäss, nahm ich darin nur jene Arten 
auf, deren Vorkommen bei uns sicher konstatirt ist, mit wenigen motivirten 
Ausnahmen nur solche, von denen mir böhmische Exemplare zu Gesicht 
kamen ; ebenso auch nur solche Standorte, von denen ich Pflanzen sah und 
Selbst genau bestimmen konnte oder die von unverdächtigen Gewährsmännern 
herrühren und keine pflanzengeographische Unwahrscheinlichkeit in sich ent- 
talten. Aus diesem Gesichtspunkte mussten die Angaben mehrerer älteren 

ЕЯ 


IV Vorrede. 


Floristen, wie Schmidt, Pohl, Haenke, Jirásek u. And, sofern sie nicht 
später bestätigt wurden, ganz unberücksichtigt bleiben, weil es bei ihnen 
schwer ist, das Wahre vom Falschen zu sondern. Aus demselben Grunde 
habe ich auch verschiedene unverbürgte Angaben in Topographien, Schul- 
programmen, Badebüchern nur mit grosser Vorsicht benützt oder übergangen. 
Wenn trotzdem die Standortsverzeichnisse meines Buches meist reichlich 
genug ausfielen, viele bisher unbekannte Daten und selbst neue Arten zu 
verzeichnen waren, so habe ich diess hauptsächlich dem Umstande zu ver- 
danken, dass mir das reichhaltige Material des kön. böhmischen Museums- 
herbars zur Verfügung stand, dass ich zahlreiche Privatherbare einzusehen 
Gelegenheit hatte und mit freundlichen Mittheilungen von verschiedenen 
Seiten bedacht worden bin. Für beides letztere sage ich den Herren, die 
mich unterstützten, insbesondere den Herren Dr. Knaf, Prof. Thiel, Prof. 
Hackel, Prof. von Leonhardi, Dr. Hofmann, Dr. Reuss fil, Dr. Jirus, Vesel- 
sky, Tempsky, Schauta, Hippelli, Dr. Watzel, Dr. Himmer, Sekera, Zizels- 
berger meinen wärmsten Dank. 

Jene Standorte, von denen ich selbst richtig bestimmte Pflanzen 
sah, sind durch ein nachgesetztes Ausrufungszeichen kenntlich, bei häufigeren 
Arten gilt das Zeichen für mehrere solche Standorte hintereinander. Dei 
seltenen Arten und kritischen Standorten bedeutet der eingeklammerte 
Personenname den Sammler, der als Gewährsmann der Angabe gilt, aber 
nieht immer der erste Finder zu sein braucht; an Orten, denen in diesem 
Falle kein Name beigesetzt ist, habe ich die betreffende Art selbst beobachtet. 

Eine Betrachtung der Standorte meines Prodromus zeigt, welche 
Gegenden Böhmens bisher am besten untersucht worden sind, nämlich die 
Umgegend Prags, Nordböhmen, die Gegenden am Erzgebirge, der Böhmer- 
wald und einzelne Punkte im siidlichsten Landestheile, namentlich die 
Wittingauer und Budweiser Gegend, dann einigermassen au h die Zbirover 
Gebirgslandschaft, während noch bedeutende Flächenräume in Mittel-, Ost- 
und Südböhmen so gut wie gar nicht untersucht sind. Doch aber kann 
die Summe der böhmischen Pflanzenarten als fast vollständig bekannt an- 
genommen werden, indem gerade die noch wenig besuchten Gegenden mehr 
durch negative Charaktere, durch Armuth an Pflanzenformen sieh auszu- 
zeichnen scheinen. Dass aber doch noch einige Arten aufzufinden sein 
werden, haben gerade die letzten Jahre wahrscheinlich gemacht, deren jedes 
noch eine oder ein paar neue Arten gebracht hat 

Die vorzüglichsten Pflanzenforscher in Böhmen, die ich auch als 
Gewährsmänner häufig eitirt habe, will ich nun in aller Kürze anführen. 
Vor allen ist Ph. M. Opiz zu nennen, der vom Beginne dieses Jahrhunderts 
an bis in die fünfziger Jahre für die botanische Landeskunde durch eigenes 
Sammeln und Beobachten, durch viele einschlägige schriftstellerische Arbeiten 
und durch seine Tauschanstalt thätig war, dem auch das Museumsherbar 
sehr viele Belege zur böhmischen Flora verdankt. Erwähnen muss ich 
seine im Manuskript befindliche, jetzt nebst allen übrigen Manuskripten des 
Verewigten dem Museum gehörende „Botanische Topographie Böhmens“ 1 


Vorrede, V 


3 Quartbünden, in welcher die bis zum J. 1835 bekannten Standorte nebst Auf- 
хипо aller daselbst gefundenen Arten und ihrer Finder alphabetisch aufge- 
führt sind. Mit vorsichtiger Kritik habe ich diese Schrift theilweise benützen 
können. Die Verdienste vieler anderen älteren Botaniker um die böhmische 
Flora, der Gebrüder Presl, des Prof. Kosteletzky, der Grafen Berchtold und 
Caspar Sternberg, der Heuren Mann, Steinmann, Mörk von Mörkenstein, 
Erxleben, Sieber, Seidel, Fieber, Hackel, Jungbauer, Nenning, Corda, Pfund, 
Ortmann, Knaf, анара Hofmann, Weitenweber, Ruda, Konrad, Sekera, der 
Frau dino fine Kablík und vieler Anderer sind wohl zur Genüge bekannt. 
Das grösste Verdienst um die botanische Durchforsc hung des Landes erwarb 
Sich aber Prof. Tausch, der auf seinen vielseitigen Bereisungen ungemein 
viel des Interessanten entdeckte, ältere Angaben bestätigte und durch Her- 
ausgabe eines ersten käuflichen böhmischen Herbars sehr verlässliche Belege 
Zur einheimischen Flora lieferte. In den letzten Decennien sammelten Knaf, 
Winkler, Roth, Sachs am Erzgebirge, Malinsky, dessen schönes Herbar im 
Besitze dos Maseums sich befindet, besonders eifrig und glücklich im un- 
teren E Ibgebiet, Dr. Reuss (wie such schon früher Prof. Reuss) gleichfalls 
im Elbe-, Biela- und Egerthale, Prof. Thiel um Osseg und bei Saaz, Siegmund 
um Reichenberg , Čeněk und Reichel um Königgrätz, Pfarrer Karl um Schluk- 
kenau, vs asan Hippelli bei Weisswasser, Förster Schauta um Niemes, 
Dr. Himmer um Jungbunzlau, Prof. Jechl, Prof. von Leonhardi, Prof. Em. 
Purkyně in Südböhmen. Meine eigenen Untersuchungen hatten in. den 
letzten vier Jahren im Dienste des mehrfach erwähnten Comités Nord- 
böhmen zum Gegenstande. 

Als wichtigere Schriften über die Flora von Böhmen müssen folgende 
genannt werden. F, W. iii war der erste, der eine „Flora bohemica 
inchoata, “ deren vier Centurien 1793 und 94 erschienen, herausgab, auch 
zu den zwei ersten Centurien ganz hübsche kolorirte Handzei chnungen, die 
in der kk Universitätsbibliothek aufbewahrt werden, lieferte. Kr versetzte 
Viele Arten nach 3öhmen, die hier unmöglich wachsen können, zum Theil 
vielleicht auf unrichtige Bestimmungen gestützt, sicher aber auch verleitet 
von einem falsch verstandenen Patriotismus. Auch Joh. Em. Pohl’s Tentamen 
Florae Bohemiae, 1809 und 14., das nur zur Linné’schen Polyandrie gedieh, 
ist hinsichtlich der Arten und St indortsangaben noch wenig kritisch, obwohl 
dem- Verfasser absichtliche Erfindungen fern lagen und von seinen Angaben 
Manche sich bestätigt haben, 1819 erschien die erste und letzte für ihre 
Zeit komplete Flora Böhmens, die Flora éechica der Brüder Johannes und 

arl Presl, welcher die Anerkennung eines gewissenhaften und kritischen 
Bestr 'ebens gebührt und deren Angaben, wenige Irrungen abgerechnet, volles 
'ertrauen verdienen. Kosteletzky's Clavis analytica, auf der vorgenannten 
"lora, fussend, enthält keine on Hie Das Verzeichniss x Opiz: Böheims 
Phanerogamisc һе und cryptogamische Gewächse vom J. 1823 bringt einiges 
eue. Die „Oekonomisch-technische Flora Böhmens“ vom Jahre 1836—41 
von | Graf Berchtold, Sieber und Opiz herausgegeben, schon bedeutend 
vollständiger und besonders im ersten Theile in phytographischer Hinsicht 


VI Vorrede. 


sehr gut zusammengestellt, späterhin aber von Opiz zu weitläufig behandelt, 
hörte leider schon mit dem dritten Bande (mit der Pentandria) auf zu er- 
scheinen. Den Catalog des so wichtigen Herbarium bohemicum Tausch’s gab 
Ott im Drucke heraus (1851). In neuerer Zeit erschien nur noch, die 
Gesammtflora betreffend, das bekannte Verzeichniss von Opiz: Seznam rostlin 
kvöteny éeské, ohne alle Standorte, welches an der diesem Schriftsteller 
eigenen Artenzersplitterung leidet. In der Zeitschrift Lotos Jahrg. 1861 
gab Dr. Em. Purkyné eine auf trefflichen Beobachtungen gegründete pflan- 
zengeographische Gliederung der böhmischen Flora nach Formationen. 
Pflanzenverzeichnisse einzelner Gegenden und sonstige Beiträge finden sich 
überdies im Lotes, in der österr, botanischen Zeitung und in der Zeitschrift 
des Wiener zool. botan. Vereins zerstreut, so von Karl, Knaf, Thiel, Opiz, 
Weicker, Roth, Winkler, Neumann, Reuss, Nickerl u. A, doch müssen 
mehrere mit einiger Vorsicht aufgenommen werden. Einen sehr schätzbaren 
Beitrag erhielt die bóhm. Florenliteratur heuer von Dr. August Reuss fil., 
nämlich eine „Botanische Skizze der Gegend zwischen Komotau, Saaz, 
Raudnitz und Tetschen “ 

Um den quantitativen Fortschritt zu zeigen, den die Erforschung 
der Flora Böhmens seit der Flora éechica gemacht hat, folgt hier eine 
statistische Vergleichung der Arten in der genannt n Flora, im Seznam 
von Opiz und in meinem Prodromus. Das erste Heft des letzteren enthält 
sichergestellte spontane Arten der Gefässkryptogam.n, Gymnospermen nnd 
Monokotylen 380, kultivirte Arten 24; nimmt man aber Rücksicht auf die 
bedeutenderen Abarten oder Unterarten im Sinne des Prodromus, die von 
mehreren guten Floristen noch gegenwärtig als Arten aufgezählt werden 
und deren 40 sind, so beläuft sich die Gesammtzahl der spontanen Arten 
im weiteren Sinne auf 420. Die nachstehende Tabelle zeigt in der ersten 
Columne die nominelle Artenzahl der Flora @echica und des Seznam. Wird 
jedoch von dieser Anzahl die Zahl der unbedeutenden Varietäten und 3 
nonyme, die dort als Arten angeführt sind, und ferner der irrthümlich für 
Böhmen angezeigten oder sehr zweifelhaften Arten abgezogen, so ergiebt 
sich die Zahl der Arten im weiteren Sinne (Arten und Unterarten des 
Prodromus), welche die zweite Columne enthält. In der dritten Columne steht 
die Zahl der Arten im engeren Sinne, nach Abzug der blossen Unterarten. 


— 


Anzahl der nominellen | Anzahl der Arten im Anzahl der Arten im 
Arten weiteren Sinne engeren Sinne 


ohne Gefkr. mit Gefkrypt.| ohne Gefkr. mit бектур] ohne Gefkr. mit Gefkrypt- 


| 
\ | 
Flora éechica 985 | 973 | 254 
1819 | 
Be | | 
Seznam ` | x 8, | d | "a 
PIC 482 8544 34 Su: NENE TT 317 360 
Prodromus | 369 120 882 380 


Vorrede. VII 


Gegen die Flora éechica weist also der Prodromus einen Zuwachs 
von 78 Arten auf (die Cryptogamen natürlich nicht mitgerechnet), ein. 
Vermehrung der Arten um 30 pCt. und wenn man die Unterarten als Arten 
im weiteren Sinne mitrechnet, sogar um 85 pCt. Seit dem Seznam sind 
20 Arten im engeren Sinne aus allen drei Pflanzenklassen neu entdeckt 
oder neu unterschieden worden, die Zunahme seit der Zeit beträgt also 6 pCt. 
| Da mein Prodromus den böhmischen Botanikern ein vollständiges 
Hilfsbuch für weitere Untersuchungen sein und auch Anfängern zur Orien- 
tirung dienen soll, so konnte ich mich auf eine blosse Aufzählung der 
Arten nicht beschränken. Die beigefügten Diagnosen sind stets nach der 
Natur mit Zugrundelegung der besten Ouellen, namentlich von Koch’s, 
Doll's, Neilreich’s, Grenier’s u. A. Florenwerken gegeben worden. In der 
Auffassung des Artbegriffes stimme ich im Wesentlichen Neilreich und den- 
Jenigen bei, welche die Methode des Zusammenziehens befolgen. Ich glaube 
hierin nicht zu viel gethan zu haben, ja es dürften bei weiterer Beobachtung 
noch mehrere der angeführten Arten eingezogen werden müssen. Arten sind 
mir Pflanzenformen mit mehreren eigenthümlichen morphologischen Eigen- 
schaften (Merkmale genannt), welche durch Cultur oder dureh natürlich 
‚veränderte klimatische und Boden - Verhältnisse sich nicht verändern. 
Neuere Erfahrungen haben aber eine weit grössere Variabilität gewisser 
Merkmale gezeigt, als früher vermuthet wurde, in Folge dessen, wenn die 
Constanz ein wesentliches Merkmal der Spezies bildet, manche früher als 
Arten unterschiedene Formen unter denselben Speziesbegriff fallen. Die 
gegentheilige neue Ansicht, nach welcher alle unterscheidbaren Formen für 
Arten gelten sollen, führt, wie Neilreich bemerkt, konsequent zur Speziali- 
Sirung der Individuen, zu jener subjektiv unbegränzten Zersplitterung, bei 
der unser Opiz, in Frankreich Jordan u. A. bereits angelangt war. Bedeu- 
tendere Abarten, Ragen oder Unterarten, die meist an bestimmte Oertlich- 
keiten gebunden sind und bei der Bestimmung nicht übergangen werden 
dürfen, habe ich überall (unter lateinischen Buchstaben) angeführt, daneben 
auch, da sie fast alle schon einmal für Arten gegolten haben, den vorhan- 
denen Artnamen als Synonym beigesetzt, welcher der Kürze halber in 
Dilanzengeographischen Schilderungen und Verzeichnissen recht wohl ge- 
braucht werden mag. Leichtere Abänderungen sind nur selten und, wie 
üblich, unter griechischen Buchstaben namhaft gemacht. 

Die systematische Nomenklatur betreffend, habe ich den Prioritäts- 
Srundsatz nach bestem Wissen befolgt, mit Ausnahme jener wenigen Fälle, 
Wo ein guter eingebürgerter Name durch einen schlechteren hätte ersetzt 
Werden müssen. Auch muss ich bemerken, dass ich bei Uebertragung einer 
Art in ein anderes als sein ursprüngliches Genus diesen Grundsatz anders, 
als es gcwöhnlich geschieht, auslege, indem ich das Prioritätsrecht nur dem 
Sanzen binür zusammengesetzten Artnamen, nicht aber dem blossen Trivial- 


Namen zugestehen kann, wovon ich im Lotos 1866 die Gründe auseinander 


Sesetzt habe. Von Synonymen wurden nur die gangbarsten und die wich- 
tigeren der einheimischen Autoren beigefügt; auf die zahlreichen Synonyme, 


VIII Vorrede. 


die Opiz und Andere in seinem Sinne geschaffen haben, Rücksicht zu 
nehmen, erlaubte der Umfang meiner Árbeit nicht. 

Die gebrauchten wenigen Zeichen sind bekannt; dem minder Kundigen 
sei bemerkt, dass © ein einjähriges, 69 ein zweijühriges, 2 ein ausdauerndes 
Kraut, b ein Holzgewächs, f männliche, © weibliche Blüthen bedeutet; 
ein der Art vorgesetztes Kreuzchen bezeichnet sie als kultivirt und wohl 
auch aus der Cultur verwildernd. 

Eine allgemeine Schilderung des Vegetationseanzen sowie auch ein 
Verzeichniss der grundsätzlich nicht aufgenommenen Arten, deren angebliche: 
Vorkommen in Böhmen zweifelhaft oder erwiesen unrichtig ist, wird am 
Schlusse des ganzen Werkes gegeben werden, dessen erstes Heft ich hie- 
mit der wohlwollenden Aufnahme des botanischen Publikums übergebe. 


Prag, den 3. August 1867, 


Der Verfasser. 


I. Abtheilung. 


Sporophyten oder Cryptogamen. 


н Fortpflanzung durch Sporen, d. i. einzellige oder auch mehrzellige Körper, 
die, meistens auf ungeschlechtliche Weise gebildet, keinen Embryo enthalten. 


I. Classe. Gefässsporophyten. 


у Enthalten im Stamme Gefässbündel verschiedener Anzahl und Anordnung. 
Die beblätterte Stammpflanze wächst aus der befruchteten. Keimzelle eines weib- 
lichen Organs (Archegonium) des Vorkeims hervor; die ungeschleehtlich entstan- 
denen Sporen auf der Pflanze in kapselartigen Sporenfrüchten (Sporangien). 


Uebersicht der Ordnungen: 

1. Equisetaccen DC. Fruchtstand eine kätzchenartige Achre, aus gestielten, 
schildförmigen, eckigen Schuppenblättern, die auf der der Aehrenaxe zugewendeten Unter- 
seite 4—7 im Kreise angeordnete, nach innen mit einem Längsspalte aufspringende Spo- 
rangien tragen. Sporen zahlreich, elliptiseh, 2 elastischen, an den Enden spatelig verbrei- 
terten Fäden angeheftet. — Kräuter mit kriechendem Wurzelstock, mit gefurchten röh- 
rigen Stängeln, deren Blattquirle in gezühnte Scheiden verwachsen sind, und mit quirl- 
ständigen Aesten. 

2. Polypodiaceen К. Dr. Sporangien auf den Adern und Acderehen der 
unteren Blattfläche in Hüufchen, gestielt, einfücherig, kreisfórmig, von einem gegliederten, 
senkreehten Ringe umgeben, unregelmiissig quer aufspringend. Sporen zahlreich, kugelig 
oder eckig, ohne elastiche Fäden. Kräuter mit Wurzelstock und. grundständigen, ge- 
stielten, in der Jugend uhrfederartig eingerollten Blättern (Wedeln). 
| 3. Ophioglosseen К. Dr. Sporangicn au. den Rändern des umgewandelten 
Blattes, in einfacher oder rispig zusammengesetzter Achre, rundlich, einfächrig, ohne 
Ring, regelmässig halb zweiklappig. Sporen eckig, ohne Fäden. — Kräuter mit kurzem 
Wurzelitock; Blätter je zwei mit ihren Stielen mehr weniger verwachsen, in der Jugend 
Штос; das höhere derselben (zum unfruchtbaren achselständige) umgewandelt, frucht- 
tragend. i 

т 4. Lycopodiaccen DO. Sporangien in den Achseln von Stängelblättern, welche 
häufig zu Hochblättern umgewandelt, einen ährenförmigen Fruchtstand bilden, einfüchrig, 
entweder nur 2klappig aufspringend, zahlreiche Microsporen enthaltend oder auch 3—4- 
klappige mit 3—4 Macrosporen. Kräuter mit meist niederliegenden, beblätterten, gablig 


Y M Yan 1 
getheilten Stüngeln, eypressen- oder moosartig. 
" 5. Isoöteen Bartle Je ein Sporangium in einer Höhlung am Grunde der 
ünenseite eines Blattes eingebettet, einfüchrig, innen von ausgespannten Fäden durch- 
1 


Equisetum. 


setzt, an denen entweder nur kugelige Macrosporen, oder nur mehlartig feine Microspo- 
ren hängen. — Kräuter mit kurzem, knolligen, verholzenden Wurzelstock, der einen 
Büschel binsenartiger aufrechter Blätter trägt. 

6. Rhizocarpeen Bischoff. Sporangien einfächrig, doppelter Art, theils ein- 
zelne Macrosporen, theils zahlreiche staubartige Microsporen enthaltend, in besonderen 
kapselartigen Behältern eingeschlossen. — Kriechende Schlamm- oder schwimmende Was- 
serpflanzen von sehr verschiedenem Aussehen. 


1. Ordnung. Equisetaceen De Candolle. 


1. Equisetum L. Schachtelhalm. Gattungscharakter wie der der Ordnung. 


I. Phaneropora Milde. Stängel weicher, ganz glatt oder von kerb- oder zahnförmigen 
Krhabenheiten rauh, einjährige, im Winter absterbend. Spaltöffnungszellen mit den Epidermiszellen 
in gleicher Höhe, daher die Spaltöffnungen unbedeckt, aber äusserst klein. Ähren stumpf, 

a) Vernalia. Stängel zweigestaltig : die ersten Frühlingsstängel fruchttragend, einfach, 
glatt, bleich, weisslich oder röthlich, ohne Spaltöffnungen, mit erossen aufgeblähten, tutenförmigen 
Scheiden ; sie vergehen nach dem Verstreuen der Sporen, selten treiben sie später einige kurze, 
grüne Aste. Die späteren Stängel grün, unfruchtbar, sehr selten fruchttragend, quirlig-ästig, glatt 
oder oben auf den Kanten feinkerbig mit kleineren, mehr anliegenden, grünen Scheiden, mit wm- 
regelmässig zerstreuten Spaltöffnungen, mit kerbig-gesägten, rauhen Ästen, 

1. E. arvense L. Frühlingstängel stroh- oder fleischfarben, ihre Scheiden tu- 
tenförmig mit 9—12 lanzettlichen Zähnen, deren Rippen deutlich gefurcht. Sommer- 
stängel scharf 9—12rippig, grün, ihre Scheiden mit grünen oder nur an der Spitze ge- 
bräunten kurz lanzettlichen Zähnen und mit gewölbten, grüsstentheils ungefurchten 
Rippen. 

«) erectum Opiz. Sommerstiingel aufrecht, mit mässig langen, aufsteigenden Ästen. 

B) decumbens. Sommerstängel kurz, niederliegend oder zuletzt aufsteigend mit oft ihn 
überragenden Ästen. 

y) nemorosum. Sommersprosse aufrecht, 2—3° hoch, über die Mitte mit langen, ausge- 
breitet, wagrechten oder niederhängenden Ästen. 

2, März, April. Auf Aekern, Drachen und Triften im Lehm- und Sandboden 
gemein. 9) auf unfruchtbaren Sandflüchen. y) in Wäldern. 


2. E. maximum Lam. (E. telmateja Ehrh.) Frühlingsstängel dick, weisslich 
oder schmutzig fleischroth, ihre Scheiden umgekehrt kegelförmig mit etwa 30 braunen, 
lang grannig zugespitzten Zähnen, zu jeder Seite der Scheidenrippen je 2furchig- 
Sommerstängel scharf 13—21rippig, elfenbeinweiss, ihre Scheiden mit brandigbraunen, 
lanzettlich pfriemlichen Zähnen und mit deutlich gefurchten Rippen. 

Schöne, kräftige Art, Frühlingsstängel 1—1', die sterilen 1—4' hoch. 

?, April, Mai. In Waldsümpfen, an Bächen besonders auf Thonboden, in Ge- 
birgsgegenden. In Nordbóhmen: Schönborn bei Tetschen! Georgswalde, Rumburg (Neum.), 
Waldek bei Böhm. Leipa! Grosskal bei Turnau! Schwarzkostelee (nach v. Leonhardi). 

b) Subvernalia, Stängel zweigestaltig; die wie bei a) beschaffenen l'rühlingsstángel 
treiben regelmässig später Äste und vergrünen. Die späteren sterilen Stängel wie bei a), jedoch mit 
in Reihen geordneten Spaltöffnungen, von spitzen Ziickchen besonders unter den Scheiden seht 
rauh, dagegen ihre Äste ganz glatt. 

3. E. silvaticum L. Frühlingsstängel feingerillt, glatt; seine Scheiden gross, 
aufgebläht, eylindrisch glockig, 3—1spaltig, indem je 3—4 Zähne meist bis zur Spitze 
zu einem lanzettlichen, rothbraunen, ganz trockenhäutigen Zipfel verbunden sind. Som- 
merstängel mit der Spitze nickend, bis in Zweige dritter Ordnung verästelt, 10—1 5rip- 
pig, auf den Rippen mit je 2 Reihen. spitzer Zückchen; ihre Scheiden kleiner, anlie- 
gender, sonst wie die der Frühlingsstängel. Scheiden auf den Aesten 1. Ordnung 4—5- 


zähnig, auf denen 2—-3. Ordnung 3zähnig, ganz krautige. 


Equisetum., 3 


Sterile Stängel 1—2' hoch, sehr fein und zierlich: verzweigt. 

2. April, Mai. Auf feuchten, schattigen Waldplitzen, auch auf benachbarten 
Ackerrändern gebirgiger Gegenden bis in das Hochgebirge verbreitet, so besonders auf 
dem Sandstein in Nordböhmen, sparsamer in niederen Gegenden, so bei Prag um 
Kuchelbad. 


4. E. pratense Ehrh. (E. umbrosum Meyer). Frühlingsstängel fein gerillt, auf 
den Rippen fein gezühnelt oder glatt; seine Scheiden tutenförmig, 8— 132ühnig, Zähne 
der unteren Seheiden frei, der oberen zu 2—-4 meist nur theilweise verbunden, fast 
furchenlos, gebräunt, in cine dunklere Spitze verlängert, mit breitem, weisslichen Haut- 
rande. Sommerstängel mit einfachen Aesten, scharf gerippt, auf den Rippen oben mit 
cemer Reihe spitzer Ziickchen; ihre Scheiden kleiner, anliegender, sonst wie die der 
Frithlingsstingel. Astscheiden 3ziihnig, grün. ' 

Kleiner, zarter als voriges; Fruchtstängel dem des E. arvense etwas ähnlich. 

à 2. Mai, Juni. Auf trockenen Waldwiesen und naheliegenden Aeckern, selten. 
Kleinskal bei Turnau um die Winkelmühle (Neum., Lorinser)! Reichstadt (Hockauf)! 
Tetschen (Malinský)! Klostergrab (Winkler)! Karlsbad (Glückselig). Budweis (Jechl)! 


c) Aestivalia. Stängel eingestaltig, die fruchtbaren und sterilen Stängel gleichzeitig, 
bald einfach, bald quirlig-ästig, grün, mit gleichartigen grünen Scheiden. 

5. E. limosum L. Stängel mit 15—80 etwas convexen glatten Rippen, einfach 
Oder üstig, Aeste 4 Srippig, fein quer gerunzelt. Scheiden walzlich, anliegend, mit 
konvexen, furchenlosen Rippen; Zwischenrippenfurche flach, ohne Falte; Zähne lanzett- 
lich 3eckig, pfriemlich zugespitzt, braun oder sehwarzbraun mit sehr sehmalem weissen 
Hautrande. 
К Meist sehr stark und dick, 11-37 hoch; bisweilen die oberen Äste mit kleinen Seiten- 
ähren (forma polystachya). Wurzelstock rothbraun, ohne Knollen. 
à 2 Juni, Juli. In Waldsümpfen, an Flüssen und Weihern, in gebirgigeren und 
niederen Gegenden, ziemlich häufig. Bei Prag: Schanzgräben, Nusle, Libusabad, Ounetie, 
Kuchelbad, Königsaal. Häufig in Nordböhmen, in den Erzgebirgsgegenden u. s. w. 


б. E. littorale Kühlew. (E. inundatum Lasch). Stängel mit 7——16, sehr fein 
Sekórnelten, öfter durch eine seichte Furche getheilten Rippen, einfach oder ästig, doch 
an den obersten Gliedern astlos; Aeste 4—7rippig, quergerunzelt. Scheiden locker an- 
‘legend, die obersten am sterilen Stängel klein, anschliessend, am fruchtbaren grösser, 
meist, glockig geöffnet; Rippen fach convex, furchenlos oder schr feinfurchig, Zähne 
lan, ttlich-pfriemlich, schwärzlichbraun mit schmalem, weissen Hautrande. 

i Die Pflanze ist nach Milde ein Bastard von E. arvense und limosum, zwischen denen sie 
iwer? innen steht; auch sind die Sporen in der bleichen, gelben Ähre inhalt- und schleuderlos. 
er Wurzelstock bildet Knollen wie der von E. arvense. 

2 Mai, Juni. Auf sandigen Flussufern, an Teichen und auf  naheliegenden 
Aeckern, Bisher nur bei Veleslavín nächst Prag (Opiz)! 


à 7. EK. palustre L. Stängel mit 6—8 convexen Rippen, oben querrunzelig, 
муфа EN ө ws " rie : : ` v 
Deng oder àstig. Aeste 4—6rippig, fein kerbiggerunzelt. Scheiden walzrig-glockig, 
SCH anliegend, Zähne lanzettlich, pfriemlich zugespitzt, mit breitem, weissem 
Hautrande , mit flacher, ein wenig auf die Scheidenrippe herablaufender Längsfurche ; 
Zwischenrippenfurche mit einer scharfen, kurzen Falte. 

1—9 hoch, ziemlich schlank, nicht selten mit zahlreichen Seitenähren. 

2L Mai bis Herbst, Auf sumpfigen Wiesen, nassem Sandboden, in Gräben an 
Wässern verbreitet. 
bá „ I Cryptopora Milde (Hippochaete Milde). Stängel hart, starr, durch regelmässige, 
„uckerförmige Erhabenheiten der Rippen sehr rauh, häufig überwinternd. Spaltöffnungen in regel- 
ei gen Reihen. Spaltöffnungszellen unter der Epidermis, welche über der Mitte der verdeckten 
»paltöffnung einen Querspalt bildet. Ahren mit aufgesetzter Spitze. 


0 


1* 


f 
| 
P 
| 

| 

| 
a 
| 

| 

| 
B 
D 
A 
i 


Equisetum, 


8. E. elongatum Willd. (E. ramosum Schleich.). Stängel einjährig, einfach 
oder ästig, 8—20rippig, tief gefurcht, Rippen konvex, furchenlos, mit einer Höcker- 
reihe, Aeste 6—8kantig. Scheiden verkehrt kegelförmig, locker anliegend, grün, unter- 
halb der Zähne oft kreideweiss. ‘oder darunter gebräunt, Zähne oval, meist gebräunt, 
schmal weissrandig mit pfriemlicher, bald sich kräuselnder und abfallender Spitze. 

«) gracile. Stängel rasig, dünn, 1“ dick, 1—2' hoch, 8—12kantig, einfach oder spärlich- 
ästig, Scheiden sehr locker. 

В) ramosissimum. Stängel kräftig, 3° dick, bis A hoch, 12—20kantig, an den mittle- 
ren Knoten reichlich beästet. Scheiden mehr anliegend. 

%. Mai—Juli. Auf sandigen, besonders feuchten Stellen. ol Bei Prag in der Je- 
neralka (Op.)! Kaiserwiese (Op.)! Bohnic (Op.)! Lissa (Tausch)! Elbekostelee (Op.). 
Roudnic nahe der Eisenbahn (Jiruš)! В) nur bei Strahn an der Eger in der Saazer 
Gegend (Thiel) ! 


9. E. hiemale L. Stängel normal perennirend, einfach, schr selten in der Mitte 
etwas ästig, 10—20rippig, flach gefurcht. Rippen etwas flach, furchenlos, mit 1—2 
Höckerreihen. Scheiden walzenförmig, eng anliegend, unterhalb der Zähne mit schma- 
lem, schwarzen Rande, an der Basis meist mit schwarzem Bande. Zähne lanzettlich 
pfriemlich, steif, unten schmal weissrandig mit grösstentheils abfallender Spitze. 

Stängel sehr hart, kräftig, bis 5° im Durchmesser. 

<], Juni—August, Auf feuchten Waldstellen, in Brüchen, selten. An der Elbe 
bei Mélnik (Purkyně)! Roudnie (Jiruš)! Tetschen (Malinský)! Bei Niemes (Schauta) ! 


10. E. variegatum Schleich. Stängel perennirend, stets einfach, nur aus der 
Basis Seitenstängel treibend, etwas schwach u, niederliegend, 5 -Srippig, tief gefurcht ; 
Rippen etwas flach, 2kantig, mit 2 Reihen feiner, durch eine leise Furche getrennter 
Hóckerchen, Scheiden trichterformig, oben locker, unter den Zähnen meist mit schwar- 
zem Querbande, Zähne esförmig, dauernd, weisshäutig mit braunem Mittelstreif, in eine 
zarte pfriemliche, weisse Spitze verschmälert. 

Æ Mai—Juli, Auf sumpfigen, sandigen Waldstellen im Moose darniederliegend. 
Bisher nur bei Weisswasser (Hippelli) ! 


1 


2. Ordnung. Polypodiaceen R. Brown. 
Uebersicht der Gattungen: 


A. Fruchthäufchen von Jugend auf ohne eigenes, häutiges Schleierchen, zuweilen 
aber vom ungerollten Blattrande bedeckt. 


1. Polypodium L. Fruchttragende und sterile Wedel gleichartig. Häufchen rundlich, 
auf den Seitenadern entspringend; Fruchtboden ohne Gliederhaare, 

2. Woodsia R. Dr. Fruchttragende und sterile Wedel gleichgestaltet, Häufchen rund- 
lich, auf den Seitenadern entspringend, zuletzt zusammentliessend, Fruchtboden 
um das Häufchen herum mit Gliederhaaren besetzt. 

3. Allosorus Bernh. Fruchtbare Wedel umgestaltet, Häufchen auf den Enden der Sei- 
ten adern, längs des Randes in eine Linie zusammenfliessend, von dem unge- 
rollten, nach aussen hüutig werdenden Blattrande bedeckt. 


B. Häufehen von einem dünnhäutigen, aus dem Blatte entspringenden, bisweilen nur 
© 
in der ersten Jugend vorhandenen Schleierchen mehr weniger bedeckt, und 
manchmal überdies noch vom umgerollten Blattrande überdeckt. 


a) Rand des fruchtbaren Blattes entweder gar nicht, oder nur schmal umgerollt 
und dann die Häufchen theilweise bedeckend. 


Polypodium. 5 


«) Sehleierchen parallel mit dem Blattrande fortlaufend, mehrere, in eine Linie 
zusammenfliessende Hüufehen bedeckend. 


4. Pteris L, Schleierchen aus dem Blattrande entspringend, lineal, die auf der Randader 
sitzenden Sporangien bedeckend. 

9. Blechnum L. Sehleierchen zwischen dem Blattrande und der Mittelader entspringend, 
lineal, die auf Seitenadern sitzenden Sporangien von aussen bedeckend. 


В) Sehleierehen aus Seitenadern des Blattes oder seiner Fiedern entspringend, 
die daselbst entspringenden Häufchen einzeln bedeckend, 

6. Asplenium L, Sehleierchen der Länge nach auf der Seitenader befestigt, lineal oder 
länglich. Spreuschuppen starr gitterförmig, d. i, aus stark verdickten, rothbrau- 
nen Zellwünden gebildet.  Gefüssbündel im oberen Theile des Blattstieles auf 
dem Durchschnitte central, drei- oder vierkantig. 


q 


Athyrium Roth. Schleierehen der Länge nach aus der Seitenader entspringend, ei- 
länglich oder hufeisenfórmig. Spreuschuppen biegsam, aus schwach verdiekten, 
blassbraunen Zellwänden gebildet. Gefässbündel im oberen Theile des Blattstie- 
les auf dem Durchschnitte hufeisenfórmig. 

Aspidium I. Schleierchen schild- oder nierenförmig, frei aufliegend, nur an einem 
Punkte auf der Seitenader befestigt. Häufchen rundlich oder länglich. 

Cystopteris Bernh. Schleierchen oval am Grunde des rundlichen Häufchens, d. i. 
in einem auf die Seitenader senkrechten Bogen befestigt. 


b) Rand des fruchtbaren Blattes vollständig bis zur Mittelrippe der Fieder umge- 
rollt, die Hiiufchen ganz und gar einschliessend. 

Struthiopteris Willd. Häufchen auf den Seitenadern der Mittelrippe, rundlich, zu- 
sammenfliessend, jedes mit einem rundlichen, nach dem Rande zu offenen Schleier- 
chen (wie bei Cystopteris). Der einhüllenie Blattrand zerreisst zuletzt in quere 
Lappen und lässt Fetzen an der Mittelrippe zurück. 


10. 


1. Polypodium L. Tüpfelfarn. 
a) Hüufchen aus dem Ende eines kürzeren Nebenastes der Seitenader entspringend. Wur- 
zelstock dick, kurzgliedrig, dichtschuppig. 
1. P. vulgare L. (Engelsüss). Wedel einzeln, kahl, länglich-lanzettlich, buchtig 
fiedertheilig, Fiedern länglich oder lünglich-lanzettlich, klein gekerbt, 
"rri Wedel lederartig, uüberwinternd, sattgrün, 3'"—1' hoch. Sporangien gross, goldgelb, 
ann braun, 


2. Herbst. Auf schattigen Waldstellen, in Felsritzen des Hügel- und Gebirgs- 
landes bis in das Vorgebirge verbreitet. Um Prag: Zizkaberg, Laurenzberg, St. Prokop, 
Sárka, Roztok, Pakomörie, Závist u. a, О. 

b) Haufchen vor dem Ende der bis zum Blattrande auslaufenden Seitenadern. Wurzelstock 
dünn, langgliedrig, kriechend. 

2. P. phegopteris L. Wedel beiderseits zerstreut behaart, dreieckig eiförmig, 
langzugespitzt, fiedertheilig; Wiedern lanzettlich, tief fiederspaltig, das unterste Paar 
lerabgebogen, von den übrigen, am Grunde zusammenfliessenden Paaren entfernt; Zipfel 
stumpf, wellig gekerbt. 

Wedel 1—1' hoch, wie bei den folgenden einzeln, weich, nicht überwinternd. 
2. Juli — Septemb. Auf feuchten Waldplützen, in Felsspalten gebirgiger Gegen- 


Geck Fehlt z. B, um Prag, In Nordbóhmen auf der Kreidesandsteinformation sehr verbrei- 
et. Auf den Vorbergen der Sudeten, im Erzgebirge, Vorberge des Böhmerwaldes u.s. w. 


3. P. dryopteris L.  Wurzelstock dünn, glänzend - schwarzbraun, glattrin- 


6 Woodsia. Allosorus. 


dig. Wedel drüsenlos, breit dreieckig, deutlich gedreit, doppelt gefiedert, Fiederchen 
meist beinahe gegenständig, fiederspaltig oder fiedertheilig, die oberen zusammenfliessenden 
Abschnitte ‚keilförmig in den Fiederstiel zugeschnitten; Zipfel lünglich, vorn klein ge- 
kerbt oder ganzrandig. 

Wedellaub hellgrün, weich auf ziemlich dünnen, nur am Grunde beschuppten Stielen. 
Häufchen klein, rothbraun. 

2, Juli, August. In schattigen Wäldern, in Felsenritzen gebirgigerer Gegenden, 
häufig mit Polypodium phegopteris, aber noch mehr verbreitet. Bei Prag in der Särka, 
St. Ivan! 


4. P. Robertianum Hoffm. (P. caleareum Smith). Wurzelstock dieklieh, matt- 
braun mit abschülfernder. Rinde. Wedel auf Spindel und Laub mit kurzen Drüsen- 
hänrchen, breit dreieckig, fast gedreit-doppelt gefiedert; Wiedern lang zugespitzt, Fie- 
derchen welchselständig, die oberen zusammenfliessenden Abschnitte nicht keilförmig 
zugeschnitten, Zipfel lineal-länglich, vorn klein eckig gekerbt. 

Laub ähnlich. dem von P. dryopteris, aber starrer, mattergrün mit steiferen Stielen. Die 
untersten 2 Fiedern unterscheiden sich in Grösse und Form weit weniger von den folgenden; Fie- 
dern und letzte Abschnitte weit zahlreicher als bei vorigem. 

2, Juli, August. In Wäldern, auf Kalkstein und kalkreichem Sandstein, sehr zer- 
streut. Um Prag: Särka (op)! St. Ivan, Karlstein! In Nordböhmen: Cejtic bei Jung- 
bunzlau (Štika)! Weisswasser! Jeschkenberg (Opiz)! Kleinskal (Neum.), Bürgstein (Hocke)! 
Nixdorf (Neum.). Böhm. Kamniz (Kalmus)! Fuss des Riesengebirges (Kablik)! Erzgebirge 
(Quadrat)! Franzensbad (Bang)! Krummau (Jungbauer) ! 


2. Woodsia R. Brown. 


W. ilvensis R. Br, (Acrostichum ilvense L.). Wedel auf Spindel und Laub- 
unterseite mit zahlreichen Schuppen und Haaren, länglich lanzettlich, einfach gefiedert. 
Fiedern aus breitem Grunde länglich, tief fiederspaltig mit länglichen, stumpfen, schwach 
welliggekerbten am fruchttragenden Rande umgebogenen Zipteln. 


Wurzelstock kurzgliedrig mit nicht überwinternden, büscheligen, 3—6” hohen, schmutzig“ 
hellgrünen Wedeln. 


2, Juli, August, Auf buschigen Schiefer- und Basaltfelsen der Gebirgsgegenden, 
selten, Koufimek an der Beraun bei Bürglitz (Hänke). Rollberg b. Niemes! Ruine Tollen- 
stein, Berg Kleis bunzl. Kreis. (Wt gner)! Mileschauer, Horkaberg, Boren bei Bilin im 
Mittelgebirge! Grundthal bei Komotau im Erzgebirge! 'Einsiedel bei Marienbad (Kablik)! 


2. W. hyperborea R. Вг. (Polypodium hyperb. Sw.) Wedel auf Spindel und 
Laubunterseite mit spärlichen, schmalen Schuppen und Haaren, lineal-ldnglich, einfach 
gefiedert. Fiedern kurz, die unteren eideltafórmig, die obersten oval, gerundet stumpf, 
fiederspaltig; Zipfel (nur 2 Paare) rundlich, am Grunde keilförmig, fast ganzrandig 
und flach. , 
1—3“ hoch, dunkelgrün, sonst wie vorige. 

2L Juli, August. Im Riesengebirge nur auf den Basaltfelsen der kleinen Schnee- 
grube, sehr selten, weil fast ganz ausgerottet (Kablík)! 


3. Allosorus Bernhardi. Rollfarn. 


1. A. crispus Bernh. (Osmunda crispa L.). Wedel in Büscheln, langgestielt, 
doppelgestaltig; die unfruchtbaren eiförmig, stumpflich, 2—-3mal gefiedert, Fiederchen 
eiförmig, am Grunde keilig, fiederspaltig, vorne gezähnt; die fruchttragenden weit höher 
mit lineal-zungenfórmigen, am kerbigen Rande umgerollten Zipfeln, 

Wedel 4—3’ hoch, zart, freudiggrün. Fruchthäufchen gelb. 

2, Juli — Sept. In Felsritzen, zwischen Gestein. Im Riesengebirge in den Schnee- 


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Pteris. Aspleniuımn. 7 


gruben (Kabl.)! im Riesengrund (Wimmer), Teufelsgürtchen (Garcke), Kesselgrund (Gott- 
stein)! Im Böhmerwald (nach Purkyné). 


4. Pteris L. Saumfarn. 


1. P. aquilina L. (Adlerfarn). Wurzelstock dick, langgliederig, kriechend. We- 
del einzeln, überwinternd, bis 4^ hoch, steif, fast lederartig, graulich grün, unterseits 
Oder beiderseits zerstreut haarig, dreieckig, doppelt gefiedert, öfters fast gedreit. Fiedern 
länglich lanzettlich, fiedertheilig mit langem Endzipfel; Abschnitte länglich oder 3eckig, 
am umgerollten, kleinkerbigen Rande häutig. 

2L Juli — Sept. In Haiden, auf trockenen steinigen Waldplätzen, an benachbarten 
Ackerriindern im gebirgigeren Lande bis in das höhere Gebirge, verbreitet. Fehlt der 
Prager Umgegend, erst bei Schwarzkostelec, Bürglitzer Waldungen u. s. w. 


5. Blechnum L. Rippenfarn. 


1. B. spicant Roth (Osmunda spicant L.). Wedel in dichtem Busche, breit lan- 
леер, kahl, doppelgestaltig ` die unfruchtbaren überwinternd, theilweise niederliegend, kurz 
Sestielt, kümmig fiedertheilig mit lineal-länglichen, emporgekrümmten, am Rande schmal 
umgebogenen, ganzrandigen Zipfeln; die fruchttragenden absterbend, in mitten des Busches 
steif aufrecht, länger gestielt, mit rothbrauner Spindel, buchtig fiederschnittig mit schmä- 
leren, entfernteren Zipfeln. Schleier näher am Blattrande entspringend. 

Unfruchtbare Wedel lederartig, hellgrün, denen von Polypod. vulgare ähnlich. 

2 Juli— Sept. In feuchten, schattigen Waldschluchten, auf steinigen, buschigen 
Anhöhen der kühleren Gebirgsgegenden bis in’s höhere Gebirge. Im höheren Nordböh- 
Men, besonders auf Sandstein, verbreitet: Kreibiz! Rumburg, Nixdorf (Neum.). Bürgstein ! 
Limberg bei Gabel! Friedland! Rollberg! Kleis, Jeschken, Isergebirge, Riesengebirge, 
Böhm. Schweiz sehr häufig! Erzgebirge: Natschung! Joachimsthal! Böhmerwald: Eisen- 
stein, Dreisesselberg! Arber! u. s. w. Um Zbirov (Mörk), Strašice (Lhotský). 


\ 


6. Asplenium L. Streifenfarn. 


a) Fiedern am Wedelgrunde am längsten, die oberen gegen die Wedelspitze an Grösse ab- 
nehmend. Schleier lineal. 

1. A. adiantum nigrum L. Wedel etlanzettlich oder dreieckig länglich, zu- 
sespitzt, am Grunde doppelt und dreifach gefiedert; Fiedern abwechselnd, die unteren 
eilanzettlich, gestielt; Fiederchen verkehrteifórmég bis keilig, vorn spite gezähnt, die 
Untersten am Grunde oft fiederspaltig. Schleierchen breit, lineal-lünglich, weisslich, ganz- 
randig oder geschweift, auch später nicht ganz verdrängt. 
folgende Wedel вый! hoch, Stiele bis über die Mitte kastanienbraun. Wurzelstock wie bei den 

"n, dick, kurzgliedrig. 
jens a) genuin um, Wedel überwinternd, etwas lederartig, oberseits silberglänzend, langzu- 
‘Spitzt ; Fiederchen eiförmig, nur am Grunde keilig, mit eiförmigen, scharfzugespitzten Zähnen. 
j b) serpentini (A. serp. Tausch !). Wedellaub mehr krautig, nicht überwinternd, ober- 
seits matt, kürzer zugespitzt. Fiederchen von der Mitte an keilförmig, vorn stumpf, gekerbt bis 
Sungeschnitten gesägt mit 3eckigen, stumpflichen oder kurzgespitzten Zähnen. — Nähert sich öfter 
di gia ruta muraria f), aber durch grössere Straffheit, Umriss des Laubes und besonders durch 

Schleier zu unterscheiden. 

2} Juli— Sept. In Felsspalten, auf steinigen buschigen Haiden der Gebirgsge- 
Senden sehr selten. a) Berg Kelch bei Triebsch nördlich von Leitmeriz (Tausch)! Herrn- 
und Rauschenbacher Haide bei Einsiedl bei Marienbad (Tausch)! b) Auf Serpentinfelsen 
bei Einsiedel, und auf dem Berge Podhor bei Tepl (Tausch) ! 


2. A. ruta muraria L. Wedel eifórmig bis eilinglich, am Grunde doppelt 
und dreifach gefiedert, Fiedern abwechselnd, die unteren im Umrisse etrund, gestielt, 


8 Asplenium. 


Fiederchen und oberste Fiedern rhombisch verkehrt eirund bis keilförmig. vorne viel- 
zühnig gekerbt. Schleierchen schmal, weisslich, am Rande gefranst, sehr bald durch 
die zusammenfliessenden Häufchen verdrängt. 

Wedel trübgrün, 1—8” hoch mit langem, grünen, nur am Grunde rothbraunen Stiele. 


a) rotundifolium. Fiederchen rhombiseh verkehrteifórmig, vorne kleingekerbt. 
В) cuneifolium (A. multicaule Presl). Fiederchen verlängert keilfórmig, vorne tiefge- 


kerbt. — Ähnelt etwas dem A. germanicum, ist aber durch die Wedelsticle, die Zusam- 
mengesetztheit, reichere Bezahnung und die Sehleierehen sicher zu unterscheiden. 

% Juli— Sept. An alten Mauern, Felsen im ganzen Gebiete verbreitet. Prag: 
auf der steinernen Brücke, am Slichov, bei Prokop, Kuchelbad, Karlstein! u. chien sel- 
tener: Neustadt an der Metau (Presl)! Bürgstein (Malinský)! 


3. A. germanicum Weiss (A. Breynii Retz). Wedellaub aus breiterer Basis 
lanzettlich, einfach gefiedert; Fieder abwechselnd, sehr entfernt, keilförmig, nach 
innen gekrümmt, vorne stumpf, eingeschnitten wenigzühnig, die untersten häufig 9.3theilig 
mit keilfórmigen Zipfeln. Schleier lineal, bräunlich, ganzrandig, das Häufchen lange 
bedeckend. 

Wedel graserün, 1—6“ lang; Sticle ziemlich lang, bis zur Hälfte glänzend rothbraun. 

% Juli— Septemb. In Felsspalten vebirgiger Gegenden selten. Prag: Podbaba 
(Tausch)! Šárka! St. Ivan (Presl). Slapy beroun. Kreises (Mincis)! Gneussfelsen an der 
Naser bei Platz (Leonh.)! Kundratiz am Böhmerwalde (Gbr.)! Karlsbad (Glücksel.). Bo- 
ten bei Bilin ! Goldberg bei Ploschkovie (Fieber)! Rollberg (Schauta)! Kleinskal, Hlubos 
(Neum.). Oáslau, Kuttenberg im Thale gegen Maleschau (Opiz). 


4, A. septentrionale Hoffm. (Acrostichum septentrionale L.).. Wedel oben 27 1. 


theilig, Abschnitte entfernt, abwechselnd, gestielt, aus zusammengedrücktem Stiele all- 
mälig verbreitert, dineal-lanzettlich, unter der Spitze jederseits mit einem abstehenden, 
feinspitzigen Zahne, zuweilen der unterste Abschnitt überdiess 2spaltig oder atheilig: 
Schleier gross, ganzrandig, das lineale Hiiufchen lange fast ganz bedeckend. 

1—5" hoch, trübgrün, Abschnitte nur 4—1% breit, Wedelsticle fadenförmig, grün, gan7 
am Grunde braunschwarz. 

2, Juli — Sept. In Felsspalten, besonders gebirgiger Gegenden ziemlich verbrel- 
tet, bis in das Hochgebirge. Um Prag: Nusle, Kuchelbad, Podbaba, Särka, Roztok! Sti- 


iin (Syk.). Ostböhmen: Ronover Gebirg (Pejl)! Kolín (Vesel.) ! Hraběšín, Chedrby МЕ 
Friedland: 


Kr. (Op.). Nordbéhmen : Teufelsmauer bei B. Aicha! Reichenberg! Rochlitz! | 
Hohenelbe! Wolfsberg bei Schónlinde! Höllengrund bei Neuschloss (Watzel)! Rollberg: 
jm 


Kl.-Radischken bei Leitmeritz! Doten bei Bilin! Tetschen! Briix! Osseg! Komotau 
Grundthal! Karlsbad, Marienbad, Tepl! Im Böhmerwald: Kundratiz, Krumau u. 5: 
Březina bei Radnie (Sternberg)! 


ү. 


b) Fiedern nach dem Grunde und der Spitze des Wedels an Grösse abnehmend, im Um- 


fang lineal, einfach gefiedert. Schleierchen lineal lànglieh. 

5. A. trichomanes L. Wedel im Büschel, überwinternd, Fiedern sitzend, oval, 
um Grunde keilfürmig, schwach gekerbt bis fiederspaltig, zuletzt von der hornegels 
halb stielrunden, schmalgefliigelten, glänzend schwarzbraunen Spindel abfallend. Häuf- 
chen nahe an den Laubrand reichend. 

2—8" hoch. Fiedern grasgrün. 

a) vulgare. Fiedern schwach gekerbt. 
В) pinnatiseetum. Fiedern am Grunde tief eingeschnitten, vorne fiederspaltig mit £e 
zähnten Zipfeln. 

o, Juli— Sept. Auf Felsen, Mauern, buschigen, steinigen Lehnen im Hüge 
Gebirgslande verbreitet, bis auf die Vorberge des Hochgebirges; Um Prag: St. Prokop, 


]- und 


Kuchelbad, Karlstein, Podbaba, Šárka, Zivkaberg, Smichow u. a. О. ß) sehr selten am 
Berge Kleis (Göttlich 1805)! 


Athyrium, Aspidium, 9 


6. A. viride Huds. Wedel im Büschel, selten überwinternd. Fiedern deutlich 
kurz gestielt, rautenförmig rundlich, stumpf, gekerbt, an der krautigen, grünen, nur 
am Grunde braunen, zusammengedrüekten, ungeflügelten Spindel bleibend und mit ihr 
verwelkend. Hüufehen nahe der Mittelrippe. 

Æ Juli — Sept. Auf mosigen Felslehnen, auf Mauern sehr selten, im Vor- und 
Hochgebirge. Im Riesengebirge: Schneekoppe (Kabl.)! Riesengrund (Tausch)! Kl. Schnee- 
grube, Rübezahls Garten (Wimmer), Kalksteinfelsen am Fusse des Glazer Schneebergs 
(Opiz)! Granit an der mähr. Grüuze (Presl)? Rochlitz (Gottstein)! Hohenelbe (Kabl.)! 
Böhm. Kamniz auf einer Mauer! Bei Tepl selten zwischen A. trichomanes (Konrad). 


7. Athyrium Roth. 


1, A. filix femina Roth (Polypod. f. fem. L., Aspidium f. fem. Sw.). Wedel 
länelich oder elliptisch-lanzettlich, doppelt gefiedert. Fiedern länglich oder lineal-lanzett- 
lich, fein zugespitzt; Fiederchen sehmal-lünglich, die unteren fiederspaltig bis fiederthei- 
lig; Zipfel vorgestrcekt an der Spitze, mit 2—5. spitzlichen oder stumpflichen Zähnen. 
Spreuschuppen am Stielgrunde verlängert lanzettlich. Tläufehen vom Winkel der Zipfel 
etwas entfernt, näher der Mittelrippe, Schleier oval, ausdauwernd, das. Häufchen theil- 
Weise deckend, die unteren jedes Fiederchens in hufeisenförmiger, nach aussen offener 
Bucht, die oberen in fast gerader Linie angewachsen, 

In trichterförmigen Büschen, 1—3' hoch, nicht überwinternd. Laub hellgrün, zart und 
fein getheilt, in der Breite und Theilung der Zipfel abändernd. 

2 Juli — Sept. In feuchten, schattigen. Wäldern des niedrigeren und gebirgigen 
Landes sehr verbreitet und häufig. 


2. A. alpestre Nyman (Polypodium alpestre Hoppe). Wedel eilanzettlich oder 
linglich lanzettlich, doppelt gefiedert. Fiedern lanzettlieh, Fiederchen länglich stumpf, 
fiederspaltig, Zipfel eiförmig, abstehend, an der Spitze mit 2—5 kurzen, eirunden, be- 
Spitzten Zähnen, Spreuschuppen am Stielgrunde breit, edlanzetllich Häufchen am Winkel 
der Zipfel sitzend. Schleier sehr klein, nur in der ersten Jugend, die Häufchen spä- 
ter nackt. 

Dem vorigen im Laub sehr ähnlich, ausgewachsen ein Polypodium darstellend. 

2 Juli, August. In feuchten schattigen Wäldern des höheren Gebirges. Im Rie- 
sengebirge sehr häufig! Glazer Schneeberg (Wimmer). Im Erzgebirge: am Fichtelberge 
an der Strasse von Joachimsthal nach Gottesgab (Garcke). 


8. Aspidium Swartz. Schildfarn. 
a) Schleierchen schildförmig, im Mittelpunkte angeheftet. 

1. A. lonchitis Sw. (Polypodium lonchitis L.). Wedel verlängert lanzettlich, 
lederartig, starr, unterseits und auf der Spindel spreuhaarig, einfach gefiedert: Fiedern 
Senühert, wagrecht abstehend, lanzettlich, sichelförmig aufwärts gekrümmt, spitz, ganz, 
am Grunde der oberen Hälfte mit einem vorgezogenen spitzen Ohrchen, am Rande mit 
flachen, dornig stachelspitzigen, kleingestigten Sdgeedhnen. Blattstiele verschwindend 
kurz mit grossen, braunen Spreuschuppen. 

1—1' hoch, unterseits bleicher grün. 

Æ Juli— Sept. Auf waldigen, steinigen Lehnen des Hochgebirges der Sudeten, 


selten: Riesengrund (Tausch)! Kessel (Kabl.)! Aupagrund (Milde). 


| 2. A. aculeatum Dill, Wedel dinglich oder linglich-lanzettlich, doppelt oder 
beinahe einfach gefiedert. Fiedern lanzettlich, schief, die unteren wagrecht abstehend, 
oft aufwärts gekrümmt, spitz, fiedertheilig bis gefiedert, unterstes oberseitiges Fieder- 
chen grösser als die übrigen, alle mit vorspringenden, fein dornig stachelspitzigen, 
ganzen oder etwas gekerbten Sügezdhnen. Blattstiele kurz mit grossen Spreuschuppen. 


Aspidium. 


Bei uns von 3 unterschiedenen Abarten nur folgende : 

a) lobat um (A. lobatum Sw.) Laub starr, 1—2 hoch, lederartig, oben dunkel, unten 
blasser grün mit steifen Stachelspitzen. Fiederchen fast sitzend, herablaufend, die untersten ganz 
kurz gestielt, aus keilfórmiger Basis trapezoidisch eiförmig, nur die untersten kurz gedhrelt, Wedel- 
spindel spreublättrig, oberwärts fast kahl. 

*) Plukenetii. Kleine niedrige Form von a), mit kurzen, nur fiederspaltigen Fiedern, 

an denen nur die 2 untersten Abschnitte völlig abgesondert. 

2 Juli— Sept. Auf waldigen, steinigen Lehnen im Vorgebirge und Hochgebirge. 
Im Riesengebirge : Riesengrund (Kabl)! bei Rochliz (Gottstein)! Schatzlar (Op.)! Schwar- 
zenthal (Карик)! Glazer Schneeberg (Milde). Steinberg b. Landskron (Erxleben)! Schlucke- 
nau (Karl)! Nixdorf, Kleinskal, Georgswalde, Rumburg (Neumann). Rosenberg nahe der 
böhm. Schweiz! In Schluchten des Erzgebirges: bei Tetschen (Mal.)! Tepliz (Winkler)! 


b) (Nephrodium, Polystichum) Schleier nierenförmig, an einer vom Mittelpunkte zum 
Ausschnitt verlaufenden Falte angeheftet. 
«) Blattabschnitte verschieden gesägt, ihre Seitennerven gabelig, nur ihr vorderer Ast mit 
einem Häufchen. Häufchen dem Mittelnerv mehr weniger genihert. Schleier lang blei- 
bend, ziemlich gross. 1 
3. A. spinulosum Swartz. Wedellaub im Umriss eilänglich oder 3eckig, drü- 
senlos, 2—3fach gefiedert; Viederchen fiederspaltig bis fiedertheilig, ihre Abschnitte 
länglich oder eiförmig, einfach oder doppelt sügezahnig. Zähne gekrümmt, fein euge- 
spitet. Spreuschuppen spärlich, Spreufüden fast fehlend. 
a) dilatatum (A. dilatatum Smith). Laub dunkelgrün, am Grunde fast 8fach gefiedert, 


8—12" breit, Fiedern alle in einer Fläche liegend, Fiederchen (2. Ordnung) von einander entfernt. 
fiedertheilig, am Grunde fast gefiedert. Spreuschuppen derber, kupferbraun, lanzettlich, langzugespitzt, 

b) genuinum. Laub doppelt gefiedert, 5—8" breit, Fiedern länglich, allmälig verschmü- 
lert, die unteren aus der Blattfläche verdreht. Fiederchen genähert, länglich, fiedertheilig oder fieder- 
spaltig. Spreuschuppen dünn, bleichbraun, eiförmig, 

c) Tauschii (A. spinulosum Tausch herb. boh.! A. spinuloso-eristatum Lasch) Laub 
hellgrün, doppelt gefiedert, länglich ; Fiedern kurz 3eckig, die oberen 3eckig länglich, rasch ver 
schmälert. Fiederchen sehr genähert, einander theilweis deckend, aus breitem Grunde 3eckig-làng- 
lich. Sonst wie voriges. 

2 Juli — Sept. In feuchten, schattigen Wäldern, in Torfsümpfen, Erlbriichen des 
Hügel- und Gebirgslandes verbreitet, c. sehr selten, aus Wäldern um Theusing (Tausch) 


4. A. cristatum Swartz (Polypodium cristatum L.). Wedel einfach gefiedert, 
oben fiedertheilig; Fiedern fiedertheilig mit linglichen, stumpfen, doppelt oder einfach 
scharf und klein gesägten Abschnitten ; die unfruchtbaren Wedel länglich, kürzer ge- 
stielt mit sich berührenden, 3eckig lanzettlichen, sämmtlich in einer Fläche liegenden 
Fiedern, die fruchtbaren länger und schmäler, am Grunde fast nicht breiter, länger 
gestielt, mit entfernten, senkrecht zur Blattfläche gestellten deltaförmigen unteren und 
aus 3eckigem Grunde lanzettlichen oberen Fiedern. Wedelstiele mit spärlichen, grösseren 
Spreuschuppen, fast ohne Spreufäden. Schleier häutig, ausgefressen gezähnelt. 

Laub hellgrün mit oberseits zierlich eingesenkten Adern, das fruchtbare gelblich grün, 
14—24/ hoch, 

% Juli — Sept. In lichten moorigen Wäldern, in Erlbrüchen. Kleinskal b. Turnau 
(Neumann). Oberplan in Südbühm, (v. E. Purkyně in sterilen, jungen Blättern gesammelt)! 


5. A. filix mas Sw. (Polypodium filix mas L.). Wedel im Umrisse länglich-lan- 
zettlich, einfach gefiedert, oben fiedertheilig, beiderseits verschmälert. Fiedern gendhert, 
verlängert lanzettlich, zugespitzt, fiedertheilig mit zahlreichen länglichen, stumpfen, 
vorn kerbig oder spitz gezühnten, ganzen oder selbst fiederspaltigen Abschnitten. We- 
delstiele kurz, wie die Laubspindel mit grösseren Spreuschuppen und schmalen, 9°- 
wimperten Spreufäden dicht besetzt. Schleier etwas dick, ganzrandig. 


1} —3° hoch, in dichten Büschen, grasgrün oder etwas trübgrün. Erscheint in mehreren 
Formen. An jungen, sterilen Blüttern sind bisweilen die Fiedern verkürzt, mehr 3eckig-lünglich. 


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Cystopteris. Struthiopteris. 11 


2, Juli — Sept. In feuchten, schattigen Wäldern im. ganzen Gebiet verbreitet. 
Um Prag: Stern, Cibulka u. s. w. 

f) Blattabschnitte ganzrandig oder geschweift, ihre Seitenadern gabelig, die unteren an 
beiden Ästen ein Hüufchen tragend. Häufchen dem Blattrande genähert, Schleier sehr 
klein, hinfällig. 

6. A. oreopteris Sw. (Polypodium oreopteris Khrh.) Wurzelstock kurzylie- 
drig, dick. Wedellaub unterseits mit goldgelben Drüsen, auf den Hauptadern etwas 
behaart, lànglich lanzettlich, nach unten stark verschmälert, einfach gefiedert; Fiedern 
fiedertheilig, die unteren sehr klein, 3eckig, die oberen verlängert lanzettlich. Abschnitte 
länglich, stumpf, am schmal umgebogenen Rande mit feinen durchscheinenden Drüsen- 
Sügezühnen. Wedelstiel kurz, wie die Spindel mit zerstreuten Spreuschuppen. Häuf- 
chen ziemlich gesondert. Schleierchen winzig, drüsig-gewimpert. 

Laub 14--3' hoch, weich, grasgrün. 

Æ Juli — Sept. In Bergwüldern in Gebirgsgegenden bis in das Hochgebirge, zer- 
streut. Im Riesengebirge: Riesengrund (Kabl)! Kesselgrund (Gottstein)! Bei Turnau (Vi- 
täsek)! Böhm. Aicha (Prochäzka)! Böhm. Kamniz! Georgswalde, Habichtstein (Neum.). 
Im Erzgebirge (Glückselig). 


7. A. thelypteris Sw. (Polypod. thelypt. L.). Wurzelstock langgliedrig, krie- 
chend. Wedel einzeln, nur in der Jugend unterseits mit winzigen, gelben Drüsen, 
sehr spärlich behaart oder kahl, Laub lanzettlich, nach unten nur wenig verschmälert, 
gefiedert. Fiedern buchtig fiedertheilig, fast kammförmig, lineal-lanzettlich, kurz zuge- 
Spitzt. Abschnitte länglich, spitzlich, ganzrandig bis klein kerbig geschweift, ohne Drii- 
senbezahnung, die fruchttragenden am Rande umgeschlagen, sichelförmig und 3eckig. 
Wedelstiel lang, schuppenlos. Häufchen bald zusammenfliessend. Schleier sehr klein, 
drüsig gewimpert. 

Æ Juli — Sept. Auf Hochmooren, in Erlbrüchen niederer und gebirgiger Gegen- 
den, hie und da. Neudorf bei Weisswasser (Hippelli)! Um Hirschberg und Habstein ! 
Schiessnig bei Böhm. Leipa! Nenköniggrätz (Mann)! Wald Lipina bei Pardubiz (Op.)! 
Bohdaneč (Mann)! Hlavenecer Revier bei Brandeis (Op.)! Brüxer Seewiesen (Tausch)! 
Im Böhmerwald, z. B. an der Seewand (Purkyně)! Wittingau (Jechl)! Ziegenrücken der 
Sudeten (Haenke): ; 


9. Oystopteris Bernhardi. Blasenfarn. 


1. C. fragilis Bernh. (Polypodium fragile L.). Wurzelstock kurzgliedrig, schief. 
Wedel länglich oder liinglick lanzettlich, doppelt gefiedert; Fiedern. eilänglich oder eilan- 
zettlich, das unterste Paar kürzer als das folgende; Fiederchen fiedertheilig oder fieder- 
Spaltig, Läppchen kurz, stumpfgesügt. 

Blattstiele zerbrechlich, Blätter schlaff, hellgrün. 

?Q Juli—Sept. Auf schattigen Waldstellen, in Felsritzen, auf Mauern im gan- 
zen Gebiet bis auf das höhere Gebirge häufig. 


10. Struthiopteris Willdenow. Straussfarn. 


' 1. 8. germanica Willd. (Osmunda struthiopteris L.). Wurzelstock ausläufer- 
treibend. Wedel in trichterférmigen Büschen, doppelgestaltig, die unfruchtbaren breit 
länglich-lanzettlich, einfach gefiedert, Fiedern lanzettlich, fiedertheilig mit lünglichen, ge- 
schweiften, fein drüsig bezahnten Abschnitten ; die fruchttragenden, mittelständigen weit kür- 
zer, starr, mit lineal-walzlichen, durch quere Einschnürungen scheinbar gekerbten Fiedern. 

Sterile Wedel hellgrün, weich, 2—8’ hoch, Fruchtwedel braun, straussfederartig. 

2%. August, Sept. Auf steinigen, buschigen Bachufern, feuchten Waldstellen, sehr 
selten, Bisher nur im Kamenicer Thal bei Stitin (Sykora, Tausch)! und am Kubani bei 
Winterberg in Südböhmen (nach Purkyné). 


Ophioglossuin, 3otrychium, 


3. Ordnung. Ophioglosseen R. Brown. 


Gattungen: 


1. Ophioglossum L. Sporangien in zweizeiliger, lineal-zungenfórmiger, bespitzter Aehre 
nicht deutlich gesondert. 

2. Botrychium Sw. Sporangien in rispig zusammengesetztem Fruchtstand, von einande! 
deutlich getrennt. 


1. Ophioglossum L. Natterzunge. 


1. 0. vulgatum I. Wurzelstock sehr kurz mit starken Wurzelfasern. Stiel des 
unfruchtbaren Blattes mit der halben Länge des fruchtbaren verwachsen; Blattspreite am 
Grunde letzteren umfassend, eiförmig oder eilänglich, lederartig dicklich, mit Adernetz. 

Grasgrün fettglänzend, 2"—41* hoch. 

2%, Juni, Juli. Auf feuchten Wiesen des niederen und gebireieen Landes. Bei 
Prag in der Cibulka (Reuss)! Auf der Herrschaft Poděbrad im Fasangarten, auf der 
Blatowiese (Opiz)! Neuköniggrätzer Wald (Cenék) ! Barzdorf b. Niemes (Schauta)! Reich- 
stadt (Mann, Hockauf)! Georgswalde, Rumburg, Schluckenau (Neum.) Berge um St. Benigna 
zbirov. Herrsch, (Tausch)! Karlsbad, Marienbad (Glückselig). Tučap (Bercht.)! 


2. Botrychium Swartz. Mondraute. 


1. B. lunaria Sw. (Osmunda lunaria L.) Stiel des unfruchtbaren Blattes bis 
ganz oder nahe zur Spreite mit dem des fruchtbaren verwachsen; Spreite ans brer- 
terem Grunde eilänglich, einfach fiedertheilig, Abschnitte aus breitkeiligem Grunde 
halbmondförmig, mit fdcherformig ausstrahlenden, wiederholt gabeligen Nerven, vorn 
ganzrandig, kleinkerbig bis handförmig. gelappt. 

Wurzelstock sehr kurz mit wagrechten, starken Wurzelfasern, wie bei den folgenden. 
3'"—1' hoch, etwas fleischig, gelblichgrün. Die vorjährige Generation stets ganz abgestorben um 
nur die braungewordene Blattstielscheide überbleibend. 

4 Juni, Juli. Auf Waldwiesen, sandigen, feuchten Plätzen, grasigen Lehnen be- 
sonders gebirgigerer Gegenden, bis auf das Hochgebirge, hie und da. Um Prag: Särka, 
Prokop (Op.), St. Ivan! Tetín bei Beroun ! Štiřín (Syk). Um Jungbunzlau, Weisswasser, 
Hirschberg, Niemes! Böhmisch-Aicha, Jeschkengebirge, Reichenberg! Nixdorf, Rumburg 
(Neum.), Turnau (Dědeček). Hohenelbe! Trautenau (Op.). Im Riesengebirge: Schnee- 
gruben, Riesengrund! Schlossberg bei Landskron (Erxleben). Hermanmeöstee (Harant), 
Voskobrh bei Poděbrad (Opiz). Nimburg! Seelau (Steinreiter). Kačina (Pejl). —- Geltsch ! 
Schluckenau! Abhünge des Erzgebirges: Geiersburg b. Tepliz, Osseg, Rothenhaus, Schlak- 
kenwerth! Tepl (Ott). Krumau! Budweis! Sobéslau (Bercht.). 


2. B. matricariaefolium Al. Br. (B. rutaceum Willd.). Blattspreite Sechig е7 
formig oder eilänglich, fiedertheilig, Abschnitte länglich bis eiförmig, keilfórmig vel 
schmälert, fiederspaltig bis fast fiedertheilig, mit fiederartig getheilten, nur in den 
letzten Theilungen fächerartig gabligen Nerven; Läppchen stumpf, ganzrandig oder kleim- 
gekerbt. Sonst wie vor. 

3—6” hoch. 

Æ Mai, Juni, Auf Waldwiesen, wie voriges, aber sehr selten. Hinter Mnisek 
(Maly bei Opiz) Um St. Benigna und Voleiná zbirov. Herrschaft (Tausch)! Příbram 
(Krejét). Karlsbad (Glückselig). 


3. B. rutaefolium Al. Br. (B. matricarioides Willd.). Stiel des unfruchtbaren 
Blattes grösstentheils frei, nur am Grunde mit dem des fruchtbaren verwachsen. 
Spreite rundlich deltaförmig, gedreit, End- und beide Seitenblättchen fiedertheilig, Ab- 


Lycopodium, 


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Schnitte ganz, gelappt oder die unteren abermals fiederspaltig, länglich eifórmig oder ei- | 

| rundlich, am Grunde schief, kerbig geschweift. | 
Häufig ist das jüngste Blattpaar am Grunde von der Scheide eines älteren Blattpaares | 

umschlossen, dessen Fruchtblatt aber meist abgestorben oder. verkümmert ist, selten zugleich mit 
dem jüngeren, normalen Fruchtblatt frultifizirt. i] 
2 Juli, August. Auf steinigen, waldigen Bergabhängen selten. Rollberg (Schauta) ! | 

Reichenberg (Siegmund). Im Isergebirge: Fuss des Buchbergs (Lhotsky). Riesengebirge : 

im Aupagrunde (Wimmer), Erzgebirge: Klostergrab (Winkler). Volesná zbirov. Herrschaft Il 
(Mork)! Příbram (Krejčí). Aussergefild im Böhmerwalde (Malinský)! | 
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4. Ordnung. Lyeopodiaceen Richard. 


Gattungen: 

l. Lycopodium L, em, Sporangien sämmtlich gleichgestaltet, rundlich о. nierenförmig, il 
durch einen Querspalt 2klappig aufspringend, zahlreiche Microsporen enthaltend. 

2. Selaginella Spring. Sporangien doppelter Art in derselben Aehre, die einen 4-—3- | 
hóckerig, 4— 3klappig, 4—3 Macrosporen enthaltend, die anderen (wie bei Ly- [N 
copodium) 2klappig mit zahlreichen Microsporen. I 


1. Lycopodium L. em. Bärlapp. 

a) Sporangien in den Achseln der Stängelblätter eines jeden Jahrestriebes des sich fortent- I 

wickelnden Sprosses, nierenfórmig, am oberen Rande quer aufspringend. Alle Blätter an 
Stängel und Ästen gleichartig, spiralig vielreihig. 


1. L. selago L. Stängel aufrecht oder gekrümmt aufsteigend, hart. Blätter lineal- 
lanzettlich, steilspitzig, ganzrandig oder sehr fein gezähnelt, undeutlich 8reihig, bald 
aufrecht, bald abstehend oder selbst zurückgeschlagen. | 
3—6 hoch, grasgrün ; am Ende des Jahrestriebes bald abfallende Brutknospen. | 


D 


2 Juli, August. Auf Sandstein- und Urgebirgsfelsen, in feuchten, schattigen Il 
| Bergwäldern, hie und da. Sandsteinfelsen bei Liboc bei Prag (Opiz). Rollberg! Böhm! d 


Aicha! Jeschkengebirge, Isergebirge ! Im Riesengebirge häufig: Teufelsgärtchen, kl. Schnee. 
| grube, hohes Rad, kl. Teich, Mittagsteine u. s. w. Glazer Schneeberg (Op.)! Buchber- 
| bei Landskron (Op.)! Böhm. Schweiz unter dem Rosenberg! Georgswalde (Neum.) Erzg in 
Sebirge: bei Tetschen, Tepliz, Gottesgab, Hauenstein! Karlsbad, Podhora bei Tepl (Kon- | 
гай)! um Theusing (Tausch)! Im Böhmerwald: Gipfel d, Seewand (Purkyne)! Arber (Jechl) - 


b) Sporangien fast kuglig, vorn über dem Grunde quer aufspringend, in endständigen, das 

Sprosswachsthum abschliessenden Ahren, deren untere Deckblätter von den Stängelblättern 

gar nicht, die oberen wenig verschieden. Blätter wie bei a). 

2. L. inundatum L. Stämmchen kriechend, sparsam gabelästig, fruchttragende, 
Unmerklich in die Achre übergehende Aeste aufrecht. Blätter lineal-pfriemlich, ganzran- | 
dig, an den Stämmchen einseitig aufwärts gekrümmt. Obere Decklätter am Grunde etwas 
Weiter und mit einzelnen Zähnchen am Rande. 

Zart, zerbrechlich, moosartig, Aste nur 1—2” hoch. Blätter hellgrün. 


2. August, September. Auf nassen Sandhaiden, Hochmooren, sehr zerstreut. Am 


Hammerteich bei Wartenberg (Benes)! am Jeschken bei B. Aicha (Tacheci). Georgswalde | 

bei Schluckenau (Neumann)! Rumburg (Neum.). lm Erzgebirge von Seifen bis Platten | 
(Weicker). Im Böhmerwald: am Arbersee (Tausch)! Im Becken von Wittingau um Platz | 

u. S. w., häufig (Jechl, Leonhardi) ! | 

€) Sporangien am oberen Rande aufspringend, in endstindigen, gestielten oder ‚sitzenden | 

| Ahren, deren Deekblätter von den Stängellaubblättern auffällig verschieden, Blätter wie | 


unter a). | 


Í 
| 
] 
1 


14 Lycopodium. 


3. L. annotinum L. Stämmchen langkriechend, Aeste aufrecht oder aufstei- 
gend. Blätter lineal-lanzettlich, starr, glänzend mit stechender Stachelspitze, vorne 
kleingesdgt, wagrecht abstehend. Achren walzlich, dem Aste stiellos aufsitzend. Deck- 
blätter eideltaförmig, fein zugespitzt mit trockenhäutigem, unregelmässig gezähnten Rande. 

Äste 2—6” hoch. Ahren 1" lang, bleich strohgelb. 

2, Juli, August. In Wäldern, auf buschigen Lehnen der höheren Gebirgsge- 
genden, bisweilen auf die niederen Vorberge herabsteigend. Im Riesengebirgszuge ` Ric- 
sengrund, Aupa, Johannisbad (Op.). Wasserfall bei Haindorf bei Friedland (Tausch)! 
Georgswalde, Rumburg, Nixdorf (Neumann). Im Neuköniggrätzer Wald (Cenék)! Im Erz- 
gebirge: bei Tetschen, Teplitz (Winkler)! Rothenhaus, Platten (Reuss). Bei Karlsbad, 
Marienbad (Glückselig). Im Böhmerwald: an der Seewand (Purkyně)!  Dreisesselberg 
(Sternbg.) vom Schwemmkanal zum Plóckenstein (Jungb.). Bei Budweis (Jechl)! Rentsch 
bei Neu-Stra&ic ! 


4. L. clavatum L. Stämmchen weithin kriechend, Aeste aufsteigend, Blätter li- 
neal, ganzrandig, spitz, in eine lange lichte Haarspitze auslaufend, einwärts gekrümmt. 
Fruchtast 00 einen langen, mit zerstreuten, kleineren Blittchen besetzten, lährigen oder 
meist in 2—5 ährentragende Gabeläste getheilten Stiel verlängert. Aehren lang walz- 
lich. Deckblätter weich, bleichgelb, eifórmig, ausgebissen gezähnelt mit langer Haarspitze. 


4 Juli, August. In Wäldern gebirgigerer Gegenden auf Sandstein, Urgebirg die 
verbreitetste Art. Fehlt der näheren Prager Umgegend; erst um Schwarzkostelee, Kutten- 
berg, in den Bürglizer Wäldern, um Štiřín u. s. w. In Nordbóhmen schon im Leitme- 
rizer, Jungbunzlauer Gebirgsland, von da hin und wieder bis auf das Riesengebirge, und 
in die Böhm. Schweiz; im Erzgebirge, in Südböhmen und im Bóhmerwalde. 


d) Sporangien und Ähren wie unter c). Blätter der Stimmehen und ährentragenden Haupt- 
äste vielreihig spiralig, die der Nebenäste 4zeilig, sich kreuzend. 

5. L. complanatum L. Stiimmchen unter der Erde kriechend, Aeste aufstei- 
gend. Blätter lanzettlich, ganzrandig, die der stielrunden Hauptzweige gleichartig, ange- 
drückt oder etwas abstehend, die randständigen der plattgedrückten Zweige zusammen- 
gedrückt gekielt, breit herablaufend, einwärts gekrümmt, die oberen und unteren die- 
ser Zweige flach, angedrückt. Aehren zw 1—5 auf einem kleinblättrigen Stiele, selten 
fast sitzend. Deckblätter eiförmig, fein zugespitzt, ausgefressen gezähnelt. 

Aufsteigende Aste ohne Ahrenstiel 3—6*' hoch. 

a) genuinum. Stärker, hellgrün, Zweige fächerartig ausgebreitet, sehr platt. Blätter der 
Unterseite deutlich kleiner als die randständigen. Deckblatter mässig lang gespitzt. Ähren langgestielt. 

*) fallax. Ähren einzeln, unmittelbar dem diekbeblätterten Zweige aufsitzend. Wird 

mit L. alpinum verwechselt. 


b) chamaecyparissus (L. chamaecyp. Al. Br.). Etwas feiner, schwach bläulich grün ; 
Zweige büschelfórmig aufgerichtet, weniger platt, schmäler. Blätter der Unterseite kaum kleiner 
als die randständigen. Deckblätter der zarteren Ähren schmal und lang zugespitzt, die obersten 
schopfartig, leer. 

4 Juli, August. In Laub- und Nadelwäldern, auf bewaldeten Abhängen gebirgl- 
gerer Gegenden. a) Levin bei Auscha (Reuss). Rollberg! Kleis, Georgswalde (Neum.). 
Turnau (Dědeček). Neuköniggrätzer Wald (Čeněk)! Im Riesengebirge: Riesengrund (Kabl.)! 
Herschelsberg bei Nixdorf (Dittrich)! Im Erzgebirge: Platten, Rothenhaus, Petsch! Son- 
nenberg! Strobniz bei Osseg (Winkler)! Hauenstein (Opitz)! Im Böhmerwald: St. Thoma 
(Purkyně)! Blanskerwald (Jechl)! Bei Tučap (Bercht.)! Březina (Sternberg)! Votic (Maly), 
Humpolec (Steinreuter). Var. b) ist noch nicht sicher nachgewiesen, jedoch sehr wahr- 
scheinlich. 


6. L. alpinum L. Stämmchen auf der Erde kriechend, Aeste aufsteigend, dei 
scheligästig. Zweige stielrundlich oder etwas zusammengedrückt, aber nicht platt. Blät- 
ter lanzettlich, ganzrandig, halbstielrund gewölbt, zugespitzt, sich dachig deckent, 


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Selaginella. Pilularia. 15 


auch die vierzeiligen ziemlich gleichartig und gleichmässig abstehend. Aehren einzeln, 
sitzend. Deckblätter eilanzettlich, zugespitzt, ausgebissen gezähnelt. 

Aufsteigende Äste 1—3“ lang. Blätter matt grün. Ähren gelblich grün. 

2L August, Septemb. Auf grasigen Plätzen der hohen Kuppen und Kämme der 
Gränzgebirge. Auf dem Riesengebirge verbreitet: Weisse Wiese, Brunnberg, Koppenplan, 
Seifenberg, Teichränder (Opiz), Aupagrund, Ziegenrücken (Hänke). Im Erzgebirge bei 
3700° hoch auf der sächs. Grünze. Im Böhmerwald am Arber (Purkyné)! 


2. Selaginella Spring. 


1. S. ciliata Opiz (S. spinulosa Al. Br. Lycopodium selaginoides L.). Stämm- 
chen schwach, fädlich, kurz niederliegend, öfters rasig. Blätter lanzettlich und ellip- 
tisch, zugespitzt, von entfernten, abstehenden Zähnen feindornig-gewimpert, allseitig 
Spiralig, an den Stämmchen kleiner, entfernter, an den Aesten dicht gestellt, an den auf- 
steigenden Fruchtästen allmälig in die ähnlichen, grösseren, grösser bezahnten, blassen. 
Deckblätter übergehend. 

Sehr zart, freudig grün. Fruchtäste gelblich, 1—3” lang, zuletzt oft röthlich. 

2L Juli, August. Auf Grasplätzen, im Felsenschutte des Hochgebirges. Im Rie- 
sengebirge selten: Aupagrund (Hänke), Riesengrund (Tausch)! Rübezahlsgarten (Wimmer) 
Im Erzgebirge nur auf dem Fichtelberge (3800° hoch). 


5. Ordnung. Isoéteen Bartling. ` 


1. Isoëtes L. Brachsenkraut. Gattungscharakter wie der der Ordnung. 


1. I. lacustris L. Wurzelstock niedergedrückt, zuletzt 2lappig. Blätter 9— 4^ 
lang, lineal-pfriemlich, ziemlich steif und hart, dunkelgrün, kurz zugespitzt, innen quer- 
gefächert, mit spaltöffnungsloser Oberhaut. Schleier nur den obersten Theil der Frucht 
bedeekend, Sporen mit niedrigen, gebuchteten, hie und da anastomosirenden Höckern 
besetzt. 

2. Juli, August. Im Böhmerwalde am Grunde des Bystrizer (Deschenizer) und 
des Eisensteiner Sees (von Tausch entdeckt)! Am Ausflusse des grossen Teiches im Rie- 
Sengebirge (1865 von Milde entdeckt) ! 


6. Ordnung. Rhizocarpeen Bischoff. 


$ Pilularia L. Pillenkraut. Sporangienbehälter kugelig, gestielt, 4—2facherig, in 
—2 Klappen aufspringend, sowohl Sporangien mit Microsporen als solche mit Ma- 
erosporen in 4— 2 Häufchen auf wandständigen Längsleisten enthaltend. 


7 1. P. globulifera L. Stämmchen fadenfórmig, langgliedrig, kriechend, wurzelnd. 
Blätter binsenartig, fadenförmig-pfriemlich, aufrecht, in der Jugend spiralig eingerollt, 
freudig grün, 2— 4" lang. Sporangienbehälter blattwinkelständig, kugelig, aufrecht, sehr 
urz gestielt, aussen kurz zottig, 4fücherig, 4klappig, pfefferkorngross. Macrosporen mit 
einer Einschnürung über der Mitte. 

% Juli-—Septemb. In Wiesengräben, auf nassen Triften. Bei Leitomyschl unfern 


Psi mährischen Gränze (gesammelt vom Regimentsarzte Hähnel im Herb. von Knaf)! 
LUN Neilreich auch ein Exemplar aus Dóhmen ohne Standortsangabe im Herb. von 
` utterlík, 


IT. Abtheilung. 


Spermophyten oder Phanerogamen. 


Fortpflanzung durch Samen, d. i. durch Organe, die einen auf geschlecht- 
liche Art erzeugten Keim (Embryo) in sich einschliessen. 


П. Classe. Gymnospermen. 


Samen nackt, d. i. nicht von Fruchtblättern umgeben und eingeschlossen. 
Embryo mit 2— mehreren Keimblättern. 


1. Ordnung. Coniferen Juss. 


Blüthen 1- oder 2häusig, Männliche Blüthe kätzchenartig, aus zahlreichen Staub 
gefässen ohne Blüthenhülle bestehend. Samenknospen hinter offenen, freien, seltener ver- 
wachsenen. Schuppen einer zapfenfórmigen Blithe oder eines solchen. Bliithenstandes, sel- 
tener einzeln oder paarweise am Ende des Blüthenzweiges. Fruchtschuppen holzig oder 
fleischig. Immergrüne Hölzer mit meist nadelartigen Blättern (Nadelhölzer). 


Uebersicht der Gattungen: 


A. Blüthen 2häusig.  Staubgefässe schildförmig, auf der Unterseite mit mehreren 
herabhängenden Staubkolbenfüchern. Weibliche Blüthen einzeln. 


1. Taxus L. Weibliche Blüthe: ein aufrechtes, vom becherförmigen Discus umgebene® 
darunter von schuppenförmigen Deckblättern gestütztes Eichen, Samen beinhart, 
im beerenartigen, fleischig gewordenen Discus. | 
2. Juniperus L. Weibliche Blüthe aus 3—6 grossentheils verwachsenen, nur oben klāt- 


fenden, 1—3 aufrechte Samen enthaltenden Schuppen, am Grunde von schup- 
pigen Deckblättchen gestützt. Frucht becrenartig mit 1—3 beinharten Samen. 

Fä- 
9 


2 


В. Blüthen Ihäusig. Staubgefüsse schuppenförmig mit 2 aussen aufspringenden 
chern, in ein kamınförmiges Anhängsel verlängert. Eichen umgewendet, ZU 
hinter freien, von Decklättern gestützten holzigen Schuppen des Zapfens. 

3. Pinus Tournef. Männliche Blüthen zahlreich. ährig zusammengedrängt. Zapfenschuppel 
im 2, oder 3. Jahre reifend, holzig, an der Spitze verdickt und mit einem 80° 
buckten Schilde versehen, innen am Grunde ausgehöhlt. Samenflügel abfüllig. — 
Blätter zu 2—5 an ganz kurzen, gestauchten Zweiglein, am Grunde von einer 
Scheide trockenhiutiger Schuppenblätter umgeben ; die Zweiglein selbst aus de! 
Achsel sehuppenfórmiger Blättchen des verlängerten Zweiges. j 

4. Abies Tournef. Männliche Blüthen einzeln seiten- und endständig. Zapfenschuppen IM 
1. Jahre reifend, holzig oder lederartig, an der Spitze verdünnt, ohne Schild. 
Samen mit bleibendem Flügel. — Blätter an den verlängerten Zweigen, einzeln. 
spiralig stehend. 


Taxus — Pinus. 1 


isa 


1. Taxus L. Eibe. 


1. T. baccata L. Baum oder kräftiger Strauch mit wagrechten Ästen und 
Zweigen. Blätter lineal, spitz, oberseits glänzend «dunkelgrün, unterseits matt gelblich 
grün, zweiseitswendig. Blüthen an blattachselständigen Zweiglein endständig. Samenbecher 
Zuletzt im 1. Jahre saftig, scharlachroth. 


То März, April. Auf waldigen Bergabhängen, früher wohl mehr verbreitet. Bei 
Slap (Tausch)! und Nalzovie nahe der Moldau (Presl); daselbst soll ein ganzes Wäld- 
chen bestanden haben. Am Kuhberg bei Böhm. Leipa (Nenntwich)! Im Böhmerwalde 
(nach Presl). Auf dem Laurenzberg bei Prag (Opiz)! u. a. a. О. kultivirt. 


2. Juniperus L. Wachholder. 


| 1. J. communis L. Blätter zu 3 im Wirtel, lineal lanzettlich, nervig, starr; 

feinstachelspitz, oberseits mehr weniger blaubereift, seicht rinnig, unterseits mit stumpfem, 

tinnigen Kiele, am Grunde eingelenkt. Kätzchen blattwinkelständig, gelblichgrün. Frucht 

kugelig oder kugelig eifórmig, aus 3 fleischigen Schuppen gebildet, 3samig, im 2. Jahre 

reifend, schwarz, hechtblau pereift. 

Элу А. n tana Мей. Strauch meist 86 hoch! aufrecht, mit abstehenden Ästen, seltener 
artig bis 20° hoch. Blätter 4—10” lang, schmal, allmälig langzugespitzt. 

ў b) alpina Neilr. (J. папа Willd.) Niedriger, knorriger Strauch mit niederliegenden oder 
aufsteigenden Ästen. Blattwirtel mehr genähert, daher die Blätter dachig. Blätter nur 2—4 lang, 
breiter, plötzlich in die Stachelspitze zusammengezogen. 

1» April, Mai. b) Mai, Juni. Auf unfruchtbaren, besonders sandigen "riften, 
Maiden, steinigen Bergabhängen, als Unterholz der Nadelwälder im ganzen Gebiete bis 
auf das Vorgebirge verbreitet. b) auf den steinigen Kämmen des Isergebirges : Iserwiese 
(Siegmund) ! 


3. Pinus Tournef. Kiefer. 


1. P. silvestris L. Blätter gezweit, lauchgrün oder seegriin, später dunkel- 
Srün. Männliche Blüthen ährenförmig gehäuft. Zapfen deutlich gestielt, nach der 
Blüthe hakenförmig abwärts gebogen, eikegelförmig, glanzlos, grau; Deckblütter schon 
zur Blüthezeit bedeutend kürzer als die Zapfenschuppen. Schild rautenförmig mit 4—6 
vortretenden Strahlen. Nabel unten von einem vorspringenden Halbringe gebildet, glanz- 
los, Samen 3mal kürzer als der Flügel. 
geet ре Baum, bis 100‘ hoch, Krone dachig. Rinde sehr zerrissen, bräunlichgrün. Na- 

32" lang. (f Blüthen schwefelgelb. 

à 1o Mai. Bildet Waldungen im niederen Hiigellande, besonders auf Sandboden, in 
hüheren Lagen mehr vereinzelt. 


^ T 2. P. laricio Poir. (P. nigricans Host). Blätter gezweit, starr, schwärelich- 
grum, Männliche Blüthen kopfförmig gehäuft. Zapfen auch nach der Blüthe aufrecht, 
gererft fast wagrecht abstehend, cikegelformig, glänzend, gelbbräunlich. | Deckblütter 
Schon zur Blüthezeit weit kürzer als die Zapfensehuppen. Schild oberwärts bauchig an- 
Seschwollen, unterseits konkav. Nabel glänzend. 
Aufrechter Baum, 30—60' hoch mit schirmförmiger Krone, aschgrauer Rinde. 
t Mai, Juni, Wird nur sehr selten auf waldigen Bergen angepflanzt. Ehemals 
[iem Georgenberg bei Roudnie (Presl, Tausch)! Eine Gruppe auf dem Rollberge bei 
Niemes (Schauta) ! 
| З. P. montana Mill. Blätter gezweit, dunkel grasgrün. Zapfen fast sitzend, 
Später schief abstehend oder wagrecht, eiförmig oder länglich eifórmig, etwas glän- 
fend, yraulichbraun. Deckblitter zur Blüthezeit fast so lang als die Zapfenschuppen. 


9 
" 


18 Abies. 


Schild rautenförmig, gewölbt, 4kantig, zuweilen schnabelförmig vorgezogen. Nabel etwas 
eingedrückt, schwarz umschrieben, oft mit einem Stachel. Samen 2mal kürzer als der 
Flügel, 

Blätter starrer, dicker und meist kürzer als bei P. silvestris, cf Blüthen róthlieh. Blatt- 
spuren der Zweige weit vorragender, 

a) uncinata (P. uliginosa Neumann, P. uncinata Ram.). Zapfen eifórmig oder eilänglich, 
unsymmetrisch, nämlich die Schilder der Lichtseite vorgetriebener, bald hakig, stark zurückgebogen, 
bald nur höckerförmig, die der Schattenseite flacher. Bei uns meist als kleiner, schief aufsteigender 
gekrümmter Baum mit langen grundständigen, wipfeltragenden Ästen, ‚in höheren Lagen auch als 
strauchiges Krummholz, seltener als aufrechter Baum mit wagrechten Asten. 

b) pumilio (P. pumilio Haenke). Zapfen dunkelbraun, eikugelig, rundum symmetrisch. 
Schild als mässiger Buckel vorgetrieben, auf der Oberhälfte gewölbter. Krummholz mit knorrigen, 
vom kurzen Stamme aus hinliegenden und büschlig aufsteigenden Ästen. 

1» Mai, Juni. a) Auf Torfmooren des Vorgebirges, bisweilen in Südböhmen in 
der höheren Ebene. Nicht selten im höheren Erzgebirge zwischen 1600—8000’: bei 
Zinnwald, Sebastiansbere, Neuhauser Sechaide, zwischen Sonnenberg und Pressniz! Gottes- 
gab (Reiss)! Kieferhaide des Hauensteiner Reviers (Op.)! Im Böhmerwald: Kuschwarta 
(2500°), Filz bei Fürstenhut bei 3000° hoch (Purkyné)! Im Beeken von Wittingau bei 
1000—1200° (Purkyné)! b) Auf Mooren und auf trockenem. steinigen oder felsigen Gra- 
nitboden.des Hochgebirges, Auf den Kämmen der Sudeten um 4000— 4600! hoch, aul 
der Iserwiese bedeutend tiefer. Im Bóhmerwald: unter dem Seewandberge ca. 45004 hoch 
(Purkyné) ! 


4. Abies Tournef. 

a) (Abies Link) Staubbeutelfücher quer aufspringend. Zapfenschuppen im reifen Zustande 
lederartig, von den Deckblüttern erreicht oder überragt, auf der Innenseite flach, von det 
länger bleibenden Zapfenspindel nebst den Samen einzeln abfallend. Blätter flach; Blatt- 
narben rundlich. 

1. A. alba Mill. (Abies pectinata DC., Pinus picea L. Edeltanne.) Blätter lineal, 
vorn ausgerandet, oberseits dunkelgrün, glänzend, unterseits von zwei bläulich-weissen 
Längsstreifen | durchzogen, an den Hauptzweigen allseitswendie, an den Nebenzweigen 
kammförmig 2seilswendig. Zapfen länglich-walzlich, aufrecht, Zapfenschuppen sehr 
stumpf, angedrückt, von den lineal-keiligen, grannig zugespitzten Deckblüttern überragt: 

Baum 100—150' hoch, mit glatter, im Alter weissgrauer Rinde, pyramidal mit wagrecht 
abstehenden Ästen und flach ausgebreiteten Zweigen. 

1o Mai. Bildet in gebirgigeren Gegenden und im Vorgebirge kleinere Bestände, 
im Riesengebirge kaum über 3000“, im Böhmerwald über 3000/ hoch emporsteigend. 


b) (Picea, Larix.) Staubbeutelfücher der Länge nach aufspringend. Zapfenschuppen im reifen 

Zustande holzig, die Deckblütter weit überragend, auf der Innenseite ausgehöhlt, an „де 

Spindel verbleibend und zuletzt mit ihr abfallend. Blätter vierkantig oder niedergedrückt 

3kantig, Blattnarben rautenförmig oder 3eckig. 

2. А. picea Mill. (Pinus abies L., Picea excelsa Link, Fichte). Blätter 24 
sammengedrückt Akantig, stachelspitz, dunkelgrün, an den Zweigen zerstreut oder 
nach oben einseitswendig, entfernt, ausdauernd. Zapfen länglich-walzlich, herabhängend. 
Zapfenschuppen vorn ausgefressen-gezähmelt. 

Baum 100—150' hoch, mit borkig „schuppiger, röthbrauner Rinde, kegelförmiger Krone 
wagrechter Äste und theils herabhängender Ästehen. 

f Mai. Bildet ausgebreitete , herrschende Bestände in gebireigeren Gegenden, 
reicht im Hochgebirge der Sudeten bis an die Gränze des Baumwuchses. 


3. A. larix Lam. (Pinus larix L., Lärche). Blätter fein lineal, weich, hellgrün, 
im Winter abfällig, an gestauchten Zweiglein zw 15—30 im Büschel, an den verlän- 
gerten jungen Trieben einzeln, entfernt, Zapfen eiförmig, gestielt, etwas zurückgebogen- 
Zapfenschuppen stumpf, 


Abies, 19 


Ў „Baum, 20—100“ hoch, mit braunrother im Alter grauer und etwas rissiger Rinde, pyra- 
midaler Krone, bogenförmig gesenkten Zweigen. Zapfen 1“ lang. 

1» Mai. Wird in kleineren Beständen und gruppenweise in Wäldern des Hügel- 

landes und Gebirgslandes kultivirt. Ganze Bestände z. B. in den Smetnoer Waldungen. 


III. Classe. Monocotylen. 


Samen von einem Fruchtknoten eingeschlossen. Embryo mit einem schei- 
denförmigen Keimblatt, selten (bei Orchideen) ohne Keimblatt. Gefüssbündel im 
Stamme (oder Stängel) zerstreut, nicht in einen Cylinder geschlossen, daher keine 
scharfe Trennung von Rinde und Mark. Scheidenbildung der Blätter gegen die 
Spreitenbildung vorherrschend; Spreiten parallel- oder bogenrippig, selten tief ge- 
theilt oder zusammengesetzt. Plüthenkreise vorherrschend 3gliedrig. 


Uebersicht der Ordnungen: 


A) Perigon fehlend oder unvollkommen, scheidenförmig oder aus unterständigen Haaren oder 
Schiippchen gebildet (bei Acorus etwas vollkommener). 
a) Untergetauchte oder schwimmende Wasserpflanzen. Blüthen einzeln oder in Aehren. 


8. Lemnaceen Link. Blattartige, schwimmende Stängelglieder. Blüthen zwittrig, 
einzeln aus dem Rande der Glieder hervorkommend, Blüthenhülle krugfórmig. Staubge- 
füsse 9 mit kugeligen Antherenfüchern. Fruchtknoten einfächerig, 2—4eiig, mit einfachem 
Griffel. Samen mit Eiweiss. 

9. Najadeen A. Rich. Stängel mit untergetauchten, durchscheinenden und bis- 
Weilen auch mit schwimmenden, lederartigen Blättern. Blüthen zwittrig oder eingeschlech- 
tig, einzeln oder in Ähren. Perigon fehlend oder röhrig-scheidig. Staubgefässe 1— 4. Stempel 
einer oder mehrere, leiig. Samen eiweisslos. 

b) Sumpf- oder feuchteliebende Pflanzen. Blüthen in dicken Kolben, ohne Spelzendeckblätter. 

10. Aroideen Juss. Pflanzen mit grundständigen Blättern, Schaft mit endständi- 
gem, von einem grossen Deckblatt gestützten oder von einer Scheide eingehülltem Kolben. 
Blüthen eingeschlechtig oder zwittrig, ohne oder mit mehrschuppigem Perigon. Staubge- 
fisse zahlreich oder so viel als Perigonschuppen. Fruchtknoten ein- oder mehrfächerig, 
2- oder mehreiig. Samen mit Eiweiss. 

11. Typhaceen DC. Sumpf- und Moorpflanzen mit grasartigen, offenscheidigen 
Blättern. Blüthen einhäusig, männliche und weibliche in besonderen walzigen oder kuge- 
ligen Kolben. Perigon aus 3 oder mehreren Schüppchen oder Borsten, oder fehlend. Staub- 
gefüsse 1—3 mit fadenformigen Trägern. Fruchtknoten mit 1 hängenden Eichen, einfachem 
Griffel. Frucht ein Nüsschen. Samen mit Eiweiss. 

€) Gräser und Halbgrüser. Blüthen von spelzenartigen Deckblittern eingehüllt, einzeln oder 
in Achrchen. 

12. Gramineen Juss, Echte Gräser mit knotig gegliedertem Stängel (Halm). Blät- 
ter längsnervig mit verlängerten, meist offenen (gespaltenen) Scheiden und mit Blatthäut- 
chen. Allgemeine Blüthenstände, Ähren, Trauben oder Rispen, aus Einzelblüthen oder 
Alirchen zusammengesetzt. Die meist zwittrige, selten eingeschlechtige Blüthe umschliesst 
Cine, bisweilen begrannte Deckspelze, (palea exterior, inferior), in deren Achsel die eigen- 
tliche Blüthenaxe meist mit einer kleineren, zarteren, 2nervigen Vorspelze (palea interior, 
Superior) entspringt. Unter der Einzelblüthe oder dem Ährchen stehen meist 2, seltener 
oder mehrere sterile Hüllspelzen (glume). Eigentliches Perigon aus 2—3 winzigen 
Schiippehen (lodieulae). Staubgefiisse 3, seltener 2—6 mit fädlichen Trägern. Frucht- 


Onten eineiig; Griffel und Narben 2, selten 1. Samen mit grossem mehligen Eiweiss. 
oi 


1 
{| 
il 


13. Cyperaccen Juss. Rietgräser. Stängel nicht knotig, nur am Grunde beblättert. 
Blätter längsnervig mit geschlossenen Scheiden, häufig ohne Blatthäutehen. Blüthen zwit- 
trig oder eingeschlechtig in einzeln endständigen oder zahlreichen, verschieden zusammen- 
gestellten Ahrchen; jede Blüthe mit Deckspelze, aber stets ohne Vorspelze, am Grunde 
der Ährchen häufig sterile Hüllspelzen. Perigon fehlend oder aus unterständigen Dorsten 
bestehend. Staubgefüsse 3—1. Fruchtknoten eineiig, Griffel mit 2—3 Narben. Samen mit 
grossem Eiweiss. 

D) Perigon vollständig, 6blittrig, seltener 4— Sblüttrig, unterständie. 
a) Fruchtknoten einer, ungetheilt, Frucht eine Kapsel oder Beere. 

14. Juncaceen Agh. Blüthen zwittrig. Perigon Gblittrig, aus spelzenartigen, am 
Rande trockenhäutigen Blättchen. Staubgefiisse 6 oder 3. Fruchtknoten 3 —1füehrig mit 
3— vielen Eichen. Kapsel 3klappig. Samen mit Eiweiss. 

15. Liliaeeen DC. Blüthen zwittrig oder durch Fehlschlagen eingeschlechtig. Pe- 
rigon Gblättrig, seltener 4—-8blüttrig, blumenkronenartig oder selbst doppelt, frei oder 
verwachsenblättrig. Staubgefässe 6 (oder 4-8) perigon- oder bodenständig, l'ruchtknoten. 3- 
(seltener 2—4-)füchrig mit 1—mehrreiigen Fächern. Kapsel oder Beere. Samen mit Eiweiss: 

b) Frucht aus mehreren, freien oder theilweise zusammengewachsenen Carpellen. bestehend, 
oder eine Spaltfrucht. 

16. Colchicaceen DC. Blüthen zwittrig oder polygamisch. Perigon blumenkro- 
nenartig, Oblüttrig oder 6theilig, Staubgefiisse 6, perigonstündig. Fruchtknoten 3, vieleiig, 
mehr weniger verwachsen. Kapseln am Innenrande aufspringend. Samen am inneren Win- 
kel, mit Eiweiss. 

17. Butomaceen Rich, Blüthen zwittrig. Perigon Oblüttrig, äussere Blätter mehr 
weniger kelchartig, innere kronenartig. Staubgefiisse 9 und mehrere, bodenstündig. Frucht- 
knoten 6—mehrere, theilweise zusammengewachsen, vieleiig. Eichen die ganze Innenwand 
der Fruchtknoten bedeckend. Kapseln innen aufspringend, Samen ohne Eiweiss, 

18.Juncagineen Rich. Blüthen zwittrig. Perigon Gblüttrig, gleichformig, etwas 
gefärbt. Staubgefüsse 6, bodenstündig. Fruchtknotenfücher am Grunde oder auch vollstün- 
dig verwachsen, 1—2eiig. Frucht aus 3—6 einsamigen, oberseits freien oder verwach- 
senen und dann von einer Mittelsäule zuletzt sich ablösenden, innen aufspringenden 
Fächern. Samen ohne Eiweiss, 

19. Alismaceen Juss. Blüthen zwittrig oder eingeschlechtig. Kelch 3blättrig. 
krautig. Blumenblätter 3. Staubgefiisse bodenständig, 6—-viele. Fruchtblätter fast ganz 
frei, 6— viele, 1—-2eiig. Sehliessfrüchte. Samen ohne Eiweiss. 

C) Perigon vollständig, Gblittrig, oberständig. 

20. Hydrocharideen DC Blüthen 2häusig, vor dem Aufblühen von einer 1—-2- 
blättrigen Scheide eingeschlossen. Kelch und Blumenkrone Зао. Staubgefüsse 3 oder 
viele, die äusseren oft steril, Fruchtknoten 1—mehrfächerig, vieleiig. Narben 3-6. 
Frucht beerenartig, innen breiig. Samen ciweisslos. — Sehwimmende oder untergetauchte 
Wasserpflanzen. 

21. Orchideen L. Blüthen zwittrig, meist in deckblütterigen Achren od. Trauben. 
Perigon blumenkronenartig, Gblittrig, unregelmässig: die 3 äusseren und 2 inneren Blätt- 
chen meist ziemlich gleichgestaltet, das dritte innere (Lippe) lippenartig gebildet, öfter 
gespornt. Staubgefüsse der Anlage nach 3, einem Säulchen aufsitzend, welches auf der 
vorderen oberen Seite die Narbe als ein drüsig-klebriges Grübehen und über dieser oft 
einen Fortsatz (den Schnabel) trägt. Meist nur der mittlere 2ficherige Staubkolben ent- 
wickelt, die seitlichen. verkrümmert oder blättchenartig umgewandelt, selten umgekehrt. 


Fruchtknoten cinfiicherig, Eichen viele auf 3 wandständieen Samenträgern. Kapsel fenster ` 


artig 3klappig. Samen sehr klein, eiweisslos. 

22. Irideen Juss. Blüthen zwittrig. Perigon Oblüttrig, kronenartig. Staubgefüsse 
3, perigonstündig, Staubbeutel auswürts aufspringend. Fruchtknoten 3 ücherig, vieleiig. Nar- 
ben 3. Kapsel fachspaltig 3klappig, Samen mit. Kiweiss, 


Lemna, Telmatophace. 91 


> 


23. Amaryllideen R. Brown. Blüthen zwittrig. Perigon 6blättrig oder 6spaltig, 
Ironenartie, Staubgefässe 6, Staubbeutel einwürts aufspringend. Fruchtknoten öfächerig, 
vieleiig. Ein Griffel mit ungetheilter oder 3lappiger Narbe. Kapsel fachspaltig 3klappig. 
Samen mit Eiweiss, 


8. Ordnung. Lemnaceen Link.  (Wasserlinsen.) 
Uebersicht der Gattungen: 


I. Lemna Scheid. Fruchtknoten leiig, mit verlängertem Griffel.. Frucht nicht auf- 
springend, nüsschenartig. 

2: Tolma tophace Schleid. Fruchtknoten‘ 2-vieleiig, mit sitzender Narbe, Frucht 
(wenigstens bei T. gibba) eine ringsumaulspringende Kapsel. 


1. Lemna Schleiden, 


L. trisulea L. Glieder seicht untergetaucht, durchscheinend, später trüb- 
grün, wi oder lanzettlich, spitz, an einem nde sticlartig verschmälert, mit je 
einer. Wurzelfaser. 

April, Mai. In stehenden Gewässern verbreitet. Um Prag bei Vršovic, 
Vysočan u. s. w. 


2. L. minor L. Glieder schwimmend, lederartig, hellgrün, verkehrt eiförmig 
oder elliptisch, beiderseits flach, mit je einer Wurzelfaser. 
2) Mai, Juni. In stehenden Wässern die gemeinste Art. 


Telmatophace Schleiden em. 


T. gibba Schleid. (Lemna gibba L.). Glieder verkehrteiförmig, unterseits von 
einem im M n Zellgewebe polsterartig gewölbt mit e einer Wurzelfaser. 
^ 2. Mai, Juni. In stehenden Wässern, nicht häufig. Um Prag: Košíř! Velesla- 
Vn (Op. Vršovic! Dusnik vor Deraun!. Cáslau (Seidl). d. andeis (Sekera). Stefans- 
überfuhr (Ty ausch)! Pardubic (Hänke)! Leitmeriz (Hack.)! Niemes (Schauta). Brüx (Štika). 
Rothenhaus (Roth). Pritschapel (Reuss). Budweis (Jechl)! 


T. polyrrhiza Godron (Lemna pol. L.). Glieder rundlich verkehrteiförmig, 
beiderseits flach, unterseits oft geröthet, mit je einem Büschel von 6—7 Wureelfasern. 
Frucht; unbekannt. 

2, Mai, Juni. Auf stehenden und langsam fliessenden Wässern nieht häufig. 
Baumgarten bei Prag (Seidl).  Stefansüberfuhr (Tausch)! Brandeis, Cáslau, Pardubi 
(Op.). Jaromíti (Knaf)! Jungbunzlau!  Münchengrätz! Niemes (Lor.)! Schiessnig bei B 
Leipa (Watze 1)! Schlossteich bei Schluckenau (Karl) ! Tetschen (Malin.)! Dux! Schlacken 
Werth (Reiss)! Тері! Eger (Palliardi) ! Budneis (Jechl)! Tabor (Seidl). 


9, Ordnung. Najadeen A. Rich. 


Uebersicht der Gattungen : 
a) Fruchtknoten einer. 
1. Najas p, Blüthen zweihäusig, einzeln in den Blattwinkeln. Perigon der cj Blüthe 
röhrig-haubenförmig, oben 2—3spitzig, geschlossen, zuletzt zerreissend, 1 Staub- 
gefüss einsehliessend. Staubkolben sitzend, 4fächerig, mit 4 Klappen aufspringend: 


90 Najas — Potamogeton, 


2. Caulinia Willd. Blüthen einhäusig, meist gehäuft in den Blattwinkeln. Perigon der 
cj Blüthe röhrig, in der Mitte bauchig, oben offen und gezähnelt, 1 Staubge- 
fäss einschliesend. Staubkolben auf kurzem Träger elliptisch, einfächerig, zerreissend. 


D 


b) Fruchtknoten mehrere, meist 4 in einer Blüthe. 
3. Zanichellia L. Blüthen einhäusig. cj Blithe: 1 nacktes Staubgefäss, einzeln oder 
mit der © Blithe beisammenstehend. Perigon der Q Blüthe häutig, kurzglockig, 

fast schirmfórmig. 


4. Potamogeton L. Bliithen zwittrig, in Aehren. Staubgefässe 4, mit nach aussen 
schuppenfórmig vergrósserten, die Staubkölbehen anstatt des fehlenden Perigons 
überdachenden Connektiven. Nüsschen steinfruchtartig. 


1. Najas L. 


1. N. marina L. (N. major Roth). Stängel gabelspaltig-ästig, oft mit zerstreuten 
kleinen Stacheln. Blätter gegenständig, lineal, buchtig fein dornig-gezähnelt, nicht zurück- 
gekrümmt, freudiggrün, durchscheinend, am Grunde mit ganzrandiger Scheide. Früchte 
eilänglich, ungestreift, feingrubig, von 3 Griffeln gekrönt. 

©) oder 2 ? August, September. In Tümpeln an der Elbe. Bei Tetschen in 
einer durch Flussregulirungsbauten abgesperrten Lacke 1857 von Malinský gefunden!; 
bei Roudnic nächst Védomic (Reuss jun. 1861)! 


2. Caulinia Willdenow. 


1. C. fragilis Willd. (Najas minor AIL). Stängel gabelspaltig-ästig, zerbrechlich, 
ganz glatt. Blätter gegenständig, lineal-borstlich, ausgeschweift fein dornig-gezähnelt, 
zurückgekrümmt, dnrchscheinend, am Grunde mit wimperig-gezähnelter Scheide. Früchte 
cylindrisch-lanzettlich, längsgestreift, von 2 Griffeln gekrönt. 

Viel feiner als Naj. marina, gewöhnlich mit einer Kalkkruste überzogen. 

С) August, Septemb. In Tümpeln an der Elbe bei Roudnic nächst Vödomie 
mit Najas marina, doch weit seltener (1861 von G. Reuss jun. entdeckt)! 


3. Zanichellia L. 


1. Z. palustris L. (Z. dentata Willd). Stängel gabelästig, füdlich. Blätter an 
sterilen Stängeln zweizeilig abwechselnd, an fruchtbaren zu 2—3, schmallineal, fast haar- 
dünn, ganzrandig, hellgrün, Nebenblattscheide blattgegenständig. Staubkolben 2fächerig, 
(selten 4fächerig). Früchte 2—6, doldenartig beisammen, kürzer oder länger gestielt, ZU 
sammengedrückt, gekrümmt, ringsum oder nur am Rücken mit schmalem, schweifig 86 
kerbtem Kiele, zuletzt gespreizt; ihre Griffel halb so lang oder länger mit ovaler, schie- 
fer Narbe. 

Fluthet in tieferem, wurzelt in seichterem Wasser, 

2, Juni—Septemb. In stehenden und fluthenden Wässern, nicht häufig. Um 
Prag: Bach bei St. Prokop! Baumgarten (Tausch)! Ounötie (Presl) Dejvie, Kopanina 
(Opiz)! Dusnik vor Beroun! Kl. Paleé bei Schlan (Knaf) ! Bei Roudnie zwischen Hracho- 
lusk und Podlusk (Reuss)! Lovosic (Hackel), In der Iser bei Münchengrätz (Sekera). 


4. Potamogeton L. Laichkraut. 


A) Blätter simmtlich gegenständig, untergetaucht. 


1. P. densus І, Blätter lanzettlich bis elliptisch, stängelumfassend, am Rande 
rauh, oft zurückgekrümmt. Nebenblätter häutig, kurz, 2öhrig, meist nur an gabelstándi- 
gen Blättern, Achre sehr armblüthig, kugelig, auf kurzem, dem Gabelspalt entspringen“ 


Potamogeton, 23 


den Stiele, Früchtehen schief verkehrteiförmig, zusammengedrückt mit gekrümmtem 
Schnabel, am Rücken scharf gekiclt. 

2 Juli, August. In stehenden und fliessenden Wässern, bisher nur an der Elbe 
bei Elbekostelee, Bohdaneč (Tausch)! Pardubic (Cenék)! Theusing (Wagner)! 


D) Blätter abwechselnd, nur die gabelständigen fast gegenständig, sämmtlich untergetaucht. 

Dlattspreite einer gerollten Scheide aufsitzend, Nebenblatt wie ein Blatthäutchen aus der 

Scheide entspringend. 

2. P. pectinatus L. Stängel zusammengedrückt, mit Blattbüscheln in den Blatt- 
winkeln. Blätter lineal oder borstlich, etwas dicklich, wenig durchsichtig, Inervig mit 
deutlichen zum Rande verlaufenden Querrippen. Achren anfangs dicht, dann mit sehr 
entfernten Dlüthenpaaren, langgestielt. Früchte fast halbkreisförmig, kurz bespitzt, 
etwas zusammengedrückt mit flachen Seiten, am Rücken stumpf, schwach gekielt. 

Blätter dunkelgrün. Früchte gross, 11^ lang. 

2} Juli, August. In stehenden und fliessenden Wässern, hie und da zerstreut. 
Um Prag: Šárka (Presl, Kratzm.)! Ounétie (Op.), Pakomerie (Hofm.)! Břežan u. Zlatník 
(Fieber), Cáslau (Opiz)!, Tousim (Tausch)! Obristvi (Póch)! Mrdlina bei Nimburg (VSe- 
tečka)! Zwischen Podöbrad u. Chlumec (Ruprecht), Bohdaneč (Mann), Pardubic (Op.), 
Védomie bei Roudnic (Reuss)! Leitmeriz (Bercht.) Reichstadt (Hockauf), Tepliz (Op), 
Prasetic (Reuss). Turnau! bei Aussig! Seidschiz und Kummern (Pohl) Strahn an der 
Eger (Hofm.)! 


C) Blätter abwechselnd, nur die gabelständigen gegenständig, scheidenlos, das Nebenblatt 
als tutenförmige vom Blatte ganz gesonderte Scheide. : 
a) Blätter sämmtlich genau lineal, flach, am Rande glatt, sitzend, untergetaucht. 
«) Stängel etwas zusammengedrückt mit abgerundeten Kanten. Blätter 1—dnervig. 


З. P. trichoides Cham. & Schl. (P. condylocarpus Tausch!) Blattbiischel in 
den Achsen der Stängelblätler. Blätter feinlineal oder fädlich, lang und fein zuge- 
Spitzt oder haarspitzig, 7— nervig, die Seitennerven meist verwischt. Aehren 4--Sblüthig, 
kurz, locker, 2—3mal kürzer als ihr Stiel. Früchte halbkreisrund, auf dem fast geraden 
Dinenrande unten mit einem spitzen Hocker, auf dem Rückenkiele klein-wanzig gekerbt, 
öfter mit Höckern auf den Seitenflächen. 


bild Stängel haardünn. Früchte etwas grösser als bei folgendem, normal nur eine von 4 sich 
ausbildend 


? Juli, August. In stehendem und fliessendem Wasser sehr selten. Um König- 


Saal (Tausch)! Um Prag (Ruprecht)! Nach Fieber auch bei Tuéap (Bercht.) und Lovo- 
Sle. Landskron (Erxleben)! 


4. P. pusillus L. Keine Dlattbüschel in den Blattachseln. Blätter schmale 
bis borstlich, spitz bis haarspitzig, 3—Önervig mit wenigen, schwachen Quer- 
adern. Achren 4 —8blüthig, kurz, etwas locker, auf 2—3mal längerem Stiele. Früchte 
rhombisch elliptisch, am Innenrande ohne Hocker, am Rücken gekielt, nicht gekerbt, 
kurz, dick bespitzt. 


lineal 


Achren fein, Früchte sehr klein. 
œ) latifolius (P. compressus Mert. & Koch, Fieber). Blätter 1“ breit, meist 5nervig mit 
zahlreicheren Verbindungsästen. 
P) angustifolius (P. pusillus et Berchtoldi Fieber). Blätter nur etwa 4 breit, meist 
3nervig, Mittelrippe bald dick, einfach, bald mit 2—4 Seitenästen. 
y) tenuissimus. Blätter fast borstlich, meist eiunervig. 
м 2. Juli, August. In Tümpeln, Bächen, 8) im Gebiete verbreitet, @) bei Lissa 
(Tausch). Niemes (Lor.). Künigsaal (Hofm.)! 


5. P. obtusifolius Mert. & Koch. (P. compressus Presl fl. éech.). Blätter lineal, 
stumpf, kurz feinspitzig, 3--5nervig. Achren 6— 8blüthig, kurz, dicht, auf eben so 


24 Potamogeton, 


langem Stiele. Früchte schief elliptisch, beiderseits gewölbt, vorne ohne Höcker, am 
Rücken stumpfgekielt, nicht gekerbt, kurz bespitzt. 

Einem grossen P. pusillus ähnlich. Blätter 1% breit, Mittelnerv breit, hell. Früchte 
grösser, 1’ lang. 

2 Juli, August. In Teichen hie und da, selten, Lissa (Tausch). Chlumec (Rup- 
recht). Pardubic (Opiz). Parkteich bei Niemes (Lorinser)! Duxer Teiche (Reuss)! Kom- 
merer See (Prof. Reuss)! Franzensbad (Helfer)! Teich Pokoj bei Tučap (Bercht.). Platz 
an der Neuhauser Chaussee (Leonh.)! 

В) Stängel und Aeste plattgedrückt, zweischneidig. Blätter fein vielnervig; 2—4 Seitenner- 
ven stärker vorragend, der Mittelnerv am stärksten. 


6. P. acutifolius Link. Blätter lineal, spitz und in eine feine Stachelspitze 
zugespitzt. Achren 4—sblüthig, fruchttragend kugelig, sehr kurz, so lang oder 
wenig kürzer als der Stiel. Früchte halbkreisrund, mit flachen oder etwas eingedrück- 
ten Seiten, auf dem Innenrande fast gerade, über dem Grunde mit spitzem Höcker 
und mit hakenförmigem Schnäbelchen, auf dem Rückenkiel kleinkerbig -warzig. 

Schwächer als der folgende. Blätter nur etwa 1” breit. Früchte denen des Р. trichoides 
ähnlich, doch grösser. 

2, Juli. August. In stehenden und fliessenden Gewässern, hie und da. Lissa, 
Elbekostelec (Tausch). Stefansüberfuhr (Ruprecht)! Mrdlinabach bei Nimburg (Všetečka)! 
Pardubic (Op.). Bohdaneč (Cenék)! Zwischen Jaroměř und Josefstadt (Knaf)! Steinmühl- 
teich bei Kleinoujezd bei Tepliz (Reuss). Schlackenwerth (J. Reiss)! Bei Tloskau ber. 
Kreis’an der Strasse gegen Steinüberfuhr (Bercht). Bei Budweis am Wege nach Leit- 
novic (Jechl)! Таҝ̆ар (Bercht.) ! 


7. P. compressus L. (P. zosteraefolius Schum.). Blätter lineal, stumpf mit kur- 
zer Stachelspitze. Aehren walzlich, dicht, 10—300lüthig, mehrmal kürzer als der Stiel. 
Früchte schief elliptisch mit endstündigem, stumpfen, kurzen Schnäbelchen, am Innen“ 
rande gerundet ohne Höcker, am Rücken stumpf. 

Von allen der Abtheilung a) die kräftigste Art Blätter 14° breit. 

2, Juli — August. In stehenden und langsam fliessenden Gewässern, sehr selten. 
An der Elbe bei Brandeis (Fieber). Franzensbrunn (Beilschmidt) ? 

b) Blätter lineal-lànglich, lanzettlich bis breiteifórmig, sitzend oder gestielt, am Rande wellig, 
die obersten bisweilen lederartig. 

«) Blätter sämmtlich mit abgerundetem oder stängelumfassenden Grunde sitzend, siümmtlich 
untergetaucht, durchscheinend. Achrenstiele gleich dick. 


8. P. crispus L. Stängel ästig. Blätter lincal-länglich, stumpf oder spitz, am 


Rande stark welliggekraust, fein dorniggesägt, mit abgerundetem Grunde sitzend. 
Achren kurz, armblüthig. Früchte schiefeiförmig, langschnäbelig, am Rücken gekielt. 

Blätter dunkelgrün, öfter rothbraun. 

U. Juni— August. In stehenden und fliessenden Gewässern, in niederen und 
gebirgigeren Gegenden verbreitet, die gemeinste Art. 

9. P. perfoliatus L. Stängel einfach oder etwas ästiy. Blätter breit eiformls, 
länglich oder länglich-lanzettlich, herzförmig stängelumfassend, stumpf, ohne Stachel- 
spitze, am Bande feingezähnelt-rauh. Achre walzig, dicht, vielblüthig. Früchte schief- 
eiförmig, kurz bespitzt, am Rücken stumpf. e 

Stängel reichbeblättert, Blätter starr. Nebenblattscheiden weichhäutig, sehr vergünglich. 
Früchte 1° lang. 

4, Juli, August. In stehenden und fliessenden Gewässern, in den nieder 
gebirgigen Gegenden verbreitet, doch nieht gemein. Am häufigsten in den Elbegegenden : 
Stefansüberfuhr, Celakovic, Tousim, Podébrad, Nimburg, Leitmeriz, Roudnic, Tetschen = 
In Nordbóhmen:  Niemes, Neuschloss leitm. Kreis; am Hammerteich bei Wartenberg: 
Reichstadt! Böhmisch-Aicha (Hofm.)! Georgswalde (Neum.). Reichenberg (Richter). 


en und 


Potamogeton, 25 


10. P. praelongus Wulf. Stängel véeldstig, hin und hergebrochen, Blätter aus 
breitem halbstängelumfassenden Grunde verlängert länglich, stumpf kappenförmig, ohne 
Stachelspitze, am Rande glatt. Achren walzlich, dicht, vielblüthig. Früchte schiefeiför- 
mig, kurz- und breitbespitzt, am Rücken scharf gekielt. 

Nebenblattscheiden breit und kurz, blassgrün, dauernd.  Aehrenstiele verlängert, 4—1’ 
lang. Früchte sehr gross, 2“ lang. 

? Juli, August, In Teichen und langsam fliessenden Gewässern der gebirgigeren 
Y У D moet DH т. D 4 
Gegenden selten. Plou@nicer Teich bei Niemes (Schauta)! Friedland (Walter)! Um Fal- 
kenau und bei Karlsbad in der Tepl und Eger (Ortmann). 

p) Blätter sämmtlich oder doch die obersten kürzer oder länger gestielt, die unteren wenig- 
stens mit verschmälertem Grunde sitzend, am Rande rauh. Achrenstiele am Grunde 
dünner nach oben verdickt. Achren walzig, vielblüthig. 


11. P. lucens L. Blätter sämmtlich untergetaucht, durchscheinend, eifórmig, 
länglich oder lanzettlich, stachelspitz, bisweilen in eine lange, hornartige Spitze auslau- 
fend, in den kurzen Blattstiel verschmälert, fein dornig gesägt. Früchte schief ei'órmig, 
kurzbespitzt, mit stumpflichem, schwach gekieltem Rücken. 

‘ Blätter freudiggrün, breit, glänzend. 

4. Juli, August. In stehenden und langsam fliessenden Wässern, hie und da 
häufig. Um Prag: Botiébaeh (Hofmann)! Ounétic! Unhošť (Rupr.)! Choteé! Kénigsaal ! 
Dfezan (Fieb.). Melnik (Presl). Stefansüberfuhr (Hofm.)! Elbekostelec (Tausch)! Nimburg 
(Všetečka)! Oáslau (Ор.). Kačina (Реј)! Bohdaneč (Op.)! Dašic! Landskron, Jičín! 
Hammerteich bei Niemes (Lorius.)! Neuschloss (Hack.)! Dauba (Reuss)! Peruc, Budín, 
Doxan, Lovosic! Osseg (Thiel). Schlackenwerth, Sobéslau (Bercht.)! Krumau (Jungb.). 
Moldautein (Bayer)! 


12. P. gramineus L. (P. heterophyllus Schreb.). Blätter untergetaucht, lineal- 
lanzettlich bis lanzettlich, mit verschmälertem Grunde sitzend, fein dornig gezähnelt, 
die obersten gestielt, bisweilen schwimmend und lederartig, lanzettlich bis eiförmig. 
Früchte sehiefeifórmig mit breitem, stumpfen Rücken. 

€) graminifolius. Blätter alle untergetaucht, lanzettlineal, sitzend, fluthend. 

Ё) heterophyllus (P. heterophyllus Fries). Untergetauchte Blätter kürzer, 1“ lang, 
lanzettlich, etwas starr, zurückgekrümmt, die oberen meist schwimmend. 

y) Zizii Koch (P. Zizii Cham. u. Schlecht). Untergetauchte Blätter verlängert lanzettlich, 

bis 3“ lang, oft sehr stark wellig; Pflanze viel stärker als von f. 

2 Juli, August. In Teichen und langsam fliessenden Wässern selten. (3) Obri- 
ství (Hofm.)! Teich Rozkoš bei Bohdaneč (Op.)! Pardubie (Op.). Ellernteich bei Lands- 
kron (Erxleben). Reichstadt (Hockauf). Tepl (Konrad). Schlackenwerth (Glückselig). Strahn 
an der Eger (Hofm.)! y) Bohdaneč (Cenék, Opiz)! 


Anmerk. Nach Fieber kommt P. nitens Weber in den Teichen zwischen Podebrad 
und Chlumec (Ruprecht) und bei Bohdaneč (Opiz) vor. Ich habe diese norddeutsche Art aus 
Böhmen nicht geschen, auch hat sie Opiz selbst in seinem Seznam nicht. Sie unterscheidet sich 
von P. gramineus hauptsächlich durch halbstängelumfassende untere Blätter, 


y) Blätter sämmtlich oder doch die obersten länger oder kürzer gestielt, die unteren wenig- 
stens mit verschmälertem Grunde sitzend, am Rande glatt, die oberen stets oder doch 
häufig schwimmend und lederartig. Achrenstiele gleichdick. 


13. P, rufescens Schrad. (P. alpinus Balb., P. purpurascens Seidl). Untere 
Blätter untergetaucht, verlängert lanzettlieh oder länglich lanzettlich, beiderseits ver- 
Schmälert, sitzend oder undeutlich gestielt, die obersten zuweilen schwimmend, ver- 
kehrt länglich-eiförmie, etwas lederartig, in einen kurzen Dlattstiel keilig ^ verschmálert. 
Prüchte am Rücken geschärft себеі. 

Blätter meist rothbräunlich. Früchte 11—2'" lang. 

% Juli, August. In stehenden oder langsam fliessenden Wiissern, in Gräben. 


26 Acorus, 


Bei Königsaal (nach Opiz)? Zwischen Tloskau und der Steinüberfuhr (Seidl). Chraster 
Flur bei Jaroméf (Knaf)! Böhm.-Aicha (Op.). In der Iser (Tausch). Hirschberg (Tausch) ! 
Niemes (Schauta)! Hammerteich bei Wartenberg! Wellniz bei B.-Leipa (Watzel)! Schluk- 
kenau (Karl)! Georgswalde, Rumburg, Nixdorf (Neum.). Tetschen (Malin.)! Häufig in der 
Karlsbader Gegend: Theusing, Tepl, Einsiedel bei Marienbad, Eger, Schlackenwerth! 


14. P. plantagineus Ducroz (P. coloratus Hornem.). Untere Blätter unterge- 
taucht, lanzettlich bis elliptisch, t den mässig langen Blattstiel spatelig verschmä- 
lert, die obersten öfter schwimmend, vosettenförmig. gedrungen, papierartig, eiförmig 
oder am Grunde seicht herzförmig, kürzer gestielt. Früchte schief eirundlich, am Rücken 
stumpf. 

Blätter grün, oft rothbraun angelaufen. Achren dünn, Früchte klein, kaum 1'^ lang. 

2 Juni—- August. In der Elbe und in Tümpeln zwischen Melnik und Brandeis 
(Kratzmann)! 

Anmerkung. P. oblongus Viv. wird in Fischers Monografie bei Tepl, Königgrätz, 
Dasic angegeben, Fieber selbst sah die Pflanzen nicht, ich vermuthe Verwechslungen mit P. natans. 


15. P. natans L. Blätter alle lang gestielt, die untergetauchten weicher, 
schmallanzettlich bis länglich-lanzettlich, zur Blüthezeit mehr weniger zerstört, die schwim- 
menden nie fehlend, lederartig, oval bis länglich-lanzettlich. Früchte schief eiformig, 
am Rücken stumpf. 

Früchte 14—2” lang. 

a) vulgaris, Schwimmende Blätter eirund oder eilänglich, mit seicht herzförmigem, faltig 
aufgeworfenem Grunde; untergetauchte Blätter zur Blüthezeit bis auf die Blattstiele ab- 
gefault; Blattstiele oberseits flach oder seicht rinnig. 
fluitans (P. fluitans Roth). Sehwimmende Blätter länglich-lanzettlich, beiderseits ver- 
schmälert, die untergetauchten zahlreich, häutig, zur Blüthezeit nur theilweise zerstört; 
Blattstiele oberseits etwas gewölbt. 


b 


= 


4 Juli, August. а) in stehenden Wässern des ganzen Landes gemein. b) in 
schnell fliessenden Gewässern, selten. Brandeis (Opiz), Mühlgraben zu Dašic (Op.)! Lissa 
(Tausch)! Landskron (Erxleben), Reichstadt (Hockauf)! Marienbad (Kablik)! in. der 
Tepl und Eger bei Karlsbad (Ortmann, Hofm.)! Eger bei Strahn (Hofm.)! 


10. Ordnung. Aroideen Juss. 


Uebersicht der Gattungen: 


1. Acorus L. Blüthen zwittrig, den von einem schwertförmigen Deckblatt gestützten 
Kolben ganz bedeckend. Perigon 6blättrig. Staubgefüsse 6. Frucht trocken. 

2. Calla L. Blüthen den von einer flach ausgebreiteten Scheide umgebenen Kolben 
ganz bedeckend, die unteren zwittrig, die oberen männlich.  Perigon fehlend. 
Staubgefässe zahlreich. Beere saftig. 

3. Arum L, Blüthen einhäusig. Kolben von einer dütenförmigen Scheide umgeben, an 
der Spitze nackt, keulenförmig, in der Mitte mit männlichen, am Grunde mit 
weiblichen Blüthen besetzt. Sonst wie vor. 


1. Acorus L. Kalmus. 


1. A, calamus L. Wurzelstock walzlich, geringelt, wagrecht kriechend. Blätter 
grundständig, zweizeilig, lineal-schwertförmig. Schaft 1-—3' hoch, zusammengedrückt, аш 
einer Seite geschärft, auf der anderen rinnig. Kolben walzig-kegelförmig, gelbgriin, schiel 
sitzend. 


Calla — Sparganium. 97 
2. Juni, Juli. In Lachen, Sümpfen, an Teichrändern überall verbreitet, aus 


Asien herübergebracht. 


2. Calla L. Sumpflöffel. 


1. C. palustris L. Wurzelstock gegliedert, kriechend. Blätter grundständig, ge- 
Stielt, herzeifórmig, spitz oder zugespitzt, am Grunde mit Nebenblattscheiden. Kolben- 


scheide eiförmig, zugespitzt, innen weiss, aussen grün. Kolben eiförmig, grünlichgelb. 


Beeren. scharlachroth. 

2 Juni, Juli. In Torfsümpfen, Brüchen, hie und da. Swétlá und Selau čásl. Kr. 
(Steinreuter). Landskron (Erxlob.)! Kost bei Münchengrätz (Fierlinger). Hirschberg und 
Habstein (Tausch, Schauta)! Höllengrund, Schiessnig bei D. Leipa (Watzel)! Turner und 
Weisskirchlizer Mühle bei Tepliz (Reuss)! Dux (Thiel), Eisenberg! Eidliz bei Komotau ! 
Tepl (Konrad)! Kinsberg (Op.)! Svinaf beraun. Kr. (Reichel)! Rindles bei Krummau 
(Jungb.), am Teich Pokoj bei Tucap (Bercht.)! 


3. Arum L. Aron. 


1. A. maculatum L. Wurzelstock knallt. Blätter grundständig, langgestielt, 

eifórmig, am Grunde spiesspfeillörmig, spitz, oft schwarz gefleckt. Kolbenscheide lang zuge- 
Spitzt, gelblich grün, röthlich gefleckt; Kolben kürzer als diese, purpurroth, mit lang- 
gestielter Keule, über den Staubkolben rankenförmige Organe. Beeren scharlachroth. 
i 2 Mai. In feuchten, humosen Bergwäldern, besonders Buchenwäldern, nicht häu- 
fig. Rollberg bei Niemes (Schauta)! Höllengrund bei Neuschloss (Lorinser)! Hammerstein 
bei Eisenbrod (Langer)! Kratzau (Hackel)! Kaltenberg bei Böhm. Kamniz (Grohmann). 
Pirschkenberg bei Schluckenau (Karl)! Wernstüdtel (Kratzmann)! Fasanbusch bei Osseg 
(Thiel)! Duppau, Hauenstein (Glücksel.). Landskron (Steinmann). 


11. Ordnung. Typhaceen De Cand. 


Uebersicht der Gattungen: 


l. Sparganium L. Männliche und weibl. Blüthen auf verschiedenen Axen in kugeligen 
Kölbehen, die ‘ersteren über den letzteren. Perigon aus 3 schüppchenartigen 

gek Blättchen. 

^. Typha L. Männliche und weibliche Blüthen in zwei auf derselben Axe übereinander 
stehenden, cylindrischen Kolben, erstere obenstehend. Perigon aus mehreren haar- 
förmigen Fäden, 


1. Sparganium L. Igelskolbe. 


1. S. ramosum C. Bauh. (Sp. erectum «. L.) Blätter schwertförmig-lineal, am 
Grunde 3kantig mit konkaven Seiten. Blüthenstand rispig-üstig: j Kópfehen am oberen 
Theile des Stängels und der Aeste ährig gestellt, О nur 1--2, entfernt, am Grunde 
der Aeste (als 3te Axen), sämmtlich sitzend. Perigonblätter an der Spitze kappenför- 
mig, schwarzbraun. Fruchtknoten kantig, kurz zugespitzt mit linealer Narbe. 

1—2' hoch, aufrecht ; d Kópfchen klein, gelb. 
Vë % Juli, August. In stehenden und langsam fliessenden Wässern, an Teichen, 
l'àmpeln ziemlich verbreitet. Um Prag: St. Prokop, Košíř, Vršovic u. s, w. Ferner bei 
Leitmeritz, Böhm. Kamniz, Weisswasser, Niemes, bei Friedland u. s. w. 


2. S. simplex Huds. (Sp. erectum f. L.). Blätter lineal, am Grunde 3kantig 


28 Typha. 


mit flachen Seiten. Blüthenstand einfach traubig, oben ührig, mehrere obere Köpfchen 
C$ sitzend, die unteren 3—4 © (als 2te Axen) grösstentheils gestielt und die unter- 
sten mit dem Stiele der Stüngelaxe theilweise angewachsen. Perigonblütter lineal-läng- 
lich, grünlich, an der Spitze ausgefressen gezähmelt.  Wruchtknoten gestielt, schmal 
kegelförmig, lang zugespitzt mit linealer Narbe. 

Vor. ähnlich, schwächer ; сў Köpfchen bedeutend grösser, 


a) erectum. Stängel aufrecht; Blätter aufstrebend. 
B) fluitans. Stängel und Blätter verlängert, im Wasser fluthend, letztere mit der Spitze 
obenauf schwimmend, gewöhnlich steril. 


4 Juli, August. An gleichen Orten wie voriges, und oft mit ihm vergesellschaftet. 
Um Prag seltener: Slichov! An der Elbe bei Leitmeritz, Nimburg, Tetschen. Niemes, 
Hirschberg, Osseg, Komotau u. s. w. ß) in der Bolzen bei B. Leipa, Wartenberg! 


З. S. minimum C. Daub. (S. natans Presl fl. Gech.). Blätter flach, lineal, schlaff; 
die unteren am Grunde scheidig, nicht 3kantig. Dlüthenstand sehr einfach, c$ Köpfehen 
einzeln endstándig, Q seitenständige 2—3, meist sitzend oder das unterste gestielt, 
mit dem Stiele fast nie angewachsen. Perigonblätter länglich, spatelig verbreitet. Frucht- 
knoten sitzend, erförmig, kurz zugespitzt mit lineal-länglicher Narbe. 


а) natans. Stängel sammt den Blättern verlängert, im Wasser fluthend und schwimmend. 
В) terrestre. Stängel auf dem Trocknen aufrecht, obere Blätter aufgerichtet, unterste 
niederliegend. 
Kleinste Art mit kleinen Köpfchen. Linné's S. natans umfasst S. minimum und S. affine 
Schnitzl., und sollte diese Benennung (wie S. erectum L.) ganz aufgegeben werden. S, affine, allzu 
nahe mit S. simplex verwandt, findet sich vielleicht noch in einem der Böhmerwaldseen, wo Iso- 
ötes vorkommt. 


2 Juli, August. In Sümpfen, Wassergrüben der wasserreicheren, gebirgigeren 
Gegenden, besonders auf Torfgründen, nicht häufig. Lissa (Tausch)! Habstein (Schauta)! 
Thammühle (Pöch). Reichstadt (Mann)! Teich am Spitzenberge bei Schluckenau (Karl)! 
Kleinoujezd bei Tepliz (Reuss). Osseg (Thiel)! Stolzenhaner EHofwiese bei Rothenhaus 
(Roth)! bei Schlackenwerth im Röderteich (J. Reuss)! 68) in trockeneren Gräben bei 
Osseg (Knaf)! am Brüxer See (Tausch)! 


2. Typha L. Rohrkolbe. 


1. T. latifolia L. Blätter breit lineal, 6—10° br., ziemlich flach. Die beiden 
Kolben aneinanderstossend oder nur wenig auseinander gerückt. Die Oberfläche des 
weiblichen Kolbens einzig von den hervorragenden, spatelig-eiförmigen Narben ge 
bildet, seine Axe ohne Spreuhaare. 

3—6' hoch, Stängel beblättert und von den Blättern überragt. Kolben cylindrisch, bald 
lichter, bald schwärzlich braun, nackt oder von einem hinfälligen Deckblatt gestützt, 

2, Juni, Juli. An den Rändern von Teichen und Flüssen, in Sümpfen, Wasser- 
gräben niedriger und gebirgigerer Gegenden ziemlich verbreitet, Um Prag selten. Caslau, 
Pardubice (Op.). Niemes, Münchengrätz, Böhm. Kamniz, Leitmeriz, Aussig, Tetschen, 
Tepliz, Osseg! u. s. w. 


2. T. angustifolia L. Blätter schmallineal, 2—4'" br, an der Basis etwas 
rinnig. Kolben auseinander gerückt. Die Oberfläche des weiblichen Kolbens von den 
vorragenden, fädlich-pfriemlichen Narben und den an der Spitze spatelförmig ver- 
dichten und gefärbten Spreuhaaren der Kolbenaxe gebildet. 

Schlanker und kleiner als vorige, sonst ähnlich. 

4% Juni, Juli. Wie vorige und noch häufiger. Um Prag bei Nusle, Košíř, 
Ounétic u, a. О, 


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On 


N 


10. 


29 


12. Ordnung. Gramineen Juss. 


Uebersicht der Gattungen: 
I.  Dlüthen einhäusig, weibliche und männliche in gesonderten Blüthenständen. 


Zea L, Männliche Aehrchen 2blüthig mit 2 Hüllspelzen, Weibliche Blüthen einzeln, 
auf fleischiger Spindel in einer Achre, jede mit 4 Hüllspelzen. Griffel 1, verlängert. 


II. Blüthen zwittrig oder im selben Blüthenstande eingeschlechtige eingemengt. 


A) Einzelblüthen gestielt, in Trauben oder Rispen. 
a) Blüthen vom Rücken der Spelzen her zusammengedrückt. 


Andropogon L. Dlüthen vielehig; je eine endständige zwittrig, 1—2 seitenständige 
männlich, Zwitterbliithe mit 2—3: Hüllspelzen, ihre Deckspelze diinnhiutig, ge- 
grannt oder fast ganz auf eine blosse Granne: reducirt. 

Panicum L. Bliithen zwittrig mit 3 ungleichen Tlillspelzen, deren unterste sehr 
klein. Die oberste Hüllspelze wird zuweilen zur Deckspelze einer männlichen 
Blüthe. Griffel verlängert, aus der Spitze der Spelzen vortretend. Alle Blüthen- 
stiele blüthentragend. 

Setaria Beauv. Am Grunde der Blüthenstiele einzelne oder zahlreiche, zackig-rauhe 
Grannen, sterilen Blumenstielen entsprechend. Sonst wie vor. 

Milium L. Blüthen zwittrig mit 2 Hüllspelzen. Deck- und Vorspelze knorpelig, die 
Frucht dicht einschliessend. Griffel kurz, an der Basis der Deckspelzen vortretend. 
b) Blüthen walzlich, Deckspelzen erhärtend und die Frucht dieht einschliessend. 

Stipa L. Hüllspelzen 2, länger als die Deckspelze (ohne die Granne). Deckspelze 
mit sehr langer, am Grunde durch ein Glied mit ihr verbundener geknieter 
Granne. Griffel 2, kurz, an der Basis der Deckspelzen hervortretend. 
¢) Blüthenspelzen von den Seiten zusammengedrückt, häutig, nicht erhärtend. 

c) Hüllspelzen fehlend oder winzig. 


Leersia Soland. Hüllspelzen winzig, schüppehenartig.  Dlüthenspelzen papierartig, 


erannenlos, fast gleich lang.  Staubgefüsse 3—6. Griffel kurz, an der Basis der 


Blüthen hervortretend. 


Coleanthus Seidl. Hüllspelzen fehlend. Deckspelze häutig, gegrannt, Vorspelze klei- 
. Staubgefüsse 2. Narben verlängert, aus der Spitze der Blüthe her- 


ner, 2spitz 
vortretend. 
f) Hüllspelzen 2. Narben am Grunde der Blüthen hervortretend. Rispe ausgebreitet. 
Agrostis L. Am Grunde der Blüthenspelzen 2 sehr kurze, fast unmerkliche Haar- 
büschel. 
Calamagrostis Roth. Am Grunde der Blüthenspelzen 2 verlängerte Haarbiischel, 
länger als der Querdurchmesser der Spelzen, zuletzt hervorragend. 
y) Hüllspelzen 2, Narben verlängert, aus der Spitze der Blüthen hervortretend. Rispe 
gedrungen, ährenförmig. 
Alopecurus L. Hüllspelzen öfter am Grunde verwachsen. Deckspelze schlauchför- 
mig, auf dem Rücken geerannt. Vorspelze fehlt. 
Phleum L. Hiillspelzen frei, abgeschnitten. Deckspelze ungegrannt. _Vorspelze 
] , 5 I 
2zühnig. 
д) Hüllspelzen A. Narben 2, verlängert, aus der Spitze der Blüthe. 
Phalaris L. Aeussere 2 Hüllspelzen länger als die Blüthenspelzen, die 2 inneren 
č , 
klein, schuppenförmig, ungegrannt. 3 Staubgefiisse. 


14. Anthoxanthum L. Aeussere 2 llüllspelzen ungleich, die obere länger als die 
inneren; von den inneren Ilüllspelzen die untere unter der Spitze, die obere 
unter der Rückenmitte begrannt. 2 Staubgefässe. 


- 


Mehrblüthige Achrchen, gestielt, in Rispen oder Trauben. 

a) Hüllspelzen gross, so lang und länger als die nächsten Deckspelzen. 

о) Narben verlängert, fadenfórmig, aus der Spitze der Blüthe hervortretend. 

15. Hierochloé Gmel Achrehen langgestielt, locker rispig, 3blüthig: die 2 unteren 
Blüthen männlich, 3männig, öfter begrannt, die oberste zwittrig und 2männig, 
ungeerannt, 

16. Sesleria Scop. Achrehen sehr kurz gestielt, in: ährenförmiger Rispe, 2blüthig. 
Dlüthen zwittrig, 3münnig. Deckspelze an der Spitze 3— 5zühnig, Zähne stachel- 
spitz oder kurz gegrannt. 

p) Griffel kurz, Narben an der Basis der Blüthen hervortretend. 
*) Deckspelzen aller, oder doch mehrerer Blüthen des Aehrchens mit einer rückenstün- 
digen Granne (nur bei der kultivirten Avena sativa auch alle grannenlos). 
+) Aehrchen 2blüthig: eine Dlüthe zwittrig ohne Rückengranne, die andere männlich 
mit Rückengranne. 

17. Holeus L. Obere gestielte Blüthe männlich oder verkümmert; ihre Deckspelze 
stumpf, deren Granne über der Rückenmitte entspringend. Frucht kahl, von 
den Seiten zusammengedrückt, ohne Furche. 

18. Arrhenatherum Beauv. Untere sitzende Blüthe männlich; ihre Deckspelze an 
der Spitze 2spaltig, deren Granne gekniet aus der Rückenmitte. Frucht vom 
Rücken zusammengedrückt, behaart, mit einer Längsfurche. 
++) Aehrchen 2- bis mehrblüthig, alle Blüthen zwittrig. 

19. Ventenatia Koel. Aehrchen 2—3blithig. Hüllspelzen sehr ungleich. Unterste 
Deckspelze mit endständiger, gerader Granne, die 1—2 oberen lang * 
spitzig, mit rückenständiger, geknieter, ungegliederter Granne. Frucht kahl, 
auf der Innenseite mit einer Längsfurche. 

20. Avena L. em. Aehrchen 2-—9bliithig. Hüllspelzen wenig ungleich, Deckspelzen 
alle 2spaltig, alle oder wenigstens die untersten mit rückenständiger, geknieter; 
ungegliederter Granne. (Bei A. sativa bisweilen auch alle grannenlos.) Frucht 
behaart, innen mit Längsfurche. 

21. Aira Beauv. Achrehen 2blüthig. Hüllspelzen fast gleich, länger als die Blüthen. 
Deckspelzen an der Spitze 2spaltig mit borstlicher, ungegliederter Rücken- 
granne. Frucht kahl, innen mit Längsfurche. 

22. Deschampsia Beauv. Achrehen 2—8bliithig. Hüllspelzen fast gleich, etwa 50 
lang als die Blüthen. Deckspelzen an der Spitze gezähnelt, mit borstlicher, 
ungegliederter Rückengranne. Frucht kahl, vom Rücken zusammengedrückt, mit 
flacher Innenseite. 

3. Trisetum Pers.  Aehrehen 2—6blüthig. Hüllspelzen ungleich. Deckspelzen an der 
Spitze kurz doppelt haarspitzig, mit ungegliederter Rückengranne. Frucht kahl 
oder an der Spitze etwas flaumig, von den Seiten zusammengedrückt, ohme 
Iurche. 

24. Corynephorus Beauv. Aehrchen 2blüthig. Hüllspelzen fast gleich, die Blüthen 
überragend. Deckspelzen zugespitet, ganz. Granne in der Mitte gegliedert, 
ат Gliede mit einem Haarkranz versehen, an der Spitze keulig verdicht: 
Frucht kahl, innen mit Längsfurche. 

**) Deckspelzen sämmtlich ungegrannt oder mit einer Granne aus der Spitze. 
Koeleria Pers. Aehrchen 2—5bliithig. Blüthen alle zwittrig. Deckspelze zusammen- 
gedrückt gekielt, ungetheilt, zugespitzt, oder 2zähnig und kurz begrannt. Vor- 
spelze 2zähnig. Frucht kahl, von den Seiten zusammengedrückt. 


№ 
or 


26, 


2 


29 


20. 


81 


Danthonia DC. Aehrehen 2—5bliithig. Blüthen alle zwittrie. Deckspelze am Rücken 
abgerundet, an der Spitze 2zähnig, mit einem dritten Zahne oder einer Granne 
zwischen den Zähnen. Vorspelze ganz. Frucht kahl, vom Rücken zusammengedrückt. 

Melica L. Achrehen 2——5 blüthig; die oberste Blüthe geschlechtlos, oft noch eine 
vierte leere Dlüthe einsehliessend. Deckspelze am Rücken gerundet, vorn ganz, 
stumpf. 

b) Hüllspelzen kürzer als die nächsten Deckspelzen. 
о) Griffel verlängert. Narben aus der Mitte der Blithe hervortretend. Unterste Blithe 
des Aehrchens сў, nackt, die übrigen zwittrig, am Grunde von langen Haaren umgeben. 

Phragmites Trin. Achrehen 3—7blüthie. Deckspelzen auf dem Rücken zu- 
sammengedrückt. 

Ё) Griffel kurz; Narben am Grunde der Blüthen hervortretend, Blüthen zwittrig, nackt, 
oder nur von ganz kurzen Haaren umgeben. 
*) Neben je einem wirklichen Blüthenährehen ein aus blossen leeren Spelzen bestehen- 
des kammförmiges Aehrchen als Hülle. 


Cynosurus L.em. Achrchen 2—5bliithig. Deckspelzen auf dem Rücken abgerundet. 


"*) Alle Achrchen wirklich blüthentragend. 
+) Deekspelzen auf dem Rücken zusammengedrückt gekielt. 

Dactylis L. Achrehen 3—5blüthig. Hüllspelzen ungleich. Deckspelzen an der 
Spitze ganz oder ausgerandet und kurz gegrannt. Vorspelze spitz 2spaltig. 
Blattscheiden geschlossen. 

Sclerochloé Beauv. Achrehen 3—5blüthig, kurz gestielt, fast ährig.  Hüllspelzen 
sehr ungleich, obere 7nervig. Deckspelzen abgestutzt oder ausgerandet. Vor- 
spelze gestutzt und gezähnelt. Blattscheiden offen. 

Poa L. em. Achrehen 2—-8blüthig, locker rispig, ihre Spindel zuletzt in Glieder 
zerfallend. Hüllspelzen ziemlich gleich. Deckspelzen an der Spitze ganz und 
grannenlos.. Vorspelze 2spaltig. Blattscheiden (ausser bei P. sudetica) offen oder 
nur am Grunde kurz geschlossen. 

Eragrostis Beauv. Aehrehenspindel zerfällt nicht, dagegen fallen die Deckspelzen 
von ihr ab. Vorspelze ganz. Sonst wie vor. 
++) Deckspelzen auf dem Rücken gerundet. 

Briza L. Aehrchen '3- bis vielblüthig, herzeiförmig. Deckspelzen breit-oval, bauchig 
gewölbt, vorne stumpf, einander dachig deckend. 

Molinia Schrank. Aehrehen 2—5bliithig. Deckspelzen aus bauchigem Grunde kegel- 
förmig, vorne stumpf. Vorspelze stumpf, ungewimpert. 

Catabrosa P. Beauv. Aehrchen 2bliithig. Deckspelzen länglich, vorne gestutzt oder 
gerundet, 3nervig. Vorspelze gestutzt oder ausgerandet. Frucht von den Seiten 
zusammengedrückt, furchenlos. Blattscheiden halb geschlossen. 

Glyceria R. Br. Aehrchen 3—11blüthig. Deckspelzen länglich, vorne stumpf oder 
abgestuzt, 5— nervig. Vorspelze 2zähnig, am Rande gewimpert. Frucht längs- 
furchig. Blattscheiden geschlossen. 

Festuca L, em. Achrehen 2- bis vielblüthig. Deckspelzen lanzettlich, spitz oder 
zugespitzt, aus der Spitze gegrannt oder grannenlos. Griffel aus der Spitze des 
meist kahlen Fruchtknotens entspringend. Blattscheiden offen. 


Bromus L. em. Achrehen 2- bis vielblüthig. Deckspelzen elliptisch bis lincal-lanzett- 
lich, spitz oder kurz 2spaltig. aus der Spitze oder etwas unter derselben be- 
grannt, selten ungegrannt. Griffel unterhalb der Spitze des oben behaarten 
Fruehtknotens entspringend.  Dlattscheiden geschlossen. 


Zen Panicum. 


€) Mehrblüthige Aehrchen oder Einzelblüthen ungestielt, in einfacher Achre. 
a) Aehrchen oder Dlüthen in den Ausschnitten der Aehrenspindel sitzend aber nicht 
eingesenkt. Hüllspelzen 1—2. Narben 2, am Grunde der Blüthen hervortretend. 
«) Aehrchen einzeln auf den Spindelausschnitten, 


40. Triticum L. Aehrchen 3- bis vielblumig, mit der breiteren Flüche gegen die Spin- 
del gewendet. Hüllspelzen 2, eifórmig oder lanzettlich. 

41. Secale L, Aehrchen 2blumig, mit stielförmiger Axenverlängerung, mit der breiteren 
Fläche gegen die Spindel gewendet.  IHüllspelzen 2, pfriemlich. 

42. Lolium L. Aehrchen 3 bis vielblumig, mit der schmalen Kante gegen die Spindel 
gewendet. ` Hüllspelzen lanzettlich, bei den Seitenährehen nur eine, 

Ё) Aehrchen oder Blüthen zu 3 (selten zu 3—4) nebeneinander im Spindelausschnitt. 

49. Elymus L. Aehre mit Gipfelährehen. Aehrchen 2— 3blumig oder Einzelblüthen. 
Blüthen alle zwittrig. 

44. Hordeum L. Achre ohne Gipfelührehen; je 3 Vinzelblüthen, die mittlere zwittrig, 
die seitlichen männlich oder leer (oder dureh die Cultur ebenfalls zwittrig). 
b) Einzelblüthen in Einschnitte der Aehrenspindel eingesenkt. Hüllspelzen fehlen. Griffel 

1, verlängert, aus der Spitze der Blüthe hervortretend. 


45. Nardus L, Deckspelze lanzettlich-pfriemlich, in eine kurze Granne auslaufend. 


1. Zea L. Mais. 


T 1. Z. mais L. Нате 3-—8/ hoch. Blätter breit lineal-lanzettlich, zerstreut 
weichhaarig; d Aehrehen meist gezweit, in endständiger Rispe. © Achren blattwinkel- 
ständig, von Blattscheiden eingehüllt. Früchte in 8 bis mehrreihigen Kolben. 


C) Juli, August. Wird nur im Kleinen hin und wieder gebaut. 


2. Andropogon L. Bartgras. 


1. A. ischaemum L.  Wurzelstock hart, schwach rasie mit .bogig aufsteigenden 
Trieben. Halme meist am Grunde üstig. Blattscheiden kahl, an der Mündung jederseits 
mit einem Haarbüschel. Dlüthen grün und trübviolett angelaufen, gezweit auf 5—10 
fingerartig beisammenstehenden Zweigen, deren Spindel nebst den Blüthenstielchen der 
cj Blüthe langhaarig. Hüllspelzen ungegrannt. Deckspelze der sitzenden Zwitterblüthe 
auf eine lang vorragende, gedrehte Granne redueirt. 


4. Juli, August. Auf trockenen Triften, grasigen Abhängen, im wärmeren ITügel- 


lande häufig, Um Prag gemein, z. B. bei St. Prokop, Šárka, Kuchelbad, Motol, Michler 
Wald!, JungferbfeZan (Leonhardi)! Berkovic, Roudnie, Leitmeritz, Liebshausen, Mile- 
schau! Bilin! Tepliz! Sperlingstein bei Tetschen! Brüxer Schlossberg und Spitzbers 
(Štika). Vysočan und Horatiz Saazer Kreises (Thiel, Roth)! Um Jungbunzlau, Weisswasser, 
Münchengrätz häufig. 


3. Panicum L. em. Hirse. 

a) (Digitaria Scop.). Blüthen meist gezweit (eine länger, eine kürzer gestielt) auf flachen; 
fingerformig zusammengestellten Spindeln einseitswendig gestellt. Hüllspelzen wehrlos, die unter- 
ste winzig klein, 

1. P. glabrum Gaud. (Digitaria filiformis Koel. Dig. humifusa Pers.) Нате 
meist niederliegend. Blätter sammt Scheiden kahl oder nur sehr spärlich, zumal an^ 
der Scheidemündung, behaart, Aehren zu 2—5, ausgespreitet. Blumen elliptisch, flach- 
convex; die feingerillte Deckspelze von der zweiten Hüllspelze fast ganz verdeckt. 

1"—1' lang, blasser grün, oft violet angelaufen. Blumen klein, 

С) Juli — September. Auf sandigen Feldern, wüsten Plätzen, Wegen, Flussuferh 
im Hügellande verbreitet und oft massenhaft, 


| 


Setaria. 


= 
оэ 


9. P. sanguinale L. Halme aus niederliegen der Basis gehnickt ‚aufsteigend. 
Blätter sammt Scheiden von einzelnen, auf Knötchen sitzenden. Haaren mehr weniger 
haariy. Achren zu 2—12, aufrecht abstehend. — Blüthen elliptisch-langettlich, flach- 
convex, die feingerillte Deckspelze von der kurzen zweiten Hüllspelze nur etwa zur 
Hälfte bedeckt. 

Reie ae rd Als vor, 9^ - 2' hoch, trüber grün, meist purpurviolett angelaufen. Aehren länger, 

Imal grösser. Blätter breit, kurz, am Rande wellig-kraus. 

a) vulgare. Rand der dritten Hüllspelze flaumig gewimpert, ohne Borstenhaare. 
b) ciliare (P. ciliare Retz.). Rand der dritten Hüllspelze feinhaarig und überdies von 
langen, steifen Borsten gewimpert. 

C) Juli — Septemb. Auf Sandplätzen, auf Acker- und Gartenland, weit seltener 
als vor, nur in würmeren, bebauteren Gegenden, wahrscheinlich mit Gemüsebau einge- 
führt, a) Um Prag: Laurenzberg, Nusle, Troja u. a, О. Roudnic (Reuss). Vysočan saaz. 
Kreis, (Thiel)! b) um Prag: Stadtmauern (Presl). Troja! Pelz und Tyrolka! Lieben (auf 
feuchten Sandwiesen, Kalmus)! Nusle., Am Bahnhof bei Roudnie (Reuss). Münchengrätz 
be Gemüsegärten! Tetschen (Malin.)! Ор» führt in der ök. techn. Flora verschiedene 
Standorte des vaslauer und chrudimer Kreises auf, jedoch liegen als Belege hiezu in 
Seinem IIerbare bloss Exemplare von P. glabrum. 

b) (Panicum Beauy.). Blüthen auf langen, welligen Stielen in ausgebreiteter, überhüngender 

Rispe. Hüllspelzen wehrlos, die unterste halb so lang als die oberen. 


+ 2. P. miliaceum L. Halme aufrecht. plütter lanzettlich, breit, sammt Schei- 
den langhaarig. Blüthen eiförmig. Hüllspelzen zugespitzt, nervig, Blüthenspelzen knorpe- 
lig, hart, orangefarben. 

1—3' hoch. 

©) Juli, August. Auf Feldern gebaut (Hirse), auch auf wüsten Plätzen gleich- 
sam verwildert, 

€) (Echinochloö Beauv.). Blumen in einseitswendigen, rispenartig zusammengestellten, kurz- 
gestielten Achen, Unterste Hüllspelze halb во lang, als die oberen, oberste mit rauher 

Granne oder Stachelspitze. 

4. P. erus galli L. Halme aufsteigend oder aufrecht. Blätter und zusammenge- 
drückte Scheiden grösstentheils kahl. Am Grunde der Rispenzweige und Blüthenstielchen 
lange Borstenhaare. Oberste Hüllspelze borstenhaarig, bald sehr kurz, bald lang begrannt. 

1—2' hoch. Blumen eiförmig, grün oder schmutzigbraunroth, 

2 C) Juli— Septemb. Auf Acker- und Gartenland, in morastigen Abzugsgrüben 
in der Nähe von Städten und Dörfern verbreitet. 


4. Setaria Beauv. Fennich. 


a) In der Achsel der dritten Hüllspelze eine d Blithe mit entwickelter Vorspelze. Zweite 
Hüllspelze halb so lang als die stark querrunzelige Deckspelze der Zwitterblüthe. 


Ж 1. 8. glauca Beauv. (Panicum glaucum L.) Halme kahl, nur eben unter der 
Rispe kurzflaumhaarig. Hüllgrannen von vorwärts gerichteten Zäckchen rauh, büsche- 
lig gestellt am Grunde der äusserst kurzen, nur 1—2blumigen Rispeniste. Deckspelze 
Stark gewölbt, oval. 

Matt blaugrün, 4—1} hoch, Grannen fuchsroth. 

| © Juli, August. Auf feuchten, sandigen Plätzen, Aeckern, zwar verbreitet, doch 
nicht 80 gemein wie S. viridis. Um Prag, Mélník, Jungbunzlau, Reichenberg, Königgrätz, 
Caslau, Pardubiz, Kuttenberg, Reichstadt, Leitmeriz, Tetschen, Saaz, Budweis u. s. w. 


b) In der Achsel der dritten Hüllspelze nur eine ‚winzige, leere Vorspelze. Zweite Hüll- 
spelze so lang oder wenig kürzer als die nur unter der Loupe fein querrunzelige Deck- 
Spelze der Zwitterblüthe. 


8 


Milium, Stipa. 


2. S. viridis Beauv. (Panicum viride L.). alme eine längere Strecke unter 
der Rispe, wie auch die Hüllgrannen von vorwärts gerichteten Zückehen rauh. Rispen- 
liste kurz, traubig, seltener am Grunde etwas zusammengesetzt, etwas behaart, Zweite 
Hüllspelze so lang wie die dritte und wie die längliche, ziemlich flache Deckspelze. 

Aufrecht bis liegend, grasgrün. Blüthen doppelt kleiner als die von S, glauca, grün oder 
trübpurpurn angelaufen, 

C) Juli — Septemb. Auf Aeckern und wüsten Plätzen überall gemein, 


D 


T 9. S. italica Beauv, (Panic. italicum L.). Aeste der dicklichen, beiderseits 
verschmälerten Rispe kurz traubig verzweigt, wie die Rispenspindel dicht (meist zottig) 
behaart. Zweite Hüllspelze deutlich kürzer als die dritte und als die elliptische ge- 
wölbte Deckspelze. 

Sonst wie vor,; kräftiger, breitblüttrig, 14—3’ hoch. 

C) Juli, August, Selten auf Feldern gebaut und verwildernd, Um Prag, Kutten- 
berg, Türmiz bei Aussig! Bodenbach! 


4. 8. verticillata Beauv. (Panic. verticillatum L.). Halme unter der Rispe und 
Hüllgrannen von rückwärts gerichteten Zäckehen rauh. Untere Aeste der walzlichen, 
am Grunde oft unterbrochenen Rispe miissig lang, traubig, oder am Grunde etwas zu- 
sammengesetzt. Zweite Ilüllspelze so lang wie die dritte und wie die lüngliche, etwas 
gewölbte Deckspelze, 

Rispe grün, kleinblüthig. Blätter scharf und etwas schlapp. 

C) Juli, August, Auf Feldern, in Gemüsegärten, Weinbergen, nicht häufig, im 
bebauteren Lande. Um Prag: Vršovic, Nusle! Регис (Malinsky)! Leitmeriz (Thiel) ! Brüx 
(Stika). Münchengrätz (Sekera). Königgrätz (Sporil)! Pardubiz (Op.). Pilsen (Lindacker). 


5. Milium L. Flattergras. 


1. M. effusum L. Wurzelstock kriechende Läufer treibend. Halme 2—3/ hoch, 
so wie die breiten Blätter kahl, hellgrün. Blattscheiden glatt. Rispe mit quirligen, weit 
abstehenden Aesten, haardünnen Blüthenstielen, mit der Spitze überhängend. Blüthen ei- 
förmig, grannenlos, blassgrün. 

2 Mai, Juni. An schattigen, feuchten Waldstellen, besonders gebirgigerer Ge- 
genden. Karlstein! Skalic bei Eule! Pardubie, Semin (Op.). Liboch (Hackel). Chobot be! 
Jungbunzlau (Zouplna). Grosskal! Rumburg, Nixdorf (Neum.) Reichenberg (Op.). Kalten- 
berg und Rosenberg b. Böhm. Kamniz! Schluckenau (Karl)! Vorberge des Riesengebirges 
(Tausch)! Mittelgebirge bei Türmiz! Am Erzgebirge bei Tetschen ! Osseg! Eisenberg 
Teltschgrund bei Gérkau! Bei Karlsbad, Marienbad! Vorberge des Böhmerwaldes. Sobé- 
slau (Bercht.). 


6. Stipa L. Pfriemengras. 


1. S, pennata L. Hüllspelzen mit haarförmiger, weit längerer Granne, als Sie 
selbst. Granne der Deckspelze ungemein lang, unten schraubenförmig gedreht und kahl, 
dann gekniet, gerade und von langen, dichten, silberweissen Seidenhaaren federartig: 

Dicht rasig. Halme starr, nebst den zusammengerollten, binsenartigen Blättern seegrün. 
Rispe aufrecht, zusammengezogen, 

2. Mai, Juni. Auf trockenen Hügeln, besonders auf Kalk und kalkhaltigen Sand- 
Steinen des würmeren Landes. Um Prag häufig: Podbaba, Kuchelbad, Kaisermühle, Hlu- 
boéep, Karlstein, St. Ivan! Leitmeriz auf dem Radobýl! Brozan, Lovosie (Neum.). ПШ 
skyberg bei Münchengrätz (Purkyně). Mückenhaner Berge bei B. Laipa (Watzel)' 
Tetschen (Malin.)! Bilin (Winkl.)! Schlossberg bei Brüx (Štika)! Příbram (nach Opiz) 
— Wird in Böhmen St. Ivansbart genannt, 


Leersia — Agrostis. 35 


а 2. 8. capillata L. Hüllspelzen mit höchstens so langer Granne als sie selbst. 
Granne der Deckspelze lang, unten schraubenförmig gedreht, dann gekniet und hin und 
her geboyen, fast vom Grunde an von kurzen feinen Härchen rauh. 

Sonst wie vor., noch dichter rasig, reichblüthiger, Blüthen kleiner, Grannen kleiner und kürzer. 
Г 2 Juni, Juli. Wie vorige, etwas häufiger. Um Prag: Michle! St. Prokop, vor 
Kuchelbad, Lieben, Podbaba, Folimanka, Generälka, Karlstein u, a. О. Mühlhausen bei 
Veltrus (Bercht)! Liboch! Georgenberg bei Roudnic (Reuss). Hradischken bei Leitmeriz 
(Thiel)! Calosie! Brozan! Bilin! Brüxer Schloss- und Spitzberg (Knaf)! Um Saaz (Knaf)! 
Vysočan (Thiel)! Kačina bei Kuttenberg (Pejl)! 


7. Leersia Swartz. 


1. І. oryzoides Sw. (Oryza clandestina A. Braun). Treibt unterirdische, be- 
Schuppte Läufer, Blätter breitlineal, nebst den Scheiden rauh.  Blüthen einzeln in ver- 
ZWeigter, flatternder, übergebogener Rispe auf schlängeligen Zweigen. Spelzen halboval, 
steif gewimpert, weisslich grün und grün-nervig. 
| 2. August, September. Auf sumpfigen und feuchten Fluss- und Teichufern, in 
Gräben, zerstreut, Um Prag vorübergehend hie und da an der Moldau: Hetzinsel (Tausch), 
Smichov (Pres, beim Invalidenhause (Op.). Štiřín (Syk.). Veltrus (Tausch)! Jičín (Kratz- 
Mann)! Jungbunzlau (Hippelli)! Schluckenau (Karl). Tetschen (Mal)! Probstauer Teich, 
Neudorf bei Brüx, Bartelsdorf, Görkau (Reuss). 


8. Coleanthus Seidl. 


1. C. subtilis Seidl (Schmidtia utriculata Presl). Rasig, sehr fein und zart, ganz 
hahl. Halme fädlich, 1—3 lang. Blattscheiden bauchig aufgeblasen, Spreiten aus brei- 
terem Grunde lanzettlich, zurückgebogen.  Rispe aus doldenförmig verzweigten, sehr kur- 
ah км verlängerten Zweigen gebildet. Hüllspelzen weisslich-gelblich, die Schalfrucht 

cht deckend. 


| ©) Juli — September. Auf mässig feuchten Teichufern, in abgelassenen Teichen 
nt Peplis, Limosella, Heleoeharis ovata u. dgl., nur in der südwestlichen Landeshiilfte. 
Stirn bei Eule (Sykora, Ruprecht)! Vosek pilsn. Kreis. ! Votic (Hutzelmann)! Bei Frauen- 
berg spärlich (Jechl) Wittingau (Jechl) Stankauer Teich bei Chlumec (Leonh.)! Kö- 
Nigswart (Glückselig). 


9. Agrostis L. Straussgras. 


Ath . а) (Vilfa Beauv.) Untere Hüllspelze etwas länger als die obere. Vorspelze deutlich, 2 bis 
tal kürzer als die Deckspelze. Blithe ohne Stielehen. Grundständige und Halmblätter lineal, flach. 


M. 1. A. stolonifera L. Rispenäste schürflich, Hüllspelzen lanzettlich. Deckspelze 
сно meist wehrlos, seltener mit einer über ihrem Grunde entspringenden, die Hüll- 
5pelz n : n 

belzen nui wenig überragenden Granne. 

but): Variirt mit fast läuferlosem und lang auslaufendem Wurzelstock, kräftig 1—3' hoch und 
verl Mat Zoll hoch, mit kurzem oder mehr vorgezogenem Blatthäutchen, mit grünen, weisslich 
‘ane und mehr weniger violett angelaufenen, kleineren und grösseren Hüllspelzen. Die 
tales des Blatthäutchens ist von geringem Belang, weil veründerlich, auch in den anderen Merk- 

en gibt es Uebergünge von a) zu b). 


a) diffusa (A. vulgaris Wither.). Blatthäutchen meist kurz. Rispenäste fein, ziemlich glatt, 
auch nach dem Blühen ausgespreizt, im unteren Theile blüthenlos. 


b 


= 


coaretata (A. alba Schrad.). Halme meist kräftiger und Blätter breiter. Blatthäutchen 
verlängert. Rispenäste rauh, bisweilen schon zur Blüthezeit, besonders aber nach dersel- 
ben zusammengezogen, fast vom Grunde an blüthentragend. 


9* 


36 Calamagrostis. 


2 Juni — August. Auf sandigen, auch feuchten Stellen, Grasplätzen, Wiesen, 
in lichten Hainen, überall verbreitet. 

b) (Trichodium Mich.) Untere Hüllspelze länger als die obere. Vorspelze meist fehlend 
oder doch winzig klein. Grundständige Blätter borstlich zusammengelegt, die halmständigen ähnlich 
oder flach, 

2. A. canina L. Wurzelstock mehr oder minder verlängerte Läufer treibend. 
Aeste der eiförmigen oder länglichen Rispe schärflieh. Deckspelze häutig mit einer 
unter ihrer Mitte entspringenden höchstens 11mal. längeren Granne als die Hüll- 
spelzen, selten ganz ungegrannt. 


3"—11'hoch. Halm bald steif, bald flatterie. Blüthen meist roth-violet angelaufen, selten 
| blassgelb-grünlich. Blatthäutchen meist vorgezogen, doch auch sehr kurz. Uebrigens der vor. sehr 
f ähnlich. 
| 2% Juli, August, Auf Wiesen, sandigen Triften und Haiden verbreitet. 


K 3. A. rupestris All. (Trichodium alpinum Schrader), Wurzelstock dicht rastf: 

| ohne Läufer. Aeste der länglichen Rispe ganz glatt. Deckspelze häutig mit einer in 

| ihrem | unteren. Dritt- oder Viertheil entspringenden, doppelt so langen Granne 

E als die Hüllspelzen. 

] Der vor, ähnlich, feiner, zarter. Blumen etwas grösser, röthlich oder violett angelaufen. 
2, Juli, August. Auf Triften und steinigen Stellen der Kiimme des Riesengebir- 

ges häufig. 


? 4. A. alpina Scop. (Trichodium rupestre Schrad.). Wurzelstock ohne Lüufer. | 
Aeste der eifürmigen oder lüngliehen Rispe schdrflich. Deckspelze mit einer ganz über | 
ihrem Grunde entspringenden, fast doppelt so langen Granne als die Hüllspelzen. 

3—10" hoch, lockerer rasig, mit mehr abstehenden Rispenästen und grösseren (2 lan- 
gen) Blüthen als vor. Hüllspelzen violett oder gelb. : 

2, Juli, August. Auf felsigen Abhüngen des Hochgebirges. Im Riesengebirge bei 
Rübezahls Kanzel (Jos. Kablik)! Dieser Fund bedarf noch der Bestätigung, da weder 
die schlesischen noch die übrigen böhmischen Botaniker die Art im Riesengebirge angeben. 


c) Apert Adans.). Untere Hüllspelze kürzer als die obere, Blithe mit sticlartiger Axenver- 
ängerung. Blätter flach. 


5. A. spica venti L. Blätthäutchen verlängert. Rispenäste schärflich, abstehend. 
Granne unter der Spitze der Deckspelze entspringend, rauh, 3-—4mal länger als die 
Hüllspelzen. Staubkolben gelb, lineal, 3mal länger als breit. 


I, е N 
" 1—3' hoch, auf dürren Sandstellen nur einige Zoll hoch. Blumen glänzend, grün, bis 
ү weilen schmutzig violett angelaufen. 

| С) Juni, Juli. Auf Aeckern im Getraide, auf sandigen Triften gemein und oft 
4 ein lästiges Unkraut. 

b 

Wi 

| ; " 

| 10. Calamagrostis Adanson. Schilf. 


1. C. epigeios Roth (Arundo epigeios L.). Halme starr aufrecht, unter der 


Rispe etwas rauh. Rispe zur Blüthezeit straff aufrecht, wie gelappt, mit einseitsWo" | 
digen, kurzgestielten Blüthen an den Zweigen. Blüthen ohne Stielchenfortsatz. НаПвреби, 
lanzettlich in eine zusammengedrückte , pfriemliche Spitze verschmiilert. Deckspe 76 
| häutig, durchscheinend. Haare bedeutend länger als die Vorspelze. 

d Wurzelstock treibt wie bei den folgenden kriechende, beschuppte Läufer, Pflanze 
Н. hoch, seegriin. Blätter schilfartig, breit und sehr rauh. Blumen fahl grün oder violett überl 
Granne rückenständig, bald unter der Mitte, bald nahe der Spitze entspringend. 


9 - Ai 


2 


aufen. 


" | | 7 j 1 А, ‘doren 

| 2, Juni, Juli. In Holzschlägen, Haiden, an buschigen Flussufern, in niedere 

iM und gebirgigen Gegenden verbreitet. | 
|, | 
d | 
kb 

D 


Alopecurus. 37 | 
Ч || 


| 
9. C. lanceolata. Halme steif aufrecht, unter der Rispe ziemlich glatt.  Rispe | 
zur Blüthezeit ausgebreitet, zerstreut und lockerbliithig, schlaff mit welligen Zweigen. 
Hüllspelzen lanzettlich oder lineal-lanzettlich, fein zugespitzt. Haare ein wenig länger | 
als die Vorspelze. Sonst wie vor. | 
Hüllspelzen röthlich oder violett angelaufen, bisweilen bleich, blühend auseinander ste- | 
hend, Haare silberweiss schimmernd. Die beiden Unterarten sind nicht spezifisch zu trennen, denn | 
pP Insertion der Granne ist variabel, übrigens verhält sich a) zu b) ähnlich, wie Poa fertilis zu 
. nemoralis. 


a) riparia (C. lanceolata Roth, Arundo calamagrostis L.). Halme 2-5’ hoch, aus den 


› H d " o si „ dé Ж М | 
Blattwinkeln bisweilen Büschel schmaler Blätter treibend. — Hüllspelzen meist schmal-lanzettlich. I 
Granne aus dem Spalte der Deckspelze, sehr kurz, oft nur ein Stachelspitzchen. | 
" : n n 

, b) montana.(C. Halleriana DCO., C. pseudophragmites Rehb..). Halm 2—3‘ hoch, meist | 
einfach, Hüllspelzen breiter lanzettlich. Granne unter dem -Spalte der Deckspelze, meist unter der | 
Rückenmitte entspringend, mit ihr etwa gleich lang, bisweilen fehlend. | 
| 


Æ Juli, August. b) etwas später. a) auf nassen Wiesen, sumpfigen Teich- und 
Flussufern, selten, bei Tepl (Konrad)! Budweis! Jungbunzlau (Hipp.)! Cistaj bei Niemes | 
(Schauta)! Schluckenau (Karl)! b) Auf feuchtem, bruchigen Waldboden des Gebirges. | 
Auf den Kämmen und Lehnen des Riesengebirges: Elbegrund (Tausch)! Kesselberg | 
(Knaf)! u. s. w. Glazer Schneeberg (Tausch)! Jeschkengebirge! Steinschönau! Im Erzge- | 
gebiree hie und da: Tetschner Schneeberg! Graupen, Klostergrab! Karlsbad (Glücksel.). | 
Im Böhmerwald (Purkyně). Krummau (Jungb.)! | 

| 
| 


3. ©. arundinacea.  Rispe länglich, schmal, etwas ausgebreitet. Blüthe || 
meist mit einem pinselhaarigen Stielchen. Hüllspelzen lanzettlich, spitz. Deckspelzen 
| krautig, derb, nur am Rande durchscheinend-häutig, mit einer Granne unter der 
Rückenmitte, 

24^ hoch. Blattscheidenmündung beiderseits meist mit einem Haarbüschel. 

h a) silvatica (C. arundin, Roth, C. silvatica DC.). Deckspelze am Grunde yon etwa 4mal 
kürzeren Haaren als sie selbst umgeben, mit lang vorragender Granne. 


b) montana (C. montana/DO., Arundo varia Schrad.). Deckspelze von den ziemlich eben 
80 langen Haaren umhüllt, mit meist versteckter oder wenig vorragender Granne. 


a) im Hügel- und Gebirgslande. Um Prag selten: St. Prokop! Karlstein (Pohl). Jung- 
ferbrezan (Leonhardi)! Birgliz (Zachystal)! Hraběšín bei Kuttenberg (Op.), Felsen von | 
leutsehbrod nach St. Annabad (Ор.\. Auf den Vorbergen und Kämmen des Riesengebir- | 
Ses, Glazer Schneeberg,‘ Adersbach (Op.). Grosskal bei Turnau! Rollberg (Schauta) ! 
Mankovicer Wälder (Sekera). Liboch (Hackel). Böhm. Kamniz! Hirschberg! Mileschauer! 
Aussig | Tetschen (Mal)! Im Erzgebirge: Eisenberg (Reuss). Rothenhaus (Roth)! Karls- | 
bad (Glücks.). Bei Tepl (Konrad), Krumau (Jungb.)! Radnic (Sternberg)! b) Im höheren | 
Gebirge, bei Schlackenwerth (Joh. Reiss)! nach Presl auch im Riesengebirge, fehlt je- | 
doch bei Wimmer. 


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I 

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% Juni, Juli. Auf trockenen waldigen Hügeln, doch auch auf nassen Waldstellen. | 
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11. Alopecurus L. Fuchsschwanz. 


| stielen, schmal eylindrisch, beiderseits verschmälert.  Hüllspelzen lanzettlich, spitz, zu- 
sammenneigend, bis zu y oder 4 zusammengewachsen, länger als die Deckspelze, am 
Kielo kure gewimpert, sonst kahl. Granne über dem Grunde. der Deckspelze ent- 
Springend, meist lang vorragend. 

1—1} hoch. Achre weisslich grün und kahl erscheinend, 

С) Juni, Juli. Auf Feldern, an Wegen und Rainen, nur vereinzelt und vorüber- 
gehend, aus dem Süden cingeschleppt. Um Prag in den Buček’schen Anlagen (Opiz)! 
bei Lieben (Tausch)! vor Königsaal! Bei Schüttenhofen (Seidl), Krummau (Jechl)! 


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1. A. agrestis L. Kinjährig, rasig. Traube aus tblüthigen kurzen Bliithen- | 
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{ 
H 
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Phleum. 


2. A. pratensis L. Ausdauernd, sprossend. Oberste Blattscheide etwas aufge- 
blasen. Rispe walzig, stumpf mit 4—10bliithigen Aesten. Hüllspelzen lanzettlich spitz, 
so lang als die Deckspelze, bis zw 4 zusammengewachsen, auf den Adern mehr we- 
niger weichhaarig, auf dem Кее langzottig gewimpert. Granne über dem Grunde 
der Deckspelze entspringend, meist lang vorragend, selten eingeschlossen. 

Spelzen weisslich grün mit grünen oder violettschwarzen Nerven, 


«) virens. 1—2’ hoch, am Grunde kaum sprossend. Blätter grasgrün. 
PB) glaucus, 3—1’ hoch mit etwas verlängerten Läufern, Blätter und Blattscheiden blaugrün. 


2. Mai, Juni. Auf feuchten Wiesen im ganzen Lande gemein. f) auf sandigen 
Stellen: Cernovic bei Komotau! Prag (Tausch)! 


З. A. geniculatus L. Ausdauernd, rasig. Halme und Blätter grasgrän, nur die 
Scheiden etwas blüulich, Rispe walzig, mit mehrblüthigen Aesten.  Hüllspelzen stumpf, 
nur am Grunde verwachsen, mit den Spitzen abstehend, auf dem Kiele langhaarig 
gewimpert, länger als die Deckspelze, Granne über dem Grunde der Deckspelze ent- 
springend, gekniet, lang vorragend Staubbeutel 4—Gmal so lang als breit, verblüht 
hellbraun. 

Unfruchtbare Halme und die Basis der Blüthenhalme niederliegend, 


2, Mai— Juli. Auf nassen Wiesen, Sandplätzen, in Gräben und Wasserlöchern 
im ganzen Gebiete verbreitet, 


4. A. fulvus Smith. Halme und Blätter seegriin, Blattschciden blau bereit. 
Hüllspelzen eben aneinander geschlossen, so lang wie die Deckspelze, Granne etwas 
unter der Mitte der Deckspelze entspringend, gerade, eingeschlossen. Staubbeutel 
3mal länger als breit, verblüht rothgelb. 

Blumen kleiner, zahlreicher und dichter als bei vor., zu der sie vielleicht als Abart gehört. 

2} Mai — Juli. Wie vorige und noch häufiger, 


12. Phleum L. Lische. 


1. Ph. pratense Schreber. Ausdauernd, locker rasig, bisweilen beblütterte LAW 
fer treibend. Rispenzweige sehr kurz, wenig — Iblüthig. Blüthe länglich. ohne Stielehen: 
Hüllspelzen lineal-länglich, querabgeschnitten, in eine pfriemliche Granne auslaufen 
kurzhaarig, am Kiele von langen, wagrecht abstehenden Borsten gewimpert, breit 
randháutig. 

a) vulgare (Ph. pratense L.). 1—3' hoch. Malme an der Basis kaum verdickt. Rispe 
meist lang walzig, selten oval, meist weisslich grün, selten violett gescheckt, Granne 3—4mal kür- 
zer als die Hüllspelze, 

*) nodosum (Ph. nodosum L.). Halme an der Basis knollenfórmig verdickt, Sonst W. 2 

b) alpinum (Ph. alpinum L.). 1—1' hoch. Oberste Blattscheide meist aufgeblaseh 
Rispe meist kurz, dick, oval, seltner walzig, meist trübviolett angelaufen. Granne so lang od“ 
etwas kürzer als die dichter gewimperte Hüllspelze, 


2) Juni — August. a) Auf Wiesen, Rainen, Waldrändern überall verbreitet 
*) seltener auf trockeneren Stellen, Kuchelbad, Baumgarten bei Prag (Ор.). Am J'usse 
des Erzgebirges: Tetschen, Brüx, Komotau! Niemes (Schauta) ! Fuss des Glazer Schnee 
berges (Op.)! b) auf Wiesen und Triften des höheren Gränzgebirges. Verbreitet im ints 
sengebirge: Iserwiese (Pohl), Glazer Schneeberg (Wimmer). Mährisches Gebirge (Bra 
leben)! Im Böhmerwald auf dem Rachel (v. Spitzel). 


2. Ph. Boehmeri Wibel. Ausdauernd, rasig. Rispenzweige vielblüthig, verzweigt, 
Blithe länglich mit stielförmiger Axenverlängerung. Hüllspelzen lineal-linglich, schie 


i 
1 
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Phalaris — I Tierochloe. 39 


abgeschnitten, in eine ziemlich kurze Stachelspitze zugespiizt, rauh punktirt, am 
Kiele sehr kurz gewimpert-rauh, weisslich randhäutig. 

1 1—2' hoch, starr, graulichgriin, öfter violett überlaufen. Die Blüthenspelzen wachsen 
bisweilen blattig aus (forma vivipara), 

2, Juni, Juli. Auf trockenen Sandhügeln im Gebüsch, au Waldrändern im hü- 
geligen Lande, hie und da, Um Prag: Kuchelbad, St. Prokop, Sarka, Podbaba, Roztok, 
Паріс, Michler Wald, Karlstein u. a. О. Um Podebrad, Leitmeriz, Niemes, am Bösig! 
Chlum bei Jungbunzlau, D. Laipa, Tepliz, Sperlingstein bei Tetschen, Rothenhaus, Saaz u. s. w. 


3. Ph. asperum Villars. J//njührig. Rispenzweige vielblüthig, verzweigt. Dlüthe 
verkehrt eiförmig-dreieckig, mit einem Stielchen. Wüllspelzen knorpelig, kaum rand- 
häutig, oben aufgeblasen-kappenförmig, querabgeschnitten mit kurzer dieklicher Stachel- 
Spitze, warzig-punktirt, am Kiele fein warzig-rauh. 

j Halm meist bis hinauf beblüttert, oberste Blattscheide etwas aufgeblasen, Blüthen grau- 
lichgrün, klein und dicht in walziger Rispe. 

©) Juni, Juli. Auf Grasplätzen, trockenen Hügeln, nicht ursprünglich einheimisch. 
Um Prag (Tausch)! Bergabhang der hinteren Šárka (Seidl)! Zwischen Predesic (?) und 
Jetenic (Pohl)! 


13. Phalaris L. Glanzgras. 


1. Ph. arundinacea L. Wurzelstock kriechend. Halme aufrecht, sowie die brei- 
ten, eraugrünen Blätter schilfartig. Rispe zur Blüthezeit ausgebreitet, einseitswendig, ge- 
lappt. Acussere Hüllspelzen lanzettlich, scharf gekielt, ungeflügelt, weisslichgrün, oft 
Violett angelaufen. Deckspelze knorpelig, glänzend. 

2 Juni, Juli. Am Rande von Gewässern, in Sümpfen, auf nassen Wiesen im 
Sanzen Gebiete bis in das Vorgebirge verbreitet. 


+ 2. Ph. canariensis L. Wurzel jährig. Rispe ährenförmig, eifórmig. Hüllspelzen mit 
breitem Flügelkiel. weisslich, grünnervig. 
à © Juli. Stammt aus dem Süden, wird selten gebaut und findet sich dann ver- 
emzelt wie wild, so um Prag, bei Bodenbach (Malinský) ! 


14. Anthoxanthum L. Ruchgras. 


1. A. odoratum: L. Wurzelstock rasig. Halme 1-—2° hoch, aufrecht. Blatter 
Sewimpert und haarig. Rispe zusammengezogen, länglich, etwas gelappt, bleichgrün, Achr- 
chen lanzettlich-pfriemlich. 

а) glabrescens. Ilüllspelzen glänzend, kahl, nur am Kiele rauh oder gewimpert. Län- 
gere Granne über die obere Hüllspelze wenig oder gar nicht vorragend. 

Ё) pilosum. Obere Hüllspelze behaart. Grannen wie bei е). 

y)longearistatum. Längere Granne die obere Hüllspelze um } ihrer Länge überragend. 

Nöhert sich dem A. Puelii Lecoque. 

2%. Juni, Juli. Auf Wiesen und freien Waldplätzen im ganzen Gebiete gemein, 
auch auf Torfmooren. 


15. Hierochloö Gmelin. Mariengras. 


1. Н. australis Rûm. & Schult. Wurzelstock rasig, kurz niederliegende Spros- 
sen treibend. Achrchensticle unter dem Aehrchen gebartet. Hüllspelzen quer gestutzt, 
Weisslich trockenhäutig.  Deckspelzen angedrückt feinhaarig, am Rande wimperhaarig, 
ge der oberen J Blithe mit einer geknieten aus der Rückenmitte entspringenden 

ranne 


40 Sesleria — Holcus, 


1—2' hoch. Hüllspelzen oft roth gecheckt, silberweiss schimmernd. Die untere сў Blüthe 
hat meist eine kurze, unter der Spitze der Deckspelze entspringende Granne, ausnahmsweise auch 
eine gekniete Riickengranne, 


2, April, Mai. In lichten Wäldern, Holzschligen, schattigen, feuchten Gebüschen 
des hügeligen und gebirgigen Landes nicht häufig. Bei Prag: um St. Ivan und Karlstein! 
Brezaner Berg bei Königsaal (Presl). Laurenżberg (Kha! Březina bei Radnie (Stern- 
berg)! Goldenkron (Jechl)! Auf den Vorbergen des Erzgebirges: Karlsbad (Weicker). 
Komotau! und Görkau, Hannersdorf! Bei Tetschen am Zinkenstein, Falkenberg (Malin.)! 
B. Laipa (Watzel)! Im Mittelgebirge: am Mileschauer, bei Boreslau! am Radelstein, 
Hradischken bei Leitmeriz (Reuss), am Göltsch (Tausch)! bei Libochovic (Reuss). Josels- 
thal bei Kosmanos! 


2. H. borealis Rim. & Schult. (Н. odorata Wahlenb.). Wurzelstock lang- 
gliedrig, kriechend. Achrenstiele kahl oder nur mit einzelnen Härchen. Hüllspelzen 
etwas zugespitzt, gelblich trockenhäutig. Deckspelzen kurzrauhhaarig, am Rande bor- 
stig-gewimpert, die der oberen J Blithe ohne Rückengranne. 

Stärker als vor., breit- und steifblättrig. Achrchen gelblich oder réthlich-braun, Deck- 
spelzen der сў Blüthen entweder grannenlos, oder die der oberen, seltener beider mit kurzer End- 
granne, 

Æ Mai, Juni. Auf feuchten Wiesch, an Flussufern, sehr selten. Um Stefansüber- 
fuhr (Tausch)! Am Göltsch bei Leitmeriz (Kratzmann)! B. Laipa (Watzel)! Die übrigen 
Angaben (Berg Bané bei Königsaal, Chobot bei Jungbunzlau, Marienbad u. a.) sind мег 
felhaft und gehören vielleicht zur vorigen Art. 


16. Sesleria Scopoli. 


1. S. coerulea Ard. Wurzelstock dichtrasig, doch auch kurze Läufer treibend. 
Halme 3”—2‘ hoch, nur am Grunde bescheidet, Scheiden kurzspreitig, Spreiten flach, 
starr. Aehrchen 2—3blüthig in eiförmiger oder lünglicher Scheinähre, meist amethyst- 
blau überlaufen, seltener grünlich oder weisslich, Deckspelze nervig mit ganz kurzer 
Endgranne und 4 noch kürzeren borstlichen Zähnen, 


2 April, Mai. Auf Kalkfelsen der Hügeleegenden und des niederen Gebirge: 
Um Prag häufig: St. Prokop! Bränik! Motol! Königsaal, Karlstein und St. Ivan! Be 
Roudnic (Reuss). Peruc (Malinský)! Leitmeriz (Thiel)! Münchengrütz (Sekera), Turnat 
(Laufberger)! Auch auf sumpfigen Wiesen der Herrschaft Podébrad (Opiz)! 


17. Holcus L. em. Honiggras. 


1. H. mollis L; Wurzelstock beblätterte Läufer treibend. Blattscheiden gras 
grün, kahl oder sehr zerstreuth :arig; Spreiten kahl oder’ oberseits kurz weichhaarlg 
und nebstbei zerstreut langhaarig, Achrchen eilanzettlich, Granne lang, gekniet gebo- 
gen, meist vorragend. 

Hüllspelzen strohgelblich oder weisslich, am Grunde meist violett. | 

?, Juli, August, Auf Feldern, Rainen, Waldwiesen, in Waldschlägen im ganzen 
Gebiete zerstreut. 


2. H. lanatus L. Wurzelstock rasig, ohne Läufer. Blattscheiden graugrün, ER 
den Scheiden wweichhaarig. Achrchen eiförmig. Granne sehr kurz, oben hakig gee? 
gen, nur mit dem Spitzchen etwas vorragend. 


Achrchen dünnhäutig, kurzflaumig, blassweisslich, oft rosa angelaufen, 


, TN . , dëi 4 auf 
2, Juni — August. Auf feuchten und sumpfigen Wiesen, kultivirten Mooren, al 
Rainen niederer und gebirgiger Gegenden gemein. 


Arrhenatherum — Avena, 41 


18. Arrhenatherum Beauv. 


1. A. avenaceum Beauv. (A. elatius Presl, Avena elatior L.). Wurzelstock rasig. 
Blätter flach, oberseits scharf, kahl oder die unteren etwas haarig. Rispe länglich, ziemlich 
kurzästig, zur Blüthezeit ausgebreitet. Hüllspelzen sehr ungleich. Granne der unteren 
Deckspelze unter ihrer Mitte entspringend. 

2—4' hoch. Spelzen grünlich, weissrandig und öfter violett gescheckt. Die obere Deck- 
spelze ist bald grannenlos, bald mit einer ganz kurzen, geraden Granne unter der Spitze, selten 
mit einer geknieten längeren Rückengranne. Bei einer Abart, die ich noch nicht aus Böhmen sah, 
schwillt das unterste Halmglied zu einem rundlichen Knollen an. 

2, Juni — August. Auf Wiesen und Triften, auf Rainen im ganzen Gebiete 
verbreitet. 


19. Ventenatia Koeler. 


1. V. avenacea Koel. (Avena tenuis Mönch). Halme dünn, meist gekniet aufstei- 
gend, 4—1‘ hoch, Blätter schmallineal, zusammengerollt. Rispe aufrecht, schlaff, aus- 
gebreitet mit feinen, langen, feinhaarig-rauhen Zweigen. Spelzen blassgrün, nervig mit 
weisshäutigem, silberglänzenden Rande. 

С) Juni, Juli. Auf trockenen Hügeln, Feldern, in lichten Eichwäldern, selten. 
Um Prag: im Michlerwalde (Sehöbl)! in der Sárka (Op. Slapy beroun. Kreis. (Presl). 
Felder bei Klostergrab (Winkler)! Um Tepl (Tausch)! bei Waltsch auf dem Strohbusch 
(Konrad), bei Welckau (Glückselig). 


20. Avena L. em. Hafer. 
a) (Euavena). Pflanze einjährig. Achrchen überhängend. Obere Hüllspelze. 7—9nervig. 


1. A. strigosa Schreb. Aehrchen meist 2blüthig. Obere Hüllspelze 7— 9nervig. 
Aehrehenspindel kahl. Deckspelzen kahl, oberwärts schärflich, in zwei fein begrannte 
Zipfel gespalten, mit unten gedrehter, kräftiger, vorragender Granne. 

С) Juli, August. Auf Feldern unter Getraide, besonders unter gebautem Hafer 
hie und da zerstreut, offenbar durch Getraidebau eingeführt. Um Prag selten: Veleslavín, 
St. Prokop (Op.)! Štiřín (Sykora). St. Annabad čásl. Kreis. (Op.). Niemes (Schauta) ! 
Reichenberg (Tausch)! Schluckenau (Karl)! Tetschen (Malin.)! Fischern (Glücks.). Bud- 
weiss (Jechl)! Tuéap (Bercht.). 


+ 2. A. sativa L. Achrehen 2- (selten 1—2-) blüthig. Obere Hüllspelze 9ner- 
vig. Aehrehenspindel kahl. Deckspelzen kahl, oberwärts rauh, 2spaltig, grannenlos oder 
die untere mit schwach geknieter, vorragender Granne. Frucht der Vorspelze an- 
Sewachsen. 

a) diffusa Мой", Rispe allseitig ausgebreitet. 

b) contracta (A. orientalis Schreb.). Rispe zusammengezogen, einseitswendig. 

© Juli, August. a) allgemein gebaut und häufig verwildernd. b) nur selten hin 
und wieder. 


T 3. A. nuda І. Aehrchen 3—4blüthig. Aehrehenspindel kahl, zwischen den 
kahlen, nervigen Deckspelzen verlängert, daher diese über die Hüllspelzen vorragend, 
grannenlos, oder die unterste derselben mit dünner vorragender Granne. Frucht nicht 
angewachsen. 

y © Juli, August. Der Anbau in mehreren Gegenden eingeführt (ükon. techn. 
Flora Böhmens). 


4. A. fatua L. Achrehen 2—3blüthig. Blüthen mit einer Schwiele der Axe 


42 


Aira, 


gliedartig aufsitzend, leicht abfällig. Aehrchenspindel und Schwielen dicht rauhhaarig. 
Obere Hüllspelze 9nervig. Deckspelzen von feinen Punkten rauh, in 2 häutige Zähme 
gespalten, mit einer kräftigen, unten gedrehten, vorragenden Granne. 

«) hirsuta Neilr. Deckspelzen bis über die Mitte hinauf mit langen, meist fuchsrothen, 
oder weisslichen Haaren besetzt. 

PB) glabrata Peterm, Deckspelzen unbehaart, 


C) Juli, August. Unter der Saat, auf wüsten Plützen sehr häufig, (3) weit sel- 
tener: um Prag bei Veleslavín (Op.)! 

b) (Avenastrum Koch.) Wurzelstock ausdauernd. Achrchen aufrecht, Obere Hill’ 
spelze 3nervig. 

5. A. pubescens Huds. Wurzelstock locker rasig, kurze bogenförmige Sprossen 
treibend. Blätter lineal oder die halmständigen lineal-lanzettlich, flach, nicht knorpelig 
berandet, die unteren nebst den kaum zusammengedrückten Blattscheiden haarig bis 
201010, nicht rauh. Rispe schmal, etwas zusammengezogen, Aeste mit 1—8 Achrehen, 
die unteren zu 3—5 im Halbquirl. Achrehen 2— 3blüthig, Spindel langhaarig. 

11—2' hoch. Spelzen wie bei den folgenden im oberen Theile weiss trockenhäutig, grün 
und violett angelaufen, seltener ganz gelblich-weisshäutig, mit geknieter, brauner, vorragender Granne. 

2 Mai — August. Auf Wiesen, Wegrändern im ganzen Gebiete bis auf das 
Vorgebirge verbreitet. 


6. A. pratensis L. Wurzelstock dichtrasig, holzig. Blätter schmallincal, flach 
oder zusammengerollt, knorpelig berandet, oberseits punktirt rauh, samme den Schet- 
den kahl. Blüthenstand einfach traubig, zusammengezogen, Aeste einzeln und einährig. 
höchstens die untersten mit 2 Aehrchen und gezweit. Achrehen 2—3bliithig, Spindel 
unter den Blüthen pinselhaarig. 

13—2' hoch, Aehrchen grösser als bei voriger, 

Æ Juni, Juli. Auf trockenen Wiesen, Hügeln, an Waldrändern, zerstreut. Um 
Prag: Cibulka, Prokop, Kuchelbad, Särka, Michler Wald, Bohnicer Wald, Königsaal, 
Ounötie! u. a. О. Neuhof, Öäslau, Chrudim, Podébrad (Op.). Roudnie (Presl). Patek bei 
Libochovic! Kl. Radischken bei Leitmeriz ! Kamajk bei Mileschau (Reuss). Tetschen, 
Briix, Rothenhaus. Vysočan bei Saaz u. s. w. 


7. А. planiculmis Schrad. Wurzelstock locker-rasig, kurze beschuppte Läufer 
treibend. Blätter breit lineal, flach, die oberen lineal-lanzettlich, an der Spitze kappen- 
förmig, am Rande und öfters oberseits rauh. Scheiden flach zusammengedrückt, die 
heurigen von feinen Härchen rauh. Rispe schmal zusammengezogen, Aeste mit 1—4 
Achrchen, meist gezweit, die unteren zu 3—4. — Aehrehen i—7blüthig; Spindel unter 
den Blüthen pinselhaarig. 

2 37 hoch, stärker und steifer als vorige, 


А j d r sah) | 
2, Juli, August. Auf der Marchwiese des hohen Glazer Schneeberges (Tausch)! 


21. Aira L. em. 


1. A. caryophyllea L, Rispe eiförmig, zerstreutblüthig, ziemlich ausgebreitet ; 
die meisten Aechrchen weit kürzer als ihre fädlichen Stiele. Hüllspelzen am Kiele еш 
wenig rauh, bedeutend länger als die Dlüthen. 

2-10" hoch, sehr fein und zart, meist rasig beisammenwachsend. Blätter borstlich. 
Aehrchen kaum 1‘ lang, 

C) Juni, Juli. Auf Sandhügeln, Sandfeldern, Maiden, in Kieferwäldern, in ie 
deren und gebirgigen Gegenden. Um Prag selten: um Königsaal! am Dablicer Berg; 
bei Rostok (Op.). Bei Lissa (Tausch)! Hirschberg! Niemes! Jungbunzlau (Himmer). 


і 
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Deschampsia — Corynephorus. 43 


Münchengrätz (Sek.). Turnau (Dědeček)! Roudnie (Reuss)! Böhm, Laipa! Fugau (Karl)! 
Vorberge des Riesengebirges (Praesens)! Tetschen (Mal.)! Rothenhaus (Roth). An der 
Mies bei Darova (Sternberg) ! 


2. A. praecox L. Rispe länglich, dichtblüthig, zusammengezogen; Aehrchen 
so lang und länger als die Stiele. Hüllspelzen am Kiele rauh, kaum etwas länger als 
die Dlüthen. 

2—6" hoch, in kleinen Büscheln. Achrchen 15^ lang, sonst wie vor. 

C) Mai. Auf sandigen Haiden, Waldrändern, bewaldeten Hügeln. sehr selten. 
In Nordböhmen: Neugrafenwalde und Nixdorf bei Schluckenau (Karl, Tausch)! Schiessnig 
bei Böhm. Laipa! Am Erzgebirge: Ziegenberg bei Görkau (Thiel)! Kačina bei Kutten- 
berg (Pejl.)! 


22. Deschampsia Beauv. Schmiele. 


1. D. caespitosa Beauv. (Aira caesp. L.). Wurzelstock dichtrasig. Blätter lineal, 
anfangs zusammengefaltet, später flach, oberseits sehr rauh. Rispe weitläufig, ausgebreitet 
mit fädlichen, haarig scharfen Zweigen. Achrchen 2—8bliithig, obere Blüthe länger gestielt. 
Deckspelze abgestuzt, gezähnelt, über der Basis mit gerader, aus dem Aehrehen kaum 
etwas vorragender Granne. 

2—4' hoch. Achrchen glänzend, gelblichgrün oder violett gescheckt. 

2 Juni — August. Auf nassen Wiesen, Torfgründen, in feuchten Hainen allge- 
mein, auch im höheren Gebirge, z. B. im Riesengebirge, verbreitet. 


2. D. flexuosa Griseb. (Aira flexuosa L.). Wurzelstock rasig, sprossentreibend. 
Blätter borstlich, zusammengefaltet. Rispe lockerblüthig, Aeste aufrecht abstehend, 
öfter wellig-bogig, etwas rauh.  Aehrehen 2blüthig, obere Dlüthe ganze Awrz gestiicht, 
Deckspelze zugespitzt, gezähnelt, über der Basis mit einer weit vorragenden, knieformig 
gebogenen Granne. 

1—2' hoch. Achrehen glänzend, meist violett angelaufen oder gelbgrünlich. 

2, Juni, Juli. Auf trockenen, sonnigen Haiden, in Wäldern, im Hügel- und 
Gebirgslande, bis in das Hochgebirge verbreitet. 


23. Trisetum Pers. Glanzhafer. 


1. T. pratense Pers. (T. flavescens Beauv., Avena flavescens L.). Wurzelstock rasig. 
Blätter lineal, oberseits flaumhaarig. Rispe länglich, ‚ausgebreitet.  Achrchen klein, glän- 
Zend, gelberiinlich oder violett gescheckt. Achrchenspindel behaart. 

14— 2° hoch, schlaff. 


2 Juni, Juli. Auf Wiesen, Waldrändern im ganzen Gebiete verbreitet. 


24. Corynephorus Beauv. Silbergras. 


1. С. canescens Beauv. (Aira can. L.). Dicht rasig. Blätter kurz, borstlich, zusam - 
Mengerollt, langscheidig, seegrün, wie auch die 4—1‘hohen Halme. Rispe gedrungen, zur 
Blüthezeit etwas ausgebreitet, sonst zusammengezogen mit fädlichen Zweigen. Hüllspelzen 
Srünlich und weissrandig, gelblich oder rosa angeflogen, Staubbeutel violett. 

2 Juli, August. Auf Sandfluren, in Kieferwäldern, in niederen Gegenden hie 
und da verbreitet und stets sehr zahlreich. Um Prag: Michler Wald (Op.)! Hrdlorez ! 
Vyšehrad (Hofm.)! Modřan (Reuss). In Ost- und Nordbóhmen auf der Sandsteinforma- 
tion sehr häufig, z. B. Mélnik, Nimburg, Pardubic, Hirschberg, Weisswasser, Grosskal, 
B. Aicha, Böhm. Leipa, Wartenberg! Roudnice und Leitmeriz! Tetschen (Mal.)! Bei 
Görkau (Reuss). Tepl (Konrad). Janovice beroun. Kreis. (Bercht.). 


ss 


Koeleria — Melica. 


25. Koeleria Pers. 


1. K. cristata Pers. Dicht rasig. Halme unter der Rispe und Rispenzweige 
kurztilzig, Blätter schmallineal, nebst den unteren Scheiden sehr fein flaumigfilzig. Rispe 
mehr weniger zusammengezogen, öfter gelappt und am Grunde unterbrochen.  Spelzen 
glänzend, grünlich oder violett angeflogen, weissrandig. Deckspelzen grannenlos mit oder 
ohne Stachelspitze. 

a) viridula Doll (K. cristata Aut.) Blätter blassgrün, flach mit verwischtem Filz 
und die unteren nebst Scheiden zerstreut langhaarig. Deckspelzen zugespitzt oder sta- 
chelspitz. 

b) glauca (К. glauca DC.). Blätter seegrün, starr, flach oder rinnig, mit dichtem Filz aber 
ohne lange Haare. Deckspelzen stumpflich. 


2 Juni, Juli. Auf trockenen Wiesen und Triften, sonnigen Hügeln, Rainen, aul 


sandigem und lehmig-kalkigem Boden, a) im Gebiete verbreitet, b) auf Sandfluren sel- 
ten, bisher nur in der Umgegend von Roudnie (Tausch, Reuss)! 


26. Danthonia De Candolle. 


1. D. decumbens DC. (Triodia dee. Beauv.). Rasig. Halme erst niederliegend, 
dann schief aufsteigend, !— 14“ hoch. Blätter lang, flach, sammt Scheiden langhaarig ; 
Scheidenmündung jederseits mit einem Haarbüschel. Traube einfach oder am Grunde 
etwas ästig, zusammengezogen. Granne zwischen den 2 Zähnen der grünlichen, glänzen- 
den Deckspelze ganz kurz, selbst zahnfórmig. 

2, Juni, Juli. Auf lichten, besonders sandigen Waldplätzen, in Haiden verbreitet. 
Um Prag: Šárka, Stern, Horomöric, Michler und Bohnicer Wald. Sehr häufig auf dem 
Sandstein der Kreideformation in Nordböhmen, auch auf Urgebirge bei Reichenberg, am 
Jeschken. Auf Vorbergen des Riesen- und Erzgebirges u. s. w. 


27. Melica L. Perlgras. 


1. M. nutans L. Wurzelstock langgliedrig, mit kürzeren Läufern. Blätter lineal- 
lanzettlich, etwas steif. Blatthäutchen blathwinkelständig, fast ganz verkimmert. 
Rispe einfach, traubig, einseitswendig, Aeste kurz, angedrückt. Achrehen егте, 
etwas mickend mit 2 ausgebildeten Dlüthen. Deckspelzen kahl. 

1—2' hoch. Hüllspelzen purpurviolett überlaufen, oben breit weissrandig. 

„ 2% Mai, Juni. In Laubwäldern des Hügel- und Gebirgslandes verbreitet. Um 
Prag: Zizkaberg, Laurenzberg, St. Prokop, Kréer Wald, Karlstein u. s. w. 


2. M. uniflora Retz. Wurzelstock durch dünne Läufer weit kriechend. Halme 
aufsteigend, schlaff, dünn, Blätter flach, dünn und schlaff. Blatthäutchen der Spreite 
gegenüber, lanzettlich. Rispe einfach, armblüthig, untere Aeste verlängert, 2—-3ährig: 
Aehrchen eiförmig, aufrecht mit 1 ausgebildeten Blüthe. Deckspelzen kahl. 

1—14' hoch. Hüllspelzen purpurviolett angelaufen, kaum weissrandig. 

?, Mai, Juni. In schattigen, humosen Bergwäldern. Um Karlstein (Pohl) ? In 
Nordböhmen auf den höheren Basaltkuppen: Rollberg! Reichstadt (Hockauf)! Limberg 
bei Gabel! Höllengrund bei Neuschloss (Watz.)! Wolfsberg bei Schönlinde (Tausch)! 
Botzen- und Spitzenberg bei Schluckenau (Karl)! Nixdorf (Neumann)! Rosenberg pel 
B. Kamniz! Kamajéken bei Mileschau (Reuss)! Bořen bei Bilin! Tepliz (Winkl.)! Tet- 
schen (Mal)! Bei Karlsbad! Тері (Konr.). Landskron (Steinmann), 


3. M. ciliata L. Wurzelstock kriechend. Blätter schmallineal, zuletzt mit den 
Rändern eingerollt, steif, untere Scheiden haarig. Blatthäutchen lanzettlich, achsel- ws 
fast seitenstündig.  Rispe walzenförmig, zusammengezogen. ` Aehrchen lanzettlich mi 


Phragmites — Poa. 45 


1 ausgebildeten Blithe.  Deckspelze am Rande von seidigen, nach dem Blühen sehr 
verlängerten Haaren dichtgewimpert. 

1—9' hoch. Achrehen weisslich, meist violett angelaufen, zuletzt weisszottig. 

% Juni, Juli Auf steinigen, buschigen Lehnen des würmeren Landes. Um Prag 
sehr häufig. St. Ivan und Beroun. Březina (Sternberg)! Moldautein! Marienbad, Karls- 
bad (J. Reiss)! Brüxer Schlossberg (Knaf)! Tepliz (Roth)! Schillinge bei Bilin! Aussig! 
Sperlingstein ! Leitmeriz! Jungbunzlau (Stika)! und Münchengrätz. 


28. Phragmites Trin. Rohr. 


1. Ph. communis Trin. Wurzelstock kriechend. Halme steifaufrecht. Blätter 
breit, rauh, seegrün, Rispe ausgebreitet, Aehrehen violettbraun, seltener gelblichbraun, 
von den silberweissen Haaren schimmernd, Deekspelzen lanzettlich, langpfriemlich. 

Æ August, Septemb. In Sümpfen, an Teichen und Flussufern, besonders nie- 
derer Gegenden verbreitet, gemein. 


29. Oynosurus L. Kammgras. 


1. C. cristatus L. Rasig. Halme 1— 2" hoch, oben nackt. Blätter schmallineal, 
flach. Rispe ährenförmig, lineal, einseitig 2zeilig. Deckspelze stachelspitz oder kurzgran- 
nig, oben kurzhaarig-rauh. Spelzen der sterilen Achrchen stachelspitz. 

2, Juni, Juli. Auf fruchtbaren Wiesen und Triften im ganzen Gebiete bis in 
das Vorgebirge gemein. 


30. Dactylis L. Knaulgras. 


1. D. glomerata L. Rasig. Blätter nebst den zusammengedrückten, geschlosse- 
nen Blattscheiden sehr rauh, mit langzugespitztem Blatthäutchen, die grundständigen zur 
Blüthezeit vertrocknet. Rispe gedrungen, gelappt, stark cinseitswendig. Aehrchen 3—5- 
blüthig, auf einer Seite vertieft, auf der andern. gewölbt. Deckspelzen in eine kurze 
Granne zugespitzt, am Kiele steif gewimpert oder rauh. 

2 Juni, Juli. Auf Wiesen, Rainen, an Wegen sehr gemein. 


31. Sclerochloé Beauv. Hartgras. 


1. S, dura Beauv. (Cynosurus durus L.). Halme meist zahlreich, rasig nieder- 
liegend oder aufsteigend, seltener aufrecht, 1—6” lang. Oberste Blattscheiden aufge- 
blasen, | Aehrchen 3—6blüthig, stark einseitswendig, starr, die seitlichen fast sitzend. 
Spelzen fast lederartig, grün, weissgerandet. 

à С) Mai, Juni. Auf trockenen, unfruchtbaren, festseholligen Triften, an Wegen 

Im wärmeren niederen Lande, sehr zerstreut. Um Prag: St. Prokop, Belvedere, Michle, 

Lieben, am Wege von Votic nach der батка! Moriny bei Karlstein an einem Teiche 

(Kalmus)! Weg von Cáslau nach Katina (Pejl)! Neuberg bei Jungbunzlau (Himmer)! 

trei t Teplic (Winkl)! Komotau gegen Bidliz zu! Hut bei Vysočan saaz. Kreis, 
viel)! 


82. Poa L. Rispengras. 


a) Deckspelzen mit wenig vorragenden, meist ganz verwischten Nerven, auf den Rand- 
nerven unterseits fein- oder seidig-flaumig. 


ol Wurzelstock rasig, ohne Läufer; Halmbasis von den harten, umhüllenden Scheiden ver- 
dickt. Untere Rispenäste meist zu 1—2, doch auch bis 4. Hüllspelzen eilanzettlich, zu- 
gespitzt, 


Poa. 


46 


1. P. bulbosa L. Halmgrund dureh die aufgetriebenen Blattscheiden und einge- 
schlossenen Knospen zwiebelartig. Blätter schmallincal, die grundständigen fast fäd- 
lich, meist zurückgerollt, die halmständigen kürzer als die Seheiden. Rispe eilänglich, 
gedrungen. Aehrchen eiförmig oder eilänglich, 4 — 6blüthig. 

j—1' hoch. Aehrchen graulichgriin, meist etwas violett angelaufen, und gewöhnlich lau- 
big-röhrig auswachsend. 

4 Mai, Juni. Auf trockenen, lehmigen Grasplätzen, Rainen, Hügeln des würme- 
ren Landes sehr häufig. Um Prag gemein! Jungbunzlau, Münchengrätz ! Cáslau, Nimburg ! 
Böhm. Leipa! Brüx; Osseg, Komotau! Eger (Walk сй. Sow. 


2. P. alpina L. Halmgrund nicht zwiebelartig, wiewohl von den zahlreichen, 
theilweis festen Scheiden umschlossen. Blätter lineal und lineal-lanzettlich, plötzlich 
zugespitzt, mehr weniger starr, die halmständigen kürzer als die Scheiden. 

Sonst wie vor, 3—1} hoch, dichtrasig, Achrehen glänzend, grün oder gelblich, auch vi- 
olett gescheckt, denen der vor, sehr ähnlich. 

2 Juli, August. Auf Wiesen und Triften der hohen Bergkuppen des Böhmer- 
waldes. Am Arber (Sendtner). Lusen (v. Spitzel). 


В) Wurzelstock lockerrasig, ohne Läufer, Halmbasis von den Scheiden nicht verdickt. 
Untere Rispenäste zu 1—2, Hüllspelzen lanzettlich, spitz. 


З. Р, annua L. Halme aufsteigend oder am Grunde niederliegend und wurzelnd. 
Blätter flach, weich, die der sterilen Triebe 2zeilig; obere Blattscheiden etwas zw- 
sammengedriickt, Rispe meist einseitswendig mit glatten, gespreizten oder herabgeschla- 
genen unteren Aesten, Achrehen eilanzettlich, 3—7blüthig. Deekspelze stumpf, vorne 
breit randhiutig, am Randnerven feinflaumig oder fast kahl. 


«) vulgaris, Einjährig, mein, Deckspelzen grün oder etwas violett angelaufen. 
В) supina., Ueberwinternd durch die niederliegende, bis mehrere Zoll lange, wurzelnde 
Halmbasis. Deckspelzen schmutzig violett gescheckt. 


С) oder 2 Mai — November. Auf Grasplätzen, Triften, allerhand bebautem 
und wüstem Boden äusserst gemein, В) im Riesengebirge (Tausch) ! 


4. P. laxa Haenke. Halme aufrecht oder aufsteigend, am Grunde öfter wurzelnd. 
Blätter schmallineal, verlängert, flach, schlaff, mehrzeilig, obere Bluttscheiden stielrund- 
lieh. Rispe locker und wenigährig, etwas nickend, mit aufrechten, glatten Aesten. Aehr- 
chen eifürmig, 2—4blüthig. Deckspelzen spitzlich, schmal randhiutig, am Randner- 
ven seidig-flaumig. 

3 bis 10" lang, schlaff, schwach seegrün. Deckspelzen grün, violett und goldgelb gescheckt. 


2 Juli, August. Auf Felsen, zwischen Felstrümmern des höheren Riesengebirges: 
Schneckoppe! kl. Teich, Mittagsteine, kleine Schneegrube (Wimmer). Miidchensteine 
(Knaf)! Teufelsgärtchen, Hohefall bei Haindorf (Opiz). 


y) Wurzelstock mit kürzeren oder längeren Läufern. Untere tispenäste meist zu 3—5, 
doch auch zu 1—2. Hüllspelzen lanzettlich, spitz. 


5. P. nemoralis L, Kurze, wagrechte Sprossen treibend. Halme ziemlich stiel- 
rund oder etwas zusammengedrückt. Blätter flach, ziemlich schlaff, die halmständigen 
so lang und länger als ihre Scheiden. Rispenäste sehr rauh. Achrehen erlangettlich, 
1—7blüthig. 


«) umbrosa. Halm und Blätter schlaff, Rispe schmal, ärmlich, überhängend. Achrehen 
1—2blüthig, grünlich oder an der Spitze violett. Blatthäutchen äusserst kurz. Hine 
schwache Form mit fast einfacher Traube ist P. depauperata Kit. 

В) rigidula. Halme steif und hoch. Rispe aufrecht, ausgebreitet, reichährig. Achrehen 
gross, 3—7blüthig. Deckspelzen vor der Spitze meist mit gelbem l'leck, darunter violett 
angelaufen. Blatthäutchen kurz. Sieht der P. pratensis ähnlich, 


Poa, 47 


y) fertilis (P. fertilis Host, P. serotina Ehrh.). Halme 1—3' hoch, ziemlich steif, aus 
den unteren Blättern oft sprossentreibend. Rispe locker, ausgebreitet, weitläufig. Aehr- 
chen meist 2—5blumig, wie bei 8) gezeichnet. Blatthiiutchen verlängert. 


d 


> 


glauca (P. caesia Smith). Halme.starr, niedrig, mehr weniger seegrün, am Grunde 
von den Blattscheiden ganz eingeschlossen. Rispe armährig, Aehrchen 2—3blüthig. Blatt- 
häutchen kurz. 


2) Juni, Juli. œ) in Wäldern gemein. В) an mehr sonnigen Waldstellen, Mauern. 
7) an Flussufern und feuchten Wiesen. 0) in Felsritzen des Riesengebirges (Wimmer). 


6. P. pratensis L. Wurzelstock mit verlängerten, kriechenden Läufern. Halme 
wie bei vor, Blätter flach oder fädlich zusammengerollt, die oberen weit kürzer als ihre 
Scheiden. Blatthäutehen kurz. Rispenäste rauh oder ziemlich glatt. Aehrchen e?fórmig, 
3—5blüthig, mit langwolliger Axe. 

i--9' hoch. Grasgrün oder seegrün. Aehrchen oft violett gescheckt und vorne mit einem 
gelben Flecken. 


2} Mai, Juni, Auf Wiesen und Тер allgemein verbreitet. 


7. P. compressa L. Wurzelstock mit verlängerten, kriechenden Läufern. Halme 
am Grunde winkelig geknickt, aufsteigend, flach, zusammengedrückt. Blätter flach, die 
oberen etwa so lang als ihre glatten Scheiden.. Blatthäutehen kurz. Rispe länglich, ge- 
drungen oder locker ausgebreitet mit rauhen Aesten. Achrehen länglich, 5—9bliithig. 
Deckspelzen abgestumpft, sich dachig deckend, vorne breit weissrandig. 

4—1% hoch, ziemlich steif. Achrchen grün, meist violett und an der Spitze gelb gefleckt. 

2, Juni, Juli. Auf trockenen Sandplätzen, an Wegen, Mauern, auch auf feuchten 
Plätzen, allgemein verbreitet. 

b) Deckspelzen mit 5 stärker vorragenden Nerven, die randstündigen ganz kahl oder 
kaum mit einer Spur von Flaum. Unterste Rispenäste zu 5—3. Hüllspelzen lanzettlich, spitz. 


8. P. trivialis L. Wurzelstock öfter kurze Sprossen treibend. Halme stielrund- 
lich. Blätter flach, allmälig zugespitzt, Scheiden etwas zusammengedrückt, offen. Blatt- 
häutehen vorgezogen, meist spitz. Rispe ausgebreitet mit abstehenden, feinen, am Grunde 
nackten Aesten. Achrchen eifórmig, 2—4blüthig. Deckspelzen nur am Kiele unter- 
wärts behaart. 

2 bis 3° hoch. Aehrchen grün oder sammt den Blattscheiden violett angelaufen. 


&) scabra. Halme nebst Blattscheiden oberwärts rauh. 
В) glabra. Halme und Scheiden völlig glatt. 


2. Juni, Juli. Auf Wiesen, an Bächen im Gebüsch, in feuchten Wäldern allge- 
mein verbreitet. 6) л. D. bei Nusle, im Hofraume des Museums in Prag! 


9. P. sudetica Haenke. Wurzelstock rasig, öfter kurze, schiefe, bisweilen auch 
Weitkriechende Läufer treibend. Halme aufrecht, oberwärts schärflich, flach zusammen- 
gedrückt. Blätter flach, lineal-lanzettlich, spitz. Scheiden zusammengedrückt zwei- 
schneidig, fast ganz geschlossen. Blatthiiutchen kurz. Rispe ausgebreitet, feinästig. 
Achrehen eiförmig-länglich, 3—5blüthig. Deckspelzen ganz kahl. 

Die kräftigste Art, 2 bis A" hoch, grasgrün. Aehrchen grün, seltener etwas violett. Bei 
unseren Formen sind die Blätter 3 bis 6 breit, plötzlich zugespitzt, vorne kappenfórmig. 


«) densa. Rispe dichter. 


B) remota (Poa remota Fries). Rispeninternodien verlängert, Aeste lang, flatterig. Aehr- 
chen meist etwas kleiner. Vom Habitus des Milium effusum. 


2. Juni, Jnli. In feuchten Bergwäldern, auf Bergwiesen. a) im höheren Gebirge 
der Sudeten: Riesengrund, Elbgrund (Tausch)! kleiner Teich, Schneegruben u. s., w. 
(Wimmer). Auf dem Glazer Schneeberg (Rybička)! В) auf den Vorbergen des Sudeten- 


M 
K 
I 


48 Eragrostis — Glyceria. 


zuges und Erzgebirges. Kaltenberg bei Böhm. Kamniz (Purkyně)! Rosenberg b. Dittersbach ! 
Schluckenau (Karl)! Nixdorf, Georgswalde (Neum.). ,,Tepliz (Winkler)! Rothenhaus 
(Roth)! Karlsbad (Joh. Reiss)! Berg Podhorn bei Тері (Konr.) ! 


33. Eragrostis Host. 


1. E. minor Host (Е. poacoides Beauv., Poa eragrostis L.). Halme 1.—8^ lang, 
oft rasig gehäuft, niederliegend oder aufrecht. Blätter flach, sammt den Scheiden zer- 
streut langhaarig. Scheidenmündung mit 2 Haarbiischeln. Aeste der ausgebreiteten Rispe 
einzeln oder die unteren zu 2.  Aehrchen flach zusammengedrückt, lincal-lanzettlich, 
8—90blüthig mit stumpfen, 2reihigen Deckspelzen, schmutzig violett angelaufen (den 
Aehrchen eines Cyperus ähnlich). 

C) Auf Sandplätzen, sandigen Aeckern, an Wegen, im wärmeren Lande hie und 
da zerstreut. Um Prag: Bubna, Insel bei der Kaisermühle! Wimmer’sche Anlagen, Nusle 
(Opiz). Jungbunzlau (Stika)! Böhm. Leipa und Neuschloss (Watzel)! Elbethal bei Mölnik, 
Roudnie, Leitmeriz, Aussig, Rongstock, besonders an der Eisenbahn häufig! Bilin (Reuss). 
Vteln bei Brüx (Stika). 


94. Briza L. Zittergras. 


1. B. media L. Rasig, kurz sprossend. Halme 1—1}‘ hoch, aufrecht. Blätter 
flach, rauh. Rispe locker mit haardünnen, wellig gebogenen Zweigen.  Aehrehen herz- 
förmig, 5—9bliithig, weisslich grün und violett gescheckt. 

2 Juni, Juli. Auf Wiesen verbreitet und gemein. 


35. Molinia Schrank. 


1. M. varia Schrank (M. coerulea Mönch, Aira coerulea L.). Dichtrasig. Halme 
steifaufrecht, 1—5’ hoch, zur Mitte beblättert, am Grunde knollig verdickt. Blätter 
lineal, straff, 2—5“ breit, Blattscheidenmündung mit 2 seitlichen Haarbüscheln. Rispe 
locker, aufrecht. Aehrchen lanzettlich, 2—4blüthig. Deckspelzen nervig, stumpf, unge- 
grannt, meist stahlblau-violett überlaufen. 

2 Juli, August. Auf torfigen und sumpfigen Wiesen, im Hügel- und besonders 
im gebirgigeren Lande verbreitet, im höheren Gebirge, z. D. auf dem hohen Schneeberg, 
sonst im Erzgebirge und im Böhmerwalde in Waldhaiden und riesig hoch (M. altissima 
Link). Um Prag: Cibulka und Motol! St. Ivan, Kréer Wald (Op.). 


36. Catabrosa Beauy. Quellgras. 


1. C. aquatica Beauv. (Aira aquatica L. Glyceria aqu. Presl). Wurzelstock 
langgliedrig, kriechend. Halme gekniet aufsteigend, 4—14 hoch. Blätter breit lineal, 
stumpflich, weich, graulichgrün. Rispe ausgebreitet mit quirligen, aufrecht oder wagrecht 
abstehenden Aesten,  Aehrehen klein, grünlich oder auch röthlich gescheckt. Deckspelze 
erhaben 3nervig. 

2, Juni, Juli. In Gräben, auf nassen Ufern, überschwemmten Wiesenstellen, wie 
es scheint selten oder übersehen. Um Prag: St. Prokop (Tausch)! Särka (Seidl), Bubené 
(Bracht)! Ounétic (Presl). Um Brandeis (Tausch)! bei Hirschberg (Presl, Neum.). 


37. Glyceria R. Brown. Schwaden. 


1. G. distans Wahl. (Poa distans L.). Wurzelstock rasig, ohne Läufer, Malme 
geknickt aufsteigend. Blätter flach, grasgrün. Blattscheiden nur am Grunde geschlossen. 
Rispe pyramidal, zusammengesetzt, Aeste zuletzt wagrecht abstehend oder herabge- 


Festuca, 49 


Schlagen, in der unteren Hälfte ührehenlos, nackt. Achrehen länglich, 3—7blüthig, den 
Aesten anliegend. Deckspelue undeutlich dnervig. 

2. Juni August. In Gräben, an Dungstätten, auf Angern der Vorstädte und 
Dörfer an ammoniakhaltigen Stellen nicht gar häufig. Um Prag: Smíchov, Lieben, Vrso- 
vic! Dejvie (Seidl), Brozan (Neum.) Münchengrätz (Sekera). Bilin! Welmschloss (Thiel)! 
Zettliz bei Karlsbad (Glitckselig), Franzensbad (Weicker). Budweis (Jechl)! 


2. G. fluitans R. Dr. (Festuca fluitans L.). Wurzelstock langgliedrig, kriechend. 
Halm am Grunde liegend und wwurzelmd, aufsteigend.: Blätter breit lineal, flach, see- 
Srün, Scheiden geschlossen. Rispe eiemlich einfach, mehr weniger deutlich, einseitswendig. 
Aoste erst zusammengezogen, zur Blüthezeit aufrecht oder wagrecht abstehend, je ein 
längerer und 1---3 kurze, I—4ährige im Halbwirtel. Achrchen lineal, 7--11blüthig, an- 
fangs den Aesten angedrückt. Deckspelze erhaben - 7nervig. 

14— 3’ hoch oder im Wasser fluthend. Spelzen mit silberweissem Rande. 


a) genuina (С. fluitans Fries). Rispe deutlich einseitswendig, Aeste meist zu 2, der kürzere 
nur einährig, Achrehen 1‘ lang, Spelzen länglich-lanzettlich, spitzlich, über 2'lang, entfernt. 
р) obtusiflora Sond. (G. plicata Fries). Rispe fast gleichmässig, untere Aeste zu 3—5, 
Aehrchen etwas über 4 lang, Spelzen eilänglich, stumpf, etwa 1“ lang, genähert. 
2} Juni-— August. In Gräben, Bächen, Sümpfen, auf überschwemmten Stellen 
des niederen und gebirgigen Landes allgemein verbreitet. b) wahrscheinlich nicht selten, 
7. В. bei Prag! Tetschen (Malin.)! Hohenelbe (Kabl.)! Reichenberg (Siegmund)! 


^ З. 9. aquatica Wahl. (б. spectabilis Mert. & Koch, Poa aquatica L.). Wur- 
Zelstock langgliedrig, kriechend. Halme aufrecht, gefurcht. Blätter breit lineal-lanzettlich, 
flach, steif, seegrün. Scheiden geschlossen. Rispe gross, länglich, zusammengesetzt mit 
aufrecht abstehenden, fast von unten an verzweigten, im Quirl zahlreichen Aesten. Aehr- 
chen länglich, 5—9blithig, von den Aesten abstehend. Deckspelze erhaben-7 —9nervig. 

Schilfartig, 3 bis 6° hoch. Achrehen grün und violett geschockt, 

2} Juli, August. An Teichen, Bächen, Flüssen, in Wassergrüben niederer und 
gebirgigerer Gegenden verbreitet, gesellig: 


38. Festuca L. em. Schwingel. 


Bhi A) Vulpia Gmel. Aehrehen in einer Rispe, Aehrchenstiele nach oben etwas verdickt. 
x) üthen Imiinnig, Hüllspelzen 1—8nervig, Deckspelzen lanzettlich-pfriemlich, langgrannig, die Vor- 
Spelze fein flaumig gewimpert, Grundblätter borstlich, zusammengefalzt. Wurzel jährig. 


PR 1. F. myurus L. (Е. pseudo-myurus Soyer). Halme am Grunde gekniet und 
"stie, bis an die Rispe beblättert. Rispe lineal, einseitig zusammengezogen, | etwas 
mekend, vielührig. Hüllspelzen sehr unglerch, die untere winzig, die obere nur die 
; litte der nächsten Deckspelze erreichend. Deckspelze oberwürts und am Kiele rauh 
mit 2— 3mal so langer rauher Granne. 

}—14‘ hoch, fein. 

C) Mai, Juni. Auf trockenen Grasplätzen, Sandfluren, Waldplätzen, sehr zer- 
streut. Um Prag: Stern! Michler Wald! Rostok (Opiz). Kobylis (Hauser)! Särka, Horo- 
měřic (Seidl), Břevňov (Opiz). Steinbrüche oberhalb der Fliedermühle (Reuss)! München- 
Brátz (Sekera), Weisswasser (Reuss). Höllengrund bei Böhm. -Leipa (Watzel)! Davle! 
Vole&na ber. Kreis, (Präsens)! Slapy (Presl). Pilsen (Konr.). 


2. F. sciuroides Roth (F. bromoides Smith). Dlattscheiden den oberen Theil 
des Halmes freilassend. Rispe straff aufrecht, armährig, kurz, der unterste Ast 
die Mitte derselben erreichend. Obere Hüllspelze die Granne der nächsten Deckspelze 
Crreichend, untere halb so gross. 


Sonst wie vor, aber niedriger, 3—8 hoch mit feinerem Halm und grösseren Aehrchen. 


4 


50 Festuca. 


С) Mai, Juni. Auf dürren Sandtriften. Ich sah Exemplare dieser Art in drei 

verschiedenen Herbarien, von Mann bei Böhm. Laipa schon vor Decennien gesammelt! 

B) Eufestuca, Achrehen in einer Rispe, selten in einfacher "Traube, Aehrensticle fiidlich, 
gleichdiek, — Blüthen 8minnig. üllspelzen 1—3nervig. Deckspelzen lanzettlich oder 
linglich-lanzettlich. Vorspelze fein flaumig-gewimpert. Ausdauernder Wurzelstock. 

a) Setifoliae. Grundblätter borstlich, zusammengefalzt, Halmblütter ähnlich oder flach. 


3. F. ovina L. Wurzelstock rasig, bisweilen kurz sprossend, aber ohne Läufer: 

Blätter sdmmtlich borstlich. Blatthiutchen kurz 20hrig. Rispe einfach, aufrecht, zu- 

sammengezogen oder am Grunde abstehend. Achrehen 3-—8blüthig. Blüthen 2reihig, 

genähert, von einander abstehend, grannenlos oder fein und kurz begrannt. Spelzen 
schmal randhdutig. 

a) vulgaris (F. ovina Presl fl. čech.). In zusammenhängenden Rasen. 3”—1’ hoch, Blätter 
dünn, fädlich, grün oder etwas blänlich. Rispe zusammengezogen. Achrehen 4—6blithig. 
Deckspelze kurz begrannt, kahl oder am Rande gewimpert (F. barbiflora Opiz!) 

b) tenuifolia (F. tenuifolia Smith, Presl fl. &.). 1—2' hoch. Blätter aufrecht, dünn, faden- 
förmig, bleichgrün. Aehrchen 3—5blumig. Deckspelze grannenlos, oft róthlich angelaufen, 
sonst wie a). 

c) duriuseula (F. duriuscula L, spec.). In zusammenhängenden Rasen, meist höher und 
stärker, }—14' hoch. Blätter dünn oder dicklich, straffer, grün oder etwas bläulich. 


2 


Rispe am Grunde etwas geöffnet. Aehrchen grösser, meist 5—6blüthig. Deckspelzen mit 

etwas längerer Granne, bald ziemlich kahl, bald kurzhaarig (I. hirsuta Host). 

d) glauca (F. glauca Lam., Presl fl. č). In diehten, grossen, leicht zerfallenden Rasen. 
Blätter von den Scheiden sich abgliedernd, sammt den Scheiden hart und starr, stiel- 
rundlich, mattelànzend, seegrün ; sonst wie c). 

2 Mai, Juni. Auf trockenen Wiesen, Triften, sandigen Waldplätzen gemein. 
b) seltener: Prag (Hofmann)! Rothenbaus (Roth)! в) an ähnlichen Orten sehr verbreitet. 
d) auf Kalk- und Sandsteinfelsen, Sandfeldern nicht so häufig, Um Prag: Podbaba, St. 
Prokop, Kuchelbad, Sárka, Michler Wald, Sele! 


4. F. heterophylla Lam, (F. rubra 8. elata und y. nemoralis Tausch!). Wurzel- 
stock dichtrasig, ohne Läufer. Grundständige Blätter zusammengefalzt, fadenfórmig; 
schlaff, meist verlängert, die halmständigen breit, flach oder nur wenig rinnig. Blatt- 
häutehen sehr kurz 2öhrig. Rispe verlängert, schmal, einseitswendig, oft etwas überhän- 
gend, mit etwas abstehenden, verlängerten Aesten. Aehrchen 4—6blüthig. Blüthen Oreihig, 
aufrecht abstehend und ziemlich entfernt. Spelzen weissrandig. Deckspelze mit haar- 
förmiger oft gleich langer Granne, selten grannenlos. 

1—3' hoch. Achrehen bleichgrün oder violett angelaufen. Spindelglieder doppelt länger 
als bei F. ovina, auch die Deckspelzen mehr verlängert. 

%Æ Juni, Juli. In lichten Wäldern, auf Sandboden, bisher wenig beobachtet. 
Um Prag: Stern! Dablicer Berg! Jenerálka! (Opiz). Bei Weisswasser! Tepliz (Winkler)! 
Rothenhäuser Revier (Roth). 


5. F. rubra L. Wurzelstock beschuppte Läufer treibend. Halme steif aufrecht, 
einzeln oder wenige in lockerem Rasen. Grundständige Blätter zusammengefalzt, am 
Grunde des Halmes bereits abgestorben, obere halmständige breiter, flach oder (lus 
rinnig. Blatthäutchen sehr kurz 2öhrig. Rispe aufrecht, schmal, zur Blüthezeit etwas 
geöffnet mit verlängerten Aesten. Achrehen 3—6blüthig. Blüthen aufrecht abstehend, 
etwas entfernt, Deckspelze mit feiner, etwa halb so langer Granne. Spelzen scha! 
weissrandig, kahl oder kurzhaarig. 

1—9' hoch, im Rispen- und Achrehenbau der vor. ähnlich. Aehrchen schmal, länglich, 
grasgrün, oft bläulich bis violett angelaufen. 

2. Juni, Juli. Auf sandigen Weiden, Triften, Rainen verbreitet aber nicht 
allzu gemein. 


6. F. varia Haenke. Wurzelstock dichtrasiy. Halme am Grunde beblättert, mit 
einem etwas höheren Halmblatt. Blattspreiten sämmtlich zusammengefalzt, meist 7U" 


Festuca, 51 


letzt zurückgekrümmt, abstehend, starr. Blatthiiutchen oval, nicht 20hrig.  Rispe ein- 
fach, oben traubenförmig, etwas einseitswendig. Aehrehen 3—-6blüthig. Deckspelzen ei- 
lanzettlich, geschweilt zugespitzt oder stachelspitz, oberwürts rauhpunktirt. Fruchtknoten 
oben behaart. 

1—1'hoch. Blattscheiden bleich, strohgelb. Achrchen grün, violett und goldgelb gescheckt, 
oder auch bleich gelblichgrün. 

?, Juli, August. Auf felsigen Stellen des höheren Riesengebirges sehr selten: 
Teufelsgärtehen (Tausch)! Kl. Schneegrube (Wimmer). 


b) Planifoliae Döll. Blätter sämmtlich fach, in der Knospe gerollt. 


7. Е. elatior L. Wurzelstock lockerrasig, Halme von unten an beblüttert. Rispe 
verlängert, aufrecht oder niekend und selbst überhängend, seltener eine einfache Traube. 
Aehrehen 4 —10blüthig, anfangs walzlich, dann zusammengedrückt, Deckspelze walzlich 
l o [n] , | 
nzettlich, ungegrannt, stachelspitz oder ganz kurz gegrannt. lruchtknoten kahl. 

, 9607 , l Ye 

Aehrchen bleichgriin, oft purpurn angelaufen. 

a) arundinacea (F. arundinacea Schreb.). 2—4^ hoch, kräftig mit 3—5'^ breiten Blättern. 


Rispe überhängend, zusammengesetzt, reichährig, Aeste gezweit, selbst der kürzere Ast 3—10 
Aehrchen tragend. Aehrchen gewöhnlich 4—25blüthig, selten auch 6—10blüthig. 


b) pratensis (F. pratensis Huds.). Bis 2° hoch, schlanker mit nur 1—2 breiten Blättern. 
Rispe aufrecht, Aeste einzeln oder gepaart und dann der kürzere Ast nur 1—2ährie 
| тъ See eid thle Gard MOL £ 
der andere 3—5ährig. Achrehen gewöhnlich 6—10blüthig, seltener nur 4—5bliithig. 
d 


racemosa Tausch! (F. pseudololiacea Fries). Aehrehen in einfacher Traube, die oberen 
ganz kurz, die unteren etwas länger gestielt, 5—6blüthig. Sonst wie b). 


2. Juni, Juli, a) Auf feuchten Wiesen, an Gräben, Flussufern, nicht gemein. 
b) auf Wiesen, Grasplützen gemein. ^) mit voriger, selten. Um Prag (Tausch)! 


8. F. gigantea Villars (Bromus gig. L.). Locker rasig, ohne Läufer. Halme 
von unten beblättert, Blätter breit lineal lanzettlich, beiderseits rauh, mit starknervigen, 
rauhen Scheiden. Aeste der schlaffen, zuletzt überhüngenden Rispe dünn, ausgebreitet. 
Achrchen 3—8blüthig, Spindelglieder kahl. Deckspelzen lanzettlich in eine 2—3mal 
gere, rauhe, haarförmige, gebogene Granne auslaufend. Truchtknoten kahl. 

2 bis 4° hoch, grasgrün. 

2. Juli, August. In feuchten, schattigen Wäldern, feuchten Gehölzen, an Wald- 
bächen im niederen und gebirgigen Lande verbreitet. Um Prag seltener: im Baumgarten, 
Kréer Wald! 


9. F. calamaria Smith (F. silvatica. Vill., Bromus triflorus Ehrh.). Wurzelstock 
locker rasig, ohne Läufer. Halme am Grunde von Schuppenblättern und allenfalls 
einem unentwickelten Spreitenblatt umgeben, höherhin 3 breite, flache, beiderseits 
rauhe Spreitenblätter mit starkgerippten, filzig-rauhen Scheiden tragend. Rispe mit 
fädlich dünnen, rauhen, ausgebreiteten Aesten, zuletzt überhängend. Aehrchen 2—6blüthig. 
Spindelglieder rauhhaarig. Deckspelzen lanzettlich, fein zugespiützt, feinhaarig-rauh. 
‘ruchtknoten oben behaart. 
habituell R bis 3° hoch. Blätter bläulich hellgrün. ,Aehrehen  blassgrün in's gelbliche. Von der 

ähnlichen Poa sudetica schon durch die offenen Blattscheiden zu unterscheiden, 
i 2. Juni, Juli. In schattigen Gebirgswüldern des Vorgebirges. Klösterle (bei 
Senftenberg?) (Steinmann). Glazer Schneeberg (Op.). Johannisbad im Schwarzwalde (Op.). 
Berg Kleis (herb. Opiz)! Wasserfall bei Haindorf (Tausch)! Bozenberg bei Schluckenau 
(Karl)! Nixdorf, Georgswalde (Neum.). Tetschen (Malinsky)! Rothenhaus (Roth)! Petschau 
А eitenw.). Karlsbad, Marienbad, Franzensbad (Glücksel.). Blansker Wald (herb. Opiz)! 
ilgram (Presl), 


? 10. F. montana M. Bieb. (Е. drymeia M. & Koch.). Wurzelstock lange, be- 
AT 


59 Bromus. 


schuppte Läufer treibend. Halme am Grunde von Schuppenblittern eingeschlossen, 
oberwürts 3—5 breite, oberseits kaum rauhe Blätter mit feinberippten, wenig 
rauhen Scheiden tragend. Aehrehenspindel kahl: Deckspelzen lanzettlich, feinspitzig, 
auf den Flächen fast glatt. 

Sonst wie vorige, ihr ähnlich, 3 bis 4' hoch. Aehrehen bliulichgriin, 

2, Juni, Juli. In schattigen Gebirgswüldern. Nach Koch in Böhmen, auch führt 
Wolfner (Lotos III. Jahrg.) Kratzau als Standort an, doch habe ich (von unrichtigen 
Bestimmungen abgesehen) bisher kein böhmisches Exemplar geschen. Am Arber im Böh- 
merwalde (nach v. Spitzel). 


O) Brachypodium Beauv. Aehrchen kurz gestielt in einfacher Traube. Hiillspelzen 
mehrnervig. Vorspelze abgestutzt, kümmig gewimpert. Sonst wie D. . 


11. Е. silvatica Huds. (T. gracilis Mönch, Brachyp. silv. Dom. & Schult.). 
Wurzelstock kurzgliedrig, locker rasig. Blätter flach, schlaff, langzugespitzt. Traube 
zweizeilig, locker, überhängend. Deekspelzen länglich lanzettlich, allmäliy in die Granne 
verlaufend, die oberen jedes Achrchens kürzer oder höchstens so lang als die haar- 
förmige Granne, 

2 bis 4' hoch, schlaff, schlank, dunkelgrün. Achrehen blüulichgrün. 

2 Juli, August, In Mainen, feuchten Gehölzen, im Hügel- und Gebirgslande hin 
und wieder. Um Prag: Kuchelbad, Baumgarten, Cibulka, Michler Wald, vor dem Stra- 
höver Thor! Cäslau (Op.). Spitzberg bei B. Leipa! Schluckenau (Karl)! Falkenberg bei 
Tetschen (Mal.)! Teplicer Schlossgarten! Osseg, Rothenhaus, Komotau! Karlsbad (Glück- 
selig) u. s. w. 


12. F. pinnata Mönch (Brachyp. pinnatum P. B., Bromus pinnatus L.). Wur- 
zelstock langgliedrig, kriechend, beschuppt. Blätter flach, ziemlich starr. Traube auf- 
recht, selten etwas nickend, zweizeilig. Deckspelzen länglich mit aufgesetzten, borst- 
lichen Grannen, sämmtlich länger als diese. 

2 bis 3' hoch, steif. Blätter, Scheiden und Spelzen bald ziemlich kahl, bald zerstreut- 
haarig bis zottig. Achrchen hellgrün. 

% Juni, Juli. Auf sonnigen, buschigen Hügeln, auf Dämmen, in lichten Vor- 
hölzern hie und da, zerstreut. Um Prag: St. Prokop, Šárka, Kuchelbad, Stern, Dablie, 
Kréer, Horoméficer Wald! — Веі Podébrad (Op.)! Bába bei Kosmanos! Spitzberg, 
Sandauer Berg bei B. Leipa! Leitmeriz! Tetschen (Mal.)! Bilin! Rothenhaus Komotau ! 
Karlsbad (Weicker) u. s. w. 


39. Bromus L. em. Trespe. 


a) Secalini. Aehrchen mehr oder minder gedunsen, gegen die Spitze verschmälert. 
Untere Hüllspelze 3 nervig, obere vielnervig. Vorspelze von starren Borsten kämmig gewimpert. 
Ein- oder zweijährige Arten. 
«) Deckspelzen kurz 2spaltig, die gerade vorgestreckte Granne daher kurz unter ihrer Spitze 
entspringend. 


1. B. secalinus L., Blattscheiden kahl, selten die unteren etwas behaart. Wispe 
ausgebreitet, zuletzt überhüngend:; Wirteläste lährig und einzelne 2—-3ährig. Achrehen 
eilänglich, 5—125blüthig. Deckspelzen elliptisch oder lünglich-elliptisch, anfangs einan- 
der deckend, bei der Fruchtreife mit den Rändern zur halben Höhe eingerolit, daher 
sich dann nicht mehr deckend, rauh punktirt oder behaart. Granne bald ganz kurz 
bald so lang als die Spelze. 

Starr und steif, 1 bis 3 hoch. Achrchen hellgrün, 

C) Juni, Juli. Unter dem Getraide als Unkraut, auf wüsten Plätzen im ganzen 
3ebiete verbreitet und oft massenhaft, 


ud " 
Bromus. 53 


9. B. racemosus L. (D. pratensis Ehrh.). Blätter und Scheiden weichhaarig. 
Rispe aufrecht oder zuletzt nickend, später zusammengezogen.  Wirtelàste kurz Лагі, 
selten längere 3— 4ührige darunter. Aehrchen eilanzettlich oder eilänglich, 5— 10blüthig. 
Deckspelzen hellgrün, mit schwach vortretenden Nerven, bei der Fruchtreife nur ganz 
am untersten Bande eingerollt, daher sich auch dann noch flach deckend, am schmal 
weisshäutigen Rande bogig begrünzt, ganz glatt und kahl. Granne etwa so lang als 
die эреле. 

Niedriger als vor. nur } bis 14° hoch, schwächer mit weicheren Blättern, sonst ihm ähnlich. 

Ө, und 69 Mai =— Juli. Auf fruchtbaren Wiesen und Weiden, auf Kleefeldern 
zerstreut. Um Prag: Dejvie, Särka, vor dem Bruskathor, bei Ounétic! Niemes (Schauta)! 
Bilin (Reuss). Kosten (Winkl.)! Kommerer Seewiesen (Winkl.)! Rothenhaus (Roth). Vy- 
sočan saaz. Kreis. (Thiel)! Franzensbad (Weick). Karlsbad (Glücks.) Budweis (Jechl) ! 
Ha О. 


3. B. mollis L. Blätter und Scheiden zottig-weichhaarig. Rispe oder Traube 
aufrecht, gedrungen, später zusammengezogen, Aeste bald 2 Dührige unter lährigen, 
bald nur führig, einzeln; bisweilen nur 1 endständiges Aehrchen. Achrchen eilänglich, 
5—10blüthig, behaart, selten kahl. Deckspelze £rübgrit, auch bei der Reife sich dachig 
deckend, breit elliptisch, mit stark vorspringenden Nerven, am breit weisshäutigen 
Rande oberhalb der Mitte stumpfwinkelig begränzt, rauh punktirt bis haarig. Granne 
etwa so lang als die Spelze. 

2"—29' hoch, grauhaarig. 

«) vulgaris. Aehrchen flaumig oder zottig. 
б) leiostachys Tausch. Achrehen kahl, scharf punktirt. Nicht zu verwechseln mit B. 
racemosus, 
А ©) Mai, Juni. Auf Wiesen, Grasplätzen, an wüsten Stellen, Rainen überall ge- 
mein, 8) jedoch selten, bei Prag (Tausch)! bei Davie! 
P) Deckspelzen ziemlich tief 2spaltig mit vorgezogenen Zipteln, die Graune daher ziemlich 
tief unter der Spitze entspringend, verlängert, zuletzt meist auswärts gebogen. 


4. B. arvensis L. (D. multiflorus Weigel, Tausch!). Blätter und Scheiden weich- 
haarig. Rispe aufrecht mit ausgebreiteten Aesten, allseitig oder etwas einseitig, Aeste 
quirlig, verlängert, theils eön-, theils 2—6ährig. Achrchen lineal-lanzettlich, 5—sblithig. 
Deckspelzen etwas entfernt, länglich, am silberweissen Rande über der Mitte in einem 
stumpfen Winkel begränzt, bei der Reife sich deckend, kahl, kaum länger als die Vor- 
Spelze, Staubbeutel etwa Smal so lang als breit. 

1 bis 11^ hoch. Deckspelzen grün oder violett angelaufen. 

" e © Juni, Juli. Auf Aeckern, Ackerrainen, an Wegen, sehr zerstreut. Um Prag: 
Radlic, Podbaba, Nusle, Dablie, Sele! u. a. O. B. Leipa (Watzel)! Um Mileschau (Tausch). 
Ton, (Winkler)! Brüxer Schlossberg (Roth)! am Hidlizer Busch bei Komotau (Reuss). 

ysocan (Thiel). Karlsbad (Glücks.). Franzensbad (Bracht)! 


5. B. patulus M. & Koch (B. multiflorus Host, B. commutatus Presl fl. č.). 
Aoste der aufrochten Rispe meist nur 4—-2ährig, Aehrchen zuletzt ziemlich zusammen- 
Jezogen und einseitig nickond, lineal-linglich, 5-—8blüthig. Deckspelzen ziemlich ent- 
lernt, elliptisch lanzettlich, am schmalen, weissen Rande über der Mitte im stumpfen 
V oni begrünzt, weit länger als die Vorspelze. Staubkölbehen nur 3—dmal so lang 
als breit, y 


Sonst wie voriger, demselben ähnlich, Spelzen breiter, Grannen kräftiger, stärker gedreht 


Auswärts gebogen. 

К, © Juni, Juli. Im Getraide, auf Rainen und Wegen, bisher nur bei Prag (Rup- 
"Oo N ^ D 8 D D i v a e Я e 

ма 1t)! beobachtet, Nach Opiz in der Podbaba, bei Lieben und Iolesovie. Die übrigen 
y. ‹ TM ч " my ^ " “ " , 

" ngaben ; Tepliz, Franzensbad u. a. sind zweifelhaft, weil gewöhnlich Formen von B. 
arvensis für D. patulus genommen wurden. 


54. Bromus, 


b) Genuini. Aehrchen zusammengedrückt, nach der Spitze verbreitert. Untere Hüll- 
spelze 1nervig, obere 3nervig. Vorspelze von starren Borsten kämmig gewimpert. Kinjährige Arten. 


б. B. tectorum L. Halm oben meist feinhaarig. Blätter und Scheiden gottig- 
weichhaarig, Rispe einseitwendig, nickend mit überhängenden feinbehaarten, 1—Gihrigen 
Aesten, Achrehen 5 — 9blüthig. Deckspelzen feinhaarig-rauh mit etwa gleich langer Granne. 


k bis 14° hoch, blassgrün, endlich schmutzig-röthlich. Deckspelzen breit, silberweiss 
berandet. 


C) Mai — Juli. Auf trockenen, dürren Grasplätzen, Mauern, Brachen sehr gemein. 


7. B. sterilis L. Halme kahl. Blätter und untere Scheiden feinhaarig.  Wispe 
allseitswendig, aufrecht, zuletzt überhängend, mit verlängerten, zur Blüthezeit ausge- 
breiteten, rauhbehaarten, rückwärts sehr scharfen 1—2ährigen Aesten. Achrchen 7- 
bis 10blüthig. Deckspelzen kahl, aber scharf mit längerer Granne. 

1 bis 2^ hoch, hellgrün. Aehrchen gross, ohne Grannen 1“ lang, grün, zuletzt oft violett. 

C) Mai — Juli. Wie voriger und fast ebenso gemein. 

c) Festucacei. Aehrchen zusammengedrückt, nach der Spitze verschmilert, Untere 
Hüllspelze tnervig, obere 3nervig. Vorspelze von kurzen, feinen Haaren gewimpert. Ausdauernde 
Arten. 


8. B. asper Murray. Wurzelstoek schief, kurzgliedrig. Blätter linceal-lanzettlich, 
schlaff, die unteren. sammt den Scheiden rauhhaarig, in der Jugend eingerollt. Rispe 
sehr locker, einseitig überhängend, untere Aeste zu 2—3.  Aehrchen lineal-lanzettlich; 
7—10blüthig. Deckspelzen sehr entfernt, lang zugespitzt. 1—2mal so lang als die 
Granne, 5nervig (3 Nerven stärker), besonders am Rande zottig behaart. 

3 bis 5° hoch, kräftig. Achrchen 1 bis 14 lang, 


2 Juni, Juli. In Bergwäldern, zerstreut. In Nordböhmen auf den höheren Basalt- 
kuppen der Kreideformation, z. B. auf dem Rollberg bei Niemes (Schauta)! Kaltenberg, 
Rosenberg bei Böhm. Kamniz! bei Steinschónau! Schluckenau (Karl). Nixdorf, Rumburg, 
Kleinskal (Neum ), Falkenberg bei Tetschen (Mal)! Bei Mileschau im Mittelgebirge! 
Turner Park bei Tepliz (Reuss). Osseg (Thiel). Karlsbad, Marienbad (Glücks.). Ellbogen 
(Weitenweber). 


9. B. erectus Huds. (Festuca montana Savi) Wurzelstock rasig, kurzgliedrig- 
Blätter in der Jugend zusammengefaltet, die grundstdndigen sehr schmal, lang 
wimperhaarig, die oberen breiter, sammt den unteren Scheiden zerstreut behaart oder 
fast kahl. Rispe locker, aufrecht, untere Aeste zu 3—6. 

Deckspelzen fein kurzhaarig bis zottig, die Art sonst in den Aehrchen der vorigen ganz 
ähnlich, 14 bis 3° hoch, 

2, Mai — Juli. Auf Wiesen, Hügeln, Wegründern hie und da zerstreut, nicht 
überall. Um Prag: Laurenzberg (Seidl)! Slichov! Podbaba, Michle! Bei Osseg (Thiel)! 
Rothenhaus (Roth). Vysočan bei Saaz (Thiel), Eger (Weicker). 


10. B. inermis Leyss. (Festuca speciosa Schreb.). Wurzelstock langglicdrey: 
mit beschuppten Läufern kriechend, Blätter lineal-lanzettlich, steif, sammt den Scher 
den kahl, jung eingerollt. Rispe aufrecht, allseitig, untere Aeste zu 8—6. Achrehen 
lineal-lanzettlich, 5—10blüthig. Deekspelzen lineal-länglich, stumpf, kurz 2zähnig mit 
Stachelspitze oder gang kurzer Granne, 5—Tnervig; 3—5 Nerven sehr stark vorragend. 


1—3' hoch. Aehrchen grün oder violett angelaufen, vorn mit rostgelber Binde. 


2 Juni, Juli, Auf Rainen, Dämmen, Wiesen, an Wegrändern, hie und da häufig, 
verbreiteter als voriger. 


NOK "IS 
Triticum, Secale. 55 


10. Triticum L. 


a) Cereale (Weizen). Ein- oder zweijährige, kultivirte Arten. Achrchen bauchig gedun- 
sen. Hüllspelzen eiförmig oder länglich. 


+ 1. T. vulgare Vill. Aehre 4seitig, dachig. Spindel zithe, nicht zerfallend. 
Aehrehen meist 4blüthig, 2 oder 3 Blüthen fruchtbar. Hüllspelzen knorpelig, bauchig, 
eiförmig, auf dem Rücken gewölbt, nur oberwärts zusammengedrückt gekielt, gestutzt, 
mit zahnförmiger Stachelspitze. Schalfrucht frei, aus den Spelzen herausfallend. 

Variirt begrannt und grannenlos, mit kahlen und sammthaarigen Achrchen. 

С) und 69 Juni. Wird auf gutem Boden im niederen Lande allgemein gebaut. 


" ў 2. T. turgidum L. Hüllspelzen von unten ап fast flügelig gekielt. Sonst 
wie voriges. 
© Juni. Wird sehr selten, 2. B. um Prag gebaut. 


t 3. T. polonicum 1. Aehre undeutlich 4kantig, etwas zusammengedrückt. 
Aehrchen meist 3blüthig, Hüllspelzen gross, papierartig, länglich, vielnervig, 3zähnig mit 
etwas grósserem Mittelzahn. Sonst wie T. vulgare. 

© Juni. Wird nur im Kleinen und nur selten gebaut; so sah ich es z. B. bei 
Schluckenau. 

Anmerk. Die Arten mit zerbrechlicher Spindel: T. spelta L., dicoccum Schrank, mo- 
Nococeum L, werden wohl nirgends im Freien gebaut. 
ni b) Agropyron (Quecke). Vieljährige Arten mit ausdauerndem Wurzelstock. Aehrchen 
licht gedunsen, Hüllspelzen lanzettlich oder lineal-lànglich. 


| L. T. repens L. Wurzelstock mit kriechenden Läufern. Blätter flach, ober- 
seits schärflich und spärlich behaart. Achrehen meist 5bliithig, ihre Spindel rück- 
wärts scharf. Deckspelzen ungegrannt, kahl oder behaart, stachelspitz oder gegrannt 

mit einer die Länge der Deckspelze kaum überragenden Granne. 
a) vulgare. Grasgrün oder etwas bläulichgrün. Deckspelzen stumpflich oder spitz, wehrlos 

oder begraunt, Halme schwächer, Blätter weicher, Aehrehen kleiner, 
b) glaucum (T. glaucum Desf.) Seegriin, starr mit steifen, eingerollten Blättern. Deck- 
spelzen stumpf oder abgestutzt, grannenlos oder begrannt (Letzteres A. firmum Seidl). 

In allen Theilen kräftiger und grösser. 


q. Juni, Juli. Auf dürren, trockenen Abhüngen, Wegrändern, in Gebüschen sehr 
ye M IT : ч ` e 
gemein. b) besonders an kiesigen und sandigen Stellen an Flussufern, um Prag, Leit- 
I T n h 1 R А A P 
neriz, Bilin, Tepliz u. s. w., überhaupt im trockeneren Hügellande verbreitet. 


ME 5. T. caninum Schreb. (Elymus caninus L.). Wurzelstock rasig, läuferlos. 
Blätter flach, beiderseits rauh. Achre schlank, meist niekend. Achrchen meist bblüthig, 
mit zoltiger Spindel. Deckspelzen lanzettlich, zugespitzt, kahl, gegrannt, kürzer als 
ihre schlängelige Granne. 
silvatica Lo weich, 1} -3¢hoch, Blätter dunkelgrasgrün, meist weich behaart. Der Festuca 
i s. nicht unähnlich. 
% Juni, Juli. In schattigen Wäldern und feuchten Gehölzen des Hügellandes 
und hin und wieder auch der Gebirgsgegenden ziemlich verbreitet. Um Prag: Cibulka, 
Hlubočep, Karlstein, Michler Wald! u. a. О, 


11. Secale L. Roggen. 


+ 1. S. cereale L. Halme 1—5 hoch, unter der Achre flaumig. Aehre gras- 
ШЕТ fi "" "т » 7 > 
Srün, nickend. Deckspelzon am Kiele steif gewimpert. Grannen lang. 

© und 69 Mai, Juni. Wird allgemein gebaut. 


Lolium, Elymus, 


42. Lolium L. Lolch. 
a) Perennirende Arten mit überwinternden Dlattbüscheln. Deckspelzen krautig. 


1. L. perenne L. Blätter in der Jugend zusammengefaltet. Aehrchen zahlreich, 
3—12blüthig, reif nicht gleich leicht zerfallend, 11 таї länger als die Hüllspelze. 
Deckspelze lanzettlich, wehrlos oder stachelspitz. 

1—2' hoch. Aehre varürt einfach und ästig, zusammengesetzt, klein und arın-, gross- 
und reichblüthig. 

2, Juni— Septemb. Auf Wiesen, an Wegen überall gemein, auch auf Rasen- 
plätzen allgemein gesiiet. 


+ 2. L. Boucheanum Kunth (L. italicum Al. Br, L, perenne f. aristatum 
Tausch herb. bohem. !). Blätter in der Jugend cingerollt, Aehrchen zahlreich, 3—20blü- 
thig, gereift sehr zerbrechlich, 2—3mat. länger als die Hüllspelze, Deckspelzen vorn 
2spaltig und gegrannt oder die untersten des Aehrchens grannenlos, 

1—3' hoch. Blätter breiter und weicher als bei vor, Aehrchen bleichgrün, 

4 Juni, Juli. Auf Wiesen in neuerer Zeit  angesüet und anscheinend wild, aus 
dem Süden stammend. Um Prag (Tausch)! z. D. auf. der Kaiserwiese (Wolfner)! auf den 
Sluper Wiesen (Hofmann)! Bei Tetschen (Malinský)! Um Krumau (Jungbauer). 


b) Einjährige, ohne Blätterbüschel, bloss Blüthenhalme treibend, Deckspelzen am Grunde 
knorpelig. 


3. L. remotum Schrank (L. arvense, L, linicolum Al. Br.). Blätter jung gerollt. 
Aehrchen 4—Sblüthig, ziemlich flach gedrückt, länger als die Hüllspelze.  Deckspelze 
meist gramnenlos. 

1—11' hoch, ziemlich schlank. Aehrchen grasgrün, die unteren ziemlich entfernt. Granne, 
wenn vorhanden, dünn und meist kurz, selten so lang als die Deckspelze. 

(9 Juni, Juli. Hauptsächlich nur unter Lein und in der Nähe von Leinfeldern 
auf unbebautem Lande, selten im Getraide, daher z. B. um Prag nur zufällig (Tausch)! 
Nicht selten in Nordbóhmen: um Münchengrätz, Turnau, Gabel, Tetschen, Königgrätz, 
Roudnic! u. s. w., im Erzgebirge, bei Budweis! 


4. L, temulentum L. Blätter jung gerollt. Achrchen 2—8blüthig, so lang oder 
kürzer als die Hüllspelze. Deckspelze langgegrannt. 

15—3' hoch, steif. Achrchen blassgrün, schwach blüulich. Variirt. in der Länge der 
Grannen, ferner kräftig, breitblättrig mit mehrblüthigen Aehrchen und schlank, schmalblättrig, mit 
2—4blüthigen, wenigen Aehrchen. 

C) Juni — August. Unter der Saat, besonders Hafer und Korn im Hiigellande 
und noch mehr im Gebirgslande verbreitet. 


43. Elymus L. em. Haargras. 


1. E. europeus L. Wurzelstock rasig, läuferlos. Blätter flach, langzugespitzt ; 
untere Scheiden rauhhaarig. Achre aufrecht, etwas locker,  Aehrchen rauh, meist 
1blüthig mit einem Ansatz einer zweiten Blüthe, bisweilen 2blüthig, in der Mitte der 
Achre zu 3. Hüllspelzen lineal-pfriemlich, gegrannt. Deckspelze mit 2—3mal längerer 
Granne. 


2—3' hoch, grasgrün, Achre blassgrün. 

2. Juni — August. In Bergwäldern, selten im Hügellande, mehr verbreitet in 
Gebirgsgegenden. Auf der Veliká hora bei Karlstein! In Nordböhmen auf den höheren 
Basaltkuppen und dem Sandsteingebirge: Geltsch (Reuss), bei Wernstädtel  (Kratzm.)! 
Rollberg (Lorinser)! Limberg bei Gabel! Höllengrund bei Nouschloss (Watzel)! Kalten- 
berg, Rosenberg bei Böhm. Kamniz! Wolfsberg bei Schónlinde " bei Schluckenau (Karl)! 


Hordeum, Nardus, 57 


Böhm. Schweiz! Im Erzgebirge: Klostergrab (Winkl.)! Strobniz bei Osseg (Thiel)! Rothen- 
haus (Roth). Hauenstein (Presl). Schlackenwerth (Reiss). In Südböhmen : bei Pilgram 
(Presl). Mährisches Gebirge bei Landskron (Erxleben). 


2. E. arenarius L. Wurzelstock durch lange Läufer kriechend. Blätter flach, 
starr, zuletzt zusammengerollt. Dlattscheiden kahl. Achre aufrecht, gedrungen, reich- 
ährig.  Aehrehen weichhaarig, meist 3blüthig, in der Mitte der Aehre zu 3. Hüll- 
Spelzen lanzettlich. Deckspelwen grannenlos. 

3—4' hoch, kräftig, breitblättrig, sammt der Aehre seegrün. 

2. Juli, August. Auf Sandfeldern an der Elbe bei Sales! (Tausch)! Bei Melnik 
und Stefansüberfuhr (Pohl) ? 


44. Hordeum L. Gerste, 


i a) Blätter alle zwittrig und gegrannt, oder die 2 seitlichen f und grannenlos. Aehren- 
Spindel nicht zerfallend. 


i + 1. H. vulgare. Aufrecht. Blätter und Scheiden kahl. Sämmtliche Blüthen 
sitzend, zwittrig, langgrannig in mehr minder deutlich 6zeiliger Aehre. 


tetrastichon (H. vulgare L.). Mittlere Blüthen angedrückt, entfernter, die seitlichen 
gedrängter, abstehend. 
hexastichon (H. hexastichon L.). Sämmtliche Blüthen gleichmässig abstehend, gleich- 
mässig. Oreihig gestellt, 


= > 


С) und 69 Juni, Juli. a) Allgemein gebaut, b) weit seltener, 


T 9. H. distichum L. Mittlere Dlüthen zwittrig, von einander entfernt mit 
vorgestrockten Grannen, seitliche gestielt, сў grannenlos, augedrückt, daher die Aehre 
»zeilig. Sonst wie vorige. 

C) Juni, Juli. Als Sommerfrucht allgemein gebaut. 


d T 3. H. zeocriton L. Mittlere Dlüthen genähert, zur Fruchtreife abstehend mit 
lächerartig gespreizten Grannen. Achre kurz. Sonst wie vor. 
C) Juni, Juli. Wird nur selten gebaut. 


P ag dd b) Alle Dlüthen gegrannt; die mittlere zwittrig, die 2 seitlichen сў.  Aehrenspindel bei 
г Reife in Glieder zerfallend. 


4. H. murinum L. Untere Blätter und Blattscheiden feinhaarig, obere Scheiden 
etwas aufgeblasen. Hüllspelzen der Zwitterblüthe lineal-lanzettlich, borstlich gewimpert, 
die der cj lineal-borstlich, von kurzen Börstchen rauh. 

1—14’ hoch. Aehre lichtgrün, 

; (C) Juni September. Auf unfruchtbaren Orten, Mauern, Schutt, Wegrändern 
In den wärmeren Gegenden gemein, doch nicht überall. Um Prag, Jungbunzlau, selten 
schon bei Münchengrätz, Tetschen, Teplic, Brüx, Saaz! Böhm. Leipa! Friedland! Cáslau 
und Pardubic! Дайце! 


45. Nardus L. Borstengras. 


Tent 1. N. stricta L. Dichtrasig, 3—8” hoch. Blätter borstlich, starr, die grund- 
ständigen wagrecht abstehend. Achre fein, cinseitswendig, schmutzig violett. 


2b Juni, Juli. Auf kieselreichem , kalkarmen Boden, auf feuchtem: Torfgrunde 
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Wi In dürrem Haideboden, besonders in gebirgeren Gegenden verbreitet und oft massen- 
aft ` , : Н 3 NS CH е ` d Y, e 
Go doch auch im niederen Hiigellande, z. D. um Prag: Motol, Šárka, Dablicer Berg, 
“Phang über dem Kleinseitner Kirchhof, Kréer Wald u. a. 0. 


Carex. 


13. Ordnung. Cyperaceen Juss. 


Uebersicht der Gattungen: 


A) Blüthen eingeschlechtig in ziegeldachigen Aehren. Nüsschen von einem Fruchtschlauch 
(schlauchförmigen Deckblatte) umschlossen. 


1 Uarex L. 


B) Blüthen zwittrig in ziegeldachigen Aehren. Nüsschen von mehreren Borsten umgeben 
oder ganz nackt. 


2. Rhynchospora Vahl. Nur 2—3 Spelzen des Aehrchens fruchtbar, die untersten 
3—4 kleiner und leer. Kurze Blüthenborsten. Nüsschen von der zusammenge- 

drückten, erhärteten Griffelbasis geschnäbelt. 

3. Scirpus L. em, Spelzen alle fruchtbar oder nur 1 -2 unterste leer, ziemlich gleich 
gross oder grösser. Blüthenborsten kurz oder fehlend. Griffel fädlich, bis auf 
eine unbedeutende Spur vergehend. à 

4. Heleocharis R. Br. Wie vor, jedoch die Nuss vom zwiebelfórmig verdickten, 
gliedfórmig abgeschnürten Griffelreste gekrönt. 

5. Eriophorum L. Blüthenborsten 6 bis viele, nachwachsend und zur Fruchtzeit aus 

den Spelzen, weisser Wolle gleich, weit hervorragend. 


C) Blüthen zwittrig in zweizeiliger Achre. Nüsschen von Borsten umgeben oder nackt. 


6. Schoenus Vahl. Аеһгеһеп kopfförmig gehäuft, wenigblüthig, undeutlich zweizeilig ; 
nur 1—3 oberste Spelzen fruchtbar, die unteren 4—6 kleiner und leer. 
7. Cyperus L. Achrchen in einer Spirre, reichblüthig, deutlich 2zeilig; Spelzen alle 


fruchtbar oder nur 2—3 unterste leer. Blüthenborsten fehlend 


І. Carex L. Segge, 


I. Psyllophora Lois. Ein einziges endständiges Achrchen, 
y I © H b 


1) Narben 3. Nüsschen 3seitig. Griffelrest lang, aus dem Fruchtschlauch hervor- 
ragend. Blätter schmal-lineal, flach. 


1. С. pauciflora Lightf. (C. leucoglochin L. fil). Wurzelstock dünn, kriechend. 
Halme stielrundlich. Achrehen 2geschlechtig, wenigblüthig, die untersten 2——4 Blüthen 
weiblich, 1—2 endständige männlich. Deckspelzen der Früchte abfüllig. Fruchtschlauch 
lineal-lanzettlich, nervig, in einen langen, an der Spitze abgestutzten, Schnabel ver- 
schmälert, zuletzt herabgeschlagen, 

8—8” hoch. Fruchtschläuche zuletzt strohgelb. 

4 Juni, Juli. Auf Torfmooren besonders im höheren Gebirge. Im Riesen- und 
Isergebirge: Weisse Wiese (Tausch)! ete., Glazer Schneeberg (Knaf)! Erzgebirge hug 
Zinnwald (Reuss)! Niklasberg (Winkler)! Rothenhaus (Sachs)! Neuhauser Sechaide (Kunal): 
Gottesgab (Hofmann)! Böhmerwald: Blöckensteinfilz, Lusen (Sonder). ete. In der Ebene 
am Teiche Homolka bei Cäslau (Opiz)! 

2) Narben 2. Nüsschen zusammengedrückt 2seitig. —Griffelrest kurz, nicht vorragend. 
Blätter eingerollt borstlich. 


2. C. pulicaris L Wurzelstock dicht rasig. Halme stielrundlich, glatt. Acne 
zweigeschlechtig, an der Spitze сў. Deckspelzen der Früchte abfällig. Fruchtschlauc" 
länglich, beiderseits verschmälert, nervenlos, in einen kurzen, trockenhäutigen, 4090- 
stutzten, glatten Schnabel zugespitzt, zuletzt herabgeschlagen. 

2"—1' hoch ` Spelzen rothbraun. Fruchtschlauch glänzend braun. 


Carex. 59 


2, Mai, Juni. Auf Torf- und Moorwiesen selten. An der Eisenbahn bei Bécho- 
vic (Reuss)! Schwaatz (Op.)! Tepl (Tausch)! Marienbad (Fischer)! Ferchenhaid bei Zdi- 
kau (Jirus)! Schwarzbach bei Krumau (Jungb.)! Korallenwiesen bei Platz (Leonhardi)! 
Im Riesengebirge (Bayer). 


С. Davalliana Smith. Wurzelstock dicht rasig. Halme 3kantig, oberwärts 
nebst den jüngsten Blättern rauh, selten glatt. Aehrchen eingeschlechtig (selten zwei- 
geschlechtig), das cj lineal, das Q (negt: länglich. Spelzen stumpflich, bleibend. Frucht- 
schlauch länglich-lanzettlich, nervig mit verlängertem, am Rande etwas rauhem, an 
der Spitze trockenhäutigem, Sich ? EECH Schnabel, zuletzt wagrecht abstehend, mit 
der Spitze Ві gekrümmt. 

4—12" hoch, dünn. (jf Spelzen strohgelb, Ф braun weissrandig. Zuweilen trägt das 
Aehrchen d cf Pflanze in der Mitte oder an der Spitze mehrere Q Blüthen (C. Sieberiana Opiz!). 

2, April. Mai, Auf Torf- und Moorwiesen nicht selten. Um Prag:  Cibulka! 
Cholupie! Kundratic (Malinsky)! Troja (Reuss)! Warta bei Niemes (Schauta)! Habicht- 
stein, Kleinskal, Nixdorf (Neum.). Radischken bei Leitmeriz (Hackel)! Mileschau (Tausch)! 
Velemin (Jirus)! Schwatz (Reuss)! Klostergrab (Winkl.)! Marienbad (Glückselig), Krum- 
mau, Schöninger (Jungb.), Budweis (Jechl)! Platz (Leonhardi)! Kuttenberg (Veselsky)! 
Chrudim ! Studánka, Mikolovie bei Pardubic (Op.)! Josefstadt (Knaf)! Böhm. Trübau, 
Wildenschwert (Bayer)! 


€. dioica L. Rhizom dünn, kriechend. Halme stielrundlich, sammt den 

Blättern ph Aehrehen eingeschlechtig (selten zweigesehlechtig), das cj lineal, das О 
eifórmig- -länglich. Spelzen abgerundet stumpf, bleibend. Fruchtschlauch eiförmig, nervig, 
mit kur ‘gem, am Rande rauhem, an der Spitze trockenhäutigem, kurz 2zähnigem Schna- 
bel, zuletzt "Wagrecht abstehend. 

2—8” hoch. 2 Spelzen rostbraun, сў strohgelb. 

2, April, Mai. Auf Torf- und Moorwiesen selten. Hirschberg (Tausch)! Einsiedel 
(Kablik) ! Budweis, Krumau (Jechl)! Hohenfurth (Nenning)! Vystrkov bei Caslau (Opiz)! 
Neimanméstec (Op.). Böhm. Trübau (Bayer). 


C I. Vignea Koch. Achrchen mehrere, zweigeschlechtig (sehr selten eingeschlechtig: bei 
^ disticha), in eine zusammengesetzte Aehre, Rispe oder ein Köpfchen vereinigt. Narben 2 (bei 
unseren Arten). 

A) Wurzelstock rasig, kurze, aufrechte Sprossen treibend, ohne Läufer. 


a) Aehrchen unten Ф, oben f. 
«) Spelzen rostbraun oder rostgelb. 


C. teretiuscula Good. (C. Nenningii Op.!) Wurzelstock etwas langgliedrig, 
БЫШ. grundständige Scheiden glanzlos, verwesend, wenig zerfasernd. Halme 
unten stielrundlich, oberwärts stumpflich 3kantig mit etwas konvexen Seiten, mit 
glatten oder etwas rauhen Kanten. Blätter schmal-lineal. Aehre fast einfach oder am 
Grunde etwas ästig. Spelzen breitlich weissrandig. Fruchtschlauch aufrecht, fast kugelig- 
eifürmig, beiderseits gewölbt, nervenlos oder aussen schwach nervig, glänzend, mit 
шын gerandetem, 2zühnigem Schnabel. 

1—11, hoch, dünn. Spelzen rostbraun. Früchte kleiner als bei deu folgenden, 

2 Mai, Juni. Auf sumpfigen und torfigen Wiesen, nicht häufig. Cistaj b. Niemes 
(Schauta) ! Höllengrund b. Leipa (Hackel)! Hirschberg (Tausch)! Schluckenau (Karl). 
Tepliz gegen Kosten (Thiel)! Karlsbad, Marienbad, Franzensbad (Glückselig). Hohenfurth 
(Nemning)! 1 Budweis Kap: Tuéap (B erehthold)! 


; C. paradoxa Willd. (C. canescens Host) Wurzelstock kurzgtiedrig, dicht- 
rasig ; Nt ren Scheiden glanzlos, die untersten in einen  Faserschopf sich 
auflösend. Halme 3kantig, oben mit etwas konvewen Seiten und schärflichen Kanten. 


60 Carex, 


Blätter schmal-lineal. Achre einfach oder am Grunde etwas istig. Spelzen schmal 
randhäutig, langzugespitzt. Fruchtschlauch aufrecht, fast kugelig-eiförmig, beiderseits 
gewölbt, meist deutlich nervig, matt, mit einem  sägezähnig gerandeten, 2zähnigen 
Schnabel. 

1—2' hoch; sonst vor. ähnlich. 


2. Mai, Juni. Auf sumpfigen und moorigen Wiesen, nicht häufig, in Nord- und 
Nordostbóhmen, Niemes (Sehauta)! Habstein (Hackel)! Březno bei Jungbunzlau (Him- 
mer)! Reichstadt (Watzel)! Bohdaneč am Teiche Rozkoš (Op.)! Pardubic (Opiz)! Böhm. 
Trübau, Wildenschwert (Bayer)! 


7. С. paniculata L. Wurzelstock kurzgliedrig, dichtrasig ; grundständige Schei- 
den gross, braun, glänzend, nicht zerfasernd. Halme Jkantig mit flachen Seiten 
und sehr scharfen Kanten. Blätter breitlineal, seegrün. Achre am Grunde üstig oder 
eine zusammengesetzte Rispe. Wruchtschlauch aufrecht oder etwas sparrig, brett ei- 
förmig, innen ziemlich flach, aussen gewölbt, fast nervenlos oder nervig, schwach 
glänzend mit sägezähnig gerandctem, 2zähnigem Schnabel. 

1—3' hoch, kräftig. 


а) squarrosa (O: paradoxa Tausch! Opiz!), Aehrchen kurz oval, gedrüngt auf den fast 
sitzenden Rispenästen. Spelzen rothbraun, breit weissrandig. Früchte etwas sparrig- 
abstehend, ziemlich gross, zuweilen deutlich nervig. 

b) elongata (C. paniculata Tausch!). Achrehen oval bis linglich; untere Rispenäste ver- 
längert, unten nackt, Spelzen rostbraun oder rostgelb, schmal-weissrandig, Früchte auf- 
recht, kleiner, meist beinahe nervenlos. 


?, Mai, Juni. Auf sumpfig-torfigen Stellen, hin und wieder, a) Libusabad bei 
Prag! Neuhof bei Lahna (Reuss)! Neudorf bei Weisswasser ! Hirschberg (Tausch)! Ka- 
mniz häufig (Zizelsberger). Gottesgab (Hofm.)! Tepl (Konrad)! Bohdaneč (Op.)! Pardubic 
(Op.). b) Hirschberg (Tausch)! Böhm. Trübau (Bayer)! 


В) Spelzen grünlich, oder nur theilweis gebräunt, 


8. С. muricata L. Am Grunde des Halmos ein Fuserschopf zerstörter Blatt- 
scheiden. Halme scharf 3kantig mit lachen Seiten. Blätter lineal, Achre bald dicht, 
bald unterbrochen, selten am Grunde etwas ästig. Aehrchendeckblütter schuppig oder mit 
Borstenspreite. Fruchtschläuche sparrig oder aufrecht abstehend, eiförmig oder eilanzett- 
lich, vorn flach, aussen gewölbt, nervenlos oder am Aussengrunde undeutlich nervig, 
mit 2spaltigem Schnabel. 

1—21 hoch. 


a) genuina, Spelzen gebräunt ; Früchte zuletzt brüunlich bis schwarzbraun, sparrig. 
b) virens, Spelzen grünlich-weiss, Achre öfter verlängert und unterbrochen. Früchte oft 
grösser, eilanzettlich, grün. 

divulsa (C. divulsa Good.). Spelzen weisslich oder etwas rostfarben mit grünem Mittel- 
nerven, Aehre sehr verlängert, zuletzt etwas nickend ; Aehrchen entfernt, die untersten 
meist mit 1—2 Seitenährchen. Früchte weniger sparrig, 


e 


Æ Mai, Juni. In lichten Wäldern, auf grasigen, buschigen Anhöhen überall az 
fig. c) selten, bei Prag : (Tausch)! Kuchelbad (Ilofm.)! Schneeberg bei Grulich (Bayer)! 


9. C. vulpina L. Halme sehr scharf mit koncaven Seiten. Blätter breit-lineal- 
Fruchtschläuche sparrig abstehend, aussen lüngs-nervig. Sonst wie vor. 

Kräftig, 1— 3' hoch. Spelzen bräunlich mit grünem Mittelnerven. Früchte grün, zuletzt 
etwas bräunlich. Im Schatten die Spelzen lichter (€. nemorosa Willd.) 


2. Mai, Juni. Am Rande von Wässern, Gräben, Sümpfen überall häufig. 


b) Aehrehen unten d, oben 9. з 
о) Aehrchendeckblütter schuppenartig oder nur das unterste mit borstlicher Spreite. 


Carex, 61 


10. C. leporina L. (C. ovalis Good). Halme stumpfkantig, glatt oder oben 
etwas rauh., Achrehen eiförmig bis länglich, genähert, in lünglicher, zuweilen lappiger 
Aehre, Spelzen eckig, spitz, so lang als die Frucht. Truchtschläuche aufrecht, eiförmieg, 
ziemlich flach, breit flügelig-berandet, in den 2zähmigen Schnabel verschmälert. 

L -1À hoch, aufrecht oder aufsteigend, oft in grossen Rasen, grasgrün. 


о) vulgaris, Spelzen licht gelblich braun, weissrandig. 
p)argyroglochin, Spelzen grünlich-weiss mit grünem Riickenstreif, 


2. Mai, Juni. Auf feuchten Wiesen, Waldstellen, Mooren, überall häufig. 8) sehr 
selten: Neuhof bei Lahna (Reuss)! Nixdorf (Fischer nach Reiehenb.) Rauchberg bei 
Rumbure (Neumann). 


11. €. canescens L. (C. curta Good). Halme oben scharf 3kantig, rauh. Achr- 
chen ellänglich, 4—7, die unteren entfernt in unterbrochener Aehre. Spelzen eiförmig, 
Spite, weisslich hüutig, wenig kürzer als die Frucht. Fruehtschlüuche aufrecht, eiförmig, 
aussen konvex, schwach nervig, in den sehr kurzen, undeutlich ausgerandeten, aussen 
Yinnigen Schnabel zugespitzt. 

1—2' hoch, Aehrchen bleich, gelblich-graulich schimmernd. 

N 2. Mai, Juni, Auf Moorwiesen, Hochmooren, Waldsümpfen, besonders der kühleren, 
feuchteren Gegenden. Sehr häufig im höheren Gebirge, im Riesengebirge, Glazer Schnee- 
berg, Erzgebirge und Böhmerwald. Lahna bei Bürgliz (Jirus)! Vydrholee bei Ouval 
(Ruda)! Jungbunzlau (Himmer)! Niemes (Schauta)! Hirschberg (Reuss)! Reichstadt 
(Hockauf)! Reichenberg (Siegmund)! Leitmeriz (Kratzmann)! Tetschen (Malinský)! Tepliz 
(Winkler)! Bilín (Reuss)! Komotau! Karlsbad (Ortmann)! Pilsen (Eichler)! Kubani 
(Sternberg). Budweis (Jechl)! Krumau (Jungb.). Seelau, Semín (Opiz). Böhmisch Trübau 
(Bayer) ! 


ў 12. С. elongata L. Halme oben scharfkantig rauh. Аеһгеһеп länglich-walzig, 
Pim 10, die unteren etwas entfernt in unterbrochener Aehre. Spelzen eifürmig, stumpf, 
Welsslich randhäutig, kürzer als die Frucht. Fruchtschläuche ausgeperrt, zuletzt fast 
2zeilig; lanzettlich, aussen konvex, beiderseits nervig in einen kegelförmigen, undeutlich 
?2ühnigen, oft auswärts gekrümmten Schnabel verschmälert. 

М 1—2' hoch, schlapp. Blätter unterseits etwas grau. Spelzen licht oder dunkler rostbraun, 
mit schmalem, grünen Rückenstreif. Früchte zuletzt gelbbräunlich. 

2 Mai, Juni. In Mooren, Brüchen, Sümpfen. Karlstein (Tausch)! Lahna (Jiruš)! 
Jungbunzlau (Himmer)! Grossskal (Bercht.). Wernstadtel, Krazau (Kratzmann)! Niemes 
Schauta)! Reichstadt (Hockauf). Georgswalde (Neum.). Schluckenau (Karl)! Tetschen 
(Malinskj) ! Tepliz (Winkler)! Osseg (Thiel)! Komotau! Karlsbad (Ortmann)! Březina 
(Sternberg) ! Ronsperg (Hocke)! Budweis (Jechl)! Tutap (Bercht). Semin, Poděbrad, 
Bohdaneč, Pardubic (Opiz)! Jaroměř (Knaf)! Im Riesengebirge und Erzgebirge. 


. 13. C. echinata Murr. (C. stellulata Good). Halme stumpfkantig glatt. Achr- 
chen fast kugelig, 3—5, ziemlich genähert in unterbrochener Achre. Spelzen etformig, 
breit weissrandig, kürzer als die Frucht. Fruchtschläuche sparrig abstehend, ciförmig, 
nervig, in einen langen kurz 2zähnigen Schnabel verschmälert. 

}- 1 hoch. Spelzen lichtbraun mit grünem Mittelnerven. Der C. muricata etwas ähnlich. 
1 2. Mai, Juni. In Moorboden, Moorwiesen, Sümpfen, hie und da. Cibulka! Řitka 
(Knaf) ! Neuhof bei Lahna (Reuss)! Roudnie (Schroff)! Doxan (Hackel)! Niemes (Schauta)! 
Hirschberger Teich (Lorinser). Habstein (Hackel)! Böhm. Leipa! Reichstadt! Jeschken ! 
Reichenberg (Siegmund)! 'Trautenau (Pastor). Limberg bei Wartenberg!  Dittersbach! 
Bohm, Kamniz! Tetschen (Malinský)! Osseg (Thiel)! Rothenhaus (Roth)! Komotau 
häufig! Ellbogen (Burmann)! Březina (Sternberg)! Budweis (Jechl)! Hohenfurth (Neum.)! 
\acin (Реј)! Seelau! Pardubic (Cenék)! Landskron (Opiz)! Böhm. Trübau (Bayer)! Im 
lesengebirge und Erzgebirge! 


Carex, 


B) Die untersten 2—4 Aehrchendeckblütter blattartig, den Halm weit überragend. 


14. C. remota L. Nizom dichtrasig. Achrchen eiförmig oder eilänglich, 6 
bis 10, die unteren sehr entfernt. Spelzen eiförmig, weisslich häutig, etwas kürzer 
als die Frucht. Fruchtschläuche eiförmig bis eilünglich, fast sitzend, aussen konvex, 
längsnervig, in den 2zähnigen Schnabel verschmälert. 

$—1 hoch, meist sehr schlapp, seltner straffer, Fruchtschläuche grün. 


2L Mai, Juni. In feuchten Laubwäldern auf nassen Stellen, an Bächen. Bei 
Prag: Kundraticer Wald! Stitin (Syk.)! Stefansüberfuhr (Opiz). Béchovic (Bayer)! Jung- 
bunzlau (Himmer)! Rollberg (Schauta)! Wolfsberg bei Schönlinde! Limberg! Kaltenberg! 
Jezero bei Roudnie (Reuss)! Leitmeriz (Dittrich)! Mileschau (Hackel)! Schluekenan (Karl)! 
Tetschen (Malin.)! Sperlingstein! Eichwald bei Tepliz (Reuss)! Eisenberg (Reuss)! Osseg 
(Thiel)! Rothenhaus (Roth)! Pressniz im Erzgebirge (Tschök)! Karlsbad (Reuss)! Tepl (Kon- 
rad)! Ellbogen (Burm, ! Bfezina (Sternberg)! Schöninger (Bayer)! Hohenfurth (Nenning). 
Babenie, Semin, Johannisbad (Opiz)! Jaroměř (Knaf)! Landskron (Erxleben)! Böhm. 
Trübau (Bayer)! 


15. C. cyperoides L. Pflanze einjährig, rasig. Achrehen in ein Köpfehen 
zusammengedrängt oder das unterste etwas entfernt. Spelzen lanzettlich-pfriemlich, 
viel kürzer als die Frucht. Fruchtschläuche lanzettlich, lang gestielt, flach, mervenlos; 
in einen langen, linealen, doppelt haarspitzigen Schnabel verschmälert. 

37—147 hoch. Aehrchen grasgrün, zuletzt gelblich. 

C) Juni—Sept. Auf feuchten Sandstellen, an Fluss- und Teichufern, bisweilen häufig 
erscheinend, Bei Prag nur einzeln auf der Kaiserwiese und Hetzinsel (Opiz). Kundratie 
(Opiz). Štiřín (Sykora). Jungbunzlau (Himmer)! Bürenteich bei Niemes (Schauta) ! Hirsch- 
berg (Reuss)! Neuschloss (Hackel)! Böhm. Laipa (Watzel)! Tetschen (Malinský)! Doxan 
(Hackel)! Libochovice (Reuss)! Teplizer Schlossteich (Kichler)! Bilin (Reuss)! Dux! 
Oberleutensdorf! Kommern! Kralup bei Komotau (Reuss)! Schlackenwerth (Reiss)! Fran- 
zensbrunn (Kabl )! Regenteich zwischen Marienbad und Kuttenplan (Leonhardi) ! Vosek 
(Lindacker\. Budweis (Jechl)! Kapliz (Kirchner)! Platz (Leonh.)! "Таар (Bereht.)! Kačina 
(Pejl)! Kolin (Veselský)! Hrabösin (Op.) Bohdaneč (Hackel)! Landskron (Erxleben)! 
Hohenelbe (Kablfk) ! 


B) Wurzelstock beschuppte Läufer treibend. 


16. C. brizoides L. Wurzelstock durchaus kriechend und beschuppt, die scharf 
3kantigen Halme als zweite Axen treibend.  Aehrehen in Azeiliger Achre, genähert, 
unten сӯ, oben Q. Spelzen eiförmig. Fruchtschlauch ciférmig bis lanzettlich, hinten 
konvex, nervig mit 2spaltigem Schnabel. 


a) genuina (C. brizoides Koch, Presl etc.). 1—2 hoch. Blätter 1 breit, Spelzen weiss 
lich mit seegriinem Mittelnerven. Fruchtschläuche lanzettlich, mit bis zur Spitze ve! 
laufendem Flügelrande, scegrün. 

b) intermedia (C. curvata Knafl). 3—2' hoch. Blätter 4—1'^ breit. Spelzen bleich ие 
braun mit grünem Mittelnerven, kürzer als die Frucht. Fruchtschläuche lanzettlich ode 
länglich-lanzettlich mit bis zur Schnabelspitze verlaufendem Rande, grasgrün. 

€) brunnea (C. Schreberi Schrank). 8—1' hoch. Blätter 1 -1' breit. Spelzen bie 
so lang als die Frucht. Fruchtschlauch eifórmig mit bis zum Schnabelerunde verlauft 
dem Rande, 


2 April, Mai. a) in feuchtem Waldboden, auf nassen Gebirgswiesen hie und da. 
Bei Prag: Cibulka! Kréer Wald, Horomefic! b) im Schatten und an feuchten Graben- 
rändern selten, oft in der Nähe von c): Davle südlich von Prag! Komotau am kidlizer 
Busch, bei Sporiz! Rothenhaus (Roth)! Osseg (Thiel)! Tetschen (Malinský)! Budwels 
(Jechl)! c) auf trockenen Wiesen und Triften verbreitet. 


| 
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Carex. 63 


: Anmerkung. ©, Ohmülleriana Lang (angeblich C. brizoides-remota) ist von Winkler 
bei Bodenbach angezeigt worden; ich sah sie nicht und befürchte eine Verwechselung, vielleicht 
mit C, curvata Knaf. 


17. C. disticha Huds. (C. intermedia Good). Wurzelstock durchaus  kriechend 
und besehuppt, die scharf 3kantigen Halme als zweite Axen treibend. Aehrchen 6—20 
in Zänglicher, lappiger, zuweilen doppelt zusammengesetzter Achre, die unteren 
und die obersten ganz Q oder letztere oben sf die mittleren. ganz ‘ont bisweilen am 
Grunde Q. Fruchtschlauch eilanzettlich, hinten konvex, nervig, in den 2spaltigen Schna- 
bel verschmälert, 

1—3' hoch. Spelzen rostbraun. 

2) Mai, Juni. Auf feuchten Wiesen, nicht häufig. Bei Prag: Šárka! Vysočan 
(Opiz)! Kaiserwiese (Reuss)! Čistaj bei Niemes (Schauta)! Hirschberg (Kratzmann)! 
Reichstadt (Hockauf)! Schluckenau (Karl)! Leitmeriz (Schroff)! sauschoviz, Doxan 
(Hackel)! Bilin (Reuss)! Osseg (Thiel)! Kaitz (Reuss)! Rothenhaus (Roth)! Komotan ! 
Karlsbad, Marienbad, Franzensbad (Glückselig). Březina (Sternberg)! Dudweis (Jechl)! 
Габар (Berchthold)! Poděbrad (Op.)! Königgrätz (Reichel)! Jaromir (Knaf)! 


18, C. stenophylla Wahl. Wurzelstock anfangs beschuppt, kriechend, dann auf- 
steigend, blättertreibend, in den terminalen, stielrundlichen Halm ausgehend. Aehr- 
Chen in einer eiförmigen Aehre gedrängt, oben cj. unten Q. Fruchtschlauch eiförmig, 
hinten konvex, nervig, in einen kurz 2zähnigen Schnabel verschmälert, 

Halme dünn, 3—8 hoch. Blätter schmal-lineal. Achre rostbraun. 

j 2 April, Mai. Auf grasigen Hügeln um Prag (Tausch! Presl fl, Gech.), ich fand 
Ме nicht. An der Strasse bei Höfliz bei Niemes an einer einzigen Stelle (Schauta) ! 


Ш. Hucarex Neilr. Aehrchen mehrere, in der Regel die endständige oder 2—5 oberste 


die d, selten oben 9, die unteren rein Q; nur ausnahmsweise die сў Aehren am Grunde ©, oder 
"le © an der Spitze сў. 

А A) Cyrtorhynchae distigmaticae. Schnabel des Fruchtschlauches sehr kurz, 
mit ungetheilter Mündung, Narben 2. Nüsschen zusammengedrückt 2seitig. 


a) Wurzelstock durch beschuppte Länfer kriechend. 


19. С. rigida Good, (C. saxatilis Wahl, Presl fl. &ech.). Halme oben glatt 
Oder wenig schärflich. Blätter lincal-lanzettlich, starr, gekielt, zwrückgekrimmt, 
Scheiden nicht netzfaserig. Ein Aehrchen Co Q 2—4, genühert, sitzend oder das un- 
terste ganz kurz gestielt. Unterstes Achrchendeckblatt blattartig, lanzettlich. Spelzen 
eiförmig, stumpf, die Fruchtschläuche am Grunde einhüllend ; diese elliptisch, hinten 
tonvex, nervenlos. 
bräunt d VPN nel und rer wm anne a ai Weu fin АКЕНЕ zuletzt ge: 
Teo ocium р die mur un e ше a hyper ren rejet, die nach Wimmer ebenfalls im 
sebirge vorkommt, nach Ledebour Fl. ross. blosse Varietät. 
2. Juni, Juli. Auf sumpfigen und feuchten grasigen Plätzen des höheren Gebir- 
808. Im Riesengebirge: Koppenplan, Schneekoppe! weisse Wiese! zwischen der Elbkoppe 
"nd den Elbquellen (Knaf)! Glazer Schneeberg (Wimmer)! 


20. C. acuta L. Halme oben mehr weniger scharf. Blätter lineal, flach bis 
etwas rinnig, Scheiden nicht netzfaserig. сў Achrchen 1—4 genähert; © sitzend oder 
Nd untersten mehr weniger lang gestielt. Deekhlätter mehrere oder das unterste blatt- 
artig, die endständige Aehre meist erreichend oder überragend, bogig aufsteigend. Spelzen 
eiförmig bis eilanzettlich, nach dem Grunde verschmälert. Fruchtschläuche | elliptisch 
bis fast Jseitip, hinten convex, deutlich bis verwischt nervig, grasgrün, zuletzt gebräunt 
lS purpurn, 


a) nutans (C. acuta Fries). сў Aehren mehrere, Q entfernt, lang walzlich, untere hervor- 
tretend gestielt, nickend, zuletzt überhängend. Deckspelzen spitz, länger als die etwas 
aufgeblasenen, elliptischen, gestielten Früchte. Blätter 9—3'^ breit, trocken, am Rande 
auswärts gerollt. 


64 Carex. 


b) intermedia (C. tricostata Fries), Q Achrchen mehr genähert, aufrecht, ziemlich. sitzend. 
Spelzen stumpflich, etwa so lang als die eiförmigen, innen flachen, aussen gewölbten und 
deutlich dreinervigen, achtzeilig dachziegeligen Früchte. Sonst wie a). 

angustifolia (C. vulgaris Fries), (4 Aehre meist nur eine, Q genähert, kürzer, walzig, 
beinahe sitzend, aufrecht. Spelzen stumpflich, kürzer als die innen flachen, kurz gestiel- 
ten Früchte, Blätter nur etwa 1" breit, trocken mit den Rändern meist einwärts gerollt. 


turfosa Fries. Form des Torfgrundes; Halm steif aufrecht, mit starren, glänzenden 
Grundscheiden und schärfer gekielten nach aussen gerollten Blättern, Früchte schwach 
seegrün oder schwarzbraun gescheckt. 


x 


Ausser diesen Hauptvarietiten erscheint die äusserst vielgestaltige Art in zahlreichen 
Abänderungen, welche die Zusammengehörigkeit der ersteren darthun. 

?, Mai, Juni. Auf feuchten Wiesen, Mooren, an Wässern, überall verbreitet. 
a) und b) besonders in Wässern, c) im Wiesen- oder Moorgrunde, 


21. C. Buekii Wimmer. Halme oben scharf, fast bis zur Mitte von mehreren 
flachen, gekielten Blättern, am Grunde mit grossen rothbraunen, 4n cin sehr vall- 
ständiges Fasernetz sich auflösenden Seheiden besetzt. Deckblätter blattartig, das 
unterste. die d 2+3 Achrehen erreichend ; $9 Aehrchen 3—5 ziemlich entfernt, lineal- 
walzig, das unterste oft langgestielt, schief, niekend bis überhüngend.  Fruehtschliuche 
eiförmig, aussen etwas konvex, nervenlos, sitzend, klein, grasgrün, 

Kräftig 11—2' hoch. Hine interessante Art, die vorziiglichsten Charaktere der C. acuta 
und C. stricta verbindend, von eigenthümlichem Aussehen. 

?, Mai. Bisher nur am Elbufer bei Tetschen (Malinsky)! und an der Stefans- 
überfuhr (Tausch herb. n. 1626)! beidemale für C. stricta angesprochen, 


b) Wurzelstock grosse, diehte Rasen bildend, ohne Läufer, 


22. C. stricta Good. Halme stark und starr, oben scharf, am Grunde vor 
einigen starren Blättern, deren untere flach zusammengefaltet, und zu unterst von grossen, 
hellbraumen, in ein zartes, deutliches Fasernetz sich auflösenden Scheiden umgeben. 
Deckblätter blattartig, das unterste lineal bis borstlich. d Aehrchen 1—3; Q 2—3, 
aufrecht, sitzend, oder das unterste kurz gestielt, walæig, dichtbliithig, Fruchtschläuch® 
elliptisch, ziemlich flach, hinten nervig, fast sitzend, seegrün, trocken hechtblau Вее. 

14—3’ hoch. Spelzen schwarz oder lichter braun mit grünem Nerven. 


2. Mai, Juni. Auf Sumpfwiesen, an Flussufern, nicht häufig. Stirin bei Eule 
(Sykora). Kleinoujezd bei Bürgliz (Reuss)! Stefansüberfuhr! IIorkateich bei Wartenberg 
(Schauta)! Rumburg, Georgswalde (Neum.). Settenz bei Tepliz (Reuss)! Osseg (Thiel)! 
3rüx (Laube)! Karlsbad, Marienbad (Glückselig). Budweis (Jechl)! Podébrad (Macálek) ! 
Pardubicer Fischbehälter (Opiz)! 


23. €. caespitosa L. (C. Hoppeana Knaf!). Halme schlank und dünn, oben 
rauh, unten von wenigen flachen und kurzen Blättern und einigen purpurröthlichen 
sammt den Blattscheiden, vorn in sehr feine, etwas netzige Fasern sich auflösenden 
Scheiden umgeben, Deckblätter kurz borstlich, selten das unterste lineal. сӯ Aehrchen 
einzeln, Q 2—3, aufrecht, sitzend oder das unterste kurz gestielt, dicht unter dem Q? 
kurz walelich bis eifürmig. | Fruchtschlàuche rundlich = eifórmig, beiderseits, VOI! 
schwächer, konvex, nervenlos, fast sitzend, hellgrün oder schmutzig-grüm, selten graugrün. 

Blätter der unfruchtbaren Büschel lichtgrün, schlaff in polsterfórmigen Rasen, zuletzt fast 
so lang als die 1—2' hohen Halme. Spelzen braun oder schwärzlich, meist gleichfarbig. 

?, Mai. Auf feuchten, torfigen Wiesen nicht häufig. Bei Prag in der Šarka 
(Kratzmann) ! Neuhof bei Lahna! Semín bei Turnau (Opiz)! Höfliz bei Niemes (Schauta)! 
Am Hradischken (Hackel)! Debre bei Bilin (Reuss)! Rothenhaus (Roth)! Um Komotau 
häufig! In Südbóhmen noch zu beobachten. Bei Podebrad (Opiz)! Jaromíf (von Kna 
schon 1841 gefunden und unterschieden)! 


Carex, 


d B) Cyrtorrhynchae tristigmaticae. Schnabel des Fruchtschlauches ‚kurz, an der 
Mündung abgestutzt oder ausgerandet (nicht deutlich 2lappig oder 2zähnig). Narben 3.. Nüsschen 
dreiseitig, е 


a) Trichocarpae. Fruchtschläuche flaumig oder kurzhaarig. 


«) Wurzelstock rasig mit endständigem Blattbüschel und mm. ‚lateralen, am Grunde 


bescheideten Halmen. 
/ 


24. C. digitata L. Halme stielrundlich. Межі, Aehrchén 2—4, lineal, locker- 
blüthig, das oberste dicht unter dem сӯ schmal-linealen Aehreben und dieses meist über- 
ragend. Deckblätter scheidig, ohne oder mit. kurzer Spreite. Spelzen abgerundet stumpf, 
bespitzt, weiss randhäutig. Fruchtschlauch 3eckig verkehrteifórmig. zerstreut kurzhaarig 
mit gestutztem Schnabel. 

\ Unsere Stammform 6—10^ hoch, die unteren Aehrchen etwas entfernt, hervortretend ge 
stielt, 5- bis 10blüthig, Früchte 2“ lang, meist etwa so lang als die, Spelzen, rost- oder purpur- 
braun, Blattscheiden blutroth, Was ich bisher unter dem Namen C. ornithopoda Willd, (nur 
2 bis 6” hoch mit fingerförmig genäherten, 3- bis 6blüthigen Aehrchen ‚und um die Hälfte kleineren 
Früchten) aus Böhmen sah, war nichts als gewöhnliche C. digitata. 

2, April, Mai. In schattigen Hainen des Hügellandes bis in das höhere Gebirge 
verbreitet. Um Prag am Lorenzberg, bei Kuchelbad, St. Prokop, Kunraticer Wald, in 
der Särka, bei Königsaal, Karlstein, St. Ivan! А 


В) Wurzelstock dicht rasig, ohne Ausläufer mit terminalen, am Grunde beblätterten Halmen. 


*) Deckblätter scheidig mit sehr kurzer borstlicher oder verkümmerter Spreite. 


25. 0. pediformis C. A. Mayer. Halme 3kantig und besonders oben fast zottig- 
rauh. Weibl. Aehrehen 2—4, lineal, viel- und etwas lockerblüthig, entfernt, bisweilen 
hervortretend gestielt, die oberste dicht unter dem walzlichen © Aehrehen. ` Aehrchen- 
deckblitter mit borstlicher Spreite. Fruchtschlauch 3eckig verkehrteifórmig, kurzhaarig- 
filzig, fast schnabellos mit gestutzter Mündung. } l 


к In grossen, dichten Rasen mit schiefen, bis 1’ hohen Halmen. Spelzen rostbraun mit 
grünem Nerven, weissrandig. Fruchthülle olivengrün. Blattscheiden braunroth. 


2, Mai. Auf dem Quadersandstein am Fusse des Rollberges bei Niemes ! (1860 
von Schauta entdeckt). tie 


26. C. humilis Leyss. (C. clandestina Willd., Pr. fl. éech.). Halme stumpfkantig 
glatt. Weibl. Aehrchen 2—4, 2—5blüthig, entfernt, eingeschlossen gestielt; und anfangs 
der Blüthezeit vom den Deckblattscheiden eingeschlossen, das unterste Deckblatt wenig 
über dem Halmgrunde. Fruchtschlauch 3eckig verkehrteifórmig, flaumig-filzig, fast, schna- 
bellos mit, gestutzter Mündung. d 

Nur 1—3” hoch. Blätter später sich sehr verlängernd, den Halm weit überragend, zurück- 
gebogen ; Scheiden purpurn.  Spelzen und Deckblattspreiten róthlichbraun mit breitem silberweis- 
sem Hautrande. : 

i 2. April, Mai. Auf grasigen, sonnigen, auch felsigen Abhängen, kalkliebend, nur 
im wärmeren Lande. Um Prag hie und da: St. Prokop! Motol! Königsaal an der Be- 
raun | Slichov! Kuchelbad! Šárka und Podbaba (Opiz). Michler und ‘Kunraticer Wald! 
Bei Melnik! Roudnic (Reuss)! Skalic und Hradischken bei Leitmeriz (Thiel)! Cernosek 
(Malinský)! Debre und Schillinge bei Bilin (Reuss)! Brüxer Schlossberg (Štika)! Vysočan 
Saaz. Kreis. (Thiel)! Podébrad (Kott.)! | 
di **) Deckblütter scheidenlos oder das unterste kurz scheidig. Weibl. Aehrchen genähert, 
16 obersten sitzend, dichtfrüchtig. 


27. C. montana L. (C. collina Willd.). Blattscheiden mit Fasernetz, blutroth. 
Deckblatter nicht scheidig, häutig, höchstens. das unterste mit borstlicher Spreite. cj Aehr- 
chen keulenförmig mit stumpfen nicht randhäutigen Spelzen;.Q 1—3 unter der сў 

5 


66° Carex. 


sehr genähert, sitzend, ihre Spelzen eiförmig, stumpf mit kurzer rauher Stachel- 
spitze. Fruchtschläuche verkehrteiförmig-länglich, 3seitig, kurzhaarig-filzig, fast schna- 
bellos mit ausgerandeter Mündung. 

Blätter hellgrün, zuletzt länger als die 3 bis 10" langen Halme und sammt diesen nie- 
derliegend. Spelzen schwarz-purpurbraun, selten lichtbraun. 

2, April, Mai. In lichten, trockenen Hainen, allgemein verbreitet, Um Prag bei 
Kuchelbad! St. Prokop! Dablic! Karlstein! St. Ivan! im Stern! 


28. C. pilulifera L. Blattscheiden in parallele Fasern zerfallend, kaum etwas 
netzig. Deckblätter nicht scheidig, häutig, nur das unterste mit borstlicher oder blattiger 
Spreite, сў Aehrchen schmal-lineal, Q 1—5 (meist 2—3) kugelig bis eiförmig, das 
unterste manchmal sehr kurz gestielt. Beiderlei Spelzen weissrandig, die Q eiförmig, 
fein zugespitzt oder kurzgrannig. Fruchtschlauch nach unten stark verschmälert, birn- 
formig, 3561615, vorspringend 2kielig, kurzhaarig, in den deutlichen, ausgerandeten, kaum 
häutigen Schnabel plötzlich zugespitat. 

Blätter etwas steif, Scheiden lichtbräunlich. Halme zuletzt niederliegend oder niederge- 
bogen, Spelzen lichtbraun, seltner rothbraun mit breitem grünem Nerven. 


«) vulgaris. Wenig über }' hoch. © Aehrchen 2 bis 3, klein, sehr genähert. 
В) major, An 1' hoch, stärker, Ф Aehrchen länglich, zu 4—5, das unterste etwas entfernt. 


% April, Mai. Auf trockenen Waldplätzen hie und da. Um Prag nur bei 
Königsaal (Tausch)! Semin (Op.). Bei Jungbunzlau! am Rollberg (Lorinser)! Böhm. Kamniz ! 
Schluckenau (Karl). Böhm, Schweiz! Georgswalde, Nixdorf (Neum.). Roudnic (Reuss)! Tetschen 
(Winkler)! Ani Erzgebirgszuge von Tepliz bis Schlackenwerth u. s. w. In Südböhmen: 
Aussergefild (Malinsky)! Budweis, Krumau, Platz, Tucap (Opiz)! 


29. C. umhrosa Host (C. longifolia Host,’ О. polyrrhiza Wallr.). Untere Blatt- 
scheiden. in. viele. dünne. Fasern sich auflösend, die Basis der Rasenbüschel schopfig 
einhüllend, Deckblätter kurzscheidig, das unterste mit borstlicher oder linealer Spreite. 
S Aehrchen ‚keulenförmig, Q 1—3 genühert, eilänglich oder länglich, das unterste 
eingeschlossen oder wenig vortretend gestielt. Spelzen nicht weissrandig, eiförmig, 
stumpf. Fruchtschlauch unten verschmälert, birnfórmig 3seitig, zottig-grauhaarig in den 
deutlichen, oben hiutigen, ausgerandeten Schnabel verschmälert. 

11)’ hoch, zur Blüthezeit weit kürzer. Vorjährige Grundblätter sehr lang, aufrecht, 
unterseits graugriin ; die heurigen Halmblätter weit kürzer. Spelzen rostbraun mit grünem. Nerven. 
Früchte schmutzig-grün mit bréunlichem Schnabel. 

2L April, Mai. In Laubgebüschen, bisher an wenigen Orten. Zuerst bei Jaromer! 
und zwar bei Zvol und Neuples mit Galium vernum zusammen 1841 von Knaf gefunden. 
Bei, Tetschen (Malinský)! Im Rostoker Wald bei Prag (Roth)! Bei Böchovie (Bayer)! 


y) Wurzelstock durch beschuppte Läufer kriechend mit terminalen am Grunde beblätter- 
ten Halmen. 


30. C. preecox Jacq. Blattscheiden wenig zerfasernd, keinen förmlichen Schopf 
bildend. : Deckblätter kurzscheidig, c$ Aehrchen keulenförmig, Q 1—3,  genähert, el 
länglich oder  länglich, das ‚unterste eingeschlossen oder wenig vortretend gestiell. 
Spelzen eiförmig, stumpf, öfter stachelspitzig, nicht weissrandig.  Fruchtschläuche Ver- 
kehrteiförmig 3seitig, flaumig-kurzhaarig, in den ganz abgekürzten, oben kaum etwas 
häutigen, ausgerandeten Schnabel verschmälert. 


3—1' hoch. Blätter lichtgrasgrün. Spelzen rostbraun mit grünem Rückennerv. Der vol, 
besonders in der Schattenform, sehr ähnlich, jedoch von. verschiedenem Wuchse. 


% April, Mai. Auf Grasplätzen, an Waldrändern überall verbreitet und häufig- 
Um Prag bei Kuchelbad, Rostok, Särka, Prokop, Karlstein, Königsaal u. a. O. 


Oarex, 67 


31. C. tomentosa L. Blattscheiden mit Fasernetz. Deckblätter blattartig, 
zuletzt wagrecht abstehend, scheidenlos oder das unterste ganz kurz scheidig. сӯ Achr- 
chen walzig, Q 1—3, länglich-walzig, sitzend oder das unterste sehr kurz gestielt. 
Spelzen eiförmig, zugespitzt, nicht weissrandig. Fruchtschläuche kugelig verkehrteiförmig 
3seitig, dicht kurzhaarig -filzig, fast schnabellos mit schwach ausgerandeter 
Mündung. 


}—1' hoch. Blätter schmal, nicht starr, grasgrün. Spelzen rostbraun, Früchte gelblich-grau, 


2 April, Mai. Auf buschigen Hügeln, an Waldründern, auf feuchten: Wiesen 
des Hügellandes nicht sehr häufig, Um Prag bei Kuchelbad! und Kónigsaal (Tausch)! 
Jungbunzlau! Nimburg! Reichstadt! Wernstadtl! Leitmeriz! Doran! Roudnicer Thiergar- 
ten! Libochovic! Trebniz im Mittelgebirge! Tetschen! Bilin! Osseg! Brix! Komotau! 
Vysočan saaz. Kreis! Schlackenwerth! Pardubic! Jaromir! Landskron! Wildenschwert ! 


32, С, ericetorum Pollich. Blattscheiden ohne Fusernetz. Blätter starr, schwach 
seegrün, Deckblitter häutig, das unterste ganz kurz scheidig, und bisweilen kurzbespreitet. 
C$ Aehrchen keulenfórmig, Q 1-—2, genähert, oval, sitzend. Spelzen breit eiförmig, ‚ge-, 
rundet stumpf, mit weissem, feingewimpertem Hautrande. Fruchtschläuche verkehrt- 
eiförmig oder fast kuglig 3seitig, oben flawmig-kurzhaarig, fast schmabellos mit ge- 
Stuteter Mündung. 

3"—1' hoch, Blätter kurz, denen der C. glauca oder rigida ähnlich. Spelzen, purpur- 
braun, kürzer als die schmutzig-gelbgrünen Fruchtschläuche. 

2 April, Mai. Auf sandigen Haiden, in Kieferwäldern in Nordböhmen sehr 
zerstreut, Tepliz (Kichler)! Vidím (Hackel)! Warta bei Niemes (Schauta)! Sandauer Berg 
bei B, Kamniz (Zizelsberger). Kacina (Pejl)! Semin und Chvojno (Op.)! Königgrätz (Sporil) ! 


3 b) Leiocarpae, Fruchtschläuche kahl, höchstens (bei C. glauca) in der Jugend von 
feinen Härchen rauh. 
о) Endständiges Aehrchen regelmässig oben weiblich. Deckblätter fast scheidenlos. 


33. 0. Buxbaumii Wahl. Wurzelstock Läufer treibend. Blätter lang, aufrecht, 
bläulichgrim. Blattscheiden am Rande in feine netzig verbundene Fasern sich 
auflösend. Achrehen 3—5, dichtblüthig, kurzgestielt, die obersten sehr genähert, fast 
sitzend. Spelzen lang und fein zugespitzt. YFruchtschläuche elliptisch, nervig mit 
kurzem ausgerandetem Schnabel. 

М 1—2' hoch, vom Habitus der C. caespitosa oder stricta. Spelzen kastanienbraun mit 
grünem Rückenstreif. 

2, April, Mai. Auf sumpfigen Wiesen selten. Lissa (Tausch)! Böhm. Laipa 
(Hockauf)! Warnsdorf (Neum.). Ullersdorf zwischen Osseg und Tepliz (Winkler)! See- 
stadtl (Bayer)! Rothenhaus (Roth)! Černovic, Sporiz, Alter See bei Komotau (Knaf)! 
Budweis (Jechl)! Hohenfurth (Nenning)! 


34. C. atrata L. Wurzelstock rasig, theilweis langgliedrig. Blätter steif, ab- 
stehend, grasgrüm. Blattscheiden braun, nicht netzig zerfasernd. Aehrchen 3—5, 
dichtblüthig, sitzend oder kurz gestielt, aufrecht oder die untersten linger gestielt und 
niekend. Spelzen stumpflich oder spite. Fruchtschliuche verkehrteiförmig oder läng- 
lich, nervenlos mit sehr kurzem, schmalem, undeutlich 2zähnigem Schnabel. 


a) bicolor. 4—1}‘ hoch, glatt. Spelzen länglich oder länglich-lanzettlich, schwarzbraun, 
gegen die grünlichen, eilänglichen Früchte abstechend. 
o b) aterrima (C. sudetica Opiz, C. aterrima Hoppe). 1—11' hoch, oben mehr weniger rauh. 
Spelzen und Früchte breiter eiförmig und schwarzbraun. 


Æ Juni — August. Auf Triften des Riesengebirges häufig; b) Teichründer, Rübe- 
zahl’s Garten, Schneekoppe (Op.)! Riesengrund (Wagner)! 


o" 


68 Carex, 


f) Endständiges Aehrchen rein männlich. Wurzelstock kriechende Läufer treibend. 
*) Deckblätter scheidenlos. oder das unterste kurz scheidig. 


35. C. limosa L. Läufer lang kriechend. Blätter schmal-lineal, rinnig, oft 
zusammengerollt, seegrün. cj Aehrchen 1—9, © 1—2, sehr selten 3, dichtblüthig, auf 
langen dünnen Stielen wickend oder überhängend, entfernt. Spelzen eiförmig zugespitzt 
bis eilanzettlich, nicht weissrandig, so lang oder länger als die Früchte. Fruchtschläuche 
gestielt, elliptisch oder eiförmig, zusammengedrückt, hinten stark Snervig, seegriin, ganz 
kahl und. glatt, in ‚den sehr kurzen, ausgerandeten Schnabel plötzlich zugespitzt. 

4—1}' hoch. Spelzen licht rostbraun oder dunkel rothbraun. 

2) Mai, Juni. Auf Torfmooren, Sumpfwiesen, besonders in Gebirgsgegenden, 
selten. Im Riesengebirge und Isergebirge verbreitet. Schneeberg bei Grulich (Bayer). 
Gottesgaber Torfmoor im Erzgebirge (Hofmann)! "Ten (Konrad)! Wittingau (Јес)! 
Satava im Böhmerwalde (Müncke). Um Habstein und Hirschberg (Tausch)! Březí bei 
Cáslau, Wald Lipina bei Pardubic (Op.). 


36, C, irrigua Smith, Läufer ziemlich kurz. Blätter flach lineal, grasgrün. 
Q Achrchen. 2— 3. Spelzen eilanzetlich, länger als die Früchte. Fruchtschläuche hinten 
fast nervenlos, grasgı n. Sonst wie vorige. 

Der vor. ähnlich, und vielleicht doch nur Abart derselben, nur 4‘hoch, Spelzen rothbraun. 

4 Juni, Juli., In den Moorsümpfen des Riesengebirges: Elbwiese! Pantschwiese, 
weisse Wiese, an den Teichen. 


37. С. flacca Schreb. (C. glauca Scop., ©. Schraderi Presl fl. éech.!). Läufer 
dick, lang kriechend. Blätter flach, steif, oft zurückgekrimmt, seegrün. Deckblätter 
blattartig, das oberste häutig mit borstlicher Spreite. cj Aehrchen 1—3, ziemlich gé- 
nähert, aufrecht, © 2—3 etwas entfernt, dichtblüthig, walzig, hervortretend gestiell, 
aufrecht, oder das unterste zuletzt überhängend. Spelzen eiförmig, spitz oder stachelspitz, 
nicht, weissrandig. Fruchtschlauch oval, beiderseits gewölbt, nervenlos, von feinen Haar- 
zäckcehen, besonders in der Jugend rauh, zuletzt beinahe glatt, schnabellos mit un- 
deutlich ausgerandeter Mündung. 

4—1} hoch, grundstándige Blattscheiden und Scheidenblätter purpur-röthlich. — Variirt 
bedeutend in der Länge der Blätter, der Achrchenstiele, mit aufrechten und nickenden Aehrchen, 
dunkelpurpurbraunen und heller rostbraunen Spelzen; auch monströs mit lauter f Aehrchen. 

2. April, Mai. Auf feuchten und moorigen Wiesen, Waldplitzen, in Gräben, 
auf Sand. und Letten, verbreitet. Um Prag selten: Cibulka! Tuchomeric (Reuss) ! Bad 
Sternberg! Leitmeriz! Jungbunzlau! Münchengrätz! Böhm. Leipa! Niemes, Tetschen, 
Sperlingstein, Bilin, Brüx, Komotau, Pardubic, Jaroměř, Landskron u. s. w. 


38. С. supina Wahl. (C. costata Presl fl. éech.!). Läufer dünn. Blätter schmal- 
lineal, umgerollt rinnig. Deckblätter häutig, das untere meist mit borstlicher Spreite. 
сў Aehrchen eines, Q 1—2, sehr genähert, armblüthig, kugelig oder eifórmig, sitzend. 
Spelzen eiförmig, breit weissrandig. Fruchtschlauch elliptisch, gewölbt 3seitig, vorspringend 
2kielig, undeutlich nervig, glatt und glänzend, in den kurzen oben häutigen und 
Alappigen Schnabel zwgespitzt. 

Halme dünn, 2—8“ hoch. Spelzen rostbraun. Früchte reif gelblich-braun. 

2, April, Mai. Auf sandigen Triften und kurzgrasigen Hügeln selten, im mittle- 
ren und nordwestlichen Landesthcile. Um Prag vom Belvedere gegen den Baumgarten! 
bei der Kaisermühle! Troja (Opiz), im Kröer Wald (Leonhardi)! Roudnic (Presl)! Po- 
kratiz und Berg Hradischken bei Leitmeriz (Thiel, Hackel)! Bei Tepliz und Bilin (Reuss)! 
Brüx (Kichler)! Vysočan bei Saaz (Thiel). 

**) Deckblätter scheidig, blattig. 


39. C. panicea L. Blätter flach, seegrün. сў Achrehen eines, © meist 2 (1 —3) 
entfernt, etwas lockerblüthig, aufrecht, eingeschlossen oder hervortretend gestielt. Beiderlei 


Carex. 69 


Spelzen eifürmig, weisslich gerandet.  Fruchtsehliuche verkehrteiformig, 3seitig, sehr 
schwachnervig, fein punktirt, von dem ganz kurzen, oben schmalhäutigen Schnabel mit 
enger, abgestutzter Mündung bespitzt, das Nüsschen locker umgebend. 

1—11' hoch. Spelzen purpurbraun, gegen die gelbgrünen Früchte abstechend ; Seiten- 
ährchen in seltenen Fällen oben сў. n 

Æ. Mai, Juni. Auf feuchten und. moorigen Wiesen: verbreitet. Um Prag selten: 
Cibulka! Horoméyic ! 


{+ 


y) Endstündiges Achrehen rein männlich. Wurzelstock rasig, ohne Läufer, Deckblätter scheidig. 


40. C. pallescens L. Halme scharf 3kantig. Blätter flach, grasgrün, sammt 
den Scheiden zerstreut haarig. Deckblitter kwrzscheidig. ` Weih, Aehrchen 2—3, 
eiförmig oder lünglich, kurz walzig; diehtblüthig, auf hervortretenden, fast kahlen Stielen 
aufrecht oder das unterste zuletzt nickend.  Spelzen eifórmig, spitz, nicht .weissrandig. 
Fruchtschläuche elliptisch, bauchig 3seitig, fein nervig, fast schnabellos mit abgestutzter 
enger Mündung. | 

1—1' hoch; сў Aehrchen rostgelblich; © Spelzen blassrostfarben, grünkielig. 

2 Mai, Juni. In Gebüschen, Hainen, auf Waldplitzen, im ganzen Gebiete ver- 
breitet bis in das Hochgebirge (Riesen- und Erzgebirge). Um Prag: Cibulka, Michler, 
Bohnicer Wald, Stern, Závist, Karlstein, Horomerie, Ouval u. s. wi 


41. C. pendula Huds. (C. maxima Scop.). Halme scharf 3kantig, ganz. beblättert. 
Blätter breitlineal, starr, kahl, seegrün;, untere Deckblätter mit ihnen. gleichgestaltet- 
langscheidig. Q Aehrchen 4—7, lineal-walzig, entfernt, diehtblüthig, die unteren hervor, 
tretend | gestielt, niekend, zuletzt sammt dem (j  überhüngend. Spelzen. eilanzettlich, 
stachelspitz, nicht weissrandig. Fruchtschliuche elliptisch, 3seitig, nervig, in den 
sehr kurzen, weisshäutigen, ausgerandeten Schnabel verschmälert. 

9—4' hoch, kräftig; grundständige Blattscheiden purpurréthlich, Spreiten bis A" breit; 
Spelzen rothbraun, versteckt, Früchte klein, bleichgrün. 

?, Mai, Juni. Auf feuchten Waldstellen, in Waldschluchten des nördlichsten 
Böhmens, sehr selten, Zinkenstein bei Tetschen (Malinský)! | Wolfsberg bei Hainspach 
(Tausch)! Winkelmühle bei Kleinskal, Nixdorf (Neum.) Neuschloss bunzl. Kreis. (Op.)? 
(Im Opiz’schen Herbar liegt als C. pendula von Neuschloss eine C. riparia!) 


42. C. capillaris L. Halme stumpfkantig, am Grunde beblüttert. Blätter 
Schmal-lineal, etwas rinnig, grasgrün. Deckblätter langscheidig, die obersten borstlich, 
die unteren blattartig. Q Aehrchen 2—5, lineal-länglich, arm- und lockerblüthig, auf 
dünnen, haarig-rauhen Stielen nickend oder überhängend. Spelzen breiteiförmig, abge- 
rundet stumpf, breit weissrandig. Fruchtschläuche elliptisch-lanzettlieh, vorspringend 
2kielig im den oben weissrandigen, undeutlich 2lappigen Schnabel allmälig ver- 
schmälert. 

\ In allen "Thelen fein und zart, 3—7” hoch; Spelzen gebräunt; bisweilen der Aehrchen- 
Stiel mit einer zweiten, seitlichen Aehre. i { 
{ 2, Juni, Juli. In Felsritzen des Riesengebirges sehr selten: Teufelsgärtchen 
(Tausch)! Kl. Schneegrube (Wimmer). 


Kë C. Odontorrhynchae. Schnabel des Fruchtschlauches verlängert, deutlich 2zähnig ; 
Zähne abgerundet bis fein haarspitzig. Narben 3. Nüsschen 3seitig.! | | 
a) Leiocarpae. Fruchtschläuche kahl. 
о) Wurzelstock rasig, nur kurze, aufrechte Sprossen treibend.' 
*) Aehrchen überhängend. Fruchtschnabel aussen glatt. 


43. C. silvatica Huds. (C. drymeia Ehrh.). Halme stumpf 3kantig, glatt. 


70 Carex. 


Blätter breitlineal; untere Deckblitter mit ihnen gleichgestaltet, ebenfalls langscheidig, 
die obersten kurz. 4 Aehrchen 2---5, lineal-walzig, lockerblüthig, entfernt, langgestielt, 
zuletzt bogig überhängend, Spelzen eilanzettlich, spitz, weisshäutig. ` Fruchtschlüuche 
aufrecht, elliptisch 3seitig, nervenlos, in den linealen, haarspitzig - 2zähnigen Schnabel 
verschmälert. 

1—3* hoch, bogig überhängend. Blätter 2—3 br., hellgrasgrün. сў Aehrchen 1, selten 2—3. 


?, Mai, Juni. In feuchten Wäldern der gebirgigeren Landestheile verbreitet, 
auch im Erz- und Riesengebirge, und im Dóhmerwalde, Sehr häufig in Nordböhmen. 
Um Prag nur im Kundraticer Wald! im Stern (Opiz), Bad Sternberg! 


44. C. pseudo-cyperus L. Halme scharf 8kantig und rauh. Blätter breitlineal. 
Dechblätter: scheidenlos oder das unterste kurz scheidig, weit länger als der Halm. 
Q Achrehen 3—6, lineal-walzig, gedrungenblüthig, entfernt oder die oberen etwas ge- 
nähert, lang gestielt und überhängend. Spelzen lanzettlich mit lineal-pfriemlicher, 
gewimpert rauher Spitze. Fruchtschläuche zuletzt fast wagrecht abstehend, eilanzett- 
lich, gekrümmt, vorspringend nervig, in den linealen, haarspitzig 2zähnigen Schnabel 
verschmäilert. 

1—3' hoch, kräftig; (f Aehrchen eines, blassgelblich ; Q ganz grün, von den Spelzen- 
grannen und Schnäbeln der schön gereihten Früchte steifgrannig. 

2, Mai, Juni. An Wassergräben, Flussufern, in Sümpfen nicht häufig. Brandeis 
(Opiz)! Lissa (Tausch)! Habsteiner Sümpfe (Schauta)! Nixdorf (Neumann). Tetschen 
(Malinsky)! Libochovie (Reuss)! Brozan (Hackel)! Teplizer Schlossgarten (Op., Winkl.)! 
Osseg (Thiel)! Kommerer Seewiesen (Knaf)! Karlsbad (Glückselig). Sobéslau, Tucap 
(Berchtold). Koloděj bei Béchovic (Reuss)! Kačina (Реј)! Kolin (Malinský)! Bei Sech 
gegen die Tupadler Fasanerie (Opiz). Lipina und Divočina bei Pardubic (Opiz). 


**) Aehrchen aufrecht. Früchte aufrecht mit aussen gewimpert-rauhem Schnabel und Zähnen. 
Deckblätter scheidig, blattig, häufig das oberste häutie. 


45. C. hordeiformis Wahl, (©. hordeistichos Vill.). Blätter starr aufrecht, nebst 
den Deckblättern länger als der stumpfkantige, glatte Halm. © Achrchen 2—4, 
linglich, dichtblüthig, entfernt oder die oberen genähert. Spelzen eiförmig, spitz, breit 
weisshäutig, meist mit kurzer, gewimperter Stachelspitze. Fruchtschlauch länglich- 
elliptisch, 2kielig, aussen gewölbt und nervig, innen flach; Schnabel an den Aussenrán- 
dern stachelig gewimpert mit vorgestreckten, am Mundrande schmalhäutigen, kahlen 
Zähmen. 

1—1‘ hoch; © Aehrchen oft proliferirend. Früchte blassgrün. 


2, Mai, Juni. Bisher nur auf einem schlechten, brach gelegten Acker zwischen 
Chotöschau und Cerniv bei Budín 1863—65 von Reuss fil, beobachtet ! 


46. C. Hornschuchiana Hoppe (0. biformis ß. fertilis Е. Schultz, C. fulva 
Autt.) Blätter etwas starr, nebst den Deckblättern kürzer als der stumpfkantige Halm. 
Q Achrehen 2—3, eiförmig oder länglich, dichtblithig, die oberen genühert, } 
eiförmig, stumpflich, breit weissrandig, glatt, ohne Stachelspitze. Fruchtschlauch €t 
förmig, etwas aufgeblasen 3seitig, 2kiclig, aussen nervig, grasgrün und ungefleckt; Schna- 
bel mit abstehenden, am Innenrande weisshäutig gerandeten, kahlen Zähnen. 

Der folgenden ähnlich, an den Spelzen und Früchten unschwer zu unterscheiden. Spelz 
kastanienbraun mit grünem Nerven. Halm fast ganz glatt, das unterste Deckblatt kurz, nur 1 
14” lang, Fruchtschläuche blassgrün mit wohlentwickelten Niisschen, 

Æ Mai, Juni. Auf sumpfig-moorigen Wiesen. Mit Sicherheit nur bei Lissa (Tausch)! 
Wird noch angegeben: bei Prag oberhalb Slichov (Opiz), Seewiesen bei Brüx (Stika), 
Schöninger (Jungbauer), Münchengrätz (Sekera); doch sind theilweise Verwechselungen 
der C. distans zu besorgen, 


en 
218 


Spelzen ` 


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Carex, T1 


47. С. distans L. Spelzen eiförmig, spitz, meist mit kurzer, feingewimperter 
Stachelspitze, gar nicht oder schmal weissrandig... Fruchtsehlauch graulich oder gelb- 
lich blassgrün, meist gefleckt punktirt; Schnabel mit etwas gespreigten, krautigen, am 
Innenrande feingewimperten rauhen Zähnen. 

Sonst wie vorige; 1—11' hoch, bogig aufsteigend. Spelzen lichtrostbraun bis kastanien- 
braun. Ich sah eine Form mit 8 Q Aehrchen. à 

2. Mai, Juni. Auf feuchten oder sumpfigen Wiesen im niederen Lände, hie und 
da. Um Prag: Cibulka (Reuss)! Tuchoměřice (Reuss)! Zäböhlie (Opiz)! am Wege nach 
Veleslavin (Berchtold). Doxan und Brozan bei Leitmeriz (Hackel)! Kostal ‚bei Trebnic 
(Jiruš)! Teplic (Winkler)! Biliner Sauerbrunn (Reuss)! , Kommerer Seewiesen (Winkler) ! 
Pillna (Knaf)! Rothenhauser Park (Roth)! Vysotan bei Saaz (Thiel)! Franzensbad 
(Bracht)! Kuttenberg (Veselský)! Cáslau (Opiz)! Podébrad (Opiz)! Königgrätz (Tausch)! 
Böhm. Trübau (Bayer)! 


***) Aehrchen aufrecht, morgensternartig. Früchte sparrig abstehend. 


48, C. flava L. Halme stumpfkantig, glatt. Blätter. flach. Q,Aehrchen 1-3 
(selten 5—6) sitzend oder meist eingeschlossen gestielt, diehtblüthig, eiförmig oder. kug- 
lig, die obersten meist sehr genühert, Deckblätter. scheidig,. das. unterste meist länger al, 
der Halm, wagrecht abstehend oder zurückgebrochen. Fruchtschlauch eiförmig, aufgeblasens 
vorspringend 2kielig und nervig mit 2zähnigem Schnabel. 

1" - 1' hoch. 


a) macrorrhyneha (C. flava Tausch!). Fruchtschläuche an 2'' lang, stark aufgeblasen, 
reif gelb mit linealem, 1" langem und herabgebogenem Schnabel. 

b) brachyrrhyncha (C. lepidocarpa Tausch !). Fruchtschläuche kleiner, breiter oval mit 
nur j'^ langem, herabgebogenem Schnabel, daher die Aehrchen mehr abgerundet; sonst 
wie vorige. 

с) orthorr hyncha (C. Oederi Ehrh.). Fruchtschläuche nur 1 bis 13“ lang, weniger auf 
geblasen, mehr grünlich mit einem schmal-linealen oder pfriemlichen, geradem, (bisweilen 
auch etwas herabgebogenem), halb so langem Schnabel. Aehrchen oft sehr. gedrängt. 


?, Mai, Juni. Auf Moorwiesen, in sumpfigen Grüben und Lacken; a) und c) 
verbreitet, meist im kühleren, rauheren Lande, bis in das Hochgebirge. b) seltener : 
Cibulka! Tuchoměřice (Reuss)! Zbirov (Tausch)! Joachimsthal (Hofmann)! | Winterberg 
(Claudi)! Gistaj bei Niemes (Schauta)! | 


В) Wurzelstock kriechende Läufer treibend. `. 
*) Deckblitter lang scheidig. сў Aehre Y, seltener 2. 


49. C. pilosa Scop. Grundblätter breitlineal, am Rande und den stärkeren 
Nerven zerstreuthaarig. сў Aehrchen. walzig-keulenfórmig, Q 2—3, lineal, lockerblüthig 
auf behaarten ` Selen, Spelzen | eifürmig, halbumfassend, stumpflich. Fruchtschläuche 
Verkehrt-eifórmig, bauchig 3seitig, kahl, stark nervig, in einen ziemlich langen, aussen 
glatten, hiiutig-2lappigen oder 2zähmigen Schnabel zugespitzt. ; 

1—1} hoch. (f Aehrchen purpurbraun ; Q Spelzen grün, mit röthlichbraunem Rande. 
Der Halm ist, wie es Döll angibt, terminal und trägt über dem vorjährigen Blatttriebe' ziemlich 
kurzspreitige Blätter; im folgenden Jahre, nachdem der Trieb in den Halm getrieben, entwickeln 
Sich oberhalb der seitlichen heurigen Blatttriebe am vorjährigen "Triebe auch Blüthenhalme, welche 
am Grunde rothbraune Schuppen, hóherhin ganz kurze Spreitenblütter. tragen und zum  abgestor- 
benen, vorjührigen Blattbüschel lateral sind. 

2. April, Mai. In lichten Gebirgshainen. Ich fand sie 1865 und 1866 auf dem 
Berge Medník bei Davle oberhalb Königsaal, in der Nähe,des Erythronium: -dens canis 
an mehreren Stellen, jedoch nie fruktificirend. In Töpfe verpflanzt gelangte sie heuer 
1n Blüthe (schon im März) und Frucht. 


50. С. vaginata Tausch. Grundblitter lang lineal, kahl. © Aehrchen 2—3, 
entfernt, lineal, etwas lockerblüthig auf kahlen Stielen. Spelzen esförmig, spite. Frucht- 


72 Carex. 


‘schliuche 3seitig. eiförmig, nervenlos, in den mässig langen, aussen glatten, oben häu- 


tigen, weitmiindigen und Llappigen Schnabel zugespitzt. 

Ist der C. panicea etwas ähnlich, aber durch die Fruchtschnäbel, die kurzspreitigen 
halmständigen Blätter, die nicht weissrandigen Spelzen des (j'Aehrchens, die grasgrüne Farbe 
leicht zu unterscheiden, © Spelzen rostróthlich, grün gekielt. _ Fruchthüllen schmutzig-grün, zuletzt 
bräunlich. : 

2, Juni, Juli. Auf feuchten Graslehnen des Riesengebirges sehr selten. Im Aupa- 


grunde beim Aupafalle (von Tausch 1821 entdeckt)! und in der Kesselgrube (Wimmer). 


; 51. C. Michelii Host. Grundblätter schmal-lineal, kahl, aufrecht, Q Aehrchen 
1—2, von dem сӯ entfernt, eifórmig oder länglich, ziemlich lockerblüthig auf kahlen, 


meist eingeschlossénen Stielen. Spelzen länglich, weisslichhäutig mit rauher Stachel- 


spitze. /Fruchtschläuche verkehrt-eiförmig, 3seitig, fein rauhpunktirt, schwachnervig, in 
einen langen, linealen, aussen gewimpert-rauhen, spite 2zühnigen Schnabel zugespitzt. 

1—11' hoch; d Aehrchen weissgelblich. Früchte grün, gross. 

2, Mai, Juni. Auf trockenen Waldstellen, buschigen Hügeln, nur im Elbe- und 
unteren Moldaugebiet. : Um Prag bei Kuchelbad! Rostok!  Horoméfic! Šárka! Dablic 
(Kratzmann)! Pakoméfie (Hofmann)! Ferner Pferov bei Brandejs (Jirásek)! Roudnicer 
Thiergarten (Reuss)! Am Sovic! Geltsch (Kratzmann)! um Leitmeriz! bei Vidím (Hackel). 
Budin und Liboehovie! Oernosek und Salesl (Malinský)! Aussig (Bayer)! Bilin (Reuss)! 
Radelstein (Reuss). i 

**) Deckblütter scheidenlos oder nur das unterste ganz kurz scheidig. (f Aehrchen in 

der Regel 2 und mehrere.‘ Fruchtschlauch mit aussen glattem Schnabel. 

T)Fruchtschlüuehe zusammengedrückt 2seitig. 


52. C. palüdosa Good. Blätter ziemlich breit lineal, unterseits bläulichgrün ; 
Scheiden in ein Fasernetz sich auflisend. J, Aehrchen 2—4 (bisweilen unten dl: 
ihre, Spelzen mit nicht auslaufenden | Nerven, untere meist stumpf. Q Aehrchen aM 
walzig, die unteren. kurz gestielt, meist aufrecht; ihre Spelzen lanzettlich spitz oder mit 
rauher Stachelspitze. Fruchtschläuche eiförmig oder  eilünglich, bläulichgrün, glanzlos, 
nervig mit kurzem, kurz 2zähnigem Schnabel. ; 

' 3—4' hoch. Blattscheiden unten röthlich oder braun. Ф Spelzen purpurbraun mit schma- 


lem grünem Mittelnerven. сў Aehrchen purpurbráun. Achnelt im Habitus und in den Früchten der 
C. acuta. 


2. Mai, Juni. In Sümpfen, Gräben, an Ufern, verbreitet im ganzen Lande. pei 
Prag: Kaiserwiese! Jinonic! Ounétic! Cibulka! Tuchomérie! Schanzgräben Prags! 


tt) Fruchtschliuche aufgeblasen, reif grünlich-gelb; ihr Schnabel verlängert mit 2 haar- 
spitzigen Zähnen: ` 

53. C. vesicaria L. em. Halme scharf 3kantig, an den Kanten meist rauh. 
Untere Scheiden am Rande in ein deutliches Fasernetz sich auflösend. Blätter lineal, 
grasgrün. cj Aehrchen 2—4, © 2—4, entfernt, walzig, die untersten überhängend. 
Spelzen lanzettlich. Fruchtschläuche schief aufrecht, eikegelförmig, nervig, in den Schna- 
bel allmálig. verschmálert. | 

1—2' hoch. Spelzen lichtbraun. 

2, Mai, Juni. In Sümpfen, Gräben, an Ufern, verbreitet und häufige. Um Prag 
7. В. bei Vysočan, Ouval, Karlstein, im Kundraticer Wald u. s. w. 


54. C. ampullacea Good. Halme stumpf 3kantig, glatt, selten zuoberst etwas 
schärflich. Blätter schmal-lineal, seegrün ; ihre Scheiden ohne deutliche Netzfasern 
vergehend, Fruchtschläuche fast wagrecht abstehend, nervig, kugelig-ciformig, in den 
schmalen Schnabel mit 2 haarspitzigen Zähnen plötzlich zugespitzt. 

Sonst wie vorige. Spelzen bräunlich, Ф dunkler. 


| 


Carex. 73 


a) normalis. Halme steif aufrecht; die rein männlichen 2—3 Aehrchen mit stumpfen, 
weissgerandeten Spelzen; 2 Spelzen nur spitz, 
b) nutans Knaf (C. Sternbergii Knaf olim). Halme mit der Spitze nickend; die obersten 
Aehrchen an der Spitze oder in der Mitte Q mit lang zugespitzten, schmal weissrandigen 
Spelzen ; Spelzen ter Q Aehrchen bleich, grünlich, in eine lange, rauhe Grannenspitze 
auslaufend. 
?, Mai, Juni. In Sümpfen, Wassergrüben, auf Torfmooren, seltener als vorige. 
Fehlt in der Prager Umgegend. Neudorf bei Weisswasser, Niemes, Reichstadt, Reichen- 
berg, Schluckenau, Böhm. Kamniz, Tetschen, Doxan bei Leitmeriz, Osseg, Rothenhaus 
und Komotau, Ronsperg, Budweis, Platz, bei Kourím, Königgrätz, Böhm. Trübau! Auch 
im Isergebirge (Tausch)! Riesengebirge : kl. Teich (Kabl.)! Pantsch (Knaf)! Im Erzgebirge 
2. B. bei Neuhaus! Gottesgab! b) bei Jaromir (Knaf) ! 


TH) Fruchtschläuche kegelförmig, abgerundet 3seitig, derb lederartig, grün, zuletzt bräun- 
lich. Schnabel ziemlich kurz, spitz 2zühnig. 


55. ©. riparia Curtis. Blätter breitlineal, secgrün ; Scheiden ohne deutliches 
Fasernetz. C$ Aehrchen 2—6, mit stachelspitzigen Spelzen; © 2—5, walzig, die unteren 
gestielt, oft nickend, ihre Spelzen eiförmig in eine lange, rauhe Spitze auslaufend. 
Fruchtschläuche ei- oder länglich kegelförmig, nervig, mattglänzend, die scharf 3kantige 

uss locker umgebend. 

Schöne, kräftige Art. f Spelzen dunkelbraun, 9 lichtbraun, mit grünem Nerv. Frucht- 
Schläuche bis 3° lang. Häufig abnorm in der Vertheilung der Geschlechter in den Aehrchen. 


2. Mai, Juni. In Wassergräben, an Ufern des niederen Landes hie und da, nicht 
gemein. Um Prag auf der Kaiserwiese! vor dem Sandthor! bei Hrdlofez (Reuss)! Roz- 
tyly! Kolodéj bei Béchovie (Leonhardi)! Ferner bei Lochovie (Wolfn.)! Voseker Teiche 
(Sternberg)! Karlsbad, Franzensbad (Glückselig). Brüx (Stika)! Tepliz (Reuss). Tetschen 
(Malinský)! Mileschau (Tausch)! Libochovic (Reuss)! Niemes (Schauta)! Reichstadt 
(Mann)! Neuschloss (Opiz)! Jungbunzlau (Himmer)! Münchengrätz (Sekera) Kolin und 
Kuttenberg (Veselský)! Poděbrad, Bohdaneéer Fischbehälter (Ор.)! Jičín (Dědeček)! 
Königgrätz (Reichel)! Jaromir (Knaf)! Böhm. Trübau (Bayer)! 


! 56. C. nutans Host. Blätter schmal-lineal, grasgrün; Scheiden ohne deutliches 
Fasernetz, С] Aehrehen 1—3, genähert mit zugespitzten bis stachelspitzigen Spelzen ; 
2— 3, kurz walzlich entfernt, das unterste länger gestielt, aufrecht; ihre Spelzen 

eiförmig fein eugespitet. Fruchtschläuche eikegelförmig, furchig längsgestreift, die 
stumpf 3kantige, grosse Nuss ziemlich eng umschliessend. 

1—2' hoch, schlank. Spelzen dunkelbraun mit grünem Nerv. 

2. Mai, Juni. Zuerst an nassen, lehmigen Gräben am Gernovicer Eichbusch bei 
Komotan von Knaf entdeckt! Später auch im Thale bei Vysočan saaz. Kreis. von Thiel 
gelunden ! 


b) Tricho carpae. Fruchtschläuche behaart. Wurzelstock kriechende Läufer treibend. 


57. C. filiformis L. Halme fast bis zur Mitte beblättert, schlank. Blätter 
Schmal-lineal, eingerollt, kahl, etwas seegrün ; Scheiden mit zartem Fasernetz. сў Aehrchen 
1—3, © 2—3 eiförmig oder länglich, sitzend oder das unterste kurz gestielt. Deck- 
blätter nicht oder sehr kurz scheidig. TFruchtschläuche filzig- kurzhaarig, aussen stark 
gewölbt, verflacht nervig mit kurzem kegelfirmigem Schnabel. 

9—8, hoch, straff, Scheiden unten röthlichbraun. Spelzen rothbraun. Früchte grauschim- 
mernd, rostbräunlich. 

2. Mai, Juni. In Sümpfen und auf Torfmooren sehr selten. Cistaj bei Niemes 
(Sehauta) ! Haideteich bei Hirschberg (Reuss). Schluckenau (Karl)! Georgswalde (Neum.). 
Am Erzgebirge bei Tepliz (Winkler), Gottesgaber Torfmoore (Hofmann)! Im Riesengebirge : 

eisse Wiese (Presl), Elbwiese (Nees), und im Isergebirge (Tausch)! 


— 


74 Rhynchospora, Scirpus. 


58. C. hirta L. Halme ganz beblättert. Blätter flach, viel breiter als der Halm, 
sammt den Scheiden und Spelzen haarig oder fast kahl, die Scheiden ohne eigentli- 
ches Fasernetz. cj Aehrchen 1—3, genühert, Q 2--4, entfernt, länglich walzig, gestielt. 
Deckblätter lang scheidig.  Fruchtschliuche  eikegelfórmig, aufgetrieben, stark nervig, 
grauhaarig, in einen langen doppelt haarspitzigen Schnabel verschmälert. 

1—2' hoch. f Spelzen hellbraun, 9 oft ganz weisslich mit grünem: Rückennerven. 


ol pilosa. Blätter und Blattscheiden haarig. 
В) subglabra. Blätter und Scheiden kahl oder fast kahl. 


?, Mai, Juni, Auf feuchten Sandplätzen, Ufern, in Lacken gemein; f) seltener 
in Wassergräben. 


2. Rhynchospora Vahl. Moorsimse. 


1. Rh. alba Vahl Wurzelstock schwach rasig, ohne Läufer. Нате und die 
linealen, rinnigen Blätter schwach seegrün. Achrehen in einer hüscheligen gleich- 
gipfeligen Spirre,. von den Deekblättern gewöhnlich nicht überragt. Borsten so lang 
als das Nüsschen. 2 Staubgefisse. 

1—1' hoch. Achrchen weisslich, später semmelgelb, röthlich überlaufen. 

% Juli, August. Auf Moorwiesen sehr zerstreut, Thammühle (Tannmühle) bei 
Hirschberg (Tausch)! Cistaj bei Niemes, Hammerteich bei Wartenberg (Schauta)! Ober. 
Liebich bei Bóhm. Leipa (Zizelsberger). Reichenberg (Siegmund)! Friedland (Langer)! 
Judendorf und Probstau bei Tepliz (Reuss)! Kosten (Thiel). Franzensbad (Bracht)! Chlu- 
mec (Jechl)! Gratzen (Sternberg). 


2. Rh. fusca Rim. & Schult, Wurzelstock kriechende Läufer treibend. Halme 
wie die borstlich zusammengerollten Blätter graugrün.  Aehrchen in ein eifirmages 
Köpfchen gehäuft, von 1—2 dasselbe überragenden Deckblättern begleitet. Borsten weit 
länger als das Nüsschen. 3 Staubgefässe. 

4—9" hoch. Aehrchen braun. 

% Juni, Juli. Auf Moorwiesen sehr selten. Thammühle bei Hirschberg (Presl, 
Tausch)! Auscha (Hackel)! 


3. Scirpus L. em. Simse. 


A) Phyllothryon mihi (non Döl). Halme beblittert. Blätter lineal, flach, grasartig. 
а) Blysmus. Aehrchen zahlreich in einer zweizeiligen, gegen den Grund öfter zu- 
sammengesetzten Aehre. Blüthenborsten 3—6, seltener fehlend. Narben 2. 


1. S. compressus Pers. (S. caricis Retz, S. caricinus Schrad., Schoenus compressus L.)- 
Wurzelstock kriechend, Halme 4“—1' hoch, undeutlich kantig, am Grunde beblättert und 
bescheidet. Blätter am Grunde rinnig, blüulich grün. Aehrchen 6 —10blüthig. Spelzen spitz, 
kastanienbraun. Borsten rückwärts kurzstachelig, Nüsschen verkehrt-eiförmig, plattgedriickt. 

Sieht einer Carex disticha ähnlich ! 

Æ Juni, Juli. Auf Sumpfwiesen, zerstreut. Um Prag:  Moriny bei Karlstein! 
Sárka (Seidl), Cibulka !. Kaiserwiese! Modřan! Kréer Wald! Rostok (Jiruš). Am Elbufer 
bei Lobkovic, Stefansüberfuhr u. s. w. Geltsch, Kleinskal, Lobosic (Neumann). Doxan 
(Hackel)! Hirschberg (Tausch)! Tetschen (Malinský)! Tepliz (Winkler)! Bilin! Brix! 
Ріпа! Komotau! Vysočan bei Saaz (Thiel)! Franzensbad! Schlackenwerth! Tepl! Cäslau, 
Pardubic! Smiřic! Landskron! 


b) Dichostyles, Achrchen in Büscheln, diese in ein endstündiges, von mehreren 
laubartigen Deckblüttern gestütztes Köpfchen zusammengestellt. Blüthenborsten fehlend. Narben 2. 


1 


Scirpus. 1D 


2. S, Michelianus L. Halme 3kantig, unten beblittert, rasig, liegend oder auf- 
recht, 1—6 hoch. Blattscheiden róthlich.  Deckblätter 2—8, wagrecht abstehend, fast 
80 lang und länger als der Halm. Achrchen klein, bleichgrün. Nüsschen zusammengedrückt. 

Sieht einem Cyperus oder der Carex cyperoides ähnlich. 

(C) Juli — September. Auf überschwemmt gewesenen Uferstellen, bisher nur an 
der Elbe bei Tetschen 1853 von Malinsky gefunden. 

; c) Euseirpus.  Achrehenbüschel oder einzelne Aehrchen theils sitzend, theils ge- 
Stielt in einer endständigen, von mehreren laubigen Deckblättern begleiteten Spirre. Blüthenborsten 
8—6. Narben 3. 

. 3. 8. maritimus L. Halme 3kantig, bis unter die Mitte bebláttert. Blätter 
rinnig, am Grunde scharf gekielt, steif abstehend. Aehrehen eilänglich oder länglich- 
lanzettlich, zu 3—5 gebüschelt, mitunter einzeln in einfacher, bisweilen büschelförmiger 
Spirre. Spelzen 2spaltig, im Spalte mit einer Stachelspitze, aussen | feinhaarig. 
Borsten feinzackig-rauh. 

— 1—3' hoch. Aehrchen gross, 1—1” lang, rostbraun. Wurzelstock stellenweis knollig 
тоско, 

: 9, Juli, August. In Wassergrüben, an Teich- und Flussufern, salzdeutend. Um 
Prag: | Vršovic! Nusle, Kaiserwiese, Baumgarten, Kónigsaal! ıı Brandejs, Stefansüberfuhr, 
Mélnik, Doxan, Leitmeriz, Jungbunzlau, Münchengrätz, Schluckenau, Tetschen, Bilin, Said- 
Schitz, Brüx, Pillna, Kummer, Seehäusel bei Kaaden, Schiesseliz bei Saaz, Karlsbad, 
Franzensbad, Budweis, Sobéslau; Kačin, Poděbrad, Pardubiz! u. 5. w. 


? 4. S, silvaticus L. Halme stumpf 3kantig, durchaus beblüttert, Blätter breit- 
lineal, flach. Achrehen eiförmig, theils einzeln, theils zw 2—5 gebüschelt in mehrfach 
Zusammengesetzter Spirre. Spelzen ungespalten, fein stachelspitzig, kahl. Blüthenborsten 
eimzackig-ranh. 

1—3' hoch. Aehrchen sehr zahlreich, nur 1—2“ lang, schwärzlich-grün. 
p 2, Juni, Juli. Auf sumpfigen Waldstellen, Gräben, Ufern allgemein verbreitet. 
Bei Prag: Cibulka, Šárka, Stern, Ounétic, Kréer Wald u. s. w. 


Л 5. S, radicans Schkuhr. Halme stumpf 3kantig, durchaus beblättert. Blätter 
lineal, flach.  Aehrchen eilanzettlich, alle einzeln, auf feinen Stielen, selten zu 2, in 
Vielfach zusammengesetzter Spirre. Spelzen stumpf, ohne Spitechen, kahl. Blüthenborsten 
Sewunden, glatt. 

XA Vom Ansehen des vor, Aehrchen 2—3' lang. Die unfruchtbaren Halme neigen sich 
öfters bogenförmig zu Boden, wurzeln mit der Spitze und treiben ein Blätterbüschel oder zugleich 
Blat eine kümmerliche Spirre; auch an der Spirre bilden sich bisweilen in den Blattwinkeln 
»lattbüschel aus. 

{ 2. Juli, August. An Flussufern, in Wasserlacken zerstreut. Bei Prag: Kaiser- 
Wiese (Opiz)! Hetzinsel ! St. Prokop! Řeporyje (Niekerl)! Lhotka bei Modřan (Jiruš), 
zwischen Bränik und Königsaal (Jiruš)! Stefansüberfuhr (Seidl), Pardubic (Op.)! Tetschen 
Malinský)! Védomic bei Roudnic (Reuss). Zwischen Brix und Zsehausch (Stika), 
Karlsbad (Glückselig), Ellbogen (Weitenweber). 


"M usd Joleothryon. Halme am Grunde bescheidet. Scheiden spreitenlos oder 1—2 oberste 
ге borstliche oder rinnige Spreite tragend. 
ШАСЫ S) Soh 0 e nopl ео Vo роеви GC eko egets ad pum 
e AOL E Ed ig ` J ine m ohr gn eln zusammengesetzte Spirre, seltener 
senei. orsten vorhanden. ГОО" Zum, 
| . 6. S. trigonus Roth (Se. triqueter L.? Se. Pollichii Gr. & Godr.. Halme 
Scharf 3kantig, grasgrün., Spirre locker oder zusammengezogen aus sitzenden und. ge- 
ееп Aehrehenbüscheln. Achrchen eiförmig. Spelzen 2spaltig, stachelspitz, fransig-ge- 
Wimpert. Narben 2. Nüsschen 2seitig, planconvex, feinbespitzt. vis 
1—3' hoch. Spelzen braun oder rothbraun. 


76 Seirpus, 


2 Juli — September. Auf überschwemmten Stellen, an Ufern, in Gräben, höchst 
selten. Bei Leitmeriz und Böhm. Leipa (Hackel im Herb. Watzel) ! 


7. S. lacustris L. Halm stielrund, nur oben schwachkantig, grasgrün. Spure 
zusammengesetzt, Aehrehenbüschel grösstentheils gestielt. — Aehrchen länglich-eiförmig. 
Spelzen gewimpert, glatt, höchstens am Kiele etwas rauh, Narben 3, sehr selten 2. 
Nüsschen 3kantig (sehr selten 2seitig), feinbespitzt. 

3—6' hoch. Wurzelstock stark kriechend. Oberste Halmscheide bisweilen kurz bespreitet. 
Spelzen rost-rothbraun, seltener purpurbraun, mit dicker Stachelspitze. 

2L Juni, Juli. In Wiissern, an Ufern, in Sümpfen verbreitet. 


8. S. Tabernemontani Gmel. Halm stielrund, licht seegrün. Spirre zusammen- 
gezogen ; wenige oder keine Aehrchenbüschel gestielt. Spelzen gewimpert, von erha- 
benen, purpurnen Punkten rauh. Narben 2. Nüsschen 2seitig, planconvex, feinbespittz- 

1—3' hoch, dünner, schlanker als der vorige. Spelzen purpurbraun. Nüsschen fast doppelt 
kleiner als bei dem vorigen sehr ähnlichen. 

?, Juni, Juli. Auf nassen Wiesen, in Gräben, Sümpfen, an Teichründern, salz- 
liebend, selten. Bei Prag: Ounétic! von Vršovic östlich (Opiz)! An der Elbe: bei Bis- 
kovic (Kosteletzky), Stefansüberfuhr (Mann), Lissa (Tausch), Lipina bei Pardubic (Op.)- 
Volesko bei Roudnic (Reuss). Chotéschau (Reuss). Saidschiz! Pillna bei Brüx (Reuss)! Thal 
Hut bei Vysoéan (Thiel). Franzensbad (Bracht)! Fischern bei Ellbogen (Glückselig). 

e) Isolepis. Blüthenstand wegen des aufgerichteten laubigen Deckblattes scheinbar 
seitenständig, mehrährig, seltener ein einzelnes Aehrchen. Blüthenborsten fehlen. Narben 3. 


9. 8. holoschenus L.  Wurzelstock walzlich, holzig, kriechend, Halme stiel- 
rund, aufrecht. Scheiden mit Fasernetz, 1—2 oberste mit borstlich zusammengerollter 
Spreite. Aehrchen zahlreich in kugeligen Köpfchen, deren endständiges sitzend, die 
meist vorhandenen (1—4) seitlichen gestielt. Deckblatt verlängert, zusammengerollt, den 
Halm fortsetzend. Nüsschen 3kantig, ylatt. 

Seegrün. Achrchen sehr klein, rostgelb und gebräunt. 


«) major. Kräftiger, 2 3' hoch. Köpfchen hasselnussgross, die seitlichen länger gestielt. 
f) minor. Schlanker, dünner, 1—1} hoch. Köpfchen erbsengross, die seitlichen kurz 8°- 
stielt oder fehlend. 
; j 1 : TA [ r d)! 
4 Juni, Juli. Auf Sumpfwiesen an der Elbe bei Stefansüberfuhr (Tausch)! 
Lobkovic! Celakovie (Seidl). B) bei Podébrad (Opiz)! 


10. S. setaceus L. Wurzelstock langgliedrig, stielrundlich. Halme fädlich, ras 
aufrecht oder schief; 1— 2 oberste Scheiden mit kurzer borstlich rinniger Spreite. Aehr- 
chen 1—3 gehäuft, von einem aufrechten, borstlichen Deckblatt überragt. Nüsschen dre! 
seitig, erhaben längsstreifig, kurz bespitzt. 

1—8' hoch. Aehrchen eiförmig, klein, grünlich und braun gefärbt. 

2 Juli, August. Auf feuchten Sandplützen, überschwemmt gewesenen Ufern, — 
breitet, doch zerstreut. Um Prag auf der Hetzinsel, Kaiserwiese, bei Dejvic! am Kreer 
Walde! 

f) Baeothryon. Aehrchen einzeln endständig, ohne laubiges Deckblatt. Borsten 
vorhanden. Narben 3. 


11. S. pauciflorus Lightf. (S. bæothryon Ehrh.) Wurzelstock rasig, bisweilen 
kurze Läufer treibend. Halmscheiden geschlossen, spreitenlos. Aehrehen kurz, eiför- 
mig, 3—7blüthig. Spelzen bleibend, die unterste halbumfassend, wehrlos. Nüsschen 
3kantig, in die kurz pyramidale, 3kantige Griffelbasis zugespitzt, netzig lüngsstreifit 
Borsten feinzackig-rauh. 


" P à Tos so (war 
2—10” hoch. Spelzen braun oder bleich, weissrandig. Durch die Frucht und die (ZWà 
nicht abgeschnürte) Griffelbasis der Gattung Heleocharis nahestehend. 


Hoeleocharis,. 77 


?, Juni, Juli. Auf moorigen und torfigen Wiesen, in Gebirgsgegenden selten. 
Weisswasser ! Böhm. Leipa (Hackel)! Tepl nüchst der Kreutzkapelle (Konrad, Tausch)! 
Marienbad (Kabl.)! Schöninger (Jungbauer) Rožmitál (Lusek)! 


| 12. S. cespitosus L. Wurzelstock dichtrasig. Halme stielrund, glatt; Scheiden 
off en, die oberste geschlossen mit kurzer starrer Spreite. Aehrchen elliptisch, 3—7blüthig. 
Spelzen zuletzt abfällig, die unterste umfassend mit stumpfer, starrer, grüner Sprei- 
tenspitee, Nüsschen 3seitig, glatt, feinzugespitzt. Borsten glatt. 

2—10“ hoch, starr, grasgrün. Halbscheiden strohbraun. Aehrchen klein, rostbraun. 

| Æ Mai, Juni. Auf Torfmooren des Riesengebirges, oft auf grossen Flächen: 
Weisse Wiese (Tausch)! Wiesenbaude (Cenék)! Koppenplan, Elbwiese, Iserwiese (Wim- 
Mer). Brunnenberg (Seidl). Ausserdem noch angegeben bei Reichenberg (Siegmund)! und 
bei Fugau (Karl)! 


4. Heleocharis R. Brown, Riet, Sumpfbinse. 


1. Н. palustris R. Br. (Scirpus pal. L.) Wurzelstock stielrund, kriechend. 
Halme stielrundlich, feingestreift, bläulich hellgrün, ziemlich glanzlos.  Aehrchen 
länglich oder kegelförmig. Spelzen spitzlich, nur die untersten stumpf; die 2 un- 
tersten viel kleiner und leer, fast gegenständig, etwas mehr als eur Hälfte halm- 
umfassend. Narben 2. Nuss verkehrt eiförmig, gewölbt 2seitig, glatt. Griffelrest so 
ang als breit. 

Halme 4—1} hoch, wie bei allen Arten blattlos, am Grunde bescheidet. 


«) vulgaris. Spelzen mit breitem grünen Mittelstreif, am Rande rostbraun und weisshäutig. 
P) castanea. Spelzen kastanienbraun mit schmalem grünem Mittelstreif, schmaler weiss- 
randig. 


2: Juni— August. Auf Sumpfwiesen, in Gräben, Wassertümpeln gemein. 


2. H. uniglumis Schult. (Seirp. uniglum, Link). Halme grasgrün, glänzend. 

Achre lünglich kegelförmig. Nur eine unterste Spelze leer, meist nicht kleiner, ganz 
‘almumfassend. Nuss deutlich grubig punktirt. Sonst wie vor. 

ii der vor, schlanker, Spelzen grösser, kastanienbraun mit schmalem, grünem 

2 erven, 

3 2 Juni— August, Auf Moor- und Sumpfwiesen, seltener. Bei Prag; Cibulka ! 

Motiny Särka (Seidl). ` Bei Münchengrätz (Sekera). Osseg (Thiel)! Brüx ! Černovic bei 
Komotau! Marienbad (Kabl.)! Laun (Hackel)! Josefstadt (Hähnel)! 


З. Н. acicularis R. Br. (H. costata Presl fl. óech.). Wurzelstock fädlich, lang- 
Biledrig, kriechend, Halme fädlich, längsfurchig, innen querfücherig. Aehrchen ei- 
förmig, spitz, Spelzen spitzlich, alle fruchtbar, die unterste ganz halmumfassend. 
arben 3. Nuss länglich verkehrt eiförmig, stumpf 3kantig, längsrippig. Griffelrest klein. 
Aehrchen sehr klein, grünlich oder gebräunt. 


«) terrestris. Halme aufstrebend, 2—6" hoch. м 
B) fluitans (Dichostyles Genékii Opiz Seznam !) Im Wasser fluthend, 1—1' lang, steril, 
mehr durchscheinend und daher deutlicher gefächert, 
dëst, Th e August. Auf sandigen, feuchten und überschwemmten Fluss- und Teich- 
überfil Ausg: Um Prag an der Moldau hie und da. An der Elbe bei Pardubie, Stefans- 
эм! u Roudnie, Leitmeriz, Tetschen u. s. w. P) in Teichen, Bächen unter Wasser: 
Bgrätz (Cenék)! Niemes (Schauta)! Schwarzteich bei Schluckenau (Joh. Reuss)! 


Шып 4. H. ovata R. Brown. Jährig, dichtrasig. Halme stielrundlich, feingestreift, 
Siren Aehrchen eiförmig.  Spelzen abgerundet stumpf. Narben 2. Nüsse ver- 
"rt eiförmig, gewölbt 2seitig, glatt. Griffelrest viel breiter als lang. 


Eriophorum. 


Halme zahlreich, im selben Rasen sehr ungleicher Länge. Aehrchen zimmetbraun. 

CH Juli, August. An Teich- und Flussufern hie und da, zerstreut. Um Prag! 
Kaiserwiese (Tausch)! Volegovic bei Štiřín (Sykora). Brozan und Doxan (Hackel)! Tham- 
mühle (Neum.). Reichstadt (Hackel). Schluckenau (Karl)! Brüx (Eichler). Tetschen (Mal.)! 
Schilteich bei Schlackenwerth (Joh. Reiss) ! Karlsbad, Marienbad (Glücks.). Vosek, Protivín, 
Wittingau (Presl). Budweis (Jechl)! Um Platz häufig (Leonhardi)! Tuéap (Bercht.)! 
Katina (Реј)! Мат (Seidl). Teich Svornost bei Cäslau (Op.) Königgrätz (Reichel). 
Josefstadt (Hähnel)! Landskron (Erxleben)! 


5. Eriophorum L. Wollgras. 
a) Aehrchen einzeln, endständig. Wollhaare jeder Blüthe wenige, locker, welliggekraust. 


1. E. alpinum L. Wurzelstock kriechend, ziemlich kurzgliedrig. Halme 3kantigs 
auf den Kanten rauh. Scheiden offen, halbseitig, die obersten geschlossen mit kur- 
zer, borstlicher Spreite. Aehrchen eiförmig, armblüthig; seine unterste Spelze mit 
stumpflicher, grüner Spitze. Wollhaare locker, welliggekräuselt. 

Erst 2—3", dann }—1' hoch. Aehrchen klein, gelbrostbraun. Hat ganz die Tracht des 
Scirpus caespitosus. 

Æ Mai, Juni. Auf Mooren des Gebirges. Im Riesengebirge im Aupagrund 
(Cpiz), auf der weissen Wiese (Tausch)! Kesselkoppe, am Brunnenberge, grossen Teich- 
rande (Wimmer). Bei Tepl (Konrad)! Hohenfurth (Nenning)! Kapliz (Kirchner) ! 


b) Aehrchen einzeln, endständig. Wollhaare zahlreich, dicht, gerade verlängert. 


2. E. vaginatum L. Wurzelstock dichtrasig. Halme stielrund, glatt, am 
Grunde mit 1—3 scheidigen, schmalen, 8kantigen Blättern, darüber 2 hoch hin- 
aufreichende, aufgeblasene Scheiden tragend. Achrchen vielblüthig; Spelzen häutig 
lang zugespitzt. Wollhaare gerade, dicht. 

Anfangs 1', fruchtreif 1—2’ hoch. Spelzen schwärzlich-grau, am Rande silbergra" 
schimmernd. 

Æ April, Mai. Auf Moor- und Torfwiesen des gebirgigeren Landes. Häufig. m 
Riesengebirge, auf dem Glazer Schneeberg (Opiz), hin und wieder auf dem Erzgebirge 
z. B. auf der Neuhauser Sechaide (Knaf)! Moosbeerbaide bei Natschung (Roth)! bei 
Joachimsthal (Weitenweber), Gottesgab (Weicker); im Böhmerwalde und den Vorbergel 
Aussergefild (Mal.)! Haidberg, Satava (Müncke). Тері (Kon.)! Schöninger (Jungb.). In Nord- 
böhmen am Geltsch (Kratzm.)! bei Weisswasser! Cistaj bei Niemes (Schauta)! Reichstadt ; 
Wüster Teich bei Hirschberg, Georgswalde, Kleinskal (Neumann). Böhm. Leipa (Watzel) 
Böhm. Kamniz (Neumann)! Reichenberg (Siegmund)! Adersbach, Johannisbad (Opiz). 


c) Mehrere Aehrchen in doldenartiger Spirre. Wollhaare zahlreich, dicht, gerade verlängert: 


3. E. gracile Koch (E. triquetrum Hoppe). Wurzelstock kriechend. Halme 


stumpfkantig, beblättert. Blattspreiten schmal-lineal, rinnig, 3hantig. Xehrchen eem 
stets aufrecht oder das unterste zuletzt überhüngend. ^ Aehrchenstiele hurshaarig-lay- 


Spelzen etformig, abgerundet. 

4—1} hoch, feiner als die beiden folgenden. Spelzen trübgrün. 

% Mai, Juni. Auf Moorwiesen im westlichsten Landestheile, sehr selten. Ziegen" 
rücken bei Georgswalde (Neumann). Am Fusse des Erzgebirges unterhalb Eisenberg imr 
mir gefunden)! Im Erzgebirge bei Neuhaus (Knaf)! Bei Karlsbad, Franzensbad (0100 
selig). Am Fusse des Berges Podhorn bei Tepl (Konrad, Tausch) ! 


k- 


4. E. polystachyum Roth (E. polyst. var. b. L. suec. E. latifolium Hoppe). 
Wurzelstock kurz, meist lüuferlos. Halme stumpfkantig, beblüttert. Blattspreiten linea 


rem a en = — 


Schoenus. Cyperus. 79 


lanzettlich, flach mit kurzer. 3seitiger Spitze.  Aehrchen 5—12, zuletzt grösstentheils 
überhängend. Achrchenstiele gerieft, auf den Tiefen zackig-rauh. Spelzen zugespitzt. 
Zur Fruchtzeit bis 2° hoch. Aehrchenwolle vorne flach gestutzt. 
2, April, Mai. Auf Sumpfwiesen im ganzen Gebiete häufig. Um Prag in der 
Cibulka und bei Motol. 


5. E. angustifolium Roth (E. polystachyum L. Sp. pl). Wurzelstock krie- 
chende Läufer treibend. Halme fast stielrund, beblüttert. Blattspreiten lineal, rinnig 
oder fast flach in die lange 3seitige Spitze verschmálert. Achrchen 3—8, zuletzt 
8Srósstentheils überhüngend. Aehrchenstiele glatt. Spelzen zugespitzt. 

Blätter länger, nicht immer schmäler als bei vor. Aehrchenwolle vorne gerundet. 

2% April, Mai. Auf Sumpfwiesen wie vor. und ebenso verbreitet. Um Prag 
oberhalb der. Cibulka! bei Moriny ! Karlstein ! 


6. Schoenus L. em. Knopferas. 


1. 8. nigricans L. Wurzelstock dichtrasig. Halme stielrund, am Grunde be- 
scheidet ; obere Scheiden mit zusammengerollter, die Halmesmitte erreichender 
Spreite. Achrchen 5—10 im Büschel von dem äusseren, schief abstehenden, in eine 
lange Spreite auslaufenden der beiden Deckblätter bedeutend überragt. 

j 1—1' hoch, sehr starr in undurchdringlichen Rasen. Untere Scheiden, Deckblätter und 
Spelzen glänzend schwarzbraun. 

Æ Mai, Juni. In Moor- und Torfsümpfen in. Nordböhmen sehr selten. Hirsch- 

berg (Tausch)! Kel und Stefansüberfuhr (Hackel). 


1 2. 8. ferrugineus L. Obere Scheidenblätter mit fädlicher, rinniger, äusserst 
"ider Spreite. Achrehen 2—7 gebüschelt, von dem äusseren steifaufrechten, längeren 
der beiden Deckblätter nicht oder wenig überragt 

Sonst wie vor. aber feiner. Blüthenstand ärmlicher. 

% Mai, Juni. In Torfsümpfen sehr selten. Bei Podébrad im Hradiskoer (Tausch)! 
und Radovesicer Revier (Opiz)! und auf der Bláto-wiese (Opiz) — Bei Franzensbad 
(Schmidt) р 


"n 


7. Cyperus L. Oypergras. 


Т 1. C. fuscus L. Halme scharf 3kantig. Achrchen länglich-lineal. Spelzen spitz- 
ich, nur bis zur Mitte einander deckend. Narben 3. Nüsschen 3kantig. 
der blind os! hoch, im Rasen ‚ausgebreitet, Grundblätter und die i ni Taubartigen Deckblätter 
у, Machen oft büschelförmigen Spirre flach lineal, letztere weit abstehend. Aehrchen sehr 
“OM, schwarzbraun oder grünlich, nur wenig gebräunt (C. virescens Hoffmann). 

C) Juli — September, Auf feuchten Sandplützen, Uferstellen im: Gebiete zer- 
Strent, Um Prag: Hetzinsel, Kaiserwiese! Malešic (Reuss)! Volsan (Opiz)! Hrdlorez 
(Jiruš)! Stitin (Sykora). In Nordbóhmen bei Roudnic und Klapaj (Reuss)!  Leitmeriz! 
Hirschberger Teich! Hammerteich bei Wartenberg! Böhm. Leipa! Turnau! Tetschen! 
‚eplizer Schlossteich (Bichler)! Bilin! Saidschiz! Kommern! Südbóhmen: bei Vosek 
(Pausch) Chlumec und Krumau (Jechl)! Ostbóhmen: Kačina (Реј)! Kolin (Vesel.)! 
Cáslau (Opiz)! Pardubic (Cenék)! 


‚ 2. С. flavescens L. Halme stumpfkantig,.  Achrchen lünglich-lanzettlich. Spelzen 
umpflich, einander bis zur Spitze deckend. Narben 2. Nüsschen gewölbt 2seitig. 


Achnlich der vor., Aehrchen wohl doppelt grösser, schmutzig-gelb oder etwas in’s rothbraune. 


C) Juli — September. Auf nassen, sandigen Plätzen, besonders an Flussufern, 


80 Juncus, 


zerstreut, nicht häufig. Um Prag auf der Kaiserwiese, Hetzinsel, im Baumgarten (Op.)! 
bei Stifín (Kalmus). Bei Vosek (Lindacker). Strakonic! Budweis (Jechl)! Salnau (Müncke). 
Platz (Leonh.)! Landskron (Kratzmann)! Königgrätz (Reichel)! Pardubic (Opiz). Vrbová 
Lhotka bei Podébrad (Jiruš)! Bohdaneč (Op.)! Krehleb bei Cáslau (Opiz). Kuttenberg (Ve- 
selský)! Vrbno bei Mélnik, Roudnic (Reuss)! Bouschoviz an der Eger (Hackel)! Lobosic 
(Neumann). Habstein (Barzal)! Tetschen (Malinsky)! Eidliz bei Komotau (Reuss). 


14. Ordnung. Juncaceen Bartl. 


Gattungen: 


1. Juncus L. Kapsel unvollkommen 3fächerig, fachspaltend 3klappig mit zahlreichen 
Samen an der Scheidewand. 


2. Luzula DC. Kapsel 1fächerig, 3klappig, jede Klappe mit einem Samen an ihrem 
Grunde. 


1. Juncus L. em. Binse. 


a) Stängel nackt, am Grunde bescheidet, aus wagrechtem, kriechendem Wurzelstock; 
Neben den blühenden unfruchtbare, pfriemlich zugespitzte Stängel. Spirre durch das den Stänge 
fortsetzende Deckblatt scheinbar seitenständig. Samen ohne Anhängsel. 


1. J. communis E. Meyer. Stängel stielrund, ferngestreift, mit ununterbroche- 
nem Marke erfüllt, grasgrün, mit glanzlosen bräunlichen Scheiden. Spirre mehr- 
fach zusammengesetzt. Dlüthen 5männig. Perigonblitter fast gleichlang, lanzettlich, 
sehr spitz. Kapseln verkehrteiförmig, sehr stumpf mit sehr kurzem, dicklichem Grit- 
felrest. 


und daher 


a) conglomeratus (J. conglomer. L.). Spirre mit sehr kurzen Seitenzweigen Ende 
am ЕПС” 


kugelig zusammengeballt; ihr Deckblatt unten bauchig aufgetrieben. Kapsel 
mit buckelförmigem Vorsprung. j 

b) effusus (J. effusus L.). Spirre mit verlängerten Seitenzweigen, ihr Deckblatt daher 
nicht aufgetrieben. Kapsel am Ende vertieft. 


2, Juli, August. In Gräben, Lachen, auf feuchten, dürren Waldplätzen, in bel 
den Varietäten überall verbreitet bis in das höhere Gebirge. 


roche- 


2. J, glaucus Ehrh. Stängel stielrund, gerillt, mit fächerartig underbr‘ n 
gpirre 


nem Marke erfüllt, graugriim, mit glänzenden, purpurbraunen Scheiden. 


mehrfach zusammengesetzt, ausgebreitet. Blüthen 6männig. Perigonblatter alle = 
spitz, gebräunt, die äusseren länger. Kapseln länglich-elliptisch, durch den Griffelres 


stachelspitzig. 
% Juli, August. An denselben Orten wie vor., aber nicht so häufig. Um Р 
Dejvic, Zábéhlie, Cibulka, Sárka, Michle, Vršovic u. s. w. 


rag: 


3. J. filiformis L. Stängel stielrund, fädlich, feim gestreift, mit ununterbro- 
chenem Marke erfüllt, grasgrün mit ziemlich matten, hellgebräunten Scheiden, | deren 
oberste zuweilen eine kurze Blattspitze trägt, Spirre einfach, armbliithig, ziemlich 
zusammengezogen. Blüthen 6mdnniy. Aeussere Perigonblätter sehr spitz, innere stumpf 
lich, kürzer. Kapseln eikugelig, mit sehr kurzem, dicklichem Griffelrest. 

Stängel schwach, nicht länger als das Deckblatt. Perigone bleich oder röthlich. 


i à ў í ; 1 Af ig auf 

q. Juni, Juli. Auf sumpfigen und torfigen Wiesen gebirgiger Gegenden pen ie 

das höhere Gebirge. Auf dem Riesen- und Isergebirge und Vorbergen verbreitet, © rae 
mer 


im Erzgebirge (Tetschner Schneeberg, Zinnwald, Klostergrab, bei Komotau etc.), Böh 


Mi 
| 
P 


Juncus, 81 


und Vorbergen. Klattau! Krumau, Platz (Leonhardi)! Franzensbrunn! Tepliz und Kosten! 
Schluckenau! Georgswalde, Kleinskal (Neumann). Bensen! Unter dem Jeschken! Bei 
Niemes häufig (Schauta)! Im Mittelgebirge b. Leitmeriz (Hackel)! Schreckenstein (Hackel), 


b) Stängel am Grunde bescheidet ` neben denselben grundstündige Blattbüschel aus dem 
Wurzelstock, Mündung der Blattscheiden mit einem blattgegenstündigen, gewimperten Blatthäut- 
chen, Samen kahnförmie, beiderseits mit einem häutigen Anhüngsel. 


4 J. trifidus L. Stängel fadenförmig, armblättrig, am Ende mit 2 langen, auf- 
rechten, borstlichen Deekblättern. Blätter borstlich, rinnig. Blüthen einzeln endständig 
oder noch 1—3 seitliche. Perigonblätter zugespitzt, etwa so lang als die ellipsoidische 
lang geschnübelte Kapsel. 

4—8“ hoch. Bei unserer Varietät tragen nur die obersten (1—2) Scheiden eine kurze 
Blattspreite, Perigon braun, weiss berandet. Kapsel glänzend kastanienbraun. 

% Juli, August. Auf feuchten, steinigen Kämmen, in Felsspalten des Hochge- 
birges. Im Riesengebirge: Schneekoppe, Koppenplan, ‘Schneegrubenriinder (Wimmer). 
Am Glazer Schneeberg (Opiz)! 


c) Stängel am Grunde oder auch oberwärts beblättert; nebst denselben bei perennirenden 
Arten grundstàndige Blattbüschel, aber keine sterilen Stängel. Mündung der Blattscheiden unge- 
Wimpert, Samen ohne Anhängsel. 1 


«) Blüthen 6mànnig, in Köpfchen, diese in einer endstündigen Spirre, Blätter stiel- 
rund oder etwas zusammengedrückt, hohl, innen durch äusserlich sichtbare Querwände gefächert, 
Stingelstindig, Wurzelstock wagrecht kriechend. 


5. J. obtusiflorus Ehrh. Blätter stielrund, pfriemlich zugespitzt, glatt (selbst 
Setrocknet nur schwach gestreift). Zweige der zusammengesetzten Spirre ausgesperrt. 
Perigonblätter fast gleichlang, gerade, stumpf gerundet, so lang oder etwas kürzer 
als die eiförmige, kurz stachelspitzige Kapsel. 
de Eine der grössten und stärksten Arten. i Stängel 2—3' hoch, am Grunde mit grossen 
enu Der ganze Blüthenstand mit den Deckblüttern bleich. Perigone weisslich-grün, wenig 

2. Juli, August. In Sümpfen, Wassergrüben in Nordböhmen, sehr selten. Bisher 
nur um Lissa (Tausch)! und im Thale von Weisswasser (Hippelli)! Kleinskal, Tham- 
mühle bei Hirschberg, Georgswalde, Nixdorf (Neumann). 


6. J. lamprocarpus Ehrh. (J. articulatus L. pr. parte). Blätter stielrund, etwas 
“usammengedrückt, glatt (getrocknet fein und dicht gestreift). Perigonblätter gleich lang, 
Jerade, die äusseren fein zugespitzt oder stachelspitz, etwas kürzer als die eilanzett- 
liche oder ellipsoidische, kurzstachelspitzige Kapsel. 


15hlüt Perigone bald braun, bald grünlich. Kapseln braun oder schwarzbraun. Köpfchen 3- bis 
»blüthig, 


а) adscendens. Stängel niederliegend oder aufsteigend, rasig, 1—1“ hoch.  Spirrenüste 
àusgesperrt. Perigonblütter alle fein zugespitzt oder die inneren stumpf. 

Ё) fluitans: Stängel im Wasser fluthend und wurzelnd; Spirrenüste aufrecht; sonst wie 
vorige e). 

y) erectus (J. silvaticus Op!). Stängel aufrecht, einzeln nacheinander aus dem langgliedrigen 
Wurzelstock entspringend, 1 - 9^ hoch; sonst wie о). 

9) fuscoater (J. alpinus Vill). Stängel aufrecht, einzeln, 1' hoch. Perigonblàtter stumpf, 
die äusseren stachelspitz. Spirrenüste mehr aufrecht; Blumen kleiner als bei у). 


A 2. Juli, August. In Gräben, auf sumpfigen Wiesen gemein; p) nicht so häufig, 
) selten: bei Hirschberg, Habstein (Lorinser)! Libáň (Tausch)! Chvojno (Opiz). 


7. J. silvaticus Reichard. (J. acutiflorus Ehrh.). Blatter stielrund; etwas zu- 
Sammengedriickt, glatt (getrocknet fein und dicht gestreift). Spirre sehr zusammengesetzt, 
zuletzt stark ausgesperrt. Perigonblätter zugespitzt und stachelspitzig, die inneren länger, 


6 


82 Juncus. 


mit der feinen Spitze auswärts gekrümmt, wenig kürzer. als die eilanzettliche, in 
ein pfriemliches Schnmäbelchen zugespitzte Kapsel. 

Stängel aufrecht, 11—3' hoch, einzeln aus dem starken Wurzelstock. Perigone licht bis 
dunkelbraun, kleiner als bei dem vorigen und folgenden. 

2) Juli, August. Auf nassen Wiesen, sumpfigen Waldstellen und in Gräben 
der gebirgigeren Gegenden. Um Jungbunzlau! Hirschberg (Tausch)! Cistaj bei Niemes 
(Schauta)! Wartenberg! Böhm. Leipa! Kreibiz! Schluckenau (Karl). Georgswalde (Neum.). 
Reichenberg (Siegmund)! Am Fusse des Frzgebirges und in seinen Thülern: Kulau bei 
Bodenbach! Rothenhaus! Komotau! Vysočan bei Saaz (Thiel)! Budweis (Jechl)! 


8. J. atratus Krocker (J. nigricans Tausch herb. boh.!). Blätter von etwas 
erhabenen Nerven 7—9kantig (getrocknet von vorspringenden, entfernten Nerven 
gerieft). Aeste der zusammengesetzten Spirre aufrecht oder etwas ausgesperrt. Perigon- 
blätter alle zugespitzt und stachelspitzig, die inneren länger. so lang als die eilan- 
zettliche, deutlich geschnübelte Kapsel. 

Stängel aufrecht, 1—3' hoch. Blätter die breitesten unter den Verwandten, Perigone 
braunschwarz, glänzend. 

2, Juli, August. In Waldsümpfen, Wassergräben, sehr selten. Dei Karlstein 
(Tausch)! und nahe der Strasse von Kónigsaal nach Ritka (Kuaf)! Nach Presl auch bel 
Zbirov und um Tucap in Südböhmen. Nach Karl bei Schluckenau (?). 


f) Blüthen 3männig, in Köpfchen ; diese einzeln oder in einer Spirre. Blätter dünn, faden- 
fórmie oder borstlich, ohne üusserlich sichtbare, innere Querwünde. Pflanze rasig, làuferlos. 
g Й , , 


9. J, supinus Mönch (J. uliginosus Roth). Ausdauernd. Blätter fadenförmi9 


innen mit unvollständigen Querwünden, grund- und. stängelständig. Köpfchen häufig 
durch mitentwickelte Blätter beschopft, in einfacher, wickelartiger Spirre mit verlängerten 


Aesten, selten einzeln endstündig.  Perigonblütter gerade, gleichlang, vandhàutig, etwas 
kürzer als die ellipsoidische, stumpfe, kurzbespitzte Kapsel. 

Perigonblätter lichtbraun mit breitem, grünen Mittelstreif, Stängel 1"—1* lang, fädlich, 
am Grunde meist zwiebelig verdickt, bald aufrecht oder aufsteigend, bald niederliegend, kriechend 
und wurzelnd; im Wasser fluthend nebst den Spirrenästen sehr verlängert, wobei auch die Blätter 
deutlicher gefächert erscheinen. 

2, Juli, August. Auf Torfmooren, in Wassergriben, auf überschwemmten 
ufern der gebirgigeren Gegenden. Redic bei Pardubic (Opiz)! Cistaj bei Niemes (Ве 
Hirschberg (Tausch)! und Habstein (Pöch)! Böhm. Leipa! Hainspach! Schluckenau (Karl) ' 
Sebusein (Hackel)! Eisenberg! am Erzgebirge! Um Komotau bei Sporiz, Udwiz, Eidliz 
und im Gebirge bei Petsch, Neuhaus ete.! Tepliz (Reuss). Franzensbad (Kabl.)! ‘Tepl 
(Konrad)! Am Deschenizer See im Böhmerwald (Tausch)! bei Hohenfurth (Nonning)! 
Budweis und Wittingau (Jechl)! Platz (Leonhardi)! 


10. J. capitatus Weig. Einjährig. Blätter borstlich, feinrinnig, sämmtlich 
grundständig. Köpfchen einzeln, bald blattlos, deutlich endständig, bald dureh das ver 
längerte Deckblatt scheinbar seitenständig, bisweilen noch 1—2 länger gestielte Seiten“ 
kópfchen. Perigonblätter breit, randhäutig, die äusseren lang feingrannig, auswärts 
gekrümmt, die inneren kürzer, fein weichspitzig, alle weit länger als die cifórmige: 
stumpfe, kurz stachelspitzige Kapsel. 

Nur 1—6^ hoch. Perigonblütter mit grünem oder röthlichem Rückenstreifen. 

© Juni — August, Auf feuchten, sandigen Orten, Aeckern, in Gräben, п, 
Teichen ziemlich selten. In Nordböhmen bei Weisswasser (Hippelli)! auf den Barzdorfer 
Feldern bei Niemes (Schauta) ! Habichtstein (Neumann) ! Wiesengräben bei Bohm. мана 5 
Bei Tetschen (Malinsky)! От Vystrkov Herrschaft Pardubie mit Radiola und Centunt? "n 
auf Aeckern (Opiz)! In Südböhmen bei Chlumec, Gratzen (Presl), Wittingau (Jechl)! 

y) Blüthen 6männig, einzeln (höchstens in den letzten Verzweigungen zu 2 genühert) ш 
einseitigen Wickeln oder in Spirren, oder einzeln endständig. 

*) Ausdauernder Wurzelstock, 


Teich- 
hauta)! 


| 


Juncus. 83 


11. J. squarrosus Т. Wurzelstock schief, rasig. ‘Stängel stwmpfkantig, nur 
am verdickten Grunde mit schmal-linealen, rinnigen, starr abstehenden und zurück: 
gebogenen Blättern. Aeste der zusammengesetzten Spirre steif aufrecht, die unteren 
sehr verlängert. Unterstes Spirrenblatt grossscheidig mit kurzer, borstlicher Spreite. 
Perigonblätter länglich, stumpflich, breit randhäutig, fast so lang als die verkehrt eiläng- 
liche, kurz stachelspitzige Kapsel. Staubfäden viel kürzer als die Staubbeutel. 

Starr, 1—11' hoch. Perigone hellbraun. 

2 Juli, August. Auf Torfmooren, sandigen Haiden in Gebirgsgegenden. In 
Nordböhmen häufig:  Weisswasser! Niemes! Habstein! Reichenberg! am Jeschken! um 
Bohm, Leipa! Wolfsberg bei Schönlinde! Fugau! Schluckenau! Landskron! Grulich! 
Adersbach! Im Riesen- und Isergebirge! Ebenso im Erzgebirgszuge: Tetschner Schnee- 
berg! Zinnwald! Natschung!  Presniz! Gottesgab! In Südböhmen: Tepl (Sternberg) ! 
Budweis und Wittingau (Jechl)! 


12. J. tenuis Willd. Wurzelstock Ariechend. Stängel stielrundlich, nur am 
Grunde mit schmal-linealen, rinnigen, aufrechten Blättern. Aeste der zusammen- 
gesetzten Spirre etwas gespreizt, trugdoldig, mit, genüherten Blüthen. . Untere Spirren- 
blütter kurescheidiy, schmal-lineal, die. Spirre weit überragend.  Perigonblitter lan- 
ettlich, langzugespitzt, nur am Grunde randhäutig, etwas länger als die eilängliche, 
kurz stachelspitzige Kapsel. Staubfäden länger als die Staubbeutel. 

1-14‘ hoch, Perigone und Kapseln bleich, zuletzt schwach gebräunt, 

‚ 2L Juni, Juli. Auf Triften sehr selten, bisher bloss bei Georgswalde unfern 

Schluckenau (Karl)! 


i 13. J. compressus. Jacq. (J. bulbosus L. fl. suec.) Wurzelstock | brzechend. 
Stängel zusamimengedrückt, oberwärts 1bldttrig, selten blattlos, am Grunde manch- 
mal schwach verdickt. Blätter schmal-lineal, rinnig, aufrecht. Aeste der zusammenge- 
setzten Spirre etwas gespreizt, die unteren verlängert. Spirrenblätter scheidig, lineal, 
so lang oder kürzer als die Spirre. -Perigonblätter eilänglich, stumpf, kürzer oder 
etwa so lang als die stumpfe Kapsel. 


ol sphaero carpus Neilr. (J. compressus Koch & Autt. pl). Stängel besonders unten 
deutlich zusammengedrückt. Kapseln fast kugelig. Perigonblätter grünlich oder fahl, 
am Rande braun. Narben fleischfarben. 

B) ell ipsoideus Neilr. (J. Gerardi Lois... Stängel schwächer zusammengedrückt, stiel- 
rundlich, Kapseln elliptisch. Narben dunkelroth, Perigone braun, am Rande schwärzlich. 

k Beide Varietäten kommen überdies mit kleinen und grösseren Blüthen vor, mit Perigonen, 
die fast so lang als die Kapsel und mit nur fast halb so langen vor. 


2 Juni — August. Auf nassen Triften, in Lachen und Gräben, «) gemein, 
В) seltener, auf salzhaltigem Boden: Prag (Hoser)! Poděbrad (Opiz)! Jaromié (Knaf) ! 
Brüx (Eichler). Pillna (Knaf)! Bilin (Reuss), Franzensbad (Weick.) u. a. О. 


**) Pflanze jährige. Stängel 1- bis mehrblittrig. 


14. J. bufonius L. Blätter schmal-lineal oder fast borstlich, ` Spirrenäste auf- 
recht, verlängert, wickelartig, Perigonblätter langettlich, spitz, breit weissrandig, die 


@usseren viel länger, alle linger als die ellipsoidische bis längliche Kapsel. 


9) compactus, Niedrig, rasig, kräftiger; die letzten Blumen der Wickel zu 2—3 bei- 
sammen, 
Ё) laxus, Verlängert, schlaffer, langzweigig mit durchaus entfernten Blumen, 


С) Juli — Septemb. Auf feuchten Orten, Aeckern, Gräben, Ufern gemein, 
Anmerk. J, sphaerocarpus Nees, durch elliptisch-kugelige Kapseln, etwas kleinere 


B д N ut d 4 1 1 
alumen, dünnere Stängel und Zweige von J. bufonius unterschieden, scheint mir eher zu diesem 
zu J. tenageja zu gehören; er dürfte noch bei uns aufzufinden sein. 


6* 


84 Luzula, 


15. J. tenageja Ehrh. Blätter fast borstlich, rinnig. Spirrenäste nusgesperrt, 
wickelartig mit zurückgebogenen Zweiglein.  Perigonblütter eilänglich, stumpflich, sta- 
chelspitz, fast gleich lang, breit weissrandig, so lang oder ein wenig länger als die 
kugelrunde Kapsel. i 

‚Stängel und Blüthenzweige sehr dünn und fein. Perigone dunkelbraun, Kapseln kastani 
braun, beide kleiner als bei vor. 

С) Juni — August. Auf feuchten Sandplätzen, besonders an Teich- und Fluss- 
ufern selten, In Südböhmen um die Teiche häufig. Chlumee und Wittingau (Jechl 
Schwarzbach (Presl). Bei Platz und am Rosenberger Teich (Leonhardi)! Im nördlicheren 
Mun bei der Stefansüberfuhr (Tausch)! Hirschberger Teich (Neumann), um Landskron 
Erxleben)! 


en- 


2. Luzula DC. Hainsimse. 


a) Blüthen einzeln oder zu 2—4 gebüschelt, überdies in einer einfachen oder zusammen- 
gesetzten Spirre, 


1. L. vernalis De Cand. (L. pilosa Willd., J. pilosus L. pr. parte). Wurzelstock 
schief, rasig. Grundblätter ausgebreitet, lineal-lanzettlich, gegen den Grund stark 
verschmälert, am Rande langhaarig; Stüngelblütter scheidig, mit viel kürzerer Spreite. 
Blüthen einzeln in ausgesperrter, langästiger Spirre ; Aeste nach dem Verblühen theil- 
weis herabgebrochen. Perigonblätter spitz oder kurz stachelspitz, gleichlang, kürzer d 5 
die Kapsel. Samen mit einem sichelförmigen, spitzlichen Anhängsel. 

1—1' hoch, schwach, zuletzt liegend. 

% April, Mai. In feuchten, schattigen Wäldern zerstreut, doch verbreitet. Um 
Prag: Cibulka! Lorenzberg (Opiz). Königsaal! Hradisko bei Davle! Štiřín (Sykora)! Be! 
Bürgliz (Jiruš)! In Nordböhmen sehr häufig, besonders auf Sandstein, Vidim, Chlum bei 
Jungbunzlau, Münchengrätz, Grosskal bei Turnau, Reichenberg; Kratzau, Friedland, Grad- 
liz, Schatzlar, Hohenelbe, Weisswasser, Rollberg bei Niemes, Wartenberg, Limberg Vi 
Gabel, Spitzberg bei Bóhm. Leipa, Steinschónau, Nixdorf, Schluckenau, Tetschen, Slavetin, 
Mileschau! Am Erzgebirge bei Tepliz, Bilin, Brüx, Rothenhaus, Komotau u. s. W. Im 
Böhmerwald, am Schóninger, bei Pazau, Budweis, Platz! u. s. w. — Nordostböhmen: Ro- 
nov, Opatovic, Königgrätz! 


2, L. maxima De Cand. (Juncus silvaticus Huds.) Wurzelstock schief, dichtrasiß- 
Grundblätter ausgebreitet, lineal-lanzettlich oder lineal, am Rande zerstreut haarls> 
Stängelblätter mit viel kürzerer Spreite, scheidig. Blüthen einzeln und ги 2—3 9€ 
büschelt, in einer ausgesperrten, zusammengesetzten Spirre ; ` Spirrenblätter viel kürzer 
als die Spirrenäste. Perigonblätter mit feiner, langer Stachelspitze, so lang als die 
Kapsel. Samen anhangslos. 

1—4' hoch; Perigone bräunlich. Deckblittchen gelblich, glänzend. 

«) latifolia. Grundblätter breitlineal-lanzettlich, 3—6'^ breit, Spirre reichblüthig. — 
f) angustifolia (L. Sieberi Tausch in Rchb. Jeon,), Grundblätter lineal, Jangzugespitzb, 
langhaarig, nur 2 breit. Spirre armblüthig. 

>, Mai, Juni. In schattigen Wäldern des höheren Vorgebirg 
gebirge. Im Riesengebirge, am Glazer Schneeberg (Opiz)! Bei Schluc 
Erzgebirge: Grund- und Teltschthal bei Komotau! Presniz und Schmiedeberg à 
Auf den Elblehnen unterhalb Aussig (Winkler). Gottesgab (Tausch)! Im Böhmerwald: Sa- 
tava im Urwald (Purkyně)! Plöckenstein (Jungb.)! Haidberg, Kubani, Dreisesselberg (Mün- 
cke). 8) nach Reickenbach in Böhmen. Ich sah bisher nur ein schweizer Exemplar dieser, 
in den Blättern der L. albida verähnlichten Varietät. 


es bis in das Hoch- 
kenau (Karl): Im 
(Reuss): 


z kriechend. 
Rande 


3. L, albida De Cand. (Juncus angustifolius Wulf.). Wurzelstock kur 
Stängel zu unterst von Scheidenblättern, darüber von lincalen, auf rechten, am 


Luzula. 85 


langhaarigen Grundblättern umgeben. Stängelblätter mit ebenso langer Spreite, scheidig. 
Blüthen zu 2—5 gebüschelt, in zusammengesetzter Spirre; Spirrenblätter so lang und 
länger als die Spirrenäste. Perigonblätter spitz, länger als die Kapsel. Samen 
anhangslos. 

Perigone glänzend weiss, gelblich, röthlich bis rothbraun (L. rubella, cuprea). 
à 2, Juni, Juli. In lichten, trockenen Waldungen, Haiden, auf sonnigen Hügeln 
im ganzen Gebiete und bis in das höhere Gebirge hinauf verbreitet. 

b) Blüthen in dichten Aehren (ohne Gipfelblüthe); diese in einer doldenartigen ` Spirre 
oder in einer Achre. 


4. L. campestris De Cand. Blätter lineal oder lineal-lanzettlich, flach, am 
Rande langhaarig oder fast kahl. Achren in einer doldenartigen Spirre, sitzend und 
(die unteren) gestielt. Die untersten {—2 Deckblitter Шаба, die folgenden eng- 
Scheidig, zugespitzt, am Rande wenig gewimpert. Perigonblätter lanzettlich, oder die 
inneren elliptisch, stachelspitzig. Samen mit kegelförmigem Anhängsel. 


a) longistyla (L. campestris Autt.). Griffel so lang und länger als der Fruchtknoten, 
mit fast ganz vorragenden, grob papillösen Narben, spät abfällig. Perigonblätter fast 
gleich lang, alle lanzettlich, etwas länger als die Kapsel. Staubbeutel meist mehrmals 
länger als ihr Träger, Samen fast kugelig mit grossem Anhängsel. 

b) multiflora (L. multiflora & congesta Lej.). Griffel etwas kürzer als bei a) mit theil- 
weis vorragenden, feineren Narben, früher abfillig. Staubbeutel etwa so lang als die 
Träger. Samen oval mit halb so grossem Anhängsel. Sonst wie a. Perigone vom braunen 
bis in’s grünlich-bleiche, im höheren Gebirge schwarzbraun, 

c) р ulch ella (L. pallescens Besser), Griffel viel kürzer als der Fruchtknoten, mit 
kurzen, zarten Narben, bald abfällig. Perigone bleich, grünlich, wenig gebräunt, doppelt 
und dreifach kleiner als bei a. und b., die äusseren Blättchen lanzettlich mit abstehender 
oder zurückgebogener, fast granniger Spitze, die inneren kürzer, elliptisch. Sonst wie b., 
aber feiner, schwücher. 

d) alpestris (L. sudetica Presl). Perigone und Kapseln schwarzbraun. Griffel etwas 
spät abfällig. Samen oval mit sehr kurzem Anhängsel ; sonst wie c., aber straffer. 


2 a. März bis Mai. Aut Hügeltriften, Waldwiesen, in lichten Hainen gemein. 
b. und e Mai, Juni in lichten, besonders Kieferwaldungen, in Haiden, b. verbreitet, c. 
besonders in Nordbóhmen bei Weisswasser, Niemes, B. Leipa, Hohenelbe, Johannisbad, 
um Prag am Dablicer Berg (Opiz)! im Michler Wald (Reuss)! Jungferbrezan (Leonh.)! 
Im Eidlizer Busch bei Komotau (Knaf)! d. Juni, Juli, nebst der sehwarzbraunen Spiel- 
art von b. im höheren Gebirge, Riesen-, Erz-, Bóhmerwaldgebirge. 


| 5. L. spicata De Cand. Blätter lineal, rinnig, am Grunde haarig. Aehren 
sitzend in einer gelappten, geneigten Aehre, seltener eine einfache, nur am Grunde 
Zusammengesetzte, kopfförmige Aehre. Unterste 1—2 Deckblätter blattartig, die folgenden 
breit, scheidig, in eine feine, lange Spitze ausgezogen, am Rande haarig gefranst. 
Perigonblätter lanzettlich oder eilanzettlich, fein haarspitzig, die äusseren etwas länger. 
Samen ohne Anhängsel. 

a aren Ag hoch. Blüthenstand von den ENN buch c tap Т ТАК ТЫ, silberartig 
ähnlich d. Perigone klein, schwarz, weissrandig, denen der L. campestris var. alpestris sehr 


2 Juni, Juli. Im Felsgerölle des höchsten Riesengebirges selten : Schneekoppe 
(Kabl.)! Weisse Wiese (Opiz)! Kl. Schneegrube (Wimmer), 


15. Ordnung. Liliaceen De Cand. 


Uebersicht der Gattungen: 


A) Wurzelstock eine Zwiebel. Frucht eine Kapsel. Blüthenstielehen ungegliedert, 
a) Perigon aus 6 getrennten ‚Blättern, Kapselfücher vielsamig. Samen flach. zusammen- 
gedrückt, 

1. Tulipa L. Perigonblätter ohne Honiggrube. Narbe sitzend, 3lappig. Staubbeutel auf 
dem Träger aufrecht, 

2, Lilium L. Perigonblütter am Nagel mit einer Honigfurche, am Grunde etwas Zu- 
sammenhängend. Griffel fast kenlenförmig mit, 3seitiger. Narbe.. Staubbeutel dem 
Träger. quer aufliegend, 

3. Fritillaria L. Perigonblätter am Grunde mit einer. rundlichen: Honiggrube, ganz 
frei. Griflel fast keulenförmig mit 3spaltiger Narbe: Staubbeutel quer aufliegend. 


b) Perigon getrennt 6blüttrig. Kapselfücher 1—6samig. Samen kantig oder kugelig. 
«) Staubbeutel aufrecht, mit der Basis auf die Spitze des Trägers gestellt. 


4. Erythronium L. Perigonblätter glockig zusammengeneigt, mit der Spitze zurück- 
gebogen ; die 3 inneren am. Grunde 2schwiclig,.. Griffel an der Spitze 3spaltig. 

5. Gage a Salisb.  Perigonblütter sternfórmig abstehend, schwielenlos. Griffel einfach, 
fadenfórmig. 


В) Staubkolben dem Träger mit der Rückenmitte quer aufliegend, 


6. Ornithogalum L. em. Staubgefässe den sternfórmig abstehenden (innen weissen) 
Perigonblättern nicht angewachsen.  Kapselfücher 4—6samig.  Blüthen in deck- 
blättriger Traube. 

т. Scilla L, Staubgefässe den sternfórmig abstehenden (blauen) Perigonblättern ange- 
wachsen. Kapselfächer 4—-6samig, Blüthen in deckblüttriger oder fast deckblatt- 
loser Traube. 

8. Allium L. Staubgefässe den Blättern des sternförmigen oder glockigen Perigons ange” 
wachsen. Kapselfücher 1—2samig. Blüthenstand doldenförmig, vor dem Aufblühen 
von einer 1—2blittrigen Scheide eingeschlossen. 


c) Perigon verwachsenblättrig, krugförmig, kurz 6zühnig. Kapselfächer 1—2samig- 
Samen kugelig-kantig. 


. Muscari Tournef. 


© 


B) Wurzelstock nicht zwieblig, büschelfasrie. Blüthenstielchen | gegliedert, Frucht eine 
Kapsel oder Beere. Samen mit schwarzer, krustiger Samenhaut, 
10. Anthericum L. Blüthen zwittrig. Perigone sternförmig ausgebreitet. Griffel ungetheilt. 
Kapselfächer 4—6samig. 
11. Asparagus L, Blüthen durch Fehlschlagen 2häusig. Perigone glockig. Griffel drei: 
spaltig. Beere mit 2samigen Fächern. 
C) Wurzelstock nicht zwieblig. Blüthenstielchen ungegliedert. Frucht eine Beere. Samen 
mit heller, dünner Samenhaut. 
a) Griffel 1. Perigon 6—4theilig aus ziemlich gleichen Abschnitten. 
12. Streptopus Rich. Perigon glockig, bis zur Basis 6theilig. Griffel füdlich. Beeren 
fächer vielsamig. 
М Р , m "ee ^ "Ms , e к Yo 
13. Smilacina Desf. Perigon tief 4——6theilig, ausgebreitet oder zurückgebogen. Griffe 
kurz, dick.  Beerenfücher 1—3samig. 


Tulipa — Fritillaria. 87 


14. Convallaria L. em. Perigon kugelig-glockig, 6zähnig. Staubgefässe dem Perigon- 
grunde eingefügt. Griffel kurz. Beerenfücher 1—2samig. 
15. Polygonatum Tournef. Perigon walzig-röhrig, 6zähnig. Staubgefässe der Perigon- 
mitte eingefügt. Sonst wie vor. 
b) Griffel 4, Perigon Stheilig, die 4 äusseren Abschnitte grösser, kelchartig, die inne- 
ren sehr schmal. 


16. Paris L. 


1. Tulipa L. Tulpe. 


1. T. silvestris L. Stängel zur Mitte Sblattrig, 1—-13' hoch. . Blätter lineal- 
lanzettlich, grasgriin, Blüthe endständig, vor dem Aufblühen nickend, gelb, wohlriechend. 
Perigonzipfel zugespitzt, an der Spitze filzig-bärtig, die 3 inneren breiter, nebst den 
Staubfüden am Grunde gebartet. 

2) Mai, Juni, In Obst- und Grasgürten, wohl nicht ursprünglich wild. In und 
um Prag: Kaisergarten, Kinsky'garten, Waldstein'seher Garten (Opiz). Kanal'scher Garten, 
Baumgarten, Podbaba, Lieben, Folimanka (Opiz). Teplizer Schlossgarten (Reuss), Kloster- 
Barten bei Osseg (Thiel), bei Brix (Stika). Bei Komotau (Knaf) ! 


2, Lilium L. Lilie. 


4 1. L. martagon L. Blätter elliptisch oder elliptisch lanzettlich, Aurzgestielt, 
die mittleren zu 8—8 in 2—8 Quirlen beisammenstehend, die oberen wechselständig, 
viel kleiner, deckblattartig. Blüthen mehrere in endständiger, lockerer Traube, über- 
hängend. Pevigonblätter umgerollt. 

Befleckt, Lë LU erede rb goldgelb. Perigone dicklich, rosa-fleischfarben, purpurn 

| 2, Juni, Juli. In lichteren Bergwäldern verbreitet und bis auf das Hochgebirge 
hinauf, In Nordböhmen, besonders aber im ganzen Mittelgebirge und auf den Basaltkegeln 
pa Bósig, Rollberg, Kaltenberg u, s. w. hüufig. Um Prag auf dem Lorenzberg, bei St. Prokop, 
Kuchelbad, Karlstein, Závist, Sárka, Kundraticer Wald! Auf den Abhängen des Eirzgebir- 
ges. Bei Komotau in einem Getraidefelde (Knaf)! In Südböhmen auf den Vorbergen des, 
Bóhmerwaldes. 


2. L. bulhiferum L. Blätter lanzettlich, die oberen lineal-lanzettlich, sitzend, 
zerstreut, in den Achseln oft Zwiebelknospen tragend. Blüthe endständig einzeln, oder 
noch mit 1—3 unteren Seitenblüthen, wie diese aufrecht. Perigonblätter aufrecht. 

| 1—9' hoch. Zwiebel weisslich. Blumen gross, orangegelb, innen dunkel gestreift und 
Punktirt, : 
% Juni, Juli. Auf buschigen, waldigen Hügeln sehr selten, und wohl meist nicht 


ursprünglich wild. So früher am Zizkaberg bei Prag, daselbst, wie es scheint, bereits 
verschwunden. Bei Böhm. Aicha (Wiese)! Münchengrütz (Sekera). Wirklich wild vielleicht 


n Südböhmen bei Krumau auf Feldern und Anhöhen um den Vogeltenn (Jungbauer) ! 


3, Fritillaria L. Schachblume. 


j 1. F. meleagris L. Zwiebel rundlich. Stängel 1° hoch, unten nackt, sonst be- 
blättert mit einer endständigen (selten noch mit einer seitenständigen), nickenden, glo- 
Ckigen Blume. Blätter zerstreut, lineal oder lineal-lanzettlich. ^ Perigonblütter  länglich- 
lanzettlich, braun purpurroth, mit weissen und violetten Flecken schachbrettartig gezeichnet 
Seltner weiss, 


Erythronium. Gagea, 


?, April, Mai. Auf feuchten Bergwiesen in Südbóhmen sehr selten: um Tepl 
(Konrad, Tausch)! Budweis (Presl), Grazen (Sieber). 


4. Erythronium L. Hundszahn. 


1. E. dens canis L. Zwiebel walzlich, nach oben verschmälert, weisslich. Blätter 
2, grundständig, länglich elliptisch oder lanzettlich, gestielt, schmutzigroth gefleckt, netz- 
aderig; die rinnigen Blattstiele den 3— 5^ hohen Blumenstiel umfassend. Blume end- 
ständig, gross, niekend. Perigonblätter lànglieh, rosapurpurn, am Grunde weisslich mit 
brauner Binde. 

% März, April. In. Bergwäldern, auf feuchten Bergwiesen sehr selten. Am Ufer- 
abhange der Säzava unter dem Berge Mednik bei Hradisko hinter Königsaal, in fettem 
Thonboden in Menge! Bei Ellbogen zwischen Petschau und Gabhorn (Glückselig). 


m 


5. Gagea Salisbury. Goldstern. 


a) Junge Zwiebelknospe nur eine, von den ausgesogenen vorjührigen Zwiebelhüllen einge- 
schlossen, aufrecht, unter dem einzigen grundstündigen, grünen | aubblatte stehend. 


1. G. lutea Schult. (Ornithogalum silvaticum Pers.) Grundständiges Blatt breit 
lineal-lanzettlich, flach, gekielt, breiter als das untere der beiden scheindoldenständigen 
Stängelblätter. Deckblätter meist verkümmert. Stiele der Scheindolde kahl. Perigonblätter 
länglich, stumpflich, 

4—3' hoch, Perigone innen grünlichgelb. 

% März, April. In Gebüschen, Laubwäldern, Auen, wohl im ganzen Gebiet bis 
in's höhere Vorgebirge. Um Prag: Prokop, Särka, Pelz, Cibulka, Baumgarten, Kaiser- 
mühle, Michler Wald, Závist! u. s. w. 


? 2, G. pusilla Schult. (O. pusillum Schmidt). Grundständiges Blatt schmal- 
lineal, rinnig, zurückgekrümmt, schmäler als das untere der 2 scheindoldenständigen 
Stängelblätter. Deckblätter sehr klein oder verkümmert. Sonst wie vor. 

2—6“ hoch. Perigone verhältnissmässig gross, innen sattgelb. 

2. März, April. Auf buschigen Hügeln um Prag (Tausch herb. bohem.! Hauff T 
Herb. des Dr, Hofmann!). Trotz den erwühnten 2 sehr kümmerlichen Belegstücken em 
diese óstliche Art für Bóhmen sehr zweifelhaft, denn kein anderer neuerer Botaniker fant 
sie um Prag wieder an den vom alten Schmidt angegebenen Standorten (Podbaba, Troja: 
Lieben, Motol), auch C. B. Presl sammelte statt ihrer eine einblüthige G. arvensis. 


b) Jedes Jahr 2 junge keülenfórmige Zwiebelknospen, aus dem Grunde der vorjährigen po 
gesogenen Zwiebelhülle schief hervorgewachsen und daher nicht eingehüllt; die grósser 
unterhalb des einzigen, grundständigen Blattes stehend. 


З. DG pratensis Schultes (G. stenopetala Reichb., Ornithogalum luteum und 
tunicatum Presl!) Stängel und Blüthenstiele kahl. Grundständiges Blatt lineal, spitz. 
Stängelblätter 2—3, lineal-lanzettlich, am Rande meist behaart. Scheindolde 1—5blitthis- 
Perigonblütter länglich. 

3—6” hoch. Blätter graugrün. Perigone innen sattgelb. 

2, April, Mai. Auf grasigen Triften, Dämmen, auf Aeckern im Hügellande 
verbreitet. 

c) Jedes Jahr 2 junge, ovale Zwiebelknospen, aufrecht und von den vorjährigen Zwiebel 
hüllen eingeschlossen ` entweder jede, oder nur die untere, bedeutend grössere Unte 
einem ausgebildeten grundständigen Laubblatte. 


Ornithogalum. 89 


4. G. minima Schultes (Ornith. Sternbergii Hoppe). Stängel kahl. Grundständiges 
Blatt eines, schmal-lineal, rinnig. Stängelblätter 1—2, lanzettlich, unter der Scheindolde 
zusammengerückt. Deckblitter sehr klein, füdlich, auf den ziemlich kahlen Blüthen- 
stielen oft hinaufgeriickt.  Perigonblàtter lineal-lanzettlich, zugespitzt, mit der Spitze 
zurückgebogen, 

3—6 hoch, fein, rasig beisammenwachsend. Zwiebel sehr klein. Perigone innen blassgelb. 

2. April, Mai. Auf grasigen und buschigen Abhängen, in lichtem Gehólz, zer- 
Streut im Hügellande und Vorgebirge. Um Prag: Moldauabhänge bei Königsaal, Vran, 
Davle, bei Prokop (Knaf)! Šárka, Motol, im Baumgarten (Tausch)!  Cáslau, Chrudím! 
Pardubic (Opiz). Hohenelbe (Kabl.)! Jaromir (Knaf)! Kleinskal (Neumann). Musky bei 
Münchengrätz (Sekera). Jungbunzlau (Hipp)! Bei Roudnic in den Elbeauen häufig (Reuss). 
Um Leitmeriz auf der Insel, bei Triebsch, am Radobyl (Hackel)! Auf den Vorbergen 
des Erzgebirges: bei Osseg (Thiel)! Komotau ! Brüxer, Teplizer Schlossberg (Reuss), 


5. G. arvensis Schult. (Ornithog. villosum M. Bieb.). Stängel oben flawmhaarig. 
Grundständige Blätter 2, schmal-lineal, rinnig. Stängelblätter 2 -3, lanzettlich, am 
Rande flaumig, dicht unter der 1- bis vielblüthigen, unregelmässig verzweigten Schein- 
dolde zusammengerückt. Deckblittchen lineal, auf den zottig-flaumigen Blüthenstielen 
oft hinaufgerückt. Perigonblätter (ineat-lanzettlóch, zugespitzt. 

1—10” hoch. Perigone innen blassgelb. Erzeugt öfters traubig gehäufte Brutzwiebeln in 
der Achsel der doldenständigen Stängelblätter. 

9 2, April, Mai. An Aeckern und auf Grasplätzen, zerstreut. Um Prag selten: bei 
Brevnov (Opiz)! Radlic! in der Podbaba (Fieber)! um Stirín (Sykora). Im nördlichen 
Landestheile: Cáslau, 1 teloué (Opiz). Pardubic (Opiz)! Jaromir (Knaf)! Sobotka (Kabl.)! 
Kleinskal (Neumann). Bei Münchengrätz selten (Sekera). Weisswasser (Hipp)! um Leit- 
meriz häufig (Hackel)! Böhm. Leipa (Watzel)! Tetschen (Malinský)! Schluckenau (Karl). 
An den Abhängen des Erzgebirges : Osseg (Thiel)! Brüx, Komotau! Schlackenwerth 
(Joh, Reiss)! Saaz (Thiel). 


I 6. Œ. bohemica Schult. Stängel kahl. Grundständige Blätter 2, schmal-lineal, 
rinnig. Stängelblätter 3—4, lanzettlich, sämmtlich von einander entfernt, die unter- 
Sten grösser, Blithe 1 endständig, seltener noch 1—2 blattachselständige, Deckblattchen 
tragende kraushaarige Blüthenstiele. Perigonblätter länglich spatelfórmig, vorn ver- 
breitet, stumpf. 

1—3" hoch, Perigon verhältnissmäsig gross, innen sattgelb. 


2) März, April. Auf kurzgrasigen Hügeln. Um Prag nicht selten: Ueber dem 
Belvedére! Podbaba! auf dem Höhenzuge von der Fliedermühle bis Hrdlorez! am Zizka- 
berg (Reuss)! auf den Nusler Felsen (Knaf)! Sárka (Roth)! Kuchelbad! u. a. O. Auch 
um Kourím häufig (Jirus) | Mückenhahn bei Bohm, Leipa (nach Watzel). 


6. Ornithogalum L. Vogelmilch. 


1 1. 0, umbellatum L. Blätter grundstündig, lineal, rinnig, am Rande glatt, von 
einem weissen Längsstreifen durchzogen. Perigone sternförmig, aufrecht, in lockerer 
Doldentraube, Blumenstiele länger als die Deckblätter, zur Fruchtreife abstehend mit 
aufsteigender Kapsel. Staubfüden lanzettlich, zahnlos. 


3'—1' hoch. Perigonblätter milchweiss mit breitem, grünem Mittelstreifen. 


2} April, Mai. Auf Triften, Wiesen, Ackerrainen zerstreut. Um Prag häufig: Sand- 
Baumgarten, Michle, Cibulka, Hetzinsel а, a, w. Jungbunzlau! Kratzau! Grottau! 
Ohene Ihe! Bohm, Leipa! Tetschen! Brandejs! Poděbrad! Pardubic! Brix! Bilin, Тери», 
9motau! Karlsbad! | 


hor, 


90 Soilla. Allium. 


+ 2. 0. nutans L. Blätter grundständig, lineal, rinnig. Perigone ylockig, er- 
blüht überhängend, in lockerer Traube, Deekblätter länger als die Blüthenstiele. Staub- 
fäden blumenblattartig unter der Anthere 2zähnig. 

1—1} hoch. Perigonblätter ansehnlich, graulichweiss, mit breitem, grünen Mittelstreifen. 

Æ April, Mai. In Zier- und Grasgärten, auf Grasplätzen hin und wieder ver- 
wildert. Laurenzberg, Kaisergarten in Prag! Um Neuhof (Opiz)! Ploskovicer Garten 
(Hackel). Böhm. Leipa (Neumann). Münchengrätzer Schlossgarten (Sekera), Osseger 
Klostergarten (Thiel). 


т Scilla L. 


1. S. bifolia L. Blätter 2—8, lineal-lanzettlich, rinnig, stumpflich, am Ende 
kaputzenfórmig. Blüthen 2--12, einander erreichend, in ziemlich dichter, allseitiger 
Doldentraube (selten 1 endständige), die unteren bedeutend länger gestielt.. Deckblátter 
winzig klein oder verkümmert. Samen mit einem grossen, weissen Anhängsel. 

3—8" hoch. Blumen klein, azurblau, selten weiss oder rosa. 

2} März, April. In feuchten Uferauen. An der Elbe bei Nimburg (Všetečka)! 
Im Thal hinter Pokratic bei Leitmeriz (Reuss). Brozan, Theresienstadt (Hackel, Tausch)! 
Tetschen (Malinský)! An der Eger іп "den Pátek-auen bei Peruc (Vondra, Danes)! 
Debrethal bei Bilin (Reuss)! Um Budweis nur als Gartenflüchtling hie und da (Jechl). 


+ 2. S. amoena L. Blätter breit lineal-lanzettlich, ziemlich flach. Traube locker, 
armblüthig. Deckblittchen klein, häutig, eifórmig. Samen anhangsle s, 

4-1" hoch. Blumen tiefazurblau, ansehnlich. 

2L April, Mai. In Grasgärten verwildernd, doch selten. Gärten in Königsaal! 
Hluboš (Seidl)! - 


Anmerk. Scilla sibirica L. eine óstliehe Art, ist einigemal bei St. Prokop nächst 
Prag gefunden worden, als Zeuge ehemaliger Acclimatisationsversuche, 


8. Allium L. Lauch. 


A) Staubfäden einfach, zahnlos, oder die 3 inneren am Grunde mit 2 kurzen Zähnen. 


a) Perigone sternformig oder trichterfórmig offen. Doldenscheide 2—1theilig, kürze! 
als die Dolde. Dolde zwiebellos, nur bei den cultivirten Arten (A. ascalonicum) 
manchmal zwiebeltragend 


«) Blätter flach, elliptisch oder lanzettlich. 


1. A. ursinum L. Zwiebel dünn, lanzettlich, ohne freien Rhizomtheil, von 
der ganzen, häutigen Scheide des äusseren der 2 grundständigen Blätter eingeschlossen. 
Blätter elliptisch lanzettlich, /anggesticlt. : Dolde ziemlich: flach mit kürzerer Scheide, 
als sie selbst. Griffel und Staubgefässe kürzer als das sternförmig ausgebreitete 
Perigon. 

8"—1' hoch, Blumen weiss. 

2. Mai, Juni. In feuchten, schattigen Bergwäldern, selten. Nemošice und Hra” 
chovtejnic bei Pardubic (Opiz)! Nimburg (Všetečka)! Rollberg! Jeschken (Siegmund)! 
Grottau (Tausch)! Am, Erzgebirge; Krinsdorfer Grund bei Osseg (Thiel)! Hauenstein 
(Joh. Reiss)! Karlsbad (Weicker). Tepl (Presl) Berg Blänik (Eisenstein) ! 


2. A. vietorialis L. Zwiebel verlängert, keulenfórmig, einem walelichen. off 
verzweigten freien Rhizomtheil anfsitzend, von zuletzt derb-netzig zerfasernden ien 
den umhüllt. Stängel bis zur Mitte bescheidet. Blätter 2—4, elliptisch 015 länglich 


Allium, 91 | 


lanzettlich, kurzgestielt. Dolde hugelig, mit kurzer Scheide. Griffel aus dem trichter- 
förmig offenen. Perigon vorragend. 

Kräftig, 1—14' hoch. Perigone grünlich-weiss. 

2 Juli, August. Auf buschigen, felsigen Grasplätzen des höheren Riesengebirges 
selten: Schneegruben, Kessel (Kabl.)! Riesengrund (Tausch)! Angeblich am Kleinskaler 
Felsenkamme (Neumann) ? 


f) Blätter flach, schmal-lineal. 


3. A. strictum Schrad. (A. reticulatum Presl). Zwiebel lanzettlich-keulenförmig, 
mit zuletzt derb netzig | zerfasernden Scheiden, mit , absterbendem. Rhizomtheil. 
Stängel stielrund, bis zu |, beblüttert. Blätter oberseits rinnig, gegen die Spitze flach ; 
Blattscheiden auseinander hervorragend. Dolde fast kugelig ; Blumen. kurzgestielt. Staubfäden 
$0 lang als das Perigon, die 3 inneren am Grunde mit, 2 kurzen ungleichen Zähnen. 

1— 14‘ hoch. Perigone hellpurpurn. 

Æ Juni, Juli. Auf felsigen, waldigen Abhiingen, sehr selten. Um Prag auf den 
Moldauabhängen bei Kuchelbad! Podbaba, Troja (Bercht.)! Motol (Póch). Auf dem Roll- 
berg bei Niemes (Lorinser, Schauta)! Berg Kleis (Neumann). 

4. A. acutangulum Schrad. Zwiebel dünn mit häutigen, nicht netzigen Schei- 
den, auf ausdaucrndem, verzweigtem Bhizomtheil. Stängel scharfkantig. nur. ganz аш | 
Grunde beblättert; Blätter flach, unterste Blattscheide die übrigen einschliessend. Dolde 
halbkugelig; Blumen ziemlich langgestielt, Staubfäden alle einfach. 


a) pratense DG, (A. acutangulum Autt. pl.). 1/hoch, Blätter unterseits gekielt, am Grunde 
8kantig. Staubfüden so lang als das sattrosenrothe oder weisse Perigon. 
b) petraeum DC.(A. montanum Schmidt, fallax Schultes, angulosum Presl fl. č.). Niedriger ; 

Blätter ungekielt, am Grunde konvex. Staubfüden etwas länger als das schmutzig rosen- 

rothe oder weissliche Perigon. 

27 Juni — August. a) auf nassen  tiefliegenden und. Bergwiesen, selten. ` Libie | 
und Blätowiese bei Poděbrad (Opiz)! Jaroměř (Knaf)! Jungbunzlau. (Hipp.)! Hirschberg 
(Кар) ! Böhmisch Leipa (Nenntwich)! Kleinskal (Neumann). „Sudeten“ (Helfer)! Heiliger 
Berg bei Kaaden (Roth). b) auf sonnigen, buschigen Felsen, besonders auf Kalk, Basalt 
Sehr zerstreut, Um Prag häufig: Sárka, Podbaba, Troja, Kuchelbad, St. Prokop, St. 
Ivan, Königsaal u. s. w. Todtenwald bei. Jungbunzlau (Himmer)! bei Weisswasser, am 
Bösig (Hippelli) ! Valečov bei Münchengrätz (Sekera)! Kuttenberg (Opiz). Abhänge des Elb- 
thales nicht selten: Uhuberg, Hradischken bei Leitmeriz! Schreckenstein (Reuss). Nester- 
sitz! Sperlingstein! Im Mittelgebirge am Mileschauer! Horkaberg! Bilin, Tepliz (Reuss). 
Erzgebirgsabhang bei Komotau ! 


y) Blätter hohl, stielrund, oder halbstielrund. 


{ 5. A. schenoprasum L. (Schnittlauch). Zwiebeln dünn, lanzettlich-keulig, meist 
büschelig beisammen. ` Schaft. stielrund, am Grunde 1—20láttrig. Blätter zusammen- 
gedrückt-stielrund, pfriemlich walzenformig. Doldenscheiden 2, eifórmig-rundlich, kurz 
bespitzt, fast so lang als die zwiebellose Dolde.  Perigonblütter lanzettlich, zugespitat, 
doppelt so lang als die am Grunde verbreiterten, zahnlosen Staubfdden. 


a) riparium (A, riparium et schoenopr. Opiz!) 6—10'' hoch. Blätter mehr. stielrund. 
Perigonblätter kürzer zugespitzt, rosa. | 


b 


= 


alpinum DC. (A. sibiricum, Willd.) 1—13' hoch, in allen Theilen grösser, Blätter mehr 
halbstielrund, die Scheide des obersten höher hinaufreichend. Perigonblätter langzugespitzt, 
dunkel rosa mit purpurfarbigem Kiele, seltener weiss. 


?L Juni, Juli. à) an Flussufern zwischen Steingerélle. Am Beraunuter bei König- 
saal (Opiz), bei ` Beraun (Knaf)! Moldauufer: aut der Hetzinsel bei Prag (Opiz), bei 


92 Allium. 


Moldautein (Gbr.)! Häufig an der unteren Elbe: Leitmeriz, Sebusein (Hackel), Aussig ! 
Tetschen! Auch in Küchengärten cultivirt. b) auf quelligen Stellen, in feuchten Fels- 
spalten im Riesengebirge: Teichränder (Kabl.)! Riesengrund (Tausch)! Teufelsgirtchen, 
Brunnberg (Sternberg), Aupagrund u. s. w. 


76. A. ascalonicum L. (Schalotten). Zwiebeln länglich-elliptisch, gehäuft. Schaft 
stielrund, röhrig, nicht aufgeblasen. Blätter róhrig-pfriemlich, zusammengedrückt stiel- 
rund. Staubfäden etwa so lang als das Periyon, abwechselnd am Grunde 22ähmg. 
Zähne 3eckig. 

1—4 hoch. Blumen weiss-lilafarben. 

% Juli, August. In Küchengürten gebaut; selten blühend. 


T 7. A. fistulosum L. (Winterzwiebel) Zwiebel breit kugelig. Schaft in der 
Mitte aufgeblasen. Blätter stielrund, bauchig, röhrig, bläulichgrün. Staubfäden länger 
als das Perigon, zahnlos. 

1—14' hoch. Blumen weisslich-grünlich. 

2 Juni, Juli. In Küchengärten gebaut. 


f 8. A. cepa L. (Sommerzwiebel). Zwiebel niedergedrückt kugelig, Schaft unter 
der Mitte aufgeblasen. Staubfäden am Grunde 2zühnig, Zähne lanzettlich. Blätter 
wie bei vorigem. 

2—3' hoch. Blumen weiss, in's Grünliche. 

2 Juni, Juli. In Küchengärten häufig gebaut. 


b) Perigone glockig. Doldenscheide 2theilig, der grössere Theil in eine lange, schnabel- 
förmige Spitze ausgehend, länger als die zwiebeltragende Dolde. 


9. A. oleraceum L. (A. carinatum Pohl, Presl fl. čech., Tausch!) Zwiebel gi: 
förmig. Blätter schmal-lineal, am Grunde röhrig, oberseits rinnig, gegen die Spitze flach. 
Dolde wenigblüthig. Perigone langgestielt, überhängend, öfter verkümmernd, Staubgefásse 
so lang oder kürzer als das Perigon. 

1—9' hoch. Blätter bisweilen breiter und flacher (A carinatum Autt. boh.). Perigonblätter 
prünlichweiss oder rosa mit grünem oder röthlichem Mittelnerven. 

% Juni, Juli. Im Gebüsche, in Hecken, auf Hügeln im ganzen Hügellande U 
Vorgebirge verbreitet. Um Prag: Cibulka, Hluboéep, Hetzinsel, Karlstein, Lorenzberg, 
Zizkaberg, Sárka, Podbaba u. s. w. Häufig auf den Abhängen des Elbe- und Egerthales, 
um Jungbunzlau, am Rollberg! Vorberge des Erzgebirges. 


nd 


D D " ni q n- 
Anmerk. Das echte A. carinatum L, (A. flexum W. Kit.), welches von oleraceum — 
ders durch lang vorragende Staubgefüsse sich unterscheidet, ist mir aus Böhmen nicht vorgekommen. 


B) Innere Staubfáden 3spaltig oder 3theilig, deren seitliche Haarspitzen 80 lang Es 
länger als die mittlere, den Staubkolben tragende. Perigone glockig; ihre äusseren Blätter ge! { 

a) Dolde zwiebeltragend, bisweilen bei völliger Blüthenverkümmerung durch die Zwiebe 
chen ersetzt. 


10. A, vineale L. (A. arenarium L.) Zwiebel aussen weisshäutig mit gesticl- 
ten, gelblichen Brutzwiebeln. Blätter sticlrund, am Grunde hohl und oberseits верша " 
rinnig. Doldenscheide einfach, quer zerreissend, kürzer als die meist ziemlich rete ү 
blüthige Dolde. Perigonblütter ylatt, kürzer als die Staubgefässe; die mittlere Han 
spitze des Trägers so lang oder länger als die seitlichen und als der ungetheilte Basalthe! y 

1—11' hoch. Blumen rosenroth oder hellviolet, bisweilen verkümmernd. Doldenzwiebeln 
klein, rundlich. t 

4% Juni, Juli. Auf sandigen Aeckern, Wegründern, Hügeln, sehr zerstreus 
Münchengrätz (Sekera)! Jungbunzlau (Zouplna). Kačina (Pejl)! Stefansüberfuhr (Kostelecký х 


Allium, 93 


Patek bei Libochovic (Daneš)! Leitmeriz (Hackel)! Um Mileschau (Tausch)! Mariaschein 
(Opiz)! Debře bei Bilin (Reuss). Schlossberg bei Brix (Stika). Um Komotau bei Micha- 
niz! Sporiz (Knaf)! Vlasim (Hennevogel)! 


11. A. scorodoprasum L. (A. arenarium Smith, Pohl fl. boh.). Zwiebel aussen 
braunhäutig mit grösseren, rolhbraunen Brutzwiebeln. Blätter flach, breitlineal, 
am Rande rauh mit zusammengedrückter Scheide und weissen Blatthäutchen, Dolden- 
scheide 2theilig, die Theile kurzgeschnäbelt, kürzer als die ziemlich | reichblüthige 
Dolde, Perigonblütter auf dem Kiele rauh, länger als die Staubgefüsse. Die mittlere 
Haarspitze des Trägers halb so lang als die seitlichen, und fast 3mal kürzer als der 
ungetheilte Basaltheil. 

2—3' hoch. Blätter bläulich angelaufen. Doldenzwiebeln violett. Blumen purpurn. 


2, Juni, Juli, Auf buschigen Hügeln, Dämmen, Wiesen, zerstreut, doch hie und 
da zahlreich. Um Prag einmal in den Schanzgrüben vor dem Sandthore in; zahlreichen 
Exemplaren ! Höfliz bei Niemes (Schauta)! In den Elbegegenden hie und da: Pardubicer 
Fischbehälter (Opiz)! Brandejs (Opiz)! Stefansüberfuhr (Kostelecký)! häufig um Leit- 
meriz ! Libochovic (Reuss), um Mileschau (Tausch)! Am. Erzgebirge: Tepliz (Winkler)! 
Osseg (Thiel)! Komotau! 


T 12. A. sativum L. (Knoblauch). Zwiebel mit grösseren, weisslichen Brut- 
zwiebeln. Blätter flach, breitlineal; Doldenscheide einfach, plötzlich in. eine, die arm- 
blüthige Dolde weit überragende Schnabelspitze zusammengezogen. 
lich ing м vor dem Aufblühen ringförmig übergebogen. Blumen schmutzig weiss oder röth- 

3 H 
| 2, Juli, August. In Küchengärten und auf Feldern, in Weingärten, gebaut. und 
lizweilen wie verwildert; so um Prag, Leitmeriz ! 


b) Dolde dichtblüthig, kugelig, nur Blüthen und Kapseln tragend. 


+ 13. A. porrum L, (Porrey). Zwiebel meist ohne Bıutzwiebeln. Blätter flach, 
breitlineal, etwas gekielt. Doldenscheide einfach, in eine lange Schnabelspitee ver- 
schmälert, länger als die Dolde. Perigonblätter am Kiele rauh, kürzer als die Staub- 
gefässe, 

9—4' hoch. Blumen weisslich oder hellrosafarben, 

2 Juni, Juli, In Küchengürten gebaut. 


14. A. rotundum L. Zwiebel kugelig, weisshüutig, mit zahlreichen, gestielten, 
Purpurbraunen Brutzwiebelehen. Blätter flach, schmal-lineal, an der Spitze kapuzen- 
formig. Doldenscheide einfach, kurz gespitzt, kürzer als die Dolde.  Perigonblätter am 
Kiele rauh, so. lang. wie die Staubgefässe. Mittlere Spitze des Trägers etwa 4mal 
kürzer als die seitlichen und als der ungetheilte, eiförmige Basaltheil. 

1—2° hoch. Blumen purpurn. 

2. Juli, August. Auf buschigen Kalk- und Basalthiigeln, selten. Um Prag: Kuchel- 
bad! St, Prokop! Bohnie (Presl). Vidím und Perstein (Hackel)! Fuss des Sovicberges bei 
Roudnic! Leitmeriz (Hackel)! Libochovic (Malinsky)! Loosch bei Tepliz (Thiel)! Eidlizer 
Busch bei Komotau (Roth)! 


M 15. A. sphserocephalum L. Zwiebel eikugelig, weisshiutig, mit grósseren, gelb- 
lichen Brutswiebelchen. Blätter halbstielrund; rinnig: Doldenscheide einfach, kurz 
bespitzt, kürzer als die Dolde. Perigonblätter am Kiele glatt oder rauh, kürzer als die 
Staubgefiisse. Mittlere Spitze des Trägers fast so, lang als die seitlichen und doppelt 
kürzer als der lineale Basaltheil. 

1~ 2' hoch. Perigone dunkelpurpurroth. 

2L Juni, Juli. Auf Felsen, buschigen Abhüngen, Aeckern, besonders auf Kalk 
und Basalt, selten. Prag: Troja (Opiz)! Lieben (Presl), Folimanka! oberhalb Pelz 


94 Muscari, 


(Opiz). Todtenwald bei Jungbunzlau (Himmer)! Felder bei Münchengrätz (Sekera). Klein- 
skal (Neumann). Rollberg bei Niemes (Zouplna)! Neuberg, Uhuberg bei Leitmeriz (Hackel, 
Tausch)! Cernosek ! 


Anmerk. 1. Allium paradoxum Don, eine sibirisch-kaukasische Art, ist ähnlich 
der Scilla, sibirica: verstreut. einigemal um Prag im Stern und auf der Hetzinsel aufgetaucht: und 
vom Herrn Wolfner All. Opizii benannt worden. 

Anmerk. 2. Allium odorum L., ebenfalls eine sibirische Art, fand. ich voriges Jahr 
auf dem obersten Felsen des Chuchler Berges bei Prag in einer Anzahl von Exemplaren, davon 
4 in Blithe. Selbstverstándlich ist auch diese Art an der genannten Stelle angepflanzt. 


9. Muscari Tournef. 


a) Traube später sich sehr verlängernd und locker; untere Perigone kanti walzlich, 
wagrecht abstehend, die obersten geschlechtslosen röhrig-glockie oder glockig, linger gestielt, 
schopfig genühert. 


1. M. comosum Mill. (Schopfhyacinthe), Blätter breitlineal, am Rande meist 
gezähnelt-rauh. Perigone der Zwitterblüthen kaum so lang als ihre Stiele, mit weiter, 
offener, fast das ganze Ende einnehmender Mündung, trübgelbgrünlich, in der Mitte 
olivenbrann ; Zähne des Saumes auswärts gekrümmt, weiss-grünlich. Die oberen Perigone 
hell amethystblau, ihre Stiele 4—6mal länger als diese. 

1}—2' hoch. 

2 Mai, Juni. Auf sandigen Feldern (ob auch auf grasigen Hügeln, ist zweifel- 
haft). Zu dieser so lange mit M. tenuiflorum vermengten Art sind als sichere Standorte 
festgestellt: Kolin (Veselský)! Jungbunzlau (Himmer)! Felder bei Enzovan (Prof. Reuss). 
Die Pflanzen von Niemes (Schauta)! und von Jaroměř (Knaf)! auf Feldern wachsend, 
die ich jetzt nicht revidiren kann, gehören wohl auch hieher. Zweifelhaft sind folgende 
Angaben: Chudoples bei Münchengrätz (Sekera), Cáslau, Frauenthal bei Deutschbrod 
(Opiz), Krumau (Jungbauer) Hohenelbe (Kablik). Thiergarten bei Roudnie (Reuss). 


2. M. tenuiflorum Tausch (M. tubiflorum Stev.). Blütter wie bei vor.  Perigone 
der Zwitterblüthen meist länger als ihre Sticle, vorn gestutzt, mit kleiner, stark ein- 
geschnürrter Mündung, einfarbig grünlich, nach oben mehr apfelgrün ; Zähne des Saumes 
sehr kurz, brandig schwarzbraun, Die oberen Perigone amethystblau, ihre Stiele etwa 
so lang wie diese. 

Kleiner, nur 1—11' hoch; auch die Zwiebeln weit kleiner, 

2} Mai, Juni. Auf buschigen, grasigen Bergabhingen. Mit Sicherheit bisher in 
der Podbaba bei Prag! Herrschaft Brandejs (Opiz)!  Leitineriz (Dittrich)! Pattokró bei 
Tepliz (Winkler)! aber gewiss weiter verbreitet. Höchst wahrscheinlich gehören hie- 
her auch folgende Standorte: Kundraticer Wald (von. mir gefunden)! Slichov (Opiz)! 
Michle (Opiz) bei Prag, Bfezaner Berg bei Königsaal (Opiz). Kaltenberg bei B. Leipa 
(Watzel)! ` Briixer Schlossberg und Breiter. Berg (Knaf)! Kahler Berg bei Borec nüchst 
Lovosic: (Reuss). 


b) Traube gedrungen, eilünglich. Perigone gleichgestaltet, eiförmig, die unteren über- 
hängend, die obersten geschlechtslosen aufrecht, kleiner, kürzer gestielt. 


3. M. racemosum De Cand. Blätter meist zahlreich, schmal-lineal, rinnig, 7U- 
rückgebogen, an den Spitzen zur Blüthezeit grösstentheils schon vertrocknet, länger 
als der Schaft. Traube 30--40 blüthig. Perigone eifórmig, schwarzblau, weissrandig, die 
obersten violetblau. 

Schaft 1—1' hoch. Ў 

2% April, Mai. In Obst- und Grasgärten, vielleicht überall nicht ursprünglich 
wild. Auf dem Abhange oberhalb Dvorce (Schwarz). Obstgärten bei Lissa (Tausch 


Anthericum — Streptopus, 95 


bei Münchengrätz (Sekera)! Tetschen (Malinsky)! Osseger Conventgarten (Thiel)! Auf 
der Pätekwiese bei Peruc (Daneš). 


+ 4. M. botryoides De Cand. Blätter 2—3, spatelformig-lineal, nach dem 
Grunde verschmälert, aufrecht abstehend, zur Blüthezeit noch ganz. frisch, kürzer als 
der Schaft. Traube 15—-20blithig.  Perigone eikugelförmig, sattblau. 

1‘ hoch. 
Æ April, Mai. Im Osseger Conventgarten (Thiel)! Brannä bei Hohenelbe (Kabl.)! 
ohne genauere Standortsangabe. 


10. Anthericum L. Graslilie. 


1. A. liliago L. Traube einfach, seltener am Grunde mit 1—-2 traubigen 
Aesten. Deckblitter wenigstens halb so lang als der Blüthenstiel. Griffel etwas herab- 
gebogen. Kapsel 3kantig eiförmig. 

1—9' hoch. Blätter sämmtlich grundständie, lineal, rinnig, auf wagrechtem, starkzasrigen 
Wurzelstock, Perigonblätter milchweiss, 8—10'^ lang. 

2. Juni, Juli. Auf felsigen, buschigen Abhängen selten; Um Prag hie und da: 
Kuchelbad! Slíchov! Šárka! Podbaba! Lieben (Opiz). Kréer und Kundraticer Wald! 
Zävist, Karlstein (Opiz). Bei Jungbunzlau (Himmer). Radobyl bei Leitmeriz (Thiel)! Im 
Mittelgebirge, Bilin! Tepliz (Opiz, Hackel). Osseg (Thiel) Brüxer Schlossberg (Knaf) ! 
und Breiter Berg (Eichler). Karlsbad (Weicker). Tepl (Konrad)! Herrschaft Choteschau 
bei Pilsen (Opiz). 


2. A, ramosum L. Blüthenstand rispig mit ruthenförmig abstehenden, traubi- 
gen Aesten (nur an Schwächlingen eine einfache Traube).  Deckblütter viel kürzer als 
ihr Blithenstiel, Griffel gerade. Kapsel 3kantig kuglig. 

Sonst wie vorige; Blumenblätter (nur 6" lang) und Früchte weit kleiner, 

% Juni, Juli. Auf sonnigen, trockenen Hügeln, buschigen Abhängen, im wär- 
meren Lande ziemlich verbreitet. Um Prag hiufig: St. Prokop, Hluboéep, Kuchelbad, 
Stern, Karlstein, Kréer Wald, Horoméfie! Um Jungbunzlau! Weisswasser! Bösig! Par- 
dubie (Opiz), Cáslau (Opiz). Liboeh bei Melnik! Roudnie im Thiergarten (Reuss), Libo- 
Chovie! Leitmeriz ! Mileschauer! Schillinge bei Bilín!. Aussig, Sperlingstein, Bodenbach ! 
Osseg (Thiel). 


11. Asparagus L. Spargel. 


А 1. A. officinalis L. Wurzelstock walzlich, langfasrig. Stängel 1—3* hoch, üstig 
mit Schuppenformigen, häutigen Blättchen, in deren Winkeln borstlich-nadelfórmige, glatte 
Zweiglein zu 3—6 im Büschel sitzen. Blüthen 1—2 am Grunde der Nadeln und Aeste, 
überhüngend ; oberes Glied des Blüthenstieles wenigstens halb so lang als das grünlich 
Weisse, Perigon, Beeren kugelig, roth, 

Kine kleinblüthige Form ist A. setifolius Opiz ! 
: 2L Juni, Juli. Auf sandigen Wiesen, Rainen, in Weingärten, meist vereinzelt. 
Um Prag, Roudnie, Leitmeriz, Aussig, Brix u, s. w. 


12. Streptopus Rich. Zapfenkraut. 


St . S. amplexifolius DC. (Uvularia amplexifolia L.). Wurzelstock dick, knotig. 
(апре! aufrecht, 1-—3* hoch, oben hin und her geknickt, bisweilen 1—2mal getheilt. 
ätter herzeiförmig, stängelum’assend, zugespitzt, unterseits seegrün. Blüthenstiele blatt- 


96 Smilacina — Polygonaturn. 


gegenständig, um den Stängel verdreht und abwärts gekniet, 1—2blumig. Blumen klein, 
grünlich-weiss. Beeren roth. А 

4 Juni, Juli, Auf feuchten, waldigen Lehnen, Bergwiesen des höheren Gebirges. 
Im Riesengebirge häufig: Schneegruben, Kl. Teich, Elbfall, Elbwiese, Kesselberg, Teufels- 
gürtchen (Opiz)! u. s. w.; am Glazer Schneeberg (Wimmer); im Isergebirge bei Neustadtl, 
Haindorf (Opiz). Am Jeschken (Opiz), in der süchs.-bóhmischen Schweiz (Garcke). Im 
Erzgebirge am Sonnenwirbel bei Gottesgab, bei Schlackenwerth (Joh. Reiss)! Im Böhmer- 
wald: Maderrevier (Presl, Müncke). 


13. Smilacina Desf. Schattenblume. 


1. S. bifolia Desf. (Convallaria bif. L., Majanthemum bif. DC.),  Wurzelstock 
kriechend, gegliedert. Stängel 4— 8^ hoch, unten bescheidet, oben 2- (selten 129) 
blättrig. Blätter gestielt, herzeiförmig, zugespitzt. Blüthen zu 1—-3 beisammen in end- 
ständiger Traube, klein, weiss. Beeren kugelig, weiss und roth punktirt, zuletzt sehar” 
lachroth. 

% Mai, Juni. In schattigen Laubwäldern des ganzen Hügel- und Gebirgslandes 
verbreitet und häufig. 


14. Convallaria L. em. Maiglöckchen, Springauf. 


1. C. majalis L. Wurzelstock kriechend, gegliedert. Blätter 2—3, grundstündig, 
langgestielt, elliptisch, zugespitzt.  Blattstiele und der laterale, yetis holie Schaft bis 
zur Mitte von 5—6 Scheiden umschlossen. Perigone überhüngend, weiss, wohlriechend 


in endstündiger Traube. Beeren scharlachroth, 


2 Mai, Juni. In Laubwäldern, auf buschigem Gestein im Hügel- und Gebirgs- 
lande verbreitet, doch nicht überall blihend. Um Prag: Stern, Kuchelbad, Königsaal, 
Karlstein u. a. О. 


15. Polygonatum Tournef. Weisswurz, Salomonssiegel. 
a) Blätter abwechselnd, 2zeilig, eiförmig oder elliptisch. 


1. P. officinale All. (Convallaria Polygonatum L.), Stängel kantig, oberwärts 
fast zweischneidig zusammengedrückt, nebst Blättern und Blüthenstielen kahl. Blätter 
fast sitzend, unterseits grasgrün. Blumenstiele 1--2blüthig. 

1—1}' hoch Wurzelstock dick walzlich, horizontal, gegliedert, oberseits von den kreisfür. 
migen: Stängelnarben gezeichnet.  Blüthenstiele blattwinkelstündig, einseitswendig. Perigone weis 
mit grünem Saume, nach bitteren Mandeln riechend. Beeren schwarzblau. 

2, Mai, Juni. Auf steinigen, buschigen Lehnen und in Laubwäldern im Hig 
und Gebirgslande verbreitet. Um Prag: Särka, St. Prokop, Podbaba, Karlstein, Kuchel- 
bad, Zizkaberg u. s. w. 


' 


2. P. latifolium Desf. (Conv. latifolia Jacq.). Stängel kantig, oberwärts nebst 
den Blüthenstielen und den Blattnerven der Unterseite von kurzen. Härchen fem 
flaumig. Blätter kurz gestielt, breitlich, Blüthenstiele 1— 4blumig. Perigone am Grunde 
verschmälert. Staubfäden kahl. 

Perigone etwas kleiner als bei vorigem; sonst w. vor. 

2% Mai, Juni. Auf steinigen, buschigen Lehnen. Im Thale bei Регис (von 
Daneš entdeckt)! 


Paris, Colchicum, 97 


3. P. multiflorum All. (Conv. multiflora L.). Stängel 'stielrund, nebst Blättern 
und Blüthenstielen kahl. Blätter kurzgestielt. Blumensticle 1-—5blumig. Perigone am 
Grunde etwas bauchig, sehmalróhrig. | Staubfüden behaart. 

Sonst wie vor, 

2, Mai, Juni. In Laubwäldern, auf steinigen, buschigen Lehnen, besonders im 
Hügellande verbreitet. Um Prag: Kuchelbad, St. Prokop, Rostok. Bohnicer, Kundra- 
ticer Wald! 

b) Blätter zu 3—7 quirlständig, lanzettlich oder lineal-lanzettlich. 

4. P. verticillatum All, (Cony. verticillata L.). Ganz kahl. Blumenstiele 1—3- 
blüthig mit borstlichen Deckblàttehen, Perigone klein. Beeren erst roth, dann schwarzblau. 

Sonst wie vor. 

Æ Juni, Juli. In schattigen Wäldern, auf waldigen Lehnen des Gebirgslandes, 
selten im wärmeren Hiigellande. Auf den Vorbergen des Riesengebirges: Riesengrund 
(Tausch)! Bei Schatzlar (Opiz)! Friedland (Seibt)! Georgswalde, Nixdorf (Neumann). 
Rochliz (Gottstein) ! Wernstadtl (Halla)! Höllengrund bei Böhm. Leipa (Watzel)! Limberg 
bei Gabel! Warta, Barzdorf bei Niemes (Schauta)! Chobot bei Jungbunzlau (Himmer) ! 
Im leitmerizer Mittelgebirge (Hackel)! am Mileschauer (Reuss), Im Erzgebirge: Tetschen 
(Malinsky)! Osseg (Thiel), Teltschgrund bei Görkau! bei Karlsbad! Theusing (Opiz)! 
Am Schöninger (Jungbauer). Im Böhmerwalde. Strasic bei Zbirov (Opiz)! Volesna ! 


16. Paris L. Einbeere. 


1. P. quadrifolia L. Wurzelstock lang gegliedert, kriechend. Stängel 1^ hoch 
oberwärts mit 4 (selten 3— 6) breiteifórmigen oder elliptischen, zugespitzten Blättern im 
Quirl Blume endständig aufrecht. Kelehblütter lanzettlich grün. Beere sehwarzblau. 
| 2, Mai, Juni. In schattigen Waldungen des Hügel- und Gebirgslandes verbreitet. 
Sehr häufig in Nordböhmen jenseits der Elbe. Um Prag selten und entfernter: Karlstein ! 
Stirîn (Sykora). Bad Sternberg! Bei Budin und Libochovie (Reuss). Im Mittelgebirge. 
Am Erzgebirge: Tetschen! Komotau! Joachimsthal! Marienbad u. s. w. 


16. Ordnung Colchicaeeen De Cand. 


Uebersicht der Gattungen: 


1. Colchicum L. Perigon kronenartig, trichterförmig mit verlängerter Röhre und sechs- 
theiligem Saume, aus dessen Grunde die Staubgefässe entspringen. Balgkapseln 
bis über die, Mitte verwachsen. Griffel 3, fädlich, sehr lang. 

2. Veratrum L. Perigon kronenartig, 6blättrig. Staubkolben nierenförmig, nachdem die 
Fächer in einer gemeinsamen Spalte aufgesprungen, scheibenförmig. Griffel 3, sehr 
kurz, Balgkapseln am Grunde etwas zusammengewachsen. 

3 


: Tofieldia Huds. Perigon mehr kelchartig, 6blättrig. Staubbeutel 2fächrig, Fächer 
einzeln. der Länge nach aufspringend. Griffel 8, sehr kurz. Balgkapseln bis 
über die Mitte verwachsen. 


1. Colchicum L. Zeitlose. 


, 1. C. autumnale L. Knollen eifórmig, in braune Scheiden gehüllt. Perigone 
Angröhrig mit wellig geaderten Zipfeln. Blätter breit-lanzettlich, beiderseits verschmälert. 
dan Im Herbste brechen aus der Knollenhülle 1—3 fleischfarbone oder weisse Blumen über 
rs Erde hervor, indem das unentwickelte Stängelehen mit den jungen Blättchen in einer Längs- 
ang des Knollens verborgen bleibt; im folgenden Frühjahr wächst der kurze Stängel mit 3—4 
Si Crángten Blättern und den reifenden Kapseln hervor. Bisweilen erscheinen einzelne durch Fröste 
Kia Kgchältene Blumen erst im Frühjahr zugleich mit den Blättern, besitzen dann schmälere, 
чешеге Perigonzipfel und kümmerliche Staubkolben (C. vernale Hofm., Crocus vernus Balbin). 


T 


98 Veratrum — Triglochin. 


% September, October. Auf feuchten Wiesen besonders der gebirgigeren Ge- 
genden sebr verbreitet und truppweise, so in ganz Nordböhmen, im Mittelgebirge, am 
Erzgebirge. Um Prag: von der Cibulka gegen Motol! bei Veleslavín, Cholupic ! Karlstein! 
Die Frühlingsblüthen wurden beobachtet häufig am Erzgebirge von Komotau bis Тери?! 
bei Leitmeriz (Reuss). Münchengrätz (Sekera)! Hohenmauth (Fieber). 


2. Veratrum L. Germer. 


1. V. album L, Stängel beblättert, stielrund, flaumig, oben mit traubig-rispigem, 
weichhaarigem Blüthenstande. Blätter gefaltet, nervig, unterseits grauflaumig, die unteren 
breitelliptisch, die obersten lanzettlich. Blumen ganz kurzgestielt, mit gezähnelten 
Perigonblättern. 

: .2—4' hoch, stark. Blumen unserer Varietät grün (V. Lobelianum Bernh.), die der alpinen 
innen weiss. 

«4. Juli, August. Auf sumpfigen Wiesen und Waldplätzen des hohen Gebirges, 
bisweilen in die Vorberge herabsteigend. Verbreitet auf den Kämmen und in der oberen 
Waldregion des Riesengebirges (Wimmer, Opiz); Johannisbad (Opiz). Rochliz bei Hohen- 
elbe (Opiz). 


3. Tofieldia Huds. 


1. T. calyculata Wahl. (T. palustris Sternberg u. Hoppe, Presl fl. &.). Stängel 
3^— 17 hoch, armblättrig. Blätter steif, schwertförmig lineal, zugespitzt, die grundstän- 
digen zweizeilig, reitend. Blüthen klein, gelblich, kurz gestielt in walzlicher Traube mit 
kleinen Deckblättchen. Vorblatt des Blüthenstielchens 3lappig, dem Perigone angedrückt. 

% Juli, August. Auf sumpfigen und torfigen Wiesen sehr selten. Bei Prag 
oberhalb der Cibulka! Fasanerie beim Bade Sternberg (Tausch)! Waldschlucht bei Weiss- 
wasser (Hippelli)! Habstein (Pöch)! Am Schöninger (Jungbauer) ? 


17. Ordnung. Juneagineen Rich. 
Uebersicht der Gattungen : 


1. Triglochin L. Frucht keulenfórmig, 3—6fächrig. Fächer als Theilfriichtchen von 
der mittelständigen Säule sich ablésend, 
n 8 ا‎ we ; on 
9. Scheuchzeria L. Frucht aus 3 einfächerigen, an der Basis verwachsenen, obe! 
getrennten Balgkapseln bestehend. 


1. Triglochin L. Dreizack. 


1. T. palustris L. Wurzelstock kurz, schief, unterirdische, füdliche Läufer trer 
bend. Blätter grundständig, schmal-lineal, mit den Scheiden einander umfassend. Schalt 
1—11' hoch, am Grunde knollig verdickt. Blumen sehr klein, grün oder röthlich e 
zuletzt verlängerter, deckblattloser Traube, Früchte 3seitig keulenfórmig, 3fücherig, ЕШ? 
gestielt, an die Traubenspindel angedrückt. 

2) Juni, Juli. Auf sumpfigen Wiesenstellen, an Wassergräben zerstreut, Hoff, 
weise. Bei Prag: Košíř, Cibulka, Dejvic, Radlik! Veleslavín (Opiz). Chlumín bei Melnik i 
Bi$kovie (Kosteletzky)! Caslau, Bohdaneč (Opiz). Jaromir (Knaf)! Turnau! Kleinska 


(Neumann). Münchengrätz (Sekera)! Weisswasser (Hippelli)! Habstein (Hackel) ! xe dt 
aaz 


Leipa! Leitmeriz! Tetschen, Tepliz, Bilin, Saidschitz! Brüx, Eidliz! Schiesseliz bei ve 
(Thiel)! Tepl, Franzensbad! Krumau (Jechl)! Rokycan (Sternbg)! Königshof bei Beraun ' 
und. andere. Orte, 


Scheuchzeria — Sagittaria, 99 


2. Scheuchzeria L. 


1. Sch. palustris L. Wurzelstock walzlich, gegliedert, kriechend. Stängel 4 bis 
8° hoch, spärlich beblättert. Blätter schmal-lineal, rinnig, am Grunde scheidig, an der 
Spitze mit einem Grübchen; die alten grundständigen Scheiden silberweiss glänzend. 
Blumen grünlich gelb, wenige in lockerer Traube. Kapseln aufgeblasen. 

2. Juni, Juli. In Torfsümpfen des höheren Gebirges sehr selten.  Iserwiese im 
Isergebirge (Tausch)! Gottesgab im Erzgebirge (Presl). 


18. Ordnung. Butomaceen Lindley. 


1. Butomus L. Wasserliesch. 


Staubgefässe 9. Balgkapseln 6 bis zur Mitte zusammengewachsen. 


1. B. umbellatus L. Wurzelstock kurz, dick, walzlich. Blätter grundständig, 
2zeilig, scheidig, lineal, 3kantig. Schaft aufrecht, 1—3^ hoch, mit ansehnlicher, endstän- 
diger Dolde, Kelchblätter grünlich, Blumenblätter weisslich-rosafarben. 

2 Juni — August. In Gräben, Tümpeln der Flussufer, an Weihern. Bei Prag 
an der Moldau: Kaiserwiese, gegen Königsaal! Ounétic! Häufig an der Elbe und Zu- 
flüssen : Königgrätz, Dašic, Cáslau, Nimburg, Brandejs, Leitmeriz bis Bodenbach! Iser bei 
Jungbunzlau, Münchengrütz! Turnau! Kleinskal (Neumann). Bolzenfluss bei Niemes, B. 
Leipa! Biela bei Bilin, Brüx! Teiche bei Dux! Marienbad (Glückselig), Březina (Stern- 
berg)! Budweis (Jechl)! 


19. Ordnung. Alismaceen R. Brown. 
Uebersicht der Gattungen : 


l. Alisma L. Blüthen zwittrig. Staubgefiisse 6—-12.  Nüsschen zahlreich auf einem 
scheibenförmigen Fruchtboden kreisförmig gestellt oder kopfg gehäuft. 

2. Sagittaria L. Blüthen einhäusig. Staubgefässe zahlreich. Nüsschen zahlreich auf 
einem kugeligen Fruchtboden koptig zusammengestellt. 


1. Alisma L. Froschlöffel. 


1. A. plantago L. Blätter grundständig, zahlreich, gestielt. Schaft 3/—-2/ hoch, 
oben mit einer aus Scheinquirlen zusammengesetzten Rispe. Blumenblitter weiss oder 
bleichlila. Friichtchen zusammengedrückt, an der Spitze. abgerundet, am Rücken 1- bis 
2furchig, in ein stumpf 3eckiges Köpfchen zusammengestellt. 


«) cordifolium. Blätter eifórmig, am Grunde etwas herzförmig. 
B) lanceolatum (A. ranunculoides Presl fl. Gech.). Blätter lanzettlich bis. lineal-lanzettlich, 
in dem Blattstiel verschmälert. Pflanze kleiner, 


У) graminifolium (A. angustifolium Presl). Blätter untergetaucht, theils lineal, grasartig, 
durchscheinend, theils mit schmaler, spateliger, schwimmender Blattspreite. 


S 4 Juli, August. In Gräben, Tümpeln, an Teichen, f) ап trockeneren, sandigen 
thay’ sehr verbreitet. y) in höher stehenden Wassergräben: bei Münchengrütz! Ufer 
es Hirschberger Teiches (Lorinser)! 


2. Sagittaria L. Pfeilkraut. 


й 1. S. sagittefolia L. Wurzelstock kurz, fädliche Läufer treibend. Blätter lang- 
Bestielt, tief pfeilförmig, die ersten elliptisch, in tieferem Wasser untergetaucht oder 
7* 


100 Hydrocharis, 


schwimmend, lineal, grasartig. Blumen zu 3 in: Quirlen am Schaftende, die unteren 
Quirle Q, die oberen ur. Blumenblätter weiss, mit röthlichem Nagel, zart, hinfällig. 

2 Juni — August. In stehenden Wässern, Flusstümpeln, Flussbuchten niederer 
Gegenden hie und da. Um Prag: Moldauufer der Kaiserwiese gegen Königsaal zu! 
Beraun bei Kónigsaal! Teich bei Kundratic! Elbe bei Jaromir (Knaf)! Nimburg (V&et.)! 
Leitmeriz! zwischen Aussig und Tetschen! Eger bei Libochovie! Jungbunzlau, München- 
grütz, Sobotka! Biela bei Bilin, Briix (Stika). Duxer Teiche (Thiel)! Karlsbad, Marien- 
bad (Glückselig). Budweis (Jechl) ! 


20. Ordnung. Hydrocharideen De Cand. 


1. Hydrocharis L. Froschbiss. 


c$ Blüthen 1— 5 aus einer 5blättrigen Scheide. Staubgefässe 12, davon 
6—9 mit.Kólbehen. Ф Blithe einzeln aus einer einblittrigen fast grundständigen 
Scheide, mit 3—6. kölbehenlosen Staubfäden. Beere 6fücherig. 

1. H. morsus rane L. Stock kurz, untergetaucht, Blüthenschäfte und gebrech, 
liche Läufer treibend. Blätter schwimmend, langgestielt, rundlich nierenförmig, lederartig 
glänzend mit häutigen Nebenblättern. Endknospe der Läufer von 2 häutigen Scheiden 
eingehüllt. ^ Kronenblütter zart, weiss, am Grunde gelblich. 

4 Juli, August. In Flusstümpeln, Wassergrüben. An der Elbe bei "ardubic, 
Brandejs, Obriství! Jungbunzlau, Thiergarten bei Kosmanos (Himmer) ! Habstein (Schauta)! 
Bohm, Leipa am Bolzen! Bilin, Dux, Kommern! 


21. Ordnung. Orchideen L. 
Uebersicht der Gattungen : 


I. Staubkolben einer, dem Säulchen unbeweglich angewachsen. Bliithenstaubmassen ge 
stielt. ‚Zwei Wurzelknollen. 
A) Lippe gespornt. 
a) Klebdrüsen der Blüthenstaubmassen in einer Höhlung (Beutelehen) des Narben- 
theiles versenkt, 
1. Orchis L. Jede Bliithenstaubmasse an einer besonderen Klebdrüse ; Beutelchen 
daher 2fächerig, Sporn walzlich kegelförmig. 
Anacamptis Rich. Beide Blüthenstaubmassen einer gemeinsamen Klebdrüse angefügt. 
Beutelchen einfach. Sporn fädlich. 
b) Klebdrüsen nackt dem Seitenrande der Narbe oder der Narbendecke aufsitzend. 
3. Gymnadenia R. Br. Lippe 3spaltig oder 3lappig. Zwischen den Kolbenfächern der 
Sehnabelfortsatz der Narbe hinaufreiehend. 
4. Platanthera Rich. Lippe bandfórmig, ganz oder vorne 3zühnig. Kein Schnabelfort- 
satz zwischen: den Antherenfüchern. 


bo 


B) Lippe ungespornt. 


5. Ophrys:L. em. Die 5 Perigonzipfel abstehend, Lippe abwärts gerichtet. Klebdrüsen 
zwei, jede im besonderen Beutelchen. 


IT. Staubkolben einer, frei, beweglich, 


A) Lippe gespornt. Blüthenstaubmassen kleinlappig, gestielt, einer gemeinsamen Kleb- 
drüse angeheftet, Wurzelstock korallenartig, ästig. 


6. Epipogon Gmel. Lippe obenstehend, Sporn sackförmig, aufwärts gerichtet. 
2 рр ` 8 g 


Orchis. 101 


д B) Lippe spornlos, zweigliedrig, unteres Glied | ausgehóhlt, .. vorderes; (Platte) ungetheilt. 
Blüthenstaubmassen mehlartig, stiellos.  Wurzelstock mit Faserwurzeln. 

7. Cephalanthera Rich. Perigonzipfel aufrecht, die Lippe verdeckend. Staubkolben 
länglich, ringsum frei. Fruchtknoten gedreht, sitzend. 

8. Epipactis Rich. Perigonzipfel glockig zusammenneigend, Lippe abstehend. Staub- 

kolben 3eckig, der vorgezogenen Narbe aufliegend. Fruchtknoten auf gedrehtem Stiele. 


D 


€) Lippe spornlos, ungegliedert, Blüthenstaubmassen mehlartig oder wachsartig zusammen- 
geballt, ungestielt. 
a) Lippe wie gewöhnlich, nach unten stehend. Unterstes Stüngelglied nicht knollig verdickt. 
«) Blüthenstaubmassen mehlartig. Wurzelstock mit Wurzelfasern oder auch mit Wur- 
zelknollen. 
*) Lippe an der Spitze 2lappig oder 2spaltig, herabhüngend. Schnäbelchen ganz. 
0 A fe : A . . 
9. Neottia Rich. Staubkolben vorne dem Schnäbelchen. aufliegend, endständig, hinten 
unbedeckt. Lippe am Grunde sackförmig vertieft. Beschuppte bräunliche Pflanze; 
10. Listera R. Br. | Staubkolben am Grunde. oder an der Spitze eines hinteren Fort- 
satzes der Säule angewachsen, vorne dem Schnäbelchen aufliegend. Lippe am 
Grunde rinnig. | Grüne, beblätterte ‚Pflanze. 
'**) Lippe ganzrandig, aufgerichtet oder vorgestreckt. Schnäbelehen 2spaltig. 
11. Goodyera R. Br. Lippe vorgestreckt, unten ausgehöhlt, in ein rinniges, zurückge- 
krümmtes Züngelehen zugespitzt. Wurzelstock mit Wurzelfasern. 
19 " H 4 ` A ^ 
12. Spiranthes Rich. Lippe aufgerichtet, vorn gefranst, zurückgekrümmt. Wurzelstock 
mit, Wurzelknollen. 
ud f) In jedem Staubkolbenfache 2 wachsartige Blüthenstaubmassen. Wurzelstock korallen- 
artig, faserlos. 
13. Corallorrhiza Hall. Perigon glockig zusammenneigend. Lippe abwärts gerichtet 
mit 9 zahnfórmigen Seitenzipfeln, am Grunde sackförmig, hóckerig. 
1 b) Lippe nach oben stehend, aufrecht. Stiingel am Grunde knollenartig angeschwollen, 
һр 4 H ` m T 
der Knollen von Scheiden eingehüllt. 
14. Sturmia Reichb. Süulchen verlängert, halb walzenförmig. Staubkolben abfällig mit 
häutigem Anhängsel. Pollenmassen wachsartig auf 2 Klebdrüsen. 
Д . 1 ü 
15. Malaxis Swartz. Süulchen sehr kurz. Staubkolben bleibend ohne Anhüngsel. Pollen- 
massen wachsartig auf einer Klebdrüse. 
IIT. Staubkolben 2 auf Seitenfortsätzen des Säulchens, der mittlere Fortsatz blattartig. 
16. Cypripedium L. Perigon scheinbar 5theilig, nämlich die 29 äusseren seitlichen 


on 


Blättchen in ein meist zweispaltiges verwachsen. Lippe schuhförmig ausgehöhlt. 


1. Orchis L. em. Stendelwurz, Knabenkraut: 


4 Alle 5 Perigonzipfel in einen Helm zusammenschliessend. ‘Knollen ungetheilt, länglich 

oder kugelie eirund. Laut A \ 

d a) Lippe 3theilig; der mittlere Zipfel 2spaltig oder 2lappig, oft mit einem Zähnchen in 
Y AER, 1 5) | бү, 

er Bucht. Stängel oberwärts blattlos. i Aet 


1. 0. purpurea Huds. (О. fusca, moravica Jacq... Blätter länglich, | breit, das 
oberste nicht dütenfórmig. Deckblütter häutig, Inervig, viel kürzer als der Fruchtknoten. 
Helm eirundlich, Zipfel spitz. Lippe 3theilig, Seitenzipfel schmal-lineal, Mittelzipfel 
vom Grunde an allmälig verbreitert mit spreitzenden, ‚breit 4seitigen,  gezähnelten 
appen. Sporn abwärts gekrümmt, nicht halb so lang als der Fruchtknoten. 


eh 
1—9' hoch, kräftige. Blumen gross, zimmtartig wohlriechend. | Helm ‚grünlich purpurn, 


dunkler punktirt, Lippe hellrosa oder weiss mit rauhhaarigen, purpurnen Flecken. 
Æ Mai, Juni, Auf waldigen, begrasten Hügellehnen; auf kalkhaltigem Gestein, 
selten. Um Karlstein! Im wärmeren Nordböhmen: Königswald bei. Vidim (Hackel). Berg 


102 Orchis, 


Bäba bei Kosmanos (Himmer)! Berg Sovie bei Roudnie (Neumann)? Uhuberg bei Leit- 
meriz (Hackel)! Kostäl (Klutschak). Rongstock unterhalb Aussig (Malinsky) ! 


2. 0. militaris Huds. (0. Rivini Gouan). Das oberste Blatt den Stängel dü- 
tenförmig umhüllend. Helm eilanzettlich, Zipfel spitz. Lippe 3theilig, Seitenzipfel 
lineal, Mittelzipfel am Grunde lineal, von der Mitte an rasch verbreitert mit ge- 
spreizten, länglichen, etwas gezähnelten Lappen. 

Sonst wie vor. -- 3—1]' hoch, minder stark als vor., Blumen etwas kleiner, wenig rie- 
chend, aussen bleich rosenroth, innen dunkler punktirt, 

% Mai, Juni, Auf sonnigen, buschigen Graslehnen, Waldwiesen sehr selten. 
Am Uhuberg bei Leitmeriz (Hackel). Schnedoviz (Pöch); um Vidim (Tausch)! Rehhorn 
im Riesengebirge (Kablik)! Radelstein im Mittelgebirge (Reuss sen.). 


3. 0. ustulata L. Die obersten 2—3 kleineren Blätter dütenförmig gerollt. 
Deckblätter häutig, Inervig, wenigstens so lang als der halbe Fruchtknoten. Helm halb- 
kugelig, äussere Zipfel ziemlich spitz, innere lineal-spatelig. Lippe 3theilig. Mittel- 
zipfel lineal, vorne ein wenig verbreitert, 2spaltig mit länglich linealen Lappen. 
Sporn herabgekrümmt, 3—-4mal kürzer als der Fruchtknoten. 

Schlank und fein, 4—11' hoch. Blumen klein, Helme schwarzpurpurn, wie verbrannt, 
Lippe weiss mit purpurnen Haarpunkten, 

% Mai, Juni. Auf fruchtbaren, auch feuchten Wiesen, grasigen Rainen, hie 
und da häufig. Von Königsaal gegen Vran! von St. Ivan nach Beraun! Eule! Mukařov 
bei Schwarzkostelec (Tuček). Kačina! Seelau, Hrochovtejnie, Hermanmöstee (Opiz). König- 
grütz! Hohenelbe! Böhm. Aicha! Kleinskal (Neumann). Münchengrütz ! Jungbunzlau! 
Weisswasser! Niemes! Dauba, B. Leipa (Hackel). Böhm. Kamniz (Zizelsb.) ! Leitmeriz ! 
Im Mittelgebirge am Wesselnberg, Ziegenberg (Klutschak), Radelstein (Reuss), Tetschen 
(Malinský) ! Karlsbad ! Tepl, Ellbogen (Presl). Klattau (Bracht)! 

b) Lippe 3spaltig oder 3lappig, Mittelzipfel ungetheilt, höchstens ausgerandet. Stängel 
bis hinauf beblättert, 

4. 0. coriophora L. Blätter lineal-lanzettlich. Aehre länglich, gedrungen- 
Deckblätter Inervig, lineal-pfriemlich, etwas länger als der Fruchtknoten. Helm eilan- 
‘zettlich, schnabelformig zugespitzt. Lippe 3spaltig; seitliche Zipfel rautenförmig, der 
mittlere länglich, spitz. Sporn kegelförmig, spite, gekrümmt, halb so lang als der 
Fruchtknoten. 

1—1' hoch, ziemlich steif. Blumen von wanzenartigem Geruche. Helm schmutzig purpurn- 
braun, Lippe hellroth mit dunkelrothen Punkten, Zipfel grünlich mit rothem Saume, 

% Mai, Juni. Auf feuchten oder sumpfigen Wiesen hügeliger und gebirgiger 
Gegenden, selten. St. Kilian bei Dayle südlich von Prag (Jiruš). Stirin (Tausch) ! Chobot- 
wald bei Jungbunzlau (Zouplna). Georgswalde (Neumann). Grottau (Hackel)! Bodenbach 
(Malinsky)! Karlsbad, Fischern (Weicker). 


5. 0. globosa L. Blätter länglich, langzugespitzt. Achre kurzpyramidal, oben 
halbkugelig. Deckblätter 1—3nervig, so lang oder etwas länger als der Fruchtknoten. 
Perigonzipfel eifürmig, im eine mach oben spatelig verbreiterte Haarspitze endigend, 
glockig zusammenneigend. Lippe 3spaltig mit ziemlich gleichen, lünglichen Zipfeln. 
Sporn klein, herabgelkyümmt, 2—3mal kürzer als der Fruchtknoten. 

Schlank, 9 —11* hoch. Blumen rosa oder pfirsichblüthroth, Lippe purpurn punktirt. 

% Mai, Juni. Auf Wiesen der Gebirgsgegenden in Nordbóhmen. Um Georgs- 
walde (Tausch)! Im Mittelgebirge am Radelstein (Reuss), Varhost [Kuppa] bei Velbine 
(Klutschak). Niedergrund bei Leitmeriz (Neumann). Auf dem Erzgebirge: bei Bodenbach 
(Malinsky)! Zinnwald, Nollendorf (Reuss sen.), Spitzberg bei Schónwald (Sachse), Ber 
Strobniz bei Osseg (Winkler)! 


6. 0. morio L. Untere, gedrüngte Blütter lünglich-lanzettlich, obere dütenfórmig. 
Aehre eifürmig oder lünglich, ziemlich locker. Deckblätter so lang als der Frucht- 


Orchis. 103 


knoten. Zipfel des eiförmigen Helmes gerundet stumpf. Lippe 3lappig, Lappen breit, 
gerundet, der mittlere wenig grösser, ausgerandet. Sporn walzenförmig, aufsteigend, so 
lang als der Fruchtknoten. 

3—10" hoch. Helm grünlich purpurn, starknervig Lippe purpurn, dunkler gefleckt ; 
seltner die Blume fleischfarben oder weiss. 

2. Mai, Juni. Auf trockenen Waldwiesen, Triften niederer und gebirgiger Ge- 
genden verbreitet. 

B) Die 2 seitlichen äusseren Perigonzipfel abstehend oder zurückgeschlagen, nur die drei 
oberen helmartig zusammenschliessend. 


a) Sporn wagrecht oder aufwärts gerichtet. Knollen ungetheilt. 


7. 0. mascula L. (O. speciosa Host). Knollen länglich. Stängel oben nackt. 
Blätter länglich, 1—2 oberste diütenförmig. Achre länglich, zuletzt locker, verlängert. 
Deckblütter 7 ‚Snervig, häutig, so lang als der Fruchtknoten. Perigonzipfel spitz oder 
wwarspitzig. Lippe tief 3lappig, Lappen breit, gezühnelt.: 

Т 8"—]1 hoch. Blätter am Grunde meist blutroth gesprenkelt. Perigone purpurn, selten 
lla oder weiss. 

?, Mai, Juni. Auf fruchtbaren Waldwiesen des Hügel- und Gebirgslandes hie 
und da, sehr zerstreut. Um Prag nur bei Karlstein! Vorberge der Sudeten: Friedland 
(Kratzmann) ! Rehhorn (Kablik)! Böhm. Aicha (Wiese)! B. Kamniz (Zizelsb.)! B. Leipa 
(Watzel) ! Schönlinde (Hackel). Mittelgebirge am Radelstein (Reuss). Velbine, Hradischken 
bei Leitmeriz (Hackel) ! Tetschen (Malinský)! Im Erzgebirge (Sachse), 


8. 0. laxiflora Lam. (O. palustris Jacq.). Knollen eikugelig. Stängel gleich- 
mässig beblättert, Blätter aufrecht abstehend, lineal-lanzettlich, rinnig, keines düten- 
formig. Aehre sehr locker, verlängert. Deckblitter 3—5nervig, die unteren vielnervig, 
mehr krautig, so lang und länger als der Fruchtknoten. Perigonzipfel eiförmig, stumpf; 
Lippe 3lappig. 

Li 1—2' hoch, straff aufrecht. Blätter dunkelgrün, langgezogen. Perigone gross mit breiter 
appe, meist schön purpurroth. 

2, Juni. Auf sumpfigen Wiesen der mittleren Elbgegenden. Bláto bei Podebrad 
(Opiz)! Elbekostelec (Tausch)! Libis, Melnik (Hackel). Bei Karlsbad (Glückselig) ? 
роь) Sporn abwärts gerichtet. Knollen ungetheilt oder an der Spitze kurz 2—8spaltig. 

‚Kblätter vielnervig. 

9. 0. sambucina L. Stängel ziemlich gleichmässig beblättert. Untere Blätter 
vorn spatelig verbreitert, stumpf, die oberen lanzettlich, Aehre ziemlich dicht. Perigon- 
zipfel stumpflich, Lippe sehr seicht 3lappig mit kleinem Mittelzipfel. 
fleckter ae a hoch. Blätter ungefleckt. Perigone gelblich-weiss oder trübpurpurn mit gelb ge- 

er Lippe (O. incarnata Willd.), schwach riechend. 

d Æ Mai, Juni. Auf Waldwiesen gebirgigerer Gegenden. Um Prag bloss bei Karl- 
stein und St. Ivan! Junebunzlau, B. Leipa! B. Kamniz. Bei Hohenelbe, am Rehhorn 
(Kablik) ! Kratzau, um Leitmeriz häufig, ebenso im Mittelgebirge. Auf dem Erzgebirge 
verbreitet: Tetschen, Obergeorgenthal, Rothenhaus, bei Komotau, Hauenstein! Karlsbad, 
Tepl! Rozmital! 


с) Sporn abwärts gerichtet. Knollen handförmig getheilt. Deckblitter 3nervig, aderig. 


. , 410. 0. maculata L. (0. Biermanni Ortmann!). Stängel innen dicht, gleich- 
Mässig 6—10blittrig. Untere Blätter länglich zungenfórmig, obere viel kleiner, schmal 
lanzettlich, das oberste von der gedrungenen Achre meist entfernt. Deckblütter kürzer 
als. die Blumen, oder die unteren fast gleich lang.  Perigonzipfel ziemlich spitz. |. Lippe 
breit, deutlich 3lappig, bisweilen fast ganz mit kleinem Mittelzipfel. 
roth mit m A hoch, schlank. Blätter graulich grün, — rothbraun gefleckt. Blumen hellrosen- 

purpurnen Punkten und Stricheln, seltener weiss. 


104 Anacamptis. Gymnadenia, 


2) Juni. Auf feuchten und sumpfigen Bergwiesen, stellenweise häufig, seltener in 
niederen Gegenden. Bad Sternberg! Neuhof b. Lahna (Reuss)! Lobkovic, Podébrad, Opatovic! 
Nordböhmen nicht selten: Bösig, Münchengrätz, B. Leipa, B. Aicha, Reichenberg, Kalten- 
berg, bei B. Kamniz! Hirschberg und Habstein! Leitmeriz! Am Geltschberg, Radelstein! 
Auf dem Erzgebirge häufig! Tepl, Rozmitäl, Карис, Volesna! 


11. 0. latifolia L. Stängel röhrig, gleichmässig 4—Gblittrig. Blätter trübgrün, 
vom Stängel schief abstehend, die unteren eiförmig oder länglich, beiderseits ver- 
schmälert, das oberste lanzettlich, den Grund der miissig gedrungenen Achre meist er- 
reichend. Die unteren Deekblätter länger als die Blüthen. Lippe breit, 3lappig. 

Stängel $—1' hoch, dieklich, öfter hin und her gebogen. Blätter meist rothbraun gefleckt. 
Blumen ziemlich gross, hellpurpurn, Lippe dunkler gezeichnet. 

2. Mai, Juni. Auf nassen, sumpfigen Wiesen im ganzen Lande, bis in das 
Hochgebirge. Um Prag: Cibulka, Motol, Kundratic, Karlstein, Ivan! 


12. 0. incarnata L. (0. strictifolia Opiz! О. latifolia 8. stricta Tausch). Stängel 
röhrig, steif, gleichmässig 4—6blättrig. Blätter hellgrün, aufrecht, mit dem Stängel fast 
parallel, /ang-lanzettlieh, hohlkehlig, das oberste die gedrungene Achre meist erreichend. 
Die unteren und mittleren Deekblätter länger als die Blumen. Lippe 3lappie. 

Stängel oft sehr dick, 1 —2' hoch. Blätter meist ungefleckt; Blumen kleiner als bei vor; 
blässer, fleischfarben oder weisslich. Weicht in der an ©. laxiflora erinnernden Tracht yon der 
vorigen schr ab, doch scheinen Mittelformen zwischen beiden vorzukommen. 

2. Mai, Juni, doch später als vor. wenn diese theilweise schon abgebliiht hat 
(Neumann). Auf Torfmooren, Sumpfwiesen in Nordböhmen, selten, Am Habsteiner Neste 
bei Neuschloss (Bürgermeister)! Hirschberger Sümpfe (Tausch)! Georgswalde (Neumann) ! 
Barzdorf bei Niemes (Schauta)! Weisswasser (Hipp.)! Herrschaft Brandejs (Opiz)! 


2. Anacamptis Rich. 


1. A. pyramidalis Rich. Knollen fast kugelig, Stängel schlank. 1—2/ hoch, 
gleichmässig beblättert Blätter schmal- oder lineal-lanzettlich, die obersten deckblattartig. 
Aehre dicht, anfangs kurzpyramidal, dann lünglich. Deckbliitter hüutig, 1—3nervig. Peri- 
gone klein, dunkelkarminroth, selten weiss, Zipfel länglich. Lippe 3spaltig mit lünglichen 
Lappen. Sporn fädlich, herabgebogen, etwa so lang wie der Fruchtknoten. 

2 Juni, Juli. Auf Bergwiesen, bisher nur auf der Veliká hora bei Karlstein 
(Tausch, Pöch) ! 


3. Gymnadenia R. Brown. Höswurz. 


1. б. conopsea R. Br. Knollen handförmig getheilt. Stängel beblättert, Blätter 
hohlkehlig, lang-lanzettlich, die oberen viel kleiner, Achre walzlich, gedrungen. Perigon- 
zipfel stumpf, die 2 äusseren, schmäleren abstehend. Lippe 3lappig. Lappen gleich- 
gross, gerundet, kleinkerbig. Sporn fädlich, abwärts gebogen, 11-—2mal linger als 
der Fruchtknoten. 

1—1} hoch, schlank und steif. Perigone fleischfarben oder hellpurpurn, selten weiss; 
schwach wohlriechend. 

Æ Juni, Juli. Auf Bergwiesen, seltener im llügellande, verbreitet im Gebirgs- 
lande bis auf das Hochgebirge, Um Prag nur bei Karlstein! Stirn (Sykora)! Im Mittel- 
gebirge am Radelstein, bei Mileschau, Leitmeriz! Am Bösig, bei Niemes! Um Schluckenau, 
Warnsdorf, Georgswalde häufig! Böhm. Kamniz, Im Erzgebirge, bei Tepliz, Karlsbad, 
Tepl, Rožmitál, Vole$na! u. s. w. 


2. @. albida Rich. (Satyrium albidum L.). Knollen tief handförmig mit spindel- 
förmigen Fasern. Untere Blätter lünglich verkehrt-eiförmig, obere lanzettlich. Perigon- 


Platanthera. Ophrys, 105 


zipfel stumpf, alle 5 zusammenneigend. Lippe tief 3spaltig, de seitlichen. Lappen 
schmäler, spite, ganzrandig. Sporn walety keulenfirmig, Smal kürzer als der 
Fruchtknoten. 

Sonst wie vor. 3—10” hoch. Achre dünn. Perigone sehr klein, gelblich-weiss, schwach 
wohlriechend, 
: % Juni, Juli. Auf Wiesen und Triften des höheren Gebirges. Im Riesengebirge ! 
Riesengrund, Sehneeeruben, Kesselkoppe, Elbwiese (Wimmer). Schüsselbauden (Kablik): 
Brunnberg! Am Glazer Schneeberg (Wimmer). Um Sehluckenau häufig (Karl). Im Erz- 
gebirge bei Zinnwald (Winkler)! Sebastiansberg (Thiel), am Sonnenwirbel bei Gottesgab 
(Joh, Reiss)! Im Böhmerwald (Purkyně)! 


4. Platanthera Rich. em. 


1. P. viridis Lindl. (Satyrium viride L., Coeloglossum viride Hartm.). . Knollen 
rübenfürmig, ungetheilt oder gespalten. Grundblätter 2—3, elliptisch oder verkehrt-eifór- 
mig, die stängelständigen wenig kleiner, 1—3, das oberste lanzettlich. Deckblütter 
krautig, mehrnervig.  Perigonzipfel in einen kugeligen Helm | zusammensehliessend, | die 
2 inneren schmal, lineal, Lippe breitlineal, vorn Szähmig, Mittelzahn sehr kurz. Sporn 
ganz kurz, sackförmig. 

3—10” hoch. Perigone gelbgrün, manchmal roth überlaufen. 

; % Juni, Juli. Auf feuchten Wiesen der gebirgigeren Gegenden, zerstreut. Im 
Riesengebirge und auf den Vorbergen : Hohenelbe, Rehhorn, Johannisbad (Kablik)! Teufels- 
särtchen (Tausch)! Im böhm.-mährischen Gebirge (Erxleben)! Jesehken (Opiz)! Kratzau 
(Kratzmann)! B. Kamniz (Ziz.)! Nixdorf(Neumann)! Am Rollberg bei Niemes! Im Mittel- 
gebirge: um Mileschau! am Radelstein (Reuss)! am langen Berge bei Triblie (Reuss). 
Auf dem Erzgebirge und am Fusse derselben: bei Tetschen (Malinsky)! Osseg (Thiel) ! 
Görkau (Sachs)! Petsch (Knaf)! Schlackenwerth (Reuss)! Tepl (Konrad)! Böhmerwald 
am Arber, ober Stuben (Purkyné)! Kaplic (Kirchner)! Březina im Thiergarten (Sternb.). 


a 9. P. solstitialis Boenninghausen (P. bifolia Reichenb.). Knollen lünglich, oft 
rübenfürmig verdünnt.  Grundstündige Blätter 2—3, lünglieh oder länglich verkehrt-ei- 
fórmig, die stängelständigen sehr klein, lanzettlich, 1—3. Die 2 seitlichen Perigon- 
zipfel locker abstehend. Lippe schmal-lincal, ganzrandig. Sporn fädlich, 14—2mal 
länger als der Fruchlknoten. Staubkolbenfücher mit schmalem Mittelbande, genähert 
und parallel, j 

1—1} hoch. Blumen weiss oder grünlich-weiss, Abends stark wohlriechend. 

2. Mai — Juli. Auf Waldwiesen, buschigen Hügellehnen im Hügel- und, Gebirgs- 
lande verbreitet und häufig, Um Prag: St. Prokop, Scharka, Roztok, Stern, Kuchelbad, 
Königsaal, Karlstein, Kréer Wald, Horomefie и, s. w. 


les WS 3. P. chlorantha Custor (P. bifolia Rich.). Staubkolbenfächer durch ein brei- 
es Mittelband getrennt, von einander entfernt und nach unten auseinander fahr end. 
blä Sonst wie vorige, derselben ganz ähnlich, in allen Theilen kräftiger, Blätter und Deck- 
tatter breiter, Perigone grösser, entfernter, grünlich-weiss, fast geruchlos, Lippe an der Spitze 
Sanz grün, ; 

2. Mai, Juni. Auf Waldwiesen, im Gebüsche selten, bisher wohl öfter über- 
ehe 1 A ` VI 4 2 ~ " ü 
eid In Nordböhmen: bei Jungbunzlau (Hipp.)! Am Bösig (Hippelli)! Skalie bei 
‘itmeriz, (Hackel)! Tetschen (Malinský)! Březina bei Radnie (Sternberg) ! 


5. Ophrys L. em. Ragwurz. 


| 1. 0. muscifera Huds. (О. myodes Jaeq.). Knollen kugelig. Stängel oben blatt- 
es 2—141' hoch. Blätter länglich oder lünglich lanzettlich. Aehre wenigbliithig, sehr 
ocker,  Aeussere Perigonzipfel länglich, stumpf, kahl, grünlich, die 2 inneren fädlich, 


106 


Epipogon. Cephalanthera. 


purpurbraun, kurzhaarig. Lippe ziemlich flach, 3spaltig, feinsammtig, purpurbraun, in 
der Mitte mit einem kahlen, 4eckigen, bläulichen Flecken. Seitenzipfel kurz, der mittlere 
länglich, vorn 2lappig. 

Die Blume ahmt eine Fliege nach 

2L Mai, Juni. Auf sonnigen Kalkhügeln, sehr selten, Pokratic und Skalic bei 
Leitmeriz (Hackel)! Регис bei Libochovie (Vondra)! 


6. Epipogon Gmelin. 


1. E. aphyllus Swartz (E. Gmelini Rich.). Wurzelstock korallenartig, fleischig, 
zackig. Schaft 4’ hoch, weiss, oben röthlich, glasartig durchscheinend mit scheidigen, el- 
förmigen Schuppen besetzt, am Grunde meist verdickt. Blumen 1 bis mehrere in sehr 
lockerer Traube, hängend, gelblich-weiss. Perigonzipfel lanzettlich, spitz. Lippe dret- 
lappig, inmitten rinnig vertieft, am Rande gezähnelt, weiss, violett punktirt. Sporn kurz 
und dick, fleischfarben. 


2, Juni, Juli. In schattigen Wäldern, an morschen Baumstämmen, im verfaulten 
Laube der Berg- und Hochgebirgsgegenden, selten. Im Riesengebirge (schlesischerseits), 
am Glazer Schneeberg (Beinert). Bei Warnsdorf (Sporil)! Marienbad (Glückselig). Am 
Kubani (Purkyné). 


1. Cephalanthera Rich. 


1. C. rubra Rich. Stängel oben, wie auch der Fruchtknoten drüsig-flaumig: 
Blätter lanzettlich, die untersten länglich. Deckblütter so lang und länger als der Frucht- 
knoten. Perigonzipfel sämmtlich zugespitzt. Lippenplatte eslanzettlich, spite, länger 
als breit. 

1—1}’ hoch. Blumen hellkarminroth. Lippe weisslich mit gelben Längslinien, 

2. Juni, Juli. Auf buschigen Hügeln, in lichten Laubwäldern selten. Um Karl- 
stein! Berkovic (Graf Chotek)! Skalie bei Leitmeriz (Hackel)! Mileschauer (Malinský)! 
Chlum bei Jungbunzlau (Himmer)! Kleinskal, Berg Kleis (Neumann). Rollberg (Schauta)! 
Krummau (Presl), 


2. C. pallens Rich. (Serapias grandiflora Scop.) Stängel wie die Fruchtknoten 
kahl. Blätter ezfórmàg und eilanzettlich, Deckblütter ihnen ähnlich, allmälig kleiner, 
länglich lanzettlich, länger, nur die obersten etwas kürzer als der Fruchtknoten. 
Aeussere Perigonzipfel spitz, innere stumpf, Lippenplatte rundlich 3eckig, quer brer 
ter, stumpf. 

Blumen weiss, Lippe mit sattgelbem Fleck, 

2, Mai, Juni. Auf buschigen Hügeln, in lichten Hainen, zerstreut. Um Prag: 
Kuchelbad! Karlstein ! Stern! Horomeric! Laurenzberg. Ferner bei Nimburg (Všetečka)! 
Jaromir (Halla)! Chlum und Bába bei Jungbunzlau (Himmer)! Bösig (Zouplna). Rollberg 
(Schauta)! Zwischen Kostelec und Poplz bei Liboċhovic (Reuss). Skalic bei Leitmerlz 
(Hackel)! Kostäl (Klutschak), Bilin (Reuss). ‘Tetschen (Malinsky)! Tepliz (Kablik)! Klo- 
stergrab (Thiel)! Tepl (Konrad)! 


3. C. ensifolia Rich. (Serapias xiphophyllum L. fil.). Stängel und Fruchtknoten 
kahl. Blätter lanzettlich, die oberen dang lineal-lanzettlich; Deckblätter viel kleiner; 
eipfriemlich, viel kürzer als der Fruchtknoten. Sonst wie vor, 

Blätter fast 2zeilig. Blumen etwas kleiner als bei vor., rein weiss, Lippe mit gelbem Flecken. 

4 Mai, Juni. In lichten Hainen, Vorh5lzern besonders gebirgigerer Gegenden, 
zerstreut. Berg Vlkov bei Катепіс nächst Štiřín (Sykora, Tausch)! Berg Hradist bei 
Březina (Sternberg)! Volesna! Schöninger (Jungbauer) Im Erzgebirge: Grasberg ie 
Hauenstein (Joh. Reiss)! Platten und Teltsch (Knaf)! Klostergrab und Osseg (Thiel) 
Tetschen (Malinsky)! Rollberg (Schauta)! Winkelmühle bei Kleinskal (Neumann). 


Epipactis, Neottia. 107 


8. Epipactis Rich. 


1. E. latifolia All. Waurzelstock kurz, walglich, büschelfasrig. Blätter am 
Rande und auf den Nerven rauh, breiteiförmig oder länglich lanzettlich, die oberen lan- 
zettlich. Untere Deckblätter länger als die Blumen; diese nickend in ziemlich lockerer, 
fast einseitswendiger Traube. Fruchtknoten zerstreut-flaumig. Lippenfuss ausgehöhlt 
mit enger Mündung; Lippenplatte zugespitzt mit faltig gekerbten Höckern am Grunde. 

1—2' hoch, grün, oft roth angelaufen, Aeussere Perigonblätter grün, innere schmutzig 
tosenroth, Lippe rosenroth, in der Höhlung purpurbraun; oder auch die Blume ganz grün, Lippe 
Weisslich-grün, in der Hóhlung braun. 

?, Juni, Juli. In Wäldern, Vorhölzern des Hügel- und Gebirgslandes, verbreitet. 
Um Prag: Laurenzberg, Stern, Cibulka, Baumgarten, Karlstein, St. Ivan! Im gebirgigen 
Nordböhmen von Weisswasser und Turnau an sehr häufig, bis auf die Vorberge des Rie- 
Sengebirges. Im würmeren Hügellande seltener: Brandejs (Opiz)! Libochovic! Geltsch, 
Leitmeriz, Aussig! Im Erzgebirge: Tetschen! Osseg, Schlackenwerth, Hauenstein u. s. w. 
Vheusing, Zbirov (Op.). Rožmitál (Lusek) ! Klattau! Seewand im Böhmerwalde (Purkyně)! 
ole&na! 


2. E. atrorubens Schult. (E. rubiginosa Koch.). Blätter eilänglich, zugespitzt, 
die oberen lanzettlich. Fruchtknoten dicht grauflaumig.  Lippenfuss ausgehöhlt mit 
weiter Mündung, Lippenplatte zugespitzt mit glatten Höckern am Grunde. 

Sonst wie vor. — Voriger sehr ähnlich, schlanker, nur 1" hoch. Blätter steifer, Blumen 
etwas kleiner, nach Vanille riechend, trübblutroth, Lippe bleicher, 

Æ Juni, Juli. Auf buschigen Hügeln, besonders auf Kalkgestein selten. Bei 
Perue (Vondra)! Tepliz (Tempsky). Sperlingstein bei Tetschen (Malinský)! Georgswalde, 
Berg Kleis (Neumann). Weisswasser (Hipp.)! Vorberge des Riesengebirges um Hohenelbe 
(Kablik) ! Budweis (Кгејё)! St. Ivan über der Fabrik (Póch). 


; 3. E. palustris Crantz (Sumpfwurz). Wurzelstock stielrund, läufertreibend 
Mit zerstreuten, fleischigen Fasern besetzt. Blätter länglich-lanzettlich, spitz oder die 
Untersten eilänglich, stumpf, am Rand und Adern glatt. Blumen nickend in lockerer 
Taube, Lippenfuss in der Mitte rinnig, beiderseits geöhrt; Lippenplatte rundlich, 
stumpf, wellig-gekerbt. 

1—1}' hoch. Blumen gross, geruchlos, äussere Perigonzipfel schmutzig purpurn, innere 
und Lippe weisslich rosafarben, letztere mit gelbem Fleck. 

; 2. Juni, Juli. Auf sumpfigen und moorigen Wiesen, besonders in gebirgigeren 
Gegenden, zerstreut. Um Prag nur oberhalb der Cibulka! am Bache im Baumgarten 
(Opiz)! By&ie bei Melnik (Hackel). Jungbunzlau (Hipp.)! Rečkov bei Münchengrätz mit 
Agularia sibirica (Sek.). Weisswasser (Hipp.)! Hammerteich bei Niemes (Schauta)! Dauba 
(Reuss), Vorberge des Riesengebirges: Schatzlar (Opiz)! Johannisbad (Halla)! — Georgs- 
valde, Nixdorf (Neumann). Schönborn bei Bodenbach (Malinsky)! Im Erzgebirge: Teltsch 
bei Rothenhaus (Roth)! bei Petsch (Knaf)! Um Karlsbad und Marienbad (Glückselig). 


9. Neottia Richard. Nestwurz. 


1. N. nidus avis Rich. (Vogelnest). Wurzelstock kurz mit walzigen, in einander 
verflochtenen Wurzelfasern bedeckt. Stängel blattlos, mit häutigen Scheidenblättchen und 
ähnlichen Deckblättern der ziemlich gedrungenen Traube. Lippe lineal, vorne 3lappig, 
mit herabgekrümmten Lappen. 

Ganz gelbbraun, 4—1‘ hoch, 

2. Juni, Juli. In feuchten, schattigen Laubwäldern, sehr häufig im Gebirgslande, 
seltener im niederen Hügellande. Um Prag: Karlstein! Königsaal ! Štiřín ! Stern (Fieber). 
| erbreitet in Nordböhmen, besonders auf den Basaltkuppen im Mittelgebirge, Erzgebirge, 
"rarer Gegend, Südböhmen, Poděbrad, Pardubic, Heimanméstec (Opiz)! Nimburg! 

andskron! u, s, w. 


108 Listera — Spiranthes. 


10. Listera R. Brown. Zweiblatt. 


1. І. ovata R. Br. (Neottia latifolia Rich.). Wurzelstock walzlich, nicht krier 
chend, büschelfasrig. Stängel oben blattlos, unter der Mitte 2blüttrig. Blätter gegenstän- 
dig, breiteiförmig. Traube locker.  Deckblittehen kürzer als die Dlüthenstiele, Lippe 
lineal, tef 2spaltig, mit linealen vorgestreckten Lappen. Hinterer Säulehenfortsatz blatt- 
artig, die ganze Anthere deckend, 

1—11' hoch. Blumen klein, gelblich-griin. 

2, Juni, Juli. Auf feuchten Wiesen des Hügel- und Gebirgslandes verbreitet. 
Bei Prag selten: Cibulka! Stern (Opiz). Bad Sternberg! Nordböhmen: Peruc, Leitmeriz, 
Jungbunzlau, Münchengrätz, Weisswasser, Niemes, Rochliz, Reichstadt, Daubiz, Vorberge 
des Riesengebirges! Georgswalde, Rumburg, Nixdorf, Kleinskal (Neumann). Mittelgebirge, 
Erzgebirge: Tetschen, Osseg, Komotau, Karlsbad! — Kuttenberg, Cáslau, Hermanmóéstee, 
Bohdaneč (Opiz). Königgrätz ! 


9, L. cordata R. Br. Wurzelstock dünn, langgliedrig, kriechend mit einzelnen 
langen Fasern, Blitter herzeiförmig-dreieckig. Traube armblüthig. Lippe am Grunde 
mit 2 Seitenzähnchen, halb 2spaltig mit linealen, zugespitzten Zipfeln, Säulchenfort- 
satz klein, zahnförmig, | Sonst wie vor. | 

Zart und niedlich, 3—6^ hoch. Blumen sehr klein, grünlich, rothbraun überlaufen. 

2, Juni, Juli, In feuchten, schattigen Wäldern, auf moosigen Plätzen des höhe- 
ren Gebirges. Berg Kleis (Neumann). Riesengebirge: Elbwiese (Tausch)! Teufelsgärtchen 
(Opiz)! Iserwiese im Isergebirge (Lhotský)! Mährisches Gebirge (Erxleben)! Erzgebirge: 
Zinnwald (Sachse), Seehaide bei Neuhaus (Knaf)! bei Karlsbad, Franzensbad (Glückselig)- 
Böhmerwald: Fuss des Dreisesselberges (Sternberg)! Schöninger (Jungbauer). Mader- 
häuser (Müncke). 


11. Goodyera R. Brown. 


1. G. repens К. Br. Wurzelstock langgliedrig, kriechend. Stängel terminal, am 
Grunde beblättert, oben mit kurz bespreiteten Scheiden besetzt und daselbst sammt der 
einseitswendigen, schwach gewundenen Achre drüsig flaumig. Blätter eiförmig oder ellip- 
tisch, netzadrig, breitstielig. 

4—8" hoch. Blumen klein, weiss, flaumig, wohlriechend. 

2, Juni — August, In feuchten, moosigen Nadelwüldern gebirgigerer Gegenden 
selten, sehr selten im niederen Hügellande. Bei Prag nur bei ILoroméfic! Mankovicer 
Wälder bei Münchengrätz (Sekera). Bei Niemes im Haidedörfler Revier (Lorinser)! ре! 
Kummer im Walde bei der Papiermühle (Schauta)! Altenbuch (Kudernatsch)! Nixdorf (Fi- 
scher)! Kletschenberg an der Paschkapole bei Mileschau (Fieber, Malinsky) ! Karlsbad 
(Tausch) ! Thiergarten bei Schlackenwerth (Joh. Reiss) ! 


12. Spiranthes Richard. 


1. S, autumnalis Rich. Knollen 2 oder mehrere, rübenförmig. Stängel zu dem 
erundständigen Büschel von länglich  elliptigehen, breitgestielten Blättern seitenstindis, 
nur mit kurzspreitigen Scheidenblättern besetzt, unten kahl, oben flaumig. Aehre vi: 
seitswendig, schraubenförmig gewunden, flaumig. 

4—8" hoch. Blumen klein, weiss, vanillenartig riechend. 

2 August, September. Auf feuchten Wiesen und Triften gebirgigerer Gegenden, 
besonders in Nordbóhmen, zerstreut. Um Prag bei Stirin (Steinmann)! Deutschbrod! 
Landskron (Steinmann)! Konsky důl bei Weisswasser, Bösig (Hipp.)! Barzdorf bei Nie- 
mes (Schauta)! Wellniz bei Haida (Hackel). Böhm. Kamniz (Zizelsb.). Bohm, Aicha 


Corallorrhiza — Cypripedium, 109 


(Wiese)! Kleinskal (Neumann), Grottau (Hackel)! Kaspariberg bei Altenbuch (Kudern.)! 
Hohenelbe (Tausch)! Kreibiz (Pleschke)! Nixdorf (Neumann)! Tetschen am Hopfenberg, 
Falkenberg, Rosenkamm (Malinsky, Tempsky)! Am Schöninger (nach Jungbauer). 


[or] 


13. Corallorrhiza Haller. Korallenwurz. 


1. С. innata R. Dr. Wurzelstock korallenartig, zackig, ohne Wurzelzasern. 
Stängel blattlos, am Grunde mit kürzeren und 2—3 hoch hinaufreichenden Scheiden. 
l'raube locker, armblumig. Deekblätter kurz, schüppehenfórmig. Perigonzipfel lanzettlich, 
Spitz. Lippe in der Mitte mit 2 Lüngsschwielen. 

3—8“ hoch, zart, ganz bräunlich grün. Blumen klein, grün-gelblich, Lippe weiss und pur- 
purn punktirt, } 

[ Æ Juni, Juli. Auf schattigen, feuchten, moosigen Waldstellen im Gebirgs- und 
höheren Hügellande, zerstreut. Karlstein! St. Ivan! Strasic bei Zbirov (Lhotský)! St. 
Benigna (Opiz). Schöninger (Jungb.). Marienbad (Kabl.)! Duppau (Presl). Salmthal bei 
Behlackenwerth (Joh. Reiss)! Rothenhaus (Roth), Obergeorgenthal (Stika). Niklasberg 
(Winkler) !, Maxdorf bei Tetschen im Erzgebirge. Aussiger Gebirge (Hackel). Fuss des 
Rollbergs ! Jungbunzlau (Himmer)! Mankovicer Wälder bei Münchengrätz (Sekera)! Alten- 
buch (Kudernatsch)! Hohenelbe (Tausch)! 


14. Sturmia Reichb. 


1. 8. Loeselii Reichb. (Liparis Loeselii Rich.). Stängel scharf, oben fast flügelig 
kantig; der heurige Stängelknollen hart zur Seite des vorjährigen, am Grunde von 2, 
seltener 3 Blättern, nach aussen von breiten Schuppenblättern umgeben. Blätter länglich 
elliptisch, vielnervig-netzaderig. Traube locker. Deckblätter sehr kurz. Lippe eifórmig, 
fein gokerbt. 

3—8” hoch, zart, Blumen klein, gelblich-grün. 

4 Juni, Juni. Auf Torfwiesen zwichen Sumpfmoos, sehr selten. Thammühle zwi- 
schen Hirschberg und Habstein (Tausch, Kablik, Pöch)! 


15. Malaxis Swartz. Weichkraut. 


3 1. M. paludosa Sw. Stängel Skantig; der heurige Stängelknollen auf einem 
dünnen Spross vom vorjührigen entfernt, am Grunde mit 3—4 Blättern, von der Scheide 
des obersten eng umschlossen. Blätter länglich eifórmig, breitseheidig. Traube aufrecht, 
verlängert, 

3—5" hoch, zarter als vor, Blätter gelblieh-grün. Blumen klein, erünlich-gelb. 

: Æ Juli, August. Auf Torfwiesen im Sumpfmoos, hinter der Thammühle bei 

Hirschberg (Pöch 1840) ! 


16. Cypripedium L. Frauenschuh. 


| 1. C. calceolus L. Wurzelstock walzlich, fasrig, | Stängel. flaumig, 3blittrig, 
1- 3blüthig, Blätter breit-elliptisch, spitz, feinflaumig; Deckblätter ähnlich, etwas kleiner. 
Aeussere Perigonzipfel eilanzettlich, der untere 2spitzig, die inneren lineal-lanzettlich. 
Blatt des Säulchens gestielt. 

1‘ hoch. Perigonzipfel purpurbraun, Lippe hellgelb, purpurn gefleckt; auch weiss blü- 
nach Reichenbach fil.) bei uns gefunden. 
T 2) Mai, Juni. Auf buschigen Kalkhügeln, in Laubwaldungen, selten. Karlstein 
ОШ)! Peruc! Gei bei Leitmeriz (Thiel)! Auscha (Hackel)! Kokořín, (Presl). Win- 
ee a зеі Kleinskal (Neumann). Altenbuch (Kudern.)! Arnau, Hohenelbe (Карик) ! 

choluper Waldrevier bei Saaz (Roth). 


hend ( 


Iris, 


22. Ordnung. Irideen Juss. 


Uebersicht der Gattungen: 


1. Iris L. Aeussere 3 Perigonblätter zurückgekrümmt, innere aufrecht. Narben gross, 
blumenblattartig, 2lippig. 


2. Gladiolus L. Perigonblätter ungleich, am Grunde röhrig verwachsen, fast 2lippig 
gestellt. Narben klein, fädlich, spatelig verbreitert. 


1. Iris L. Schwertlilie. 


a) Aeussere Perigonblätter innen über der Basis von einem Längsstreifen dichter Haare 
gebartet. 


1. J. nudicaulis Lam. Stängel zusammengedrückt, am Grunde mit einigen 
kurzen Blättern, 3—5-(selten 1-)blüthig; der unterste lange Blüthenzweig an seinem 
Grunde oder etwas drüber entspringend. Blätter schwertförmig, mehr weniger sichel- 
fórmig, die der wnfruchtbaren Triebe weit länger, zuletzt länger als der Stängel. 
Deckblätter scheidenartig, aufgeblasen, dünn krautig, nur am Rande und an der Spitze 
trockenhäutig. Perigonblätter gleichfarbig, gleich lang, innere aufrecht zusammenneigend. 

3'—1' hoch. Perigonblätter ansehnlich, nebst den Narben violett, am Grunde weisslich 
und rothbraun geadert. Die Blüthenscheiden sind bald kürzer eiförmig, hóckerig-aufgeblasen 
(J. hungarica W. Kit.), bald mehr lànglich, am Rücken sanfter gebogen (J. bohemica Schmidt). 
Blätter meist deutlich grasgrün, starr, bisweilen schlaffer, schmaler, gerader, heller grün (J. Fieber 
Seidl). Die bei Koch angegebenen Unterschiede des Fruchtknotens der J, bohemica und Fieberi 
sind nicht vorhanden, 

% Mai. Auf Kalk- und Basnltfelsen im wärmeren Lande. Um Prag bei Kuchel- 
bad! St, Prokop, Troja. Felsen unter dem Jungbunzlauer Kirchhof (Himmer)! Bei Vidím 
(Hackel)! Geltschberg (Fieber, Hackel)! Cernosek (Malinsky)! Mileschauer Berg (Winkler, 
Malinský)! Kamajéken bei Mileschau (Reuss). Doten, Schladniger Berg bei Bilin (Reuss). 


2. J. sambucina L. Stängel beblättert. Blätter schwertförmig, die grund- 
ständigen den mehrblüthigen Blüthenstand nicht erreichend. Deckblätter eiförmig, 
im obersten Theile trockenhäutig. Acussere Perigonblätter abstehend, ein wenig her- 
abgebogen, dunkelviolett, dreimal so lang als breit, innere bläulich grau, aufrecht 
zusammengeneigt, in den langen Nagel allmälig verschmälert. Staubfäden 1jmal so 
lang als der Staubkolben. Narben schmutzig-gelb, keilfórmig, nach unten verschmälert, 
mit spitzen Lappen. 

2—3' hoch. Perigone ansehnlich. 

?, Mai, Juni. Auf Felsen, wohl nur verwildert. Podbaba bei Prag (Tausch)! Am 
Jungbunzlauer Kirchhof mit J. nudicaulis (Himmer)! In der Rovney bei Aussig (Winkl.)! 
Bei Rongstock gegen Aussig zu (Winkler; ich sah’ im Herbste Blätter daselbst). Tetsch- 
ner Schlossfelsen (Malinský)! 


Т 9. J. germanica L. Perigone grösser als bei vor., ganz violett, fast geruch- 
los. Aeussere Perigonblätter herabgeschlagen, abgerundet, zweimal so lang als breit, 
innere bogig zusammenmeigend, in den kurzen Nagel plötzlich zusammengezogen 
Staubfüden so lang als der Staubkolben. Narben blassblau, in der Mitte am breitesten- 
Sonst wie vor. 


2 Mai, Verwildert nur selten, im Freien auf Berglehnen angepflanzt. So am 
Breitenberge bei Brüx (Stika). Berg Vostray bei Mileschau ? (ich sah nur die Blätter 
der auf den Mauern der Restauration gepflanzten Iris). 


b) Aeussere Perigonblätter bartlos. 


Gladiolus, 111 


4. J. pseudacorus L. Stängel stielrund, etwas zusammengedrückt, beblättert, 
l— bblumig. Blätter lineal-lanzettlich, etwas schwertfórmig. Deckblätter krautig, die 
untersten laubartig. Perigone gelb; äussere Blätter verkehrt-eiformig, allmälig in den 
Nagel verschmälert, am Grunde braungeadert, innere lanzett-lineal, kleiner als die 
Narben, Fruchtknoten stumpf 3kantig. 

1—3' hoch. Blätter kalmusartig. 

Æ Juni, Juli. In Wassertümpeln, an Teich- und Flussründern, im Gebiete zer- 
streut. Um Prag nicht häufig: Ounétie! Hostivař! Liboc Tausch)! Königsaal! Cäslau, 
Bohdaneč, Pardubic (Opiz). Nimburg, Landskron! Jungbunzlau, Bolzen bei Niemes! An 
der Eger bei Libochovic, Elbe bei Roudnic, bei Tetschen, Tepliz, Biela bei Brüx und 
Bilín, Oberleutensdorf, Udwizer Teich bei Komotau u. a. O. 


5. J. sibirica L. Stängel stielrund, zur Mitte beblättert, länger als die line- 
alen, fein zugespitzten Blätter, wenigblüthig Deckblätter oben trockenhäutig. Perigone 
hellviolett ; äussere Blätter länglich verkehri-cifórmig, allmälig in den Nagel verschmä- 
lert, am Grunde weisslich, violett geadert, innere grösser als die Narben. Frucht- 
knoten 3kantig. 

1—3' hoch. Blumen schwach wohlriechend. 

Æ Mai, Juni. Auf feuchten, buschigen Wiesen niederer und gebirgiger Gegenden, 
zerstreut, Um Prag selten: Cholupie oberhalb Modřan! Štiřín (Sykora). Mukařov bei 
Schwarzkostelec (Tuček)! Zbirov, St. Benigna (Mörk), Hluboš bei Příbram (Presl), um 
Březina gemein (Sternberg)! Schüttenhofen (Seidl), Sobéslau (Bercht.), Ellbogen, Marien- 
bad \Glückselig). Plattner und Rothenhauser Wiesen (Roth), Osseg (Thiel)! Tetschen 
(Malinský)! Fuss des Mileschauer (Reuss). Böhm Leipa bei Schiessnig ! und Aschendorf, 

lemes (Lorinser)! Neuberg bei Jungbunzlau! Doubravice (Seidl). Sobotka (Fierlinger). 
Lissa (Tausch)! Bysic bei Melnik (Hackel). Poděbrad (Opiz)! Nimburg (Všetečka)! 


1 6. J. graminea L. Stängel 2schneidig, 1—2blumig, viel kürzer als die schwert- 
formigen, linealen, langzugespitzten Blätter. Deckblitter krautig, schmal randhäutig. 
Aeussere Perigonblätter geigenförmig, violett, geadert, weissgefleekt, deren Nagel ab- 
gesetzt, gross, flügelig verbreitert, lichtpurpurn, von einem gelben Streifen durchzogen; 
Innere länglich, violett, etwa so gross als die Narben. Fruchtknoten geschärft 6kantig. 
1—1‘ hoch. 
2. Mai, Juni. Bisher nur auf den Iserwiesen bei Jungbunzlau (Himmer)! 


2. Gladiolus L. Siegwurz. 


А 1. б. imbricatus L. (G. neglectus Schultes). Zwei kuchenförmige Knollen über- 
einander, von einer fein und dicht parallelfasrigen am Grunde schlitzig zerreissenden, 
nicht verwitternden Hülle eingeschlossen. Stängelblätter schwertförmig, 2zeilig, das unter- 
ste breiter, stumpflich. Blumen 4—10, übergebogen, genähert, zum Theil einander deckend 
In einseitswendiger Aehre. Kapsel abgerundet 3kantig, vorn eingedrückt. 

13—2° hoch. Blumen purpurn, getrocknet violett. 

2} Juni, Juli. Auf feuchten oder sumpfigen Waldwiesen sehr selten. Waldwiese 
Královka beim Dorfe Voleiná bei Zbirov (Mörk 1815)! Holic (Čeněk)! Chraster Flur 
bei Jaroměř (Knaf) ! 


Anmerkung. Sisyrinchium anceps Cav., eine nordamerikanische Art, wurde zu- 


erst i ^ j * " б d 
st im Sommer 1863 blühend im Wiesengrunde an der Moldau unweit Budweis von Bergrath 


Le 
SH gefunden. Der verstorbene Prof, Jechl und Dr, Stur fanden das folgende Jahr daselbst 
‚tere sterile Exemplare. Nach Jechl besteht in der Nähe ein gutsherrlicher Garten mit Exo- 
› auch an der Stelle selbst befand sich ehemals ein Garten, woraus das sonst räthselhafte 
orkommen sich erklärt. 


ticis 


D Narcissus — Galanthus. 


23. Ordnung. Amaryllideen R. Brown. 


Uebersicht der Gattungen: 


Narcissus L. Perigon róhrig mit 6theiligem Saume. Staubgefiisse der Röhre an- 
gewachsen. Nebenkrone glockig oder schiisselformig, 

Leucojum L, Perigone 6blättrig; Blätter fast gleich, an der Spitze verdickt. Staub- 
kolbenfächer der Länge nach aufspringend. Keine Nebenkrone. 

Galanthus L, Perigon 6blättrig; äussere 8 Blätter abstehend, die inneren aufrecht, 
kürzer, ausgerandet,. Staubkolbenfächer an der Spitze mit Löchern aufspringend. 
Keine Nebenkrone. 


1. Narcissus L. Navrzisse. 


T 1. N, pseudonarcissus L. Zwiebel eiförmig. ‚Schaft 2schneidig, 1blumig, bis 
1^ hoch. Blätter 3—4 grundständig, lineal. Perigone bleichgelb. Nebenkrone becherför- 
mig, am Rande wellig gekerbt, sattgelb, so dang als das Perigon. 

Æ März, April, In Grasgürten der Gebirgsbauern nicht selten cultivirt und dann 
verwildernd. So im Erzgebirge z. D. bei Komotau! Königswalde bei Bodenbach (Winkl.)! 
Bei Gradliz (Kudernatsch)! Vorgobirge des Riesengebirges (Карик)! 


+ 2. N. poöticus L. Perigone „weiss. Nebenkrone schüsselförmig, gelb, am 
rothen Saume gekerbt, viel kürzer als das Perigon. Sonst wie, vor. 

Æ Mai. In Grasgärten ‚gepflanzt; auch auf Wiesen ehemaliger Gärten verwil- 
dert, so z. D, auf der alten Scewiese bei Komotau (Knaf)! 


2. Leucojum L. Knotenblume. 


1. L. vernum L. Zwiebel eifórmig, weiss, Blätter mehrere, grundständig, lineal. 
Schaft; 2schneidig, 4—1‘ hoch mit einer (selten mit 2) niekenden weissen Blume, Griffel 
keulentórmig. 

2, März, April. Auf feuchten und sumpfigen Waldwiesen, am häufigsten in ge- 
birgigeren Gegenden. Um Prag nur einmal im Kundraticer Walde von mir in zahlreichen 
Exemplaren gefunden. Heimanmöstee, Hrachovtejnie (Opiz). Königgrätz! Deutschbrod! 
Landskron! Schatzlar! Jeschkengebirge! D. Aicha, Musky-berge bei Münchengrütz! Chlum 
bei Jungbunzlau! Niemes! Jägersdorf bei Leipa! Böhm. Kamniz. Zwischen Kostenblatt 
und Mileschau! Stépanov bei Bilin (Reuss), Boreslau (Kichler). "etsehen, Osseg, Prob- 
stau bei Tepliz, Rothenhaus, Ranzenberg bei Komotau! Karlsbad (Glückselig). 


3. Galanthus L. Schneeglöckchen. 


1. G. nivalis L. Zwiebel eifórmig, Blätter 2, grundstündig, von einer Scheide 
umschlossen. Schaft 5—8^ hoch, 2schneidig,, mit, einer | nickenden,: weissen Blume. 
Innere Perigonblütter vorne mit einer gelbgrünen, mondförmigen Querbinde. 

2: Februarende, März, In. feuchten Hainen, in Uferauen. niedriger und gebirgige" 
Gegenden hie und da in Menge. An der Elbe und ihren unteren: Zuflüssen: Pardubic 
(Opiz)! Hefmanméstec (Opiz)! Stefansüberfuhr, Melnik massenhaft! Roudnic (Reuss)! 
Patek bei Libochovic (Danes), Leitmeriz (Hackel)! Landskron (Erxleben) ! Deutschbrod 
(Weidenhofer)! Libsie an der Moldau nördlich von Prag ! Friedland (Seibt)!. Wolfsberg 
bei Rumburg, Schluckenau (Karl). Am Erzgebirge: Rothenhaus (Roth)! Hauenstein (Job. 
Reiss)! Im Mittelgebirge (Tausch). 


Landesdurchforschung von Böhmen. Section IV. 


Zoologische Abtheilung. 


Einleitung. 


Quit dem Bestande des böhmischen Museums wurde daselbst die Kenntniss 
der einheimischen Thierwelt gefördert theils durch Anlegung von Sammlungen, theils 
durch monographische Bearbeitung einzelner Thierclassen. 

So lieferten die Sammlungen des Museums das Material zu der Monographie 
der böhmischen Fische 1), Amphibien °), Fledermäuse *) und Spinnen *). 

Im Jahre 1859 legte der Museumsassistent F. Prach einen Zettelkatalog 
für sämmtliche böhmische Insekten an, notirte in denselben alles bisher bekannte 
und begann neue Erfahrungen einzutragen, als ihn leider der Tod im bestem Alter 
dahinraffte. 

Die Gründung des Comités zur naturhistorischen Durchforschung Böh- 
Mens gab dieser Richtung einen neuen Impuls und es wurde der zoologischen 
Section dieses Comités die specielle Aufgabe zugewiesen eine planmässige Bearbei- 
tung der Fauna Bühmens in Angriff zu nehmen. 

Dem Gefertigten wurde die Leitung dieser Section anvertraut; er trachtete 
Zuerst von geübten Sammlern ein reiches Material einsammeln und dieses in ein- 
zelnen Partien von Fachmännern bearbeiten zu lassen, auf dass die gewonnenen 
Resultate mit allen bisher über diese Zweige der einheimischen Fauna bekannten 
Daten vereinigt die Grundlage zu speciellen Monographien bilden möchten. 


1) Živa 1859. České ryby od Dr. Ant. Friče. 
Lotos 1859. Kritisches Verzeichniss der Fische Bóhmens. 

?) Živa 1861. Plazové a obojživelníci země české. Sepsal F. K. Prach. 

°) Živa 1858. Netopýr od A. Friče. 

^) Monographie der Thomisiden der Gegend von Prag. Von F. K. Prach. Zool. botan. 
Verein 1865, 


А 1* 


IV. 


Auf diese Art kamen drei Arbeiten zu Stande, welche hiemit zur nachsich- 
tigen Beurtheilung der Fachmänner vorgelegt werden, da sie nicht als vollkommen 
abgeschlossene Arbeiten anzusehen sind, sondern nur einen Anhaltspunkt für weitere 
Forschungen liefern sollen. 

Die erste Arbeit ist ein Verzeichniss der Käfer Böhmens, das Herr Em. 
Lokaj auf Grundlage des vom verstorbenen Assistenten Prach angelesten Zettel- 
kataloges zusammenstellte, seine mehr als fünfzehnjährigen Erfahrungen in dasselbe 
niederlegte und es mit allem bisher bekanntgewordenem vervollständigte. 

Im Auftrage der Section unternahm Herr Lokaj mehrere Excursionen, 
theils um selbst zu sammeln, theils um wichtige Localsammlungen zu studieren. 
So bereiste er im Jahre-1864 die Gegenden von Teplitz, Tetschen, Ditters- 
bach und Rainwiese, auf welchem letzteren Orte er Gelegenheit hatte, die ausge- 
zeichnete Kiifersammlung des H. Oberförsters Schönbach  durchzumustern : dess- 
gleichen besuchte er noch die Gegend von Reichenberg, Gablonz und Böhmisch- 


Kamnitz. 


Im Jahre 1865 machte Herr Lokaj Exeursionen in der Umgegend von 
Jičín, Turnau, Gros-Skal, Klein-Skal, Eisenbrod, Tannwald, Klein-Iser, Antoniwald, 
Wiesenthal, Sehwarzbrunn. 

In Jahre 1866, wo wegen der Kriegsereignisse keine grósseren Dereisungen 
unternommen werden konnten, wurden bloss einige Ausflüge nach Pürglitz, Stéchovic, 
Zävist und Brandeis an der Elbe untergenommen. 

Ausserdem erhielt Herr Lokaj auch die sämmtlichen von den anderen 
Sectionsmitgliedern und dem Gefertigten gesammelten Coleopteren zur Revision. 
Das Resultat ist das Verzeichniss von 2867 Arten, über dessen Zusammenstellung 
der Verfasser selbst näheres mittheilt. 

Die zweite Arbeit, ist eine Monographie der böhmischen. Land- und  Süss- 
wassermollusken vom. Museumsassistenten Herrn. Alfred. Slavik, der sich seit dem 
seginn der Arbeiten. der Section ‚derselben als. freiwilliger: Mitarbeiter. anschloss. 
Derselbe sammelte im Jahre 1864 in der Gegend von Toeplitz, Tetschen, 


oswald, 


Bensen, Böhmisch-Kamnitz, Schönlinde, Dittersbach, Herrnskretschen , König: 
Tissa, Aussig, Priesen (a d. Elbe). 

Im Jahre 1865, unternahm er Excursionen in der Umgebung von Jung- 
bunzlau, Sobotka, Turnau, Reichenbere, Liebenau, B.-Aicha, Dauba, Weisswasser, 


MSeno, Melnik, Leitmeritz, Auscha, Bóhmisch-Leipa, Bilin und Laun. 


IV. 


Im Frühjahre 1866 untersuchte er die Gegend von Кеј, Béehovie, Ouval, 
Tousen und Brandeis an der Elbe, wo besonders die alten Flussbette eine reiche 
Ausbeute boten. 

Im Jahre 1867 untersuchte er die Gegend von Melnik , Liblie ; Byšice, Ko- 
Satek, um das Verhältniss der dort lebenden Arten zu denen in den dortigen Torf- 
lagen vorkommenden zu eruiren. 

Auch erhielt er in diesem Jahre ein reiches Material, das der Gefertigte 
in der Gegend von Brandeis an der Adler und bei Böhm.-Trübau sammelte und 
Viele intressante Arten vom П. Seda aus dem Böhmerwalde, 

Die grossen Schwierigkeiten, mit denen das Bestimmen der Mollusken selbst 
für denjenigen verbunden ist, der zahlreiche literärische Mittel bei der Hand hat 
und eine schon bestimmte Sammlung vergleichen kann, machten das Bedürfniss 
einer neuen bildlichen Darstellung der einheimischen Arten fühlbar, da ohne dieses 
Hilfsmittel das Studium der Mollusken bei uns kaum eine grössere Verbreitung 
erlangen dürfte, 

Die Werke von Rossmässler, Pfeifer, Moquin-Tandon und anderen sind so 
kostspielig und enthalten ausser dem das für den speciell böhmischen Forscher 
nóthige Material so zerstreut unter der Menge europäischer und fremder Arten, 
dass es dem Anfänger nur mit grosser Mühe gelingen dürfte sich in den genannten 
Werken zurechtzufinden, die übrigens noch die Kenntniss der französischen und 
lateinischen Sprache voraussetzen. 

Aus diesen Gründen entschloss man sich die sämmtlichen einheimischen 
Arten in lithographischem Farbendruck darzustellen. 

Die dritte Arbeit ist ein Verzeichniss der Spinnen des nördlichen Böhmens 
vom Herrn Em. Barta, Lehrer an der Communal-Realschule zu Leitomischel. 

Der Verfasser betheiligte sich an den Excursionen der Section im Jahre 
1864 in denselben Gegenden wie die früher genannten zwei Herren Mitarbeiter. 

Im Jahre 1865 untersuchte er im Monate Mai das Iserthal von Benatek 
aus über Zimost, Jungbunzlau, Josephsthal und Münchengrütz, sodann die Gegend 
Yon Turnau, Gross-Skal und Sobotka. 

Im Monate Mai machte Herr Bárta mehrere Exeursionen von Leitmeritz 
MS längs der Elbeufer nach Aussig hin und längs der Egerufer nach Laun und 
über Bilin nach dem Mileschauer Berg. 


Die schwierige Bestimmung der Arachniden , bei der jede Art und fast 
Jede 


8 Individuum mikroskopisch auf die Beschaffenheit der Augen und Fussklauen 


IV. 


untersucht werden muss, beschäftigte Herrn Bärta über zwei Jahre und derselbe 
erwarb sich dadurch ein grosses Verdienst um die böhmische Fauna, dass er die 
von Prach begonnenen Studien über die böhmischen Spinnen fortsetzte und zu 
einem vorläufigen Abschluss brachte. 

Der Gefertigte übergiebt diese ersten Erfolge der Section für Zoologie der 
Oeffentlichkeit in der Hoffnung, dass dieselben eine wohlwollende Aufnahme finden, 


und anregend wirken mögen auf die Pflege der einheimischen Naturgeschichte. 


Dr. Ant. Fritsch, 


Vorstand der zoologischen Section. 


VERZEICHNISS 


der 


KÄFER BÓHMENS 


von 


Em. Lokaj, 


Conservator am physiologischen Institute zu Prag. 


Ueber die Käferfauna Böhmens ist mit Ausnahme einzelner Lokalfaunen 
und einiger Excursionsberichte bisher noch Nichts veröffentlicht worden. Obzwar 
die gegenwärtige Aufzählung der böhmischen Käfer auch weder in Hinsicht der 
Arten noch in Bezug auf die Menge der durchforschten Gegenden auf Vollständig- 
keit einen Anspruch machen kann, so enthält sie doch das Resultat aller bisherigen 
Forschungen der böhmischen Coleopterologen, welche mir bekannt waren, und soll 
wenigstens einen Anfang bilden, um die Kenntniss der in unserem Vaterlande ver- 
hältnissmässig wenig gepflegten Entomologie zu erweitern und spätern Forschungen 
zur Grundlage zu dienen. 

Das Material zu diesem Verzeichnisse lieferten: 1) Die Sammlungen des 
böhmischen Museums, wo die ehemalige Sammlung des verstorbenen Dr. Helfer, 
welche genaue Angaben über den Fundort der einzelnen Arten enthält, und eine 
kleine Sammlung böhmischer Käfer vom verstorbenen Dr. Kolenatý, welche der 
Helfrischen Sammlung einverleibt wurde, sich befinden. 2) Die Sammlung des 
Herrn Oberförsters Schönbach in Rainwiese, welcher durch etwa zwanzig Jahre die 
böhmisch-sächsische Schweiz und einen Theil des Erzgebirges fleissig durchforscht 
hat, und mir seine Ergebnisse bereitwilligst mittheilte. 3) Mein eigenes Sammeln 
seit fünfzehn Jahren in der Umgegend von Prag auf einige Meilen in der Runde 
nebst einzelnen Excursionen in’s nördliche Böhmen und einer Excursion in den 
Böhmerwald. 4) Die Sammlungen der Herren Haaber und Dr. Skalicky in Prag, welche 
Mir bereitwilligst Auskunft über viele meist seltene, von ihnen gefangene Arten 
Segeben haben. 5) Die Sammlungen der Hrn. Dr. Kasper in Slabee bei Rakonitz und 
des Herrn Warecka, Prof. der Naturgeschichte in Jičín, welche mir viele schöne 
und seltene Arten aus ihrer Umgegend freundlichst zukommen liessen. Einzelne 
Beiträge lieferten mir nebstdem die Herren: k. k. Hofrath Karl Ritter von Sacher- 
Masoch, welcher das Riesengebirge durch etwa 2 Monate entomologisch durchsuchte ; 
der ehemalige Graf Waldsteinische Koch Herr Zuček, welcher in früheren Jahren 
auf der Herrschaft Stahlau bei Pilsen und in Hirschberg bei Böhmisch-Leipa fleissig 
Sesammelt hat; Dr. Schmöedt in Gablonz durch einzelne Angaben über die Vor- 
kommnisse in den dortigen Gegenden ; der Stud. der Philosophie an der hiesigen 
Universität Herr Seda, welcher durch länger als einen Monat in der besten Jahres- 
zeit den Böhmerwald entomologisch durchforschte; die Herren Haury und Kolář in 
Prag durch einzelne seltene Funde bei Prag ; der Professor Dr. Em. Purkyne in Weiss- 
Wasser, welcher mir über mehrere seltene Arten berichtete, die von Eleven der 


IV. 


Forstschule zu Weisswasser in der dortigen Gegend gesammelt wurden; der Studie- 
rende Herr Steigerwald, welcher bei Kohljanowitz und Gabel sammelte; die 
Naturalienhändler Tanncberger in Teplitz, Grohmann in Böhm.-Kamnitz, und 
mehrere Andere, denen ich hier meinen Dank sage. Von bereits veröffentlichten 
Arbeiten wurden von mir und von Prach benützt: 

1. Voigt Ad. Abhandlungen über die Naturgeschichte Böhmens. 4°. 

2. Dlask Versuch einer Naturgeschichte Böhmens. Prag, 1822. 


دن 


Eiselt Joh. Nep. Leibgedingstadt Polička, historisch, medizinisch und 
topographisch. Prag, 1833. 

4. Kiesenwetter und Märkel. Eine entomologische Excursion im Riesen- 
gebirge. Stettiner entom, Ztg. 1746—7. 

5. Schmidt Göbel. Verschiedene Artikel in Stettiner entom Zeitung. 1846, 
1853, 1855. 

6. Wiener entomol. Monatschrift. IV. Jahrgang, 1860. 

T. ‚uote 1860, 

8. Preyssler Joh. Verzeichniss 100 böhmischer Insekten. Prag, 1790. 

9. Preyssler. Reise nach dem Böhmerwalde und andere Aufsätze in Mayer 
Sammlung physikalischer Aufsätze, besonders Böhmens Naturgeschichte 
betreffend. Dresden, 1791—93. 

10. Schmidt Herm, Mx. (Góbl) Dissertat de pselaph. Faun. Prag, 1836. 

11. Glückselig. Der Ellbogner Kreis. 1842. (Coleoptera von Palliardi.) 

Die Hauptwerke, nach denen die Bestimmungen vorgenommen wurden, sind: 

1. Redtenbacher Fauna austriaca. 2. Auflage. 

2. Erichson, Naturgeschichte der Insekten Deutschlands, begonnen von 
W. F, Erichson, fortgesetzt, von H. Schaum, G. Kraatz und H. v. Kiesen- 
wetter. 1. Abtheilung. Coleoptera. 1—4 Bd. Berlin, 1846—60, 

Viele Gegenden unseres Landes sind noch gar nicht durchforscht, namentlich 
der südliche, südóstliche und östliche Theil, und es wäre wiinschenswerth, dass 
dort tüchtige Sammler durch längere Zeit thätig sein möchten, da einzelne Excur- 
sionen doch zu wenig leisten können ; auch in den bereits durchforschten Theilen 
ist noch vieles zu thun, da mehrere Gegenden nur durch kürzere oder längere 
Excursionen und zwar nicht immer in der besten Zeit durchsucht wurden. 

Obzwar Dóhmen wohl nichts Neues oder Ausserordentliches in diesem 
Zweige besitzen dürfte, so hat es doch in Folge seiner Lage in Mitteleuropa manche 
Arten, welche hier ihre theils südlichste, theils nördlichste Gränze finden, was 1P 
Jean auf die geographische Verbreitung manche Lücken in der europäischen Käfer- 
fauna ausfüllen dürfte. Namentlich intressant ist das Vorkommen einzelner Arten ; 
so dürften Cymindis miliaris, Ocypus pedator, Capnodis tenebrionis, Opilus pal- 


lidus, Agapanthia Asphodeli, Mycetoma suturalis wohl schwerlich nördlicher vor- 
kommen, Chenniwm bitubereulatum, Centrotoma lucifuga, Stenelmis consobrinus 
dürften hier die nordóstlichste so wie Diacanthus globicollis und Ditylus laevis di 


IV. 


südwestliche Gränze finden. An alpinen Arten ist Böhmen nicht reich, dafür finden 
sich einzelne schon in Gebirgen von kaum 2000° namentlich Rosalia alpina und 
einige Anthophagusarten. 

Das gegenwärtige Verzeichniss ist nach dem Catalogus coleopterorum Bu- 
ropae von Dr. Schaum geordnet und enthält 2867 Arten. Von diesen bedürfen 
, einige wenige namentlich Pentodon punctatus und Ptosima flavomaculata der Be- 
stättigung, dafür aber hoffe ich, dass es bei fleissigem Sammeln möglich sein wird, 
die Anzahl der Arten bald über 3000 zu bringen; namentlich das Riesengebirge 
und der Böhmerwald so wie das östliche Böhmen dürften noch viele Arten bergen, 
die hier nicht aufgeführt sind. 

Diejenigen Herren Entomologen, denen an der naturwissenschaftlichen Kennt- 
niss unseres Vaterlandes gelegen ist, wollen gütigst ihre Beiträge zu der Erweite- 
rung dieser Fauna an das Comité zur naturwissenschaftlichen Durchforschung 


Böhmens übersenden. 


Prag, im März 1868. 


Em. Lokaj. 


Cicindelidae. 


Cicindela Linné. 

l. campestris Linn. Ueberall an sandigen 
Orten. 
2. hybrida Zinn. Ueberall häufig. : 
З. sylvicola Dej, Wllhoener Kreis (GL). Bei 
Pragin Kuchelbad und Komoran ziemlich hüufig, 
in Kré selten; auf Waldwegen, Pürglitz, 
Stahlau. 
. Sylvatica Linn. Ellbogner Kreis (Gl.). Nie- 
mes (If). Bei Brandeis sehr selten, von da 
nach Norden in den Sands eingegenden g gen 
Jičín bis in die böhmische Schweiz häufig. 
germanica Linn. Im Stern, in der Särka, 
bei Cholupitz. Auf Feldern im Grase. Fliegt 
nie, wie die andern Arten. 


= 


л 


Carabici. 


Omophronidae, 


Omophron Latreille. 


limbatum Fab. Marienbad im Sommer 
(M. u. AL An den Ufern. der Moldau und 
der Elbe. Man fängt ihn leicht, wenn man 
den Sand mit Wasser begiesst, wobei er her- 
auskommt. 


m" 


Elaphridae. 
Notiophilus. Dumeril. 
-Aquaticus Linn. Unter feuchtem Laub und 
1003 überall häufig. 


^ palustris Duftschm. Mit dem vorigen. 
3. biguttatus Fab. Mit den vorigen. 


Klaphrus Fob. 


"Aliginosus Fab. Auf der Kaiserwiese bei 
Smichov am stehenden Wasser, bei Brandeis 
Wl Ueberhaupt bei grösseren Teichen auf 
Schlamm und unter faulem Schilfe. 

| Cupreus Duftsehm. Bei grösseren Teichen 
überall mit dem vorigen. i 

' 'Iparius Zinn. Ueberall an sonnigen Stellen 
auf schlammigem Boden. 

‘Aureus Müll. Nur auf der Hetzinsel gegen- 
über von Bubna häufig. 


Blethisa Bonelli. 


:multipunctata Linn. Zwischen Schilf auf 
feuchtem Boden; bei Prag selten. L. Jičín 
hüufig (Vařečka), Rainwiese (Schb.). 


m 


ND 


Loriceridae. 


Loricera Latreille. 


1. pilicornis Fab. An schlammigen Orten 
unter Steinen und Laub, häufig. 


Carabidae. 


Cychrus Fab. 


l. rostratus Linn. In grösseren Wäldern unter 
morschen Baumstrünken und unter Steinen. 
Var. pygmaeus Chaud. im Riesengebirge vom 
H. Hofrath Sacher u. H. Haber gefunden. 

2. attenuatus Fab. Im Riesengebirge und in 
der böhmischen Schweiz. 


Carabus Linné. 
Procrustes Bon. 


1, coriaceus Linn. Am nächsten bei Prag 
bei Brandeis; in Gebirgswäldern überall in 
Böhmen. 

Carabus. 

2. intricatus Linn. Ueberall häufig. 

3.irregularis Fab. In der böhmischen Schweiz 
in Buchenstrünken (Schb.), im Böhmerwalde 
(HI£.). 

4. auronitens Fab. In grösseren Wäldern 
und im Gebirge, in Baumstrünken und unter 
Steinen häufig. 

5. auratus Linn. Ellbogner Kreis (Gl.), böh- 

mische Schweiz, an Bléssen selten (Schb.), 

Oberhalb Graupen bei Teplitz (Tanneberger). 

Am Laurenziberg in Prag etwa 12 Stück von 

H. Haber gefangen. 

nitens Linn. Ellbogner Kreis (61.), böhmische 

Schweiz (Schb.), Hirschberg bei Bóhmisch- Leipa 

(Em. Purkyné), Gablonz, Rumburg, Jičín, 

bei Stiahlau (L.). Im Böhmerwalde bei Berg- 

Reichenstein (Seda). 

7. clathratus Linn. Bei Alt-Bunzlau unter 
sehr feuchtem Schilf fast im Wasser, selten 
(L.). Ausserdem bei Jičín unter ähnlichen Ver- 
hältnissen von H. Prof. Varecka gefangen. 

8. Ulrichi @erm. Bei, Rumburg häufig (L.), 

bei Jičín, auch bei Leitomischel (Н. Vařečka). 
cancellatus .L. Ueberall; var. emargi- 

natus Dft. bei Prag selten. 

10. granulatus Z. Ueberall häufig, 

11. arvensis Fab. Ellbogner Kreis (Gl). Im 
Böhmerwalde auf der Seewand (L.). Jičín (H. 
Vařečka.) 

12. catenulatus Scop. Im ganzen böhmischen 
Mittelgebirge, von der böhmischen < chweiz bis 


e 


14 


ins Riesengebirge in Wäldern, in Baumstrün- 
ken und unter Steinen. 

13. nemoralis 777. In Laubwäldern auf Blóssen. 

14. convexus Fab. Bei Prag häufig auf Fel- 
dern und in Waldblóssen, bei Pürglitz. 

15. hortensis Linn. In Laubwäldern seltener. 

16. Linnéi Panz. Im ganzen Gebirge an den 
Gränzen Böhmens von der böhmischen Schweiz 
bis ins Riesengebirge, auch im Böhmerwalde. 

17. sylvestris Fab. Im Riesengebirge, im 
Isergebirge (HIf.), Marienbad (M. u. A.), im 
Böhmerwalde auf der Seewand (L.). 

18. Scheidleri Fab. Budweis (IIlf.). Bei Leito- 
mischel in schönen Farbenvarietäten von H. 
Prof. Vafeéka ; var. Preissleri Dftschm. bei 
Jungbunzlau, Münchengrätz, Kisenbrod, Tur- 
nau, Jičín auf Feldern und Wiesen häufig 
(Vařečka, Purkyně, Lokaj). 

19. glabratus Payk. Ueberall in Wäldern, 
bei Prag selten, im Gebirge häufiger. 

20. violaceus Linn. In Wäldern überall. Var. 
exasperatus Dftsch. bei Prag häufiger als der 
wahre C. violaceus, var. purpurascens bei Prag 
Sehr. selten. 


Calosoma Weber. 


l.inquisitor Linn. Ueberall in Bóhmen in 
Kichenwäldern häufig: 

2. sycophanta Linn. In Laubwäldern und 
Gärten überall, mehr oder weniger häufig. 

3. sericeum Fab. Bei Teplitz ein Exemplar 
(Schb.), 1 Exempl. von Saaz, von H. Pokorny. 


Nebria Latreille. 


1. livida Linn, Bei Prag auf der Hetzinsel 
und bei Bubna: unter Steinen am Moldauufer. 
In manchen Jahren ziemlich häufig. August, 
September und im Frühjahr. 

2. picicornis Lab, Von Dr. Kaspar bei Ra- 
konic gefangen. 

3. brevicollis Fab. Unter feuchtem Laub in 
der Cibulka und in Krč, ziemlich gelten. Ein- 
zeln in ganz Bóhmen; in der bóhmischen 
Schweiz häufiger. 

4. Jockischii Sturm. Im Riesengebirge unter 
loser Rinde liegender Baumstümme. Juni (H. 
Hofrath Sacher, Hlfr.) 

5. Gyllenhali Schh. Riesengebirge (НІ). 
1850 Letzn. Schles, B. p. 70. Vorzüglich var. 
artica Пеј: Schneegrubenrinder, grosses Pla- 
teau bis gegen den Elbfall hin, seltener am 
Gipfel des hohen Rades und noch seltener in 
der kleinen Schneegrube, unfern der Schnee- 
flächen stets unter Steinen. Ende Juli. 


Leistus Fröhlich. 


1. spinibarbis Fab. Böhmerwald (TL 1850 
Letzner Schless. Ber. im Riesengebirge, stets 
über 4200". Ende Juli. Bei St. Prokop ein 
Exemplar (L.) 

2. ferrugineus Zinn. Ueberall ziemlich häufig, 
aa feuchten Orten in Wäldern unter Steinen. 

3, rufescens Fab, Kllbogner Kreis (Gl.). 
Marienbad (M. u. A.). 


4. 


=> 


piceus J'roehl. Bei böhm. Kamnitz am 
Kaltenberg 1 Ex. (L.) 


Searitidae. 


Clivina Latreille. 


. fossor Linn. Ueberall bei Flüssen häufig. 


var. collaris ebenso häufig. 

Dyschirius Bonelli. 
. thoracicus Fab. Bei Brandeis nicht sel- 
ten; auf der Hetzinsel bei Prag einzeln (L). 
.nitidus Dej. Bei Prag (НИ), Brandeis 
(Dr. Sk ). 


3. politus Dej. Marienbad im Sommer (M. 


u. A.) häufiger als thoracicus F. Bei Prag sel- 
ten (L.). 

.angustatus Ahr. Bei Prag OU) selten, 
auch bei Brandeis; 1 Stück bei Herrnskrät- 
schen an der Elbe (Schb.). i 

. aeneus Dej. An Flussufernüberall häufig, 
im Sande vergraben. 


6. intermedius Putz. (Coll. mus.) bei Prag 
(Dormitzer). 

7. Bonellii Putz. (Coll. mus.) bei Prag (Dor- 
mitzer.) ^ 

8. globosus Hist. In feuchter Erde in Wäl- 


mi 


м 


9 


o 


«agilis Mab. Ueberall; am häufigsten 


dern und an Gewässern, gemein. In deu 
Moldauaufschwemmungen oft zu Tausenden. 


Brachinidae. 


Brachinus Weber. 


. crepitans Linn. In Mittelböhmen sehr ge 
mein; in der böhmischen Schweiz und über- 
haupt in Nadelwäldern fehlt er. 

. explodens Duft. Ebenso gemein. 


Odacanthidae, 


Odacantha Paykull. 
.melanura Linn. Beim Jieiner Teiche 1M 
Schilfe häufig (prof. Varecka). 


Lebiadae. 


Aétophorus Schmidt-Goebel. 
.imperialis Germ. Bei Brandeis (L.) und 
am Jiöiner Teiche ; sehr selten (Vařečka). 

Demetrias Bonelli. 


.atricapillus Linn. Bei Brandeis an ste 
henden Gewässern, selten, 


Dromius Bonelli. 


„linearis Oliv. Unter abgefallenem Laube 


bei Gärten um Prag, nicht häufig. 


2, marginellus Fab. Bei Prag unter Steinen, 


selten (L.). ^ 
(L.) ib 
Fichten- und Kiefernwäldern. A) 
. fenestratus Jab. Marienbad (M. U. Bol 
Selten auf Fichten (Rainwiese Schb.). sid 
Bodenbach ein Ex. (L.). Stern bei Prag ! 

Laub (Hb.) drm 
. quadrimaculatus Zinn. Ellbogner Kress 


VI. 


(GL), Marienbad (М. u. A). Im Baumgarten 
im Herbste und im Frühjahr unter Pappel- 
rinde (L). Marienschanze unter Ahornrinde 
(IIb.) d 

6. quadrinotatus Pe. In Kiefernwäldern, bei 
Prag. Rainwiese (Schb.) auf Fiehten einzeln. 

7. sigma. In Kuchelbad, in Závist unter trok- 
kenem Laube an Waldründern, zuweilen 
häufig (L.), im Stern (Пр). 

Blechrus Motschulsky. 

1. glabratus Dfi. Marienbad Sommer (M. 
u. A). Selten an Waldründern. Rainwiese. 
(Schb.). 

2. maurus Sturm. Wie der vorige (Schb.). 

Metabletus Schmidt-Gocbel. 

l. pallipes Dej. Im Frühlinge unter Steinen 
bloss bei Prag in den Steinbrüchen hinter dem 

| Kinsky’schen Garten häufig (L.). 1. PN 

* truncatellus L. Ueberall gemein, wie fol- 
gender, 

9. foveola Gyll. An trockenem Boden unter 
Steinen und unter Laub. Ueberall gemein. 

Apristus Chaudoir. 

1. quadrillum Dft. Im Herbste auf der Hetz- 
insel unter Steinen ; einzeln bei Bächern 
überall. Die var. nur mit zwei oberen Punkten 
auf der Hetzinsel gefangen (L.). 

Lebia Latreille. 

le yanocephala Z. In Laubwäldern überall ; 

auf den Hügeln um Prag; unter trockenem 


Laube und Moos; auch unter Steinen. Nicht 
Selten. 


o 1 d | 
Ki ehlorocep hala Znt-Heft. Mit eyanoce- 5 
„Phala aber seltener; auf trockenen Hügeln. 


be 


no 


> 


9. crux minor Z. Bei Prag selten, sonst in 3. 


Wäldern überall. 

1aemorrhoidalis F. Sehr selten , unter 

Rainen am Rasen. Rainwiese (Schb.). 
Cymindis Latreille, 

1. humeralis I. Bei Prag auf Abhängen unter 
Steinen, in Wäldern ‘unter trockenem Laube ¢ 
ziemlich häufig. In der bóhm. Schweiz selten. 

© Ellbogner Kreis (91.). 

* Cingulata Dej. 2 Stück bei St. Prokop (Ib.). 


© 


3. axillaris I. An trockenen Anhöhen in 
der Umgegend von Prag unter Steinen ; häufig. 
` SCapularis Schaum, Hinmal bei St. Prokop 
(ЦЬ). Einige Expl. von dem Georgsberg 

d (Herr Fleischer). Ellbogner Kreis (Gl.). 

» angularis Geh. In den Steinbrüchen 

mt dem Reichsthor bei Prag und bei St. 

Prokop im Herbste und im Frühlinge, unter 

А Steinen, manchmal häufig. 4 

> Vàporariorum L. Im Riesengebirge (HIf.). 
. miliaris Ar Einzeln bei St. Prokop. 

‚Mazoreus Dejean. з 

ү Ww etterhalii Gyll. In der Sárka an einem 

Neideplatze unter Steinen, 2 Expl. Juni 1865. (L.) 


Panagaeidae. 
A . 
Panagaeus Latreille. d 


Crux major L. Auf der Hetzinsel, im Baum- 
garten bei Prag, Auch in Wäldern. Einzeln. 3 


far 


ы 


H 


kt 


15 


Var, trimaculatus: Dej. 1 Expl. beim Hoch- 
wasser der, Moldau (L.) Rainwiese, (Schb.), 
Marienbad (M, u. A.). 

quadripustulatus Sf Im Baumearten 
bei Prag, bei Radlitz, unter Moos und Laub. 
So häufig, wie P. crux major. 


Ohlaenidae. 
Callistus Bonelli. 


.lunatus J’. Auf Blössen unter Steinen nicht 
selten. 

Chlacnius Bonelli. 

. vestitus AL An Bichen und Flüssen überall 
gemein. 

. Sehrankii Dft. An Gewässern überall häufig. 
nigricornis JL Ansumpfigen Plätzen unter 

Steinen. An der Moldau und bei Brandeis 
häufig (L.) 

. holosericeus Fab. Auf der Kaiserwiese 
unter faulem Schilfe selten. Häufiger bei 
Brandeis im sumpfigen Boden, unter Blättern 
und unter Schilf. 


Oodes Bonelli. 


. helopioides J. Ellbogner Kreis (Gl.) Auf. 
der Kaiserwiese im Sumpfe unter verfaultem 
Sehilfe, selten; bei Brandeis an ähnlichen 
Orten häufig, 


Licinidae. 


Licinus Latreille. 
sassideus F. Rei Prag hinter dem Kinský- 
schen Garten und bei St. Prokop. Selten (L.). 
. depressus Payk. An trockenen Orten um 
Prag, nicht selten (L.). Rainwiese (Schb.). 
Hlofmanseggii Pe. Im Böhmerwalde, bei 
3erg-Reichenstein, bei Mader einige Exemplare 
von H. Seda gefangen im Juni. 

Badister Glairville. 
bipunctatus J’ An Gewässern häufig, 
unter Steinen. 
. humeralis Bon. Bei St, Prokop auf An- 
höhen unter Steinen. Selten. 


Broscidae. 
Broscus, 
. cephalotes L. An Flussufern in Löchern, 
unter Steinen überall häufig. 


Pterosticridae. 


Patrobus Dejean. 


.excavatus Payk. An feuchten Orten, in 
Wäldern, nicht häufig. 


Sphodrus Olairville. 


.leueophthalmus L. In Kellern an eini- 
gen Orten in der Umgegend von Prag (L.). 
Slabetz (Pr. Kas.). Rainwiese im Hause ein- 
mal. Teplitz (Sehb.). Ellboener Kreis (Gl.). 
janthinus Dft. Umlowitzer Bad bei Kaplitz 
(Kirchner Lotos 1859). 

. terricola Jlerbst. In Kellern überall in der 


16 


Umgebung von Prag. Rainwiese (Schb.). Te- 
plitz, Gablonz (L.). Stern (Hb.). 


Calathus Bonelli. 


1. cisteloides Ji. An Feldründern unter 
Steinen. Gemein. 

2. fulvipes Gyll, Ueberall gemein. 

3. fuscus F. Mit den vorigen. 

4. mollis Marsh. Bei Prag, in Kré, in Zá- 
vist. Selten. Riesengebirge (MIf.). 

5. melanocephalus L. Ueberall sehr häufig. 

6, micropterus Dft. Bei Prag selten; in 
Wäldern unter Steinen. In Gebirgen häufiger. 


Taphria Bonelli, 


1. nivalis Pz. Selten unter Steinen und Moos 
in ganz Bóhmen. 


Dolichus Bonelli. 
1. flavicornis Fab. In der Umgebung von 
Bubené und Holesovie, zuweilen häufig. 
Anchomenus Erichsen. 


Platynus Bonn. 

1. longiventris Mann. Bei Brandeis zwei 
Expl. (L.) 

2. Krynickii Sperk. In Sümpfen unter abge- 
fallenem Lanbe bei Brandeis. Selten Bei Ji- 
čín am Teiche in faulem Schilfe; selten, (Va- 
Fecka). 

3. angusticollis Fab. Bei Gewässern überall 
gemein. 

4. livens Gyll. Bei Brandeis unter feuchtem 
Laube, bei Sümpfen selten. Auch im Teiche 
bei Join (Vařečka). 

5. prasinus Thunb. Auf Feldern, unter Stei- 
nen überall sehr gemein, 

6. albipes Fab. Bei Flüssen und Büchen unter 
Steinen häufig. Ueberall. 

7. oblongus F. Bei Prag sehr selten. Bei 
Brandeis an Sümpfen unter abgefallenem Laube 
häufig. 

Agonum Bon. 

8. marginatus L. Bei Flüssen und Bächen 
überall gemein. 

9. impressus Pz. Ellbogner Kreis (Gl.). 

10. sexpunctatus L. In Wäldern überall; 
var. ericeti Pz. im Isergebirge (L.). 

11, parumpunctatus JL Ueberall. 

12. austriacus F. An Ufern der Flüsse 
überall einzeln aber nur die Var. modestus St. 

13. lugens Dft. Bei Brandeis, bei Join an 
Sümpfen (L.). Einzeln. Bei Prag (HIf.). 

14. viduus Panz. Веі Sümpfen überall, ebenso 
die Var moestus Dft. ' 

15. antennarius Dft. Riesengebirge im Мо- 
nate Juni. (Sacher). Isergebirge 1 Expl. (L.). 

16. micans Nikol, Auf der Kaiserwiese, bei 
Prag. Selten (Lò. Auch bei Jičín (Vařečka). 

17. piceus Т. Bei Brandeis an Sümpfen (L.). 
Auch bei Jičín. Bei Prag (ТЇЇ). 

18. fuliginosus Panz. Königsaal (ITlfr.). 

19. 4punctatus Dej. Bei Zävist selten; so 
auch bei Brandeis (L.). Böhm. Schweiz (Schb.). 


Olisthopus Dejean, 


1. rotundatus Payk. Bei St. Prokop selten. 
Im Sommer unter Steinen auf Bergen. 


2. Sturmii D. Bei St. Prokop selten. 1 Expl. 
bei Eisenbrod (L.). Ellbogner Kreis (Gl). 


Stomis Clairville. 


1. pumicatus Pz, Ueberall unter Steinen und 
unter Moos, selten. 


Pterostichus Erichson. 


Poecilus Bon. ý 

1. punctulatus F. In der Särka einzeln (L.)- 
Ellbogner Kreis (Gl.). 

2. cupreus Linn. Ueberall sehr gemein. — . 

3, dimidiatus Ol. In Holzschlägen, in Кт, 
Závist, Béchowic ziemlich selten (L.). Marien- 
bad (M. und AA, 

4. lepidus Fab. Ueberall gemein. 

Adelosia Steph. 

5. picimanus Dft. In Radlic, Königsaal gel- 
ten (L.), Teplitz (Dr. Baumeister). 

Lagarus Chaud. 

6. vernalis Panz: Unter Steinen und trockenem 
Lanbe; überall in Hainen. 

7. inaequalis Marsh, Bei Prag häufig. Böhm. 
Schweiz, Teplitz, Böhm.-Kamnitz, auch in der 
Gegend von Rakonitz. 

Lyperus Chaud, 

8. aterrimus F Im Angeschwemmten der Iser 
bei Eisenbrod 1 Expl. (L.) In der Gegend 
von Jičín selten (Prof. Vařečka.) А 

9. elongatus Dft. Marienbad (М. und A.) im 
Sommer. 

Omaseus Ziegl. 

10. niger Schaller. Ueberall unter Steinen. 

11. vulgaris L. Gemein, 

12. nigrita F. An Gewässern gemein, an feuch- 
ten Stellen, 

13. anthracinus Il. An feuchten Orten; 
überall. 

14, minor Gyll. Ueberall in Wäldern un!er 
Moos. 

Argutor Mey. 

15. interstinetus St. In der Umgebung von 
Prag, in Wäldern. j 
16. strenuus Panz. Bei Prag in Wäldern; 1M 

Frühlinge unter Moos. 

Orites Schaum. { 

17. negligens St. Unter Steinen, Im Riesen- 
gebirge. Ende Juli. 

Platysma Bon. 

18. oblongopunctatus F. In Hainen und 
Gärten überall; gewöhnlich unter der Rin n 

19. angustatus Dft. Im Tuchométitzer Walde. 
Im Monate Mai unter Steinen und unter Laub. 
Häufig (L.). Rainwiese (Schb.). 

Steropus Meg. " 

20. aethiops Panz. In der böhm. Schweiz, ım 
Riesengebirge und im Böhmerwalde in faulem 
Holze und unter Steinen; ziemlich häufig. 48 

21. rufitarsis Dej. (Letzner Schles. Ber. 18 
p. 98) im Riesengebirge Ende September. 

Pterostichus Bon. 1 

22. melas Creutz. Ueberall in Hainen. Häufig: 

93. metallicus F. In grösseren Wilder 
überall unter Moos, unter Laub und Steinen. 
Bei Prag in Kré und in Zävist. 


n 


IV. 17 


Tlaptoderus Chaud. 

24.unctulatus Dft. Im Böhmerwalde selten (L.). 

Abax Bon, 

pu striola F. In Wäldern überall. 

“6. carinatus Dft. In der Gegend von Prag, 

Pol. Závist und in Karlstein. In Gebirgen überall. 

27. ovalis Duft. In Zävist selten, in Karlstein 

N häufiger, In Gebirgen. Р і 

48. parallelus Dft. Ueberall in Wäldern, 

i olops Bon. 

29. elatus FÜ Wie Pterost. terricola. 

30. terricola F. In felsigen Wäldern um 
Prag; häufig in Gebirgen. 

. Amara Bonelli, 

Bradytus Steph. 

` fulva De Geer. Bei Flüssen im Sande; bei 

A Prag gemein, 

“ apricaria Payk. Auf Feldern iw Blössen 

, Unter Steinen. Häufig 

8, consularis Duft. Bei Prag; nicht häufig. 

/urlonotus Steph. 

erus Meg. 

. Picea Mr, In der Gegend von Prag selten. 
Bühm, Schweiz. Bei Rakonitz, Jičín, vielleicht 

‚überall. 

Celia Zimm. 

9. ingenua Duft. Bei Prag; in der b. Schweiz; 

, hur einzeln, 

^ municipalis Dft. Böhm. Schweiz überall 

(Schb.). 

-infima Dft. Marienbad (M. u. A.) 

bifrons Gyll. Ellbogner Kreis (GL). Schmidt 

Stettin Ent. I. S. 840. Böhmen. 

5 crodon Zimm. 

?- brunnea Gyll. Böhmerwald (IC) 
ercosia Zimm, | 

10. patricia Dft. Bei Prag (HIf.). Marienbad 
(M. n. A.) im Sommer. 

Amara Zimm. 

li tibialis Payk. Ueberall bei Prag (Mf). 

2. lucida Dft. Ueberall häufig. 

^ Tamiliaris Dft. Sehr. gemein; überall. 

l4. a cuminata Payk. Ueberall häufig; im 

„Sommer auf Wiesen im Grase. 

9. trivialis Gyll. Ueberall gemein. 
^ Spreta Dej. Böhm, Schweiz; überall (Schb.). 
“llbogner Kreis (61). 

d Curta Dej. Rainwiese; einzeln (Schb.). 

+ lunicollis Sehiódte, Ueberall. | 

20, Communis Pang. Ueberall gemein. 

^^ nitida Str. In, der Umgegend von Prag 

ai ere Steinen; selten. Я 

om montivaga St. Um Pragin Závist, Krè, selten. 

Ba Ovata J Prag (H1). Böhm. Schweiz. 

"^ SImilata Gyll. Böhm. Schweiz. (Schönbach). 

„Marienbad (M. u. А.). Ellbogner Kreis (Gl.). 

o aena. Le, О, 

Hä tricuspid ata Dej. Ueberall einzeln. 

^» plebeja Gut, | Ucberall. 

Zabrus Clairv. 

Dr . 

t gibbus P. Auf den Feldern von der Aernte 
"8 m den Herbst. In der Umgebung von Prag 
Semein; dureh das Fressen des Getreides ist 
er sehr schädlich. Bei Vysocan verniehteten 
die Larven die ganze Wintersaat im J. 1866. 

eberall in ganz Böhmen. 


an 


Harpalidae. 


Diachromus Krichs, 
1. germanus Г. Einzeln überall in ganz 
Böhmen. 

Anisodactylus Dejean. 
. signatus Pane. Ueberall einzeln. 
binotatus F. Ueberall häufig; auch die 

Var. spurcaticornis Dej. 

9. ne morivagus Dft. Ueberall, aber seltener 


wo 


Harpalus Latreille. 

Ophonus Ziegl. 

1. obscurus F. In Závist, unter Steinen an 
Rändern der Wälder; einzeln. Jm Früh- 
linge (L.). 

9. azureus F. Ueberall gemein. 

3. cordatus Dft. In. der Gegend von Prag 
bei St. Prokop unter Steinen, auf Kalkbergen 
Hänfig. 

4. puncticollis Payk. Einzeln unter Steinen 
in lehmigem Boden Bei Prag. 

5. brevicollis Dej. Unter Steinen in lehmigem 
Boden. 

6. maculicornis Dft. Ebenso; Var. compla- 
malus seltener. 

7. signaticornis Dft. Bei Prag, selten. 

Harpalus 4. spec. 

8. hospes Str. Var. Sturm?i in der Gegend 
von Prag in Závist an Wülderründern ; selten. 

9. ruficornis Jh Ueberall gemein. 

10. griseus Panz. (Gemein. 

11. calcentus Dft. Bei Prag ziemlich selten ; 
böhm, Schweiz (Schb.). 

12. ferrugineus F. Sehr selten, nur auf dem 
Belvedere bei Prag (L.). Ellbogner Kreis (Gl.). 

13. hottentota Dft.. In der Gegend von Prag 
selten. Ellbogner Kreis (G1). 

14. laevicollis Dft. Dei Prag einzeln, häu- 
figer in Wäldern. 

15. ignavus Dft. Bei Prag nicht selten. 

16. distinguendus Dft. Bei Prag gemein. 

17. aeneus F. Ueberall gemein; Var. confusus 
Dej. seltener. 

18. discoideus F. Bei Prag häufig. 

19. rubripes Dft. Ueberall in ganz Böhmen 
gemein. 

20. latus Lin. Gemein. 

91. luteicornis Dft. Bei Prag selten, bóhm. 
Schweiz (Schb.). 

29. tardus Panz, Gemein. 

93. Fröhlichii St. Bei Prag in Wäldern häufig. 

94. serripes Schh. Gemein anf Anhóhen. 

95. hirtipes Panz. Bei Prag (HIf.). 

26. caspius Bien, In der Gegend von Prag 
auf Anhóhen gemein. 

97. impiger Dft. Bei Prag selten. 

98. servus Dft. An trockenen Hügeln bei 
St. Prokop seltener. 

29. anxius Dft. Gemein. 

90. flavitarsis Dej. Vom Riesengebirge ein 
Expl. H. Hofrath Sacher. 

31. picipennis Dft. Ueberall auf Feldern 
gemein. 


9 
2 


Stenolophus Dejean. 


1. teutonus Schr, Bei Flüssen in ganz Böhmen. 
Unter Steinen. Häufig bei Prag. 

2. serimshiranus Steff. Beim Jicíner Teiche 
im Sümpfe unter dem Schilfrohr. Selten, (Wai). 

9. vespertinus Panz. Prag (HIF), 

Acupalpus Latr. 

4. dorsalis F. In Aufschwemmungen. Selten. 

5. suturalis Dej. Rainwiese, bohm. Schweiz 
(Schb.) 

6. meridionus L. Ueberall sehr häufig, 

Bradycellus. 


1. harpalinus Dej. Unter Steinen nicht selten. 
Rainwiese (Schb.). 

2. collaris Payk. Selten. Bei Závist im Thale 
unter Steinen, 

9. similis Dej. In Kré, Zävist unter. Heide- 
kraut. (Erica) häufig. 


Trechidae. 
Trechius ` Olairville. 

Blomus Redt. 

1, discus Fab, lm | Angeschwemmten der 
Moldau im Sommer; auf der Hetzinsel ziem- 
lich selten, In faulem Schilfrohre bei Jičín 
im Teiche; selten. Bei Eisenbrod im Ange- 
schwemmten der Iser im Monate Juli 1 Expl. 
1865. (L.) 

Thalassophilus Wil. 

2. longicornis; Strm. 2 Expl. in der An- 
schwemmung der Moldau; im Frühlinge (L.). 


3, rubens Schöödte. Böhm. Schweiz (Schb.). 
4. sculptus Schaum. Im Riesengebirge (Dr. 
Schaum.) 

.minutus F. Ueberall an feuchten. Stellen 
unter Steinen. Gemein. 

б. obtusus Er. Marienbad. Sommer (M. u, A.). 

7, palpalis Dej. Hänfie. Rainwiese (Schb.). 

8. striatulus Putz. Auf dem Koppenplan 
über 4000’ vom H, Kiesenwetter Pa EE 

pulchellus Putz.. Unter faulem Laube am 

Rosenberg, 3 Expl. (L.). Böhm. Schweiz selten, 

(Schönb.) Oberlausitzgebirge von H. Kiesen- 

wetter entdeckt. 

Ipaphius Redt, 

10. secalis Pk. An den Ufern der Elbe und 
Iser, unter faulem Laube, In der Anschwem- 
mung dieser Flüsse häufig (L.). 

Perileptus Schaum. 

1. areolatus Creutz. An den Ufern der Moldau, 
auf der Hetzingel unter Steinen. Manchmal 
häufig (L.). Am Elbeufer bei Herrnskretschen 
(Schnb.). 


ce 


Bembidiadae. 
Tachys Schaum. 


i. quadrisignatus Dft. Im Sommer im 
Grobsande auf der Hetzinsel (L.). Elbe (Schnb.) 
Marienbad (M. u. A.). 

Tachyta Kirby. 

2, nanus Gil, Unter morscher Rinde in Wäl- 


IV. 


dern, bei Prag selten (L.), böhmische Schweiz 


(Schnb.). ‚Marienbad (M. u. AA 


9. bistriatus Dft. Unter Steinen im feinen 
Sande. An der Elbe und Moldau (L.), Marien- 
bad (M. u. A,). 


Bembidium Latreille. 


Philochthus Steph. 
1, obtusum St. Nicht selten; überall. 
2. guttula F. Im Angeschwemmten der Mol- 
dau. Selten (L.). 
3. biguttatum F Unter faulem Schilfe und 
Laube. Var. guttula Rdt. häufig. (L.). 
b 


4. assimile Gyl. In der Cibulka unter feuchtem 
Laube einzeln. Im Frühlinge auf der Kaiser- 
wiese am Smíchov unter faulem Schilfe. (L.)- 

Lopha Meg. 

5. quadrimaculatum Z., An den Ufern der 
Moldau und Elbe. Nicht selten. Hllbogner 
Kreis (Gl.), Marienbad (M. u. А.). 

6. quadripustnlatus Dej. Tinzeln an den 
Ufern der Moldau; auf der Hetzinsel (A 
т. quadriguttatum F. Ellbogner Kreis (01) 
Marienbad (M. u. AA, Westrand des Teiches 

im Sommer, 

Leja Meg. 

8. articulatum Pang, An der Moldau gr" 
mein (L.. Elbenfer (Schnb.), Ellbogner Kreis 
(GL). Marienbad (M. u. A.). 

9. Sturmii Per, Auf der Hetzinsel ziemlich selten 
(LJ. Marienbad im Sommer häufig (M. u. AJ. 
10. lampros Host. Ueberall gemein, Var. 
melu bei Prag selten, rab s 
11. bipunetatum Zinn. Ellboener Kreis (01) 

Lotos, Riesengebirge (Kiselt) 1851. 

Peryphus Meg. | 

12, modestum Fab. Ziemlich häufig; an det 
Moldau und Elbe (L.), Ellbogner Kreis (GL). 

13. decorum Paz. An den Ufern der Moldat 
der Elbe und der Iser; háünfig. 

14. monticola Strm. Riesengebirge (F. Sacher). 

15. fasciolatum Dft. Bei Teichen auf BUM’ 
pfen; in der Umgebung von Prag selten (b). 
Im Walde, bóhm. Schweiz (Schb.). А 

16. tibiale Dft. In Zävist am Bache. 
Selten (L.). Im Walde, bóhm. Schweiz e 

17. tricolor Fab. Böhm. Schweiz, im Wald 
(Schb.). xD 

18. obsoletum Dej. In Wäldern, bóhmische 
Schweiz (Schb.). Bei Prag an den Ufern der 
Moldau (L.) 

19. Andreae AL An Ufern gemein. К 

20, femoratum Strm. An der Moldau, häufig. 

21, bruxellense Wesmael. Im Walde, bóhm. 
Schweiz (Schnb.), Marienbad (M. u. A.). 

22. lunatum Dft. Selten; auf der Hetzinsel (р). 

ж 


23. ruficorne St. Im Monate Joni in | der 
Anschwemmung bei Prag.  Ellbogner Kreis 
(G1.) Stettin, Int, I, Böhmen (Schmidt). n 

24. pygmacum F Sehr selten; beim Bae 
in Závist, 

Notaphus Meg, In 

25. flammulatum Claire, Nicht selten. 
Sümpfen, überall. 


IV. 


26. varium OL Sehr gemein, an Ufern. 
27, obliquum St. Ueberall. Bei Prag nicht 
häufig, 
ж 
28. punctulatum Drap. Bei Flüssen gemein. 
Bemlidium i. spec, 
29. striatum F. Auf der Hetzinsel zuweilen 
gemein (L.), Am Klbufer. Böhm. Schweiz 
„(Schb.) 
30. foraminosum Strm, Am Ufer der Mol- 
: dan, auf der Hetzinsel, Manchmal häufig (L ). 
31. impressum F. Bei Brandeis am Elbufer 
im Sande. Im Sommer, selten (L.). Am Elb- 
ufer bei Herrnskretschen (Schb.). 
Tachypus Locordaire, 
l. pallipes Dft. An Moldanufern, selten. 
l'eplitz, Rainwiese (Schb.). 
-flavipes L. Rainwiese, Teplitz (Schb ). 
Marienbad im Sommer (M. u. A.). 


ne 


Dytiscidae. 
Haliplidae. 


Halyplus Latreille. 
1. elavatus Pnz. Im Bache bei St. Prokop 
Selten (L.). Im Kumnitzbache selten (Schb.). 
2. obliquus A Ellbogner Kreis (Gl.). 
З. fulvus F. An den Wurzeln der Wasser- 
pflanzen, überall. 
4. flavicollis Sturm. Bei Prag, Brandeis, 
Jicín, in der bóhm. Schweiz, überall gemein. 
: ruficollis De Geer. Bei Brandeis selten. 
, (GJ. Auch im Kamnitzbach (Sehnb.). 
9. cinereus Aub. Ueberall gemein, 
“fluviatilis Aub. Bei Prag und Brandeis 
8 nicht häufig (L.). Im Kamnitzbache (Schnb.). 
8 lineatocollis Marsch. In der Gegend 
von Brandeis häufig (L). Im Kamnitzbache 
(Зер). 


Wydroporidae. 


Hyphidrus Niger. 
l. ferrugineus L. In stehendem Wasser 
überall gemein. 
Hydroporus Clairv. 
^ inaequalis 7^ In stehenden Gewässern. 
‘Yeticulatus F. Bei Prag, Brandeis häufig 
(Lok.). 
` seminus JF, Ueberall in stehendem Wasser. 
a NT iatus Schr. Im stehenden Wasser 
M Brandeis selten. Böhm. Schweiz (Schb.). 
. 1àlensis F. In Sümpfen bei Prag, Brandeis 
‚nd in der bohm. Schweiz häufig. 
, Pleipes F. Ueberall gemein. 
'Parallelogramus Ahr. In der Gegend 
von Brandeis (L) Böhm. Schweiz (Schnb.). 
: cConfluens F, Bei Prag und Brandeis häufig. 
н dorsalis F. In Sümpfen bei Brandeis ge- 
mein. 
К platynotus Germ. Böhm. Schweiz (Schnb.). 
‚ erythrocephalus Linn. Böhm. Schweiz. 
(Schuh.). 


19 


19. rufifrons Dft. Böhm. Schweiz in Wald- 
tümpeln (Schnb.). 

13. planus F. Ueberall gemein. 

14. pubescens Gyll. Böhm, Schweiz (Schnb.). 

15. Victor Aub. Böhm. Schweiz in Waldtüm- 
peln selten. 

16. nigrita F. Ueberall gemein. 

17. tristis Payk. Böhm, Schweiz (Schnb.). 

18. umbrosus Gyll. Böhm, Schweiz (Schnb.). 

19. palustris L. Ueberall häufig. 

20. lineatus F. In Sümpfen überall. 

21. granularis Z. Ueberall häufig. 

22. bilineatus Strm. Ueberall häufig. 

93. pictus J’. Веі Prag und Brandeis häufig. 
(L). Böhm. Schweiz im Waldtümpeln (Schnb.). 


Colymbetidae. 


Noterus Clairville. 


sparsus Marsch. Ueberall in stehendem 
Wasser häufig (L.). 
2. erassicornis J. Ueberall in s.ehendem 
Wasser gemein (L.) 

Laccophilus Leach. 
.hyalinus De Geer. In stehendem Wasser 
überall sehr gemein (L.) 
minutus Linn. In Tümpeln überall ge- 
mein (L.). 


no 


с 


реш gemein (L.). 
Colymbetes Olairville. 


1. fuscus L. In stehendem Wasser überall 


gemein. 
2. pulverosus St. Ebenso. 
З. notatus J". Mit dem vorigen. 
4. adspersus F. In Teichen überall einzeln. 


5. collaris Payk. In stehendem Wasser überall. 
6. Grapii Gyll. In der Gegend von Brandeis 
in Tümpeln. Böhm. Schweiz nicht häufig 


(Schnb.). 
Ilybius Erichson. 


1. ater De Geer. In stehendem Wasser überali 


gemein, 


ә obscurus Marsh. In der b. Schweiz (Schnb.). 
8. fenestratus F. In der Gegend von Bran- 
deis; im nördl. Böhmen in stehendem Wasser 


häufig. 


4. subaeneus Er. Um Prag und Brandeis 


häufig. 
5. guttiger Gyll. In Nordböhmen überall. 


j. uliginosus L. Ueberall in stehendem Wasser 


häufig (L.). 
Agabus Leach. 


1. agilis. #. In Kré im Bache (L.). In Nord- 


böhmen in Waldtümpeln, einzeln (Schnb.). 


ne 


tümpeln (Schnb.), bei Brandeis. 


= 


tümpeln (Schnb.). 


4. congener Payk. Böhmische Schweiz in 


Waldtümpeln. 


3. variegatus Grm. Bei Brandeis in Tüm- 


uliginosus F. Böhm. Schweiz in Wald- 
8 


femoralis Payk. Böhm. Schweiz in Wald- 


5, Sturmii Gyll. ` In Waldtümpeln, bóhm. 
Schweiz. 

6. chalconotus Pang. Im nördlichen Böhmen 
überall in Waldtümpeln (Schnb.). 

7. maculatus L.. In Nusle im Bache häufig, 
auf der Hetzinsel im Flüsse. In Waldbächen 
überall. 

8 abbreviatus F, Bei Brandeis selten. 

9. didymus OI. Bei St, Prokop im Bache häufig ; 
bei Stahlau (L.). | - 

10. paludosus F. In stehendem. Wasser bei 
Brandeis. Корпе Kreis (Gl.). 

11. guttatus Payk. In Waldbächern überall, 
in Gebirgen häufig. 

12. frigidus Schrödte. Böhm. Schweiz, schon 
im Jahre 1852 vom IH. Oberförster Schönbach 

13. fontinalis Steph. Böhm. Schweiz im 
Kamnitzbache. (Schb.). 

14. bipustulatug J, In, stehendem Wasser 
übersll gemein. 


Dytiscidae. 
Cybister. 
1. Roeselii F. In Teichen überall häufig. 
Dytiscus. 
. latissimug L. In der Umgebung von Prag 
selten ; häufig in Teichen des südlich. Böhmens, 
(L.). Rainwiese sehr selten (Schnb.). 
2. marginalis Linn. In ganz Böhmen hiüufig ; 
Var conformis seltener (L.). 
З. cireumeinetatus Ahr. In der Gegend von 
Prag und Brandeis häufig; sonst seltener (L.). 
4. circumflexus A, Bei Prag selten (L.). 
5. punctulatus AL Böhm.. Schweiz, selten. 
(Schnb.). 
6. dimidiatus Bergstr. Bei Prag, Brandeis, 
Jičín häufig, in der bohm, Schweiz selten (L.). 
Acilius. Leach. 


1. sulcatus L. In steheudem Wasser überall 
gemein (L.). 

2. canaliculatus Nicolai. In‘ stehendem 
Wasser bei Brandeis häufig (L.) Bei Písek 
vom Herrn Dr. Ed. Gréger gefangen. 

Hydaticus Leach. 

1. transervalis J. In stehendem Wasser 
überall (L.). 

2. Hübneri P. Dobříš, (Helfer). 

З. stagnalis F. Bei Brandeis ziemlich selten. 

4. bilineatus De Geer. Desgleichen. 

5. zonatus //7. Mit dem vorigen (L.). 

6. cinereus L. Bei Brandeis häufig (Li). 


Gyrinidae. 


Gyrinus Geoffroy: 
- minutus: 7% Rainwiese (Schnb.). 
2. natator Linn. Ueberall gemein. 


D 


3, marinus Gyll. Bei Brandeis ziemlich häufig. 
Orectochilus Lacordaire. 

. villosus F Auf der Hetzinsel bei Tage 

unter dem Wassergrase und unter Steinen 

versteckt. Bohm, Schweiz auf der Elbe (Schnb.). 


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20 IV. 


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Palpicornia 
Hydrophilidae. 
Hydrophilus Geoffroy. 
piceus Z. In stehendem Wasser überall. 
Bei Prag selten (L.). 
atterimus Aach, Bei Brandeis und Prag 
häufiger, als H. piceus (Lokaj). Bei Jičín 
(Vař.) in der böhm, Schweiz einzeln (Schnb.). 
Iydrous Boullé. 
‚araboides Z. Ueberall gemein (A), 
Hydrobius Leach. 
fuscipes Linn. In stehendem Wasser 
überall häufig. i 
bicolor Payk. Rainwiese , Toeplitz in. ste- 
hendem Wasser (Schnb.). 


З. aeneus Germ. Bohm, Schweiz (Schönb.). , 
. globulus Payk. Bei Prag und Brandeis 


häufig (L.). In bóhm. Schweiz (Schnb.). 
Philhydrus Solier. 
testaceus J, In stehendem Wasser 
überall. 
melanocephalus I". Ebenso. 
marginellus 7. Ueberall gemein. 


Helochares Muls. 


. lividus Forst. In stehendem Wasser ge- 


mein (L.). 
Laccobius Erichson. 


. minutus Z. Ueberall gemein (L.) 


Berosus Leach. 


. Spinosus Stev, Rainwiese (Schnb.) 
9 
2. 


aericeps Curt. Bei Brandeis häufig (LJ. 
luridus Æ. Bei Brandeis in Tümpeln 
häufig (L.). 
Limmebius Leach. 
truncatellus Thbg. In Tümpeln überall 
gemein (L.). 


. papposus Muls. Bei Brandeis selten (L). 


Böhm. Schweiz (Schönbach). 


. picinus Marsch. Bei Prag auf der Kaiser- 


wiese selten (L.) Böhm, Schweiz (Schnb.). 
Chactarthria Stephens. 


. seminulum Payk. Bei Prag in der Cibulka im 


sumpfigen Boden häufig (L.) In Nordböhmen 
in Gebirgsbüchen unter Wasserpflanzen (Schb.)- 


Spercheus Kugel. 


. emarginatus Schall. In den Tümpeln bei 
g 


y . . . "Y Tur- 
Brandeis, im Teiche bei Jičín unter den Wu! 
zeln der Wasserpflanzen; häufig. 


Helophoridae. 


Helophorus Fabricius. 


.nubilus AL In Sümpfen überall, ziemlich 
häufig. i 
aquaticus L In stehendem Wasser, H 


Sümpfen überall. Im Winter unter feuchtem 
Laube und Moose (L.). 


IV. 


З. granularis 2. Ueberall gemein. 

4. griseus Herbst. Ueberall gemein. 

5. arvernicus Muls. Böhm. Schweiz (Schb.). 
Hydrochus Gersar. 

. carinatus Er. Bei Brandeis (L.). In der 
bohm. Schweiz an den Wurzeln der Wasser- 
pflanzen (Schb.). 

-elongatus Schall. Bei Brandeis, Jičín und 
in der böhm. Schweiz. 


Ochthebius Leach. 


l. gibbosus Germ. Im Bache bei St. Prokop 
an den Wurzeln der Wasserpflanzen (L.). Auch 
in dem Kamnitzbache bei Herrnskretschen ; 
in der böhm. Schweiz im Wasser unter Stei- 
nen (L.). 
Hydraena Kugelann. 
: palustris Er. In Bächen unter Steinen 
überall (L.). 
: Yiparia Kugel. Mit dem vorigen. 
3. dentipes Germ. In der bohm, Schweiz im 
Kamnitzbache ziemlich häufig (L.). 
4. gracilis Germ. In Nordbóhmen; in Wald- 
> büchen (L. 
9. pulchella Germ. In der Moldau auf der 
Metzinsel selten. Im Kamnitzbache, in der 
, bohm. Schweiz, selten (L). 
6. Sieboldii Jtosenh. In Waldbichen, böh- 
mische Schweiz (Schönbach). 


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cone 


Sphaeridiidae. 


Cyclonotum Erichs. 
1. orbiculare F. In Tümpeln überall (LA 
Sphaeridium. 
l. scarabaeoides L. Im frischen Kuhexere- 
o Menten überall (L). 
2. bipustulatum J, Ueberall im Mist; ebenso 
ar, marginatum V. 
Cercyon Leach, 
gr Hh eat orhoidale Fab. Ueberall. 
$ aacmorhoum Gyll.’ Ueberall im Mist. 
4 avipes Fab. Im Kothe gemein. 
a unipunctatu m L. Ueberall gemein. 
M quisquilium Z. Ueberall gemein. 
ү dn elanocephalum L. Ellbogner Kreis 
(GL). Stettin Ent. I. Böhm. (Schb.). 
"Pygmaeum Ill. Ueberall ziemlich selten (L.). 
. te rminatum Marsch. Ueberall. 
лу gticeps Marsh. Ueberall. 
; minutum. Fab. Marienbad im Sommer, 
m Hirschkothe (M. und A.). 
ugubr e Payk. Böhmische Schweiz, sel- 
ar (Schb.). 
^ anale Payk, An den Ufern der Moldau 
und der Elbe, selten. 
Megasternum Mulsant. 


obscurum Marsh. Böhmische Schweiz, 
Hicht selten (Schb.). 


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‹ Oryptopleurum Mulsant. 
. àtomarium Fab.’ Ueberall sehr gemein. 


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21 


Staphylinidae. 
Aleocharini. 


Autalia Stephens: 
impressa Ol. Im Sommer und Herbste in 
Wäldern in faulen Pilzen. Bei Prag selten; 
in Gebirgen häufiger (L.) 


. rivularis Grav. In. trockenem. Kuhkothe ; 


überall selten. (L.). 
Falagria Stephens: 

thoracica Curt. Im Frithlinge unter tro- 
ckenem Laube in Holzschlägen ‘in Závist, 
Kuchelbad, Krč; ziemlich häufig (L.) Rain- 
wiese in Schwämmen (Schb.). А 
sulca ta, Payk, In, der, Anschwemmung, 
unter. Moos und, Blättern häufig (L.). 


.sulcatula Grav. , Ueberall ‚wie F. sulcata, 


aber viel seltener (L.). 


. obscura Grav, Rainwiese (Schnb.), Marien- 


bad (M. u. A.), Prag nicht selten (Haber). 


5. nigra Grav. Bei St, Prokop und in den 


Steinbrüchen hinter dem Strahover Thor unter 
Steinen und trockenem Moos. In. Závist in 
den Nestern der Ameisen: Formica nigra und 
Tetramorium caespitum: findet, man. sehr kleine 
Exemplare, vielleicht I, pusilla Heer. 


Bolitochara Mann. 


. lucida Gem, Rainwiese selten (Schnb.). 


lunulata Payk. Im Sommer in. faulen 
Pilzen überall häufig (L.). 

bella Maerk. An Schwämmen im. Hirsch- 
graben (Hbr.), in Zävist und. in Slabetz in 
Baumschwämmen selten (L. Dr. Kasper): 


.obliqua Er. In Wäldern in Pilzen überall, 


aber nicht häufig (L.). 
brevicollis Kr. Im Baumgarten in Baum- 
schwämmen. 1 Stück (ll A 


Silusa Erichson. 


.rubiginosa Jr. In Závist; an ausfliessen- 


dem Baumsafte im Monate Juni 2 expl. (L.). 
Baumgarten im Baumsaft (Hbr.). 
Stenusa Kraatz. 
rubra Ær. . Rainwiese. (Schónb.) Baum- 
garten, an ausfliessendem, Baumsaft 2 Stück 
(Haber). 
Ocalea Erichson. 
castanea Er. Rainwiese selten (Schb.). 
rivularis Mill. In Prag im Angeschwemm- 
ten der Moldau bei grossem Wasser im Früh- 
jahre 8 expl. (L.). Stern am Bache sehr ver- 
einzelt (Hbr.). 
badia Hr. Im Herbste unter feuchtem 
Moose selten, Kré (L.). 


Ischnoglossa Kraatz. 
corticina Er. Rainwiese selten (Schb.) 


Leptusa Kraatz. 

1. analis Gyll. In der bohm. Schweiz häufig 
unter Baumrinde (Schnb.). Auf der Hetzinsel 
unter Pappelrinde einige Exemplare (L.). 


2. 


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8. 


9 


22 


fumida Er, Unter Rinden häufig. Rainwiese 
(Schb.). 


. ruficollis Ar. Unter Rinden selten in der 


bóhmischen Sehweiz (Schb.) Unter Laub bei 


Prag (Hb.). 


. globulicollis Mule. Rey. Im September 


unter feuchtem Laube 3 expl. in Kré (Lok.). 
Thiasophila Kraatz. 


. angulata Er. In bóhm. Schweiz häufig 


unter der Rinde (Schnb.). In Kuchelbad im 
Neste von Formica rufa einmal (L.). Cibulka 
in einem Baumstrunke (Dr. Skalicky). 
inquilina Maerkl. Cibulka 2 Stück. Dr. 
Skalicky). 

Euryusa Erichson. 


. sinuata Er. Auf der Hetzinsel in einem 


Wurzelstocke bei Formica timida einige Expl. 
(L.). In der Cibulka bei den Ameisen (Hbr.). In 
der böhmischen Schweiz bei Ameisen (Schb.). 
In einem faulen Baume in Hirschgraben (Hab.). 
laticollis Heer. In der bóhm. Schweiz 
selten bei Ameisen (Schnb.). 


Homocusa Kraatz. 


. acuminata Maerk. In Závist bei Prag bei 


Formica fuliginosa in einer alten Buche all- 
Jährlich einige Exemplare (L.). Baumgarten 
(Hbr.). 
Haploglossa Kraatz. 

hadrocera Kraatz. Rainwiese, selten 
(Schb.) 

pulla Gyll. In Závist unter gefallenem Laube 
1 Expl (I). Rainwiese (Schb.). Baumgarten 
unter dem Laube häufig (Hbr.). 

praetexta Er. Bei Prag bei Formica fuli- 
ginosa; auch im Hause im Keller einige Expl. 
im Winter gefangen (L.). Baumgarten, häufig 
(Hbr.). 


Alcochara Gravenhorst. 


. ruficornis Grav. In der Cibulka im Früh- 


jahre unter Moos zwei Männchen (L.). Einige 
Weibchen im Stern, St. Prokop und Kuchel- 
bad (Hbr.) 


. erythroptera Grav. Bei Brandeis 2 Stück 


(Dr. Skl.). 


. fuscipes F. Auf Aas überall häufig (L). 
. diseipennis Mols. Im Stern unter Laub 


einmal (Hbr.). 


. rufipennis Kr. Im Frühlinge in kré unter 


Moos häufig (L.). 


» tristis Grav. In den Strahover Steinbrüchen 


im trockenen Kuhmist nicht selten, September 
(Haury). 


. bipunctata Grav. Im Frithlinge und im 


Herbste unter Moos in Kré und bei St. Pro- 
kop häufig (L.). Ausserdem in Teplitz, Ga- 
blonz, in der bóhm. Schweiz (Schnb.). 
fumata Grav. Ueberall häufige unter Moos 
und trockenem Laube (L.). 

lanuginosa Grav. Ueberall ziemlich 
häufig (L.). 


10. moesta Gr. Auf Aas überall (L.). 
11. moerens @yll. Auf altem: Aas bei Prag 


häufig (L). Rainwiese selten (Schnb.). 


Ivi 


12. bisignata Er. In den Steinbrüchen hinter 
dem Strahover Thor im Herbste unter dem 
Moose selten (L.). d 

13. nitida Grav. Unter trockenem Moose bei 
Prag und in der böhm. Schweiz häufig. 

Dinarda Lacordaire. 

1. Maerkelii Kies. Bei Prag bei Formica 
rufa nur einmal in Závist (L.). Rainwiese bei 
Formica rufa (Schnb.). { 

2. dentata Grav. Bei Prag bei Formica cumi- 
cularia in Krč, Kuchelbad, in Závist im Früh- 
linge (L.). Rainwiese (Schnb.', Gablonz (Dr. 
Schmidt). 


Lomechusa Gravenhorst. 


1. strumosa F. Rainwiese bei Form, rufa, 
(Schnb.). 
Atemeles Stephens. 
1. emarginatus Grav. Bei Prag bei Myrmica 
laevinodis in Závist und Skalka bei Misek 
selten (L.). Rainwiese selten bei For, rufa 
(Schnb.). 
paradoxus Grav. In Závist im Monate 
Mai im Neste von Myrmica laevinodis 5 expl- 
gefangen (L.). Kuchelbad 2 Stück (Hbr.). 
Myrmedonia Erichson. 


. Haworth i Steph. Im Frühjahre unter feuch- 

tem Laube bei St. Prokop, in Závist, Tucho- 
тёѓіе, Brandeis, im Stern. Ueberall selten (L-) 

. fulgida Grav. Am. Belveder bei Prag Im 
Frühjahre unter Steinen 2 Expl. (L.). 

3. collaris Payk. Unter feuchtem Moose 

und Laube in Hainen in der Umgebung von 

Prag überall aber selten (L.).  Rainwiese 

(Schónb.). à 

.humeralis Gr. Bei Prag bei Formica 

fuliginosa. Ueberall; zuweilen in grosser 

Menge (L.). : 

5.cognata Maerk. Bei Prag bei Formica 
fuliginosa selten, in Závist (L.). Böhm. Schwez 
bei Ameisen (Schnb.). j 

6. funesta Grav. Häufig bei Formica fulgi- 
nosa +L.). Böhm. Schweiz (Schnb.). 1 

7. similis AMaerki. In der bohm, Schweiz 
bei Ameisen (Schnb.). Am Belveder in Strassen“ 
graben unter Steinen (IIbr.). 

8. limbata Payk: In der Anschwemmung 
bei grossem Wasser häufig im Sommer. Ju 
ganz Böhmen verbreitet (L.). 

9. lugens Grav. 2 Expl. im Stern (Hbr.). 

10. laticolis Märk. In Závist bei Form. 
fuliginosa sehr häufig (L.). Böhm. Schweiz 
(Schönb.). 

11. canalicuta F. Ueberall sehr gemein (Lb 


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Iliobales Kraatz. 
1. nigricollis Payk. In Závist unter feuch- 
tem Laube sehr selten (L. Skal), Rainwiese 
1 Expl. (Schnb.) 


2. fortieormis Lac. Bei Böhmisch-Bisen- 


stein im Böhmerwalde im Juni gefangen 
(Seda). 


Callicerus Gravenhorst. 


1. obscurus Grav. In den Steinbrüchen 


IV. 


hinter dem Strahover-Thore im Sommer ein 

Expl. (Lokaj). Im Baumgarten unter Laub 

1 expl. (Srnka), Böhmische Schweiz unter 

faulenden Pflanzenstoffen nicht selten (Schb.). 
Calodera Mannerheim. 

1. nigrita Mannerh. In Závist beim Bache 
selten (L.). Im Stern beim Bache selten 
(Haber), 

2. rubens Er. Brandeis (Dr. Skal.). 

% aethiops Grav. In Závist, Krč, im Stern 
beim Bache unter feuchtem Laube selten (L.) 
Rainwiese (Schub:). 

Chilopora Kraatz. 

l.longitarsis Er. Rainwiese an feuchten 
Stellen oft häufig (Schub.). Baumgarten unter 
sehr feuchtem Laube selteu (Hbr.). 

2. rubicunda Er: Auf der Hetzinsel beim 
Klusse, in Závist unter feuchtem Laube sel- 

, ten, (L.), 

9. cingulata Kr. Baumgarten unter sehr 
feuchtem Laube selten (Haber). 

Tachyusa Erichson. 

bb alteata Er. Auf der Hetzinsel an den 
Ufern der Moldau im. Grase und am. Sande 

1 häufig (L) Rainwiese, häufig (Schnb.). 

2. constricta Er. An den Ufern der Mol- 

dau und Elbe ziemlich selten (L.): 

3. coarctata Er. An den Sümpfen längs 
der Moldau und Elbe selten (L.). 

4 umbratica Er. An den Ufern der Bäche 

und Flüsse überall gemein (L.) 

9. atra Grav. Am Elbufer (Schub.). 


Ocyusa Kraatz. 
l.maura Er. 1 Stück in Kuchelbad unter 
sehr feuchtem Laube (Haber). 
Oxypoda Mannerheim. 

-Spectabilis Maerkl. In Závist unter ei- 
nem alten Strunke bei Form. fuliginosa 1 Expl. 
(L.) In Stahlau von dem H. Tuček 2 Expl. 
?. lividipennis Mannbch, Im Frühjahre 
unter feuchtem Laube in Kré selten (A) In 
Nordböhmen überall in Gebirgen verbreitet. 
Vittata Maerkl. Bei Prag in Závist bei For- 
mica, fuliginosa (L). Auch in der böhmischen 
Schweiz (Schnb.). 
4. opaca Grav. Unter. feuchtem Laube und 
Moose, auch in Pilzen überall (L.). 
>» umbrata Gyll. In Wäldern bei Prag und 
, In der bohm. Sckweiz unter gefallenem Laube. 
-alternans Grav. In Pilzen überall häufig 
Ae le 

formosa Kraatz, St. Prokop unter dem 
Laube im Spitherbste 4 Expl. (Haber). 

fo rmi ceticola Maerkl. In der bóhmischen 
Schweiz bei Formica rufa (Schnb.). 
^ annularis Sahlb. Unter Moos im Herbste 

in Kré einige Expl (L.). 
10. helveola Zr. Rainwiese (Schnb.) St. Prokop 

im Frühjahre unter Moos (Hbr.). 


Homalota Mannerheim. 
1. Deag Er. Marienbad im Sommer (M. 


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nitidula Kraate. Rainwiese (Schb.). 

.graminicola Grav. Ebenso. 

languida Jr. In Kré unter feuchtem 

Laube selten (L.). Böhm. Schweiz (Schnb.). 

5. gregaria Zr. Auf der Hetziusel gemein 
(L.). Böhm. Schweiz (Schnb.). 

6. elongatula Grav. Unter feuchtem Laube 
überall. 

7.luridipennis Mannh. ` Storm, immer im 
Fluge ziemlich selten (Hbr.). 

8.subtilissima Kraatz. Auf der Hetzinsel 
im März im Angeschwemmten der Moldau, 
20 Expl. (L.). 

9. excellens Kraatz. Böhm. Schweiz (Schb.). 

10. aequata Er. Unter Pappelrinde auf der 
Hetzinsel einige Exemplare, zwei Exempl. in 
der Moldauauanschwemmung im März (L.). 

11. angustula Gyll. Ueberall unter feuchtem 
Laube, häufig in der Moldauaanschwemmung 
(L.). 

12. linearis Erh. Unter feuchtem Laube bei 
Prag häufig (L.). 

13. immersa Kr. Rainwiese, unter Birken- 
rinde selten (Schnb.). 

14. cuspidata Kr. Auf der Hetzinsel unter 
Pappelrinde einigemal im Mai (L.), Rainwiese, 
Haida, Kratzau. 

15. analis Grav. Ueberall unter feuchtem 
Laube. 

16. vilis Er. Böhm. Schweiz (Schnb.). 

17. palleola Kr. Böhm. Schweiz (Schnb.). 

18. exilis Zr. In der Moldauauanschwemmung 
(L.), Rainwiese (Schnb.). 

19. flavipes Grav. Bei Prag, bei Formica 
rufa (L.) Böhm. Schweiz (Schub.). 

20. anceps Er: Bohm. Schweiz (Schnb.). Bei 
Prag bei Formica rufa. 

21. brunnea F. Rainwiese (Schb.). 

92, merdaria Thom. In faulen Pilzen häufig; 
überall (L.). 

98. validicornis Maerkl. Im Monate Juni 
1861 an dem ausfliessenden Safte einer alten 
Weide in Kuchelbad in grosser Menge, sonst 
einzeln überall bei Prag am Baumsafte (L.). 
Rainwiese (Schub.). 

24. trinotata Kraatz. Bohm. Schweiz (Schb.). 

95. fungicola Thom. Ueberall im Miste und 
in faulen Pilzen häufig (L.). 

26. nigritula Grav. In Pilzen überall häufig. 

97. humeralis Xraatz. Rainwiese (Schnb.). 

28. sodalis Wr. In der Cibulkain Pilzen selten 
(L. Rainwiese (Schnb.). 

29. gagatina Baudi. Rainwiese (Schnb.). 

30. cinamonea Grav. Baumgarten am aus- 
fliessenden Baumsaft selten (Hbr.). 

31. foveicollis Kraatz Rainwiese (Schnb.). 

32. sordidula Hr. Im Kuhmist überall (L.). 

33. inquinula Er. Im Kuhmist überall selten. 
In der Moldauanschwemmung im Frühlinge 
häufig (L.). 

94. mareida Er, Rainwiese (Schb.) 

35. longicornis Grav. Ueberall. 

36. subrugosa Kees: Marienbad (M. u. A.). 

37. palustris Aves. Am Elbufer in der bohm. 
Schweiz (Schnb.). 

38. lepida Kraatz: Rainwiese (Schnb.). 

89. lividipennis Er. Im Miste überall häufig. 


= دن‎ bo 


. aterrima Grav, 
. vernacula Hr. 
cauta Jr. Rainwiese (Schnb.). 

fungi Gr. Ueberall. 

orphana Ær. Bei Prag unter Moos (L.). 


Rainwiese (Schb.). 
hainwiese (Schnb.). 


42. 
43. 
44. 

Rainwiese (Schnb.). 


45. notha Jr. In der Cibulka unter feuchtem 


Laube und Moose ziemlich selten (L.). 
46. tibialis Heer. Im Riesengebirge bei 
der Wiesenbaude nahe am Schnee (Kiesenw.). 
A7. circellaris Gr. Unter. feuchtem Moose 
überall häufig (L.). 
Placusa Erichson. 
1. humilis Er. Böhm. Schweiz, seltener als 
P. infima (Schnb.) 
infima Er. Böhm. 
selten (Schnb.). 
Phloepora Erichson. 
.reptans Grav. Ueberall unter Kieferrinde 
(L.). 
corticalis Grav. Bei Prag, Bürglitz, in 
böhm. Schweiz, Haida unter Rinde der Nadel- 
bäume selten. 
Hygronoma Erichson. 


. dimidiata Grav. Am Schilfe bei Altbunzlau 
1 Expl. vom Herrn Dr. Skalicky gefangen. 


Oligota Mannerheim, 


. pusillima Grav. Unter Steinen, auch unter 
trockenem Moose häufig bei Prag. Ausserdem 
in der bohm. Schweiz, 'Teplitz, Reichenberg. 
flavicornis Lacord. Zavist, Kré, Slabec 
bei Rakonitz unter Moos selten (L.). 


[ox 


Schweiz unter Rinden 


= 


bo 


bo 


Encephalus Westwood. 


. complicans Westw. Cibulka im Frühjahre 
2 Expl. unter Moose (L.). Rainwiese im Som- 
mer 1 Expl. (Schnb.). 


Gyrophacna Mannerheim. 
gentilis Ar, Brandeis 
Stücke (Dr. Skalicky). 
affinis Sahlb. In Závist im Frühjahre 
unter Laub selten (L.). (Marienbad M. u. A.) 
nana PR. In Pilzen überall häufig (L.). 
4. minima Zr. Teplitz (Hbr.), Marienbad (M. 
und AA, 


T 


in Pilzen einige 


H 


5. strictula Er, In Baumpilzen bei Prag sel- 
ten. Böhmis che Schweiz, Teplitz, Reichenberg, 
Bürglitz. 

6. Boleti Linn. In Pilzen überall (L.). 


Pronomaea Erichson. 


. rostrata Kr. In der Cibulka und in Závist 
im Herbste unter feuchtem Moose nicht häufig. 


Myllaena Erichson, 
. intermedia Er. Cibulka, Kré, Závist, auf 
der Hetzinsel; unter. sehr feuchtem Laube 
beim Wasser häufig (L.A. Rainwiese (Schnb.). 
. minuta Grav. Beim Wasser in feuchtem 
Laube überall häufig (L.). 
„gracilis Heer. In Kré beim 


а 


Bache unter 


feuchtem angeschwemmten Laub einigmal (bi), 
Stern (Hb.). 


IV, 


Tymnusa Erichson. 
brevicollis Payk. Böhm. Schweiz sehr 
selten (Schnb.), Marienbad (M. u. A.). 
Dinopsis Mathews. 


. fuscata Matth. Bei Altbunzlau in sumpfigem 
Boden unter feuchtem Laube 2 Expl. (L.). 


Tachyporini. 


Mannerheim. 
Pk. Auf Waldwiesen und 
Laube überall häufig (L). 
. pulicarius Jr. Rainwiese häufig (Schub.). 
.seminulum Zr. Unter Laub bei Prag sel- 
ten. 1 Expl in Haida gefangen (L.). 
Trichophya Mannerheim. 
. pilicornis Gyll. Rainwiese im Walde an 
Orten, wo Holz gefällt wird unter Splittern 
selten (Schnb.). 
Habrocerus Erichson. 
. capillaricornis Grav. In Wäldern bei 
Prag, Bürglitz, bohm. Schweiz, 'Teplitz unter 
feuchtem Laube häufig. 
Leucoparyphus Kraatz. 


Hypocyptus 
longicornis 
unter gefallenem 


1. silphoides Z. Ueberall ziemlich selten (L.). 
Tachinus Gravenhorst. 
1: humeralis Grav. In Nordböhmen überall 


in Pilzen und im Miste (L.). 
. rufipes ;Dj. In Pilzen, im, Miste, 
Moos in Wäldern überall. 


unter 


3. flavipes F. Ueberall häufig (L.). 
4. marginatus Gyll. Marienbad im Sommer 


(M. und A.). 7 

. bipustulatus J’, Stählau (Tuček), Prag, 
Brandeis am Baumsaft (Dr. Skal.). 

j. subterraneus D. Bei Prag und iu der 
bóhm. Schweiz nicht häufig. 

. fimetarius 7, Im Miste und Kothe überall. 
marginellus 4^ Bei Prag und iu der 

bóhm. Schweiz unter Moos im Herbste und 

im Frühling, Marienbad (M. u. A.) 

. laticollis Grav, Böhm. Schweiz (Bchnb.). 
Bei Prag, wie T. marginellus (L.) 

10. collaris Gr. Ueberall häufig (L.). 

11. latiuscullus Kiesenwetter. Im 
gebirge von Kiesenwetter. 

elongatus Guil, Im 

H. Kiesenwetter. 


Tachyporus Gravenhorst. 
1, obtusus L, 


9 


Riesen- 


D 


ER 


1 


Riesengebirge von 


Ueberall häufig. 


2. abdominalis Er. Bei Prag selten (L-); 
Rainwiese (Schnb.). 1 1 

3. solutus Mr. Rainwiese (Schub.), Marienba 
(M. AA 1 

4. chrysomelinus £L. Ueberall häufig (L.). 

5. ruficeps Kraatz. Auf der Hetzingel unter 
Laub häufig (L.). ) 

6. hypnorum AL, Ueberall sehr häufig (L.). 

7. ruficollis Grav. Böhm Schweiz, au der 
Elbe selten. 

8. humerosus Er. Böhm. Schweiz (Schnb.). 


IV. 


9. transversalis Grav. Rainwiese (Schb.). 

10. scitulus Er. Bei Prag bei Formica fuligi- 
nosa, auch unter Steinen auf Hügeln. Häufig 
(1). Auch in Teplitz (L.). 

11. pusillus Grav. Unter Laub und Moos 
Überall häufig (L.). 

2. brunneus F. Ueberall häufig (L.). 


Lamprinus Meer. 


1. erythropterus Pe. Závist bei Tetramo- 
rium caespitum 2 Expl. (L.). 


Conosoma Kraatz. 


l. littoreum L. Prag, in Holzlagern unter 
dem Holze sehr häufig. Einzeln in faulem 

М Holze überall (L.). 

2. pubescens Grav. In faulen Strünken und 

unter Rinde (L.). 

9. fusculum Ar. 
(Liok.). 

4. pedicularium Grav. Unter trockenem 
Laube und Moose in Wäldern überall (L.). 

>». bipunetatum Grav. Auf der Hetzinsel 
in faulen Weiden, selten. Bei Slabetz (L.), 
Rainwiese selten (Schb.). 


Bolitobius Stephens. 


1. analis Payk. Krč, Závist im Frühjahre 

unter trockenem Laube selten (L.). Kuchel- 

bad (Hbr.). 

* cingulatus Marsh. Krč, unter nassem 
Laube im Herbste 2 Expl. (L.). 

. formosus Grav, Rainwiese selten (Schb.). 

4 atricapillus F. In Wäldern in Pilzen 

überall häufig (L.). 

5. bicolor Grav. In alten Wichen b. Brandeis 
(Ur. Skal.). 


Ueberall wie C, podicularium 


3 lunulatus L. Baumgarten in Pilzen (Hbr.). 


| Kë maculatus Payk. Mit dem vorigen. 
®. trinotatus Mr. In Nordböhmen in Wald- 
У Pilzen ziemlich selten (L.). 
^ exoletus Jr. Bei Prag und in grósser.n 
Wäldern ziemlich selten (L.). 
9 pygmaeus F. In Waldpilzen überall 
häufig (Li). 

Bryoporus Kraatz. 
cernuus Grav, Rainwiese selten (Schnb.). 
Kuchelbad 1 Stück (Hbr.). Stern 2 St. (L.). 
^ rufus Er. Böhm. Schweiz, Rosenberg, 
Schneeberg bei Tetschen, ziemlich selten (L.). 
Kuchelbad in Moos selten (Hbr.). 


1. 


Mycetoporus Mannerheim. 

: Maerkelii Kraatz. Rainwiese sehr selten 
(Sehnb.). 
"eh Gyll. Krč, Závist, unter Moos 
2 ten. In Nordböhmen in Wäldern überall 
selten (L.). 
» | ongu lus Maerkl. In den Gebirgen Nordbóh- 
nens selten, Bei Prag in St. Prokop und Krč 
or dena Moose weniger selten. (Lok.). 
GAN das Grav. Häufig unter faulendem 
| Mie in der bóhm. Schweiz (Schnb. Bei 
5 rag selten (L.). 

‘Manus Grav. In den Gebirgen Nordbóhmens 

selten (L.). 


25 


6. pronus Er. Cibulka, St. Prokop, bro, Zá- 
vist, in den Steinbrüchen hinter dem Strahéver - 
Thor im feuchten Moose im Herbste und im 
Frühlinge nicht selten (L.). 


7. splendidus Grav, Im Frühlinge bei Roz- 
tok, Závist, Kré einzeln unter Moos (LA In 
Nordbóhmen in Wäldern selten (L.). 

(Quediiformes. 
Acylophorus Nordm. 
1. glabricollis Grav. Im sumpfigen Boden 


bei stehendem Wasser unter dem Schilfe und 
Grase in Nusle und Altbunzlau nur einzeln (L.). 

9. Wagenschieberi Ades. Im Stern beim 

Bache unter Laub selten (Hab.). 
Euryporus Erichson. 

1. picipes Payk. Rosenberg bei Tetschen un- 
ter Laub sehr selten. Bei Prag in Kré unter 
nassem Laube 2 Expl. (L.). 

Heterothops Stephens. 

.praevius Er. Im Keller in Prag einige 
Expl im Winter im Staube (L.), Rainwiese 
(Schnb.). 

9. dissimilis Grav. Rainwiese (Schb.). 

3. quadripunctulatus Gr. Závist unter 
alten Buchen bei Form. fuliginosa jährlich 
einige Expl. (L.). In der Moldauanschwem- 
mung selten (L.). 

Quedius Stephens. 

. dilatatus F. Auf dem Mileschauerberg 
bei Teplitz; 1 Expl. vom H. Haber gefangen. 
In Kré 1 St. von H. Ebert gefangen. 

9 lateralis Grav. Závist, kré unter feuch- 

tem Moose selten (L.). 

3. fulgidus. Ueberall häufig. In Prag in 
Holzlagern unter dem Holze sehr gemein, 
aber nur mit schwarzen Flügeldecken, auch 
in Kellern unter Holz. In Wäldern unter 
Strünken und unter Moos mit schwarzen und 
rothen Flügeldecken (L.). 

1. cruentus. In Wäldern bei Prag unter dem 
Moose einzeln (Lok). Pürglitz; Rainwiese 
(Schub.). 

j. xanthopus Zr. Rosenberg bei Tetschen 
1 Expl. (L), Baumgarten aus einem faulen 
Baume herausgeraucht 1 Stück (Hbr.). 

у scitus Grav. Rainwiese bei Ameisen selten 
(Schub.). 

7. laevigatus Gyll. Böhmerwald an den See- 
wand 4000! hoch, unter Taunenrinde etwa 2 
Expl. im September (L.). Bohm. Schweiz, 
häufig (Schnb.). 

8. punctatellus Heer, Riesengebirge. 4500‘ 
hoch. " 

9. impressus Panz. Stáhlau, (Herr Tuček). 
Böhm. Schweiz häufig (Schnb.). 

10. brevis Er. Závist an den Wurzeln alter 
Buchen in Gesellschaft von Formica fuli- 
ginosa einzeln. Mai (L.). Böhm. Schweiz 


E 


selten (Schnb.).. Baumgarten selten (Hbr.). 

11. molochinus Grav, Kré, Závist unter 
Moos und Laub. einzeln (L.) Baumgarten 
(Hbr.). 


vo 
13. fuliginosus Grar. 1n 


11. unicolor Kiesenwetter. 


IK 


17. umbrinus Zr. 
IR. suturalis Kiess. 


19. maurorufus Grav. 
20. monticola. 
21 attenuatus Gyll. In 
22. boops Grav. In 


23. alpestris Heer. Im 


9, 
E 


ri 


M 


26 


15. fimbriatus Kr. 


4. lucidulus Kr. 


aM 1T 4108. do. Im 


.nebulosus JI. 


.murinus L. 


.Stercorarius Ol, 


.latebricola Grav. 


M 
6. 


.eaesareus (ederh. 
8. fossor Scop. In 


frontalis Nordm. Rainwiese (Schnb.). 
Wäldern unter 
Moos überall häufig (L.). 
Zwei Expl. im 
Riesengebirge in der Nähe der Wiesenbaude 
in einer Höhe von 45C0' am Wasser v. Kiesen- 
wetter, 
Baumgarten unter feuch- 
tem Laube ziemlich häufig (L.). 
j. peltatus Er. Krč, in angeschwemmten 
Laube bei dem Bache im Monate Mai häufig 
(Lok.). 
Rainwiese (Schnb.). 
Kré, unter feuchtem 
Laube selten. 1 Expl. am Kleisberge bei 
Haida, 
Rainwiese (Schub.). 
Böhm, Schweiz, Schneeberg 
bei Tetschen (Schnb.). 

Wäldern unter 
nassem Laube überall (L.). 
der Moldauanschwem- 
mung З Expl. (L.). 
Riesengebirge ein- 
zeln (Kiesenwetter). 
Rainwiese (Schnb.). 
Astrapaeus Gravenhorst. 


Ulmi Rossi. Корпе” Kreis (Gl.). 


Staphyllynini. 


Creophilus Stephens. 


maxilosus 12. Auf Aas und im Miste 
überall gemein (L.). 

“mus Curtis. 
frischen Kuhmist bei Prag 
überall selten (L.). 

Leistotrophus Perty. 


Ueberall in Wäldern, am 
meisten in faulen Pilzen (L.). 
Ueberall. gemein (L.). 
Staphylinus Linné. 
Bei Prag auf Anhöhen 
unter Steinen ziemlich selten (L.). 
chalcocephalus F. In Wäldern bei 
Prag unter Moos und in Kuhmist ziemlich 
selten (L.). 
Rainwiese sehr selten 
(Schnb.). Závist unter Moos, selten (L), Ku- 
chelbad 3 Stück (Hbr.). 

fulvipes Scop. Rainwiese sehr selten 
(Schnb.). Závist einigemal unter Moos (L.). 
Kuchelbad 2. Expl. (Hbr.). 
pubescens Dej. Ueberall in 
Pferdemist häufig (L ). 
erythropterus L. In Wäldern, in gebir- 
gigen Gegenden, bei Prag fehlt er (L.). 
Ueberall häufig (L.). 
Wäldern bei Prag unter 
Laub ziemlich häufig, Auch in Nordböhmen 
(Lok.). 


Kuh- und 


IV, 


Ocypus Stephens. 

1, olens Müll. Böhm. Schweiz selten (Schb.). 
Ellbogner Kreis (GL). i 
micropterus Redt. Bei Prag, Závist, 
böhm. Schweiz, in Gablonz, immer nur ein- 

zeln unter Laub und Moos; auch unter faulen 

Strünken (L.). 

3. macrocephalus Grav. Zävist unter Laub 
selten ` Kaltenberg bei bohm. Kamnitz selten 
(L.). Stáhlau H Tuček. 

4. cyanus Pk. Bei Prag auf Feldern und 
Weideplätzen ziemlich häufig (L.), Rainwiese, 

Teplitz (Schnb.). 

. similis F. Ueberall gemein (L.). 

. brunnipes F. Böhm. Schweiz sehr selten 
(Schnb.). 

7. fuscatus Gravh. In Wäldern unter Laub 

und Moos überall ziemlich selten. 

8. picipennis F. An kahlen Bergen unter 
Steinen überall häufig (L.). Г 
. cupreus Rossi. Ueberall wie О. pieipennis, 

aber seltener (L.). 

10. fulvipennis Zr. Bei Prag, in Wäldern 
unter Moos ziemlich häufig, Rainwiese selten 


(Schb.). Marienbad (M. und A.). 
ж 


t2 


Cc 


Ka 


11. pedator Grav. Závist, Kuchelbad, St. 
Prokop, im Frühlinge unter Laub und Moos 
einzeln (L., Hbr.). 

12. ater Grav. In Prag in Kellern und sonst 
in Häusern häufig (L.). Теріс, Rainwiese, 
Gablonz, (Schnb.). 


13. morio Grav. In Wäldern unter Moos 
überall (L.). 
Philonthus Curti. 
1. splendens F. Ueberall im Miste; auch 


unter Laub ziemlich häufig (L.). 

.intermedius Lac, ` Join (Prof. Vařečka), 
Stern (Haber). 

3. laminatus Orte, In Wäldern bei Prag 
unter Moos, nicht häufig (L.), Böhm. Schweiz 
(Schnb.), Jičín (Prof. Vařečka), Marienbad 
(Mn WART 

.laevieollis Lac. Böhm. Schweiz (Schb.), 
Kleisberg bei Haida (L.). 

5. nitidus J’, Závist unter Moos selten (oh 
Baumgarten unter faulen Blättern (Hbr.). 

6. carbonarius Gyll.. Rainwiese selten 
(Schnb.). 

7. aeneus Rossi. Ueberal unter Aas und 
im Miste sehr gemein (L.). 

8. decorus Gravh. Rainwiese selten (Schb.). 

9. politus J. Bei Waldbächen unter feuch- 
tem Laube überall (L.). 

10. lucens Mannerh.  Rainwiese (Schnb.). 

11. atra tus Gr. An feuchten Orten in Wül- 
dern häufig (L.). Pea 

12. umbratilis Grav. Rainwiese, Teplic 
(Schnb.). 

13. varius Gyll. 


ro 


Ueberall gemein (L.). 

14. al bipes Grav. In Nordbóhmen. ant 

15. lepidus Grav. In der Gegend von Prag 
selten (L.), Slabee bei Rakonic (L.). 

16. sordidus Grav. Ueberall häufig (Li). , 

17. fimetarius Gras. Ueberall, nicht häufig 
(Lok.). 


IV. 


18. cephalotes Grav. Am Belveder in den 
Schanzengräben unter Steinen selten (Hbr.). 

19. ebeninus Gr. In Wäldern unter Moos 
ziemlich häufig; var. corruscus in Závist 
selten (L.). 

20. corvinus Zr. 
und A.). 

21. fumigatus Fr. Am Belveder unter Stei- 
nen (Hbr.). 

22. sanguinolentus Grav. Ueberall im Miste 

қ und unter Laub häufig (L.). 

23. varians Mr. In Kuhexcrementen sehr ge- 
mein (L.). 

24. debilis Gr. Bei Prag, Pürglitz, in Nord- 

_ bóhmen selten. 

25. ventralis Grav. Bei Wasser unter Laub 

кушы häufig, überall (L.) 

E disco rdeus Grae, Rainwiese (Schub.). 

27. vernalis Grav. Unter trockenem Laube 

ü überall ziemlich häufig. 

Ым quisquiliarius Gyll. Böhm. Schweiz 

A (Sehnb.), Baumgarten unter Laub (Hbr.). 

29. splendidulus Grav. In Wäldern unter 
Laub und Moos bei Prag ziemlich selten (L.) 

„Böhm. Schweiz (Schb.). 

30, nigrita Grav. Böhmische Schweiz (Schb.). 

ЗІ, micans Grav. An Ufern überall häufig 

à (Lok.). 

92. fulvipes F. An Ufern sehr gemein (L.). 

33. astutus Kr. Rainwiese selten (Schb.). 

91. nigritulus Gr. An feuchten Stellen überall 

, haute (L.). 

95. tenuis J. An sandigen Ufern überall 

| ‚häufig (L.). 

96. punctus Grav. Bei Prag auf der Kaiser- 
Wiese und bei Altbunzlau am stehenden 
Wasser unter feuchtem, faulem Schilfe häufig 

Lok.). 

rufipennis Grav. Rainwiese sehr selten 

за Уе), Závist 1 Expl. (L.). 

cinerascens Grav., In, dor Anschwem- 

mung, an feuchten Stellen bei Prag und in 

T bóhm. Schweiz (L; Schb.). 

. elongatulus Kr. Böhm. Schweiz selten 

(Schnb.) а 

40. prolixus Er. Böhmische Schweiz. selten 
(Schub.). 


Marienbad im Sommer (M. 


БИ 


Xantholinini. 


Xantholinus Serville. 
1. slabratus Grav. Rainwiese sehr selten 
4 (Schnb.), 
e p ia netulatus Pk. Ueberall gemein (L.). 
^ ochraceus Gyll. Ueberall häufig (L.). 
VANS Er. Stern unter sehr feuchtem 
a be 1 Expl. (Hbr.). 
9. RY К. ` In Wäldern unter Laub 
br ziemlich häufig (L.). 
тайа Muls:  Rainwiese selten (Sthb.), 
e aumgarten 1 Stück (Hbr.). 
wur ennis Er. Im Bobmerwalde an der 
ANUS in einem Buchenstocke 1 Expl. (4) 
Sti, emer faulen Ulme im Baumgarten vier 
Stück herausgeraucht (lr A. 


€ 


8. glaber Ae MI 
glaber Nordm. Prag bei Formica fuliginosa 


27 


in alten Pappeln auf der Hetzinsel (Lokaj), 
Aus einem faulen Baume im Baumgarten ein 
Expl. der var. flavipennis Redt. (Hbr.). 

9, linearis Of. Ueberall häufig (L.). 

10. fulgidus F. In Wäldern unter Moos 
und Laube überall ziemlich selten (L.). 

11. lentus Grav. Unter Eichenrinde. Rain- 
wiese (Schnb.). 

Metoponcus Kraatz, 

1. brevicornis Kr. Rainwiese (Schnb.), 3 
Expl. unter Buchenrinde. In einem Holzlager 
in Prag 1 Expl. (L.). 

Leptacinus Erichson. 


1. batychrus Gyll. Iu Wäldern unter Moos 
überall ziemlich häufig (L). 

2. formicetorum Maerkl. Böhm. Schweiz 
(Schnb.). Bei Prag bei Formica rufa und cumi- 
cularia (L.). 

Baptolinns Kraatz. 


1. alternans Grav. In faulen Strünken und 
unter Rinde; in Závist ziemlich selten (L.). In 
faulem Holz in der bohm. Schweiz (Schnb.). 

2. pilicornis Payk. Einmal bei Rainwiese 
(Schub.). 

Othius Stephens. 


1. fulvipennis P. In Wäldern unter Moos 
überall (L.). 

2, melanocephalus Gr.  Rainwiese unter 
Laub (Schnb.), Marienbad (M. u. A.). 

3. myrmecophilus Aves. Rosenberg bei 
Tetschen 1 Expl. (Schnb.) , Böhmerwald bei 
Eisenstein 1 Expl. (L.). 


Lathrobium Gravenhorst. 


1. brunnipes F. Bei Waldbächen und ste- 
hendem Wasser unter nassem Laube überall 
ziemlich häufig (Li). 

2. elongatum L. Unter feuchtem Laube und 
Moose überall häufig (L.). 

3. fulvipenne Grav. Rainwiese (Schub ). 

4 rufipenne Gyll, Bei bóhm., Eisenstein im 
Böhmerwalde 1 Stk. im Juni (Seda). 

5. multipunctum Grav. Unter Steinen in 
feuchtem Boden bei Prag ziemlich häufig (L.) 
Rainwiese (Schnb.). 

6. angustatum Lae. Kllbogner Kreis (Gl.) 

т. quadratum Pk. Bei. Büchen und , ste- 
hendem Wasser unter feuchtem Laube überall 
häufig (L.). 

8. terminatum Grav. ` Häufig mit L. quadra- 
tum (Li). 

9. filiforme Grav. Brandeis, bei stehendem 
Wasser unter nassem Laube häufig (L.), Rain- 
wiese selten (Schnub.). 

10. longulum Grav, Unter. feuchtem Moose 
in Wäldern bei Prag, Pürglitz und in der 
böhm. Schweiz (L. Schnb.). 

11. pallidum Nordm. In Závist und Tucho- 
meritz unter Moos im Walde; selten (L.), 
Kuchelbad beim Bache herumlaufend ; selten 
(Ubr.). 

12. dilutum Kr. 
ә Stück (Hbr.). 


Kuchelbad u nter Steine 


28 


13. spadiceum Er. Bubna, auf der Wiese 
am Sumpfe unter einem Steine 1 Stk. (L.). 
Bei Kuchelbad 1 Stück (Dr. Skal.) 

14. bicolor Zr. Im Angeschwemmten der 
Moldau 2 Expl. Bei St. Prokop im nassen 
Graben 1 Expl. unter einem Steine (L.), Stern 
unter feuchtem Laube 1 Expl. (Hbr.). 

15. scabricolle Er. Unter feuchtem Moose 
und Laube. Zävist, Kré, Cibulka, in den 
Steinbrüchen hinter dem Strahover Thore 
überall ziemlich selten. In den Gebirgen 
Nordböhmens überall selten (L.). 

Achenium Stephens. 

1. depressum Grav. In der Moldauanschwem- 
mung im Frühlinge einmal 1 Expl. (L.). 

2. In der Moldauanschwemmung einigemal 1—2 
Expl. Bei St. Prokop im feuchten Boden (L.). 


Dolicaon Laporte. 
1. biguttulus Lac. Kllbogner Kreis (G1.). 
Cryptobium Mannerheim, 
fracticorne Payk. In Wäldern 
Moos überall ziemlich. häufig, 
Stilicus Latroille, 


1. fragilis Grim. Marienbad im Sommer (M. 
und A.). 


unter 


| 2. rufipes Germ. Unter Moos und Laub 
H überall häufig (L.). 

| 3, subtilis Er. Prag, in Wäldern ziemlich 
| selten, Marienbad (M. und A.). 


4. similis Zr. Unter feuchtem Moose überall 
báufig (L.). 
affinis Er. 
lich häufig (L.). 
orbiculatus Pk. Bei Prag selten. In 
Nordböhmen überall, aber nicht häufig (L.). 


In Wäldern unter Moos ziem- 


ca 


Scopaeus Erichson. 
In Wäldern unter Moos 


„laevigatus Gyll. 
ziemlich selten (L.). 
2. cognatus Key. Rainwiese (Schnb.). 

3. minutus Zr. Závist unter Moos ziemlich 


Pi selten. Einige Expl. in Nestern von Tetra- 
|| morlum caespitum (L.). Rainwiese selten 


i (Schnb.). 
| Lithocharis Erichson, 


a . fuscula Mann. In Wäldern 
D ziemlich selten (L.). 
| . brunnea Er. Závist selten. Böhm. Schweiz 
n selten (Schnb.). In Tuchomörie einmal unter 
Moos in grósserer Anzahl. 

ochracea Grav. In Wäldern bei Prag sel- 
ten (L.), Rainwiese selten (Schnb.). 

. melanocephala F, Im mittleren Böh- 
men unter feuchtem Moose und Laube gemein. 
(L.). Bohmiscye Schweiz selten (Schnb.). 

. obsoleta Nordm. In Wiüldern bei Prag 
selten (L.). 


Sunius Stephens, 
. filiformis Latr. 


м 


unter Moos 


© 


EN 


Unter trockenem Laube 


und Moose an Hügeln überall häufig (L.). 
angustatus Pk. 
d trockenen Orten (L.). 


Ueberall sehr häufig an 


be 


TV. 


Paederus Gravenhorst. 
.littoralis Gr. An feuchten Stellen in 
Wäldern und Gärten sehr häufig (L.). 
2. brevipennis Lac. Ueberall ziemlich 
selten (L.). 
З. riparius L. Bei stehendem Wasser unter 
feuchtem Laube überall häufig (L.). 
4. longipennis Er. Unter faulem 
bei Brandeis, Jičín, Rainwiese. 

5. linnophilus Zr. An sandigen Ufern der 
Elbe und Moldau im Grase häufig (L.). 

6. longicornis Aub. Am Klbufer (Schnb.). 

7. ruficollis F. An den Ufern der. Flüsse 
und Bäche (L.). 

8 gemellus Kraatz. 


— 


Schilfe 


Am Elbufer (Schnb.). 


Stenini. 


tuæsthetus Gravenhorst. 

. Scaber Grav. In der Moldauanschwemmung 
2 Expl. (L.). In der Elbanschwemmung bei 
Brandeis, häufig (Dr. Skalický). 

Dianous Curtis. 
coerulescens Gyll. Im Sommer aut 
der Hetzinsel im Schlamme selten (L.). Böh- 
mische Schweiz selten (Schnb.). 

Stenus Latreille. 
1. biguttatus L. An den Ufern am Schlamme 

überall häufig (L.). 
2. bipunctatus Zr. Wie St. biguttatus (L.)- 


ы 


3. longipes Heer. Herrnskretschen, selten 
(Schnb.). 
1. guttula Müll. Kuchelbad beim Wasser, 


auch bei St. Prokop unter feuchtem Laube 
einige Exemplare (L.), Herrnskretschen selten 
(Schnb.). P 

5. bimaculatus Gyll. Bei stehendem Wasser 
unter Laub und faulem Schilfe überall ziem- 
lich selten (L.). 

6. Juno F. Ueberall häufig (L.). 

7. ater Manh. An feuchten Stellen überall, 
ziemlich selten (L.). i 

8. ybuphthalmus Gr. Beim Wasser unter 
faulem Schilfe und am Schlamme gemein (L-): 

9. canaliculatus @yll. Rainwiese selten 
(Schnb.). 

10. acmulus Zr. 

11. morio Grav. 


Rainwiese (Schnb.). 

Rainwiese (Schnb.). 

12. atratulus Zr. Rainwiese (Schb.). 

13. pusillus Zr. Marienbad (M. und A) ` 

14. speculator Lac. In Wäldern unter Moos 
bei Prag selten (L.), Rainwiese (Schnb.). $ 

15. providus Zr. In Wäldern unter Moos 
überall häufig. 

16. lustratus Schnb. Rainwiese (Schnb.). 

17. serutator Er. Závist, unter Moos selten 
(Lok.). di 

18. fossulatus Jr. Böhm. Schweiz in BEA 
steinigen Bachbette, früher sehr häufig, jetzt 
selten (Schnb,). 

19. aterri mus. Kr. 
(Schb.). 

20. fuscipes Grav. 
häufig. 


Im Gebirge bei Ameisen 


In Wäldern unter Moos 


21. humilis Zr. Unter Moos und inder An- 
Schwemmung sehr gemein. 

22. circularis Grav. Im Moose überall ge- 
mein (L.). 

2%. declaratus Er. In Wäldern unter Moos 
und in der Anschwemmung ziemlich häufig. 

24. nigritulus Gyll. In Wäldern überall 
häufig. 

35. unicolor Kr. Rainwiese (Sehnb.). ` wi 

76. binotatus Ljungh. Am Schilfe bei Süm- 
pfen häufig. 

27. planatris Hr. Unter feuchtem Moose und 

5 Laube in der Cibulka, selten. |. Ч 

La bifove olatus Gyll. Rainwiese (Schnb.). 

29. fo veicollis Kraatz. Riesengebirge (Kraatz). 

90. rusticus Zr. In Wäldern bei Prag, 
Pürglitz, Jičín, bóhm. Sehweiz, überall ziem- 
lich selten. 

3 tempestitus Wr. Cibulka und Závist 

„alter Moos selten. Т 

“I Impressus Germ. Bei Prag in Wäldern 

„„emlich häufig. Rainwiese (Schnb.). 

38. palustris Er. Cibulka unter Laub selten. 

34. flavipes Er. Bei Prag und Pürglitz in 
"Wäldern unter Moos ziemlich häufig, Rain- 

or 11680, Haida (Schnb.). 

35. pall ipes Grav. Rainwiese (Schnb.). 

36, filum Grav. Rainwiese (Schnb.). 

37. tarsalis Lj. Ueberall in Wäldern unter 

. Moos ziemlich häufig. 

38, oculatus Grav. In Wäldern bei Prag 

selten; im Nordböhmen häufiger. 

` eicindeloides Grav. Cibulka bei Prag 

m grosser Menge. In Wäldern überall unter 
008 ziemlich häufig. 

40. paganus Zr. Rainwiese (Schnb.). 
| Contractus Zr. Rainwiese, selten (Schb.). 


39 


Oxytelini. 
Oxyporus Fabr. 


"rufus Z, An Wiesen und in Hainen in 
Srossen weissen Pilzen überall. Manchmal in 
Brosser Menge (L.). 
maxillosus J’. Slabec bei Rakonie in Baum- 
Schwümmen häufig, (Dr. Kasper). Rainwiese in 
;«umschwümmen selten (Schnb.). Var. angu- 
laris Gebl einige Expl. von Slabec (1). Im 
Böhmerwalde in morschen Strünken (Seda). 
Bledius Stephens. 
tricornis Herbst. Bei Brandeis im Ange- 
EL Schwemmten der Elbe 1 Stück (Dr. Skal.). 
a talpa Gyll. Böhmische Schweiz (Schnb.). 
9 Subterraneus Er. Auf der Hetzinsel im 
Sande manchmal in grosser Menge. Ueberall 
an Flussufern im Sande. 
opacus Block. An sandigen Flussufern 
ziemlich selten. 
TActicornis Pk. An Flussufern im Sande. 
An den Ufern der Elbe und Moldau manch- 


m 


no 


= 


mal in grosser Menge. 

„erraticus Er. Rainwiese sehr selten (Schb.). 
2) ` 
I latysthetus Mannerheim. 

Cornutus Gr, Im Miste überall häufig. 


N. 29 


9. morsitans Pk. lm Miste sehr gemein. 
3. nodifrons Sahlb. Bei Prag einzeln. 
4. splendens Heer. Rainwiese selten (Schnb.) 


Oxytelus Gravenhorst. 


¿rugosus bh Im Miste und auf Aas überall 
sehr gemein, 

2. insecatus Gr. Rainwiese (Schnb.). 

З. piceus L. Ueberall häufig. 

4, luteipennis Ær. Ueberall, aber nicht 
häufig. 

5. sculptus Gr. Ueberall ziemlich häufig: 

б. inustus Gr, Marienbad im Hirschkoth (M. 
und A.). 

. sculpturatus Gr. Böhm. Schweiz (Sehnb.). 

complanatus Er. Ueberall in Kuhexcre- 

menten ziemlich häufig. 

9. nitidulus Gr. Ueberall gemein; am meisten 
in Kuhexerementen. 

10. depressus Gr. Ueberall ziemlich häufig. 


Haploderus Stephens. 


1. caclatus Gr. Häufig im Miste; fliegt 
Abends. 


Thinodromus Kraatz. 


. dilatatus Fr. Auf der Hetzingel an Ufern 

im groben Sande; nicht häufig. 
Trogophloeus Mannerheim. 

. riparius Lac. An sumpfigen Ufern der 
Flüsse überall ziemlich häufig; in der An- 
schwemmung in grosser Menge. 

. bilineatus Steph. Im Hausgarten unter 
Steinen in feuchtem Boden. (L.). 

3. fuliginosus Gre, Böhm. Schweiz, ziemlich 
selten (Schub.). 

4. corticinus Grav, An Ufern, ziemlich häufig. 

5. punctatellus Kr. Zävist bei Prag nur 
zwei Expl. bei Tetramonium caespitum. 

6. pusillus Grav. Böhmische Schweiz selten 

(Schnb.). 


= 


Ф га 


м 


n 


7. tenellus Er. Mit dem vorigen. 
Thinobius Kiesenwetter. 

1. longipennis Heer. Auf der Hetzinsel in 

der Anschwemmung im Monate Mai 4 Expl 
Syntomium Erichson: 

1. aeneum Müll. Hermskretschen (Schnb.). 

Stern in einem faulen Pfahle 3 Expl. (Hbr.). 
Coprophilus Latreille. 

1, striatulus F. Unter Obstbaumrinde. Rain- 
wiese (Schnb.). Teplitz (Tanneberger). Im 
Fluge einzeln bei Prag (Hbr.). 

Acrognathus Erichson. 

1. mandibularis Gyll. Brandeis, auf nassen 
Wiesen gegen Abend schwärmend (Dr. Ska- 
licky). 

Deleaster Erichson. 
1. dichrous Gravh. Závist beim Bache im 


Sande, und an dem Moldauufer bei Kuchel- 
bad unter Steinen. Am Elbufer (Schnb.). 


30 
Omalini. 
Anthophagus Gravenhorst. 
1. armiger Gr. Bei Prag in Závist im Juni 


9 


se 


10. praeustus Mill. 


1, 


ы 


no 


3. 


1, 


. austriacus Zr. 


. caraboides Z. 


.alpestris Air, 


an Erlen häufig. In Nordbóhmen in Wäldern 
häufig (Schnb.). 


. forticornis Avesw. Im Riesengebirge an 


den höchsten Punkten einzeln (Kiesenwetter). 
Im Riesengebirge (Kiesen- 
wetter). Am Schneeberg bei Tetschen im 
Monate Juni an den Nadelbüumen ziemlich 
selteu (L.). Im Böhmerwalde beim schwarzen 
See (Seda). 


. alpinus Fab. Böhm. Schweiz (Schnb.) 
. sudeticus Kies. 


Rosenberg bei ‘Tetschen ; 
selten (L.). 

omalinus Zelt. Im Riesengebirge unter 
dem Knieholze auf Heidelbeergesträuch. (V. 
Kiesenwetter). Böhm. Schweiz (Schnb.). 


. melanocephalus Jeer. Im Bóhmerwalde 


an der Seewand im Monate September ein 
Expl. (L.). 

Böhm. Schweiz (Schnb.). 
Dort auch die var. abbreviatus Y. 


. testaceus Grav. Bei Altbunzlau im Mai 


häufig (L.). i 
Stáhlau einige Expl. 
vom H. Tuček (L.). 

Geodromicus Redt. 
plagiatus J’, Kré bei Prag am (Bache 
selten (L.). Rainwiese, bohm, Kamnitz, Haida, 
bei Bächen. Ueberall nur schwarze Expl. Stern, 
beim Wasser selten (Hbr.). 


Lesteva Latreille. 


pubescens Mann. Stern, beim Bache 
(Hbr.). 
.maura Er. Stern, beim Bache selten (IIhr.). 
. bicolor Pk. Bei Büchen in schattigen Wäl- 


dern überall häufig (L.). 


. monticola Kiesenwetter, Im Riesengebirge 


vom H. Kiesenwetter und Maerkl entdeckt. 


. punctata Er. Krč im Walde beim Bache 


unter feuchtem Laube im Juni häufig (L.). 
Stern, beim Bache (Hbr.). 


Acidota Stephens. 


. crenata F. Rainwiese selten unter Heidel- 


beersträuchern im Spätherbste (Sehnb.). Baum- 
garten 1 Stück gekötschert (Dr. Skalicky). 


. cruentata Mann. kré unter Moos im No- 


vember 6 Exemplare. (L.). Slahee im Moose 
im Winter 2 Expl. (L.). Rainwiese im Spit- 
herbste einmal (Schnb:). 


Olophrum Erichson. 


. piceum Gyll. Am Georgsberge im Frühlinge 
d 5 Б g 


einige Expl. unter Moos, Rainwiese selten 
(Sehnb.). Stern, unter faulem Laub häufig 
(Hbr.). 

Auf den: höheren Punkten 


des Riesengebirges (v. Kiesenwetter). 

assimile Payk. Rainwiese, selten (Schb.). 
Lathrimaeum Erichson. 

melanocephalum Ill. Bei Prag in Zävist, 


IV. 


Krč, im Frühjahre unter feuchtem Laube 
häufig (L.). Ueberall in Waldungen. 
Amphichrown Kraatz. 
'ànaliculatum Zr. Zavist im Frithlinge 
ziemlich selten (L.). Böhm. Schweiz überall 
auf Dolden (Schnb.). Stern, einmal (Hbr.). 
Beim schwarzen See im Böhmerwalde (Seda). 


Deliphrum Erichson., 


1. tectum Pk. Rainwiese 2 Expl, (Schb.). 
Orochares Kraatz. 
1. angustatus Kr. Kainwiese 9 Stück 1M 


September am Waldrande (Schnb.). 
Arpedium Erichson. 
. quadrum Grar. In. der Moldauanschwem- 
mung im Frühlinge 2 Expl. (L.). Rainwiese 
selten (Schnb.). 
. troglodytes Kiesenwelter. Im Riesenge- 
birge ziemlich häufig vom H. Kiesenwetter 
und Maerkl entdeckt. 
Porrhodites Kraatz. 
. fenestralis Zeit. Von dieser dem höchsten 
Norden von Europa eigenen Art fieng H. Ober- 
förster Schönbach im Spätherbste in eme! 
Waldschlucht bei Rainwiese 2 Stück im Fluge- 


Omalium Gravenhorst. 


.rivulare Pk. In Wäldern unter feuchten 
Laube überall gemein (L.). 

2. fossulatum Kr. Krč und Závist unter 
Moos und Laub im Frühlinge selten (L.). 

3. caesum Grav. In Wäldern unter Laub u 
Moos überall häufig (L). i 

4. oxyacanthae Grav. Kré unter Moos ziem- 
lich selten. In den Wäldern Nordbóhmens. 

5. minimuu Ar, Závist unter Kichenrinde 
im Frühlinge 1 Expl. (L.). Rainwiese selten 
(Sehnb.). 

6. monilicorne (7777. Rainwiese selten (Вер) 

7. planum Pk. Závist im Mai am Kirlenholze ; 
Abends im Kluge einigemal; Podskal unter 
Rinden, selten (L.). Böhmische Schweiz unter 
Kiefernrinde (Schnb.) 

8. subtile Kraatz, Rainwiese (Schnb.). 


re 


3 


nd 


9. pussilum Mann. Bei Prag selten Ben 
Kiefernrinde (L.)  Rainwiese unter Rinde 


(Schnb.). gës , 
10. deplanatum Gil. Závist und Kre bei 
Holz im Frühlinge am Abende im “шде (12). 
Rainwiese unter Rinden (Schnb.). |, S 
11, concinum Marsch. ‘Im Hause im Staub 
im Prühjahre und Winter häufig (L.). póhm. 
Schweiz selten (Schnb.). d 
12. testaceum Er. Krě im September un 
Oktober unter Moos und Laub einige 
(a wi 

13. brunneum Pk. Stern bei Prag 1 ba 
(Hbr.). Rainwiese sehr selten (Schnb.). 

14. florale Pk. In Wäldern auf blühenden 
Gesträuchen überall ziemlich häufig. In I de 
fieng ich im Garten einige Exemplare, ele 
feiner punktirt waren als gewöhnlich. 
scheint, dass es eine neue Spezies sei (Lu): a 

15. nigrum Grav. Im Herbste im Куб unter 


üxpl 


Laube selten (L.) Riesengebirge im Juni. (Н. 
Sacher), Rainwiese (Schnb.). 

16. striatum Grav. Závist unter Moos selten 
(L.. Rainwiese, Böhm.-Kamnitz (Schnb.). 
17. inflatum Zett. Rainwiese unter Rinden 

ziemlich selten (Schnb.). 


Eusphalerum Kraatz. 


1. triviale Er. Böhm. Schweiz häufig auf 


Basaltboden (Schnb.): 
Anthobium Stephens, 


1. signatum Maerkl. Böhm. Schweiz, gemein 
(Sehnb.). 

?. abdominale Gr. Bei Prag im Trühlinge 
an blühenden Gesträuchern ziemlich selten 

e (Li). Böhm. Schweiz häufig (Schnb.). 

3. limbatum Er. Böhm. Schweiz ziemlich 
häufig (Schnb.). 

^. florale Pnz. In Wäldern an Blumen überall 

_ (Lok). 

°. minutum Fab. In Wäldern auf blühenden 

; Pflanzen überall häufie. 

6. anale Er. Böhm, Schweiz, Erzgebirge, ein- 

„ Zeln (Sehnb.). 

i luteipenne Mr. In Wäldern im Riesen- 
gebirge (Kiesenwetter). Böhm. Schweiz, Erz- 
gebirge (Schnb.). 

'ongipenne Wr. Závist selten (L.). Böhm. 
Schweiz, Erzgebirge (Schnb.), Marienbad (M. 
und A,). 

9. ophthalmicum Pk. Krč, Závist ziemlich 
Selten, 

0. torquatum Marsch. Rainwiese sehr selten 

` (Gehnb.). 

11. Sorbi Gyll. Im Frühlinge am blühenden 
Schlehdorn und Weissdorn bei Prag häufig (L.). 
Böhm. Schweiz, Erzgebirge (Schnb.). 


Proteinini. 
Proteinus Latreille. 


1. brachypterus I’. In faulen Pilzen und 
, Wer Moos überall häufig (L.). 

ШҮН ropterus Gyll. In Schwämmen ziem- 
d ich selten (L.). Rainwiese (Schnb.). 

^ atomarius Zr. Závist, Cibulka in Schwäm- 


men selten (1). Rainwiese ziemlich selten 
(Sehnb.). 


Megarthrus Stephens. 


1. dep ressus Pk, In Schwämmen und unter 

ə 998 in Wäldern überall einzeln. 

3 Se atocollis Lac. Böhm. Schweiz in 

ar Wwimmen nieht selten (Schnb.). 

“ Genticolligs Zrieh. Böhm. Schweiz, wie 

с hä sinuatocolis (Schnb.). | : 
BA D erna Ill. In Wäldern bei Prag, in 
Dr vämmen cinzeln (1). Slabec bei Rakonic 
(Dr. Kasper), Rainwiese selten (Schb.). 

Phloeobium Erichson: 
Lao] 


Bol peatum Müll, Závist unter Moos selten. 
oam. Schweiz an Waldründern selten (Schnb.). 


IV. 


d: 


bo 


м 


m 


bo 


= 


Ploeocharini. 
Phlo: ocharis. 


subtilissima Mannh. Podskal in Prag 
unter der Rinde einige Exemplare (L.) Böhm. 
Schweiz unter Kieferrinde selten (Schnb.). 
Baumgarten unter Laub häufig (Hbr.). 


l'iestini. 


Glyptoma Erichson. 


. eorticinum Motsch. Stern unter Laub vier 


Stück (Ubr.). 


Micropeplini. 
Mieropeplaus Latreille. 


. porcatus Pk. An Waldwiesen bei Prag, 


Böhm. Schweiz, Teplic, Gablonz überall häufig. 
tesserula Curt. Rainwiese einigemal ge- 
kötschert (Schnb.). 


Pselaphi. 


Chenntwm Latreille. 


. bituberculatum Lat. Slabee 1 Exempla: 


(Dr. Kasper); bei Tetramorium caespitum in 
Závist im Frühjahre sehr selten (L.). 


Centrotoma Heyden. 


. lucifuga Han. In Závist bei Tetramonium 


caespitum vom März bis Juni und im Septem- 
ber. Selten (L.). Die Männchen dieser und 
der vorhergehenden Art, bei welchen die vier 
letzten Glieder der. Fühler bedeutend erweitert 
haben, sind viel seltener, etwa wie 1 : 10. 


Tyrus Aubé, 


. mucronatus Per. Unter alter Kieferrinde 


ziemlich selten bei Rainwiese (Schnb.). 
’sclaphus Herbst. 


. Heisei Herbst. Unter Moos überall gemein 


(1). 


. dresdensis Hbst. Cibulka unter Moos (L.) 


Kirchner, Lotos 1859. Bei Kaplie. 
Tychus Leach, 


niger Pk. Unter trockenem Moose und 
Laube an Waldründern überall gemein (L.) 


Trichonyx Chaudoir, 
suleicollis Reich. Auf der Hetzinsel in 
Pappelstöcken selten (Ah, ` Im Baumgarten 
1 Expl. (Dr. Skalický), Rainwiese sehr selten 
(Schnb.). Hirschgraben 1 Stück (Srnka). 


. Maerklii Aub: Bei Graupen sehr selten 


(Schnb.). Im Baumgarten 1 Expl. unter Laub 
bei Ameisen (Hbr.). 


Batrisus Aubé. 


. venustus Reichnb. Auf der Hetzinsel in 


einem Wurzelstocke bei Formica timida im 


Sommer 6 Expl (1). Cibulka (Hbr.). Rain- 
wiese ziemlich selten unter der Rinde, auch 
bei Ameisen (Schnb.). 


Bryaxis Leach. 


1. sanguinea L. Zavist, St. Prokop, Kré ein- 
zeln (L.. Rainwiese, Teplitz (Schnb.). 


9. fossulata Rehb. Unter Moos überall ge- 


mein (L.). 

3. xanthoptera Reichenb. Auf der Iletzinsel 

im Juli am Ufer in grobem Sande 10 Expl. 

(L.. Cibulka 1 St. Bei Kónigsaal im Moose 

(Lok.). 

Lefebvrei Awb. Rainwiese selten (Schnb.). 

. haematica Rchb. Závist, Kré unter Moos 
ziemlich selten (L.). 

6. juncorum Leach. Cibulka bei der Wiese 
im Herbste und im Frühlinge unter Moos 
häufig. Bei Prag sonst ziemlich selten (L.). 
Böhm. Schweiz (Schnb.). 


e Ф 


Bythinus Leach. 


1. clavicornis Pz. Unter trockenem Moos, 
selten. Fieber, Fauna Pragensis 1837. Kir- 
chner Lotos 1859. 

. puncticollis Denny. In Wäldern bei Prag 
unter Moos häufig (L.). Rainwiese (Schnb.). 

3. nigripennis Aub. In den Steinbrüchen 
hinter dem Strahöver Thore unter Moos ziem- 
lich häufig (L.). Rainwiese und im ganzen 
angränzenden Gebirge (Schnb.). 

. Chaudoirii Hochh. Kré, Závist bei St. Prokop 
im  Frühlinge und im Herbste unter Moos 
häufig (L.). 

5. bulbifer Rehbeh. Závist, St. Prokop ziem- 

lich selten (L.). Rainwiese (Schnb.). 

6. Curtisii Leach. Rainwiese selten (Schnb.). 

1837. Fieber, Fauna Pragensis. 
7. nodicornis Aub, Závist im Frühlinge unter 
Moos selten (L.). Rainwiese (Schnb.). 


rn 


> 


8.securiger Resch. Cibulka, Závist, unter faulem 


Laube nicht häufig (L.). Rainwiese (Schnb.). 
Burelli Denn. In Wäldern bei Prag unter 
Moos ziemlich häufig (L.). Rainwiese (Schnb). 
Fauna Pragensis 1837 (Fieber). (Schmidt) bei 
Prag. 


Euplectus Leach. 


. Erichsonii Aub.  Rainwiese sehr selten 
(Schnb.). 

. Fischeri Aub. Auf der Hetzinsel in Papeln- 
strünken einigemal (L.). 

signatus Rehb. Bei Prag, aufder Hetzinsel, 
Cibulka an den Baumwurzeln und unter dem 
Laube ziemlich häufig (L.). Rainwiese, nicht 
selten (Schnb.). 


м 


no 


4. Karstenii Reichb. Auf der Hetzinsel in 


den Wurzeln einer Pappel häufig (L.) Rain- 
wiege selten (Schnb.). 


5. nanus Reichb. Auf der Iletzinsel, in Cibulka, 
unter Moos selten (Ti). Rainwiese selten 
(Schnb.). 

6. ambiguus Rchb. Cibulka, Závist unter 


Moos ziemlich häufig (L.). Böhm. Schweiz 
überall (Schnb.). 
7. bicolor Denny. Rainwiese selten (Schnb.), 


32 IV. 


Trimium Aubé. 


1. brevicorne Reichb. In Wäldern unter 
Moos häufig (L.). 

„brevipenne Chaud. Závist, Krč, Cibulka 
unter Moos nicht hinfig (L.. Böhmische 
Schweiz nicht selten (Schb.). 


N 


Clavigeridae. 
Claviger Preysler. 


longicornis Mill. Böhm. Schweiz sehr 
selten (Schnb.). Závist 6 Expl.: bei Formica 
umbrata (L.). { 

. foveolatus Müller. Böhm. Schweiz nicht 
selten (Schnb.)  Ueberall. Sehr hänfig in den 
Steinbrüchen hinter dem Strahover Thor. 


n 


Scydmaenidae. 


Cephenniwm Müller. 


.thoracicum Müll. In Wäldern bei Prag 
unter feuchtem Laube und Moose sehr кетеш 
(L.. Biirglitz, Slabee häufig (Dr. Kasper). 
Rainwiese, selten (Schnb.). 

2, fulvum Schaum. Mit C. thoracicum, aber 
seltener (L.). Rainwiese einmal (Schnb.). 


Euthia Stephens. 


plicata Gyll. Rainwiese, selten (Sehnb.). 

2. scydmaenoides Steph. Závist im hrüh- 
linge im Moose sehr selten (L.) Rainwiese 
nicht selten (Schnb.). 


Seydmaenus Latreille. 


1. Goldarti Latr.. Závist, unter Moos selten 
(L.. Rainwiese selten (Schnb.). 
2. scutellaris Müll. Závist und St. Prokop 
unter Moos ziemlich selten (L.). ү 
. collaris Müll. In Wäldern bei Prag ziem- 
lich’ selten (L.), Rainwiese (Schnb). ` 
4. pusillus Müll. Bei Prag in den Stem- 
brüchen hinter dem Strahover-Thore und an 
den Anhöhen bei St. Prokop, im Frühlinge 
unter Steinen häufig (L.). 
exilis Zr. Rainwiese sehr selten (Schnb.). 
angulatus Müll. In Wäldern bei Frag 
unter Moos ziemlich selten (L.A Rainwiese 
(Schnb.). | 
7. elongatulus Müll. Závist und Krč unter 
Moos ziemlich häufig (L.). Rainwiese (Schb.)- 
.rubicundus Schaum. Rainwiese sehr sel- 
ten (Schnb.). 
9. pubicollis Müll. Krč, Závist unter dem 
Moose selten (L.). i , 
10. Motschulskii Sf. Závist im Juni unter 
Moos 1 Expl. (L.). S 
11. denticornis Müll. In Wäldern bei Prag 
unter Moos -ziemlich selten (L.). Böhmische 
Schweiz (Schnb.). Loo 
19. hirticollis Jd. In Wäldern überall häufig 
(Lokaj). 


9 


b. 


ES 


oc 


IV. 33 


Silphales. 
Sillphidae. 


Choleva Latreille. 


l. intermedia Kraatz. hainwiese selten 
(Sehnb.). 

o. T dia 

& angustata F Unter Steinen und trocke- 


nem Laube bei Prag, in der bóhm. Schweiz 

, nd bóhm. Kamnitz (Schnb.). 

3, сів teloides Frohlich. Unter trockenem 
Laube im Frühlinge einige Expl. (L.) Bei 
Prag unter Laub (Hbr. J 

agilis Jig. Krč St. Prokop und Kuchel- 
"ad unter trockenem Laube selten (L.). 

. Strigosa Krautz. Im Juni auf der Hetzinsel 
1 Stück (L.). 

. velox demos. Auf der Hetzinsel in hohlem 
Baume 2 Expl. (Dr. Kasper). Brandeis an d. 
E. (Dr. Skal.). 

7. badia Sturm. Brandeis a. d. E. 1 8t. (Dr. 

Skal.). 

8. Wilkinii Spence, Im Hirschgraben aus ei- 

nem alten Baume in grosser Menge (Hbr.), 

(H. Srnka). 
yrunnea Sturm. Im morschen Holze auf 

der Hetzinsel im November 1 Expl. (Шу) 

. anisotomoides Spene. In Holzschlägen 

in Krč, Závist unter trockenem Laube häufig 

im Juni (L.). 


с» 


10 


Catops Paykull. 


l. pie ipes F In Wäldern bei Prag unter ge- 
fallenem Laube selten (L. Hbr.). Rainwiese, 
Teplitz, einzeln; auch in Gablonz | Schnb.). 


9 

2. fuscus Per. Bei Prag im Herbste auf he 
häufig ( D 

3 


: nigricans Spe nee. Bei Prag auf, Aas in 
Wäldern, auch in faulen Pilzen, nicht häufig 

Я (L.). Brandeis (Dr. Skal.). Rainwiese (Schb.). 

4. morio Fab. In Wäldern auf Aas, selten (L.). 

9. nigrita Zr. Bei Prag auf Aas selten (L.). 
: Jitin (Prof. Warecka). 

9. grandicollis Kr. Rainwiese (Schb.). 


Aas und in faulen Schwämmen ziemlich selten 
(Lok.). 


8. tristis Pz. Bei Prag selten (L.). Rainwiese 

ү (Schnh.). 

“ Fotundicollis Kellner. Rainwiese (Schnb.). 

10. alpinus Gyll. Seiten | Schnb.). 

11. Natsonii Spence. Auf Aas über: hi häufig 
4. 

12. Scitulus Er. Rainwiese (Schnb.). 


З. varicornis Rosenh. Unter Laub in Krč 

einige Expl. (1). 

t. serice us Paz. Auf Aas und unter faulem 

p abe überall ziemlich häufig (I5). E. 

9. colonoides Kraate. Závist im Frühlinge 
unter Laub 1 Expl. (L.). Brandeis a. d. E. 
(Dr. Skal.), 

C 
Colon Herbst. 
|" Puneticolle Kraatz. Böhm. Schweiz ein- 

? zeln (Schnb.). 

^ Serripes Sahlb. Závist im Juni unter Moos 
zweimal (L ). Brandeis a. d. E (Dr. Skal.). 


chrysomeloides Рг. Zävist im Herbste auf 


3. clavigerum Hbst. Závist Abends am Wald- 
rande einigemal (L.). Brandeis a. d. Elbe 
(Dr. Skal.). 

4. murinum Kraatz. Baumgarten 1 Stück 
(Hbr.). Brandeis a. d. E. mehrere (Dr. Skal.). 

5. calcaratum Kr. Böhm. Schweiz einzeln 
(Schnb.). 

6. brunneum Latr. Böhmische Schweiz ein- 
zeln (Schnb.). 

7. latum Kraatz. Böhmische Schweiz einzeln 
(Schnb.). 


Silpha Linné. 


Neerodes Leach. 

1. littoralis Zinn. In Wäldern auf Aas 
überall häufig (L.). 

Oeceocampta Leach. 

1. thoracica L. In Wäldern überall häufig 
(L.). 

2. quadripunctata, L: In Eichenwäldern auf 
Bäumen überall (Gr 

3 rugosa L. Auf Aas überall häufig (L). 

4. sinuata F. Ueberall wie 5. rugosa (L.). 

5. ораса L. Bei Prag selten (L.). Rainwiese 
ziemlich häufig (Schnb.). 

Silpha 1. spec. 

6. carinata Ill. In Wäldern bei Prag häufig 
(LJ. Bei Teplitz (Schnb.). 

7. reticulata, Auf Feldern an Wegen häufig 
L.). 

8. р igrita Creutz. Ueberall ziemlich häufig (L.). 

9. tristis Ill. Rainwiese (Schnb.). Marienbad 
(M. und A.). 

10. obscura £L. Ueberall sehr häufig (L.). 

Phosphuga Leach. 

11. atrata L. In Wäldern und in Gärten sehr 
häufig (L.). 


Necrophorus Fabricius. 


germanicus Linn. Ueberall mehr oder 

weniger häufig. Var. elythris flavomaculatis 

2 Expl. Roztok (L.). 

humator Fab. In Wäldern auf Aas, manch- 

mal in grosser Menge (L.). 

3. vespillo L. Auf Aas häufig, überall (L.). 

4. vestigator Herrsch. Bei Prag im Frühlinge 

auf Aas ziemlich selten (L.). 

5. fossor Kr. Im Sommer auf Aas überall; 
bei Prag häufig (L.). 

6. .ruspator hr. Rainwiese nicht selten 
(Schnb.). 

7. sepultor Charp. Zlíchov, bei St. Prokop 

im August und September auf Aas häufig (L.). 


be 


Agyrtes Frohlich. 


. castaneus Pk. Im Frübjahre im Baum- 
garten häufig im Flug (Hbr.). Im Monate 
März zwischen Kuchelbad und Königsaal vor 
einigen Jahren einige Hundert Stück auf der 
Strasse fliegend, die aus dem Miste ausgeflogen 
sind ; sonst ist der Käfer selten (L.). 
Sphaeriles Dftschm. 

1. glabratus Fab. Böhm. Schweiz. Nicht 
selten in faulen Schwämmen, im Sommer un” 


ter Menschenkoth im Sande (Schnb.). Böhmer” 
wald im September in faulen Pilzen 2 Expl. (L.)- 


3 


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Anisotomidae. 


Triarthron Schmidt. 


1. Maerkelii Schmidt. Rainwiese sehr selten 
(Sehnb.). 
Hydnobius Schmidt. 
1. punetatissimus Steph. Rainwiese selten 
(Schnb.). 
2. punctatus Sturm. Rainwiese selten (Schb.). 
Závist 1’ Expl. (L.). 


Anisotoma Illiger, 


. cinnamomea Pnz. Bei Prag sehr selten 
auf Waldwiesen (L.). Rainwiese (Schub.) In 
Prag am Laurenzberg (Dr. Skal.). 

2. Triepkii Schmidt. Rainwiese selten (Schb.). 
Brandeis a. d. E. selten (Dr, Skal.). 

. rotundata Zr. Hinter dem Strahöver-Thore 
2 Expl. unter Steinen im September (L.). Auch 
in Stern (Hbr.). 

. obesa Schmidt. Závist, im Sommer einige- 
mal (L.). 

5. dubia Kugl, An Waldwiesen gegen Abend 

überall ziemlich selten (L.). 

6. ciliaris Schmidt. In Stern selten (Hbr.). 

7. pallens Strm. Závist selten (L.). 

8. ovalis Schm. Böhm. Schweiz an Waldrän- 

dern (Schnb.), 

9. rubiginosa Schn. Stern selten (Uhr. 

10. calcarata Er. An Waldründern und in 

Holzschlägen überall nicht selten (L.). 
11. badia Sim. Bei Wäldern überall ziemlich 
selten (L.). 

12. parvula Sahlb. Böhm. Schweiz an Wald- 

rändern (Schnb.) Stern 1 Expl. (НЛ. 


Cyrtusa Erichson. 
1. subtestacea Gyll. In Zävist, selten (L.). 
Rainwiese, selten (Schb.). 
2. minuta Ahr. Rainwiese selten (Schb.). 
3. pauxilla Schm. Rainwiese selten (Schnb.). 


> 


Colenis Erichson. 


dentipes Gyll, An sandigen Ufern bei 
Prag weniger selten (L.). Stern gekötschert, 
nicht selten (Hbr.). Brandeis (Dr. Skalicky). 
Rainwiese, Teplitz, Böhm. Kamnitz (Schnb.). 


Agartcophagus Schmidt. 


- 


.cephalotes Schm. Ein Pärchen bei Rain- 
wiese gekótschert (Sehnb.). 


Liodes Latreille. 


1. humeralis F. In Baumschwümmen überall 
ziemlich häufig, 

2. axillaris @yll. In Baumschwämmen, nicht 
häufig, überall (L.). 

3. serricornis Gyll Rainwiese, sehr selten 
(Schnb.). 

4. castanea Hrbst. Bei Prag auf Strünken in 
Schwämmen selten; sonst mehr oder weniger 
häufig (Li). 

5. orbicularis Zlrbst. In Baumschwimmen 
und unter Rinde überall ziemlich selten (L.). 


IV. 


Amphicyllis Erichson. 

1. globus F. Unter Moos und feuchtem Laube 
überall. Bei Prag in Roztok häufig (L.). Var. 
staphylea Gyll. in der böhmischen Schweiz 
selten (Schnb.). 


2. globiformis Shlb. Rainwiese selten (Schb.) 
Agathidium Illiger. 
1. nigripenne 7. Bei Prag in Strünken sel- 


ten (L.. Rainwiese, Teplitz, unter Buchen- 
rinde (Schnb.). 

‚atrum Pk. Unter Moos und feuchtem Laub 
auch in Strünken überall ziemlich häufig (1) 

З. seminulum J Unter morscher Rinde an 
Strünken bei Prag selten (L.).  Rainwiese 
(Schnb.). 

.laevigatum Er. In Strünken und unter 
Moos überall käufig (1..). 

5. badium Zr. Unter Rinden; Rainwiese (Schb.). 

j. mandibulare Si. Rainwiese unter Rinden 
(Schnb.). 

^ votundatum Gyll. Rainwiese unter Rinden 
(Schnb.). 


x 


E 


Clambidae. 
Clambus Fischer. 


1. pubescens Redi. Aus faulem Stroh einmal 
in grosser Menge (L.). Böhmische Schweiz 
nicht selten (Schnb.). Im Baumgarten unter 
Laub häufig (Hbr.). 
. minutus Sé In der Moldauanschwemmung 
im Frühlinge 1 Expl. (L.). Rainwiese selten 
(zehnb.). 
3. armadillo De Geer. Bei Prag in Wäldern 
unter Moos ziemlich selten. Böhmische Sehwel4 
nicht selten gekötschert (Schnb.). 


be 


Calyptomerus Redtenbacher, 


1. alpestris Zi Rainwiese in trockene! 
Vichtenrinde (Schnb.). 


Sphaeriidae 
Spherius Wall. 


acaroides Waltl. Auf der Hetzinsel 1" 
Sande selten (Li). 


Trichopterygia. 


Ptenidium Erichson. 

. apicale Zr. In Wäldern unter feuchtem 
Laube überall weniger häufig (L.). f 
2. pusillum Gyll. In Wäldern unter feuchten 

Laub überall häufig, 
Nossidium Erichson. 
{. pilosellum Marsch. Baumgarten 
Laub, selten Hbr.) 


unter 


IV. 


Ptilium Erichson. 
1. Kunzei Heer. Bei Prag im Miste selten (L.). 
2. angustatum Zr. Böhm. Schweiz (Schnb.). 
.minutissimum Web. Böhmische Schweiz 
(Schnb.). 
. Caesum Ar, 
häufig (L.). 
“canaliculatum Er. Im 
‚ Aemlich häufig (L.). 
б. excaratum Zr. Böhm, 


Ptinella Matthews. 
rer Heer. Závist in Strünken selten. 
walnwiese unter Rinden selten (Schnb.). 
Pleryy Matthews. 


“Suturalis Heer. 
selten (Schnb.). 


Bei Prag im Miste ziemlich 


Miste bei 


Prag 


Schweiz (Schnb.). 


Rainwiese unter Rinden, 


Trichopteryx Kirby. 


„atomaria De Geer. Im Miste, unter faulem 
4 Laube in Wäldern überall häufig (L.). 

* grandicollis Mann. Unter nassem Laub 
überall (L.). 

-fascicularis Herbst. Ueberall unter fau- 
lenden Pflanzenstoffen (1..). 


4. bre vipennis Er. Bei Prag, im Miste sel 
EL). 

ү pumila Zr. Rainwiese (Schnb.). 

) 


| Sericans Herbst. Im Miste und unter Laub, 
ziemlich häufig (L.). 


Scaphidiliae. 


Scaphidium Olivier. 
: Quadrimaeulatum Oliv. Závist, Pürglitz 


| › : a d 
m ' Baumschwümmeu ziemlich selten — (L.). 


2; e " B " 
Pohmisehe Schweiz überall in Holzschwämmen 
(Schnb.). 


y i 
Scaphisoma Leach, 


agaricinum L. Oliv. In alten Baum- 
Айкен an Schwämmen, auch im faulendem 
Поле überall häufig (L.). 

boleti Pe, Auf der Hetzinsel in Sehwiim- 
men einer hohlen Pappel einige Expl. (L.). 
-assimile Zr. Rainwiese sehr selten (Schb.). 
Hetzinsel in faulen Strünken häufig (L.). 


to 


Histeridae. 
Hololepta Paykull. 


Plana Fuessly. Auf der Hetzinsel unter 
Ce Rinde morscher Pappeln manchmal ziem- 
ich häufig. DR 


A 
Platysoma Leach. 


; depressum I’. In Kichenstrünken unter der 
Rinde ziemlich häufig (L.). 

oblongum A Rainwiese, Teplitz (Schnb.). 
3. lineare Er. In Prag unter der Rinde ge- 
schwenmter Fichten 2 Expl. (L.. Brandeis 
unter Pappelrinde einmal (Hbr.). 


وه دن 


9, unicolor L. 
H 


4. terricola Germ. 


8. carbonarius 


9, ruficornis Grimm. 


te 


te 


35 


4, angustatum Pnt-H. Unter der Rinde des 
geschwemmten Holzes in Prag einige Expl. 
(L. Rainwiese einmal (Schnb.). 

Hister Linné. 

. quadrimaculatus. L. 
böhmen ziemlich häufig. 

Im Miste überall häufig (L.). 
cadaverinus 2. H. Auf Aas überall 

häufig. 


Ueberall in Mittel- 


_ 


Ueberall mehr oder we- 
niger selten. 


5. merdarius Ent-H. Ueberall ziemlich häufig. 
6. fimetarius Hbst. 


Ueberall weniger häufig. 

7. neglectus Germ. Rainwise selten (Schb.). 

Ent.-H. Ueberall ziemlich 

häufig (L.). 

Königsaal in einer 
hohlen Pappel 1 Expl. (L.). 

10. purpurascens Host. Ueberall häufig. 

1. stercorarius Ent. H. Ueberall häufig. 

3. sinuatus Ill. Bei Prag weniger häufig. 

3. Anotatus Serb. Ueberall häufig. 

1. bissexstriatus AL Ueberall 
häufig. 

15. bimaculatus LL. Ueberall ziemlich häufig 
(L.). 

16. duodecimstriatus Schr. Bei Prag, ziem- 
lich selten (L.). 


Paromalus Erichson. 


1. parallelopipedus Host. 
ten (Schb.). 

9 flavicornis Host. Bei Prag unter der 
Rinde von Pappelstrünken, auch in faulem 
Pappelholze, nicht selten (L.)  Rainwiese, 
Teplitz (Schnb.). 

Heterius Erichson. 

1. sesquicornis Preisl. Kré, St. Prokop, 
Kuchelbad, Závist bei Formica fusca manch- 
mal häufig (L.). Rainwiese, Teplitz bei Amei- 
sen; auch in böhmisch-Kamnitz (Sehub.). 


Dendrophilus Leach. 


. punctatus Z/bst. In hohlen Bäumen und 
Strünken; in faulem Holze weniger häufig, 
gewöhnlich in der Gesellschaft der Formica 
fuliginosa (L.). | 
.pygmaeus L. Bei Prag nur einmal in einer 
alten Pappel (L.). Rainwiese in altem Holze 
bei Ameisen (Schnb.). Prag (Haber). 


1 
1 
1 
1: 


weniger 


Rainwiese sel- 


Saprinus Erichson. : 
Auf Aas überall häufig (L.). 
Auf Aas und im Miste überall 


. nitidulus Z^ 
. aeneus Fab. 
häufig. 

. quadristriatus Ent. H. Am Flbufer im 
Sande, bei Brandeis und in der böhmischen 
Schweiz selten (L. Schb.). 


Gnathoncus Duval. 
Auf Aas überall ziemlich 


.rotundatus Ill. 
häufig. 


Teretrius Erichson. 
In morschen Pappelzweigen bei 
3 * 


1. picipes F. 


bo 


= 


— 


oO 1 


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— 


bo 


36 


. eansus, Ill, 


bo 


. corruscus Payk. 


bo 


. corticalis Schh. 
„aeneus Il. 


j. pygmaeus Sl. 
in den Steinbrüchen im Frühlinge unter Moos 


. geminus Ill. 
. piceus Steph. 
.oblongus br. 


. Sambuci 


Prag (Hlfr). Baumgarten aus faulen Bäumen 
mehrmals ausgeraucht (Hbr.). 


Plegadarus Erichson. 


vulnaratus Ps Böhmische 
Baumwurzeln, selten (Schnb.). 

In Wurzeln hohler Pappeln auf 
In Baum- 


Schweiz in 


der Hetzinsel ziemlich selten (L.). 
wurzeln, Rainwiese selten (Schnb.). 


discisus Er. In morschen Baumwurzeln 
selten. Rainwiese (Schnb.). 
Onthophilus Leach. 
striatus F. Am Ufer der Elbe selten 
(Schnb.). 
Abreus Leach, 
. globulus Creutz. In den Strahöver Stein- 


brüchen in halb trockenem Kuhmist im Herbste 
massenhaft (Haury). 
globosus Ent. H. 
(Schnb.). 


Acritus Le Conte. 


minutus F. Slabec bei Rakonitz 
Rinde in grosser Menge (Dr. Kasper). 
wiese unter Baumrinden (Schb.). 


Rainwiese sehr selten 


unter 
Rain- 


Phalacridae 


Phalacrus Paykull. 
Ueberall sehr gemein. 
substriatus Gyll. An Waldwiesen bei 
Prag, weniger häufig (L.). 

Olibrus Erichson. 
Ueberall häufig, 
Ueberall an Blüthen. 


. bicolor FÜ Ueberall sehr häufig. 
liquidus Zr. ln Nordbóhmen ziemlich 
häufig. 

. Millefolii Payk. Ueberall ziemlich häufig. 


Hinter dem Strahöver Thore 


Rainwiese selten (Schnb.). 
Ueberall häufig. 
Rainwiese selten (Schnb.). 
Rainwiese sclten (Schnb.). 


selten (L.). 


Nitidulariae. 


Brachypterinae. 


Cercus Latreille, 


. pedicularis Linn. Cibulka und Stern bei 
Prag unter Moos und an Blüthen, weniger 
häufig (L). Rainwiese, Teplitz (Schnb.). 


Marienbad (M. und A.). 
Er. Slabee bei Rakonitz häufig 
(Dr. Kasper). Böhm. Schweiz (Schb.). Kuchel- 
had sehr selten (Hbr.). 


IV. 


3. 


no 


— 


SCH 


9 
2. 


.gravidus ll. 


. pubescens Zr. 


» obsoleta F. 


rhenanus Bach. Bóhmische Schweiz auf 


Spirea (Schnb.). 
Brachypterus Kugelann. 
Auf dem Leinkraut überal 
häufig (L.). 
Marienbad (M. und A.). 


. Urticae F. Ueberall häufig. 


Carpophilinae. 


Carpophilus Leach. 


hemipterus Linn. In Feigen gefunden 


(Dr. Fric). 
Nitidulinae. 


Epuraea. 

. decemguttata Fab. in Wäldern bei Pra 
an dem ausfliessenden Safte der Erlen z!em- 
lich selten (L. Hbr.). 

‚silacea Hrbst. Ueberall ziemlich häufig (LJ 
aestiva L. Unter Rinden und an Blüthen 
überall. 
deleta Er. 
weniger häufig. 


Unter Eichenrinde in Závist 


5. variegata Hbst. Bei Prag an Erlen selten 


(L.). Böhm. Schweiz (Schnb.). 
Am ausfliessenden Safte der 
Bäume überall. 
.florea Hr. 
. melanocephala Marsh. 
berg (Schb.). 

limbata F. An Schwämmen bei 
wurzeln überall; manchmal häufig (L.). 


Nitidula Fab. 


1.bipustulata L. Auf trockenem Aas überall 
ziemlich selten (L.). 

rufipes L. Rainwiese (Schnb.). 
.Apustulata F. Ellbogner Kreis (Gl.). 


Ueberall häufig. 


Rainwiese, Rosen“ 


Baum- 


Soronia Erichson. 


Iii. InAm ausfliessenden 


punctatissima , onde 
Prag ziemlich häufig, 


Safte der Weiden bei 
sonst überall selten (L.). 4 

o 1 anfg 
. grisea J. Am Baumsafte überall häufig: 


Ipidia Erichson. 


quadrinotata F „Böhm. Schweiz 
Bichenrinde (Sehnb.). S áhlan (Н. Tuček). 4 
Baumgarten aus einem alten Baume 2 Stück 
herausgeraucht (Hbr.). 


unter 
Im 


Amphotis Erichson. 
] 


WU" { К ГИ " ol 
Bei Formica fuliginosa be 


.marginata F. 
€ Prokop 


Prag, auch in hohlen Bäumen bei St. 
und Zävist überall häufig (L.). 


Omosita Erichson. 


ome : A selten 
depressa Г. Rainwiese ziemlich 5€ | 
(Schuh. { 
: { nem Aas 
colon L. Bei Prag an trockenem ^" 


häufig. 


m 


10. fibularis Er. 


3. 


: fervida Gyll 


. hebes Er. 
-aeneus iber, 
«viridescens F. 


< subaeneus Sirm. 
С Symphyti Heer. 


discoidea F. Bei Prag auf trockenem Aas 
manchmal in grosser Menge. 


Thalyera Erichson. 


In Nordböhmen auf Spiraea 
ulmaria häufig (Schnb.). 


Pria Stephens. 


Duleamarae Ill. Rainwiese 
Solanum dulcamara (Schnb.). 
Meligethes Kirby. 

Bei Prag ziemlich selten (1). 
Bohm. Schweiz gemein (Schnb.). 
Ueberall sehr gemein. Den 
Raps vertilgt er oft. 
Ueberall häufig. 

Böhm. Schweiz (Schb.). 
Bei Prag weniger häufig 
tainwiese (Schb.). 


` Viduatus Sturm. Bei Prag ziemlich häufig. 
- pedieularius Gyl. 
| tristis Sf. 
: Seniculus Zr. 


Rainwiese (Schnb.). 
Bei Prag an Echium häufig. 
Selten auf Waldwiesen un- 
weit von Kaplitz (Lotos 1859). 


1859), 


11. erythropus Gyll. Ueberall ziemlich häufig. 


12. exilis Strm. 


1, 


Co H 


nw 


: pulchellus Zr. 


'Strigata bt Am 


Marienbad (M. und A.). 
Pocadius Erichson. 


ferrugineus F. Rainwiese, auf Spiraea 
(Schb.). Bei Prag, Pürglitz, Teplitz, Gablonz 
überall ziemlich häufig in Bovisten (L.). 


Cychraminae. 


Cychramus Kugel»nn. 


. quadripunctatus Hbst. Im Böhmerwalde 


und in den Gebirgen Nordböhmens an Blüthen 
überall selten (L. Schnb.). 


- fungicolla Heer. Rainwiese selten (Schb.). 


luteus Kugel. In gebirgigen Gegenden 
überall auf Spiraea häufig. Bei Prag noch nie 
gefunden (L.). 


Dybocephalinae. 


Cybocephalus Erichson. 


: exiguus Sahlb. Böhm. Schweiz gekötschert 


(Schnb.). 

e Auf den Felsen hinter dem 
Kinsky’schen Garten am Beginne des Abhanges 
Segen Коў im Herbste und im Frühjahr an 
warmen Tagen unter Steinen, selten (L.). 


Ipinae. 
Cryptarcha Schuckard. 


ausfliessenden Safte der 


Laubbäume überall, nicht häufig (L.). 
: Imperialis А. Závist am Erlensafte selten 
du). Baumgarten am Eichensafte selten (Hbr.). 


selten auf 


Am Dreisesselberge (Lotos 


1. 


mi 


.quadripustulatus A 


. grandis Gyll. 


. eribratus Gyl. 
. ferrugineus Ph, 


,nitidulusTAl 


. politus Hellw, 


LORS aL, 
.ferruginea L 


. oblonga, E, 


37 


Ips Fabricius. 


quadriguttatus # Unter Baumrinden im 
nördlichen Böhmen (Schnb.). Stählau (Tuček) 
Am ausfliessenden Safte im Kinsky’schen Gar- 
ten (Hbr.). 
quadripunctatus Host Unter Eichen- 
rinde bei Prag selten (L.). Stáhlau (H. Tu- 
ček). Nördliches Böhmen unter Baumrinden 
(Schnb.). Auch im Kinsky’schen Garten (Hbr.). 
Unter der Rinde 
der Bäume überall nicht selten (L.). 
ferrugineus Fab. Unter Kieferrinde 
überall, nicht häufig (L.). 


Rhizophaginae. 


Rhizophagus Herbst. 


Rainwiese 1 Stk. im Spät- 
herbste im Fluge gefangen (Schnb.). 1 Stück 
im September bei Slabee (L.). 
depressus F Unter Kieferrinde 
häufig. 


überall 


Rainwiese selten (Schb.). 
Unter der Rinde in an- 
geschwemmten Holze in Prag manchmal häufig 
(L.). Stáhlau (Tuček). Böhm. Schweiz (Schb.). 
parallelocollis Gyll. Stählau (Tuček). 
Böhm. Schweiz selten (Schnb.). 
Nordböhmen (Schb.). 
dispar Pk. Unter morscher Rinde überall 
ziemlich häufig. 


. bipustulatus A. Unter Eichenrinde überall 


häufig. Auch im 
rinde (Hbr.). 


Baumgarten unter Linden- 


Unter Fichtenrinde überall 
in der böhmischen Schweiz (Schnb.). Brandeis 
(Dr, Skal.). 


Trogositidae. 
Polidini. 


Nemosoma Latreille. 


. elongatum Linn, Rainwiese 1 Expl. (Schb.). 


Stählau 2 Expl. (Н. Tuček). In Prag in wot: 
chem Brennholze unter der Rinde (Hbr.). Bei 
Prag 1 Stück (Dr. Skal.). 

Trogostta Olivier, 
Pappelholze 
Mehl 


mauritanica Z, . In faulem 
bei Kuchelbad einige Expl., häufig in 
und Kleien in Prag (L.). 

Pellis Geoffroy. 
An der Seewand unter morschen 
Strünken einige Expl. im September (Lok.). 
Ueberall. Am meisten in 
alten Häusern, in morschen Balken (L.). 
Bei Prag unter Weidenrinde 
auf der Hetzinsel selten (L.). Unter Rinden 
selten, in der bóhm. Schweiz (Schb.). Brandeis 
unter Kichenrinde (Dr. Skal.). 


Thymalus Latreille. 


1. limbatus F. Rainwiese selten unter Baum- 
rinden (Schnb.). 


| 
| r 

| Colydiadae. 

| 

| Synchytini, 

| Sarrotrium Tiger. 

| 1. elavicorne Linn. Bei Prag an steinigen 
| Hügeln unter Steinen (L, Hbr.). Slabee (Dr 
| Kasper). 

| Ditoma Miger. 

| 1. crenata Hbst Unter der Rinde alter 
| Strünke überall häufig (L.). 

| Synchita Hellwig 

| 1. Juglandis F. Unter der Rinde alter Nuss- 
| bäume ziemlich häufig (Hbr. Dr. Skal.) 

| 


Cicones Curtis. 
1. variegatus Hho. Rainwiese selten in faulen 
Buchenstöcken (Schb.). 


Aulonium Erichson. 
1. sulcatum Ol. Bei Prag aus Ulmen einige 
| Expl. ausgeraucht (Dr. Skalický). 
Colydium Fab. 
Brandeis a. d. E. 


| 
| 
| Colydini. 


1. filiforme Fab. in alten 


Eichen (Dr. Skal.). 
Aglenus Erichson. 
1. brunneus Gyll. Im Hause unter morschem 
l"ussboden in grosser Menge (L.). 


Cerylini. 


Cerylon Latreille, 
1. histeroides F. Unter Rinden und in fau- 
lem Holz überall ziemlich häufig (L.). 
2. angustatum Zr. Rainwiese, selten (Schb.). 
3. deplanatum Gyll. Auf der Hetzinsel unter 
morscher Pappelrinde häufig (L.). 


Cucujidae 


Prostomis Latreille. 


1. mandibularis A Fieber, Fauna pragensis 
1837. 
Cucujus Fab. 
Herr Haber bekam 
Handelsmanne 
die in einem 
Holzgarten in Prag gefangen wurden. 


| í 
| Т. sanguinolentus JZ. 
| einmal im Frühlinge von dem 
| Herrn Kreidel 8 Stück lebend, 
| 
| 
| 


IV. 


Brontes Fab. 

1. planatus Z. Auf der Hetzinsel unter mor- 
scher Rinde alter Weiden 2mal (L.). Brandeis 
unter Baumrinden nicht selten. (Dr. Skalický). 

Lamophloeus Erichson. 

. denticulatus Preyssl. Bei Prag unter der 
Rinde morscher Bäume selten (L.). Я 
2. ferrugineus Steph. In altem Mehle manen- 

mal in grosser Zahl, Ueberall (L.). 

. cortieinus Pr. Rainwiese sehr selten unte! 

Rinden (Schnb.). 
Lathropus Wrichson. 

. sepieola Müll. Rainwiese 1 Expl. an einem 
warmen Sommerabende gekötschert (Sehnb.)- 
Brandeis a. d. E. 1 Stk. im Flug (Dr. Skal.) 

Pediacus Shuckard. 

1. depressus Hbst. Zwischen Brettern in den 

Brettmühlen yon Herrnskretschen selten (Schh.). 


Cryptophagidae. 
Sylvanus Latreille. 


1. framentarius A. In altem Mehle und 1m 
Getraide überall, manchmal in grosser Menge 
(Lok.). 

2. bidentatus F. 
aber selten (L.). 

3. unidentatus Fl 

morscher Pappelrinde häufig (L.) 

selten (Schnb.). 

similis Zr. Rainwiese 

Rinden (Schnb.). 


Unter: Kieferrinde überall 


Auf der Hetzinsel unte! 
Rainwiese 
unter 


nicht selten 


a 


Monotomini. 


Monotoma Herbst. 


1. picipes Pk. Rainwiese in trockenem Kuh- 
dünger gemein (Schnb ). 

2. scabra Kunze. Rainw. selten gekótschert 
(Schnb.), bei Prag nicht selten (Dr. Skal.). 


3. conicicollis Aub. Rainwiese selten; 80° 
kötschert (Schnb.). ў 
4. angusticollis: Gyll Rainwiese gelte! 


(Schnb.). 
b. spinicollis Aub. Rainwiese selten (Schb.); 
quadrifoveolata Aub. Unter Moos be! 
Prag selten (L.). 
7. quadricollis Aub. 
8. flavipes Kunze. Brandeis a, 
moder (Dr. Skal.). ў 
9. longicollis Gyllh. Cibulka bei Prag, unte! 
Moos selten (L, Dr. Skal). 


tainwiese selten (Schb.): 
d. E, in Eichen- 


Cryptophagidae. 


Antherophagus Latreille. 


1. nigricornis F. Rainwiese selten (Schnb.) 


t 


о O0 


10, 


IV 


-Silaceus Most. Boi Prag an kahlen Anhöhen 


unter Steinen und trockenem Moose selten 
(L. Dr. Skalický). Stern, gekötschert (Hbr.). 


9. pallens Of. An Nadelbiinmen überall, aber 
Selten, 
Emphylus Erichson. 
1, glaber Gyll. Rainwiese, selten, bei Ameisen 


(Schnb.) 
Cryptophagus Herbst. 


Lycoperdi Mbst, Ueberall Böhm. Leipa v. H. 
Dr. Celakovsky; in Trüffeln ziemlich häufig. 


2. Schmidtii Surm. In Wäldern unter Moos 


ziemlich häufig (L.). 
Setulosus St 
(Sehnb.). 

pilosus Gyll In Wäldern unter Moos 
nicht häufige. Ueberall (Li). 
.Saginatus St. In Häusern an feuchten und 
dunklen Orten, häufig (L.). 
«umbratus Zr. Rainwiese selten (Schnb.). 


Rainwiese in  Bovisten 


7T. Sea nicus L. In Häusern häufig. In Wäl- 


dern überall unter Moos (Li). 

- badius St. Rainwiese, selten (Schnb.). 
-quercinus Kraatz. Rainwiese , sehr ein- 
zeln (Schnb.). 

cellaris Scop. In Häusern überall häufig. 
(Lok.). 

l. acutangulus Gyll. In Häusern überall, 
nicht häufig (L.). 


12. fumatus Gyll, Bei Prag ziemlich selten, 


im Nordböhmen häufig (Li). 


13. dentatus Zbst. In Häusern überall häufig 


1 
1 
1 
1 


(Lok.). 
4. distiguendus St. Rainw., selten (Schnb.). 
ч dorsalis Sahlb, Rainwiese selten (Schb.) 
б. crenulatus Er. Rainwiese, selten (Schb.). 
i 


pubescens St. Rainwiese, selten (Schb.). 
P А б 
Paramecosoma Curtis. 

-abietis Pk. Rainwiese, nicht selten (Schb.). 

^ pilosulum Zr. Rainwiese, sehr selten 
(Sehnb.), А 

:melanoeephalum Jobst. Rainwiese, sehr 

Selten gekötschert (Sehnb.).  Königsaal auf 

der Strasse an einer gefällten Pappel einige 

Expl. an Stellen, wo frische Rinde fehlte (L.). 


Atomaria Stephens. 


Vaf etai Hbst. Bei Prag unter Laub und 
Moos ziemlich häufig (L.). Böhm. Schweiz, 
| y selten (Schnb.). 
3. nana Er, Ueberall ziemlich häufig. 


umbrina Gyll. Bei Prag ziemlich häufig 
(12). Rainwiese, selten (Schnb.). 


4. diluta Er. Rainwiese, selten (Schub.). 


^ procerula Kr. 3öhmische Schweiz, selten 


‚ (Schnb.). 


б. pulchra Br. Rainwiese, selten (Schnb.). 

Т. Clongatula Zr. Rainwiese, nicht selten 
(Schnb.). 

a linearis Step. Ueberall häufig. 

" contaminata Zr. Rainwiese sehr selten 
(Schnb.). 

10, 


1 mesomelas Most. Ueberall häufig. 
1. fuscipes Gyll. Ueberall häufig. 


21. turgida Er. Ueberall ziemlich häufig. 


02 


no 


a 


Qo 


89 


3. peltata Kraat: Rainwiese, selten (Schb.). 
3. munda Zr. In Prag in Häusern’ an dun- 
klen Stellen ziemlich selten (L.). 

4. impressa Zr. Rainwiese, selten (Schnb.). 
5.nigripennis Pk. In Prag mit A. munda 
(Lok.). 


16. basalis Er. Rainwiese, selten (Schb.). 


7. atra Host. Ueberall ziemlich häufig. 


18. fuscata Schh. Ueberall hüufig. 


9. atricapilla Steph. Bei Prag, nicht häufigs 
(L.. Rainwiese, nicht selten (Schnb.). 


20. pusilla Pk. In Wäldern und an Wiesen 


ziemlich häufig ; überall. 


3 


33. analis Zr. Ueberall häufig. 


23. ruficornis Marsch. Bei Prag selten. 


Böhm. Schweiz, nicht selten (Schb.). 
Iiphistemus Westwood. 


1. gyrinoides Marsh. Závist bei Prag im 


Frühlinge unter Moos selten Var. dimidiatus 
Мт. vom H. Dr. Skalický am Laurenzberge 
unter Brettern gefangen ; ziemlich häufig. Auch 
in der bóhm, Schweiz häufig (Schb.). 

. globulus Pk. Bei Prag in Wäldern unter 
Moos selten (L.) Rainwiese, ziemlich selten 
(Schnb.). 


Lathridiadae. 


Lathridius Illiger. 


lardarius D G. Bei Prag in Wäldern 
unter Laub und Moos, nicht selten (L.). Rain- 
wiese, selten (Schb.). 


2. angusticollis Ит. Ueberall häufig. Ein- 


mal bei Prag an Firlenstämmen in grosser 
Menge (L.). 

.angulatus Mann. Böhm. Schweiz, häufig 
(Sehnb.). 


4. alternans Mann. Bei Prag einzeln auf 


der Hetzinsel Závist und St. Prokop (L.). 


5. rugicollis 07. Böhm. Schweiz, nicht sel- 


ten (Schb.). 

constrictus Gyll. Rainwiese, nicht selten 

(Schnb.). 

. elongatus Curt. Závist, einzeln unter Stei- 
nen bei "Tetramorium caespitum; daselbst 
häufig unter einer alten, hohlen Buche bei 
Formica fuliginosa in der Gesellschaft von 
Myrmedonia limbata, laticollis u. s. w. all- 
jährlich (L.). Böhmische Schweiz, sehr selten 
(Schnb.). 

. liliputanus Mann. Böhm. Schweiz, (Schb.). 


9. hirtus (all, Bei Prag auf der Hetzinsel in 


einem faulen Baumstrunke im November ein 
Expl: (Di). 

10. rugosus J/bst. Böhm. Schweiz, selten 
(Schnb.). 

11. transversus Ol, Bei Prag, unter Moo. 
nieht häufig (Li). 

12. minutus L. In Häusern überall ziemlich 
häufig. 

13. anthracinus Mann. Rainwiese, 1 expl. 
(Schnb.). 


40 


14. filiformis Gyl. Böhm. Schweiz, selten 
(Schnb.). 


Corticaria Morsham, 


1. pubescens Jil. Веі Prag, in alten trocke- 
nen Strünken auf der Hetzinsel und in Wül- 
dern ziemlich häufig. Böhm. Schweiz, nicht 
häufig, bei Ameisen (Schnb.). 

2. bella Ла. Závist im Frühlinge unter Moos 
selten (L.). 

З. serrata Pz. Unter Rinden am Schneeberg 
bei Bodenbach (Schnb.), in Prag in Häusern 
häufig (L.). 

4. formicetorum Mannerh. Rainw. (Sclib.). 

5. longicornis Hbst. Bei Prag ziemlich sel- 
ten (L.. Rainwiese (Schnb.). 

j. cylindrica Mnnrh. Bei Prag selten (L.). 
Rainwiese (Schnb.). 

7. elongata Mumm. Bei Prag in Wäldern 
unter Moos im Frühlinge ziemlich häufig (L.). 
Rainwiese (Schb.). 

8. gibbosa Host. Ueberall sehr gemein (L.). 

9. trifoveolata Rdt. Sehr einzeln im Früh- 
linge unter Moos (L.). 

10. fuscula Humm. Bei Prag ziemlich häufig 
unter Moos im Trüblinge (L.). 

11. truncatella Murh. Auf der Hetzinsel an 
morschen Wurzeln der Pappeln im Herbste 
einigemal (L.). 


9 


co 


c 


Dasycerus Brogniart. 


1. sulcatus Brgn. Bei Prag in Závist im 
Frühlinge unter trockenem Laub und Moos 
in Holzschlägen, selten (L.)  Rainwiese in 
faulen Stócken (Schnb.) Stern unter Moos, 
selten (Hbr.). 


Mycetophagidae. 
Mycetophagus Hellwig. 


l. quadripustulatus L. In frischen Schwüm- 
men auf Büumen überall hüufig (L.). 

2. piceus J. Unter Buchenrind» in der bóhm. 
Schweiz und im Böhmerwalde (Schnb. L.). 
Baumgarten unter Rinden selten (Hbr.). 

З. decempunctatus 7. Rainwiese 1 Expl. 
(Schnb.). Baumgarten unter Rinden selten 
(Hbr.). 

4. atomarius F. In alten Stöcken in Wäldern 
überall mehr oder. weniger häufig. 

5. multipunetatus. Baumgarten unter Rin- 
den, selten (Hbr.). 

6. fulvicollis AL  Rainwiese, selten (Schb.). 
] Expl. in Brandeis (Dr. Skal.). 

. Populi AL Bei Prag im Baumgarten aus 

hohlen Bäumen ausgeraucht (H. Habr und 

Dr. Skal:) Rainwiese selten (Schb.). 

8. quadriguttatus Müll. Einmal im Mehle 
in Prag in grosser Menge (L.). 


Triphyllus Latreille. 


.punctatus Lab, Im Baumgarten bei Prag 
häufig (Abr. Dr. Skalický). 


kel 


Litargus Erichson, 
. bifasciatus Fab. In alten, hohlen Bäu- 
men manchmal häufig, überall. 


о 


IV. 


Typhaea Kirby. 

1. fumata Linn. In alten Bäumen und Strünken 
nicht häufig, bei Prag und in der böhmischen 
Schweiz (L. Schnb.). In faulem Heu mehrere 
Hundert (Hbr.). 


Dermestidae. 


Dermestes Linné. 


1. Frischii Aug. Auf Aas überall häufig (L.). 

2. murinus Jann. Auf Aas überall häufig 
(Lok.). 

9. undulatus Brhm. In Wäldern auf Aas 
überall häufig; auch in alter Anschwemmung 
der Flüsse (L.). 

4. laniarius Jd. Bei Altbunzlau unter mor- 
schem Schilfe bei Sümpfen ziemlich häufig 
(Lok.). 

5. ater O/. Ellbogner Kreis (Gl.). 

6. lardarius JL. Ueberall in alten Thierstoffen 
sehr gemein, ist sehr schädlich (L.). 

7. bicolor A. Finige Expl. auf einem alten 
Geländer auf der Strasse von Kuchelbad nach 
Königsaal (L.). 


Attagenus Latreille, 


1. pellio Z, Ueberall gemein und schädlich 
(Lok.). : 

2, Schaefferi bs’. In hohlen Weiden bei 
Prag, in Cibulka ziemlich häufig (L.). Rain- 
wiese, 'Teplitz (Schnb.). 

3. megatoma J. In alten Gebäuden überall 
häufig (L.). j 

4. vigintiguttatus I. Im Frühlinge auf 
blühendem Weissdorn in Zävist selten (A) 
hainwiese selten (Schnb.). Kuchelbad auf blü- 
hendem Weissdorn selten (Hbr.). 


Megatoma Herbst. 


l.. undata Z. Im Frühlinge auf altem Ge- 
länder zwischen Kuchelbad und Königsaal 
manchmal häufig (L.). 


Hadrotoma Erichson, 

1. marginata Pk. Cibulka bei Prag bei Wur- 
zeln alter Weiden ziemlich selten (L.). Rain- 
wiese selten (Schnb.). 

2. nigripes F. Rainwiese, selten (Schnb.). 


Trogoderma Lattreille, 


1. versicolor Of. Kuchelbad auf blühendem 
Weissdorn (Hbr.). 

2. elongatum F. Bei Prag an altem Holze 
ziemlich selten (L.). Rainwiese, Teplitz, bohm. 
Kamnitz (Schnb.). d 

З. villosulum  Dftr. — Rainwiese, Teplitz 
(Schnb.). 


Tiresias Stephens, 


1. serra AL Závist in hohlen Eichen selten 
(L.. Baumgarten bei Prae, aus alten Bäumen 
einzeln herausgeraucht (Hbr.). 


Anthrenus | Geoffroy. 


1. scrophulariae L. Ueberall gemein. 


IV. 


2. Pimpinellae F. 


Blumen häufig (L.). 


Bei Prag, Pürglitz an 

Rainwiese (Schnb.). 

3. varius F Bei Prag, Pürelitz, an Blumen 
häufig (L.). Auch in der böhmischen Schweiz 
(Schnb.). 

4 museorum Z. Ueberall an Blumen und in 

d Häusern häufig. 

9. claviger Er. Ueberall häufig. 


Trinodes Latreille. 


1. hirtus №, Rainwiese einzeln (Schnb.). Stern 
einmal gekötschert (Hbr.). 


Byrrhidae. 


Nosodendron Latreille, 


1. flaseilulare Ol. Bei Prag in Nusle am 
ausfliessenden Safte der Erlen, selten (L.). 
Rainwiese am  ausfliessenden Tannensafte 
(Schnb.). 


Syncalypta Dillwgn. 


l. setigera I. Kré und Z vist im Herbste 
und im Frühlinge unter dem Moose in Holz- 
schlägen selten (L.). Böhm. Schweiz am Klb- 
ufer (Schnb.). Stern (Hbr.). 

?. spinosa Rossi. Cibulka bei Prag auf der 
Wiese in feuchtem Boden hüufig (L.). Bóhm. 
Schweiz am Flbufer (Schnb.). Brandeis (Dr. 
Skalický). 


Curimus Erichson. 


l. erinaceus Dft. Am Fusse einer Eiche im 
Stern 1 St. (Hbr.) 


Byrrhus Linné. 

l. gigas F Im Riesengebirge. 

2. ornatus Per. Bei Prag bei St. Prokop und 
m Závist unter Moos nicht häufig. Im ganzen 
Gebirge des nördlichen Böhmens (Schub.). 

3 luniger Germ. In den Gebirgen von Nord- 
böhmen (Sehnb.). Kuchelbad unter Moos im 
Frühjahre selten (Hbr.). 

^ pilula IL. (oblongus Strm.). Ueberall ge- 
mein (L.). Var. arietinus Steff. Rainwiese 

` nicht häufig (Schnb.). 

5. fasciatus A In Wäldern bei Prag und 

, Pürglitz, selten (L. Hbr.). 

9. dorsalis # In Wäldern bei Prag, selten 
(L. Hbr.). Rainwiese, selten (Schnb.). 

7. murinus Ill. Bei Prag an sonnigen Hügeln 
unter Steinen und trockenem Moose ziemlich 
selten (L.). 


Cytilus Erichson. 


1. varius Au 


i Durch ganz Böhmen verbreitet, 
häufig. 


Morychus Erichson. 
1. aneus bn 
häufig (L.). 
№ (Schnb.). 
^ nitens Pz. An den Moldauufern und in der 
Anschwemmung, häufig (L.). 


An sandigen Orten bei Brandeis, 
Böhm. Schweiz in feuchtem Sand 


41 


Simplocaria Marsham. 


1. metallica Sf. Brandeis im Frühjahre vom 
Hochwasser angeschwemmt, mehrere Stücke 
(Dr. Skalicky). 

semistriata F. Ueberall an Ufern der 
Bäche und Flüsse, auch an feuchten Wiesen, 
aber überall ziemlich selten (L.). 


Limnichus Latreille. 


. sericeus Dft. An feuchten Wiesen in der 
Erde; häufig bei Prag in der Cibulka (L.). 
Böhm. Schweiz am Elbufer (Schnb.). 


r2 


i 


Georyssidae. 


Georyssus Latreille. 


— 


. pygmaeus F. Bei St. Prokop am Bache 
unter Steinen und an Wasserpflanzen selten 
(L.). Böhm. Schweiz an Elb- und Bachufern 
selten (Schnb.). In der Moldauanschwemmung 
nach Hochwasser im Frühlinge selten (L.). 


Parnidae. 


Parnus Fabricius. 


_ 


prolifericornis A Bei Altbunzlau in 
Sümpfen an Wurzeln der Wasserpflanzen sehr 
häufig, bei Prag selten (L.). 

. auriculatus IJ. Am Moldauufer bei Prag 
unter Steinen, selten. In der Anschwemmung 
manchmal ziemlich häufig. In der Iseran- 
schwemmung im Monate Juni bei Eisenbrod 
häufig (L.. Böhm. Schweiz an Ufern selten 
(Schnb.). 


Pomatinus Sturm, 


. substriatus Müll. Auf der Hetzinsel am 
Ufer unter Steinen 1 Expl. (L.). St. Prokop 
1 Stück am Bache (Hbr.). 


Potamophilus Germar. 


.acuminatus Fab. Am Flossholze in der 
Elbe bei Raudnitz vom Hrn. Fleischer. Bei 
Herrnskretschen (Schnb.). 

Limnius Müller. 

.tubereulatus Müller. In der Moldau bei 
Prag unter Steinen selten. Bei Reichenberg 
einige Expl. (L.). Im Kamnitzbache bei Herrns- 
kretschen (Schnb.). 

Elmis Latreille. 
1. aeneus Müll. In allen Bächen und Flüssen 
unter groben Steinen häufig (L.). 

2. Maugetii Latr. In reinen Bergbächen im 
Böhmerwalde häufig (L.). Auch in der böhm. 
Schweiz (Schnb.). 

.Volkmarii Per. Auf der Hetzinsel, selten. 
Im Böhmerwalde in Bächen häufig (L.). Häufig 
im Kamnitzbache der böhm. Schweiz (Schnb., 
Lok.). 

4. Germari Ar, Im Bóhmerwalde seltener als 


ne 


Га 


os 


2 


wann un 


42 


mi 


- 


. laevigatus Pnz. 


E. Volkmari (1). Im Kamnitzbache häufig 
(Schnb.). 

opacus Müll. Auf der Hetzinsel unter 
Steinen selten (L.). 


. parallelopipedus Müll. Im Bache bei 


St. Prokop, selten (L.). Kamnitzbach (Schb.). 
Neisse bei Reichenberg (l..). 


. pygmaeus Mill. Einmal im Sommer bei 


kleinem Wasser auf der Hetzinsel über 200 
Expl. in der Moldau (L.). 


. cupreus Müll. In Bächen überall häufig 


(L5: 
Stenelmis Dufour. 


. consobrinus Dufour. Auf der Hetzinsel 


in der Moldau unter Steinen selten. ` Einmal 
bei kleinem Wasser über 60 Expl. (L.) In 
der Elbe bei Raudnitz (Fleischer). In der Elbe 
bei Herrnskretschen (Schnb.). 


Maeronychus Müller. 


. quadrituberculatus Müll. Auf der Hetz- 


insel mit Stenelmis consobrinus nur einmal 
etwa 40 Expl. (L.). 


Heteroceridae. 


Heterocerus Fab. 


parallelus @ebl. Rainwiese, sehr selten 
(Schnb. ). 


. fossor Kies. Im Sande an den Ufern der Mol- 


dau manchmal in grosser Menge (L.): Böhm. 
Schweiz, häufig (Schnb.). 

marginatus A. Rainwiese, nicht selten 
(Schnb.). 


. hispidulus Kies. An sumpfigen Ufern bei 


Prag, ziemlich häufig (L.). 
Im Sumpfe bei Teichen 
und Flüssen überall häufig. 


.fusculus Aves. Bohm. Schweiz an schlam- 


migen Ufern (Schnb.). 


. serieans Kies. Böhm. Schweiz, nicht selten 


(Schnb.). 


Lucanidae. 


Lucanus Linné. 


cervus Г. In ganz Böhmen in Eichenwäl- 
dern häufig. Bei Prag Var. hircus Hbst. 
häufiger als cervus. 


Doreus Mac Leary. 


. parallelopipedus L, In Wäldern überall 


häufig, am meisten an Erlen oder in mor- 
schen Erlenstrünken. 


Platycerus Geoffroy. 


. caraboides L, Im April und Mai am aus- 


fliessenden Safte der Birken und Eichen. 
Ueberall ziemlich häufig (L.). 


Sinodendron Fab. 
cylindrieum Z. In Erlenstrünken in 


IV. 


{ 


9 


Závist ziemlich häufig: (L.). Pirglitz | (Dr. 
Kasper). Im Gebirge des nördlichen Böhmen 
überall (Schnb.). 

Aesalus Fab. 
scarabaeoides Pz. In einem Eichenstrunke 
zu Roztok 1 Expl. (Dr. Kasper): 


Scarabaeidae. 


Coprini. 


Sisyphus Latreille. 
Schaefferi L. Bei Prag, bei St. Prokop 
und in Kuchelbad im Mai im Kuhkothe, nicht 
häufig (L). Am Schlossberge bei Teplitz 
(Schnb.). 

Gymnopleurus Mliger. 
Mopsus Pallas. In Kuchelbad im Mai iu 
Kuhexerementen häufig (Li), 

Copris Geoffroy. 
lunaris Zinn. In der Umgebung von Prag, 
bei St. Prokop, in Kuchelbad und Königsaal 
unter Kuhmist häufig; auch in Pürglitz, Jictn; 
Teplitz und in der bóhm. Schweiz (Schnb.). 

Onthophagus Latreille. 
taurus L. Šárka, Kuchelbad, Kré, Závist 
hänfie. Sonst in ganz Böhmen mehr oder 
weniger verbreitet (L.). 


ə, nutans M Závist im Kuh- und Schafmist 


häufig (L.). 


.austriacus Per. Bei Prag am Belvedere 


und im Baumgarten selten (L.). Bei Leitmeritz 
(Fleischer). 


. vacea A. In ganz Böhmen häufig. 
‚ coenobita Höst. Ueberall im Kuh- und 


Menschenkothe häufig. 
fracticornis. Per, 
häufigste. ; 
nuchicornis Z., In ganz Böhmen. Ве! 
Prag häufig. : 
lemur A Bei Prag in Wäldern häufig, 
seltener überall. 

camelus F. Bei Prag und Leitmeritz, selten. 


(L.). 


Ueberall, er ist der 
? 


10. semicornis Per. Zävist im Kuhkothe 


selten (L.). Böhm. Schweiz im Menschenkoth, 
selten (Schnb.). 


11. ovatus Z. Ueberall gemein (L.). 


12. 


Schreberi L. Im Kuhmist überall häufig 
(L.). 


Aphodiini. 


Aphodius Miiger. 


Colobopterus Muls. 


1. 
Copsimorphus Muls. 
9 


eraticus Zab. Ueberall häufig. 


scrutator Host. Im Baumgarten und, am 


Belvedere, selten (L.). 


IV. 


Eupleurus Muls. 

3. subterraneus F L. Ueberall häufig. 
Tenehestes Muls. 

‚ fossor L. In Wäldern überall häufig. 

Otopkorus Muls. 

5. haemorhoidales Z. Bei Wäldern überall 
häufig, 

Aphodius Muls. 

б. seybalarius A. Bei Prag häufig. 
foetens AL Rainwiese, einzeln (Schnb.). 
Marienbad (M. und A.). 

8. fimetarius Z. Ueberall sehr gemein. 

9. ater De Ger. Bei Prag ziemlich selten (L.). 
Rainwiese, nicht selten (Schnb.). Marienbad 
(M. und A.) 

0. constans Dft. Rainwiese selten (Schnb.). 

l. granarius Z. Ueberall häufig. 

12. Piceus Qull. Rainwiese selten (Sehnb.). 

13. nemoralis Er. Rainwiese 1 Expl. (Schb.). 
Marienbad im Hirsehkothe (M. und A.). 

1. foetidus F. Rainwiese im Hirschkothe 
(Schnb.). 

15. sordidus F. Ueberall häufig. 

10. rufescens FM Bei Prag häufig. Ueberall 
mehr oder weniger häufig. 

17. nitidulus A Bei Prag ziemlich selten 
(L.). Bei Pürglitz und in Nordböhmen häufiger 
(Sehnb.). 

18. immundus Creutz. Ueberall, ziemlich 
selten (L.). 

9. bimaculatus 7. Bei Prag, ziemlich 
selten (L.). 

^0. niger Per. In Prag, in einem Hausgarten 
in der Erde unter Steinen häufig durch das 
ganze Jahr (L.). 

. lividus. Kllbogner Kreis (Gl.). 
.inquinatus Ji Ueberall gemein. à 
. melanostictus Schmidt. Ueberall gemein. 

1 Sticticus Png. In Wäldern bei. Prag, 

‚ziemlich selten (L.). Kilbogner Kreis (OL). 
Pictus St, Teplitz, häufig (Schnb.). 

tessulatus Pk. Kré im Kluge im Herbste 
selten (L.). 

27. obseursus 7. Ellbogner Kreis (Gl.). 

28. porcus M Bei Prag in Wäldern selten 

mA Marienbad (M. und A.J. — 

“9. seropha F Bei Prag im Frühlinge und 

„Im Herbste Abends im Fluge einigemal (L.). 

30, tristis Pnz. Bei Prag zemlich häufig (L.). 

31. pusilllus Z/bst. Ueberall häufig. 

92, quadriguttatus Abst. Stáhlau viele Expl. 
vom Herrn Tuček (L.). Rainwiese sehr selten 
(Sehnb.) 

93. sanguinolentus Pe. Im Frithlinge in 
Kuchelbad auf Hügeln im Schafkothe häufig (L.). 

34, merdarius Z6. Ueberall, gemein. 
Melinopterus Muls. í 

35, prodomus Brhm. Ueberall gemein. | 
96. punetatosulcatus St. Ueberall ziemlich 
i RUDI 
37. Consputus (Ureiz, Ellbogner Kreis (€ 
38. contaminatus бв. Ellbogner Kreis (( 

39. obliteratus Pzr. Bei Prag, selten. 
Acrossus Muls. 


40. rufipes Z. In Wäldern in bergigen Ge- 


N NN N 
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ad, 
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X 
" 
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Senden überall häufig (L.). 
1. luridus F. Ueberall gemein. 


43 


42. depressus Kug. In Kuchelbad und Závist 
ziemlich selten (L.). 

43. atramentarius Zr. Bei Prag selten (L.). 
Rainwiese, selten (Schnb.). 

Plagiogonus Muls. 

44. arenarius Ol. Marienbad im Hirschkothe 
(M.). 

Heptaulatus Muls. 

45. sus F. Bei Prag nicht häufig (L.). Rain- 
wiese sehr selten (Schnb.). Teplitz, Gablonz. 

16. testudinarius F. Im Miste im Frühlinge 
manchmal häufig, überall. 

Oxyomus Mulsant. 

47. porcatus Fbr. Ueberall sehr gemein, 


Amoecius Mulsant. 


l brevis Er. Ellbogner Kreis (Gl.). Bei Prag 
selten (L.). 

9. gibbus Germ. 1851. Letzner, Schles. Ber. 
Auf den hóchsten Kümmen des Riesengebirges. 


Rhyssemus Mulsant. 


l. asper Fab. An den Ufern der Moldau im 
Sande, weniger häufig (L.). 


Psammodius Gyllenhal. 


l. sulcicollis Zig. An Moldauufern im 
Sande ziemlich selten (L.). 


Ilybalidae. 


Ochodaeus Lep. et Serv. 


1. chrysomelinus Fab. Bei Brandeis auf 
Wiesen bei der Elbe Abends einige Expl., ge- 
© 7 Ө 
kötschert (Dr. Skalicky). 


reotrupidae. 
Odontaeus. 


1. mobilicornis # In Böhmen ziemlich ver- 
breitet, aber überall selten. Man kann ihn im 
Sommer auf Wiesen Abends kötschern. Bei 
Prag und Zävist einigemal (L.) Slabec bei 
Rakonitz (Dr. Kasper). Stählau (Tuéek). Rain- 
wiese, Teplitz (Schnb.). Gablonz, Hirschberg, 
Kisenbrod (L.). 


Geotrupes Latreille. 


. Typhoeus Z, Rainwiese selten (Schnb.). 
Vor einigen Jahren 1 Expl. bei Prag todt ge- 
funden (L.). Pürglitz 1 Expl. (Hüttenbacher). 

3. stercorarius Z: Ueberall gemein. 

3. putridarias Ær. Ueberall gemein. 

4. mutator Marsh. Ueberall sehr gemein und 

der häufigste. 
5. sylvaticus F. In Wäldern überall häufig. 
6. vernalis Z. Ueberall gemein. 


Trogidae. 


Trox Fabricius. 


1. perlatus Scribe, Kirchner Lotos 1859, 
selten bei Kaplitz. 


9, 


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44 


hispidus Bichart. In ganz Böhmen mehr 
oder weniger verbreitet, bei Prag zuweilen 
häufig (L.). 


. sabulosus L. Bei Prag selten (L.). Ell- 


bogner Kreis (Gl). 


. scaber F. Im Miste manchmal sehr häufig, 


überall verbreitet (L.). 


Melolonthidae. 
Hoplia Illiger. 


. philanthus Sulz. Bei Prag an Waldwiesen 


ziemlich selten (L.). Stählau (Tuček). Slabec 
(Dr. Kasper). In Gebirgen Nordböhmens 
überall (Schnb.). 


. praticola Dft. Ellbogner Kreis (Gl. 1842). 
. farinosa L. Bei Budweis (Márkel) Fieber, 


Fauna pragensis 1837. 


. graminicola F. Rainwiese ziemlich selten 


(Sehnb.)  Sfáhlau (Tuček). Fieber, Fauna 
pragensis 1837. 


Homaloplia Stephens. 


.ruricola Fab. Bei Prag im Baumgarten 


an Blumen; selten (Hbr.). 
Serica Mac Leay. 


. holosericea Scop, Im Frühlinge überall 


häufig, bei Tag unter Steinen. Im Frühlinge 
in der Anschwemmung der Moldau in grosser 
Menge (L.). 

brunnea L. Ueberall in Wäldern aber 
ziemlich selten. 


Melolontha Fab. 


. vulgaris F. Ueberall schädlich. Bei Prag 


jedes 4. Jahr am häufigsten. Von Ende April 
bis Ende Juni (L.). 


. Hippocastani F. Bei Prag am häufigsten 


im Baumgarten, um einen halben Monat früher 
als der vorige. In ganz Böhmen verbreitet, 
gewöhnlich aber nicht so häufig als der vorige. 
In der böhm. Schweiz fand ich beide Species 
noch im Juli häufig (L.). 


Polyphylla Harris. 


. fullo Z. Závist bei Prag im Monate Juli 


2 Expl. (lL). In den Brandeiser Wäldern 
manchmal sehr häufig, Abends fliegend. In den 
Kieferwäldern bei Weisswasser häufig (Dr. 
Em. Purkyně). 


Rhizotrogus Latreille, 


. solstitialis Z. Im Monate Juni überall 


häufig. Fliegt nach Sonnenuntergang (L.). 


. ochraceus Knoch. Doppelburg bei Teplitz 


(Schnb.). 


. assimilis Hbst. Bei Prag selten (L.). Eisen- 


brod und Gablonz (L.). 


. aestivus Ol. Bei Prag häufig (L.). Slabee 


(Dr. Kasper). Teplitz (Schnb.). 


Rutelidae. 


Anisoplia Laporte. 


. fruticolla Fab. Ellbogner Kreis (Gl. 1842). 


IV. 


ә 


9 


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no 


. horticólla Z. 


.marmorata F. 


agricolla Fub. Bei Prag auf Wiesen bei 
Wäldern im Mai (L.). 


Phyllopertha Kirby. 


Ueberall sehr häufig und 
schädlich: 


Anomala Koeppe. 


. aurata F. Kirchner Lotos 1859 bei Kaplitz. 
. Frischli A In Mittelböhmen überall, auf 


Weiden (L.). 


Dynastidae. 


Pentodon Hoppe. 


. punctatus De Vill. Kirchner, Lotos 1859 


bei Kaplitz. 


Oryctes. 


. nasicornis Lf. Im Mai bei Prag in Gärten 


manchmal häufig; Abends im Fluge (L.). Te- 
plitz (Schnb.). 


Üetonini. 


Oxythyrea Mulsant, 
stictica Z. Im südöstlichen Böhmen. 


Cetonia Fabricius. 


. hirtella Z. Im Frühlinge anf Wiesen überall 


häufig (L.). 


2, viridis F. Marienbad (M. und A.). 


speciossima. Aus der Umgebung von 
Písek 2 Expl. erhalten (L.). Brandeis (Dr. Skal.). 
Ueberall; immer nur am 
ausfliessenden Safte der Bäume und zwar alter 
Weiden und Birnbäume (L.). 


. floricola Hbst. Ueberall gemein am aus“ 


fliessenden Baumsafte; Var. aenea et metallica 
beide häufig. Var. cuprea bei Prag sehr sel- 
ten (L.). 


. aurata F. Ueberall auf Blumen häufig d 


Osmoderma Lep. et Serv. 


. eremita L. Jičín, auf Linden (Prach.), Be! 


Prag selten; in alten Weiden in der Sarka 
und in Závist (L.). Slabec (Dr. Kpr). Ram- 
wiege selten; häufig bei Teplitz und Graupen 
(Schnb.). 


Gnorimus Lep. et Serv. 


. variabilis Z. Bei Prag in Krč und Závist 


im Monate Juni an Erlen sehr selten (L.)- 
Slabec in einer alten Eiche über 100 Exp! 
auf einmal gefangen (Dr. Kspr.. Rainwiese 
selten (Schnb.). 

nobilis Z. Bei Prag selten (L.). Stern 
(Hbr.). In Nordböhmen auf Blumen überal 
häufig (Schnb.). 


Trichius Fab. 


.faseiatus L. Bei Prag in Zävist 2 Expl. 


(L.). In Nordbóhmen auf Blumen überall 
(Schnb.). Im Riesengebirge häufig (Hbr.). 


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12 


- d 


сх 


-flovoguttata Il. 


* punctata £F 


IV. 


Valgus Scriba. 


: hemipterus Z. An altem Holze überall, 
manchmal häufig (L.). 


Buprestidae. 
Ptosima Solier. 
Ellbogner Kreis (61.). 
Capnodis Eschseb. 


У, у 
-tenebrionis L. Bei Prag am Zizkaberg, 


m Kuchelbad an Schlehdorn ziemlich selten 
(L.. (Es scheint, dass Prag der nördlichste 
Ort ist, wo dieser südeuropäische Käfer ge- 
funden wird.) 

Dicerca Eschsch. 

: berolinensis Fab. In Prag in Podskal 
2 Expl. (L.). Stern, an Birken häufig vom 
H. Kolár und Haury geklopft. 

: acuminata Pall. In Kuchelbad an einer 
Jungen Kiefer 1 Expl. (L.). Sárka auf Birken 
6 Expl. (Krause). 

. moesta Fab. 1 Expl. bei Rainwiese (Schb.). 


Poecilonota Eschsch. 


. Сопврегва Gyll. 
men selten (L.). 
rutilans F Bei Prag an alten Linden 
häufig (L.). Slabee bei Вакопіс (Dr. Kspr.). 
Stáhlau auf Linden (Tuček).  Rainwiese, 
Teplitz (Schnb.). 


Kré, an alten Espenbäu- 


Aneylochira Eschseh. 

-rustica ZL. Bei Pürglitz (Dr. Kasper). Rain- 
Wiese häufig aul Kiefern (Schnb.). 

d Böhm. Schweiz häufig auf 
Kiefern (Schnb.). Marienbad (M. und A. 1857). 
- Octoguttata Г, Bei Pürglitz 1 Expl. auf 
Kiefern (L.). Am Prebischthor selten in Kieler- 
Stócken (Schnb.). 


Eurythyrea Solier. 


-austriaca L. Pisek (L.). Stählau in alten 


Eichen (Tuček). 
Chalcophora Solier 


: Mariana ZL. 1857. Frič, Phan. B. bei Pürg- 
litz 28. Juni 1855. 

Anthaxia Eschsch. 
„manca F. Rainwiese einmal in grösserer 
Anzahl (Schnb.). 
candens Per. Bei Prag hinter dem Korn- 
thore bei der Bastei von Gymnasialschülern 
gegen 20 Expl. gefunden (L.). Slabec 1 Expl. 
(Dr. Kasper). Auch bei Jičín 1 Expl. (Va- 
tecka). Auf Baumblüthen 3 Expl. bei Teplitz 
(Schnb). 
. Salicis F Bei Pürglitz (Dormitzer), El- 
bogner Kreis (G1). 
nitidula L. Auf Wiesenblumen und blü- 
henden Rosen überall häufig. 
‚Sepulchralis A In den Thalern der böh- 


mischen Schweiz (Schnb.). 


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. quadripunctata L. 


„elatus F. 


. angustulus Il. 


3. olivicolor Kies. 
. coeruleus Rossi. 


‚ viridis ДА 


45 


morio Fabr. Zävist auf Blumen selten (L.). 
In den Thälern der böhm. Schweiz nicht selten 
(Schnb.). 

An Wiesen überall 
häufig. 


Chrysobothris Eschsch. 


chrysostigma Linn. Schmidt, Stettin 


Ent. І. 1840 Böhmen. 


affinis Fab. Slabec, einige Expl. (Dr. 
Kasper). 
. Solieri Lap. Rainwiese (Schnb.). 
Corebus Lap. et Gory. 
undatus F. Stählau ; von alten Eichen 


über 20 Expl. geklopft (Tuéek). 
Bei Prag in Wäldern an jungen 
Eichen selten (L.). 


Agrilus Solier. 


. biguttatus Fab. An Eichengestrüpp überall 


häufig (L.). 


2. sinuatus Ov, Závist bei Prag an jungen 


Eichen selten (L.). 
subauratus @ebter. Im Walde bei Bécho- 
vic am Laube der Espen 3 Expl. (L.). 


. tenuis Rate. Zävist an Rosenblüthen, we- 


niger häufig (L.). " 

Stählau (Tuček). Rain- 
wiese (Schnb.). Závist häufig (L.). 

Rainwiese (Schnb.). 

In Wäldern bei Prag an 
jungen Eichen ziemlich häufig. 

An Gesträuchen überall häufig. 
var, linearis Pnzr. an Espengestrüpp häufig 
im Tuchomöfitzer Walde. Schön, gefärbte Expl. 
erhielt ich vom H. Tuček aus Stählau ; sehr 
kleine Expl. fand ich auf der Hetzinsel (L.). 


. aurichalceus Rot. Závist an jungen Eichen 


selten (L.). Rainwiese selten (Schnb.). 
Aphanisticus Latreille. 


. pusillus Ol. In den Thàlern der böhmischen 


Schweiz gekötschert (Schnb.). Bei Brandeis 
(Dr. Skal.). 


Trachys Fab. 


. minutus Zinn. In Wäldern an Gesträuchen 


überall häufig. 

pumilus Il. Bei Prag an Gesträuchen bei 
Wäldern nicht häufig. Einige Expl. fand ich 
im Winter in den Steimbrüchen hinter dem Stra- 
hóver-Thore (L.)  Rainwiese, Teplitz einzeln 
auf Blättern (Schnb.). 

pygmaeus F. Einzeln auf Blättern bei 
Teplitz und Rainwiese (Schnb.). 


.nanus Pk. Zävist an Sträuchen, selten (L.). 


Rainwiese, Teplitz einzeln (Schnb.). 


Eucnemidae. 


Throscini. 


Throscus Latreille. 


. dermestoides Z. In den Thälern schattiger 


Wälder bei Prag häufig (L.). 


46 IV. 


2. obtusus Curt. Zävist bei Prag in Thälern 
unter trockenem Laub im Frühlinge ziemlich 
häufig (L.). Böhm. Schweiz häufig (Schnb.). 


Gerophytini. 


Cerophytum Latreille, 


1. elateroides Latr. Bei Prag im Baumgarten 
in alten Bäumen ziemlich häufig gefunden 
(Haber und Dr. Skal.). 


Melasini. 


Melasis Oliv. 


1. buprestoides Z. 
chen selten (Schnb.). 
stöcken (Tucek.). 


Böhm. Schweiz, in Bu- 
Stählau, in alten Baum- 


Tharops Laporto. 


1. melasoides Lap. Im Baumgarten in einem 
alten Baume 1 Expl. (Hbr.). 


Eucnemini. 


Eucnemis Ahrens. 


1. capucinus Ahr. Bei Prag in alten Pappeln 
manchmal häufig. (Hbr. L.) Rainwiese in Bu- 
chen (Schnb.). 


Hypcowlus Eschsch. 
1. procerulus Mannh. Marienbad (M. u. A.). 


Elateridae. 
Agrypnini. 


Adelocera Latreille. 


. lepidoptera Gyll. 1 Stück in einem Wald- 
chen bei Prag (Hlfr.). 

2. fasciata L. Im Böhmerwalde an Baum- 
strünken unter der Rinde 10 Expl. im Monate 
September (L.). Im Erzgebirge und in der 
böhmischen Schweiz unter Fichtenrinde, selten 
(Schnb.). 

3, varia Ol. Unter der Seewand im Böhmer- 

walde im September unter Buchenrinde 1 Expl. 

L.). Bei Brandeis unter Kichenrinde einige 
Expl. (Dr. Skal.). 


Lacon Laporte. 


[ич 


1. murinus Z. Ueberall sehr gemein. 


Ludiini. 


Ludius Latreille. 


1. ferrugineus Z. Bei Saaz уот Н. Pokorny 


gefunden. In Závist 1 Expl. (Dr. A. Fric), 
Rainwiese 1 Stück in einem hohlen Baum 


(Schnb.). 


Corymbites Latreille. 

1. aulicus Pnzr. Im Riesengebirge ziemlich 
häufig. In der bohm, Schweiz und Rainwiese 
(L. u. Schnb.). 

2. Heyeri Sawesen. Böhmische Schweiz, selten 
(Schnb.). 

. pectinicornis Zinn. In Mittelböhmen selten 
(L). In Nordböhmen überall häufig (1. 
Schnb.). 

4. cupreus Mor. In Nordbóhmen auf Blüthen 
mit var. aeruginosus Hab. 

5. castaneus Z. Ueberall, nicht häufig (1). 
6. haematodes Z. Ueberall, bei Prag ziem- 
lich häufig (L.). 
Actenicerus Kiesw. 
7. tessellatus L. 

Orithales Kiesw. 

8. serraticornis Pk. 
(Schnb.). 

Tiotrichus Kiesw. 

9. affinis Pk. Marienbad (M. u. A.) Schmidt, 
Stettin Ent. T. Kllbogner Kreis (G1). : 
10. Quercus Gyll. Im Riesengebirge ziemlich 

häufig (Sacher.). 


Ueberall häufig. 


Rainwiese, selten 


Diacanthus Latreille. 


1. impressus Fbr. Im Gebirge Nordböhmens 
auf Fichten; in der böhm. Schweiz ziemlich 
häufig (Schnb. L.). Marienbad (M. und A.) 
Stettin Ent. I. Schmidt. Skalka (Haury). 

2. aeneus AL Ueberall sehr gemein. 

3. latus F. Ueberall häufig. 

4. cruciatus / Im Gebirge des nördlichen 
Bohmens (Schnb.). 

5. globicollis Germ. Böhm. Schweiz selten, 
sonst nur im Kaukasus (Sehnb.). 

6. bipustulatus Z. Bei Prag (Krause), 
Kré (Seda), bei Přelouč (Schnb.). 


Tactocomus Kiesw. 


1. holosericeus L. Ueberall häufig. 


Campylus Fischer. 
і. rubens Pill et Mitt. Marienbad (M. u. A.) 
9. linearis L. Zävist bei Prag in schattigen 
Thälern an Gesträuchern von rlen häufig 
(L.. Böhm. Schweiz in Thalern aut klot 
(Ѕеһпр.). Pürglitz (Dr. Kasper). 


Athous Eschsch. 
1. rufus. Rainwiese sehr 
stöcken (Schnb.). Georgsthal 1 
Bei Weisswasser ziemlich häufig 

Purkyně). 4 
. niger ZL. Ueberall gemein. 
Rdt. im Riesengebirge häufig. 
Hbst. nicht so häufig als A. niger L. " 
3. mutilllatus Asnh. Rainwiese 1 Expl. 1! 
einer hohlen Eiche. Dieser, so wie auch ios 
rufus sind Nachtthiere und sind während des 


selten in Kiefern- 
Stk. (Fischer). 
(Dr, Em. 


Var. alpinus 
Var. seruwlator 


RI 


H А ` nd „еп 
Tages immer in hohlen Bäumen wt rborg 
(Schnb.). M ite 
1. haemorhoidalis AL. Ueberall st hr 8 
mein. 


5. vittatus Fab. Ueberall in Wäldern häufig 


чо 


20 


DADS 


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. longicollis F. Ueberall häufig. 

: Ssubfuscus Müll. Ebenso. 

. Zebei Bach. Rainwiese, sehr einzeln (Schb.). 
In Teplitz und im Riesengebirge (v. Kiesen- 
wetter.). 


Pheletes Kiesw. 
. Bructeri F An Kiefern überall häufig. 
Limonins Kiesw. 


«nigripes Gyll. Ueberall häufig. 
-¢ylindricus Pa. Ueberall, häufig. 
„minutus Z. Ueberall ziemlich selten. 
parvulus Pner. In ganz Mittelböhmen 
überall häufig, sonst seltener. 

lythrodes Germ. Elbogner Kreis (Gl.). 
Schmidt, Stettin Ent. I. 1840. 


Sericosomus Redt. 


- brunneus Linn. Ueberall ziemlich häufig, 
ebenso var. fugax F. 

| Subaeneus №. Rainwiese selten (Schb.) 
Marienbad (M. und A.) 1857. 


Dolopius Eschsch. 
. marginatus L. Ueberall häufig. 
Agriotes ее). 


atterrimus Z. Bei Pürglitz selten (L.). 
Böhm. Schweiz, nicht selten (Schnb.). 


© pilosus P. Ueberall mehr oder weniger 


häufig. 

- pallidulus Hl. Rainwiese selten (Schnb.). 
- Sobrinus Kies. Rainwiese, selten (Schnb.). 
lineatus ZL. Ueberall gemein. 

obscurus L. Ueberall gemein. 

Sputator. Ueberall, 

ustulatus Schall. Ueberall häufig. 


Betar ¢ 
sclarmon Kiesw. 
. Picipennis Bach, Bei Prag an niedrigen 
Pflanzen nicht häufig (L.). Böhm. Schweiz 
Nicht häufig (Sehnb.). 
Adrastus Eschsch. 
axillaris Zr. Bei Prag an blütenreichen 
Anhöhen bei Kuchelbad selten (Li). 
- limbatus 2, Ueberall häufig. 
| lateralis Er. Bei Prag auf Weiden, selten 
(L.). Rainwiese, selten. (Schnb.). 
: pallens F. Ueberall häufig. 
` pusillus A Ueberall. ziemlich häufig. 
‘umilis Zr. Rainwiese, selten (Schnb.). 
y 
Synaptus Kschsch. 
filiformis Ar Ueberall häufig. 
Melanotus Eschseh. 
н ү е F. Ueberall gemein. 
|PoOrunnipes Germ, Bei Prag ziemlich. sel- 
ten Coe 
| Castanipes Ph In allen bohm. Gebirgen 
ziemlich häufig (L.) 
|rUfipes Hbst. Üeberall häufig (L.). 


IV. 


-1 


4T 


Elaterini. 


Elaler Linné. 


. sanguineus L. Unter der Rinde der Nadel- 


hölzer überall ziemlich häufig (L.). 

lythropterus Grm. ‚Bei Prag in Závist 
unter morscher Rinde von Eichenstöcken sel- 
ten (L.). Rainwiese selten in Buchen (Schb.). 


3. sanguinolentus Schr. Ueberall in Wal. 


dern selten (L.). 

praeustus br. In Kichwaldern überall 
selten (L). 

pomorum Most. Unter Weiden-, Krlen- u. 
Kichenrinde überall häufig. 

crocatus Lap. In Weiden und Linden, 
unter morscher Rinde überall ziemlich häufig 
(Li) 


de 
. elongatulus Of. An Eichen überall, nicht 


häufig (L.). 


. balteatus F. Auf Nadelbàumen überall in 


Nordbóhmen häufig (L.). 
erythrogonus Herm.  hainwiese selten 
(Schub.). 


10. scropha Herm. Böhm. Schweiz, selten 


11. 


ES 


(Schnb.). 
nigrinus ist, Im Gebirge von Nord- 
böhmen, selten (Schnb ). 


Ischnodes Germ. 


.sanguinicollis Pazr. Bei Prag in einer 


alten Weide 1 Expl. (Tuček). Závist unter 
Kirlenrinde 1 Expl. (L.). 


Megapenthes Kiesw. 


. tibialis Lac. Rainwiese, selten im Holze 
H 


(Schnb.). 
Porthmidius Germar, 


fulvus Redt. Bei Prag hinter dem Korn- 
thore in alten Linden 2 Expl. (L.) Шал 
in alten Linden 12 Expl. (Tuček). 


Cryptohypnus Eschsch. 


riparius A Im nördlichen Böhmen bei Ge- 
birgsbächen im Sande, nicht häufig (Schnb. 
L., Marienbad (M. u. A.). 


. quadripustulatus AL An sandigen Moldau- 


ufern manchmal häufig (L.). 
pulchellus Z. An sandigen Moldau- und 
kilbufern häufig (L.). 


. tetragraphus Germ. Au sandigen Ufern 


überall häufig. 


5. dermestoides Most. An sandigen Ufern 


überall häufig. Diese Art scheint nur eine 
dunklere Varietät von C. tetragraphus zu sein, 
weil viele Uebergünge stattfinden. 
lapidicola Grm. An sandigen Ufern überall 
häufig. 


.minuttissimus Grm. Závist bei Prag im 


Mai an blühenden Gesträuchen häufig (L.). 
Ellbogner Kreis (GL), Rainwiese, auf Blüthen 
(Schnb.). 


Cardicphorus Eschsch. 


. thoracius AL Im alten Holze überall ziem- 
lich häufig. 


48 


ю 


3. 


2 


m 


. minuta L. 


discicollis Host. Ellbogner Kreis (Gl.). 
ruficollis L. Zävist bei Prag auf Eichen, 
selten (L.)  Rainwiese, Teplitz (Schnb.). 


. rufipes F. Bei Prag häufig (Т). Teplitz 


(Schnb.) Bei bohm. Eisenstein (Seda). Ell- 
bogner Kreis (Gl.). 


.nigerrimus Gr. In alten Bäumen bei Prag 


sehr selten (L.). Im Holze; selten (Schnb.). 


. ebeninus Grm. Rainwiese im Holze selten 


(Schb.). Bei Bóhm.-Eisenstein, Ellbogner Kreis 
(G1). 


. cinereus Abst. Auf Wiesen überall, aber 


nicht häufig. 


. equiseti Hbst. Auf Wiesen in bergigen 


Gegenden überall; bei Prag kommt er nicht 
vor (L.). 


. rubripes Germ. Auf Waldwiesen um Prag 


ziemlich häufig (L.). 


Dascillidae. 
Dascillini. 


Daseillus Latreille. 


cervinus L. Ueberall bei Wäldern in ber- 
gigen Gegenden auf Umbelliferen; bei Prag 
seltener (L.). 


»yphonini. 


Helodes Latr. 


In Wäldern bei Prag ziemlich 
selten (L.). Rainwiese einzeln (Schb.). Marien- 
bad (M. und A.) 1857. 

marginata F. In Wäldern bei Prag nicht 
häufig; auch bei Pürglitz und Jičín (L.) B. 
Schweiz überall (Schnb.). 

testacea L. Ueberall ziemlich häufig in 
Mittelböhmen (L.). Marienbad (M. u. A.) 1857. 


Cyphon Payk. 


coarctatus Pk. Závist bei Prag häufig 
(L.. Böhm. Schweiz auf feuchten Wiesen 
(Schnb.). Marienbad (M. und A.). 


. variabilis Thnb. In Wäldern bei Prag u. 


Pürglitz bei Bächen häufig (L.). In der böhm. 
Schweiz häufig (Schnb.). 


. Padi Z. Ueberall häufig. 


Prionocyphon Redt. 


. serricornis Mill, Auf der Hetzinsel in 


einem Weidenpfahle bei Formica umbrata ein 
Expl. (L.). In alten Stöcken bei Prag einige 
Expl. (Dr. Skal.). 


Scirtes Tiger. 


. hemisphaericus L. Bei Gabel (Steiger- 


wald), bei Skalitz (Dr. Skal.). 
Hydrocyphon Redt, 


. deflexicollis Müll. In Závist im Bache 


unter Steinen, welche über das Wasser hervor- 
ragen, im Mai sehr häufig (L.). Rainwiese sehr 
selten (Schnb.). 


IV. 


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— 


m 


Eucinetini. 


Eucinetus Germar. 


. haemorhoidalis Germ. An Hügeln bel 


Prag im Frühjahre unter Moos und unter trok- 
kenem Laub selten (L., Hbr.), Rainwiese, 
Teplitz selten (Schnb.). 


Eubriini. 


Eubria Redt. 


. palustris Germ. Böhm. Schweiz, selten 


(Schnb.). 


Malacodermata. 
Dictyoptera Latr, 


.sanguinea L. In gebirgigen Gegenden auf 


Blüthen überall ziemlich häufig; bei Prag 
kommt er nicht vor (L.). 


Eros Newman. 


. aurora Fab. Rainwiese (Schnb.). Im Riesen- 


gebirge (Sacher), Slabee (Dr. Kasper), Marien- 
bad (M. und A.) Ellbogner Kreis (Gl.). 


2. affinis Pk. Slabec und Pürglitz (Dr. Kspr.) 


Rainwiese (Schb.), Marienbad (M. u. A. 1857). 
Homalisus Geoffroy. 


.suturalis F. In schattigen Wäldern at 


Gesträuch n überall nicht häufig (L.). 


Lampyridae. 


Lampyris Linne. 


.noctiluca Z. In Nordböhmen häufig: be! 


Prag seltener (L.). 


Lamprorhiza Duval. 


.splendidula 2. In Mittelböhmen sehr ge- 


mein; in Nordböhmen so häufig wie die vo 
rige (L.). 


Phosphaenus Laporte. 


. hemipterus # In den Thälern der bohm. 


Schweiz auf Wegen herumkriechend, nicht 
selten (Schnb.). Brandeis im Walde Abends 
gekötschert (Dr. Skalicky). 

Drilidae. 


Drilus Oliv. 


` " ^ Te ad 
. concolor Ahr. Zavist bei Prag aut Wiesen 


einigemal gekötschert (L.). Rainwiese selten 
(Schnb.). 
Telephoridae. 
Cantharis Linné. 
Podabrus Westw. 


. alpina Pk. Böhm, Schweiz auf den höhere 


IV. 


Bergen auf Fichten (Schb., L.). Im Riesen- 

gebirge (Sacher). 

Ancystronycha Märk. 

2, abdominalis Ar Im ganzen Gebirge Nord. 
öhmens (Schnb.). 

®. violacea Pk. Nordböhmen im Gebirge 
(Schb.). Böhmerwald (L.). Bei Prag in Kuchel- 
bad 1 Expl. (Eckert). 

“richsonii Bach. Rainwiese, selten (Schb.). 

Jesengebirge (Sacher). 

Telephorus i, spec. 

5. fusca L. Ueberall gemein. 

6. rustica Fall. Ueberall gemein. 

` tristis # Im Riesengebirge (L.). 

^ Obscura Z. Ueberall gemein. 

У. Fibulata Mürkl, hiesengebirge (v. Kiesen- 
vi er, B.-Eisenstein auf Buchen (Preysler). 

), albomarginata MAL Rainwiese (5chb.). 

arienbad (M. und A.) 1857. 

1. nigricans Müll. Ueberall häufig. 
^ pellucida Ar Ebenso häufig, 

3. livida Z. Ueberall häufig, eben so die 
i ar. dispar F. 

4. assimilis Pk. In der bohm. Schweiz, sehr 
Selten (Sehnb.). 

M4 Sudetica Leten. Riesengebirge. 
!làemorhoidalis A. Ueberall an Ge- 
Sträuchen häufig, 

1g [Ufa L. Ueberall häufig. 

bi Color F, In gebirgigen Gegenden überall. 

20, ‘igurata Mnnhm. Rainwiese, selten (Schh.). 
"Pilosa Pk. In höheren gebirgigen Gegen- 
“en Nordböhmens (Schnb.). 

" уі со ів №. Ueberall häufig. 
,.lO0raeiea Ol. In Wäldern von Mittelböh- 

gen ziemlich selten (In), 

э. Paludosa Fab. Rainwiese, nicht selten 
(Schnb.), 

in 28118 Grm. Bei Prag nicht häufig, ebenso 

ase, Sanz Mittelböhmen (L.). Böhm. Schweiz 

25 elten (Sehnb.). 

fin C18c0idea Ahr. Rainwiese einzeln (Schb.). 

ox Jonycha Eschsch. 

Al ER Cen Leien, Im ganzen Gebirge des 

oy  Ürdlichen Böhmens, sehr selten (Schnb.). 

28 ae Scop. Ueberall gemein (L.). 

1857 minalis Adi. Marienbad (M. und A.) 
90 жы 
© fuscicornis Ol. Závist bei Prag selten 
30 t) Böhm. Schweiz (Schnb.). 

3] „ Stacea Z. Ueberall gemein (L.). 

32. nigripes Rdt. Im Riesengebirge (L.). 

33. pha Fab. Ueberall gemein (L.). à 
ëng A L. In Wäldern bei Prag ziemlich 

34 8 (L). In Nordböhmen (Schb.). 
haca ngata Fall. Závist bei Prag nicht 


häufig (1 on Gebirge rdbóhmens 
(беш) 4). In den Gebirgen Nordböhmens 


* Yyidia, 
Ennen ів Schum. Rainwiese, sehr selten 
„nb.), (Letzner Schles. Ber. 1851). Im 
leSengebirge, 
UNS 
Nilis Latreille, 
ud ula, Bei Alt-Bunzlau an Gesträuchen 
er ,Hoska*, ziemlich selten, im Mai (L.). 


1 


49 


Malthinus Latreille, 


1. fasciatus Fall. Zävist bei Prag in Thälern 
an Gesträuchern selten (L.). 

2. glabellus Aves. Rainwiese (Schnb.). 

3. flaveolus Pk, In schattigen Wäldern 
überall häufig. 

4. biguttulus Pk. In Gebirgswäldern in ganz 
Böhmen ziemlich häufig (L.). 

5. frontalis Marsch. Závist und Кге selten 
(L.). Rainwiese (Schnb.). 


Malthodes Kiesw. 


1. sanguinolentus F.  Alt-Bunzlau in der 
„Hoska“ im Mai und Juni an Gesträuchen häufig 
(LJ. In den Thälern der bohm. Schweiz (Schb.). 

2. marginatus Latr. In schattigen Wäldern 
bei Prag ziemlich häufig (L.). Böhm, Schweiz 
(Schnb.). 

3. pellucidus Kies. Bei Prag überall ziem- 
lich häufig (L.). Böhm, Schweiz (Schnb.). 

4. mysticus Avesw. In den Thälern der bóhm. 
Schweiz an schattigen Orten (Schnb.). 

5. guttifer Kiesw. Závist an Gesträuchen 
selten (L.). Böhm, Schweiz (Schnb.). 

6. spretus Aves. In den Thilern der bohm. 
Schweiz (Schnb.). 

7. dispar Germ. In schattigen Wäldern in 
ganz Böhmen, 

8. flavoguttatus Aves. In Wäldern bei Prag 

ziemlich selten (L.). Böhm. Schweiz (Schb.). 

misellus Kies. Böhm. Schweiz in schattigen 

Thälern (Schnb.). 

10. hexacanthus Kiesw. Böhm. Schweiz 
(Schnb.). 

11. nigellus Kies. In Wäldern bei Prag selten 
(L.). Böhm. Schweiz (Schnb). Marienbad 
(M. und A.) 1858. 

12. brevicollis Pk. Bei Prag in Zävist sel- 
ten (L.). Böhm. Schweiz (Schnb.). 

13. spathifer Kies. Böhm. Schweiz (Schnb.). 


€ 


e 


Malachiidae. 
Malachius. 


l. aeneus Z. Ueberall gemein (L.). 

2. rubidus Zr. Bei Prag selten (L.) Rain- 
wiese selten (Schnb.). 

3. bipustulatus Z. Ueberall gemein. 

4. viridis F. Ueberall gemein. 

5. marginellus Ol. Ueberall gemein. 

6. elegans Ol. Bei Prag häufig. Böhmische 
Schweiz (Schnb.). 

7. pulicarius F. Ueberall häufig. 

8. marginalis Ær. Bei Prag ziemlich selten 
(L.. Rainwiese selten (Schnb.), 

. ruficollis Ol. Bei Prag häufig (L.). Rain- 
wiese (Schnb.). 


Anthocomus Erichson. 


. sanguinolentus №. Böhmische Schweiz 
(Schnb.). Marienbad (M. und A.) 1858. 

2. equestris F. Ueberall häufig. 

3. fasciatus. Ueberall häufig. 


4 


whe 


re 


ER 


= 


m. 


~ 


D 


Attalus Erichson. 


Schweiz auf Fichten (Schnb.). 
Ebaeus Erichson. 


. pedieularis Schr, Ueberall häufig. 

. flavicornis Pr. Rainwiese (Schnb.). 

. thoracicus 07, Bei Prag ziemlich häufig 
. flavipes F, Bei Prag ziemlich selten (L.). 
Kllboguer Kreis (Gl). 


Charopus Erichson. 


. flavipes PR. Ueberall häufig. 
. concolor F. Auf der Hetzinsel bei Prag 
auf Weidengebüsch häufig (L.). 


Troglops Erichson, 


. albicans Z. Bei Prag ziemlich selten (L.). 
Rainwiese selten (Schnb.).  Ellbogner Kreis 


(GL). 
Dasytidae. 


Dasytes Paykull. 


. niger L. Ueberall gemein. 

coeruleus F, Ueberall, nicht hünfig. 
obscurus Gyllh. Závist an Nadelbänmen 
bei Prag (L.). Im Gebirge des nördlichen 


Böhmens (Schnb.). Marienbad (M. und A.). 
Ellbogner Kreis (Gl.). 
. flavipes Fab. Ueberall sehr gemein. 


Dolichosoma Stephens. 


.lineare F. In Wäldern. bei Prag ziemlich 
selten (L.). 


Haploenemus Stephens. 
. nigricornis F. Auf Nadelbäumen überall. 
Danacea Laporte, 


. pallipes Per. Ueberall häufig. 


Telmatophilidae. 


Telmatophilus Weer. 
. Caricis Ol. Alt-Bunzlau am Schilfe (L.). 
Byturus Latreille. 


. fumatus F, Auf Wiesen überall häufig (L.). 
. tomentosus 7. 
Fichten häufig (Schb.). Marienbad (M. u. A.). 
Auf Fichten bei Böhm. Eisenstein (Hlfr.). Ell- 
bogner Kreis (Gl.). 


Diplocoelus Guerin. 


. Касі Guer. Závist in einer alten, hohlen 
Linde 1 Expl. (L.). Stern bei Prag und in 
Nächod mehrere (Dr. Skal.). 


IV. 


.analis Pnz An den Höhen der böhmischen 


> 


© 


no 


Böhmische Schweiz auf 


RAA es’ T. 


Cleridae. 
Tillini. 


Tillus Olivier. 


1. elongatus Z. Bei Prag am neuen Geländer 
H 


auf der Strasse von Kuchelbad nach Závist 
einige Expl. (L.). Brandeis in hohlen Linden 
(Dr. Skal.). Rainwiese, (Schnb.). 


. unifasciatus W. Závist an frischen Erlen- 


stöcken 2 Expl. (L.. Brandeis an alten Mä: 
nen (Dr. Skal.). і 


Clerini. 


Opilus. 


. mollis Z. In Häusern überall einzeln (L.): 
. domesticus St. In Prag selten (L.). Rain- 


wiese (Schnb.). 


3. pallidus Ol. In Stern Anfangs Juli vom 


Herrn Koláč 1 Stk. geklopft.: 
Clerus Geoffroy. 


t. formicarius Z. Ueberall gemein. 
2. rufipes Brahm. Rainwiese 2 St. (Selb): 


Marienbad in Wäldern am Holze häufig vom 
Herrn Quedenfeld gefunden. 

quadrimaculatus FM 
selten (Schnb.). 


Trichodes Herbst. 


Rainwiese sehr 


‚alveolarius J In den Gebirgen des nörd- 


lichen Böhmens (Schnb.). 


.apiarius Z. Ueberall häufig. 


Enoplini. 
Orthopleura Spinola. 
sanguinicollis F.  Alt-Bunzlau . aus 


alten Kichen einige Expl. ausgeraucht (Dr. 
Skalický). 


borynelini. 


Corynetes Herbst. 


. coeruleus Deg. Im April und Mai in 


Wäldern auf blühenden Gesträuchen bei Prag 
ziemlich häufig (L.) Im nördlichen Böhmen 
auf Blüthen (Schnb.). 


. ruficornis Sturm. In Závist im Frühjahr 


unter Laub 1 Stück (L.). Bei Slabec 6 Expl 
auf Blumen (Dr. Kasper). 

ruficollis F. Im September bei Prag einige 
Expl. auf Aas (L.). In Prag im Strahöver 
Garten (Dr. Skal.). 

Bei Prag auf Aas ziemlich 
häufig (L.) Тері (Schönbach). Просте 
Kreis (Gl). 


. violaceus L. An trockenem. Aas überall 


häufig (L.). 


jı scutellaris ЛЇЇ. In Prag an Mauern einige 


mal (L.). 


К 


1 


= 


= 


IV. 


Laricobius Rosenhauer. 


Krichsonii Ros. ` Rainwiese einmal ge- 
kötschert (Schnb.). 


Lymexylidae. 


HHyleeoetus Latreille. 


| dermestoides 7. Bei Prag in Wäldern 


Sehr selten (L.). Böhm. Schweiz in Fichten- 
stöcken nicht selten (Schnb.). 


Lymexylon Fabricius. 


‘navale Linn, Bei Brandeis auf alten Eichen 


Abends gefangen (Dr. Skalicky). 


Ptiniores. 


Ptinidae, 
Hedobia Sturm. 


‘Imperialis E. An Waldwiesen und in 


lolzschlügen bei.Prag selten (L.). Rainwiese 
Selten (Sehnb). Gablonz (Dr. Schmidt). Ell- 
'ogner Kreis (Gl.). 


Ptinus Linné. 


‘Sermanus F. Bei Prag in der Cibulka 


em Bache einigemal gekötschert (L.). 
Sexpunctatus Pne. Bei Prag 1 Expl. 
br.) 5 
Créenatus # In Prag auf unreinen Orten 
auf Aborten, auf feuchten Mauern (L.). Rain- 
Wiese, Teplitz (Schb.). Ellbogner Kreis (Gl.). 
rufipes F I Wäldern unter trockenem 
aub und Moos im Frühlinge überall ziemlich 
häufig (L.). i 

fur 7. ‘In Häusern überall gemein. 


“20811105 St. Rainwiese selten (Schnb.). 
"Pilosus Müll. Waldungen bei Prag im Früh- 


"ge unter Moos und unter gefallenem Laub 
“emlich häufig (L). 

atro # In Häusern und in Wäldern unter 
trockenem Laube überall (1.1. 

Didens OL Závist im Frühlinge unter tro- 
°kenem Laube nicht selten (I). 


уу. N 
Gibbium Scopoli. 


S¢otias Fb, In alten Gebäuden, manchmal 


häufig (L.) 


Anobiadae. 


Dryophilus Chevrolat. 


| Pusillug Gyll. Böhm. Schweiz auf Fichten 


Selten (Sehnb.). Prag (Dr. Skal.). 
Anobium Fab. 


` denticolle Pner. In Wäldern bei Prag 


am Holze selten (L.). 


be 


nw 


51 


2. emarginatum Dft. Rainwiese , Teplitz 


(Schnb.). 


З. pertinax Z. Ueberall ziemlich häufig. 
4. striatum Of. 


Ueberall sehr gemein, in 
Häusern dem Holzgeräthe schädlich (L.). 


5. fulvieorne Sturm. Marienbad (М, u. А.). 
6. nitidum Hbst. Bei Prag auf der Hetzinsel 


Anfangs Juli an alten Kastanienbäumen, wo 
die Rinde fehlte, häufig (L.). Rainwiese, selten 
(Schnb.). 


7. paniceum Z. In Häusern manchmal häufig 


(di 


8.tesselatum F, In altem Holze überall, 


ziemlich selten (L.). 


9. plumbeu m 71. Böhm. Schweiz, in Birken 


selten (Sehnb.). 

10. molle Z. Ellbogner Kreis (G1). 

11. abietis AL Nordbóhmen (Schnb.). Marien- 
bad (M. u. A.). 

12. pini St. Bei Prag auf der Hetzinsel im 
alten Holze einmal einige Expl. (L.). 

13. longicorne St. Rainwiese selten (Schb.). 
Skalie (Dr. Skalicky). 

14. angusticolle. Rainwiese selten (Schb.), 

15. abietinum Gyll. In Wäldern des nördl. 
Böhmens überall (Schb.). Slabec bei Rakonic 
(Dr. Kasper). 


Oligomerus Redt. 

. brunneus Ol. Rainwiese selten (Schnb.). 
Trypopitis Herbst. 

. Carpini Hrbst. In Balken alter Häuser in 


Prag manchmal häufig; Zävist an Holzwänden 
häufig (L.). 


Ptilinus Geoffroy. 


. costatus Gyll. Bei Prag auf der Hetzinsel 
Anfangs Juli in alten Stöcken der Weiden und 
Pappeln ziemlich häufig (L.). 


far 


2. pectinicornis Z. Böhmische Schweiz in 


Fichtenstöcken nicht selten (Schnb.). Gablonz 
(Dr. Schmidt). Slabee (Dr. Kasper). Stählau 
(Tuček). Marienbad (M. und A.). 
Xyletinus Latreille, 
1. pectinatus F. Im Juni in Závist am Holze 
selten (L.). 
ater Pner. Rainwiese (Schnb.). 
. laticollis Dftsch. Závist an Waldrändern 
einigemal gekötschert (L.). 


Dorcatoma Herbst. 


1. dresdensis Zbst. In Wäldern und Gärten 
bei Prag in Schwämmen alter Weiden ziemlich 
selten (L.). Teplitz (Schnb.). Böhm.-Kamnitz 
Ellbogner Kreis (Gl.). 

. chrysomelina Meg. Rainwiese (Schnb.). 


3. flavicornis F. In holzigen Schwämmen 


der Laubbäume überall, selten (L.). 


4, Bovistae Ent. Hifl. Slabec und Pürglitz 


im Sommer auf Feldern in Bovisten ziemlich 
häufig (Dr. Kasper L.). Bei Prag selten (L.). 


4* 


52 


Sphindidae. 


Sphindus Chevrolat. 


. dubius Gyll. Rainwiese, sehr selten in 


Kieferschwämmen (Schb.). 
Aspidiphorus Latreille. 


. orbiculatus Gyll. In Wäldern bei Prag 


unter Moos gelten, einmal in Závist an einem 
Pilze einer Erlenwurzel 12 Expl. auf einmal 
gefangen (L.). 


Apatidae. 


Xylopertha Guérin. 
sinuata F. Im Monate Juni in Kuchelbad 
bei Prag 1 Expl. von einer Eiche geklopft 
(Steigerwald). 


Apate Fabric 


.capucina IL. In Prag in Holzlagern in 


Podskal, selten. Krč und Béchovic im Walde, 
Závist, Slabee am Holze (L.). 


Lyctidae. 
Lyetus Fab. 


. canaliculatus F. Am alten Holze überall 


häufig (L.). 


. pubescens Pz. Wie der vorige häufig, 


und scheint nur eine Varietät zu sein (L.). 


. bicolor Comolli. Závist an frisch gezim- 


merten Erlenstämmen einmal häufig (L.). 


Cisidae. 


Rhopalodentus Mellié. 


fronticornis Pz. In Baumschwümmen 
überall. 


Cis Latreille. 


. Boleti Scop. In Holzschwämmen überall 


häußg (L.). 


.micans F. Ueberall mit C. boleti. 
3. hispidus Pk. In Schwämmen alter Wei- 


den manchmal hänfig, überall. 


. Jaquemartii Mellie. Böhmische Schweiz 


(Schnb.). 


3. festivus Per. Marienbad (M. und A.). 


Ennearthron Mellie. 


. cornutum 0017. Prag auf der Hetzinsel in 
y 


Schwämmen alter Weiden (L.). Rainwiese 
(Schb.). Marienbad (M. und A.) 1858. 


Octotemnus Ме, 


glabriculus Gyll. , Rainwiese , häufig 
(Schnb.). 


IV. 


Tenebrionidae. 
Blaptidae. 
Blaps Fabric. 


1, mucronata Lin, Rainwiese einzeln (Schb.). 
Ellbogner Kreis (Gl.). : 
.mortisaga J’. In Häusern überall häufig. 
3. similis Lir. In Häusern überall ziemlich 

häufig. 


rn 


Coniontidae. 


Crypticus Latreille. 
. quisquiliug Z. Ansandigen und trockenen 
Orten überall häufig (L.). 


Pedinidae. 
Pedinus. 
4, femoralis Z. Bei Prag an sonnigen Hü- 
geln häufig (L.) Teplitz (Schnb.). 
Opatridae. 


Opatrum Fabric. 


1. sabulosum Z. Ueberall häufig. 
Microzoum Redt. 
1. tibiale ZF. Bei Brandeis an sandigen Wegen 


an der Elbe (L.). Böhm. Schweiz am Elbufer 
(Schnb.). 


Bolitophagidae. 


Eledona Latreille. 


. agaricola Herbst. In holzigen Schwämmen 
überall häufig (L.). 


Diaperidae. 


Diaperis Geoffroy. 


. boleti Z. In Baumgchwümmen überall ; bei 
Prag selten, in bergigen Gegenden häufig Ui 


= 


Scaphidema Redt. 


1. aeneum Pk. Bei Prag unter, morscher Rinde 
in Cholupic, einigemal (L.). Stáhlau (Tuček), 
Rainwiese unter morschem Holze gelten 
(Schnb.). 


Alphitophagus Stephens. 


1, quadripustulatus Steph. Auf der ЖАР 
insel im morschen Pappel- und WeidenholZ® 
ziemlich selten (L.). 


Pentaphyllus Latreille. 
1. testaceus Zh. Auf der Hetzinsel D" 


n2 — 


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ч 


DO ra 


Ei + 


‘Culinaris L. 


morio р 


IV. 


einmal im Juni in einem alten Pilze 8 Expl. 
(L). Brandeis in Eichenmoder (Dr. Skal.). 


Ulomidae. 


Tribolium Mac Leay. 


ferrugineum F Im alten Mehl und Ge- 


traide manchmal in ungeheuerer Menge. 
bifoveolatum Dft. In Prag gefangen 
(H. Stein). 

madens Charp. Bei Prag in morschen 
“inden hinter dem Kornthore, selten (L.). 
Stahlau (Tuček). 


Hypophleus Hellwig. 


depressus F Unter morschen Rinden 
überall häufig. 


;Càstaneus A. Wie der vorige. 
' Pini Pner. 


Stáhlau, (Tuček).  Rainwiese 
Selten (Schnb.). M 
1color OL Bei Prag, Pürglitz, Stáhlau, 
d morscher Rinde der Laubbäume häufig 
HIP 

fasciatus К. Bei Brandeis an der Elbe 
aus alten Eichen herausgeraucht (Dr. Skal.). 


Inearis FÜ Rainwiese selten (Sclıb.). 
Ratzeburgii Wem.  Rainwiese selten 
(Schnb,). 

Uloma Redt. 


j In alten, hohlen Linden im 
„aumgarten (Hbr.). Pürglitz, Stáhlau, Slabec 
^ Nordböhmisches Gebirge in faulem Holze 
Sehnb.), 


Alphitobius Stephens. 


" diap erinus Pn2. Einmal in alten Kleien, 


oa Larven von Tenebrio molitor aufbewahrt 
aren; gegen 20 Expl. (L.). 


Tenebrionidae. 


Tenebris Linné. 


‘Molitor Z, In Häusern überall gemein (L.). 


si ears F. In alten hohlen Bäumen selten 
1 Prag (L). Teplitz, Rainwiese sehr selten 


(бењ). Ellbogner Kreis (GL). 


don nS Versa lis Dft. In hohlen, alten Lin- 
N Im Baumgarten selten (L.). 
Helops Fabricius. 

anipes Fab, Im Frühlinge überall häufig. 


car; i | | 
ar Aboides Pne. Ucberall in Wäldern, 
ziemlich selten, 


° Quisquili s F Valder T Aufio 
(Lok, ilius F. In Wäldern überall häufig 


Cistelidae. 


Alleluca Fabricius. 
In hohlen Laubbäumen überall, 


nie üufi 
icht häufig (L.). 
astela Fabr. 
"Perus Host. Závist bei Prag an Bäumen 


bo 


ж Va 


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I 


nS 


á 


bo 


m 


. fusc& Zu. 


.murina Z. 


. scapularis Gyll. 
 flavipes 


axillaris Ph. 


.maurina Muls. 


. denticolle Gyll 


58 


im Mai häufig. In Wäldern in ganz Mittel- 
bóhmen. 


. ceramboides L. Bei Prag im Stern sehr 


selten (Hbr.). Závist (Steigerwald). Bürglitz, 
Slabec,  táhlau, in morschen Baumwurzeln 
selten; manchmal auf Blüthen (L. Dr. Ksp.). 
Im nordbóhmischen Gebirge selten (Schb.). 
In Laubwäldern Mittelböhmens, 
ziemlich selten (L.). 

In Wäldern überall häufig (L.). 
atra F. In hohlen Bäumen überall einzeln 


(Dy 
Mycetochares Latreille. 


. barbata Latr. In alten, hohlen Laubbàu- 


men überall Er kriecht nur nach Sonnen- 

untergang aus (L.). 

bipustulata Ill. Böhm. Schweiz in hohlen 

Laubbäumen (Schnb.). 

Rainwiese selten (Schb.). 

In alten hohlen Linden und 

Ulmen bei Prag häufig (L.). 

Rainwiese selten (Schb.). 
linearis Rdt. In hohlen Laubbäumen 

überall (L.). 

Rainwiese selten (Schnb.). 

Bei Pragin hohlen Linden und Ulmen häufig (L.). 


Cteniopus Soliér. 


.sulphureus L. In Pürglitz häufig (L.). 


Ellbogner Kreis (Gl.). 
Omophlus Soliér. 


. Amerinae Curt. Marienbad (M. und A.). 


leptudoides AL An Nadelbàumen überall 
häufig. 


Pythidae. 


Salpingus Illiger. 


.castaneus Pre. Unter Baumrinden. Rain- 


wiese (Schb.). 
Lissodema Curtis. 
Bei Prag aus hohlen 
Bäumen ausgeraucht (Hbr. Skalicky), 
Rhinosimus Latreille, 
Roboris Fab. Unter morscher Rinde 
überall (L.). х 
viridipennis Latr. 
(Schnb.). 


Rainwiese selten 


3. planirostris F. Bei Prag unter morscher 


Rinde im Baumgarten, einzeln (L.). Rainwiese 
Teplitz (Schnb.). Böhm. Kamnitz (Grohman). 


Melandryadae. 


Tetratoma Fabr. 


. fungorum F. In Schwämmen der Laub- 


bäume bei Prag im Baumgarten (L. Hbr.). 
Teplitz, Böhm.-Kamnitz (Schnb.). Ellbogner 
Kreis (Gl). 


54 


bo 


= 


D 


bo 


ы 


. ancora F. 


. suturalis Pnzr. 


. dermestoides F. 


.minor Walk. 
. fasciata Payk. 


. humeralis Per. 


. fuscus Gyll. 


. rufipes Gyll. 


. laevigata Hell. 


aftinis РК, 


. quercinus Payk. 


9. bifasciatus Fab. 


. caraboides Linn, 


. flavicornis Duft. 


Rainwiese, sehr selten (Schnb.). 
Mycetoma Mulsant. 
Rainwiese 2 Stück an ei- 
nem Tannenstocke vom H. Oberfórster Schön- 
bach gefangen. 

Eustrophus Latreille. 


Rainwiese, sehr selten 
in Eichenschwámmen (Schh.). Böhmen (Hlfr.). 


Brandeis in Eichenmoder nicht selten (Dr. 
Skalicky). 

Orchesia Latreille. 
. micans ZF Ueberall in Schwämmen der 


ziemlich häufig (L.). 

Stählau (Tuček). 

Zu Ende Mai 2 Stück in 
Stern von Bäumen geklopft (H. Nosálek). 


Hallomenus 


Laubbänume 


anzer, 

Bei Prag in Schwämmen 
selten (L., Hbr.). Im Bóhmerwalde bei Stuben- 
bach im September in Schwämmen der Buchen 
einige Expl. (L.). Im nordböhmischen Gebirge 
überall in Baumschwämmen. selten (Schnb.). 
Bei Prag im Baumgarten in 
Schwämmen der Laubbäume selten (L.). Rain- 
wiese , (Schnb.). 


Serropalpus Hellenius, 


.striatus Hellen. Stählau einige Expl. (Tu- 


ček). Aus in Prag gekauftem Brennholze, 
[2] L 


mehrere Expl. gezogen (Hbr.). 
Phloeotrya Stephens. 


Bóhm. Schweiz ] Expl. am 
Winterberge (Schnb.). 

Dircaea Fabr. 
Böhm. Schweiz, Teplitz 
sehr selten (Schnb.). Marienbad (M. und A.). 
Gablonz (Dr, Schmidt). Böhmerwald im Juni 
(Seda). 


Carida Muls. 


Rainwiese, sehr selten (Schb.). 
flexuosa Payk.: Rainwiese, sehr selten 
* H 


(Schnb.). 

Hypulas Paykull. 
Am Däblicer serge bei 
Prag in Eichenstöcken (HIf.). 
In Wäldern bei Prag in 
Eichen- und Buchenstöcken selten (Hlf., L., 
Hbr.). Böhmische Schweiz einige Exemplare 
in einem Eichenstock (Schnb.). 

Melandrya Fabr. 
Dei Prag in Závist aul 
Erlen im Mai und Juni, ziemlich selten (L.). 
Pürglitz (Dr. Kasper), Stählau (Tucek). Wich- 
wald bei Teplitz unter lichtenrinde 2 Stück 
(Sehnb.), 
Bei Jičín 1 Stk. (Herr 
Novotný). 


IV. 


ne 


te 


-1 


. hirta Linn. 


, nigrinus Germ. 


. populneus Fab. 


.monoceros Linn. 


. humilis Germ. 


. bimaculatus Л. 


.sellatus Pang, 
. gracilis Panz. In altem Зере am 


5. antherinus 
.quadriguttatus Rossi. 


. hispidus 
. flavipes Zanz. Im Frühjahr in der 


Lagriariae. 


Lagria Fabricius. 


Ueberall gemein. 


Pedilidae. 


Xylophilus Latreille. 


. pygmaeus De Geer, Slabee bei Rakonic mM 


einer alten Eiche einige Expl. (Dr. Kasper): 
Böhm. Schweiz an aus- 
gerodeten Stöcken an Schimmelüberzug nicht 
selten (Schnb., L.). 

Bei Prag in alten hohlen 
Pappeln im Herbste, bäufig (L.). 


Seraptia Latreille, 


. fuseula Müll. Bei Prag im Holze Ze 
morscher Laubbäume ziemlich selten (L. Hb.) 


" . n . 1 l* 
Rainwiese, in grosser Anzahl in hohl n Lu 
den (Schnb.). 


Anthicidae. 


Notoxus Geoffroy. | 
brachycerus Fald. Böhmische Schei? 
auf Lindenblüthen (Schnb.). Ge- 
Auf Gebüschen an YY” 
wässern überall häufig. 


d ^ | 4 N ache 
3. trifasciatus Rossi. Bei Prag auf Gebüst yim 
H H » dn ‚el 

und anf Wiesen, selten (L.). Böhm. 5X hwe 


selten (Schnb.). 
Formicomus Laferte. 


Steinbrüchen 


pedestris Rossi... In den ter 


hinter dem Strahöver-Thor im Frühjahr un 
Steinen, sehr selten (L.). 

Anthicus Paykull. 
Böhmische Schweiz, nicht 


selten (Schnb.). (8 hb.) 

pe kd 
Anhóhen 
(Sehb-): 


Rainwiese, 1 St. 
floralis Fab. Bei Prag an dürren / 
nicht häufig (L.). Rainwiese, Teplitz 
Kllbogner Kreis (Gl.) 
, d ойум em“ 
In der Moldauanschw 
mung im Frühjahr 2 Stück (L.). Teiche 
bei Jičíu, selten (Vařečka). 
Linn. In 
hinter dem Strahöver-Thor auf 
unter Steinen, häufig (L.). 


den Steinbrüchen 
Pflanzen un 


Bei Prag auf ба 
: 8 - ee ИШК 
Marienschanze Anfangs Juni auf jungen ^ 
den; häufig (L.). 


Rossi, antherinus. 


Moldau- 
M n . Lad schb.)- 
anschwemmung häufig (L.). Rainwiese ME der 
. unicolor Schmidt. Im Sommer M under 
Hetzinsel am Ufer in grobem Sande unt 


Steinen, ziemlich selten (L.). 


Wie, A. 


IV, 


Pyrochroidae. 


Pyrochroa Fabricius. 
1. coccinnea Linn. In Wäldern auf Gestráu- 
$ chen überall ziemlich häufig. 
^. rubens Fab. Корпе’ Kreis (Gl. 1842). 
3. pectinicornis Fab. Stahlau (Tuček). 
Pürelitz (L.). Rainwiese (Schnb.). Gablonz 
(Dr. Schmidt), Jičín (Vařečka). 


Mordellonae. 


Tomoxia Costa, 


1. bigutata Gyll. In alten hohlen Weiden u. 
Pappeln überall, einzeln. 


Mordella Linné, 


-maculosa Nacz. 
alten morschen Geländern bei 
Holzschwämmen ; Oft haute (Та) 
Wiese, einzeln (Schnb.). Marienbad (M. und 
AA Ellbogner Kreis (Gl). 
„fasciata Fab. Auf Blumen 
Prag ziemlich selten. 
-aculeata Linn. Ueberall gemein. 


Mordellistena Costa. 


ro 


überall, bei 


: abdominalis «b. —Rainwiese, selten 
„ (Schnb.). 

fi humeralis Linn. Stáhlau, häufig (Tuček). 
3 Pürglitz, selten (Dr. Kasper). 

о, 


runnea Fab, Bei Prag im Juui auf Wie- 

i sen in Blüthen, ziemlich selten (L.). 

4. late 'alis Oliv, In Wäldern bei Prag auf 

Blüthen. selten L.). Stáhlau (Tuček). 

» pusilla Gyll. Ueberall) häufig. 

Anaspis Geoftroy. 

‘Tufilabris Gyll. Rainwiese (Schb.) Marien- 
bad (M. und A.) Prag (L.). 
frontalis Linn. Ueberall 
"Meralis F. ziemlich selten. 

ruficollis Fab. Bei Prag in Závist häufig 

(L.). Rainwiese (Schnb.). 

‚Noracica Linn. Ueberall ziemlich häufig. 

S) flava Linn. Ebenso, aber seltener. 

Sdaria Muls. 

б. quadri pustulata Müll. 1859 Kirchner 

Lotos auf der Wiese bei Kaplitz. 


gemein, Var. 


Rhipiphoridae. 


) h 
Pelecotoma Fischer. 
: fennica Payk. Aus faulem Holze 1 Pärchen 
von H. Haber in Prag gezogen. 
PLU ' 
Rhipiphorus Fabr. 


wD aradoxus Zinn. Auf Disteln hinter dem 
Kornthore im September 1 Stk. (L.). Stáhlau 
(Tuéek) 1 Expl. Von Pürglitz 2 Stück. Auf 


1 


Bei Prag im Sommer auf 
Strassen anf 


ca ek EE 


ся 


ca 


einem Pappelstamme im September im Baum- 
garten 1 Stück (Srnka). Rainwiese (Schnb.). 


Meloidae. 
Meloe Linné. 


1. proscarabaeus L.Im Frühjahr überall 


bo 


-1 


bo 


. violaceus Marsh. 
3. decorus Brandt et Er. Im 


.'eoriarius Br. et Er. Bei St. 


5. variegatus Donov. Im 


3 rugosus Marsh. 


gemein. 
Im Frühjahr überall. 
Frühjahr in 
der Sárka, bei St. Prokop ziemlich selten (L.). 
Stählau (Tuček). 
Prokop im 
Frühjahr zuweilen häufig (L.). Gablonz (Dr. 
Schmidt). 
Frühjahr überall, 
bei Prag häufig. 
Auf Anhöhen bei Prag 
im Frühjahre und im Herbste ziemlich häufig 
.soabriusculus Dr. et Er, Im Frühjahre 
überall häufig. 

'erocoma Geoffroy. 
. Schaefferi rlin. Bei ‚Prag in der, Nähe 
von Wäldern auf Achillea, einzeln. 

Lytta Linné, 


. vesicatoria Lin. 
Liguster, Flieder, im 
Massen. 


Ueberall auf 
Juni, oft in 


löschen, 
grossen 


Oedemeridae. 


Calopus Fabr. 


. serraticornis Linn.. Bei Klatau (L.). Iser- 
gebirge u. am Jesehken (Dr. Schmidt). Rain- 
wiese, sehr selten (Schub.).  Kohljanovie 


(Steigerwald). Jičín (Vařečka). Ueberall selten. 


Ditylus Fischer, 
. laevis Fab. Vor mehreren Jahren in grosser 
Anzahl in faulen Baumstämmen. Rainwiese 
(Schnb.). Reichenberg, sehr selten (Dr. 
Schmidt). 


Asclera Schmidt. 


.sanguinicollis Fab. Rainwiese auf Blu- 
men selten (Schnb.). 
. coerulea L. Bei Wäldern auf Gesträuchen, 
überall. 

Oedemera Olivier: 


. Podagrariae L. Auf Waldwiesen in Mittel- 
böhmen häufig. 
flavescens L, Auf Blumen überall gemein. 
.subulata Ol. Pürglitz (Dr, Kasper). Rain- 
wiese selten (Schnb.). Ellbogner Kreis (Gl.). 
. flavipes Fab. 


Blüthen selten (L.. орле” Kreis (GI). 


5. virescens L. ‘Ueberall hünfig. 


. lurida Marsh. Ueberall gemein. 


In Závist und Pürglitz auf 


eem eq IN N 


u 


= 


_ — 


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- 


Anoncodes Schmidt. 


. ustulata Fab. Im Stern gekötschert (Hb.). 


Chrysanthia Schmidt. 


. viridis Schmidt. Im ganzen nordbóhmischen 


Gebirge auf Gesträuchen (Schb.). 
Mycterus Olivier. 


. curculinoides IU. In Kré bei Prag auf 


Umbelliferen häufig (L.). 


Bruchidae. 


Bruchus Linné. 


. marginellus Fab. Auf Waldwiesen im 


Frühjahre ziemlich selten. 


. Cisti Fab. Ueberall, einzeln. 
. Pisi Zinn. Ueberall gemein in Erbsen, denen 


er sehr schädlich ist. 

seminarius Ill. Im Frühjahre auf Wiesen 
gamein. 

luteicornis Ill. Bei Prag auf Wiesen 
häufig (L.. Rainwiese (Schnb.). 


. lentis Schh. In Linsen oft schädlich. 


pubescens Germ. Kirchner Lotos 1859 
bei Kaplitz. 

ater Marsh. Auf Waldwiesen bei Prag, 
selten. 


Spermophagus Steven, 


. Cardui Schh. Auf trockenen Anhóhen bei 


Prag häufig (L.). Iu Nordbóhmen selten. 
Urodon Schönherr, 


. rufipes Fab. Auf dürren Anhöhen bei Prag 


auf Reseda, häufig. 


.pygmaeus Schh. Mit dem vorigen, aber 


seltener. 


. suturalis Fab. Mit den vorigen. 


Curculionidae. 
Anthribidae. 


Brachytarsus Schönherr. 


. §cabrosus Fab. Auf blühenden Gebüschen 


überall, bei Prag ziemlich selten. 


. varius Fab. Ueberall, häufiger als der 


vorige. 
Tropideres Schönherr. 


.albirostris Hbst. Bei Prag in Wäldern 


auf geschichtetem Eichen- und Erlenholz, im 
Frühjahr, ziemlich selten. 

Edgreni Schh. Auf einem ‘alten Kirsch- 
baume hinter dem Kornthor im Juni 1 Stück 


(Di) 


3. sepicola Hbst. Im Stern bei Prag von ei- 


ner Eiche geklopft (Kolar). 


.niveirostris Fab. Bei Prag in Zävist auf 


Erlenholz, selten (L.). 


IV, 


5. cinctus Payk. Rainwiese (Schnb.). 
Platyrhinus Clairville. 

1. latirostris F. Rainwiese unter Buchen- 
rinde, selten (Schnb.). Ebenso bei Domausi¢ 
bei Laun und im südlichen Böhmen bei Frauen- 
berg vom H. Forstadjunkten Raimer gesammelt. 

Anthribus Geoffroy. 

1. albinus Linn. In Wäldern bei Prag auf 
geschichtetem Erlenholz im Frühjahre, selten 
(L.. Rainwiese selten (Schb.). 

Choragus Kirby. 


. Scheppardi Arb. Im Baumgarten in einem 
faulen Baumstrunke in mehreren Expl. ge 
sammelt (Hbr.). 


mi 


Attelabidae. 


Apoderus Olivier. 


. Ooryli Linn, In Wäldern auf Gebüschen 
überall häufig. 


Atellabus Linné. 


.cureulionoides Linn. In Wäldern auf 
Gebüschen überall häufig. 


Rhynchites Herbst. 


1. auratus Scop. In Laubwäldern in ganz 
Böhmen, bei Prag häufig. 

2. Bacchus Linn. Ueberall gemein, 

3. coeruleocephalus Schall. Im August auf 
Birken ziemlich häufig. 
4. aequatus Linn. In Wäldern auf Gebüschen 
überall háufig. А 
5. cupreus Zinn. In Laubwäldern ziemlich 
häufig. S 
6. aeneovirens Marsh. In Wäldern im Früh- 
jahre auf Kichen häufig. н 
7. germanicus Hbst. Auf Waldgebüschen 1 
Sommer weniger häufig, überall. 

8, nanus Payk. Häufiger als der vorige. 

9. betuleti Fab. Auf Pappelgebüschen überall 
gemein, 

10. Populi Linn. Seltener als der vorige. 

11. sericeus Abst, In Wäldern bei Prag und 
Pürglitz auf Eichen, selten (L.)  Rainwiese 
selten (Schnb.). ^ 

12. pubescens Most. In Eichenwäldern Mittel- 
bóhmens im Mai, nicht häufig. Rainwiese, 
selten (Schnb.). 8 

13. opthalmicus Steph. Bei Prag auf Eichen 
im Frühjahre häufig (L.). f 

14. megacephalus Germ, In Wäldern ati 


Gebüschen im Frühjahre sehr selten. Bei 
Prag (L.). NE nt 
15. tristis Fab. Bei Prag in Závist im Fru 


jahre auf Gebüschen ziemlich selten (L.)- if 
16. Betulae Linn. Ueberall in Wäldern at 
Gebüschen mehr oder weniger häufig. 
Auletes Schh. 
1. basilaris Sehh. Im Riesengebirge im 
mehrere Expl. (Sacher). 


Juni 


IV. 


Rhinomacer Fabr. 

1. attelaboides Fab. Im Mai in der Sárka 
auf Kiefern, selten (L.). Rainwiese, nicht sel- 
ten (Schnb.). 

Diodyrhynehus Schönherr. 

1 austriacus Schh. Im Mai in der Särka 
auf Kiefern, selten (L.). Rainwiese auf Kie- 
fern selten (Schnb.). 


Apion Herbst. 


I Pomonae F. Ueberall sehr häufig. 

2. Craccae Lin. Ueberall auf Wiesen und 

„In Gebüschen häufig. 

9. subulatum Kirby.  Rainwiese, auf 
Wiesen (Schnb.). 


4 opeticum Bach. Rainwiese (Schnb.). 

5. ochropus Schh. Im nördlichen Böhmen 
ziemlich häufig, bei Prag selten unter Laub 

, und auf Wiesen. 

6. vicinum Kirby. Ueberall ziemlich selten. 

7T. atomarium Kirby. Bei Prag auf dürren 


Anhóhen auf Gras, nicht häufig. Rainwiese, 
emzeln (Schnb.). 

8. tenue Kirby. Ueberall häufig. 

% pubescens Kirby. Bei Prag im Frühjahr 
in Wäldern unter Laub, selten (L.). Rain- 
wiese (Schnb.). 

10. aene um Fabr. Bei Prag in Wäldern im 
Frühjahr unter Laub, häufig. 

11. r adiolus Kirby. In Wäldern überall ziem- 
lich häufig. 

12, validum Germ. Bei Prag im Frühjahr 
auf Wiesen, unter Moos und Laub ziemlich 

„häufig. (L). Rainwiese selten (Schnb.). 

13. pallipes Kirby. Ueberall häufig. 

14, flavimanum Schh. Kllbogner Kreis (Gl.). 

15. fuscirostre Fab. Auf Wiesen im nórd- 
lichen Böhmen nicht selten. (Schb.). Bei Prag 
‚selten auf Spartium scoparium (L.). 

16, difficile Hbst. Ueberall häufig. 

17. Genistae Kirb. Rainwiese, selten (Schb.). 

18. rufirostre Fab.. Ueberall ziemlich selten. 

19. vernale Fab. Auf Nesseln überall, nicht 

| häufig. 

20, Уїсїае Payk. Ueberall häufig. 

21 Varipes Germ. Ueberall häufig. 

IA Fagi Linn. Ueberall. 

NW flavipes Fab. Ueberall gemein. 

24. l'rifolii Linn. Rainwiese (Schnb.). 

ab. ruficrus Germ. Rainwiese (Schnb.). 

26, a ssimile Kirby. Marienbad (M. u. A.). 

27. nigritarse Kirby. Im Frühjahr unter 

У Moos uud Laub bei Wäldern überall häufig. 

28. miniatum Schh. Auf Wiesen überall ziem- 

i lich häufig. 

29. haematodes Kirby. Ueberall häufig. 

"Währung Steph. Im Gebirge Nordböhmens 
Schh.). 

31. sanguineum De Geer. In Wäldern bei 

„rag selten (L.). Rainwiese selten (Schnb.), 

32. Gyllehali Kirby. Fritsch Phaen. Beob. 

2.14. April bei Prag. 

33. colu mbinum Germ. Bei Prag selten (L.). 
Rainwiese selten (Schnb.). Marienbad (M. u. A.). 


57 


34. ebeninum Kirby. Rainwiese, selten (Schb.). 

35. Ervi Kirby. Ueberall ziemlich selten. 

36. Loti Kirby. Rainwiese, selten (Schnb.). 

37. virens Hbst. Ueberall auf Waldwiesen 
häufig. 

38. punetigerum @erm. Bei Prag in Wäldern 
im Frühjahr unter gefallenem Laube, selten (L.). 

39. Spencei Kirb. Rainwiese, selten (Schnb.). 

40. aethiops Hbst. Rainwiese (Schb.). 

41. Astragali Payk. In Wäldern bei Prag 
selten (L.). Rainwiese (Schb.). 

42, vorax Hbst. Rainwiese (Schnb.). 

48. Sorbi Hbst. Ueberall in Wäldern im Früh- 
jahr häufig. 

44. dispar Germ. Rainwiese (Schb.). 

45. humile Germ. Rainwiese (Schnb.) Ell- 
bogner Kreis (Gl). 

46. minimum Most. Ueberall häufig. 

47. violaceum Kirby. Ueberall mehr oder 
weniger häufig. 

48. aterrimum Linn. Rainwiese (Schnb.). 


Rhamphidae. 


Rhamphus Clairville. 
1. flavicornis Clairv. Böhmische Schweiz auf 
Baumblättern, deren inneres Gewebe die 
Larven verzehren (Schnb.). 


Brachyderidae. 


Thylacites Germor. 


pilosus F Inden Steinbrüchen hinter dem 

Strahöver Thor im Frühjahr unter Moos. 
Cneorhinus Schönherr. 

1. geminatus F. Bei Prag auf Anhöhen 
im Frühjahr unter Steinen, selten (L.). Rain- 
wiege, selten (Schb.). 

Strophosomus Billberg. 

1. Coryli Fab. Ueberall gemein. 

2. obesus Marsh. In Wäldern überall häufig. 

3. faber Abst. Ueberall ziemlich häufig. 

4. squammulatus Most. Auf trockenen An- 
höhen bei Prag unter Steinen, selten (L.). 

Sciaphilus Schönherr. 

1. muricatus Fab. In Wäldern überall häufig. 

2. scitulus Germ. In Wäldern bei Prag auf 

Gebüschen, selten (L.). 


— 


3. ningnidus Germ. Böhm. Schweiz, selten 
(Schnb.). 
Brachyderes Schh. 
1. incanus Lin. In Wäldern überall gemein 


und den Kiefern oft schädlich. 
Eusomus Germar. 
.ovulum Ill. In Wäldern und auf Wiesen 
überall häufig. 
Tanymecus Germar. 
1. palliatus Fab. Auf Nesseln überall häufig. 
Sitones Schh. 
1. tibialis Hbst. Auf Wiesen überall häufig. 
2, ambiguus Schh. Rainwiese, häufig (Schb.). 


— 


3. 


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1. 


3. pterygomalis Schh. 


58 


sulcifrons Thunb. Ueberall gemein. 

. crinitus Oliv. Ueberall gemein; var. lineel- 
lus Schh. häufiger. 

flavescens Marsh. Ueberall gemein. 
lateralis Schh. Fritsch, Phaen. B. 1860. 
bei Prag. 

. Medicaginis Rdtb. Ueberall gemein. 
humeralis Steph. Bei Prag auf Wiesen, 
aiemlich selten, 

. lineatus Lin. Ueberall. 

0. tibiellus Schh. Bei Prag ziemlich selten. 
1. hispidulus Fab. Ueberall gemein. 


Scytropus Schönh. 
mustela Hbst. Im Frühjahr auf Kiefern 
überall häufig. 

Chlorophanus Dalman. 
. viridis L. Auf Weiden häufig. 

Polydrosus Germar. 
. undatus Fab. In Wäldern auf Gebüschen 
überall ziemlich häufig. 

flavipes De Geer. Bei Prag in Wald- 
thälern auf Gebüschen häufig. 
Bei Prag in Wäldern 
auf Gebüschen. Rainwiese (Schnb.). 
. corruscus Germ. In Laubwäldern in ganz 
Mittelböhmen häufig (L.). Rainwiege selten 
(Schnb.). 


5.cervinus Gyll. In Laubwäldern überall gem. 


. chrysomela Oliv. In Laubwüldern. 


Buchen-, Haselnuss- und Hainbuchengestrüpp 
überall mehr oder weniger häufig. 


8. sericeus Schall. In Wäldern überall 


häufig. 

9. micans Fab. In Laubwäldern gegen Ende 
des Frühjahrs überall häufig. 

10. vittatus Schh. Marienbad (M. u. A.). 

11. amoenus Germ. Rainwiese, selten (Schb.). 

Metallites Schönherr. 

1. mollis Germ. In Gebirgsgegenden auf 
Fichten häufig. 

2. atomarius Oliv. Mit dem vorigen. 

3. marginatus Steph. Im nördlichen Böhmen 


mm Go bo 


ziemlich selten. 
Cleonidae. 
Cleonus Schönherr. 


Blössen und an Strassen häufig; in Gebirgs- 
gegenden selten. 


2. nebulosus Lin. In Nordböhmen (Schnb.). 


-guttulatus Schh. Rainwiese 1 St. (Schnb.). 
. turbatus Schh. Auf Kiefern in der bohm. 
Schweiz, selten (Schb.). Bei Weisswasser und 
Hirschberg häufig. 

ophthalmicus Rossi. Auf. den Anhöhen 
um St. Prokop, unter Steinen, ziemlich selten. 
. obliquus Fab. Auf dürren Anhóhen bei 
Prag, oft häufig. 
7. cinereus Schrank. In Mittelböhmen über- 
all, nicht häufig. 
8. alternans Ol. Auf Anhöhen um St. Prokop, 
selten, 


ІУ, 


picus F. Gegen Ende des Frühjahrs auf 


marmoratus Jab. In Mittelböhmen auf 


9. sulcirostris L. An Wegen und Strassen 
überall häufig. 
10. albidus F. Auf nackten Anhöhen um 

Prag, ziemlich selten. 

11. declivis Oliv. Auf Anhóhen um St. Prokop, 
selten, 
Alophus Schönherr. 
1. triguttatus Fab. Auf Blóssen überall 
häufig. 

Liophloeus Germar. 
nubilus Fab. In Wäldern überall häufig 
Herbstii Schh. In Zävist bei Prag, selten. 
Schmidtii Schh. 1840. Schmidt, Stettin 
int. I. Böhmen. 

Barynotus Germar. 
obscurus Fab. Auf Mauern und unter 
Steinen überall häufig. у 
moerens Fab. Bei Prag, selten (L.). Rain- 
wiese (Schnb.). 

Tropiphorus Schh. 

. mercurialis Fab. Unter Steinen überall 
selten. 

ochraceosignatus Schh. Rainwiese, selten 
(Schnb.). 

Minyops Schh. 
variolosus AL Bei Prag auf Mauern und 
unter Steinen oft ziemlich häufig. 

Lepyrus Germar. 

1. colon Fab. Auf Weiden gemein. 
2. binotatus. Unter Steinen häufig. 

Tanysphyrus Germar, Р 
.Lemnae Fbr. Auf Wiesen bei Brandeis, 
selten (L.). Rainwiese, selten (Schnb.). 

Hylobius Schónh. 
pineti Fab. Bei Taus, im Bohmerwalde 
bei Bergreichenstein einige Exemplare. (Seda.) 
Abietis Linn. In Kiefer- und Fichten- 
wäldern überall häufig und schädlich. 
Pinastri Guil In Gebirgsgegenden auf 
Fichten, nicht häufig. Scheint nur еше 
Varietät des vorigen zu sein. 

Molytes Schh. 

. coronatus Latr. Auf Mauern und unter 
Steinen bei Prag ziemlich häufig (L.). Ram- 
wiese, selten (Schnb.). Ч 
germanus Linn. Auf Wiesen, gegen Kinde 
des Sommers, bei Prag oft ziemlich häufig. : 
. glabratus Fab. Ellbogner Kreis (Gl) 1842. 

Liosomus Kirby. : 
ovatulus Claro. In Wäldern bei Prag m 
Frühjahr und im Herbste unter Moos ziemlich 
selten (L.). Rainwiese (Schb.). 
impressus Schh. Rainwiese (Schnb.). 1 
cribrum Schh. Im Herbste in Kirê un 
Závist unter Moos, selten (L.). 

Adexius Schh. (f, 
.scrobipennis Schh. Böhmische Schweiz 
sehr selten unter faulen Stöcken (Schnb.). 

Plinthus Germar. wgl, ` 
. Megerlei Panz., Aussergefield im Böhmer- 
walde. Im Juni (Seda.). 
TischeriGerm. Böhmische Schweiz (5 chnb.). 
Gablonz, Reichenberg an Wurzeln von Farren, 
selten (L.). 


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IV. 


Phytonomus Schh. 
1. punctatus Fab. Ueberall häufig. 
viennensis Abst. Riesengebirge im Juni 
(Sacher.). 
3. elegans Sehh. Rainwiese, sehr selten 
(Schnb.). 
4. elongantus Payk. Riesengebirge (Sacher.). 
5. suturalis Redt. In der Iseranschwemmung 
bei Fisenbrod einige Stücke im Juni (L.). 
6. Rumicis Zinn. Ueberall, ziemlich sel- 
ten (L.). 

7. Pollux Fabr. Rainwiese (Schnb. Marien- 
bad (M. u. A.). 

8. suspiciosus Hbst. Ueberall ziemlich 
häufig. 

9. Plantaginis De Geer. Ueberall häufig. 

l0, murinus Fab. Bei Prag ziemlich selten 
(L). Ellbogner Kreis (GL). 

ll. variabilis Hbst. Ueberall gemein. 

12. Polygoni Fab. Ueberall häufig. 

13. meles Fab. In Nordbóhmen, selten. 

14. nigrirostris Fab. Ueberall häufig. 

Limobius Schönh. 

1. dissimilis Abst. Bei Prag im Frühjahr 

unter trockenem Laub, ziemlich selten. 


Lë 


Byrsopidae. 


Gronops Schönh. 


l. lunatus Fab. Bei Prag und Pürglitz unter 
Steinen, selten (L.). Rainwiese unter Steinen 
sehr selten (Schnb.). 


ШИМИ ИТ 


Phyllobius: Schh. 

1. calcaratus Fab. Auf Gebüschen in schat- 
tigen Wäldern häufig. 

2. alneti Fab. Auf Gebüschen überall, häufig. 

3. psittacinus Germ. In Laubwüldern gemein. 

4. pineti Redt. Marienbbd (M. u. A.). 

5. argentatus L; :In Laubwäldern überall. 

6. maculicornis Germ. In Wäldern bei Prag, 

ziemlich selten. 

oblongus Z. Ueberall gemein. 

mus Fab. Ueberall in schattigen Wäldern, 

häufig. 

9. sinuatus F. Rainwiese (Schnb.). 

10. Pyri L. Ueberall häufig. 

11. Betulae Fab. Kllbogner Kreis (GL). 

2. Pomonae Oliv. Bei Prag, selten. 

13. uniformis Marsh. In Wäldern bei Prag, 
selten. 

14. viridicollis A Ueberall ziemlich häufig. 

Trachyphloeus Germar. 

l. scaber Linn. Auf kahlen Anhöhen unter 
Steinen und trockenem Moos überall. 

2. scab riculus L. Auf Blóssen überall. 

3. Spinimanus Germ. Rainwiese, nicht selten 
(Schnb.) 

4 squamosus Schh. Auf Blössen bei Prag, 
selten (L.). Rainwiese, nicht selten (Schnb.). 

5. inermis Schh. Auf Anhóhen um St. Prokop 
unter Steinen, selten (1„.). 


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Omias Germar. 

1. rotundatns F. Bei Prag auf trockenen 
Anhóhen unter Steinen, oft häufig (L.). Ell- 
bogner Kreis (Gl). 

9. ruficollis F. Bei Prag im Sommer in 
Wäldern unter Laub, selten (L.). 

8. validicornis Märk. Rainwiese, selten 
(Schnb.). 

4. hirsutulus H Unter trockenem Laub in 
Wäldern überall, bei Prag gemein. 

5. brunnipes Oliv. In Walduagen unter 
Moos und Laub im Sommer überall. 

6. mollieomus Ahr. Im Gebirge des nórd- 
lichen Bóhmens unter Moos und Laub überall 
(Schnb.). 

7 Chevrolati Schh. In Wäldern bei Prag 
unter Laub, selten (L.). 

8. concinnus Sehh. In den Waldungen um 
Prag im Juni und Juli unter Laub hàufig. 

9. tener Boh. In Stern im Juli unter Laub 
häufig (L.). Závist, Kré, Vsenor selten. 

10. forticornis Schh. Bei Prag in Závist im 
Juni unter Laub, selten (L.). Im Gebirge 
von Nordböhmen (Schb.). 


Peritelus Germar. 
1. leucogrammus Germ. ‚Bei Slichov auf 
Anhöhen im Frühjahr unter Steinen selten (L.). 
Rainwiese, selten (Schnb.). 


Otiorhynchus Germ, 


1. geniculatus Germ. In Závist unter trocke- 

nem Laub und auf Gebüschen im Frühjahr 
ziemlich selten (L.). Ellbogner Kreis. (Gl.). 
. tenebrieosus Hbst. Im hohen Erzgebirge 
(Schnb.). auf Fichten in  Böhm.-Eisenstein 
(Preissler). 

3. laevigatus Fab. Ueberall gemein. 

4. niger Fab. In Gebirgsgegenden in Schwarz- 
wäldern überall häufig, auf Fichten schädlich ; 
var. villosopunctatus Schh, seltener. 

5. unicolor Hbst. Im Erzgebirge auf Fichten 
(Schnb.). Böhm. Kisenstein (Preissler). 

6. raucus Fab. Im Gebirge des nördlichen 
Böhmens, selten. 

т. hirticornis Ast. In Waldungen überall 
häufig. 

8. septentrionis Z/bst. In Wäldern überall 
häufig. 

9. maurus 601. Rainwiese, selten (Schnb.). 
Auf der Seewand im Böhmerwald (L.). 

10. picipes ар. Ueberall. gemein. 

11. gemmatus J”. Im Riesengebirge, im Böhmer- 
walde. 


be 


12. lepidopterus F In Gebirgen überall auf 


Gesträuchen ziemlich häufig ; bei Prag selten (L.). 

13. sulcatus Fab. Auf kalkigen Bergen bei 
Prag sehr selten (L.). 

14. nigrita Fab. Rainwiese (Schnb.). 

15. aerifer Germ. Im Gebirge von Nord- 
bohmen (Schnb.). 

16. austriacus Fab. var. carinatus Schh. bei 
Bohm. Eisenstein (Manuser. Preissler). 

17. Ligustici Lin. TVeberall in der Ebene 
gemein. 

18. rugifrons Gyll. Am Milleschauer in Mehr- 
zahl (Schnb.). 


60 


19. pinastri Hbst. Böhmische Schweiz, selten 
(Schnb.). 

20. ovatus Lin. Ueberall gemein. 

21. velutinus Germ. In den Steinbrüchen 

hinter dem Strahöver - Thor im Frühjahr 

2 Stück (L.). 

22. Zebra Fab. Im Gebirge des nördlichen 

Bóhmens, selten (Schnb.). 

23. gyrosicollis Schh. Bei Prag auf Mauern 

und unter Steinen, selten (L.) 


Erirrhinidae. 
Lixus Fab. 


. paraplecticus Lin. Bei grösseren Teichen 
auf Wasserpflanzen überall, ziemlich selten (L.). 
turbatus Schh. Auf Wasserpflanzen bei 
Prag und Brandeis, selten (L.) 
Ascanii L. Bei Prag im Frühjahr auf 
Schlehdorn ziemlich häufig. Bei Teplitz (L.). 
‚ bicolor Oliv, Auf kalkigen Anhöhen bei 
Prag auf Gebüschen und unter Steinen, ziemlich 
selten (L.). 
pollinosus Germ. 
(Kirchner Lotos 1859). 
. filiformis Fab, Auf Disteln 
überall häufig. 

. Bardanae F. Bei Herrnskretschen (Schb.)' 
Larinus Germar, 

. Jaceae Fab. Bei Prag auf Disteln, selten. 
Ellbogner Kreis (Gl.). 

. planus Fab. Ueberall in Ebenen auf Disteln, 
selten. 


Rhinocyllus Germar. 

. antiodontalgicus derby. 
(Varecka). 
latirostris Latr. 
ziemlich häufig. 


Pissodes Germar. 

. Piceae Jil. Ueberall, den Tannen schädlich 
2. Pini Linn, Gleich dem vorigen. 

З. notatus F. Ueberall häufig, den Kiefern 
schädlich. 

. Gyllenhali Schh. Rainwiese, selten (Schb.). 
Riesengebirge. 

. Harcyniae Hbst. In Gebirgsgegenden auf 
Fichten. In der böhmischen Schweiz und auf 
dem Schneeberge bei Tetschen von allen der 
schädlichste, indem er viele ausgewachsene 
Fichten so verwüstet, dass sie absterben. 
(Schnb.). 

. strobili Redt. Rainwiese, sehr selten (Schb,). 
In Prag in Holzlagern einigemal gefunden (L.). 
. piniphilus Abst. Rainwiese, selten (Schb.). 
Weisswasser, nicht selten (Em. Purkyné.). 
Bohm. Eisenstein (Manusc. Preissler). 


Magdalinus Schh, 


violaceus Z. Auf Fichten und Kiefern 
überall, im Gebirge häufiger. 

frontalis Gyll. In Gebirgsgegenden auf 
Fichten und Kiefern. 

3. duplicatus Germ. Bei Prag im Frühjahr 
auf blühenden Gesträuchen ziemlich häufig 
(L.). Marienbad (M. und A.). 


Bei Kaplitz, selten 


im Sommer 


Bei Jitschin 


Bei Prag auf Disteln 


Cerasi Jon. Auf blühendem Gesträuch 
überall häufig. 
. aterrimus F. Rainwiese, selten (Schb.). 
. barbicornis Latr. Auf Gebüschen bei Prag 
sehr selten (L.). Stählau (Tuéek). 
. Pruni Z. Auf Obstbäumen im Frühjahr 
überall häufig. d 
flavicornis Schh. Auf Gebüschen in Závist 
bei Prag, selten (L.). 
Erirhinus Schh. 
bimaculatus Fab. Auf nassen 
und auf Wasserpflanzen überall. 
2. acridulus L. Auf nassen Wiesen überall. 
Maerkelii Schh. Rainwiesc 1 Stück (Schb.). 
Dorytomus Germ. 


Wiesen 


1. vorax Fab. Auf Pappeln überall gemein. 

2. macropus Redt. Bei Prag aut Pappeln 
gemein. 

3. Tremulae Payk. In Ebenen auf Pappeln. 

4. costirostris Schh. Bei Prag unter Pappel- 
rinde ziemlich häufig. 

5. majalis Payk. In Ebenen auf Gebüschen 
häufig. 

6. pectoralis Pz. Mit dem vorigen. 

7. tortrix L. Bei Prag auf Pappel- und 
Espengestrüpp nicht selten. 

Grypidius Schh. 

1. Equiseti F. Auf nassen Wiesen bei Brandeis, 
Jičín und Eisenbrod ziemlich selten; (L.), 
Rainwiese nicht häufig (Schnb.). 

Hydronomus Schh. 

1. Alismatis Marsh. Instehenden Gewässern, 

bei Brandeis auf Wasserpflanzen, selten (L.). 
Eleschus Schh. 

1. scanicus Payk. Bei Prag auf der Hetz- 
insel auf Weiden ziemlich selten (L.). 

2. bipunctatus Lin. AufWeiden und Pappeln 
überall ziemlich selten. 

Brachonyx Schh. 
1. indigena Host. Auf Kiefern überall ziem- 


lich selten. 

Bradybatus Germar. 
. Creutzeri Germ. Bei Prag im Stern unter 
Moos 2 Stück (L.). 

Anthonomns Germar. 
1. pomorum J. Auf Apfelbäumen überall. 
. spilotus Redt. In Závist im Frühjahr auf 
blühendem Weissdorn, selten (L.). 

pubescens Payk. Auf blühenden Ge- | 

sträuchen überall. | 
. varians Payk. Wie der vorige. 
„Карі Most. Auf Gestrüppen bei Prag, selten. 
. druparum Lin. Auf Obstbàumen, bei Prag 
ziemlich häufig. 

Balaninus Germar. | 
. glandium Marsh. Auf Eichen überall, bei 
Prag häufig. 
.nucum Zin. Auf Haselgesträuch 
mehr oder weniger häufig. 
turbatus Schh. In 
Mittelböhmen gemein. 
cerasorum. Hbst. 
ziemlich selten. 
. villosus Hbst. Waldungen bei Prag auf 
Eichen im Frühjahr nicht selten (L.). 


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Eichenwäldern in . | 


> 


Bei Prag auf Birken 


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10, 


11, 


IV. 


crux F. Auf Gesträuchen überall gemein. 
. Brassieae F. Auf Gesträuchen überall. 
pyrrhoceras Marsh. Auf Sträuchern 
überall. 
Amalus Schh. 


1. Scortillum Zbst. Rainwiese selten (Schb.). 
?. floralis Payk. Ueberall gemein. 


Tychius Germar. 
:quinquepunctatus Z. Bei Prag auf blü- 
henden Erbsen, oft häufig (L.). Rainwiese, 
Teplitz, selten (Schb.). 

Schneideri Hbst. Rainwiese, selten (Schb.). 
» tomentosus Hbst. Auf Blumen häufig. 


4. picirostris Fab, Auf niedrigen Gewächsen 


überall. 


Smicronyx Schh. 
. cicur Reich. Rainwiese, selten (Schnb.). 
Stbynes Schh. 
Viscariae L. Auf Waldwiesen überall 
ziemlich selten. 
: phaleratus Schh. Anf einer Wiese in Závist 
1 St. (L). 2 St bei Beroun und Brandeis 
(Dr. Skalicky.). 


Acalyptus Schh. 


1. Carpini Hbst. Auf Gebüschen bei Prag, 


selten (L). 


Phytobius Schh. 
: granatus Schh. Auf der Hetzinsel am 
Moldauufer in grobem Sande häufig (L.). 


2. quadritubereulatus F. In Laubwäldern 


im Frühjahr unter Moos, selten. 
Canaliculatus Schh. Bei Altbunzlau auf 
Wasserpflanzen 2 St. (L.). 


Anoplus Schönh. 


= 


1. plantaris Naetsen. Bei Prag In Wald- 


thälern auf Erlen, selten; (L.). Rainwiese 
einzeln (Schnb.). 


Orchestes 11. 


1. Quercus L In der Šárka im Mai auf 


Eichen häufig (L.). 
scutellaris F. Auf Kichen bei Haida im 
September häufig (L.). 


3. Fagi Т. In Buchenwäldern; in der böhm. 


Schweiz oft schädlich. 
‘pratensis Germ. Rainwiese, selten (Schb.). 


5. Populi F. Auf Weiden und Pappeln überall 


gemein. 


9. signifer Creute. Rainwiese, sehr selten 


(Већа). 


T. Rusei Hbst. Kllbogner Kreis (Gl). 
8. Salicis Z, Auf Weiden überall, ziemlich 


9. 


Selten, 
rufitarsis Germ. Im Frühjahr und im 
lerbste in Kré unter Moos, selten (L.). 


decoratus Germ. Auf Weiden überall, 
selten, 


Stigma Germ. Auf Sträuchern überall, 


nicht selten, 
Styphlus Schönh. 


` Setiger Germ. In den Steinbrüchen hinter 
dem Strahöver- Thor im Frühjahr und im 

erbste unter Moos selten (L.). Rainwiese, 
sehr selten (Schb.). 


1, 


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9 


61 


Cryptorhynchidae. 


Baridius Sebh. 


Artemisiae Hbst. Am Bellvedeur im Mai 
auf niedrigen Gewächsen, ziemlich selten (L.*. 


2. picinus Germ, Auf Dlóssen überall ziem- 


lich selten. 


3. scolopaceus Germ. Marienbad (M. u, A.). 


cuprirostris F. Bei Prag auf den An- 
hóhen hinter Lieben einige Stück (L.). Rain- 
wiese, selten (Schnb.). 


. chloris Fab. Aut kahlen Bergen bei Prag 


im Frühjahr unter Steinen und Moos, nicht 
selten (L.). 

coerulescens Scop. Bei Prag im Frühling 
auf dürren Stellen unter Steinen, selten (L.). 


. chlorizans Germ. Rainwiese, selten (Schb.). 
. Lepidii Germ. Bei Prag auf wüsten Plätzen 


unter Steinen ziemlich häufig (L.). Rainwiese, 
selten (Schb.). 


. T-album Z, Auf nassen Wiesen überall. 


Cryptorhynchus Tiger. 


Lapathi Zan. Auf Erlen und Weiden 
überall gemein. 


Camptorhinus Schönh. 


. Statua Rossi. Im Stern bei Prag ein Stück 


gekötschert (Haber). 
Coeliodes Schünh. 


. Quereus F. Unter Moos und Laub bei 


Wäldern; bei Prag ziemlich selten (L.). 
rubicundus Payk. Rainwiese, selten 
(Schnb.). 


. Epilobii Payk. Ueberall an Wiesen und 


Waldründern, selten. 
guttula F. An Waldrändern im mittleren 
Bóhmen nicht selten. 


. fuliginosus Marsh. An Waldründern. 
. quadrimaculatus Z. Ueberall häufig. 
. Geranii Payk. In der Umgebung von Prag 


gegen Ende des Sommers auf Geranium 
häufig. 


Acalles Schh. 


. hypocrita Schh. Ueberall an Waldrändern 


unter Moos und Laub im Frühjahr, selten. 


2. lemur Germ. In Wäldern bei Prag, Pürglitz, 


Teplitz, selten (L.). 

camelus Fab. In den Wäldern Mittel- 
böhmens unter Moos und Laub, selten (L.). 
Rainwiese, sehr selten (Schnb.). 


. ptinoides Marsh, Rainwiese, sehr selten 


(Schnb.). 


. turbatus Schh, In Závist und im Stern 


im Frühjahr unter Moos, selten (L.). 
Scleropterus Schönherr, 


. serratus Germ. In Závist unter Moos auf 


den Höhen um St. Prokop, sehr selten (L.). 
Bei Brandeis (Dr. Skal.). Rainwiese, sehr sel- 
ten (Schnb.). 


. globulus Hbst, Auf Espen in den Wäldern 


um Prag, selten (L.). 


IV. 


Orobitis Germar. 33. chalybeus Germ. Rainwiese, selten (Schb.). 


. cyaneus L. Bei Prag in der Cibulka und im 
Stern unter Moos und auf Gras, ziemlich sel- 
ten (L.). Rainwiese einzeln. (Schnb.). 


Ceutorhynchus Schönherr. 


1. arator Schh. In der Moldauanschwemmung 
im Frühjahr 8 St. (L.). 

2. assimilis Payk. Unter gefallenem Laub 
und auf Waldwiesen überall selten. 

3. Erysimi Fab. Unter Laub überall häufig. 


34. troglodytes F. 


1; 


9. Castor Fab: 


. bruchoides Host. 


Ueberall, nicht selten. 
Rhinoncus Schönherr. 


topiarius Germ. Krč, unter Moos im 
Herbste, und auf der Kaiserwiese am Wege 
im October zweimal (L.). Bei Teplitz (Schb.). 
Ueberall auf Wiesen ziemlich 
häufig. 

Rainwiese, nicht selten 
(Schnb.). 


Г d {сат , d Ting ij 7 
4. coerulescens Schh. Rainwiese, selten 4. peric Bp i- Fab. Auf Wiesen überall 
(Schnb.). ziemlich häufig. 
5. guttalis Grav. Rainwiese, selten (Schnb.). 


5. contractus Marsh. In Wäldern bei Prag 
im Frühling unter Laub häufig (Lı). 
6. atratulus Gyll. Böhmische Schweiz, häufig 


Poophagus Schönherr. 


(Schnb.). 1. Sisymbrii F. Bei Brandeis an Sümpfen 
7. setosus Schh, Rainwiese nicht selten auf Pfianzen selten (L.). Böhmische Schweiz 
(Schnb.). (Schnb.). 
8. Cochleariae 0717. Rainwiese (Schnb.), Tapinotus Schónher. 


Teplitz (L.). 

9, pumilio Gyil. 
10. posthumus Germ. 
Rainwiese (Schnb.). 
11. Achilleae Schh. Im Frühjahre unter 

trockenem Laub bei Prag, selten (L.). 
12. Ericae Gyll. In Gebirgsgegenden überall 


Rainwiese, selten (Schnb.). 
Bei Prag, selten (L.). 


= 


.Sellatus At 


. frit Hbst. 


Dei Brandeis an Sümpfen auf 

Wasserpflanzen sehr selten (L.)  Rainwiese 

auf nassen Wiesen, sehr selten (Schb.). 
Bagous Germar. 

Böhm. Schweiz auf nassen Wie- 

sen sehr selten (Schnb.). 


häufig. 

13. sph aerion Schh.  Raiewiese, selten 2 Claudicans Schh. Mit dem vorigen selten. 
(Schnb.). 8. diglyptus Schh. Daselbst, selten, 

14. Echii F. Auf kahlen Abhängen auf 4 lutulosus Gyll. Auf Wasserpflanzen an 


Echium ziemlich häufig, bei Prag, Leitmeritz, 
Pürglitz, Teplitz. 

15, horridus Pz. In Zävist im Frübjahre 
unter Laub sehr selten (L.). 

16. erucifer Ol. Bei Prag auf Cynoglossum 
selten (L.). 

17. asperifoliarum Gyll. 
nem Laub überall häufig. 

18. Chrysanthemi Schh. In Wäldern überall 
ziemlich häufig. 

19. figuratus Schh. 
unter Moos 1 St. (L.). 

20. rugulosus Most. In kré 
unter Laub einige Expl. (L.). 

21. melanostictus Marsh. Rainwiese, selten 
(Schnb.). 

22. quadridens Pnz. In Kré im Frühjahre 
unter trockenem Laub, häufig (L.). 

23. punctiger Schh. Bei Prag selten (L.). 
Rainwiese, nicht selten (Schnb.). 

24. denticulatus Schrank. Rainwiese (Schb.). 


Unter gefalle- 


In ré im Frühjahre 


im Frühjahre 


с 


. eylindricus 


‚Srophulariae Linn: 


Ufern stehender Gewässer bei Brandeis, selten 
(L.). 


.lutulentus Gyll. Auf Wasserpflanzen bei 


Prag und Brandeis, nicht selten (L.). 
Lyprus Schönherr. 


Payk. 
bei Brandeis, selten (L.). 


Auf Wasserpflanzen 


Cionidae. 


Cionus Clairville, 


Auf Verbaseum und 
Scrophularia überall häufig. 

Verbasci Fab. Auf Verbascum 
häufig. 


überall 


3. Olivieri Rosenh. Bei Prag und Teplitz auf 


Verbascum ziemlich selten (L.). Rainwiese, 


nicht häufig (Schb.). 


25. nigrirostris Schh. Kirchner, Lotos 1859 4 Thapsus Fab. Auf Verbascum überall 
bei Kaplic. häufig. : e 
26. obsoletus Schh. Schmidt, Stettin Ent I. 5. hortulanus Marsh. Auf Scrophularia überall 


1840. Böhmen. 
27. picitarsis 

selten (Schnb.). 
28. sulcicollis Gyll. 

unter Laub, häufig, 
29. Rapae Gyll. Auf Blössen bei Prag häufig. 


Schh. Böhm. Schweiz, sebr 


In Wäldern bei Prag 


. So lani Fab. 


ziemlich häufig. 


. olens Fab. Wilbogner Kreis (Gl.). 
. Blattariae Hab, Bei Prag auf Scrophularia 


selten. 


‚ pulchellus Höst. Auf Scrophularia überall 


selten. 
Ellbogner Kreis (GL). 


30, Napi Schh. Böhm. Schweiz, sehr selten ` H 

(Schnb.). umnetron Schö T 
31. aeneicollis Germ. In Wäldern bei Prag бутпей on Schönherr. 

unter trockenem Laub im Frühjahr häufig (L.) 1. Veronicae Germ. Bei Jičín (Prof. Vařečka). 
32. cyanipennis Germ. Bei Prag und Teplitz, 2. Beccabungae Z. Ueberall an Bächen auf 


Rainwiese, selten (Schnb.). 


selten (L.). 


Veronica. 


IV. 


3. labilis Herbst. Bei Prag auf Pflanzen sel- 


co p 


8 
9 


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ten (L.. Rainwiese, selten (Schb.). 
. teter Fab. Marienbad (M. und A.). Карис 
(Kirchner). 
asellus Grav. Bei Prag in Závist auf Ver- 
bascum häufig (L.*. Rainwiese, selten (Schb.). 
| pilosus Schb. Kaplitz (Kirchner). 
A Ada Germ. In Závist bei Prag 2 Stk. 

4.). 
„Lin ariae Pz. Auf Linaria überall ausser 
m Gebirgen häufig. 
:Braminis Schh, Auf Wiesen in der Ebene 
überall häufig. 
9. CampanulaeZ. Auf Wiesen überall häufig. 

Meeinus Germ. 
: Pyraster Hbst. Auf feuchten Wiesen überall 
selten, 
| anthinus Germ. Aus der Moldauanschwem- 
mung bei Prag 2 St. (L.). 
Nanophyes Schönherr. 

: Lythri Fab, An Sümpfen auf Lythrum 
überall hüufig. 
"Rm bulus Germ. Bei Prag auf Wiesen, 

mge St. (L.). Rainwiese, sehr einzeln (Schb.). 


Calandridae. 


Sphenophorus Schönherr. 


"Piceus Pall. Bei Prag in Nusle 1 Stück 
aury). 

obreviatus F. Auf Mauern und unter 

Steinen bei Prag, oft häufig (L.). 


Sitophylus Schönherr. 
: £ranarius Г. Ueberall in Getraidehaufen 


oft sehr schädlich. 
: Oryzae L. Im Reis hergebracht. 


Dossonidae. 


Y ~ " 
Cossonus Schönherr. 


7". nearis Г. In alten Weiden- und Pappel- 

Strünken überall, bei Prag oft in grosser 
„enge, 

| ferr ugineus Claire, Fieber, Fauna pra- 
Sensis 1837. 


Rhyneolus Creutzer. 


 Cylindrieus Schh. In Závist in. hohlen 
ainbuchen häufig (L.). 

: chloro pus Fab. In alten Laubbäumen 
überall häufig. 

i elongatus Gyll. Rainwiese , selten (Schb.). 

` truneorum Germ. In alten Bäumen überall. 
Cylindrirostris Of.  Rainwiese, selten 

(Schönbach). 

‘reflexus ol. In, alten Bäumen bei Prag, 
eplitz, Böhm. Kamnitz, selten. 
punctatulus Schh. In alten ausgehauenen 
Rosskastanien in Prag häufig gefunden (L.). 


— 


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. opacus Zr. 


63 


Dryopthoridae. 


Droopthorus Schönherr. 


.lymexylon Fab. In alten Eichen bei Prag, 


selten (L.), ebenso bei Slabee (Dr. Kasper). 
Rainwiese (Schnb.). 


Xylophagi. 


Hylastes Erichson. 


. ater Payk. Auf Kiefern schädlich. 
. brunneus Zr. 
3. cunicularis Ær. In Fichten. 

. linearis Ær. Rainwiese, in Kiefern sehr 


Marienbad (M. und A.). 


selten (Schnb.). 


. attenuatus Kr. Auf Kiefern überall selten. 


angustatus Hbst. Auf Kiefern überall 
ziemlich selten. 

Auf Kiefern bei Prag selten 
(L.. Rainwiese selten (Schnb.). 


. decumanus Zr. Böhm. Schweiz auf Fichten 


selten (Schb.). 
palliatus Gyll. Ueberall, den Fichten sehr 
schädlich. 


Hylurgus Latreille. 


. ligniperda F. Auf Fichten einzeln, Böhm. 


Schweiz (Schnb.). 
piniperda L. 
schädlich. 
minor Hartig. Bei Prag auf Kiefern selten, 
in Pürglitz häufig (L.). Rainwiese, auf Fich- 
ten (Schnb.). 
Dendroctonus Erichson. 


micans Kug. Böhm. Schweiz in Fichten 
einzeln (Schönb.). Bei Horosedl in hervor- 
ragenden Wurzeln alter Kiefern häufig ge- 
funden (H. Raimer). 

pilosus Ratzeb. Böhm. Schweiz anf Fichten 
(Schnb.). 


Phloephthorus Wollaston. 


Ueberall den Kiefern 


.rhododaetylus Marsch. Rainwiese, selten 


auf Fichten (Schnb.). 
Hylesinus Fab. 


.Fraxini Fab. Bei Prag unter Eschenrinde 


ziemlich häufig (L.). Rainwiese (Schnb.). 


Polygraphus Erichson. 


. pubescens Er. Den Fichten schädlich. 


Scolytus Geoffroy. 


. Ratzeburgii Janson. Rainwiese in Birken 


(Schönbach). 

destructor Ol In Ulmen überall selten. 
intricatus Ratzeb. Bei Prag in Waldungen 
in Eichen selten (L.). 


„ Pruni Ratzeb. In Obstbäumen überall häufig : 


ear, Pyri Ratz. Rainwiese, in Apfelbäumen 
selten (Schb.). 


. rugulosus Ratzeb. In Obstbäumen überall, 


nicht häufig. 


Xyloterus Erichson. 
1. domesticus L. In Bachen- und Eichen- 
holz im nördlichen Böhmen (Schnb.). 
2. lineatus Oliv. In weichem Holze überall, 
nicht häufig. 
3. quercus Eich. 
(Schnb.). 


Crypturgus Er. 
In Fichten, oft häufig. 


9 


Rainwiese, in Eichenholz 


= 


. pusillus Gyll. 
Cryphalus Erichs. 


1. Tiliae Fab. In Linden überall, 
selten. 

2. Piceae Ratzeb. In Tannen. 

3. Abietis Rateeb. In Fichten, 
(Schnb.). 


Bostrychus Fab. 


1, typographus L. Ueberall auf Fichten ge- 
mein und oft schädlich, 

2, stenographus Dft. In alten Kiefern, nicht 
häufig. 

8. Laricis Fab. Ueberall in Fichten. 

4. micrographus Gyll. Rainwiese in Fichten 
und Kiefern (Schnb.). 

5. curvidens Germ. In Tannen oft schädlich. 

6. chalcographus Z, Auf Fichten, 

7. bidens F. In Kiefern überall, bei Prag 
selten. 

8. autographus Ratzeb. In Fichten gemein- 
schaftlich mit B. typographus und Hylastes 
palliatus. 

9. bicolor Hbst. In Buchen. 

10. dispar F., In Laubhólzern 
Prag in Eichen selten. 

11. monographus F. 
Ellbogner Kreis (G1.). 

12. Saxesenii Ratz. Rainwiese, in Buchen 
(Schb.). Bei Prag in Erlen selten (L.). 


Platypus Herbst. 
1. cylindricus Fab. 
selten (Schb.). 


bei Prag 


Rainwiese 


überall, bei 


Marienbad (M. u. A.). 


Rainwiese, in Eichen- 


Cerambycidae. 


Spondylidae. 


Spondylis Fab. 


1. buprestoides L. Ueberall in Nadelwäl- 


dern häufig. 


Prionidae. 


Ergates Serville. 

1. faber Linn. Bei Pürglitz und Slabec sehr 
einzeln (Dr. Kasper). Bei Radnitz (Hütten- 
bacher). Bei Teplitz 1 St. lebt in Kiefern 
(Schnb.). 


IV. 


Prionus Geoffroy. 


1. coriarius Г. Ueberall, stellenweise häufig. 
lebt als Larve in alten Baumstrünken. 


"erambycidae. 


Cerambyx Linné. 

1. heros F. In alten Eichen. bei Brandeis, 
häufig; bei Prag und Závist selten (L.). Te- 
plitz (Schb.), 

2, cerdo Linn. In Wäldern 
Gebüschen überall häufig. 

Purpuricenus Serville. 

1. Köhleri L. Bei Melnik 1 St. (L.). In Prag 

auf der Strasse 1 St. (Dr. Kasper). 
Rosalia Serville. 

1. alpina Linn. Am Schneeberge bei Tetschen 
auf Buchen (Schnb.). Am Bósig alljährig 
(Dr. E. Purkyné). 

Aromia Serville. 

1. moschata Linn. Auf Weiden überall, oft 
häufig. 

Callidium Fabr. 


Rhopalopus Muls. 


auf blühenden 


1. clavipes F. Bei Prag auf Holz, selten. 
Ellbogner Kreis (Gl.). 
ә. femoratum Linn. Sehr selten In Krč 


auf Holz 1 Expl. (Seda). Bei Béchovic und 
Skalka 3 Expl. (Haury). In Stern (Kolái). 

Callidium Muls. 

3. violaceum Linn. Auf altem Holz überall 
häufig. 

4. dilatatum Payk. Bei Prag in Zävist sehr 

selten (L.). Im Gebirge selten (Schb.). 

coriaceum Payk. Rainwiege, sehr selten 

(Schnb.). 

6. castaneum Redt. Ellbogner Kreis (G].). 

7. sanguinem ZL. Bei Prag in Wäldern und 
in Prag in Holzlagern auf Holz häufig (L.). 
Im Erzhebirge (Schb.). 

8. Alni Linn. In Wäldern bei Prag auf Eichen- 
und Buchenholz oft häufig (L.). j 

9. rufipes F. Im Baumgarten auf einem blü- 
henden Strauche 1 Expl. (L.). 

Phymatodes Muls. : 

10. variabile Z. In Holzlagern überall häufig: 

Lioderes Redt. i 

11. Kollari Redt. Am Laurenzberge 1 Stk- 
(Haber). 

Semanotus Muls. 

12, undatum L. 
gezogen (Haber). 


Hylotrupes Serville. 
1. bajulus Z. In altem Holze überall häufig. 
Saphanus Serville. 


1. piceus Laichart. In Wäldern bei Prag auf 
Eichen, selten (L.). Erzgebirge (Maloch). 


5 


© 


Aus Brennholz in Menge 


Tetropium Kirby. 
1. luridum Linn. 
häufig. 


In Nadelwäldern überall 


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6. 


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IV. 


‘fuscum F. 


tainwiese, selten (Sehnb.). 
Nothorhina Redt. 


muricata Schh. Bei Karlstein in einer 
alten Weide 1 Expl. )L.). 


Asemum Eschscholz. 
` Striatum L. Anf Kiefern überall. 
Criocephalus Mulsant. 


‘Tusticus Linn. In Prag in Holzlagern im 
| £ 
Sommer, selten. 


Clytus Eab. 


` liciatus Lin. In Laubwäldern Mittelbóhmens 
überall selten (L). Rainwiese, auf Buchen 
(Sehnp.). 
detrit us Linn. In Laubwäldern auf Holz, 
rel Prag ziemlich selten (L.). Rainwiese, 
l'eplitz (Schnb.). 
‘arcuatus Zinn. In Laubwüldern auf Holz 
überall, bei Prag hänfie. 
„tropicus Pang. Im Baumgarten 1 Expl. 
IJL 1 Expl. bei Brandeis an einer Eiche 
(Dr. Skalický), 
‘Arvicola Oliw. Bei Prag, Piirglitz, Saaz, 
eplitz auf Eichen; überall selten (L.). Rain- 
Wiese, selten (Schb.). 


Jlühenden Sträuchen, überall häufig. 
thamni Germ. (Schmidt Stettin Ent. L). 
öhmen. Ellbogner Kreis (Gl.). 
` Sulphureus Schaum. Bei Prag auf alten 
“Anden hinter dem Kornthor, selten (L.). 
fáhlau, auf Linden ziemlich häufig (Tuček). 


‘Massiliensis Zinn. In Závist im Juli auf 
10, 


lumen häufig (L.). 


blühenden Sträuchen und Blumen häufig; 
Pürglitz, Teplitz (L.). Rainw., selten (Schb.). 
-Mysticus Lin. Auf blühenden Sträuchen 
überall häufig, 


Obrium Latreille. 


‘brunneum Ж In Gebirgsgegenden auf Blu- 
men ziemlich häufig; bei Prag noch nicht 
gefunden, 


Anisarthron Redt. 


' barbip es Charp. Um Prag u. auf der Bastei 
К morschen Stellen der Rosskastanien, oft 
Miufig (T,). Rainwiese sehr selten (Schnb.). 


an “ae D 
Gracilia Serville. 


‘P¥gmaea F, Aus einem Weidenkorbe in 


enge gezogen (L.). 
Stenopterus Olivier. 


at L. In Závist auf Blumen sehr selten 


Lamiadae. 


Lamia Fab. 


` textor Lin. Auf Weiden überall häufig. 


Arietis L. In Wäldern auf Holz und auf 


Plebejus F. Bei Prag in Wäldern auf 


1, 


no 


2 


T 


а 


Lë w 


n 


гач 


no 


m 


ھەم 


no 


Monochanmas Latreille. 


sartor Fab. In ganz Böhmen, mehr oder 
weniger selten. 

sutor Z. Wie der vorige. 
galloprovincialis Ol. Rainwiese 1 Stk. 
(Schönb.). Bei Prag 1 St. (ITaury). 


Acanthoderus Serville. 


. varius Fab. Rainwiese, selten (Schb.). 


Astynomus Stephens. 


. aedilis Z. Ueberall auf Kiefernholz häufig. 
‚atomarins Fab. Böhm. Schweiz, auf Tan- 


nen (Schnb.). 
griseus F. In Prag bei Holzlagern auf 
Mauern, im September, oft häufig (L.). Teplitz 
(Tanneberger). ; 

Liopus Serville. 
nebulosus Zin. In Eichenwäldern auf Holz 
und auf Bäumen, überall, bei Prag häufig. 


Exocentrus Muls. 


„balteatus Lin, Bei Prag (Haury). Stáhlau 


häufig (Tuček), Rainwiese selten (Schnb.). 
Pogonocherus Latr. 


fascicularis Pane. Auf Nadelbäumen 
überall, im Gebirge häufiger. 


. hispidus L. In Prag in einem Holzlager 


einmal (L,). 
pilosus F. Wie P, fascicularis. 
ovalis Gyll. Wie der vorige. 


Mesosa Serville. 


. curculionoides Г, In Laubwüldern überall, 


selten. 

nubila 07. In Wäldern bei Prag auf Ei- 
chen, selten (LJ, Slabec (Dr. Kasper), Stáhlau 
(Tuéek) 1 Stück im Thiergarten bei Teplitz 
(Sehnb.). 


Anaesthetis Muls. 


. testacea F, Bei Prag in Kuchelbad und 


Závist auf Eichen, zuweilen häufig (L.). 
Agapanthia Serville, 


. Asphodeli Latr. Bei Prag in Závist im 


Juni auf Verbascum Lychnitis, selten (L.). 
Coll. Не, als A. verbasci НІ. 


2. lineatocollis Marsh. In Závist nur ein- 


mal auf einer Distel (L.). 


. angusticollis Schh, Rainwiese auf Bren- 


nesseln, selten (Schb.). Marienbad (M. u. A.). 
Jardui Z. Kaplitz (Kirschner). 

violacea F. Einige Expl. in der Umgebung 

von Leitmeritz (Fleischer). 


Saperda Fab. 


. carcharias Z. Auf Pappeln und Espen, 


stellenweise hüufig. 


. phoca Fróhlhch. Bei Teplitz 3 St. (Tanne- 


berger). 


. scalaris Z. Rainwiese, sehr selten in Spitz- 


ahorn und Ulmen (Sehnb.). Böhmerwald, auf 
Birken (HIf). Stählau (Tuček). 


о 


3. Solildaginis Bach. 


- 


9 


66 


. Tremulae Fab. $tählan, ziemlich häufig 
(Tuček). Р 
.punetata 7. Stählau, 2 Expl. (Tuéek), 
. populnea Z. Auf KEspengestrüpp überall 
häufig, 

Polyopsia Mulsant. 
.praeusta L^. Im Frühjahr auf blühenden 
Bäumen und Sträuchen überall häufig. 


Stenostola Redt. 


. nigripes 7. Auf Espen überall,‘ bei Prag 


ziemlich: selten, 
Oberea Mulsant. 
„oculata. Auf Weiden überall, zuweilen 
sehr häufig. 
2. pupillata Schh, Marienbad (M. und. A.). 
Bei Tábor (Bärta). 
. erythrocephala AL Bei Paag auf Buphor- 
bia, ziemlich häufig. 
linearis J~, Auf  Haselstauden überall 
selten. 
Phytoecia Mulsant. 
.lineola F Bei Prag in den Steinbrüchen 
hinter dem Strahéver-Thore einige Expl. (L.). 
. ephippium F. Um Prag auf Disteln, ziem- 
lich selten. 
tainwiese auf Soli- 
dago, selten (Sehb.). 
virescens) IF, "Auf" Берт: und Оупо 
glossum in Mittelböhmen ziemlich selten. 


Lepturidae. 


Necydalis Linné. 


„major Tin. Auf altem Weiden überall ziem- 
lich selten. 

. minor L. In Nadelwäldern häufig; bei Prag 
auf blühenden Sträuchern, ziemlich selten. 
.umbellatarum Z., Bei Prag nur. einmal 


bei Závist (L.).  Rainwiese, selten (Schb.)., 


Marienbad (М. und A,). Ellbogner Kreis (G1). 
Rhamnusium Latreille. 
. Salicis F Bei Prag auf Pappeln, sehr 
selten (L.. Ellbogner Kreis (Gl.). 
Rhagium Fab. 
.mordax F. In Eichen- und Hainbuchen- 
wäldern überall häufig ; im Gebirge sehr selten. 
.inquisitor AL In Wäldern überall häufig. 
indagator Z. In Nadlelwäldern überall 
häufig, bei Prag nur in Holzlagern zu finden. 
. bifasciatum F. In Gebirgswüldern häufig; 
in Mittelböhmen nur von Skalka. 
Toxotus Serville. 
. cinctus AL Aus der Umgebung von Komotau 
2 St. (Hekle). Marienbad (M. und А). 
. cursor £L. In Gebirgsgegenden auf blühen- 


PRS 


den Sträuchern und Holz ziemlich häufig. 


3. meridianus Z. In Mittelbóhmen auf Sträu- 


chen und Blumen ziemlich häufig. 
Mueren Götz. Bei Prag in Rostok, im 
Stern, Kuchelbad, Závist im Mai und Juni 


IV. 


i 


. quadrimacul ata E, 


4,sexmaculata E 


5. clathrata 4, 


‚virgines E 


. rufipes Schaller. Bei Prag an Waldränt 


auf Eichengebüsch ziemlich selten (L.). Marien: 

bad (M. und A.). HKllbogner Kreis (Gl). 
Pachyta Serville. 

Lamed Z. Marienbad (M. u. A.). Ellbogner 

Kreis (Gl.). 

In Gebirgsgegenden 

stellenweise hüufig, bei Prag fehlt er. 


. oetomaenlata A In Wäldern auf Blumen 


überall häufig, 

In Wäldern auf Blumen 
überall häufig; var. trifasciata Jh Beim 
schwarzen See im Böhmerwalde im Juni einige 
Expl. (Seda). | 
Im Gebirge Nordbéhmens 
auf Blumen. Beim schwarzen See im Böhmer“ 
walde im Juni (Seda). 

femorata F. Rainwiese, selten (Schb.). 


. erythrura Küst. Rainwiese, sehr selten 


(Schnb.). , 
In Gebirgsgegenden auf Blu 
men häufig, 


. collaris £. Auf Waldwiesen überall häufig: 


Strangalia Serville. 


. quadrifasciata L. In Wäldern auf Blumen. 
. revestita Bei Prag in Krč, Kuchelbad un 


Závist auf blühenden Vogelbeeren und späte 
auf Kichen, sehr selten (L.). 


3. pubescens F. Bei Pürglitz und Slabee, 


selten (Dr. Kasper). Bei Adersbach (Schles: 
B. 1830). 


. atra # Auf Waldwiesen bei Prag häufig 


(12). Marienbad (M. und A.). 


. armata Hbst. An Waldründern auf Blithe? 


überall gemein. 


» attenuata L. Bei Prag in Kré auf Blumen; 


selten (L.). Ellbogner Kreis (Gl.). 


. nigra Z. Ueberall gemein auf Blumen. 
. bifasciata Müll. Ueberall gemein. 
.melanura Г. Ueberall. 


Leptura Linné., 


.Virens L. Bei Toeplitz, Gablonz, im Iser- 


und Riesengebirge überall ziemlich selten (Io? 
Marienbad, (M. und A.). Kllbogner Kreis (Gl): 


.testacea Z. In Schwarzwäldern über 


gemein, 


. hastata F, Bei Kaplitz (Kirchner). 
.tomentosa A Marienbad (M. und A.) ) 


cincta F, Böhm Eisenstein (Manus¢./ 
Adersbach (Schles. B. 1830), lont 
sanguinolenta IL. Bei Prag in B. 
(Kolář). Rainwiese (Schnb.). Marienbad (М. 
und A.) Ellbogner Kreis (Gl.). 


{ : y n 
.maeulicornis Do Geer. An Waldründe! 


auf Blumen überall gemein, 


.livida F. Mit dem vorigen. 


Anoplodera Mulsant. 


y ` » sagel 
. sexguttata F. Bei Prag auf Waldwies‘ 


selten (L.) Ellbogner Kreis (Gl.). ern 


häufig (L). Böhm. Schweiz, selten (Schn? 
Kllbogner Kreis (GL). 

Hirida, d 
überall häufis. 


d 1 en 
An Waldrändern auf Blum 


Grammoptera Serville, 

l. laevis F. An Waldründern auf Blumen 
überall, bei Prag häufig. 

'"quadriguttata F. Bei Pürglitz im Juni 
2 Expl. (Li), 

^ analis Pez. Bei Prag in Kuchelbad, selten 
(НЬ). | 

Srüfieornis F, An Waldründern überall, 

, bei Prag ziemlich häufig. 

^ praeusta F, Bei Prag und Pürglitz auf 
Valdwiesen, selten (L.). Marienbad (M. und 

Ellbogner Kreis (Gl.). 


Chrysomelinae. 
Sagridae. 


Örsodaena Latr. 


t higrieeps Тай. Bei Prag auf Eichen, nicht 
Selten (T, 

Cera si F^. In Mittelböhmen auf Eichen 
häufig, 


N 


Donacidae. 


Donacia Fab. 


3 crassipes 7 Ellbogner Kreis (G1). 
` dentipes F Auf Schilf an stehenden Ge- 
8 Wassern überall häufig. 
4 <ешпае Fab. Mit dem vorigen. 
ğ ,nBlttariae F, Ebenso. 
‘Obscura Gyll. Im Riesengebirge im Juni 
o, 1118 Stück (Sacher). 
i Tonico rnis Ahr. Bei Brandeis auf Schilf 
; I Bei Jičín (Prof. Varedka). . 
К "pressa Payk.. Ellbogner Kreis (G1). 
А aplitz (Kirchner). | 
en L. Bei stehenden Wässern auf 
9 MUS fin Mittelböhmen hüufig. | 
"Sta Fab. In Mittelböhmen auf sumpfigen 
lesen häufig. 
ıu (18color Hoppe. Auf nassen Wiesen 
überall häufig, 
affinis Kunze Im Isergebirge auf nassen 
12 eweg? (L.). Riesengebirge (Sacher). 
een uprea Рг. Bei Brandeis ziemlich 
13 yet (L). Jičín (Prof. Vařečka). 
\ enyathidis # In Mittelböhmen an 
pfen, stellenweise häufig. 
hu Inearis Hoppe. Bei Sümpfen überall 
: WI 
"Ell Yphae Brahm, Bei Jičín (Vařečka). 
16. e, ener Kreis (GI.). m 
Senn ieu Payk. Im Teiche bei Jičín am 
(Dr. fe, selten (Vařečka). Bei Brandeis, selten 
"uns Skalický). 
We s. rocharidis F. Bei Brandeis, selten 
18.0); Ellbogner Kreis (GL). Jičín (Prof. Vat.) 
""9mentogsa Ahr. Ellbogner Kreis (G1). 
Haemonia Latreille, 


A : “а ad y + TX 
"Quiseti F, Im Teiche bei Jičín, selten 


Sim 


67 


(Vareéka). Bei Brandeis (Dr. Skalicky). El- 
bogner Kreis (G1). 


Crioceridue. 


Zeugophora Kunze. 

.subspinosa A Auf Pappeln bei Prag, 

ziemlich häufig (L.) Jičín (Varecka). 
flavieoliis Marsh, Auf Pappel- und 
Weidengebüschen überall. 

Lema Fab. 

1. puncticollis Curt. Rainwiese, selten 
(Schnb.). Marienbad (M. und A.). 

2. cyanella Z. Ueberall gemein. 

3. Eriehsonii Suffr.. Bei Prag nur einmal 
in der Moldananschwemmung (L.). Rainwiese, 
selten (Sehb.). | 

4. melanopa L. Ueberall häufig. 

Crioceris Geoffroy. 

1. merdigera Z. Auf Blüthen der Zwiebel- 

gewüchse, am Spargel überall häufig. 

. brunnea F. Mit der vorigen. 

l4punctata Scop. Ellbogner Kreis (Gl.). 

12punctata ZL. Am Spargel gemein. 

.ASparagi L; Am Spargel gemein, 


Lë 


obw bi 


Clythridae. 


Clythra Laicharting, 


Labidostomis Redt. 

l. tridentata L. Auf Waldwiesen bei Prag 
selten (L.). . Teplitz. 

2. humeralis Schneid. | Auf | Waldwiesen 
überall, bei Prag im Juni und Juli, 


3. axillaris Lac. Im Sommer beí Prag auf 


Waldwiesen häufig. 

4. longimana L. In Waldblössen  Mittel- 
böhmens, stellenweise häufig. 

Lachnaea Lac. 

5. longipes F, In Waldblóssen auf Gebüschen 
überall häufig. 

Clythra in Spee. 

6. quadripunctata, L. In Wäldern auf Ge- 
büschen überall weniger häufig var. quadri- 
signata bei Prag aus den Nestern yon Formica 
fusca gezogen (L.) Rainwiese (Schnb.). 

7. laeviuscula Кеб. Auf Weiden überall 
gemein. 

Gynandrophthalma Lae. 

8. eyanea F. In Wäldern überall gemein. 

9. affinis Ill. Auf Waldwiesen überall ziemlich 
häufig. | 

10. xanthaspis Germ. Auf Waldwiesen bei 
Prag und bei Pürglitz weniger häufig., 

1l. aurita Г. Bei Prag häufig, Marienbad 
(M. und A.). Ellbogner Kreis (Gl). 

Cheilotoma Redt. 

12. bucephala Fab. Rainwiese (Schnb.). 

Coptocephala Redt. 

13. scopolina Z. Auf grasigen Anhöhen bei 
Prag, Pürglitz, Slabee im Sommer häufig. 

rx 
o 


68 


H 


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ot 


o 


14. quadrimaculata L. Am Belveder und 
St. Prokop im Grase, seltener. 


kumolpidae, 


Eumolpus Kugelann, 


1. obscurus ZL. In Waldbióssen und auf Wald- 
wiesen ziemlich häufig. 
. Vitis Fab, Bei Prag am Belveder selten. 


Chrysochus Redt, 


1. pretiosus F. Bei Prag in Kuchelbad und 


Závist auf Vincetoxicum gemein (L.). Ebenso 
Rainwiese (Schnb.). 


Pachnephorus Redt, 


1. arenarius Fab, Am Moldauufer bei Prag 


(L.. Am Elbufer, seltener (Schb.). 
Jolaphus Redt. 


1. Sophiae Schall. Ellbogner. Kreis (Gl.). 


Oryptoccphalidae. 


Cryptocephalus Geoffroy, 


. imperialis F. In Závist auf Gebüschen 
einige Expl. (T..). 


2. Coryli L. Im Frühjahre auf Gebüschen 


überall ziemlich selten. 


3, cordiger L. Auf Sträuchern überall ziem- 


lich häufig. 


4. distinguendus Schneid Bei Prag und 


Pürglitz auf Eichen, selten (L.). 


Haselstauden, selten (L.). 
. variabilis Schneid. Auf Sträuchern überall, 
bei Prag häufig. 


7. sexpunctatus Z. Bei Prag in Krč und 
g 


Závist auf Haselstauden selten (L.). 


8. interruptus Swffr. In Wäldern bei Prag 


auf Sträuchern ziemlich selten, 


8. coloratus Fab, In Závist bei Prag auf 


Sträuchern 2 Stück (L.). 

1%, violaceus F. Auf Sträuchern in Wäldern 
überall gemein. 

11. virens Swffr. In Waldern bei Prag und 
Pürglitz ziemlich selten. 

12.sericeus L. Ueberall auf Wiesen gemein. 

13. aureolus Swffr. Ueberall, bei Prag ziem- 
lich. selten. 


14. Hypochoeridis Z. Ueberall häufig. 


15.lobatus F. In Wäldern bei Prag, Pürelitz 
Stählau auf Sträuchern oft ziemlich häufig. 


16. Pini L. Böhm, Schweiz auf Fichten, ziem- 


lich selten. 

17. Abietis Suffr. Bei Prag in Kuchelbad im 
Sommer auf Kiefern ziemlich häufig (L.). 

18. nitens L. Auf Sträuchen und Waldwiesen 
überall ziemlich häufig, 

19. nitidulus Gyl. Pürglitz, selten (L^. 
Stählau, ziemlich häufig (Tuček). 


20. Moraei L. Auf Wiesen überall gemein. 
21. flavipes F. Auf Waldgebüschen in Mittel- 


bóhmen gemein, im Gebirge selten, 


22. flavescens Schneid, Rainwiese (Schnb.). 


IV. 


. variegatus F, Bei Prag in Závist auf 


23. fuleratus Germ. Rainwiese (Schb.). 
24. flavilabris Payk, Ellbogner Kreis (GL). 
5. marginatus M Auf Waldgebüschen 
überall selten. : ; 
26. vittatus PF. Bei Prag in Zavist aul 
blumenreichen Anhöhen nicht häufig (1) 
Rainwiese, nicht häufig (Schnb.). er 
27. tesselatus Germ. Ellbogner Kreis (G1): 
28. bilineatus Z. Ueberall auf Waldwiesen, 
in Ebenen bäufig, im Gebirge selten. d | 
20. pygmaects / "1 Auf ’Gebtischen überall, 
nicht sehr häufig. 
30. minutus F. Auf blumigen Anhóhen uberall, 
bei Prag hänfig. mo 
31. pusillus # Auf Waldwiesen bei Prag 
häufig. р T 
32. Hübneri F. Auf Waldgebüschen fübera 
ziemlich selten. TUR 
33. labiatus ZL. Auf Strüuchen überall häufig: 
34 geminus Gyll. Mit dem vorigen. | 
35. querceti Suffr. Rainwiese, selten (Беър, 
36. bistripunetatus Germ. In Závist au 
Gebüschen einigemal (L.). "n ^ 
97. bipunctatus Z. Ueberall auf Stráucht 
gemein; var. lineola. F. mehr in Gebirgen.. 
88. bipustulatus A. Bei Prag, Pürglitz, 
Stählau, Brandeis, überall ziemlieh selten. 


Pachybrachys. Suffrian. 
1. hieroglyphicus F. In Ebenen auf Weiden 
gemein, E? 
2. histrio AC In Mittelböhmen aut Weiden 
gemein; var, bisiqnatus Redt. bei Prag häufig. 


Chrysomelidae. 


Timarcha Latreille, 


wie 
. tenebricosa A. Bei Prag selten (L.) Ell 
bogner Kreis (61.). ter 
2. coriaria F. Auf trockenen Anhóhen un 
Steinen überall gemein. 
metallica # In Wäldern unter Moos 
überall selten. 


- 


= 


Chrysomela Linné. 


. Staphylea Z. Ueberall unter Moos, Laub 
und Steinen häufig. 
2. crassimargo Germ. Marienbad (M. uA), 
3, purpurascens Germ. Rainwiese, Sel 
(Schnb.). 
4, rufa Dft. , Магіепрай (M. und A). |, 
5. varians Dft. Auf Waldwiesen überall häufig. 
6. goettingensis Z. Ueberall gemein. 
7. Menthae Schr. Ellbogner Kreis IO Au 
8. olivacea jSwffr. Rainwiese, sehr selte! 
(Schb.), Marienbad (M. und A.). el 
9. haemoptera Z. Unter Steinen. über? 
häufig. f 
10. sanguinolenta Z. Auf dürren Stellen, 
auf Wegen, unter Steinen überall häufig. fi 
11. marginalis Dft. Bei Prag auf Math 
und unter Steinen, nicht häufig (L.), Rainw!‘ 
Schnb.). 
2 Lala F. In Ebenen anf dürren Plätze"; 
an Wegen und unter Steinen häufig. 


IV. 


I3. m arginata 7. In Ebenen auf dürren 
| ätzen und spärlich bewachsenen Anhöhen, 
auf Gras und unter’ Steinen, bei Prag häufig. 
^ analis L.- Auf grasigen Hügeln, bei Wäl- 
| fern um Prag ziemlich häufig. 

» violacea Pz. In Mittelböhmen auf Wasser- 
Pflanzen häufig. 

6. M enthastri Suffr. Auf Waldwiesen überall, 
bei Prag ziemlich selten. 
| Braminis L. Auf Wiesen in Mittelbóhmen 
шй, in Gebirgsgegenden seltener. 

fastuosa L. Auf feuchten. Wiesen überall 

„gemein, 

9. Cerealis L. Auf kahlen Abhängen unter 
Steinen überall, bei Prag gemein var. Megerlei 
auf Anhóhen bei St. Prokop unter Steinen 
seltener als sp. cerealis. 

^" polita L. An Waldründern auf Pflanzen 
Unter gefallenem Laub und Steinen überall 

4, emlich häufig. 

3 lamina F. Auf Wiesen, in Gärten bei 
the seltener (L.), Rainwiese, selten (Schb,). 

Tarienbad (M. und A.). Ellbogner Kreis (GL). 

“yp Cata PF. Auf grasigen Hügeln in der 
Nähe von Wäldern überall; bei Prag ziem- 

„ch selten; bohm. Schweiz, gemein. 

5, Beminata Payk. Wie die vorige, seltener 

^. Islandica Germ. Riesengebirge. Bei Jičín 
selten (Varecka). | 

Oreina. Chevr, 


up 

топова Dft. , Erzgebirge (Schb.) Pürg- 

; i VANA (L.). Маап (Tuček). 

‚осі сафа Germ, Riesengebirge (Letzner 

gy chiles. Ber. 1848). 

p Scien losiss ima Scop. Riesengebirge (Letz. 
a Bi Ber. 1852). Marienbad (M. und A.) 

38, (ei S ımerwalde auf der Seewand häufig (L.). 
E. istis AL Var, Senecionis Schumm, Im 
"Zgebirge (Schb.). Ellbogner Kreis (GL). 


D 


Lina Redt. 


I 


son al. Auf Erlen überall gemein. 
aris, Isergebirge, (Helfer). 
"adgiutipunetata Scop. In Wäldern bei 
rag und Pürglitz auf Weiden, zuweilen hüufig 
Haus „Rainwiese, selten, Teplitz (Schnb.). Ell- 
Sener Kreis (GL). 
"PUprea Im Gebirge Nordböhmens (Schnb.). 
a NUR BE In kré auf Weiden einmal 
Mfr ey gefunden (L.). Ra‘nwiese manchmal 
Wg (Schnb.), Ellbogner Kreis (Gl. 
- opuli L. Auf Weiden und Pappeln überall 
Bemein, 


= 


Тера 

8 M emulae А, Mit der vorigen. 
ngieollis Sur. Rainwiese häufig (Schb.). 
S ; 
Entomoscelis Redt. 

Lad 1 Д ; d 
Adonidis F. Auf trockenen Hügeln um 
rag häufig, 

Y . 
Gonioctena Redt. 
1 


ge A 8' zZ. "Auf We den und Espen 
schaftlich 18 var. rufipes De Geer gemein- 
dex ch mt viminalis aber seltener. ^ ' 

Xpunctata Pz. Ranwiese, nicht häufig 


nS 


te 


be 


- 


to 


л 


6. 


69 


(Schnb.), (Schmidt, Stettin Ent. . L..1840) 
Böhmen. 


3. litura Fab. Auf Gebüschen in den Wäldern 


um Prag, nicht häufig (L.). Böhm. Schweiz 
selten (Schnb.). 
quinguepunctata F. Böhm. Schweiz, 
häufig (Schnb.). 


.pallida L. An Waldblóssen Mittelbóhmens 


zieml eh häufig (L.). Ra uw ese selten (Schb.). 
Gastrophysa Redt. 


. Polygoni L. Auf Wegen überall gemein. 


Raphani F. Bei Prag selten (L.). Rain- 
wiese selten (Schb.), Ellbogner Kreis (GL). 


Plagiodera Redt. 


. Armoraciae ZL. In Ebenen auf Weiden 


gemein. 
Phaedon Latreille. 

orbieulare Suffr. Auf Waldwiesen bei 
Prag uod Brande s, nicht häufig (L.). 

carniolicum Germ. Auf Waldwiesen 
überall ziemlich häufig. 

pyritosum Oliv. Böhm. Schweiz, selten 
(Schnb.). 

Cochleariae F. Auf Waldwiesen überall 
häufig. 


Phratora Redt. 


.Vitell nae Z A f We Пеп überall ge- 


mein. 


‚vulgatissima L. In Mittelböhmen ziem- 


Ich selten, im Gebirge häufig. 


3, laticolis Sur, Böhm. Schwez, selten 


(Schnb.). 


Prasocuris Latreille. 


‚aueta Fab. Auf nassen Wiesen überall 
häude. У 
marginella Z. Auf Wasserpflanzen iu 


Mittelböhmen, bei Brandeis häufig. 
hannoverana F. Be Brande's auf Wasser- 
pflanzen zweimal (L.). 

Phellandrii L. Auf Wasserpflanzen jn 
den Ebenen gemein. 


. Beeabungae Ill. Auf Veronica beccabunga 


in Ebenen bei Páchen, oft hàufig. 


Gallerucariae. 


Adimonia Laicharting. 


. Tanaceti Linn. Auf sandigen Wiesen überall 


gemein. 


. rustica Schall, In Mittelbóhmen auf dürren 


Anhóhen gemein. 


. florentina Redt. Fieber, Fauna pragensis 


1887. 
Capreae L. Auf Weiden überall häufig. 


. sanguinea F Auf Sträuchen bei Prag und 


Teplitz ziemlich häufig (L.), Marienbad (Me 
und A.). 

rufa Dft. Auf Waldw'esen bei Prag selten 
(L.). 


1, 


[ич 


t, 


9 


Galleruca Fab. 


Crataegi Forster. Auf Gebiischen bei Prag 
nicht häufig (L.). Ellbogner Kreis (Gl.). 


. lineola Fab. Auf Sträuchen überall häufig. 
. calmariensis L. Auf Wiesen Mittelböhmens 


ziemlich häufig. 


. tenella E. Ellbogner Kreis (GI.). 
5. Sagitariae Gyll. Auf Wasserpflanzen bei 


Brandeis, selten (L.). Rainwiese, selten (Schb.). 


», Nymphaeae Z. Marienbad (M. und A.) 


Ellbogner Kreis (G1). 
Viburni Pk. Im Gebirge Nordbóhmens 
selten (Schb.). 


Agelastica Redt, 


. Alni L. Auf Erlen sehr gemein. 


Phyllobrotica Redt. 


quadrimaculata Z. Bei Jitin auf 


Wasserpflanzen (Vařečka), Kamenic bei Jese- 
nic (Dr. Skalicky). 


Luperus Geoffroy. 


circumfusus Marsh. Auf Wiesen bei 
Brandeis selten. 


„pinicola Dft, Auf Kiefern überall häufig. 
3. 
4, 


rufipes AL Auf Gebüschen überall häufig. 
flavipes L. Wie der vorige. 


Halticae. 


Haltica Geoffroy, 


Graptodera All. 


Ї, 


oleracea L. Ueberall gemein. 


Linozosta All, 


9 


u 


mercurialis Fab. Böhm. Schwe’z, selten 
(Schnb.). 


Crepidodera All. 


3. 


8, 


9, 


nitidula L. Auf Gebüschen, bei Prag 
ziemlich selten, Marienbad (M. und A.) El- 
bogner Kreis (GL). 


. Helxines L. Auf Weiden überall gemein. 
. Atropae All. In den Gebirgen der bóhm. 


Schweiz auf Atropa Belladonna häufig (L., 
Schnb.). 


impressa F. Auf kahlen Anhöhen bei 


Prag selten (L.). 


.ferruginea Scop. Auf Anhóhen überall 


gemein. 

femorata Gyll. Tei Prag selten (L.). 
Rainwiese, häufig (Schb.). 

nigritula Gyll. Rainwiese, selten (Schb.). 


10. Modeeri L. Auf Wiesen überall sehr 


häufig. 


It, ventralis Zi. Marienbad (M. und A.). 
Podagrica All. 
12. Malvae Zl. In Prag im botanischen 


Garten einmal einige Expl. (L.). 


3. fuscicornis L. Auf Wesen überall, 


be: Prag häufig. 


Phyllotreta Foudr. 
IL Armoraciae FE. A  Lllbogner Kreis 


(91). 


IV. 


15. tetrastigma Comolli, Mar'enbad (M 
und A.). 

16. Brassicae Fab. Auf Wiesen überall, 
bei Prag ziemlich selten, in Nordböhmen In 
in Thälern häufig. Í 

17. excisa Кей. Bei Prag sehr vereinzelt 
(L). Rainwiese , (Schnb.). Marienbad (М. 
und A.). 3 

18. sinuata Redt. Bei Prag auf Waldwiesen 
häufig, auch be Pürglitz (L.) Rainwiese 
(Schnb.). 

19. flexuosa Foudr. Auf Wiesen überall 
zemlich häufig. 

20. nemorum ZL. Ueberall gemein. 

21. vittula Red’. Rainwiese (Schb.) | 4 

22. atra W. H. Rainwiese (Schb.), Marienbad 
(M. und A.) Ellbogner Kreis (GL).  . Т 

23. Lepidii К. H. Auf Waldw esen übera 
häufig. M 

91. attenuata. Auf dürren Plätzen im F rüh- 
linge, bei Prag häufig (L.). Ellbogner Kreis 
(GL). 

Batophila Foudr. 


25. Rubi Payk. In Wäldern von Mittelböhmen 
auf Himbeeren zieml ch selten (L.). Rainwiese 
(Schnb.). 

Aphthona <All. ; 

26. Cyparissiae E. Н. An dürren plaren 
bei Prag auf Euphorb'a häufig (L.). Rainwiese 
selten (Schb.). i 

27. Euphorbiae F Auf Euphorbia übera 
gemein. í lien 

98. herbigrada Curt. Böhm. Schweiz, selte 
(Schnb.). 

Balanomorpha Кома, 

29. rustica L. Auf dürren Plätzen bei Prag 
selten (L.). Rainwiese (Schnb.). ` ch) 

30. Chrysanthemi A. M. Rainwiese (Schb.) 
Marienbad (M. und A.). 


Longitarsus Latreille. 


1. Anchusae Payk. Bei Prag häufig (L) 
Marienbad (M. und A.). А US 

.parvulus Payk; Auf Wesen in Mitte 
böhmen überall (L.).  Rainwiese (Schnb.)- 
Marienbad (M. und A.). H 

3 apicalis Beek, Auf Wiesen in der böhm. 
Schweiz, selten (Schnb.). à 

4, holsaticus Z. Ueberall ziemlich häufig. 

.quadripustulatus JF, Marienbad ( 
und A.). ; 

» p Scop. Rainwiese (Schb.). Marienbad 
M. und A.). i 

71 MEM F. Bei Prag selten (L) IM 
nördlichen Böhmen überall häufig. Kon 

8. Verbasci Pe. Pe: Prag, Teptitz auf Ko 
baseum (L.). Rainwiese (Schnb.).. Jicín (Va 
řečka). ; 

9. pratensis All. Ueberall häufig. ` 

10. atricillus Gyl. Ueberall gemein. 

11. pus llus Gyll. Ra/nwiese (Schnb.). | hb.) 

12, tabidus F. Teplitz (L.). Ra nwiese (BON 

13. ochroleucus Marsh. (Schm dt, Stett 
Ent. I. 1840) Böhmen. 


153 


or 


IV. 


14. lutescens Gyll. Böhm. Schwe'z (Schnb.). 
Plectroscelis Redt. 
Semicoerulea E. Н. Raitwiese, sehr sel- 
ten (Schnb.). Marienbad (M. und A.). 
* concinna Marsh. Ueberall gemein. 
. 6ompressa Leten. Böhm. Schweiz, selten 
(Schnb.). 
4. aridella Payk. Uebersll gemein. 
Mannerheimii Gyll. Rainwiese, Böhm. 
Kamnitz, selten (Sehnb.). 
чаті аца Gyll. Ueberall häufig. 
Psyliodes Latreille. 
N Hyoscyami L. Rainwiese, (Schnb.). Böhm. 
Kamnitz, Teplitz, selten (L.). 
chrysocephala Z.  Hainwiese, selten 
(Sehnb ). Jiéin (Vařečka). 
Napi A H. Bei Prag in Waldblössen selten 
(LJ. Ra nwiese, selten (Schnb.). 
. Picea Redt Ra nwiese, selten (Sehb.). 
98 ttenuata E. Н. Чез arall hàufig. 
. affinis layk. Ueberall häufig. 
| Cireumdata Redt, Marienbad (M. u. A.). 
rufilabris E. H. In Wäldern be Prag, 
besonders im Stern sehr häufig. 
` Propingua Redt. Rainwiese, selten (Schb.) 
Dibolia Latreille. 
| femoralis Redt. Bei Jiein (Vařečka). 
^ Occultans JE. H Pei Prag auf wüsten 
Anhöhen selten (L.). Rainw'ese, selten (Schb.). 
7 oryptocephala E. IH. Böhm. Schweiz, 
Sehr selten (Schb.). 


di 


Apteropeda Redt. 
` globosa Il. Im ganzen Gebirge des nórd- 
licheu Böhmens, ziemlich selten (Schb.). 
‘8raminis E. //. Bei Prag in Zävist im 
Frühjahr b.s Juni unter Moos und Laub, sel- 
ten (L.). Ra nwiese, selten (Schnb.). 


Hypnophila Foudras. 


nbesa Walt. Im Gebirge des nördlichen 
öhmens, selten (SchnD.). 
Mniophila Stephens. 
gu uscorum HE. Н. Bei Prag in kré und 
^Wist selten, im Walde bei Tuchoméric im 
„a unter feuchtem Laub häufig (L.). In den 
lern der bohm. Schwe'z, oft häufig (Schb.). 
~d 1 x 
Spaeroderma Steph. 


aa сеа F. Bei Prag im botanischen Garten, 
selten (L.). Тері, (Schb.). Ellbogner Kre 8 
(GI). 

'Cardui Gyll. Bei Prag in Závist, selten 

^) Ra nwiese, auf Disteln (Schnb.). 
Argopus Fisch. 

a emispharicus Dft.” Bei Prag in Wäl- 
ern, selten (L.). Ranwiese, selten, Тері tz 


(Sehnb.) 


12 


— 


be 


ke 


H 


Ê арни ввонь ча — 


71 


Hispidae. 


Hispa Linné. 


. atra L. An schattigen Orten auf Gras, und 


unter Steinen, überall ziemlich häufig. 


Cassidariae. 
Cassida Linné. 


equestr's EM  Ueberall auf Gras, unter 
Moos und Laub häufig. 

haemisphaerica: Mbst. Bei Prag und 
Teplitz, selten (L.). Jicin (Pr. Vařečka 


. vittala Jh Bet Brandeis einmal am Grase 


gekötschert (Dr. Skalicky). 


. murraea L. Bei Prag z eml ch selten, (L.). 


Rainwiese (Schb.). Böhm. Ката tz, Teplitz (lu. 


5. rubiginosa Ill, Ueberall, bei Prag häufig. 
6. 


thoracica Kugel. Im Frühjahr unter Moos 
in Waldblóssen bei Prag einige Expl. (L.). 


. vibex L. Bei Prag auf sparsam be wachsenen 


Anhöhen ziemlich häufig (L.). Fllbogner Kr. 


(G1.). 


.sanguinolenta Zi Auf Wiesen überall, 


auch unter Laub und Moos im Frühjahr ziem- 
lich häufig (L.). 
lucida Suffr. Krumau (Kirchner Lotos 1839. 


10. margaritacea Schall. Bei Prag im. Früh- 


1 
1 


jahr in Waldblössen und auf bewachseuen 
Anhöben unter Moos ziemlich selten (L.). 
Rainwiese selten (Schub.). 

.nobilis Г. Ueberall gemein. 


2, obsoleta Ill. Böhm, Schweiz nicht selten 


(Schnb.). 


13. ferruginea, J. Bei Prag auf Anhöhen 


um St. Prokop und in den Steinbrüchen hinter 
dem Strahover Thor im Herbste und Frühjahr 
unter Moos ziemlich häufig (L.). Rainwiese 
sehr selten (Schnb.). 

nebulosa L. Ueberall gemein, 


14. 
15. atrata #, Bei Prag in Cibulka unter Moos 


bo 


im Frühjahr 1 Expl. (Dr. Kasper) Bei Prag 
(ШЕ). 


Erotylidae. 


Engis Fab. 
sanguinicollis #. In der Moldauan- 
schwemmung im Juni 2 Expl. Einige Expl. 
auf den Anhöhen um St. Prokop im Frühjahr 
unter Steinen (L.) Böhm, Schweiz, sehr 

selten (Schnb.). 


‚humeralis F. In Baumschwämmen überall 


häufig. 


bipustulata Fab. In Schwämmen auf 


Pappeln bei Königsaal im Mai häufig (L.). 
Im Baumgarten in Baumschwämmen häufig 


(Hb.), bei Slabee (Dr. Kasper), Rainwiese, sehr 


selten (Schnb.) 
Triplax Раука. 


.russica L. Böhm. Schweiz, in-altem Buchen- 


holz häufig (Schnb.)  Slabec (Dr. Kasper), 


72 Dv. 


2. aenea Payk. In Baumschwämmen überall 
ziemlich häufig. 


Tritoma Fab. 


1. bipustulata E In Holzschwämmen auf 


Baumstrünken überall häufig. 


Coccinellidae. 


Hippodamia Muls. 


1, 18punctata LZ. Ueberall auf dürren Stellen 
gemein. 

2. septemmaculata De Geer. Bei Prag auf 
Disteln, selten. 


Coccinella Linné. 
Anisosticta Redt. 


1. novemdecimpunctata L. Bei Prag in 
Wäldern, seltener (L.). Böhm. Schweiz selten 
(Schnb.) Ellbogner Kreis (G1.). 


Adonia Muls. 
2. mutabilis Scrib. Auf Disteh. gemein. 
Adalia Muls. 


3. obliterata Z. Auf Kiefern und Eichen 
überall. bei Prag häufig (L.). 

4. bothnica Payk. Rainwiese selten (Schnb.) 
Gabel (Steigerwald). 

5. bipunctata Z. Ueberall gemein. 

6. udecimnotata Schn. Ueberall häufig. 


Harmonia Muls. 


7. marginepunctata Schll. In Mittelbóhmen 
auf Kiefern ziemlich häufig (L.). 

8. impustulata L. Auf Kiefern überall. 

Cocinella Muls, 


9. 14pustulata Z. Ueberall auf Gebüschen 
häufig. 

10. variabilis JW. Ueberall gemein. 

11. hieroglyphica L. Bohm. Schweiz, häufig 
(Schnb.). 

12. quinquepunctata L. Häufig, 

13. septempunctata L. (Gemein. 


Halyzia Muls 


1. ocellata L. Ueberall ziemlich häufig. 

2. oblongoguttata L. Auf Kiefern häufig. 

3. tigrina L. Bei Prag auf Erlen gemein. Bei 
Pürglitz, Slabec, Stáhlau, Teplic, Böhmisch- 
Kamnitz (L). Jičín (Vařečka).  Póhmische 
Schweiz, sehr selten (Schnb.). 

4. octodecimguttata Z. In Wäldern auf 
Sträuchen, und Bäumen, bei Prag, Slabec, 
Pürglitz, Stählau häufig (L.), Rainwiese, selten 
(Schnb.). 

5. quatuordecimguttata Z. Ueberall ge- 
mein. 

o sedecimguttata Z, In Mittelbóhmen 
selten. Rainwiese, selten (Schnb.). 

7. vigintiduopunctata L. Ueberall auf 
Waldabhängen häufig. 

8. quatuordecimpunctata Z, Ueberall 
gemein, 


Micraspis Redt. 


l. duodecimpunctata Т. Auf Anhóhen 
gemein, 


Chilocorus Leach. 


l. renipustulatus Scribe, Auf Erlen überall 
häufig. 

2. bipustulatus Z. Auf Weiden und Pap- 
peln überall häufig, 


Exochomus Redt, 


1. auritus scrib. In Mittelböhmen auf Wald- 
bäumen überall häufig. vs 
2. quadripustulatus 7. Ueberall häufig. 

Hyperaspis Redt. 

1. campestris st Rainwiese , Teplitz 
(Schnb.). ; 

2. reppensis Host. In den Steinbrüchen hinter 
dem Strahöver-Thor im Frühjahr und ım 
Herbste unter Moos ziemlich häufig (L) 
Rainwiese, Teplitz (Schnb.). 

Epelaehna Ckevrolat. 

1. chrysomelina F. Kaplitz (Kirchner, Lotos 
1859). 1 

2. globosa Schneid. Ueberall gemein. ` : 

3. impunctata Z. Ueberall unter Gebüschen 
an Waldrändern häufig. 


Novius Muls. 


1. cruentatus Muls. Krumau (Kirchner, Lotos 
1859). 


Platynaspis Redt. 


1. villosa Four. Auf Viehweiden und trocke- 
nen Anhöhen überall häufig. 


Scymnus Kugelann. 


1. Redtenbacheri Muls. Rainwiese, sehr 
selten (Schnb.). 

2. nigrinus Kugel. In Schwarzwäldern überall. 

3. pygmaeus Z'ouwrer. Bei Prag auf Anhöhen 
unter Steinen ziemlich häufig (L.). Rainwiese 
(Schbnb.) Marienbad (M. und A.). 

4. frontalis Fab. Ueberall gemein. 

5. impexus Muls. Rainwiese selten (Schnb.). 

j. fasciatus Jowrer. Marienbad (М. u. ' 

7. discoideus Il. In Schwarzwäldern überall. 

8, analis A Ueberall ziemlich häufig.  . | 

9. capitatus / In schattigen Wäldern Mittet- 
böhmens unter Moos im Frühjahr und m 
Herbste ziemlich selten (L.). Böhm. Schwel4 
nicht selten (Schnb.). 

10. minimus Payk. Marienhad (M. und А.) 
Bei Prag in Wäldern im Frühjahr und im 
Herbste unter Laub und Moos, selten (Ш) 
Rainwiese, nicht selten (Schnb.). 


Rhizobius Stephens. 
1. litura F. Bei Prag in der Šárka auf Kie 
fern, selten (L.). 
Coccidula Kugelann, | 
1. scutellata Z5st. Bei Sümpfer in Mitte 
böhmen, nicht häufig. 


N 


دن 


D 


IV. 


rufa Hbst. Wie die vorige. Rainwiese 
(Schnb.). 

Alexia Stephens. 
. globosa Sturm. In Wäldern bei Prag im 


Juni unter Moos häufig. 

. pilifera Müll. In Wäldern bei Prag im 
Frühjahr unter Moos, selten. (L.). 

. pilosa Pe. Gleich dem vorigen. 


Corylophidae. 
Arthrolips Wollaston. 


l. obsurus Sahlb. Bei Teplitz (Schnb.). 
Sericoderus Steph. 
1. lateralis Gyll. Bei Prag an den Wurzeln 


Haber ; (HI£) — Helfer; (GL) = Glückselig; (Kirch. = 


ER 


3. 


alter Bäume, manchmal ziemi h häufig (L). 

Böhm. Schweiz, nicht se ten (Schnb.). 

» cassidoides Marsh. Bei Teplitz (Schnb.). 
Orthoperus Stephenst 

. brunnipes 9277. Bei Prag unter gefallenem 

Laub, nicht häufig (L.). Böhm. Schweiz, 

häufig (Schnb.). 

corticalis Redt. Böhm. Schweiz in trocke- 

nen Rinden (Schnb. L.) 

atomus Gyll. Marienbad (M. und A.). 


Endomychidae. 
Endomychini. 


Endomychus Pz. 
· Coccinneus Z. Bei Prag in Kré nur einmal 
unter Rinde gefunden (Steigerwald). Bei St. 
van, bei Piirglitz, unter Rinden von. Erlen- 


— 


= 


= 


. Bovistae Fab. 


. denticollis Germ. 


. hirta Marsh. 


.pygmaeus Hampe. 


73 


und Buchenstrünken, selten (L.) Slabec (Dr. 
Kasper) Im Gebirge der bóhm. Schweiz ziem- 
lich selten (Schnb.). 
Mycetina Muls. 

cruciata Schall. Im Böhmerwalde beim 
schwarzen See unter Rinde (L.). Böhmische 
Schweiz an der Unterseite ausgerodeter Wur- 
zeln an einem gelblichen Schimmelüberzuge 


häufig, zugleich mit Larven von verschiedenen’ 


Entwickelungsstadien (Schnb., L.). 
Lycoperdina Latreille. 

Bei Prag in Závist und in 

Stern-selten. unter Moos (L.). 

succineta L. In Bovisten 

selten. 


Dapsa Muls. 


überall nicht 


Bei Prag in Závist und 
Všenor im Mai und Juni, dann im Herbste 
unter Laub und Moos an Baumwurzeln selten 
(1). Rainwiese, sehr selten (Schnb.). 


Mycetaenini. 


Leiestes Redt. 


. seminigera Gyll. In Prag in einem Buchen 


klotz 1.Expl. (L.). 
rinde 2 St. (Schnb.). 


Mycetaea Steph. 


Bei Prag in hohlen Bäumen 
Böhm. ` Schweiz, 


Rainwiese, unter Buchen- 


und in Kellern häufig (L.). 
in Kellern (Schnb.). 
Symbiotes Redt. 
Rainwiese, einige Expl. 
in einem alten Stamme (Schnb.). Bei Prag an 
morschen Bäumen selten im Juni (L.). 


O OED 


Anmerkung. 


Die in einer Klammer ( ) stehenden Namen bedeuten die Finder: (Hb.) == 


Kirchner, (Kasp.) == Dr. Kasper; 


AN = Lokaj; (M. und A.) == Möller und Ahrbeck; (Pr.)!— Preissler; (Schnb.) = Schönbach 5 
(Skal) = Dr. Skalický ; (Tu&.) = Tuček. 


Nachtrag. 


Im Laufe des heurigen Jahres wurden folgende in dem Verzeichnisse fehlende Arten 


gefunden: 


Bembidium Latr. 
argenteolum Ahr., paludosum Panz. Beide 
ziemlich häufig an den Ufern der Elbe bei 
Alt-Bunzlau (Dr. Skalicky). 
Colymbetes Clairv. 
bistriatus Bergst. Im Mai häufig auf der 
Kaiserwiese bei Prag in Tümpeln (L.). 
Callicerus Grav. 
rigidicornis Er. 1 Stück im Flug bei 
Alt-Bunzlau (Skal.). 
Jliobates Kraatz. 
rufus An, Im Angeschwemmten der Elbe 
bei Brandeis 1 Stück (Dr. Skal.). In Baum- 
garten unter Laub 1 Stück (Hbr.). 


Quedius Steph. 
chrysurus Kies, In Zävist im Frühjahr zwei 
Stück unter Laub (L.). 


Bledius Steph. 


rufipennis Er. Bei Véenor ziemlich selten 
(Brancsik). Kaiserwiese bei Prag (Haury). 

dissimilis Ær. Bei VSenor einzeln (Brancsik). 

pygmaeus Er. An der Elbe bei Brandeis 
sehr selten (Skal.). 


Lathrimaeum Er. 


atrocephalum Gyll. Im Frühjahr unter 
feuchtem Laub in Waldungen um Prag ziem- 
lich selten (L.*. 


Sydmaeus Тай. 


claviger M. & K. In Závist in den Nestern 
von Tetramorium caespitum sehr selten (L.). 
Rainwiese sehr selten (Schb.). 

Wetterhalii Gyll. Unter Moos und Laub in 
Mittelbóhmen selten (L.). 

Tarsatus M. & K. Unter Moos und Laub 
überall. 

Hellwigii F. Ellbogner Kreis (Glückselig). 

rufus M. & К. Hetzinsel nnter Pappelrinde 
sehr selten (L.). 


Hister L. 


distinctus Er. In einer hohlen Pappel 
auf der Hetzinsel 1 Stück im Juni (L.). 


Corticaria Marsh. 


badia Mann. In Prag in Kellern auf Schim- 
mel häufig (L.). 


Limnichus Latr. 
versicolor Waltl. An der Iser bei Klein-Skal 
1 Stück (L.). 
Parnus F. 
viennensis Heer. An den Ufern der Moldau 
bei Prag selten (L.). 
Agrilus Sol. | 
pratensis Rate. Auf der Hetzinsel be! 
Prag auf Pappelgesträuch im Juni häufig (L.) 
In Kré (Haury). 
Eros. Neu. 
minutus F Bei Pürglitz (L.). 
Hedobia St. 
regalis Duft. In Zävist auf Holz einzeln 
(Lok.). 
Niptus Fuld. 
hololeucus Fuld. In Pilsen in einem Keller 
1 Stück (Hbr.). 
Dorcatoma Herbst. 
rubens К. Н. In hohlen Bäumen bei Prag 
sehr selten (L.). 
Anthicus Payk. 
luteicornis Schm. Am Moldauufer einzeln 
bei Prag (Brancsik). 
Mordella L. 
bisignata Redt. In alten Eichen bei Brandeis 
(Skalicky). 
Mordellistena Cost. 
pusilla Redt. In der Cibulka bei Prag haufig 
(Haury). 

Anthonomus Germ. 
Ulmi De Geer. In Zavist im Frühjahr auf 
blühenden Gesträuchen ziemlich selten (L.)- 

Scolytus Geoffr. 
pygmaeus Herbst, multistriatus Marsh. 
Ulmi Redt. Alle drei Arten häufig und 
schädlich auf Ulmen um Prag (L.). 
Dorcadion Dalm. 
fulvum Scop. Bei Leitomyschl (Professor 
Bärta). 
Cryptocephalus Geoff, 
vittula Suffr. In der Cibulka einzeln (Haury): 
Plectroscelis Redt. 
Sahlbergi Gy? Bei Brandeis (Dr. Skal) 


— as — 


Abraeus 
Acalles. . 
Acalyptus . 
Acanthoderus 
Achenium . 
cidota 
Acilius 
Acritus . 
Acrognathus 
Acylophorus . 
Adelocera , 
Adexius 
Adimonia 
Adrastus 
Aesalus 
Aötophorus 
gabus . , 
Agapanthia 
Baricophagus 
Agathidium" 
Agelastica . 
Aglenus 
Agrilus, 
Agriotes 
Agyrtes 
leochara , 
Alexia , 
Alleculla 
ophus , 
Alphitobius . 
Alphitophagus 
Amalus `. , 
Amara, ? 
Ammoeciug i 
Amphichroum 
mphicyllig 
mphotis , 
Anaesthetis 
Anaspis i 
Anchomenus я 
Aneylochira 
Anisarthron 
Anisodactylus 
Anisoplia 
Anisotoma 
Anobium 
Anomala É 
Anoncodes 
Anoplodera 
hoplus 
Anthaxia 


Verzeichniss der Gattungen. 


. 36 | Antherophagus 

. 61 | Anthicus 

. 61 | Anthobium 

. 65 | Anthonomus 

. 28 | Anthophagus . 

. 30 | Anthrenus 

. 20 | Anthribus . 

Apathe . у 

Aphanisticus . 

Aphodius 

i | Apion 

. 58 | Apoderus 

. 69 | Apristus 

. 47 | Apteropoda 
49 | Argopus 

+114 Aromia . 

. 19 | Arpedium 

. 65 | Arthrolips . 

. 94 | Asclera . 

. 34 | Asemum А 

. 70 | Aspidiphorus . 

‚ 98 | Astrapaeus 

. 74 | Astynomus 

. 47 | Atemeles 

. 88 | Athous . 

..93 | Atomaria 

. 73 | Attagenus . 

. 68 | Attalus . 

; Attelabus 

. 58 | Auletes . 

. 52 | Aulonium 

. 61 | Autalia . 

. 17 | Badister 

. 48 | Bagous 


= b 
= 
с: 


. 80  Balaninus . 
. 34 | Baptolinus 
. 86 | Baridius 

65 | Barynotus . 


. 55 | Batrisus 

. 16 , Bembidium 
1 Berosus 

. 65 | Betarmon 

. 17 | Blaps 

. 44 | Blechrus 

. 94 | Bledius . 

. 51 | Blethisa 

Р Bolitobius . 
. 56 | Bolitochara 
. 66 | Bostrichus 
. 61 | Brachinus . 
. 45 | Brachonyx 


> 
Ot 


54. 


Seite 
. 38 | Brachyderes 
74 | Brachypterus . 
. 31 | Brachytarsus . 
. 60 | Bradybatus 
. 30 Bradycellus 
. 40 | Brontes 
56 | Broscus 
52 | Bruchus 
. 45 Bryaxis 
42 | Bryoporus . 
57 Byrrhus 
56 | Bythinus 
5 Byturus 
71 Calathus 
Qallicerus . . © 22, 
Callidium 
Callistus 
| Calodera 
| Calopus 
5 Calosoma 
52 | Calyptomerus 
. 26 Camptorhinus 
. 65 Campylus 
. 22 | Cantharis 
. 46 | Capnodis 
. 89 | Carabus 
| Cardiophorus 
| Carida 


. 64 
‚14 
. 60 


| Carphophilus . 
| Cassida . 
| Catops 
Centrotoma 
| Cephennium 
| Cerambyx . 
Cercus 
Cercyon 
Cerocoma . 
Öeropbytum 
Cerylon 
Cetonia . on 
Ceuthorhynchus 
Chaetarthria 
Chalcophora . 
Charopus 
Chennium . 
Chilocorus . 
Chilopora . 
Chlaenius 
Chlorophanus 
| Choleva 


| Choragus 


. 57 | Chrysanthia 
36 | Chrysobothrys 
. 56 | Chrysomela 
. 60 | Chrysochus 
. 18 | Cieindela 
. 38 | Cicones . 
. 15 | Gionus 
. 56 | Cis 
Cistela 
. 25 | Clambus 
. 41 | Claviger 
. 82 | Oleonus 
‚ 50 | Clerus 
. 16 | Clivina . 
74 | Olythra . 
. 64 | Clytus 
í Cneorhinus 
. 38 | Coccidula 
. 55 | Coccinella . 
. 14 | Coeliodes 
. 94 | Colaphus 
. 61 | Colenis 
. 46 | Colon 
j Colydium 
45 | Colymbetes 
. 13 | Conosoma . 
. 47 | Copris 
. 54 | Coprophilus 
. 36 | Coraebus 
. 71 | Corticaria . 
. 33 | Corymbites 
| Corynetes . 
Cossonus 
. 64 | Creophilus 
. 86 | Criocephalus . 
. 91 | Crioceris 
. 55 Cryphalus . 
. 46 ` Cryptarcha 
. 38 | Cryptohypnus 
4 Crypticus 
. 62 | Cryptobium 
. 20 Cryptocephalus 
45 | Cryptophagus 
. 50 | Cryptopleurum 


[S 


= 
c 


bed 


= 


. 72 | Crypturgus 

; Oteniopus . 
. 15 | Cucujus 

. 98 | Curimus 

. 33 | Oybister 

. 56 | Oybocephalus 


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| Cryptorhynchus . 


19. 


40, 


68. 


14 


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‚61 
‚64 
. 88 
. 38 
. 41 


20 


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76 


Cychramus 
Cychrus 
Cyclonotum 
Cymindis 
Cyphon . 
Cyrtusa 
Cytilus 
Danacaca 
Dapsa 
Dascillus 
Dasycerus . 
Dasytes 
Deleaster 
Deliphrum . 
Demetrias . . 
Dendroctonus 
Dendrophilus . 
Dermestes 
Diacanthus 
Diachromus 
Dianous 
Diaperis 
Dibolia 
Dicerca . 
Dictioptera 
Dinarda 
Dinopsis Ў 
Diodyrhynchus 
Diplocoelus 
Dircaea 
Ditoma . 
Ditylus . 
Dolicaon 
Dolichocoma 
Dolichus 
Dolopius 
Donacia 
Dorcadion . 
Dorcatoma 
Dorcus 
Dorytomus 
Drilus 
Dromius 
Dryophilus 
Dryophthorus 
Dyschirivs 
Dytiscus 
Ebaeus . 
Elaphrus 
Elater 
Eledona 
Elleschus 
Elmis 
Emphylus . 
Emus > 
Eincephalus 
Endomychus . 
Engis 
Ennearthron 
Entomoscelis . 
Epilachna 
Epistemus . 
Epuraea 
Ergates 
Erirhinus 
Eros 


sl sl ZS‏ غ ج e‏ س 
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sl Ca Ot sl +1 05 
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ES 


| Eusphalerum . 


Euaesthetus 
Eubria 
Kucinetns 
Kucnemis 
Kumolpus 
Euplectus . 
Kuryporus 
Kurythyrea 
Euryusa 
Eusomus 


| Eustrophus 


Euthia 
Exocentrus 
Exochomus 
Falagria 
Formicomus 
Galeruca 


| Gastrophysa 


Geodromicus . 


Georyssus 
Geotrupes . 
Gibbium 


| Glyptoma 


Gnathoncus 
Gnorimus 
Gonioctena 
Gracilia 
Grammoptera 
Gronops 


| Grypidius 


Gymnetron 


| Gymnopleurus 
Gymnopleuru 


Gymnusa 
Gyrinus 
Gyrophaena 
Habrocerus 
Hadrotoma 
Haliplus 


; Hallomenus 


Haltica . 
Halyzia 


Haplocnemus . 


Haploderus 


| Haploglossa 


Harpalus 
Hedobia 
Helochares 
Helodes 
Helophorus 
Helops 
Hetaerius 


| Heterocerus 


Heterothops 
Hippodamia 
Hispa 
Hister 
Hololepta 
Homalisus . 
Homaloplia 
Homalota 
Homoeusa . 
Hoplia 
Hydaticus . 
Hydnobius . 
Hydraena 


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Pi 1 


Hydrobius . 
Hydrocyphon . 
Hydronomus 
Hydrophilns 
Hydrophorus , 
Hydrous 
ITygronoma 
Hylastes 
Hylecoetus 
Hylesinus: , 
Hylobius 
Hylotrupes 
Hylurgus 
Hyperaspis 
Hyphydrus 
Hypnophila 
Hypocaelus 


' Hypocyptus 


Hypophloeus 1 
Hypulus 


| Hlybius . 


Ilyobates 
Ipidia 

Ips y 
Ischnodes 
Ischnoglossa 
Laccobius 
Laccophilus 
Lacon і 
Laemophloeus 


| Lagria 


2, Lamia 
2, Lamprinus . 


Lamprorhiza 
Lampyris 
Laricobius . 
Larinus 
Lathridius 
Lathrimaeum . 
Lathrobium 


| Lathrophus 
| Lebia 


Leiestes 
Leistotrophus 
Leistus . 
Lema 
Leptacinus 
Leptura 
Leptusa 
Lepyrus 
Lesteva 
Leucoparypus 
Licinus . 


| Limnebius . 


Limnichus . 
Limnius 
Limobius 
Limonius 
Lina 


‚ Liodes 


Liophloeus 


| Liopus 


Liosomus 
Lissodema 
Litargus 
Lithocharis 


30. 


6 


be 


Lixus 


| Lomechusa 
| Longitarsus 


Loricera 
Lucanus 
Ludius 
Luperus 
Lycoperdina 
Lyctus 
Lymexylon 
Lyprus . 
Lytta : 
Maeronychus 
Magdalinus 
Malachius . 
Malthinus 


| Malthodes . 
| Masoreus 
| Mecinus 


Megapenthes. . 
Megarthrus 
Megasternum . 
Megatoma . 
Melandrya . 


, Melanotus . 


Melasis . 


| Meligethes . 
| Meloe 


Melolontha 
Mesosa . 


| Metabletus 


Metallites 
Metoponcus 
Micraspis 
Micropeplus 
Microzoum 
Minyops 


| Mniophila. . 


Molytes 
Monochammus 
Monotoma 
Mordela 
Mordelistena. . 
Morychus 
Mycetaea 
Mycetina 
Mycetochares 
Mycetoma . 


| Mycetophagus 


Mycetoporus 
Myeterus 
Myllaena 
Myrmedonia 


| Nanophyes 


Nebria 


| Necrophorus 


Necydalis 
Nemosoma 
Niptus 
Nitidula 


| Nosodendron 
Nossidium . 


Noterus 
Nothorhina 
Notiophilus 
Notoxus 


IV. 77 | 


Sette | Seite Seite | Seite 
СОИ 9 Phlocophthorus 63 | Rhizophagus... . . 37 | Syntomium . `. . 29 | 
Ша, ; . V DÉ PIjoeoporà. . 2 ЗО BEZOQORUB .. . . 44 | DAChyRUS y= 9 | 
Obrum . . . ¢ . 65|Phiocotrya . . . 54 | Rhopalodontus . . 52 | Taehyporus . . . 24 | 
Ша"; о 91] Phoshaüenüs .-. 48 КУПШЫ о. s 08 ФАУ e уф | 
Ochodaeus. . . . 48 | Phratora 2. 4709 | Rhyneolus. v... 008 MONS. . <. | 218 | 
Шеш  , ~ «91,Phylobus... . 08 Rhyssemus, «о. UE e 1798 
Mutotommus . - ~ 62 | Phyllobrotica ... .70| Rosalia... .04| Thotooomus: . . ., a6 


Ocypus , 
Ocyusa . . 
Odacantha . 


Phyllopertha . . . | Wapmngus. . . .08. Tanymecus .... 87 | 
уно 

РУ Иа... @ | Raperda '". . .. . 05 Danyapliymue. . .. 08 
PISÜOSNA > . e 6@ /Nupbantis,... ‚64 LAD. os Д0 


Odontaeus Phytonomus-.. . 50 BAPE A ue ВВ DADIBODUÉ os... 69 | 
edemera Pissodes . . . . 60 | Sarrotrium Telmatophilus . . 50 | 
Olibrus . Placusa. ... ... 24 | Scaphidema JTenebÜO qs. `. | 
Oligomerus Plagiodera. . . . 69 | Scaphidium TOTIS ee, e 
Monte: — Platyarzus .. . .. 42 | Saphisoma . Tetratome , ... a 08 
Olisthopus . Platynaspie ул 37 AR? | Sciaphilus . Tetropium ,., ... 64 | 
Olophrum ы Расу Ри v^ T "7 UN Scirtes Pw MR а у. eem | 
MENU. .....80 Platythinus .. 1... 50 | Seleropteras , ‚0.61 Mhanops s vc s 46 | 
Omias ... . . . 59, Platysoma . . . . 86 | Scolytus ... 68. 74 | Thiasophila . . . 22 | 
Omophlus ; . . . 58 | Platysthetus . . . 29 | Scopaeus . . . . 28 | Thinobius Een _ | 
Omophron . , . . 13 | Pleetrogeelis . 71. 74 | Scraptia sende "Thinodpomus . . ...29 | 
Omosita . . ` . 36  Plegaderus . . . 86 | Scydmaenus . 32. 74 | Throscus . . . . 45 | 
Onthophagus . . . 42 | Plinthus . . . . 58 | Scymnus EE ТН Ө, ON eB 
Otithophilus. . 2 — gp | Pocadius . . . . 87, SoyHfopus . . 5.59 | phvmalis . . . «88 | 
Modes „=. . . .18 | Podabrus 48 VEER aus ehe s 4 De u s. 50 | 


Opatrum . . . . 52 | Poecilonota . . . 45 | Sericoderus . . . 73 | Timarcha . . . . 68 
Op'lus . . . . . po | Pogonocherus :... 65 | Sericosomus . . . 47 | Tiresias . . . . 40 | 
Orchesia . . . . | Polydrosus . . . 58 | Serropalpus . . . 54 Tomoxia . . . . 55 | 
Orchestes.. . . . 61 | Polygraphus . . . 68 | Sibynes . . . . 6l | Toxotus. . . . . 66 | 
Orectochilus . . . 20 | Polyopsia . . . .66|8Шз. . . . . . 49 | Trachyphloeus . . 59 | 
BIS uv @ Polyphylla ` co xiii, REDDE ncs cp ТШ э pacis MN | 
Orochares, . .. . 80. Pomatinus. . . . 41| Blum .. . . . 21 | Trechun . . . ‚18 | 


ПКО Ой; (4.20.07. Poophagus ^ 208 Silvanus ME ek PROB MEA: I | 
Orthoperus С 78 | Porzhoditos .. «80 Simplocaria . . . 41 | Tribolium . . . . 68 | 
DEI | 


Orthopleura . . . 50 | Porthmidius . . . 47 Sinodendron . . ..42 | Trichius `. . . .44 | 
Oryetes . . . .44  Potamophilus. . .41| Sisyphus . . . - 42 | Trichodes . . . . 50 | 
Osmoderma. ~.~ 44 | Prasoctris. . ... 09 | Sionas . . ... GE | сполук. < « 81 | 
OR IT Pa , о а оТ Юа .. + Ee | 
Otiorhynchus. . . 59 | Prionoeyphon . . 48 SmieronyX . . . 61 | Trichopteryx . . . 85 | 


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CET | Prionus, s e O Et ee Nr E | 
INSSOPUS , ue a 99 ProOnusteB ien s 18 Spercheus. . . . 20 op Ae rpg. + | 
Oxytelus . . | .99 | Pronomaea . . . 24, Spermophagus . . 56 | Triphylius e me a | 
Oxythyrea . aco s Mt | ЖОШО Ur. ed, E Sphaeridium pr ru 21 bo open n | 

achnephorus .. . 68 | Proteinus . . . . 3 BUDE CR rs, eius TON ee ce 79 | 
Pachybrachys ‚ 68 | Psammodius . . . 48 | Sphaerius . . . . 3 Troglops . . . . 50 | 
Pachyta |... ' 66 | Pselaphus . . . . 31 | Sphaeroderma . . 71 | Trogoderma . . . 40 | 


Paederus Bd | ..98 | Beylliodes . . 24 Spenophorus e e 68 | Trogophloeus . . 29 | 
ans < — 15 | Ptenidium. . ... 8 Sphindus .. . . . 52 'Trogosità . . . . 87 | 
aramescosoma . . 39 | Pterostichus . . . 16 Sphodrus o e rex е Tropideres. . +66 | 


Parnus |... 41, TA | Pteryx . . . . . 85 | Spondylis . . . . 64) Tropiphorus ... . 58 | 

EMEN o 9s OBHMBUS. s oso. ur BNO e О ИТИ C os oos 48 | 

Probus , . . .15|PüMum. . . « 85, Stenelmis . .- « «42 | Irypopitys + aa 1 | 

Pediacus . ` ` ag | Ptinella . . . . 35 | Stenolophus . . . 18 | Туу: . . „61 | 

an IA S lee. е и IIR yo б ТИ o ws ВИ | 

Pelecotoma | | | 55 | Ptosima. . . . . 45 | Stenostola. . . . 66 | Typhaea . . . . 40 | 

eltis gr | Purpuricenus un 04) E „Ж COMB ê OR | 

Pentaphyllus . . | 52 Pyrochroa . . . . 55 <| Stongen . . . . 21 | Dioma . . . . . 53 | 

Pentodon , . . . 44 | Quedius . . 25. 74) Stilicus. . . . .28/Urodon. . . . . 56 | 
ne ` ` ` liegen, ` ` D'BE, ` ` с E: 

BAUS 3 ШҮ! a S8 2 k 8 бапа . " N " ge М Р ý 

| Phaedon en re Motels. C05 e OT | Sirophosomus un OF Xantholinus . . . 27 | 

d АЙЧА * ; 0 | St ; M | Ayletinus . 6.) Ol | 

halaerus , 36 | Rhinocyllus . . . 60 Styphlus e Bi ху! arthe 52 | 

Pheletes erat | ИЕШЕ ЕТ ys ОАВ ee BD | СУ emm cvs oh | 

Philonthus. . . . 26 | Rhinoneus. . . . 62 | БҮШШӨО ӨӨ, „2... 408 Xylophilus ES ^ | 

hilhydrus , | | 20 | Rhinosimus 7. ВВ БМ... А Xyloterus . . . .6 | 

Phloeobinm EECH | Rhipiphorus . . . 55 Byncalypta ... „А AB... 17 | 

Phloeocharis . . | 31 Rhizobius . . . . 72 |Synchità . . . .88|Zeugophorà . . . 60 | 

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| 

| 

| 

| 

| 


Monographie 


der 


Land- und Süsswassermollusken Böhmens. 


von 


Alfred Slavik, 


Assistenten der palaeontologischen Abtheilung am Museum des Königr. Böhmen. 


E udi m Siem 


Einleitung. 


Es wird wohl kaum eine andere Classe der Thierwelt geben, welche in 
Böhmen bisher so wenig berücksichtigt worden wäre, wie die der Mollusken. 

Während Thiere anderer Classen, namentlich Inseeten, wenn nicht mono- 
graphisch behandelt, so doch gesammelt wurden, wäre ein Sammler der Mollusken 
Schwerlich namhaft zu machen. 

Die Vernachlässigung des Einheimischen gieng so weit, dass selbst in den 
Sammlungen des Museums die in Böhmen vorkommenden Arten durch Exemplare 
aus der Fremde repräsentirt waren. 

Unter solchen Umständen wurde es also doppelt schwer, das ganze Mate- 
tiale für eine monographische Bearbeitung von 106 Specien, die mir bisher 
aus Böhmen bekannt wurden, zusammenzusuchen, und es muss demnach den- 
Jenigen Herren zum doppelten Verdienste angerechnet werden, die das mehr als 
bei anderen Classen schwierige Sammeln unternahmen, um mich mit dem Ergeb- 
Misse zu unterstützen. 

Es waren namentlich die Herren: Dr. A. Frič, der auf seinen geologischen 
Exeursionen durch volle vier Jahre keine Gelegenheit vorübergehen liess, um 
Mir das Bild der böhmischen Molluskenfauna vervollständigen zu helfen. Seine Mit- 
theilungen kommen aus den verschiedensten Gegenden des nördlichen und mittleren 
Böhmen, namentlich aus den Umgebungen von Tetschen, Böhm.-Leipa, Turnau, 
Laun, Jungbunzlau, Brandeis am Adler, Chotěboř, авап, Melnik, Böhm.-Kamnitz 
und a. m. 

e Cand. prof. Jos. Seda sammelte als Entomolog zu Zwecken des Comités 
Im Böhmerwalde. Ihm habe ich die Kenntnis der Fauna dieser Gegend zu ver- 
danken, denn es war mir bisher nicht möglich selbst dort zu sammeln. Das mir ein- 
Sehändigte Materiale ist aus den Umgebungen von Taus, Bergreichenstein, Schüt- 
tenhofen und der Seewand. 

Dr. Novotny trug vor längerer Zeit einiges Materiale an Bivalven im Mu- 
Seum zusammen. 

Ebenso wurden mir von Hr. Pail aus Nimburg Bivalven aus der Elbe 
geschickt. 

Endlich gab mir das Sektionsmitglied Herr Pražák aus Chorousek mehr- 
mals Suiten verschiedener Specien, welche er in der dortigen Umgebung gesam- 
Melt hatte. 


6 


IV. 


Ausserdem machte ich es mir zur Hauptaufgabe eine Sammlung einheimischer 
Mollusken im Museum anzulegen und trug deshalb in diesem Sinne meine Dienste frei- 
willig dem Comité an, als dieses im J. 1864 seine Arbeiten begann. In welche Gegenden 
meine Ausflüge geschahen, ist in der Vorrede des Sectionschefs ausführlich gesagt: 

Aus den hier angeführten Verhältnissen wird nun ein Jeder leicht ersehen, 
dass es unmöglich war in einer so kurzen Zeit eine vollendete Arbeit zu liefern ; 
Nachträge werden mit der Zeit nothwendig. Es muss daher die vorliegende Monographie 
nur als Basis betrachtet werden, an die sich das weitere Studium der Mollusken 
in Böhmen knüpfen soll. 


Die beim Bestimmen der Arten benützte Literatur ist folgende : 


Rossmässler E. A. Jconographie der Land- und Süsswassermollusken mit 
vorzüglicher Berücksichtigung der europäischen noch nicht abgebildeten Arten, Leipzig 
1885—1859. 

Bai p ИН 199, "д0 1885;71:79174011836, T1075? 24276 31857, "Bg, 72^ Tr. 7 5578 
1838, Н. 9 + 10 1839. Н. 11, 1842, Н. 12, 1844. Ва. 3, H. 13 - 14, 1854, Н. 
15 + 16, 1856, Н. 17 ++ 18, 1859. 

Ein vortreffliches Werk, das mit guten Diagnosen auch. ziemlich gute, in den 
letzteren Heften vorzügliche Abbildungen verbindet. 

Es wird aber nicht immer auf einzelne Gattungen die nóthige Rücksicht ge- 
nommen, so dass einige gänzlich unbehandelt bleiben, wie diess z. B. von den Valvaten, 
Ancyleen und allen Nacktschnecken gilt. 

Carl Pfeiffer. Naturgeschichte deutscher Land- und Süsswassermollusken. 
Erste Abtheilung unter dem Titel: Systematische Anordnung und Beschreibung deutscher 
Land- und Wasserschnecken, mit besonderer Rücksicht auf die bisher in Hessen 
gefundenen Arten. Ein Beitrag zur Naturgeschichte der Weichthiere mit illuminierten 
Abbildungen nach der Natur. Berlin und Cassel 1821 in 4 pp. 136, 8 Taf. — Zw. 
Abth. 8 col. Taf. Weimar 1825 in 4. Drei Abth, 8 Taf, 1828. 

Dieses Buch ist das Hauptwerk der älteren Periode für das Studium der deutschen 
Mollusken. Es werden in kurzen Diagnosen die zu damaliger Zeit, in Deutschland be- 
kannten DP E behandelt und durch gute Abbildungen anschaulich gemacht. 

^. Pfeiffer. Monographia Heliceorum viventium sistens ГЕ, syste- 
maticas a criticas omnium hujus familiae generum et specierum hodie cognitarum, Leipzig 
1847—1853. 3 vol in 8 (T. 1847 II, 1848, IM. suppl. 1853). 

Grosses Sammelwerk, in welchem durch kurze, nicht immer bündige Diagnosen 
die meisten Arten der Heliceenfamilie beschrieben sind. Auch wird auf die Synonymik 
sehr viel Rücksicht genommen. 

L. Pfeiffer. Monographia Pneumonoporum viventium. Cassel 1852 in 8. 

Moquin-Tandon A. Histoire naturelle des Mollusques terrestres et fluviatiles 
de France, contenant. des Études générales sur leur anatomie et lear physiologie et la 
description particulière des genres, des espèces ct des variétés. 

2 vol. in 8. avec un atl. de 54 pl. Paris 1855. Chez J. D. Dailliere. 

Dieses Werk ist vorzüglich eine Hilfsquelle für das Studium der Anatomie und 
Physiologie und des Lebens der Mollusken, da es in dem ganzen ersten Theile nur diese 
bezeichneten Partien im Allgemeinen abgehandelt enthält, und auch im zweiten Theile 
sehr viele Bemerkungen zu den einzelnen Specien hinzugefügt sind. Ausserdem verbindet 
es mit guten Diagnosen und Beschreibungen sehr schöne Abbildungen der in Frankreich 
vorkommenden Arten. 

Uebersichten von Faunen der Länder Mitteleuropas : 

Zelebor Joh. System. Verzeichnis der im Erzherzogthum Oesterreich bisher ent- 
deckten Land- und Süsswassermollusken. Wien 1851. (Aus Haidingers Berichte B. VII. 
1851 p. 211—232 besonders abgedruckt.) 


IV. 83 


| Parreys Ludw. System. Verzeichnis der im Erzherzogthum Oesterreich bis 1849 auf- 
gefundenen Land- und Flusseonchylien. In Haidingers Berichte 1850. p. 97—102. 
К Anhang zu den beiden von Strobel Pellegr. in Verhandl. d. zool. bot. Vereins 
In Wien. 3, Jahrg. 1853 p. 106—112. 

E. Martens. Ueber die Verbreitung der europäischen Land- und Süsswasser- 
Sasteropoden.  Würtemb. naturw. Jahreshefte. 9 Jahrg. 1855 p. 129—272. 

i L. Pfeiffer. Beiträge zur Molluskenfauna Deutschlands, insbesondere der öster. 
Staaten. In Archiv f, Naturgeschichte Jahrg. 7. 1841. Bd. I. p. 215—230. 

Schmidt F. Systematisches Verzeichnis der in der Provinz Krain vorkommenden 
Land- und Süsswasserconchylien, mit Angabe der Fundorte. Laibach 1847. 

Hauffen J. Systematisches Verzeichnis der Land- und Süsswasserconchylien 
Krains. Aus den Jahresheften des Vereins des Krain. Landesmuseums. Laibach 1848. 

Gallenstein M. System. Verzeichnis derin der Provinz Kärnten bisher entdeckten 
Land- und Siisswasserconchylien mit Angabe der wichtigsten Fundorte etc, Laibach 1848. 

Gallenstein. Kärntens Land und Süsswasserconchylien. Klagenfurt 1852. (Aus 
dem Jahrb. des naturhistorischen Landesmuseums abgedruckt.) 

E. Scholtz H. Verzeichnis der bis jetzt in Schlesien aufgefundenen Land- und 
Süsswassermollusken. Zeitschrift f. Malacozoologie 9 Jahrg. 1852 p. 33—43. 

Scholtz. Bemerkungen und Berichtigungen in Zeitschr. f. Malacol. 2 Jahrg. 
1845 p, 97—110. Uebersicht d. Arbeiten u. Veränd. d. Schles. Gesellsch. 1842 p. 
145—156, 1844 p. 136—168, 1845 p. 97—110, p. 117—118. 1846 p, 65—-67. 

Stütze, Beiträge: id. 1845 p. 118—122, 1846 p. 67—68. 

Neumann J. Naturgeschichte Schlesisch-Lausitzischer Land- und Wassermollusken 
Lausitzer Magazin 1832—33. bes. abgedruckt J. G. Seyfert 1833. 

Goldfuss O. Verzeichnis der bis jetzt in der Rheinprovinz u. Westphalen beobach- 
teten Land- u. Süsswassermollusken. Verhandlungen d. naturh. Vereins d. Rheinl. 13 Jahrg. 
1856. p, 29—86. 

Goldfuss O. Bemerkungen ibid. 1844. p. 82. 

Seckendorf Graf. Die lebenden Land- und Süsswassermollusken Würtembergs. 
Würtemb. naturwiss. Jahreshefte 2. Jahrg. 1846 p. 8—59. 

Thomi C. Verzeichnis der im Herzogthum Nassau и, s. W. lebenden Weichthiere. 
Jahrb, des Vereins f. Naturk. im Herz. Nassau 1849 p. 206—225. 

Strobel Pellegr. Beitrag zur Molluskenfauna von Tirol. Uebersicht der in Tirol 
gesammelten Landsehnecken u. s. w. Verhandlungen d. zool. bot. Vereins in Wien. 
M. 5. 1855 p. 153. 

Gredler, Tirols Land- und Süsswasserconchylien, 1. Die Landconchylien. Ver- 
handlungen des zool-bot, Vereins zu Wien. Bd. 6. 1856 p. 25—162. 

Nel; M. Verzeichnis der Land- und Süsswassermollusken Siebenbürgens. Ver- 
handlungen und Mittheil. des siebenbürg. Vereins. 1851. p. 14—16, 55—59, 62—65. 

Bielz Beitrag. Ibid. 1854 p. 87—88. 

Bielz Notizen. Ibid. 1856 p. 220—228. 

Zeitschriften : 

Zeitschrift für Malacozoologie. Herausg. v. Menke und Pfeiffer. Cassel. 1845—67. 

{ Ich ergreife zugleich die Gelegenheit alle Freunde der Malakozoologie, oder 
die, welche es werden wollen, um reichliche Einsendung von gesammelten Schalen 
anzugehen, damit mir auf diese Weise erleichtert werde ein grosses ganzes Bild der 
Sesammten Fauna zu liefern. Man möge beim Sammeln nichts als so gering oder 
unbedeutend beachten, dass es nicht der Mühe wert wäre, es einzuschieken. Es 
Sind häufig scheinbar die gewöhnlichsten Dinge, die sich bei sorgfältigerer Nach- 
forschung dem Auge als seltene Specien kundgeben. 

Zum Sammeln selbst eine genauere Anleitung zu geben erlaubt nicht der 
abgemessene Raum dieser Zeilen. Ich will nur in Kürze die Verbältnisse des 


ж 


o” 


84 IV. 


Aufenthaltes namhaft machen, das Sammeln selbst wird dann ungemein leichter 
sein. Die meisten Arten der Landmollusken sind gleichsam physiologisch ange- 
wiesen, zu ihrem Wohnorte solche Plätze zu suchen, an welchen sich Feuchtig- 
keit der Atmosphäre und des Bodens mit Schatten vereinigt. 

Im allgemeinen finden sich natürlich solche Plätze in jedem Walde, Garten, 
Hecke, in schattigen Gräben, an bedeckten Orten; es kann aber momentan auch 
jeder Stein, der vor der Sonnenhitze schützt, jede Mauer, jedes Blatt eines Ge 
sträuches zu einem solchen werden. 

Entsprechend diesen Verhältnissen wird man also beim Sammeln vorzug$- 
weise schattige Gärten, Wälder u. s. w: suchen und ganz sicher viele Arten an- 
treffen können, wenn anders überhaupt die geognostische Beschaffenheit des Bodens 
ein entfaltetes Schneekenleben zulässt, andererseits darf man aber nicht Anstand 
nehmen jeden flachen Stein, der dem Sonnenscheine ausgesetzt ist, jedes Brett, jeden 
Zaun, die untere Fläche der Blätter niedriger Gestrüppe u. s. w. zu untersuchen. 
An solchen Orten wird man meistens durch das Auffinden kleinerer Arten belohnt 

Wasserschnecken zu sammeln wird Niemandem schwer fallen, sobald er 
sich mit einem festen Netze von Sackleinwand bewaffnet. — 

Wenn ich von einheimischer Literatur Erwähnung thun soll, die ich zu 
meinen Arbeiten benützte, so kann das in der That nur von einem einzigen Artikel 
gelten, der speziel die Bivalven Böhmens behandelt und von Dr. Novotny ver- 
fasst wurde: 

Dr. Novotny. Mlži v Čechách žijící. Živa, ročník 10. 1869 str. 97—134 

Das gänzliche Fehlen an Artikeln aus früheren Zeiten, die denselben Ge- 
genstand behandeln würden, gibt wiederum ein deutliches Zeugnis der Vernach- 
lässigung. 

Nur eine Art wurde in älteren Zeiten der besonderen Aufmerksamkeit für 
wert gehalten und sofort auch behandelt, da man sich von ihrer Zucht Gewinn 
versprach, es ist die Margaritana margaritifera, Flussperlenmuschel. 

Von ihrem Vorkommen in den Flüssen Südböhmens gibt schon Balbin 
Nachricht in seinem Capitel von den Edelsteinen Böhmens. Bohusl. Balbini Miscel- 
lanea Historica regni Bohemiae (1679) Lib. 1. Cap. XXIX. p. 73, wo er ebenfalls 
das Zeugnis fremder Autoren wie Anselmus de Boot, Schreder, Gessner und Stränsky 
anführt; derselbe Balbin weiss aber von Mollusken überhaupt nichts anderes Zu 
erzählen, als dass sich verschiedene Würmer vulgo Limaces, Schnecken genannt, in 
Böhmen aufhalten und am Fusse alter Mauern, am Erdboden und unter Gestrüppe 
zu finden sind. 


(Id. Lib. I. C. LIV. p. 125.) 


Im zweiten Decennium unseres Jahrhundertes musste die Zucht der Fluss- 
perlenmuschel vielseitiges Interesse erregen; denn wir finden im „Hesperus,“ einer 
damals viel gelesenen Zeitschrift, zwei Artikel aus Zwei verschiedenen Federn, 
welche. denselben Gegenstand behandeln : 

A. Zeithammer. Perlfane in Böhmen. „Hesperns“ 1813 Nro 61. A. Rittig 
von Flammenstern. Die Perlenfischerei in Böhmen im Jahre 1811. „Hesperus“ 
1812. Nr. 27, 28, 29. 


IV. 85 


Später verfiel das ganze Institut der Perlenfischerei und es zeigt sich auch, 
dass die Literatur dasselbe ignorirte. 

Mit diesem wäre eine Uebersicht aller mir bekannten Artikel gegeben, 
Welche über malacologische bohemica geschrieben sind. — 

Die genauere Erforschung des nördlichen und nordöstlichen Böhmen er- 
laubt es, über die einzelnen Facien einer Molluskenfauna Bericht zu geben, der 
m den folgenden Zeilen enthalten ist. 

Der bisher erforschte Theil von Böhmen besitzt wegen seiner mannig- 
lachen geologischen und physikalische Verhältnisse nicht eine allerorts gleiche 
Fauna von Mollusken, sondern es gibt einzelne Bezirke, die geognostisch ver- 
Schieden, sich auch durch eigene Speciengruppirung characterisiren lassen. 

Nach den gemachten Erfahrungen ist es nicht das Klima allein, welches 
den grössten Einfluss auf die Entwickelung einzelner Molluskenspezien übt, sondern 
es ist die geognostische Beschaffenheit der Oberfläche und die localen Verhältnisse 
als: Sehatten oder Licht, Feuchtigkeit oder Trockene, reines oder trübes, fliessendes 
Oder stehendes Wasser, seine chemische Zusammensetzung u. s. w, welche die 
Gründbedingungen für das Molluskenleben bieten. Es darf daher Niemanden 
Wundern, wenn er ein oder das andere Jahr plötzlich eine Species nur selten 
findet, welche früher häufiger war, oder umgekehrt, da diese Veränderungen ledig- 
lich von Jocalen Verhältnissen abhängen, wogegen aber das gesammte Bild einer 
abgegränztin Fauna niemals Veränderungen erleiden kann. 

a) An der nördlichen und nordöstlichen Gränze Böhmens, in den malerischen 
Sandsteingebilden der bohm. Schweiz finden wir den 1. Haupttypus einer Molluskenfacies. 

Es überrascht vor allem die Armut an Mollusken. 

Die weiten, öden, auf sandreichem Boden wachsenden Fichten- und Tannen- 
Wälder lassen kaum ein anderes als pflanzliches Leben zu, und es gedeiht unter 
solchen Umständen nur ein winziges. zierliches Thierchen, die Helix pulchella, welche 
überhaupt in jedem noch so kalkarmen Boden ihr Auskommen findet. 

In den reissenden Gebirgsbächen findet man wegen Kalkmangel nur lauter 
dünnschalic se Schnecken, die grosse, bauchige Limnaea auricularia, die kleine Lim- 
naea truncatula, und selten die sehr zarte Physa fontinalis. Die schüsselförmigen 
Ancylus fluviatilis pilegen in Strömungen an flachen Steinen zu sitzen. 

Die Elbe wird in diesem Abschnitt kaum viele Unionen oder Anodonten 
aufzuweisen haben; ich fand nur dünnschalige Sphaerien und die schöne Paludina 
fasci ‘lata, die ich nur aus dieser Gegend und dem einzigen Fundorte Mittelgrund kenne. 
Die munteren Schnecken bewegten sich dicht am Ufer zwischen den Kieselsteinen 
eines rudimentären Dammes, und begnügten sich vollkommen mit dem wenigen aber 
reinen Wasser, welches hier unaufhörlich durchtloss. 

Der Hille Gegend um Tetschen und dem Schneeberge in der Beschat- 
fenheit des Bodens gleichend, doch südlicher und niedriger gelegen und darum 
Mehr erwärmt, ist die Umgebung von Neuschloss, Proseč, Richenburg und Skué. 
Auch hier ist die Armut an Mollusken so gross, dass nicht einmal die zahlreichen 
Gewüsser irgend einen Bewohner aus dieser Classe beherbergen. Ein Beweis, wie 
Wenig das Klima auf das Leben dieser Thiere Einfluss übt. 

b) Ganz anders verhalten sich einige Niederungen um Tetschen, Waldek 


86 IV. 


und Böhm.-Leipa. Saftig grüne Wiesen beherbergen bei Liebwerd Tausende von 
dicken, plumpen, dünnschaligen Thieren, die wegen der Farbe ihrer Schale Bern- 
steinschnecken, Suceineen genannt werden. An alten Mauern findet man bei Tetschen 
Clausilia biplicata, eine Schnecke, die grosse Verheerungen in den Glashäusern des 
herrschaftlichen Parkes verursacht, indem sie die schönen Orchideenblüten zum 
grössten Verdrusse ihrer Pfleger benagt und sich kaum durch die entstellenden 
Baumwollkränze an den Stengeln abhalten lässt. 

Am Fusse der Mauern, unter Gestrüppe lebt die Hel. arbustorum, die nur 
in Gebirgsgegenden vorkommt. Zu ihr gesellen sich bei Tetschen verschiedene 
Varietäten von Hel. hortensis, welche Art auch bei Böhm.-Leipa vertreten ist. 
Auffallend ist bei dieser Schnecke, dass sie sehr selten mit der ihr verwandten 
Hel. austriaca zusammen sich findet, vielmehr sich meistens durch diese vertreten 
lässt. Hel. hortensis liebt feuchte, kültere Gegenden, Hel. austriaca sonnige, trok- 
kene Abhänge. 

c) Die zahlreichen Basalthügel, welche die Gränzen des Mittelgebirges im 
Norden bilden, sind der dritte Haupttypus des nördlichen Böhmen. Unter diesen 
Schichten von Steinen findet man da die zierlichste aller mitteleuropäischen He- 
lices, die Helix personata, in feuchten Laubwälderpartien leben Vitrinen und gekielte 
Nacktschnecken. 

Beispiele solcher Hügel sind der Kaltenberg bei Tetschen, Spitzberg bei 
Böhm.-Leipa u. a. 

Südlicher findet man in denselben Verhältnissen eine reichere Fauna (Dó- 
sigberg, Mileschauer Berg). Es ist da von Neuem der Gebirgsbewohner Hel. ar- 
bustorum, es sind noch ausser den bezeichneten Arten die platte, scharfkielige, 
rostbraune Hel. lapieida u. Bulimus montanus. 

d) Zahlreiche Ausflüge auf den Gneuss des Krzgebirges blieben für unsere 
Zwecke ganz erfolglos, denn selten kann eine Schnecke da existiren, wo ihr gänz- 
licher Mangel an Kalk und rauhes Klima das Leben erschweren würden. 

e) Die Isersandsteine und Pläner des mittleren Böhmen geben einen deut- 
lichen Beweis, wie vieles man da erwarten kann, wo kalkreiche Felsen anstehen. 
Die Umgebung von Liebenau mit ihren grasigen und sonnigen Abhängen 
bietet reiches Materiale sowohl an Zahl der Arten als auch der Individuen. Unter 
jedem Steine verborgen sitzt eine grosse Gesellschaft von Clausilien beisammen, 
die in schönen Specien wie Claus. laminata, plicatula, plicata vertreten sind. Wir 
werden aber mit den Letztgenannten harmonirend auch den Bulimus montanus 
häufig bemerken, und ebenso zeigen sich hier einige Repräsentanten des Iserthales, 
die Helix hispida und die schöne, kirschbraune Hel. incarnata. 

f) Wandern wir von Liebenau gegen Süden durch das malerische von wald- 
bewachsenen, schattigen Abhängen begränzte Iserthal, so wird uns die Menge 
kleiner Formen aus den Gattungen Helix, Pupa und Achatina am meisten 
überraschen. 

Mehr als anderswo sind diese Abhänge geeignet in zahllosen kleinen 
Rissen, unter Steinen, Laub, Moos und Flechten diese Schaaren der schönsten 
Formen, die cs gibt, zu beherbergen. Man findet da alle vier bisher aus Böhmen 
bekannten Arten von Vertigo, die Pupa muscorum, dann die spindelförmige , zarte 


IV. 87 


Achatina acicula, die lebend sehr selten anzutreffen ist und sehr. tief unter der 
Humusdecke vergraben lebt. 

Es wäre aber nicht möglich, sich ein klares: Bild von der Menge zu ver- 
Schaffen, wollte man ein Exemplar um das andere unter der Laubdecke hervor- 
Suchen. Die Natur hilft bei diesen Sammelarbeiten am meisten, denn: man. braucht 
nur die vielen Anschwemmungen, welche sich am Fusse der Abhänge nach plötz- 
lichen Regengüssen bilden, durchzusuchen, um eine grosse Anzahl zusammen- 
zubringen. 

Dem Iserthale in vielen Verhältnissen analog ist die Umgebung von Leit- 
meritz und Bilin, Man findet hier auch dieselben Arten ; die Helix hortensis, die 
auf dem trockenen Boden nieht gedeihen könnte, wird sowohl im Iserthale als bei 
Leitmeritz durch Hel. austriaca vertreten. 

y) Die horizontalen Lehnen des Pläner zwischen Prag und Schlan sind an 
Molluskenspecien sehr arm. Die Ursache davon ist die grosse Kahlheit der ganzen 
Gegend. Ohne Wald, ohne Schatten, von der Sonne ausgedorrt, kann der Boden 
keine zweckmässige Zufluchtstätte bieten, nur cine einzige Art wurde dazu gewis- 
Sermassen erschaffen, um solche Gegenden zu beleben. Es ist die durch eine feste 
kalkige Schale vor der Hitze geschützte Helix obvia, welche überall an den Strassen, 
in Gräben und an Abhängen in zahllosen Exemplaren sich an die Grashalme und 
Disteln anhängt. 

h) Wie aber der Plänerboden ein vorzüglich günstiger für die Entwicke- 
lung vieler Specien sein kann, wenn er durch eine gute Lage begünstigt wird und 
Mit Wäldern versehen ist, lernt man in der Umgebung von Brandeis a. d. Adler. 

An den schattenreichen, steinigen Abhängen unter der Burgruine ist es, 
WO ich bisher die meisten Arten von grösseren Mollusken vereinigt fand, es war 
vor allem cine der schönst gefärbten Helices, die Helix faustina, braungelb mit 
dunkelkirschrothem Bande. Clausilia ornata und mehrere andere aus der Gruppe 
der rugosa waren in grossen Mengen, dazwischen die feinen, zarten , glashellen 
oder gelben Hyalinen (nitens und glabra) und der nach Rossmässler für die Länder 
des Kaiserthums Oesterreich characteristische, bisher nur an diesem Orte gefun- 
dene Zonites verticillus. 

Die an der entgegengesetzten Seite liegenden, mit Wald bedeckten Abhänge 

nähren wiederum die Hel. arbustorum, es sind aber unter dem schattenreichen 
Laube auch viele Nacktschnecken verkroehen.  Bulimus montanus hängt überall an 
den Aesten der Gestrüppe und die Ufer eines kleinen Baches, der den Wald 
durchfliesst, sind mit der Karpathenbewohnerin in Hel. vicina in Gesellschaft, von 
Hel. incarnata bedeckt. 
« In analoger Gegend befinden sich bei Böhm.-Trübau zwei ungemein starke 
Sprudelquellen, die ein Wasserquantum reproduciren , das auf wenige Schritte Di- 
Stanz schon Mühlrüder treibt. In den Becken dieser Quellen, deren Boden durch 
flache Stücke von Pläner bedeckt ist, lebt eine kleine, schöne, grasgrüne Schnecke, 
die Paludinella austriaca. Das schöne Thier sitzt überall an den Steinen und den 
Rändern des Beckens und zieht sich sogleich in seine Schale zurück, wenn das 
klare Wasser durch irgend etwas getrübt wird. 

Solche Quellen sind überhaupt der Lieblingsaufenthalt genannter und 


88 IV. 


mehrerer anderer Arten, und wir haben ihr Vorkommen in Böhmen gewiss nur den 
eingenthümlichen Verhältnissen dieser Quellen zu verdanken. 

i) Wenden wir uns vom Ende des Iserthales, das wir schon besucht, süd- 
warts gegen Prag, so werden wir durch eine Gegend schreiten, welche die reichste 
an Wasserschnecken ist. | 

Längs dem Laufe der Elbe nämlich findet man grosse Lachen, schon bei 
Ouwal und Béchowic, sie werden aber häufiger und an Schnecken reicher, sobald 
wir der Elbe bis Brandeis folgen, oder ihrem Laufe gegen Podébrad und Kolin 
entgegengehen. 

In den hierorts meist im Walde gelegenen Lachen, sodann bei Josephsthal und 
Benátek sind zahllose Limnaeen verschiedener Specien, meist aber Limnaea 
stagnalis und der plumpe Planorbis corneus. 

Ueberhaupt muss man zweierlei solche Lachen unterscheiden. In den 
einen, die ein klares Wasser enthalten und tief sind, findet man neben den Lim- 
naeen noch zahlreiche Bythinien und seltener Paludina vivipara. Bei Benätek und 
Kolin sind die kleineren wiederum meist durch kleine Arten aus der Gattung Pla- 
norbis (Plan. vortex) bevölkert. 

Die zweite Art von grösseren Lachen sind die, welche mit Schilfrohr be- 
wachsen gewöhnlich ein dickes, trübes Kothwasser enthalten. Und in diesem findet 
man fast ausschliesslich die schmutzliebenden Paludina vivipara und Bytbinia 
taculata. — 

k) Die Umgebung von Prag und das Moldauthal haben im Ganzen sehr 
viele Analogien mit dem Iserthale und der Umgebung von Leitmeritz. An den 
kalkreichen, kahlen Abhängen der silurischen Formation lebt dieselbe Hel. austriaca, 
in Strassengräben findet man dieselbe Hel. obvia, die bei Leitmeritz und Bilin als 
fast die einzigen grösseren Geschöpfe aus der Classe der Mollusken die Ge- 
gend beleben. 

Aber einen characteristischen Unterschied fühlt man bei der Untersuchung 
von Regenanschwemmungen. Obwohl ihre Fauna eine sehr reiche und im Grunde 
genommen die gleiche ist, fehlen ihr doch zwei Formen aus dem Iserthale, das 
Carychium minimum und die Achatina acicula, ein Beweis, wie sehr das Moldauthal 
dem Iserthale an Feuchtigkeit zurücksteht, denn es sind diese beiden Thiere die- 
jenigen, welche niemals in einem trockenen Boden ihr Leben fristen könne. 

!) Um endlich noch des Böhmerwaldes zu gedenken, einer noch viel zu 
wenig bekannten Gegend, so muss ich vor allem bemerken, dass man wegen seiner 
geognostischen Beschaffenheit nicht viel von ihm erwarten darf. Trotzdem wurde 
da Helix arbustorum angetroffen, die ihrer Lebensweise in gebirgigen Gegenden 
treu blieb und 2 Formen, von denen viele Autoren bemerken, dass sie meist kalk- 
arme Gegenden aufsuchen, die Clausilia ventricosa und Claus. rugosa. Näheres Zu 
berichten erlaubt mein gegenwärtiges Wissen nicht und ich wünsche nur, dass mir 
bald Gelegenheit gegeben werde, diese so wie alle anderen mir noch unbekannten 
Gegenden Böhmens entweder aus eigener Ansicht oder aus den freundlichen Mit- 
theilungen eifriger Sammler kennen zu lernen. 


Prag, im Juli 1868. A. Slavík. 


Classis Gastropoda. 


Ordo Pulmonata. 


Fam. Arionidae. 


Körper nackt, oder von einer Schale eingehüllt, zusammengedrückt, nach vorne 
und hinten verschmälert. Mantel klein, nur einen Theil.des Körpers bedeckend, entweder 
einen rudimentären Schild einschliessend oder auch, von einer grösseren eingerollten 
Schale zum Theil bedeckt, zum Theil selbst über sie geschlagen. Fuss mit dem Körper 
ganz oder theilweise verwachsen, platt. 4 contractile Fühler, die oberen die Augen 
tragend. Am Hintertheile des Körpers eine mondförmige oder längliche Schleimdrüse. 


Uebersicht der Gattungen. 


1 6. Arion. Thier schlank, vorn und hinten zugespitzt, Hinterleib nicht ge- 
kielt. Mantel mittelmässig, Schild nicht vorhanden, durch kalkige Concretionen reprüsentirt, 
Respirationsöffnung zur rechten Seite des vordern Theils des Mantels liegend; Kiefer 
gekerbt und mit Randzähnen besetzt. Oeffnung der Schleimdrüse am Hintertheile in 
Form eines ziemlich grossen Kanals. 

9. 6. Zonites, Thier schlank, zugespitzt. Mantel mittelmässig, von einer 
spiralen Schale bedeckt, über diese nicht zurückgeschlagen. Oeffnung der Schleimdrüse 
in Form einer Spalte. Schale weit durchbohrt, niedergedrückt, glänzend, fest, aus 6—7 
Umgängen bestehend, Mundsaum scharf und gerade. 


Genus Arion Fer. 


1. Arion (Lochea) rufus Lin. var. ater. 

Syn: Arion empiricorum Fér. 

Moq. Tand. П. p. 10 pl. 1 f. 20. 

Thier lang und schmal, vorne zugerundet, hinten stumpf, zugespitzt. Der ovale 
Mantel verhültnissmüssig kurz, fein gerunzelt, von dem gewölbten und stark gerunzelten 
Hinterleibe dureh eine seichte Furche getrennt. Farbe stahlschwarz. Kiefer hornbraun, 
mit ungeführ 12 Falten und 7 Zähnchen besetzt. Breite 3 millim. Schleim gelblich. 
Die Coneretionen, welche das Schild repräsentiren, klein, selten 1 millim. im Durchmesser. 

Länge des Thieres 10—12 centim. Breite 15 millim. 

Vorkommen: An feuchten und schattigen Orten, in Wäldern und Gärten. In 
ganz Nordböhmen gemein; findet sich auch in der Umgegend von Prag und Brandeis an 
d. Adler, aber nicht so häufig. 

Bemerkung. Trotz fleissigem Sammeln konnte ich von dieser Species keine andere 
Varietät als atra finden, bis mir während des Druckes eine andere von Dr. Frič 
mitgetheilt wurde, die ich hier folgen lasse: 

b) var. marginatus. Moq. Tand. (II. p. 10 pl. 1 f. 24). 
| Thier grob gerunzelt, schwarzbraun, am Rande von einem orang-farbigen Streifen 
emgefasst. 

Vorkommen: In ähnlichen Verhältnissen wie vorige. Viele Exemplare wurden an 
der „Wand“ bei Zuckmantel im nördlichen Böhmen gefunden. 


IV. 


Genus Zonites Montf. 


2.5 0nites verticillus РШ, „ Tab, 11,£..40, 41. 

Rossm. Icon. Bd. І.Н. 3 p. 2 f. 149. І. Pfeiffer. Mon. Hel. I. p. 127. 
Gehäuse niedergedrückt, gewölbt, weit genabelt, an der Oberseite rippenstreifig 
und durch feine Spiralstreifen gegittert, unten glatt, stark, glänzend, strohgelb bis schmutzig 
grünbraun, mit breiten ‚gelben Stvahlenfleeken, unten um den Nabel grünlich gelb. Um- 
gänge 7, die ersten scharf gekielt und ein gewölbtes Gewinde bildend, der letzte kaum 
noch eine Spur von einem Kiele tragend. Naht vertieft. Mündung mondförmig, Mund- 
saum scharf, einfach und gerade, innen mit einer breiten flachen Wulst belegt, 

Höhe 20 millim. Br. 30 millim. 

Vorkommen: Auf einem. sonnigen Abhange unter Steinen bei Brandeis a. d. Adler 
(Dr. Fric). 


Fam. Helicidae. 


Körper schlank, gerade oder in eine Spirale ausgezogen, welche dann stets vom 
Mantel und Gehäuse bedeckt ist. Fuss vom Körper abgesondert. Keine Schleimdrüse 
am Hintertheil des Körpers. Fühler 4, selten 2, das obere Paar stets grösser und 
Augen tragend. 

Schale spiral eingerollt, niedergedrückt, kugelig, konisch, spindelförmig bis 
cylindrisch, — oder auch nur als kleines Schildehen unter dem dann ebenfalls schild- 
formigen Mantel verborgen. 


Uebersicht der Gattungen. 


1. G. Limax. Thier nackt, schlank, vorne und hinten zugespitzt, Hinterleib gekielt. 
Mantel mittelmässig. Schild flach oder nur wenig concav, oval, concentrisch gestreift, vom 
Mantel bedeckt. Respirationsöffnung zur rechten Seite des hinteren Theiles des Mantels 
liegend, Kiefer weder gekerbt noch gezähnt, in zwei seitliche Flügel ausgezogen und 
mit einem vorderen Schnabel versehen. 

9. G. Vitrina. Thier schlank, nur theilweise von der Schale bedeckt, 4 Fühler, 
die unteren sehr kurz. Kiefer gebogen, vorne mit einem Schnabelzahn verschen. Schale 
leotrop, undurchbohrt, sehr zart, durchsichtig, wenig gewunden, letzter Umgang sehr 
überwiegend. Spindel spiral. Mündung gross, ausgezogen. Mundsaum scharf, gerade. 
3. Daudebardia. Thier dick, mit langem Vordertheile und kurzem Fusse. 4 
Fühler, das untere Paar sehr kurz (Rossmässler). Schale leotrop, durchbohrt, sehr zart, 
mit wenigen Umgängen, letzter Umgang sehr überwiegend. Spindel spiral. Mündung 
gross, quer erweitert, Mundsaum scharf, einfach, gerade. 

4. G. Suceinea. Das Thier ist diek und kann sich kaum in die Schale zurück- 
ziehen. Fühler 4, das untere Paar schr klein. Kiefer hufeisenfórmig. Schale leotrop, 
undurchbohrt, zart, durchsichtig, eifórmig, mit kurzem Gewinde und überwiegendem 
letzten Umgange, Mündung gross. Mundsaum scharf, gerade. 

5. G. Helix. Das Thier ist schlank und kann sich gänzlich in seine Schale 
zurückziehen. Fühler 4, die oberen länger und Augen tragend, die unteren mittelmässig- 
Kiefer gebogen, gekerbt und am Rande gezähnt. Fuss lang, Schale leotrop, kegelförmig, 
kugelig, niedergedrückt bis scheibenförmig, dünn oder diek. Letzter Umgang nicht stark 
überwiegend. Mündung mittelmässig. Mundsaum scharf, gelippt oder mit Zähnen besetzt, 
umgebogen oder gerade, die beiden Ränder gewöhnlich getrennt. 

6. G. Bulimus. Das Thier ist schlank und kann sich in seine Schale gänzlich 
zurückziehen. Vier dicke Fühler, die unteren sehr kurz. Kiefer wenig gebogen, sehr 
fein gestreift, und am Rande fein gekerbt (niemals so bedeutend wie bei Helix). Fuss 
lang und schmal. Schale leotrop oder seltener dexiotrop, eng oder gar nicht durehbohrt, 
eiförmig, gewöhnlich fest und durchscheinend. Letzter Umgang bei vielen überwiegend, 


IV. 91 


fast die Hälfte der Schale bildend. Mündung eiförmig, selten durch Zähne verengert. 


Mundsaum scharf, einfach, innen gelippt, etwas umgebogen. 

o G. Achatina. Das Thier ähnlich dem von Bulimus und Helix. Schale leotrop, 
zart gestreift, glänzend, ci- bis spindelförmig, durchscheinend, zart. Letzter Umgang 
gewöhnlich überwiegend, die Hälfte des ganzen Gehäuses bildend. Mündung spitzeiförmig. 
Mundsanm scharf, einfach und gerade, selten gelippt. 

8. G. Clausilia, Thier schlank, gänzlich in die Schale zurückziehbar. 4 Fühler, 
die unteren sehr stark. Kiefer vorne mehr oder weniger gestreift. Schale dexiotrop, selten 
leotrop, spindelförmig, geritzt, mit allmählig zunehmenden Umgängen, verlängertem Gewinde 
und nieht überwiegendem letzten Umgange. Mündung eiförmig, durch Lamellen verengt, wo- 
von zwei sich von der Spindel aus nach Innen fortsetzen, andere, doren Zahl nicht immer 
gleich ist, als Gaumenfalten sich den ersteren gegenüber innen au der Aussenwand hinzichen, 
endlich eine dicht unter der unteren Spindellamelle sich an die Spindel als Columellar- 
falte oder Spindelfalte dicht anschliesst. Eine den Gaumenfalten im innern des Schlundes 
quer gelegte, gebogene Falte, die Mondfalte, hilft dem Clausilium, einem an einem elasti- 
schen Sticle, der die Spindel begleitet, befestigten Querstück das Gehäuse zu schliessen, 
nachdem sieh das Thier in dasselbe zurückgezogen hat. Sonst tritt das Clausilium immer 
in eine eigens dazu angebrachte Versenkung zur Seite. Mundsaum gewöhnlich verdickt, 
auswärts gebogen. 

9. G. Pupa. Thier schlank, ganz in die Schale zurückziehbar. Fühler 4, die 
oberen eylindrisch, die unteren konisch und sehr kurz. Kiefer schwach gebogen. Schale 
leotrop, geritzt, eylindrisch, manchmal bauchig, selbst konisch, gewöhnlich stark, etwas 
durchscheinend, mit verlängertem Gewinde und nicht überwiegendem letzten Umgange. 
Die Spindel trägt weder ein Clausilium noch Lamellen. Mündung halboval oder herz- 
formig durch Zähne und Lamellen verengt. Mundsaum gewöhnlich mit einer breiten 
Wulst belegt. 

10. G. Vertigo. Thier kurz und gänzlich in seine Schale zurückziebbar. Fühler 
2, eylindrisch. Kiefer kaum gebogen, glatt. Schale klein, geritzt, dexiotrop oder leotrop, 
eylindrisch oder tonnenförmig mit kaum verlängertem Gewinde u. unmerklich überwiegendem 
letzten Umgange. Spindel ohne Lamellen oder Clausilium. Mündung halboval oder 
herzförmig, gewöhnlich durch Zähne verengt. Mundsaum mit einer breiten Wulst belegt. 


Genus Limax Linn. 


3. Limax (Amalia) marginatus Drap.. Tab. IV fridi 

Моц. Tando П. p. 21 pl. Ш. f. 4—17. 

Thier Jang und schmal, vorne abgestutzt, hinten in eine Spitze ausgehend, fein 
und unregelmässig gerunzelt. Mantel ziemlich gross, eiförmig, nach vorne verschmälert, 
durch eine seichte Querfurche getheilt, die vor der Respirationsöffnung liegt. Kiel sehr 
stark entwickelt, vom hinteren Mantelrand bis zur Endspitze sich ziehend, licht. Farbe 
des Thieres rothbrüunlieh. Der- ganze Rücken mit feinen, meist rundlichen, schwarzen 
Punkten besetzt; ausserdem schmelzen einige grössere zu Zwei longitudinalen breiten 
Bändern zusammen. Diese Bänder reichen aber nicht bis zum vorderen Rande des Man- 
tels. Kiefer brüunlich, 2 millim. breit, mit ziemlich starkem Schnabelzahn und starken 
Flügeln. Schleim weiss, dick. Fühler fein, etwas runzelig. Schild elliptisch, dünn, fein 
gestreift, überall gleich dick, etwas concav. 

Länge 4—6 centim, Breite 7—10 millim. 


Vorkommen: An schattigen und feuchten Orten, unter Steinen und in Mauer- 


ritzen, Im nördlichen Böhmen um Böhmisch-Kamnitz und  Tetschen. Kin schönes 
Exemplar von Prof, Qelakovsky am Rosenberge bei Tetschen gefunden. 

4. Limax (Eulimax) agrestis Lanne ib. TM edd iQ, 18: 

Moq. Tand IL p. 22 pl. П. f. 18--22, pl. ШІ. f. 1—2, 
T Thier lüinglieh, vorne breit oder gewölbt und abgestutzt, hinten zu einer feinen 
Spitze sich allmälig verschmälernd. Mantel oval, fein concentrisch gestreift, durch cine 


92 IV. 


ziemlich tiefe Furche vom Hinterleibe abgetheilt, Kiel schwach, nur an der Endspitze 
bemerkbar. Farbe röthlich. Mantel und Leib mit feinen dunkelbraunen Punkten und 
Strichen besáct. Mundpartie einfarbig. Kiefer schmal, seine Flügel spitzig, Schnabel- 
zahn stark, Kamm ziemlich breit, Schleim milchweiss, sich ziehend. Schild gross, zer- 
brechlich, oval, sehr fein gestreift und flach ausgehöhlt ; sein Wirbel verdickt, lang 5 
millim., breit 3'/,—4 millim. 

Länge des Thieres 2'/, centim., Breite 8 millim. 

Vorkommen: Unter Steinen, an alten Mauern und zwischen Gras an sehr feuchten 
und schattigen Orten, schr häufig im nördlichen Böhmen, bei Böhm.-Kamnitz, Tetschen, 
im Kummergebirge, bei Turnau und Melnik. 

5. Limax (Eulimax) arborum Bouch,-Chant. Tab. IV f. 4. 

Moq. Tand IL p. 24. 

Thier schlank, vorne gewólbt und allmülig zu einer scharfen Spitze sich ver- 
schmälernd, sehr fein runzelig oder vielmehr durch feine Längslinien gefurcht , die 
durch Nebenäste sich verbindend Sechsecke bilden, Mantel gross, vorne zugerundef, 
hinten in einem stumpfen Winkel endend, concentrisch gestreift. Farbe dunkelbraun mit 
einem Stich ins Bläuliche. Diese Grundfarbe wird am Hintertheile des Körpers durch 
gelblichweisse Punkte unterbrochen, welche gewöhnlich in longitudinaleu Linien angeordnet 
sind. An den Seiten übergeht die Grundfarbe ganz in die gelbliche. Die Grundfarbe 
des Mantels durch drei gelbliche Streifen in 4 Theile getheilt. Kiel nur an der End- 
spitze ausgesprochen, durch eine gelbliche breite Linie bezeichnet, die sich am Leibe 
bis zur Manteltrennungsfurche fortsctzt. 

Kiefer zi mlich stark, seine Flügel verdickt, Schnabelzahn abgerundet, ilamm 
verstrichen. Schleim dünn, weisslich. Schild eiförmig, 5 millim, lang, 3 '/, millim. breit. 
Sein Vorderrand abgestutz!, Hinterrand sehr verdickt. Unterseite gekerbt. 

Länge 5 centim. Breite 6—7 millim. 

Vorkommen: In ähnlichen Verhältnissen wie die vorige Art und ebenso häufig, 
vorzüglich im Kummergebirge, weniger bei Tetschen und Kamnitz, einzeln auch bei 
Reichenberg, 

Bem. Einzelne Exemplare verlieren die gelbliche Zeichnung so sehr, dass sie fast ein- 
farbig werden. 

6. Limax (Eulimax) cinereo-niger Wolf. Tab. IV f. 5. 

Syn: Limax maximus Linn. var. cinereo-niger. 

Moq Tand II. p. 29. 

a) Typische Form. 

Thier lang, vorne dick, sich allmälig bis zur Spitze verschmälernd, grob ge- 
runzelt. Mantel oval, gewölbt, regelmässig gestreift. Seine Länge beträgt das Drittel 
der ganzen Länge des Thieres. Farbe bläulich schwarz, an den Seiten aschgrau, Ein 
rothgelbes, ziemlich breites Band läuft längs der Mitte des Rückens und über den Kiel 
bis zur Spitze fort. Häufig wird die Grundfarbe durch gelbliche Punkte unterbrochen, 
welche zusammen zwei seitliche, unregelmässige Streifen bilden. Kiel stark von der 
Spitze bis zum zweiten Drittel des Leibes ausgesprochen. Kiefer breit, Flügel verdickt, 
Schnabelzahn gerundet, Kamm verstrichen. Schild länglich-eiförmig, dick, vorne abge- 
stutzt, stark gestreift. 

Länge 10—11 centim. Breite 6-—7 millim., 

b) var. luctuosa Moq. Tand. II. p. 80. 

Unterscheidet sich von der typischen Art nur durch grobe Runzelung, den Mangel 
des Rückenbandes und aller Punktirung, so dass nur der Kiel röthlich gefärbt ist. 

€) var. rufescens. Moq. Tand. (II p. 30) Thier schwach röthlich, Mantel aschgrau. 

Vorkommen: An schattigen und feuchten Orten im nördlichen Böhmen , nicht 
häufig bei Tetschen und Böhmisch-Kamnitz, sowie bei Prag. Die var. luctuosa kommt 
an denselben Orten vor, ist aber bei Prag überwiegend. 

Limax (Eulimax) unicolor Heyn. 

Ob das Exemplar, welches Dr. Celakovsky bei Tetschen fand, wirklich zu dieser 


IV. 93 


Art gehöre, oder ob es nur eine Farbenvarietät des Limax cinereo-niger ist, kann vor- 
läufie nicht gewiss entschieden werden, da eine hinreichende Menge fehlt, um es ausser 
Zweifel zu stellen. Ich bezeichne daher diese Art nur als zweifelhaft in Böhmen vor- 
kommend. 

Nach Heynemann (Malac. Blätter 1863 p. 203—204) unterscheidet sich L. uni- 
Color von L. einereoniger durch die einfarbige Fussohle und die feine Runzelung. Das 
hauptsächlichste Criterium liegt aber in der Zunge. Das vorliegende Exemplar bietet nun 
alle passenden Merkmale, nur dass die Fussohle nicht ganz weiss, sondern durch zwei 
Sehr schmale, graulich weisse Streifen eingefasst ist. Es kann demnach kein endgiltiges Urtheil 
gefällt werden, so lange es an hinreichendem Material zur Untersuchung der Zunge fehlt. 

Limax cinereus List. Ich führe diesen Namen hier an, um darauf auf- 
merksam zu machen, dass man dieses Thier in Böhmen finden könnte. Wenigstens fanden 
Sich Exemplare in der Kablikischen Sammlung mit der Angabe, dass sie aus dem Riesen- 
Sebirge stammen. 

Genus Vitrina Drap. 


7. Vitrina elongata Drap. Tab. IV. £..6—8. 

Syn: V. semilimax Fer. 

Mog. Tand. IT. p. 45 pl. VI. f. 1—4. Rossm. Icon. B. I, Н 1. p. 73 f£, 26, T. 
Pfeiffer. Mon. Hel. II. p. 495. 

Gehäuse ohrfórmig niedergedrückt, sehr quer erweitert, gelblich, zart und zer- 
brechlich, glänzend. Umgänge 1'/,, die Hälfte des zweiten Umgangs das ganze Gehäuse 
bildend, der erste Umgang punktfórmig. Mündung quer eiförmig —- erweitert. Mund- 
Saum gerade. Aussenrand vorgezogen. Spindelrand häutie. 

H. 1'/,—2 millim. Br. 4—5 millim. 

Vorkommen: Unter. feuchtem Laub und Moos in der Nähe von Wasser. Am 
Fusse des Kozel bei Böhm.-Leipa. Sehr selten. 

8, Vitrina diaphana- Drap. Tab. ТҮ fuse 

Moq. Tand II. p. 46 pl. VI. f. 5—8.  Rossm. Icon. B. I. H. 1. ETE E д7), 

L. Pfeiffer Mon. Hel П. p. 494. 
: Gehäuse niedergedrückt, quer erweitert, grünlich, zart und zerbrechlich, glänzend, 
äusserst fein und regelmässig gestreift. Umgänge zwei, der letzte fast das ganze Gehäuse 
bildend, ersterer als Gewinde klein und flach. Mündung quer eiförmig, erweitert. Mund- 
Saum scharf. Aussenrand hervorgezogen, Innenrand ausgeschweift, hüutig. 

H. 2—5 millim. Br. 6—7 millim. 

Vorkommen: Im gebirgigen Theile Nordböhmens, unter Steinen an sehr feuchten 
Stellen, nicht häufig; am Ufer des Bolzen unweit Bensen, am Wüstenschloss bei Böhn.- 
Kamnitz. Unter circa 20 Exemplaren, welche Dr. Frič hier sammelte, fanden sich auch 
2 Exemplare der folgenden. 

9. Vitrina pellucida Drap. Tab. IV f 12 —14. 

* Rossm. Icon. Bd. I. Н, 1. p. 74.f. Мод. fand p. 52 pl. VI. f. 33—36. L. 
Pfeiffer Mon. Hel. II. p. 492. 

Gehäuse niedergedrückt kugelig, zart und dünn, sehr fein gestreift, erünlich. 
Umgänge 3-—31/,, der letzte sehr gross. Mündung gerundet mondförmig, sehr wenig von 
der Mündungswand ausgeschnitten. Aeusserer Rand vorgezogen, Spindelrand nicht häutig, 
nicht ausgeschweift. 

Höhe 2'/, —3'/, milim. Br. 5—6 millim. 

` Vorkommen: In ähnlichen Verhältnissen wie Vorige, am Wüstenschloss bei 
Bóhm,-Kamnitz (Dr. Frič), am Kozel bei Bóhm.-Leipa, im östlichen Böhmen bei Brandeis 
% d. A., und bei Prag. 
Genus Daudebardia Hartm. 

10. Daudebardia rufa Drap. Tab. IV f. 15—17. 

Rossm. Icon. В. I. H. I. p. 85 f. 39 (nicht 40, wie es fehlerhaft bei der Dia- 
Snose und in der Tafel steht). L. Pfeiffer. Mon. Hel. II. p. 490. 

Gehüuse eng durchbohrt, niedergedrückt, etwas gewölbt, quer erweitert, fein ge- 


94 IV. 


streift, zart, zerbrechlich, durchsichtig, glänzend, rothbraun, Umgänge 3, durch cine 
seichte Naht verbunden, ziemlich regelmässig zunehmend, der letzte erweitert, niederge- 
drückt, die zwei ersten ein wenig gewölbtes, stumpfes, ziemlich breites Gewinde bildend. 
Mündung quer verlängert, eifórmig. Mundsaum scharf, gerade. H. 1Y, millim. Br. 
5 millim. Г 

Vorkommen: Ich fand diese niedliche Sehnecke an Gehäusen von Phryganeen- 
larven klebend, die mir aus einer Quelle mit Exemplaren von Paludinella. austriaca ge- 
bracht wurden. Die Schale musste offenbar aus den nahe liegenden Wäldern angeschwemmt 
werden.  Böhm.-Trübau. 


Genus Succinea Drap. 


Il. SUGOLIGRM DILIIS LU EaD. L fa 1, 2 

Syn: S, amphibia Drap. 

Мод, Tand. II. p. 55 pl. VIL f. 15. ' Rossm. Icon. B. IL Н. 1. p. 91 f. 49 
L. Pfeifier, Моп, Hel, IL p. 5019. 

Gehäuse eifórmig, aufgetrieben, dünn und durchsichtig, fein und unregelmüssig 
gestreift, fettelànzend, gelblich bis rothgelb. Umgänge 3, durch eine schwache Naht ver- 
bunden, der letzte sehr bauchig und grósstentheils die Schale bildend. Mündung gross, 
oval, parallel zur Axe des Gehäuses, "/, der Höhe der ganzen Schale betragend. Mund- 
saum scharf, gerade. 

Н. 17—26 millim. Br. 9—12 millim, 

Vorkommen: Findet sich immer in der Nühe von Wasser, an sehr feuchten 
Orten, nassen Wiesen, an den Ufern der Bäche und Flüsse, an Wasserpflanzen und 
Weidensträuchen umherkriechend. Sehr häufig im nördlichen Böhmen, vorzugsweise aul 
dem Kreideterrain um Tetschen, Liebwerda, Böhm.- Kamnitz, Wernstadt, Sandau, Tarnau 
u. a. O. Einzelne Exemplare giebt es auch um Prag. Desgleichen wurde sie bei Melnik 
und im westlichen Böhmen gefunden. 

Bem. Das Irisieren der inneren Fläche scheint nicht ausschliesslich der Succinea Pfeiffer) 
anzugchören, denn ich besitze Exemplare, die den Typus der 8. putris nicht ver- 
kennen lassen, und doch sehr stark irisieren. 

9 


1297 Succinea Pfeiffer] Rossm. Tab, I: f. 8, 4, 

Мод. Tana. П. p. 59 pl. ҮП. f. 8—31. Rossm. Icon. D. I. H. 1. p. 92 f. 46 
L. Pfeiffer Mon. Hel. П. p. 514. 

Gehäuse verlängert eiförmig, nicht, aufgetrieben, ziemlich fest, dünn, durchschei- 
nend, fein gestreift, glänzend, etwas rothgelb. 3 etwas bauchige Umgänge, von denen 
der letzte nieht so überwiegend ist wie bei der vorigen Art, Naht vertieft. Mündung 
gross, spitz-eirund, schief zur Axe des Gehäuses, oberer Winkel spitzig. Länge der Mün- 
dung beinahe u? der Länge des Gehäuses, 1 

H. 13 millim. Br. 6. millim. 

Vorkommen: Weit seltener als die vorige Art. In grösserer Anzahl traf ich sie 
am Ufer des Baches, der sich gegen  Wernstadt wendet, an Wasserpflanzen sitzend. 
Ausserdem fand. ich immer nur einzelne Exemplare mit der Vorigen an den oben 807 
nannten Orten. Im östlichen Böhmen ist sie bei Leitomyschl häufig. 
Bem. Diese Schnecke liebt so sehr das Wasser, dass sie nicht selten auf der Ober- 
fläche der Teiche schwimmend, oder in fliessenden Gewässern auf Steinen sitzend 
gefunden wurde. Die innere Fläche des Gehäuses ist schwach irisierend. 


18. Succinea oblonga Drap." Tab. I. 55, 6. 

Mon, Tand. IL p. 61 pl. VII. f, 32—33. Rossm, Icon. B. I, НВ 95° f. AT. 
L. Pfeiffer. Mon. Hel. II. p. 516. 

Gehäuse spitz-eiförmig, etwas aufgetrieben, zart und durchsichtig, sehr fein gen 
streift, hellgelb, etwas. glänzend. 3 !/, -—Abauchig aufgetriebene Umgänge. Naht sehr tiel. 
Letzter Umgang nicht sehr überwiegend. Mündung etwas über die Hälfte 
Gehäuses, oval, schief zur grossen Axe, oberer Winkel ziemlich scharf. 


des ganzen 


| 


ТҮ. 95 


H. 7 mill. Br. 4 millim. 

Vorkommen: Diese sehr schöne Schnecke konnte ich trotz der grössten Auf- 
merksamkeit bisher nur an einem einzigen Orte auffinden, u. zw. nahe der Stephansüber- 
fuhr bei Obristvi, wo sie in Gesellschaft mit Hel. nitida Müll. (lucida Drap.) u. Suceinea 
putris an Grashalmen und niederen Gebüschen vorzüglich an feuchten Stellen umherkroch. 
Ihr nicht seltenes Vorkommen in den Torflagern von Byschitaz ist eine Eigenthümlichkeit 
der Alluvialanschwemmungnn, die in der Diluvialperiode ebenfalls vorkam. 


Genus Helix Linn. Drap. 


14. Helix (Helicogena) pomatia Linn. Tab. I. f..7, 8. 

Mog. Tand..IL p..179 pl. XIV... LH: Rossm,; Icon. Bida He Lp, 54, 1.3, 
L. Pfeiffer Mon. Hel. I. p. 234. 

a) Typische Form. 

Gehäuse spitz-kugelig, bedeckt durchbohrt, stark, etwas durchscheinend, stark u. 
unregelmässig gestreift und mit sehr feinen Spirallinien umzogen , die auf dem letzten 


Umgange sehr unregelmässig werden und fast verschwinden, briianlich, ohne Band oder 


mit 1—5 Bändern, welche aber selten stark markiert sind. Mündung rundlich-eirund, 
etwas ausgeschnitten. Mundsaum verdickt, etwas bräunlich, wenig nach aussen gebogen. 
Spindelrand erweitert und den Nabel bedeckend ohne ihn ganz zu verschliessen. 

H. 35—45 millim. Вг. 85—45 millim. 

b) var. sinistrorsa Linn. 

Syn: Hel. pomaria Müll. Rossm. Icon. В. I. H. I. p. 55 f. 2. 

Gehüuse dexiotrop. Selten. 

€) var. scalaris Linn. 

Gehäuse frei gewunden, in eine thurmförmige Spirale ausgezogen. Sehr selten. 
; Vorkommen: Sehr verbreitet, an einzeluen Orten in überaus grosser Menge ge- 
funden, doch mancherorts auch nur vereinzelt; bei Tetschen, Böhm.-Kamnitz, Wernstadt, 
Böhm.-Leipa, Reichenberg, Turnau, Teplitz, Reichstadt, Leitmeritz, Laun, Jungbunzlau, 
Brandeis, Prag u. a. O. 

Die beiden var. sinistrorsa und scalaris befinden sich schon seit längerer Zeit in 
den Museumsammlungen mit der Angabe, dass sie aus Böhmen stammen. Die letztere 
wurde durch Hrn. Hackel in Leitmeritz eingeschickt. 

15. Helix (Arianta) arbustorum Lin. Tab. I. f. 9—11. 

Moq. Tand. П. p. 123 pl. XI. f. 1—4. Rossm. Icon. D. І. Н, I. p. 56 f. 4. L. 
Pfeiffer Mon. Hel. I. p. 339. 

a) Typische Form. 

Gehäuse bedeckt durchbohrt, kugelig, spärlich quer gestreift und sehr fein, be- 
sonders am Gewinde, spiralstreifig, glänzend, mit mehr oder weniger vorwiegender kastanien- 
brauner Grundfarbe, dunkelbraunem Bande, das auf der Mitte der Umgänge läuft, und 
Mit strohgelben Strichen, welche oft in Spiralreihen stehen, bedeckt. Diese Färbung ist 
aber vorzugsweise am letzten und vorletzten Umgange ausgesprochen. Das stumpfe Ge- 
Winde ist einfarbig. Umgänge 6, Naht mittelmässig, am Ende niedergedrückt, gewöhnlich 
aber durch den Mundsaum etwas wiedergehoben. Mündung gerundet mondförmig, Mund- 
‘dum zurückgeschlagen, mit einer milchweissen Lippe belegt, aussen schmutzig gelb ge- 
säumt. Der enge Nabel durch eine Erweiterung des Spindelrandes bis auf eine Ritze 
verschlossen, 

H. 18—20 millim. Br. 18—28 millim. 

b) var. luctuosa. Farbe tief dunkelbraun, Band schwarzbraun, Zeichnung fast 
verschwunden, Mundsaum, Mündung und Schlund schwach bräunlich. 

: €) var. alpestris? Gehäuse merklich kleiner und gedrückter als die typische 
Form. Farbe braunroth, gross gefleckt. 

Vorkommen: In gebirgigen Gegenden des ganzen Dóhmen verbreitet, aber nicht 

an vielen Orten und nicht gemein. Am Fusse alter Mauern, unter Gestrüppe, in Gräben 


96 IV. 


und Hecken findet man sie, wo hinreichender Schatten und Feuchtigkeit herrscht. Um 

Tetschen, am Mileschauer, am Mileschauer, am Bössig, um Melnik, Brandeis a. d. Elbe. 

im Böhmerwalde an mehreren Orten. var. luctuosa bei Nuénitz in der Umgebung von 

Raudnitz. var. alpestris. Im Böhmerwalde um Bergreichenstein, von Hrn. Séda gebracht. 

16. Helix (Tachea) hortensis Müll. Tab. I f. 12—16. 

Мод. Тапа. П. p. 167 pl. ХШ. f. 7—9. Rossm. Icon. В. L, Н. I. p. 59 f. 6. 
L. Pfeiffer Mon. Hel. I. p. 277. 

a) Typische Form. 

Gehäuse undurchbohrt, kugelig, schwach und unregelmässig gestreift und daher 
glänzend, eitronengelb bis rothbraun mit oder ohne Bänder. Umgänge 5, durch eine 
seichte Naht verbunden, welche zu Ende stark herabgekrümmt ist. Mündung eckig mond- 
förmig, dreiseitig, Mundsaum in der Regel weiss, mit einer starken Lippe belegt. Aussen- 
‘апа zurückgebogen. 

H. 18 millim. Br. 22 millim. 

b) var. minor. Gehäuse kleiner, meist mit 5 Bändern oder als Blendling. 

с) var. fuseolabiata. Gehäuse kleiner, ohne Bänder, gelb oder rothbraun. 
Mundsaum dunkelbraun gefärbt. 

Vorkommen: Nicht sehr verbreitet, aber wo anzutreffen, immer in grössere! 
Anzahl. Die häufigsten Schalen sind gelbe Blendlinge von typischer Form und Grösse. 
In Gräben und Hecken, unter Steinen und an alten Mauern um Tetschen, Böhm.-Kamnit? 
und Turnau. Einzelne Exemplare im Böhmerwalde. Sparsamer findet sich an den ge- 
nannten Orten die bebänderte Form. Var. minor an der Kirehhofmauer in Böhmisch- 
Leipa und bei Turnau. Var. fuscolabiata mit der vorigen bei Böhm. Leipa, die rothen 
Blendlinge um Christophgrund bei Reichenberg und um Pardubitz. Am Mileschauer fand 
ich Exemplare, bei denen die 5 Bänder in ein einziges, jedoch nicht an allen Stellen 
gleich intensiv gefürbtes Band zusammengeschmolzen waren. 

Bem. Diese Art ist nicht zu verwechseln mit der sehr verwandten Tel. nemoralis L^ 
die jedoch bisher noch nicht in Böhmen gefunden wurde. Sie ist stets kleiner 
und gedrückter als Hel, nemoralis, ihr Mundsaum ist selten braun gefärbt, die 
Mündungswand aber nie, selbst bei den Varietäten mit braungefürbtem Mundsaum. 
Ausserdem geschieht der Uebergang des zurückgebogenen Aussenrandes in den wul- 
stigen Innenrand immer in einem schärfer ausgesproehenen Winkel. 

17. Helix (Tachea) austriaca Mühlf, Tab. I f. 17, 18. 

Rossm. Icon D. I, IT. IL. p 60 f, 7. L. Pfeiffer Mon. Hel. I p. 276. 

Gehäuse bedeckt durchbohrt, kugeliger als bei voriger Art, stark, durchscheinend, 
regelmässig gestreift, glänzend, weiss oder gelblich, häufig auch schön bräunlich-strohgelb 
mit meist fünf braunen Bändern. Umgänge fünf, Naht seicht, am Ende stark herabge- 
bogen. Mundsaum äusserlich weiss, innerlich braun und mit einer helleren Lippe belegt. 
Aussenrand zurückgebogen, Innenrand den Nabel vollständig bedeckend. 

Höhe 20 millim, "Br. 23 millim. 

Vorkommen: Meist in gebirgigen Gegenden, auf Pflanzen und niedrigen Gesträu- 
chern im Leitmeritzer Kreise verbreitet, um Prag bildet sie mit Hel. obvia die zwei 
gemeinsten Arten von Helices. 

18. Helix (Acanthinula) aculeata Müll. Tab. I. f. 19, 20. f 

Moq. Tand. П. p. 189 pl. XV. f. 5—9 Rossm. Icon. B. IL, Н. VIL р. 38 f. 
536 L. Pfeiffer Mon. Hel. I. p. 50. 

Gehäuse winzig, ziemlich breit  durchbohrt, konisch-kugelig, dünn und durch: 
sichtig, hornbraun, durch häutige Lamellen gerippt und durch häutige Fortsätze, welche 
aus der Mitte jeder Lamelle ihren Ursprung nehmen, stachelig. Umgänge 4, durch eine 
tiefe Naht verbunden. Mündung fast rund, nur sehr wenig von der Mündungswand aus- 
geschnitten. Mundsaum zurückgebogen. 

Höhe 1'/,—2 millim. Br. 2 millim. 

Vorkommen: Nur an zwei Orten fand ich diese schöne Species, einmal unter 
dem Borenberge bei Bilin in Gesellschaft mit Vertiginen und Carychien und das zweitemal 


IV. 97 


in der Anschwemmung, die sich am Fusse der östlichen Wand des Josephsthales bei 

Jungbunzlau bildete, in Gesellschaft von Clausilien, Pupen und Cioncllen. 

: Trotz der grössten Aufmerksamkeit wollte es mir nicht gelingen, selbe in ähn- 

lichen Anschwemmungen der Umgegend aufzufinden, so dass dieselbe nun noch zu den 

Seltensten Schnecken Böhmens gehört. 

19. Helix (Hygromanes) fruticum Drap. Tab. I. f. 21, 22. 

Мод. Tand. П. p. 196 pl. XVI. f. 1—4. Rossm. Icon. B. I. Н. I. p. 61. f. 8. 

L. Pfeiffer. Mon. Hel. I. p." 195] 

a) Typische Form. 

e Gehäuse kugelig, breit und bis zur Spitze durchbohrt, fein quer und noch weit 

feiner spiralstreifig, wenig glänzend. Umgänge 5—6, durch eine tiefe Naht verbunden, 

die am Ende entweder gar nicht oder wenig herabsteigt. Farbe weissgelb bis braun- 

Toth, selten ist ein braunes Band vorhanden. Mündung gerundet mondförmig, zuweilen 

Schwach winkelig, Mundsaum zurückgebogen und mit einer sehr schwachen Lippe belegt. 

Höhe 17 millim. Br. 20 millim. 

b) Var. turfica. Gehäuse kleiner, Gewinde konisch, Farbe licht braunroth, ein 
Band ist vorhanden oder fehlt. 

Höhe 13 millim. Br. 19 millim. 

А Vorkommen: In Gebirgen und Ebenen, in Gärten, Hecken und Wäldern, auf 

Pflanzen sitzend- oder unter Steinen und Gebüschen bei Tetschen, Böhm.-Leipa, Leitmeritz, 

Bilin, Turnau, Jungbunzlau, seltener um Prag. 

Var. turfica fand ich auf dem Torfterrain bei Byschitz, jedoch nur leere Schalen. 

20. Helix (Hygromanes) incarnata Müll. Tab. I. f. 23, 24. 

Moq. Tand. II. p. 199 pl. XVI. f. 5—8. Rossm. Icon. B. I, H. I. p. 62. f. 10. 
^ Pfeiffer. Mon, Hel. I. p. 138. 

Gehüuse durchbohrt, gedrückt kugelig, dünn und durchscheinend, sehr wenig 
Sestreift, fein gekörnt, daher matt glänzend. Umgänge 6, der letzte schwach gekielt. 
Naht. Stark bezeichnet. Farbe hell- bis rothbraun, Kiel weisslich. . Mündung eimond- 
fórmig, durch die Mündungswand stark ausgeschnitten, und häufig durch eine An- 
Schwellung der Lippe des Innenrandes etwas verengert. Mundsaum zurückgeschlagen, 
en engen Nabel halbbedeckend , braunroth und mit einer hellen ziemlich starken 
Lippe belegt. 

Höhe 9 millim. Br. 13—15 millim. 

i Vorkommen: Auf Abhängen, in Hecken und Wäldern bei Liebenau und in der 

Umgegend, bei Brandeis a. d. A., im Böhmerwalde; ausserdem nur einzelne Exemplare 

An verschiedenen Orten, die meisten in der Umgebung Prags. 

»emerkung. Diese Art ist nächst der folgenden für Böhmen die Repräsentantin 
einer grossen Gruppe sehr ähnlicher Formen, wohin namentlich Hel. carthusiana, 
carthusiavella u. a. gehören. Alle diese Formen finden sich aber nur in süd- 
licheren Gegenden, H. carthusianella schon in Nieder-Oesterreich. 

Ganz frische Exemplare sind, wie Rossmässler bemerkt, glanzlos, was von einer 

Bedeckung mit ganz feinen Schüppehen herrührt. 

Die Schüppchen werden vorzugsweise dann bemerkbar, wenn man, um sie glän- 

zender zu machen, die Schale leicht mit Oel benetzt. 

21. Helix (Hygromanes) vicina Rossm. ‘Tab. I, f. 25, 26. 

Rossm. Icon. Bd. IL H. XI. p. 3. f. 689. L. Pfeiffer. Mon. Hel. I. p. 139, 

Gehäuse gedrückt bis konisch-kugelig, bedeckt durchbohrt, schwach гоо 

elche Farbe auf der Unterseite zu einer licht gelblichen wird, sehr fein gestreif- 

und dicht gekörnt, wenig glänzend, durchsichtig, zart. Auf der Wölbung des letzten 
| Mganges ein lichtes Band. Die sechs ziemlich gewölbten, ein konisches Gewinde 
| bildenden Umgänge nehmen allmälig zu und sind durch eine tiefe Naht verbunden. 
` ündung breit, schiefmondförmig. Mundsaum scharf, zurückgeschlagen, den Nabel günz- 

ich verschliessend, innen mit einer weissen nicht zu starken Lippe belegt, welche nach 
| ussen durch einen gelblichweissen Streifen bezeichnet ist. 


I 


braun, w 


d 


98 IV. 


Höhe 11 millim. Br. 14 millim, 

Vorkommen: In feuchten, schattigen Hölzerpartien; ich sah sie in dem Klopot- 
Walde bei Brandeis a. d. Adler in Gesellschaft von Hel. incarnata, an jungen Büumchen 
und Grashalmen heramkriechen. Ein anderer Fundort ist mir von Böhmen nicht һе 
kannt. Die Originale zu Rossmässlers Diagnose wurden in den Karpaten gefunden. ES 
wäre diess also die zweite Spezies, welehe Böhmen mit den Karpaten und Galizien über- 
haupt gemeinschaftlich hätte (die erste Art ist Hel. faustina). 

Bemerkung: Auf den ersten Anblick könnte man versucht sein, diese Form für eine 
Varietät von Hel. incarnata zu halten. Es widerspricht dem aber die mehr 
konische Form, gröbere, obzwar im ganzen gleiche Structur, schwächere Lippe und 
der stets bedeckte Nabel, so wie der Umstand, dass ich sie mit Hel. incarnata oft 
auf einem und demselben Blatte fand. Im Ganzen muss man sie daher als eine 
gute Art berücksichtigen. 

22. Helix (Zenobia) strigella Drap. | Tab. I, f. 27, 28. 

Мод. Tand. П, p. 204 pl. XVI. f. 14—17.  Rossm. Icon. В. I. Н. I. p. 61. 
Lo L. Pfeiffer, Mon. Hel. I. p. 142. 

Gehäuse gedrückt kugelig, breit und vollständig durchbohrt, ziemlich stark, quer 
gestreift, von hellbrauner Farbe, mit einem weissen Bande auf der Mitte des letzten 
Umgangs. Umgänge 6, Naht tief und am Ende sehr herabgebogen. Mündung gerundet 
mondförmig. Mundsaum zurückgebogen, mit einer schwachen häufig kaum angedeuteten 
Lippe belegt. 

Höhe 8'5 millim. Br. 14 millim. ; 

Vorkommen: In gebirgigen Gegenden, unter niedrigem Gebüsch und Steinen bei 
Bilin, Leitmeritz, Liebenau, am Bezdez und dem Mileschauer. Nicht selten an den Ab- 
hängen des Prokopithales bei Prag. 

Bemerkung: Diese Art könnte vorzüglich mit der kleinen Varietät von Hel. fru- 
ticam verwechselt werden, ist aber hinlinglich durch folgende Merkmale davon 
unterschieden. 

Das Gehäuse ist mehr niedergedrückt als bei Hel. fruticum, die beiden Mund- 
ränder mehr genähert, Mündung mehr gerundet, und die Naht am Ende stark herab- 
gebogen. 
Der grösste Unterschied liegt aber in der Sculptur, denn frische Exemplare 
von Hel. strigella sind weich behaart, und an abgeriebenen Exemplaren bemerkt man 
nie die feinen Spirallinien, durch welche Hel, fraticum so gut markiert ist. 

23. Helix (Zenobia) umbrosa Partsch. Tab. I, f. 29, 30. 

Rossm. Icon. В. І. H. I. p. 64. f. 13. L. Pfeiffer Mon. Hel. I. p. 144. 

Gehäuse niedergedrückt, weit und bis zur Spitze durchbohrt, dünn und durch- 
sichtig, mit feinen Querlinien bedeckt, zwischen welchen sich noch feinere Wellenlinien 
bewegen, wodurch die Oberfläche fein gekörnt und fett glänzend erscheint. Farbe blass“ 
gelb bis blassbraun. Umgänge 5 durch eine tiefe Naht vereinigt, die sich am Ende 
stark herabbeugt. 

Letzter Umgang schwach gekielt, der Kiel durch eine hellere Farbe bezeichnet. 
Mündung gerundet mondförmig bis quereirund. Mundsaum dünn, scharf und zurückge- 
schlagen, Mundründer einander genühert. 

Höhe 6 millim. Br. 11 millim. 

Vorkommen: An alten Mauern, unter Steinen und Pflanzen an schattigen Orten 
selten bei Tetschen. 

Bemerkung: Die bóhmischen Exemplare sind stets kleiner als südlichere. 


24. Helix (Zenobia) hispida Lin. Tab. П, 3, 4. 

Moq. Tand. П. p. 224 pl. XVII. f. 14—16. Rossm. Icon. Bd. П. Н. VIL. p. 2. 
f. 426—27. L. Pfeiffer. Mon. Hel. I. p. 148. 

Gehäuse weit genabelt, niedergedrückt, fein und zierlich gestreift, und mit dicht 
kurzen Hürchen besetzt, zart, durchscheinend, wenig glänzend, hellrotb braun ode: 


en 


IV. 99 


hornbraun. Umgänge 6, die ersten ein convexes Gewinde bildend, der letzte schwach 
Sekielt. Naht ziemlich tief. Mündung breit mondförmig. Mundsaum scharf, zurückge- 
bogen, innen mit einer schwachen weissen Wulst belegt, die aber am Unterrande zu einer 
deutlichen, schönen Lippe wird. Die Kehrseite der Wulst, so wie der Kiel sind weiss 
bezeichnet, 

Höhe 4—6 millim. Dr. 6—-10 millim. 

Vorkommen: Im Grase, unter Moos und Laub an feuchten Orten, schattigen 
Abhängen, am Ufer von Gewässern. Sehr verbreitet im nördlichen Böhmen, doch nicht 
zahlreich. : Die typische Form findet sich um Leitmeritz, Turnau, Liebenan, Böhmisch- 
Kamnitz, Prag. Bei Tetschen und am Ufer des Bolzen bei Bensen kommt eine kleinere 
Form vor. 

25. Helixisericea Drap. Tab. II f. 14:2. 

Мод: Tande Шор 219 pl OR VIE tL 6—7. "Rossm. Icon: ВЕЕ 8j ps5 
f. 428—429. L. Pfeiffer. Mon. Hel. I. p. 145. 

Gehäuse ziemlich weit durchbohrt, gedrückt kugelig, sehr fein gestreift und 
dicht behaart, wenig glänzend, fest, durehscheinend hornbraun. Umgänge D, wenig ge- 
wólbt, der letzte manchmal gekielt, und dann ist der Kiel weiss bezeichnet. Naht ver- 
tieft. Mündung gerundet mondförmig. Mundsaum scharf, wenig erweitert, am Spindel- 
rande umgebogen, selten innen mit einer schwachen, weissen Lippe belegt. 

Höhe 4—6 millim. Br. 6—9 milim. 

Vorkommen: In Hecken, unter Gebüschen und Lanb. Scheint in Böhmen selten 
Vorzukommen, mir kam sie nur einmal zu Gesichte, und zwar in Byschitz, wo ich einige 
Exemplare unter altem Laub fand. 

26. Helix (Helicella) costulata Zgl. Tab. II f. 5, 6. 

Syn: Н. conspurcata Drap. var. costulata. Мод. Tand. II. p. 287. pl. XVIII. f. 516. 

ROEM, leony B. Lh. B. Vo DouED. d 5080008 Morten Vous НӨ Tr LAR, 

Gehäuse klein, genabelt, gedrückt kugelig, gerippt, fest, kalkig, gelblich, jedoch 
Selten einfarbig, sondern meist mit 1—5 dunkelbraunen bald umgrünzten, bald zer- 
flossenen Bändern gezeichnet. Umgänge 4—5, gewölbt, rundlich, durch eine tiefe Naht, 
verbunden, Gewinde stumpf. Mündung gerundet mondförmig, etwas ausgeschnitten, 
Mundsaum scharf, einfach und gerade, selten im Innern mit einer schwachen Lippe. be- 
legt, Nabel nicht weit, durchgehend. 

Höhe 3—5 milim. Br. 5—8 millim. 

Vorkommen: Auf sonnigen, kahlen Abhängen bei Randnitz und Josephsthal, bei 
Prag im Moldauthale und bei Prerov. 

27. Helix (Helicella) obvia Hartm: Tab. II f. 7, 8. 

L. Pfeiffer. Mon. Hel. I. p. 162. 

a) Typische Form. 

Gehäuse weit und durchgängig genabelt, niedergedrückt, fein gestreift, fest, 
kalkig, weiss oder gelblich mit mehreren, häufig unterbrochenen dunkelbraunen Bändern, 
die gewöhnlich durchscheinend sind. Umgänge 5, gewölbt, durch eine ziemlich be- 
zeichnete Naht verbunden, der letzte cylindrisch, die ersten ein sehr flaches Gewinde 
Чеп. Mündung gerundet mondförmig, stark ausgeschuitten. Mundsaum scharf, cin- 
fach und gerade, nach Innen manchmal mit einer weissen, breiten und flachen Lippe belegt. 

Höhe 5—7 millim. Br. 14—16 millim. 

b) var. alba. Farbe weiss; Bänder, wenn vorhanden, sind farblos und unter- 

Scheiden sich von der Schale nur vermöge ihrer Durchsichtigkeit. 
d Vorkommen: An sonnigen Wiesen und Abhiingen auf Steinen und Pflanzen 
Sitzend, sehr gemein um Bilin, Laun, Melnik, Leitmeritz, Prag, Ausserdem ist sie in 
Seringeror Anzahl im nördlichen Böhmen, bei Tetschen und Böhm.-Kamnitz | verbreitet. 
Var. alba kommt, mit der typischen Form zusammen vor, ist aber selten. 

28. Helix (Helicella) ericetorum. Drap. Tab. П f. 9, 10. 

Moq: Tand. II. p. 252: pl. XVIIL f. 80-83. — pl XIX. f. 1-3. 


ifa 


100 IV. 


Rossm. Icon. B. I. H. I. p. 67. f. 17, B. II. H. VIL p. 33. f. 517. 

L. Pfeiffer Mon. Hel. I. p. 163. 

Gehäuse weit und durchgängig genabelt, niedergedrückt, fein gestreift, fest, 
kalkig, weiss oder gelblich, einfarbig oder mit mehreren gelben bis dunkelbraunen Bändern 
geziert, Umgänge 5—6, gewölbt, fast stielrund, durch eine tiefe Naht verbunden, der 
letzte am Ende etwas herabgebogen, die ersten ein flaches oder nur wenig erhobenes 
Gewinde bildend. Mündung gerundet, weniger ausgeschnitten als bei Voriger. Mund- 
saum scharf, gerade oder wenig nach auswärts gebogen, nach Innen mit einer schwachen 
Lippe belegt. Die beiden Mundränder einander genähert. 

Höhe 9 millim. Br. 17 millim. j 

Vorkommen: Unter denselben Verhältnissen wie die Vorige. Aus Böhmen ist 
sie nur von einem Orte bekannt, und zwar vom Berge Rohosec bei Leitmeritz, woher 
sie Dr. Frié brachte. 

29. Helix (Campylaea) faustina Zel. Tab II f, 11, 12. 

Rossm. Icon. B. IH. 2 p. 4 f. 93 L. Pfeiffer. Mon. Hel. I p. 359. 

Gehäuse weit durchbohrt, niedergedrückt, oben und unten gleichmässig gewölbt, 
sehr fein gestreift, glänzend, fest, durchscheinend, rothbraun, mit einem scharf bezeichneten, 
dunkelbraunen Bande, das gewöhnlich in einem breiteren Streifen von gelber Farbe liegt. 
Desgleichen ist die Nabelgegend heller gefärbt. Die 5 Umgänge, die ein ziemlich flaches 
Gewinde bilden, sind durch eine mittelmässige Naht verbunden, die am Ende etwas 
herabgebogen ist. Der letzte Umgang vorzüglich an der Mündung schnell erweitert. 
Mündung gerundet mondförmig, schief, stark ausgeschnitten, Mundsaum scharf, zurück- 


gebogen, mit einer schwachen licht fleischfarbenen Lippe belegt u. erscheint durch: 


Fortsetzung des Bandes braun gefleckt. Mundriinder einander ziemlich genähert. Nabel 
weit und durchgehend. 

Höhe 11 millim. Br. 19 millim. 4 

Vorkommen: Brandejs a. d. Adler. Mir von Hr. Dr. Frič mitgetheilt, der sie 
auf einem sonnigen Abhange in Gesellschaft von Olausilien (ornata, plicata, biplicata, lauri- 
nata), Zonites verticillus, Helix personata und Cobresiana fand. 

30. Helix (Lucena) pulchella Müll. Tab. II f. 13—15. 

Moq. Tand. П p. 240 pl. f. 28—34. Rossm. Icon. Bd. П. Н. VIL, VIII. p. 5 f. 440, 
L. Peiffer Mon. Hel. I р. 365. 

Gehäuse sehr klein, niedergedrückt, weit genabelt, gelblich (nach Müller wenn e$ 
das lebende Thier enthält), sonst grauweiss. Umgänge 34, durch eine tiefe Naht verbunden, 
ziemlich rundlich, der letzte besonders an seinem Ende zunehmend. Naht am Ende tie 
herabgebeugt. Mündung gerundet, wenig ausgeschnitten ; Mundsaum zurückgebogen, mit 
einer starken, weissen Lippe belegt. 

Höhe 1—1 Br. 14—3, 

A. laevis. Gehäuse klein, fein gestreift, glatt, mit wenig genüherten Mundrändern. 

B. costata. Gehäuse grösser uud stärker, mit häutigen Rippehen geziert. 
Mundriinder sehr genähert. 

Vorkommen: Im nördlichen und mittleren Böhmen überall sehr zahlreich ver- 
breitet, doch spärlich am Sandsteinterrain. Findet sich unter Laub und Moos, sehr 
häufig auch in Anschwemmungen bei Leitmeritz, Veltrus, Josephsthal, Jungbunzlau, Turnau, 
bei Böhm.-Leipa und Liebenan. 

Um Prag ist sie sehr gemein auf Abhüngen unter Laub und im Grase in Gesell- 
schaft mit Pupa muscorum. 

3. costata. Unter denselben Verhältnissen an oben genannten Orten, jedoch weit seltener. 

31. Helix (Delomphalus) rotundata Müll. Tab, II f, 16, 17. 

Moq. Тапа. П p. 107 pl. X f. 9—12. Rossm. Icon. Bd П. Н. VII p. 13 f 454. 
L. Pfeiffer Mon. Hel. I p. 105. 

Gehäuse niedergedrückt, weit trichterformig genabelt, oben gewölbt, unten concav, 
fein und regelmässig gerippt, zart, dünn und ` durchscheinend, horngelb, oben mit roth- 
braunen Flecken geziert, die sich immer an die Grünzen einiger Rippehen halten un 


IV. 101 


daher radial angeordnet sind. Umgänge 6!/, sehr langsam zunehmend, durch eine tiefe 
Naht verbunden, der letzte schwach ge kielt. Mündung gerundet mondfórmig, durch die 
grössere Wölbung der Umgänge unter dem Kiele fast ebenso hoch als breit. Mundsaum 
Scharf, einfach, gerade. 

Höhe 3 millim. Br. 6—8 millim. 
) Vorkommen: Sehr verbreitet im ganzen nördlichen und mittleren Böhmen, an 
feuchten Orten unter Steinen, am Fusse und in den Ritzen alter Mauern, unter Laub u. 
Moos. Um Tetschen, Teplitz, Böhm.-Leipa, Bóhm.-Kamnitz, Turnau, Liebenau, Jungbunzlau, 
Laun, Bilin, Melnik, am Rip, um Prag, im östlichen Böhmen, im Böh merwalde. 

Nebst Hel. pulchella und Hel. pomatia die am meisten verbreitete Art in Böhmen. 
32. Helix (Delomphalus) ruderata Stud. Tab. П f. 18, 19. 


DER 


Moq. Tand. П. p. 105 pl. X f. 7—8 Rossm. Icon. Bd. П. H. VII p. 13. iA 
L. Pfeiffer Mon. Hel. I p. 105. 

Gehäuse niedergedrückt, linsenfórmig, weit und perspectivisch genabelt, oben ge- 
wölbt, fein, aber auf der Unterseite etwas versehwommen rippenstreifig, gelblichbraun. 
Einzelne Gruppen von Streifen an der Oberseite sind rothbraun gefürbt, wodurch regel- 
mässie vertheilte radiale Flecken entstehen. Umgänge 6, sehr langsam zunehmend, durch 
eine tiefe Naht verbunden, der letzte schwach gekielt und unten stark gewólbt. Mün- 
dung gerundet mondfórmig. Mundsaum gerade und einfach. 

Höhe 3 millim. Br. 6 millim. 

' Vorkommen: Nur an einem Orte, unweit dem hohen Arber im Böhmerwalde in 
einigen Exemplaren gefunden. Mitgetheilt von Hr. Seda. 

33. Helix (Trigonostoma) holoserica Studer. Tab. II f. 20, 21. 


Moq. Тапа. IL p. 117. pl. X. f. 31.—32. Rossm. Icon. B. І. Н. I. p. 69. f. 20. 
L. Peiffer Mon. Hel. I. p. 413 

Gehäuse weit genabelt, niedergedrückt, oben ganz flach, unten convex, sehr dicht 
gewunden, zart, fein gestreift und mit feinen dichten Härchen besetzt, wodurch es allen 
Glanz verliert. Die 5 durch eine tiefe Naht verbundenen Umgänge bilden eine kreisrunde 
Gestalt. Mündung rechtwinklig-dreiseitig, durch je einen Zahn am Aussen- und am Unter- 
Yande verengert und ausgebuchtet. 

Mundsaum scharf, zurückgebogen, mit einer fleischfarbenen Lippe besetzt, die 
durch die schon besprochenen Zähne geziert, ist. Den zwei Zähnen entsprechen an der 
Kehrseite des Mundsaumes zwei Vertiefungen. 


Höhe 6 millim. Br. 11. millim. 
Vorkommen: An felsigen Abhängen, auf Laub und unter Steinen. Ich kann 


Sle bis jetzt nur von Klecan bei Prag und von Bergreichenstein im Böhmerwalde verzeichnen. 

34. Helix (Helicodonta) personata Lam. 

Мод. Tand П. p. 118 pl. X. f. 33—36. Tab. II f. 22, 23. 

Rossm. Icon. B. L Н. I. p. 68 f. 18. L. Pfeiffer Mon. Hel. I. p. 419. 

Gehäuse bedeckt durchbohrt, etwas niedergedrückt, oben schwach gewölbt, unten 
Convex, fein und unregelmässig gestreift, zwischen den Streifen sehr fein chagrinirt und 
dadurch glanzlos, mit ziemlich spärlichen, starken Härchen besetzt, hornbraun, zart und 
Zerbrechlieh. Die 5 dicht gewundenen Umgänge sind durch eine tiefe Naht verbunden, 
die am Ende herabgedrückt ist. Mündung rechtwinklig-dreieckig, durch je einen Zahn 
am Aussen- und Unterrande ausgebuchtet, ausserdem durch eine hohe Lamelle, die senk- 
recht auf der Mündungswand steht und die beiden Mundré inder verbindet, sehr verengt. 
Mundsaum sc harf, stark zurückgebogen, eine fleischrothe Lippe mit zwei Zähnen tragend. 
Nabel durch den Mundsaum bis auf eine schmale Spalte verdeckt. 


Hohe 5 millim. Br. 10 millim. 
Vorkommen: Auf Bergen und Anhöhen, unter Laub und Steinen, nicht häufig 
aber ziemlich verbreitet. Am Spitzberg bei Böhm.-Leipa, am Bössig, bei Prag, bei 


Brandejs a а. d. A., im Bóhmerwalde an verschiedenen Orten. Charakteristisch ist das 


Vorkommen unter Schutt an steinigen Abhängen. Häufig werden da leere Schalen in 
’eträchtlichen Tiefen gefunden. 


102 IV. 


35. Helix (Petasia) Cobresiana Alt. Tab. II 26, 27. 

Syn: Hel. unidentata Drap. Hel. monodon Fer. : 

Moq. Tand. Ip 122. pl. X. f. 42—48. · Rossm. Icon. Bd; I. Н. I. p. 66. f. 
15. L. Pfeiffer. Mon. Hei, Al: p. 180. 

Gehäuse eng und etwas bedeckt durchbohrt, konisch-kugelig, oben sich zu einem 
konischen, gewölbten Gewinde erhebend, unten etwas convex, stumpf gekielt, fein gestreift 
und mit spärlichen Härchen besetzt, die sehr leicht abgerieben werden, matt, glänzend. 
Farbe hornbraun, der Kiel mit einem weisslichen Streifen bezeichnet. Umgänge 6—7, 
langsam zunehmend, durch eine ziemlich tiefe Naht verbunden. Mündung schief, gedrückt, 
mondfórmig, durch die Mündungswand stark ausgeschnitten. ` Mundsaum scharf, am Innen- 
rande umgebogen und etwas den Nabel bedeckend, am  Aussenrande erweitert, fleisch- 
farbig. weiter nach Innen mit einer gelblichen Lippe belegt, die vorzugsweise am Unter- 
rande ausgesprochen ist und da sehr oft einen konischen Zahn bildet. 

Höhe 6 millim, Br. 8 millim. 

Vorkommen: Auf und unter Laub, Gestrüppe und Steinen, vorzugsweise an steilen 
Abhängen, häufig in Gesellschaft von Hel. lapieida, personata und Clausilien. Mir bekannt 
aus der Umgebung von Brandeis a. d. A., von Prag und aus dem Böhmerwalde von 
mehreren Orten, 

36. Helix (Petasia) bidens Gmel. Tab. II f. 24, 95, a 

Мод. Тапа II. p. 120. pl. X. f£. 37—39.  Rossm. Icon. Bd. I. H. 1. p. 65. f. 
14. L. Pfeiffer. Mon. Hel. I. p. 151. 

Gehäuse konisch-kugelig, bedeckt durchbohrt, oben kegelfórmig, unten stark ge- 
wölbt, zart und regelmässig gestreift, glänzend, rost- bis braunroth. Umgänge 7, sehr 
dicht gewunden, durch eine tiefe Naht verbunden, die am Ende herabgekrümmt ist. Letzter 
Umgang gekielt. | Mündung mondförmig, durch zwei Zähne ausgebuchtet. Mundsaum 
scharf, zurückgeschlagen, mit einer fleischrothen Lippe besetzt, die je einen Zahn am 
Aussen- und Unterrande trägt. Den Zähnen entsprechen an der Kehrseite zwei Vertie- 
fungen. Nabel bis auf eine Spalte bedeckt. 

Н. 7 milim. Br. 9 millim. 

Vorkommen: Diese sehr seltene Schnecke fand ich nur ein einzigesmal bei Böhm.- 
Leipa in dem sogenannten Höllengrund unter faulendem Laub. 

97. Helix (Vortex) lapicida Lin. Tab. Il f. 28, 29. 4 

Мод. Tand IL р. 137. pl. ХІ. f. 22-—27. Rossm. Icon. Bd. I. H. 1. p. 6% f. 
11. l;.Piedfer Mom uEel. «I«4pe2340; 

Gehäuse weit genabelt, linsenförmig, stark niedergedrückt, unten und oben fast 
gleich convex, oberflächlich fein gestreift und fein gekörnelt, dünn und durchscheinend, 
horngelb bis hornbraun, mit rostbraunen Flecken geziert, welche sich an der Unterseite 
als radiale Streifen bis zum Nabel fortsetzen. Die 5 stark gekielten Umgänge sind am 
Kiele verbunden, so dass nur eine sehr seichte Naht entsteht, die am Ende tief herab- 
gedrückt ist. ‚Mündung abgestumpft-sechseckig, sehr schief. Mundsaum scharf, stark 
zurückgebogen, zusammenhängend und gelöst. Dieser Zusammenhang wird durch eine 
Lamelle gebildet, welche sich von der Mündungswand erhebt und die beiden Mundränder 
verbindet. Farbe des Mundsaums schmutzig weiss, die Fortsetzung des Kieles durch 
einen rothbraunen Streifen bemerkbar. ^ 

Vorkommen: In Mauer- und Felsenritzen, An vielen Orten Böhmens gemein; 
bei Bensen, Liebenau, am Mileschauer, im östlichen Böhmen, im Böhmerwalde, bei Tabor. 

38, Helix (IIyalina) nitida Müll. Tab; It. 30, 81. 

Syn. Helix lucida Drap. Hist. Moll. 1805, non Tableau method. 1802. 

Moq. and. IL. ips 72. pl. УШ». £11 —1641:Rog&m;IconitiBd; SL. Hier p. 
19531 Lyi Pfeitier: Mon, Hel. I, 94: 

Gehäuse durchbohrt, gedrückt kugelig, sehr fein und regelmässig gestreift, fett- 
glänzend, zart und zerbrechlich, durchsichtig, rothgelb bis-rothbraun. Die 3 gerundeten 
Umgänge nehmen allmälig zu und sind dureh eine ziemlich tiefe Naht verbunden. Mün- 
dung mondformig, etwas ausgeschnitten, Mundsaum scharf, einfach und gerade. 


72 


IV. 103 


H. 3:5 millim. Br. 7 millim. 
Vorkommen: An alten Mauern, unter Steinen und Moos an schattigen, feuchten 


Orten. Sehr selten im nördlichen Böhmen, wo ich sie nur bei Böhm.-Leipa fand, sie 

wird aber häufiger um Melnik und Prag. 

39. Helix (Hyalina) cellaria Müll, Tab. II f. 32, 33. 

Moq. Tand. II. p. 78. pl. IX. f. 1. 2. Rossm, Icon. Bd. Riek Ду 
Bd. II. Н. 7. p. 36. f. 527. 1. Pfeiffer Mon. Hel. I. p. 111. 

Gehäuse weit‘ und durchgehend genabelt, gedrückt, oben schwach gewölbt, unten 
ganz flach, sehr fein und unregelmissig gestreift, fettglänzend, zart und durchsichtig, 
oben erünlieh gelb, unten weisslich. Umgänge 5, von denen der letzte vorwiegt und 
besonders gegen das Ende sich stark ausbreitet. Naht vertieft. Mündung schief mond- 
formig, etwas breiter als hoch. Mundsaum einfach, scharf und gerade. 

Höhe 4—7 millim. Br. 10 —14 millim, 

Vorkommen: An schattigen Orten unter Steinen und Sträuchern, an Abhängen 
und in Hecken nicht sehr verbreitet und nieht häufig im nördlichen Böhmen bei Tetschen, 
Böhm.-Heipa, Liebenau, auch bei Prag am Belvedere. 

An diesen Orten fand ich jedoch nur die kleinere Form; die grössere kommt 
häufig im Museumsgarten vor. 

40. Helix (Hyalina) glabra Stud, ‚Tab, II 34, 35. 

Moq. Tand. П. p. 80 pl. IX. f. 3—8. Rossm. Icon. Bd. I. H. 3. p. 36. f. 528, 
L. Pfeiffer. Mon. Hel. I. p. 91. 

à Gehäuse genabelt, niedergedrückt, oben gewölbt und sich zu einem flachen Ge- 
winde erhebend, unten flach, sehr fein gestreift, fettglänzend, zart, oben durchsichtig, unten 
durchscheinend, oben róthliehgelb, unten gelblich. Umgänge 5-6, ziemlich gleichmässig 
zunehmend, dureh eine seichte Naht verbunden. Mündung quer-eiförmig, von der Mün- 
dungswand stark ausgeschnitten. Mundsaum scharf, einfach und gerade. 

Höhe 6 millim. Br. 12 millim. 

Vorkommen: In Mauerritzen, unter Steinen und Laub in demselben Verhältnisse 
verbreitet wie die Vorige. Bei Leitmeritz, Brandejs a. d. A. und Bilin. 

Bemerkung. Es ist nicht immer eine leiclíte Sache diese Art von der Vorigen zu 
unterscheiden. Es gibt kein so scharf abg "ünzendes Criterium, dass es schon zur 
Aufstellung der Diagnose genügen dürfte, man muss vielmehr die ganze Form des 
Gehäuses und den Typus berücksichtigen. Einem geübteren Auge wird es sodann 
nieht schwer die Schalen dahinzustellen, wohin sie gehören. 

Die hauptsächlichsten Unterscheidungsmerkmale sind die folgenden: 

: Helix glabra hat eine dunklere Färbung, stärkeren Glanz, da sie feiner gestreift 

Ist, das Gehäuse ist oben mehr gewölbt und der Nabel weit enger als bei H. cellaria. 

Wie Rossmässler gut bemerkt, findet man bei H. glabra nie den grünlichen Schimmer, 

den H. cellaria an der Oberseite bietet. 

41. Helix (Hyalina) nitens Mich. Tab. II f. 86, 87. 
he . Moq. Tand. П. р. 84. pl. IX. p. 14—18. Rossm. Icon. Dd. II. H. 7. p. 35. f. 
924—525 L. Pfeiffer. Mon. Hel. I. p. 92. 

Rap Gehäuse weit genabelt, niedergedrückt, oben gewölbt und sich zu einem flachen 
Gewinde erhebend, unten flach und um den Nabel trichterförmig ausgehöhlt, fein und 
Unregelmiissig gestreift, fettglänzend, durchscheinend, zart, gelb bis rothgelb, unten weisslich 
mit einem grünlichen Anfluge. Umgänge 4—5 durch eine ziemlich tiefe Naht verbunden ; 
der letzte hat das Uebergewicht und breitet sich vorzüglich gegen die Mündung sehr 
aus. Mündung schief, quer-eifórmig, wenig ausgeschnitten, gross. Mundsaum einfach, 
Scharf und gerade. 

Höhe 4 millim. Br. 9 millim. 

à Vorkommen: Unter Steinen und faulendem Laub in felsigen Gegenden. Wurde 
bei Brandejs a. d. A. u. in der Umgebung gefunden in Gesellschaft mit Hel. glabra, (Dr. Fric). 
Bemerkun g. Auch diese Art bietet manche Sehwierigkeiten bei ihrer Unterscheidung 

von den Verwandten. Ihr Hauptmerkmal liegt in der unverhältnissmässigen Aus- 


IV, 


breitung der zweiten Hälfte des letzten Umganges, wodurch die Mündung sehr in 
die Breite gezogen und quer-eiförmig wird. Ausserdem ist auch der Nabel noch 
viel breiter als bei Hel. cellaria, 

42. Helix (Hyalina) pura. Ald. Tab. II f. 38, 39. 

Syn: Hel. striatula Gray. Hel, nitidosa Fér. 

Moq. Tand. IL p. 86. pl. IX. f. 19—91.  Rossm. Icon. Bd. I. Н. l.p. Tan 
f. 23. L, Pfeiffer. Mon. Hel. I. p. 96. 

Gehüuse weit genabelt, niedergedrückt, oben sich zu einem flachen Gewinde er- 
hebend, unten etwas convex, zart, glänzend, auf der Oberseite fein und zierlich gestreift 
unten wird die Streifung noch feiner und unregelmässig. Farbe rothbraun, unten heller. 
Umgänge 4—5, durch eine nicht starke Naht verbunden, der letzte sehr erweitert. Mün- 
dung gross, gerundet mondförmig. Mundsaum einfach und scharf. 

Höhe 2 millim. Br. 4 millim. 

Vorkommen: In Wäldern und Hecken unter faulendem Laub und Moos. Ich 
fand sie bei der Stephansüberfuhr in Gesellschaft von Hel. nitida Müll. Leere Schalen 
fanden sich auch in der Umgegend Prags. 

43. Helix (Hyalina) crystallina Müll. Tab. IV f. 18, 19. 

Мод. Tand., П. p. 89. pl. IX. f. 26—29. Rossm. Icon. Bd. П. Н. 7. p. Зи 
531. L..Pfeiffer Mon. Hel. I. p. 59. 

Gehüuse weit genabelt, niedergedrückt, oben ein wenig sich erhebendes Gewinde 
bildend, unten flach convex, sehr glänzend, glatt, oder vielmehr so fein gestreift, dass man 
die Streifung kaum unter der Loupe bemerkt, zart, durchsichtig, glashell, mit einem 
schwach grünlichen Schimmer. Umgänge 4—5 durch eine nicht tiefe Naht verbunden, 
ziemlich regelmässig zunehmend. Mündung gerundet mondförmig, stark ausgeschnitten. 
Mundsaum scharf und gerade. 

Höhe 1 millim. Br. 21/, millim. 

Vorkommen. In grósserer Anzahl in den Regenanschwemmungen um Josephsthal 
bei Jungbunzlau. Anderorts nur einzelne Exemplare, so bei Leitmeritz und Bilin. Findet 
sich unter feuchtem Laub und Moos. 

44. Helix (Hyalina) hyalina Fér. Tab. IV f. 20, 21. 

Syn: Helix diaphana Stud. 

Мод. Тапа. IL p. 90. pl. IX. f. 30— 32, Rossm. Icon. Bd. П. Н. 7. 8. р. 
36. f. 830. L. Pfeiffer. Mon. Hel. I. 59. 

Gehäuse klein, und durchbohrt, niedergedrückt, oben wenig gewülbt, unten con- 
cav, glatt, ohne alle Streifung, zart, durchsichtig, sehr glänzend, glashell. Die 5—6 Um- 
gänge sind sehr dicht gewunden mit Ausnahme des letzten, der bedeutend überwiegt. 
Alle sind oben weniger gewölbt als unten. Naht tief. Mündung eng mondförmig. Mund- 
saum scharf, einfach, gerade. 

Höhe 1'/ millim. Br. 4 millim. 

Vorkommen: Unter der feuchten Bodendecke, Laub und Moos an schattigen 
Orten. Im Moldauthale bei Prag. 


Genus Bulimus Drap. 


45. Bulimus (Ena) montanus Drap. Tab. П f. 42, 43. 

Мод. Tand. IL p. 289. pl. XXI. f. 1—4. Rossm. Icon. Bd. I. Hel. I. P 
86. f. 41. L. Pfeiffer Mon. Hel. IL p. 120. " 

Gehäuse halbbedeckt genabelt, länglich konisch, fein und unregelmässig gestreift, 
hellbraun bis rothbraun, durchscheinend. Diese Streifung wird durch noch feinere Spiral- 
linien gekreuzt, so dass die Structur der Schae fein gekörnt erscheint. Die 8 gewölbten 
Umgänge nehmen allmälig zu, der letzte ist etwas bauchig. Naht tief. Mündung etwas 
schief, spitzeiformig; Mundsaum scharf, zurückgebogen, den Nabel unvollständig bedeckend, 
mit einer schwachen fleischfarbenen Lippe belegt. 

Höhe 16 millim. Br. 5 millim. 4 

Vorkommen: In Gebirgspartien in ganz Böhmen verbreitet, unter Steinen, Stráu- 


IV. 105 


chern, Laub und Moos. Häufig in Gesellschaft von Hel. personata. An den Abhängen 
bei Liebenau, am Bösig, am Mileschauer, im Moldauthale bei Prag, im Böhmerwalde an 
verschiedenen Orten, namentlich bei Bergreichenstein. 

46. Bulimus (Ena) obscurus. Drap. Tab. II f. 44, 45. 
| Moq. Tand. IL p. 291 pl. XXI. f. 5—10. Rossm. Icon. Bd. I, H. 5. 6. p. 46. 
f. 387, L. Pfeiffer, Mon. Hel. П. p. 124. 

Gehäuse länglich eiförmig, geritzt, fein gestreift, glänzend, dünn und durchsichtig, 
gelb hornbraun. Von den 7 Umgängen bildet der erste eine abgestumpfte Spitze, die 
anderen sind gewölbt, der letzte gross. Naht ziemlich tief. Mündung eiförmig, wenig 
ausgeschnitten. Mundsaum scharf, umgebogen, mit einer schwachen, weissen oder röth- 
lichen Lippe belegt. 

Höhe 9 millim. Br. 4 millim. 

А Vorkommen: Ап alten Mauern, Felsen, unter Laub, Steinen und Gestrüppe. 
Bisher bei Chotöbor gefunden. (Dr. Frič.) Auch bei Weisswasser fanden sich einige Exemplare. 

47. Bulimus (Chondrula) tridens Draps: Tab. IV f. 22, 23. 

Moq. Tand. II. p. 297. pl. XXI. f. 25—30. Rossm. Icon. Bd. I. H. 1. p. 80 f. 
33. L. Pfeiffer Mon. Hel. П. p. 130. 

(Gehäuse fast undurehbohrt, länglich-eiförmig, fein und unregelmässig gestreift, 
gelblich oder bräunlich, etwas durchscheinend, wenig glänzend Umgänge 7, durch eine 
tiefe Naht verbunden, wenig gewölbt, der letzte gross. Mündung gerundet dreieckig, durch 
drei Zähne ausgebuchtet, welche je zu einem auf der Lippe des Aussen- und Spindel- 
"andes und auf der Mündungswand aufsitzen. Mundsaum scharf, zusammenhängend, er- 
Weitert, innen mit einer weissen Lippe belegt, aussen durch ein weisses Band eingefasst, 
das der Lippe entspricht. Mundränder durch eine dünne Lamelle verbunden, die in der 
Mitte einen Zahn trägt und sehr oft auch noch im oberen Winkel, wo sie mit dem Aus- 
Senrande zusammenstösst, callés wird. Nabel bis auf eine kleine Spalte verschwunden. 

Höhe 11 millim. Br, 4 millim. 

Vorkommen: Auf Abhängen in Wäldern und Hecken unter Rasen, Moos und 
Steinen. Nicht häufig aber weit verbreitet. In den Schillingen bei Bilin, am Rip, am 
Belvedere und im Moldauthale bei Prag, fast in allen Fluss- und Regenanschwemmungen, 
Vorzüglich bei Josephsthal, Zernosek, Treboutie und unter dem Kamejk bei Leitmeritz. 


Genus Achatina Lam. 


48. Achatina (Cionella) subeylindrica Lin. Tab. IV f. 24, 25. 

Syn. Cionella lubrica Müll. 

008. Tanai TE BORN pl IT 1019; Кова Ieot «Bd. OR, 
p. 88. f 48. L. Pfeiffer Mon. Hel. 1. p. 272: 

Gehäuse undurchbohrt, länglich-eiförmig, gelblich hornfarbig, durchsichtig, sehr 
glänzend , die feine Streifung kaum mit der Loupe bemerkbar. Umgänge 6, von denen 
der letzte etwas mehr als die Hälfte des Gehäuses bildet. Naht nicht vertieft. Häufig 
ist die Schale gleich unter der Naht etwas aufgetrieben, so dass die Naht von einer spi- 
ralen Falte begleitet erscheint. (Aehnliches findet man bei vielen Glandinen und bei 
\cme,) Mündung spitzeiförmig. Mundsaum verdickt, gerade, etwas fleischfarbig. Spindel 
en wenig abgestutzt. Mundränder durch eine sehr dünne Lamelle verbunden, die auf 
der Mündungswand aufliegt. 

Н. 4—7 millim. Br. 2'/, —4 millim. 

b) Var. exigua Mke. lubricella Zgl. Gehäuse kleiner und niedlicher, Glanz stärker 
als bei der typischen Form. 

Vorkommen: In Auen und Wäldern, auf Wiesen, Abhängen und alten Mauern, 
unter Laub, Moos und Steinen sehr gemein und weit verbreitet, doch selten im nord- 
westlichen Böhmen, bei Tetschen und Teplitz, wo ich nur einige Exemplare fand. Gemein 
bei Liebenau, Turnau, Leitmeritz, Bilin, Laun, Jungbunzlau, Josefsthal, Prag. 

Var. exigua findet sich an denselben Orten wie die vorige, jedoch seltener. 


106 IV. 


49. Achatina (Caecilioides) acieula Müll. Tab. IV f. 26, 27. 
Syn: Cionella, Acicula acieula auct. 
Мод. Тапа. П. p. 300 pl. ХХИ, f. 32—-84. Rossm; Icon. Bd. If. H. 10 
5. f. 658. І. Pfeiffer ` Mon, HORT In 275; 
Gehäuse cylindrisch-spindelfórmig, zart, durchsichtig, glashell, glatt, sehr glänzend. 
6 Umgänge, von denen der erste einen abgestutzten Wirbel bildet, der letzte sehr gross 
ist, Naht seieht, gefaltet. Mündung lanzetförmig, schmal. Mundsaum scharf, gerade. 
Mundränder durch eine sehr dünne Lamelle verbunden. Spindel abgestutzt. 
Höhe 5 millim. Br. 1%, millim. 
Vorkommen: Lebend in Wäldern und Hecken, sehr tief unter faulem Laub und Moos. 
Gewöhnlich ist sie in dem Humus vergraben, Ich konnte sie aber lebend nicht beobachten. 
Leere Schalen sind in Anschwemmungen der Gebirgsbüche und Flüsse sehr 
häufig, bei Treboutie (Leitmeritz), Josephsthal, bei Laun und Prag. 
Nach meinen Erfahrungen kann ich das bestätigen, was Moq. Tandon und an- 
dere bemerken, dass sie nämlich nur auf Kalkterrain vorkomme. 


Genus Clausilia Drap. 


50. Clausilia (Marpessa) laminata Montf. Tab. IV f. 28, 29. 

Syn: Claus bidens Drap. j 

Мод. Tand. II. p. 318 pl. XXIII. f. 2—9. Rossm. Icon. Bd. L H. 1 p. 76. 
f. 29. L. Pfeiffer Mon. Hel. Un 397. 

Gehäuse geritzt, spindelfórmig, durchseheinend, sehr schwach gestreift, glänzend, 
rothgelb bis rothbraun. Die 10--12 Umgänge verschmälern sich nach oben zu einer 
stumpfen Spitze, unten ist das Gehäuse etwas bauchig. Naht nicht tief. Mündung er 
rundet birnfórmig, innen immer etwas dunkler gefärbt. Mundsaum oft nur durch eine 
sehr dünne Lamelle, die auf der Mündungswand aufliegt. zusammenhängend, zuriückge- 
bogen, von einer schmalen Wulst bedeckt, welche am Aussenrande bedeutend verstärkt 
ist. Obere Lamelle schmal, untere breit und gebogen. Ausser diesen bemerkt man noch 
eine deutlich ausgedrückte Columellarfalte unter der unteren Lamelle und 4 Gaumen- 
falten, die sich weit in den Schlund hinziehen. Interlamellar glatt, concav. Nacken 
etwas aufgetrieben, stärker gestreift als das übrige Gehäuse. Nabel nur als ein Ritzchen 
hinter dem umgebogenen Spindelrande bemerkbar. 

Höhe 13—16 millim. Br. 3—4 millim. 


Vorkommen: Ueberall verbreitet in gebirgigen Gegenden, unter Laub, am Fusse 
alter Stämme, in Felsen und Mauerritzen. Bei Auscha, am Friedstein, am Bösig, m 
Kaltenberg bei Tetschen, im Kummergebirge bei Liebenau, Brandejs an d. A., bei Prag 
in Böhmerwalde u. a. O. 

51. Clausilia (Iphigena) biplicata Montf. Tab. IV f. 30, 31. 

Syn: Claus, similis Charp. 

Moq. Тап, Ш. p. 337.) pl; XXIV. EL 11-—19,.. | Rossm. Icon, “Bd. LH. I 
p. 77. f. 80. lal Pfeiffer, Mon. Hel. Шр, 369: 

a) Typische Form. 

Gehäuse geritzt, spindelförmig, etwas bauchig, fest, durchscheinend, stark gestreift, 
so dass die einzelnen Falten wie Streifen vorstehen, wenig glänzend, hornbraun. Die 
wenig gewölbten Umgänge, 12 an der Zahl, nehmen langsam zu und breiten sich vo" 
einer stumpfen Spitze etwas bauchig aus. Naht ziemlich vertieft. Mündung oval birn- 
förmig, innen fleischroth gefärbt, oben sich zu einem deutlichen Kanal verengernd, dessen 
eine Wand zum Theil von der oberen Lamelle gebildet wird, unten ebenso in einen bret- 
teren Kanal ausgezogen, der mit der Nackeneallosität correspondirt. Mundsaum zusam“ 
menhängend, gelöst, scharf und umgebogen, weisslieh, mit einer flachen Wulst belegt. 
Obere Lamelle vorragend, klein, gewunden. Untere versteckt, breit, ziemlich nahe 4! 
der oberen. Interlamellar glatt. Gaumenfalten 2, die obere stärker. Spindelfalte fehlt, 


IV. 107 


Mondfalte sehr klein und kaum umgebogen. Nacken mit einem scharfen, stark gestreiften 
Kamm versehen. 

Höhe 13—17 millim. Br. 3—4'/, milim, 

b) Var, grandis. Unterscheidet sich von der typischen Art auffallend durch ihr 
Brósseres und bauchigeres Gehäuse und weit stärkere Streifung. 

у Vorkommen: An alten Mauern, Felsen, unter Steinen; überall häufig. In Tetschen, 
Um Kummergebirge, bei Jungbunzlau, Laun, Leitmeritz, Bilin, Prag, im Böhmerwalde, im 
östlichen Böhmen. 

Var. grandis findet sich in ähnlichen Verhältnissen wie die typische sehr häufig 
hei Böhm.-Leipa und Liebenau, desgleichen bei Prag, bei Brandejs a. d. A. und um 
laus im Böhmerwalde. 

Bemerkung. Es finden sich Exemplare von der typischen Form, welche auf dem Inter- 
lamellar zwei Fältchen ausgedrückt haben; solche Exemplare sind jedoch immer selten. 

52. Clausilia (Iphigena) plicata Drap. Tab. IV f. 32, 38. Tab. V f. 1, 2. 

Moo: Tanda Шор. 88854 pl XXIV.;f£j130-16::5Hossm; ‚Icon. Bal. H. I. 
P78. f. 81. L. Pfeiffer, Mon. «Hels: Ie: px 9479. 

Gehäuse kaum geritzt, spindelförmig, fest durchscheinend, fein gestreift, häufig mit 
denselben Flecken wie die vorige Art, wenig glänzend, hornbraun, Umgänge 12—14, 
durch eine vertiefte Naht verbunden, wenig gewölbt. Mündung länglich birnförmig, mit 
denselben zwei Kanälen wie vorige, Mundsaum zusammenhiingend. gelöst, auf seinem 
Sanzen Umfange mit Fältchen besetzt, scharf, umgebogen, weisslich bis schmutzig gelb. 
Obere Lamelle zusammengedrückt, untere versteckt. Gaumenfalten 2, Spindelfalte nicht 
bemerkbar. Mondfalte sehr klein, kaum gebogen. Das Interlamellar trägt 2—3 Falten. 
Nacken aufgetrieben, mit einem scharfen Kamm versehen, gestreift. 

Höhe 17 millim. Br. 3'/, millim, 

Vorkommen: Mit der vorigen Spezies gemein bei Liebenau, seltener bei Josephs- 
thal und Christophgrund, häufig bei Brandejs a. d. A. 

53. Olausilia (Iphigena) plieatula Drap. Tab. IVf. 34, 35. 
| Moq. Tand. П. p. 340. pl. XXIV, f. 28—31. Rossm. Icon. Bd. І. H. p. 79. 
f 32, Bd. IL. Н. 7. 8. p. 18. f. 471—475. L. Pfeiffer. Mon. Hel. II. p. 481. 

a) Typische Form. 

; Gehäuse kaum geritzt, spindelförmig, etwas bauchig, fest, wenig durchscheinend, 
Tippenstreifig, ziemlich glänzend, dunkel rothbraun. Umgänge 10—14, wenig gewölbt, 
durch eine ziemlich feine Naht verbunden. Mündung rundlich, birnförmig, in keinen 
unteren Kanal sich versehmülernd. Mundsaum zusammenhängend, gelöst, scharf umge- 
bogen, schmutzig weiss. Am Gaumen sehr häufig eine bräunliche Wulst, die sich aussen 
durch einen schmutzig rothen Fleck kennzeichnet. Obere Lamelle zusammengedrückt, 
klein, untere versteckt, sehr gewölbt, zuweilen vorne abgestutzt, auf der dem Interla- 
Nellar zugekehrten Seite mit 2 Aestchen belegt, welche ungefähr in der Mitte ihren ge- 
Meinschaftlichen Ursprung haben. Interlamellar mit 2—4 gewöhnlich schwachen Fältchen 
Seziert, 1 Gaumenfalte dicht unter der Naht. Spindelfalte schwer bemerkbar. Mondfalte 
ете ausgesprochen. Nacken aufgetrieben, mit einem Höcker versehen. 

Höhe 12—14 millim. Br. 2'/, —3 millim. 

b) Var. pumila. Untercheidet sich von der typischen durch ein v erhültnis- 
Mässig bauchigeres Gehäuse, feinere Streifung und stärkeren Glanz. 

Vorkommen: Auf grasigen Abhängen, Felsen und Mauern, unter Steinen, Pflanzen 
"Und Laub; nicht so häufig wie die vorigen Arten. In Gesellschaft mit diesen bei Lie- 
enau und Brandejs a. d. A., einzelne Exemplare bei Kreibitz, Böhm.-Leipa und Bilin. 

ar. pumila nicht häufig bei Birkigt unweit Bensen in Nordböhmen (Barta). 

54, Olausilia (Iphigena) ventricosa: Tab. V f. 3, 4. 

: Moq. Tand. IL. p. 844. pl. XXIV. f. 8—10.  Rossm, Icon. Bd. I. Н. 2. p. 9. 
L 102. L. Pfeiffer Mon. Hel. II. 00469. 

Gehäuse schwach geritzt, spindelfórmig, bauchig, fest, dunkel rothbraun, rippen- 

streifig, Umgänge 13, durch eine ziemlich bezeichnete Naht verbunden. Mündung vier- 


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| 
| 


108 IV. 


eckig birnförmig, mit abgerundeten Winkeln, Mundsaum zusammenhängend, gelöst, zurück- 
gebogen, weisslich. Obere Lamelle zusammengedrückt, vorgerückt, weiss. Untere versteckt, 
nicht scharf ausgedrückt. Auf ihrer vorderen Fläche zwei divergente Aestehen, wie sie be! 
Claus. plicatula beschrieben wurden. Interlamellar glatt. Spindelfalte gut bemerkbar. 
Von den Gaumenfalten nur die oberste vorhanden. Mondfalte klein, schwach gebogen. 
Nacken etwas aufgetrieben, hóckerig. 

Höhe 17 millim. Br. 4'/, millim. 

Vorkommen: An alten Mauern und Felsen, an schattigen, feuchten Orten. 
dem Arber im Bóhmerwalde (Hr. Seda), bei Brandejs am Adler. 

Bem. Diese Schnecke scheint sich mit dem kleinen Kalkvorrath zu begnügen, 
den sie überall selbst in den Pflanzen finden kann. Denn, wie schon Rossmässler be- 
merkt, lebt sie ebenso in grosser Menge sowohl in kalkreichen, wie in kalkarmen Ge- 
genden. Der 1. Fundort Böhmerwalds steht auf Gneuss und ist daher auch kalkarm. 

55. Clausilia (Iphigena) parvula Stud. Tab. V f. 7, 8. 

Mod. Tand. IL p. 330 pl XXV. f. 1—5, Rossm. Icon, Bd. I, Н. VIL, ҮШ. 
p. 31 f. 488. L. Pfeiffer. Mon. Hel. IL. p. 462. ү 

Gehäuse klein, spindelförmig-walzig, ziemlich stumpf, fest, sehr fein gestreilt, 
etwas glänzend, wenig durchsichtig, rothbraun, Umgänge 10—19, wenig gewölbt, dureh 
eine seichte Naht verbunden.  Nabelritz nicht bedeutend, umgeben von einem Kiele, der 
stärker gestreift ist und mit dem benachbarten Nackenhócker eine Furche bildet, Nacken- 
kanal rudimentär. Mündung birnformig; Mundsaum zusammenhängend, gelöst, verdickt, 
gelblich. Obere Lamelle vorspringend, fast gerade, mit der Mündungswand einen ziem- 
lich tiefen Kanal bildend. Untere Lamelle verborgen, schief, vorne verdickt, selten innen 
zweitheilig. Eine Gaumenfalte dicht unter der Naht, eine zweite vor der unteren Gaumen- 
Wulst, correspondirend mit der Nackenfurche. Sie bildet mit der nahe bei ihr gelegenen 
Spindelfalte einen engen Kanal. Mondfalte dick, S-fórmig. 

Höhe 8 milim; Br. 5 millim. 

Vorkommen: Unter Steinen und Gestrüppe, an sonnigen Abhüngen. Bisher nur 
bei Brandejs a. d. Adler in vielen Exemplaren gefunden. 

56. Clausilia (Iphigena) rugosa auct. (Drap.) Tab. V. f. 10, 11. 

Syn: Claus. perversa Müll, (Moq. Tand). 

Моп. Tand. П. p. 382. pl. XXIV. f, 21—927. Rossm. Icon. Bd. Т. Н. ҮШ») 
VIII. p. 19. f. 477—487. L. Pfeiffer Mon. Hel. II. p. 475. t 

Gehäuse spindelförmig-walzig, geritzt, stark und regelmässig rippenstreifig, fest» 
wenig glänzend, wenig durchsichtig, mehr oder weniger rothbraun, häufig mit kleinen, gelb- 
lichen Linien geziert, die von der Naht ausgehen. Umgänge 10—14, wenig gewölbt, 
durch eine seichte Naht verbunden. Spitze stumpf.  Nabelritze kaum bemerkbar, My 
einem stark gestreiften Kiele umgeben. Mündung birnformig. Mundsaum zusammenhän- 
gend, wenig zurückgebogen, verdickt, weiss oder gelblich. Obere Lamelle hervorragend 
schief, klein. Untere schief, eingezogen, stark, vorne verdickt und oft zweihöckerl& 
hinten in zwei Falten getheilt. Das Interlamellar mit zwei schwachen Fältchen belegt. 
Eine Gaumenfalte unter der Naht. Mondfalte dick, nicht viel gebogen. 

Höhe 9—14 millim. Br. 2 millim. 

Vorkommen: An alten Mauern, Felsen, unter Steinen und Gestrüppe. 
feuchte Orte und scheint auch wie Claus. ventricosa kalkarme Gegenden vorzuziehen. 
Sie wurde mir von mehreren Orten des Böhmerwaldes durch Hr. Seda mitgetheilt yon 
Orten, wo insgesammt sich fast gar kein Kalk vorfindet: von dem Arber, Bergreichenste!n 
und Cerchov bei Taus. Doch erhielt ich nicht viele Exemplare. 

57. Clausilia (Papillifera) ornata'Zgy "Тар Vf 5,6, 

Rossm. Icon. Bd. І. Н. 3. p: 9. f. 164. L. Pfeiffer Mon. Hel. П. p. 445. 

Gehäuse kaum geritzt, cylindrisch-spindelfórmig, fest. bauchig, rothgelb bis roth- 


Von 


Liebt 


" D J Pin ` "n0 a a ange 

braun, glänzend, im Anfange fein rippenstreifig, gegen das Ende fast glatt. Umgäng 
, ©), DE lie 

10—11, verbunden durch eine mässig vertiefte Naht. Auf derselben bemerkt man ‹ 


АА P T ` А n А р йй er 
kommaförmigen, glänzend weissen Papillen, die aber nicht sehr dicht neben einand 


IV. 109 


stehen. Mündung eiförmig-oval. Mundsaum getrennt, selten durch eine sehr dünne La- 
melle verbunden, scharf, umgebogen. Der Gaumen mit einer rothbraunen Wulst ver- 
sehen, welche zuweilen auf der äusseren Seite durch eine gelbliche Einfassung sich kenn- 
zeichnet, Obere Lamelle vorgerückt, zuweilen vorne mit einem kleinen Höcker versehen. 
Untero versteckt. Beide sind flach und zusammengedrückt und am Vorderrande chagri- 
niert, Spindelfalte stark, bis an den Mundsaum vortretend, ebenfalls chagriniert, Gaumen- 
falten 1— 2, die obere immer stark und sich bis hinter die ebenfalls stark und schön 
entwickelte, gebogene Mondfalte erstreckend. Nacken etwas aufgetrieben, mit einem 
ücker versehen. 
Höhe 16 millim. Br. 3'/, millim. 

! Vorkommen: An schattigen Orten, an Felsen und Mauern, steinigen Abhängen. 
Bisher nur an einem einzigen Orte in wenigen Exemplaren gefunden, bei Brandejs a. d. A. 
m Gesellschaft mit Claus. laminata, biplicata, plicata, Helix personata u. a. (Dr. Frič.) 


Genus Pupa Lam. 


58. Pupa (Torquilla) frumentum Drap. Tab. V f. 12—14. 
| Moq: Tand. II. p. 361 pl. XXVI. f. 12—15. Rossm. Icon, Bd. I. H. 1 p. 81. 
f. 34. Bd. IL Н. 5. p. 11. f, 810—313. L. Pfeiffer. Mon. Hel. П. p. 338. 

f Gehäuse schwach geritzt, eylindrisch, oben konisch zugespitzt, sehr fein und dicht 
"ppenstreifig, wenig glänzend, fest, wenig durchscheinend, braungelb. Die 9 Umgänge 
nehmen sehr allmälig zu und sind dureh eine stark bezeichnete Naht verbunden. Mün- 
dung halboval, durch. die Mündungswand schräg abgestutzt, durch Zähne verengert. Mund- 
Saum zurückgebogen, weisslippig, glänzend. Die Lippe trägt am Gaumen 4 Zähne, die 
Sich weiter in den Schlund als Lamellen hinziehen und auf der Kehrseite der Schale als 
vier weisse Linien durchschimmern. Desgleichen ist die Lippe selbst auf der Kehrseite 
Weiss bezeichnet. Ausser diesen 4 Lamellenzähnen stehen noch 2 Zähne auf der Spindel 
und 2 auf der Münduneswand. Von den letzteren steht der eine im rechten oberen 

inkel ziemlich weit vor und bildet mit dem Aussenrand einen Kanal, der zweite ist 
aber gewöhnlich schr klein und versteckt. 

Höhe 8 millim. Br. 3 millim. 

Vorkommen: Auf sonnigen Abhängen im Grase und unter Sträuchern immer in 
Stösserer Anzahl zusammen. Auf den sogenannten Schillingen bei Bilin, im Moldau- 
thale bei Prag und bei Přerov. 

59. Pupa (Oscula) doliolum Brug. Tab. V. f. 17, 18. 

Мод. Tand. IL p. 385. pl. XXVIL f, 32—34. Rossm. Icon. Bd. І. Н. 5. 6. 
P. 16 f, 328. 329. L. Pfeiffer. Mon. Hel. П. p. 326. 

Gehäuse gedrungen, verkehrt eiförmig, oben breiter als unten, schief geritzt, 
oben fein und regelmässig rippenstreifig, unten fast glatt, schmutzig gelb. glänzend, durch- 
Sichtig, Von den 9 sehr langsam zunehmenden Umgängen, die durch eine seichte Naht 
verbunden sind, bilden die oberen eine sehr stumpfe Spitze und sich immer enger um 
Ihre Axe windend verengern sie nach unten die ganze Gestalt des Gehäuses. Mündung 
halbeifürmig. Mundsaum zurückgebogen, mit einer weissen Lippe belegt, durch eine sehr 
Schwache Lamelle zusammenhängend. In die Mündung steigen drei Falten herab, und zwar 
“ine in der Mitte der Mimduneswand und 2 an der Spindel, von denen die eine im 
Oberen Spindelwinkel gewöhnlich verkümmert ist, die zweite normal erscheint, 

Höhe 6—7 millim. Br. 2'/, millim. 

| Vorkommen: In gebirgigen Gegenden unter Laub, Moos, Steinen und Gestrüppe. 
Meist sehr vereinzelt. Ich bekam sie aus dem Moldauthale bei Prag und von Chorousek 
%1 Melnik, wo sie Hr. Pražák sammelte. 

60. Pupa (Pupilla) muscorum Linn. Тар. V f. 15, 16, 
ge Мод. Tand: П. p. 392 pl. XXVIII. f. 5—15. Rossm. Icon. Bd. І. Н. 1. p. 
9. Е 37, L. Pfeiffer Mon. Hel. II. p. 311. 

Gehäuse walzenförmig, gedrungen, ziemlich weit genabelt, stumpf, mit einer kaum 


110 IV. 


unter der Loupe bemerkbaren Streifung, etwas glänzend, fest, durchscheinend, braunroth. 
Umgänge 7, durch eine seichte Naht verbunden, sehr langsam zunehmend. Mündung halb- 
oval, gewöhnlich durch ein Zähnchen an der Miindungswand verengert. Mundsaum zurück- 
gebogen, gewulstet, weisslich. 

Höhe 3—4'/, millim. Br. 1'/, millim. 

b) Var. edentula. Nicht selten. Kein Zahn an der Mündungswand. 

¢) Var. bigranata. Sehr selten. Neben dem ursprünglichen noch ein gleicher 
Zahn an der Mündungswand. 

Im gebirgigen Theile des nördlichen und mittleren Böhmen, sehr weit verbre tet, 
vorzüglich auf dem Kalkterrain. In Granit und Gneussgegenden fand ich nur einzelne 
Exemplare. Die typische Art am meisten verbreitet, auf Abhängen, unter Rasen, Laub 
und Moos, an alten Mauern und Felsen. Sehr häufie bei Leitmeritz, Bilin, Laun, Jung“ 
bunzlau, Turnau, Liebenau, Prag. In allen Regenanschwemmungen, vorzüglich bei Veltrus, 
bei Josephsthal und Leitmeritz. 

Die beiden Varietäten finden sich an denselben Orten wie die typische. 


Genus Vertigo Müll. 


61. Vertigo (Isthmia) minutissima Hartm. Tab. V f. 19. 

Syn: Pupa muscorum Drap. sp. et gen. 

Мод. Tand. П. p. 399. pl. XXVIII. f. 20—24.  Rossm. Icon. Bd. I. TH. 1 P 
84. f. 38. ТІ. Pfeiffer. Mon. Hel. IT. p. 316. 

Gehäuse klein, leotrop, geritzt, eylindrisch, fein und regelmässig gestreift, zart, 
gelblich. Umgänge 6—7, gewölbt, regelmässig zunehmend , durch eine tiefe Naht ver- 
bunden. Mündung rundlich, von der Mündungswand etwas ausgeschnitten. Mundsaum 
scharf, einfach, zurückgebogen. Spindelrand auf dem  Nabelritz zurückgeschlagen und 
ihn bedeckend. 

Höhe 2 millim. Br. */, millim. 

Vorkommen: Im mittleren Böhmen sehr verbreitet, vorzüglich in manchen Regen- 
und Flussanschwemmungen, wie bei Treboutie, Jeniovie und Josephsthal, wo sie zu Hun- 
derten vorkommt; doch auch lebend anzutreffen; unter Laub und Moos, auf Abhängen 
unter Rasen und Steinen bei Liebenau, um Jungbunzlau, Bilin und Prag. 

62. Vertigo (Isthmia) pygmaea Drap. Tab. V. f. 90. 

Мод, Tand: LL. p.406, pl. XXVIII. „87-49 pl. XXIX. f. 1—93 Rossm. Icon. 
Dd. IL. Н. 9. 10. p. 29. f. 649. L. Pfeifer Mon. Hel. II. p. 363. 

Gehäuse klein, leotrop, geritzt, eiförmig, zart, dursichtig, glatt, mit kaum unter 
der Loupe bemerkbarer Streifung, gelblich hornbraun. Umgänge 5, gewölbt, schnell zu- 
nehmend. Naht vertieft. Mündung halbeiförmig, Mundsaum scharf, etwas zurückgebo“ 
gen. Schlund durch 5 Zähne verengert, deren 1 auf der Mündungswand ziemlich tief, 
1 auf der Spindel und 3 am Gaumen sitzen. Nacken aufgetrioben, stärker gestreift, 
von einer Wulst, die ziemlich breit ist, umzogen. 

Höhe 2 millim. Br. 1 millim. 

Vorkommen: Unter Moos, faulenden Baumstämmen und faulem Laub; selten, unter 
dem Bofenberge bei Bilin und bei Bleiswedel. Häufiger findet man leere Schalen 
Anschwemmungen bei Zernosek, Turnau, Josephsthal. 

63. Vertigo (Isthmia) antivertigo Drap. Tab. V. f. 21. 

Syn: Vertigo septemdentata Fér. 

Мод. Тапа. П. p. 407 pl. XXIX. f. 4—7. Rossm. Icon. Bd. IL Н. 9. 10. 
p. 28. f. 647. L. Pfeiffer. Mon. Hel. II. p. 362. 

Gehäuse klein, geritzt, leotrop, ciformig, bauchig, mit kaum unter der Loupe be 
merkbarer Streifung, zart, durehsichtig, glänzend, braungelb. Umgänge 5, gewölbt, durch 
eine tiefe Naht verbunden, schnell zunehmend, die letzten zwei fast gleich. Mündung 
halbeiförmig, stark ausgebuchtet. Schlund durch 7 Zähne verenet, deren 2 tief an der 
Mündungswand, 2 tief an der Spindel sitzen und 3 Gaumenzähne bis zum Mundsaum 


IV. 111 


vorrücken. Mundsaum zusammenhängend, etwas zurückgebogen, scharf, mit einer äusseren 
Wulst besetzt. Nacken aufgetrieben, stärker gestreift. 

Höhe 2—21/, millim. Br. 1 millim. 

Vorkommen: Unter ähnlichen Verhältnissen wie die vorige Art. Ebenso selten 
lebend anzutreffen und zwar am Borenberge bei Bilin. Angeschwemmt um Priesen, bei 
Laun und am Fusse des Kamejk bei Leitmeritz 
Beme rkung. Der Aussenrand ist unmittelbar neben dem mittleren Gaumenzahn etwas 

nach Innen eingedrückt. Oft erscheinen ausser den regelmässigen Spindelzähnen 
noch ein oberer und ein unterer, so dass dann die Mündung durch 9 Zähne 
verengt ist. 

64. Vertigo (Vertilla) Venetzii. Charp. Tab. №1698, 

Syn: Vertigo plicata A. Müll. 1828. Vertigo hamata Held. Isis 1857 p. 304. 
: Moq. Tand. П. p. 408. pl. XXIX f. 8—11. Rossm. Icon. Ba: H9, LOU pi 
90. f. 610 L. Pfeiffer. Mon. Hel. II. p. 364. 

Gehäuse klein, geritzt, dexiotrop, eiförmig, bauchig, sehr fein gestreift, zart, 
durchsichtig, horngelb bis hornbraun, Umgänge 5, gewölbt, der letzte etwas grösser als 
der vorletzte, Naht vertieft. Der Nacken durch eine ziemlich tiefe Furche in zwei Häl- 
ften getheilt. Mündung herzförmig-oval, durch Zähne verengt, von denen zwei an der 

üudungswand stehen und zwei am Gaumen. Von den Zähnen der Mündungswand ist 
der eine im äusseren Winkel vorragend, der andere neben ihm versteckt. Die Gaumenzahn- 
lamelle, welche mit der Furche am Nacken correspondiert, bat neben sich ein kleines 
Zähnchen. Ausserdem trägt noch die Spindel eine kleine Lamelle. Mundsaum scharf, 
Innen gewulstet, zurückgebogen, der Wulst an der Kehrseite weiss bezeichnet. 

Höhe 1!/, Millim. Br. 1 millim. 

"IN Vorkommen: Unter faulem Laub und Moos an feuchten Stellen, gemein bei 
Bilin unter dem Bofenberge ; einzeln in allen Ansehwemmungen, häufiger jedoch in 
der vom Kamejk bei Leitmeritz. 

65. Vertigo (Vertilla) pusilla Müll, Tab. V. f. 23. 

Moq. Tand. II. p. 409 pl. XXIX. f. 12—14. Rossm. Icon. Dd. П. Н. 9, 10, 
P. 29 f, L. Pfeiffer. Mon. Hel. П. p. 364. 

Gehäuse sehr klein, eng durehbohrt,  dexiotrop, kaum gestreift, glatt, . zart 
T dünn, durchsichtig, glänzend, horngelb. Die 5 gewölbten Umgänge durch eine tiefe 
p verbunden. Letzter Umgang nicht überwiegend. Mündung halbeiförmig, durch 4 
“ште verengt, von denen zwei am Gaumen stehen und 2 an der Mündungswand. 

undsaum scharf, ein wenig erweitert, innen gewulstet. 
öhe 1 '/, millim. Br. 2 millim. 
Bilin Vorkommen: Unter denselben Verhältnissen, wie die vorige, aber seltener, bei 
und dem Borenberge, 


Fam. Limnaeidae. 


NÓrper schlank, in eine Spirale ausgezogen oder auch nicht, stets vom Mantel und Ge- 


äus ч cu UT uM i 

т, bedeckt. Fuss vom Körper abgesondert und mit diesem durch einen Fortsatz ver- 
) Y . i А . А А H TA 

e Zwei Fühler, an deren Basis die Augen sitzen. Schale spiral-eingerollt, eiför- 
1g bis thurmförmig, scheibenförmig oder endlich konisch, napflörmig. 


Uebersicht der Gattungen. 


d 1. G. Planorbis. Thier schlank, in eine lange, scheibenförmige Spirale aus- 
zogen, Fühler sehr lang, dünn. Kiefer einer, gebogen, einfach. Fuss kurz, oval, mit 
sibe dureh einen sehr schlanken Fortsatz verbunden. Gehäuse scheibenförmig, ge- 


dem I 


112 IV. 


wöhnlich sehr weit genabelt, ohne Spindel, mit nicht immer überwiegendem letzten Umgang. 
Mündung mondförmig oder herzförmig. Mundsaum einfach, scharf und gerade. 

2.G. Physa. Thier ähnlich dem von Planorbis, jedoch mit einem langen Fuss. 
Schale ei- bis spindelförmig, zart nnd dünn, durchscheinend, zerbrechlich, glänzend, glatt. 
Mündung spitz-eifórmig. Mundsaum scharf, einfach und gerade, 

3. G. Limnaea. Thier schlank und in die Schale gänzlich zurückziehbar, Fühler 
dreiseitig, abgeplattet. Drei Kiefer, ein grosser transversaler und zwei kleine, seitliche. 
Alle sind glatt. Fuss gross durch einen kurzen Fortsatz mit dem Körper verbunden. 
Schale leotrop, blasenförmig, spitz-eiförmig bis thurmförmig, durchscheinend, mit spitzem 
Gewinde und stets überwiegendem letzten Umgange. Mündung oval oder eifórmig. Mund- 
saum einfach, scharf, gewöhnlich etwas nach Aussen gebogen, 

4 G. Ancylus. Thier konisch, unten platt, gerade von der Gestalt der Schale. 
Fühler kurz, abgeplattet, dreiseitig. Kiefer drei, der obere klein, die beiden. seitlichen 
gross. Fuss oval, durch einen plumpen und dieken Fortsatz mit dem Körper verbunden. 
Schale dexiotrop oder leotrop, konisch, nicht spiral eingerollt, durchscheinend. Wirbel 
zur Seite geneigt. Mündung oval Mundsaum zusammenhängend , scharf, einfach 
und gerade, 

Genus Planorbis Drap. 


66. Planorbis (Hippeutis) fontanus Lightf. Tab. III. f 1—3. i 

Syn: Planorbis complanatus Drap. * non Stud. Hist, Moll. 1805 p. 47. Hippeutis 
lenticularis Hartm. Syst. Gastrop. p. 51. 1842, 

Segmentina complanata Auctorum. 

Mog. Tand П. p. 426 pl. XXX. f. 10—17. Rossm. Icon. Bd. LH 2. P 
1ф 4:116, 

Gehäuse linsenförmig, sehr zusammengedrückt, oben etwas convex, unten flach, 
schmal durehbohrt, sehr fein gestreift, zart, zerbrechlich, durchsichtig, glatt, glänzend, licht 
hornbraun. Umgänge 3—4 an der Zahl, zusammengedrückt, zum grossen Theile sich 
bedeckend, anfangs sehr langsam zunehmend; der letzte sehr gross, fast selbst das ganze 
Gehäuse bildend, am Umfange scharf gekielt. Mündung quer herzförmig, durch den vor 
letzten Umgang sehr ausgeschnitten, am äusseren Ende winkelig. Mundsaum einfach, scharl, 
gerade. Oberer Rand vorgezogen, unterer ausgeschweift. Die beiden Ränder nicht verbunden. 

Höhe 1 millim, Br. 4 millim. 

Vorkommen: In stehenden reinen Gewässern an der Unterseite der Blätter von 
Wasserpflanzen sitzend, sehr selten bei Kolin. 

67. Planorbis (Gyrorbis) marginatus Drap. Tab. III. f. 4,.5. 

Moq. Tand. II. p. 428 pl. XXX f. 18—28. Rossm. Icon. Bd. I. H. 1. p. 102. f. 59. 

(Gehäuse scheibenförmig, niedergedrückt, oben concav, unten platt oder vielmehr 
seicht ausgehöhlt, deutlich und ungleich gestreift, fest, etwas durchscheinend, wenig glünzend, 
hornbraun. Umgänge 5—6, oben sehr gewölbt, unten fast flach, allmälig zunehmend, der 
letzte ziemlich gross und von einem deutlich abgeschnürten Kiel besetzt, der sich Wwe 
ein Faden anschmiegt. Obernaht ziemlich tief, Unternaht seicht. Mündung quer-oval, 
aussen etwas winkelig, innen durch den Kiel des vorletzten Umgangs ausgeschnitten. Mund- 
saum scharf, einfach. Oberrand vorgezogen, Unterrand ausgeschweift. Die beiden Rändel 
durch eine dünne Lamelle verbunden. 


* Um den manchfachen Misverständnissen vorzubeugen, die aus der Benennung 
zweier verschiedener Arten einer Gattung ihren Ursprung nehmen, substituirte ich fü? 
Planorbis complanatus Drap. (Segmentina complanata Auct.) nach dem Beispiele von Mat: 
Tandon den älteren Lightfootischen Namen PI. fontanus, behielt aber den neueren let 
parnaudischen Namen für Planorbis (Helix) complanatus Lin., welchen Draparnaud ш 
mit ihm die meisten Auctoren Pl. marginatus nennen, obzwar dem älteren und vorzüglich 
dem Linn@’ischen Namen der Vorzug gebührte. In diesem Falle lässt sich das aber durch 
die Nothwendigkeit entschuldigen. 


IV. 113 


Höhe 3 millim. Br. 15 millim. 
| Vorkommen: Findet sich an wenigen Orten vor, doch wo anzutreffen ist er 
Immer häufig bei Brandeis a. d. E., bei Dux, Poděbrad, Smiřic u. s. w. 

68. Planorbis (Gyrorbis) carinatus Müll. Tab. IIT. f. 6, 7. 

Мод. Tand. II. p. 431 pl. XXX. f. 29133. Rossm. Icon. B. I. B. I. p 102 f. 60. 

Gehäuse scheibenförmig, niedergedrückt, oben seicht concav, unten platt, graulich 
horngelb bis hornbraun, häufig jedoch auch grauschwarz, schr fein gestreift, fest, etwas 
durchseheinend, ziemlich glänzend. Umgänge 5, oben stark, unten wenig gewölbt, nicht 
allzu schnell zunehmend. Der obere Rand jedes Umganges greift sehr weit über den 
Jeweiligen Vorletzten, so dass eine enge Nahtspirale entsteht und die Umgänge als reis- 
send schnell zunehmende erscheinen. Das wahre Verhältnis nimmt man an der Unter- 
seite wahr, Ein deutlicher, schr scharfer Kiel schmiegt sich ungefähr an die Mitte der 
Aussenseite der Umgänge. Obernaht tief, Unternaht seicht. Mündung quer, schief-herz- 
lormig, innen durch den Kiel des vorletzten Umgangs etwas ausgeschnitten, häufig mit 
einer breiten, schwachen, röthlichen und bei den schwarzen Exemplaren milchblauen Lippe 
belegt. Mundsaum scharf, einfach. Oberrand vorgezogen, Unterrand ausgeschweift. 
Die beiden Ränder durch eine dünne Lamelle verbunden. 

Höhe 2:5—3 millim. Br. 10—14 millim. 

Vorkommen: In stehenden Gewüssern, Tümpeln, Teichen und Grüben. Bei Bran- 
dejs а. d. Е. 

Bemerkun о. Diese Art, obwohl nicht schwer von der vorigen zu unterscheiden, bietet 
doch einem ungeübten Auge manche Schwierigkeiten. Die hauptsächlichsten Unter- 
scheidungsmerkmale gegenüber der vorigen Art sind feinere Sculptur und darum 
erhöhter Glanz, die schnelle Zunahme der Umgänge bei Plan. carinatus, seine weit 
engere obere Spirale, und der scharfe Kiel, der immer fast auf der Mitte des Um- 
ganges sich hinzieht, also auch immer über der Unternaht liegt und deswegen die Mün- 
dung herzförmig ausschneidet. Aus derselben Ursache ist die Mündung sehr spitzig. 
Legt man Exemplare beider Arten neben einander, so erscheint Plan. carinatus um 
einen Umgang ärmer zu sein. Es ist dem nicht so, da ebenfalls fünf Umgänge, 
wie bei Plan. marginatus vorkommen, diese sind jedoch schneller entwickelt, und 
daher ist der erste als Embryonalwindung sehr klein und versteckt, folglich schwer 
zu bemerken. 

69. Planorbis (Gyrorbis) vortex Drap. Tab. III. 1778,79: 

Moq .Tand. П р. 433 pl. XXX. f. 34—87. Rossm. Icon. Bd. I. Н. 1. p. 104 f. 61. 

Gehäuse scheibenförmig, sehr zusammengedrückt, oben concav, unten flach oder 
Convex, fein gestreift, zart, zerbrechlich, durchsichtig, etwas glänzend, horngelb. Umgänge 
(, sehr langsam zunehmend, oben gewölbt, unten flach, durch eine obere ziemlich starke 
und eine untere seichte Naht verbunden. Letzter Umgang ziemlich breit, etwas unter 
der Mitte in einen scharfen Kiel zusammengedrückt. Mündung quer-spitzeifórmig oder 
lanzettförmig. Mundsaum einfach, scharf und gerade. Oberrand vorgezogen, Unterrand etwas 
Ausgeschweift, Mundränder durch eine Lammelle, die der Mündungswand aufliegt, verbunden. 

Höhe '/,—1 millim. Br. 8 millim. 

Я Vorkommen: Sehr häufig im Jungbunzlauer Kreise bei Jungbunzlau, Josephsthal, 

Neubenatek in Gesellschaft mit Physa fontinalis, Sphaerium corneum und Bythinia 

tentaculata. 

Bemerkun g: Das Gehäuse ist meist mit einem schwärzlichen Kothüberzuge bedeckt, nach 
dessen Entfernung man erst die Farbe der Schale sehen kann. Die obere Naht beschreibt 
gewöhnlich eine engere Spirale als die untere, da sich die Umgänge oben mehr decken. 

70. Planorbis (Gyrorbis) spirorbis Tab. Ш. f. 10—12. 

Мод: Тана, IL' p. 487 pl. ХХХІ. f£. 1—5 Rossm. Bd. І. Н. 1. р. 106 f. 63. 
уа Gehäuse scheibenförmig, niedergedrückt, auf beiden Seiten etwas concav, sehr 
fein und regelmässig gestreift, zart, durchscheinend, glatt, glänzend, hornbraun, Umgänge 
Lage gewölbt, fast stielrund, gewöhnlich aber unten mit einer sehr stumpfen Kante ver- 
sehen, sich ein wenig deekend, ziemlich regelmässig zugewachsen. Letzter Umgang an 


8 


114 IV. 


der Mündung nicht stark erweitert. Naht tief. Mundsaum scharf, einfach und gerade, 

innen mit einer weissen, schwachen Lippe belegt, Mundränder durch eine dünne La- 

melle verbunden, 

Höhe 1 millim. Br. 6 millin, 

Vorkommen: In fliessenden, reinen Gewässern, in Gebirgsbächen und Quellen, 
verschmäht aber auch nicht den Aufenthalt in grossen Teichen und Gräben mit reinem 
Wasser. Im Sternteich bei Abtsdorf (Dr, Frič) und bei der Stephansüberfuhr unweit Melnik. 
Bemerkung. Was Rossmissler von Planorbis leucostoma sagt, das kann ich auch 

von dieser Species berichten. Ich fand nämlich bei der Stephansüberfuhr Exem- 
plare auf trockenem Grunde in Gesellschaft von Hel. lucida. Müll. welche vo" 
einem deutlichen, hautartigen Epiphragma verschlossen waren. 

71. Planorbis (Gyraulus)albus. Müll. Tab. Ш. f. 18—15. 

Syn: Planorbis hispidus Drap. 

Moq. Тапа. П. p. 440 pl. XXXI: f. 12—19. 

Gehäuse niedergedrückt, oben platt oder etwas concav, unten ziemlich stark aus- 
пепо, fein und unregelmässig gestreift, ausserdem durch regelmässige feine Spiralstreifen 
vorzüglich auf dem letzten Umgange verziert, mit spärlichen Härchen besetzt, zart, zer- 
brechlich, durchsichtig, wenig glänzend, grünlich weiss. Umgänge 3—4, ziemlich gewölbt, 
oben wie unten durch eine tiefe Naht verbunden, sehr schnell zunehmend. Letzter Um- 
gang überwiegend, gegen die Mündung sehr erweitert. Mündung quer oval gerundet, 
durch die Mündungswand etwas ausgeschnitten, Mundsaum scharf, einfach, gerade. Oberer 
Rand vorgezogen, unterer etwas ausgeschweift. Mundränder meist getrennt. 

Höhe 1—1'/, millim, Br. 4—7 millim. 

Vorkommen: Nicht häufig in Gesellschaft mit Plan. vortex bei Josephsthal 
und Kolin, allein, aber nicht häufiger vorkommend im Boltzen bei Bonsen und im 
Voseker Bache bei Sobotka. Einmal wurde er auch in zahlreichen Exemplaren im 
Wasserbassin des Museumgebäudes gefunden. Liebt klares Wasser. 

Bemerkung. Die Behaarung wird sehr schwer conservirt und ist bei älteren Exenipla- 
ren meist abgerieben. 

72. Planorbis (Gyraulus) laevis Alder. Tab. IIL f. 16--18. 

Mog Tand. П, p. 442 pl. XXXI. f. 20—23. Rossm, Icon, Bd. Ш. Н 17, 18- 
p. 138. f. 964. 

Gehäuse niedergedrückt, oben ziemlich tief, unten seichter und breiter ausgehöhlt, 
sehr fein gestreift, zart, zerbrechlieh, durchsichtig, wenig glänzend, ohne alle Behaarung 
schwach horngelblich. Umgänge 3 - 3 Has rundlich, gewölbt, langsam zunehmend, beiderseits 
durch eine tiefe Naht verbunden. Letzter Umgang überwiegend, gegen die Mündung etwas 
erweitert. Mündung gerundet eiförmig, durch die Mündungswand etwas ausgeschnitten. 
Mundsaum einfach, scharf und gerade, Oberrand etwas vorgezogen, Unterrand меше 
ausgeschweift. Die beiden Ränder durch eine sehr dünne Lamelle verbunden. 

Höhe 1 millim. Br. 4 millim, 

Vorkommen: In klarem, stehendem und fliessendem Wasser. Mir nur zweimal 
vorgekommen und zwar in einem Graben bei Byschitz und in einer grossen Pfütze hin- 
ter der Weinberggemeinde bei Prag. 

Bemerkung. Der vorigen Species sehr verwandt, doch hinlänglich von ihr unterschieden 
durch folgende Merkmale: Mangel der Sculptur der vorigen Art, Mangel der Be- 
haarung, langsamere Zunahme der Umgänge, der letzte Umgang nicht so stark 
erweitert, das ganze Gehäuse überhaupt viel kleiner. 

73. Planorbis (Coretus) corneus Drap. Tab, IIL f. 21, 22. 

Мод. Тапа, II. p. 445 pl. XXXL f: 32 —38. Rossm. Icon. Bd, I H. 2 p 14. f. 113 

Gehäuse niedergedrückt, sehr breit genabelt, unten schwach ausgehöhlt, fein 8° 
streift, auf den ersten Umgüngen mit feinen Spiralstreifen versehen, ziemlich fest, durch- 
scheinend, glänzend, horngrau. Umgänge 5, selten 6, rundlich, sehr schnell zunehmen 
so dass der letzte sehr überwiegend ist. Obernaht ausgehöhlt, Unternaht tief. Mündung 
gerundet mondförmig, durch die Mündun gswand etwas ausgeschnitten, Mundsaum einfach, 


IV. 115 


scharf und gerade.  Oberrand. wenig. vorgezogen, Unterrand wenig ausgeschweift. Die 
beiden Ründer durch eine dünne Lamelle verbunden. 

Höhe 10—14 millim. Br. 25—85 millim. 

Vorkommen: In ähnlichen Verhältnissen wie Planorbis marginatus Drap. und 
an denselben Orten, bei Brandejs a. d. E. und Neubenatek. Neulich erhielt ich ihn auch 


Y 


von Caslau, Podöbrad und Kolín. 
74. Planorbis (Bathyomphalus) contortus. Lin, Та. HE f. 19, 20. 
Moq. Tand, II. p. 443 pl. XXXI. f. 24—31. Rossm. Icon. Bd. I. H. 1. p. 16 f. 117. 
Gehäuse scheibenförmig niedergedrückt, oben ganz flach, nur in der Mitte etwas 
ausgchöhlt, unten breit und perspektivisch genabelt, sehr fein und regelmässig gestreift 
und mit feinen Schiippchen besetzt, zart und zerbrechlich, durchsichtig, etwas glänzend, 
hornbraun. 7 schr zusammengedrückte, sehr eng gewundene Umgänge, die durch eine 
tiefe Naht verbunden sind. Mündung eng, mondförmig, stark ausgeschnitten; Mundsaum 
scharf, einfach und gerade, Mundränder durch eine schr dünne Lamelle verbunden, 
Höhe 1!|,—2 milim. Br. 4—6 millim. 
Vorkommen: Ich fand ihn bisher nur an zwei Orten, in einem Teiche nahe der Land- 
strasse zwischen Bilin und Dux in grosser Menge, wo er in Gesellschaft mit Plan. vortex 
und Physa fontinalis, an der Unterseite der Blätter der Wasserpflanzen sitzend oder an 
der Wasseroberfläche schwimmend in vielen Exemplaren vorhanden war, und. seltener in 
einer Pfütze bei Vrutic unweit Lissa. 
Bemerkung: Diese ausgezeichnete Art unterscheidet sich unter allen Planorben durch 
die überaus dicht gewundenen, riemenförmigen Umgänge. 


Genus Physa Drap. 


75. Physa (Bulinus) fontinalis Lin, Tab. III. f. 23. 

Gehäuse eiförmig, etwas bauchig, ungenabelt, sehr schwach gestreift, fast glatt, 
zart, zerbrechlich, sehr glänzend, durchsichtig, licht hornbraun. Umgänge gio, gewolbt, 
der letzte sehr überwiegend, fast allein oder wenigstens y^ des ganzen Gehäuses bildend. 
Naht tief, Mündung spitzeiförmig. Mundsaum scharf, einfach und gerade, Spindel gewunden. 

Höhe 8 millim, Br. 5 millim. 

Vorkommen: In reinen fliessenden oder stehenden Gewässern, Teichen, Gräben 
und Bächen weit verbreitet, aber nicht zu häufig anzutreffen. Bei Brandejs a. d. E. Jung- 
bunzlau, Josephsthal, Kolín, Böhm.-Kamnitz, Turnau, Dux, Bilin, sehr selten im Poltzen 
bei Bensen und Böhm.-Leipa, im Mühlbache bei Tetschen, 

76. Physa (Nauta) hypnorum Lin. Tab. HI. f. 24, 25. 

Мод. Tand. П. p. 455 pl. XXXIII. f. 11—15. 

Gehäuse länglich eiförmig, ausgezogen, spitz, üusserst fein gestreift, zart und zer- 
brechlich, fettglänzend, gelb. Die 5 Umgänge durch eine ziemlich bezeichnete Naht ver- 
bunden, flach, der letzte überwiegend, fast zwei Drittel des Gehäuses bildend. Gewinde 
spitzig, Mündung spitz-oval, schmal, oben. in einem scharfen Winkel beendet, durch die 
Spindel etwas ausgeschnitten, Mundsaum scharf, gerade, innen etwas röthlich gefärbt. 
Spindel und Mündungswand durch eine äusserst dünne Lamelle bedeckt, die fast nur 
durch intensivere Färbung sich kundgibt. 

Höhe 8 millim. Br. 4 millim. 

- Vorkommen: In reinen fliessenden und stehenden Gewässern. Ich fand sie nur 
einmal, in einem Chauséegraben bei Liblitz. 


Genus Limnaea Drap. 


77. Limnaea (Guluaria) аи ricularia Drap. Tab. Ш. f. 26—28. 

Moq: Tand. П. p. 462 pl. XXXIII f. 21—31, pl. XXXIV. f. 1—10.  Rossm. 
leon, Bd, T Н. 1. p. 98 f. 53. 

a) Typische Form. 


Eh 


IV. 


Gehäuse eng genabelt, sehr aufgetrieben und bauchig, flach faltenstreifig und 

oft noch durch Spiralstreifen geziert, die auf der Oberfläche mit den Längsstreifen sich kreu- 

zend viereckige, abgegränzte Felder bilden, ziemlich glänzend, schmutzig horngelb bis 
hornbraun, zart und durchscheinend. Umgänge 4, gewölbt, durch eine tiefe Naht verbunden. 

Der letzte ist sehr bauchig und bildet beinahe allein das ganze Gehäuse, die ersten er- 

heben sich zu einem kurzen spitzen Gewinde. Mündung gross, eiförmig gerundet, durch 

die Begung der Spindelsäule etwas ausgeschweift, oben gerundet winkelig. Mundsaum 
scharf, zurückgebogen, zusammenhängend. Spindelrand umgeschlagen, die etwas gekrümmte 

Spindel und den Nabel halb bedeckend. Mundränder durch den auf die Mündungswand 

sich fortsetzenden Spindelumschlag verbunden. 

Höhe 13—32 millim. Br. 8—-26 millim. 

b) var. fragilis Rossm. 

Gehäuse gross, zierlich, Gewinde kurz und sehr spitzig. 

c) var. ampla Hartm. Die Mündung bis zum Niveau der Gewindespitze erweitert, 
letzter Umgang sehr gewölbt. 

d) var. minor. Gehäuse von kaum der Hälfte der gewöhnlichen Grösse der 
vorigen Varietäten. 

Vorkommen: In stehenden Gewässern und Gebirgsbächen des nördlichen Böhmen. 
Sehr häufig im Eulenbache bei Tetschen und im Bache bei Wernstadt, seltener im mittleren 
Böhmen bei Jungbunzlau und um Prag. 

var. fragilis. Selten im Teiche bei Mofín in der Umgebung von Melnik. 

var. ampla. Selten im Okener Bache bei Nuénitz in der Nähe von Raudnitz. 

var. minor. In Bächen bei Reichstadt, gemein. 

78. Limnaea (Gulnaria) ovata Drap. Tab. Ш. f. 24. 

Syn: Limnaea limosa. Moq. Tand. П. p. 465 pl. XXXIV. f. 11—12. 

Rossin. Icon. Bd. I. H. 1. p. 100 f. 56. 

Gehäuse eiförmig, geritzt, bauchig, fein und unregelmässig gestreift, oft mit 
denselben Spiralstreifen wie vorige, glänzend, hornbraun, durchscheinend. Umgänge 4—5, 
durch eine tiefe Naht verbunden. Der letzte bauchig, schön gewölbt, die ersteren zu einem 
kurzen, spitzen Gewinde sich erhebend. Mündung gross, eiförmig, durch die Spindelsäule 
etwas ausgeschnitten, oben winkelig. Mundsaum scharf, wenig zurückgebogen, durch eine 
sehr dünne Lamelle, welche die Fortsetzung des Spindelumschlages bildet, zusammenhängend- 
Spindelrand umgeschlagen, den Nabel bis auf eine Spalte verdeckend. 

Höhe 18—25 millim. Br. 12—17 millim. 

Vorkommen: In stehenden Gewässern. Selten in den alten Elbelachen um 
Neu-Benatek. 

Bemerkung. Diese Art unterscheidet sich von Limnaea auricularia durch den schön ge- 
wölbten letzten Umgang, den weniger auswärts gebogenen Mundsaum, die geringere 
Höhe der Mündung, welche nur d der Höhe des Gehäuses beträgt, wogegen sie 
bei Limnaea auricularia bis zu */, steigt. 

79. Limnaea (Gulnaria) vulgaris Pfeif. Tab. Ш. f. 39. 

Rossm. Icon. Bd. T. Н. 1. p. 97 f. 58. 

Gehäuse eiförmig, bauchig, kaum geritzt, fein gestreift, zart und dünn, durchsichtig, 
hornfarbig. Umgänge 41/2, der letzte schön gewölbt, nicht bauchig, die ersten in ein 
ziemlich hohes und spitziges Gewinde auslaufend. Mündung  spitz-eifórmig, an der 
Spindel etwas ausgeschweift. Mundsaum scharf, einfach und gerade, nur an der Spindel- 
säule etwas gebogen. 

Höhe 18 millim. Br. 11 millim. 

Vorkommen: In Sümpfen, Lachen und Wassergräben. Sehr selten bei Karbitz, 
häufiger bei Kolin und Böhm.-Trübau. 

Bemerkung. Diese Art wird sehr verkannt und zu den verwandten gestellt, sie unter- 

scheidet sich aber durch ihre regelmässige Wölbung, schöne Glätte ohne alle Gitterung, 

durch das ziemlich hohe Gewinde und den geraden, nicht umgebogenen Mundsaum 
genugsam von den beiden ihr verwandten Arten Limn. auricularia und Limn. ovata. 


IV. 117 


80. Limnaea (Gulnaria) peregra Müll. Tab. III. f. 30—35. 

Moq. Tand. IL. p. 468 pl. XXXIV. f. 18—16. Rossm. Icon. Bd. I. Н, 1. p. 
ML. Dd. 

a). Typische Form. 

Gehäuse geritzt, verlängert-eiförmig, spitzig, etwas bauchig, ziemlich fest, durch- 
scheinend, schwach und unregelmässig gestreift, glänzend oder matt. Umginge 4—5, 
durch eine tiefe Naht verbunden, der letzte überwiegend. Die ersten erheben sich zu 
einem mehr weniger kurzen, spitzigen Gewinde. Mündung spitz-eirund, oben in einem 
Winkel endigend, durch die Spindel etwas ausgeschnitten, Mundsaum scharf. Spindelrand 
umgebogen, den engen Nabel bis auf. eine Nabelritze bedeckend. Mundränder durch die 
sehr dünne Spindellamelle verbunden. 

Höhe 10—25 millim. Breite 5—15 millim. 

b) var. diaphana. Gehäuse bauchiger, durchscheinend, rothbraun, 

с) var. minor. Gehäuse klein. 

d) var. pachygastra. Gehäuse sehr bauchig, mit kurzem Gewinde, glatt, 
glänzend. 

Vorkommen: In stehenden und fliessenden Gewässern, in Lachen, Wassergräben 
und Gebirgsbächen an Steinen und Wasserpflanzen sehr häufig im nördlichen Böhmen. 
Die typische Form fand ich in einem Gebirgsbache bei Sandau, in grösseren Exemplaren 
in einer Lache am Fusse des Kozelberges bei Böhm.-Leipa, und andere brachte Dr. Frič 
aus einer Lache in Khaa bei Schönlinde. Letztere. variirten sehr in Form, hatten eine 
dunkelbraune Farbe und waren sümmtlich mit schwarzem Beschlag überzogen. 

Var. diaphana ist weit gemeiner als die typische Art. Schr gemein und in 

schönen Exemplaren im alten Teiche in Peiperz am linken Ufer der Elbe südlich von Te- 
tschen. Ebenso gemein in Teichen und Lachen bei Wernstadt und Kreibitz, in Gebirgs- 
bächen bei Böhm.-Kamnitz und Herrnsdorf. 
4 Var. minor. Sehr schöne Exemplare in Wassergrüben nahe bei Güntersdorf und 
im Dorfe Kotel bei Böhm.-Aicha. Von letzterem Orte waren aber die Exemplare so callös, 
dass sie fast undurchsichtig wurden. Eine kleine Form, welche, wie es scheint, zwischen 
Var. minor und var. diaphana ihren Platz finden muss, fand ich in Wassergrüben in 
Weisskirchlitz bei Teplitz. 

var. pachygastra. Diese sehr schöne Varietät fand ich in nicht vielen Exem- 
plaren in Wassergrüben bei Böhm.-Kamnitz. Seitdem bekam ich sie noch nicht zu 
Gesichte, 

81. Limnaea (Lymnus) stagnalis Lin. Tab. IM. f. 36, 37. 

Moq. Tand. П p. 471 pl. XXXIV f. 17—20.  Rossm. Icon Jg "KR 1р. 95 f. 

Gehäuse geritzt, verlängert-eiförmig, spitz, dünn und zerbrechlich, durchscheinend, 
etwas glänzend, hornbraun bis rostbraun. Umgänge 7 durch eine ziemlich ausgespro- 
chene, kantige Naht vereinigt, die ersten in ein langes und spitziges Gewinde ausgezog.n, 
der letzte bauchig, sehr überwiegend. Die ersten Umgänge sind fein gestreift, der letzte 
meist unregelmässig gefaltet. Mündung spitz-eirund, durch die gewundene Spindel ziem- 
lich stark ausgeschnitten, oben in einem scharfen Winkel endend, halb so hoch wie das 
ganze Gehäuse. Mundsaum scharf, etwas auswärts gebogen. Spindelrand umgeschlagen. 
Mundründer durch den dünnen und breiten Spindelumschlag verbunden. 

Höhe 45—55 millim. Br. 23—30 millim. 

d Vorkommen: In stehenden grösseren Gewässern, Teichen, grossen Lachen uad 
Seitenmiindungen der Flüsse, sehr häufig im mittleren Böhmen, bei Jungbunzlau, Sobotka, 
Turnau, Leitmeritz, Melnik, Laun, Prag, Podebrad, Kolin, seltener bei Brandej: a. d. A. 
In einzelnen Exemplaren um Böhm.-Leipa. 


Bemerkun g. Der letzte Umgang zeigt oft auch die so charakteristischen Merkmale 
der spiralen Faltung der Limnaeen. Häufig spalten sich diese Spiralfalten in 
zwei Aeste. 


Die Schale ist unmittelbar unter der Naht etwas erhoben, sodann stark einge- 


118 IV. 


drückt, so dass unter der Naht gleichsam eine Wulst liegt. Manche Exemplare, vor allem 

die aus dem Fundorte Brandejs a. d. E. zeigen eine auffallende Neigung zur Lippenbildung. 

Ich sah solehe Lippen schon im 5. Umgange, und in den späteren Umgängen 
folgen sie sehr schnell hintereinander, Sie sind milchweiss und bis zu 2 millim. breit. 

82. Limnaea (Lymnus) truncatula Müll. Tab. III. f. 40. 

Syn: Limnaca minuta Drap. 

Moq. Tand. II p. 473 pl. XXXIV f. 21—24. Rossm. Icon. Bd. I H. 1 p. 
100 f. 57. 

Gehäuse klein, geritzt, länglich eiförmig, sehr fein gestreift, dünn und zerbrech- 
lich, glänzend, horngrau bis hornbraun. Umgänge 5, durch eine tiefe Naht verbunden, 
gewölbt, der letzte beträgt ^ des Gehäuses, die ersten erheben sich zu einem kurzen 
und spitzigen Gewinde. Mündung eifórmig, oben in einem stumpfen Winkel ‚endend, 
halb so hoch wie das ganze Gehäuse. Mundsaum scharf, gerade, halb zusammenhängend. 
Spindelrand zurückgebogen, den selr engen Nabel bis auf eine Ritze bedeckend, Mund- 
‘inder durch eine sehr dünne Lamelle verbunden, welche die Fortsetzung des Spindel- 
umschlags bildet und auf der Mündungswand aufliegt. 

Höhe 6 millim. Br. 31/, millim. 

Vorkommen: In stehenden und fliessenden reinen Gewässern, vorzüglich der 
Gebirgsgegenden. Sehr häufig im Eulenbache bei Tetschen, desgleichen in Bächen bei 
Jungbunzlau und Melnik. Bei Prag erscheint sie selten, 

Bemerkung. Diese Art erreicht in einigen Varietäten bedeutende Grösse. Solche 
fand ich aber noch nicht. Die Umgänge sind häufig so stark gewölbt, dass das 
Gewinde eine Scalarienform annimmt. Die Spindel bildet häufig einen stumpfen 
Winkel mit der Mündungswand und dann erscheint die Mündung kurz und unregel- 
miissig viereckig. 

83. Limnaea (Lymnus) palustris Müll. Tab. IIT. f. 38. 

Мод. Tand. p. 475 pl. XXXIV f. 25—85.  Rossm. Icon. Dd. I H. 1 p. 96 
DI US. 

Gehäuse undurchbohrt, linglich. eiförmig, fein und unregelmässig gestreift, ziemlich 
fest, horngelb bis hornbraun. Umgänge 6'/,, durch eine ziemlich tiefe Naht verbunden, 
etwas gewölbt, der letzte gross, etwas bauchig, */, des Gehäuses bildend, die ersten zu 
einem stumpfspitzigen Gewinde erhoben. Mündung spitz-eiförmig, oben in einem scharfen 
Winkel endend, durch die gewundene Spindel stark ausgeschnitten, inwendig meist dunkel 
fleischfarbig. Mundsaum scharf, einfach, Spindelrand umgebogen. Mundränder durch die 
dünne, breite Spindellamelle verbunden, 

Höhe 25 millim. Br. 12 millim. 

Vorkommen: In stehenden Gewässern, Teichen und Tümpeln. Ich fand ihn 
bisher nur bei Brandejs a. d. E. wo er in Gesellschaft von L. stagnalis nicht häufig 
vorkommt, 

Bemerkung. Auch diese Spezies zeigt häufig die charakteristischen Spiralfalten. 


Genus Aneylus Drap. 


84. Ancylus (Ancylaster) fluviatilis Müll. Tab. V f. 28—30. 

Moq., Tand. П p. 484 pl. XXXV f. 5—88, pl. XXXVI f. 1—49. 

Gehäuse napffórmig, konisch, etwas schief, fein linglich gestreift und mit noch 
feineren circularen Linien versehen, zart und dünn, durchscheinend , gelbgrau. Wirbel 
näher dem Hinterrande stehend und der rechten Seite zugewendet. Mündung oval oder 
eifórmig. Mundsaum einfach, scharf, selten etwas ausgebogen. Innere Fläche der Schale 
milchig blau. 

Höhe 2—4 millim, Länge 4—6 millim. Br. 2—4 millim. 

Vorkommen: In klaren fliessenden Gewässern, Gebirgsbüchen, auf Steinen oder 
anderen Gegenständen sitzend, häufig verbreitet im nördlichen Böhmen, bei Tetschen, 


IV. 119 


im Eulenbache, bei Herrnskretschen, Böhm.-Leipa, im Poltzen bei Bensen und im Bache 
bei Sandau. 


Fam. Auriculacae. 


Thier verlängert und in eine Spirale ausgezogen. 2 contractile obere Fühler, welche 
an ihrer inneren Basis die Augen tragen, 2 untere sehr rudimentär. Fin kaum gebo- 
gener Kiefer. Fuss vom Körper getrennt, oval. Schale eiförmig, aus gewölbten Um- 
gängen bestehend. Mündung spitz-eiförmig, durch Zähne verengt. Mundsaum immer 
getrennt, 


Uebersicht der Gattungen. 


1. G. Carychium. Thier schlank. Fühler 2, konisch cylindrisch, die unteren 
nur sehr rudimentär. Fuss mittelmässig. Schale leotrop, oval, durchscheinend, verlängert. 
Mündung eiförmig, durch Zähne verengert. Mundsaum gewulstet. 

85. Carychium minimum Müll. Tab. V f. 24, 25, 

Moq. Tand II p. 413 pl. XXIX f. 15—26.  Rossm. Icon. Bd, II H. 9, 10 p. 
36 f. 660. 

Gehäuse sehr klein und zierlich, lünglich-eifórmig, schwach geritzt, sehr fein ge- 
streift, glänzend, fest, durchsichtig, glashell, zuweilen mit einem gelblichen oder grünlichen 
Anflug. Von den 5 stark gewólbten und dureh eine tiefe Naht verbundenen Umgüngen 
Ist der letzte überwiegend und bildet die Hälfte des ganzen Gehäuses. Mündung spitz- 
eifórmig, wenig ausgeschnitten. Mundsaum scharf, zurückgebogen, mit einer schmalen, 
weissen Lippe belegt, welche am Anssenrande ein Zähnchen trägt. Mit diesem korre- 
Spondiert auf der Kehrseite eine Vertiefung. Ausserdem trägt noch der Spindelrand einen 
kleinen Zahn. 

Höhe 1'/,—2 millim. Br. 1 millim, 

Vorkommen: An sehr feuchten, schattigen Orten, unter Laub und Moos, ge- 
wöhnlich in der Nähe von Wasser; am Fusse des Borenberges bei Bilin, sehr häufig in 
lich bei Bleiswedel, Treboutie, Josephsthal u. a. О. 


allen Anschwemmungen, vorzü 


Ordo Prosobranchia. 


Fam. Paludinidae. 


Körper schlank, in eine bald längere, bald kürzere Spirale ausgezogen, die stets 
vom Mantel und Gehäuse bedeckt ist. Fühler 2, zusammenziehbar, an der Basis inner- 
lich die Augen tragend. Kiefer entweder 2 oder gar keiner. Fuss vom Leibe abgesondert. 
Schale ei- bis thurmförmig, bauchig. Mündung oval. Mundsaum immer zusammenhängend. 
Deckel hornig oder kalkig. 


Uebersicht der Gattungen. 


1. 6. Paludina. Schale eifórmig, bauchig, aus gewölbten Umgüngen bestehend, 
gross. Mündung oval. Mundsaum scharf. Deckel hornartig, concentrisch gestreift, 
elastisch, durchscheinend. Das Thier hat 2 seitliche Kiefer. 

2. G. Bythinia. Schale nicht gross, spitz-eiförmig, aus gewölbten Umgängen be- 
stehend. Mündung oval. Mundsaum scharf. Deckel compakt, concentrisch gestreift, 
kalkig, undurchsichtig. Das Thier hat keinen Kiefer. 

3. 6. Paludinella. Schale thurmförmig, aus gewölbten, abgesetzten Umgängen be- 
stehend, klein, Mündung oval. Mundsaum scharf. Deckel hornartig, dünn, elastisch. 
durchscheinend, spiral gewachsen. 


IV. 


Genus Paludina Lam. 


86. Paludina vivipara Lin. Tab. IIL f. 41, 42, 

Syn: Paludina contecta teste Moq. Tand, 

Moq. Тапа. IL p. 532 pl. XL f,.1—24. Rossm. Icon. Bd. I. Н. 1. p. 108 f. 66, 

Gehäuse konisch-kugelig, eng genabelt, bauchig aufgetrieben, fein gestreift, fest, 

etwas durchscheinend, olivengrün, mit drei rothbraunen Bändern geziert. Die 7 bauchigen, 

stark gewölbten Umgänge bilden Anfangs einen spitzigen Wirbel, breiten sich aber kegel- 
förmig aus und lassen den letzten die Hälfte des Gehäuses bilden. Naht sehr tief, 

Mündung stumpfwinklig-eifórmig, Mundsaum scharf, einfach und gerade, Deckel horn- 

artig, rothbraun, sehr biegsam, concentrisch gewunden, mit einem der linken Seite näher 

stehenden Wirbel. Aussen seicht concay, innen platt. 

Höhe 24—40 millim. Br. 16—30 millim. 

Vorkommen: In stehenden Gewässern mit schlammigem Grunde, Bisher nur 
von wenigen Localitäten bekannt, von den alten Elbelachen bei Brandejs a. d. E., von 
Béchovic, Podébrad, Kolin, Cäslau, Die Cäslauer Exemplare erreichen besonders eine 
beträchtliche Grösse, 

Bemerkung. Diese Schnecke ist lebendig gebärend, d. h. die Jungen werden in der 
Schale des alten Individuums ausgebrütet und eins nach dem andern dann heraus- 
gelassen. Sie haben die schon an ihren Schalen gezeichneten Bänder mit Borsten 
besetzt, die später verloren werden. 

87. Paludina fasciata Müll. Tab. IIT. # 43, 44. 

Syn: Pal. vivipara Moq. Tand. II p. 535 pl. XL f. 25. 

Pal. Achatina Brug. Rossm. Bd. I H. 1. p. 109 f. 66. 

Gehäuse eifórmig-bauchig, kaum genabelt, fein gestreift, glatt, fest, etwas durch- 
scheinend, schmutzig, olivengelb mit 3 ` heich rothbraunen mehr weniger umgrünzten 
ändern geziert. Umgänge 5, gewölbt, durch eine nicht allzu starke Naht verbunden, 
der letzte die Hälfte des ganzen Gehäuses bildend. Mündung gerundet, eiförmig, etwas 
schief. Aussenrand vorgezogen. 

Höhe 25 millim. Br. 17 millim. 

Vorkommen: Bisher nur von einer Lokalität bekannt, und zwar vom Ufer der 
Elbe gegenüber von Mittelgrund nördlich von  Tetschen.  Daselbst schienen sie in den 
ruhigen Zwischenräumen der Kieselsteine sehr gut zu gedeihen und wurden in Menge 
gefunden. 


Genus Bythinia Gray. 


88. Bythinia tentaculata Lin. Tab. II. f. 45, 46. 

Мод. Тапа. П. p. 528 pl. XXXIX. f. 28—44. Rossm. Icon. Bd. I. Н. 1 P 
LUT" Tt, 09. 

Gehäuse undurchbohrt, spitz-eiformig, bauchig, glatt, fest und durchscheinend, 
glänzend, schmutzig gelb. Umgänge 6, gewölbt, durch eine tiefe Naht verbunden, der 
letzte die Hälfte des Gehäuses bildend. Mündung spitzeiförmie. Mundsaum scharf, 
etwas erweitert, innen mit einer schwachen weissen Lippe belegt. Deckel kalkig, sehr stark. 

Höhe 8—15 millim. Br. 5—71/, millim. 

Vorkommen: In stehenden reinen oder schlammigen Gewässern an der Oberfläche 
schwimmend oder an Steinen und Pflanzen sitzend. Selten findet man sie in fliessenden 
Gewässern, Gebirgsbächen und Quellen. 

Im nördlichen Böhmen selten, im Poltzen bei Bensen und in der Elbe : 
Mittelgrund in Gesellschaft mit Paludina fasciata. Häufiger im mittleren Böhmen, be! 
Jungbunzlau, Neu-Benätek, Josephsthal, Podébrad, sehr häufig in den Moldaulachen 
bei Prag. 


bei 


IV. 121 


Genus Paludinella. 


89. Paludinella austriaca Frauenf. Tab. V f, 26, 27. 

Sitzungber. der math. naturw. Ol der Wiener Acad. Bd. XXII. II. Heft. 
1856 p. 574. 

Gehäuse cylindrisch, abgestutzt, kaum geritzt, sehr schwach gestreift, zart, dünn 
und durchsichtig, hornbrüunlich. Umgänge 4, sehr gewölbt, treppenartig abgesetzt, durch 
eine tiefe Naht verbunden, der letzte ziemlich vorwiegend. Mündung eifórmig, oben 
schwach winkelig. Mundsaum scharf, einfach, Aussenrand vorgezogen. 

Höhe 2"/, millim. Br. 1'/, millim. 

Vorkommen: In klaren, rasch fliessenden . Gebirgsbächen und Quellen. Sie 
Wurde von Dr. Frič in solchen Verhältnissen bei Bóhm.-Trübau gefunden. 


Fam. Valvatidae. 


à Thier kurz und in eine Spirale ausgezogen. Fühler 2, contractil, an der Basis 
die Augen tragend. Kiefer 9. Der Fuss vom Körper abgetheilt, durch einen dicken 
Vortsatz mit ihm verbunden. Die Kiemen zum Theil innerlich, zum Theil äusserlich, einen 
Busch bildend. 

G. Valvata. Schale weit durchbohrt, aus gewölbten, stielrunden Umgängen be- 
stehend, gewölbt oder scheibenförmig niedergedrückt, fest. Mündung oval oder kreisrund. 
Mundsaum zusammenhängend. Deckel concentrisch gestreift, hornartig. 


Genus Valvata Müll. 


90. Valvata piscinalis Müll. 'Tab. V. 31, 32. 

Moq.: Тала. II. р. 540 pl. XLI. 1—25. 

Gehäuse gedrückt-kugelig, weit durchbohrt, fein und dicht gestreift, fest, dünn, 
Wenig glänzend, etwas durchscheinend, schwach olivengrün oder ins gelbliche. Umgänge 
Su gewölbt, der letzte sehr überwiegend, über die Hälfte des Gehäuses bildend. Naht 
tief, Mündung kreisrund, kaam oberhalb winkelig. Mundsaum zusammenhängend, nicht 
gelöst, 'Spindelrand etwas zurückgebogen, Aussenrand scharf, einfach und gerade. Deckel 
kreisrund, leicht concav, schwach durchscheinend, licht hornbraun. 

Höhe 6 millim; Br. 7!/, millim. 

Vorkommen : Sonderbarer Weise wurde diese Schnecke bisher nur in den alten 
Moldaulachen bei Prag in zahlreicher Menge in Gesellschaft von Bythinia tentaculata 
gefunden und ferner bei Smiřic in Gesellschaft von Planorbis marginatus, obwohl sie an 
diesen Orten nieht zu den seltenen Schnecken gehört. Sie scheint stehendes, klares 

asser zu lieben. 

91. Valvata cristata. Tab. V f 33, 84. 

Moq. Tand. p. 544 pl. XLI. f. 32—42. 

Gehäuse sehr niedergedrückt, scheibenförmig, oben flach, unten ausgehöhlt, fein 
gestreift, glänzend, durchscheinend, rothhornfarben. Umgänge 3'/,, gewölbt, stielrund, 
durch eine tiefe Naht verbunden, der letzte bis zur Höhe des Wirbels aufsteigend. Nabel 
!richterförmie, perspektivisch. Mündung kreisrund. Mundsaum zusammenhängend, nicht 
gelöst, scharf, einfach und gerade. 

Höhe 1—1'/, milim. Br. 3—5 millim. 

i Vorkommen: In klaren, stehenden und fliessenden Gewäsern nicht allzu häufig. 
Bei Byschitz im Chausdegraben gefunden, und von Phryganeenlarven, die aus Elbelachen 
bei Kolin abstammten, abgeklaubt. 


122 IV. 


Classis Lamellibranchiata *. 


Ordo Exocardines. 
Subordo Dimyaria. 


Fam Cyprinacea. 


Thier kugelig, seltener zusammengedrückt. Mantel überall geschlossen, so dass 
nur der Fuss und zwei bald getrennte, bald verwachsene Siphonen heraustreten können. 
Fuss ziemlich entwickelt. 

Schale kugelig, gleichklappig, ungleichseitiz, gewöhnlich fest. Schloss mit 1—3 
Cardinalzähnen auf jeder Seite und gewöhnlich auch mit Seitenzähnen versehen. Muskel- 
eindrücke gewöhnlich nur zwei. Seltener eine Mantelbucht. Ligament gewöhnlich kurz 
und stark, seltener linsenförmig. 


Uebersicht der Gattungen. 


1. 6. Sphaerium, Thier niedergedrückt, kugelig, fast gleichseitig. Mantel aus“ 
gebuchtet, gezähnt. Zwei zusammengewachsene Siphonen, von denen der eine länger, der 
andere , respiratorische, kurz und weit ist. Fuss lang und schmal. Schale gewölbt, etwas 
ungleichseitig. Vordere Seite kürzer als die hintere. Cardinalziihne an der rechten 
Schale zwei, an der linken 1. Seitenzähne links 1, rechts 2, sehr schief, 

9. G. Pisidium, Thier eiförmig, ungleichseitig. Mantel ausgebuchtet, sehr fein 
gezühnt. Die Siphonen zusammengewachsen, sehr kurz, nur der respiratorische etwas 
entwickelt, der Aftersiphon fast verstrichen. Schale eifórmig, sehr ungleichseitig; die 
vordere Seite länger als die hintere,  Cardinalzühne an der rechten Seite 1, an der linken 
2. Die Seitenzähne an der rechten Seite doppelt, an der linken einfach. 


Genus Sphaerium Seopoli. 


Syn: Cyclas Brug. 

92. Sphaerium rivicola Lam. { 

Мод. Tand. IL p. 699. pl. LIL АЁ 47—50. LL EL 1~—16... Novotny, mi 
1862 p. 133. 

Schale bauchig, eiförmig, fast gleichseitig, ziemlich stark und regelmässig que! 
gestreift, fest, glänzend, olivenbraun, durch mehrere gelbliche Streifen unterbrochen: 
Vorderrand stärker gebogen als der Hinterrand. Der Wirbel wenig über das Gehäuse | 
vorstehend. Das Ligament kurz. Schloss stark.  Cardinalzühne sehr divergirend, Seiten 
zähne ziemlich stark und vorstehend. 

Höhe 18 millim. Länge 25 millim. Br. 10 millim. | 

Vorkommen: In grösseren, fliessenden oder stehenden Gewässer n, in Teiche, | 


* Da mir von den zweischaligen Mollusken überhaupt, von den Najadecn aber insbeson“ 
dere nur sehr wenig Materiale zu Gebote steht, welches gar nicht hinreichen kann, um daraus 
Schlüsse über locales Vorkommen und locale Varietäten zu ziehen, so ‚basire ich mich hier ИП 
Allgemeinen auf den Artikel, der von Dr. Novotny verfasst in der „Ziva“ 1862 erschien. Es 
werden daselbst die Diagnosen der in Böhmen bisher aufsefündenen Conchiferen und einige ihre! 
Fundorte angeführt. Einen detaillirten Ueberblick des wirklichen Standes werde ich erst dann 
geben können, bis sich mir Gelegenheit bieten wird ein grösseres Materiale zu sammeln, was, wit 
ich hoffe, bald geschehen wird. 


IV. 123 


Gebirgsbächen und Flüssen, ziemlich verbreitet aber nicht immer zahlreich. Im Eulen- 
bache, in den alten Elbelachen bei Brandejs und in der Moldau bei Prag. 

93. Sphaerium corneum Lam. 

Moq. Tand. II. p. 591 pl. LIII. f. 17—30. Novotny, Ziva 1862 Duke 

Schale rundlich-eifórmig, fast kugelig, fast gleichseitig, schwach und unregelmässig 
quer gestreift, fest, etwas glänzend, olivengriin, die Grundfarbe jedoch mit gelblichen 
Streifen unterbrochen. Hinterrand weniger gebogen als der Vorderrand. Ligament ge- 
wöhnlich von Aussen nicht zu sehen. Schloss stark. Cardinalzähne schwach, divergirend. 
Seitenzühne ziemlich ausgebildet. Wirbel sehr gewölbt. 

Höhe 9 milim. L. 12 millim. Вг. 6 мі, 

Vorkommen: In ähnlichen Verhältnissen wie vorige und ebenso verbreitet. Im 
Kulaubache bei Tetschen, in der Elbe bei Mittelgrund, in der Moldau bei Prag, bei So- 
hotka und Brandejs a. d. E. 

94. Sphacrium lacustre Müll. 

Syn: Sphacrium caliculatum Drap. Y 

Moq. Tand. П. p. 593. pl. LIM. f. 34—39. Novotny, Ziva 1862 p. 134. 

Schale abgerundet, zusammengedrückt, fast gleichseitig, sehr fein gestreift, zart, 
etwas durchsichtig, glänzend, schwach, aschgrau, mit gelblichen Streifen durchsetzt. Unter- 
rand gelblich gefärbt.  Vorderrand stärker hervorstehend als der Hinterrand, beide fast 
Abgestutzt, Ligament kurz, von Aussen nicht zu sehen. Die Wirbel sehr gewölbt, 
hervorstehend. Schloss nicht breit. Cardinal- wie Seitenzähne nicht sehr ausgebildet. 

Höhe 7 міт. Länge 8 millim. Breite 5 millim. 

Vorkommen: In stehenden Gewässer‘, Teichen, Lachen und Gräben, ziemlich 
selten. In der alten Elbe bei Libisch (Novotny), in einem Graben bei Bysie. Neuer!ich 
fand ich zahlreiche Exemplare in einer Pfütze unweit Sadskä. 


Genus Pisidium ©. Pfeiffer. 


95. Pisidium fontinale Drap. 

Syn: Pisidium pusillum Gmel. 

Mon, Tand. И. p. 587 pl. ШІ. f. 38—42. Novotny, Ziva 1862, p. 134. 

Gehäuse rund, zusammengedrückt, kaum ungleichseitig, fein und ziemlich regel- 
Mässig quer gestreift, glänzend, zart, etwas durchsichtig, gelblich.. Vorderrand mehr ge- 
bogen als der Hinterrand. Wirbel nicht stark hervortretend, etwas aufgetrieben. Cardinal- 
"ihne sehr klein, fast parallel. Seitenzühne nicht stark. 

Höhe 2 millim. Linge 3 milim. Br. 1'/, millim. 
{ Vorkommen: Nicht häufig im nördlichen Böhmen, im Eulenbache bei Tetschen, 
im Poltzen und in kleineren Gewässern der böhmischen Schweiz.  Desgleichen in der 
alten Elbe bei Brandejs und in der Moldau bei Prag. 

96. Pisidium obtusale Lam. х 

Мос. Tand: П, p. 588. pl. LII. f. 43—46. Novotny, Ziva 1862 p. 134. 

Schale rundlieh-dreieckig, sehr gewölbt, ungleichseitig, nicht stark quer gestreift, 
zart, durchscheinend, glänzend, gelblich hornbraun, mit lichterem Unterrande. Vorderrand 
Mehr vorstehend als der Hinterrand, dieser ziemlich stark gebogen. Oberrand stark vor- 
stehend, winkelig. Wirbel sehr gewölbt, aufgetrieben, hoch.  Cardinalzühne ` schwach, 
nicht, divergirend, Seitenzähne nicht stark entwickelt. 

Höhe 3 milim. 1. 3 millim. Br. 2 milim: 
i Vorkommen: In stehenden oder langsam fliessenden Gewässern. In der alten 
Elbe bei Drandejs und den Moldaulachen bei Prag. 

Pisid'um obliquum Lam. 
| Ob diese Art in Böhmen vorkommt, kann ich noch nicht mit Gewissheit be- 
"Wpten, Novotny gibt keinen Fundort ап, obzwar er sie als in Böhmen vorkommend 
anführt. Ich habe sie bis jetzt lebend nicht gefunden, einzelne Schalen finden sich in 
den Torflagern von Byschitz. 


124 IV. 


Fam. Najades. 


Thier zusammengedrückt, eiförmig bis rautenförmig. Mantel nur am Oberrande 
geschlossen. Fuss breit, lang und dick, gewöhnlich zungenförmig. Keine Siphonen. 

Schale ungleichseitig, gleichklappig, ziemlich fest, bauchig oder niedergedrückt. 
Schloss mit Leisten und Zähnen, oder auch ohne diese. 5 Muskeleindriicke, die 80 
wöhnlich zu 2 und 3 gepaart sind. Ligament äusserlich, länglich und rund. 


Uebersicht der Gattungen. 


1. G. Unio. Thier verlängert, eiförmig, oder rhombisch. Mantel am Unterrande 
frei, das Aussenblatt der Kiemen mit ihm verwachsen. Kiemen aus fast geraden Röhr- 
chen bestehend. 

Schale eiförmig, gerundet, verlängert oder rhombisch, mehr oder weniger stark, 
ungleichseitig, die Vorderseite kürzer als die Hinterseite, die Wirbel erhaben. Cardinal- 
zühne auf jeder Seite 1, einfach oder getheilt. Ein gleiches Verhältnis bei den Schloss 
leisten, die sich von den Cardinalzihnen zum Vorderrande ziehen. 

9. G. Margaritana. Thier ähnlich wie bei Unio. Das Aussenblatt der Kiemen 
am Hinterrande nicht mit dem Mantel verwachsen. ' 

Schale eiförmig, verlängert, stark, ungleichseitig, die Vorderseite kürer als die 
Hinterseite, Wirbel erhaben.  Cardinalzühne wie bei Unio. Schlossleisten fehlen, oder 
sind nur in der Jugend etwas ausgebildet. Der Fussmuskeleindruck ist dreitheilig. 

3. G. Anodonta, Thier ähnlich wie bei Unio, і 

Schale eiförmig, verlängert oder rhombisch, dünn, ungleichseitig, Vorderseite 
kürzer als die Hinterseite, Wirbel abgeflacht. Schloss zahnlos. Keine Schlossleisten. 


Genus Unio Retz. 


97. Unio pictorum Linn. (Lam). 

Moq. Tand. II. p. 576 pl. L. f. 8—-10 pl. LI. f. 1—10. sa 

Rossm. Icon. Bd. L H. L p. 118. fig. 71 a, b. H. Ш. yp. 28 f. 190. Н. ү. 
VI, р. 54 f. 409. Bd. П. H. IX, X, p. 10 f. 587—590. Н. XI. p. 14. f. 741. H. XII. 
р. 30—31 f. 769—768. Fig. 765 speciell die Form aus der Moldau bei Prag. 

Novotny, Živa 1862 p. 131. 

Schale verlüngert-eifórmig, etwas bauchig, nach hinten verschmülert und ausge“ 
zogen, fest und dick, gegen das hintere Ende aber dünn, grüngelb, gegen den Vorder- 
und Hinterrand dunkler, meist kastanienbraun gefärbt, mit vielen dunkelbraunen Streifen 
durchzogen, selten mit grünen Strahlen, die vom Wirbel zum Hinterrande gehen. Ober- 
rand etwas gebogen, der Unterrand gerade oder etwas ausgeschweift, beide fast parallel. 
Vorderrand rund.  Hinterrand ausgezogen, mehr, weniger gerundet zugespitzt, gewöhnlich 
schräg abgestutzt. Oberrand und Hinterrand laufen in einem sehr stumpfen Winke 
zusammen. Wirbel aufgetrieben, einander zugekehrt, seltener runzelig, gewöhnlich ab- 
gerieben. Ligament lang und dünn. Schlosszihne sehr zusammengedrückt , ziemlich 
scharf, im Ganzen nicht sehr entwickelt. Die Vorderhälfte des Zahnes der linken Seite 
ist überwiegend über die Hintere. Schlossleisten mittelmüssig. 

Höhe 30—40 millim, Länge 70— 110 millim. Br. 20--30 millim. 

Vorkommen: In langsam fliessenden Gewässern. Die gemeinste der böhmischen 
Unionen, welche sich in allen grösseren Flüssen und Bächen findet. In der Moldau, 
Elbe, der Eger, Säzava, im Polzen u. s. f. Nach der Beschaffenheit des Wassers ändert 
sie sehr leicht ihre Gestalt, doch immer nur in Nebendingen einzelner Richtung. Häufig 
ist sie anzutreffen in Gesellschaft von \ 

98. Unio tumidus Retz. 35 

Мод. Тарі. П. p. 577 pl. LI. f. 11—14. Rossm. Icon. Bd. I. Н. I. p. Hi 


IV. 125 


L 70 а, b. Н. П. p. 27 f. 202—204. Bd. П. Н. VII, ҮШ, p. 41 f. 542. Н. XII, p. 
32 f, 772—777. Bd. Ш. Н. 17, 18 p. 138 f. 969. 

Novotny, Ziva 1862 p. 131. 

1 Schale verlängert-eiförmig, bauchig, stark und dick, vorne aufgetrieben, nach 
hinten zu verschmälert und schräg abgestutzt, grün bis braungelb, mit grünlichen Streifen 
durchsetzt. Es herrscht manchmal auch ein entgegengesetztes Verhältnis in den Farben. 
)berrand gebogen, Unterrand ebenfalls, nie eingedrückt; Vorderrand zugerundet, Hinter- 
rand spitz-zugerundet oder schräg gestützt. Schild von zwei stumpfen von den Wirbeln 
“um Hintertheile laufenden Kanten, so wie von grünen Strahlen begränzt. Wirbel stark 
aufgetrieben, erhaben, sich berührend, häufig aber abgerieben. Ligament stark. Zähne 
Stark, die beiden Hälften in der linken Schale einander ziemlich gleich, eine tiefe Grube 
m sich fassend. 

Höhe 30—40 millim. Länge 70—100 millim. Br. 20—30 millim. 

Vorkommen: An denselben Orten wie vorige. Liebt besonders reines Wasser. 

99. Unio batavus Lam. 

d Мод. Tadd. П. p. 571 pl. XLIX. f. 7, 8. Rossm. Icon. Bd. I. Н. II. p. 20 
f. 128. Н, V, V p.66 £414. Bd: IL Hi; XLop. 14 f 746; 

Novotny, Ziva 1862 p. 180. 

Schale eirund, bauchig, aufgetrieben, ziemlich stark gelb- bis blaugrün, seltener 
dunkel kastanienbraun und mit gelblichen Streifen durchsetzt, immer mit dunkelgrünen 

adialstrahlen versehen, die meist vom Wirbel zum Hinterrande sich erstrecken. Ober- 
rand wenig gekrümmt, Unterrand ebenso oder gerade, Vorderrand mässig gerundet, 
linterrand ausgebreitet, in die Länge ausgezogen und etwas schräg abgestutzt, doch 
leibt er im Ganzen gerundet. Wirbel nicht gross, aufgetrieben, einander zugekehrt, 
Serunzelt oder abgerieben. Schlosszähne klein aber verhältnissmässig stark. Liga- 
ment schwach. 
Höhe 25—30. Länge 40—60. Br. 10—15 millim. 
Vorkommen: In fliessenden reinen Gewässern. In allen kleineren Flüssen 
' der Eger, Säzava, Mies. In der Moldau bei Prag seltener. Wird wohl auch 
11 der Elbe vorkommen. In der Eger bei Laun ist sie gemein. 

100. Unio erassus Retz. 

Moq. Tand. p. 570 pl. XLIX. f. 3, 4. Rossm. Icon. Bd. I. H. II. p. 19 f. 126, 127. 
Novotny, Ziva 1869 p. 130. 

Schale eiförmig, bauchig, dick und fest, braungelb bis dunkelbraun, mit schönen 
dunkelgrünen Strahlen, die meist von den Wirbeln zum Hintertheile gehen, geziert. 
кушу gebogen, Unterrand ebenfalls, seltener gerade oder etwas eingedrückt, Vorder - 
Com en Hinterrand ebenfalls, zuweilen auch in wenig gebogener Linie schräg ab- 
FM at. Wirbel flach, klein, abgerieben *. Ligament stark.  Cardinalzühne stark und 

^S Bekerbt. Schlossleisten sehr stark. 

Höhe 30— 40 millim. Breite 25 —35 millim. 

К. Vorkommen: In Flüssen mit klarem, nicht zu schnell fliessendem Wasser. Ge- 
in der Moldau und Elbe. 


Böhmens, 


Genus Margaritana Schuhm. 


101. Margaritana margaritifera Linn. 

Moq. Tand.-IL'p;:566 pl XLVII./Rossm. Icon. Bü. I H. I. p. 120 f. 72 —74. 

Ziva 1862 p. 181. 

odio Sehale länglich-eiförmig, sehr zusammengedriickt , ziemlich stark, dunkelbraun 

Mite Oberrand gekrümmt , Vorderrand etwas verschmiilert und zugerundet, 

geri and verlängert und ausgebreitet, das Einde selbst zuweilen etwas schräg abgestutzt, 
vundet. Unterrand ausgeschweift. Wirbel flach, immer stark abgerieben. Ligament 


Novotny, 


* Rossmässler bemerkt, er habe niemals Exemplare mit unverletztem Wirbel gesehen. 


a 


126 IV. 


stark. Schild beiderseits:durch eine seichte Furche begrünzt. Schildchen unbedeutend. 
Cardinalzühne nicht stark, rechts ein konischer uud gekerbter Zahn, der in die Grube 
des zweiten genau passt. Ausser den gewöhnlichen Muskeleindrücken, die ziemlich ent- 
wickelt sind, bemerkt man in der Schale an 30 kleine Eindrücke, die von Sehnen, 
welche zur Befestigung des Mantels gedient haben, herrühren, 

Auch der Manteleindruck ist immer stark bemerkbar. Schlossleisten fehlen, nur 
in der Jugend sind sie zuweilen rudimentär entwickelt. Das Perlmutter ist durch oliven- 
gelbe- bis grüne Flecke verunreinigt.  Aehnliche Farben zeigen auch die Schichten, die 
beim. Abreiben der Wirbel zu Tage kommen. 

Höhe 40—50 milim. Länge 80—110 milim. Br. 20—30 millim. 

Vorkommen: In allen kleineren Flüssen und Düchen, welche aus dem Böhmer- 
wald nnd auch aus dem Riesengebirge kommen. Wegen ihrem Perlenreichthum wurde 810 
früher sehr geschützt und gepflegt. Die Perlenzucht wird jetzt aber nicht mehr be 
trieben. In hartem Quellenwasser kann sic nieht bestehen, sondern nur in weichem, 
reinem und stets fliessendem. Sie soll am meisten solche Stellen lieben, wo sich Sand 
mit vielen Kieselsteinen zusammen findet. Р 

Balbin gibt ihre Fundorte in der Otava, der Moldau und bei Tolenstein IM 
Riesengebirge an (Siehe auch Ziva 1862 p. 129). Desgleichen schreibt Zimmerman, 
dass die Otava die meisten Muscheln beherberge. Біо versichert, er habe sehr viele 
Muscheln in der Moldau von Frauenberg bis Hohenmauth angetroffen. Die Gegenden 
von Frauenberg, Suchomühle, Madelstein, Goldenkron, Rogau, Cistl, Kropfsdorf, Krisern 
und Rosenberg sollen besonders ergiebig sein. 


LI 


Genus Anodonta Cuv. 
102. Anodonta piscinalis Nilss. 
Syn: Anodonta variabilis Drap. А 
Мод. Tand. IL р. $61 pl. XLY. f.,5, 6.3 Rossm., Icon. „Ві. I, Hi IV. р. 23 
f, 28154 H, У, VI, ip. o7. 1. 416. Novotiyn Zina 1862, p..,.132; 

Schale rautenförmig-eliptisch, ziemlich bauchig, hinten zusammengedrückt, nicht 
stark gestreift, fest, glänzend, grünlich lichtbraun, mit schön grünen und braunen concen 
trischen Streifen durchzogen, die durch grüne Strahlen vorzüglich auf dem Hintertheile 
gekreuzt werden. Vorderrand zugerundet, Hinterrand ausgezogen und ausgebreitet, oben 
einen Kiel bildend, unten zugerundet. Oberrand sehr schief nach oben und hinten 8°- 
richtet, mit dem Kiele des Hinterrandes einen scharfen Winkel bildend, gebogen. Unter- 
rand gebogen, häufig etwas eingedrückt. Schild sehr zusammengedrückt, erhaben, einen 
Kiel bildend, durch dunkle Strahlen und eine sehr seichte Furche  begränzt. Wirbe 
aufgetrieben, oben abgeflacht, glatt, gewöhnlich etwas abgerieben. Das Ligament nicht 
stark, zum Theil bedeckt. 

Höhe 50 millim. Länge 70 millim. Br, 15 millim. 

Vorkommen:. In nicht zu tiefen Flüssen und Lachen, in Böhmen nicht selten, 
in der Moldau, der alten Elbe bei Brandejs und Neu-Benätek, in der Elbe bei Tetschen. 

103. Anodonta cygnea Linn, 

Мод. Tand. IL. р; 557 pl. XLIII, ХУ. 

Rossmunleon, Bar kl Top LA Till Voi ee ш. Н. 
17, 18 p. 136 f. 971. Novotny, Ziva 1869 p. 132. 

Schale gross, breit eiförmig, aufgetrieben bauchig, sehr stark gestreift und 867 


furcht, verhültnismáüssig. dünn und leicht, etwas glänzend, sehmutzig-olivengrünlich od 
gelblich, mit vielen grünlichen, braunen und gelbliehen Streifen durchzogen und an 


Hintertheile mit vielen grünlichen Strahlen geziert, von denen die breitesten З das Schild 
begrünzen. Oberrand wenig gebogen, Vorderrand gerundet, Unterrand ebenfalls, Hinter“ 
rand verlängert, in einen stumpfen Schnabel auslaufend, von oben. etwas schief gestutat- 
Der Winkel des Kieles sehr stumpf. Wirbel etwas aufgetrieben, oben flach und went 
abgericben. Ligament stark. 

Höhe 90 —110 millim.. Länge 130—200 millim. Br. 45--60 millim. 


IV 127 


à Vorkommen: In tiefen und grossen Teichen mit sehlammigem Grunde, desgleichen 
in Flüssen an schlammigen Orten. Sehr gemein Bei Aussig, Pardubitz, Hořic, im süd- 
lichen Böhmen, in der Elbe bei Podébrad, Kolín und Pardubitz, in der Mies und Moldau. 

104. Anodonta cellensis Schrót. 

Syn: Anodonta cygnea Lin (Moq. Tand.) 

Мод. Tand. siehe oben. Rossm. Icon. Bd. I Н. IV. p. 29. f. 280. und Bem. 
Bd, ш, II. 17, 18 p. 136—138. 

Novotny, Ziva 1862 p..,182. 


Zogen und mit Strahlen geziert, Schild durch 3 Strahlen begrünzt. Vorderrand gerundet, 

Iberrand sehr wenig gebogen, Unterrand gerade, meist aber etwas eingedrückt. Hinter- 

rand verlängert, in einen schürferen Schnabel als bei voriger auslaufend. Winkel des 

Kieles stumpf. Wirbel flach, weiter nach vorne stehend als bei voriger, abgerioben. 

Ligament stark. 

Höhe 65—80 millim. Länge 130—160 millim. Br. 40—55 millim. 
Vorkommen: Nicht selten in grösseren Teichen und Lachen. Bei Prag, Brandejs, 

Kostelec a. d. E, 

Bemerk ung. Es ist nicht leicht diese Art von der vorigen sicher zu unterscheiden. 
Im Allgemeinen ist die Schale der Anodonta cellensis mehr verlängert, bauchiger, 
Oberrand und Unterrand parallel, die bräunliche Färbung überwiegend. Durch zahl- 
reiche Uebergangsformen verlieren aber alle diese Kennzeichen mehr oder weniger 
ihren Werth. In solchen Umständen ist es am besten sich Kriteria vom Thiere 
selbst zu holen. Die Farbe des Thieres von Anodonta cellensis ist blassgrau 
oder grün-gelblich, der Mantelrand und Fuss licht mennig-gelb. Bei A. cygnea 
Thier blassgelb, Mantelrand und Fuss lebhaft mennig-gelb, selbst röthlich. Es sind 
diess Unterschiede, die einem aufmerksamen Beobachter sogleich in’s Auge fallen. 
Ebenso ist das Perlmutter bei A. cellensis milchweiss, doch immer lebhaft irisierend 
und mit grünlichem oder bläulichem Schimmer, während A. cygnea ein milchweisses, 
am Hintertheile röthliches, sehr oft aber ein gänzlich rosenrothes oder rothgelb- 
liches bildet (Siehe auch darüber die Bem. Rossmässlers). 

105. Anodonta ponderosa Pfeif. i 

Rossm. Icon. Bd. I. H. IV. p. 24 f. 282. Novotny, Ziva 1862 p. 133. 

Schale mittelmässig gross, eirund, in der Höhe schwankend, bauchig, stark ge- 
streift und gefurcht, dick, schwer, dunkel olivengrün bis braun, mit grünen Strahlen ge- 

“dert, die auch das Schild begrünzen. Oberrand etwas gekrümmt, Vorderrand zugerundet, 

‘errand gerade oder gewöhnlich etwas eingedrückt, Hinterrand gerade, mit dem Ober- 
rande einen stumpfen Kielwinkel bildend, unten in einen ziemlich stumpfen Schnabel aus- 
laufend. Schild nicht breit. Wirbel aufgetrieben, gewöhnlich . fast bis in die Hälfte der 

Schale abgerieben. Ligament lang und schwach. 

Höhe 70—80 millim. Länge 120—145 millim. Br. 40—60 millim, 

1 Vorkommen: In grösseren fliessenden Wiissern, in Flüssen und grossen Bichen. 

Selten in der Moldau bei Prag. 

emerkung. Diese Art variirt sehr in der Form ihrer. Schale. Das einzige feste 
Kriterium ist die ausserordentliche Schwere der Schale, die schon bei jungen 
Exemplaren sehr auffalend ist. 

106. Anodonta complanata Ziegl, 

Moq., Тапа, LI. p..,560.. pl. XLV, Läb ,Ңовзш„ „1600. „Ва. 1. H ТҮ. p. 24 f. 

I. p. 119. £. 68. | Novotny, Ziva. 1862 p. 133, 

Schale nieht gross, eifórmig, sehr zusammengedrückt, nicht stark gestreift, dünn, 

übraun bis olivengrün, mit braunen uud grünlich braunen Streifen. Ober rand gegen 

135 hintere Ende stark aufsteigend, mit dem Hinterrande einen sehr stumpfen Kiel winkel 

Чоц, Vorderrand schmal, gerundet, Unterrand ziemlich gebogen, Hinterrand schräg und 

Serade herablaufend, mit dem Unterrande einen stumpfen Schnabel bildend, Schild sehr 


283, H, 


Olive 


128 IV. 


zusammengedrückt, nicht scharf gekantet, durch grüne Strahlen begränzt. Ligament lang 
und schmal. 

Höhe 45 millim. Länge 75 millim. Br. 20 millim. 

Vorkommen: In grösseren Flüssen mit reinem Wasser. Sie wurde in neuerer 
Zeit in der Moldau bei Prag gefunden, ferner in der Elbe bei Podebrad und Kolin, in der 
Chrudimka und der Eger. Sie ist selten. 

107. Anodonta anatina Linn. 

Мод. Tand. II. р. 558 pl. XLV. f. 1-2. Rossm, Icon. Bd. I. H. V, VL P. 
57 f. 407—490. Novotny, Ziva 1862 p. 133. 

Schale klein, rautenförmig-elliptisch oder eifórmig, zusammengedrückt, stark 80 
streift, dünn und zerbrechlich, gelb- oder graugrün gefärbt, gegen die Wirbel manchmal 
rostbraun, selten mit Strahlen. Vorderrand zugerundet, Oberrand etwas gegen hinten auf- 
steigend, mit dem Hinterrande einen scharfen Kielwinkel bildend, dieser etwas eingedrückl. 
Unterrand gebogen, seltener etwas eingedrückt, mit dem Hinterrande 3n einen stumpfen 
Schnabel auslaufend. Wirbel sehr weit nach vorne stehend, aufgetrieben, wellig, seltener 
abgerieben. Schild sehr zusammengedrückt und erhaben, durch kaum bezeichnete Strahlen 
begränzt. Ligament schmal, den W rbeln in den Vorderraum folgend. 

Höhe 80—45 millim. Länge 50—70 millim., Br. 15—25 millim. 

Vorkommen : In Gewässern von kleineren Dimensionen mit reinem, fliessendem 
Wasser, meistens in Büchen und Quellen. Bei Prag in einem kleinen Moldauarme. Selten. 


—A A — 


ANHANG. 


Da mir die letzten Bünde der „Malacozoologischen Blätter“ nicht rechtzeitig ZU 
Handen gekommen waren, konnte ich den Artikel des Herrn Dr. Lehmann „Zur 
Molluskenfauna von Carlsbad und Franzensbad“, der im 12. Bande 1865 p. 91—100 
dieser Zeitschrift enthalten ist, nicht gehörig berücksichtigen, und bin genóthigt in diesem 
Anhange nur die Namen derjenigen Specien anzuführen, die in dem Verzeichnisse enthalten 
mir nach meinen Erfahrungen aus Böhmen noch nicht bekannt waren. Es sind diess d 
der Umgebung von Karlsbad: Arion brunneus Lehm. A. hortensis Fér., A. subfuscus Fer. 
Limax cinctus Müll, Hyalina nitidula Drap., Helix fulva Drap, Hel. pygmaea Drap 
Hel. obvoluta Müll, Hel. rubiginosa Zgl, Vertigo edentula Drap., Clausilia dubia Drap. 
Aus der Umgebung von Franzensbad: Pupa bigranata Rossm., Clausilia nigricans Pult., 
Planorbis Rossmässleri Auersw., Plan. (Segmentina) nitidus Müll, Acme linearis Drap» 
Clausilia pumila Z., Anodonta rostrata Koch. 

Die hier genannte Gegend gehört zu den bisher nicht von mir bereisten und da 
mir auch keine Oviginalexemplare zu Gebote stehen, so muss die specielle Behandlung 
dieser für Böhmen neuen Arten einem späteren Nachtrage vorbehalten werden. 

Ich will nur noch meine Bitte um reichliche Einsendung von Materiale wieder- 
holen, da man aus dem Angeführten leicht ersehen kann, dass nur ein längeres Ver- 
bleiben und Sammeln an einem Orte zu einem vollkommeneren Resultate führt, welches 
auf einfachen Ausflügen niemals erreicht werden kann. 

Ich hoffe zuversichtlich, dass sich die Anzahl der in Böhmen bekannten Arten 
bald verdoppeln wird, sobald ich nur einigermassen von den Herren Localsammlern 
werde unterstützt werden. 


| 
| 
1 
| 


Systematische Uebersicht der bisher in Böhmen 
aufgefundenen Arten. 


Classis Gastropoda. 
rdo Pulmonata 
Fam. Arionidae. 


er 


N 


Fam, Helicidae. 


Limax agrestis Lin. 


D фа خر‎ o 


b) var. luctuosus. 
€) var. rufescens. 
. Vitrina elongata Drap. 
a Vitrina diaphana Drap. 
y Vitrina pellucida Drap. 


OO N 


0. Daudebardia rufa Drap. 


11. Succinea putris Lin. 

12, 

14, Helix pomatia Lin, 
b) var. sinistrosa. 
€) var. scalaris. 


h . H 
15. Helix arbustorum Lin. 


b) var, luctuosa. 

©) var. alpestris. 
16, Helix hortensis Müll. 

b) var. minor. 


к var, fuscolabristu 


- Helix austriaca Mühlf. 
Sg Helix aculeata Müll. 
2 Helix fruticum Drap. 
29. Helix incarnata Müll. 
pis Helix vicina Rossm. 
ar Helix strigella Drap. 
“3. Helix umbrosa Partsch. 
24, Helix hispida Lin, 
a Helix sericea, Drap. 
46. Helix costulata Zgl. 
27.' Helix obvia Hartm. 


rn Helix faustina Zgl. 

30. Helix pulchella Müll. 
AA Helix rotundata Müll. 
32. Helix ruderata Stud. 
on Helix holoserica Stud. 
94. Helix personata Lam. 
. Helix Cobresiana Ald. 


. Arion rufus. var. ater Lin. 
0) var. m arginatus. 
- Zonites verticillus Pfeiff. 


Limax marginatus Drap. 


. Lim arborum Bouch- Chant. 
Limax cinereo niger Wolf. 


Succinea Pfeifferi Rossm. 
13. Suceinea oblonga Drap. 


9 4 А 
“8. Helix ericetorum Drap. 


nn 


36. Helix bidens Gmel. 
37. Helix lapicida Lin. 
38. Helix nitida Müll. 
39. Helix cellaria Müll. 
40. Helix glabra Stud. 
41. Helix nitens Mich. 
42. Helix pura Ald. | 
48. Helix erystallina Müll. 
44. Helix hyalina Fer. 


45. Bulimus montanus Drap. 
46. Bulimus obscurus Drap. 


47. Bulimus tridens Drap. 


48, Achat. subcylindrica Lin. 


b) var. exigua. 


49. Achatina acicula Müll. 


50. Clausilia laminata Montf. 
51. Clausilia biplicata Montf. 

р) var. grandis. 
52. Clausilia plicata Drap. 
3. Clausilia plicatula Drap. 
b) var. pumila. 
54. Glausilia ventricosa Drap. 
55. Olausilia parvula Stud. 
56. Clausilia rugosa auct. 
57. Clausilia ornata Zgl. 
58. Pupa frumentum Drap. 
59. Pupa doliolum Brug. 
60. Pupa muscorum Lin. 

б) var. edentula. 

€) var. bigranata. 
61. Vertigo minutissima 

Hartm. 
62. Vertigo pygmaea Drap. 
63. Vertigo antivertigo Drap. 
64. Vertigo Venetrii Charp. 
65. Vertigo pusilla Müll. 
Fam, Limnaeidae. 

66. Planorbis fontanus Lightf. 
67. Pl. marginatus Drap. 
68. Planorbis carinatus Müll. 
69. Planorbis vortex Drap. 
70. Planorbis spirorbis Müll. 
71. Planorbis albus Müll. 
72. Planorbis laevis Ald. 
73. Planorbis corneus Drap. 
74. Planorbis contortus Lin. 
75. Physa fontinalis Lin. 
76. Physa hypnorum Lin. 


77. Limnaea auricularia Drap. 

5) var. fragilis. 

€) var. ampla. 

d) var. minor. 

78. Limnaea ovata Drap. 

79. Limnaea vulgaris Pfeiff. 

80. Limnaea peregra Müll. 
+Û) var. diaphana. 

C) var Minor, 

d) var. pachygastra. 
81. Limnaca stagnalis Lin. 
82. Limnaea truncatula Müll. 
83. Limnaea palustris Müll. 
84. Ancylus fluviatilis Müll. 

Fam. Auriculacae. 
85. Carychium minimum Müll. 
Ordo Prosobranchia. 
Fam. Paludinidae. 
86. Paludina vivipara Lin. 
87. Paludina fasciata Müll. 
88. Bythinia tentaculata Lin. 
89. Paludinella austriaca 
Frauenf. А 
90. Valvata piscinalis Müll. 
91. Valvata cristata Müll. 


Cl. Lamellibranchiata. 

Ordo Exocardines. 
Subordo Dimyaria. 
Fam. Cyprinacea. 

92. Sphaerium rivicola Lam. 

93. Sphaerium corneum Lam. 

94. Sphaerium lacustre Müll. 

95. Pisidium fontinale Drap. 

96. Pisidium obtusale Lam. 
Fam. Najades. 

97. Unio pietorum Lin. 

98. Unio tumidus Retz. 

99. Unio batavus Lam. 

100. Unio erassus Retz. 

101. Margaritana margariti- 

fera: Lin. 

102. Anodonta piscinalis Nilss, 

103. Anodonta cygnea Lin. 

104. Anod, cellensis Schröt. 

105. Anod. ponderosa Pfeiff. 

106. Anod. complanata Zgl. 

107. Anodonta anatina Lin. 


9 


Eulimax arborum 

== cinereo-niger 

— unicolor . 
ulmaria auricularia 

ovata 

Ti peregra . 

+ vulgaris 

Gyraulus albus 

— laevis i 

Gyrorbis carinatus 

— marginatus 

7 spirorbis 

> vortex 

Helicella costulaia 

= ericetorum . 

— obvia iv 
Telicodonta per sonata 
Helicogena pomatia . 
elix 

Helicidae 

Helix aculeata . . . 

— arbustorum 
) luctuosa 

©) alpestris — 

Helix austriaca 

— bidens, 

= cellaria 

Cobresiena . . . 

ММС Ова ба 

~ costulata . 

™ crystallina 

ericetorum 

faustina 

— fruticum . 

b) turfica, hee 

Helix glabra . 

— hispida 

77 holoserica, 

— hortensis 

›) minor на 

©). fuscolabiata 

Helix hyalina. 

— incarnata 

lapieida 

™ lucida 

monodon 

> nitens 

FR nitida 

nitidosa 

obvia , 

personata 

pomaria 

pomatia , 


H 


D 


Seite 
92 
99 
92 


Hiën d 16 


H 


116 


‚ 117 


116 
114 


„114 


113 
112 
113 


. 113 


H 


D 


99 
99 
99 
101 
95 


b) sinistrorsa 

с) scalaris , UT e 
Helix pulehella . . 

DUS Cuv 

— rotundata . . 
--ruderata. . . 
Buet а 
— striatula E 
— strigella . . 


— umbrosa SS an 
— unidentata « 
-ewiduna 2... d 


Hippeutis fontanus 
— lentieularis . 
Hyalina cellaria . . 
— crystallina. . . 
+ glabra . . . 


-— hyalina . mr 
— mens. . . , 
— nitida. 

— pura . 
Hygromanes fruticum 
— incarnata . . 
— vicina. 


Iphigena biplicata 

— parvula . 

— plicata . . . 
— plicatula . . 
„что o. 
<i gentricost .. . . 
Isthmia antivertigo 
— minutissima . . 
— pygmaea 

Limax 

Limax agrestis 

— arborum 

— cinereo-niger 

b) luctuosa 

€) rufescens 

Limax cinereus , 

— marginatus 

— maximus 

— unicolor 
Limnaea 
Limnaeidae . 
Limnaea auricularia 

b) fragilis 

c) ampla 

d) minor 
Limnaea ovata 
=== MOTOR, 5. 7. os 
b) diaphana 

c) minor 


Seite 
95 
95 

100 

104 

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104 
97 
97 
97 

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107 
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112 
111 
LAN 
116 
116 
116 


"The 


117 
117 
117 


Verzeichniss 


der 


Spinnen des nördlichen Böhmens. 


Emanuel Barta, 


Lehrer der Naturgeschichte an der Realschule zu Leitomischel. 


Einleitung. 


Die Grundlage zu vorliegendem Verzeichniss der Spinnen des nördlichen 
Böhmens lieferte vor allem das reiche Material, das ich während der im Auftrage 
des Comités zur naturhistorischen Durchforschung Böhmens gemachten Excursionen 
in den Jahren 1864—66 gesammelt habe. 

Ich untersuchte die Gegenden von Teplitz, Tetschen, Bensen, Böhmisch- 
Kamnitz, Dittersbach, Aussig und Tissa, dann das Iserthal von Benätek bis Tur- 
nau, das Egerthal bis Laun sowie die Elbeufern zwischen Leitmeritz und Aussig. 

Ausserdem erhielt ich noch von mehreren anderen Lokalitäten gutes Material 
von Dr. Frič, den Herren Lokaj, Slavik, Nekut und von Dr. Spott aus der Gegend 
von Jungferteinitz. 

Nachdem ich mit dem Bestimmen und Ordnen nach Ablauf von etwa zwei 
Jahren fertig wurde, vereinigte ich meine Erfahrungen mit denen, welche bereits 
einige Jahre früher von dem leider zu früh verstorbenen Museumsassistenten 
F. Prach gesammelt wurden und die in einer von ihm angelegten Sammlung böh- 
mischer Spinnen sowie in einem mit vielen Notaten versehenen Zettelkataloge nieder- 
gelegt sind. 

Die bei der Bestimmung der Arten benützte Literatur ist folgende: 


1. Walkenaer. Histoire nat. des Insectes apteres 1837. 

9. Koch C. L. Die Arachriden getreu nach der Natur abgebildet und beschrieben 
16 Bünde mit 563 Tafeln. Nürnberg, 1849. 

3. Koch C. L. Uebersicht des Arachnidensystems. Nürnberg, 1837 —50. 

4. Ohlert. Beiträge zu einer auf die Klauenbildung gegründete Diagnose und 
Anordnung preussischer Spinnen 1854. е 

5. Prach. Zivot a způsoby pavouků pravých. Ziva 1860. 

6. Prach. Monographie der Tonmisiden der Gegend von Prag nebst einem Ver- 
zeichniss der in der Umgegend von Prag vorkommenden Spinnen. Verhandlungen des 
k. k. zool, botan. Vereines in Wien 1866. (Von der Universität zu Prag gekrönte Preis- 
schrift, nach dem Tode des Verfassers veröffentlicht.) 


Die sämmtlichen in dem Verzeichnisse angeführten Arten sind in der Samm- 
lung des Museums aufgestellt und zwar nach einer neuen Praeparationsmethode, 


Araneae 
1. Fam. Radspinnen. Epeirides. 


1. Miranda cucurbitina Koch. Diese Art 
kommt sehr häufig in Böhmen vor. Sie hält 
Sich in Gärten, Wiesen und Waldungen am 
Gesträuch und Bäumen auf, unter Blättern im 
Spinngewebe sitzend und auf einem Spinnfaden 
Sich herunterlassend. Es wurden Exemplare auf 
dem Schneeberg *, in der Laubenschlucht bei 
Tetschen, in der Umgebung von Böhmisch- 
Kamnitz, Sehönlinde und Nollendorf, in. den 
Monaten Juli und August gefangen. Auch 
um Prag ist diese Spinne keine Seltenheit. 
(Prach). 
Miranda ceropegia. Walk. Ein männli- 
ches Exemplar wurde im Waldhause unterhalb 
der Ruine Waldstein bei Turnau im Mai ge- 
funden (Barta); es war 6“ gross und hatte 
Seschleehtsreife Taster. Auch im April und 
August findet man diese Art auf Krüutern 
bei Prag und im nordöstlichen Böhmen. (B.) 
Jungfr. Teinitz (Spt.). 
Epeira dumetorum Koch. Bine männ- 
liche Spinne wurde im Mai auf dem Wege 
von Gross-Skal nach der Ruine von Trosky 
gefangen; im August bei Lobositz (D.). 
“Peira pyramidata. Сеге. Am Fusse 
des Schlossberges bei Teplie wurde ein Exem- 
plar im niederen Walde gefangen. Sie sass 
Im Gespinnste, das zwischen 2 Bäumen aus 
gespannt war. Oefters findet man sie in Wal- 
(ungen, die Laub- und Nadelbäume enthal- 
ten. Kr& und Závisť (Pr.). 
uch im böhm. Gebirge an der baierischen 
Grünze, (Koch.) 
Epeira diadema. Walk. Im Herbste 
überall an sonnigen Stellen gemein. Die 
Yarietät mit weissen Flecken und Punkten 
im Gebüsche und zwischen Baumstämmen 
ihr vertikales Netz ausspannend (B.). 
"peira patagiata. Cl. Aus der Gegend 
"Um Tetschen , Bohm.-Kamnitz, Teplice wur- 
den einige Exemplare mit dem Schleppnetz 
Sefangen (В.). Im April bei Pardubic (P). 
"peira pinetorum. Koch. Im niederen 
alde, wo Eichen, Fichten und Föhrenbäume 
Semischt sich vorfanden, kam beim Роге 
Wotrubee eine Varietät vor, wo der weisse 
Gabelfleck am Rücken des Hinterleibes nicht 
eutlich ausgedrückt war (B.). 


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8. Epeiraarundinacea. ZL. Bei einem Wasser- 
graben auf der Wiese bei Wotrubee ein 
Männchen (D.) Auch bei Zävist, Jungfr.- 
Teinic (P.). 

9, Epeira quadrata Walk. Von dieser Art 
fand ich ein Exemplar auf einer Distel am 
Ufer eines kleinen Baches, der durch die Mitte 
einer Wiese bei Bürkigt unweit Tetschen sich 
schlàngelte. Sie sass unter dem Blüthenkopfe 
versteckt unter den anliegenden Blättern. Ihr 
nicht grosses Netz verband 2  Distelstengel. 
Kin zweites Exemplar wurde bei Prag gefangen. 
Scheint selten zu sein, 

10. Epeira sericata. Koch. In Tetschen an 
der Elisabethkettenbrücke in grosser Menge 
zwischen den einzelnen Eisenstangen das Netz 
ausbreitend. Auf einer hölzernen Brücke 
bei Bodenbach, dann bei Libwerda und Böh- 
misch-Leipa an sonnigen Stellen in der Mitte 
des Netzes sitzend (BL H Dr. Fé fand 
sie in der Umgebung von Melnik und Leit- 
meritz, H. Prach auf der Hetzinsel im April. 

11. Epeira umbratica. Walk. Unter loser 
Rinde auf einem Holzsaume sitzend fand man 
sie bei Nollendorf, auch bei Liben auf einem 
Felsen, Im August fieng man sie an einem 
Jimbaume unter der Rinde am Wege von 
Leitmeritz nach Skalic. 

12.Epeiradromedaria. Walk. Beim Schlep- 
pen am Fusse der Kulmerscheide. Im August 
sass sie bei Slavétin am Ufer der Eger auf 
einem niedriegen Baume in einem grossen 
vertikalen Netze; nahe davon befand sich ein 
zweites Netz, wo das Männchen sass, das jedoch 
nicht gefangen werden konnte, da es plötzlich 
niederfallend, spurlos im hohen Grase ver- 
schwand (B.). Zävist (P.). 

13. Epeira angulata. Cl. Jungfr.-Teinic (Sp.). 

14. Epeira bohemica. Koch. Bei Karlsbad 
im Juli (Koch.). 

15. Epeira Sumavensis n. sp. Diese Art 
fand H. Lokaj im Böhmerwalde. Sie ist in 
den Werken von Koch und Walkenaer nicht 
angeführt. Im Wiener Kabinet ist eine ähnliche 
Varietät von Epeira scalaris. Die Form dieses 
Exemplars scheint jedoch anders zu sein. 
Die Beschreibung dieser Art muss zu der 
Zeit, unterbleiben, bis wir mehrerer Exemplare 
habhaft werden (Pr.). 

iG, A tea melanogaster. Koch. In Skalic 
bei Leitmeritz wurde diese Species im August 
im niedern Walde am Baume im Netze sitzend 
gefangen (B.). 


* Abkürzungen: В. = Barta, P. = Prach, L. = Lokaj, Fr. = Frič, Sp. = Dr. Spott. 


35. Ero saxatilis Koch. Bei Jungbunzlau 
mit einer etwas sepiafarbigen Zeichnung am 
Hinterleibe, zwischen Steinen am Abhange 
der Iser. Ein zweites Exemplar, das daselbst 
gefangen wurde, war schwarz gezeichnet, 
welches das Männchen des früheren sein könn- 
te. Unterhalb des Jeschkenberges sass ein 
Individuum dieser Art in einem Gehäuse, das 
aus kleinen Holzsplittern zusammengeklebt 
war, wie bei einer Köcherfliege (B.). 

36. Ero atomaria A. Fand Н. Lokaj bei 
Prag. 

37. Theridium sysiphum, Sund. Ueberall 
ganz gemein. 

38. Theridium varians K. Gemein am 
niederen Gestriiuche, 

99. Theridium quadripunetatum Walk. 
"ese Spinne fand ich in einem niederen 

alde im hohen Grase unter einem brennend 

issen Steine sitzen. An dem fast kugelrunden 
Hinterleibe prangten die goldgelben Flecke 
Sehr hell, verwandelten sich jedoch im Spiritus 
In weisse Flecke. Auch der Hinterleib plattete 
sich ab, indem er sich zusammenzog. 

40. Theridium pietum X. Mehrere Exem- 
plare erhielt man geschleppt aus dem Egerthale 
und aus der Umgebung von Tetschen. 

41. Theridium redimitum Walk, Am 
linken Ufer der Elbe im Schilfe sitzend befan- 
den sich mehre Exemplare, Sowohl die weissen 
als die Varietät mit rothem Rückenstreifen 
ist ziemlich häufig. Dr. Frič brachte sie von 

| о еши; auch bei Prag gemein. (B., P.) 

19. Theridium lunatum К. Eine sehr 
häufig vorkommende Art an Brettzäunen und 
alten Gartenmauern. Das Männchen finden 
wir oft in der nächsten Nähe des Weibchens 
m demselben Netze sitzend, wo es die heran- 
nahende Gefahr nicht so schnell erkennt, als 
wenn beide Geschlechter in getrennten Gewe- 
ben vorkommen; denn da fallen sie bei der 
leisesten Berührung zu Boden und bleiben 
ane todt liegen. Ist gemein an Terassen (B.). 

43. l'heridium reticulatum Koch. Selten 
bei Karlsbad (hoch 1. 

4. Theridium guttatum Wd. Umgebung 

Prags (Pr.). 

45, .Theridium braecatum K. Ziemlich 

‚häufig bei Karlsbad (Koch.). 

9. Linyphia montana £L. Die gemeinste 
Spinne im nórdl. Bóhmen und um Prag. Ihr 
Srosses Netz heftet sie an Zweige von Gebüsch 
"nd Bäumen oder ileidolbeeren. Oft findet 
man mehrere Netze übereinander, die von 
verschiedenen Weibehen bewohnt werden. Im 
Monat September traf ich immer Männchen 
und Weibchen in einem und demselben Netze 
„sitzend, 

47, Linyphia pratensis Walk. In Kleefel- 
dern und an diesen nahe gelegenen Wiesen 
bei Münchengrätz gemein; ebenso bei Warten- 
berg, Turnau u. a. (B.). 

48. Linyphia phrygiana A. Ein Exemplar 


von Lobositz zeigt die Zeichnung des Hinter- 
leibes sehr gut ausgeprägt, die vier Streifen 
am Vorderleibe etwas verloschen und in einander 
übergehend, so dass ein aschgrauer Mittelfleck 


IV. 135 


dem blossen Auge erscheint, den man genau 
mit der Loupe erkennt (B.). 

49. Linyphia resupina K. Diese Art varürt 
sehr in der Art ihres Aufenthaltes. Sie ist 
sehr gemein im Egerthale auf Weidengesträuch, 
in Wäldern und Abhängen bei Tyssa, unter 
Blättern, Baumrinde und zwischen Steinen (B.). 

50. Linyphia marginata X. Auf niedrigem 
Gestrüpp im Walde an sonnigen Plätzen (Pr.). 
Auch spannen sie ihr Netz nach Art der L. 
montana auf Heidelbeeren aus (B.). 

51. Linyphia terricola Koch, Bei Karlsbad 
im Walde (Koch.). Ich Ben ein einziges Exem- 
plar bei Böhmisch-Kamnitz in’s Schleppnetz. 

52. Linyphia frutetorum X. Bei Kulmer- 
scheide, Turnau, Závist (B., P.). 

55. Linyphia circumflexa K. Diese Art 
scheint eine ausgebildete L. domestica Wied. 
zu sein. Man kennt blos des Weibchen von 
L. furcula. Koch und L. circumflexa ist wahr- 
scheinlich das Männchen. Atle diese 3 Arten 
haben denselben Aufenthaltsort, dunkle Winkel 
in Ställen (Rovensko), das epigynum von L. 
domestica und fureula ist kegelfórmig hervor- 
tretend. Die Füsse aller sind dunkel gestreift 
(Prach.) Für die Sonderung dieser 3 Arten 
spricht die Zeichnung auf dem Cephalothorax, 
man muss daher die Entwickelung aus dem 
Ei in Betracht ziehen. 

54. Linyphia bimaculata Lin. Zävist 
bei Prag (P.). 

55. Linyphia sp. Am Schlossberge bei 
Teplic (B.). 

56. Micryphantes erythrocephalus 
Koch. Bei Karlsbad, (Koch). 

57. Micryphantes nov. sp. Auf Zävist fand 
H. Lokaj diese Spinnenart ziemlich häufig 
in Ameisenhaufen. (P.) 

бё. Micryphantes ,crassipalpus К. 
Am Wege von Tetschen nach Tyssa (B.). 

59. Micryphantes rufipalpus Koch. Auf 

‚Wiesen bei Turnau bäufig (B.). 

60. Micryphantes bicolor Hahn. Mit M. 
crassipalpus zugleich geschleppt erhalten (B.). 

61. Micryphantes ovatus A. Im Grase auf 
den Wiesen am Iserufer bei Jungbunzlau (B.). 

62. Cheiracanthium nutrix К. In einem 
kleinen Feldwalde nahe bei Wartenberg (B.). 

63. Dietyna benigna Walk. Eine an 
niedern Bäumen und Sträuchern gemeine Art. 
Auch um Prag sehr häufig (P. B.). 

64. Bolyphantes trilineatus, Г, Im 
Grase am Fusse des Schlosses von Tetschen, 
ebenso bei Teplie (B.). Unter abgefallenen 
Blättern im Feber und November auf der Hetz- 
insel (Pr.). 

65. Pachygnatha Degerii Sund. Sehr ge- 
mein auf Pflanzen. Exemplare von Schnee- 
berg, Beneschau, Jungbunzlau. 

66, Pachygnatha Listeri X. Zwischen Bren- 
nesseln an der Schlossmauer bei Tetschen, 
und beim Thiergarten unterhalb Poppenberg. 
Am Wege von Jungbunz'au nach München- 
erütz. Der Thorax ist dunkel braun bis ins 
Schwarze übergehend, so dass die Zeichnung 
an demselben undeutlich geworden ist. Die 
Zeichnung am Hinterleibe ist weiss silberglün- 


138 


Armen dieser Art, bei Ruppau (1793), Jungfr. 
Teinitz. Auf Blumen in Wiesen und Gärten 
bei Bóhmisch-Kamnitz und Kón'gswald. Auf 
Wiesen bei Gabel und Ha‘da (B.). 

128. Thomisus pratensis.Z.. ar. von 
T. calyeinus. Ueberall im nördl. Böhmen in 
grosser Anzahl auf Blumen der Wiesen (B.). 


129. Thomisus dorsatus AL Auf Wiesen 


bei Turnau sehr gemein, Ebenso bei Jung- 
bunzlau (B. Pr.). 


130. Thomisus depressus Koch. Scheint 


im Walde nahe be Wartenberg nicht selten 
zu sein. Es wurden hier 2 Exemplare ge- 
fangen, die durch's Verstecken, oder durch's 
schnelle Herablassen von den Paumstämmen, 
an denen sie sassen, sich zu retten trachte- 
ten (B.). 

131. Thomisus globosus Fab. Bei Libáň 
auf Sträuchern (Pr.). Im Egerthale auf Pflan- 
zen der Uferwiese eine Var. mit brauner 
Zeichnung am oranggelben Ilinterleibe (B.). 

132. Thomisus horridus 75. Im Eichen- 
walde bei Slavetin. Bei Jungbunzlau am Ufer 
der Iser ebenfalls an jungen Kichenbäumen 
(Barta). 

133. Thomisus diadema H. (vel nov. sp.). 
Závist: (Pr.). 

184. Thanatus trilineatus, Koch. Nach 
einer Ueberschwemmung im Gestrüppe ganz 
nahe beim Wasser. Bei Rowensko auf Disteln 
(Pr.). Am Bache bei Auscha (B.). 

135. Xysticus audax Schr. Bei Karlsbad 
(Koch). Es gibt Varietäten. Diese kleine 
Spinne hält sich am liebsten im Gebüsch an 
sonnigen Stellen kleiner Wälder. Die me sten 
Exemplare stammen von Auscha, Haida, vom 
Berg Ranai, bei Laun (B.). 

136. Xysticus viaticus L. Im hohen Grase 
im Walde und auf Wiesen an der Iser, bei 
Turnau, Leitmeritz. Auch bei Prag. Im 
Riesengebirge (Pr.). 

137. Xysticus lanio Koch. Sehr häufig im 
nördl. Böhmen auf Gesträuch und Feldhölzern. 
In der Gegend von Eulau, Tyssa, Königswalde 
Bóhm.-Kamnitz (B.). 


138. Xysticus bifasciatus X. Sehr gemein 


im Grase und auf Blumen. Auf einer Wald- 
wiese bei Quitkau. 


189. Xysticus cinereus Koch. Auf der 


baierischen Gränze (Koch). 

140. Xysticus pini JI. Bei Tetschen im 
Walde, Jungfr.-Teinitz (Pr.). 

141. Xysticus. Im August an Wiesen von 
Leitmeritz durch Schleppen erhalten bis 
unterhalb der hohen Haide (B.). 

142 Xysticus sabulosus M. Bei Tetschen 
auf Anhöhen (Pr.) ‘und im Walde (B.). 


143. Xysticus cuneolus Koch. Bei Liban 


im kleinen Kieferwalde. In Zävist bei Prag 
1 Männchen (Pr.). 


144. Xysticus brevipes H. Auf der Hetz- 


insel unter Steinen (Pr.). 


145. Xysticus horticola K. Auf Zävist ein 


Junges Weib (Pr.). 
146. Philodromus limbatus S. Bei Slavötin 
im Gebüsch (B.). 


147. Philodromus aureolus Ol. An son- 


IV. 


nigen Stellen auf der Stachelbeere bei Tetschen 
(Pr.). Bei Jungbunzlau am Rande eines nie- 
deren Fichtenwaldes. Der Vorderleib stimmt 
mit der Beschreibung von Koch überein, nur 
sind die Ränder vom Thorax schmal, weiss, 
zickzackförmig eingeschweift. Auf dem ziegel- 
voth-punktirten Hinterleib sieht man den vor- 
deren rothen Fleck mit einer breiten holl- 
weissen Kinfassung, hinter der noch ein weisser 
Fleck liegt, auf der Hinterseite desselben 
sieht man weisse Striche. Eine weisse Ein- 
fassung findet sch auch an den Schenkel- 
gelenken, Die Zeichnung des Hinterleibes 
erinnert an Sparassus lineatus. Auf Wiesen 
des rechten Elbeufers bei Leitmeritz (B.). 

143. Artamus laevipes L. Bei Prag, Ro- 
wensko. In einem niederen Fichtenwalde bei 
Auscha krochen sie auf Baumstämmen herum; 
bei der Verfolgung ist ihr Gang schnell, im- 
mer bewegen sie sich jedoch mit ihrem taschen- 
förmigen Leibe in schräger, nie in gera- 
der Richtung. Im Walde bei Wartemberg. 

149. Artanus jejunus Pans: Im Fichten- 
walde bei Auscha. Die schwarze Ze'chnung 
am Vorderkórper etwas verschwommen, 80 
dass die vier Flecke an demselben 2 Längs- 
streifen an den Kanten zu bilden scheinen. 
Der Hinterleib gut ausgeprägt (B.). 

150, Micromata smaragdina X. Var. 
von Sparassus virescens Cl. Mehrere Exem- 
plare stammen aus dem Gesträuch von Loos- 
dorf, und dem Schilfe von Böhm.-Kamnitz. 
Auch an Eichen gemein (B.). 

151. Sparassus virescens Cl. Im Juli au 
einem Baume am Schneeberg (L.). 

152. Sparassus ornatus Walk. Bei Liban 
im, Kieferwalde unter welken Blättern. 

153. Zora spinimana. Libán (Dr), Karlsbad 
(Koch). 


9. Fam. Hüpfspinnen.  Attides. 


154. Heliophanus nitens Koch. Karlsbad 
(Koch). Am Jeschkenberge von den Bäumen 
herabgeschüttelt (B.). Bei Melnik (F.). 

155. Heliophanus metallicus Koch. Beim 
heissen Sonnensehe'n im Walde bei Wotrubec 
wurden mehrere Exemplare gefangen, deren 
Zeichnung jedoch im Spiritus geschwächt 
wurde (B.). 

156. Heliophanus eupreus W. Ueberall 
auf Wiesen gemein. 

157. Heliophanus tricinctus K. Kamaik 
bei Leitmeritz, im Elbethale (B.). 

158. Heliophanus dubius X. Von Eichen- 
gesträuch und kleinen Nadelbäumen besitzen 
wir Exemplare von der Strasse von Budin 
nach Mšeno (B.). 

159. Calliethera scenica L. An Bäumen 
unter Rinde, Zävist, Tetschen (B., Pr.). 

160. Calliethera histrionica А, Wurde 
beim  Steinbrechen bei Klecan gefunden 
(Staska). 

161. Marpissa grossa A. Anden mit, Nadel- 
holz bewachsenen Ufern des Egerflusses. Die 


| 
і! 
| 
| 
| 
| 


IV. 


vier hinteren Fleckchen am Hinterleibe n cht 
deutlich ausgeprägt (B.). 

162. Marpissa brevipes Hahn. Am Wald- 
rande bei der Strasse. Vorderleib dunkel- 

, braungrün (В.). Závist (Pr.). 

Ds en muscosa Cl. Jungfr. Teinitz 
Sp. 

164. Dendryphantes medius K. In Kré 
auf einem Kieferstamme (Pr.). 

65. Euophrys falcata Cl. Wurde vom 
Baume abgeschüttelt unterhalb des kahlen 
Gipfels des Jeschkenberges. Im Walde bei 
Slavětín (B.). 

166. Euophrys laetabunda K. An Bäumen 
im August am Rollberge (B.). 

167. Kuophrys crucigera W. In einem 
‚Säckchen unter Steinen in Závist (Pr.). 

98. Euophrys pubescens F. Závist Uri 

169. In o tigrina H. In Böhmen (Koch.). 

170. Phoebe saxicola A. In Böhmen (Koch ). 
71. Dia atellana X. Am Schneeberg ge- 
schleppt erhalten (B.). 

172. Attus frontalis Walk. Bei Tetschen 
beim Walde wurde 1 Exemplar durch Schleppen 
gefangen (B.). 

173. Attus striolatus A. Karlsbad (Koch.). 


10. Fam. Grosskopfspinnen. Ere- 
sides. 


174.6 resuscinnabarinus X. Am St. Georgs- 
berg (Slavik.). 


ll. Fam. Zellenspinnen. Dysde- 
rides. 


8 Dysdera erythrina Walk. Aus der 
Umgebnng von Reichenberg (L., am Wege 
Kéi Tetschen nach Böhm.-Leipa (B.) bei Perutz 
r). 
176. Dysdera rubicunda K. Im Museumge- 
bäude, in der Cibulka bei Prag, bei Lochkov, 
auf einem Felsenabhange bei Tetschen. Koch 
führt Bd. V. pag. 81 an, dass diese Species in 
Böhmen keine Seltenheit sei (Pr.). 
77. Dysdera lepida K. In Karlsbad auf 
Abhängen unter Steinen (Koch.). 


189 


178. Segestria senoculta Z. Im Mauerloch 
des Schlosses in Tetschen. Bei Böhm.-Leipa 
und Reichen befanden sich einige Exemplare 
unter Steinen. Im Walde sitzt sie entweder 
unter loser Rinde, wo sie ihre Wohnung ganz 
mit Gespinnst auslegt, oder an der Wurzel 
des Baumes. Auch sieht man sie oft auf Bäu- 
men herumkriechen. Haida, Skalitz bei Leit- 
meritz (B.). 


Phalangia. 


Aus dieser Ordnung wurden vorläufig nur einige 
wenige Arten bestimmt und es steht noch ein 
reiches Material zur Bestimmung bereit. 


179. Phalangium opilio Latr. Bei Tetschen, 
überall gemein (B.). 

180. Phalangium cornutum Herm. Bei 
Tetschen. Sitzt oft bei Mauern und Gesträuch 
(B.). 

181. Platylophus alpestris X. Am Wege 
von Maxdorf zur Königsmühle im Walde sehr 
zahlreich (B.). 

182. Leiobunum hemisphaericum Herb, 
Im August bei Böhm.-Leipa (Fr.). 

183. Opilio grossipes Hb. Böhm.-Leipa. 

184. Ischyropsalis Helwigii X. Von 
dieser schönen Spinne wurden 2 Exemplare 
in der Mittagsstunde eines heissen Tages im 
Walde am Bergabhange bei Mittelgrund an 
der Elbe gefangen. Sie sassen unter der Rinde 
eines faulenden Holzstückes an einer feuchten 
Stelle des Weges von Mitteldorf nach Max- 
dorf. Als man das Holz aufhob und mit der 
Hand nach ihnen griff, setzten sie sich mit 
den Klauengliedern zur Gegenwehr (B.). 

185. Nemastoma flavimanum A. Sechs 
Exemplare wurden unter Moos auf einer Terasse 
bei Tetschen gefangen. Die Zeichnung des 
Hinterleibes ist etwas anders als Koch sie 
anführt. Hinter den letzten Höckerchen liegen 
nämlich unter einem Winkel zwei ebenfalls 
goldgelbe Fleckchen, und hinter diesen an den 
3 letzten Segmenten immer noch zwei klei- 
nere (D.). 


I} 


Agelena . 
Amaurobius . 
Anyphaena 
Arctosa 
Argyroneta . 
Artamus . 
Asagena . 
Atea 

Attus $ 
Bolyphantes 
Calliethera, 
Cheiracanthium 


Dendryphantes . 


Dia 

Dictyna 
Drastus en 
Dysdera ` 
Engo . 
Eresus 

Ero 

Epeira 
Episinus . 


Verzeichniss der Gattungen. 


pag. 
136 
ia O Qi 
кн ШУ. 
187. 
186 
188 
186 
133 
189 
135 
138 
185 
139 
189 
135 
136 
139 
136 
189 
185 
198 
134 


Kucharia 
Euophrys 
Heliophanus 
Ino 


Ischyropsalis 


Marpissa . 
Melanophora 
Meta 
Micriphantes 
Micromata 
Miranda . 


Nemastoma . 


Mithras 
Latrodectus 
Leiobunum . 
Linyphia 
Lycosa 
Ocyale 
Opilio 


Pachygnatha 
Phalangium , 


Phillodromus 


T DH 
— 


pag. 
134 
139 
138 
139 
139 
138 
136 
134 
135 
138 
133 
139 
134 
136 
139 
135 
137 
137 
139 
135 
139 
139 


Philoica `. 
Phoebe 
Pholcus 


Platylophus . 


Prurolithus 
Pythonissa 
Segestria . 
Singa 
Sparassus 
Sphassus 
Tegenaria 


Tetragnatha 


Textrix 
Thanatus 
Theridium 
Thomisus 
Trochosa 
Xysticus . 
Zilla, 
Zora 


pag: 
136 
139 
187, 
189 
186 
186 
139 
134 
138 
137 
136 
184 
136 
138 
135 
187 
187 
188 
134 
138 


= ES 
— nen. anne À—— — 
nn nn nase ÀÀ———"ÁÓ 


29 30 


bith G. Haase $ (Pragae) 


| 

34 | 

33 36 35 | 
| 

| 


38 39 


| 

) | 

j 44 45 | 

| 42 43 | 
| | 
1 là TET. | | 

. | 


der lV. 


N rn 


те 


1,2 Clausilia plicatula гар. 15,16 Pupa muscorum Linn. 23 
3.4 Clausilia ventricosa Drap, 1718 Pupa doliclum Brug. 24,25 
5.6 Clausilia ornata Ziegl. 19 Vertigo minutissima Hartm. 26,27 


18,9 Clausilia parvula Stud. 20 Vertigo pygmaea Orap. 28,29,30 
Th Glausilia rugosa Auct. 21 Vertigo antivertigo Drap. 31,32 
AM Pupa frumentum Drap. 22 Vertigo Venetzii Charp, 33,34 


Tab. Y. 


34 


Vertigo pusilla Müll, 
Carychium minimum Mill, 
Paludinella austriaca Frauenf. 
Ancylus fluviatilis Mull, 
Valvata piscinalis Müll. 
Valvata cristata Müll. 


Landesdurchforschung von Böhmen. Section V. 


Chemische Untersuchungen. 


Von 


Prof. Dr. Robert Hoffmann. 


Prag. 


1n 


{ 


ма Grégr 


Edu 


Druck von Dr. 


Von den Arbeiten, welche die Section für chemische Untersuchungen 
durchführte, finden sich im Folgenden nur solche aufgenommen, die ein ge- 
Wisses selbständiges Interesse bieten. Alle die übrigen chemischen Analysen, 
es ist dies die weit überwiegende Anzahl, welche von Gesteinen und Erd- 
arten geliefert wurden, erhalten ihren Werth erst im Verein mit den geo- 
logischen und agronomischen Untersuchungen, mit denen sie im engsten 
Zusammenhange stehen, und finden sich demnach auch im Zusammenhange 
Mit diesen mitgetheilt. Aus demselben Grunde konnten auch die eingehenden 
Chemischen Untersuchungen über das raspenauer Eozoongestein hier keinen 
Raum finden, sondern schliessen sich an die bezüglichen Arbeiten des Herrn 
Dr. Frié an. 

Die wissenschaftlichen Interessen, welche das Comité für die natur- 
Wissenschaftliche Durchforschung von Böhmen verfolgt, wohl im Auge be- 
haltend war der Gefertiete demungeachtet bestrebt auch den Anforderungen 
der Praxis Rechnung zu tragen, so in der Arbeit über in Böhmen zur Er- 
zeugung von hydraulischem Mörtel vorkommenden Gesteinen. Auch die Ana- 
lysen der Brandschiefer bieten wieder in landwirthschaftlicher Beziehung 


beachtenswerthe Resultate. 


Prag, im Jänner 1869. 


Prof. Dr. Robert Hoffmann, 


Vorstand der chemischen Abtheilung. 


i* 


I. Analysen von Koprolithen und Brandschiefern. 


Die Koprolithen '), die in andern Ländern in sehr vielen Formationen aufge- 
funden wurden, so im Kohlensandstein, im Lias, Grünsand, in der Kreide, Londonthon, 
in den Süsswasserbildungen von Aix etc. finden sich in Böhmen in zwei Forma- 
tionen, in dem Permischen und in der Kreide. Leider aber immer, so viel bis 
jetzt bekannt ist, nur sehr vereinzelt, wogegen sie in andern Ländern, namentlich 
in den Grafschaften Norfolk, Essex, Suffolk, York, Cambridge in England, in sehr 
mächtigen Ablagerungen vorkommen, und als phosphorsäurehältiges Dungmittel die 
ausgedehnteste Verwendung finden. 


1. Koprolithen des Permischen. 


Diese Koprolithen finden sich in den sogenannten Brandschiefern dieser For- 
mation, den Kern von eigenen Concretionen bildend, die in dem Schiefer einge- 
lagert sind. ^ Zuweilen findet man die Concretionen lose in der Ackererde als Ge- 
schiebe, so bei Kru&owitz, in der Nähe des Vinaritzer Berges, bei Hfedl Die 
Soneretionen sind nuss- bis eigross, immer flach, manchmal vollkommen eliptisch, 
und oft sehr regelmüssig in ihren Umrissen. Sie zeigen eine lichtgraubraune 
Farbe, an der Oberflüche dunkler. Zerschlägt man sie, so erblickt man als Kern 
des Umhüllungsgesteines den eigentlichen Koprolithen und zwar nach A. E. Reuss ?) 
Ichthyo-Koprolithen. Sie haben eine Länge von !/,—1 Zoll, und sind von dunkel- 
braunrother pechglünzender Farbe, an manchen Stellen mit gelblichweissen Adern 
durchzogen. Da es nieht nur interessant erschien die Koprolithenmasse selbst, 
sondern auch das Umhüllungsgestein der Zusammensetzung nach kennen zu lernen, 
wurden getrennte Untersuchungen, wo dies möglich war, vorgenommen. 


Es wurden analysirt : 
1. Koprolithen von Starken bach, liessen sich vom Umbiillungs- 


gestein nur unvollkommen trennen. Demnach beziehen sich die Untersuchungsre- 
sultate nicht auf die reine Koprolithenmasse. Dasselbe gilt von den Koprolithen von 


2. Hřë d1. 
3. Koprolithenconeretionen vomVinaritzer Berg. Bei diesen 


у Kothballen von Geschópfen untergangener Schöpfungsperioden. 
2) Sitzungsbericht der mathem. naturwissenschaftlichen Klasse der k. Akademie der Wissen- 


schaften XVIII B. S. 124. 


| 


6 Vi 


konnte die Koprolithensubstanz von dem Umhüllungsgestein mechanisch vollkommen 
getrennt werden, so dass eine gesonderte Analyse möglich wurde. 

4. Koprolithenconcretion von Krušowitz. Auch bei diesen 
konnten Koprolithen und Umhüllungsgestein gesondert analysirt werden. 


Es enthielten 100 Gewichtstheile im wasserfreien Zustande: 


- | 
: | | | Umhüllungs- | üllungs- 
| Koprolithen | Koprolithen | Koprolithen (Te oe | Koprolithen | jan aa 
| gestein | gestem | 
| von | v | е | | | 
| Tum ней | v. Уїпаї. Berg | von Krugowitz 
| | 
ШАШ лы, ша Ma e MO 0:98 Spur — Spur j| 
l 0,317 ч } d Spur 
Be a ef, eege | 0312 En 1216 | 
ICT YS CMM WN dE 1:04 2,142 |; 0184 | Spur Spur ” 
КИШ le oak viet E | 81:85 1. 4,594 | 27,939. | 84:095 | 25:951 93:316 | 
Be: V LI. LS s 90:85 9-399 | 990-144 58312 | 
Kisenoxy | | 1541 JL 58,676 | 29857 | 12:332 | 26444 | 153 
ИШЕ Ne E ae aN | | 0:414 | 4:357 Spur 1:694 
Kieselsäure (lósliche) , . . 0'48 Spur | Spur 2:673 0:918 | 
Phosphorsäure . > . . . . | 16:35 4,918 | 35:802 | 29:391 | 40'273., |,,,20:125 
|. | 
KONOHA s уз, bad | SSO 8215 | 0:612 | — | 0:969 — 
Schwefelsäure | Spur | Spur | Spur | - | Spur | 
I | | 
Chlor » | h | » A = | » ИШЕК, 
V | | 
DITE N een ү | - i " | = | $ — 
à , | | 
Glühverlust (Org. Stoffe) ete. *) | 18:15 | 9,097 | 3°179 4663 | 4485 2'166 
Rückstand: 140 ‘mh: i atl 602. | 12,046 |... 1:697 12:543 | 1,662 36,469 
99,56 | 100,000 || 100,000 | 100,000. | 100,000 | 100,000 
m). MAY SUCKEN ITA 9 | 0,05 | 0,006 | | 0,004 


lassen wir die vorliegenden Untersuchungsresultate näher ins Auge, 80 
zeigt es sich, dass der Gehalt an Phosphorsäure und Kalk in der reinen Kopro- 
lithenmasse von Krusowitz und vom Vinatitzer Berge grosse Uebereinstimmung zeigt: 

Es sind enthalten an 


Phosphorsäure Kalkerde 
Koprolithen von Krusowitz .... .:....40'373 25:956 
e BORSA IPSIS T т BE KEE 21:939 


Bringt man von der Kalkerde jene in Abzug, welche wahrscheinlich an 
Kohlensäure gebunden war, und vergleicht dann den Rest mit der Phosphorsäure, 
die an Kalk gebunden erscheint), so zeigt es sich, dass der Kalk an Phosphor- 
säure als dreibasisch-phosphorsaurer Kalk vorhanden war, denn es wurde gefunden : 


Kalk Phosphors. Nach der Rechnung sollten sein: 
Bei.Kopr, v. Krusowitz: 25:8361 216707 21:8408 
pus YV Dorue: 27'161 23102 29:068 


1) Bei der Analyse wurde die Menge der Phosphorsáure, die an Kisenoxyd gebunden wat, 
gesondert bestimmt. 


v. 1 


Phosphorsäure, um dreibasisch-phosphorsauren Kalk zu bilden, wie sich dies bei 
den Analysen der Kop. von Burdiehause, Fifeshire, und aus dem Sandsteine vom 
Flussthale des Connecticut, von Suffolk, von Rothenburg an. der Tauber u. s. w. 
ebenfalls zeigt. 

Berechnet man die Phosphorsäure, die an Eisenoxyd gebunden war, als 
phosphorsaures Eisenoxyd (Fe,0,PO,), so ergibt sich, dass mehr Eisenoxyd ge- 
funden wurde als vorhanden sein sollte, wenn die Phosphorsäure an Eisenoxyd 
oder Eisenoxydul gebunden vorhanden wäre. 

Auffallend ist die grosse Menge von Kisenphosphoten in der Koprolithen- 
masse von Krusowitz und Vinafitz und dürfte jedenfalls darauf hindeuten, dass 
die in Rede stehenden Koprolithen schon eine Metamorphose erlitten durch Wechsel- 
wirkung von hinzugetretenen löslichen Eisenverbindungen zu vorhandenen Kalk- 
phosphaten, da man. unmöglich annehmen. kann, dass so bedeutende Quantitäten 
von Eisenphosphaten in den ursprünglichen Exerementen vorhanden sein konnten. 
Diese Wechselwirkung kann man sich entweder dadurch erklären, dass kohlens. 
Eisenoxydul entstand durch Einwirkung von Kohlensäure auf eisenoxydulhaltige 
Silicate, wie Glimmer, Hornblende ete., oder vitrioleszirender Kisenkies (schwefel- 
saures Eisenoxydul) in Berührung mit dem phosphors. Kalk der ursprünglichen 
Excremente gekommen, wodurch sich phosphors. Eisenoxydul gebildet, das unter 
Luftzutritt zu phosphor. Eisenoxyd mit Eisenoxydhydrat geworden. 

Keine der bekannten Analysen von Koprolithen aus den verschiedensten 
Formationen weist einen solchen hohen Gehalt an Eisenphosphat nach. Noch der 
bedeutendste Eisenphosphatgehalt findet sich bei den Kop. aus einem Braunkohlen- 
letten bei Roth im Röhngebirge; nach Hassenkamp enthalten sie: 1) 

3basisch phosphors. Kalk = 45°58 °/, 
phosphors. Eisenoxyd Ор TIR 

Nach diesem bestehen demnach die reinen Koprolithen aus dem Permischen 
aus Kalk- und Eisenphosphat mit variirenden Mengen von stickstoffhältigen orga- 
nischen Substanzen, kohlens. Kalk, kohlens. Magnesia(?), Thonerde, Schwefelsäure, 
Alkalien, Kieselsäure und Chlor. 

Übergehen wir zu dem Umhüllungsgestein der Koprolithen, so scheint dies 
zu bestehen aus 3 basisch-phosphors. Kalk, und einem Silicat mit Beimengungen 
von Eisenoxyd, Thonerde, löslicher Kieselsäure und organischen Stoffen. 

Man kann vielleicht annehmen, dass das ursprüngliche Gestein aus einem 
Eisenoxyd und Thonerde enthaltendem Silieat bestand, und die Phosphorsäure der 
Koprolithen vielleicht als in kohlensäurehaltigem Wasser geléstes Phosphat ein- 
gesickert ist. 

Aus den Analysen von Koprolithen von Starkenbach und Hredl lassen sich 
keine Folgerungen machen, weil die der Untersuchung unterzogene Koprolithen- 
masse mit Umhüllungsgestein gemengt war. Hervorgehohen muss aber werden, 
dass eine Analyse von Koprolithen von Starkenbach schon von Payer geliefert 
wurde. ?) Es enthielten 100 Gewichtstheile der Koprolithen : 


1) Jahrbuch f. Min. 1847. Ө. 729. 
2) Sitzungsberichte der nat. Kl. der kais. Akademie der Wissenschaften 1855. S. 130. 


ү, 


З basisch-phosphors. Kalk . . 2202020, 1535 


KohfengRüreH^KRIE PURO ooo ue? qoa tay. BF 
Kohlensaure Magnesia ОЛ poy oT HOV! pipe gung 
Organische Stoffe . . . . NASSEN. ROD 


Kalk an organische Sübstünzdl "ЛҮ. DHL SUL, ЧО 
Кати, sapo Hais OT Qa (200 0.01) DIZON 196 
10000 
Vergleicht man diese Untersuchungsresultate mit meinen (S. 4), so müssen 
die Unterschiede in der Zusammensetzung als so abweichend bezeichnet werden, 
dass sich dies nur daraus erklären lässt, dass wir beiden mit sehr verschiedenen 
Koprolithen es zu thun hatten. 


2. Die Brandschiefer des Permischen. 


In diesen wie erwähnt die Koprolithen an einigen Orten eingesprengt, 
finden sich in den verschiedensten Niveaus dieser Formation mitunter in sehr 
mächtigen Lagen. Ks wurden Proben von solehen Schiefern von den folgenden Fund- 
orten einer Untersuchung unterworfen: Hohenelbe. Herrmannseifen, Trautenau, 
Lhota, Rumburg, Zabor, Hredl. 

Es enthielten 100 Gewichtstheile des lufttrockenen Schiefers von: 


A | & © ie ьо | | 
S 5.5 E E = 8 E 3 
= B m = ES Е ст Ez 
Kë S ت‎ РЧ е = 2 D = | 
is li 2 T | | | 
| | | | | | 
Wasser . . e lee pe emg WIND ы, 60 05 187 | 1.584 - 0°76 
Organische Stoffe 125 20:2 29/8101 1495 18:5 ^ 988 | 70'824 | 62°58 
| Mineralstoffe . . . .| en 702 "ep "gp 1,860, 575 | 28:099 | 26-66 


| 
Im wasserfreien Zustande: 
Organische Stoffe | 15.72 924 "gem | 1549" 12557 | 53837 | "7084 | 69827 | 
Mineralstoffe ~. 1.118428 (11:77:06 11 77:80:11. ;84,57: у] 86-48!) 66°68, 1129-16: | 36:678. | 


100 Gewichtstheile des wasserfreien Sehiefers enthielten von: 


Starkenbach `` Hohenelhe Trantenan Záhor | ШТП 
848 | 
Organische Stoffe. . . 22°70 15:430 70:8880.9, | 68:897 *) 
E tu E E IM, Spur Spur | | | 
Хай иләп] әјә | 058748 0 183706 » 0:7529 0632 
KAAT T ROU ROOT, Ка) OORT 0:530586 4 | i| 
МИП Ө И. Leod den 208710 42% 0'084 0:5588 0100 
Kalkerde .[1,,541 bia 4 1168624 20°90 3 104 18:199 5:3060 4'275 
Thonerde QC Uie E 054731 a Hil i 08565 | 4179 
д» | 241602 7:98 | , 
HEEN, АД 14404 ы Hy d 8 2185 1:904 
Kieselsäure (lósl) o. ıı — 08345302 — geringe Mge. 0951 
Phosph« 3 0:689 0665338 — 0'008 3°6030 , |, 1'508 
Schwefels MN 071889 DS ÄIS Spur  . 0'602 
Köhlensäure ^. + 1072151 6787600 | 16262 —- 0128 
АШКА uc wl 36°85664 39145456 39:308 1576174 | 99:871 
99°74491 | 99:990000 99:997 rot 99:972 
"У da miele RR EE e du ted * 251146 0:678 


M 9 


Es enthielten 100 Gewichtstheile der Schieferasche von: 


| | i 
i | | 


Starkenbach | Hohenelbe , Trantenan | Zabor Hredl 

| | | | 

ОТОТ + rm ү 004 Spur | || 
Natron. Du LE. ИИИ) 076 023 | — 4009601 H 1729 

[oH RS LO aE Ê О. 0'01 0°63 Spur | | 
Or AT COS o 2°70 1:00 010 1:985 0'278 
Kalkerden EOUN Ver 29:88 24:89 21:52 18:375 11:697 
Ше T PES "ү 847 | ia | 1 2:066 11'435 
Kisenoxyd Deh: dom ad 1'48 | | m | | P" 7:558 5:210 
Kieselsiure (lósl) . . — 0'41 | — 2:609 
Phosphorsäure,, « : + | 0°89 0:79 0'01 12:474 1112 
Schwefelsäute . . . - | 0:93 0°69 3:25 Spur 1'647 
Kohlensiure. . . . 0l. 18:86 8:00 ^. 3119328 0:350 
Rückstand. 4.1: „xy. | 17°68 | 46°48 | 16°48 54:085 | 60'945 
99°66 100:00 | 100:00 | 100°00 |. 1007000 


Auffallend und. beachtenswerth ist wohl vor Allem. die grosse Menge von 
organischen Resten in diesen Sehiefern, die bis (0:838 °% (Záboř) reicht. Es deutet 
dies darauf hin, wie ungemein gross die Menge. der organischen Stoffe gewesen 
sein musste, welche sich mit dem aus damaligen Meeren absetzenden Schlamme, 
dem. diese Schiefer wohl ihr Entstehen danken, mit niedergeschlagen haben. 

Aus dem Phosphor- und. Phosphorsäuregehalt dieser organischen Stoffe ist 
auch der Phosphorsüuregehalt der Schiefer abzuleiten und findet die Vivianit- 
bildung in den Schiefern, wie 7. B. beim Schiefer von Starkenbach beobachtet 
wurde, eine Erklärung. 

Bieten die Schieferanalysen in geologischer und petrografischer Beziehung 
manches Interesse, so verdienen sie auch noch in rein praktischer Beziehung unsere 
Aufmerksamkeit. Wegen ihres hohen Gehaltes an organischer Substanz lassen sie 
eine. Verwendung. zur Erzeugung von Leuchtgas und Theerprodueten, welche neuerer 
Zeit eine so wichtige Rolle spielen, zu. In der That, benützt man auch die Schiefer 
von Zlonic, welche denen von Zäbor vollkommen gleichen in der dortigen Zucker- 
fabrik zur Erzeugung von Leuchtgas, von dem man 75 Cubik-Fuss per Centner 
Schiefer erhält. Eigenthümlicher Weise verwendet man die Rückstände nicht als 
Dünger. Im Interesse der Landwirthschaft sehe ich mich verpflichtet auf die 
Aschen dieser Schiefer als einen an Phosphorsäure reiches Dungmittel besonders 
hinzuweisen. Ihr Phosphorsäuregehalt steigt wie aus den Analysen resultirt bis 
127414 °/,. Es verdient dies wohl um so mehr Beobachtung von Seite der Land- 
wirthe, als uns in Böhnen ein phosphorsäurereiches mineralisches Dungmittel leider 
noeh immer fehlt und sehr bedeutende Mengen dieser Schiefer zu gewinnen wären. 


3. Koprolithen der Kreideformation. 


In der böhmischen Kreideformation finden sich Koprolithen an einigen 
Orten, so bei Laun und Kostitz, aber noch seltener in den Brandschiefern ; die 
Koprolithen dieser Formation finden sich in einem Plänerkalke eingelagert. Der 
Untersuchung wurden Koprolithen von Kostitz unterworfen. 100 Gewichtstheile 
der wasserfreien Koprolithenasche enthielten: 


| 
| 
| 
| 
| 


Chloralkaliens teten "roh. әәә) ODT. бә, 0,59 
KEE 2,76 
Kulkesde ^. deep o odis — dono 7 i. 22,88 
ERBE Ik. 32,01 


A EAB DOSTA MAGEN. Donunden.l e uer 12,10 
SUME sos V рр V S NS Qon 5,14 
ENEE SLE 2 ip ШО MUI 8,00 
Kieseisäure ' (loslithe) ^70) eR RS nus 0,03 
HR Dep RON eR RE vo Reen, 0,09 
CRETA ОУ OPENED; АЙ wir meiden Wat, 16,76 

99°86 


Aschengehalt 87,23; Wassergehalt 1,76, 

Ersichtlich ist der Phosphorsäuregehalt bei diesen Kreidekoprolithen ein 
viel geringerer als bei den Permischen Koprolithen. Ferner tritt der Gehalt an 
phosphorsaurem Eisenoxyd ganz zurück. Woraus man schliessen muss, dass diese 
Kreidekoprolithen keine so wesentliche Metamorphose durch eindringende lösliche 
Eisenoxydulsalze erlitten haben wie die aus dem Rothliegenden, was sich auch er- 
klären lässt, indem jene von keinem Gestein bei ihrer Ablagerung umgeben waren, 
das wie bei den Permischen Koprolithen durch Zersetzung lósliehe Eisenoxydul- 
salze hätte liefern können, denn der Pläner entstand offenbar durch Erhärtung 
eines an Eisen armen Silikates, das mit kohlensaurem Kalk, der sich aus doppelt 
kohlensaurem Kalke füllte, geschwängert war. 


4. Pläner von Krusowitz, in dem die Koprolithen der Kreide- 
formation lagern. 


Untersucht wurde ein Pläner der Koprolithenschichte, und ein Pläner nahe 
der Koprolithenschichte. Beide waren von lichtgelblichgrauer Farbe, und enthielten 
an einzelnen Stellen rostgelbe Auswitterungen von phosphorsäurehältigen Eisen- 
verbindungen. 

Es enthielten 100 Gewichtstheile des Plüners: 


nahe der der Koprolithen- 
Koprolithenschichte schichte 
ei male nie iA 2:000 211 
Kohlens. ӨШ иаи dor s 490400 63:81 
Kohlens; Маепеяја 1: odori Spur 4:32 
Kisenoxyd und Thonerde . . . | 16:190 11:42 
IHOSDHOPRRUDGS ИА Та 0114 0718 
Rückstand цо инто hist Ж. sah 410986 1816 
100:000 100:000 


Der in Salzsäure unlösliche Rückstand bestand aus Thonerdesilicat. 
Aus den verschiedenen Untersuchungen ergeben sich die folgenden 
Hauptresultate : 


1. Die reinen Permischen Koprolithen unterscheiden sich wesentlich von 


V. 11 


den Kreidekoprolithen durch einen | sehr bedeutenden Fisenphosphatgehalt. Man 
muss die Ursache in einer Wechselwirkung von löslich gewordenen. Eisenoxyd- 
salzen des Schlammes, in dem sich die Koprolithen abgesetzt, auf die ursprüng- 
liche Masse derselben suchen. Es. lässt dies manche Schlussfolgerungen auf die 
Natur des Schlammes zu. 

9. Die gelieferten Analysen, verglichen mit anderen Analysen von Ko- 
prolithen, zeigen meist sehr bedeutende Abweichungen, was nicht nur in der ver- 
schiedenen Natur der ursprünglichen Kothmasse, sondern in der Verschiedenheit 
der Metamorphose, welche sie bei der Petrifizirung erlitten, wie sich dies bei den 
Perm. Koprolithen am deutlichsten zeigt, zu suchen ist. 

3, Die Brandschiefer der permischen Formation zeichnen sich durch be- 
deutenden Gehalt an organischer Substanz und Phosphorsäure aus, und würden, 
da sie in ziemlich mächtigen Lagen vorkommen, wie angedeutet, eine chemisch- 
technische und landwirthschaftliche Benützung zulassen. 


II. Analysen von Diatomaceenablagerungen in Böhmen. 


Zu den interessantesten Süsswasserablagerungen Böhmens gehören ohne 
Zweifel die mitunter ziemlich mächtigen Ablagerungen der mit kieseligen Sub- 
stanzen erfüllten Kieselschalen von Diatomaceen, die neuerer Zeit, namentlich durch 
Ehrenbergs Forschungen, wohl ziemlich allgemein als zum Thierreich gehörend an- 
gesehen werden, obschon z. B. Burmeister sie zu den einfachsten vegetabilischen 
Substanzen zählt.) Jedenfalls, ob sie nun dem Thier- oder Pflanzenreiche ange- 
hören, haben' diese mikroskopischen Gebilde die wichtige Rolle bei der Boden- 
bildung gespielt, die im Wasser gelöste Kieselsäure demselben zu entziehen, und 
in unlóslicher Form abzuscheiden, wie analog die Conchilin den im Wasser ge- 
lösten Kalk; In Böhmen finden sich Lager von Diatomaceen an mehreren Orten, 
so bei Kutsehlin unweit von Bilin, ferner bei Franzensbad, bei Velbin in der Nähe 
von Leitmeritz und Meistersdorf. Es wurden Proben dieser kieseligen Substanzen 
deshalb einer Untersuchung unterzogen, weil theils Analysen derselben fehlen, theils 
nur ältere, unvollkommene vorhanden sind. 

1. Biliner PUTirschiefer. Diese unmittelbar auf Plünerkalk auf- 
liegende, wenig mächtige Diatomaceenablagerung auf dem Tripelberge bei Bilin 
bildet bekanntlich den sogenannten „Biliner Polirschiefer,“ dessen obere 
Schichte E. Reuss als eigentlichen ,Polirschiefer“ und die untere Schichte 
Saugschiefer^ bezeichnet. ?) 

Die der Untersuchung unterworfene Probe des Polirschiefers bildete blätt- 
rige weiche Massen von schwach gelblicher Farbe, die sich sehr leicht in ein milde 
anzufühlendes Pulver verwandeln liessen, welches das Glas nicht ritzt. 

Sp. Gewicht = 1,862. Im Glaskólbehen erhitzt gab sich organische Sub- 
stanz zu erkennen. Die Probe des Saugschiefers war viel härter, klingend und 


als „ 


1) Geschichte der Schöpfung von Burmeister. Leipzig 1856. S. 40. 
2) Die Umgebung von Teplitz von Dr. Aug. Reuss. Prag 1810, 


12 


schwer in Platten spaltbar. Ritzte Glas. Spezif. Sch. — 1'944. Organische Substanz 


ebenfalls nachgewiesen. 


Beide Schiefer saugten begierig Wasser auf, und entwickelten angehaucht 
den bekannten Thongeruch (Amoniakentwickelung). 
Es enthielten 100 Gewichtstheile im wasserfreien Zustand 


Каи Өй зл С „йи 
Na miie oer 
Magnesia 

Kalkerde 

Thonerde 

Eisenoxyd | 

Schwefelsäure 
Phosphorsäure ? 
| amorphe 
kristallinische 
Organische Stoffe 


Kieselsäure 


Mit, Stickstoff 


des Polirschiefers des Saugschiefers 
0'0@8 о» Jaio 1.0886 
08416... Spur 
-4 Slow 0404854 
AO ш». 0:4967 
PEILEN 60961 


QL88BO. M» inre DAE 
О 80 ер his 
Sd D ehlicssen: Ode LOB 
Bop) e, 14604 
999949) uer" 9990985 
Q:0854. |... 0:0092 


Stickstoff war theilweise als Ammoniak vorhanden. Brom und Jod wurden 


keines gefunden, von Chlor nur Spuren. 


Der chemischen Zusammensetzung nach lässt sich. demnach ungezwungen 
wohl kaum ein Unterschied zwischen Saug- und Polirschiefer wahrnehmen. 

Von älteren Analysen ist nur eine von Baumann bekannt, sie weist nur 
Kieselsäure, Thonerde, Eisenoxyd, Kalkerde und Magnesia nach, und keine orga- 


nischen Stoffe. 


2. Diatomaceenvon Velbin bei Leitmeritz. Dieses erst vor eini- 
gen Jahren aufgefundene Diatomaceenlager ruht auf Braunkohlensandstein, und or: 
reicht stellweise eine Mächtigkeit von 19 Fuss bei einer Längenausdehnung von etwa 
40 Klafter. ') Die der Untersuchung unterworfene Probe bildete ein graues, lockeres 
Pulver, das sich beim Glühen vorübergehend schwärzt. 


100 Gewichtstheile enthielten: 


Kali Spur 
Natron " 
Magnesia А 
Kalkerde d 
Eisenoxyd 3:1132 
Thonerde 077795 
Schwefelsäure . — 
Phosphorsäure 26161 
Kieselsäure (amorphe) . 796795 
5 krystallisirte ....  1:9238 


Organische Stoffe 


11:8320 
100:1021 


*) Jahrbuch der k. k. geolog. Reichsanstalt IX. Jahrgang 8. 35. 


V. 13 


Brom, Jod und Chlor wurde nicht nachgewiesen. Eigenthümlich ist der be- | 
deutende Gehalt an Phosphorsäure, und zwar muss diese Säure an Eisenoxyd und 
Thonerde gebunden gewesen sein. Keine Analyse von fossilen Infusorien zeigt einen 
solchen hohen Phosphorsäuregehalt. 

3. Die Kieselguhr. In der ganzen Umgebung der Luisenquelle in Fran- 
zensbad findet sich in dem Franzensbader Moor eine unregelmiissige, 2 bis 5 Zoll 
mächtige erdige Ablagerung von Kieselpanzern der Diatomaceen, die man als 
Kieselguhr bezeichnet. ') 

Analysen sind von dieser Infusorienablagerung keine bekannt. | 

100 Gewichtstheile enthielten : J 

КЕШ ui а EM | 
ХЭМ OE EE ар Spur | 
МАШ ДД ^. o Р Go a eee 
AN ee CUM a s 


Iusenoxyda. к. dy | | 
Thonerde ` disce 
Schwefelsäure (ye y: EIS -— | 
Phosphorsäure `... +), 02021 І 
Kieselsäure amorphe . . . 429255 | 
" krystallisirte . . i 8/9893 | 
Organische Stoffe . . . . 163301 | 
99,8999 | 
Mit: Btiekatnf тон йына 92919 | 


Von Chlor wurden nur Spuren nachgewiesen, aber kein Jod und Brom gefunden. 
Vergleicht man die Analysen, welche von andern Infusorienerden geliefert 


worden sind, namentlich aus verschiedenen Orten in Hannover, *) mit den eben | 
angeführten Untersuchungsresultaten, зо ergibt sich bei dem Franzensbader Kiesel- | 
guhr ein viel höherer Gehalt an organischen Stoffen, nebst dem eine immerhin i 
beachtenswerthe Quantität an Phosphorsäure, die in allen den bekannten Analysen | 


von Infusorienerden fehlt. 


1) Jahrbuch der k. k. geolog. Reichsanstalt I. Jahrg. 5. 670. 
2) Eg enthielten 100 Gewiehtstheile der Infusorienerde von 


Lünneburger Lünneburger Heide 


Haie ` am, (Obere) nach 

Sauerwein Wiggers 

I. П. | 
Wassenil) Jy ы 616 190 3,15 i 
Organische Stofle . . > 2:81 3:89 -= Spur j 
Hisenoxyd, otdi ур" 148 1°82 (23 т | 
Thonetda,..... гү, 1:64 3'58 0'29 | il 
Kohlens. Kalk . 181 1:50 0.16 Е. 

= 009 — 


Kohlens. Magnesia . - : 
Kieselsäure . . . + + 80'44 80°92 90°86 90:85 | 
99°93 99,56 | 


| 
|. 
| 
|. 
| 


| 
|! 


14 V. 


4 Polierschiefer von Meistersdorf. Derselbe ist von grauer 
Farbe, kompakte, nicht blätternde Massen bildend. 
100 Gewichtstheile enthielten: 
КАШ (ABER WERE et 
AERO Ae ныл Spur 


Magnesia. wf ака IUSTO 
de Sangen, ann anu DIOE 
Eisenoxyd| | 
ET 6:0098 
Thonerde J 
Schwefelsäure. . . . . .  QD(95 
Phosphorsiure o ani. PE Spur 
Kieselsäure amorphe quse vero 
” krystall. | 
Organische Stoffe '.-.-:.- . "T4661 
1000104 


Von Chlor wurden Spuren, jedoch kein Jod und Brom nachgewiesen. 
Aus diesen Untersuchungen ergibt sich, dass die Hauptmasse der Diatomaceenab- 
lagerungen in Böhmen aus amorpher, in ätzenden Alkalien löslicher Kieselsäure 
besteht. Die vorhandene krystallisirte Kieselsäure ist nur als Beimengung anzusehen. 

Von den übrigen Mineralbestandtheilen der Thiersubstanz wurden meist 
bestimmbare Mengen von Kali, Natron, Magnesia, Kalkerde, Eisenoxyd, 'Thonerde, 
Phosphorsäure und Schwefelsäure nachgewiesen. Am beachtenswerthesten erscheint 
der Phosphorsäuregehalt, der bei den Velbiner Diatomaceen über 2°], beträgt. 
Ks deutet dies darauf hin, dass die ursprüngliche animalische Substanz der Diato- 
maceen sehr reich an Phosphor gewesen sein musste. 

Der gänzliche Mangel an Jod und Brom bestätigt, dass man. es mit Süss- 
wasserthieren zu thun hat. Diese Analysen von Diatomaceen, vergleicht man sie 
mit solchen von Diatomaceenablagerungen in andern Ländern, stimmen darin über- 
ein, dass die Hauptmasse aus amorpher Kieselsäure besteht; doch scheint bei den 
meisten dieser Analysen auf die Nebenbestandtheile keine Rücksicht genommen 
worden zu sein. 


Ш. Über den dolomitischen Kalkstein von Cheynov. 


Zu den häufigen Lagern von kórnigem Kalk in den krystallinischen Schie- 
fern des südlichen Böhmens gehört auch das bei Cheynov unweit von Tábor. Der 
Kalkstein findet sich im Gneiss und zwar in von Süd nach Nord in die Tiefe 
steigenden Lagern, die unterbrochen sind von. Schichten von Glimmerschiefer, 
Quarz und Hornblende in wechselnder Michtigkeit. Der grossblättrig-krystallinische 
bildet eine grosse Höhle, liegt in den höchsten Stellen des Kalklagers, und ist 
am Rücken der Pacovskä hora aufgedeckt. Er übergeht kaum merklich mit zu- 
nehmender Tiefe in einen dichten ganz fein krystallinischen Kalkstein, welcher die 
Hauptmasse der ganzen Ablagerung bildet. 

Es wurden nun die folgenden Proben von diesen Kalksteinen untersucht. 


| 
| 
| 


Ұ. 15 


I und II Proben aus den oberen Schichten. Sie waren grobkörnig, krystallinisch 
mit ausgezeichnetem blättrigen Bruch, perlgrau, Glanz: Glasglanz in Perlmutter- 
glanz übergehend. 

Nro III und IV. Proben aus den untern Schichten unterscheiden sich von den 
vorigen Proben nur dadurch, dass sie feinkörnig krystallinisch sind, und zwar war 
Nro IV einer tieferen Schichte entnommen als Nro III. 


Es enthielten 100. Gewichtstheile : 


I. П. Ш. Ly, 
Kohlensaure Kalkerde . . . . 98,001 98,418 60,861 57,809 
Kohlensaure Magnesia. . . . 0,101 0,006 30,511 39,186 
BUS ODOR VOU iss, ado sucer eet hod — 0,9406 1,591 0,628 
Hipster ori tel — Í 1.199 di 
Thon Slam ata aiiai ROTER: — р 
In Säuren unlöslicher Rückstand ` 1,503 1,230 5,845 ТТ 


100,000 100,000 100,000 100,000 
Spezifisches Gewicht I= 2,711, Ш = 2,8585. 

Baryum, Lithium und Strontium nicht nachgewiesen, auch keine Phosphor- 
säure. Die Probe Ш und IV brauste mit kalter Essigsäure übergossen nicht, und 
erst nach längerer Zeit zeigten sich ganz vereinzelte Gasbläschen. Es blieb unauf- 
gelöst, und löste sich selbst nicht beim Erwärmen. 

Die Probe I und II brauste mit kalter Essigsäure, und löste sich in der- 
selben fast vollkommen. In sehr verdünnter Salzsäure löste sich I und II sehr 
rasch, III und IV zerfiel unter schwachem Aufbrausen zu Gesteinstrümmern, die 
im Wesentlichen aus kohlensaurer Maenesia bestanden. 

Berücksichtigen wir nun die chemische Zusammensetzung der untersuchten 
Kalksteinproben, so entnehmen wir auf den ersten Blick, dass wir es bei den 
Proben I und II mit sehr reinen Kalksteinen und bei HI und IV mit fast reinen 
Dolomiten zu thun haben, denn es enthält der Dolomitspath in seiner reinsten Form 


€ 


Kohlensauren Kalk. . . . 54:35 °/, 
Kohlensaure Magnesia. . . 45°65 %, 
und gefunden wurden bei: 


Ш. IV. 
Kohlensaurer. Kalk iw Ser E ut ve { (60861... 87'809 
Kohlensaure Magnesia . . . .. 90511. 39°186 


Dieses Vorkommen vom Dolomit in Gneiss, welches hiermit bei diesem 
Lager von Cheynov durch diese Analysen constatirt ist, hat wohl an und für sich 
keine besondere Wichtigkeit, denn Lager von Dolomit im Gneiss kennt man an 
mehreren Punkten, so bei Freiberg, Tuberg in Schweden, und es werden solche 
Lager bei Untersuchung der vermeinten Kalksteine auch in Böhmen sicher an 
vielen andern Orten sich finden. 

v. Hasner analysirte einen solchen dolomitischen Kalkstein (Serpentin- 
formation) aus dem Adolfsthal bei Krumau in Böhmen. 

100 Gewichtstheile enthielten: 


16 V. 


Kohlensaure Kalkerde. . . . 66:36 
Kohlensaure Magnesia. 2. . 32:08 
GUO ни кз ы CODO 


Weit wichtiger ist ohne Zweifel der in diesem Falle erwiesene Uebergang 
von reinem Kalkstein in Dolomit, und zwar. derart, dass der Kalkstein in den 
obersten Schichten sich befindet, mit der Tiefe zu Dolomit werdend. Wir haben 
es hier offenbar mit einem aus einer Umwandlung von Kalkspath hervorgegan- 
genem Dolomit, und nicht etwa mit einem direkt gebildeten Dolomit zu thun, 
obzwar die Möglichkeit ihrer Bildung nach neueren Untersuchungen nicht bezwei- 
felt werden kann. 

Fragt man aber nach der Art des Umwandlungsprozesses des Kalksteines 
in Dolomit in diesem Falle, so erscheint eine Erklärung nicht so leicht. Sehen 
wir von der Zuhilfenahme von Magnesiadämpfen (v. Buch), hohem Druck und sie- 
dendem Meerwasser ab, als Hypothesen, die so ziemlich als unhaltbar nachgewiesen 
sind, so bleibt uns nur übrig eine Zersetzung mittelst durchsickernder doppelt- 
kohlensaure Magnesia enthaltender Wässer, als Ursache der Dolomitisation anzu- 
nehmen, und zwar von unten oder von der Seite. Die obwaltenden Terrainver- 
hültnisse gestatten dies anzunehmen. Das Durchsickern des Wassers von oben 
kann wohl deshalb nicht stattgefunden haben, weil sonst die obersten Partien des 
Kalklagers in Dolomit verwandelt sein müssten, was aber nicht der Fall ist. Der 
Annahme einer Umbildung von Kalkspath in Dolomit mittelst schwefelsaurer Ma- 
gnesia widersprechen bekanntlich manche Thatsachen, auch müsste sich Gyps zu- 
gleich vorfinden, und der Auslaugung von kohlensaurem Kalk durch kohlensäure- 
haltiges Wasser aus einem magnesiahältigen Kalkstein. widerspricht der Umstand. 
dass der in Rede stehende Dolomit dann kavernös sein müsste. 


IV. Chemische Analyse des Phonolithes vom Marienberg bei 
Aussig’) (böhmisches Mittelgebirge). 


Das Gestein schien unverwittert von hellgraugrüner Farbe, es enthielt ganz 
kleine Krystalle von Titanit, ferner von Hornblende, Magnetit, Sanidin und Pyrit 
eingesprengt. 

Das spec. Gewicht betrug 2:3908 (bei 12° R.). In einem Glaskölbchen 
erhitzt gab es einen Wasserbeschlag unter Entwicklung eines brenzlichen Geruches. 
Im Knallglasgebläse schmolz das Gestein. 

Concent. kalte Salzsäure durch mehrere Tage darauf einwirken gelassen, 
machte den Phonolith anerst kavernós und veranlasste endlich’ ein vollständiges 
Zerfallen zu einem scharfkantigen Pulver. Die Salzsäure nahm vorzüglich Eisen auf. 

Elementare Zusammensetzung. Nachgewiesen: Kieselsiure und 
Spuren von Phosphorsáure, Chlor, Schwefelsäure und Titansäure ; ferner Eisen- 
oxydul, Eisenoxyd, Caleiumoxyd, Magnesiumoxyd, Kaliumoxyd, Natriumoxyd, Spuren 
von Mangan und ferner wie es scheint Spuren von Rubidium, endlich Wasser und 


1) Durchgeführt von Herrn A. Bélohoubek, 


ү. 17 


stickstoffhältige organische Stoffe. Es wurde auch der Stickstoffgehalt des Gesteins 
bestimmt, er betrug 0'03681. Dieses Resultat ist aber insofern als ein unsicheres 
zu bezeichnen, als man nicht ganz sicher sein kann, ob der Stickstoff nicht dem 
Ammoniak angehört, welches das Gesteinspulver aus der Luft angezogen haben kann. 
Prüfungen auf Borsäure, Fluor, Lithium und Kupfer blieben erfolglos. 
Die quantitative Analyse ergab die folgenden Resultate: 
100 Gewichtstheile enthielten : 
Hievon in 
Salzsäure un- 
löslich 


Hievon in Salz 
säure löslich 


VS N TE 0:100 SES 
Organ. Stoffe und chemisch 
gebundenes Wasser . 2:600 -— — 

+) ШОНО soan s n 68'250 1:300 61:950 

Ty dülgenóxyülo'P. vos ch 4:000 2:550 1:450 

ОООО И Mn 14700 10:250 4'450 

Kol on a, 3:000 1700 1:300 

MEN OST. 3 те dai Eg 1:055 0:497 0558 

МАШИ Kia дун CE MS Cs 6:330 2800 3:530 

ISBN RL OA 4'890 ("900 3:990 
JUD 19997 171.228 


Nach diesem ist die prozentische Zusammensetzung des in 


Salzsäure TA 
N des Sili- 


löslichen katas 

l'heiles 
Kieselsáure . . . ..-39410 16:466 
Hit dl A vov 29094 6:889 
ODOR (OUR. vo CBS 2245 
КӨШ 2156120944 ESI ДА 2:019 
MESSER лл a 1:407 0'864 
Kali daz ао. У 09:548 6'174 
NOU OD ATO Sry оли ИОВ 5'404 
ПИШЕ, 3069 > 1802 
ӨСӨ e ODD 

99:998 100-114 


Übersicht des Sauerstoffeehaltes der einzelnen Bestandtheile des unter- 
suchten Phonolithes. 


Substanz Sauerstoffeehalt 
Kieselsáure |. . 63.250 89-846 
олеге РӘН, 14700 6:941 
ВОНО УО m IPOD 1:200 
Kalk... "Iu Cee. 1.8000 0'857 
Magnesia WR... 1065 0:499 
Ка, ash TS 4'890 0:830 
NAUES d.i eios we 6880 1°6335 


1) Davon amorphe (in Alkalien lösliche) Kieselsüure 13:918 */,. 
*) Eisenoxydul wurde ebenfalls als Oxyd bestimmt. 


V. 


Demnach zeigt sich folgendes Verhältniss zwischen dem Sauerstoffgehalte von; 
Kieselsäure = S^: Aluminiumoxyd und Eisenoxyd = R"’; Calciumoxyd + Magne- 
sia + Kali + Natron = К“. 


Hi R“ Si^ 
3742 — 8141 39846 
RER” _ 6.369, 


Der Sauerstoffquozient gu 


Dieser Sauerstoffquozient ist wegen des hohen Kieselsäuregehaltes der 
kleinste, der sich überhaupt bei den bekannt gewordenen Analysen von Phono- 
lithen herausgestellt hat. 


V. Chemische Analyse des Trachyts von Tolle-Graben. 


Das spec. Gewicht des Gesteins betrug 2°6714. Im Glaskölbchen erhitzt 
gab es keine Wassertropfen, entwickelte aber einen schwach brenzlichen Geruch, 
indem sich die Probe etwas dunkler fürbte. Im Knallglasgebläse schmolz das Ge- 
stein. Mit einer Säure behandelt, brauste es schwach. 

Elementare Zusammensetzung. Qualitativ wurde nachgewiesen: 
Eisenoxyd, Eisenoxydul, Thonerde, Kalkerde, Magnesia, Kali, Natron, Spuren von 
Lithium und. Mangan. Ferner Kieselsäure, Phosphorsäure, Kohlensäure, Spuren 
von Chlor und Schwefelsäure. Eigenthümlich ist es, dass im salzsauern Auszuge 
Spuren von Kieselsäure nachgewiesen werden konnten. Eine Prüfung auf Rubidium, 
Cäsium, Borsäure, Fluor blieb oline Resultat. 

Die quantitative Analyse ergab folgende Resultate. Es enthielten 100 Ge- 


wichtstheile : 


Hievon in Salz- Hievon in Salz 

säure löslich säure unlóslich 
Kieselsäure . .' 56'456 Spuren 56'456 
Thonerde "iu... 14101084 4:648 5'441 
Bisenoxvd....,....,.:2004 2:001 — 
Caleiumoxyd . . 3'140 1:859 1:28] 
Eisenoxydul . . 3462 2:251 1:211 
Magnesia... 3074 0:256 9:818 
Kalt: lopped ea 0 603 01199 0:404 
Natron 4:55. « 18'544 1:064 17:480 
Glühverlust N.14: 0'525 — ies 
Phosphorsáure . 0421 0421 c 
Kohlensäure . . 1:460 1:460 

99:826 14:210 85,091 


1) Nach Abzug der Kohlensäure. 


NW 19 


Nach diesen ist die prozentische Zusammensetzung 


des in Salzsäure des Silikates: 

löslichen 'Theiles : 
Kieselsäure чо Spur 65:040 
Thonendem io wih wetted 8981026 6'355 
опот u. iso MEO — 
Eupen rou vi “orn RID 1'414 
Kalle u na г 13:089 1:496 
MAANOSIEN ehr 1:801 32.19 
RAL COUR 1'401 0:471 
NETON N. 7487 20'416 
CIMA, и 0'613 
PHOSDHOLSBUTE =... 2:062 um 
КӨӨ so e LU —- 

100°348 99:984 


Uebersicht des Sauerstoffgehaltes der Bestandtheile des Trachytes: 


Prozente Sauerstoffgehalt Summa 
Kieselsáure . 56:456 29:910 29:010 
THORS. 1 10084 4'699 "POP 
Kë Sch que 5'316 
lk tee le 0617 
Eisenoxydul. 3:462 vies) 
Kalkerde |. . 3140 0:897 WS 
Magnesia . . 8014 1229| d 
Kaliumoxyd. . 607608 0:102 
Natriumoxyd . 18:544 4'785 


Demnach zeigt sich folgendes Verhältniss zwischen dem Sauerstoffgehalt 
von Kieselsäure = Si; Thonerde +- Eisenoxyd = R“ und Eisenoxydul + Kalk- 
erde -- Magnesia + Kali 4 Natron = R‘ 

BR R 
29:910 : 5:316 : 7'782 


‚ ar CR -RY Ze 
Der Sauerstoffquozient ist = m = 0'438. 


VI. Über in Böhmen vorkommende Gesteine zur Erzeugung 
von Cement. 
Es ist ebenso bekannt, dass man von der Ansicht zurückgekommen, als 


könne man nur in England aus englischen Rohmaterialien vorzüglichen Cement 
als dass man in der That auch schon in anderen Ländern aus einhei- 


erzeugen, 
mischen Rohmaterialien einen solchen erzeugt. 


M 21 


Selbst unter dem Plänergestein, welches am weissen Berg bei Prag vor- 
kommt und den prager Baustein darstellt, finden sich namentlich in den tieferen 
Lagen in seiner gelblichweissen Varietät sehr kalkreiche Partien; so fand ich bei 
einer Probe an kohlensaurer Kalkerde 72°85 Procent und an Silikaten 23°45 Prce., 
bei einer zweiten an kohlensaurem Kalk 70:11, an Silikaten 23°10 Procent. Die 
mehr grauen Varietäten sind sehr kalkarm, sie enthalten bis 80 Procent an 
Silikaten. | 

Blicken wir nach den anderen Formationen, so finden sich in der siluri- 
schen Formation mitunter Kalke, die sich den hydraulischen Kalken sehon sehr 
nähern. Im Folgenden gebe ich eine Uebersicht einiger Analysen dieser Kalke. 
Es enthielten 100 Gewichtstheile des Kalksteines von: 


Kohlens. Kalkerde. Silikate. 
PETS S ees 70:35 19:3 
Prokopithal. і. 88:09 8:96 
Hlubotschep . . 85:36 10791 
ШОО os d c idus 79:67 18:01 
Czernitz bei Pilsen I. 658 26°61) mit 0:5—2 Proc. 
» M. ОВ ZU 30:12) Kohlenst. Magnes. 


Der Braniker Kalkstein, auch altstädter Kalk genannt, gehört nach 
Barrand der Etage G an. Die Verwendbarkeit dieses Kalkes zur Erzeugung von 
Wassermörtel ist schon lange bekannt, und man hat wohl Grund anzunehmen, dass 
er bei sehr vielen Wasserbauten in Prag, welche sich durch besondere Härte und 
Festigkeit des Mörtels auszeichnen, verwendet wurde. 

Der in Rede stehende Kalkstein gehört zu den sogenannten Knollenkalken, 
ist von lichtgrauer Farbe und hat ein sp. Gewicht von 2'44. Mit Salzsäure über- 
gossen entwickelt er sehr reichlich Kohlenwasserstoffe. Er bildet mit Ausnahme 
der obersten Bänke den steilen Felsen von Branik am rechten Moldauufer ober- 
halb Prag. 

Eine eingehende Analyse des G-Kalksteines ergab die folgenden Resultate: 


euer m UU UD 
Sup buono d a, en БОО 
Kohlensaure Kalkerde . . 472413 
Thonerde оо DH DE? 
Ree Sg A Ar 
Kieselsäure (lósliche). . . 2:432 
STERNE Me oa i ia D ONU 


99'203 


Noch besser dürfte sich der Kalk von Czernitz bei Pilsen zur Cementer- 
zeugung eignen; Hlubotscheper und Slichover nicht mehr, 


Auch in der erst jüngster Zeit in Böhmen entdeckten Juraformation finden 
sich Kalke, welche sich als hydraulische Kalke erwiesen, so der von Khao. 
Es enthielten 100 Gewichtstheile des Jurakalks von Kha. 


Ve 


Kohlensaure Kalkerde `. . 69:92 
X Magnesia `: ии 131 
Thonerde und Eisenoxyd . . 4°26 


SICHERE, aan tt, wer On: ole diat. word 
Wasser inin PEI ШАД. pO 1410 
10000 


In dem Rothliegenden des NO-Böhmens treffen wir mitunter Concretionen 
eines eisenschüssigen Mergels, der sich zur Cementerzeugung eignen dürfte, 


100 Gewichtstheile eines solchen Mergels enthielten: 


Kohlensaure Kalkerde mit etwas kohls. Magnesia MOB 
БЕО УОИ EE 


In Salzsauramumlöoslicher КОЕТ .. .. .. .. une. BBY 96 
Wasser, lösliche Kieselsäure und Verlust. i0. 0507. D" 8D 
100:000 


In dieser Formation finden sich mitunter auch hydraulische Kalke, so der 
von Horensko mit 68%, kohlensaurer Kalkerde und 25 Proc. Silicaten. 

Weiter finden sich im Alluvium mitunter Mergel, die ein ziemlich entspre- 
chendes Verhültniss zwischen. kohlensaurer Kalkerde und Silikat zeigen, so z. В. 
bei Melnik mit 40°, Silicat und 55"/, kohlens. Kalkerde, ferner bei Meronitz mit 
78°, kohlens. Kalkerde und 16%, Silicat. 

Auch auf die Concretionen, die sich mitunter in Thonlagern finden, möchte 
ich aufmerksam machen, z. D. bei Wysoéan unweit von Prag, ihr Gehalt an koh 
lensaurem Kalk schwankt zwischen 30—40 Procent. !) 

Weiter fehlt es an Material zur Erzeugung von Cement durch Mischen 
von kohlensaurem Kalk und Thon und Brennen des Gemisches in Böhmen sicher 
nicht und es ist gar kein Zweifel, dass sich durch entsprechende Mischung von 
kalkarmen Mergeln oder auch Thon und kalkreichen Gesteinen sehr gute Cemente 
erzeugen liessen, ebenso wie in England, denn die mit Recht so berühmten Ce- 
mente, welche von dort her unter der Bezeichnung ,Portlandcement* % in den 
Handel gebracht werden, sind eben erzeugt durch Brennen eines entsprechenden 
Gemisches von Thon und Kalkgesteinen. 

Was das Kalkgestein anbelangt, so würden sich ganz vorzüglich wegen 
der leichten Verarbeitung gewisse Mergel, wie sie so häufig in der Kreideformation 
in Böhmen vorkommen, eignen, obschon vom theoretischen Standpunkte aus ein 


jeder Kalkstein zur Bereitung von Portland-Cement geeignet ist. Magnesiagehalt 


schadet nicht, ist im Gegentheil sogar nützlich, was sehr beachtenswerth erscheint, 
weil sehr viele Kalksteine in Böhmen dolomische Kalke sind. 


!) Der Mergel, aus dem der bekanntlich sehr gute Kuffsteiner Cement gebrannt wird, enthält 
70 Proc. kohlens. Kalkerde und 21 Proc. Silikate, der aus dem der Romancement gebrannt wird, 


70 Proc. kohlens. Kalkerde und 23 Proc. Silikate. 
*) Man pflegt jetzt überhaupt alle aus Thon und Kalkgesteinen erzeugteu Cemente als Port- 
Jandcemente zu bezeichnen. 


LANDESDURCHFORSCHUNG YON BÖHMEN. SECTION. I. 


Höhenkarle mil 25 Meter Schichten 


STAD 


Stadt 


Dorf‘, 


a9 Fost - 
2 Dampfschiff-, 


Eisenbahnen 


ox 
وڳس‎ e € D 


er 
DOTE y 


LULA esre 


ZEICHEN v. SCHRIFT -ERKLARUNG. 


STADT nit mehr als 10000 Binw. 


T mit 3000 bis 10.000 kinw. 


mil weniger als 3000 Kinn. 


Marktflecken,. x Kirche, + Kapelle , 
Vfarrdorf, + Kreuz, & Schloss, » Ruine, 
27 ' Einzelne Häuser od. behöfte, 


+ Wirthshaus, + Jagerhaus, = Heilbad, © besundbrunnen . 


Eisenbahn - | Station 


are tg a strasse 


E д 


„т-с 


ere 


x Wasser- \ 4 Eisenwerk, 


£ Wind 
+ bold 

1 Silber 
% Zinn 

3 Kupfer 
а Eisen 
% Blei 

x Graphit 
+ Kohlen 


27 aun 


Mühlen. d 
f x Glashütte, 


+ bemessene Sechöhen 


^ Gemessene Sattelpunkte) 


Bergwerk 


2 Ж. tegel-oder 
Kalk- fen. 


in Metern 


Leupgld sup 


Y AR N 
Г 4Wickofedorl 
Me d. af 
f. 


} Plas: 
Boleslav}; a 
— 8 Á I; 


Katworfen u.gezeichnet von C. Kořistka. 


N ` m 
f DNS 


| Maasstab | 


\ 1: 200.000. 


s 10 Kilometer. ` 
1 1 


1 Postmeile.- 


sooo W. Klafter. 


Ausgeführt in der lithosr. Anstalt von F.Köke in Wien 


ШОШ 


3 2044 093 330 256 


Date Due 


А CU 
OC 
РА i